3:4-Niederlage in Mannheim: Eisbären verspielen frühe 2:0-Führung und kassieren die erste Saisonniederlage

Die Eisbären Berlin haben den DEL-Klassiker bei den Adler Mannheim knapp mit 3:4 (2:2, 0:1,1:1) verloren. Trotz eines Traumstarts und einer 2:0-Führung nach 120 Sekunden, verlor man am Ende beim Erzrivalen. Am Ende waren es zu viele einfache Fehler im Spiel, ein schwaches Powerplay im Vergleich zur CHL und zu ungenaue Abschlüsse in der Offensive.

Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Kapitän Kai Wissmann und Stürmer Freddy Tiffels zurückgreifen. Wissmann rückte direkt wieder an die Seite von Jonas Müller. Adam Smith rückte dafür an die Seite von Brandon Davidson. Mitch Reinke war als siebter Verteidiger dabei, Moritz Kretzschmar rotierte aus dem Kader raus.
Tiffels rückte direkt in die erste Reihe zu Liam Kirk und Ty Ronning. Gabriel Fontaine rotierte aus der Reihe raus und stürmte zusammen mit Manuel Wiederer und Rihards Griva. Alles andere blieb unverändert.
Im Tor stand erneut Jack LaFontaine, Jonas Neffin saß als Back-up auf der Bank.

Es war das erste Aufeinandertreffen seit der Finalserie 2026, in der sich die Eisbären mit 4:1-Siegen durchgesetzt hatten. Im Vergleich zur Hauptrunde hatten die Berliner im Finale alle drei Auswärtsspiele gewonnen. In der Hauptrunde setzte es zwei derbe Niederlagen (1:7/5:8.) Welche Eisbären bekam man heute zu sehen: die aus den Playoffs oder die aus der Hauptrunde?

Jonas Müller eröffnete den DEL-Klassiker mit dem 1:0 nach 56 Sekunden. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Nach 120 Sekunden führen die Eisbären bereits mit 2:0 im Ufo

Furioser Start in der SAP Arena: Jonas Müller verwertete einen Zuckerpass von Ty Ronning und schoss die Scheibe ins leere Mannheimer Tor – 1:0 (1.). Ganze 56 Sekunden war die Partie gerade einmal alt gewesen.
Und es kam noch besser: 120 Sekunden waren gespielt, da traf Ty Ronning zum 2:0 (2.). Zweimal hatten die Hauptstädter auf ihren ehemaligen Goalie Jake Hildebrand geschossen, zweimal schlug es hinter ihm ein. Das hatte sich der Ex-Berliner sicherlich komplett anders vorgestellt.
Wie reagierten die Hausherren? Die schlugen nur 63 Sekunden später zurück und verkürzten durch Anthony Greco auf 1:2 (4.).
Aber nochmal zurück zu den Eisbären und dem Duo Infernale: Liam Kirk und Ty Ronning hatten schon wieder jeweils zwei Scorerpunkte eingefahren. Der britische Nationalstürmer Liam Kirk stockte sein Punktekonto damit auf bereits vier Punkte auf, Ronning auf fünf. Was für überragende Zahlen dieser beiden Ausnahmestürmer.
Danach hatten beide Mannschaften jeweils ein Powerplay. Während die Eisbären ihres nicht nutzen konnten, schlugen die Kurpfälzer zurück. Und wie sollte es in Überzahl auch anders sein: Matthias Plachta bekam die Scheibe am rechten Bullykreis und sein Onetimer schlug in der kurzen Ecke ein – 2:2 (10.).
Danach kehrte erst einmal Ruhe ein in den DEL-Klassiker nach dieser turbulenten Anfangsphase zwischen den beiden Erzrivalen. Bis zum Drittelende passierte nicht mehr fiel und so stand es 2:2 nach 20 Minuten.

Tom Kühnhackl brachte die Adler erstmals an diesem Nachmittag in Führung. (Archivfoto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim dreht das Spiel gegen Berlin

Auch das zweite Drittel begann rasant. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und kamen dann schnell zu guten Abschlüssen. Doch sowohl Jake Hildebrand als auch Jack LaFontaine ließen zunächst keine weiteren Scheiben durch.
Bis zur 26. Spielminute, da spielte Max Calce einen sensationellen No-Look-Pass auf Tom Kühnhackl, der frei vor LaFontaine auftauchte und diesen eiskalt verlud – 2:3. Die Adler hatten also die Partie komplett gedreht.
Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben, Mannheim hatte aber leichte Vorteile. In der Schlussphase durften die Berliner nochmal in Überzahl ran, doch das funktionierte bis hierhin überhaupt nicht. Mannheim war in Unterzahl sogar gefährlicher als die Eisbären. Und auch die letzte dicke Chance gehörte den Hausherren. Luke Esposito tauchte frei vor LaFontaine auf, doch der neue Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand. So nahmen die Hauptstädter einen knappen 2:3-Rückstand mit in die zweite Drittelpause.

Manuel Wiederer traf erneut. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Schütz kontert Wiederer und entscheidet das Spiel

Auch im Schlussdrittel schenkten sich beide Mannschaften nichts. Keiner will dieses Prestige-Duell verlieren, dementsprechend engagiert spielten beide Teams hier. Mannheim bekam dann die Chance zur Vorentscheidung, als sie erneut in Überzahl ran durften. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Eric Hördler setzte stark nach und erkämpfte die Scheibe, Korbinian Geibel brachte die Scheibe aufs Tor, wo Manuel Wiederer entscheidend abfälschte und seinen ehemaligen Kollegen Hildebrand düpierte – 3:3 (49.).
Aber die Reaktion der Adler ließ nicht lange auf sich warten. Kaum waren die Eisbären wieder komplett, brachte Justin Schütz Mannheim per Abstauber wieder in Führung – 3:4 nur 69 Sekunden später (50.).
Nun waren die Berliner wieder gefordert, eine Antwort auf den Rückstand zu geben. Dafür hatte man auch ein Powerplay kurz danach, aber dieses wurde überhaupt nicht gefährlich. Auch in der Folge konnte man sich nicht mehr entscheidend festsetzen und verlor somit erneut ein Auswärtsspiel in der Hauptrunde in Mannheim. Aus diesem Spiel wird man definitiv lernen und es im nächsten Spiel besser machen.

4:2 vs. Straubing: Die Eisbären starten mit einem Heimsieg in die Ära nach Serge Aubin

WalkersBaerenNews 2026/2027Ausgabe – #3:

Der Titelverteidiger eröffnet die neue DEL-Saison mit einem Heimsieg. Gegen die Straubing Tigers setzten sich die Eisbären Berlin knapp mit 4:2 (1:0,2:0,1:2) durch, mussten am Ende aber nochmal um die ersten drei Punkte der neuen Saison zittern. Vermeintlich souverän führte man bis rund neun Minuten vor Spielende mit 3:0, ehe Straubing daraus nochmal eine richtig enge Kiste machte. Doch Eric Mik erstickte sämtliche Straubinger Hoffnung auf etwas Zählbares im Keim.

Eisbären-Trainer Éric Dubois musste heute auf Kapitän Kai Wissmann verzichten (saß noch eine Sperre aus der letzten Saison ab), weshalb Eric Mik an die Seite von Korbinian Geibel rückte. Alles andere blieb in der Defensive unverändert.
In der Offensive änderte sich lediglich etwas in der vierten Reihe, weil Mik zurück in die Abwehr rotierte. So standen nur Manuel Wiederer und Rihards Griva in der vierten Reihe.
Im Tor vertraute Dubois Jack LaFontaine, während Jonas Neffin als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Alles war angerichtet für den DEL-Saisonstart: Die Eisbären Berlin empfingen die Straubing Tigers zur Neuauflage der letztjährigen Viertelfinalserie. Während die Hauptstädter in den Playoffs der Angstgegner der Niederbayern sind, waren die Tigers in der vergangenen Saison in der Hauptrunde der Angstgegner der Eisbären. Drei der vier Duelle gingen an Straubing – darunter auch beide Spiele hier in der Arena am Ostbahnhof. Setzte sich diese Serie auch in der neuen Saison fort oder konnten die Hauptstädter direkt das erste Spiel gegen Straubing für sich entscheiden?

Vor Spielbeginn wurde es aber zunächst einmal noch emotional, denn die Meisterschaft 2026 wurde gebührend gefeiert. Neben einem Video wurde natürlich wie gewohnt das bereits zwölfte Meisterbanner unter das Dach der Arena gezogen.

Der erste Torjubel der neuen DEL-Saison. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Manuel Wiederer eröffnet die neue DEL-Saison

Der Spielbeginn passte zur Stimmung in der Arena, wo beide Fanlager gegen Donnerstagsspiele protestierten. Diese sind den Fanszenen seit Jahren ein Dorn im Auge, weshalb bis zum ersten Powerbreak auf Stimmung verzichtet wurde. Die Straubinger Fans verließen sogar fast komplett den Gästeblock. Erst nach rund fünf Minuten musste Jack LaFontaine erstmals rettend eingreifen. Bis dahin war es noch recht ereignislos gewesen.
Man merkte beiden Mannschaften die Sommerpause noch so ein wenig an. Der Rost war noch nicht komplett runter und das Spiel wirkte bis hierhin sehr zäh. Immerhin kam aber nun wieder so ein wenig Eishockey-Feeling auf, als die Hartmut Nickel Kurve mit ihrem Support begann.
Die erste richtig gute Chance für die Eisbären gab es nach rund zwölf Minuten zu bestaunen. Ein schöner langer Aufbaupass, eine Ablage und Liam Kirk mit dem Schuss, doch Jakub Skarek lenkte die Scheibe über das Straubinger Tor. Kurz darauf leitete erneut ein langer Pass die nächste Chance ein, als Ty Ronning frei zum Abschluss kam. Doch auch der Berliner Torjäger konnte den neuen Straubinger Goalie nicht überwinden.
Ansonsten bestimmten vor allem Zweikämpfe das erste Drittel. Beide Teams kämpften verbissen um jede Scheibe. Doch drei Minuten vor der ersten Drittelpause fand Manuel Wiederer die Lücke in der Defensive der Niederbayern und versenkte die Scheibe im langen Eck – 1:0 (17.).
Kurz darauf hätten die Hausherren in Überzahl beinahe das 2:0 nach gelegt, doch die Tigers retteten sich mit dem knappen 0:1-Rückstand in die erste Drittelpause.

Das neue Meisterbanner hängt unter der Arena am Ostbahnhof. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Liam Kirk und Ty Ronning mischen Straubing auf

Im zweiten Drittel ging es ganz schnell. Über Jonas Müller und Ty Ronning kam die Scheibe zu Liam Kirk und der ließ sich nicht zweimal bitten – 2:0 (22.). Der britische Nationalstürmer knipste also direkt im ersten Spiel und zeigte, dass der Tor-Knoten auch mal ganz früh in der Saison platzen kann.
Die Niederbayern waren aber auf der Suche nach einer Antwort und bekamen die dicke Chance in doppelter Überzahl. Ganze 40 Sekunden war die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft mit zwei Mann mehr auf dem Eis und hatte das 2:1 auf dem Schläger. Doch Jack LaFontaine kratzte die Scheibe mit dem Schläger in letzter Sekunde von der Linie. Was für ein Save, der ihm natürlich viel Applaus von den Rängen einbrachte.
Und Straubing durfte direkt danach nochmal für 41 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren. Schwierige Phase für den DEL-Rekordmeister, der aber mit allem verteidigte, was ihm zur Verfügung stand. Dazu wuchs Neuzugang Jack LaFontaine im Tor über sich hinaus und strahlte dabei eine unglaubliche Ruhe aus. Ohne Gegentor kamen die Eisbären aus diesem Unterzahlspiel raus – überragend!
Dafür nutzten die Hauptstädter ihre Chancen. Zwei-auf-eins-Konter von Liam Kirk und Ty Ronning, Letzterer erhöhte schlussendlich auf 3:0 (37.). Gegen diese beiden Top-Stürmer sieht jede DEL-Defensive alt aus, wenn sie Tempo aufnehmen. Mit dieser beruhigenden Führung ging es anschließend in die Kabinen.

Weiß auch in der neuen Saison wo das Tor steht: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Straubing macht es am Ende nochmal spannend

Im Schlussdrittel waren die Eisbären zunächst nicht nur auf Verwalten des Ergebnisses aus, sondern spielten weiterhin offensiv nach vorne. Defensiv ließ man nach wie vor nur wenig von den Gästen zu. Wenn doch ein Schuss durch kam, konnte man sich auf Jack LaFontaine verlassen, der ein mehr als gelungenes DEL-Debüt feierte.
Dennoch wurde es nichts mit einem Shutout, da Adrian Klein sich zu einfach vor das Tor spielen konnte und zum 3:1 verkürzte (51.). Wurde es hier nun also doch nochmal spannend? Die Chance für die Tigers war jedenfalls da, als man in der Schlussphase für etwas mehr als eine Minute ein Powerplay hatte. Aber die Berliner überstanden auch diese Unterzahl ohne Gegentor.
Dennoch musste man hier tatsächlich nochmal zittern. 3:48 Minuten vor dem Ende des Spiels gelang den Niederbayern das 3:2 durch Stefan Loibl (57.). Für ihre Passivität in dieser Phase wurden die Eisbären eiskalt bestraft.
Doch 68 Sekunden vor dem Ende des Spiels nutzte Eric Mik das leere Straubinger Tor zur Entscheidung aus – 4:2 (59.). Damit feierten die Berliner ein am Ende verdienten Heimsieg gegen die Tigers, der nur am Ende nochmal kurz ins Wanken geriet.

7:3-Sieg! Die Eisbären demütigen Mannheim im ersten Finalspiel in eigener Arena

Playoff-Finale-Stand: 0:1 (3:7)

Die Eisbären Berlin setzten direkt im ersten Finalspiel ein dickes Ausrufezeichen und sichern sich damit das Heimrecht. In der SAP-Arena setzten sich die Berliner hochverdient mit 7:3 (3:0,2:0,2:3) bei den Adler Mannheim durch und haben damit direkt einmal ihre Titel-Ambitionen untermauert. Gerade die ersten 40 Minuten waren pure Dominanz und gnadenlose Effektivität. Dagegen hatte die Mannschaft von Dallas Eakins kein Gegenmittel und muss jenes nun bis zu Spiel zwei am Sonntagnachmittag entwickeln, um nicht den nächsten Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft zu erleiden.

Eisbären-Trainer Serge veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel sechs der Halbfinalserie bei den Kölner Haien überhaupt nicht und vertraute somit dem selben Line-up, welches den Finaleinzug perfekt gemacht hatte.

Die Ausgangslage war klar: Es war Spiel eins der Finalserie und beide Teams wollten direkt die erste Duftmarke setzen. Während es für die Eisbären kein Neuland mehr war, absolvierten die Kurpfälzer ihr erstes Endspiel seit 2019. Setzte sich am Ende die Final-Erfahrung der Eisbären durch oder konnte Mannheim sein erstes Heimspiel für sich entscheiden?

Liam Kirk erzielte das erste und das letzte Tor in Mannheim. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war es eine sehr intensive und hart umkämpfte Partie. Was aber auch zu erwarten war, schließlich geht es ab sofort um die deutsche Meisterschaft in der PENNY DEL. Die Adler hatten früh im Spiel das erste Powerplay, machten aber direkt Bekanntschaft mit dem drittbesten Penalty Killing der Playoffs, welches nichts Gefährliches zu ließ.
Special Teams können in dieser Finalserie von enormer Bedeutung sein und sie sollten es auch direkt im ersten Drittel werden. Denn die Eisbären nutzten im Gegensatz zu Mannheim ihr erstes Powerplay. Die Scheibe wurde auf das Tor gebracht, blieb dort hängen und am Ende war es Liam Kirk, welcher zum 1:0 traf (8.).
Die Berliner legten genau den Start hin, den man sich gewünscht hatte. Mannheim war zwar äußerst aktiv in Sachen Torschüsse, doch diese wurden eher aus ungefährlichen Positionen abgegeben und stellten Jonas Stettmer daher auch vor keine großen Probleme.
Diese bekamen aber so langsam aber sicher die Hausherren. Maximilian Franzreb konnte den ersten Schuss nur prallen lassen und Jean-Sébastien Dea staubte erfolgreich ab – 2:0 (11.). Trotz 12:4-Torschüssen nach 14 Minuten stand es hier 0:2, was einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit der Eisbären in den Playoffs unter Beweis stellte.
Und diese agierten im ersten Drittel äußerst effektiv, denn kurz vor der ersten Drittelpause nutzten sie auch noch einen Konter durch Marcel Noebels und Les Lancaster aus. Letzterer netzte erfolgreich ein zum 3:0 (19.). Danach war dieses Auftaktdrittel zu Ende und alle Fans rieben sich verwundert die Augen. Denn man hatte ja mit allem gerechnet, aber definitiv nicht mit so einem ersten Drittel.

Spiele zwischen Mannheim und Berlin sind immer sehr hitzig. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Mitteldrittel war dann pure Dominanz der Eisbären, welche das so einfach aussehen ließen, wie sie Gegner und Puck laufen ließen. Das sah nicht einmal nach großer Anstrengung aus, wie man hier das Spiel dominierte. Von Mannheim kam erschreckend wenig für ein Finalspiel und vor allem für ein Heimspiel. Was die Eisbären aber überhaupt nicht interessierte, da sie sich nur auf sich konzentrierten. Der heute sehr auffällige Dea ließ die Scheibe stark durch zu Freddy Tiffels, welcher Ty Ronning in Szene setzte. Der kleine Wirbelwind erhöhte anschließend auf 4:0 (35.).
Nur 70 Sekunden später legten die Eisbären direkt das fünfte Tor nach. Wieder ließ Franzreb die Scheibe nur prallen, was Markus Vikingstad dankend annahm – 5:0 (36.).
Damit war Finalspiel eins bereits nach 40 Minuten entschieden, denn das die Kurpfälzer hier noch einmal zurück ins Spiel kommen würden, war doch eher unwahrscheinlich.

Im letzten Drittel kamen auch die Adler Mannheim zum Torerfolg und konnten Jonas Stettmer dreimal überwinden. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Dass Mannheim aber noch einmal alles versuchen würde, war jedoch klar. Und so verwunderte das schnelle Anschlusstor nach 42 Minuten auch nicht wirklich. Kris Bennett ließ die eigenen Fans zum ersten Mal in dieser Finalserie jubeln – 5:1.
Kurz darauf kam dann schon eine sehr diskutable Szene im dritten Drittel. Kai Wissmann fuhr einen durchaus harten Check gegen Leo Gawanke und bekam dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe für einen Check gegen die Bande. Puh, auch nach mehrmaligen Anschauen kann ich da keine Spieldauer erkennen. Ja, der Check war hart, aber Gawanke hatte kurz zuvor noch den Puck und somit geht Wissmann erwartungsgemäß in den Zweikampf. Der Mannheimer Verteidiger schien damit jedoch nicht gerechnet zu haben und hatte daher keine Körperspannung, was den Aufprall durchaus spektakulär aussehen ließ. Dafür Wissmann aber zum Duschen zu schicken, ist für mich eine sehr harte Entscheidung.
Zum Glück überstanden die Eisbären die fünfminütige Unterzahl ohne Gegentor, was aber auch an Teufelskerl Jonas Stettmer lag, der einmal mehr ein überragendes Spiel zeigte.
Kurz nach dem die Berliner wieder komplett waren, schlug es aber doch noch hinter Stettmer ein. Alexander Ehl verkürzte auf 2:5 (48.).
Ging hier nun doch noch was für die Hausherren? Die Eisbären ließen es im Schlussdrittel etwas zu ruhig angehen und stellten das Offensivspiel fast komplett ein. Und Dallas Eakins ging früh All-in und zog rund fünf Minuten vor dem Ende des dritten Drittels seinen Goalie, der inzwischen Mattson hieß, vom Eis. 16 Sekunden später fälschte Mitch Reinke einen Schuss von John Gilmour unglücklich ab und schon stand es nur noch 5:3 (56.).
Eakins nahm kurz darauf erneut seinen Goalie vom Eis, weil was einmal klappt, klappt ja auch zweimal. Aber nicht mit Marcel Noebels, der die Scheibe einfach mal blind auf das leere Tor brachte und auf 6:3 stellte (57.). Danach war auch wieder Ruhe im „Ufo“, die Hoffnung war ganz schnell wieder verflogen. Erst recht, als Liam Kirk auch noch den nächsten Empty-Netter nachlegte – 7:3 (58.).
Damit eröffnete der Brite das Spiel und beendete es auch. Und viel wichtiger: Er setzte die Serie der Eisbären fort, die nun im vierten Spiel in Folge sieben Tore in einem Finalspiel erzielt haben. Ein Rekord für die Ewigkeit, den wohl keine Mannschaft mehr knacken wird. Außer vielleicht die Eisbären selbst, denn was die in den Playoffs für gnadenloses Eishockey spielen, ist fast schon beängstigend. Die ersten 40 Minuten waren eine reine Machtdemonstration des Titelverteidigers. Aber ebenso waren die letzten 20 Minuten Warnung genug, dass man gegen Mannheim über 60 Minuten sein Spiel durchziehen muss, egal wie hoch man auch führt. Aber nach diesem Spiel ist bereits klar, dass in auch in dieser Saison der Meistertitel erneut nur über die Eisbären Berlin führt. Damit hätte man im Verlaufe der Hauptrunde auch nicht mit gerechnet.

3:4 nach Verlängerung: Dominik Bokk ärgert seinen Ex-Verein und gleicht die Halbfinalserie wieder aus

Playoff-Halbfinale – Stand: 2:2 (3:6/5:1/2:4/4:3 n.V.)

Die Halbfinalserie ist nun eine Best-of-three-Serie: Die Eisbären Berlin verlieren nämlich Spiel vier der Halbfinalserie bei den Kölner Haien mit 3:4 nach Verlängerung. Es war ein echter Playoff-Fight auf Augenhöhe. Beide Teams hatten ihre Chancen, am Ende war es aber Dominik Bokk, der seinen Ex-Verein gleich zweimal ärgerte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Stürmer Lean Bergmann verzichten, für den die laufende Saison verletzungsbedingt beendet ist und der auch den Start der kommenden Saison verpassen wird. Für ihn rückte Norwin Panocha ins Line-up. In der Defensive blieben die Verteidiger-Pärchen unverändert. Panocha war als siebter Verteidiger dabei.
In der Offensive blieben die ersten beiden Reihen gleich. Eric Hördler nahm derweil den Platz von Bergmann in der Reihe mit Leo Pföderl und Markus Vikingstad ein. Den Platz von Hördler junior nahm Moritz Kretzschmar ein, der an der Seite von Manuel Wiederer und Lennard Nieleck stürmte.
Im Tor stand erneut Jake Hildebrand, während Jonas Stettmer als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Die Ausgangslage war klar: Die Domstädter standen unter Druck. Bei einer weiteren Niederlage würde man am Freitag mit einem 1:3-Rückstand in der Serie nach Berlin reisen. Das wollte Köln vor eigenem Publikum unbedingt vermeiden. Die Eisbären hingegen wollten genau jenen Matchpuck erspielen, um am Freitag vor den eigenen Fans den erneuten Finaleinzug zu feiern. Denn das ist dann das letzte Heimspiel für die Berliner, ehe Spiel sechs und sieben in Köln stattfinden würden. Holten sich die Haie den erneuten Serienausgleich oder sicherten sich die Hauptstädter den Matchpuck?

Ty Ronning sorgte für das wichtige 1:1 im ersten Drittel. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Blitzstart für die Haie, die nach gerade einmal 42 Sekunden mit 1:0 in Führung gingen. Frederik Storm war der Torschütze. Das war genau der Start, den die Eisbären nicht haben wollten. Viel mehr wollte man selbst in Führung gehen.
In der Folge hatten die Domstädter zwei weitere dicke Chancen in der Anfangsphase. Einmal rutschte die Scheibe knapp am Tor vorbei, einmal rettete das Gestänge. Mit dem schnellen Umschaltspiel der Hausherren hatten die Eisbären große Probleme.
Auch im ersten Powerplay der Partie schnupperten die Kölner mehrfach am zweiten Tor. Die Haie zeigten die erhoffte Reaktion auf Spiel drei in Berlin, während die Eisbären überhaupt nicht an ihre Leistung vom Sonntag anknüpfen konnten. Einzig Goalie Jake Hildebrand war schon wieder in Normalform unterwegs, während die anderen Spieler noch überhaupt nicht drin waren im Spiel.
Kurz darauf hatten die Eisbären ihr erstes Powerplay und prompt stellten sie den Spielverlauf auf den Kopf. Ty Ronning mit dem überraschenden 1:1-Ausgleich (14.).
Nach dem Treffer waren die Eisbären plötzlich drin im Spiel und drängten auf das zweite Tor. Das Momentum hatte durch den Ausgleich die Seiten gewechselt. Und die Haie mussten erneut in Unterzahl ran. Doch in dieser hatte Maxi Kammerer die dicke Chance zur erneuten Kölner Führung, doch Hildebrand vereitelte seinen Alleingang. Ohne Hildebrand hätten die Eisbären hier deutlich mehr Gegentreffer kassiert. So blieb es beim 1:1 nach 20 Minuten.

Eisbären-Goalie Jake Hildebrand verletzte sich beim Gegentor zum 2:3 und musste anschließend in die Kabine. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Im zweiten Drittel erwischten diesmal die Eisbären den Traumstart. 20 Sekunden dauerte es nur, ehe Kapitän Kai Wissmann auf 2:1 stellte (21.). Die Eisbären hatten das Spiel also tatsächlich gedreht.
Aber die Domstädter schlugen schnell zurück. Zwei-auf-eins-Angriff und Tanner Kero stellte auf 2:2 (24.). Die Eisbären waren in diesem Spiel zu anfällig für Konter der Haie, diesmal schlug es hinten auch ein.
Mit dem Treffer wechselte direkt wieder das Momentum auf die Seite der Haie, welche danach eine gute Phase hatten. Jake Hildebrand musste wieder hellwach sein. Aber so ging es das ganze Spiel, immer wieder hatten beide Teams ihre starken Phasen in der Offensive. Es ging munter hin und her.
Und Köln drehte das Spiel zurück. Dominik Bokk tunnelte Jake Hildebrand und stellte auf 3:2 (33.). Beim Spagat verletzte sich Hildebrand und musste gestützt vom Eis gefahren werden. Wie bitter kann eine Saison bitte verlaufen? Nach Lean Bergmann der nächste Spieler, der sich zu den anderen Langzeitverletzten gesellt. Jonas Stettmer kam somit wieder ins Tor.
Fortan blieb es ein echter Playoff-Fight. Die Eisbären suchten die schnelle Antwort, fanden sie aber nicht und so nahm man einen knappen 2:3-Rückstand mit in die zweite Drittelpause.

Liam Kirk schickte das Spiel in die Overtime. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Das letzte Drittel begann diesmal nicht mit einem Blitzstart, auch wenn die Eisbären eine dicke Chance durch Andreas Eder hatten. Aber Janne Juvonen war hellwach und parierte dessen Schuss.
Die Eisbären waren danach auf der Suche nach der Lücke in der Kölner Defensive. Doch die Haie boten diese nicht an und drängten die Berliner Spieler nach außen und machten die gefährlichen Räume vor dem Tor zu. Aber gleiches galt auch für die Defensive der Eisbären.
Mitte des letzten Drittels hatte dann Gregor MacLeod die Vorentscheidung auf dem Schläger, doch Jonas Stettmer hielt seine Mannschaft im Spiel.
Die Eisbären hatten dann wieder ein Powerplay und zum zweiten Mal schlug man in diesem zu. Leo Pföderl und Ty Ronning scheiterten bereits an Jane Juvonen, Liam Kirk zielte dann ganz genau – 3:3 (52.).
Nun ging die Partie wieder von vorne los und der Druck wechselte auf die Seite der Domstädter, die den Matchpuck der Eisbären abwehren und die Serie definitiv wieder nach Hause holen wollten. Die Spannung war zum Greifen nah. Und Köln bekam vier Minuten vor dem Ende ein Powerplay und damit die dicke Chance zur erneuten Führung. Doch die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor.
Es blieb bis zum Ende der regulären Spielzeit beim 3:3 und somit ging es erstmals in dieser Halbfinalserie in die Verlängerung.

Ex-Eisbär Dominik Bokk entschied das vierte Halbfinalspiel in der Overtime. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch die Overtime war an Dramatik nicht zu überbieten. Ein echter Playoff-Fight, in dem es hin und her ging. Beide Teams hatten ihre Chancen, doch beide Goalies waren weiterhin hellwach. Es war eine hart umkämpfte Partie, jeder Zweikampf wurde äußerst intensiv geführt.
Leo Pföderl und Liam Kirk hatten die Entscheidung auf dem Schläger, kamen aber nicht an Janne Juvonen vorbei. Auf der Gegenseite war es Dominik Bokk, der Ex-Eisbär, der in der 78. Spielminute dieses vierte Halbfinalspiel entschied – 3:4. Nun heißt es Mund abputzen und nach vorne schauen. Denn der Druck wechselt nach Berlin, die am Freitag ihr letztes Heimspiel in dieser Serie gewinnen müssen, um mit einem Matchpuck nach Köln zu fahren. Heute waren es Kleinigkeiten, die dieses Spiel entschieden haben.

Entscheidung nach 76:30 Minuten! Markus Vikingstad schießt die Eisbären Berlin ins Playoff-Halbfinale gegen die Kölner Haie

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #42:

Playoff-Viertelfinale – Endstand: 4:2 (1:5/2:1/4:2/2:1/1:2 n.V./6:5 n.V.)

Jaaaaaaa!!!! Die Eisbären Berlin haben Spiel sechs gegen die Straubing Tigers mit 6:5 n.V. gewonnen und damit die Viertelfinalserie mit 4:2-Siegen für sich entschieden. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, welche bis spät in die erste Overtime ging und am Ende durch Markus Vikingstad entschieden wurde. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf den Kapitän Kai Wissmann zurück greifen. Der kehrte zurück ins Line-up und verteidigte an der Seite von Jonas Müller. Eric Mik verteidigte zusammen mit Les Lancaster und Adam Smith mit Markus Niemeläinen. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei.
Auch in der Offensive gab es Umstellungen Ty Ronning rückte in die Reihe zu Leo Pföderl und Freddy Tiffels. Die Reihe von Jean-Sébastien Dea, Andreas Eder und Liam Kirk wurde komplett neu zusammengestellt. Yannick Veilleux und Markus Vikingstad stürmten zusammen mit Lean Bergmann. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Lennard Nieleck, Eric Hördler und Manuel Wiederer. Dafür fehlte heute Marcel Noebels im Line-up.
Im Tor stand erneut Jonas Stettmer, als Back-up war heute aber Jake Hildebrand dabei.

Die Ausgangslage war klar: Den Eisbären fehlte ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale gegen Köln. Straubing brauchte einen Sieg, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Für die Eisbären sprach, dass sie dieses sechste Spiel zuhause und somit die Fans als siebten Mann hinter sich hatten. Zudem der Fakt, dass die ersten beiden Spiele in der Hauptstadt in dieser Serie an Berlin gingen. Straubing kam aber mit dem Rückendwind des Siegtreffers in der Overtime vom Donnerstagabend in dieses Spiel. Wer hatte heute das bessere Ende auf seiner Seite?

Andreas Eder bejubelt das 2:1 im ersten Drittel gegen Straubing in Spiel sechs. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wenige Sekunden nach Beginn des Spiels durften die Gäste direkt in Überzahl ran und hatten somit die große Chance zur frühen Führung in der Hauptstadt. Und direkt wurde es gefährlich vor dem Tor von Jonas Stettmer, aber der Straubinger Junge war von der ersten Sekunde an hellwach und ließ die Tigers früh im Spiel verzweifeln. Die Eisbären überstanden die ersten brenzligen Minuten ohne Gegentor.
Den Niederbayern gehörte hier die Anfangsphase, die Eisbären suchten noch so ein wenig ihre Form und waren noch nicht im Spiel angekommen. Auch die Pässe kamen nicht an. Mit dem aggressiven Forechecking der Tigers hatten die Berliner arge Probleme.
Mitte der Partie bot sich dann den Gastgebern die erste Chance in Überzahl, aber auch in diesem konnte man nicht für Gefahr sorgen. Die Eisbären wirkten, als wären sie noch gar nicht richtig wach und bereit für dieses sechste Viertelfinalspiel. Eigentlich unvorstellbar.
Auch das zweite Powerplay bot keine Verbesserung im Spiel der Eisbären. Alleine der Spielaufbau war ernüchternd. Das waren die Eisbären der ersten 47 Spieltage und nicht die aus den letzten fünf Hauptrundenspielen oder aus Spiel zwei bis vier.
Und so war das 0:1 nur eine Frage der Zeit: Marcel Brandt mit dem Konter, welchen er eiskalt abschloss – 0:1 (17.). Die Verteidigung suchte man dabei vergebens und auch Stettmer war ohne Chance.
Wie fiel die Reaktion der Eisbären darauf aus? Sie schüttelten sich kurz und ließen den gut gefüllten Gästeblock verstummen. Yannick Veilleux tauchte frei vor Henrik Haukeland und blieben ebenso cool wie Brandt und verlud den Straubinger Goalie – 1:1 (18.).
Kurz danach waren die Berliner erneut in Überzahl und hatten die Chance, direkt nachzulegen. Chancen waren auch da, aber Henrik Haukeland ließ keine weitere Scheibe durch. Zumindest nicht im Powerplay, denn 25,2 Sekunden vor der ersten Drittelpause drehte Andreas Eder die Partie komplett – 2:1 (20.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die Kabinen.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine überragende Leistung gegen seine Heimatstadt. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begannen die Eisbären deutlich besser und legten direkt das 3:1 nach. Adam Smith hatte zum Schlagschuss ausgeholt und Henrik Haukeland zum dritten Mal an diesem Nachmittag überwunden. (23.).
Die Eisbären spielten nun wieder ihr aggressives Forechecking und hatten generell zu ihrem Spiel gefunden. Für die Tigers wurde der Weg nun weiter, wollte man nicht bereits heute in die Sommerpause starten.
Ein Powerplaytor brachte die Niederbayern dann aber wieder zurück ins Spiel. Nick Halloran mit dem Onetimer auf Zuspiel von Tyler Madden – 3:2 (28.). Und es sollte noch schlimmer für die Berliner kommen. In der 30. Spielminute flog die nächste Scheibe von oben auf das Berliner Tor und schlug anschließend hinter Stettmer ein. Adrian Klein war der Torschütze gewesen – 3:3 (30.).
Die Eisbären waren in dieser Phase zu passiv, was die Niederbayern sofort ausnutzten. Somit ging dieses sechste Spiel wieder von vorne los und Straubing kam nun mit mächtig Rückendwind nach dem Doppelschlag.
Die Eisbären hingegen suchten nach einer Antwort auf diese beiden Gegentore, welche sie sichtbar geschockt hatten. Aber wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet, waren diese beiden Treffer auch mehr als verdient für die Tigers. Und diese verzweifelten in der Schlussphase mal wieder an Jonas Stettmer, der überragend hielt und die Eisbären vor einem Rückstand bewahrte.
Direkt im Gegenzug fuhr Ty Ronning den Konter, scheiterte aber an Haukeland. Die Scheibe kam aber wieder zu ihm und er suchte die Anspielstation, welche es aber nicht gab. Also zog Ronning direkt ab und düpierte damit den Straubinger Goalie – 4:3 (37.).
Straubing suchte noch im Mitteldrittel nach einer Antwort, aber Jonas Stettmer entwickelte sich immer mehr zum „Straubinger Endgegner“. Was der Junge für eine Playoff-Serie spielt, ist überragend. Und dann versetzte Jonas Müller den Niederbayern den nächsten Nackenschlag, denn acht Sekunden vor der zweiten Drittelpause flog sein Schuss ins Straubinger Tor – 5:3. Danach war dieses spektakuläre Drittel zu Ende.

Es war erneut eine hart umkämpfte Partie zwischen Berlin und Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Schlussdrittel bot sich den Gästen die nächste Chance in Überzahl zu spielen und somit zum Anschlusstreffer zu kommen. Aber die Eisbären verteidigten das mit enorm viel Leidenschaft weg und überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor. Direkt von der Strafbank kommend hatte Jean-Sébastien Dea die Entscheidung auf dem Schläger, doch er traf nur das Gestänge.
So blieben die Niederbayern drin im Spiel und investierten noch einmal alles, um das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Und sie bekamen das nächste Powerplay und diesmal nutzten sie es. Tim Fleischer brachte die Hoffnung für Straubing zurück – 5:4 (49.).
Respekt an die Tigers, welche sich hier nie aufgaben und für ein hochspannendes Playoff-Spiel sorgten, welches nichts für schwache Nerven war.
In Überzahl hätten die Eisbären den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellen können, doch man spielte es einfach zu umständlich. So war weiterhin zittern angesagt in der Arena am Ostbahnhof. Erst recht, als Michael Connolly auf Straubinger Seite völlig frei zum Abschluss kam und nur den Pfosten traf.
In der Schlussphase war es eine hart umkämpfte Partie, weil beide Mannschaften wussten, was hier auf dem Spiel stand. Bei jedem Angriff blieb den Fans kurz die Luft weg. Das ist es, was Playoff-Eishockey ausmacht und beide Mannschaften lieferten sich hier eine sehr geile Viertelfinalserie.
Straubings Trainer Craig Woodcroft ging drei Minuten vor Spielende All-in. Er nahm seine Auszeit und zog zudem seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Spielers vom Eis. Und 1:48 Minuten vor dem Ende gelang den Niederbayern hier tatsächlich der 5:5-Ausgleich. Nick Halloran tauchte auf einmal komplett frei vor Jonas Stettmer auf und überwand diesen Teufelskerl doch noch. Bei den Eisbären stimmte nach dem Wechsel die Zuordnung überhaupt nicht.
Was für ein wildes Spiel und es war noch nicht zu Ende. 73 Sekunden vor dem Ende durften die Eisbären in Überzahl ran und hatten somit die große Chance zur Entscheidung. Chancen waren auch da, aber nun erwies sich Henrik Haukeland als unüberwindbar. Somit ging es hier tatsächlich in die Verlängerung.

Der Garant für den Halbfinaleinzug: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Verlängerung begannen die Eisbären in Überzahl und zwar für ganze 47 Sekunden. Die dicke Chance also zur schnellen Entscheidung, welche sie aber nicht nutzen konnten. Was bei dem bisherigen Powerplay in diesem Spiel auch stark verwundert hätte.
Und so ging diese Nervenschlacht immer weiter. Bei jedem Angriff der Eisbären stand die gesamte Arena, bei den Angriffen der Tigers ging ein Raunen durch die Arena. Große Chancen bekam man in der ersten Verlängerung bis hierhin aber nicht zu sehen. Beide Teams belauerten sich viel mehr und warteten auf den ersten Fehler, um diesen am Ende eiskalt zu bestrafen.
In der Schlussphase der ersten Overtime hatten die Eisbären dann zweimal die Chance zur Entscheidung, kamen aber an Henrik Haukeland nicht vorbei. In dieser Phase erhöhten die Berliner auf jeden Fall nochmal den Druck und wollten das Spiel entscheiden. Und sie taten es in der 77. Spielminute. Die Eisbären spielten Straubing im eigenen Drittel fest und entschieden das Spiel und die Serie am Ende durch Markus Vikingstad – 6:5. Der Rest war Ekstase pur auf Seiten der Eisbären und hängende Gesichter bei den Tigers, welche aber eine sehr starke Serie spielten und ein würdiger Viertelfinalgegner waren. Für die Eisbären heißt es nun Halbfinale gegen die Kölner Haie.

2:1 vs. Straubing: Die Eisbären sichern sich den Matchpuck

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #41:

Playoff-Viertelfinale – Stand: 3:1 (1:5/2:1/4:2/2:1)

Die Eisbären Berlin haben Spiel vier der Viertelfinalserie gegen die Straubing Tigers verdient mit 2:1 (2:0,0:0,0:1) gewonnen und sich somit die ersten Matchpucks erspielt. Ty Ronning war wie im ersten Heimspiel der Matchwinner. Heute bereitete er das erste Tor vor und erzielte das zweite selbst. Danach spielte man es im Stile eine Spitzen-Mannschaft herunter und überzeugte vor allem durch leidenschaftlichen Kampfgeist in der Defensive. Auch die Hauptschiedsrichter konnten den Niederbayern heute nicht helfen, um die Serie auszugleichen. Was für eine miserable Leistung der „Unparteiischen“! Zum Glück blieb das ohne Folgen.

Bei den Eisbären gab es ein paar kleine Änderungen im Line-up. Verteidiger Markus Niemeläinen kehrte ins Line-up zurück. Auch Lennart Nieleck stand erstmals im DEL-Kader. Dafür rotierte Jean-Sébastien Dea raus aus dem Team. Niemeläinen nahm den Platz von Les Lancaster in der Defensive neben Eric Mik ein. Die anderen beiden Defensv-Pärchen blieben unverändert.
In der Offensive nahm Lean Bergmann den Platz von Dea in der Reihe mit Yannick Veilleux und Markus Vikingstad ein. Den Platz von Bergmann nahm Les Lancaster ein und stürmte somit wieder zusammen mit Eric Hördler und Manuel Wiederer. Alles andere blieb unverändert.
So auch im Tor, wo erneut Jonas Stettmer stand, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Vor einer Woche sah die Eisbären-Welt noch ganz anders aus: Mit 1:5 hatten die Berliner Spiel eins am Pulverturm verloren und mussten darauf eine Reaktion zeigen. Diese zeigten sie in den Spielen zwei und drei und führen in der Viertelfinalserie nun mit 2:1. Die Eisbären haben dabei vor allem kämpferisch überzeugt, haben defensiv mit großer Leidenschaft verteidigt und sich vor dem gegnerischen Tor als äußerst effektiv erwiesen. Die Niederbayern hingegen dürften sich schon wieder an letztes Jahr erinnert fühlen. Denn die Tigers sind keinesfalls chancenlos und hatten in den Spielen genügend Chancen, aber die Chancenverwertung ist wie bereits im Vorjahr das große Manko der Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft. Konnten die Eisbären heute Abend den ersten Matchpuck holen oder kamen die Tigers zum 2:2 in der Serie?

Ist bisher der Mann dieser Viertelfinalserie: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Vergleich zu Spiel drei war es heute ein eher verhaltener Beginn ins Spiel. Die Intensität kam aber nach genau 3:09 Minuten in dieses Spiel, denn da gab es im Anschluss an eine Straubinger Chance die ersten Auseinandersetzungen in diesem Spiel. Man hatte ja nur darauf gewartet und zack waren die ersten vier Spieler auf der Strafbank: Adam Smith und Moritz Kretzschmar auf Berliner Seite, Simon Seidl und Danjo Leonhardt auf Straubinger Seite.
Während Straubing eher auf provozieren aus war, konzentrierten sich die Berliner auf Eishockey. Marcel Noebels mit dem schnellen 1:0 für die Hausherren (6.). Im Anschluss an das Tor gab es die nächste Rangelei zwischen Ty Ronning und Tyler Madden, welcher sich kurzerhand in den Jubel einmischen wollte. Ronning bekam 2+2-Minuten, Madden natürlich nur zwei Minuten. Dabei schreibt man provozieren in Straubing groß, was die Hauptschiedsrichter aber anders sahen. Zum Glück resultierte aus dieser falschen Entscheidung kein Powerplaytor der Niederbayern.
Nach dem Powerbreak waren dann die Eisbären in Überzahl und schlugen direkt zu. Liam Kirk mit dem Sahnepass auf Ty Ronning und der hatte das leere Tor vor sich – 2:0 (10.). Die Hauptstädter waren also schon wieder äußerst effektiv und nutzten die Straubinger Provokationen eiskalt aus.
Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken fingen die Eisbären auf einmal an zu zaubern, doch das war dann doch ein bisschen zu viel. Denn die Pässe kamen nicht an, trotzdem war es schön anzusehen.
Nicht schön anzusehen waren die beiden Hauptschiedsrichter, die eine sehr merkwürdige Linie fuhren. Markus Vikingstad bekam zwei Minuten wegen Beinstellen. Auf einmal ging es zum Videobeweis und daraus wurden dann 2+2-Minuten wegen eines hohen Stocks. Somit hatten die Niederbayern hier plötzlich vier Minuten lang einen Mann mehr auf dem Eis. So kann man Straubing auch zurück ins Spiel holen, doch die Eisbären ließen das nicht zu und überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor. Das war überragend weg verteidigt. So nahmen die Berliner eine souveräne 2:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Auch heute gab es wieder die ein oder andere Auseinandersetzung zwischen beiden Mannschaften. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch das Mitteldrittel begann relativ verhalten. Erst nach rund fünf Minuten wurde es wieder gefährlich, als die Eisbären im Powerplay ran durften. Da schnupperte man kurzzeitig am 3:0, konnte Henrik Haukeland aber nicht überwinden.
Kurz darauf durften die Niederbayern wieder in Überzahl ran, weil nur Ty Ronning auf die Strafbank musste. Der Stockcheck von Alex Green ins Gesicht eines Eisbären-Spielers wurde natürlich nicht geahndet – warum auch. Die PENNY DEL hat ein großes Schiedsrichterproblem und das nicht erst seit diesen Playoffs. Das Niveau wird immer schlechter. Aber auch dieses Powerplay blieb ohne Erfolg, weil die Berliner das mit großer Leidenschaft verteidigten und zudem mit Jonas Stettmer einen überragenden Goalie im Tor hatten.
Danach ging es hin und her, zwingende Torchancen erspielten sich aber beide Mannschaften nicht. Die Eisbären mussten auch nicht unbedingt, denn sie führten hier mit 2:0. Straubing musste eine Reaktion zeigen, aber diese blieb bis hierhin aus. Die Tigers wirkten so ein wenig ideenlos, wie man dieses Defensiv-Bollwerk mal knacken kann.
Fünf Minuten vor dem Ende war Lean Bergmann auf und davon, scheiterte aber mit seinem Alleingang und verpasste damit die Vorentscheidung in dieser Partie. Auch Leo Pföderl ließ einen Alleingang ungenutzt. So blieb es bei der 2:0-Führung nach 40 Minuten und dem Wissen, dass ein Straubinger Tor im letzten Drittel hier wieder für Spannung sorgen würde.

An Jonas Stettmer kamen die Tigers heute nur einmal vorbei. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch im Schlussdrittel änderte sich zu Beginn auch nichts. Straubing fand einfach kein Mittel gegen die Eisbären-Defensive. Und die Eisbären ließen weiterhin beste Chancen aus. Marcel Noebels vergab den nächsten Alleingang.
Die Niederbayern hatten aber noch den Schiedsrichter-Bonus in der Tasche. Ty Ronning wird hart gecheckt und rächt sich. Natürlich geht nur die Nummer neun auf die Strafbank. Im Powerplay winkt Jonas Stettmer, dass er vom Puck getroffen wurde und die Hauptschiedsrichter schütteln den Kopf. Junge, diese Leistung ist sowas von unfassbar schlecht und muss eigentlich von der PENNY DEL sanktioniert werden. Absolut nicht Playoff-würdig! Immerhin konnten die Tigers auch dieses Powerplay nicht nutzen.
Danach plätscherte das Spiel so vor sich hin. Die Eisbären mussten nicht mehr tun, Straubing konnte nicht mehr zeigen, als sie es bis hierhin getan haben. Deren Trainer Craig Woodcroft versuchte es am Ende aber natürlich nochmal mit sechs Mann und zog sehr früh Goalie Henrik Haukeland vom Eis. Auch seine Auszeit nahm der Straubinger Trainer. Und tatsächlich meldeten sich die Gäste hier nochmal zurück. Eine Minute vor Ende des dritten Drittels staubte Tyler Madden zum 2:1 ab.
Doch es sollte nur der Ehrentreffer sein, denn die Eisbären sicherten sich am Ende verdient den dritten Sieg in dieser Viertelfinalserie. Daran konnten auch die „Unparteiischen“ nichts ändern.

4:2 am Pulverturm: Die Eisbären gewinnen das intensive Spiel in Straubing und holen sich das Heimrecht in der Viertelfinalserie

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #40:

Playoff-Viertelfinale – Stand: 1:2 (5:1/1:2/2:4)

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up nur minimal. Marcel Noebels und Yannick Veilleux tauschten die Reihen. Noebels stürmte an der Seite von Andreas Eder und Ty Ronning. Veilleux bildete zusammen mit Markus Vikingstad und Jean-Sébastien Dea eine Reihe. Alles andere blieb unverändert.

Die Ausgangslage war klar: Nach dem Serienausgleich der Eisbären am Freitag stand uns nun eine Best-of-five-Serie bevor. Daher lag der Druck so ein wenig auf den Niederbayern, welche ihr Heimspiel gewinnen mussten, um nicht mit einem Rückstand nach Berlin zu fahren. Die Berliner hingegen hatten die Chance, mit einem Sieg das Heimrecht zu holen und hätten dann in Spiel vier zuhause die Chance, sich die ersten Matchpucks zu erspielen. Bestanden die Hauptstädter diesmal im Hexenkessel am Pulverturm oder gab es erneut ein böses Erwachen für den DEL-Rekordmeister?

Auch heute war es wieder eine sehr hart umkämpfte Partie zwischen Straubing und den Eisbären. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Nach den ersten beiden Spielen war klar, dass in dieser Serie viel Feuer drin steckte. Dementsprechend intensiv ging es vom ersten Bully weg zur Sache. Jeder Check wurde zu Ende gefahren, nach Abpfiff gerieten beide Mannschaften immer wieder aneinander. Es war ein richtiger Playoff-Fight in Straubing. Die Eisbären erwischten dabei einen deutlich besseren Start als noch am Dienstag, als man nach nicht einmal zwei Minuten mit 0:3 hinten lag. Heute überstand man nicht nur die Anfangsphase, man konnte sogar selbst in Führung gehen. Der neue Torjäger Les Lancaster trat mal wieder in Erscheinung und sorgte für die erste Ekstase im gut gefüllten und lautstarken Gästeblock – 1:0 (4.). Egal, ob er in der Defensive oder Offensive spielt – er hat Gefallen am Toreschießen gefunden. Was für die Eisbären im weiteren Verlauf der Playoffs noch sehr wichtig werden kann.
Die Niederbayern wirkten jedoch keinesfalls geschockt und kamen schnell zum Ausgleich. Gewühl vor Jonas Stettmer und Mike Connolly drückte die Scheibe zum 1:1 über die Linie (7.).
Kam nun wieder die gefürchtete Drangphase der Tigers? Nein, weil die Eisbären weiterhin sehr geduldig spielten und sich an ihren Gameplan hielten. Und sie haben mit Les Lancaster einen Spieler, der weiß, wo das Tor steht. Denn der gelernte Verteidiger überwand Henrik Haukeland zum zweiten Mal an diesem Nachmittag – 2:1 (11.).
Im weiteren Verlauf hatten die Berliner durchaus weitere Chancen, um das Ergebnis noch auszubauen. Da ihnen das nicht gelang, ging es mit einer knappen, aber verdienten 2:1-Führung in die erste Drittelpause.

Viermal konnten die Spieler der Eisbären Berlin am Pulverturm jubeln. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Mitteldrittel durften die Hausherren in Überzahl ran und prompt stand es 2:2. Marcel Brandt – der durchaus Glück hatte, heute überhaupt auf dem Eis zu stehen – staubte erfolgreich ab (23.).
Danach hatten die Niederbayern eine sehr gute Drangphase, in der das Spiel hätte durchaus kippen können. Die Eisbären überstanden diese aber ohne Gegentor und zeigten dann eindrucksvoll, wie eine Spitzenmannschaft spielt. Eric Hördler behauptete ganz stark die Scheibe, brachte sie dann von der blauen Linie auf das Tor, wo Lean Bergmann lauerte und entscheidend abfälschte – 3:2 (27.).
Und die Eisbären machten daraus einen Doppelschlag. Konter über Ty Ronning, welcher alleine den Abschluss suchte und auf 4:2 stellte (29.). Die Nummer neun läuft so langsam aber sicher richtig heiß.
Diese beiden Tore hatten die Tigers sichtlich getroffen, welche anschließend auf der Suche nach einer Antwort waren, sich aber die Zähne an der starken Berliner Defensive ausbissen. So führten die Eisbären nach 40 Minuten mit 4:2.

Jonas Stettmer ließ seinen Heimatverein mal wieder verzweifeln. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Das letzte Drittel war dann gefühlt ein Spiel auf ein Tor – und zwar das von Jonas Stettmer. Durch einige Überzahlspiele hatten die Niederbayern einige Torchancen und dadurch mehr Spielanteile. Straubing baute ordentlich Druck auf und belagerte das Tor von Jonas Stettmer. Die Eisbären warfen alles rein, verteidigten mit enorm viel Leidenschaft und überstanden somit sämtliche Druckphasen der Gastgeber. Diese schnupperten durchaus mehrmals am Anschlusstreffer. Doch entweder stand Jonas Stettmer im Weg oder aber der Schuss wurde geblockt oder aber die Scheibe rutschte knapp am Tor vorbei. So liefen die Niederbayern im Schlussdrittel vergeblich an und liegen nun mit 1:2 in der Viertelfinalserie hinten. Die Eisbären haben in den letzten beiden Spielen gezeigt, was es braucht, um in den Playoffs erfolgreich zu sein. Eine leidenschaftliche Defensive mit einem starken Torhüter sowie eine Offensive, welche sich Chancen erarbeitet und diese am Ende auch nutzt. Insgesamt hat die gesamte Mannschaft in den letzten beiden Spielen vor allem durch eine geschlossene Mannschaftsleistung überzeugt. Alle Spieler haben sich gegenseitig unterstützt und belohnten sich damit mit der 2:1-Serienführung. Doch am Dienstag geht es wieder von vorne los und Straubing wird eine Antwort in Berlin geben wollen. Aber die Eisbären werden auch dann wieder bereit und ein unbequemer Gegner sein.

2:1 vs. Straubing! Ty Ronning gleicht die Serie zum 1:1 aus

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #39:

Playoff-Viertelfinale – Stand: 1:1 (1:5/2:1)

Die Eisbären Berlin haben eine Reaktion auf die deutliche Niederlage in Spiel eins gezeigt und Spiel zwei mit 2:1 gewonnen. Es war eine hart umkämpfte Partie zwischen beiden Mannschaften. Am Ende hatten die Eisbären das bessere Ende auf ihrer Seite und in Ty Ronning den Matchwinner. Die Nummer neun schnürte den Doppelpack und zeigte einmal mehr, wie wichtig er für seine Mannschaft ist. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Verteidiger Markus Niemeläinen verzichten, da die Geburt seines Kindes kurz bevorstand. Für ihn rückte Les Lancaster zurück in die Defensive an die Seite von Eric Mik.
In der Offensive stellte der Chefcoach die Reihen um. Freddy Tiffels und Leo Pföderl bekamen Liam Kirk an die Seite gestellt. Yannick Veilleux und Andreas Eder stürmten zusammen mit Ty Ronning. Marcel Noebels und Jean-Sébastien Dea bildeten zusammen mit Markus Vikingstad eine Reihe. Und in der vierten Reihe nahm Lean Bergmann den Platz von Les Lancaster neben Eric Hördler und Manuel Wiederer ein.
Im Tor stand wie bereits am Dienstag Jonas Stettmer. Lennart Neiße war der Back-up.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären mussten eine Reaktion zeigen, nachdem man in Spiel eins mit 1:5 in Straubing untergegangen war. Aber das Gute an den Playoffs ist, dass es nur ein Spiel war und es da immer egal ist, ob du 0:1 oder 0:7 verlierst. Denn letztendlich ist es nur ein Spiel und heute haben die Berliner bereits die große Chance zur Wiedergutmachung. Und das sie nach Fehlstarts zurückschlagen können, ist allen Eisbären-Fans bekannt. Man erinnere sich nur mal an vor zwei Jahren und das erste Viertelfinale gegen Mannheim, welches die Eisbären zuhause mit 1:7 verloren hatten. Auch in Spiel zwei in der Kurpfalz lag man mit 0:2 zurück, ehe man die legendäre Aufholjagd startete und am Ende der Playoffs deutscher Meister wurde. Gab es heute den Serienausgleich zu bejubeln oder stand man nach diesem Spiel bereits mit dem Rücken zur Wand?

Starke Choreo der Eisbären-Fans. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Anfangsphase überstanden die Hausherren diesmal ohne frühe Gegentore. Das Spiel begann auch deutlich verhaltener als noch Spiel eins am Pulverturm. Den Eisbären war aber vor allem bei der Scheibenannahme leichte Nervosität anzumerken.
Mit zunehmender Spieldauer erhöhten die Eisbären aber den Druck und setzten sich immer mal wieder im Drittel der Tigers fest. Doch für echte Torgefahr reichte es trotzdem noch nicht.
Die Niederbayern gaben ihrerseits Mitte des ersten Drittels ihre ersten nennenswerten Schüsse ab, welche Jonas Stettmer aber vor keine großen Probleme stellten.
14 Minuten waren gespielt, da wurde Ty Ronning stark von Jonas Müller angespielt und netzte ein zum 1:0. Kurz darauf hätten die Berliner in Überzahl direkt nachlegen können, doch das Powerplay bleibt das Sorgenkind in dieser Saison. So überstand Straubing die erste Unterzahl ohne größere Probleme.
Und zwei Minuten vor der ersten Drittelpause glich Stefan Loibl zum 1:1 aus. Kurz darauf hatten dann die Tigers direkt ein Powerplay, doch in diesem schnupperten die Eisbären nach einem sehr gefährlichen Konter am Shorthander. Da auch die Niederbayern ihr Powerplay nicht nutzen konnten, stand es nach 20 Minuten 1:1.

Traf gegen Straubing gleich zweimal: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

57 Sekunden waren im Mitteldrittel gespielt, da traf erneut Ty Ronning für die Eisbären. Im Powerplay überwand die Nummer neun Henrik Haukeland zum zweiten Mal an diesem Abend. Die richtige Reaktion auf den Straubinger Ausgleich kurz vor der ersten Drittelpause.
In der Folge kamen die Niederbayern zu guten Abschlüssen, Jonas Stettmer behielt aber stets die Ruhe und fischte die Scheiben in aller Ruhe weg. Starker Auftritt bis hierhin vom Berliner Goalie.
Beide Teams hatten im weiteren Spielverlauf ihre offensiven Momente. Aber beide Defensivreihen arbeiteten unglaublich hart vor dem eigenen Tor und räumten ordentlich auf. Hochkarätige Torchancen gab es daher eher selten zu sehen. Auch nicht im Straubinger Powerplay in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels. Ganz starkes Penalty Killing der Berliner.
In der Schlussphase ließen zunächst die Eisbären das 3:1 liegen, wenig später verpassten die Gäste den Ausgleich. So standen uns hier noch 20 spannende Minuten bevor.

Die Partie war erneut hart umkämpft und von Nickligkeiten geprägt. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Während die Eisbären auf das 3:1 drängten, wollten die Niederbayern natürlich den Ausgleich erzwingen. So ging bei jedem Angriff ein Raunen durch das Stadion. Was auch nicht unerwähnt bleiben sollte: Beide Fans unterstützten ihre Teams lautstark, was für richtige Playoff-Atmosphäre sorgte.
Im Schlussdrittel fuhr dann Marcel Brandt einen überharten Check gegen Youngster Moritz Kretschmar, der ihm nur fünf Minuten ohne Spieldauer einhandelte. Martin Frano und Jackson Kozari hatten das Spiel zu keiner Zeit im Griff und ließen unfassbar viel laufen, was eigentlich hätte geahndet werden müssen – vor allem auf Straubinger Seite, die mal wieder ihre dreckige Seite zeigten. Playoff-würdig war diese Leistung der beiden Hauptschiedsrichter absolut nicht.
Das Schlussdrittel war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Denn nach wie vor trennte beide Mannschaften nur ein Tor und wie schnell im Eishockey ein Tor fällt, ist jedem Fan klar. Dementsprechend ging bei allen 14.200 Zuschauer der Blutdruck immer wieder hoch, wenn es zu gefährlichen Abschlüssen auf beiden Seiten kam. Straubing erhöhte in der Schlussphase den Druck nochmal und schnupperte sogar kurz am Ausgleich, aber die Scheibe rutschte knapp am Pfosten vorbei.
Tigers-Coach Craig Woodcroft versuchte am Ende nochmal alles, nahm seine Auszeit und zog Goalie Henrik Haukeland vom Eis. Straubing warf auch nochmal alles rein, aber am Ende verteidigten die Eisbären das mit enormer Leidenschaft zu Ende und glichen in der Viertelfinalserie zum 1:1 aus. Somit haben wir ab jetzt eine Best-of-five-Serie und am Sonntag geht es wieder von vorne los. Die Eisbären sind also nun auch endlich in den Playoffs angekommen.

5:1-Heimsieg gegen München: Mit fünf Siegen in Folge sichern sich die Eisbären Berlin das letzte direkte Viertelfinalticket

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #38:

Die Eisbären Berlin haben es am Ende tatsächlich geschafft und sich das letzte direkte Viertelfinalticket gesichert. Dank des fünften Sieges in Serie beendet man die Hauptrunde am Ende als Tabellensechster. Gegen Red Bull München feierte man einen verdienten 5:1-Sieg und trifft im Playoff-Viertelfinale nun auf die Straubing Tigers. Eine Playoff-Serie gegen gute, alte Bekannte also.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up erneut nicht. Warum auch, hatte dieses doch zuletzt mehr als überzeugt und den Grundstein dafür gelegt, dass man mit einem Sieg heute direkt das Ticket für das Viertelfinale buchen konnte.

Für die Eisbären ging es darum, Platz sechs bis zum Ende der Hauptrunde zu verteidigen. Diesen hatte man sich zuletzt dank vier Siegen in Serie erobert und dabei vor allem spielerisch eine deutliche Verbesserung gezeigt. Der Schlüssel zum Erfolg war dabei, dass man das Spiel einfach hielt und hart in den Forecheck ging. Damit nahm man dem jeweiligen Gegner Raum und Zeit und ging ihm richtig auf die Nerven. Mit diesem Gameplan wollte man heute auch München in die Knie zwingen. Doch auch für die Mannschaft vom Oberwiesenfeld ging es um wichtige Punkte im Kampf um Platz zwei.

Es war die erwartet intensive Partie zwischen Berlin und München. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Intensiver Beginn ähnlich wie am Freitagabend gegen Mannheim. Beide Teams spielten offensives Eishockey und hatten in der Anfangsphase ihre Momente in der Angriffszone. Vor allem die Eisbären sorgten zweimal für echte Gefahr vor dem Tor von Antoine Bibeau. Hätte man die Abpraller besser unter Kontrolle bekommen, wäre das frühe 1:0 möglich gewesen.
Die Eisbären waren in der Folge die aktivere Mannschaft, welche die Scheibe immer gut Richtung Tor brachte und dann darauf hofften, dass sie entscheidend vor dem Tor abgefälscht wird. Ein guter Auftritt bis hierhin von den Gastgebern.
Kurz vor dem Powerbreak dann zwei Aufreger: Zunächst trafen die Gäste nur den Pfosten, im Gegenzug sorgte Manuel Wiederer für die verdiente Führung – 1:0 (10.).
Dem Spiel der Eisbären war das neu gewonnene Selbstvertrauen aus den letzten Spielen anzuerkennen. Zudem überzeugte man durch ein sehr geduldiges Aufbauspiel. Auch in den Zweikämpfen wurde wieder hart gearbeitet.
Kurz vor der ersten Drittelpause durften die Hauptstädter erstmals in Überzahl ran, doch München ließ in Unterzahl wenig zu, weshalb es bei der 1:0-Führung nach dem ersten Drittel blieb.

Die Eisbären spielten sich im Mitteldrittel regelrecht in einen Rausch und erzielten drei Tore. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begann aus Eisbären-Sicht denkbar schlecht. Nur 43 Sekunden dauerte es, ehe Chris DeSousa zum 1:1 traf (21.). Und München durfte wenig später auch noch für vier Minuten Überzahl spielen. Ein denkbar schlechter Start ins Mitteldrittel also für die Berliner. Aber das war den Hausherren egal, denn die schnappten sich die Scheibe und fuhren den Zwei-auf-Null-Konter in Unterzahl! Liam Kirk mit dem Querpass auf Freddy Tiffels und der verwandelte die Arena am Ostbahnhof in einen Party-Tempel – 2:1 (25.). Noch lauter wurde es, als die Eisbären die vier Minuten Unterzahl schadlos überstanden. Überragendes Penalty Killing der Hauptstädter!
Nach dem Powerbreak durften dann die Eisbären für 64 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren und hatten somit die dicke Chance auf 3:1 stellen. Man ließ die Scheibe zwar gut laufen, aber der letzte Pass wollte nicht ankommen. Damit vergab man eine große Chance, hier auf zwei Tore davon zu ziehen.
Im nächsten Powerplay klappte es dann aber. Les Lancaster scheiterte noch, aber Andy Eder drückte die Scheibe anschließend über die Linie – 3:1 (37.).
Nun war das Viertelfinale sehr nahe. Und es musste ein Sieg nach 60 Minuten her, da Bremerhaven am Torverhältnis arbeitete. Denn gegen den sportlichen Absteiger Dresden führten die Pinguins nach 40 Minuten mit 5:0.
Aber die Eisbären erledigten ihre Hausaufgaben selbst und erzielten den vierten Treffer an diesem Nachmittag. Die Eisbären fuhren in der Schlussphase den nächsten Zwei-auf-eins-Konter, welchen Ty Ronning eiskalt abschloss – 4:1 (38.). Mit einer souveränen Drei-Tore-Führung ging es dann in die zweite Drittelpause.

Auch Jonas Stettmer kommt immer besser in Form und ist der erhofft sichere Rückhalt im Eisbären-Tor. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel ging es für die Berliner nun darum, den Vorsprung über die Zeit zu bringen und nicht mehr viel zuzulassen. Das klappte beim ersten Münchner Powerplay schon mal sehr gut. Auch das darauffolgende zweite Powerplay verteidigte man mit viel Leidenschaft und dank einem starken Jonas Stettmer weg.
Viele Fans rieben sich die Augen und fragten sich, ob das wirklich die Eisbären da unten auf dem Eis sind? Schließlich war es eine sehr schwere Hauptrunde, in der man lange um die direkte Playoff-Teilnahme bangen musste. Doch dank einer furiosen Siegesserie von fünf Spielen am Stück sicherte man sich doch noch das letzte direkte Viertelfinalticket. Vor allem spielerisch sah man eine komplett andere Mannschaft als in den ersten 47 Spielen. Man spielte endlich wieder Eisbären-Hockey und dominierte damit jeden Gegner. Egal ob Absteiger Dresden oder Hauptrundensieger Köln. Auch Mannheim und München fanden kein Mittel gegen die Eisbären, welche dem Gegner mit ihrem harten Forechecking unter die Haut fahren und wenig Raum und Zeit lassen. So sind die Berliner rechtzeitig zu den Playoffs wieder in Top-Form und dürften für jeden Gegner sehr unbequem zu spielen sein. Denn dass die Mannschaft von Trainer Serge Aubin eine Playoff-Mannschaft ist, weiß jeder. Und wenn diese Mannschaft einmal ins Rollen kommt, wird es sehr schwer, sie viermal in einer Serie zu besiegen. Hinzu kommt, dass die Eisbären noch lange nicht ihr bestes Eishockey spielen, sondern laut Aubin noch besser werden können.
Spielerisch passierte im Schlussdrittel nicht mehr viel. München versuchte es zwar nochmal in Überzahl, aber Jonas Stettmer war stets hellwach und zur Stelle. Somit konnten die Eisbären im letzten Drittel vor allem nochmal ihr Unterzahlspiel üben und überzeugten dabei durchgehend. Die Berliner verteidigten das im letzten Drittel mit großer Leidenschaft und als Team zu Ende. Und sie legten am Ende sogar noch das 5:1 durch Yannick Veilleux nach (58.).
Die letzten fünf Spiele waren ein großer Vorgeschmack auf die Playoffs, welche jetzt endlich beginnen. Und somit lautet ab sofort auch wieder das Motto: „Keine Gnade bis ins Finale!“

Die Eisbären Berlin melden sich mit einem wichtigen 5:2-Sieg in Dresden im Kampf um Platz sechs zurück

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #34:

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes von drei Auswärtsspielen in Folge gewonnen. Beim sportlichen Absteiger Dresdner Eislöwen setzten sich die Berliner verdient mit 5:2 durch und verkürzten dadurch den Rückstand auf Bremerhaven auf einen Punkt. Zwar war es erneut kein fehlerfreier Auftritt der Eisbären, aber zumindest ein konzentrierter über 60 Minuten.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste mit Mitch Reinke und Lean Bergmann auf die nächsten verletzten Spieler verzichten. Dafür rückte Eric Mik an die Seite von Markus Niemeläinen, während Adam Smith zurück in den Kader rotierte und an der Seite von Korbinian Geibel verteidigte.
Auch in der Offensive gab es Reihenumstellungen. Freddy Tiffels, Leo Pföderl und Ty Ronning bildeten die erste Reihe. Marcel Noebels, Rückkehrer Jean-Sébastien Dea und Liam Kirk stürmten in der zweiten Reihe. Yannick Veilleux, Markus Vikingstad und Andreas Eder spielten in der dritten Reihe. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Manuel Wiederer und Les Lancaster. Moritz Kretzschmar war zusätzlich mit im Line-up.
Und im Tor stand natürlich Jonas Stettmer, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Die Ausgangslage war klar: Für Dresden war die Saison sportlich gelaufen, trotzdem wollte man diese anständig zu Ende spielen. Für die Eisbären hingegen ging es noch um Platz sechs und die direkte Playoff-Qualifikation. Dafür braucht es aber Siege und den ersten wollte man in Dresden einfahren.

Les Lancaster tritt immer mehr als Torjäger in Erscheinung. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Hinein ins Spiel und dort machten die Eisbären von Beginn an deutlich, dass sie sich hier heute etwas vorgenommen hatten. Es dauerte keine zwei Minuten, da setzte Leo Pföderl Ty Ronning in Szene und der netzte ein zum 1:0.
Die Berliner wirkten von Beginn an sehr konzentriert und griffig in den Zweikämpfen. Zweikämpfe war auch das Stichwort, denn das Spiel war hart umkämpft. Wenn man bei den Eisbären zuletzt etwas kritisieren konnte, dann war es die Chancenverwertung. Doch im ersten Drittel war diese herausragend. Denn Les Lancaster stellte in der neunten Minute auf 2:0. Nach einem gewonnenen Bully stand er derart frei, dass ihm nichts anderes übrig blieb, als zu treffen. Das ging so schnell, dass wir es im Gästeblock gar nicht mitbekommen haben.
Die Eislöwen gaben aber nicht auf und wurden im Verlaufe des ersten Drittels immer mutiger. Das erste Powerplay der Partie bot die erste Chance zum Anschlusstreffer, doch die Eisbären überstanden die erste Unterzahl schadlos. Jedoch nicht das erste Drittel ohne Gegentor. Die Eisbären waren zu weit aufgerückt und luden Dresden zum Konter ein. Sebastian Gorcik verwertete diesen und sorgte 24 Sekunden vor der ersten Drittelpause für Hoffnung in Elbflorenz – 2:1.

Während Kai Wissmann (links) traf, lieferte sich Korbi Geibel (rechts) eine Schlägerei. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ein bisschen Nostalgie gab es in der Drittelpause, denn „Quaster“ von den Puhdys trat mit „Alt wie ein Baum“ auf. Emotional ging es weiter, denn in der 22. Spielminute wurde Tobi Eder gedacht, der an diesem Tag Geburtstag gehabt hätte. Wir vermissen dich, Tobi!
Sportlich gesehen legten die Hauptstädter nach. Der Kapitän selbst übernahm die Verantwortung und stellte auf 3:1 (26.).
Aber Ruhe kam trotzdem nicht rein, weil sich die Hausherren nicht aufgaben und auch ihre Chancen hatten. So blieb es eine enge Partie. Und diese sollte noch enger werden. Denn die Eislöwen ließen die Scheibe sehr gut laufen und am Ende musste Tomas Andres sie nur noch ins leere Tor schießen – 2:3 (35.).
Ein bisschen aus dem Nichts gab es dann kurz vor der zweiten Drittelpause noch einen Faustkampf zwischen Matthias Pischoff und Korbinian Geibel. Die Nummer 40 ist dafür ja nun weniger bekannt, hielt sich aber tapfer in diesem Fight. Anschließend war Drittelpause und die Eisbären lagen weiterhin mit einem Tor vorne.

Traf am Geburtstag seinen verstorbenen Bruders: Andreas Eder. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Einen klaren Punktsieg hatten derweil die Eisbären-Fans gefeiert, denn diese hatten das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel gemacht. Was aber nichts Neues ist, wenn die Eisbären auswärts von über 500 Fans unterstützt werden.
Im letzten Drittel wollten die Eisbären alle Zweifel am Ausgang dieses Spiels beseitigen und erhöhten dafür nochmal das Tempo. Und dann wurde es erneut emotional. Es lief die 48. Spielminute und Andreas Eder erhöhte am Geburtstag von Tobi Eder auf 4:2. Solche Geschichten schreibt nur der Sport!
Nur 26 Sekunden später sorgte Jonas Müller für die endgültige Entscheidung, als er zum 5:2 traf (49.).
Danach spielten es die Eisbären souverän zu Ende. Dresden versuchte zwar nochmal zum Anschlusstreffer zu kommen, aber letztendlich brannte hier nichts mehr an. Für die Eisbären waren es zum einen extrem wichtige drei Punkte, zum anderen war dieser Sieg aber auch wichtig für das Selbstvertrauen. Nichtsdestotrotz darf man aber nicht den Fehler machen, den Sieg zu hoch zu hängen. Denn es war am Ende „nur“ Dresden, was gar nicht negativ klingen soll. Aber von den verbleibenden vier Hauptrundenspielen treffen die Eisbären noch auf Köln, Mannheim und München. In diesen Spielen muss die Mannschaft von Trainer Serge Aubin ihr bestes Eishockey über 60 Minuten abrufen, die Fehler weiter abstellen und offensiv die Chancen eiskalt verwerten. Denn da warten andere Kaliber auf die Berliner. Bevor es aber gegen die drei genannten Teams geht, folgt am Freitagabend noch das Gastspiel im Frankenland bei den Nürnberg Ice Tigers.