5:3-Auswärtssieg in Schwenningen: Ein Abend der Rekorde und Meilensteine

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings mit 5:3 (2:0,2:1,1:2) gewonnen und üben somit weiter Druck auf Bremerhaven auf Platz sechs aus. Offensiv war es ein starkes Spiel der Eisbären, welche aber in den nächsten Spielen dringend von der Strafbank fernbleiben müssen, denn alle Gegentore kassierte man heute in Unterzahl. Von daher ein Auftritt, auf dem man aufbauen kann, aber auch die richtigen Lehren ziehen muss.

Alle hofften auf das lang ersehnte Comeback von Kapitän Kai Wissmann, der von Bundestrainer Harold Kreis für den Olympia-Kader nominiert wurde. Doch Wissmann stand nicht im Line-up von Eisbären-Trainer Serge Aubin. Dafür kehrte Adam Smith in den Kader zurück, während Norwin Panocha und Jake Hildebrand aus dem Kader raus rotierten.
Während in der Defensive Markus Niemeläinen und Mitch Reinke erneut zusammen verteidigten, bekam Jonas Müller Eric Mik an die Seite und Rückkehrer Smith spielte zusammen mit Korbinian Geibel.
In der Offensive blieben die Reihen Kirk-Pföderl-Ronning sowie Noebels-Byron-Tiffels zusammen. Lean Bergmann und Jean-Sébastien Dea stürmten heute zusammen mit Yannick Veilleux. Die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Andreas Eder und Les Lancaster. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei.
Jonas Stettmer stand im Tor, Anton Brandt nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Beide Teams trafen heute zum letzten Mal in der Hauptrunde aufeinander. Die ersten drei Spiele waren sehr eng. Nachdem Schwenningen das erste Spiel in der Hauptstadt gewann (2:1), gewannen die Eisbären die beiden folgenden Spiele. In Schwenningen setzte man sich mit 4:3 n.V. durch, das zweite Duell in der Hauptstadt gewann man mit 2:0.
Die Eisbären benötigten dringend Punkte im Kampf um Platz sechs, während die Wild Wings die Punkte im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze brauchten. Und mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger würden die Gastgeber bis auf sieben Punkte an die Berliner heran rücken.

Traf auch im zehnten Spiel in Folge und stellte somit den Rekord von Steve Walker ein: Liam Kirk (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Anfang in der Helios-Arena war durch viele Unterbrechungen noch recht zerfahren. Den Hausherren gehörte im weiteren Spielverlauf das erste Powerplay, so wirklich gefährlich wurde es aber nicht. Gefährlich wurde es aber, als die Kirk-Reihe auf dem Eis war. Und natürlich wurde der Wechsel mit einem Tor belohnt. Liam Kirk trifft somit auch im zehnten Spiel in Serie – 1:0 (10.). Damit stellte er den Vereinsrekord von Eisbären-Legende und SERC-Trainer Steve Walker ein. Herzlichen Glückwunsch, Liam!
Nur 34 Sekunden später setzte sich Les Lancaster überragend per Spin-o-rama auf der linken Seite durch und spielte die Scheibe in den Slot, wo Korbinian Geibel stand und zum 2:0 traf (10.). Ein Doppelschlag der Eisbären, welcher Schwenningen weh tat.
Die Gastgeber versuchten aber darauf zu reagieren, doch die Defensive der Eisbären machte es ihnen enorm schwer. Als Tylor Spink jedoch die Lücke fand, stand den Wild Wings die Latte im Weg. Wenig später hatte Boasz Bassen die nächste dicke Chance für Schwenningen. Der Anschlusstreffer wäre mittlerweile vollkommen verdient gewesen.
Im zweiten Powerplay hatten die Wild Wings weitere gute Chancen, aber Jonas Stettmer und Adam Smith verwehrten ihnen weiterhin das Erfolgserlebnis. Letzter wischte die Scheibe mit der Hand kurz vor der Torlinie weg.
So führten eiskalte und effektive Eisbären nach den ersten 20 Minuten mit 2:0 bei glücklosen aber starken Wild Wings.

Erzielte in Schwenningen seinen zweiten Saisontreffer: Eric Hördler (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel hatten die Berliner ihr erstes Powerplay und nach feinem Pass von Freddy Tiffels hatte Marcel Noebels die dicke Chance zum 3:0, aber Joacim Eriksson mit einem überragenden Save, der den dritten Gegentreffer gerade noch verhindern konnte. Wenig später war er aber beim Onetimer von Leo Pföderl machtlos – 3:0 (27.). Powerplytor!!!
Die Eisbären liebten heute Doppelschläge, denn auch dem dritten Treffer folgte blitzschnell der vierte. Diesmal ging es sogar drei Sekunden schneller und dauerte nur 31 Sekunden, ehe Eric Hördler auf 4:0 stellte.
Schwenningen blieb auch in der Folge glücklos vor dem Tor. Ein weiteres Powerplay blieb ungenutzt, während die Berliner in diesem beinahe den Shorthander erzielt hätten. Der Pfosten rettete aber für die Hausherren.
Trotz der souveränen 4:0-Führung ließen die Eisbären aber nicht locker und setzten Schwenningen immer wieder im eigenen Drittel fest. Man hatte aus vergangenen Spielen gelernt, als man nach Führungen immer zu passiv wurde und so am Ende noch Punkte verschenkte.
In der Schlussphase war Mirko Höfflin frei durch, doch auch er bekam die Scheibe nicht an Jonas Stettmer vorbei. Während bei den Eisbären vorne nahezu alles klappte, blieben die Wild Wings vorm Berliner Tor glücklos.
Bis 5,7 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels, da gelang Alexander Karachun der Anschlusstreffer in Überzahl zum 4:1. Jonas Stettmer blieb leider hängen und kam nicht mehr rechtzeitig in Position. Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Scorte zum 500. Mal im Trikot der Eisbären Berlin: Marcel Noebels (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Die große Frage war nun natürlich, ob Schwenningen jetzt die Aufholjagd starten würde. Die Antwort gab es nach 49 Sekunden. Markus Niemeläinen mit dem Pass vor das Tor, wo Marcel Noebels sein Arbeitsgerät in den Schuss hielt und auf 5:1 stellte. Der 500. Scorerpunkt für die Nummer 92 im Trikot der Eisbären Berlin. Damit ist er erst der vierte Spieler in der Vereinshistorie, dem dieser Meilenstein gelingt. Die anderen drei Spieler sind Steve Walker, André Rankel und Sven Felski.
Liam Kirk hätte in der Folge beinahe das halbe Dutzend voll gemacht, aber der Brite zielte zu genau und traf nur das Lattenkreuz. Etwas genauer zielten die dann Tim Gettinger, der im Schwenninger Powerplay auf 5:2 verkürzte. Und dieser Treffer war auch verdient angesichts des starken Spiels der Wild Wings (49.).
Was in diesem Spiel überhaupt nicht passte, war die Disziplin im Spiel der Eisbären, denn man nahm deutlich zu viele Strafzeiten. Schwenningen war erneut ein Mann mehr und die beiden Treffer fielen schließlich in Überzahl. Und auch der dritte fiel im Powerplay, Alexander Karachun staubte vor dem Tor ab und sorgte hier wieder für Spannung – 5:3 (52.).
Schwenningen wollte nun natürlich mehr und wurde frenetisch von seinen Fans angefeuert. Die Eisbären mussten sich schleunigst wieder sammeln und konzentrieren. Zudem musste man sein Problem mit der Disziplin in den Griff bekommen.
Etwas mehr als drei Minuten vor dem Ende nahmen die Gastgeber ihre Auszeit und zogen Goalie Joacim Eriksson zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Sozusagen also wieder ein „Powerplay“ für die Wild Wings, wo natürlich Alarmstufe Rot angesagt war. Aber die Eisbären verteidigten dass gut zu Ende und sicherten sich somit den wichtigen Auswärtssieg und die drei Punkte.

6:3-Heimsieg gegen Augsburg: Wichtige drei Punkte, aber im letzten Drittel wackeln die Eisbären trotz einer 5:0-Führung

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #29:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen die Augsburger Panther mit 6:3 (2:0,2:0,2:3) gewonnen und damit drei wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze eingefahren. Die Art und Weise macht aber weiterhin Sorgen. Am Ende verspielte man fast noch eine 5:0-Führung. Während die Offensive mal wieder brillieren konnte, bleibt die Defensive das große Sorgenkind. Die Berliner kriegen einfach keine Konstanz in ihr Spiel hinein und liefern nach wie vor nicht über 60 Minuten ab.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up mal wieder. Man könnte fast meinen, damit war zu rechnen.
Jonas Stettmer stand im Tor, Jake Hildebrand bekam eine Pause. Alle Verteidiger-Pärchen wurden neu zusammengestellt: Mitch Reinke/Jonas Müller, Adam Smith/Markus Niemeläinen, Eric Mik/Korbinian Geibel.
In der Offensive blieb einzig die Pföderl-Kirk-Tiffels-Reihe zusammen. Yanncik Veilleux und Jean-Sébastien Dea bekamen Lean Bergmann an die Seite. Andreas Eder, Blaine Byron und Marcel Noebels wurden komplett neu zusammengestellt. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Les Lancaster, Matej Leden und Eric Hördler.

Die Spieler der Eisbären waren heute gefordert, endlich eine Reaktion zu zeigen. Sieben der letzten neun Spiele hatte man verloren. Trainer Serge Aubin forderte daher, dass seine Spiele in den Spiegel schauen und endlich ihre Leistung abrufen. Das sollte aber auch der Trainer mal selbst machen, denn es bleibt die Frage, inwiefern nützlich die ständigen Umstellungen vor und im Spiel sind. Das verunsichert die Spieler nur noch mehr. Und was die Mannschaft sowieso schon genügend hat, ist die pure Verunsicherung. Klappte heute der Turnaround oder rückten die Fuggerstädter bis auf sieben Zähler an die Eisbären heran?

Das 1:0 gegen Augsburg war das 19. Tor in den letzten 16 Spielen von Liam Kirk. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Start war jedenfalls schon mal sehr gut, denn nach gerade einmal 40 Sekunden gingen die Berliner in Führung. Augsburg war noch im Tiefschlaf und hatte vollkommen vergessen, wie torgefährlich Liam Kirk ist. Der stand komplett frei am langen Pfosten und drückte die Scheibe ohne Probleme über die Linie – 1:0. Was würden die Eisbären nur ohne ihren Briten machen? Das war das 19. Tor in den letzten 16 Spielen. Überragende Quote für die Nummer 94. Marcel Noebels gab die Vorlage und erreichte damit den Meilenstein von 500. Scorerpunkten in der PENNY DEL. Glückwunsch Noebi! Seinen ersten Scorerpunkt holte er ebenfalls mit einem Assist beim Spiel seiner Krefeld Pinguine gegen die Düsseldorfer EG am 27.11.2009. Ja, diese beiden Mannschaften haben mal in der DEL gespielt…
Aber auch die Gäste versteckten sich nicht und sorgten dafür, dass Jonas Stettmer nicht langweilig wurde. Defensiv wirkten die Eisbären weiterhin anfällig, die Pässe wurden nicht sauber raus gespielt und so konnte sich Augsburg mehr im Drittel der Berliner aufhalten, als den Eisbären lieb war.
Es war die erwartet hart umkämpfte Partie, schließlich wussten beide Mannschaften, dass es um wichtige Punkte für die Playoffs geht. Die Panther wirkten dabei deutlich aktiver und gefährlicher als die Eisbären. Deren Angriffe fühlten sich wieder an, als wolle man mit dem Kopf durch die Wand. Man konnte von Glück reden, dass Jonas Stettmer wenigstens hellwach war, sonst hätte man sich hier schon längst ein oder zwei Tore gefangen.
Zum Drittelende durften die Eisbären erstmals in Überzahl ran und schlugen dort nach 22 Sekunden eiskalt zu. Leo Pföderl hatte abgezogen und dessen Onetimer schlug hinter Peyton Jones ein – 2:0 (19.). Die Eisbären überzeugten somit wenigstens offensiv mit ihrer Effektivität und führten mit 2:0 nach 20 Minuten. Beruhigend ist so eine Führung in dieser Saison aber bisher nie gewesen.

Korbinian Geibel traf zum 3:0 gegen Augsburg. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel bot zu Beginn wenig Highlights. Für das erste sorgte Eric Mik, der ohne Not den Puck in der eigenen Zone vertändelte und Anthony Louis zur Chance einlud. Zum Glück ging dessen Schuss am Tor vorbei (24.).
Markus Niemeläinen sorgte derweil für den ersten nennenswerten Schuss der Eisbären nach knapp 28 Spielminuten. Mitte der Partie fuhren die Eisbären dann einen Drei-auf-eins-Konter und Lean Bergmann hatte die dicke Chance zum 3:0, aber er scheiterte an Jones. Nur wenige Sekunden später bereiteten Bergmann und Veilleux das 3:0 von Korbinian Geibel vor. Der Verteidiger hatte zu viel Zeit und Platz und visierte die Ecke ganz genau an (30.).
Nun waren die Eisbären die aktivere Mannschaft und dafür belohnten sie sich mit dem 4:0, welches nach Ansicht des Videobeweises anerkannt wurde. Adam Smith hatte abgezogen, Peyton Jones ließ die Scheibe prallen und am Ende war es Andreas Eder, der die Scheibe per Rückhand ins Tor beförderte (33.).
Augsburg geriet nun richtig unter Druck und hätte sich beinahe direkt das fünfte Tor gefangen. Die Eisbären hatten zum Ende auch nochmal ein Powerplay, doch auch in diesem konnten sie nicht nachlegen und gingen somit mit einer 4:0-Führung in die zweite Drittelpause.

Durfte heute mal wieder das Berliner Tor hüten: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Was passiert, wenn man die Scheiben einfach mal auf das Tor bringt, hat man in der 42. Spielminute gesehen. Adam Smith hatte abgezogen, Blaine Byron hielt die Kelle in den Schuss und fälschte somit entscheidend zum 5:0 ab (42.). Sein 50. DEL-Tor, Glückwunsch Blaine!
Gerade in den letzten Spielen war dies ja ein großes Problem der Berliner, dass man einfach nicht geschossen hatte. Heute hatte man aber Lust auf Toreschießen und zog daher auch mehrfach ab.
Augsburg wollte hier aber nicht ohne Treffer nach Hause fahren und so gelang Riley Damiani der Anschlusstreffer – 5:1 (45.). Nur 46 Sekunden später durften die Fuggerstädter und ihr Anhang wieder jubeln, Alexander Blank hatte auf 5:2 verkürzt. Mal wieder eine Paradebeispiel dafür, wenn man sein Spiel nicht durchzieht und kurz abschaltet. Das bestraft jede Mannschaft in dieser Liga.
Freddy Tiffels musste wenig später nach einem Check gegen die Bande für fünf Minuten in die Kühlbox. Zum Glück mussten die Eisbären aber nur drei Minuten Unterzahl spielen, da Antony Louis wegen unnötiger Härte ihm für zwei Minuten auf die Strafbank folgte. Aus den drei Minuten Powerplay wurde am Ende sogar ein doppeltes Überzahlspiel für ganze 48 Sekunden. Dieses konnte der AEV nicht nutzen, dafür aber das einfache. Chaos vor dem Eisbären-Tor, Jonas Stettmer lag bereits am Boden und erneut war Riley Damiani der Torschütze – 5:3 (54.).
Nun war hier also wieder Spannung in der Arena und Augsburg bis auf zwei Tore dran. Rund drei Minuten vor dem Ende nahm AEV-Trainer Bill Peters seine Auszeit und zog zudem seinen Goalie vom Eis, um es fortan mit sechs Spielern zu versuchen. Doch das nutzte Freddy Tiffels für die endgültige Entscheidung – 6:3 (58.). Und für die Beruhigung der Nerven, denn die wurden in diesem letzten Drittel schon wieder ordentlich strapaziert.
Am Ende steht ein wichtiger 6:3-Heimsieg gegen Augsburg, über die Art und Weise gilt es aber im Team zu reden. Denn nach einem 5:0 darf man es nicht nochmal so spannend machen, wie es die Berliner heute gemacht haben. Und zudem muss man in den nächsten Spielen jetzt auf den guten Sachen aus dem Spiel aufbauen und endlich eine Siegesserie starten. Denn ansonsten war der heutige Sieg wieder nicht viel wert.

1:2 gegen Schwenningen! Die Eisbären verzweifeln an Joacim Eriksson

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #7:

Das kannst du keinem erzählen: Die Eisbären Berlin haben das Spiel gegen die Schwenninger Wild Wings dominiert und hatten Chancen für mehrere Tore (46:21-Torschüsse), am Ende steht man aber erneut mit leeren Händen da. 44,9 Sekunden vor dem Ende erzielten die Gäste aus dem Schwarzwald den mehr als glücklichen Siegtreffer. Aber wer seine Chancen vorne nicht nutzt, wird eben hinten eiskalt bestraft. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte sein Line-up im Vergleich zum Freitagspiel gegen Straubing. Während in der Defensive alles gleich blieb, gab es in der Offensive komplett neue Reihen. In der ersten Reihe bekamen Ty Ronning und Patrick Khodorenko Freddy Tiffels an die Seite gestellt. Die zweite Reihe um Leo Pföderl, Liam Kirk und Lean Bergmann wurde komplett neu zusammen gestellt. Gleiches galt für die dritte Reihe um Andreas Eder, Markus Vikingstad und Eric Hördler. Matej Leden und Manuel Wiederer waren die beiden weiteren Stürmer.
Im Tor stand erneut Jonas Stettmer, während Jake Hildebrand auf der Bank Platz nahm.

Für die Eisbären galt es, endlich wieder in die Erfolgsspur zurück zu finden nach zuletzt drei Niederlagen in Folge. Freitag war man nah dran, doch am Ende fehlten 14,1 Sekunden für den Sieg. Wenn man an die guten Dinge aus dem Straubing-Spiel anknüpft, die Turnover vermeidet und von der Strafbank fernbleibt, sind heute drei Punkte gegen die Mannschaft von Eisbären-Legende Steve Walker möglich. Konnten die Hauptstädter all das auch umsetzen oder setzte es gegen die Wild Wings die nächste Pleite?

Hart umkämpft war das erste Drittel zwischen Berlin und Schwenningen. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Mutiger Beginn der Gäste aus dem Schwarzwald, die für einige Unordnung in der Berliner Defensive sorgten. So kam Zach Senyshyn im Slot relativ frei zum Abschluss, Jonas Stettmer war zum Glück hellwach und konnte dessen Schuss parieren.
Auf der Gegenseite war es Freddy Tiffels, der frei vor Joacim Eriksson zum Abschluss kam. Aber auch der SERC-Goalie war sofort zur Stelle und verhinderte den Rückstand. Es war eine sehr unterhaltsame Anfangsphase in der Hauptstadt, in der es schnell hin und her ging. Beide Teams suchten direkt den schnellen Abschluss.
Ein schneller Konter der Eisbären hätte beinahe das 1:0 gebracht, aber Markus Vikingstad scheiterte ebenso am glänzend aufgelegten Schwenninger Goalie. Und wenn Eriksson schon geschlagen war, half eben die Latte, wie geschehen beim Schuss von Leo Pföderl (15.). So blieb es nach sehr unterhaltsamen ersten 20 Minuten beim torlosen Unentschieden. Aber eins der besseren Sorte.

Andreas Eder (links) und Torschütze Korbinian Geibel feiern das erlösende 1:0. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im zweiten Drittel erhöhten die Eisbären die Schlagzahl nochmal gehörig und wollen mit aller Macht das 1:0 erzielen. Doch noch ließ sich Joacim Eriksson nicht überwinden.
Aber auch Schwenningen hatte seine Chancen, es blieb also weiterhin eine sehr unterhaltsame Partie, in der einzig die Tore fehlten. Trotz bester Chancen auf beiden Seiten, aber da standen eben auch zwei absolut starke Goalies heute im Tor.
Da musste selbst Markus Vikingstad den Kopf schütteln, als er die Scheibe am bereits am Boden liegenden Eriksson nicht vorbei bekam. Aber nur Sekunden später gab es den befreienden Jubelschrei in der Arena. Korbinian Geibal hatte diesen Schwenninger Teufelskerl Joacim Eriksson endlich überwunden – 1:0 (35.). Was uns „Korbi-Geibel-Ultras“ natürlich besonders freut. An dieser Stelle nochmal der Hinweis: Kauft euch die Sachen!!!
Diese knappe aber verdiente Führung nahmen die Hausherren anschließend mit in die Kabine.


Ärgerte die Eisbären heute Nachmittag gehörig: SERC-Goalie Joacim Eriksson (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Direkt nach Wiederbeginn war Ty Ronning auf dem Weg zum 2:0, doch er vergab diesen Alleingang. Und wer vorne seine Chancen nicht nutzt, den bestrafen die Spink-Zwillinge. Tyson auf Tylor und schon stand es 1:1 (45.).
Kurz darauf die nächste dicke Chance für die Eisbären. Eric Hördler tauchte frei vor Eriksson auf, aber auch der Youngster konnte den Schwenninger Goalie nicht überwinden. So ein bisschen stockt der Offensivmotor der Eisbären derzeit, denn am vergangenen Wochenende gelangen nur zwei Tore und an diesem Wochenende stand man aktuell auch erst bei drei erzielten Treffern.
Die Chance, daran etwas zu ändern, bekam man in der 47. Spielminute, als es die erste Strafzeit (!) in diesem Spiel gab. Aber auch in diesem Powerplay ließen die Eisbären beste Chancen liegen. Derzeit haben die Berliner das Glück nicht am eigenen Schläger kleben. Zweimal Pfosten und Zweimal Latte belegen das.
Auch das zweite Powerplay sorgte für kein weiteres Tor der Berliner und so lief die Zeit immer weiter runter. Beide Teams wollten die Entscheidung erzwingen, aber ebenso auch keinen Fehler mehr machen, der wohlmöglich spielentscheidend sein könnte.
Und dann bekamen die Eisbären einen Drei-auf-Zwei-Konter, welchen Schwenningen eiskalt nutzte. 44,9 Sekunden vor dem Ende traf Kyle Platzer – 1:2 (60.). Verdient war das natürlich nicht, aber wer seine Chancen nicht nutzt, der wird hinten eiskalt bestraft.
Serge Aubin nahm direkt seine Auszeit und Goalie Jonas Stettmer vom Eis. Doch es half nichts mehr und die Eisbären kassierten die vierte Niederlage in Folge. Wie am Freitag war auch diese absolut vermeidbar, aber die Berliner gehen derzeit durch eine sehr schwere Zeit, werden da aber auch wieder rauskommen. Denn die Ansätze sind zu sehen, wie es gehen kann. Nur momentan mangelt es am nötigen Glück vor dem Tor.

6:2 vs. Dresden: Die Eisbären feiern einen Kantersieg gegen den Aufsteiger

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #4:

Souveräner Saisonstart für die Eisbären Berlin: Der DEL-Rekordmeister schickte Aufsteiger Dresden mit 6:2 (1:0,2:1,3:1) wieder nach Hause und feierte damit einen perfekten Auftakt in die neue Saison. Ein Highlight war das Eröffnungsspiel aber nicht. Die Eisbären mussten nicht alles zeigen, was in ihnen steckt, schickten Dresden aber dennoch mit einer Packung wieder nach Hause. Und Dresden konnte den großspurigen Worten vor dem Spiel keine Taten folgen lassen. Ein doch eher schwacher Auftritt der Eislöwen, von Euphorie wenig zu sehen.

Trainer Serge Aubin veränderte in der Defensive gar nichts. Jake Hildebrand stand im Tor, während die Verteidiger-Pärchen unverändert blieben. In der Offensive blieb nur die Reihe von Liam Kirk, Leo Pföderl und Ty Ronning zusammen. Die zweite Reihe bildeten Marcel Noebels, Blaine Byron und Freddy Tiffels. In der dritten Reihe stürmten Lean Bergmann, Markus Vikingstad und Andreas Eder. Die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Manuel Wiederer und Yannick Veilleux. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären gingen als klarer Favorit in das Spiel gegen den Aufsteiger aus Dresden. Diese werden sich vor allem von ihrer Aufstiegs-Euphorie tragen lassen wollen und setzen zudem auf viele erfahrene DEL-Spieler, die allerdings auch schon in die Jahre gekommen sind. Und für die Eislöwen waren es auch keine guten Aussichten, dass die Eisbären mit Wut im Bauch ins Spiel gingen, hatte man doch die beiden CHL-Heimspiele am Wochenende im Welli verloren. Konnte man sich heute den ersten Saisonsieg sichern oder spielte der Aufsteiger den Party-Crasher?

Vor dem Spiel wurde es noch einmal emotional, als die Szenen der letztjährigen Meisterschaft auf dem Videowürfel gezeigt wurden. Die Hartmut-Nickel-Kurve skandierte „Tobi Eder“ – die Tränen waren wieder da. Danach wurde es aber unrund, denn die Technik spielte den Berlinern einen Streich und das Banner konnte nicht wie geplant unter das Arena-Dach gezogen werden. Ein schlechtes Omen für das Spiel?

Das erste Tor gehörte dem Deutschen Meister und natürlich Ty Ronning, der zum 29. mal in Folge gescort hat. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Nein, denn in Berlin spielt bekanntermaßen ein gewisser Ty Ronning, der damit zum 29. mal in Folge gescort hat – 1:0 (4.). Julius Hudacek, der Final-Goalie der Kölner Haie, musste also früh wieder hinter sich greifen. Perfekter Start für die Eisbären also!
Die Eisbären auch danach fokussiert und offensiv ausgerichtet, während Dresden auf Konter lauerte. Aber das hatte deren Trainer Niklas Sundblad im Vorfeld der Partie auch angekündigt, dass man vor allem defensiv spielen wollte. So richtig Spielfluss wollte noch nicht aufkommen, was aber in so einem ersten Drittel im ersten Saisonspiel nichts ungewöhnliches ist. Beide Mannschaften auch noch mit vielen Fehlern im Spielaufbau.
In der 14. Spielminute standen die Dresdner kurz vor ihrem historischen ersten DEL-Tor, ausgerechnet Ex-Eisbär Austin Ortega hatte das leere Tor vor Augen, aber Norwin Panocha räumte in feinster Fußballer-Manier auf und klärte vor der Linie. Nur kurze Zeit später Konter der Eislöwen, Lance Bouma kam zum Abschluss, scheiterte aber an Jake „Krake“ Hildebrand. Die Gäste danach mit dem ersten Powerplay in der Partie und der Chance zum Ausgleich, aber das Penalty Killing der Eisbären mit einer deutlich besseren Leistung als noch vor zwei Tagen in der CHL gegen Grenoble. Mit einer knappen 1:0-Führung ging es in die erste Drittelpause.

Choreo der Eisbären-Fans vor dem ersten Saisonspiel gegen Dresden. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

3:17 Minuten dauerte es im ersten Drittel bis zum 1:0, 3:39 Minuten dauerte es im zweiten Drittel, ehe die Eisbären das 2:0 durch Korbinian Geibel nachlegten. Da hatte der Verteidiger mit dem eingebauten Torriecher aber auch einfach zu viel Platz, welchen er zu nutzen wusste.
Auch danach wollte die Partie nicht so richtig Fahrt aufnehmen. Die Eisbären blieben weiterhin die aktivere Mannschaft, während Dresden bis hierhin einfach noch keine DEL-Tauglichkeit nachgewiesen hatte. Vor allem läuferisch wirkte das alles sehr langsam, was im weiteren Saisonverlauf zu einem großen Problem werden kann.
Es war die 33. Spielminute, als man die Dresdner Fans dann auch mal wahrnahm, denn bis dahin waren sie doch erstaunlich ruhig für die Anzahl an Gästefans. Und wer konnte gegen Berlin nur treffen, natürlich ein Ex-Eisbär. Austin Ortega mit dem 2:1 und dem Premierentor in der PENNY DEL.
Aber die Freude und auch die Lautstärke war nur von kurzer Dauer, denn es folgte nur eine Minute später das Premierentor von Andreas Eder, der nur noch abstauben musste – 3:1 (34.).
Im Mitteldrittel wurde dann übrigens auch das Meisterbanner hochgezogen. Im Pokal eingraviert ist natürlich die Nummer „22“ von Tobi Eder – wir werden dich nie vergessen!!!
In Überzahl stand Austin Ortega kurz vor seinem zweiten Treffer, aber Jake Hildebrand mit einem überragenden Save. So behielten die Eisbären ihre verdiente Zwei-Tore-Führung, mit der es am Ende auch in die zweite Drittelpause ging.

Das neue Meisterbanner. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel ging es dann noch schneller. 1:41 Minuten brauchte Marcel Noebels nur, um auf 4:1 zu stellen. Julius Hudacek und Berlin – das wird keine Freundschaft mehr. Schon wieder klingelte es viermal in seinem Tor.
Doch es sollte nochmal brenzlig werden, denn Dresden hatte für 1:50 Minuten zwei Mann mehr auf dem Eis und somit die XXL-Chance, hier nochmal ins Spiel zurückzukommen. Aber die Eisbären haben am Penalty Killing gearbeitet und mit Jake Hildebrand zudem wieder „Die Wand“ im Tor gehabt. Ganz starke Leistung von der Nummer 30.
Damit war das Spiel praktisch entschieden, erst recht nach dem Liam Kirk in der 51. Spielminute auf 5:1 stellte. Das hatte sich der Aufsteiger doch ganz anders vorgestellt, die Leistung passte aber sogar nicht zu der Vorstellung vor dem Spiel. So mussten die Eisbären nicht mal hundert Prozent spielen, um den Aufsteiger mit der ersten DEL-Niederlage nach Hause zu schicken. Die Berliner dagegen mit der gewünschten Reaktion auf das ernüchternde CHL-Wochenende.
Für die Fans der Eislöwen endete das erste Auswärtsspiel in der DEL also mit einer Niederlage. Laut ihrer Meinung wäre ohne sie hier aber nichts losgewesen. Ja gut, dann sollten sie sich das Spiel vielleicht nochmal im Fernsehen anschauen und mal genau hinhören, dann würden sie nämlich merken, dass die Leistung der Fans sich der von der Mannschaft angepasst hat. Beides mehr also ausbaufähig.
Auf dem Eis fielen derweil noch zwei Treffer. Zunächst patzte Jake Hildebrand beim herauskommen, was Trevor Parkes dankend annahm – 5:2 (59.). Und in der 60. Spielminute machte Blaine Byron das halbe Dutzend voll – 6:2. Immerhin eine Verbesserung für Julius Hudacek, diesmal nur sechs statt sieben Gegentreffern. Da war es also doch noch, das Erfolgserlebnis für den Aufsteiger.

CHL 2025/2026: Mit den Eisbären Berlin in Storhamar

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #1:

Wie bereits im letzten Jahr ging es auch in diesem Jahr zu einem Europapokalspiel der Eisbären Berlin. Während ich im letzten Jahr im Rahmen des CHL-Achtelfinales beim Auswärtsspiel in Sheffield (Großbritannien) dabei war, ging es für mich diesmal zum ersten Spiel der neuen CHL-Saison nach Storhamar in Norwegen. Und erneut endete dieser Roadtrip mit einem Sieg für unsere Jungs, was das Ganze dann natürlich noch abgerundet hat. Hier folgt nun – wie auch schon im letzten Jahr – ein Mix aus Erfahrungs- und Spielbericht. Eins vorneweg: Norwegen ist definitiv eine Reise wert, wenn auch extrem teuer!

Die Reise ging diesmal bereits einen Tag vorher los und nicht wie vergangenen November, als wir direkt am Spieltag nach Sheffield aufgebrochen sind. Denn diesmal stand ganz klar im Vordergrund, auch etwas von der Stadt zu sehen, wenn man schon mal wegen Eishockey nach Norwegen fliegt. Also ging es für mich am Mittwoch kurz vor 10 Uhr per Flieger ab nach Oslo, wo ich bereits kurz nach 11 Uhr landete und direkt erst einmal meinen Kumpel suchte, der aus Hamburg angereist war. Wir waren natürlich nicht die einzigen Fans, die diesen Trip mitgemacht haben und definitiv auch nicht die ersten, die losgefahren sind. Das waren nämlich die Leute vom Bucher-Bus, die bereits Dienstag gen Norwegen aufgebrochen waren. Geschätzt waren wir 150-200 Eisbären-Fans vor Ort im Stadion, was selbstverständlich ausgereicht hat, um aus dem Auswärtsspiel wie immer ein Heimspiel zu machen.

Aber zurück zur Ankunft in Oslo, wo direkt auffiel, wie sauber diese Stadt ist und vor allem, wie unglaublich freundlich die Leute dort sind. Wenn man aus Berlin kommt, ist man ja Beides nicht gewohnt, von daher hat man sich dort direkt wohlgefühlt. Mal abgesehen vom Wetter, denn das begrüßte uns standesgemäß skandinavisch mit Regen. Dennoch haben wir es uns nicht nehmen lassen, eine zweistündige Schiffsfahrt zu machen und ein wenig die Fjord zu begutachten. Eine wirklich beeindruckende Schiffsfahrt, bei besserem Wetter wäre sie aber natürlich noch besser gewesen.

So sah es vor dem Bahnhof von Hamar aus. Einfach nur schön dort. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Da es nach der Ankunft von der Schifffahrt noch heftiger regnete, machten wir uns direkt per Zug auf den Weg Richtung Hamar, eine kleine aber sehr schöne Stadt, mit rund 30.000 Einwohnern. Und vor allem perfekt am Wasser gelegen, weshalb es uns direkt nach der Ankunft gen Wasser zog, um einfach diese herrliche Landschaft zu genießen. Im Vergleich zu Sheffield im letzten Jahr also das komplette Kontrastprogramm, denn dort war gefühlt an jeder Ecke ein Pub. In Hamar haben wir drei davon gesehen, aber alle drei sehr zu empfehlen.

Da konnte man entspannt einige Stunden verbringen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Den ersten Tag ließen wir mit einem leckeren Abendessen und einem kleinen Spaziergang am Strand ausklingen. Der Donnerstag startete dann mit bestem Wetter und so zog es uns nach dem Frühstück direkt wieder ans Wasser, wo wir immer mehr Eisbären-Fans begegneten. Selbst Eisbären-Fans, die mittlerweile in Norwegen leben, haben sich dieses Spiel nicht entgehen lassen. So stimmte man sich gemeinsam auf das Spiel ein und jeder Fan berichtete letztendlich dasselbe: Wie unfassbar freundlich die Norweger doch sind und wie sauber hier alles ist. Man hat sich hier echt sehr wohlgefühlt und das sollte sich auch nicht ändern, als wir per Fanmarsch zum Stadion CC Amfi liefen. Wir Eisbären-Fans waren die Attraktion schlechthin vor Ort. Alle zückten ihr Handy, um diesen für sie scheinbar einmaligen Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Am Stadion angekommen, standen die norwegischen Fans auf ihren Balkonen oder Grundstücken und winkten uns zu. Denn rund um das Stadion ist ein Wohnhaus, wo die Storhamar-Fahnen wehten, und viele Häuser. Das hat schon etwas, wenn man direkt neben dem Stadion wohnt und gefühlt in jeder Drittelpause mal nach Hause gehen kann.

Das Stadion von Storhamar, CC Amfi. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Kurz vor 18 Uhr zogen wir dann weiter Richtung Halle und dort gab es scheinbar eine falsche Info, wo der Gästeeingang sei. Aber letztendlich hatte diese falsche Info zur Folge, dass die rund 150-200 Eisbären-Fans mitten in das Warm-up der Eisbären gerieten. Die Spieler wirkten sichtlich überrascht, wie viele Fans sie doch nach Norwegen begleitet haben. Die Spieler kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus und wir feuerten sie einfach auch beim Warm-up an. Großen Respekt auch an die Spieler, dass sie die Foto-Wünsche der Fans erfüllt haben, obwohl sie mitten in ihrer Vorbereitungsphase waren.

Als die Halle ihre Türen (also um genau zu sein, es waren nur zwei) öffnete, stürmten die meisten Eisbären-Fans erst einmal in den Fanshop von Storhamar, um sich mit Souvenirs einzudecken. Wer Hunger hatte, musste sich mit einer Wurst im Tortillateig zufrieden geben, aber andere Länder andere Sitten. Wer übrigens ein Bier haben wollte, der musste ganz schön lange suchen, um einen Bierstand zu finden. Von Norwegern habe ich dann erfahren, dass es in Norwegen wohl nur drei Stadien gibt, in denen Bier ausgeschenkt wird. Man stelle sich so etwas mal in der DEL vor… Aber in Norwegen ist generell alles anders, denn nach Spielende durften wir im Supermarkt auch kein Bier mehr kaufen. Aber wir nahmen das Ganze mit Humor auf.

Eine echt schöne Arena! (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Nun aber zum eigentlichen Grund der Reise, dem Spiel der Eisbären bei Storhamar. Überraschen konnte die Aufstellung unserer Jungs nicht, es waren die zu erwartenden Reihen, welche Trainer Serge Aubin ins Rennen schickte. Im Tor durfte Jonas Stettmer beginnen, während Jake Hildebrand als Back-up auf der Bank saß.
Die Eisbären kamen gut ins Spiel und machten direkt Druck, was am Ende im ersten Powerplay mündete. Ausgerechnet Ex-Eisbär Stefan Espeland gab den Eisbären die Möglichkeit, mit einem Mann mehr zu spielen. Und wenn die Berliner etwas können, dann Powerplay. Ganze 19 Sekunden dauerte es nur, ehe Leo Pföderl das erste Pflichtspieltor der Eisbären in der Saison 2025/26 erzielte. Eigentlich sollte sein Pass Ty Ronning finden, doch vorher wurde die Scheibe bereits unhaltbar abgefälscht – 1:0 (4.).
Die Eisbären waren auch fortan immer wieder vor dem Tor zu finden, aber auch Storhamar fand mit zunehmender Spieldauer besser ins Spiel. Jonas Stettmer konnten sie bis dahin aber nicht überwinden und so führten die Berliner mit 1:0 nach 20 Minuten.

Im Mitteldrittel wurden die Eisbären immer gefährlicher und hatten mehrmals das 2:0 auf dem Schläger, aber entweder stand der Goalie oder der Pfosten im Weg. Es sollte bis zur 33. Spielminute dauern, ehe Mitch Reinke den Hammer auspackte und die Scheibe ins Netzt drosch – 2:0. Für die Norweger war das ein schmeichelhaftes Ergebnis, denn die Eisbären haderten mit ihrer Chancenverwertung. Wäre die besser gewesen, hätten die Hauptstädter das Spiel bereits im Mitteldrittel entschieden. So aber blieb Storhamar noch eine kleine Hoffnung.

Entwickelt sich immer mehr zum Goalgetter: Verteidiger Korbinian Geibel (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel wollten die Eisbären dann nichts mehr anbrennen lassen. Hinten stand man weiterhin sehr kompakt und spielte das sehr konzentriert zu Ende. Am Ende wollte man eben auch für Jonas Stettmer den Shutout sichern. Diesen verdiente er sich am Ende auch und gab damit die erste Duftmarke in dieser noch jungen Saison ab. Spielerisch hatten die Eisbären dann noch eins zu bieten und zwar das 3:0 durch Korbinian Geibel (57.). Was vor allem uns vom Podcast-Team freut, weil – wer die neue Folge bereits gehört hat – wir sind große „Korbi-Geibel-Ultras“ und haben in Zusammenarbeit mit Korbis Freundin die „Korbi-Geibel-Ultras-Kollektion“ an den Start gebracht. Das diese Korbi gleich so beflügelt, hätten wir auch nicht gedacht.

Am Ende feierten Spieler und Fans den souveränen und hochverdienten 3:0-Auswärtssieg im ersten CHL-Spiel. Nach dem Spiel kamen noch einige Storhamar-Fans auf uns zu und meinten, was wir doch für einen unglaublichen Support geliefert haben. Selbst ein Fan aus Finnland war mehr als angetan davon. Die Eisbären-Fans hatten es also mal wieder geschafft, international einen mehr als positiven Eindruck zu hinterlassen. Aber auch das gehört eben zum Eishockey. Man singt während des Spiels gegeneinander und nach dem Spiel trinkt man gemeinsam ein Bier (also außer in Norwegen) und lässt das Spiel nochmal Revue passieren. Und Storhamar war ein mehr als sympathischer Gastgeber, denen wir hoffentlich im Rahmen eines CHL-Spiels nochmal einen Besuch abstatten können. Ansonsten bleibt die Reise-Empfehlung für Norwegen!

5:1 gegen Köln: Die Eisbären setzen das erste Ausrufezeichen in der Finalserie

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #53:

Finalspiel 1 (Stand: 1:0)

Perfekter Auftakt in die Finalserie: Die Eisbären Berlin haben Spiel eins deutlich und hochverdient mit 5:1 (1:0,1:1,3:0) gewonnen und dabei das erste Ausrufezeichen gesetzt. Den Grundstein zum am Ende deutlichen Sieg legte man im Schlussdrittel, als man Köln noch drei weitere Tore einschenkte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin setzte im ersten Finalspiel auf Jake Hildebrand, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz. Ansonsten gab es nur noch eine weitere Änderung im Kader. Matej Leden ersetzte Maxim Schäfer in der vierten Reihe. Alles andere blieb unverändert.

Während die Eisbären zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren im Finale standen, löste Köln erstmals seit elf Jahren mal wieder das Endspielticket. Die Favoritenrolle war klar verteilt und gehörte dem DEL-Rekordmeister. Fast alles sprach für die Berliner, aber genau darin lag auch die Gefahr. Man durfte die Domstädter keinesfalls unterschätzen. Wer Bremerhaven und Ingolstadt in den Playoffs besiegt, steht zurecht im Finale. Wer hatte in Spiel eins das bessere Ende auf seiner Seite?

Liam Kirk eröffnete die Finalserie mit dem 1:0 nach gerade einmal 25 Sekunden. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären legten einen Traumstart hin. Ganze 25 Sekunden war das erste Drittel alt, da arbeitete Liam Kirk die Scheibe über die Torlinie – 1:0 (1.). Julius Hudacek war direkt bezwungen, was wichtig war, dass man den Kölner Goalie nicht in einen Lauf wie gegen Ingolstadt kommen lässt.
Zu Beginn des Spiels war nicht zu sehen, wer eigentlich im Rhythmus war und wer über eine Woche Pause hatte. Die Eisbären legten wie die Feuerwehr los und belohnten sich früh mit dem 1:0.
Danach war es die erwartet hart umkämpfte Partie, beide Mannschaften hatten ihre offensiven Momente, die Eisbären aber mit Vorteilen. Was auffiel, es war eine sehr disziplinierte Partie zwischen Berlin und Köln. Auch die Taktik spielte eine große Rolle, was vor allem beim Spielaufbau der Haie auffiel, die immer eine Weile brauchten, da das frühe Forechecking der Eisbären die Domstädter vor Probleme stellte. Die Eisbären hingegen kamen immer schnell nach vorne und dann auch ins Angriffsdrittel. Mehr passierte nicht mehr und so nahmen die Berliner die knappe aber verdiente 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Ty Ronning wurde von den Haien heute ordentlich bearbeitet. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel passierte lange Zeit nichts, bis zur 24. Spielminute. Jake Hildebrand war aus der Position und Alexandre Grenier nutzte das zum 1:1 aus. Was besonders bitter war, da vorher Abseits gegen die Eisbären gepfiffen wurde, was aber keines war.
Die Berliner waren fortan auf der Suche nach einer Antwort, aber die Kölner Defensive machte die Räume sehr gut zu und so mussten die Eisbären nach der Lücke im Abwehr-Bollwerk der Haie suchen.
Dann kam wieder die Zeit der Effizienz-Bären. Köln hatte einen guten Wechsel und auch zwei gute Chancen zur erstmaligen Führung. Doch Jake Hildebrand war zur Stelle und verhinderte den Rückstand. Und im Gegenzug kam Korbinian Geibel an die Scheibe, guckte kurz und visierte die lange Ecke an – 2:1 (33.). Was für ein Auge von Korbi, Traumtor! Deine „Korbi-Geibel-Ultras“ feiern dich sowieso jedes Spiel!
Nun waren es die Eisbären, welche Köln das Leben wieder schwer machten, eng am Mann standen und die gefährlichen Räume zu machten. Aber den Haien bot sich in der Schlussphase des zweiten Drittels die Chance zum erneuten Ausgleich, denn die Haie hatten das erste Powerplay nach einer sehr kleinlichen Strafzeit gegen Adam Smith. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es zuvor keine einzige Strafzeit gab.
Doch es war Blaine Byron, der die XXL-Chance in Unterzahl liegen ließ. Er traf das halbleere Tor nicht. Das hätte hier einige Nerven beruhigen können. Die Eisbären überstanden die Unterzahl ohne Gegentor und hätten in der Folge noch zwei weitere Male auf 3:1 stellen können. Aber sowohl Smith als auch Ty Ronning vergaben ihre Chancen. Glück für Köln, bei denen in dieser Phase die Zustimmung überhaupt nicht mehr stimmte. So blieb es bei der knappen Berliner Führung nach 40 Minuten.
In der zweiten Drittelpause gab es hinter uns hohen Besuch, denn Constantin Braun war im Interview bei den Kollegen vom Shutoutradio.

Die Eisbären schenkten Julius Hudacek heute gleich fünf Tore ein, was ihn so ein wenig die Nerven verlieren ließ. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Das Schlussdrittel war vor allem davon geprägt, dass beide Mannschaften keinen entscheidenden Fehler machen wollten. Dementsprechend vorsichtig agierten beide Teams. Nach dem Powerbreak durften dann die Eisbären erstmals in Überzahl ran und für 1:34 Minuten sogar in doppelter Überzahl. Die große Chance zur Vorentscheidung in Finalspiel Nummer eins also. Und der Kapitän Kai Wissmann nahm sich der Sache höchstpersönlich an. Er kam an die Scheibe, guckte wie Korbi bei seinem Tor kurz hoch und zog dann ab – 3:1 (50.). Die Vorlage kam von Ty Ronning, der damit auch im 24. Spiel in Folge punktet. Nimmt das, Köln. Da konntet ihr ihn noch so hart bearbeiten, davon lässt sich ein Ty Ronning nicht beirren.
Und es kam noch schlimmer für Köln, denn nur 51 Sekunden später erhöhte Liam Kirk auf 4:1 (51.). Eine sehr starke Phase des Rekordmeister.
Direkt im Anschluss kassierte Blaine Byron zwei Minuten wegen unsportlichen Verhaltens, darauf hatte Julius Hudacek die Schiedsrichter wohl aufmerksam gemacht. Die hörten natürlich auf den Kölner Goalie und schickten Byron auf die Bank. Hudacek hatte so ein wenig seine Nerven nicht im Griff, was vier Gegentreffer mit dem überragenden Hudacek so alles anrichten könnten…
Das Powerplay nutzten die Haie übrigens nicht, dafür schlugen die Eisbären vier Minuten vor dem Ende ein fünftes Mal zu. Leo Pföderl staubte ab und erhöhte auf 5:1 (56.).
Die Eisbären setzten also die erste Duftmarke in der Finalserie und holten sich somit die 1:0-Führung. Man hat Julius Hudacek knacken können und ist ihm sogar ein wenig unter die Haut gefahren. Doch es war nur ein Spiel und am Samstag geht es in Köln wieder von vorne los. Dann werden die Domstädter vor den eigenen Fans eine Reaktion zeigen wollen.

4:3 nach 83:08 Minuten: Korbinian Geibel schießt die Eisbären zum Sieg in Straubing

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #47:

Viertelfinalspiel 4 (Stand 1:3)

Die Playoff-Serie zwischen den Eisbären Berlin und den Straubing Tigers hat schon so viele Geschichten geschrieben und am Sonntagnachmittag kam ein weiteres Kapitel dazu. Die Eisbären gewannen ein hart umkämpftes viertes Viertelfinalspiel im ausverkauften Eisstadion am Pulverturm mit 4:3 nach zweiter Verlängerung und sicherten sich dabei den Matchpuck. Dabei hätte das Spiel auch heute wieder in Richtung der Niederbayern gehen können, die enorm viel Druck entfachten und insgesamt 59 Torschüsse auf das Tor von Jonas Stettmer abgaben. Am Ende haderte die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft erneut mit der Chancenverwertung. Dieselbe Problematik sorgte bereits in der letztjährigen Halbfinalserie für das Aus der Tigers.

Eisbären-Trainer Serbe Aubin musste heute neben dem gesperrten Jonas Müller auch noch auf Markus Niemeläinen (angeschlagen) verzichten. Norwin Panocha rückte dafür ins Line-up. Das führte zu drei neuen Verteidiger-Pärchen: Wissmann/Panocha, Geibel/Smith, Galipeau/Mik.
In der Offensive blieb nur die Youngster-Reihe zusammen. Die ersten drei Reihen wurden komplett neu zusammengestellt. Freddy Tiffels, Leo Pföderl und Ty Ronning bildeten die erste Formation. Liam Kirk, Gabriel Fontaine und Yannick Veilleux stürmten in der zweiten Reihe. Marcel Noebels, Zach Boychuk und Manuel Wieder standen in der dritten Reihe.
Im Tor stand auch im vierten Spiel Jonas Stettmer, Jake Hildebrand nahm erneut als Back-up auf der Bank Platz.

Es stand ein heikles Spiel für die Eisbären bevor. Straubing hatte die dicke Chance die Serie vor eigenem Publikum auszugleichen und aus der Best-of-seven-Serie eine Best-of-three-Serie zu machen. Die Eisbären wollten das jedoch vermeiden und sich stattdessen den Matchpuck erspielen. Wer hatte das bessere Ende auf seiner Seite?

Auch heute war es wieder eine hart umkämpfte Partie zwischen Straubing und den Eisbären. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären mussten früh das erste Unterzahlspiel überstehen. Es sollte nicht das letzte sein, denn die beiden Hauptschiedsrichter Roma Gofman und André Schrader hatten eine sehr einseitige Linie an den Tag gelegt. Daher gehe ich bereits jetzt schon darauf ein, denn auch wenn man einige Strafen gegen die Berliner sicherlich geben kann, dann fiel die Einseitigkeit der Strafenverteilung mehr als auf. Gleichwertige oder schlimmere Vergehen von Straubing wurden einfach übersehen. So kann man ein Playoff-Spiel am Ende entscheiden beeinflussen und genau das sollte nicht das Ziel der PENNY DEL sein. Auf einem anderen Blatt steht aber natürlich, dass man die zahlreichen Unterzahlspiele auch besser verteidigen kann, was leider nicht so gut klappte wie im ersten Unterzahlspiel. Aber mehr dazu im weiteren Verlauf des Spielberichtes.
Die Eisbären schockten in der siebten Spielminute die Tigers-Fans mit dem 1:0. Gabriel Fontaine mit dem Querpass auf Liam Kirk und der sorgte für die so wichtige 1:0-Führung.
Und diese konnte die Berliner Mitte des ersten Drittels sogar noch ausbauen. In Überzahl ließ man die Scheibe sehr gut laufen und am Ende war der DEL-Top-Scorer der Hauptrunde Ty Ronning zur Stelle und erhöhte auf 2:0 (11.).
Die Niederbayern wirkten keinesfalls geschockt und suchten ihrerseits immer wieder den Weg Richtung Jonas Stettmer, aber der Straubinger Junge ließ sich in den ersten 20 Minuten nicht überwinden, weshalb die Berliner dank ihrer gnadenlosen Effizienz vor dem Tor (sechs Torschüsse) hier mit 2:0 führten.

Zeigte auch heute wieder eine sehr starke Leistung: Goalie Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des zweiten Drittels Straubing mal wieder in Überzahl und diesmal schlugen die Tigers zu. Nach einer feinen Kombination war Josh Melnick der Torschütze, der damit die Hoffnung an den Pulverturm wieder zurück brachte – 1:2 (23.).
Fortan war es weiterhin eine sehr hart umkämpfte Partie, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg in die Offensive, Straubing war dabei aber die deutlich aktivere und gefährlichere Mannschaft. Aber als die Niederbayern erneut in Überzahl waren, kassierten sie ausgerechnet durch Kapitän Kai Wissmann den Shorthander nach klasse Zuspiel von Liam Kirk – 3:1 (35.). Wissmann vollendete in Stürmer-Manier. Sollte also mal Not in der Offensive herrschen, Kai Wissmann könnte auch im Sturm aushelfen.
In der Schlussphase bekamen die Hausherren nochmal ein Powerplay und die Eisbären verteidigten mit großer Leidenschaft, aber vier Sekunden vor der zweiten Drittelpause fand Tim Fleischer genau die Lücke am langen Pfosten und sorgte so für den 3:2-Anschlusstreffer der Tigers. Danach ging es auch in die zweite Drittelpause.

Justin Scott schickte die Partie mit seinem Tor zum 3:3 in die Verlängerung. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im letzten Drittel war es dann gefühlt ein Spiel auf ein Tor und zwar auf das von Jonas Stettmer. Die Niederbayern erhöhten nochmal deutlich die Schlagzahl und setzten die Eisbären immer wieder unter Druck. Mehrfach wurde es brenzlig vor dem Berliner Tor und die beiden Hauptschiedsrichter hatten durch ihre einseitige Strafenverteilung natürlich einen großen Anteil daran. Dem Dauerdruck der Tigers konnten die Berliner so nur bis zur 51. Spielminute Stand halten. Justin Scott zog vor das Tor und fand dort die klitzekleine Lücke zwischen Pfosten und Jonas Stettmer und ließ die Partie wieder von vorne losgehen – 3:3 (51.).
Der Pulverturm war nun natürlich noch lauter als ohnehin schon. Sowohl die Tigers-Fans als auch die Eisbären-Fans gaben dem Playoffspiel den mehr als würdigen Rahmen. Das war einfach eine gigantische Stimmung von beiden Fanlagern.
Fortan wollten die Tigers das Spiel komplett drehen, fanden aber keinen Weg vorbei an Jonas Stettmer. Die Eisbären tauchten auch nur noch selten vor dem Straubinger Tor auf und so ging es in die Verlängerung. Ist ja in Playoff-Serien zwischen den beiden Teams nichts neues. Und bisher hatten am Ende immer die Eisbären einen Grund zum jubeln.

Auch in der Overtime waren die Gastgeber die gefährlichere Mannschaft und hatten durch Michael Connolly die dicke Chance zur Entscheidung, aber er scheiterte mit seinem Alleingang am heute überragend haltenden Jonas Stettmer. In der Schlussphase der ersten Overtime wurde es dann nochmal richtig brenzlig, denn Straubing durfte – oh Wunder – in Überzahl ran. Aber die Eisbären mit einem richtig starken Penalty Killing und so ging es beim Stand von 3:3 in die zweite Overtime.

War am Ende der Matchwinner in der 84. Spielminute: Verteidiger Korbinian Geibel (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Diese sollte jedoch nur 3:08 Minuten dauern. Und da kam der taktische Schachzug von Trainer Serge Aubin. Er brachte die vierte Reihe auf das Eis, Matej Leden spielte das Bully, gewann es und Korbinian Geibel zog ab. Der Rest war pure Ekstase – auf dem Eis und auf den Rängen. Die Spieler und Fans bejubelten den 4:3-Overtimesieg ausgelassen. Damit erspielten sich die Berliner den Matchpuck und können am Dienstagabend in der Arena am Ostbahnhof den Halbfinaleinzug perfekt machen. Aber einfach wird es nicht werden, denn Straubing wird auch da wieder alles rein werfen und den Eisbären das Leben so schwer wie möglich machen. Wenn sie aber auch dann wieder mit der eigenen Chancenverwertung hadern, könnte am Dienstagabend gefeiert werden.

Eishockey-Fest in Berlin! Die Eisbären Berlin feiern einen 10:2-Kantersieg gegen die Düsseldorfer EG

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #38:

Was für ein Eishockeyabend: Die Eisbären Berlin haben das erste Heimspiel nach der Länderspielpause deutlich und hochverdient mit 10:2 (4:0,4:2,2:0) gegen die Düsseldorfer EG gewonnen. Dabei wurde ein Klassenunterschied deutlich. Man hat gesehen, wer um die deutsche Meisterschaft spielen wird und wer am Ende der Saison um den Klassenerhalt zittern muss. DEL-tauglich war heute jedenfalls nur eine Mannschaft.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up nur minimal. Neuzugang Adam Smith gab sein Debüt und verteidigte an der Seite von Markus Niemeläinen. Eric Mik rückte deshalb an die Seite von Korbinian Geibel, während Olivier Galipeau gar nicht im Kader stand. Ansonsten blieb sowohl in der Defensive als auch in der Offensive alles beim alten. Somit stand auch heute wieder Jonas Stettmer im Tor. Ein Fingerzeig Richtung Playoffs von Aubin?

Es war mal wieder ein Duell zwischen zwei Mannschaften, welche an unterschiedlichen Enden der DEL-Tabelle stehen. Während die Eisbären um die bestmögliche Ausgangsposition für die Playoffs kämpfen, geht es bei Düsseldorf um den Klassenerhalt. Die Rheinländer befinden sich mitten im Abstiegskampf und benötigen daher jeden einzelnen Punkt. Wer hatte heute das bessere Ende auf seiner Seite?

Erneut eröffnete Ty Ronning den Abend mit dem Tor zum 1:0. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

36 Sekunden hatte es gegen Nürnberg gedauert, heute waren es nur 34 Sekunden, ehe die Eisbären in Führung gingen. Und erneut war es Ty Ronning, der für das 1:0 sorgte und „Viva la Vida“ von Coldplay erklingen ließ. Schon wieder ein äußerst emotionaler Moment in Berlin. Tobi sein Lieblingssong erklingt übrigens jetzt immer nach dem ersten Eisbären-Tor – auf Wunsch der Mannschaft. Eine schöne Ehrung für die ehemalige Nummer 22.
Die Berliner dominierten die Anfangsphase gegen den Abstiegskandidaten aus dem Rheinland. Und die Hauptstädter waren auch die Mannschaft, welche zuerst in Überzahl ran durfte. Ex-Eisbär Bennet Roßmy wollte auch mal die andere Seite der Strafbank ausprobieren. Im Powerplay sind die Berliner das zweitbeste Team der Liga und das bewiesen sie auch. Liam Kirk schloss eine Kombination mit dem 2:0 ab (8.). Da hatte der Brite keine größeren Probleme, denn das Tor war halbleer.
Auch Eric Hördler hatte beim 3:0 keine Gegenwehr, denn er durfte alleine auf Henrik Haukeland zufahren und ließ dem DEG-Goalie keine Chance (12.). In der selben Minute legten die Eisbären sogar das 4:0 nach. Freddy Tiffels erhöhte nur 23 Sekunden später und verwandelte die Arena am Ostbahnhof in ein Tollhaus. Und oben im Himmel dürften Hartmut und Tobi strahlende Gesichter haben angesichts der Leistung des DEL-Rekordmeisters.
Hier der klare Rückstand für die DEG nach dem ersten Drittel und aus Bremerhaven gab es die nächste schlechte Nachricht, denn dort führte Iserlohn mit 2:0. Die Roosters sind einer von zwei Kontrahenten im Abstiegskampf. Bis hierhin ein gebrauchter Abend für den Traditionsverein.

Auch Eric Hördler (Mitte) durfte sich heute mal wieder in die Torschützenliste eintragen. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch heute folgten in der 22. Spielminute wieder die „Tobi Eder„-Gesänge. Er wird für immer unvergessen bleiben. Und exakt in die Gesänge hinein schraubten die Eisbären das Ergebnis auf 5:0 hoch. Geht es kitschiger? Nein! Korbinian Geibel hatte auf Zuspiel von Matej Leden und Maxim Schäfer getroffen. Für Leden war es zugleich der erste Scorerpunkt in der DEL. Heute klappte einfach alles.
Und die Eisbären hatten heute auch richtig Lust auf Eishockey und Tore. In der 27. Spielminute staubte Lean Bergmann erfolgreich ab und machte das halbe Dutzend voll – 6:0!
Düsseldorf bewies heute keine DEL-Tauglichkeit und das sollte die Verantwortlichen arg ins Grübeln bringen. Der DEL-Traditionsstandort steht mit so einer Leistung am Abgrund zur DEL2 und das sollte eigentlich jeden Eishockey-Fan traurig stimmen.
Aber die Eisbären kannten keine Gnade mit der DEG und legten das 7:0 nach. Immer wieder versuchten es die Berliner, am Ende war es Marcel Noebels, der Henrik Haukeland zum siebten Mal an diesem Abend überwinden konnte (33.). Düsseldorf mit einem eklatanten Defensivverhalten, Haukeland konnte einem leid tun. Unterstützung seiner Vorderleute suchte er vergebens.
Bei angezeigter Strafzeit durften dann aber auch mal die DEG-Fans im Gästeblock jubeln. Alexander Blank mit dem Anschlusstreffer – 7:1 (35.).
Doch das ließen die Eisbären nicht lange unbeantwortet. Ty Ronning mit dem 8:1 in einem völlig verrückten und einseitigen Spiel (36.). Danach war der Arbeitstag von Henrik Haukeland beendet, Ex-Eisbär Nikita Quapp kam für ihn ins Tor.
In der Schlussphase durfte dann wieder Düsseldorf jubeln, mit Laurin Braun traf ein Ex-Eisbär – 8:2 (38.). Heute durfte wirklich jeder mal ein Tor erzielen. Aber im zweiten Drittel war damit erstmal Feierabend. Die zweite Drittelpause war angesagt, in welche die Berliner mit großem Beifall verabschiedet wurden. Für die DEG gab es immerhin aus Bremerhaven gute Nachrichten, denn da hatten die Pinguins das Spiel inzwischen gedreht und führten mit 3:2.

Heute durfte jeder mal treffen: Marcel Noebels mit dem 7:0! (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von den Rängen hallte es zu Beginn des Schlussdrittels „Nur noch zwei„. Zwei Tore bis zum zweistelligen Ergebnis und angesichts der ersten 40 Minuten durfte man damit auch absolut rechnen. Denn die Eisbären hatten richtig Bock auf Eishockey, während Düsseldorf in alle Einzelteile zerfiel.
Aber das letzte Drittel bot eher wenig Highlights. Das Spiel plätscherte eher so vor sich hin. Bis zur 52. Spielminute, da konnten die Eisbären mal einen Angriff erfolgreich abschließen. Leo Pföderl erhöhte auf 9:2. Die Fans skandierten nun natürlich „Einer geht noch, einer geht noch rein„.
Was in Mannheim nicht klappte, klappte heute. Freddy Tiffels machte es zweistellig – 10:2 (57.). Eine Demontage der DEG und eine Wohltat für die Eisbären-Seele! Und natürlich war dieses Ergebnis auch für Tobi Eder! Der dürfte sich oben zusammen mit Hartmut ein paar Sieger-Bier gegönnt haben. Am Ende blieb es beim 10:2-Kantersieg gegen eine desaströse Düsseldorfer EG.

6:5 n.P.! Die Eisbären gewinnen die Nervenschlacht am Seilersee

Was für Krimi in Iserlohn: Die Eisbären Berlin gewinnen die Nervenschlacht bei den Roosters am Ende knapp mit 6:5 n.P. (0:2,3:1,2:2/0:0,0:1) und feierten damit erstmals in dieser Saison einen Sieg im Penaltyschießen. So schön es sicherlich ist, dass man am Ende Nerven bewiesen und dieses Spiel noch gewonnen hat, so darf dieses Spiel nicht über die Probleme der Eisbären hinweg täuschen. Man schafft es weiterhin nicht sein Spiel über die gesamte Spielzeit durchzuziehen und defensiv ist man nach wie vor einfach zu anfällig. Heute ging es mit Iserlohn gegen ein Team aus dem Tabellenkeller und selbst die haben die Schwächen der Eisbären schonungslos offen gelegt. Am Mittwoch geht es zum Liga-Primus nach Ingolstadt, wo man mit so einer Leistung in der Defensive definitiv nicht gewinnen wird.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute erneut auf die verletzten Stürmer Zach Boychuk und Gabriel Fontaine verzichten. Dazu fehlten heute mit Manuel Wiederer und Elias Schneider auch noch zwei weitere Stürmer. Das führte zu einem komplett neuen Line-up.
In der Defensive sahen die Verteidiger-Pärchen wie folgt aus: Markus Niemeläinen/Jonas Müller, Norwin Panocha/Kai Wissmann, Korbinian Geibel/Olivier Galipeau. In der Offensive bildeten Freddy Tiffels, Liam Kirk und Lean Bergmann die erste Reihe. Ty Ronning, Yannick Veilleux und Leo Pföderl standen in der zweiten Reihe. Marcel Noebels und Blaine Byron bekamen Allrounder Eric Mik an die Seite. Maxim Schäfer und Eric Hördler standen zudem noch im Kader.
Im Tor alles beim alten. Jonas Stettmer stand im Tor, Jake Hildebrand nahm erneut als Back-up auf der Bank Platz.

Die Eisbären gingen als klarer Favorit in dieses Spiel, aber man war dennoch gewarnt. Denn die Berliner tun sich gerne mal schwer gegen vermeintlich kleinere Gegner. Und Iserlohn kämpft noch um wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Was Hoffnung machte, war die Tatsache, dass man die letzten fünf Spiele gegen die Sauerländer gewann. Folgte heute der sechste Streich in Serie?

Mal wieder traf ein Ex-Eisbär gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber: Heute war es Sven Ziegler, dem das 1:0 gegen Berlin gelang. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war es eine sehr intensive und hart umkämpfte Partie am Seilersee. In der Anfangsphase bot sich den Hauptstädtern direkt die Chance, in Überzahl zu agieren. Und da lauerte eine große Chance, hatten die Roosters doch das schlechteste Penalty Killing der Liga. Das Aluminium verhinderte am Ende die Führung durch Ty Ronning. Glück für Iserlohn!
Die Hausherren durften nach dem ersten Powerbreak erstmals in Überzahl ran und machten es besser als die Eisbären. Ex-Eisbär Sven Ziegler traf per Nachschuss zum 1:0 (10.). Nicht der Start, den sich die Berliner nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge gewünscht hatten.
Iserlohn blieb auch danach sehr aktiv und gefährlich, die Eisbären waren auf der Suche nach einer Antwort auf den Rückstand. Doch man tat sich sehr schwer und machte sich das Leben durch Strafzeiten zusätzlich noch schwerer. Iserlohn mit dem zweiten Powerplay und fast eine Kopie des ersten Treffers. Denn auch diesmal waren die Gastgeber per Nachschuss erfolgreich. Neuzugang Christian Thomas erhöhte auf 2:0 (18.). So stand es auch nach 20 Minuten und die Führung ging auch so in Ordnung, denn die Roosters waren die bessere Mannschaft.

Entwickelt sich so langsam aber sicher zum „Torjäger“: Verteidiger Korbinian Geibel (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Den Hauptstädtern bot sich früh im zweiten Drittel die XXL-Chance zum Anschlusstreffer, denn man hatte für 41 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis. Und eine Sekunde vor Ablauf der ersten Strafzeit war es Ty Ronning, der im zweiten Versuch erfolgreich war – 2:1 (22.).
Die Eisbären traten besser als noch im ersten Drittel auf, da wurde es in der Kabine wohl lauter. Aber so konnte es ja auch nicht weitergehen. Doch ein Turnover führte aus dem Nichts zum 1:3. Shane Gersich frei vor Stettmer und diese Chance ließ er sich nehmen (26.).
Der Gegentreffer verunsicherte die Eisbären wieder, die danach vor allem defensiv zu viele Schwächen offenbarten. Die Lücken waren unübersehbar, was auch Goalie Jonas Stettmer nicht gut fand und das auch deutliche machte.
Was vor allem nachdenklich stimmte: Der Abstiegskandidat Iserlohn war spielerisch besser als der Titel-Kandidat Berlin. Und das darf nicht der Anspruch der Eisbären sein.
Doch aus dem Nichts verkürzten die Eisbären plötzlich auf 2:3. Korbinian Geibel düpierte Andreas Jenike, der sich diese Szene wohl noch öfters nach dem Spiel anschauen wird (37.).
Die Eisbären hatten nun das Momentum auf ihrer Seite und nutzten dieses für den Ausgleich 38 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels. Yannick Veilleux hatte abgezogen und Glück, dass ein Iserlohner Verteidiger die Scheibe entscheidend abgefälscht hatte. So stand es nach 40 Minuten 3:3, womit bis zur 37. Spielminute keiner wirklich gerechnet hatte. Aber auch so ist Eishockey, da kann es manchmal ganz schnell gehen.

Erzielte in Iserlohn sein erstes DEL-Tor: Maxim Schäfer (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Schlussdrittel begann mit der kalten Dusche für die Eisbären. Fehler der Berliner, Konter Iserlohn und Manuel Alberg schloss diesen eiskalt mit dem 4:3 für Iserlohn ab (42.).
Die Berliner hatten fortan wieder große Probleme mit dem aggressiven Forechecking der Sauerländer. Diese hatten nun wieder Vorteile und nutzten die mangelnde Zuordnung in der Defensive der Eisbären. John Broda stellte auf 5:3 (49.). Dabei hatte es Frederik Tiffels am Donnerstag nach der Niederlage gegen München noch angesprochen, dass man sich derzeit schwer tut, sein Spiel über 60 Minuten durchzuziehen. Heute schrieb man ein neues Kapitel, wobei die guten Phasen deutlich weniger waren als die guten.
Die Eisbären waren danach durchaus bemüht, taten sich aber sehr schwer gegen die leidenschaftliche Defensive der Roosters. Bis sechs Minuten vor dem Ende, da staubte Youngster Maxim Schäfer ab und erzielte sein erstes DEL-Tor – 5:4 (54.). Und dann auch gleich noch so ein wichtiges – Glückwunsch, Maxi!
Die Berliner nun am Drücker und sie kamen tatsächlich zum 5:5-Ausgleich. Blaine Byron fuhr einmal durch das gegnerische Angriffsdrittel und schloss dieses Solo sensationell ab (56.).
Was war das für ein wildes Spektakel im Sauerland zwischen Iserlohn und Berlin. Die Eisbären hatten nun das Momentum auf ihrer Seite, kassierten aber 57 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit nochmal eine Strafzeit. Die ersten beiden Powerplays konnten die Roosters bekanntlich nutzen, dieses zumindest in der regulären Spielzeit nicht.

Aber die Hausherren begannen die Overtime in Überzahl und der dicken Chance zur Entscheidung. Doch die Eisbären ließen nichts Gefährliches zu und überstanden die Unterzahl schadlos. Fortan entwickelte sich ein wilder Schlagabtausch mit besten Chancen auf beiden Seiten. Und was für Chancen liegen gelassen wurden – Wahnsinn! Dieses Spiel bekam am Ende aber genau das, was es verdiente – die Zugabe Penaltyschießen.

Und da taten sich die Eisbären in dieser Saison enorm schwer, verloren alle drei Shootouts. Doch diese Serie endete heute Abend. Ty Ronning war am Ende der Matchwinner, er verwandelte insgesamt zwei Penaltys und sicherte seiner Mannschaft somit den Zusatzpunkt.

3:4-Niederlage: Die Eisbären unterliegen Bremerhaven nach großem Kampf

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #35:

Die Eisbären Berlin haben das Spitzenspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven knapp mit 3:4 (1:1,0:2,2:1) verloren. Die Eisbären zeigte eine starke kämpferische Leistung und erspielten sich eine Menge guter Chancen gegen die beste Defensive der Liga. Am Ende scheiterte man an der eigenen Chancenverwertung. Dennoch ein starkes Spiel der Eisbären.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf Stürmer Lean Bergmann zurückgreifen. Er rückte für Maxim Schäfer in die Reihe mit Yannick Veilleux und Gabriel Fontaine. Alle anderen Reihen blieben zusammen.
Auch in der Defensive änderte Aubin nichts – außer auf der Back-up Position. Dort nahm heute endlich wieder Jonas Stettmer Platz. Der fehlte einige Zeit verletzungsbedingt und gab am Freitag in Weißwasser sein Comeback.

Es war mal wieder Zeit für die Final-Neuauflage der vergangenen Saison. Beide Mannschaften trafen zum dritten Mal in dieser Hauptrunde aufeinander. Bisher setzte sich stets das Heimteam durch – Berlin mit 4:3, Bremerhaven mit 2:1. Die Pinguins stellen die mit Abstand beste Defensive der Liga. Fand die zweitbeste Offensive der Liga heute ein Mittel dagegen oder hielt das Abwehr-Bollwerk von Fischtown?

Vor dem Spiel wurde es bereits sehr emotional. Denn „The Voice“ Uwe Schumann absolvierte heute sein 1.000. DEL-Heimspiel für die Eisbären Berlin. Wow, was für ein Meilenstein. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum, Uwe und auf die nächsten 1.000 Heimspiele, auch wenn er das selbst verneinte. Für das heutige Spiel übernahm sein Sohn, der das auch sehr gut machte.

Entwickelt sich so langsam aber sich zum Torjäger: Verteidiger Korbinian Geibel, der in beiden Heimspielen am Wochenende traf. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war es eine sehr intensive Partie, in der es hin und her ging. Das erste Ausrufezeichen setzten die Hausherren nach rund fünf Minuten. Die Eisbären eroberten die Scheibe im Angriffsdrittel, Freddy Tiffels kam zum Abschluss, aber die Latte stand dem Torerfolg im Weg.
Eine knappe Minute später war das Defensiv-Bollwerk dann aber bezwungen. Korbinian Geibel hatte abgezogen und den Ex-Eisbären Maximilian Franzreb erstmals an diesem Nachmittag bezwungen – 1:0 (6.).
Nach dem Powerbreak durfte das beste Powerplay der Liga seine Arbeit aufnehmen. Die Eisbären mit der ersten Strafzeit und Fischtown mit dem Überzahlspiel. Doch für wirklich viel Gefahr konnten die Pinguins nicht sorgen, weil dass die Eisbären aber auch gut weg verteidigten.
Fortan blieb es eine hart umkämpfte Partie, in der es die Eisbären waren, die immer mal wieder für Gefahr sorgen konnten. Doch ein perfekt vorgetragener Angriff der Gäste sorgte für das 1:1. Markus Vikingstad war erfolgreich gewesen – 1:1 (16.).
Die Eisbären fortan auf der Suche nach einer Antwort und guten Abschlüssen, aber Franzreb ließ sich kein zweites Mal im Auftaktdrittel überwinden. So blieb es beim 1:1 nach den ersten sehr intensiven 20 Minuten in der Hauptstadt.

Die Schiedsrichter (hier Andris Ansons) griffen entscheidend in das Spiel ein. Mal wieder ein Beweis für das Schiedsrichterproblem in der PENNY DEL. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im zweiten Drittel ging es weiter munter hin und her mit Abschlüssen von beiden Mannschaften, welche die Goalies jedoch vor keine größere Herausforderung stellten, da sie meistens freie Sicht hatten. Zudem war es weiterhin eine sehr hart umkämpfte Partie zwischen den beiden Finalisten der letzten Saison.
Bremerhaven drehte in der 27. Spielminute die Partie. Die Eisbären wechselten gerade, als Bremerhaven den Konter fuhr. Die Zuordnung der Berliner stimmte dadurch nicht, was Maximilian Franzreb sah. Er schickte Nino Kinder auf die Reise, welcher zum 1:2 vollendete. In solch engen Spielen entscheiden eben die Kleinigkeiten und genau solch eine nutzen die Gäste eiskalt aus.
Die Berliner danach sehr engagiert und auf der Suche nach der Lücke in der Defensive der Pinguins. Doch die machten die gefährlichen Räume gut zu. Die Schüsse, die die Eisbären abgaben, flogen auch eher am Tor vorbei als auf das Gehäuse.
Rund fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels zogen sich die „Unparteiischen“ den Frust der Eisbären-Fans zu. Markus Niemeläinen kassierte nach einem Check gegen die Brust eine Spieldauer. Die Hauptschiedsrichter schauten sich die Szene im Gegensatz zu einer Aktion im ersten Drittel gegen Zach Boychuk an. Im Vergleich dazu sah Görtz den Check kommen, Boychuk nicht. Wie man dann zu so einer Entscheidung kommt, bleibt mir ein Rätsel. Aber es bestätigt einmal mehr das Bild, welches die DEL in Sachen Schiedsrichter abgibt – und das ist kein Gutes, seit Jahren!
Zumal so etwas spielentscheidend sein kann, denn Bremerhaven hat das beste Powerplay der Liga. Jan Urbas nutzte es direkt zum 1:3 aus (36.). Mehr Kapital konnte Bremerhaven aber nicht raus schlagen, weshalb es mit einem 1:3-Rückstand in die zweite Drittelpause ging. In diese wurden die beiden Hauptschiedsrichter mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet. Und womit? Mit Recht!

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen den Eisbären und Bremerhaven. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Nun waren die Hausherren gefordert, wollte man die Niederlage gegen den Vizemeister noch abwenden. Einfach sollte das angesichts der Defensivstärke der Pinguins aber nicht werden. Die Eisbären kamen auch wild entschlossen raus, hatten aber zu Beginn noch nicht das Gegenmittel parat gegen diese starke Abwehr.
Nach rund sieben Minuten bot sich den Berlinern dann aber die XXL-Chance, denn man bekam tatsächlich ein doppeltes Powerplay für ganze zwei Minuten. Wahnsinn und das bei diesen Schiedsrichtern, unglaublich! Die Eisbären setzten sich sofort im Angriffsdrittel fest, ließen die Scheibe laufen und waren dabei sehr geduldig. Nach mehreren gescheiterten Versuchen war es Liam Kirk, welcher 13 Sekunden vor dem Ende des Powerplays endlich die Lücke fand – 2:3 (49.).
Nun war hier wieder Richtung Spannung drin im Spitzenspiel. Im Grunde spielten hier nur die Eisbären, Bremerhaven konzentrierte sich eigentlich nur noch auf die Defensive und lauerte auf Konter. Rund sieben Minuten vor dem Ende das nächste Powerplay für die Eisbären und auch dieses war wieder sehr druckvoll und gefährlich. Nur diesmal blieb es ohne einen Torerfolg. Aber die Luft für Bremerhaven wurde immer dünner. Doch die Zeit lief für Fischtown und gegen die Eisbären.
Chancen hatten die Eisbären genügend, aber Maximilian Franzreb lieferte eine überragende Leistung im Pinguins-Tor ab. Und wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, wirst du hinten bestraft. Die Gäste tauchten einmal vor dem Berliner Tor auf und schon erhöhten sie auf 2:4 (58.). Ludwig Byström überwand Jake Hildebrand und sorgte somit für die Vorentscheidung im Spitzenspiel Verdient war das natürlich nicht, aber danach fragt morgen keiner mehr.
In der Schlussphase die Hauptstädter aber nochmal in Überzahl. Serge Aubin nahm zudem in der Folge noch seine Auszeit und zog seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Man versuchte also nochmal alles, was sich auszahlen sollte. 85 Sekunden vor dem Ende verkürzten die Eisbären auf 3:4. Yannick Veilleux hatte die Lücke gefunden und sorgte somit für eine sehr heiße Schlussphase in Berlin. Doch zu mehr reichte es am Ende nicht mehr. Die Eisbären verloren das Heimspiel nach großem Kampf.