5:2 in Krefeld! Die Eisbären fahren mühelos den ersten Auswärtssieg der Saison ein

Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt: Die Eisbären Berlin haben den ersten Auswärtssieg der PENNY DEL-Saison 2020/2021 eingefahren. Bei den sieg- und punktlosen Krefeld Pinguinen feierten die Berliner einen ungefährdeten 5:2 (3:1,1:0,1:1)-Auswärtssieg und gewannen somit auch den zweiten Vergleich gegen die Seidenstädter, nachdem man das erste Aufeinandertreffen in der Hauptstadt mit 5:0 für sich entscheiden konnte. Nach zuvor drei vergeblichen Anläufen auf fremden Eis, hat es heute also endlich mit drei Punkten geklappt. Aber sind wir mal ehrlich, wenn nicht in Krefeld, wo sonst hätten die Eisbären den ersten Auswärtssieg einfahren sollen? Denn die Pinguine standen vor dem Spiel mit sieben Niederlagen und null Punkten am Tabellenende der Gruppe Nord. Heute kam Niederlage Nummer Acht dazu. Dass Krefeld kein Wort um die Vergabe der Playoffs mitsprechen wird, ist wohl allen klar. Dafür läuft dort einfach zu viel falsch im Verein. Aber das soll hier nicht Thema sein, sondern viel mehr das Spiel der Eisbären.

Und für dieses gab es Änderungen im Kader der Eisbären. Zum einen rückte Eric Mik in den DEL-Kader zurück, nachdem Leon Gawanke von den Winnipeg Jets zurück gerufen wurde. Und im Tor bekam Youngster Tobias Ancicka seinen zweiten Saisoneinsatz. Das erste Spiel hatte er unglücklich mit 0:1 n.P. in Wolfsburg verloren.

Verteidiger Jonas Müller gab die Marschroute für das Spiel in Krefeld raus:

Wir haben gut angefangen in Düsseldorf, aber auch stark nachgelassen. Es wird Zeit für den ersten Auswärtssieg. Wir dürfen nicht zu viele Strafzeiten nehmen. Wir müssen unser Spiel konstant durchziehen, dann werden wir das Spiel auch gewinnen.

Gesagt, getan. Das Spiel war gerade einmal elf Sekunden alt, da jubelten die Eisbären bereits zum ersten Mal an diesem Abend. Nach dem Bullygewinn chippte John Ramage die Scheibe tief, Ex-Eisbär Alex Trivellato erkämpfte die Scheibe an der linken Bandenrundung und wollte sie nach vorne auf einen Mitspieler passen. Doch sein Pass kam genau auf den Schläger von Kris Foucault, welcher viel Platz und Zeit hatte, Sergei Belov im Krefelder Tor auszuspielen und den Puck im halbleeren Tor zu versenken – 1:0 (1.). Blitzstart für die Eisbären also!
Die Eisbären machten also von Beginn an klar, dass sie heute endlich den ersten Auswärtssieg der Saison feiern wollen. Aber beinahe hätte Krefeld früh ausgeglichen. PC Labrie mit dem Fehlpass im eigenen Drittel, Martins Karsums bekam den Puck und wollte Ancicka umkurven, doch der Berliner Goalie behielt die Nerven.
Jener Karsums musste dann auch in die Kühlbox und die Berliner hatten das erste Powerplay. Und in diesem hatten zweimal Kris Foucault und einmal Lukas Reichel gute Möglichkeiten, aber sie führten noch nicht zum erhofften Torerfolg.
Danach Krefeld mit dem ersten Überzahlspiel, aber Gefahr brauchte man da nicht zu befürchten. Denn Krefeld stellt das schlechteste Powerplay und die Eisbären das beste Penaltykilling der Nord-Gruppe. Dementsprechend gibt es zum Überzahlspiel der Pinguine auch nichts zu sagen.
Krefeld tauchte selten vor Ancicka auf, wenn das aber mal der Fall war, so wie in Minute Zwölf, als Brett Olson frei im Slot zum Abschluss kam, war Ancicka zur Stelle.
Und die Eisbären betrieben Chancenwucher. Nino Kinder wollte Belov umkurven, scheiterte damit jedoch. Und ein Konter über Foucault und Ramage vergab Letzterer, seinen Schuss konnte Belov gerade so noch mit dem Schoner parieren.
Ramage fiel sehr oft im Auftaktdrittel auf. Zum einen durch seine Aktion direkt nach dem ersten Bully, dann durch die eben beschriebene Chance, aber auch durch zwei Strafzeiten. Die erste Strafe blieb noch unbestraft, die zweite leider nicht. Aus dem Nichts heraus Kristofers Bindulis mit dem Schuss vom rechten Bullykreis, der Schuss schlug abgefälscht hinter Ancicka ein – 1:1 (16.).
Die Eisbären schalteten dann mal kurz zwei, drei Gänge hoch und gaben die Antwort. Marcel Noebels spielte die Scheibe hoch an die blaue Linie, wo Kapitän Frank Hördler lauerte. Der spielte die Scheibe gerade runter vor das Tor, wo Leo Pföderl die Scheibe nur noch abfälschen musste – 2:1 (18.), sein 150. DEL-Tor! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum, Leo!
Und als Krefeld zum Ende hin noch einmal in Unterzahl ran musste, schlugen die Eisbären erneut zu. Zweimal scheiterte Kris Foucault mit seinen gefürchteten Onetimern vom rechten Bullykreis aus. Nach dem zweiten spielte er die Scheibe zurück hinter das Tor zu Mark Zengerle, welche den Puck vor das Tor zu Giovanni Fiore spielte. Und der hatte viel Platz und schoss ins lange Eck ein – 3:1 (20.). Das erste DEL-Tor von der Nummer 21!
Somit führten die Eisbären verdient mit 3:1 in Krefeld. Deren Stürmer Alexander Blank war nach dem ersten Drittel bedient:

Wir haben nach elf Sekunden unser erstes Tor kassiert, obwohl wir uns sehr viel vorgenommen haben für dieses Spiel. Aber wir sind eigentlich ganz gut zurückgekommen, haben das 1:1 im Powerplay geschossen. Wir haben eigentlich ganz gut gespielt, aber dann hat die Konzentration drei Minuten vor dem Ende aufgehört. Und das darf nicht passieren, dass wir drei Minuten vor Schluss da so zwei Tore kassieren und eine dumme Strafe machen. Da muss sich jeder Spieler mit sich selber beschäftigen, wie er das angeht, wie er sich vor dem Spiel vorbereitet. Aber eigentlich haben wir gut trainiert jetzt die Tage nach der Niederlage in Bremerhaven. Keine Ahnung, was da passiert ist, aber das müssen wir jetzt abstellen und die letzten 40 Minuten noch gut konzentrieren.

Und bereits nach sieben Sekunden im zweiten Drittel bot sich den Hausherren erneut die Chance, an der Überzahlquote etwas zu machen. Mark Zengerle musste wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank. Und das Powerplay sah auch ganz gut aus, aber Krefeld konnte keinen Nutzen daraus ziehen.
Doch fortan entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Man konnte fast sagen, es spielten die Eisbären gegen Sergei Belov. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf den Krefelder Torhüter zu. Bereits in der 23. Spielminute stand Foucault auf einmal frei vor ihm, aber er konnte parieren. Doch nur eine Minute später war auch der Krefelder Schlussmann geschlagen. Fiore kam mit viel Speed über links ins Drittel, machte den Bauerntrick und spielte die Scheibe in den Slot, wo Mark Olver lauerte und viel zu viel Platz hatte – 4:1 (24.).
Krefeld konnte sich in der Folgezeit bei Sergei Belov bedanken, dass man nach 40 Minuten nur mit 1:4 hinten lag. Denn die Eisbären ließen eine Reihe guter Chancen aus. Leo Pföderl, Lukas Reichel, Haakon Hänelt, Mark Zengerle – um mal nur einen Auszug der Chancen im Mitteldrittel zu nennen. Die Eisbären hätten bereits im zweiten Drittel die Weichen ganz klar auf Sieg stellen können. Aber selbst jetzt glaubte eigentlich niemand mehr an eine Krefelder Wiederauferstehung. Zu deutlich überlegen waren die Eisbären, zu sehr hatten sie das Spiel fest in der Hand.

Das letzte Drittel begannen die Eisbären dann in Unterzahl, aber beinahe wäre Matt White der Shorthander gelungen. Er war frei durch und hatte die Chance, aber Sergei Belov hatte etwas dagegen. Egal was Matt White heute versuchte, der Krefelder Schlussmann hatte das letzte Wort.
Aber in der 46. Spielminute war auch Krefelds Goalie wieder geschlagen. Den ersten Versuch von der blauen Linie konnte er noch parieren, gegen den Nachschuss von Lukas Reichel, welcher die Scheibe unter die Latte nagelte, war er aber machtlos – 5:1.
Danach machten die Eisbären nicht mehr als nötig, aber dennoch hatten sie das Spiel komplett im Griff. Weil, so hart es klingt, Krefeld im Moment einfach nicht DEL-tauglich ist. Auch wenn Krefeld fünf Minuten vor dem Ende noch das 2:5 durch Brett Olson erzielte, die Krefelder Fans können einem schon fast leid tun, bei dem, was da gerade in Krefeld abgeht. Bei einem Traditionsverein der DEL. Die Unruhe im Umfeld der Mannschaft scheint sich auf das Team auszuwirken, das in dieser Saison wohl mehr Kanonenfutter für die Konkurrenz ist als ein ernstzunehmender Gegner auf Augenhöhe. Die Eisbären jedenfalls siegten am Ende mit 5:2 und sicherten sich so die ersten drei Punkte auf fremden Eis, worüber man sich freuen darf, mehr aber auch nicht.

Denn dieser Sieg ist definitiv kein Gradmesser für die nächsten beiden Heimspiele gegen Köln und Bremerhaven. Da erwartet die Eisbären viel mehr Gegenwehr vom Gegner, da wird man nicht so viel Platz vor dem Tor haben und so oft frei vorm gegnerischen Goalie stehen. Da muss man dann wieder hart für den Sieg arbeiten. Daher braucht man diesen Sieg auch nicht wirklich analysieren, aber zumindest festhalten, dass die Eisbären das Spiel eben nicht auf die leichte Schulter genommen haben. Sie haben ihr Spiel 60 Minuten konstant durchgezogen und hatten jede Menge Chancen für einen höheren Sieg. Trainer Serge Aubin hat gesehen, dass von allen vier Reihen Torgefahr ausging. Aber wie gesagt, dieses Spiel ist kein Gradmesser für die Duelle gegen die anderen fünf Konkurrenten in dieser Gruppe.

Lukas Reichel mit seinem Statement zum Spiel in Krefeld:

Wir haben 60 Minuten gut konstant durchgespielt. Ich denke, wir hatten das Spiel auch über 60 Minuten unter Kontrolle. Wir können heute zufrieden sein. Wir haben viele Schüsse aufs Tor gebracht, wir hätten vielleicht noch ein paar Dinger mehr machen können. Wir können zufrieden sein und mit dem Bus nach Hause fahren. Es ist immer noch Luft nach oben. Wir wollen in jedes Spiel rein gehen und es gewinnen. Ich denke, wir können in unserer Gruppe den ersten Platz anvisieren.

Und Krefelds Torschütze Brett Olson mit einer schonungslosen Analyse nach der achten Niederlage im achten Spiel:

Das ist unser Hauptproblem in dieser Saison, dass wir viel zu viel Raum und Platz dem Gegner vor allem im Zentrum vor unserem Tor lassen. Und woran liegt das? Weil wir immer nur den Gegenspieler mit dem Puck im Auge haben und nicht die Mitspieler. Alle konzentrieren sich nur auf den Puck, sehen die Leute im Rücken nicht und die sind dann auf einmal frei vorm eigenen Goalie. Und so wird Sergei Belov auch im heutigen Spiel ganz oft allein gelassen und dann hat es schon wieder fünf Gegentore gegeben.

4:5 n.V. in Düsseldorf! Auch eine 3:0-Führung reicht nicht für den ersten Auswärtssieg der Saison

Die Eisbären Berlin warten weiterhin auf ihren ersten Auswärtssieg der Saison. Am Montagabend reichte nicht mal eine 3:0-Führung nach 16 Minuten für den ersten Auswärtssieg, am Ende stand man nach einem 4:5 n.V. (3:1,0:0,1:3/0:1) wieder nur mit einem Zähler da. Weil man das Eishockey spielen nach 40 Minuten eingestellt hat und die DEG so wieder zurück ins Spiel gebracht hat. Dementsprechend angesäuert war Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auch, weil es ihm unbegreiflich war, wie seine Jungs das Spiel noch aus der Hand geben konnten.

Bei den Eisbären nahm auf der Bank heute ein anderer Back-up-Goalie Platz. Tobias Ancicka weilte bei Kooperationspartner Weißwasser, so nahm der junge Rihards Babulis auf der Bank der Profis Platz. Im Tor stand natürlich wieder Mathias Niederberger. 

Die Eisbären wollten einen besseren Start in das dritte Auswärtsspiel der Saison haben und vor allem von der Strafbank fern bleiben. Und dieses Vorhaben setzten die Mannen von Chefcoach Serge Aubin perfekt um. Die Eisbären kamen gut aus der Kabine und Lukas Reichel hätte früh das 1:0 erzielen können, wurde aber entscheidend beim Abschluss gestört. Das Tor wäre frei gewesen. Aber das Führungstor sollte dann doch schnell fallen. Die DEG kassierte die erste Strafzeit und Powerplay können die Eisbären in dieser Saison. Zweimal hatte man es schon versucht, Kris Foucault per Onetimer in Szene zu setzen, zweimal klappte es nicht. Beim dritten Mal klingelte es dann aber, getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“. Mark Zengerle hatte die Scheibe auf der linken Seite am Pfosten und suchte nach der perfekten Anspielstation, er fand sie in Kris Foucault auf der rechten Seite und die Nummer 98 zog zum dritten Mal per Onetimer ab – 1:0 (5.).
Auch danach die Eisbären sehr druckvoll, mit einem aggressiven Forechecking. Sie setzten sich immer wieder im DEG-Drittel fest und stellten die Rheinländer vor große Probleme. Diese hatten große Mühe, sich überhaupt mal aus dem eigenen Drittel zu befreien. In der achten Spielminute hätte eine überragende Kombination beinahe zum 2:0 geführt. Frank Hördler spielte die Scheibe von der blauen Linie gerade runter zu Leo Pföderl, welcher gleich weiter in den Slot spielte, wo Matt White direkt abzog, aber an Mirko Pantkowski scheiterte.
Die Hauptstädter hatten dann das zweite Powerplay und die DEG stellte das schlechteste Penaltykilling der gesamten Liga. Zwar fanden die Eisbären die Formation und ließen die Scheibe gut laufen, aber Leon Gawanke scheiterte per Onetimer an Pantkowski und Matt White am Pfosten.
Aber es geht auch ohne Überzahl. Marcel Noebels mit dem Pass hoch zur blauen Linie, Parker Tuomie zog von der blauen Linie ab, die Scheibe rutschte Pantkowski durch die Schoner und PC Labrie schaltete am schnellsten, drückte sie über die Linie – 2:0 (14.).
Eine Minute später kassierte Düsseldorfs Top-Scorer Daniel Fischbuch die dritte Strafzeit der Partie und zum zweiten Mal klingelte es im Berliner Powerplay im Düsseldorfer Tor. Wieder eine starke Kombination der Berliner, Leon Gawanke mit dem Pass von links in den Slot, wo Leo Pföderl das Auge für Marcel Noebels hatte und sie direkt auf rechts weiterspielte, wo Marcel Noebels Maß nahm, um per Onetimer zu seinem ersten Saisontor zu treffen – 3:0 (16.).
Es wirkte fast so, als ob die Hausherren hier total überfordert waren mit dem Power-Hockey der Eisbären. Als ob es ihnen alles zu schnell ging.
Aber zum Ende hin kamen die Rheinländer doch nochmal auf. Sie hielten die Eisbären lange im eigenen Drittel fest, diese konnte so nicht wechseln und leisteten sich den Fehler im Spielaufbau. Nicolas Jensen chippte die Scheibe vor das Tor, wo Jerome Flaake das Spielgerät aus der Luft ins Tor beförderte. Nach Ansicht des Videobeweises ein reguläres Tor – 3:1 (18.).
Und auf einmal waren die Gastgeber für 1:54 Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und die DEG stellt das beste Powerplay der Liga, traf bisher in jedem Ligaspiel in Überzahl. Aber das Penaltykilling der Eisbären funktionierte und so nahm man eine souveräne 3:1-Führung mit in die erste Drittelpause.
Ex-Eisbär Charlie Jahnke war nach den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport nicht zufrieden:

Das ist zu wenig von uns. Wir spielen zu kompliziert. Wir müssen von der Strafbank fern bleiben. Wir wissen, dass die Eisbären da gut sind, wir haben denen die Tore geschenkt.

Das zweite Drittel bot dann bei weitem nicht mehr so viel Torraumszenen wie noch das erste Drittel und Tore sollten auch keine fallen. Dabei hatten die Eisbären früh die dicke Chance zum 4:1, aber Giovanni Fiore scheiterte mit seinem Versuch aus der Drehung am Pfosten.
Anschließend zwei Überzahlspiele für die Eisbären, aber sie bekamen diesmal nicht so wirklich Druck auf das Düsseldorfer Tor. Die DEG verteidigte das sehr kompakt und überstand die Unterzahlspiele somit schadlos.
Chancen waren Mangelware im Mitteldrittel. Sechs Minuten vor der zweiten Pause mal ein Zwei-auf-Eins-Konter der Gäste, Mark Zengerle auf Giovanni Fiore, doch der scheiterte freistehend an Pantkowski. Danach die Eisbären zum zweiten Mal mit zwei Mann weniger auf dem Eis, aber auch dieses Mal schaffte es das beste Powerplay der Liga nicht, den Unterzahl-Riegel der Eisbären zu knacken. In der letzten Minute dann nochmal beide Teams mit je einer guten Chance, aber auch diese vereitelten die beiden Goalies.
Kai Wissmann mit seinem Statement zu den ersten 40 Minuten:

Ich denke, wir sind bei Fünf-gegen-Fünf auf jeden Fall die bessere Mannschaft. Das Spiel ist doch sehr zerfahren, dafür, dass es für alles eine Strafzeit gibt. Ganze Zeit Überzahl, Unterzahl. Wir müssen schlauer sein mit unseren Schlägern, vor allem in der offensiven Zone. Wir haben zweimal Fünf-gegen-Drei gekillt, aber das geht nicht immer gut.

Für das letzte Drittel hatten sich die Rheinländer hier jede Menge vorgenommen, das sah man sofort. Charlie Jahnke vergab noch freistehend eine gute Chance, wenig später klingelte es aber im Berliner Kasten. Und wie sollte es anders sein, es war ein Powerplaytor der DEG. Leo Pföderl saß in der Kühlbox und Nicolas Jensen hatte von der blauen Linie zu einem Onetimer ausgeholt, den Mark Olver unhaltbar abfälschte – 3:2 (44.).
Direkt im Gegenzug die Eisbären aber beinahe mit der Antwort, ein Drei-auf-Zwei-Konter, Matt White mit dem Abschluss, aber knapp am Tor vorbei. Aber im nächsten Angriff schepperte es im Tor von Mirko Pantkowski. Mark Zengerle bekam zu viel Platz, kurvte im DEG-Drittel von rechts nach links, legte sich die Scheibe von der Rückhand auf die Vorderhand und schlenzte die Scheibe ins lange Eck – 4:2 (48.).
Mitten in eine Drangphase der Hausherren also das vierte Berliner Tor. Und noch in der selben Minute hätte Giovanni Fiore fast das 5:2 nachgelegt, aber die Latte stand im Weg.
Das war es dann aber auch schon fast mit der offensiven Herrlichkeit der Eisbären. Danach ging es eigentlich nur noch in Richtung Mathias Niederberger. Johannes Johannesen zog von der blauen Linie ab, Mathias Niederberger parierte, Jerome Flaake setzte nach, scheiterte am Berliner Goalie, welcher nun am Boden lag und gegen den nächsten Nachschuss von Maximilian Kammerer in die lange Ecke keine Chance – 4:3 (51.).
Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit Fehlpass von Kapitän Frank Hördler auf Matt Carey, welcher die Scheibe per Rückhand und No-Look-Pass auf Ken-Andre Olimb passte und der behielt vor Mathias Niederberger die Nerven, tanzte ihn aus und schoss ein zum 4:4 (54.).
Die Eisbären wirkten angeschlagen, bekamen keinen sauberen Pass mehr gespielt. Und die DEG hatte Oberwasser und wollte hier nun auch die drei Punkte holen. Alexander Karachun hatte den Führungstreffer drei Minuten vor dem Ende auf der Kelle, aber der Pfosten stand im Weg.
Die Eisbären eigentlich nur noch einmal gefährlich. Fiore stibitzte die Scheibe im Angriffsdrittel, zog vor das Tor, scheiterte aber an Mirko Pantkowski. So stand es nach 40 Minuten 4:4 und beide Teams hatten einen Punkt sicher.

In der Overtime waren es die Eisbären, die durch Marcel Noebels die erste dicke Chance hatten, aber er schoss knapp vorbei. Danach nur noch die DEG. Daniel Fischbuch und Nicolas Jensen scheiterten an Mathias Niederberger, aber die dritte Chance saß dann. Nicolas Jensen über rechts mit dem Querpass auf die linke Seite, wo Maximilian Kammerer lauerte und zum 5:4 einschoss. Die DEG sicherte sich den Zusatzpunkt, während die Eisbären auch die dritte Heimfahrt von einem Auswärtsspiel ohne Sieg antreten mussten.

Das muss man erst mal sacken lassen. Nach 16 Minuten sahen die Eisbären eigentlich wie der sichere Sieger aus. Sie hatten das Spiel und die DEG im Griff, führten mit 3:0. Nichts sah danach aus, als ob Düsseldorf hier noch etwas mitnehmen würde. Auch das 1:3 nahm man noch so mit. Im zweiten Drittel war es dann von beiden Seiten nicht viel, was kam. Aber die Eisbären hielten die DEG vor dem eigenen Tor in Schacht. Eigentlich hätte man im letzten Drittel nicht viel daran ändern müssen und stattdessen vielleicht auf das vierte Tor gehen müssen.
Doch unerklärlicherweise stellten die Eisbären das Eishockey spielen ein und überließen den Hausherren mehr und mehr das Spiel. Dadurch konnte die DEG Selbstvertrauen aufbauen und sich Stück für Stück zurück ins Spiel kämpfen. Weil den Eisbären nichts mehr gelang. Die Rheinländer dagegen spielten sich in einen Rausch und es hätte fast zu diesem Spiel gepasst, wenn die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis hier sogar die ganzen drei Punkte mitgenommen hätte.
Das Trainerteam um Serge Aubin wird diese Niederlage aufarbeiten müssen und wird dem Team vor allem das letzte Drittel zeigen. Aubin fiel es auf der PK nach dem Spiel auch schwer, das Spiel zu analysieren, weil er enttäuscht war. Da dürfte der Mannschaft eine ungemütliche Rückfahrt bevorstehen.
Auch Marcel Noebels war nach dem Spiel enttäuscht:

Wir haben aufgehört zu spielen. Wir haben viel zu viel Raum und Platz gelassen, wir haben den Gegner so selber wieder ins Spiel gebracht, was völlig unnötig war. Wir haben zwei Drittel wirklich sehr, sehr gutes Eishockey gespielt, aber am Ende haben wir uns selbst ins Bein geschossen. Wir haben 40 Minuten sehr, sehr gutes Eishockey gespielt. Aber wir wissen, dass 40 Minuten in dieser Liga nicht ausreichen. Wir müssen uns deswegen zum Vorwurf machen, dass wir in den letzten 20 Minuten nicht unser Spiel gespielt haben und aufgehört haben, zu laufen. Düsseldorf ist dann eine Mannschaft, die kreiert dann Torchancen und gewinnt das Spiel.

Serge Aubin vor dem Düsseldorf-Spiel: „Es ist Zeit für einen Auswärtssieg“

Die Eisbären Berlin und ihre zwei Gesichter: Zu Hause hat man bisher alle drei Heimspiele gewonnen, dabei alle neun Punkte eingesammelt und 13:2-Tore geschossen. Auswärts hat man dagegen beide Spiele verloren, nur einen Punkt geholt bei 2:6-Toren. Dabei ist es in dieser verkürzten Saison von enormer Bedeutung, sowohl zu Hause als auch auswärts Punkte zu holen. Gerade in der sehr engen Gruppe Nord, wo sich bis auf Krefeld alle anderen sechs Teams berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an den Playoffs machen können. Daher wechseln in der Nord-Gruppe auch ständig die Plätze und immer führt ein anderes Team die Tabelle an. Eisbären-Chefcoach Serge Aubin weiß auch um die Bedeutung der Auswärtsspiele, wie er gestern nach dem Training sagte:

Guter Punkt. Unsere Heimspiele waren gut, aber unsere Auswärtsspiele… Wenn ich an Wolfsburg denke, da sind wir schwach ins Spiel gekommen und es dauerte eine Weile, bis wir ins Spiel kamen. Es ist Zeit für einen Auswärtssieg. Wenn man auswärts spielt, muss man ein einfaches, aber hartes Spiel machen und von der Strafbank wegbleiben. Das erwarte ich also von dem Spiel am Montag.

Zu Hause haben die Eisbären bisher nichts anbrennen lassen und sind immer perfekt ins Spiel gekommen. Auswärts dagegen tut man sich schwer, ins Spiel zu finden. Wenn du dann einen schlechten Start hast und zudem ein Gegentor kassierst, wird es noch schwerer, das Selbstvertrauen für diese Partie auf fremden Eis wieder zu finden. Stürmer Mark Olver wurde gefragt, wie wichtig es ist, das Momentum nun auf der eigenen Seite zu behalten und dass man endlich den ersten Auswärtssieg der Saison einfährt. Dabei ging er eben auch auf die Startphase des Spiels ein:

Wir brauchen einen besseren Start ins Spiel, darauf kommt es an. Beim letzten Auswärtsspiel hatten wir einen schwierigen Start. Wir haben früh eine Strafe genommen und sie konnten ein Tor erzielen. Das hat ihnen viel Momentum gebracht. Wir müssen einfach einen besseren Start haben und dann unser System weiterspielen. Einfach selbstbewusst sein mit dem, was wir in der Kabine haben und wie wir als Team sind. 

Worauf es morgen Abend in Düsseldorf (18:30 Uhr/ISS-Dome) auch ankommen wird, sind die Special Teams. Denn vor dem Spiel in Iserlohn stellte man das beste Penaltykilling der Liga. Dann kam das Spiel am Seilersee und man kassierte in vier Unterzahlspielen vier Gegentore. Und mit der DEG trifft man morgen auf das beste Powerplayteam der Liga. Denn die Rheinländer haben neun Tore in 25 Überzahlsituationen erzielt. Serge Aubin auf die Frage, wie wichtig die Special Teams sind und wie wichtig es ist, dass man von der Strafbank weg bleibt:

Es wird sehr wichtig. Wir haben uns schon bewiesen, dass wir bei 5-gegen-5 ein ziemlich solides Spiel machen. In Special Teams Situationen können dann die talentierten Spieler ihre Fähigkeiten zeigen und haben mehr Zeit und Platz. Düsseldorf hat gute Leute, Barta, Fischbuch etc. Wir wollen sichergehen, ihnen nicht erst die Chance zu geben aufzuspielen. Für uns ist es wichtig, ein schnelles Spiel zu machen, 60 Minuten lang gut zu spielen und wenn es dann Zeit für Unterzahl wird, was im Spiel nun mal vorkommt, müssen wir herausfinden, wie wir das meistern können. Ich denke, das braucht kompletten Einsatz von allen. 

Dass man es in Unterzahl schon besser gemacht hatte als in Iserlohn, sah man bereits am Freitagabend beim Heimspiel gegen Köln, wo man diesmal ohne Gegentor blieb. Genau an diese Leistung muss man nun beim rheinischen Rivalen der Haie anknüpfen, um erstmals drei Punkte mit in die Hauptstadt zu nehmen. Einer, der dabei kräftig mithelfen will, ist Mark Olver. Der Stürmer steht aktuell bei einem Tor und vier Vorlagen. Drei Vorlagen gelangen ihm am Freitag gegen Köln. Wie zufrieden ist die Nummer 91 mit seiner bisherigen Leistung in der noch jungen Saison:

Natürlich bin ich das, aber das ist nicht alles. Wir müssen Spiele gewinnen. Das schlimmste ist es, nach einer Niederlage in die Kabine zu kommen. Das ist ein schreckliches Gefühl. Momentan geht es ums Gewinnen und darum, sich einen guten Platz in der Tabelle zu erarbeiten, um in die Playoffs zu kommen. 

Was für eine Reaktion: Die Eisbären Berlin fegen die Kölner Haie mit 5:0 aus der Arena am Ostbahnhof

Ausgabe #2:

Diese Reaktion kann sich sehen lassen: Die Eisbären Berlin haben die erhoffte Antwort auf das 2:5 in Iserlohn gegeben. Vor 13 Pressevertretern und fünf Fotografen in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof setzten sich die Berliner verdient mit 5:0 (2:0,2:0,1:0) gegen die Kölner Haie durch und übernahmen damit wieder die Tabellenführung der Gruppe Nord. Die Schlüssel zum Sieg waren die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, das starke Penaltykilling und generell die starke mannschaftliche Leistung, mit der man auch das dritte Heimspiel der Saison für sich entschied und zudem zum zweiten Mal in Folge mit 5:0 gewinnt. Die Mercedes-Benz Arena verkommt also immer mehr wieder zur alten Festung. Und nach dem Spiel wäre heute die Arena am kochen gewesen. Denn es gibt Siege, die nimmt man als Fan einfach so mit. Aber dann gibt es auch noch Siege gegen Erzrivalen, wie es Köln nun mal ist. Diese Siege kostet man einfach nur aus. 

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin hatte eine Antwort von seiner Mannschaft nach dem Iserlohn-Spiel gefordert. Und sie kamen dem Auftrag nach. 44 Sekunden waren gespielt, da klingelte es bereits im Tor von Ex-Eisbären-Goalie Justin Pogge. Giovanni Fiore ließ auf der rechten Seite die Scheibe für John Ramage liegen, welcher zum Abschluss kam. Pogge ließ die Scheibe nur prallen, Mark Zengerle fiel sie vor die Kelle und statt zu schießen, passte er sie quer rüber auf Torjäger Matt White, welcher das leere Tor vor sich hatte – 1:0 nach 44 Sekunden.
Die Hausherren zündeten sofort den Turbo, von der ersten Sekunde an, und Lukas Reichel hätte beinahe das 2:0 nachgelegt, scheiterte aber an Pogge. Die Haie dann gleich früh mit dem ersten Powerplay nach einer Strafe gegen Ryan McKiernan. Zweimal wurde es gefährlich vor dem Berliner Tor, aber ansonsten überstanden die Eisbären die erste Unterzahl des Abends schadlos. Das war am Dienstagabend am Seilersee noch anders gewesen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

In der siebten Spielminute bekam man gleich zweimal innerhalb weniger Sekunden den selben Spielzug zu sehen. Klasse Aufbaupass aus dem eigenen Drittel heraus auf den startenden Stürmer, einmal ging es schief, einmal klingelte es im Kölner Gehäuse. Zunächst schickte Leon Gawanke Lukas Reichel auf die Reise, doch er scheiterte freistehend vor Pogge. Frank Hördler danach mit dem nächsten Sahnepass aus dem eigenen Drittel heraus in den Lauf von Parker Tuomie, welcher cool blieb und zum 2:0 traf.
Doch die Führung gab den Berlinern nicht die nötige Sicherheit. Es häuften sich die Fehler im Spielaufbau und so kam Köln zu Chancen. Zach Sill war frei durch, Mathias Niederberger stand aber im Weg. Danach mussten die Domstädter noch eine Unterzahl überstehen, was ihnen aber nicht schwer fiel, denn sie machten die Räume geschickt zu und ließen den Eisbären kaum eine Chance, in Überzahl etwas gefährliches zu kreieren.
Danach ging es immer wieder hin und her, beide Teams suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor. Dabei wirkten die Haie zielstrebiger und hatten so auch beste Chancen. Doch Köln vergab beste Möglichkeiten. Marcel Müller schoss am halbleeren Tor vorbei, Ex-Eisbär Alexander Oblinger setzte die Scheibe an den Pfosten und Marcel Barinka fand in Mathias Niederberger seinen Meister. Zwar hatten auch die Eisbären noch Chancen, aber Köln hätte sich hier durchaus ein oder sogar zwei Treffer verdient gehabt. Doch die Eisbären lagen nach 20 Minuten mit 2:0 in Front, in einem sehr guten und sehr unterhaltsamen DEL-Spiel.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Mitteldrittel begann für die Gäste aus Köln mit einer guten Chance durch Freddy Tiffels, doch der scheiterte an Niederberger und auch Ryan McKiernan tat ihm nicht den Gefallen, die Scheibe ins Tor zu schieben. McKiernan rutschte zwar Richtung Tor, aber die Scheibe kam nicht durch. Und im Gegenzug die Eisbären eiskalt. Über Mark Olver und Parker Tuomie kam die Scheibe zu Kris Foucault und der zog cool ab und ließ Pogge keine Chance – 3:0 (23.).
Auch im Mitteldrittel boten beide Mannschaften ein sehr spannendes, phasenweise hochklassiges und sehr intensives Spiel. Chancen hatten beide Mannschaften, aber irgendwie hatten die Domstädter vor dem Spiel vergessen, das Zielwasser zu trinken. Denn während ihre Chancen nicht ins Tor gingen, trafen die Eisbären. Nachdem die Eisbären zuvor schon eine Strafe schadlos überstanden hatten, mussten sie kurze Zeit später erneut mit einem Mann weniger ran. Und da stibitzte Giovanni Fiore die Scheibe und machte sich auf den Weg Richtung Justin Pogge. Vor dem Tor stoppte er, drehte sich kurz um und statt selbst abzuschließen legte er die Scheibe gut überlegt ab auf den mitgelaufenen Kapitän Frank Hördler, welcher vor dem Tor eiskalt wie ein abgezockter Torjäger blieb – 4:0 in Unterzahl (31.).
Danach sah man nicht, das Köln sich hier aufgeben würde. Trotz 0:4-Rückstandes spielten die Mannen von Ex-Eisbären-Coach Uwe Krupp weiterhin nach vorne und hatten auch Chancen. Chancen, welche auch die Berliner hatten, aber weitere Treffer sollten in diesem unterhaltsamen Mitteldrittel keine mehr fallen. Mit 4:0 ging es also in die zweite Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Für das letzte Drittel hatten sich die Haie noch einiges vorgenommen und kamen mit einem neuen Goalie zurück aus der Kabine. Justin Pogge nahm nun auf der Bank Platz, während Hannibal Weitzmann in den letzten 20 Minuten zwischen den Pfosten stand. Aber sein Einstand ins Spiel hätte nicht schlechter verlaufen können. Ganze 49 Sekunden dauerte es, da war auch Weitzmann bezwungen. Wie oft haben wir Fans immer gesungen: „Bully? Tor!, Bully? Tor! Bully, Bully, Bully? Tor! Tor! Tor!“. Daran hat man sich bei den Eisbären heute wohl erinnert. Denn Mark Olver gewann das Bully, die Scheibe kam zu Kris Foucault und der hämmerte die Scheibe per Onetimer ins Kölner Tor – 5:0 (41.).
Die Eisbären kamen wild entschlossen aus der Kabine und setzten Köln in den ersten Minuten stark unter Druck. Giovanni Fiore, der heute sehr auffällig spielte, fing einen Fehlpass der Haie ab und kam zum Abschluss, doch sein Schuss verfehlte das Tor nur denkbar knapp.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Ansonsten nutzten die Eisbären das Schlussdrittel für eine Trainingseinheit in Sachen Special Teams,  weil man da ja nach dem Iserlohn-Spiel noch Nachholbedarf hatte. Doch man überstand alle drei Unterzahlspiele im letzten Drittel dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung schadlos.
Man verpasste es dafür aber, bei zwei Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis, einen sechsten Treffer nachzulegen. Man ließ die Scheibe zwar gut laufen, aber im Abschluss haperte es dann doch. Ja, man kam zu Chancen, aber diese stellten die Kölner vor keine größeren Probleme und so überstanden die Domstädter die zwei Minuten mit zwei Mann weniger auf dem Eis schadlos. Der doppelten Überzahl ging übrigens ein übler Bandencheck von Pascal Zerressen gegen Lukas Reichel hervor. Zerressen traf Reichel deutlich mit dem Ellenbogen am Kopf, weshalb Reichel auch liegen blieb. Dennoch gab es nur zwei Minuten dafür. Aber ein nachträglichen Verfahren seitens der PENNY DEL dürfte die Kölner nicht verwundern.
Köln versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, um Mathias Niederberger wenigstens den zweiten Shutout zu Hause in Folge kaputt zu machen. Aber die Eisbären unterstützten ihren Goalie wo sie nur konnten und sicherten ihm das Zu-Null-Spiel. Am Ende stand also ein deutlicher 5:0-Heimsieg gegen Köln.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Mit einer Antwort hatte Trainer Serge Aubin gerechnet. Die Fans mit einer Reaktion. Aber dass die Eisbären auf das 2:5 in Iserlohn so reagieren würden, hatte wohl keiner geglaubt. Mit 5:0 schoss man die Kölner Haie zurück in die Domstadt und zeigte dabei vor allem vor dem Tor mal wieder die Kaltschnäuzigkeit, welche man noch am Seilersee hat vermissen lassen. Dann überstand man sämtliche Unterzahlspiele schadlos. Auch das funktionierte am Dienstagabend überhaupt nicht. Wenn man überhaupt Kritik üben möchte nach diesem Kantersieg, dann wegen der erneut zu vielen Strafen, allen voran durch Ryan McKiernan.
Zwar ließ man auch Chancen von Köln zu, aber am Ende war stets Goalie Mathias Niederberger zur Stelle und als er bereits geschlagen war, half ihm auch noch der Pfosten. An ihm sind die Kölner Spieler reihenweise verzweifelt.
Ansonsten muss man heute auch noch Spieler herauspicken nach dem Spiel. Mark Olver zum Beispiel, dem drei Torvorlagen gelangen. Oder aber Frank Hördler und Parker Tuomie mit je einem Tor und einer Vorlage, wobei Tuomie sein erstes Profi-Tor überhaupt erzielte. Und Giovanni Fiore, welcher heute sein wohl bestes Spiel im Trikot der Eisbären absolvierte. Eine Torvorlage und ein weiteres Tor, welches er mit einleitete. Und das Kuriose daran? Vor dem ersten Bully meinte „Manne“ Hönel von den Eishockey NEWS auf der Pressetribüne zu mir noch, warum spielt nicht Fabian Dietz anstelle von Fiore. Während des Spielverlaufs revidierte „Manne“ relativ schnell seine Meinung. Giovanni Fiore hatte wohl seine Ohren oben bei uns, deswegen hat er heute wohl so stark gespielt.

Serge Aubin vor dem Heimspiel gegen Köln: „Ich erwarte eine Antwort vom Team“

Zwei Spiele, zwei Siege: So lautet die bisherige Saison-Bilanz der Eisbären Berlin vor dem morgigen fünften Saisonspiel gegen die Kölner Haie. Mit den Domstädtern erwartet der Tabellenvierte der Gruppe Nord den Spitzenreiter dieser Gruppe. Während die Hauptstädter beide Heimspiele gewinnen konnten, haben auch die Haie ihre bisherigen drei Auswärtsspiele gewonnen (4:3 in Bremerhaven/5:4 n.P. in Wolfsburg und 7:2 in Krefeld). Eine Serie wird morgen Abend also enden. Bei den Eisbären hofft man darauf, dass es die der Kölner sein wird. Denn Trainer Serge Aubin erwartet eine Antwort auf das Iserlohn-Spiel vor zwei Tagen:

Für uns ist jedes Spiel wichtig und wir haben leider eine Möglichkeit zum Punkten in Iserlohn verpasst. Ich erwarte eine Antwort vom Team. Köln ist ein solides Team, sie haben einen tiefen Kader. Wir kennen ihren Goalie, er spielt den Puck sehr gut. Wir sind noch dabei sicherzustellen, dass wir unser volles Potential ausschöpfen können. Wir haben Respekt vor Köln, aber ich erwarte eine Antwort von uns, besonders zuhause. Wir wollen unsere Halle verteidigen und das Spiel gewinnen. 

In Iserlohn hatten die Berliner 2:5 verloren und in allen vier Unterzahlspielen ein Gegentor kassiert. Zuvor stellte man noch das beste Unterzahlspiel der Liga, was sich nach diesem Spiel natürlich drastisch verändert hat. Inzwischen hat man nur noch das neuntbeste Penaltykilling der gesamten Liga. Und mit Köln kommt morgen das aktuell beste Powerplay-Team nach Berlin. Kapitän Frank Hördler wurde nach dem heutigen Training gefragt, ob die Special Teams gerade in so einer verkürzten Saison von großer Bedeutung sind:

Ich denke, die Special Teams sind in jeder Saison wichtig, ob es eine lange ist, ob es eine kurze ist. Ich glaube, das hat man auch in den letzten Jahren gesehen, gerade wenn man in Unterzahl bei den Prozenten ganz oben steht, hat man eine gute Chance, am Ende auch in der Tabelle oben zu stehen. Dieses Jahr wird es sicherlich noch ein Stückchen wichtiger. 

Einer, der vor allem in Überzahl für Tore sorgen soll, ist Stürmer Matt White. Dieser hat bisher einen guten Streak mit sechs Punkten in vier Spielen vorzuweisen. Was hat White zur bisherigen Saison zu sagen:

Wir wollen ein paar Tore schießen, dafür sind wir da. Nach dem letzten Spiel müssen wir in allen drei Zonen besser werden. In der Offensive haben wir schon viele Chancen, aber müssen sie noch verwandeln. Sobald wir alle drei Zonen gut im Griff haben, werden die Tore dann auch fallen.

Dass Matt White bisher einer d e r Top-Neuzugänge ist, sieht man ja schon an seinen oben genannten Scorerpunkten. Matt White, welcher die DEL bereits aus seiner Zeit bei den Augsburger Panthern kennt, hat sich schon in Berlin eingelebt:

Ja, es war von Anfang an leicht, da ich bereits ein paar Jungs kannte, weil ich schon mit oder gegen sie gespielt habe. Es war ein einfacher Übergang, ich habe mich direkt wohl gefühlt. Alle haben mich super Willkommen geheißen.

Matt White ist also neu in der Hauptstadt. Mit den Kölner Haien kehren morgen aber zwei Spieler zurück, welche in der vergangenen Saison noch das Trikot der Eisbären trugen – Goalie Justin Pogge und Stürmer James Sheppard. Zudem kennt man in Berlin auch den Kölner Trainer Uwe Krupp sehr gut. Frank Hördler weiß daher auch schon, was die Eisbären morgen Abend erwarten wird:

Ja, wir haben ja lange zusammen mit Uwe trainiert und wissen, dass er die Mannschaft gut einstellen wird. Sie werden viel laufen, werden sehr geradlinig spielen. Er ist ja ein erfolgreicher Spieler gewesen und erfolgreicher Trainer. Ich denke es wird ein sehr schweres Spiel.

Die Eisbären müssen und wollen morgen Abend eine Antwort auf das 2:5 am Seilersee geben. Aber sie kämpfen zudem auch gegen ihre eigene Bilanz daheim gegen die Kölner Haie, welche in den letzten Jahren nicht so rosig aussah. Sechs der letzten neuen Heimspiele verloren die Berliner gegen die Domstädter. Die letzten beiden Spiele in der Arena am Ostbahnhof gingen in die Verlängerung, einmal siegte Berlin (3:2), einmal Köln (5:4).

Chefcoach Serge Aubin kann auf das selbe Personal zurückgreifen wie am Dienstagabend in Iserlohn. Magenta Sport überträgt ab 20:15 Uhr (Bully: 20:30 Uhr) live. Und wir berichten für Euch auf unseren sozialen Netzwerken über das Heimspiel der Eisbären Berlin gegen die Kölner Haie direkt aus der Mercedes-Benz Arena. 

2:5 in Iserlohn! Vier Gegentore in eigener Unterzahl – Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele

Den Start ins Eishockey-Jahr 2021 haben sich die Eisbären Berlin sicherlich ganz anders vorgestellt. Im ersten Spiel des neuen Jahres setzte es gleich einmal die erste Niederlage. Am Seilersee kassierte man gegen die Iserlohn Roosters eine 2:5-Niederlage und holte damit erstmals keinen Punkt in dieser Saison. Letztendlich waren es die Special Teams, welche das Spiel entschieden. Iserlohn machte aus allen vier Überzahlspielen ein Tor und das letzte war dann auch noch ein Shorthander ins leere Berliner Tor. 

Für Iserlohns Verteidiger Jens Baxmann war es natürlich ein besonderes Spiel, ging es doch gegen seinen alten Club. Die ehemaliger Berliner Nummer 29 sagte im Vorfeld des Spiels bei Magenta Sport:

Berlin hat eine gut besetzte Mannschaft, aber auch wir haben eine gute Truppe. An guten Tagen ist jede Truppe schlagbar, egal wie sie heißt.

Das Selbstvertrauen war also groß beim Tabellendritten der Gruppe Nord, aber auch beim Tabellenführer aus der Hauptstadt. Leo Pföderl dazu:

Der Start war ganz vielversprechend, wir müssen nun schauen, dass es so weitergeht. Bis jetzt läuft es gut, aber wir haben noch Luft nach oben, was auch gut ist. Wir sind hier, um drei Punkte zu holen, wir wollen Gas geben. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel und nicht auf Iserlohn.

Von Beginn an Gas geben klappte nur nicht, denn eben jener Leo Pföderl rauschte nach nicht einmal zwei Minuten in den Iserlohner Torhüter Andreas Jenike und kassierte dafür zwei Minuten wegen Behinderung. Die Eisbären stellten eigentlich das beste Unterzahlspiel der Liga mit nur einem Gegentor in 18 Gelegenheiten, aber heute sollte es gleich beim ersten Powerplay der Roosters im Berliner Tor klingeln. Unübersichtliche Situation vor Mathias Niederberger, die Scheibe kam vom Schlittschuh von John Ramage vor den Schläger von Casey Bailey, welcher sich diese Chance nicht nehmen ließ und zum 1:0 einnetzte (2.). Die Eisbären waren also nach zwei Spielen ohne Gegentor aus dem Spiel heraus mal wieder bezwungen.
Danach waren die Mannen von Coach Serge Aubin um eine Antwort bemüht, aber sie taten sich schwer, die Lücke in der kompakten Iserlohner Defensive zu finden. Die Sauerländer machten die Räume eng und die gefährlichen Schusswege zu. Nach vorne machten die Spieler von Trainer Jason O’Leary nicht wirklich viel.
Es dauerte bis zur Hälfte des ersten Drittels, ehe Kapitän Frank Hördler die erste halbwegs brauchbare Chance auf das Tor der Hausherren brachte. Aber er scheiterte mit seinem Versuch von der blauen Linie. Doch nun nahm die Partie etwas Fahrt auf und auch Iserlohn kam durch Ryan Johnston und Brent Aubin zu guten Möglichkeiten, doch Ersterer schoss knapp am Tor vorbei und Letzterer scheiterte an Niederberger.
Und auf Seiten der Eisbären stellte Ryan McKiernan Andreas Jenike mit seinem Schuss vor kleinere Probleme. Der Iserlohner Schlussmann konnte die Scheibe erst im Nachfassen sichern. Die größte Chance hatte aber Matt White, welcher vier Minuten vor der ersten Pause alleine durch war, aber an Jenike scheiterte.
In der Schlussminute wurde es dann nochmal auf beiden Seiten gefährlich. Zunächst scheiterte Torschütze Casey Bailey mit seinem Onetimer von der blauen Linie an Mathias Niederberger und im Gegenzug stand Parker Tuomie die Latte im Weg.
Iserlohns Verteidiger Dieter Orendorz mit seinem Statement zu den ersten 20 Minuten bei Magenta Sport:

Wir haben das erste Tor in Überzahl geschossen. Was natürlich ganz wichtig war, früh in Führung zu gehen und ins Spiel zu kommen. Jetzt müssen wir hinten aber kompakter stehen und nicht so hektisch werden.

Das Mitteldrittel begannen die Hauptstädter in Überzahl. Durch zu viele Strafen gegen die Hausherren sollten es ganze vier Minuten am Stück mal mit einem, mal mit zwei Mann mehr auf dem Eis sein. Und beim ersten doppelten Überzahlspiel klingelte es im Tor der Roosters. Im ersten Versuch scheiterte Marcel Noebels noch, aber Lukas Reichel war zum Nachschuss parat und glich zum 1:1 aus (22.).
Die Eisbären auch im Anschluss weiter mit einem und auch zwei Mann mehr auf dem Eis, aber sie machten einfach zu wenig daraus. Chancen waren zwar da, aber entweder gingen sie vorbei oder landeten bei Andreas Jenike.
Wie man sein Powerplay eiskalt ausnutzt, zeigten dann wieder die Gastgeber, welche Mitte des zweiten Drittels mal wieder einen Mann mehr auf dem Eis hatten. Casey Bailey scheiterte noch mit seinem Onetimer an Niedeberger, ebenso Joe Whitney am Eisbären-Goalie. Den Nachschuss drückte dann aber Brent Aubin zur erneuten Roosters-Führung über die Linie (32.). Die Eisbären konnten sich zuvor eine lange Zeit nicht befreien und Iserlohn nutzte das eiskalt aus.
In der Schlussphase des Mittelabschnitts häuften sich die Strafen auf beiden Seiten. Und diesmal waren auch die Eisbären in Überzahl mal wieder erfolgreich. Matt White fand keine Anspielstation und zog stattdessen vom linken Bullykreis aus mit einem satten Handgelenkschuss ab. Der Schuss schlug im Winkel ein, da hatte Jenike keine Chance – 2:2 (37.).
Aber das Powerplay der Iserlohner war heute Abend effektiver. Kurz vor Ende durften die Hausherren mit zwei Mann mehr ran und genau in der Sekunde, als die erste Strafe gegen die Eisbären ablief, hämmerte Alexandre Grenier die Scheibe zum 3:2 ins Netz (39.). Das dritte Gegentor, das dritte Mal in Unterzahl. Dementsprechend bedient war Marcel Noebels nach dem zweiten Drittel:

Unser Überzahl ist gar nicht so schlecht. Die Chancen waren da, um noch einen nachzulegen. Aber wie das im Sport eben ist, machst du ihn vorne nicht rein, kriegst du ihn hinten rein. Wir nehmen unnötige Strafzeiten und Iserlohn bestraft das.

Das letzte Drittel begannen die Eisbären noch für 34 Sekunden in Unterzahl und Ihr ahnt schon, was nach zehn Sekunden passierte: Genau, Iserlohn mit dem 4:2. Joe Whitney wurde im Slot angespielt, stoppte die Scheibe kurz, Mathias Niederberger war schon auf dem Weg in die linke Ecke und kam so nicht mehr rechtzeitig rüber.
Doch den Gästen von der Spree bot sich schnell die Chance zur Antwort, denn nur gut zwei Minuten später bekam man selbst das nächste Powerplay. Aber das wirkte irgendwie ideenlos. Zwar hatte man Abschlüsse von Ryan McKiernan, Matt White und Leon Gawanke, aber so die richtig dicke Chance war da nicht mit bei.
Und so ging es fortan auch weiter. Iserlohn musste hier nichts nach vorne machen und zog sich so zurück. Die Eisbären fuhren immer wieder Richtung Iserlohner Tor, aber ihn fehlte die zwingende Idee, um das Spiel hier nochmal spannend zu machen und am Ende vielleicht zu drehen. Ja, sie gaben Schüsse ab (52 waren es am Ende, 25 für Iserlohn), aber es kommt eben vor allem auf die Qualität der Schüsse an. Und diese war heute nicht da. Das wirkte ein wenig planlos, wenn dann entstand mal aus Einzelaktionen was. Aber im Großen und Ganzen hatte Iserlohn keine große Mühe, das Spiel über die Zeit zu bringen. Sie verteidigten ihr Tor aber auch mit allem, was sie hatten und blockten die Schüsse. Bezeichnend für die Angriffsbemühungen der Eisbären war Giovanni Fiore vier Minuten vor dem Ende des Spiels, als er auf einmal im Slot die Scheibe bekam und frei vor Jenike stand. Diese Chance konnte er nicht nutzen, zu überrascht war er in diesem Moment wohl.
2:08 Minuten waren noch auf der Uhr, als Iserlohn die nächste Strafzeit nahm. Serge Aubin riskierte nun alles, Auszeit und Torhüter raus. Man spielte also nun Sechs-gegen-Vier, aber auch hier die Eisbären zu planlos in der Offensive. So eine richtige Schlussoffensive ließ man vermissen, die Leistungsträger schafften es nicht, das Team mitzureißen und hier noch einmal den Anschlusstreffer zu erzielen. Und als man sich einen Fehler im Angriffsdrittel erlaubte, war es jener Casey Bailey, welcher den Torreigen eröffnete, der am Ende auch den Deckel auf dieses Spiel machen sollte. Er zog aus dem eigenen Drittel ab und die Scheibe schlug im verwaisten Berliner Tor ein. Somit verloren die Eisbären auch das zweite Auswärtsspiel der Saison und stehen nach dem 2:5 am Seilersee erstmals in dieser Saison ohne Punkt nach einem Spiel da.

Im Endeffekt ist das Fazit schnell geschrieben: Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele und wenn man aus fünf Strafen und vier Unterzahlspielen vier Gegentreffer kassiert, ist die Hauptursache für die Niederlage gefunden. Was aber natürlich verwundert, kassierte man doch zuvor in 18 Unterzahlspielen nur einen Gegentreffer und stellte somit das beste Penaltykilling. Nach dem Spiel sieht das natürlich ganz anders aus und daran wird man bis zum Freitagspiel zu Hause gegen Köln auch arbeiten müssen.
Und dann muss man auch seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor wieder finden. Man muss wieder Ideen entwickeln, muss Kreativität zeigen, um die Scheiben im Tor unterzubringen. Zwar schoss man heute satte 52-mal auf das Iserlohner Tor, aber so die richtig dicken Chancen waren Fehlanzeige.
Verteidiger Kai Wissmann fasste das Spiel danach auch recht gut bei Magenta Sport zusammen:

Wir hatten einige Chancen, aber es ist einfach nichts rein gegangen. Die Special Teams haben das Spiel entschieden, wir haben in jedem Unterzahlspiel ein Tor bekommen. Das lief bisher gut, heute aber gar nicht. Daran müssen wir arbeiten.

Parker Tuomie vor dem Spiel in Iserlohn: „Wir wollen nachlegen!“

Morgen Abend steigen die Eisbären Berlin in das Eishockey-Jahr 2021 ein. Um 19:30 Uhr ist man als Spitzenreiter der Gruppe Nord beim Tabellendritten Iserlohn Roosters zu Gast. Spiele am Seilersee waren sonst immer enorm schwierig für die Auswärtsteams angesichts der hitzigen Atmosphäre im Sauerland. Doch in dieser Corona-Saison ist alles anders und so auch die morgige Partie, welche die Roosters ohne Unterstützung ihres Publikums bestreiten müssen. Eisbären-Coach Serge Aubin weiß natürlich, dass das einen großen Unterschied ausmacht, wie er nach dem heutigen Training sagte:

Natürlich macht es einen Unterschied, ohne Fans zu spielen. Das geht uns bei den Heimspielen ja aber auch so. Die Stimmung und die besondere Atmosphäre fehlen. Gerade unsere Fans sind ja bekannt für ihre Leidenschaft. Im Augenblick ist es nun mal so. Wir sind froh, dass wir überhaupt spielen können und freuen uns darauf, irgendwann wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen. Natürlich auch gerne in Iserlohn. 

Mit diesem Problem der fehlenden Zuschauer müssen aber alle Teams gleichermaßen umgehen. Das eine Team kommt damit besser klar, dass andere Team eher weniger. Aber natürlich ist es wohl für die Auswärtsteams gerade in solchen Hexenkesseln ein kleiner Vorteil, wenn deren Fans nicht vor Ort sind. Von daher sicherlich ein Vorteil morgen für die Eisbären, aber letztendlich wird das Spiel auf dem Eis entschieden. 

Und da müssen sich die Berliner im Vergleich zur letzten Saison nicht nur angesichts der fehlenden Stimmung auf den Rängen umstellen. Nein, auch die Mannschaft auf dem Eis ist eine andere und mit dem Keller-Team des letzten Jahres nicht mehr zu vergleichen. Zwei Siegen steht aktuell nur eine Niederlage gegenüber. Die Neuzugänge haben sich schon gut eingefunden in ihrem neuen Team und machen Iserlohn so zu einer durchaus schweren Aufgabe für die Hauptstädter. Dennoch wollen die Berliner am Seilersee nachlegen, wie Parker Tuomie sagt:

Ja, natürlich wollen wir nachlegen. Es war ein super Spiel gegen Krefeld nach dem kleinen Aussetzer in Wolfsburg und jetzt wollen wir hier natürlich weitermachen und einen kleinen Streak anfangen. Es wäre natürlich ein wichtiger Auswärtssieg in Iserlohn.

Bis zum morgigen Spiel hatten die Eisbären jetzt ein bisschen Erholung und konnten durchschnaufen. Trotzdem ist das Team bestens auf Iserlohn vorbereitet, wie Serge Aubin sagt:

Wir hatten ein paar Tage zur Erholung und um Zeit mit der Familie zu verbringen. Heute ging es wieder an die Arbeit und das sehr hart, so dass wir auf das Spiel in Iserlohn vorbereitet sind. Iserlohn spielt gut dieses Jahr. Sie sind sehr jung, aber sehr schnell und nah am Puck dran. Wir wollen den Weg weitergehen, den wir bisher genommen haben. Ich sehe in jedem Spiel, dass wir besser werden und natürlich versuchen wir uns weiter als Team zu verbessern und so drei Punkte zu bekommen. 

Hartes Training ist das Stichwort. Viel Zeit zum trainieren bleibt im Januar nicht wirklich, denn es warten gleich neun Spiele auf die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin. Parker Tuomie auf die Frage, wie wichtig ein Sieg in Iserlohn wäre, um den Flow aufrecht zu erhalten:

Es ist sehr wichtig. Vor allem unsere Special Teams werden wichtig sein. Unterzahl, Überzahl, das haben wir natürlich in den letzten Spielen jetzt besser gemacht. Aber das ist ein Punkt, an dem wir weiterhin arbeiten müssen und dann hoffentlich auch Erfolg haben in Iserlohn.

Spiele in kurzen Abständen ist in den Playoffs für die Mannschaften nichts ungewöhnliches und dafür lebst du als Eishockey-Profi. Aber in dieser Saison ist alles anders – verkürzte Hauptrunde, verkürzte Playoffs. Serge Aubin wurde diesbezüglich gefragt, ob es gerade deshalb so wichtig ist, dass seine Mannschaft derzeit so gut in Fahrt ist:

Insgesamt machen wir als Team und auch die Verteidigung einen guten Job. Egal ob wir eine volle Saison spielen oder nur eine halbe, reden wir immer davon, im Moment zu bleiben und ein Spiel nach dem anderen anzugehen und keine Spiele zu vergeuden. Wir verstehen, wie wichtig jedes einzelne Spiel ist und es ist unser Job sicherzugehen, dass wir bereit sind und gut performen können, wenn wir es müssen. Ich erwarte, dass die Jungs bereit sind und ich bin mir sicher, dass sie es sein werden. 

Personell können die Eisbären fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich die Youngsters Eric Mik, Sebastian Streu und Fabian Dietz sind morgen Abend nicht in Iserlohn dabei. Was aber den Grund hat, dass sie bei Kooperationspartner Weißwasser zum Einsatz kommen.

Das Jahr 2020: Saison-Abbruch, Karriereende von Kapitän André Rankel, Entlassung vom jahrelangen Pressesprecher Daniel Goldstein, NHL-Draft von Lukas Reichel

Heute endet also das Jahr 2020. Ein Jahr, welches wohl keiner in positiver Erinnerung halten wird. Ein Jahr, in dem von einem auf den anderen Moment unser Leben auf den Kopf gestellt wurde und nichts mehr ist, wie es mal war. Die Corona-Pandemie hat die Welt voll im Griff und hat sie mit voller Wucht getroffen. So auch den Sport, bei uns insbesondere unser geliebtes Eishockey. Denn das letzte Mal, als wir unsere Mannschaft in der Arena am Ostbahnhof spielen sahen und sie zum 4:3-Sieg im letzten Hauptrundenspiel gegen Bremerhaven supporteten, ist schon wieder über neun Monate her. Am 08. März fand dieses Spiel statt. Knapp eine Woche später sollte das Playoff-Viertelfinale gegen die Düsseldorfer EG beginnen, die schönste Zeit des Jahres für uns Eishockey-Fans also.

Ausflug zum Spiel Düsseldorf gegen die Eisbären. (Foto: jasmin und walker)

Wie wir jetzt, am 31. Dezember wissen, sollte diese Serie nie stattfinden. Wie generell keine Playoffs in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Ein Super-GAU für den Sport, an den zu Jahresbeginn niemand denken konnte. Da waren die Eisbären-Fans noch voller Vorfreude auf das bevorstehende Rheinland-Wochenende mit Spielen in Düsseldorf und Köln. So auch wir vom eisbaerlin-de-Fanclub, welche dieses Wochenende Mitte Januar in Düsseldorf und Köln verbrachten. Wir hatten drei wunderschöne Tage mit viel Sightseeing im Rheinland und zwei tollen Eishockeyspielen, welche mit einer Niederlage (1:2 in Düsseldorf) und einem Sieg (4:3 n.V. in Köln) endeten. Auf der Rückfahrt sprach man schon von den bevorstehenden Playoffs ab Mitte März, wenn wir wieder auf Reisen gehen wollten. Aber auch daraus sollte, wie wir jetzt wissen, nichts werden.

Die Eisbären feiern mit der Fankurve ihren Sieg gegen den Erzrivalen Mannheim. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Und im Vorfeld der Playoffs sollten die Eisbären auch noch Duftmarken setzen, welche der Konkurrenz deutlich machen sollten, dass in den Playoffs mit den Hauptstädtern zu rechnen ist. Man gewann zum Beispiel mit 3:2 n.V. in München und 4:3 n.V. gegen Mannheim. Aber man hatte eben auch bittere Niederlagen zu verkraften wie diese gegen Straubing, als man mit 1:2 verlor und zudem auch Platz Drei nach der Hauptrunde fast schon abhaken konnte. Dann verlor man auch noch gegen Düsseldorf mit 1:2 n.V. und das Heimrecht fing plötzlich an zu wackeln. Doch letztendlich sicherte man sich den vierten Platz, somit das Heimrecht im Viertelfinale gegen Düsseldorf und zudem die CHL-Qualifikation für die kommende Europapokalsaison.

Beendete 2020 seine einzigartige Karriere: André Rankel (Foto: eisbaerlin.de/jasmin) und walker)

Aber wie wir jetzt wissen, fand eben weder das Viertelfinale gegen die DEG statt, noch gibt es in dieser Saison die Champions Hockey League (CHL). Das Eishockey-Herz musste also in diesem von Corona geprägten Jahr viele Tiefschläge hinnehmen. Denn es war nicht nur das abrupte Saisonende ohne Playoffs am 10. März diesen Jahres.
Denn nur wenige Tage später gaben die Eisbären Berlin ihre Personalentscheidungen bekannt, welche Spieler den Verein verlassen werden müssen. Und darunter war ein Name, der die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte deutlich mit geprägt hat: André Rankel. Der langjährige Kapitän der Berliner erhielt keinen neuen Vertrag mehr und musste die Eisbären folglich nach 17 Jahren (!) verlassen. Er wollte seine Karriere anschließend noch fortsetzen, aber wie wir seit Dezember wissen, wurde auch daraus nichts, da er verletzungsbedingt seine Karriere beenden musste.
Auch diesen Tiefschlag musste man erst einmal verkraften. Denn auch wenn André Rankel in den letzten Jahren schon lange nicht mehr jene Leistungen aus den Meisterjahren abrufen konnte, so war er dennoch stets immer ein wichtiger Führungsspieler für die jungen Spieler im Team der Eisbären.

Musste die Eisbären nach über 20 Jahren Pressearbeit verlassen: Daniel Goldstein (Foto: eisbaerlin.de/rosi und jasmin)

Wenn man denkt, es kann eh nicht mehr schlimmer kommen, dann setzen die Eisbären dem Ganzen noch die Krone auf. Denn neben André Rankel musste auch ein weiterer langjähriger Vereinsangehöriger die Eisbären Berlin verlassen. Nach über 20 Jahren Pressearbeit für den Hauptstadtclub setzten die Eisbären den langjährigen Pressesprecher Daniel Goldstein vor die Tür. Was die Sache noch schlimmer machte und mit einem bitteren Beigeschmack versah: Die Eisbären machten die Trennung nicht öffentlich offiziell, sondern viel mehr musste man es aus der Presse (Tagesspiegel) erfahren. Noch heute schweigt der Verein zu diesem Vorgang. So brachten die Verantwortlichen der Eisbären die Fanszene gewaltig gegen sich auf.

Die große Frage der Fans war diese, wann es endlich wieder losgehen würde mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Oder besser gesagt, der PENNY DEL, wie sie inzwischen heißt. Aber auch da gab es ein sich hinziehendes Sommertheater, an deren Ende man den Start der neuen Saison immer wieder nach hinten schob und auch da gaben die DEL-Verantwortlichen keine gute Figur ab. Denn immer wieder stellte man Forderungen ohne aber nur mal eine vernünftige Idee zu präsentieren, wie man den Spielbetrieb wieder aufnehmen kann. Eine lange Zeit hieß es dann immer nur, man kann die Saison definitiv nicht ohne Zuschauer beginnen, denn diese sind für die Zukunft der Vereine von großer Bedeutung. Doch wie wir jetzt wissen, hat man eine Woche vor Weihnachten nun doch ohne Fans die neue Spielzeit begonnen. Und es ist abzusehen, dass diese wohl gänzlich ohne Zuschauer stattfinden wird. Auf einmal ging es also doch. Verstehe einer das Vorgehen der DEL-Verantwortlichen.

Bis zum Saisonstart wurde uns die Zeit mit dem MagentaSport-Cup versüßt, wenn gleich dieser für die Eisbären keinesfalls erfolgreich war und nach bereits vier Spielen und vier Niederlagen beendet war. Der Grund dafür waren mehrere positive COVID-19-Test bei den Eisbären Berlin. So konnte man die letzten beiden bedeutungslosen Spiele nicht mehr absolvieren, was aber nicht wirklich schlimm war.
Viel mehr nutzte man die Zeit zur Regeneration und zur Aufarbeitung der sichtbaren großen Probleme während des Turniers. So reagierten die Verantwortlichen der Eisbären und verpflichteten kurzerhand noch drei Stürmer – Kris Foucault, Giovanni Fiore und Matt White. Diese Transfers waren auch bitter notwendig, denn genau in der Offensive drückte der Schuhe. Das kurzfristige Karriereende von Maxim Lapierre machte es dann nicht besser, aber bisher läuft die neue Saison der Eisbären ja sehr vielversprechend. Man punktete bisher in zwei der drei Spielen und gewann beide Heimspiele. Zudem ist man seit 125 Minuten ohne Gegentor und kassierte aus dem Spiel heraus erst zwei Gegentore. Da wächst also ein neues Team zusammen, welches eine erfolgreiche Saison spielen kann. Leider können wir Fans diese Spiele aber nur vor dem Fernseher sehen.

Hatte dieses Jahr 2020 denn eigentlich auch positive Dinge? Ja, und zwar für einen Youngster der Eisbären Berlin. Lukas Reichel ist im Oktober seinem Traum von der NHL ein Stück näher gekommen. In der ersten Runde wurde er an 17. Stelle von den Chicago Blackhawks gedraftet. Ausgerechnet Chicago, sein Lieblingsclub. So hatte also wenigstens für einen Eisbären das Jahr 2020 eine positive Note dabei.

Für das Jahr 2021 kann man sich aus Eishockey-Sicht eigentlich nur wünschen, dass alle Teams die Corona-Pandemie überstehen und keiner Insolvenz anmelden muss. Es ist gerade für alle keine leichte Zeit, aber da müssen wir nun alle gemeinsam durch. Und sollte im kommenden Jahr die Normalität Stück für Stück wieder zurückkommen, hoffen wir natürlich darauf, dass wir wieder ins unser zweites Wohnzimmer dürfen. Und dort dann unserer Leidenschaft nachkommen, die Eisbären Berlin leidenschaftlich zu supporten. Noch ist diese Vorstellung ein großer Traum für 2021, aber wir hoffen, dass dieser nächstes Jahr Realität wird.

Aber vor allem wünschen wir Euch eins: Ganz viel Gesundheit, dass jeder gesund durch diese Pandemie kommt und wir uns dann irgendwann wieder gesund und munter in unserem Wohnzimmer treffen werden. Und dann wird die Wiedersehensfreude riesengroß sein und eine Stimmung herrschen, wie sie die Arena am Ostbahnhof höchstens in den Meisterjahren erlebt hat.

Wir wünschen Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt negativ!

5:0! Effiziente Eisbären lassen Krefeld keine Chance – Seit 125 Minuten ohne Gegentor

Foto: Flo Bande

Die Eisbären Berlin kommen immer besser in Fahrt. Am Montagabend gewannen die Berliner ihr zweites Saisonheimspiel gegen die Krefeld Pinguine verdient mit 5:0 (1:0,2:0,2:0) und feierten somit ihren zweiten Saisonsieg. Dabei versteckten sich die Gäste aus Krefeld keinesfalls, hatten auch Chancen, aber wer so ein schlechtes Powerplay spielt und aus den vielen Möglichkeiten kein Kapital schlägt, der braucht sich am Ende nicht wundern, wenn man mit leeren Händen da steht. Die Eisbären hingegen fanden ihre Effizienz vor dem Tor wieder. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte wieder auf Stammgoalie Mathias Niederberger zurückgreifen. Dafür fehlte Stürmer Sebastian Streu, welcher aber von Haakon Hänelt ersetzt wurde.

Duell auf Augenhöhe, aber die Eisbären mit der Führung

Foto: Flo Bande

In Wolfsburg war man müde und die Beine fehlten, sagte Serge Aubin vor dem Krefeld-Spiel. Man wolle vor dem Tor heute effizienter sein. Dementsprechend legten die Eisbären auch los und suchten sofort den Weg vor das von Ex-Eisbär Marvin Cüpper gehütete Krefelder Tor. Aber auch die Pinguine versteckten sich hier keinesfalls und so entwickelte sich in den ersten 20 Minuten ein sehr kurzweiliges Spiel mit wenig Unterbrechungen und Chancen auf beiden Seiten. Dabei wirkten die Hauptstädter etwas zielstrebiger in ihren Versuchen.
Und so war es auch kein Wunder, dass die Hausherren in Führung gingen. Acht Minuten waren gespielt, da schlug Kris Foucault eiskalt zu. Mit seinem ersten Versuch scheiterte er noch an Marvin Cüpper, dieser suchte im Anschluss die Scheibe, welche Foucault nie aus den Augen verlor und den Ex-Eisbären-Goalie tunnelte – 1:0.
Zwei Minuten später hätte ein anderer Neuzugang beinahe auf 2:0 gestellt. Giovanni Fiore ließ einen Krefelder Spieler an der Bande ganz schön alt aussehen, zog vor das Tor, aber diese feine Einzelleistung wurde nicht mit einem Tor belohnt. Direkt im Gegenzug wäre Krefeld aber fast der Ausgleich gelungen. Deren Top-Scorer Arthur Tyanulin setzte sich über rechts klasse durch, tankte sich vor das Tor und kam per Rückhand zum Abschluss. Die Scheibe blieb anschließend frei vor dem Tor liegen und hätte nur noch ins leere Tor geschossen werden müssen. Aber Ryan McKiernan war hellwach und brachte das Spielgerät aus der Gefahrenzone. Glück für die Eisbären.
Krefeld wurde nun immer besser und zeigte sich immer wieder vor dem Berliner Tor. Zudem bot sich den Seidenstädtern die Möglichkeit, in Überzahl den Ausgleich zu erzielen. Aber das Powerplay lief diese Saison bisher noch nicht so gut. So auch heute, denn mehr als ein Onetimer von Mirko Sacher kam nicht an gefährlichen Szenen dabei heraus. Doch Krefeld war auch danach weiterhin offensiv bemüht und begegnete den Eisbären sogar auf Augenhöhe. Krefeld hatte immer wieder gute Phasen, in denen sie gutes Eishockey zeigten.
Zum Ende hin die Eisbären dann mit ihrem ersten Überzahlspiel und das lief ja gerade gegen Bremerhaven sehr gut, als man zwei der drei Tore in Überzahl erzielen konnte. Doch hier klappte es noch nicht. Mark Zengerle verpasste am langen Pfosten lauernd ein klasse Zuspiel vom Torschützen Foucault, kam aber nicht richtig an den Puck heran und so ging die Scheibe knapp am Tor vorbei. Ryan McKiernan versuchte es dann nochmal von der blauen Linie, aber Marvin Cüpper war zur Stelle.
So nahmen die Eisbären eine knappe 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause. Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann war nicht unzufrieden mit den ersten 20 Minuten, aber er meinte im Interview bei Magenta Sport auch, dass man es noch besser kann:

Alles in allem war es kein schlechtes Spiel von uns, aber wir können es noch besser. Unser Torhüter ist wieder stark. Wir reden viel und unterstützen uns.

Krefeld im Powerplay harmlos, Berlin dagegen vor dem Tor effizient

Foto: Flo Bande

Im Mitteldrittel gab es auf Seiten der Eisbären aber mal wieder ein alt bekanntes Problem. Und zwar das mit der Disziplin. Ganze vier Strafzeiten kassierte man in den zweiten 20 Minuten, saß also satte acht Minuten in diesem Drittel auf der Strafbank. Aber man hatte Glück, dass das Krefelder Powerplay nun nicht gerade zu den gefährlichsten der PENNY DEL zählt.
Im ersten Überzahlspiel war es Tyanulin, welcher zweimal vor dem Tor zum Abschluss kam, aber an Mathias Niederberger scheiterte. Im zweiten Powerplay war Krefeld einfach zu hektisch, spielte das zu unsauber und kam so nur zu ein, zwei Halbchancen. So hatten die Berliner keine große Mühe, auch die insgesamt dritte Unterzahl des Spiels zu überstehen.
Aller guten Dinge sind drei? Ja, aber in diesem Fall galt das nicht für Krefeld und ihr drittes Powerplay. Sondern für die Eisbären und deren drittes Unterzahlspiel im Mitteldrittel. Ausgerechnet Constantin Braun vertändelte an der gegnerischen blauen Linie die Scheibe, Marcel Noebels zündete den Turbo und fuhr über rechts ins Angriffsdrittel rein, spielte dort den Querpass auf Matt White und der tunnelte Marvin Cüpper zum zweiten Mal an diesem Abend. Das 2:0 per Shorthander (33.).
Im vierten Überzahlspiel der Krefelder hätte es beinahe im Berliner Tor geklingelt, aber Mathias Niederberger wurde zur Krake und hechtete sensationell nach einem Zuspiel von Martin Schymainski auf Filips Buncis rüber und fischte die Scheibe weg und hinterließ verdutzte Krefelder Spieler. Was für ein Wahnsinns-Save von Niederberger.
Den Schlusspunkt in diesem zweiten Drittel setzten dann die Eisbären. Parker Tuomie spielte die Scheibe auf der linken Seite hoch zu Stefan Espeland, welcher abzog. Sein Schuss wurde noch vom Schlittschuh von Mark Olver abgefälscht und schlug hinter Marvin Cüpper ein – 3:0 (39.).
Krefeld war bedient, konnte man doch schließlich vier Überzahlspiele nicht nutzen. Die Eisbären hingegen waren eiskalt vor dem Tor oder aber, um es mit den Worten vom Trainer Serge Aubin zu sagen, effizient. Genau das forderte er von seiner Mannschaft vor dem Spiel.
Martin Schymainski war nach dem Drittel sichtlich bedient beim Interview:

Unser Überzahlspiel ist komplett schlecht gespielt, wir haben Chancen gehabt, kassieren dann aber auch noch ein Gegentor. Das darf uns nicht passieren. Wir haben noch 20 Minuten Eishockey zu spielen. Wir dürfen die Köpfe jetzt nicht hängen lassen, wir müssen jeden Check zu Ende fahren und jeden Zweikampf gewinnen. Und wir müssen Schüsse auf das Tor bringen, das machen wir auch zu wenig.

Zwei kuriose Tore sorgen für den deutlichen Heimsieg

Foto: Flo Bande

Das Schlussdrittel begannen die Berliner dann zur Abwechslung mal in Überzahl nach einer Strafe gegen Mirko Sacher mit der Schlusssirene. Und dieses sollten die Hausherren nutzen, wenn gleich man sich wahrscheinlich immer noch fragt, wie das Schlitzohr Leo Pföderl das gemacht hat. Was war passiert? Lukas Reichel zog nach einer Körpertäuschung zum Tor und kam zum Abschluss. Die Scheibe blieb im Anschluss vor dem Tor liegen und es entwickelte sich ein Gewühl, an deren Ende der am Boden liegende Leo Pföderl irgendwie die Scheibe aus dem Gewühl heraus auf seinen Schläger bekam und zum 4:0 einnetzen konnte (42.). Anhand seines Grinsen war wohl allen klar, dass er an dem „Zuspiel“ nicht ganz unschuldig war. Die beiden Hauptschiedsrichter entschieden auf dem Eis auf Tor, fuhren dennoch zum Videobeweis und konnten ihre „On-Ice-Entscheidung“ dort nicht entscheidend widerlegen, weshalb der Treffer galt.
Damit war das Spiel hier eigentlich gegessen, die Körpersprache der Frackträger sagte jedenfalls alles. Krefeld bekam dann nochmal ein Powerplay, aber es war bezeichnend, dass Jonas Müller für die Berliner die gefährlichste Chance hatte. Dagegen war das Überzahlspiel der Eisbären richtig gefährlich. Lukas Reichel scheiterte mit seinem Tip-in-Versuch, Leo Pföderl mit seinem Schuss aus dem Slot und bei Matt Whites Onetimer stand die Latte im Weg.
Krefeld kam eigentlich nur noch einmal in der 52. Spielminute durch Bindulis und in der Schlussminute zu gefährlichen Chancen, aber den Shutout von Mathias Niederberger konnten sie nicht verhindern. Aber dafür fingen sich die Pinguine drei Minuten vor dem Ende des Spiels noch den fünften Treffer ein. Und auch dieser war äußerst kurios. Kris Foucault war frei durch, Daniil Valitov konnte den Eisbären-Stürmer nur per Foul stoppen. Alle dachten nun, es gäbe einen Penalty. Aber die Scheibe war spielbar und Matt White schaltete am schnellsten, schoss sie auf das Tor und dort rutschte sie Marvin Cüpper unglücklich über die Fanghand – 5:0 (57.).

Der zweite Heimsieg also im zweiten Heimspiel. Und dieser kam dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu Stande. Das fing hinten bei einem starken Mathias Niederberger an, der alle Schüsse – und es waren angesichts der zahlreichen Überzahlspiele der Krefelder nicht wirklich viele – parieren konnte. Die Defensive der Eisbären stand wie schon gegen Wolfsburg sehr kompakt, machte die Schusswege geschickt zu und ließ Krefeld so kaum Platz für hochkarätige Chancen. Und vor dem Tor war man, wie vom Coach gefordert, sehr effizient und erzielte fünf Tore. Davon war eins in Über- und eins in Unterzahl dabei. Die Special Teams funktionieren also sehr gut bei den Hauptstädtern. Während die Eisbären eins seiner drei Überzahlspiele nutzten, überstand man alle sechs Unterzahlspiele schadlos und traf dabei sogar einmal ins Krefelder Tor.
Und auch die Neuzugänge Matt White und Kris Foucault stachen mit zwei Toren (White) und einem Tor und einer Vorlage (Foucault) hervor. Aber insgesamt war es von allen Spielern eine starke Teamleistung. Und was man auch noch hervorheben muss: Die Eisbären sind nun seit 125 Minuten ohne Gegentor in der PENNY DEL. Und wenn man dann noch bedenkt, dass Bremerhaven auch erst in der Schlussphase sein zweites Tor erzielen konnte, dann zeigt das, wie stark die Berliner Defensive in dieser Saison ist. Da werden sich noch einige Teams die Zähne dran ausbeißen.

Und was hatte Mathias Niederberger nach dem Spiel zu berichten?

Wir waren größtenteils sehr stabil, wir haben alles gegeben, kein Gegentor zu bekommen. Trotzdem haben wir uns viele Chancen erspielt und auch viele Tore gemacht. Es ist kein Geheimnis, dass man defensiv sehr stark spielen muss, um in dieser Liga Spiele zu gewinnen.

Während Mathias Niederberger also sehr zufrieden und gut gelaunt war, sah die Stimmungslage bei seinem Bruder Leon gänzlich anders aus:

Die Stimmung ist nicht so gut. Am Ende des Tages verlieren wir zu eindeutig. Wir können mit der Leistung nicht zufrieden sein. Das Powerplay reicht nicht, wir trainieren es zwar, aber wenn du sechs Chancen gegen Berlin bekommst, muss man auch mal ein Tor schießen. In den Spielen davor waren gute Ansätze dabei, welche wir mitnehmen konnten. Heute war nichts dabei, was wir mitnehmen können.

Frank Hördler vor dem Krefeld-Spiel: „Wir müssen den Puck gefährlicher vor das Tor bringen und da auch die Tore machen“

Für die Eisbären Berlin verlief der Saisonstart in die neue PENNY DEL-Saison mit vier Punkten aus zwei Spielen durchaus viel versprechend. Dem 3:2 gegen Bremerhaven zum Auftakt in der heimischen Arena am Ostbahnhof folgte am Dienstagabend eine knappe und unglückliche 0:1-Niederlage nach Penaltyschießen bei den Grizzlys Wolfsburg. Doch dennoch war man mit diesem Spiel und dem Auftritt dort sehr zufrieden, wenn gleich man natürlich mit dem Spielausgang haderte. Gegen die Krefeld Pinguine, welche morgen Abend ab 18:30 Uhr in der Mercedes-Benz Arena zu Gast sind, will man nun eine Antwort geben. Trainer Serge Aubin sagte dazu nach dem gestrigen Training:

Ich denke, es gab viel Positives im letzten Spiel, aber dass wir verloren haben, hatte dennoch einen bitteren Nachgeschmack. Wir werden versuchen, eine Antwort darauf zu geben, besonders weil wir zu Hause spielen. Es ist ein großes Spiel für uns, die gesamte Mannschaft ist gesund und bereit loszulegen.

Mit viel Positivem hatte er recht. Man erspielte sich Chancen, man stand hinten sehr kompakt und ließ wenig hochkarätige Chancen zu. Wenn doch was durch kam, war Tobias Ancicka bei seinem DEL-Debüt zur Stelle und hielt seinen Kasten sauber. Das Einzige, was in diesem Spiel in Niedersachsen nicht stimmte, war die Torausbeute. Daher weiß man auch, was gegen Krefeld besser laufen muss: Kapitän Frank Hördler dazu:

Ich denke doch schon, dass war auch gegen Wolfsburg ein sehr gutes Spiel gewesen auf beiden Seiten. Beide Seiten haben auch das Tor gut verteidigt. Deswegen denke ich, dass wir den Trend fortsetzen können. Das Einzige, was wir halt noch machen müssen, ein bisschen mehr den Puck gefährlicher vor das Tor bringen und da auch die Tore machen.

Man hatte gegen Bremerhaven und auch in Wolfsburg schon gesehen, dass das Team wesentlich stärker spielt, als es noch im MagentaSport-Cup der Fall gewesen war. Man erzeugte viel mehr Torgefahr, man spielte ein besseres Powerplay und zeigte auch ein starkes Penaltykilling. Was mit großer Wahrscheinlichkeit auch an den drei Neuzugängen liegt, welche nach dem Vorbereitungsturnier zu den Hauptstädtern wechselten. Matt White und Kris Foucault, welche die DEL bereits in- und auswendig kennen sowie Giovanni Fiore. Diese drei verliehen dem Kader der Eisbären deutlich mehr Tiefe und Offensivpower.

Dass natürlich noch nicht alles rund laufen kann nach zwei Spieltagen, ist auch verständlich. Aber je länger das Team zusammen ist, zusammen trainiert, desto mehr werden sie sich auch aufeinander abstimmen und dann wird auch das Spiel von mal zu mal besser und die Tore werden fallen.
Denn hinten sieht das schon sehr gut aus, nur vorne muss man eben noch ein bisschen am Abschluss feilen. Aber das tun die Jungs im Training und das gestrige war nach Aussage von Trainer Serge Aubin sehr gut:

Ja, es war sehr gut und wir haben heute auf das Gaspedal gedrückt, um einen Teil des Essens der letzten Tage loszuwerden. Wie ich gesagt habe, wir sind komplett gesund, also sollten wir ein vollständiges Lineup haben.

Und wenn die Eisbären auf alle Spieler zurückgreifen können, werden sie noch unberechenbarer. Dann kann von jeder der vier Angriffsreihen Torgefahr ausgehen und das wird es Krefeld schwer machen. Zumal die Seidenstädter sowieso unter Druck stehen, verloren die Pinguine doch ihre ersten beiden Spiele in der neuen Saison. Dem 1:4 in Wolfsburg folgte ein knappes 2:3 gegen Iserlohn. Auffällig bisher: Krefeld ging in beiden Spielen mit 1:0 in Führung, am Ende aber als Verlierer vom Eis. Von daher sollten die Eisbären Krefeld vielleicht in Führung gehen lassen…

Eine wichtige Frage in Sachen Personal ist sicher die auf der Torhüterposition. Tobias Ancicka musste am Dienstag kurzfristig für den angeschlagenen Stammgoalie Mathias Niederberger zwischen die Pfosten, zeigte da aber eine sehr starke Leistung und feierte so ein gelungenes DEL-Debüt, in dem er in 65 Minuten die Null festhielt. Doch morgen Abend gegen Krefeld wird wohl Mathias Niederberger zwischen die Pfosten zurückkehren. Serge Aubin dazu:

Ja, Mathias ist gesund und bereit loszulegen. Wir warten, bis wir eine endgültige Entscheidung treffen, aber ich bin mir zu 99,9 Prozent sicher, dass Mathias zwischen den Pfosten gegen Krefeld stehen wird.

Für einen Krefelder Spieler wird es morgen Abend sicher ein ganz besonderes Spiel werden. Die Rede ist natürlich von Verteidiger Constantin Braun, welcher sich von den Eisbären nach Krefeld hat ausleihen lassen. Frank Hördler wurde darauf angesprochen, ob es komisch ist, ihn auf der anderen Seite zu sehen, da das ja noch nie vorgekommen ist:

Beim Constantin nicht, beim Lolle schon. Jetzt kommen ja Beide in einem Team. Ne, das wird schon erstmal, glaube ich, etwas Besonderes für Ihn sein. Auch für ihn wird es, der seit so vielen Jahren für die Eisbären gespielt hat, jetzt auf der anderen Seite zu stehen, glaube ich auch nicht einfach werden. Was mich sehr freut, dass er da viel Eiszeit bekommt, viel spielt, das er eine sehr wichtige Rolle spielt. Dass er sich anscheinend auch sehr wohlfühlt. Die letzten Spiele, die man gesehen hat, war er viel in Szene für Krefeld. Deswegen bin ich gespannt, wie er hier in Berlin auftreten wird und ich freue mich darauf.

Los geht es morgen Abend wie bereits erwähnt schon um 18:30 Uhr, Magenta Sport überträgt wieder live aus der Arena am Ostbahnhof.