Jens Baxmann: Ein Eisbären-Urgestein muss seine Karriere beenden

Er gehörte zum erfolgreichen 85er-Jahrgang der Eisbären Berlin, wurde mit den Berlinern siebenmal Deutscher Meister und absolvierte für den EHC insgesamt 931 Spiele in 18 Jahren. Die Rede ist vom heute 37-jährigen Verteidiger Jens Baxmann, welcher seine sehr erfolgreiche Karriere heute leider offiziell beenden musste. Eine Augenverletzung, welche er sich im Januar im Training bei den Lausitzer Füchsen zuzog, zwingt den in Wernigerode geborenen Baxmann nun zum vorzeitigen Karriereende. Baxmann äußerte sich dazu auf der Facebookseite der Lausitzer Füchse wie folgt:

Heute melde ich mich aus unerfreulichen Anlass bei euch. Wie viele wahrscheinlich von euch mitbekommen haben, habe ich ja einen schweren Trainingsunfall erlitten im Januar. Und leider ist heute der Tag, wo ich das Ende meiner sportlichen Karriere bekanntgeben muss. Die Ärzte haben alles versucht, aber leider ist es uns nicht gelungen, das wieder so hinzubekommen, dass ich als professioneller Eishockeyspieler spielen kann. Es ist natürlich ein sehr trauriger Tag für mich. Ich habe immer mit vollem Herzen und voller Leidenschaft Eishockey gespielt. Es war mir immer eine große Freude. Es ist kein einfacher Tag für mich.

Jens Baxmann bei einem Spiel für die Eisbären Berlin gegen die Grizzlys Wolfsburg. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Man merkt Jens Baxmann an, wie traurig er darüber ist, als er sein Karriereende verkündet. Genauso habe auch ich mich heute Vormittag gefühlt, als ich diese Information erstmals erhielt. Da habe auch ich erst einmal schlucken müssen, schließlich wünscht man niemandem so ein bitteres Karriereende.
Ich gehe seit nunmehr 27 Jahren zum Eishockey und den Eisbären Berlin, habe also „Baxi“ seine gesamte Karriere bei den Eisbären miterlebt. Wie er sich vom Nachwuchs in die Profi-Mannschaft hoch kämpfte. Wie er mit den Eisbären 2005 die erste von inzwischen neun DEL-Meisterschaften im altehrwürdigen „Welli“ holte. Wie er zu einem absoluten Führungsspieler und Leistungsträger der Berliner wurde. Baxmann bestach immer durch seine unglaubliche Ruhe, verlor nie die Ruhe, egal wie hektisch es auf dem Eis zuging.

Baxmann, der in seiner Profi-Karriere neben den Eisbären auch für die Iserlohn Roosters in der DEL und die Lausitzer Füchse in der DEL2 spielte, absolvierte in seiner einzigartigen Karriere 1.080 Spiele, in denen ihm 212 Scorerpunkte gelangen. Dabei erzielte er 64 Tore und bereitete 148 weitere Treffer vor. „Baxi“ war auch bekannt für enorm wichtige Tore, wie es die Eisbären auf ihrer Homepage auch nochmal würdigten. 2006 trafen die Berliner auf dem Weg zur zweiten Meisterschaft auf die Hannover Scorpions und Baxmann erzielte in Spiel zwei den entscheidenden Treffer – von der Strafbank kommend. Ich kann mich heute noch daran erinnern, wie wir diesen Treffer damals feierten.
Ebenso gefeiert wurde natürlich „Baxi“ sein „Last-Second-Tor“ im fünften Viertelfinalspiel 2013 gegen die Hamburg Freezers, als natürlich nochmal geprüft wurde, ob die Uhr nicht doch schon abgelaufen war, als die Scheibe im Freezers-Tor einschlug.

Wenn wir schon bei wichtigen Toren sind, 2008 sorgte er mit seinem 3:2-Siegtreffer für den erstmaligen Pokalsieg der Eisbären Berlin. Neben dem DEB-Pokal gewann Baxmann sieben DEL-Meisterschaften und einmal die European Trophy (2010) mit den Eisbären Berlin.

Nachdem das Karriereende heute offiziell bekanntgegeben wurde, meldete sich natürlich auch Peter-John Lee (Vice Chairman & Senior Advisor der Eisbären Berlin) zu Wort:

Ich gratuliere Jens zu einer grandiosen Karriere. Aus unserem Nachwuchs hat er sich in den Profi-Kader gekämpft und wurde eine Institution bei den Eisbären Berlin, die sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Sieben gewonnene Meisterschaften sprechen für sich. Es ist schade, dass seine Laufbahn so ein Ende findet. Ich wünsche ihm für die Zukunft nur das Beste. Er ist bei uns immer willkommen.

Jens Baxmann bei seiner Verabschiedung bei der Saison-Abschlussfeier der Eisbären Berlin im Jahr 2019. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Eine Zukunft bei den Eisbären ist für Jens Baxmann also möglich, wie Lee sagte. Und wer würde sich über eine Rückkehr von Jens Baxmann in anderer Funktion nicht freuen? Ich würde mich sehr darüber freuen, weil es mit „Baxi“ nie langweilig wurde. Ich erinnere mich da noch an Bootstouren vor Saisonbeginn, als die Eisbären ihre Dauerkarten-Fans zu so etwas einluden. Da haute er er schon so manchen Spruch raus und brachte alle Fans zum lachen. Er nahm nie ein Blatt vor den Mund und sagte es auch, wenn ihm was nicht passte.

Jens Baxmann bedankte sich im Anschluss noch bei allen, die ihn während seiner langen Karriere unterstützt haben. U.a. bei seinen Trainern, seinen Mitspielern (speziell der 85er-Jahrgang), seinen Ärzten, seinen Physios, seinen Kindern, seiner Familie, seinen Eltern, seiner Freundin usw. Aber natürlich richtete er auch seinen Dank an uns Fans und beendete seine Botschaft mit den Worten: „Wir werden uns wiedersehen!“

Das wollen wir doch hoffen, Jens Baxmann! Wir danken dir für schöne und sehr erfolgreiche 18 Jahre in Berlin, den ein oder anderen Lacher mit oder wegen dir und wünschen dir für deine Zukunft vor allem viel Gesundheit. Bleib so wie du bist und nicht vergessen: „Einmal Eisbär, Immer Eisbär!“

Das Saisonziel? „Das letzte Spiel der Saison zu gewinnen!“

Am heutigen Montag war es so weit: Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte die Mannschaft zum ersten offiziellen Eistraining gebeten. Und das unter den Augen der neugierigen Eisbären-Fans, die auch zahlreich erschienen waren. Natürlich wollten die Fans ihre alten Lieblinge auf dem Eis wiedersehen, aber natürlich auch ein erstes Auge auf die doch zahlreichen Neuzugänge werfen. Was die Spieler, welche man bereits aus der DEL kennt, können, weiß man ja aus den Ligaspielen gegeneinander. Von daher waren die Hauptaugenmerke vor allem auf die Neuzugänge gerichtet, welche man eben noch nicht aus der DEL kennt.

Der neue Goalie Juho Markkanen (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und ich persönlich hatte mir vor allem mal Juho Markkanen angeschaut. Unseren neuen Goalie aus Finnland. Und der 20-jährige Goalie packte bereits beim Training schon die eine oder andere spektakuläre Parade aus, was ihm viel Applaus von den Rängen einbrachte. Er hat einen sehr aktiven Spielstil, geht dem Angreifer auch mal entgegen und versucht ihm die Scheibe mit der Torwartkelle von dessen Schläger zu schlagen. Am jungen Finnen könnten wir durchaus viel Freude haben, auch an seinem Torhüterstil, den man natürlich erst genauer beschreiben kann, wenn man die ersten Spiele gesehen hat. 

Von Düsseldorf nach Berlin gewechselt: Verteidiger Marco Nowak. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Einer, der auch neu in Berlin, aber nicht in der DEL ist, ist Verteidiger Marco Nowak, welcher von der DEG aus Düsseldorf zu den Eisbären wechselte. Der 32-jährige deutsche Nationalspieler kann zu einem absoluten Führungsspieler in der Berliner Defensive werden. Nowak stand nach dem Training zum Interview bereit und äußerte sich über das aktuelle Team, warum er nach Berlin gewechselt ist und warum er froh ist, die Eisbären-Fans nun hinter sich statt gegen sich zu haben:

Wir haben eine überragende Truppe, wo schon viele gute Sachen dabei sind. Es macht Riesenspaß hier zu sein. Wenn man die Chance bekommt, bei dem besten Club der Liga zu spielen und dann auch noch Berlin, dann sagt man nicht Nein. Es ist eine große Ehre für mich, dass ich hier sein darf. Es war immer unangenehm gegen Berlin zu spielen. Und jetzt mit den Fans im Rücken gegen die anderen Mannschaften zu spielen ist eine tolle Sache.

Beim ersten Training kam Nowak genau wie seine neuen Teamkollegen bereits ordentlich ins schwitzen. Es wurde wie immer das Passspiel und der Torabschluss trainiert. Zudem wurden Überzahlangriffe (2-auf-1 und 3-auf-2-Konter) und 3-gegen-3 sowie 4-gegen-4 trainiert. Das Tempo war bereits ordentlich hoch und was vor allem auffiel, dass die Defensive enorm hart verteidigte und es den Angreifern somit enorm schwer machte, zum Abschluss zu kommen. Zum Ende gab es wieder das obligatorische Penaltyschießen.

Will erneut das letzte Saisonspiel gewinnen: Marcel Noebels: (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Einer, für den das kein Neuland mehr ist – auch nicht der Trainingsauftakt vor so vielen Fans – ist Leistungsträger Marcel Noebels. Auch er stand nach dem Training zum Interview parat. Mit ihm wurde über sein Saisonziel und die Neuzugänge gesprochen:

Das Saisonziel ist das letzte Spiel der Saison zu gewinnen. Das ist ganz klar. Wenn man zweimal hintereinander gewinnt, dann ist es schwierig zu sagen, wir wollen die Playoffs erreichen. Wir wollen wieder bis zum letzten Spiel dabei sein. 

Ich glaube schon, dass wir uns gut verstärkt haben. Die Jungs sind ja jetzt keine Unbekannten. Den ein oder anderen kennt man aus der Liga, wo er sehr gut gespielt hat. Was auch Gründe dafür sind, dass die Jungs jetzt bei den Eisbären sind. Wir haben uns von der Erfahrung her nicht verschlechtert. Klar, es gibt auch ein paar Sachen wie unser Torhüter-Duo, was sehr jung ist, aber sie werden ihre Chancen kriegen, sich zu beweisen. Was nicht jeder Verein macht, glaube ich. Ein Verein, der oben mitspielen möchte oder Ambitionen hat, um die Meisterschaft mitzuspielen. Da muss man ja wirklich sagen, dass man viel Vertrauen in die Jungs steckt und was auch, wie ich finde, nach einer Zeit verdient ist. Ich wünsche den Jungs, dass sie es packen und auch schaffen. Wir werden gut aufgestellt sein. 

Noebels spricht das junge Torhütergespann an. Natürlich kann es ein Risiko sein, mit drei sehr jungen Goalies in die Saison zu gehen  (Juho Markkanen, Tobias Ancicka, Nikita Quapp). Aber die Verantwortlichen werden sich was dabei gedacht haben und die Tatsache, dass man eine Ausländerlizenz für einen jungen Goalie verwendet, vermittelt den Eindruck, dass man sich seiner Sache sehr sicher ist. Und finnische Goalies sind definitiv keine schlechte Wahl und Markkanen hat bereits heute angedeutet, was er zu Leisten im Stande ist. 

Head Coach Serge Aubin (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Über zehn neue Spieler haben die Eisbären verpflichtet. Diese muss man natürlich erst einmal ins Team einbauen und denen das System der Eisbären beibringen. Was bringen die Neuzugänge mit ins Team? Das wurde Trainer Serge Aubin heute nach dem Training gefragt:

Jeder ist unterschiedlich, aber wir haben ein paar Jungs mit ins Team gebracht, die große, gute Schlittschuhläufer sind, zudem Erfahrung haben, aber auch junge Spieler wie Guhle. Er ist noch nicht alt, hat aber Qualitätseishockey gespielt und ist ein absolut großartiger Schlittschuhläufer. Die neuen Jungs sind eine gute Ergänzung zu dem, was wir bereits hatten. Alle Neuen schlagen sich wirklich gut. Wir sind noch dabei, ein System zu etablieren und die Jungs werden dann sehen, wo sie reinpassen, aber bisher sind sie alle gut mit dabei. 

Als Aubin auf Marco Nowak angesprochen wurde, wurde er etwas ausführlicher:

Marco ist ein sehr solider Zwei-Wege-Verteidiger, der ab und zu Offensive ins Spiel bringen kann, aber auch sehr gut im defensiven Spiel ist. Er ist ein großer, rechts schießender Verteidiger und auch ein großartiger Leader. Er hat Führungsqualitäten in sich und ist eine wirklich solide Ergänzung für uns. 

Die Eisbären Berlin sind also zurück auf dem Eis. Die Neuzugänge machen, wie es Aubin bestätigt, einen sehr guten Eindruck. Nun liegt es am Trainerteam, die neuen Spieler schnellstmöglich und vor allem bestmöglich ins Team einzubauen und zu integrieren, damit man in der neuen Saison erneut um die Meisterschaft mitspielen kann. Dann wollen die Berliner den zehnten Titel anpeilen und die dritte Meisterschaft in Folge. Serge Aubin wurde nach dem Training darauf angesprochen, dass es schwerer ist, einen Titel zu verteidigen als ihn zu gewinnen. Welche besondere Herausforderung sieht er denn nun, wenn seine Jungs den Titel zum zweiten Mal verteidigen müssen?

Ich mag, wie bescheiden das Team ist. Wir haben die Fertigkeiten, aber wir arbeiten auch hart. Und wir werden das machen, was wir halt machen. Wenn wir so spielen, wie wir in der Lage sind und die Arbeit machen, die gemacht werden muss, dann geben wir uns selbst die Chance. Unser Ziel hat sich nicht geändert: Wir wollen das letzte Spiel gewinnen. Aber das ist schwer und das wissen wir. Wir sehen nichts als selbstverständlich an und bisher kann ich sagen, dass die Jungs in guter Form zurückgekommen sind. Sie hatten einen guten Sommer und das ist sehr positiv.

Das Ziel ist also klar: Die Eisbären Berlin wollen auch in der kommenden Saison den Pokal wieder in die Höhe strecken. Die Konkurrenz ist hart und hat sich enorm gut verstärkt. Aber die Eisbären werden sich wie in den letzten beiden Jahren nur auf sich und ihre Fähigkeiten konzentrieren. Alle ziehen an einem Strang, alle haben das selbe Ziel, alle sind heiß auf die dritte Meisterschaft in Folge. Ob es mit dem Vorhaben klappen wird, davon können wir uns ab Mitte September überzeugen, wenn es endlich wieder losgeht. 

Kai Wissmann: „Ich gehe mit dem Ziel hin, in der NHL zu spielen“

Foto: eisbaerlin.de/walker

Am 07. Juni 2022 kam die überraschende Nachricht, dass die Boston Bruins Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann einen „One-Year-Entry-Level-Contract“ gaben. Überraschend ja, aber wenn wir ganz ehrlich sind, Kai hatte sich diesen auch mehr als verdient. Seine Entwicklung in den letzten Jahren war einfach unglaublich, seine stetig guten und außergewöhnlichen Leistungen riefen die NHL-Scouts auf den Zettel, welche den Berliner Verteidiger fortan bei den DEL-Spielen unter die Lupe nahmen und auch kürzlich bei seiner ersten Weltmeisterschaft.

Der 25-jährige absolvierte mit 20 Scorerpunkten (darunter vier Tore) seine punktbeste Saison beim Hauptstadtclub. Im Mai feierte Wissmann seine zweite Meisterschaft mit den Eisbären. Danach ging es für ihn weiter zur ersten WM und nun folgte auch noch das Sahnehäubchen mit dem NHL-Vertrag in Boston. Doch welches dieser drei Ereignisse, also Meisterschaft, WM-Teilnahme und NHL-Vertrag, war denn jetzt das schönste aus Sicht von Kai Wissmann. Diese Frage beantwortete er am Donnerstagabend beim „Team Talk“ im Loretta an der Spree:

Alle drei waren sehr geil. Die Meisterschaft ist aber ein Moment, der sehr emotional ist, wenn man sie gewinnt.

Nach seiner sehr starken DEL-Saison konnte Kai Wissmann auch direkt bei seiner ersten WM-Teilnahme überzeugen und knüpfte nahtlos an die Leistungen aus den Playoffs an. War ihm denn zum Zeitpunkt der WM schon bekannt, dass es nach der Saison in die NHL gehen würde?

Den ersten Kontakt habe ich gar nicht selber mitbekommen, weil ich die WM gespielt habe. Der kam über meinen Spielerberater zu Stande. Nach der WM haben sie mich darüber informiert, dass es Interesse aus der NHL gibt. Dann ging das seinen Weg. Ich habe mich gefreut. Ich wusste, dass viele Scouts da sind, was immer so bei einer WM ist und diese ist ja auch immer ein Sprungbrett.

Mit Kai Wissmann verlieren die Eisbären Berlin auf jeden Fall einen wichtigen Leistungsträger und eine wichtige Säule im Team, welcher einen großen Anteil am Gewinn der beiden Meisterschaften in Folge hatte. Aber wer so überzeugt und so eine Entwicklung in der Karriere hinlegt, wie Kai Wissmann, der soll dann auch die Belohnung für die harte Arbeit bekommen. Wie sieht der weitere Plan von ihm jetzt aus?

Ich bin noch 3-4 Wochen in Berlin und trainiere hier weiter mit. Dann gehe ich nach Halifax für 4 Wochen, wo ich mit einem Personaltrainer trainieren werde, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Auch für die kleinere Eisfläche. Anfang September geht es dann nach Boston.

Natürlich wurde Kai auch gefragt, ob er sich über das NHL-Abenteuer freut:

Ich freue mich riesig auf die Chance, aber ich hatte auch eine schöne Zeit hier in Berlin in zehn Jahren. So richtig begreifen werde ich es erst, wenn ich vor Ort bin.

In der NHL wird Wissmann auf eine Reihe von Weltklasse Spielern treffen. Aber auf welchen Spieler freut er sich denn in seinem neuen Team am meisten. Da nannte er vor allem den tschechischen Nationalspieler David Pastrnak, gegen den er jetzt u.a. bei der WM gespielt hatte, aber auch schon früher in den U-Nationalmannschaften. Aber Wissmann betonte auch noch einmal, dass „alle Spieler drüben auf einem echt guten Level sind und ich freue mich darüber, dass ich die Chance habe, mich dort zu beweisen„.

Für Wissmann, welcher vor zehn Jahren aus Schwenningen nach Berlin kam, fühlt sich das Ganze noch wie ein Traum an:

Ich bin mit 15 nach Berlin gekommen und habe davon geträumt, hier in der Arena zu spielen. Das ich ich jetzt die Chance habe, nach Bosotn zu gehen, ist umso schöner. Die Eisbären haben ihren großen Teil dazu beigetragen.

In der NHL ist die Fankultur bekanntlich eine völlig andere als hier bei uns in Deutschland. Wird Kai diese vermissen?

Auf jeden Fall. Vor allem die Fangesänge, die ich über die Jahre jetzt schon mitsingen könnte. Auch in den Playoffs war die Stimmung wieder unglaublich. Es war wieder sehr schön vor Fans zu spielen. Natürlich sind drüben auch Fans da, aber die Fankultur ist anders als hier. Laut wird es aber trotzdem.

In der NHL warten auf Kai Wissmann mindestens 82 Hauptrundenspiele. Ein Problem für ihn, da es in der DEL ja „nur“ 56 Hauptrundenspiele sind?

Wenn ich jetzt mal durchrechne, was ich letzte Saison gespielt habe, dann sind es auch 90 Spiele gewesen mit der WM, der Champions Hockey League, der Vorbereitung, dem Deutschland Cup und den Playoffs. So eine riesen Umstellung wird es also nicht für mich.

Kai Wissmann verabschiedet sich mit zwei DEL-Meisterschaften im Gepäck Richtung Boston. Welche dieser beiden Meisterschaften war die schönste, wurde er gefragt:

Sehr schwierige Frage. Die erste war sehr schön, weil es eben die allererste war. Die zweite war aber auch sehr schön, weil wieder Fans dabei waren.

Mit welchen Erwartungen tritt Kai Wissmann die Reise Richtung Boston an. Geht er davon aus, direkt in der NHL zu spielen oder wird es im ersten Jahr noch die AHL sein?

Ich gehe mit dem Ziel hin, in der NHL anzufangen. Das ich 82 Spiele nur in der NHL absolviere, da müsste schon sehr viel gut laufen. Wenn ich in der AHL anfange, dann nehme ich das auch, weil das auch eine gute Liga ist. Ich gehe aber mit dem Ziel da hin, NHL zu spielen.

Bevor der Team Talk ein Ende fand, musste natürlich noch eine Frage kommen. Und zwar die nach dem besten Trainer in seiner bisherigen Karriere:

Ich nehme von jedem Trainer etwas mit. Egal ob ich sie gut fand oder nicht. Am Ende hatte ich aber natürlich meinen größten Leistungssprung unter Serge Aubin. Er hat mir sehr viel geholfen, was für mich sehr gut war.

Und so endete ein sehr angenehmer Abend mit einem wie immer sehr sympathischen Kai Wissmann. Man wird ihn hier in Berlin sehr vermissen. Sowohl auf als auch abseits des Eises. Mit ihm verlieren die Eisbären eine starke Persönlichkeit. Kai hinterlässt eine große Lücke im Team des DEL-Rekordmeisters. Aber natürlich gönnt man ihm diese Chance, Fuß in der besten Liga der Welt zu fassen. Und wenn es einer verdient, dann Kai Wissmann. Und wenn es einer schaffen kann, sich dort durchzusetzen, dann ist es auch wieder Kai Wissmann.

Wir wünschen Kai auf jeden Fall viel Erfolg drüben in Übersee und werden seine weitere Karriere weiter verfolgen. Und im März werden wir ihn bei unserer USA-Reise hoffentlich im Trikot der Boston Bruins auf dem Eis spielen sehen. 

Die Eisbären Berlin in der Saison 2021/2022: Vom letzten Platz am 1. Spieltag zur neunten Meisterschaft am Ende der Saison

Am 04. Mai 2022 endete die PENNY DEL-Saison 2021/2022 mit dem erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft für die Eisbären Berlin. Geht man rein nach der Statistik, dann war das auch schon vor der Saison klar gewesen. Denn wenn der Hauptstadtclub Deutscher Meister wird, dann mindestens zweimal in Folge – 2005, 2006 – 2008,2009 – 2011, 2012, 2013 – 2021, 2022. Und wenn man diese Statistik weitergeht, dann steht also nächstes Jahr die zehnte Deutsche Meisterschaft an. Denn von 2011-2013 machten die Berliner sogar den Hattrick perfekt. Nächstes Jahr könnte man dieses Kunststück ein zweites Mal wiederholen. Doch bevor es in die neue Saison geht, steht uns erst einmal die Sommerpause bevor. Und bevor wir Euch in diese schicken, wollen wir natürlich noch einmal – wie Ihr es gewohnt seid – auf die vergangene Saison zurückblicken.

Die Eisbären sind als Titelverteidiger in die Spielzeit 2021/2022 gegangen und konnten für diese Saison das Gerüst des Meisterkaders nahezu zusammenhalten. Zwei Abgänge, die sicherlich schmerzten, war der von Ryan McKiernan in der Defensive und Lukas Reichel in der Offensive. Zwei Leistungsträger, welche einen enormen Anteil am Gewinn der achten Meisterschaft hatten, verließen die Berliner. McKiernan zog es nach Schweden (Rögle) und Reichel nach Übersee, wo die Chicago Blackhawks ihn gedraftet hatten.
Ein weiterer Abgang, der zumindest eine Lücke in die Offensive riss, war der von Kris Foucault nach Iserlohn. Die restlichen Abgänge (John Ramage, Thomas Reichel, Nino Kinder, Fabian Dietz, Mark Olver, Haakon Hänelt, PC Labrie) fielen nicht unbedingt ins Gewicht.
Denn allen Fans war klar, dass Sportdirektor Stéphane Richer schon für adäquaten Ersatz sorgen würde. Und so war es auch. In der Defensive zog er Morgan Ellis von Ligakonkurrent Ingolstadt und Nicholas B. Jensen von Düsseldorf an Land. In der Offensive wurden Manuel Wiederer (Deggendorf), Kevin Clark (Rapperswil), Yannick Veilleux (Laval Rocket), Bennet Roßmy (Lausitzer Füchse) und Blaine Byron (Ontario Reign) verpflichtet.

Damit hatte man einen guten Kader zusammen, um erneut die Deutsche Meisterschaft in Angriff zu nehmen. Die Eisbären wurden auch von den Experten als Titel-Kandidat genannt, schaute man aber rein auf das Personal, sah man vor Saisonbeginn die Adler Mannheim als am besten besetzt und somit Top-Favoriten auf den Gewinn der Meisterschaft. Das sollte sich jedoch mit den drei Nachverpflichtungen der Eisbären ändern. Durch die Transfers von Frans Nielsen, Dominik Bokk und Johan Södergran waren es auf einmal die Berliner, welche den am tiefsten besetzten Kader hatten und somit der Top-Favorit waren. Das lag aber natürlich auch am bisherigen Saisonverlauf, doch dazu später mehr.

Nichts zu holen gab es für die Eisbären Berlin in der diesjährigen CHL-Saison. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Vor dem Start der PENNY DEL ging es für die Hauptstädter zunächst in der Champions Hockey League (CHL) zur Sache. Auch in die CHL-Saison war man mit hohen Erwartungen gestartet, welche man jedoch bereits nach vier Spielen enttäuscht begraben musste. Denn die ersten vier Spiele gingen allesamt verloren. Vor allem die Gegentorflut gab Anlass zur Sorge, denn man kassierte gegen Tampere sechs und fünf Gegentore, gegen Skelleftea waren es jeweils fünf Gegentore in beiden Spielen. Mit 21 Gegentoren aus vier Spielen ging die Generalprobe für den Ligastart also in die Hose.

Vor dem ersten DEL-Spiel wurde das Meisterbanner unter die Hallendecke gezogen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und zum Saisonauftakt folgte gegen den Erzrivalen München beim 1:4 zugleich die fünfte Pflichtspielniederlage in Folge. Diese konnten die Eisbären zwar mit zwei Auswärtssiegen in Iserlohn (7:4) und in Bremerhaven (4:0) beenden. Doch stand man auf einmal vor einem anderen großen Problem. Denn kaum waren die Fans wieder in die Arena am Ostbahnhof zurückgekehrt, taten sich die Berliner enorm schwer, einen Heimsieg einzufahren. Inklusive der beiden CHL-Spiele verloren die Eisbären sechs Heimspiele in Folge. Dagegen schien man auswärts als unbesiegbar, wurden doch die ersten sieben Auswärtsspiele der Saison gewonnen. Das sorgte schon für Kopfzerbrechen bei den Eisbären-Verantwortlichen, doch das Trainerteam um Serge Aubin behielt stets die Ruhe und wies immer wieder daraufhin, dass die Mannschaft sich in einem Prozess befindet und man noch auf der Suche nach der Normalform ist. Warum es auswärts besser klappte als daheim, dafür hatte er allerdings auch keine Erklärung, behielt aber auch hier weiterhin die Ruhe.

Heimsiege waren zu Saisonbeginn eine Rarität. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und dann klappte es ja auch endlich mit Heimsiegen. Der 6:3-Erfolg gegen Lugano in der CHL machte den Anfang. In der DEL gewann man dann auch gegen Köln (6:3) und Ingolstadt (5:3). Nachdem man insgesamt sieben Pflichtspiele in Folge (DEL, CHL, Heim, Auswärts) gewann, wurde man von Schwenningen (1:3) auf eigenem Eis wieder ausgebremst.
Auswärts hatte es den Deutschen Meister dann auch erstmals erwischt. In Wolfsburg zog man beim 4:5 n.V. erstmals den Kürzeren auf fremden Eis. Beim 2:5 in Ingolstadt folgte die zweite Auswärtsniederlage in Folge und die erste nach regulärer Spielzeit. Bis zum Jahresende verlor man von den letzten fünf Auswärtsspielen aber nur noch eins – erneut in Wolfsburg (2:3 n.P.).
Zuhause feierte man in den restlichen elf Heimspielen bis zum Jahreswechsel acht Siege. Besonders eine Niederlage sorgte aber derweil für viel Gesprächsstoff – das 6:7 n.V. gegen Düsseldorf. Zum einen wegen der vielen Gegentore, zum anderen, weil man dieses Spiel trotz klarer Führung noch aus der Hand gegeben hatte.

Auswärts hatten die Eisbären-Fans diese Saison jede Menge Grund zum Jubeln. (Foto: Ela on Tour)

Doch inzwischen zeigte sich auch, dass mit den Eisbären dieses Jahr zu rechnen ist. Denn man kassierte nie mehr als zwei Niederlagen in Folge. Was eben an der enormen Auswärtsstärke der Berliner lag. Zudem punktete man zwischen den beiden Heimspielen gegen Nürnberg satte zwölf Spiele in Folge, gewann davon neun Spiele. Die Eisbären waren längst auf Platz eins der Tabelle angekommen. Den Platz sollte man auch nicht mehr abgeben.
Nach dem zweiten Heimspiel gegen Nürnberg gab es noch vier Spiele für die Eisbären bis zur Olympiapause zu absolvieren. Zwei davon gewann man (in Ingolstadt und in München), zwei davon verlor man (gegen München und in Mannheim). Mit der Niederlage gegen Nürnberg kassierte man erstmals drei Niederlagen in Serie. Als Erster ging man in die Länderspielpause. Aus dieser kam man mit fünf Siegen in Serie bestmöglich heraus. Dabei darf man aber nicht vergessen, das zwei dieser fünf Siege nach der Corona-Pause eingefahren wurden. Und zwar mit einem dezimierten Kader, was die Berliner aber nicht davon abhielt, mit 4:0 in Mannheim und 3:2 in Schwenningen zu gewinnen.

Bis zum Saisonende wechselten sich Licht und Schatten bei den Eisbären ab. Man hatte die Playoff-Teilnahme sicher, man war erneut für die CHL qualifiziert, man hatte das Heimrecht in der Tasche und am Ende auch den ersten Platz. Da ließ die Konzentration dann doch zu wünschen übrig. Zwei 2:1-Siege in Back-to-back-Spielen in München und Nürnberg folgten somit zum Ende der Hauptrunde zwei 3:6-Niederlagen gegen bzw. in Straubing. Aber das schärfte nur noch mehr die Sinne der Spieler und im letzten Hauptrundenspiel gegen Bietigheim fand man beim 5:1-Sieg zurück in die Erfolgsspur.

Als Erster gingen die Eisbären Berlin in die Playoffs und waren dort der Top-Favorit. Und doch gab es vor allem eine Baustelle, welche man die gesamte Saison über nicht in den Griff bekam, wenn gleich es zu Saisonende hin deutlich aufwärts ging. Das Powerplay, welches seit Jahren das Problemkind der Eisbären ist, war es auch in dieser Saison wieder. Mit einer Erfolgsquote von nur 18,02 Prozent war man in diesem Ranking nur auf Platz zwölf zu finden. Zu schlecht für eine Mannschaft, die das Ziel Meisterschaft hat.
Dafür stach bereits in der Hauptrunde das Penaltykilling hervor. Platz drei mit einer Erfolgsquote von 83,94 Prozent stand zu Buche. Zwischenzeitlich überstanden die Eisbären 32 Unterzahlspiele in Folge ohne Gegentor auf fremden Eis.

Kurzen Prozess machten die Eisbären Berlin im Viertelfinale mit den Kölner Haien. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im Viertelfinale ging es zunächst gegen die Kölner Haie, welche sich in den Pre-Playoffs gegen Ingolstadt durchgesetzt hatten. Die Berliner galten als der klare Favorit und setzten sich letztendlich auch in drei Spielen souverän gegen die Domstädter durch. Einzig in Spiel eins konnte es Köln eng gestalten und verlor nur denkbar knapp mit 1:2. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre für die Haie da einiges möglich gewesen. Die beiden anderen Ergebnisse fielen da schon deutlicher aus – 5:1 in Köln und 4:0 im entscheidenden dritten Spiel in Berlin.

Hart umkämpft ging es in der Halbfinalserie der Eisbären Berlin gegen die Adler Mannheim zur Sache. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im Halbfinale kam es zum ewig jungen DEL-Klassiker Eisbären Berlin vs. Adler Mannheim. Ein brisantes Detail aus Mannheimer Sicht war sicher dieses, dass die Kurpfälzer seit 20 Jahren auf einen Playoff-Seriensieg gegen die Eisbären warteten.
Spiel eins begann aus Berliner Sicht sehr gut und man führte schnell mit 2:0. Doch die Adler gaben nicht auf und glichen aus. Auch die erneute Berliner Führung konterten die Mannheimer und zwangen die Eisbären so in Spiel eins in die Verlängerung. Die große Chance für die Adler also, das Heimrecht direkt zu klauen. Doch Manuel Wiederer hatte etwas dagegen und schoss die Berliner in der Verlängerung zum ersten Sieg. Wiederer sollte sich im Verlauf der Serie zum Adler-Schreck entwickeln.
Spiel zwei gewannen die Berliner klar mit 6:3 und alles war angerichtet für den Finaleinzug auf eigenem Eis. Doch Mannheim zog den Kopf nochmal aus der Schlinge und gewann Spiel drei in Berlin mit 5:3. Auch Spiel vier holten sich die Mannheimer (4:3) und erzwangen so den ultimativen Showdown in der Hauptstadt. Doch dort erwiesen sich die Eisbären als zu abgezockt und gewannen mit 3:0 und zogen verdient ins Finale ein. Aber die Kurpfälzer hatten den Eisbären in dieser Serie alles abverlangt.

Das Bild der Saison: Deutscher Meister 2022 Eisbären Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären trafen nach fünf hart umkämpften Spielen in nur neun Tagen im DEL-Finale auf Red Bull München, welche vor dem ersten Finalspiel vier Tage frei hatten. Die Eisbären hingegen mussten keine 24 Stunden nach dem fünften Halbfinalspiel das erste Finalspiel bestreiten. Es war das erste von möglichen drei Back-to-back-Spielen für die Berliner, sollte die Finalserie über die volle Distanz von fünf Spielen gehen.
Die Eisbären schockten München in Spiel eins und lagen nach 21 Minuten mit 3:0 vorne. Doch dann ließ die Konzentration nach und man machte entscheidende Fehler, welche München ausnutzte und das Heimrecht dank eines 4:3-Sieges klaute.
In Spiel zwei erwischte München den besseren Start und ging in Führung. Doch die schnelle Antwort durch Leo Pföderl nur 35 Sekunden später war enorm wichtig gewesen. Frans Nielsen brachte die Berliner zu Beginn des letzten Drittels erstmals in Führung. Diese verteidigte man enorm leidenschaftlich, doch zwei Minuten vor dem Ende glich München doch noch aus. Es folgte die Verlängerung und dort ging es für die Hauptstädter um alles. Eine Niederlage wäre gleichbedeutend mit dem Matchpuck für München gewesen. Diesen hätten sie dann nur einen Tag später in der Hauptstadt verwerten können. Doch Frans Nielsen schockte ganz München in der 84. Spielminute und sicherte den Eisbären den 3:2-Sieg in der zweiten Verlängerung und brachte somit das Heimrecht zurück nach Berlin.
Nur einen Tag später ging die Serie also in der Hauptstadt wieder von vorne los und die Eisbären hatten diesmal den besseren Start durch Zach Boychuk, was München aber schnell konterte. Am Ende war es Dominik Bokk vor der zweiten Drittelpause gewesen, welcher den 2:1-Sieg sicherte und Berlin den Matchpuck bescherte.
Zwei Tage später konnten die Eisbären ihre herausragende Saison krönen und taten dies mit einer absoluten Machtdemonstration. Mit 5:0 wurde München in eigener Halle im entscheidenden Finalspiel gedemütigt. Matt White schoss die Eisbären nach einem zuvor nicht gegebenen Tor für München auf die Siegerstraße. Er sollte noch zwei weitere Male treffen und so den Hattrick schnüren. Leo Pföderl und Frans Nielsen erzielten die anderen beiden Tore. Der Rest war Ekstase pur.

Die Eisbären Berlin haben allen Widrigkeiten in den Playoffs getrotzt. Nach fünf Spielen in neun Tagen gegen Mannheim folgten nochmal vier Spiele in nur sechs Tagen gegen München inklusive einer zweimaligen Verlängerung. Doch die Eisbären zogen das gnadenlos durch und holten irgendwo immer wieder Kraft-Reserven raus. Auch die Ausfälle von Yannick Veilleux, Zach Boychuk und Blaine Byron konnten sie nicht stoppen. Weil diese Mannschaft unglaublich zusammenhielt und Jeder für jeden kämpfte. Hinten verteidigte man mit unglaublich viel Leidenschaft und unterstützte somit den alles überragenden Mathias Niederberger im Tor. Und in der Offensive schoss man die Tore immer genau zur richtigen Zeit. Dieser unbändige Wille, dieser Charakter in der Mannschaft, diese Leidenschaft, das alles und noch viel mehr führte am Ende zur erfolgreichen Titelverteidigung.

Was aber auch ein Schlüssel zum Erfolg war, waren die Special Teams. Denn die Eisbären haben es in den Playoffs geschafft, ihr Powerplay rechtzeitig in Form zu bringen. Auf einmal klappte es in Überzahl und man traf in zwölf Spielen elfmal, was einer Erfolgsquote von 26,19 Prozent entsprach. Damit hatte man in den Playoffs das beste Powerplay. Du kannst die ganze Hauptrunde über das schlechteste Powerplay haben. Wenn es in den Playoffs auf den Punkt da ist und funktioniert, hast du alles richtig gemacht.
Auch das Penaltykilling verbesserte sich im Vergleich zur Hauptrunde nochmal deutlich. In den Playoffs war man mit einer Erfolgsquote von 92,50 Prozent das zweitbeste Team. Man ließ in 40 Unterzahlspielen nur ganze drei Gegentore zu. Auch die Special Teams hatten also ihren entscheidenden Anteil an der neunten Meisterschaft.

Goalie Mathias Niederberger wird die Eisbären Berlin nach zwei gewonnenen Meisterschaften Richtung München verabschieden. (Foto: eisbaerlin.de/Netti und Jasmin)

Wer natürlich auch seinen Anteil am erneuten Gewinn der Meisterschaft hatte, war Goalie Mathias Niederberger. Er kam in den zwölf Playoff-Spielen auf eine Fangquote von überragenden 93,56 Prozent. Dazu feierte er drei Shutouts. Und das waren nicht irgendwelche, nein, er spielte jeweils in den entscheidenden Spielen im Viertelfinale, Halbfinale und Finale zu Null – 4:0 vs. Köln, 3:0 vs. Mannheim, 5:0 in München. Das musst du erst einmal schaffen.
Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch dazu, dass Niederberger im Halbfinale schwächelte und er somit auch ein Grund war, weshalb es zu Spiel fünf kam. Wenn du auf deine eigene Leistung aber so reagierst, dann zeugt das davon, was für ein Weltklasse-Keeper Mathias Niederberger ist. Insofern schmerzt sein Abgang nach dieser Saison natürlich enorm. Der deutsche Nationaltorhüter schließt sich ja wie bereits erwartet Finalgegner München an.

Ansonsten ist es natürlich wirklich sehr schwer, einzelne Spieler hervorzuheben. Denn die Meisterschaft war ein absoluter Team-Erfolg einer leidenschaftlich kämpfenden Mannschaft. Aber natürlich sind da die beiden Playoff-Top-Scorer Blaine Byron und Matt White (je 14 Punkte) zu nennen. Matt White hat sich mit seinem Hattrick in Spiel vier in München unsterblich gemacht. Byron hat in den Playoffs bewiesen, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann. Auch sein Abgang wird eine große Lücke in der Offensive hinterlassen.
Über Leo Pföderl (11 Scorerpunkte) und Marcel Noebels (10) braucht man nicht viele Worte verlieren. Die beiden deutschen Nationalstürmer liefern einfach immer ab, wenn es gefordert ist. Egal ob Hauptrunde oder Playoffs. Es ist enorm wichtig, dass man diese Beiden halten konnte.
Frans Nielsen hat bei seiner letzten Karriere-Station noch einmal bewiesen, was für ein Weltstar er ist. Er steuerte in den Playoffs nochmal sieben Scorerpunkte zur Meisterschaft zu. Gerade sein Siegtor in der zweiten Overtime in Spiel zwei in München wird für immer in Erinnerung bleiben.
Manuel Wiederer ist natürlich auch zu nennen, der nach schleppendem Saisonstart, womit aber zu rechnen war, im Verlauf der Saison immer stärker wurde und in den Playoffs zu einem entscheidenden Faktor wurde. Gerade in der Halbfinalserie gegen Mannheim, wo ihm drei Tore gelangen. Gut, dass man ihn in Berlin halten konnte.
Über Frank Hördler braucht man glaube ich nicht viele Worte verlieren. Was er geleistet hat, ist unbeschreiblich. Er hat mit den Eisbären seine neunte Meisterschaft gewonnen und wurde zurecht zum Playoff-MVP gewählt. Nun hat er nur noch einen einzigen Traum: Einmal mit seinem Sohn Eric zusammen für die Eisbären Berlin spielen.
Man könnte eigentlich alle Spieler aufzählen, aber das würde den Bericht sprengen. Doch zwei Spieler muss ich noch hervorheben und das sind ganz klar Kai Wissmann und Jonas Müller. Beide haben punktetechnisch ihre beste Hauptrunde der Karriere gespielt. Beide Verteidiger kamen auf 20 Scorerpunkte (4 Tore/16 Vorlagen). In den Playoffs legten beide Spieler nochmal eine Schippe drauf und kamen auf sieben (Wissmann) bzw. sechs Scorerpunkte (Müller). Vor allen die drei Tore von Jonas Müller in den Playoffs stechen dabei natürlich heraus.
Kai Wissmann hat in dieser Saison den nächsten Schritt in seiner Karriere gemacht und wurde dafür von Bundestrainer Toni Söderholm mit der Nominierung für die WM belohnt. Diese läuft ja aktuell und da bestätigt Wissmann seine Leistungen und sorgt auch in Finnland für Furore.

Zweimaliger Meistertrainer der Eisbären Berlin: Serge Aubin (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären Berlin sind gerade dabei, in eine neue Dynastie zu starten. Auch wenn viele (dazu zählt auch der Autor dieser Zeilen) Fans nicht gerade davon begeistert waren, als Sportdirektor Stéphane Richer damals Serge Aubin (Foto links) als neuen Trainer nach Berlin holte. Diese Investition hat sich mehr als gelohnt und Serge Aubin hat die Eisbären Berlin zusammen mit seinem Trainerteam um Co-Trainer Craig Streu zurück zu alter Stärke geführt. Ja, er hat sie sogar zurück an die nationale Spitze geführt. Aubin hatte seine Visionen, als er in die Hauptstadt kam. Diese setzte er bereits in der wegen Corona abgebrochenen Saison um. Bereits in der damaligen Saison hatte man den Eisbären gute Chancen eingeräumt, am Ende die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Das taten sie dann in der vergangenen Corona-Saison. Diesen Erfolg konnte Aubin in dieser Saison wiederholen und sein Ziel in der neuen Saison wird ganz klar die zehnte Deutsche Meisterschaft und der damit verbundene Hattrick sein.
Das Team dafür wird er zur Verfügung haben. Auch wenn man mit Niederberger, Byron oder Bokk wichtige Stützen im Team verlieren wird. Richer wird erneut für adäquaten Ersatz sorgen und dann werden die Eisbären auch in der nächsten Saison wieder die Gejagten sein. Denn der eingeschlagene Weg wird weiter verfolgt. Mit einem Mix aus erfahrenen und jungen, talentierten Spielern werden die Eisbären ihre Vorherrschaft in der PENNY DEL verteidigen wollen. Und ein anderes Ziel, welches Serge Aubin wichtig ist, hat er auch schon angedeutet: Man will in der CHL ein Wörtchen mitreden, wenn es in der KO-Phase um das Ganze geht. Man blickt also auch nach dem erneuten Gewinn der Meisterschaft in Berlin nur nach vorne. Der Weg dieser Mannschaft ist noch lange nicht beendet. Auch in der neuen Saison wird man wieder angreifen. Und dann werden wir am Ende der Saison 2022/2023 vielleicht von der zehnten Meisterschaft berichten. Zuzutrauen ist es den Eisbären Berlin allemal.

Doch bevor es in die neue Saison geht, verabschieden wir uns erstmal in die wohlverdiente Sommerpause. Wir bedanken uns bei Euch für die Treue während der Saison. Ihr seid einfach eine klasse Community und wir hoffen, Euch auch in der neuen Saison wieder hier begrüßen zu dürfen. Bis dahin wünschen wir Euch eine schöne Sommerpause und alles Gute. Bleibt gesund und vor allem negativ!

5:0 in München: Mit einer Machtdemonstration sichern sich die Eisbären Berlin ihre neunte Meisterschaft!

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #37:

Gestern Abend um 21:54 Uhr war es vollbracht: Die Eisbären Berlin hatten durch einen 5:0-Kantersieg bei Red Bull München die neunte Meisterschaft eingefahren. Danach brachen alle Dämme – sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen. Wobei die Party im Gästeblock, so ehrlich müssen wir sein, schon während des zweiten Drittels begann. Auch wenn gerade wir Eisbären-Fans schon so einiges miterlebt haben, auch wie Spielverläufe sich noch einmal ändern können (Mannheim erinnert sich bestimmt immer wieder gerne an 2012 zurück…), man hatte bei dieser Mannschaft einfach überhaupt keine Bedenken, dass die sich das Ding noch nehmen lassen würden. Und so war es am Ende ja auch, man demütigte den Erzrivalen in deren eigener Halle förmlich und krönte sich damit zum mehr als verdienten Deutschen Meister 2022!

Die große Frage vor dem Spiel war die gewesen, wer es von den Verletzten noch rechtzeitig in den Kader schaffen würde. Blaine Byron hatte es geschafft, Zach Boychuk fiel nach dem üblen Check aus Spiel drei leider aus. Byron nahm den Platz von Boychuk in der ersten Reihe zwischen Marcel Noebels und Leo Pföderl ein. Die zweite Reihe (Clark/Nielsen/White) blieb gleich. In Reihe drei und vier wechselte Trainer Serge Aubin zwei Spieler. Manuel Wiederer rückte von der vierten in die dritte Reihe und stürmte an der Seite von Giovanni Fiore und Mark Zengerle. Dafür rückte Johan Södergran in die vierte Reihe zu Sebastian Streu und Dominik Bokk.
In der Verteidigung blieb alles beim alten, auch auf der Torhüterposition.

Bereits auf der Fahrt nach München und auch vor Spielbeginn war die Stimmung bei allen Eisbären-Fans bestens. Alle waren bereit zum feiern. Natürlich war der Respekt vor München groß, aber uns Fans war eben auch allen klar, zu was die Eisbären zu Leisten im Stande sind, wenn es gefordert ist. Und dass sich die Eisbären das Ding nicht mehr nehmen lassen würden, da waren sich nahezu alle einig. Auch die mitgefahrenen Fan-Ordner unter der Leitung von „Teichi“, der schlicht und einfach keinen Bock mehr gehabt hatte, heute Abend nochmal in der Arena am Ostbahnhof seine Arbeit zu verrichten. Verständlich, auch ich hatte nach fünf Spielen in sieben Tagen nicht mehr viel Benzin im Tank für ein sechstes Spiel in acht Tagen. Aber noch waren ja mindestens 60 Minuten zu spielen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und das München mit viel Wut im Bauch antreten würde, war allen klar. So war es auch, die Hausherren kamen wie die Feuerwehr aus der Kabine und suchten sofort den Weg Richtung Berliner Tor. Es war ihnen anzumerken, dass es für sie um Alles oder nichts ging. Zwei, dreimal brannte es auch zu Beginn lichterloh vor Mathias Niederberger. Doch die „Krake von Riga“ lief in Spiel vier zur Höchstform auf.
Die Eisbären schafften es fortan, den Druck vom Tor etwas wegzunehmen und störten die Münchner Angriffe schon früh. Die Defensive agierte wieder mit viel Leidenschaft. Aber auch die Stürmer unterstützten die Verteidiger. Dieser Team-Gedanke in der Mannschaft ist einfach unglaublich, das sah man gestern Abend mal wieder.
In der achten Minute gab es erstmals Grund zum Jubeln für die heimischen Fans. Justin Schütz hatte im Torraum stehend einen Schuss abgefälscht, doch bereits auf dem Eis wurde auf „kein Tor“ entschieden. Das blieb auch nach Ansicht des Videobeweises so bestehen.
Das sollte München nun doch eigentlich noch mehr Wut im Bauch verschaffen und sie mit aller Macht auf das 1:0 drängen lassen. Doch dem war nicht so, denn die Eisbären erwiesen sich als eiskalt und abgezockt vor dem Tor. Kapitän Frank Hördler, welcher nach dem Spiel noch als Playoff-MVP ausgezeichnet werden sollte, spielte einen Sahne-Pass auf Matt White. Der zog rein ins Drittel, ließ die Verteidigung stehen, ließ sich auch nicht von einem Haken aufhalten und setzte die Scheibe unter die Latte – 1:0 (9.).
Statt dem 1:0 für München stand es aus deren Sicht nun also 0:1. Ein Nackenschlag, welchen man spürte. Die Hausherren auch danach weiter offensiv bemüht, nun aber deutlich hektischer in den Angriffen. Die Eisbären hingegen verteidigten hinten weiter ganz cool und abgezockt. Und wenn sich mal die Chance bot, nach vorne was zu machen, tat man das auch. Mit einer knappen 1:0-Führung ging es dann aber erst einmal in die Kabine und für uns Fans an den Getränke-Stand. Raus aus dem zu heißen Gästeblock in den kalten Umlauf der Münchner Arena. Zeit, um nochmal die Stimmen zu ölen, obwohl das mit dem, was die da drüben Bier nennen, nicht wirklich gut funktioniert. Aber was beschweren wir uns da eigentlich, haben wir doch selber kein ordentliches Bier in der Halle.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Egal, wir wollen hier nicht über Bier philosophieren sondern über das Spiel. Und da stand ein gigantisches (oder soll ich eher galaktisches Mitteldrittel sagen?) bevor. Dabei mussten die Berliner zunächst ein Unterzahlspiel überstehen. Was beinahe schief ging, denn Ex-Eisbär Austin Ortega hätte zweimal treffen können, ja einmal sogar müssen. Da hatte er aber die Rechnung ohne Mathias Niederberger gemacht, der den ersten Schuss sensationell parierte. Der zweite Schuss ging zum Glück nur ans Außennetz, auch wenn die in München den schon im Tor gesehen hatten und erstmal ihre Tor-Hymne anstellten. Aber auch so bekommt man die coolen Eisbären nicht aus der Ruhe gebracht. Da könnt ihr sonst was machen.
Die Antwort darauf folgte auf dem Eis und sie war bitter für München. Innerhalb von 51 Sekunden bogen die Eisbären nämlich auf die Siegerstraße ein. Nicholas B. Jensen auf Matt White, der blitzschnell weiter auf Frans Nielsen und der ließ Henrik Haukeland keine Chance – 2:0 (25.). Riesenjubel im Gästeblock inklusive Bierdusche – was anderes kannste mit dem Zeug ja auch nicht machen.
Kaum hatten wir Fans uns zu Ende gefreut über das zweite Tor, fiel schon das dritte Tor. Diesmal war die Paradereihe dafür verantwortlich. Byron zu Noebels, der zu Pföderl, drin das Ding – 3:0 (26.). Und schon gab es die nächste Bierdusche, aber das war heute jedem Fan egal.
München war nun sichtlich geschockt, während die Eisbären richtig aufgedreht waren. Die Mannschaft von Coach Don Jackson versuchte es in der Folge weiter, doch egal was sie auch machten, sie hatten die Rechnung ohne Mathias Niederberger gemacht. Die „Krake von Riga“ lieferte mal wieder ein sensationelles Spiel ab. War es schon seine Abschiedsvorstellung? Es ist ja schließlich kein Geheimnis, dass der deutsche Nationaltorhüter vor einem Wechsel nach München steht. Im Gegenzug soll übrigens deren Goalie, Henrik Haukeland, nach Berlin wechseln. Aber das sind noch Zukunftsgedanken.
Und was machten die Eisbären im Mitteldrittel noch? Sie legten im Powerplay nach. Kai Wissmann hatte die Scheibe auf das Tor gebracht, Matt White hielt die Kelle rein und erhöhte auf 4:0 (36.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die Kabine.
Noch 20 Minuten waren die Eisbären von der neunten Meisterschaft entfernt, aber wie bereits erwähnt, man hat in diesem Sport schon so viel erlebt, um sich der Sache ganz sicher zu sein. In einem entscheidenden Finale soll ja auch schon mal ein 5:2 verspielt worden sein und die Champagner-Flaschen mussten wieder geschlossen werden. Oder aber sie haben sie zur Frust-Bewältigung damals geleert, könnte ich mir jedenfalls gut vorstellen, dass das damals so war…

Foto: eisbaerlin.de/walker

Aber ich schweife schon wieder ab, also schnell rein ins Schlussdrittel. In der Pause hatten wir schon gemunkelt, dass gleich wieder der „Don-Jackson-Move“ kommt – also Torhüter sehr, sehr früh vom Eis. Dem war aber nicht so, Frechheit. Spielerisch passierte im Schlussdrittel nicht mehr so viel. Die Eisbären mussten ja auch nicht wirklich was tun. Und bei München merkte man immer mehr, wie unzufrieden sie waren. Ihre Spielweise wurde jedenfalls immer härter und auch unsauber. Allen voran Patrick Hager, aber das kennt man ja von ihm. In Berlin macht er sich damit jedenfalls keine Freunde mehr. Aber auch davon ließen sich die Eisbären überhaupt nicht provozieren. Die zogen weiter ihr Spiel durch und ließen hinten überhaupt nichts mehr anbrennen. Und wenn doch was durch kam, keine Sorge, Mathias Niederberger war ja zwischen den Pfosten.
Was war eigentlich auf den Rängen los? Die reinste Party-Stimmung im gefühlt 40 Grad warmen Block. Dementsprechend hatten sich einige Fans schon wieder ihre T-Shirts ausgezogen. Darunter auch „Teichi“, dem man das eigentlich „verboten“ hatte. Aber an „Tagen wie diesen“ darf auch der Chef der Fan-Ordner mal blank ziehen. (Reicht jetzt hoffentlich mit den Erwähnungen, die Bezahlung kannste dann Samstag leisten 😀)
3:35 Minuten vor dem Ende nahm Don Jackson seine Auszeit und zog zudem seinen Goalie. Würde es jetzt zur historischen Aufholjagd kommen? Spaß, ihr könnt euch beruhigen! Ich wollte nur nochmal ein bisschen Spannung rein bringen. Natürlich nicht! Die Eisbären sorgten elf Sekunden vor dem Spielende noch für das Empty-Net-Goal und die damit endgültig perfekte Demütigung von Red Bull München. Matt White machte seinen Hattrick perfekt – 5:0. Er eröffnete das Spiel mit dem Tor zum 1:0, er beendete es anschließend auch mit dem Tor zum 5:0.
Der Rest war Ekstase pur. Die Spieler lagen sich freudetrunken auf dem Eis in den Armen. Wir Fans taten es ihnen auf den Rängen gleich. Egal, ob man den Nachbarn oder die Nachbarin kannte, es wurde jeder verfügbare Fan zum feiern genommen und in den Arm genommen. Schließlich stand um 21:54 Uhr fest: Deutscher Meister 2022 Eisbären Berlin!

Foto: eisbaerlin.de/walker

Sie haben es also vollbracht. Sie haben die Serie in München zugemacht. Die Hoffnung, dass sie das schaffen würden, war ja wie bereits erwähnt bei allen da. Dass es am Ende aber so deutlich wurde, ja fast schon eine Demütigung wurde, damit hatte keiner gerechnet. Wobei man aber sagen muss, dass es dieser Mannschaft zuzutrauen war. Nach dieser Saison, nach diesen Playoffs. Aber darauf gehe ich im Saison-Fazit nochmal genauer ein.
Diese Mannschaft hat eben immer einen Weg gefunden, Spiele zu gewinnen. Egal, was benötigt wurde, die Mannschaft hat geliefert. Und dazu zählen alle Spieler – von hinten bis vorne. Dazu der unglaubliche Staff hinter dem Team unter der Leitung von Trainer Serge Aubin und Co-Trainer Craig Streu.
Gestern traf man auf einen Gegner, der mit enorm viel Wut im Bauch antrat, um diese Serie nochmal nach Berlin zurückzuschicken. Chancen hatte München auch, aber Mathias Niederberger ist der Spezialist in Entscheidungsspielen – 3:0 vs. Mannheim, 4:0 vs. Köln, 5:0 in München. Wahnsinn, dieser Teufelskerl!
Seine Vorderleute haben auch in Spiel vier wieder einen brillanten Job gemacht. Und die Stürmer, welche sich auch sehr stark mit in die Defensivarbeit eingebunden haben, sorgten vorne genau in den richtigen Momenten für die Tore.
Dazu die Special Teams, welche in den Playoffs abgeliefert haben. Das Penalty Killing war bereits in der Hauptrunde bärenstark. Das Powerplay nahm in den Playoffs endlich an Fahrt auf und konnte wichtige Tore erzielen.
Am Ende war es also ein Erfolg der gesamten Mannschaft. Ein Erfolg des unbedingten Willens, der unbändigen Leidenschaft, der Charakterstärke, und, und, und…

Erwartungsgemäß fuhren die Fan-Busse gestern erst nach Mitternacht aus München zurück. Na klar, man wollte mit der Mannschaft zusammen feiern. Genau wie wir genossen auch die Spieler die gemeinsame Meisterfeier. Einer, der seit gestern wahrscheinlich noch immer nicht nüchtern ist, ist Leo Pföderl. Jedenfalls war er es bei Ankunft in Berlin heute immer noch nicht. Aber die Jungs haben sich das sowas von verdient und sollen diesen Mannschaftserfolg auch so lange wie möglich feiern.
Morgen gibt es den Empfang am Roten Rathaus und am Samstag steigt dann die große Meister-Party an der Mercedes-Benz Arena.

Wer aber hier auch noch kurz erwähnt werden sollte: Ein großes Dankeschön an Ela und Britta von Ela on Tour für die beiden hervorragend organisierten Auswärtsfahrten nach München. Ihr beide macht einen Riesenjob! 

2:1 gegen München! Die Eisbären Berlin holen sich den Matchpuck im Kampf um die Deutsche Meisterschaft

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #36:

Die Eisbären Berlin sind nur noch einen Schritt vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft entfernt. Das dritte Finalspiel entschieden die Berliner mit 2:1 (1:1,1:0,0:0) und sicherten sich mit dem ersten Heimsieg im siebten Duell den Matchpuck.

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte für das vierte Spiel in den letzten fünf Tagen seinen Kader auf zwei Positionen. Mark Zengerle und Johan Södergran rückten für Bennet Roßmy und Blaine Byron in den Kader.
Dadurch kam es im Sturm zu Änderungen. Byron wurde in der ersten Reihe von Zach Boychuk ersetzt. Neben ihm spielten Marcel Noebels und Leo Pföderl. Die zweite Reihe um Kevin Clark, Matt White und Frans Nielsen blieb zusammen. Die beiden Neuen Zengerle und Södergran stürmten in der dritten Reihe zusammen mit Giovanni Fiore. Und die vierte Reihe bildeten Dominik Bokk, Manuel Wiederer und Sebastian Streu.
In der Defensive blieb alles beim alten, somit also auch wieder Mathias Niederberger im Tor.

Beide Mannschaften trafen zum siebten Mal in dieser Saison aufeinander und die Statistik sprach für München. Denn in den bisherigen sechs Duellen gewann stets der Gast. Diese Serie sollte aus Eisbären-Sicht heute natürlich ein Ende finden. Es ging nämlich um nichts anderes als den Matchpuck am Mittwochabend in München. Und den wollten natürlich beide Mannschaften holen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Schon vor dem ersten Bully standen alle Fans in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena. Gänsehaut-Stimmung war für Spiel drei der Finalserie also garantiert. Auch aus München waren diesmal deutlich mehr Fans mitgereist als das noch in Spiel eins der Fall war.
Von der Stimmung beflügelt legten beide Teams gleich ordentlich los. Zach Boychuk traf den Pfosten und auf der Gegenseite rettete Mathias Niederberger zweimal ganz stark. Von Abtasten und langsam ins Spiel finden war hier jedenfalls auf beiden Seiten keine Spur. Das sich beide gestern Nachmittag noch gegenüber standen und in die zweite Overtime ging, merkte man beiden Teams auch nicht an.
Die Eisbären waren die aktivere Mannschaft, München nach den ersten beiden Chancen erstmal nur in die Defensive gedrängt. Daraus resultierte die erste Strafzeit gegen München und das erste Tor für die Berliner. Konrad Abeltshauser wollte die Scheibe aus der Rundung spielen, traf dabei jedoch einen Schlittschuh eines Eisbären-Spielers. So rutschte die Scheibe in den Slot direkt auf die Kelle von Zach Boychuk und der hämmerte die Scheibe humorlos in die Maschen – 1:0 (5.). Der Traumstart war perfekt und zugleich war diese Führung auch hochverdient.
Die Eisbären blieben aber nicht am Drücker und München suchte nach einer Antwort. Die fand Zach Redmond in der siebten Spielminute, fast aus identischer Position wie in Spiel eins, als er den Siegtreffer erzielte – 1:1.
München fortan deutlich besser im Spiel und mit viel Druck auf das Berliner Tor. Mathias Niederberger bekam in dieser Phase viel zu tun. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Druck immer größer und die Eisbären hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn sie in Rückstand geraten wären.
Die Chance auf die Führung hatten die Gäste vom Oberwiesenfeld in der 13. Spielminute, als Morgan Ellis die erste Berliner Strafzeit kassierte. Aber das Penaltykilling funktionierte gestern schon richtig gut und das setzte sich heute mit viel Leidenschaft fort.
Zum Ende des ersten Drittels fanden die Eisbären auch wieder den Weg vor das Münchner Tor und konnten dort für Gefahr sorgen, doch Henrik Haukeland zeigte ebenfalls seine Extraklasse. Diese zeigte auch Niederberger nochmal eine Minute vor dem Ende bei einem Onetimer von Ben Street.
Der Spielstand von 1:1 schmeichelte den Eisbären, wenn man ehrlich ist, dann doch. München hatte das klare Chancenübergewicht. Aber entscheidend ist eben das, was auf dem Videowürfel steht und da stand eben ein 1:1. Nach gutem Start war den Eisbären dann verständlicherweise doch die schwindende Kraft anzumerken. Schließlich war es Spiel vier in den letzten fünf Tagen. Das geht eben nicht spurlos an der Mannschaft vorbei und doch gaben sie weiterhin alles.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auch im zweiten Drittel stimmte der Einsatz. Beide Teams suchten jetzt immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor und dann auch den Abschluss. Doch die beiden Goalies, Mathias Niederberger und Henrik Haukeland, waren nicht so einfach zu bezwingen. Weiterhin war München den Eisbären läuferisch überlegen, was aber keinen wunderte.
Doch die Eisbären warfen wieder alles rein und hatten auch ihre Aktionen vor dem gegnerischen Tor. Auf jeden Fall war zu sehen, dass die Eisbären nicht mehr unter dem dauerhaften Druck der Münchner standen.
Immer mehr dominierten die Zweikämpfe auf dem Eis das Spiel, beide Mannschaften kämpften verbissen um jede Scheibe und wollten nicht den einen, entscheidenden Fehler machen.
Was in so einem Finalspiel nicht passieren darf, sind strittige Schiedsrichter-Entscheidungen. Zach Boychuk wurde bei einem Zwei-auf-Eins-Konter klasse am langen Pfosten angespielt und hätte die Scheibe nur im Tor versenken müssen. Doch Trevor Parkes gab ihm einen Stock-Check und so kam Boychuk zu Fall. Die Pfeife der beiden Hauptschiedsrichter blieb stumm, warum auch immer. Im Gegenzug schickten sie dann Frans Nielsen wegen eines Beinstellens auf die Strafbank. Eine berechtigte Strafe, aber das war die gegen Parkes auch und die gab es nicht. Zum Glück überstanden die Hauptstädter diese Unterzahl wieder ohne Gegentor dank ihres starken Penaltykillings.
Zwei Minuten vor dem Ende die dicke Chance zur Führung für München. Maximilian Daubner wurde frei vor dem Tor angespielt und bekam das 1-1 gegen Mathias Niederberger, doch der Nationaltorhüter behielt ganz stark die Oberhand in diesem Duell.
Und direkt im Gegenzug zeigten die Eisbären, was passiert, wenn man die Scheibe einfach mal auf das Tor bringt. Kai Wissmann brachte die Scheibe auf das Tor, Dominik Bokk war im Zweikampf mit Zach Redmond und fälschte die Scheibe unhaltbar für Haukeland ab. Die beiden Hauptschiedsrichter Sean MacFarlane und Aleksi Rantala fuhren aber nochmal zum Videobeweis. Der Verdacht: Ein hoher Stock. Doch wenn dann war der Schläger von Redmond zu hoch. Das Tor zählte also – 2:1 (39.). Das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt. Die Eisbären nahmen diese wichtige 2:1-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Früh im Schlussdrittel die große Chance für die Berliner, in Überzahl das dritte Tor nachzulegen. Das erste Powerplay war ja schon erfolgreich gewesen. Doch daran konnten die Eisbären nicht anknüpfen, weil München ein starkes Penaltykilling zeigte und die Unterzahl ohne Gegentor überstand.
Nun hatten wir im Schlussdrittel die gleiche Situation wie gestern Nachmittag am Oberwiesenfeld. Die Berliner führten mit 2:1 und wollten das natürlich bis zum Ende verteidigen. Wenn möglich natürlich auch nachlegen. Und München war natürlich wieder auf der Suche nach der Lücke, um den Ausgleich zu erzielen. Gestern dauerte es bis zur 58. Spielminute, ehe sie diese fanden und das Spiel in die Verlängerung schickten. Darauf konnten wir Berliner heute nun wirklich verzichten.
Die Partie blieb hart umkämpft. Beide Mannschaften wussten, was auf dem Spiel stand. Und der Druck war natürlich bei der Mannschaft von Coach Don Jackson. Doch noch fand er bzw. seine Mannschaft keinen Schlüssel gegen die kompakte Berliner Defensive. Die Hausherren konzentrierten sich vorerst auf eine sichere Defensive und lauerten auf Konterchancen.
Je näher das Ende der regulären Spielzeit rückte, desto mehr Risiko musste München gehen. Und das eröffnete den Eisbären Platz zum kontern, doch noch stand Henrik Haukeland dem vermeintlich entscheidenden 3:1 im Weg.
Die Eisbären schafften es gut, München vom eigenen Tor fernzuhalten. Die erwartete Schluss-Offensive der Münchner suchte man bis dato vergebens. Was aber an der enorm starken Verteidigung der Gastgeber lag, die wieder einmal mit viel Leidenschaft verteidigte.
Don Jackson nahm in den letzten zwei Minuten seine Auszeit. Er gab seinen Jungs die letzten Anweisungen mit auf den Weg, um hier erneut eine Verlängerung zu erzwingen. Kurze Zeit später ging Haukeland aus seinem Tor und München versuchte es fortan mit sechs Spielern. Doch auch das half nichts mehr, die Eisbären brachten diesmal das knappe 2:1 über die Zeit und sicherten sich damit den Matchpuck. Am Mittwochabend könnten die Hauptstädter somit ihren Meistertitel am Oberwiesenfeld verteidigen.

Siegtor nach 83:37 Minuten: Frans Nielsen schießt die Eisbären zum Auswärtssieg am Oberwiesenfeld und holt das Heimrecht zurück nach Berlin

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #35:

Diese Mannschaft ist unglaublich! Die Eisbären Berlin haben das zweite Finalspiel beim EHC Red Bull München mit 3:2 n.V. (1:1,0:0,1:1/0:0,1:0) gewonnen und die Finalserie damit ausgeglichen. Somit ist auch das Heimrecht wieder beim Deutschen Meister. Diese Moral und dieser Wille im dritten Spiel in vier Tagen ist einfach unbeschreiblich. Mit dem Rücken zur Wand und den letzten Körnern kämpften sich die Hauptstädter zum Sieg.

Trainer Serge Aubin nahm eine Änderung am Personal vor. Bennet Roßmy rückte in den Kader, Korbinian Geibel musste dafür auf die Tribüne. Eric Mik rotierte damit wieder in die Verteidigung und war nominell siebter Verteidiger. Roßmy wurde in die vierte Reihe an die Seite von Sebastian Streu und Manuel Wiederer gesetzt. Auch die zweite und dritte Reihe wurde leicht geändert. Matt White bildete die dritte Reihe zusammen mit Frans Nielsen und Kevin Clark. In der zweiten Reihe fand man Dominik Bokk, Giovanni Fiore und Zach Boychuk. Einzig die erste Reihe (Noebels/Byron/Pföderl) blieben zusammen.
In der Defensive blieben die drei Pärchen zusammen, nur die Position des siebten Verteidigers wurde neu besetzt. Im Tor stand erneut Mathias Niederberger.

Schon vor dem Spiel war die Stimmung im Berliner Block prächtig. Allerdings platzte dieser auch aus allen Nähten, weil München mal wieder mehr Karten verkaufte als sie eigentlich Platz hatten. Aber nun gut, so waren wir eben noch lauter als wir es ohnehin gewesen wären. Und den Support auf den Rängen haben die Eisbären-Fans mehr als deutlich für sich entschieden.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Hausherren starteten erwartungsgemäß druckvoll und wollten früh in eigener Halle in Führung gehen. Die Eisbären standen also von Beginn an gehörig unter Druck, überstanden diesen aber. Mit zunehmender Spieldauer kamen die Eisbären besser ins Spiel und drückten dem Spiel auch ihren Stempel auf. Man hatte dann auch die Chance, im ersten Powerplay der Partie in Führung zu gehen, aber Henrik Haukeland im Tor ließ nichts durch.
Gerade als man das Gefühl hatte, die Eisbären wären am Drücker, schlugen die Hausherren zu. Frederik Tiffels schickte Trevor Parkes auf die Reise und der ließ Mathias Niederberger keine Chance – 0:1 (13.).
Es passierte also genau das, was die Berliner vermeiden wollten. Doch die Reaktion darauf war bärenstark. Nur 35 Sekunden hielt die Münchner Führung, dann ackerte Leo Pföderl die Scheibe förmlich ins Tor. Im Fallen drückte er sie letztendlich über die Linie nach einer überragenden Einzelleistung – 1:1 (13.). Der enorm wichtige Ausgleich und die richtige Reaktion auf den Rückstand.
Danach die Eisbären weiter im Vorwärtsgang und mit guten Chancen, München kam nur noch selten vor das Berliner Tor. Einzig die Belohnung fehlte, denn es blieb nach 20 Minuten beim 1:1. Aber der Eindruck der Eisbären stimmte die Fans positiv.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im zweiten Drittel hatten die Berliner dann aber arge Probleme mit ihrer Disziplin. Gleich dreimal musste man in Unterzahl ran, davon eine Minute sogar in doppelter Unterzahl. München erhöhte jetzt die Schlagzahl und nahm Mathias Niederberger immer wieder unter Beschuss. Die Eisbären mussten Schwerstarbeit vor dem eigenen Tor verrichten, überstanden diese brenzligen Situationen aber. Doch man hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn man in Rückstand geraten wäre. Denn auf der Strafbank fand man die Hauptstädter im Mitteldrittel zu oft und es ist bekannt, dass man dort keine Spiele gewinnt sondern sie eher verliert.
Als aber 5-5 gespielt wurde, merkte man, wie stark die Eisbären da sind. Da hatten die Hausherren dann Probleme mit den Eisbären. Nur leider spielte man zu selten 5-5. Das Gute aus Sicht der Eisbären war der Spielstand nach 40 Minuten. Aber eins war ihnen auch klar, wollte man hier erfolgreich sein, musste man disziplinierter spielen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Zu Beginn des letzten Drittels waren die Hauptstädter in Überzahl und da zeigten sie den Gastgebern mal, wie man das effektiv nutzt. Leo Pföderl und Blaine Byron setzten Frans Nielsen in Szene und der ehemalige NHL-Star behielt die Nerven – 2:1 (41.).
Fortan die Eisbären mit ihrem besten Drittel in diesem Spiel. Vorne sorgte man immer wieder für Gefahr, hinten verteidigte man mit enorm viel Leidenschaft und ließ kaum etwas der Hausherren zu. Je näher das Ende des letzten Drittels rückte, umso mehr Platz bekamen die Berliner. Nur leider konnten sie ihre guten Chancen nicht verwerten.
Und wie es dann im Sport und besonders im Eishockey ist: Wenn du deine Dinger vorne nicht nutzt, fängst du dir hinten einen ein. Henrik Haukeland hatte gerade das Eis verlassen, Ben Street passte die Scheibe vor das Tor, wo sie unglücklich zu Trevor Parkes durchkam und der ließ sich diese Chance nicht nehmen – 2:2 (58.).
Spielerisch gab es anschließend keine Höhepunkte mehr, einzig ein sauberer Fight zwischen Patrick Hager und Manuel Wiederer sorgte nochmal für Aufsehen. Beim Spielstand von 2:2 ging es letztendlich in die erste Verlängerung. Und das konnte eigentlich keiner so recht fassen. Denn die Berliner spielten ein bärenstarkes Drittel, am Ende fingen sie sich dann aber doch noch den Ausgleich ein.

Die große Frage war gewesen, wieviel Benzin die Eisbären noch im Tank hatten? Man merkte ihnen deutlich an, dass die letzten drei Spiele (inklusive dem heute) enorm viel Kraft gekostet hatten. Die Verlängerung war vor allem von viel Kampf geprägt. Keine Mannschaft wollte den entscheidenden Fehler machen. Wenn eine Mannschaft für Gefahr sorgte, dann waren es die Hausherren. Die Eisbären hatten dagegen die dicke Chance, in Überzahl das Spiel zu entscheiden. Aber München verteidigte das ganz stark weg.
Der Abnutzungskampf in der ersten Overtime endete torlos, aber wie bereits erwähnt mit Vorteilen für die Mannschaft von Don Jackson.

Es ging also tatsächlich in die zweite Verlängerung und nicht wenige dachten wohl, dass jetzt viel für München sprechen würde. Schließlich hatten die vier Tage Pause, während die Eisbären quasi Nonstop spielten. Doch die Moral der Eisbären ist unglaublich. Kai Wissmann störte den Spielaufbau der Gastgeber, Matt White nahm die Scheibe mit, fuhr ins Angriffsdrittel, sah Frans Nielsen links komplett frei stehen und der behielt die Nerven und zimmerte die Scheibe ins lange Eck – 3:2 (84.). Der Rest war purer Jubel auf dem Eis und auf den Rängen. Es gab kein Halten mehr und alle Dämme brachen. Die Spieler auf dem Eis bejubelten den so wichtigen Ausgleich in der Serie und die Fans auf den Rängen waren auch 30 Minuten nach Spielende immer noch auf ihren Plätzen und sangen durch.

Wow! Was für eine Energieleistung der Eisbären Berlin! Die Hauptstädter absolvierten heute ihr drittes Spiel in den letzten vier Tagen und mussten auch noch in eine zweimalige Verlängerung. Doch die Mannschaft hat nie aufgegeben, hat immer an sich geglaubt und wurde am Ende dafür belohnt. Während des Spiels war es ein Auf und Ab für die Berliner. Man musste zunächst den Druck der Hausherren überstehen, war danach dann aber selbst am Drücker und ließ sich auch nicht vom Rückstand aus dem Konzept bringen. Ganz im Gegenteil, ganze 35 Sekunden später gab man die direkte Antwort.
Im Mitteldrittel musste man viel leiden, weil man sich selbst mit unnötigen Strafzeiten schwächte. Doch man kämpfte sich da durch und so stand es auch nach 40 Minuten Unentschieden.
Irgendwann hätten die Kräfte doch mal nachlassen müssen, dachte ich mir jedenfalls. Aber die Eisbären spielten weiter nach vorne und waren im letzten Drittel die klar bessere Mannschaft, welche auch sofort in Führung ging. Danach verteidigte man mit enorm viel Leidenschaft und war auf dem Weg zum ersehnten Auswärtssieg. Doch Trevor Parkes machte den Berlinern mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend einen Strich durch die Rechnung.
Es ging also in die Verlängerung und sind wir ehrlich, da merkte man den Eisbären schon die schwindenden Kräfte an. München war dem Sieg näher als die Eisbären. Doch die Moral und der Wille in der Mannschaft waren eben unglaublich und so gewann man dank dem zweiten Tor von Frans Nielsen tatsächlich Spiel zwei und holte das Heimrecht zurück nach Berlin. Bereits morgen Abend geht es mit Spiel drei in der Hauptstadt weiter.

3:4 nach 3:0-Führung: Die Eisbären verlieren trotz kämpferischer Leistung Spiel eins

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #34:

Die Eisbären Berlin haben das erste Finalspiel gegen Red Bull München knapp mit 3:4 (2:0,1:3,0:1) verloren. Die Eisbären zeigten eine starke Leistung und führten nach 21 Minuten mit 3:0. Danach verließen sie aber zunehmend die Kräfte, während München den Druck erhöhte. Die Mannschaft von Don Jackson drehte am Ende die Partie und klaute damit das Heimrecht. Die Eisbären kämpften bis zum Ende aufopferungsvoll, wurden für den Einsatz aber nicht belohnt.

Keine 24 Stunden nach dem fünften und entscheidenden Halbfinalspiel gegen Mannheim mussten die Eisbären wieder antreten. Für dieses erste Finalspiel änderte Trainer Serge Aubin sein Personal überhaupt nicht. Es kam kein neuer Spiel in den Kader und auch die Reihen blieben zusammen. Warum sollte er auch was ändern, denn das gestrige Spiel war eine enorm starke Leistung der Berliner, vor allem in der Defensive. Genau daran galt es heute anzuknüpfen, um den ersten Sieg in der Finalserie zu holen.

Beide Teams trafen zum fünften Mal in dieser Saison aufeinander. Und das Heimrecht der Eisbären war rein statistisch gesehen kein gutes Omen. Denn in allen vier Hauptrundenduellen behielt stets die Gast-Mannschaft die Oberhand. Und auch eine weitere Statistik sprach gegen die Berliner: Von den bisherigen drei Playoff-Serien gewannen die Hauptstädter keine. Aber Serien sind dazu da, um gebrochen zu werden. Und so eine Finalserie wäre der perfekte Anlass dafür.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die große Frage war natürlich die, welche Mannschaft im Vorteil war. Die Eisbären, weil sie im Rhythmus drin waren oder aber München, weil sie vier Tage Pause hatten seit dem letzten Spiel.
München hatte auf jeden Fall einen Blitzstart, Trevor Parkes kam aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, Mathias Niederberger war aber zur Stelle. Nur wenige Sekunden später war es erneut Parkes, welcher gefährlich abfälschte. Da war noch keine Minute gespielt. Die Gäste vom Oberwiesenfeld waren vom ersten Wechsel an hellwach und übernahmen von Beginn an die Spielkontrolle. Für die Eisbären ging es daher erst einmal darum, die erste Welle von München zu überstehen.
Das taten sie und konnten sich nach rund fünf Minuten selbst erstmals im Münchner Drittel festsetzen und die ersten ein, zwei Schüsse abfeuern. Nun nahm die Partie an Fahrt auf und es ging rasant hin und her. Beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten immer wieder den Weg zum Tor und dort dann auch den schnellen Abschluss. Es entwickelte sich von Beginn an ein packender und spannender Playoff-Fight. Aber genau das war auch zu erwarten bei diesen beiden Mannschaften.
Die gefährlicheren Chancen hatten die Gäste. In der zwölften Spielminute kam Frederik Tiffels zweimal zum Abschluss und hatte dabei zu viel Platz, Mathias Niederberger war aber auf der Hut. Und im Gegenzug klingelte es im Münchner Tor. Kevin Clark hatte mal einen satten Schlagschuss ausgepackt und damit Henrik Haukeland keine Chance gelassen. Die Scheibe schlug unter der Latte ein – 1:0 (12.). Der erste Jubel-Orkan stürmte durch die Arena am Ostbahnhof. Das war genau der Start, den die Berliner haben wollten. Denn wenn man einem Rückstand hätte hinterher rennen müssen, hätte das nach der anstrengenden und kräfteraubenden Serie gegen Mannheim nur noch mehr Kraft gekostet. So konnten die Eisbären weiter an ihrem Spielplan festhalten.
Die Chance, die Führung direkt auszubauen, gab es nur kurze Zeit später, als München die erste Strafzeit der Partie kassierte. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten nutzten sie das Powerplay auch aus. Über Matt White und Kevin Clark kam die Scheibe von hinter dem Tor zu Zach Boychuk, ein Münchner Verteidiger wollte noch klären, doch die Scheibe kam direkt durch und Boychuk versenkte die Scheibe im langen Eck, gegen die Laufrichtung von Haukeland – 2:0 (15.).
Der Traumstart war endgültig perfekt. Und die große Frage, wie München darauf reagieren würde. Denn sie hatten sicherlich mit allem gerechnet, aber bestimmt nicht mit einem so schnellen Zwei-Tore-Rückstand. Den Eisbären konnte es nur recht sein, sie nahmen die Euphorie von gestern direkt mit ins erste Finalspiel und machten genau dort weiter, wo sie aufgehört haben. Und der Spielstand war Balsam für das Selbstvertrauen der Eisbären, welches dadurch immer größer wurde. Mit der 2:0-Führung ging es letztendlich auch in die erste Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das zweite Drittel begann gleich mit dem nächsten Eisbären-Tor. Ganze 43 Sekunden dauerte es, da stand es bereits 3:0. Und endlich scorte die Paradereihe wieder einmal im Zusammenspiel. Leo Pföderl war der Torschütze, Marcel Noebels und Blaine Byron die Vorbereiter. Wow, damit hatte keiner vor dem Spiel gerechnet! Gerade nachdem die Eisbären gestern noch spielen mussten und München seit vier Tagen spielfrei hatte.
München versuchte danach eine Antwort zu finden. Nur ihr Problem war, das Mathias Niederberger anscheinend genau zur richtigen Zeit seine Form und seine Sicherheit wieder gefunden hatte. Egal was bisher auf sein Tor kam, es war eine sichere Beute des deutschen Nationaltorhüters.
Die „Krake von Riga“ war auch gefordert, als es in der 26. Spielminute die erste Strafzeit gegen die Eisbären gab. Und es war gleich ein vierminütiges Unterzahlspiel, denn Kevin Clark kassierte wegen eines hohen Stocks gleich 2+2-Minuten. Die große Chance für München also, hier einen Fuß in die Partie zu bekommen. Und die Gäste setzten sich im Angriffsdrittel fest, brachten jede Scheibe zum Tor und sorgten für viel Gefahr vor Mathias Niederberger. Doch der Teufelskerl entnervte die Münchner Spieler reihenweise. Doch nach fast zwei Minuten Powerplay war dann auch der Berliner Schlussmann geschlagen – oder doch nicht? Die beiden Hauptschiedsrichter Marian Rohatsch und André Schrader entschieden auf dem Eis auf „kein Tor“, fuhren aber zur Sicherheit nochmal zum Videobeweis. Dort erkannten sie, dass die Scheibe nicht mit vollem Umfang über der Linie war und somit blieb die „On-Ice-Entscheidung“ bestehen. Was für ein Save von Mathias Niederberger also gegen Ex-Eisbär Austin Ortega! Ihn zu überwinden, schien heute fast unmöglich. Gerade auch mit der Verteidigung vor ihm. Manuel Wiederer zum Beispiel, welcher sich in einen Schuss warf, der ihm aber deutlich Schmerzen verursachte. Egal, es ist Playoff-Time. Da schütteln sich die Jungs kurz und weiter geht`s.
Aber neun Sekunden vor Ablauf der vierminütigen Unterzahl schlug es dann doch hinter Niederberger ein. Und der Anschlusstreffer war auch verdient. Patrick Hager war der Torschütze gewesen – 3:1 (30.).
München hatte nun neuen Mut geschöpft und merkte, dass das Spiel hier noch lange nicht verloren war. Erst recht nicht, als Patrick Hager acht Minuten vor der zweiten Drittelpause erneut traf – 3:2 (32.).
Sechs Minuten waren noch auf der Uhr, da ging die Partie wieder von vorne los. München war inzwischen die aktivere und bessere Mannschaft. Die Eisbären wirkten jetzt doch angeschlagen und ausgelaugt. Ben Smith stellte auf 3:3 (35.).
Nun war eine Reaktion der Hausherren gefordert. Nur die Frage war, wie viel Benzin noch im Tank war nach der anstrengenden Serie gegen Mannheim? Hatte man vielleicht sein Pulver schon in den ersten 21 Minuten verschossen? Was auf jeden Fall auffiel: Man hatte mit der Strafzeit gegen Kevin Clark seinen Spielplan verlassen und war von da an neben der Spur. Auch wenn man das Unterzahlspiel fast die vollen vier Minuten über super verteidigte. Am Ende war der Druck von München zu groß und das Gegentor eine Frage der Zeit. München war danach im Aufwind und krönte seine Aufholjagd mit dem Ausgleich. Die Eisbären waren nun auf der Suche nach einer Antwort, versuchten wieder Ruhe in ihr Spiel zu bekommen. Doch das fiel ihnen nicht so leicht. Was ihnen aber gelang: Sie hielten das 3:3 bis zum Drittelende und konnten so in der zweiten Drittelpause wieder die Akkus aufladen für das letzte Drittel.

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Im letzten Drittel mussten die Eisbären nach vier Minuten erneut in Unterzahl ran. Ein enorm wichtiges Unterzahlspiel für die Eisbären, die einen Rückstand in dieser Phase des Spiels unbedingt vermeiden wollten. Das schafften sie mit enorm viel Leidenschaft.
Die Partie lebte nun vor allem von der Spannung. Die Zweikämpfe wurden härter und intensiver. Beide Mannschaften wollten auf der einen Seite das evtl. entscheidende Tor erzielen, auf der anderen Seite aber auch den wohlmöglich entscheidenden Fehler vermeiden.
Mitte des letzten Drittels bot sich den Eisbären die Riesenchance zur erneuten Führung, als sie ein Powerplay hatten. Der doppelte Torschütze Patrick Hager musste wegen eines Beinstellens in die Kühlbox. Wenn es einen perfekten Zeitpunkt für ein Tor geben würde, dann wäre er genau in diesem Moment. Die Hauptstädter versuchten es auch, aber München ließ kaum etwas gefährliches zu und überstand die Unterzahl problemlos ohne Gegentor.
Die Zeit lief gnadenlos runter und bei jedem Angriff stockte den Fans in der Arena am Ostbahnhof, in der heute Abend übrigens 10.015 Zuschauer waren, der Atem. Jeder Schuss hätte die Entscheidung bringen können. Und 5:22 Minuten vor dem Ende schlug der Verteidiger des Jahres Zach Redmond eiskalt zu – 3:4 (55.). München hatte die Partie komplett gedreht.
Nun waren die Eisbären gefordert, noch einmal alles nach vorne zu werfen. Und das nur einen Abend nach dem fünften Spiel gegen Mannheim. Das Spiel gegen die Adler hatte genauso viel Kraft gekostet wie das heutige erste Finalspiel. Über Sinn und Unsinn der Ansetzung dieser Finalserie gibt es denke ich keine zwei Meinungen. Sie wird dieser Finalserie nicht gerecht. Aber das scheint den Herrschaften in der Führungsetage der PENNY DEL herzlich egal zu sein. Sie müssen ja nicht diesen Kraftaufwand betreiben. Der sportliche Wert dieser Finalserie stand bereits vor Beginn dieser nicht im Mittelpunkt. Denn sportlich fair würde diese Finalserie so oder so nicht entschieden werden. Und das schreibe ich nicht, weil die Eisbären einen 3:0-Vorsprung drohten, zu verspielen. Dass das passieren könnte, wenn München das Tempo anziehen würde, war wohl allen klar. Denn die Mannen von Coach Don Jackson hatten eben noch jede Menge Benzin im Tank nach vier Tagen frei.
Die Eisbären kämpften aber bis zum Ende, denn sie konnten nichts gegen die Ansetzung der PENNY DEL machen. Serge Aubin riskierte alles, nahm seine Auszeit und Goalie Mathias Niederberger vom Eis. Doch es half alles nichts. Die Eisbären verloren Spiel eins gegen München und gaben das Heimrecht somit an Red Bull ab. Damit stehen die Berliner am Sonntag am Oberwiesenfeld bereits gehörig unter Druck. Aber morgen können die Eisbären die Akkus wieder aufladen, um am Sonntag in München zurückzuschlagen. Denn so überlegen ist München definitiv nicht. Und wenn man bedenkt, wer eine Woche Pause hatte und wer gestern noch gespielt hat, dann können die Eisbären nach dem Spiel mit erhobenem Kopf und voller Stolz vom Eis gehen. Diese Serie ist noch lange nicht entschieden.

3:0 gegen Mannheim! Die Eisbären Berlin ziehen ins DEL-Finale gegen den EHC Red Bull München ein!!!

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #33:

FINNNNNNAAAALLLLLEEEE!!! Die Eisbären Berlin haben das alles entscheidende fünfte Halbfinalspiel gegen die Adler Mannheim mit 3:0 (0:0,1:0,2:0) gewonnen und sind damit zum zweiten Mal in Folge ins DEL-Finale eingezogen. Dort trifft man bereits ab morgen Abend auf den EHC Red Bull München.

Eisbären-Coach Serge Aubin rotierte auch im alles entscheidenden fünften Spiel wieder. Nicholas B. Jensen kam zurück ins Line-up, dafür musste Johan Södergran als Importspieler auf die Tribüne. Jensen nahm den Platz in der Verteidigung neben Simon Després ein. Dort verteidigte am Dienstag noch Eric Mik. Der Allrounder rückte heute in die vierte Reihe zu Dominik Bokk und Sebastian Streu, welcher für Bennet Roßmy in den Kader kam. Die Paradereihe (Pföderl/Byron/Noebels), welche bisher noch nicht funktioniert hatte, blieb zusammen. Die zweite und dritte Reihe stellte Aubin aber um. In der zweiten Formation stürmten Giovanni Fiore, Zach Boychuk und Matt White. In der dritten waren es Kevin Clark, Manuel Wiederer und Frans Nielsen.
In der Defensive blieben Jonas Müller und Morgan Ellis genau wie Frank Hördler und Kai Wissmann zusammen. Korbinian Geibel war der nominell siebte Verteidiger. Im Tor stand erneut Mathias Niederberger. Da hoffte man heute auf einen besseren und vor allem sicheren Auftritt, als es in Spiel 4 der Fall war.

Heute war es für beide Mannschaften ein „Do-or-Die-Spiel“. Der Sieger würde ins Finale einziehen, der Verlierer würde in die Sommerpause starten. Das Momentum nach zwei Siegen lag natürlich bei den Adlern. Doch die Eisbären hatten ihren Heimvorteil und die eigenen Fans als Trumpf in der Hinterhand. Dennoch war allen klar, dass der kleinste Fehler die Partie hätte entscheiden können. Ein guter Start wäre für beide Mannschaften da schon von Vorteil gewesen, um ein gutes Gefühl für das alles entscheidende Spiel zu bekommen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Der Beginn des Spiels war erwartet von vielen Zweikämpfen geprägt, gerade an der Bande. Beide Mannschaften wollten keine Scheibe verloren geben. Allen war klar, was hier auf dem Spiel stand. Es war zudem ein sehr vorsichtiger Beginn, keine Mannschaft wollte hier den ersten Fehler machen. So kam es auch dazu, dass zu Beginn des Spiels so gut wie keine Torchancen entstanden.
Die erste Chance, um sich auch mal im Angriffsdrittel festzusetzen, bot sich den Hausherren nach elf Minuten, als Denis Reul die erste Strafzeit wegen Spielverzögerung kassierte. Das Powerplay kann in diesem Spiel von sehr großer Bedeutung sein. In einem Spiel, in dem es auf Kleinigkeiten ankommt. Und beinahe wären die Eisbären in Führung gegangen, doch Matt White sein Hammer schlug ans Aluminium. Das wäre der so wichtige Führungstreffer gewesen.
Aber auch die Kurpfälzer waren fünf Minuten vor dem Ende des ersten Drittel der Führung sehr nahe. Schneller Angriff der Mannheim und Borna Rendulic mit dem Handgelenkschuss, welcher ebenfalls nur ans Aluminium ging.
Zum Ende des Auftaktdrittels konnten sich die Eisbären dann mal festsetzen im Mannheimer Drittel, sie brachten die Scheibe auch immer Richtung Tor. Weil man ja weiß, jede Scheibe zum Tor ist eine gute Scheibe und daraus kann immer etwas entstehen. Doch dem war in dieser Phase noch nicht so und weiter mussten die Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof auf den ersten Treffer in diesem ultimativen Showdown warten.
Die nächste Chance auf das erste Tor hatten zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels die Adler, denn Giovanni Fiore kassierte die erste Berliner Strafzeit in diesem Spiel. Aber auch das Penaltykilling der Eisbären funktionierte und so stand es torlos nach 20 spannenden Minuten in Berlin.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Ganze 43 Sekunden dauerte es im Mitteldrittel bis zur Berliner Führung. Über Kevin Clark und Simon Després kam die Scheibe zu Manuel Wiederer, welcher komplett frei vor Felix Brückmann auftauchte und zum Abschluss kam. Den ersten Schuss parierte Brückmann, gegen den Nachschuss war er dann aber machtlos – 1:0 (21.). Der erste Jubel-Orkan in der Arena am Ostbahnhof war da. Und wieder mal war es Adler-Schreck Manuel Wiederer. Der trumpft in der Halbfinal-Serie groß auf.
Der psychologische Vorteil war nun also auf Seiten der Hauptstädter. Nun nahm die Partie auch an Fahrt auf. Auf der einen Seite vergab David Wolf eine gute Chance, auf der anderen Seite Matt White. Mannheim war nun auch gefordert, denn heute wussten alle Spieler, dass es bei einer Niederlage kein nächstes Spiel mehr geben würde. Das Spiel bot jetzt auf jeden Fall mehr Torraumszenen als noch im ersten Drittel. Was aber zu erwarten war, nachdem das erste Tor gefallen war. Auch die Stimmung war nun extrem laut. It´s Playoff-Time eben!
Mannheim wehrte sich und kämpfte verbissen um den Ausgleich. In einer Phase, in der sich die Kurpfälzer im Berliner Drittel festsetzen konnten, lenkte Tim Wohlgemuth einen Schuss gefährlich ab. Zum Glück für die Eisbären rettete auch hier wieder das Aluminium für die Hausherren. Die Berliner bettelten in dieser Phase so ein wenig um den Ausgleich. Sie mussten wieder zurück zu ihrem geradlinigen Spiel finden. Denn sonst wäre der Ausgleich der Mannheimer nur eine Frage der Zeit gewesen. Das Spiel der Eisbären wirkte in dieser Phase etwas zu hektisch.
Die Eisbären fanden dann aber einen Weg aus der Umklammerung der Gäste und kamen selbst wieder zu ein, zwei guten Abschlüssen. Was auf jeden Fall wichtig für das Selbstvertrauen war.
66 Sekunden vor der zweiten Drittelpause kassierten die Eisbären eine bittere und unnötige Strafe gegen Simon Després, was dafür sorgte, dass man den Rest vom zweiten Drittel und den Beginn des letzten Drittels in Unterzahl begehen würde. Die erste Minute der Unterzahlspiels killten die Berliner stark und auch Mathias Niederberger fand zurück zu alter Stärke. Was von enorm großer Bedeutung für das Berliner Spiel war. Die Eisbären nahmen die knappe 1:0-Führung mit in die Kabine.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auch die zweite Minute des Mannheimer Powerplays überstanden die Eisbären ohne ein Gegentor, was nochmal Extra-Motivation für die evtl. letzten 20 Minuten brachte. Im Schlussdrittel musste Mannheim kommen, um das Saisonende abzuwenden. Die Eisbären hingegen waren noch 20 Minuten vom erneuten Finaleinzug entfernt. Um die Nerven aller Berliner zu beruhigen, wäre ein schnelles 2:0 schön gewesen.
Und das fiel in der 46. Spielminute. Die Eisbären hatten Überzahl beim Angriff, Blaine Byron hatte abgezogen, zunächst aber nur die Latte getroffen. Byron setzte direkt nach und stellte auf 2:0! Nun war der Weg für Mannheim enorm weit, während er für die Eisbären immer kürzer wurde, um ins Finale einzuziehen.
Die Zeit lief jedenfalls für die Eisbären und die taten danach auch mehr, um das Spiel endgültig zu entscheiden. Dabei hätte eigentlich Mannheim seinen Sturmlauf starten müssen, wollte man hier noch mit dem Finaleinzug im Gepäck die Heimfahrt antreten. Mannheim musste nun auch alles riskieren und alles nach vorne werfen, mit dem Wissen natürlich, dass man die Eisbären damit zu kontern einladen würde.
Die Kurpfälzer erhöhten nach dem Powerbreak auch den Druck und setzten sich auch immer wieder im Berliner Drittel fest. Aber die Berliner verteidigten mit enorm viel Leidenschaft und hatten zudem noch den heute sehr sicheren Mathias Niederberger zwischen den Pfosten stehen, der deutlich mehr Ruhe ausstrahlte als noch am Dienstagabend in Mannheim.
Die Eisbären konzentrierten sich in der Schlussphase fast ausschließlich auf ihre Defensive und lauerten auf Konter. Auf den einen entscheidenden Konter. Aber wie stark die Eisbären das jetzt verteidigten, war schon sehr schön anzusehen. Mannheim fand einfach kein Mittel dagegen. Und das große Problem der Mannheimer? Die Zeit lief ihnen gnadenlos davon.
2:31 Minuten vor dem Ende nahm Bill Stewart seine Auszeit, um seinem Team nochmal die letzten Worte mit auf den Weg zu geben. Wenig später verließ Felix Brückmann seinen Arbeitsplatz und die Adler versuchten es fortan mit sechs Mann. Doch das nutzte Blaine Byron zur endgültigen Entscheidung aus – 3:0 (60.).

Ein am Ende verdienter Sieg für die Eisbären Berlin! Im ersten Drittel merkte man beiden Mannschaften durchaus noch die Nervosität im Spiel an, beide gingen extrem vorsichtig zu Werke und wollten keinen Fehler riskieren. Mit dem 1:0 von Manuel Wiederer wurde es ein anderes Spiel. Auf einmal ging es hin und her und beide Teams hatten gute Chancen. Zwischenzeitlich wackelten die Eisbären auch, aber sie fielen nicht. Weil Mathias Niederberger deutlich mehr Ruhe ausstrahlte als in Spiel 4 und auch seine Vorderleute dadurch ruhiger spielten. Das überstandene Unterzahlspiel zu Beginn des Schlussdrittels ebnete letztendlich den Weg zum 2:0, von dem sich Mannheim nicht mehr erholte. Zwar rannten die Adler danach nochmal an, doch die Eisbären verteidigten das bärenstark weg und sicherten sich somit den Sieg im alles entscheidenden fünften Halbfinalspiel gegen die Adler Mannheim.
Bereits morgen Abend geht es nun mit der DEL-Finalserie zwischen den Eisbären Berlin und dem EHC Red Bull München weiter. Der Vorrundenerste empfängt den Vorrundenzweiten. Die beiden besten Teams der Hauptrunde duellieren sich also im Kampf um den Meisterpokal.

3:4 in Mannheim! Die Eisbären vergeben auch den zweiten Matchpuck – Showdown am Donnerstag in Berlin

Die Halbfinalserie zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim erlebt ihren ultimativen Showdown. Die Hauptstädter verloren Spiel vier in Mannheim knapp mit 3:4 (1:1,2:2,0:1) und vergaben damit auch den zweiten Matchpuck. Woran lag es? Mal wieder daran, dass man sein Spiel einfach nicht über 60 Minuten durchgezogen hat und aus seinen Chancen kein Kapital geschlagen hat. Nun muss man am Donnerstag zum Do-or-Die-Spiel in Berlin ran. 

Eisbären-Coach Serge Aubin änderte auch heute wieder seine Reihen und zudem auch sein Personal. In der Defensive kam Korbinian Geibel für Nicholas B. Jensen als nominell siebter Verteidiger ins Line-up. Morgan Ellis verteidigte weiter mit Jonas Müller, Kai Wissmann heute mit Kapitän Frank Hördler anstatt mit Jensen und Eric Mik nahm den Platz von Hördler neben Simon Després ein.
In der Offensive rückten Kevin Clark und Bennet Roßmy für Mark Zengerle und Sebastian Streu in den Kader. Die Paradereihe um Leo Pföderl, Blaine Byron und Marcel Noebels blieb zusammen. Clark rückte in die zweite Reihe zu Matt White und Frans Nielsen. Giovanni Fiore, Zach Boychuk und Dominik Bokk wurden komplett neu zusammengestellt und waren die dritte Formation. Und die nominell vierte Reihe bildeten heute Roßmy, Manuel Wiederer und Johan Södergran.
Im Tor stand auch heute wieder Mathias Niederberger. Tobias Ancicka nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Aubin hatte also wieder ordentlich rotiert. Das hatte er auch schon am Sonntag nach dem erfolgreichen Spiel in Mannheim getan. Darauf bei der Pressekonferenz angesprochen, warum er das denn gemacht hatte, meinte der Coach nur, dass er das während der Saison immer wieder gemacht hatte. Meistens hatte er damit auch Erfolg, am Sonntag war das eben mal nicht der Fall. Waren seine Umstellungen heute der Schlüssel zum Finaleinzug?

Foto: Ela on Tour

Mannheim musste auch heute wieder das Spiel gewinnen, um das Saisonende abzuwenden und ein alles entscheidendes fünftes Spiel in Berlin zu erzwingen. Die Eisbären waren dagegen weiterhin nur einen Schritt vom Finaleinzug entfernt.
Die Eisbären waren vom ersten Bully an sehr konzentriert, was aber auch für Mannheim galt. Beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten sofort den Weg Richtung gegnerisches Tor. Die Intensität war von Beginn an wieder hoch, beide Teams wussten, was zu tun ist, um heute erfolgreich zu sein.
Die Hausherren legten in der sechsten Spielminute vor. Die Eisbären gewannen zwar das Bully im eigenen Drittel, doch David Wolf setzte nach und passte die Scheibe zu Matthias Plachta, welcher Mathias Niederberger tunnelte – 0:1. Zum dritten Mal im vierten Spiel lagen die Berliner also hinten.
Die Kurpfälzer blieben danach sofort am Drücker, merkten, dass die Eisbären nach dem Gegentreffer verunsichert wirkten. Auch Mathias Niederberger, der ungewöhnlich viele Scheiben nach vorne prallen ließ.
Den Hauptstädtern bot sich aber kurz nach dem Powerbreak die Chance zum Ausgleich, denn Nigel Dawes, der dreifache Torschütze aus Spiel drei, kassierte die erste Strafzeit. Chancen waren auch da, aber Felix Brückmann bewies einmal mehr seine Extraklasse mit sensationellen Saves, vor allem gegen Leo Pföderl, als sein rechter Schoner im letzten Moment da war, um den Ausgleich zu verhindern. Das hätte eigentlich der Ausgleich sein müssen.
Die Berliner blieben auch danach am Drücker und suchten immer wieder den Weg Richtung Felix Brückmann. Man hatte sich also vom kurzen Schock des Rückstandes inzwischen gut erholt. Allerdings konnte man sich trotz viel Scheibenbesitz keine richtigen Chancen erspielen, weil die Adler hinten gut zu machten.
Mannheim schaute zum Ende hin mal wieder bei Niederberger vorbei und kam zu zwei gefährlichen Chancen. Doch das Tor machten die Eisbären. Manuel Wiederer scheiterte noch an Brückmann, Zach Boychuk stand aber goldrichtig für den Abstauber und stellte auf 1:1 (19.). Das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt.
9,5 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels kassierte Morgan Ellis aber noch die erste Strafzeit und sorgte dafür, dass die Eisbären mit einem Unterzahlspiel ins Mitteldrittel gehen würden.

Foto: Ela on Tour

Mannheim sorgte in Überzahl auch für Gefahr, aber die Eisbären überstanden die erste Unterzahl des Spiels ohne Gegentor. So holte man sich neues Selbstvertrauen für das zweite Drittel.
Fortan bestimmten Zweikämpfe das Spiel. Die Eisbären spielten ein sehr aggressives Forechecking und klauten den Mannheimern so immer wieder die Scheiben. Matt White prüfte auch zweimal Felix Brückmann. Die Eisbären waren in dieser Phase die Mannschaft, welche es mehr wollte, welche mehr für das Spiel tat. Aber Chancen gab es dennoch kaum zu sehen, weil beide Teams auf eine kompakte Defensive bedacht waren. Beide wollten zudem keine Fehler machen, denn der nächste Fehler hätte der entscheidende sein können. Daher war es auch ein sehr diszipliniertes Drittel bis hierhin.
Nach dem Powerbreak hatten die Hausherren aber mal eine erste kleine Drangphase im Mitteldrittel, wo sie auch zu Abschlüssen kamen. Doch Mathias Niederberger war stets zur Stelle.
Danach wieder die Eisbären am Drücker und daraus resultierte am Ende eine Strafzeit gegen Sinan Akdag. Die große Chance für die Berliner also, erstmals in Führung zu gehen. Und das taten sie auch. Die Scheibe lief sehr gut, Matt White kam zum Abschluss und vor dem Tor fälschte Kevin Clark wohl entscheidend ab – 2:1 (35.). Ein richtiger Riecher also, den Aubin da bewiesen hatte, als er sich für eine Rückkehr von Kevin Clark in den Kader entschied.
Doch Mannheim fand direkt eine Antwort. Tim Wohlgemuth wurde beim Abschluss per Haken entscheidend gestört, die beiden Hauptschiedsrichter entschieden auf Penalty. Und Borna Rendulic verwandelte diesen eiskalt, zog ganz weit rechts raus, eigentlich war die Chance schon vertan, doch Rendulic traf aus sehr spitzem Winkel – 2:2 (37.).
Die Partie ging also wieder von vorne los und Mannheim hatte sofort danach die Chance, die Partie in Überzahl wieder zu drehen. Morgan Ellis musste nach einem Check an der Bande gegen David Wolf erneut auf die Strafbank. Das Powerplay nutzen die Adler zwar nicht, aber gerade als die Eisbären wieder komplett waren, brachte Nigel Dawes die Scheibe von hinter der Torlinie auf das Tor, wo sie Kai Wissmann entscheidend abfälschte und ins eigene Tor lenkte – 2:3 (39.).
Bitter für die Eisbären, für die es eigentlich nach der Führung so gut aussah, aber Mannheim bewies Moral und schlug schnell zweimal zurück. Von dem Schock mussten sich die Hauptstädter erst einmal erholen. Doch das dauerte gar nicht lange. Kai Wissmann zog mit der Scheibe von der blauen Linie zum Tor und zog im entscheidenden Moment ab – 3:3, 14 Sekunden vor der zweiten Drittelpause. Ausgerechnet Wissmann, der eben noch der Pechvogel war. So stand es nach 40 Minuten 3:3 und es war alles offen. Dank einer Energieleistung vom Verteidiger mit der Nummer 6. Das Momentum war dadurch wieder auf Berliner Seite.

Foto: Ela on Tour

Für Spannung war also gesorgt und der Druck war weiter auf Mannheimer Seite. 20 Minuten blieben den Hausherren hier noch, um das Saisonende abzuwenden. Und die große Chance bot sich den Mannheimern nach 45 Minuten, da Morgan Ellis seine dritte Strafzeit nahm. Die musste er aber nehmen, sonst hätte Jason Bast die Scheibe im leeren Tor versenkt. Doch das Powerplay war nach nur einer Minute bereits beendet. Denn Jordan Swarz kassierte auch eine Strafzeit und sorgte dafür, dass die Eisbären danach auch für eine Minute ein Mann mehr waren. Aber die Eisbären konnten das nicht nutzen.
Die Zeit lief weiter runter und die Spannung stieg ins Unermessliche. Die Eisbären waren die aktivere Mannschaft, von Mannheim kam in dieser Phase zu wenig. Aber sie mussten etwas machen, denn sie brauchten unbedingt den Sieg. Und 7:15 Minuten vor dem Ende schlugen die Hausherren auch tatsächlich zu. David Wolf setzte klasse nach und eroberte die Scheibe. Mark Katic hatte von der blauen Linie abgezogen und Markus Eisenschmid fälschte entscheidend ab – 4:3 (53.).
War das das Tor zu Spiel fünf in Berlin? Auf jeden Fall hatte es sich nicht angedeutet, dieses Tor. Aber manchmal brauchst du auch das Glück im Abschluss und das hatten die Kurpfälzer in dieser Situation. Die Eisbären versuchten noch einmal alles, auch ohne Goalie. Aber die Mannen von Coach Bill Stewart verteidigten mit sehr viel Leidenschaft und warfen sich in alle Schüsse. So brachten sie das knappe 4:3 über die Zeit und glichen die Serie tatsächlich noch aus.

Es war eine Partie, welche beide Mannschaften hätten gewinnen können. Die Eisbären hatten mehr Chancen als Mannheim, doch den Kurpfälzern gelang am Ende der Lucky Punch mit einem abgefälschten Schuss. Das Tor fiel in einer Phase, in der man eigentlich das Gefühl hatte, dass wenn einer ein Tor erzielt, dann die Eisbären, die in der Phase die aktivere Mannschaft waren. Aber die Adler setzten einmal aggressiv nach und eroberten sich dadurch die Scheibe, welche kurze Zeit später abgefälscht den Weg vorbei an Mathias Niederberger fand. So sorgten die Kurpfälzer für das alles entscheidende Spiel fünf.
Was bleibt aus Eisbären-Sicht festzuhalten? Sie haben es nicht geschafft, über 60 Minuten ihr Spiel durchzuziehen. Im ersten Drittel fing man gut an, wirkte aber nach dem Rückstand komplett verunsichert. Im zweiten Drittel hatte man das Spiel gedreht und man dachte, das Momentum wäre jetzt auf Eisbären-Seite. Dem war aber nicht so, weil man innerhalb kürzester Zeit zwei Gegentore kassierte. Zwar fand man darauf eine Antwort und ging dank dem Ausgleich mit einem vermeintlich guten Gefühl ins letzte Drittel. Dort war man dann auch die spielbestimmende Mannschaft, machte aber zu wenig daraus. Nun steht man vorerst mit leeren Händen da und muss tatsächlich in das Entscheidungsspiel am Donnerstag vor eigenem Publikum. Das kann dann das Zünglein an der Waage sein, denn die Arena am Ostbahnhof wird ein Hexenkessel sein, den Mannheimern werden dann hoffentlich die Knie schlottern. Die Eisbären müssen dann vom ersten Bully weg ihr Spiel durchziehen und wenn möglich bereits im ersten Drittel deutlich machen, wer hier Herr im Hause ist. Diese so starke Saison darf am Donnerstag kein Ende finden. Nun liegt es an der Mannschaft, den Bock nochmal umzustoßen.