Entscheidung nach 110:40 Minuten: Ty Ronning entscheidet das drittlängste Spiel der DEL-Geschichte

Was für ein Eishockey-Krimi, der knapp vor Mitternacht entschieden wurde. Die Eisbären Berlin haben auch das zweite Playoff-Halbfinalspiel gewonnen. Bei den Straubing Tigers setzten sich die Berliner erst in der dritten Verlängerung (!) mit 4:3 (0:1,2:0,1:2/0:0,0:0,1:0) durch und führen somit mit 2:0 in dieser Serie. Es war aber mal wieder ein nervenaufreibendes Spiel, in dem Straubing erneut die bessere Mannschaft war, die Eisbären dann aber das Spiel drehen konnten und fast schon auf der Siegerstraße waren. Aber die Niederbayern gaben nie auf und erzwangen die Verlängerung. Und dort wurde das Spiel zum drittlängsten der DEL-Geschichte. Ty Ronning entschied es letztendlich nach 110:40 Minuten.

Auch heute nahm Trainer Serge Aubin keine Änderung am Line-up vor, auch wenn er mit Spiel eins nicht zufrieden war. Sowohl im Tor als auch in der Defensive und Offensive blieb alles wie im Heimspiel gegen Straubing. Bei den Tigers fehlte derweil Cody Lampl, der für drei Spiele gesperrt wurde und Hunter Miska, für den Florian Bugl im Tor stand. Philipp Dietl nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Die Ausgangslage war klar: Straubing wollte im „Hexenkessel Pulverturm“ den Serienausgleich schaffen, während Berlin den zweiten Sieg mitnehmen wollte. Spannung war also garantiert. Wer holte sich den Sieg in Spiel zwei?

Intensive Zweikämpfe in Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Dominante Tigers gehen verdient in Führung

Von Beginn an war die Intensität zu spüren. Die Checks wurden konsequent zu Ende gefahren. Straubing kam druckvoll aus der Kabine, aber die Berliner Defensive war sehr gut darauf vorbereitet. Schließlich hatte man damit gerechnet. Die Niederbayern brachten auch die Scheiben auf das Berliner Tor, welche Jake Hildebrand aber vor keine größeren Probleme stellten.
Mitte des ersten Drittels war „The Wall“ dann aber mal gefordert. Michael Connolly stand auf einmal frei vor Hildebrand, doch der Berliner Goalie behielt ein weiteres Mal in dieser Serie die Oberhand.
Die Niederbayern waren die aktivere Mannschaft und bestimmten das erste Drittel bis hierhin. Nach vorne war kaum etwas zu sehen von den Eisbären. Die Tigers spielten schwungvoll nach vorne und machten von Beginn an deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten.
Und irgendwann war klar, dass sich Straubing für den Aufwand belohnen würde. Aber es war ein eher glückliches Tor, denn Philip Samuelsson hatte die Scheibe von rechts außen vor das Tor gebracht, wo sie von Korbinian Geibels Schlittschuh ins Tor ging – 0:1 (16.). Verdient war es aber allemal für die Hausherren!
Straubing blieb weiter am Drücker und die Eisbären hatten damit sichtlich Probleme, konnten selten mal für Entlastung sorgen. Weitere Gegentore kassierte man aber nicht, weshalb es mit einem verdienten 0:1-Rückstand in die Kabine ging.

Zwei Chancen, zwei Tore: Das sind die effektiven Eisbären in den diesjährigen Playoffs (Foto: City-Press)

Die effektiven Eisbären sind wieder da

Das Mitteldrittel begannen die Berliner in Unterzahl. Die große Chance also für Straubing, direkt zu Drittelbeginn mit frischem Eis in Überzahl das zweite Tor nachzulegen. Und für satte 69 Sekunden hatten die Hausherren sogar zwei Mann mehr auf dem Eis. Die Tigers spielten das auch nicht schlecht, aber die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne ein weiteres Gegentor. Wichtig für die Berliner, denn ein 0:2-Rückstand am Pulverturm wäre schon eine Aufgabe gewesen.
Die Hausherren waren auch danach die aktivere Mannschaft. Michael Clarke ließ bei einem Alleingang das 2:0 liegen. Die Eisbären taten sich weiterhin schwer und fanden einfach nicht zu ihrem Spiel.
Im ersten Powerplay bot sich den Eisbären dann mal die Chance zur Entlastung, aber genau das Gegenteil passierte. Michael Connolly lief den Konter, doch Jake Hildebrand war erneut zur Stelle. Wieder Glück für die Berliner, die bisher noch nicht in Playoff-Form waren in diesem Spiel und dem Powerplay. So verpuffte dieses Überzahlspiel ohne jegliche Gefahr.
Straubing blieb fortan die gefährlichere Mannschaft, während die Eisbären ideenlos wirkten. Das einzig Gute aus Sicht der Eisbären war der Spielstand, denn es stand nur 0:1.
In der Schlussphase schlugen dann die Berliner eiskalt zu. Bully im Angriffsdrittel, viel Verkehr vor Florian Bugl und Jonas Müller mit dem 1:1 (38.). Da waren sie wieder, die effektiven Eisbären.
Kurz darauf bot sich den Eisbären die Chance, das Spiel zu drehen, denn man hatte das nächste Powerplay. Und 52 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels schlugen die Berliner eiskalt zu. Leo Pföderl per Onetimer mit dem 2:1 (40.). Wow, zwei Chancen, zwei Tore! Wie gnadenlos sind die Eisbären bitte? Der Pulverturm war für einen Moment vor der zweiten Drittelpause verstummt. Die Berliner führten überraschend mit 2:1 nach 40 Minuten.

Straubing kämpfte sich nach einem 1:3-Rückstand noch in die Verlängerung (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Straubing mit dem Comeback

Zum 29. Mal gingen die Eisbären mit einer Führung ins letzte Drittel. Die 28-mal davor hatte man das Spiel dann auch gewonnen. Und die Eisbären arbeiteten früh daran, dass diese Statistik auch nach dem Spiel weiterhin Bestand haben könnte. Überragende Einzelleistung von Freddy Tiffels, der zunächst an Bugl scheiterte, aber Blaine Byron staubte erfolgreich ab – 3:1 (44.).
Wie kaltschnäuzig die Berliner sind, ist schon sehr beängstigend. Denn erneut konnte sich Straubing nichts vorwerfen lassen, aber sie machten eben die Tore nicht. Das ist der kleine aber eben auch feine Unterschied bisher in dieser Serie.
Für die Niederbayern war das nun natürlich ein Nackenschlag und der Pulverturm war bei weitem auch nicht mehr so laut. Diese drei Gegentreffer hatten ihre Wirkung hinterlassen – beim Team und bei den Fans.
Aber Straubing schüttelte sich kurz und zauberte sich elf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 2:3. Doppelpass zwischen Joshua Samanski und Michael Connolly, Samanski netzte am Ende ein (49.).
Und prompt war der Pulverturm wieder da. Straubing glaubte nun wieder dran und wollte direkt nachlegen. Die Tigers erhöhten wieder den Druck, aber die Berliner Defensive stand sehr kompakt und verteidigte sehr leidenschaftlich. Chancen gab die Eisbären nicht ab.
Die Eisbären beruhigten das Spiel aber schnell wieder und fuhren selbst wieder Angriffe. So lief die Zeit natürlich für die Hauptstädter. Doch vier Minuten vor dem Ende ließ man Cole Fonstad zu leicht durchkommen. Er zog vom linken Bullykreis aus ab und die Scheibe flog ins Tor – 3:3 (56.).
Die Partie ging wieder von vorne los. Und es ging hin und her. Und beide Teams hatten in der Schlussphase noch einmal die dicke Chance zur Führung, aber beide Goalies ließen keine weitere Scheibe durch. Blaine Byron hatte dabei die XXL-Chance, aber scheiterte an Florian Bugl. Somit ging die Partie in die Overtime.

Beste Chancen blieben in der ersten Verlängerung ungenutzt. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Chancen waren da, aber keine Tore in der ersten Overtime

Und dort lebte die Partie nun natürlich von der Spannung. Es ging hin und her und bei jedem Schuss ging ein Raunen durch das Stadion. Die Nerven waren bei allen Beteiligten angespannt. In der 66. Spielminute hatte erneut Byron die Riesenchance zur Entscheidung, aber wieder war Florian Bugl der Spielverderber.
Es blieb ein offener Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für die Eisbären. Beide Teams investierten enorm viel, wollten den entscheidenden Treffer erzielen. Vor allem für Straubing stand sehr viel auf dem Spiel, denn bei einer weiteren Niederlage würde man bereits mit dem Rücken zur Wand stehen.
Je länger die erste Verlängerung ging, desto größer wurden die Vorteile der Berliner. Die Eisbären schienen noch mehr Sprit im Tank zu haben. Doch drei Minuten vor dem Ende hatten die Niederbayern mal einen sehr starken Wechsel, in dem Stephan Daschner die Scheibe knapp am Tor vorbei schoss. Das hätte der Siegtreffer für Straubing sein können.
Was für eine Dramatik am Pulverturm. Denn wenig später hatten die Eisbären einen starken Wechsel und die dicke Chance, aber Florian Bugl war erneut zur Stelle. So blieb die erste Verlängerung ohne das entscheidende Tor. Es ging in die zweite Overtime. Was für ein Eishockey-Abend.

Auch Eisbären-Trainer Serge Aubin war heute voll gefordert. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Beide Goalies weiterhin nicht zu überwinden

Die zweite Overtime begann verhaltener als die erste. Verständlich, hatten doch beide Mannschaften bereits 80 Minuten Eishockey in den Beinen. Und Straubing zudem die Serie über sieben Spiele gegen Schwenningen. Beide Mannschaften spielten das jetzt strukturierter, waren auch darauf bedacht, nicht den entscheidenden Fehler zu machen.
Die Härte in den Zweikämpfen nahm nun auch wieder zu, aber die Schiedsrichter wollten hier nicht zum entscheidenden Faktor werden. Was auch gut ist, denn die Spieler auf dem Eis sollten dieses Spiel alleine entscheiden.
In der 91. Spielminute hatten die Gastgeber die dicke Chance zur Entscheidung, doch der Schuss von Samuelsson ging knapp am Tor vorbei. Auch da hatte Jake Hildebrand wieder seine Finger mit im Spiel. Da stockte kurz der Atem bei allen Fans im Eisstadion am Pulverturm. Auf der Gegenseite hatten dann aber auch die Eisbären zwei Riesenchancen, aber auch hier war der Goalie zur Stelle. In diesem Fall Florian Bugl.
Was für eine nervenaufreibende Partie! Und diese wollte einfach kein Ende finden, denn auch die zweite Verlängerung brachte keine Entscheidung. Wir gingen also in die dritte Overtime. Wow!

Ekstase pur nach dem Siegtreffer durch Ty Ronning! (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ty Ronning wird zum Matchwinner

Die Partie kletterte derweil in der Rangliste der längsten DEL-Spiele. Bis zum absoluten Rekordspiel war es aber noch ein weiter Weg. Straubing wirkte zu Beginn der dritten Verlängerung etwas aktiver. Die Tigers kamen auch zu Abschlüssen, aber „The Wall“ war nach wie vor hellwach. Und das nach über 100 Minuten Eishockey. Hut ab, Jake! Aber das Hut ab gilt natürlich generell für alle Spieler heute auf dem Eis. Wahnsinn, was die für eine Leistung hier heute ablieferten.
Die Niederbayern schienen hier irgendwie nochmal Extra-Kräfte freigesetzt zu haben, denn sie schnupperten an der Entscheidung. Michael Connolly tankte sich dann einmal durch, aber Jake Hildebrand war einfach nicht zu überwinden.
Die Eisbären wirkten kaputt, aber dann kam die 111. Minute und Ty Ronning schrieb Eishockey-Geschichte. Nach 110:40 Minuten entschied er diesen Eis-Krimi am Pulverturm. Damit ist dieses Spiel offiziell das drittlängste der DEL-Geschichte! Der Rest war Ekstase pur. Danke an Straubing und Berlin für einen atemberaubenden Eishockeyabend!

3:2 in Köln! Die Eisbären holen drei sehr wichtige Punkte in der Domstadt – Erstes DEL-Tor von Thomas Schemitsch

Die Eisbären Berlin haben drei wichtige Punkte im Kampf um Platz eins eingefahren. Am Ende setzte man sich bei den Kölner Haien mit 3:2 (2:1,1:0,0:1) durch und baute damit vorerst die Tabellenführung aus. Spielerisch war es eine bessere Leistung als am Sonntag gegen Ingolstadt, am Ende musste man aber nochmal um den Sieg zittern.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte auf den zuletzt gesperrten Yannick Veilleux wieder zurück greifen. Dadurch rotierte Marco Nowak wieder raus aus dem Kader. Seinen Platz als siebter Verteidiger nahm Eric Mik ein. Alles andere in der Defensive blieb gleich.
In der Offensive blieb lediglich die Noebels-Reihe zusammen. Die zweite Reihe bestand aus Freddy Tiffels, Blaine Byron und Jaedon Deschenau. Die dritte Reihe bildeten Rückkehrer Veilleux, Tobias Eder und Lean Bergmann. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Manuel Wiederer und Maximilian Heim.
Auf der Goalie-Position gab es wieder den Wechsel zurück. Jake Hildebrand hütete das Berliner Tor, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Für die Haie eine enorm wichtige Partie, denn für Köln ging es um wichtige Punkte für Platz sechs und der damit verbundenen direkten Playoff-Qualifikation. Die Eisbären wollten weitere Punkte im Kampf um Platz eins nach der Hauptrunde einfahren. In den bisherigen drei Duellen in dieser Hauptrunde behielten die Eisbären zweimal die Oberhand. Folgte heute der dritte Sieg im vierten Vergleich?

Erzielte das 1:0 für die Eisbären in Köln: Tobias Eder (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Effektive Eisbären im ersten Drittel

Köln kam gut ins Spiel und hatte bereits in der Anfangsphase gute Abschlüsse auf das Tor von Hildebrand. Und die Haie hatten auch früh in der Partie die Chance, in Überzahl zu agieren. Doch in diesem unterlief Nick Bailen ein katastrophaler Fehlpass an der gegnerischen blauen Linie, weshalb Tobias Eder alleine Richtung Tobias Ancicka marschieren konnte. Diese dicke Chance ließ sich der Torjäger natürlich nicht nehmen und spielte den Kölner Goalie eiskalt aus – 1:0 (5.).
Diese Kaltschnäuzigkeit zeichnet die Berliner in dieser Saison vor allem auswärts aus. Auch heute wieder das erste Tor mit der ersten echten Chance.
Die Domstädter lebten hier sehr gefährlich. Defensiv waren sie sehr wackelig unterwegs, was Berlin zu Chancen einlud. Vorne aber entfachten die Hausherren richtig viel Druck, nur konnten sie ihre Chancen bis hierhin nicht verwerten.
Die Haie anschließend mit dem zweiten Powerplay der Partie, aber erneut konnten die Gastgeber die numerische Überlegenheit nicht ausnutzen. Jake Hildebrand ließ die Kölner verzweifeln.
Die Domstädter machten aber weiter und erzwangen dank eines starken Forechecks die Scheibe im Angriffsdrittel. Gregor MacLeod ließ die Scheibe klasse für Tim Wohlgemuth liegen und der sorgte für den verdienten Ausgleich der Haie – 1:1 (13.).
Die Mannschaft von Uwe Krupp war in diesem ersten Drittel durchaus die aktivere und druckvollere Mannschaft. Man merkte den Haien an, dass es hier für sie um sehr viel ging. Die Eisbären konnten aber auch immer mal wieder Akzente im Kölner Drittel setzen. Und wenn sie vorne auftauchten, wurde es gefährlich und es klingelte im Kölner Tor. Jonas Müller zog von links vor das Tor von Tobias Ancicka und düpierte diesen dann per Rückhand zur erneuten Berliner Führung – 2:1 (18.). Traumtor von „Mülli“!
Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die erste Drittelpause. Effektive Eisbären führten bei engagierten Haien in einer sehr unterhaltsamen Partie.

Erzielte im dritten Spiel sein erstes DEL-Tor für die Eisbären Berlin: Thomas Schemitsch (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Erstes DEL-Tor für Thomas Schemitsch

Auch zu Beginn des Mitteldrittels ging es weiter munter hin und her mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Ein Vorgeschmack auf die Playoffs, den beide Mannschaften den Fans in der Arena boten.
Den Eisbären bot sich nach rund sieben Minuten im zweiten Drittel dann die Chance, zum ersten Mal an diesem Abend in Überzahl zu agieren. Und da ließen die Hauptstädter die Scheibe sehr gut laufen, nutzen konnte es die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin aber nicht.
Mitte der Partie zielten die Eisbären dann aber genauer. Thomas Schemitsch hatte von der blauen Linie abgezogen und sein erstes DEL-Tor erzielt – 3:1 (30.). Im dritten Spiel der dritte Scorerpunkt für den Berliner Neuzugang. Seine Verpflichtung war durchaus ein Risiko angesichts der Tatsache, dass er eine Weile nicht gespielt hatte, aber bisher erweist er sich als sinnvolle und gute Verstärkung.
Die Berliner hatten die Partie jetzt im Griff und ließen die Haie kaum noch vor das eigene Tor kommen. Und die Eisbären ließen in der Folge weitere gute Chancen aus. Die Berliner zeigten sich verbessert im Vergleich zum Heimspiel am Sonntag gegen Ingolstadt. Heute stellten die Eisbären wieder unter Beweis, wie schwer sie zu schlagen sind, wenn sie ihr Spiel über 60 Minuten konzentriert durchziehen und vor allem diszipliniert spielen.
Die Hausherren konnten sich zum Ende des zweiten Drittels nochmal kurz im Berliner Drittel festsetzen und erzwangen dadurch auch nochmal ein Powerplay. Die Chance, auf 2:3 zu verkürzen für Köln, doch Jake Hildebrand ließ keine Scheibe durch und somit nahmen die Eisbären eine 3:1-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Der DEL-Top-Torjäger traf gegen die Eisbären zum 25. mal in dieser Saison: Justin Schütz (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären retten sich ins Ziel

Die Haie nahmen noch 23 Sekunden Powerplay mit ins Schlussdrittel, in denen aber nichts mehr passierte. Köln danach bemüht, Druck auf das Berliner Tor aufzubauen, aber die Defensive der Eisbären ließ weiterhin sehr wenig zu. Die Hauptstädter machten die gefährlichen Räume vor dem Tor zu. Die Hausherren liefen trotzdem immer wieder an und suchten nach der Lücker im Berliner Abwehr-Bollwerk. Und die Haie bekamen die Chance, in Überzahl zum Anschlusstreffer zu kommen. Allerdings ein geschenktes Powerplay, denn eine Strafe war das nicht gegen Jonas Müller. Und Köln nahm das Geschenk an und DEL-Top-Torschütze Justin Schütz traf zum 2:3 (48.).
Nun war hier wieder ordentlich Spannung drin im DEL-Klassiker. Und die Eisbären kassierten die nächste Strafzeit wegen Spielverzögerung. Eine unnötige Strafe zur denkbar ungünstigsten Zeit nach dem Anschlusstreffer der Haie. Aber diesmal überstanden die Berliner die Unterzahl ohne ein Gegentor.
Köln dominierte bis hierhin das Schlussdrittel, von den Eisbären war nach vorne gar nichts zu sehen.
In den letzten zehn Minuten fanden die Berliner aber so langsam auch wieder ins Spiel und kamen mal wieder zu Abschlüssen auf das Kölner Tor. Man konnte sich zwischenzeitlich auch mal im Angriffsdrittel der Haie festsetzen.
Die Zeit lief für die Eisbären und Köln war es, die hier ein Tor aufholen mussten. Doch mittlerweile war es eine wesentlich ausgeglichenere Partie als noch in den ersten zehn Minuten des letzten Drittels. Die Eisbären schafften es, Köln immer mehr vom eigenen Tor fernzuhalten. Den Haien fiel relativ wenig ein, um nochmal gefährlich vor das Tor von Jake Hildebrand zu kommen.
Uwe Krupp ging am Ende All-in und zog Tobias Ancicka zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Köln setzte sich nochmal im Berliner Drittel fest und erhöhte den Druck. Tim Wohlgemuth und Louis-Marc Aubry vergaben am Ende die besten Chancen zum Ausgleich. So retteten die Eisbären das knappe 3:2 über die Zeit und holten sich wichtige Punkte im Kampf um Platz eins nach der Hauptrunde.

Sieg im Retro-Spiel: Die Eisbären Berlin gewinnen ihr Heimspiel gegen die Augsburger Panther mit 6:3

WalkersBarenNews 2023/2024 – #27:

Die Eisbären Berlin haben das Retro-Spiel gegen die Augsburger Panther am Ende verdient mit 6:3 (2:1,3:1,1:1) gewonnen und damit die Tabellenführung verteidigt. Spielerisch sah das schon wieder sehr gut aus, aber am Ende musste man auch wieder über die Disziplin reden.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste auf die gesperrten Yannick Veilleux und Frederik Tiffels verzichten. Dafür konnte er aber Neuzugang Thomas Schemitsch im Line-up begrüßen. Dadurch veränderte sich natürlich die Aufstellung der Eisbären.
Im Tor blieb aber alles beim alten, Jake Hildebrand stand zwischen den Pfosten, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz. Die Verteidiger-Pärchen lauteten heute wie folgt: Wissmann/Müller, Schemitsch/Melchiori, Ellis/Geibel, Nowak.
In der Offensive blieb die Noebels-Reihe zusammen. Den Platz von Freddy Tiffels in der Reihe mit Blaine Byron und Jaedon Descheneau nahm Lean Bergmann ein. Den Platz von Veilleux neben Tobias Eder und Patrice Cormier nahm Maximilian Heim ein. Und die nominell vierte Reihe bestand heute aus Eric Mik (der Allrounder), Manuel Wiederer und Eric Hördler.

Die Eisbären gingen als Favorit in dieses Spiel. Zum einen angesichts der Tabellenkonstellation, denn der Tabellenführer traf auf den Tabellenletzten. Zum anderen, weil die Eisbären alle bisherigen drei Duelle gewannen. Aber es war Vorsicht geboten, ging es doch für Augsburg förmlich ums Überleben. Die Fuggerstädter kämpfen um jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Wer holte sich heute die wichtigen drei Punkte? Berlin im Kampf um Platz eins oder aber Augsburg?

Luke Esposito von den Augsburger Panther und Marco Nowak von den Eisbären Berlin während des Spiels zwischen den Eisbären Berlin und den Augsburger Panther (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Drei Tore in den ersten neun Minuten

Das Spiel stand unter dem Motto „Retro-Night“. Schaute man auf die Eisfläche und sah beide Mannschaften in ihren Retro-Trikots, fühlte man sich gleich an die 90er-Jahre erinnert. Was wäre es schön gewesen, wenn das Spiel dann auch noch im altehrwürdigen Welli in Hohenschönhausen statt gefunden hätte. Das hätte dem Retro-Spiel den richtigen Rahmen verliehen.
Früh im Spiel hatten die Eisbären ihr erstes Powerplay, welches nicht an die 90er-Jahre erinnerte. Denn sie nutzten es zur frühen Führung. AEV-Goalie Dennis Endras lag bereits am Boden und so hatte Leo Pföderl keine Probleme, die Scheibe ins Tor zu schießen – 1:0 (2.).
Den Eisbären gehörte die Anfangsphase in der Hauptstadt, natürlich auch bedingt durch das frühe Powerplay und das schnelle Führungstor. Augsburg kam erstmals in der sechsten Spielminute gefährlich vor das Berliner Tor, scheiterte aber am Aluminium. Da hatten die Berliner Glück gehabt!
Auf der Gegenseite hatte Julian Melchiori dann aber zu viel Platz am rechten Bullykreis und hämmerte seinen Onetimer zum 2:0 ins Tor (8.). Das erste Saisontor des Verteidigers. Und die erste Vorlage des Neuzugangs Thomas Schemitsch. Was für ein Einstand!
Wie fiel die Reaktion des Tabellenletzten aus? Würden sie sich jetzt ihrem Schicksal ergeben? Nein, denn nur ganze 27 Sekunden später war es T.J. Trevelyan, welcher praktisch im Gegenzug auf 2:1 verkürzte (9.). Munterer Start ins Retro-Spiel, welches auch von den vielen Toren zu Beginn an die 90er-Jahre erinnerte.
Die Panther danach mit der großen Chance zum Ausgleich, denn sie hatten ein Powerplay. Und dort wurde es auch ein- bis zweimal gefährlich, aber die Hausherren überstanden diese brenzlige Situation ohne weiteres Gegentor.
Augsburg war aber im Spiel angekommen und begegnete den Eisbären zwischenzeitlich auf Augenhöhe. Das man sich gegen Tabellenletzte schwer tut, ist ja auch nichts neues, das kennen wir ja aus der Vergangenheit. In den 90er-Jahren war das nicht der Fall, weil die Hauptstädter selbst sehr oft die „Rote Laterne“ inne hatten.
Was aber wie früher war, war die Stimmung, was selbst das Tickerteam der Eisbären dazu animierte, sich von ihren Sitzen zu erheben und Stimmung zu machen. Großes Kino, Jungs! Warum ich mich darauf konzentrieren konnte? Weil das Spiel in dieser Phase so ein wenig vor sich hin plätscherte.
Die Eisbären zogen in der Schlussphase das Tempo nochmal an, konnten aber kein weiteres Tor nachlegen. So führte man nach dem ersten Drittel verdient mit 2:1.

Leo Pföderl spielte gegen Augsburg groß auf: Zwei Tore und zwei Assists steuerte er zum Heimsieg gegen die Panther bei. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Drei Tore innerhalb von 59 Sekunden

Zu Beginn des zweiten Drittels ging es munter hin und her. Die Eisbären hätten dann beinahe auf 3:1 stellen können, spielten aber einen Konter sehr unsauber zu Ende. Die Hausherren erhöhten mit zunehmender Spieldauer den Druck und auch Neuzugang Schemitsch brachte sich immer wieder vielversprechend ins Spiel ein. Und beinahe wäre ihm auch sein erstes Tor im Eisbären-Trikot gelungen, aber da hatte Schemitsch etwas zu hoch gezielt.
Wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, fängst du dir hinten einen. Die Eisbären hatten die 2:0-Führung verspielt. Augsburg kam mal wieder gefährlich ins Berliner Drittel und Moritz Elias überraschte Jake Hildebrand mit seinem Abschluss von der linken Seite – 2:2 (32.).
Doch die Antwort der Hausherren ließ nur ganze 32 Sekunden auf sich warten. Jonas Müller brachte die Eisbären wieder in Führung – 3:2 (32.). Und weitere 27 Sekunden später war es erneut Julian Melchiori, welcher das 4:2 nachlegen konnte (33.).
Wilde 59 Sekunden in der Arena am Ostbahnhof, auch das erinnerte an die Zeit vor 30 Jahren. Da waren Torfestivals durchaus an der Tagesordnung. Und noch war hier lange nicht Schluss und gegen Augsburg haben die Eisbären ja damals zur Eröffnung dieser Arena ein sattes 11:0 gefeiert.
In der Schlussphase des Mitteldrittels die Berliner nochmal mit einem Mann mehr auf dem Eis und da schepperte es zum fünften Mal an diesem Retro-Abend im Augsburger Tor. Kai Wissmann hatte von der blauen Linie abgezogen und Leo Pföderl fälschte unhaltbar für Dennis Endras ab – 5:2 (37.).
Augsburg vergab in den letzten Minuten noch ein Powerplay und nahm somit einen 2:5-Rückstand mit in die Kabine.

Zeigte ein starkes Debüt im Eisbären-Trikot: Thomas Schemitsch (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Lean Bergmann macht den Deckel drauf

Zu Beginn des letzten Drittels ließen die Eisbären ein Powerplay liegen. Augsburg dagegen ließ in einem guten Wechsel dicke Chancen liegen, machte es aber wenig später besser. Chris Collins verkürzte auf 3:5 und sorgte somit wieder für Spannung an diesem Retro-Abend (45.). Und diesen Treffer hatte sich der AEV durch die gute Phase zu Beginn im Schlussdrittel auch verdient.
Die Eisbären verpassten es anschließend in Überzahl den alten Drei-Tore-Abstand wieder herzustellen. Und auch bei Fünf-gegen-Fünf ließ Lean Bergmann eine hundertprozentige Chance aus, als sein Onetimer knapp am halbleeren Augsburger Tor vorbei ging. Statt für Beruhigung zu sorgen, ließen die Eisbären ihre Fans hier weiter zittern, denn zwei Tore Rückstand sind im Eishockey nichts. Und wie schnell man zwei Tore erzielen kann, zeigten die Berliner heute selbst.
Die Zeit lief aber für die Eisbären und der Mannschaft von Trainer Christof Kreutzer fiel offensiv relativ wenig ein, um die Gastgeber hier nochmal unter Druck zu setzen. Vier Minuten vor dem Ende machte Lean Bergmann den Deckel drauf auf die Partie – 6:3 (56.). Auch von der Toranzahl wurde das Spiel dem Motto „Retro-Night“ gerecht.
Was die Eisbären aber definitiv in den Griff bekommen müssen, sind ihre Nerven. Denn mit Patrice Cormier kassierte der nächste Eisbär heute eine Spieldauer und auch ihm droht eine Sperre. Matt Puempel traf Cormier mit dem Schläger und Cormier wollte sich direkt für diese Aktion rächen. Die Schiedsrichter gingen aber sofort dazwischen. Mal wieder eine unnötige Aktion und ein Beweis dafür, dass die Eisbären derzeit ihre Nerven nicht im Griff haben. Für die bevorstehenden Playoffs sind das keine guten Nachrichten. Da entscheiden Kleinigkeiten die Spiele und wenn du dort deine Nerven nicht im Griff hast und dir unnötige Strafzeiten leistest, wird es eine sehr kurze Playoff-Reise werden.
Heute reichte es aber, denn man setzte sich am Ende mit 6:3 im Retro-Spiel gegen die Augsburger Panther durch.

6:5! Die Eisbären gewinnen das Tor-Spektakel gegen Augsburg

WalkersBarenNews 2023/2024 – #16:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Donnerstagabend gewonnen. Gegen die Augsburger Panther setzte man sich am Ende knapp mit 6:5 (2:1,3:2,1:2) durch. Die Eisbären zeigten im Spiel mal wieder ihre zwei Gesichter. Am Ende fanden sie aber einen Weg, um die drei Punkte in der Hauptstadt zu behalten. Und zur Belohnung sprang man mit dem Sieg wieder auf Platz eins.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte im Spiel gegen Augsburg wieder auf Kapitän Kai Wissmann zurückgreifen. Er kehrte nach Verletzungspause zurück in den Kader. Dafür rotierte Marco Nowak wieder raus aus dem Line-up. So wurde in der Defensive wieder ordentlich umgebaut bzw. auf alt bewährte Pärchen zurück gegriffen. Wissmann verteidigte zusammen mit Jonas Müller, Ben Finkelstein mit Julian Melchiori und Morgan Ellis mit Korbinian Geibel. Eric Mik war als siebter Verteidiger dabei.
Auch in der Offensive stellte Aubin de Reihen um. Leo Pföderl und Marcel Noebels bekamen Jaedon Descheneau an ihre Seite. Ty Ronning und Freddy Tiffels stürmten heute zusammen mit Zach Boychuk. Yannick Veilleux und Patrice Cormier bildeten zusammen mit Maximilian Heim die dritte Reihe. Und die nominell vierte Reihe bestand heute aus Tobias Eder, Manuel Wiederer und Michael Bartuli.
Nur im Tor blieb alles beim alten. Dort stand erneut Jake Hildebrand zwischen den Pfosten. Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Mal wieder ein Duell gegen ein Kellerkind. Dass diese Spiele zuletzt nicht so gut verliefen, brauche ich wohl keinem Eisbären-Fan erzählen. Heute lag es an den Eisbären, endlich mal wieder ein überzeugendes Spiel gegen ein vermeintlich schwächeren Gegner abzuliefern. Und vor allem, endlich mal wieder vor den eigenen Fans zu überzeugen. Denn nicht nur gegen die vermeintlich schwächeren Teams tun sich die Eisbären schwer. Nein, vor allem zuhause tun sie sich in dieser Saison enorm schwer. Welche Eisbären bekamen die Fans heute zu sehen? Die Heim- oder Auswärts-Eisbären?

Die Eisbären stolperten im ersten Drittel nur kurz. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Starkes Powerplay bringt die Eisbären zurück ins Spiel

Die Eisbären starteten engagiert und druckvoll ins Spiel und suchten sofort den Weg Richtung Augsburger Tor. Doch diese Phase hielt nicht lange an. Die Eisbären danach wieder mit zu vielen einfachen Fehlern im Spielaufbau. Das wirkte dann doch wieder sehr behäbig. Und Augsburg? Die hebelten die Eisbären-Defensive mit einem langen Pass aus und prompt stand es 0:1. Chris Collins nutzte den klasse Pass von Christan Hanke und vollendete seinen Alleingang mit dem Führungstreffer für die Fuggerstädter (7.). Die kalte Dusche für die Hausherren!
Die Eisbären blieben auch danach bemüht, nach vorne was zu machen. Aber man spielte es nicht richtig zu Ende oder es fehlte das nötige Scheibenglück. Und durch unnötige Fehler lud man die Gäste zu Chancen ein. Es schien sich schon wieder zu einem typischen Eisbären-Heimspiel zu entwickeln. Irgendwie wirken die Berliner zuhause arg verunsichert.
Augsburg versteckte sich hier keinesfalls, weil sie auch die Verunsicherung der Eisbären spürten. Der Führungstreffer gab den Panthern hier definitiv Rückenwind und so spielten sie weiter munter nach vorne.
In Überzahl hatten die Eisbären dann mal wieder eine gute Chance. Marcel Noebels mit dem Onetimer, aber der landete nur am Pfosten. Doch „Noebi“ versuchte es ein zweites Mal und dieses Mal passte der Onetimer genau – 1:1 (16.). Wie wichtig die Rückkehr von Wissmann war, zeigte sich bei diesem Treffer. Denn es war sein Zuspiel, welches die Nummer 92 verwertete.
Und die Eisbären legten in Überzahl direkt nach. Patrice Cormier staubte am Ende erfolgreich ab – 2:1 (17.). 65 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Treffern. Mit der 2:1-Führung ging es in die erste Drittelpause. Ein starkes Powerplay brachte die Hausherren zurück in die Spur und so drehten sie die Partie.

Hart umkämpftes Spiel in Berlin. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wildes Spiel im Mitteldrittel

Das zweite Drittel begannen die Eisbären mit einer noch knapp einminütigen Überzahl. Dort brannte es schon wieder lichterloh vor dem Augsburger Tor, aber der dritte Treffer wollte nicht gelingen.
Fortan beruhigte sich das Spiel wieder ein wenig. Es ging munter hin und her mit Abschlüssen auf beiden Seiten. In dieser Phase durchaus ein Spiel auf Augenhöhe.
Es waren aber die Eisbären, welche Mitte der Partie auf 3:1 stellten. Jonas Müller hatte abgezogen und die Scheibe schlug im Augsburger Tor ein (30.).
Die Panther hatten nach dem Powerbreak die Chance in Überzahl zurück ins Spiel zu kommen. Und das taten sie auch. Erneut war es Collins, welcher Jake Hildebrand zum zweiten Mal an diesem Abend überwinden konnte – 3:2 (33.).
Und es sollte noch schlechter aus Eisbären-Sicht kommen. Hildebrand konnte einen Schuss nicht festhalten und Jere Karjalainen schaltete am schnellsten, weil die Defensive pennte – 3:3 (35.). Auch an diesem Tor war Chris Collins beteiligt. Die Panther hatten innerhalb von nicht einmal zwei Minuten einen Zwei-Tore-Rückstand in Berlin aufgeholt.
Wie würde die Reaktion der Hausherren darauf ausfallen? Sie schlugen ganze 39 Sekunden später bereits wieder zurück! Zach Boychuk sorgte für die erneute Führung der Eisbären – 4:3 (36.).
Wilde Phase jetzt in Berlin mit drei Treffern in nicht mal drei Minuten. Was Augsburg kann, können auch die Eisbären. Erneut war es Boychuk, welcher Markus Keller überwinden konnte – 5:3 (39.).
Der alte Zwei-Tore-Abstand war wieder hergestellt. Und diesen nahmen die Hausherren anschließend auch mit in die zweite Drittelpause.

Traf gegen Augsburg gleich doppelt: Zach Boychuk (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Am Ende wurde es nochmal spannend

Zu Beginn des Schlussdrittels die Eisbären wieder mit einem Mann mehr auf dem Eis und mit Ablauf der Strafe schlugen die Berliner erneut zu. Jaedon Descheneau machte das halbe Dutzend am Donnerstagabend voll – 6:3 (42).
Die Partie war damit so gut wie vorentschieden. In der Folge ging es zwar weiter hin und her, aber so der letzte Wille vor dem Tor fehlte dann doch. Die Eisbären mussten nicht, Augsburg konnte nicht. Die Zeit lief runter und eigentlich dachten alle Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof, dass die Partie entschieden sei. Aber die Gäste aus Augsburg gaben nicht auf und sorgten auf einmal wieder für Spannung. Zunächst staubte Samuel Soramies erfolgreich ab – 6:4 (55.).
61 Sekunden vor dem Ende kam der AEV sogar auf 6:5 ran. Luca Tosto sorgte hier endgültig für Nervenflattern bei den Eisbären und ihren Fans. Am Ende ging es aber doch noch gut und die Eisbären feierten mal wieder einen Heimsieg. Und zur Belohnung holte man sich zudem die Tabellenführung wieder zurück. Am Ende also doch noch ein gelungener Abend in der Hauptstadt.

Happy Halloween: Die Eisbären feiern einen 10:2-Kantersieg in Nürnberg!

Wow, was für eine Ansage an die DEL-Konkurrenz: Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Nürnberg Ice Tigers deutlich mit 10:2 (3:1,4:1,3:0) gewonnen und damit natürlich die Tabellenführung verteidigt. Aber viel mehr gab man damit ein Statement an die gesamte DEL ab, dass diese Eisbären nur schwer zu schlagen sind, wenn sie ihre Leistung über 60 Minuten abrufen und ihre Chancen dann auch so eiskalt und effektiv nutzen wie heute Abend in Nürnberg.

Bei den Eisbären kehrte Stürmer Leo Pföderl zurück ins Line-up. Er rückte direkt in die Reihe mit Marcel Noebels und Zach Boychuk. Maximilian Heim rotierte dadurch in die vierte Reihe an die Seite von Eric Mik und Manuel Wiederer. Durch die Rückkehr von Pföderl war Michael Bartuli überzählig. Und im Tor bekam heute Jake Hildebrand den Start.

Die Eisbären hatten das erste Duell gegen die Franken in Berlin deutlich mit 5:0 gewonnen. So einfach sollte es heute jedoch nicht werden, waren die Ice Tigers doch enorm heimstark. Fünf seiner bisherigen sechs Heimspiele konnte Nürnberg für sich entscheiden. Sorgten die Eisbären heute für die zweite Heimniederlage der Franken?

Tor beim Comeback in Nürnberg: Leo Pföderl (Foto von Marco Leipold/City-Press GmbH)

Eiskalte Eisbären schießen zwei Tore innerhalb von nur neun Sekunden

Munterer Beginn in Nürnberg. Beide Mannschaften lieferten sich in der Anfangsphase einen offenen Schlagabtausch. Es ging hin und her, beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor.
Die Hausherren eigentlich besser drin zu Beginn, aber ein Turnover im eigenen Drittel bestraften die Eisbären direkt. Eric Mik mit der 1:0-Führung (7.). Und direkt nach dem Bully der schnelle Pass von Ben Finkelstein auf Rückkehrer Leo Pföderl und der überwand Niklas Treutle in der kurzen Ecke – 2:0 (7.).
Innerhalb von neun Sekunden schossen die Eisbären eine souveräne 2:0-Führung heraus. Und das bei so heimstarken Nürnbergern. Einen besseren Start konnte man sich nicht wünschen.
Oder vielleicht doch? Die Eisbären beantworteten das mit einem klaren Ja! Frederik Tiffels behauptete die Scheibe, spielte sie rüber zu Blaine Byron und der legte nochmal quer rüber auf Tobias Eder, welcher auf 3:0 stellte (9.). Was für eine Ansage des Tabellenführers an die Konkurrenz!
Die Franken vergaben in der Folge ein Powerplay, doch bei Fünf-gegen-Fünf schlug Jake Ustorf zu und brachte die Hoffnung zurück nach Nürnberg – 3:1 (12.).
Was für ein erstes Drittel und die Partie nahm sich keine Ruhe. Beide Teams erarbeiteten sich weitere Chancen. Man durfte hier nicht mal blinzeln, dann drohte man etwas wichtiges zu verpassen. Ein atemberaubendes erstes Drittel, welches beim Stand von 3:1 in die erste Drittelpause ging. Zeit zum durchpusten – für die Spieler und die Fans!

Erzielte in Nürnberg bereits sein drittes und viertes Saisontor: Patrice Cormier (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Niklas Treutle geht entnervt aus seinem Tor

Die Eisbären noch mit drei Minuten Powerplay zu Beginn des zweiten Drittels. Lange Zeit taten sich die Gäste in dieser Überzahl schwer, doch dann war es Patrice Cormier, welcher frei vor Treutle stand und diesen mal so richtig narrte – 4:1 (23.). Was für ein Move, sensationell!
Die Berliner hatten fortan alles im Griff. Nürnberg fand keinen Weg vorbei an der Berliner Defensive. Und hinten bekamen die Franken einiges zu tun, denn die Eisbären rollten immer wieder auf das Nürnberger Tor zu. Trotz der Drei-Tore-Führung hatten die Hauptstädter hier weiterhin Bock auf offensives Eishockey.
Als die Hausherren in Überzahl waren, konnten sie sich mal wieder im Berliner Drittel festsetzen und sorgten dort durchaus für etwas Gefahr, aber von Erfolg war das Nürnberger Powerplay nicht gekrönt. Als die Eisbären wieder komplett waren, bot sich Nürnberg die Riesenchance durch Dane Fox, welcher alleine durch war. Doch er legte sich am Ende die Scheibe zu weit vor und vergab so die Chance zum Anschlusstreffer. Diesen erzielte dann aber Roman Kechter, der klasse von Jake Ustorf vor dem Tor angespielt wurde und Jake Hildebrand keine Chance ließ – 4:2 (30.)
Die Ice Tigers waren danach weiter am Drücker, wollten den dritten Treffer nachlegen. Doch dann kamen die eiskalten Eisbären wieder und sorgten für Ruhe in Nürnberg. Yannick Veilleux auf Patrice Cormier und der stellte den alten Drei-Tore-Abstand wieder her – 5:2 (33.). Wie cool kann man bitte sein?
Es sollte aber noch bitterer für die Gastgeber kommen. Bullygewinn der Eisbären im Angriffsdrittel, Jonas Müller zog von der blauen Linie ab und die Scheibe flog abgefälscht durch zwei (!) Nürnberger Spieler ins Tor – 6:2 (34.). 33 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Treffern.
Da keimte bei den Franken wieder Hoffnung auf nach dem 2:4 und was machen die Eisbären? Die sorgen mit zwei schnellen Toren für klare Verhältnisse im Frankenland. Doch damit nicht genug. Die Eisbären spielten sich im Angriffsdrittel fest, ließen die Scheibe klasse laufen und Frederik Tiffels setzte Morgan Ellis am langen Pfosten in Szene – 7:2 (35.). Ellis netzte in Stürmermanier ein. Und was machte Niklas Treutle? Der Nürnberger Goalie fuhr wutentbrannt Richtung Bank und wechselte sich selbst aus. Leon Hungerecker kam für ihn ins Tor.
Die Eisbären hatten dann erst einmal genug und ließen es in den letzten Minuten des zweiten Drittels etwas ruhiger angehen. Bei einer 7:2-Führung aber auch mehr als verständlich. Nürnberg war aber noch nicht erlöst, denn 20 Minuten standen noch bevor.

Erzielte beim Tor-Festival in Nürnberg sein erstes Saisontor: Marco Nowak (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Leo Pföderl macht die „10“ voll

Und die Eisbären hatten kein Mitleid mit den Hausherren. 40 Sekunden waren gespielt, da staubte Frederik Tiffels zum 8:2 ab (41.). Für Nürnberg entwickelte sich Halloween zum einem Horrorabend.
Aber die Eisbären hatten noch immer Lust. Marco Nowak zog von oben ab und die Scheibe flog ins Tor – 9:2 (44.). Jetzt ging wirklich alles, wenn sogar Marco Nowak zu seinem ersten Saisontor kommt. In Nürnberg waren nur noch die Eisbären-Fans zu hören, die heimischen Fans wirkten wie in Schockstarre angesichts dieses Debakels ihrer Ice Tigers.
Die Eisbären hatten nun natürlich richtig Lust auf ein zweistelliges Ergebnis und wollten unbedingt noch den zehnten Treffer erzielen.
Das Spiel hatte längst den Charakter eines Freundschaftsspiels, denn der Ausgang war längst klar. Nürnberg wartete im Grunde nur auf die Schlusssirene und die damit verbundene Erlösung. Die Berliner hingegen wollten natürlich noch den einen Treffer nachlegen. Wann bekommt man schon mal die Chance auf zehn Tore in einem Spiel?
Und das zehnte Tor fiel natürlich noch. Kai Wissmann mit dem Zuspiel vors Tor auf Leo Pföderl und ausgerechnet der Nürnberger Junge machte die „10“ voll – 10:2 (56.).
Danach hatten es die Franken überstanden. Die Eisbären feierten mit dem 10:2 einen Kantersieg an Halloween in Nürnberg.

3:4 gegen München: Die Eisbären verlieren auch das vierte Duell gegen den Spitzenreiter

Ausgabe #29:

Die Eisbären Berlin haben auch das vierte Duell gegen Red Bull München verloren. Am Ende stand es 3:4 (0:0,2:3,1:1). Knackpunkte waren der schwache Start ins Mitteldrittel sowie die schnelle Münchner Antwort nach dem 2:2. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Team nur minimal. Im Tor stand heute Juho Markkanen, Tobias Ancicka nahm dafür als Back-up auf der Bank Platz. Die Defensiv-Pärchen blieben zusammen. Einzig der siebte Verteidiger Rayan Bettahar rotierte heute raus aus dem Kader. Dafür kehrte Bennet Roßmy zurück ins Line-up und nahm dort den Platz von Lewis Zerter-Gossage in der vierten Reihe neben Manuel Wiederer und Maximilian Heim ein. Zerter-Gossage war als 13. Stürmer im Kader. Alle anderen Offensivreihen blieben unverändert.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären hatten mit zuletzt zwei Niederlagen in Folge einen herben Rückschlag im Kampf um Platz zehn erlitten. Heute Abend traf man aber auf den kriselnden Tabellenführer, welcher zuletzt drei Niederlagen in Folge und vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen kassierte. Doch gerade das macht die Münchner zu einem enorm gefährlichen Gegner. Denn die Mannschaft von Trainer Don Jackson wird auf Wiedergutmachung brennen. Ebenso natürlich die Eisbären, welche in dieser Saison noch punktlos gegen den Vizemeister sind. Gab es im vierten Aufeinandertreffen in dieser Hauptrunde endlich den ersten Sieg für den amtierenden Meister?

Foto: eisbaerlin.de/walker

Munterer Beginn in das Spiel. Beide Mannschaften waren offensiv ausgerichtet und brachten die Scheiben immer wieder gefährlich vor das Tor, so das letzte Quäntchen Glück im Abschluss fehlte aber noch, um es zu einer hundertprozentigen Chance werden zu lassen.
Das hätte sich ändern können, als die Eisbären das erste Powerplay des Spiels hatten. Doch auch wenn sie in ihre Formation fanden, der letzte Pass wollte nicht ankommen und so verpuffte diese Überzahl ohne nennenswerte Chance.
Die Berliner blieben aber danach am Drücker und schnürten München ins eigene Drittel ein. Man merkte den Eisbären deutlich an, dass sie heute dieses Spiel gewinnen wollten. Dennoch unterliefen ihnen noch viele einfache Fehler in ihrem Spiel, was bei den Münchnern aber auch der Fall war. Man merkte eben auch, dass beide Mannschaften aus einer Niederlagenserie kamen und das am Selbstvertrauen genagt hat.
In der Folge bekam auch München sein erstes Powerplay der Partie, aber den Gästen erging es wie den Eisbären. Die Formation wurde gefunden, der letzte Pass nicht.
Kurz danach war es Giovanni Fiore, welcher durchgebrochen war, aber am Ende an Mathias Niederberger scheiterte. Die Partie nahm nun an Fahrt auf und beide Mannschaften kamen vermehrt auch zu Chancen. Doch beide Goalies hielten bis zum Ende des ersten Drittels ihr Tor sauber. Die Partie erinnerte noch lange nicht an die Finalserie aus der letzten Saison, aber langweilig war es nun auch nicht.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das zweite Drittel begann mit einem frühen 4:3-Powerplay für München. Die Gäste mit einem sehr langsamen Spielaufbau, welcher sich aber am Ende als goldrichtig herausstellte. Denn München wartete einfach nur auf die eine Lücke, um abzuschließen. Zach Redmond tat dies und stellte auf 0:1 (22.).
Die Führung verdienten sich die Gäste vom Oberwiesenfeld in der Folge, denn die Anfangsphase des Mitteldrittels gehörte klar den Gästen. Die Eisbären sahen sich ins eigene Drittel gedrängt, bei 5-5 sah es wie ein Münchner Powerplay aus. Und so verwunderte es auch nicht, dass die Gäste in der 28. Spielminute auf 0:2 erhöhten. Justin Schütz stand goldrichtig am langen Pfosten und erhöhte auf 0:2.
Nach dem Powerbreak schlugen die Eisbären aber eiskalt zurück. Scheibenverlust der Münchner im Spielaufbau, Marcel Noebels mit dem Auge für Kevin Clark und der verkürzte auf 1:2 (29.).
Nun waren die Sinne der Eisbären wieder geschärft und die Berliner waren endlich auch im zweiten Drittel angekommen. Fortan wurde die Partie immer umkämpfter und teilweise auch ruppiger. Es sind eben zwei Mannschaften, die sich nicht wirklich mögen, das merkte man immer mehr.
Nun ging es hin und her, beide Mannschaften kamen immer wieder zu guten Chancen. Den Eisbären bot sich in der Schlussphase des zweiten Drittels die Chance in Überzahl zum Ausgleich zu kommen. Doch die Box der Münchner stand zu kompakt, die Berliner fanden einfach keine Lücke im Abwehrverbund der Gäste.
Diese fanden die Hausherren aber 36,6 Sekunden vor der zweiten Drittelpause. Jonas Müller mit dem Solo des Spiels. Gestartet aus dem eigenen Drittel umkurvte er die Gäste-Spieler wie Slalomstangen und düpierte am Ende auch seinen ehemaligen Teamkollegen Mathias Niederberger am kurzen Pfosten – 2:2 (40.). Ein Weltklasse-Tor des Verteidigers.
Nur war es am Ende nicht der Schlusspunkt im zweiten Drittel, denn nur zwölf Sekunden später gab Yasin Ehliz die Antwort und brachte München erneut in Führung – 2:3 (40.). Das darf dir nicht passieren, wenn du kurz zuvor den so wichtigen Ausgleich erzielst. Trainer Serge Aubin sagt immer wieder, dass der nächste Wechsel nach einem Tor enorm wichtig ist. Und den verpatzten die Berliner, weshalb man mit dem knappen Rückstand in die zweite Pause ging.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Für das letzte Drittel galt daher erst einmal die Devise, nicht schon wieder den Start ins Drittel zu verschlafen. Das gelang, denn die Eisbären waren diesmal von Beginn an hellwach. Da wird es in der Kabine der Eisbären in der Pause sicherlich auch sehr laut gewesen sein. Trainer Serge Aubin schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Ja, München war auch zu Beginn des Schlussdrittels im Angriff, aber die Defensive der Eisbären stand deutlich kompakter und sicherer als noch zu Beginn des zweiten Drittels.
Nach einem Scheibenverlust der Eisbären im eigenen Drittel war es Austin Ortega, welcher komplett frei im Slot stand und die dicke Chance zum 2:4 hatte, aber Juho Markkanen mit einem starken Save gegen den ehemaligen Eisbären-Stürmer. Das hätte die Vorentscheidung sein können, der finnische Goalie verhinderte es.
So blieben die Eisbären drin im Spiel und sie liefen fortan auch immer wieder an. Nur sie fanden einfach kein Mittel gegen die kompakte Münchner Defensive. Die Gäste konzentrierten sich nun vermehrt auf die eigene Defensive und lauerten auf Konter.
Der Wille war den Eisbären deutlich anzusehen, sie bemühten sich, den Ausgleich zu erzielen. Aber München verteidigte das eben auch sehr klug. Im Stile einer Spitzen-Mannschaft, welche sie nun mal auch in dieser Saison sind. Und die Eisbären eben nicht.
In der 57. Spielminute machte München dann den Deckel auf das Spiel. Konter der Gäste, Chris DeSousa wurde von Trevor Parkes im Slot angespielt, stand vollkommen frei vor Markkanen und stellte auf 2:4.
Die Eisbären hatten in den letzten zwei Minuten zwar noch mal ein Überzahlspiel und konnten mit zwei Mann mehr agieren, da Trainer Aubin Goalie Markkanen vom Eis nahm. Die Berliner schlugen auch 3,2 Sekunden vor dem Ende nochmal zu, aber mehr als Ergebniskosmetik war Kevin Clarks zweiter Treffer nicht mehr.
So blieb es am Ende wie im ersten Aufeinandertreffen gegen München. Die Eisbären hatten eine Phase, in der sie das Spiel herschenkten. Danach spielte man recht ordentlich – jedenfalls für die Verhältnisse in dieser Saison. Aber das reichte am Ende gegen den Liga-Primus eben nicht. Da musst du volle 60 Minuten dein Spiel durchziehen und darfst dir keine Fehler erlauben. Das schafften die Hauptstädter nicht, weshalb es auch im vierten Aufeinandertreffen seit dem 5:0-Sieg in München im Mai 2022 eine Niederlage für die Eisbären setzte.

4:2 in Frankfurt: In 87 Sekunden legen die Eisbären den Grundstein zum Sieg beim Aufsteiger

Die Eisbären Berlin haben den dritten Sieg in Serie eingefahren: Bei Aufsteiger Löwen Frankfurt gewannen die Berliner verdient mit 4:2 (3:1,0:1,1:0) und verkürzten damit den Abstand auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Pre-Playoffs auf sieben Zähler. Man legte furios los, ließ danach einige Chancen liegen, ließ sich aber anschließend nicht aus der Ruhe bringen, als die Löwen nochmal heran kamen. Am Ende spielte man das mit sehr viel Leidenschaft zu Ende und verdiente sich die drei Punkte.

Eisbären-Coach Serge Aubin änderte sein Team nur minimal im Vergleich zum Sieg gegen Augsburg am vergangenen Freitag. Im Tor und in der Defensive blieb alles beim alten. Tobias Ancicka hütete erneut das Tor und die drei Verteidiger-Pärchen blieben zusammen.
In der Offensive blieb die Reihe um Yannick Veilleux, Peter Regin und Frank Mauer als einzige zusammen. Kevin Clark und Giovanni Fiore tauschten die Reihen. Clark stürmte in der ersten Reihe an der Seite von Marcel Noebels und Leo Pföderl. Fiore bildete die zweite Formation zusammen mit Matt White und Zach Boychuk. Und auch in der vierten Reihe gab es eine Änderung. Bennet Roßmy rotierte raus aus dem Kader, Lewis Zerter-Gossage kehrte nach überstandener Verletzung zurück ins Line-up und nahm den Platz vom Youngster zwischen Maximilian Heim und Jan Nijenhuis ein.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären benötigten drei Punkte im Kampf um die Pre-Playoffs, welche man selbst als neues Ziel ausgegeben hatte. Gleiches wollten aber auch die Löwen, welche vor dem Spiel zehn Punkte Vorsprung auf die Eisbären hatten. Die ersten beiden Duelle waren an Dramatik nicht zu überbieten. Beide Spiele wurden erst in der Overtime entschieden. In Berlin gewannen die Eisbären mit 5:4, nachdem man zuvor eine 4:0-Führung im letzten Drittel verspielt hatte. In Frankfurt gewannen die Hessen mit 2:1, nachdem sie zwölf Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit ausgeglichen hatten.

Von Beginn an war die Intensität in diesem „Sechs-Punkte-Spiel“ sehr hoch. Es ging munter hin und her, die Eisbären erspielten sich in der Anfangsphase schon sehr gute Chancen, aber Jake Hildebrand ließ sich zunächst nicht überwinden. Aber es war klar, dass das nicht lange gut gehen konnte. Die Eisbären legten wie die Feuerwehr los und belohnten sich mit dem Führungstreffer in der siebten Spielminute. Giovanni Fiore war der Torschütze gewesen. Zunächst scheiterte auch er am Frankfurter Goalie, doch dieser konnte die Scheibe nicht parieren. Fiore setzte nach und drückte die Scheibe über die Linie – 1:0.
Nur 49 Sekunden später die Hausherren mit dem Turnover an der gegnerischen blauen Linie, Kevin Clark zündete den Turbo und spielte den mustergültigen Pass auf Leo Pföderl, welcher am langen Pfosten lauerte und eiskalt vollendete – 2:0 (8.).
Und jetzt liefen die Berliner richtig heiß. Weitere 38 Sekunden später Jonas Müller mit dem Schuss von der blauen Linie, die Scheibe traf Daniel Wirt und der fälschte sie unglücklich ins eigene Tor ab – 3:0 (8.).
Der Traumstart für die Eisbären war perfekt, der Albtraumstart für die Löwen allerdings auch. Die wirkten nun richtig angeschlagen, während die Eisbären jetzt mit einer gehörig breiten Brust hier auftraten und weiter nach vorne spielten.
Doch wenn die Löwen eins in dieser Saison bewiesen haben, dann dass sie nie aufgeben. Und so gelang Ryan Olsen sieben Minuten vor der ersten Drittelpause der wichtige Anschlusstreffer – 1:3 (13.).
Und Frankfurt schnupperte nur wenig später in Überzahl am 2:3. Doch Tobias Ancicka und der Pfosten retteten den Berliner die Zwei-Tore-Führung. Erstmals in diesem Spiel drückten die Hessen die Eisbären ins eigene Drittel, doch diese hielten dem Druck der Löwen vorerst stand.
Das erste Drittel bot spektakuläres Eishockey auf Playoff-Niveau, es ging rauf und runter und es gab Chancen, welche für zwei Spiele reichen würden. Aber es war erst das erste Drittel und es machte bereits jetzt richtig Bock. Die Eisbären nahmen eine verdiente 3:1-Führung mit in die erste Pause, es hätte bei noch besserer Chancenverwertung aber auch 4:1 oder 5:1 stehen können. Und das sagte alles aus über dieses Auftaktdrittel in Frankfurt.

Auch im Mitteldrittel waren die Eisbären schon wieder offensiv ausgerichtet. Konter der Eisbären, Leo Pföderl mit dem Pass auf Kevin Clark, welcher direkt abzog und eigentlich schon den Torjubel auf den Lippen hatte. Aber Jake Hildebrand mit einem mega Save, mit dem er seine Mannschaft hier noch im Spiel hielt.
Fortan die Hauptstädter weiterhin mit mehr Spielanteilen und guten Angriffen, welche aber nicht zu Ende gespielt wurden. Frankfurt war nun durchaus bemüht, mehr nach vorne zu machen, aber sie fanden keinen Weg vorbei am Defensiv-Bollwerk der Eisbären. Dass man das diese Saison nochmal schreiben würde, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Aber die Defensive machte es den Hessen verdammt schwer, in aussichtsreicher Position zum Abschluss zu kommen.
Erstmals brenzlig vor dem Berliner Tor wurde es kurz vor dem Powerbreak und dem zweiten Frankfurter Powerplay. Reece Scarlett mit einem überragenden Solo, sein Pass bekam Carson McMillan aber nicht unter Kontrolle, weshalb diese dicke Chance ungenutzt blieb.
Im darauffolgenden Powerplay verkürzte Frankfurt aber tatsächlich auf 2:3. Die Scheibe blieb plötzlich vor Chad Nehring liegen und diese Einladung nahm er dankend an – 2:3 (34.).
Das Ergebnis war knapper als es der Spielverlauf eigentlich war. Denn danach hätten die Berliner deutlicher führen müssen. Da man die Chancen aber nicht nutzen konnte, kassierte man hinten den Anschlusstreffer. Bis dahin hatte man die Löwen im Mitteldrittel aber weitestgehend vom eigenen Tor ferngehalten. Aber auch das ist Eishockey, da kann ein Spiel enorm schnell kippen. Man erinnere sich nur an das erste Duell in Berlin in dieser Saison, als die Berliner ein 4:0 verspielten.
Und plötzlich kam Frankfurt auch wieder zu Abschlüssen. Tobias Ancicka bekam nun deutlich mehr zu tun als zuvor im zweiten Drittel. Die Eisbären mussten in dieser Phase kühlen Kopf bewahren.
In der Schlussphase die Eisbären mit der dicken Chance zum 4:2, denn für 86 Sekunden hatte man zwei Mann mehr auf dem Eis. Und das Powerplay lief im Jahr 2023 bisher herausragend. Doch die doppelte Überzahl spielte man zu kompliziert, da war kaum Bewegung in der Formation. So ließ man diese dicke Chance kläglich liegen. Am Ende nahm man die knappe 3:2-Führung mit in die Kabine. Aber noch standen 20 heiße Minuten im Hexenkessel Frankfurt bevor.

Das letzte Drittel begann denkbar schlecht aus Eisbären-Sicht. Denn nach nur acht Sekunden kassierte man die nächste Strafzeit. Zum Glück überstand man diese Unterzahl aber schadlos. Die Eisbären selbst hatten dann auch ein Powerplay, ließen dieses aber ebenso ungenutzt.
Das Spiel lebte fortan weiter von der Spannung. Es blieb hart umkämpft und sehr intensiv. Es stand ja auch sehr viel auf dem Spiel. Die Eisbären hatten nachdem Powerbreak das zweite Powerplay im Schlussdrittel. Doch was in diesem Jahr bisher so überragend lief, funktionierte heute überhaupt nicht.
In der Schlussphase die Eisbären dann aber eiskalt. Frank Mauer mit dem klasse Pass durch zwei Löwen-Spieler hin durch auf Yannick Veilleux, welcher komplett frei vor Hildebrand auftauchte. Dem Frankfurter Goalie ließ er keine Chance und brachte die Eisbären dem dritten Sieg in Serie näher.
Doch bei Frankfurt weiß man nie so genau, schließlich sind die Hessen die Comeback-Löwen in der PENNY DEL. Und Trainer Gerry Fleming versuchte erneut alles. Auszeit und Goalie vom Eis – 3:30 Minuten vor dem Ende der Partie! Und Frankfurt war nah dran am 3:4, doch Ancicka mit dem starken Save gegen Nathan Burns. Im Spagat parierte der junge Berliner Goalie diesen Schuss. Die Eisbären verteidigten das bis zum Ende leidenschaftlich und sicherten sich somit den absolut verdienten 4:2-Auswärtssieg. Der dritte Sieg in Serie, erst zum zweiten Mal in dieser Saison.

Und den Grundstein zum Sieg legte man in 87 Sekunden im ersten Drittel. Da spielten die Eisbären Frankfurt schwindelig und schossen eine souveräne 3:0-Führung heraus. Eine bessere Chancenverwertung verhinderte im weiteren Spielverlauf eine deutlich höhere Führung und die damit verbundene Vorentscheidung. So blieb es bis zur Schlusssirene spannend, aber die Eisbären ließen sich auch trotz der beiden Frankfurter Treffer und des Hexenkessels in Frankfurt nicht aus der Ruhe bringen. Man zog sein Spiel über die 60 Minuten durch, blieb sehr konzentriert und verteidigte bis zur letzten Sekunde mit enorm viel Leidenschaft.
So vergrößerte man den Vorsprung auf Augsburg auf satte 13 Punkte. Die Panther haben aber zwei Spiele weniger absolviert. Auf Frankfurt verkürzte man auf sieben Punkte, auf den neuen Zehnten Nürnberg sind es Stand jetzt neun Punkte Rückstand. Aber wie Goalie Tobias Ancicka so schön nach dem Spiel sagte: „Wir gehen von Spiel zu Spiel!“ Und diese Einstellung ist genau die richtige. Dennoch sorgt der aktuelle Trend für leise Hoffnung im Kampf um die Pre-Playoffs. Schließlich hat man jetzt vier der letzten fünf Spiele gewonnen.

3:2 gegen Köln! Die Eisbären beenden die Niederlagenserie und holen drei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf

Ausgabe #24:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Mittwochabend gewonnen. Gegen die Kölner Haie setzten sich die Berliner verdient mit 3:2 (1:1,2:0,0:1) durch und sicherten sich damit drei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf. Die Eisbären hatten das Spiel ab Mitte des zweiten Drittels komplett im Griff. Das Powerplay sorgte am Ende mit zwei Toren für den Heimsieg. Und das gegen das beste Penalty Killing der DEL.

Eisbären-Trainer Serge Aubin nahm im Vergleich zum München-Spiel (2:3) einige Änderungen vor. Im Tor stand heute Tobias Ancicka, Juho Markkanen saß als Back-up auf der Bank. In der Defensive gab es zwei neue Verteidiger-Pärchen. Marco Nowak verteidigte zusammen mit Julian Melchiori, Frank Hördler mit Eric Mik. Als siebter Verteidiger war heute wieder Youngster Norwin Panocha dabei.
In der Offensive stellte Aubin auch um. Die erste Reihe bestand heute aus Frank Mauer, Peter Regin und Yannick Veilleux. Die zweite Formation bildeten Giovanni Fiore, Leo Pföderl und Marcel Noebels. In der dritten Reihe stürmten Kevin Clark, Zach Boychuk und Matt White. Und als zusätzliche Stürmer waren Jan Nijenhuis und Maximilian Heim dabei.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären mussten endlich mal wieder dreifach punkten, sonst rückt der mögliche Abstiegsplatz wieder näher. Dafür musste man aber volle 60 Minuten sein Spiel durchziehen und nicht wie zuletzt nur ein oder zwei Drittel. Gegen Köln gab es dafür heute die nächste Möglichkeit. Und einen Sieg feierte man diese Saison ja bereits gegen die Haie. Mit 7:3 gewann man in der Domstadt. Das zweite Duell verlor man allerdings mit 2:3.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Den Start hatten die Eisbären heute zur Abwechslung mal nicht verschlafen, aber das Vorhaben von der Strafbank fernzubleiben, hielt ganze 3:47 Minuten. Und prompt schlug es in Unterzahl im Berliner Tor ein. Einem Nick Bailen sollte man eben nicht zu viel Platz geben, denn der Top-Verteidiger nutzt so etwas natürlich aus – 0:1 (5.).
Die zweite Strafzeit ließ nicht lange auf sich warten. Auch da Köln mit zwei Chancen, aber diesmal konnten sie das Powerplay nicht nutzen.
Das Spiel der Eisbären war bis hierhin äußerst ideenlos. Wenn man mal Richtung Tor fuhr, wusste man nicht so recht, wo hin mit der Scheibe. Ein Spielplan war für mich nicht zu erkennen.
Erst in der Schlussphase hatten die Eisbären die beste Chance im ersten Drittel. Marcel Noebels mit dem Onetimer nach einem Querpass, aber Mirko Pantkowski fuhr die Schoner aus. Das war mal ein gut zu Ende gespielter Angriff, wovon man im ersten Drittel aber zu wenig von sah.
Köln trat hier sehr solide auf, lauerte auf die Fehler der Eisbären, um dann zuzuschlagen. Und Fehler im Spiel der Eisbären, da muss man nur den Wecker nach stellen, die kommen sehr oft.
Die Eisbären hatten in den letzten zwei Minuten ihr erstes Powerplay, fanden da aber lange nicht in die Formation. Doch 20 Sekunden vor dem Ende des Powerplays fand Jonas Müller die Lücke und traf zum 1:1 (19.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die erste Drittelpause, so wirklich zu erwarten war der Treffer aber nicht. Zu fehlerbehaftet war der Spielaufbau der Eisbären, was für die ersten Pfiffe während des Überzahlspiels sorgte. So aber beruhigte man die Fans kurz vor der ersten Drittelpause. Der Auftritt an sich war aber ausbaufähig.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im zweiten Drittel waren die Hausherren von Beginn an hellwach und das sorgte für die erstmalige Führung an diesem Abend. Matt White behauptete die Scheibe im Zweikampf ganz stark, spielte sie weiter an den langen Pfosten, wo Zach Boychuk lauerte und problemlos einnetzen konnte – 2:1 (22.).
Köln danach auf der Suche nach der schnellen Antwort. Die Haie verlagerten das Spiel mehr und mehr ins Berliner Drittel, fanden aber keinen Weg vorbei an Tobias Ancicka. Die Eisbären ließen dagegen bei einem Entlastungsangriff mal wieder ihre alte Klasse aufblitzen. Marcel Noebels und Leo Pföderl mit einem sauber gespielten Konter, an deren Ende nur der Torerfolg noch fehlte. Aber dieser Spielzug erinnerte mal wieder an das erste Halbjahr 2022, als die Berliner noch von der Tabellenspitze grüßten und ein Spitzenteam waren.
Das Spiel der Eisbären sah im Mitteldrittel schon besser aus, die Pässe kamen an und man sorgte durchaus immer mal wieder für Gefahr. Die optische Überlegenheit gehörte hier aber den Gästen aus Köln, welche auch gezwungen waren, etwas für das Spiel zu tun, lagen sie doch hinten. Die Mannschaft von Uwe Krupp erspielte sich auch Chancen, aber sie bissen sich an Goalie Tobias Ancicka die Zähne aus.
Nach dem Powerbreak die Eisbären mit der Chance, in Überzahl die Führung auszubauen. Schlecht sah das Powerplay nicht aus, aber so der letzte Zug vor dem Tor fehlte. Aber wie so oft in den letzten Wochen, die Richtung stimmte.
Den Gästen bot sich in der Schlussphase ebenfalls die Chance zum Ausgleich. Auch die Haie bekamen ein Powerplay, doch das Penalty Killing der Berliner mit einer ganz starken Leistung.
Die Special Teams standen am Ende des Mitteldrittels ganz klar im Mittelpunkt, denn auch die Eisbären hatten nochmal die Chance, mit einem Mann mehr zu agieren. Und diesmal schlugen sie eiskalt zu. Zehn Sekunden vor dem Ende des Powerplay holte Morgan Ellis den Hammer von der blauen Linie raus – 3:1 (39.). Und diese Führung hatte man sich aufgrund der zweiten Hälfte im Mitteldrittel auch verdient. Mit einer Zwei-Tore-Führung ging es also ins Schlussdrittel. Durchaus ein Schwachpunkt der Berliner in dieser Saison.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im Schlussdrittel wäre beinahe wieder ein Traumstart gelungen. Frank Mauer schnappte sich die Scheibe, marschierte alleine auf Mirko Pantkowski zu, scheiterte aber am Kölner Goalie. Nur wenige Sekunden später war es Giovanni Fiore, der durch war, aber auch er vergab seine Chance. Da hätte man das Spiel bereits vorentscheiden können.
Frank Mauer lief jetzt so ein bisschen heiß, denn er war wenig später schon wieder nah dran am 4:1. Diesmal war Pantkowski bereits geschlagen, das Aluminium stand diesmal aber im Weg.
Der Auftritt der Eisbären im Schlussdrittel ließ die Fans hoffen, dass es endlich wieder mit einem Drei-Punkte-Sieg klappen würde. Denn mal spielte weiter aktiv nach vorne, hatte das Spiel weitestgehend im Griff und erspielte sich richtig gute Chancen. Mit einer besseren Chancenverwertung hätte man das Spiel früher entscheiden können.
Die Eisbären betrieben nämlich förmlich Chancenwucher im letzten Drittel. Maximilian Heim war der nächste, der die Entscheidung auf der Kelle hatte. Mirko Pantkowski bekam jetzt alle Hände voll zu tun.
Die Eisbären hatten das Spiel im letzten Drittel im Griff und ließen die Haie kaum mehr ins Spiel kommen. Dabei hätten die Kölner eine Aufholjagd gebraucht, um hier doch noch mit Punkten nach Hause zu fahren. Aber die Eisbären ließen keine Zweifel daran aufkommen, dass die drei Punkte heute in Berlin bleiben würden.
Auch wenn Köln in der 59. Spielminute nochmal auf 3:2 verkürzen konnte. Maximilian Kammerer hatte bei 6-5 getroffen. Uwe Krupp nahm kurz darauf auch noch seine Auszeit und zog erneut seinen Goalie vom Eis. Doch die Eisbären brachten das 3:2 über die Zeit und jubelten danach ausgelassen über die ersten drei Punkte im neuen Jahr!

Ein am Ende auch absolut verdienter Sieg. Die Eisbären brauchten allerdings ein wenig Anlaufzeit, um im Spiel anzukommen. Im ersten Drittel fanden die Berliner nicht zu ihrem Spiel, bekamen keinen geordneten Spielaufbau hin und ließen jegliche Kreativität im Offensivspiel vermissen. Dass man am Ende dennoch mit einem 1:1 in die Pause ging, war fast schon glücklich. Im Mitteldrittel gelang der Traumstart und man gab die Führung fortan nicht mehr ab. Obwohl die Haie gerade in der ersten Hälfte des zweiten Drittels ordentlich Druck machten und sich gute Chancen erarbeiteten. Doch Tobias Ancicka ließ die Haie-Spieler reihenweise verzweifeln. Ab Mitte der Partie hatten die Eisbären das Spiel dann aber im Griff, belohnten sich mit dem 3:1 in Überzahl kurz vor der zweiten Pause und gaben das Spiel nicht mehr aus der Hand. Im Schlussdrittel vergab man mehrfach die Chance zur Vorentscheidung, was sich zum Glück aus Eisbären-Sicht nicht rächen sollte.
Zudem ist das Powerplay positiv zu bewerten. Denn letztendlich ebnete dieses mit zwei Toren den Weg zum Heimsieg. Zwei Tore gegen das beste Penalty Killing der Liga ist durchaus eine Ansage der Eisbären. Und dann wäre da noch Matt White, der mit drei Assists glänzte. Am Ende also ein rundum gelungener Abend für die Eisbären Berlin und ihre Fans. Schließlich konnte man in dieser Saison noch nicht so oft über drei Punkte jubeln.

4:3 n.P. nach 1:3! Die Eisbären erkämpfen sich zwei Punkte beim Erzrivalen

Dieser Sieg tut so gut! Die Eisbären Berlin haben den DEL-Klassiker bei den Adler Mannheim mit 4:3 (1:3,0:0,2:0/0:0,1:0) n.P. für sich entschieden und somit zwei sehr wertvolle Punkte eingefahren. Dabei sah es nach einem katastrophalen ersten Drittel noch nicht nach einem Berliner Sieg aus. Doch die Eisbären rissen sich fortan zusammen und erkämpften sich dank einer starken Aufholjagd den Sieg in Mannheim.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stellte heute Juho Markkanen von Beginn an ins Tor. Dafür musste Stürmer Peter Regin weichen. Für ihn rückte Eric Hördler ins Line-up. Während die Verteidiger-Pärchen unverändert blieben, stellte Aubin die Offensivreihen um. So spielten Marcel Noebels, Zach Boychuk und Kevin Clark in der ersten Reihe, Die zweite Reihe bildeten Matt White, Alex Grenier und Giovanni Fiore. Die dritte Formation bestand aus Yannick Veilleux, Bennet Roßmy und Leo Pföderl. Und die nominell vierte Reihe war die deutsche Reihe bestehend aus Eric Hördler, Manuel Wiederer und Jan Nijenhuis.

Die Ausgangslage war klar: Die Kurpfälzer waren der klare Favorit in diesem DEL-Klassiker. Denn die Mannheimer standen auf Platz zwei in der Tabelle, während die Eisbären als 13. mitten im Abstiegskampf steckten. Und die ersten beiden Duelle gingen auch an die Adler, welche sich zweimal in Berlin durchsetzen konnten (4:2/3:2 n.P.). Heute musste eine Top-Leistung her, um Punkte aus der Kurpfalz mit in die Hauptstadt zu nehmen.

Der Auftakt war jedenfalls vielversprechend. Die Eisbären kam sehr engagiert aus der Kabine und waren sofort offensiv ausgerichtet. So konnte man sich auch gleich die ersten guten Chancen erspielen, welche man aber noch nicht nutzen konnte. Hinten stand man in der Anfangsphase sehr kompakt und machte die gefährlichen Räume zu.
Im Gegensatz zu Freitag belohnten sich die Berliner für den guten Start. Die Eisbären mit einem guten Spielaufbau. Zach Boychuk ließ die Scheibe für Morgan Ellis liegen, der spielte den Querpass an der blauen Linie auf Jonas Müller, welcher die Scheibe im Tor versenken konnte – 1:0 (6.).
Doch die Freude über die Führung währte nicht lange. Matthias Plachta mit dem klugen Zuspiel auf Tim Wohlgemuth, der kam zum Abschluss und glich zum 1:1 aus (7.). Unglücklich für Markkanen, dass Marco Nowak die Scheibe entscheidend abfälschte und der junge Goalie somit machtlos war.
Mannheim nahm den Schwung vom Ausgleich mit und setzte sofort nach. Ryan MacInnis mit dem Pass auf Sinan Akdag, welcher Markkanen tunnelte und die Hausherren erstmals an diesem Nachmittag in Führung brachte – 1:2 (9.).
Normal gibt dir eine Führung Selbstvertrauen, nicht aber den Eisbären, welche die Führung schnell wieder aus der Hand gaben. Und wenn Mannheim einmal in Fahrt kommt, kannst du sie nur sehr schwer aufhalten. Zudem stimmte die Zuordnung in der Defensive auf einmal nicht mehr. Dem Druck der Adler hatten die Eisbären nichts entgegenzusetzen und so ließ man sich hinten ins eigene Drittel rein drängen.
Lange konnte das nicht gut gehen, David Wolf legte das 3:1 nach. Den ersten Schuss von Wolf bekam Markkanen nicht unter Kontrolle, den Rebound verwertete Wolf selbst (13.). Von Defensivverhalten war hier nichts zu sehen und das ist ja nichts Neues in dieser Saison. Viel zu oft standen die Mannheimer Spieler komplett frei und das nutzt ein Spitzenteam, wie es Mannheim nun mal ist, eiskalt aus.
Als Mannheim in Überzahl war, hatten die Eisbären in Unterzahl zwei dicke Chancen. Aber ich zitiere an dieser Stelle gerne Kapitän Frank Hördler, welcher am Freitag nach dem Spiel sagte: „Stehen wir oben, gehen die Dinger rein!“ Besser kann man diese kläglich vergebenen Top-Chancen nicht zusammenfassen. Immerhin überstand man diese und auch die darauffolgende Unterzahl ohne Gegentor, weil es da mal defensiv gut aussah.
Dennoch lag man verdient mit 1:3 nach dem ersten Drittel in der SAP-Arena zurück.

Das zweite Drittel begann doch recht zäh. Es ging zwar hin und her, beide Teams kamen auch zum Abschluss, aber wirklich gefährliches war da nicht dabei. Mannheim musste auch nicht unbedingt was für das Spiel tun, lagen sie doch mit 3:1 vorne. Von den Eisbären hingegen hätte was kommen müssen, sie waren auch bemüht, aber viel kam dabei noch nicht rum. Weil die Mannheimer Defensive auch nicht viel zuließ.
Wirklich viel passierte im Mitteldrittel nicht. Kaum Tempo, kaum Chancen, kaum einmal gelungene Spielzüge, viele Unterbrechungen, welche keinen Spielfluss aufkommen ließen. Letztendlich spielte das aber den Hausherren in die Karten, welche so problemlos ihre Führung verteidigen konnten.
Mitte der Partie die Eisbären dann mal mit einem Powerplay, wo man allerdings auf das beste Penalty Killing der Liga trafen. Man fand zwar in die Formation, aber die Pässe kamen zu ungenau und so blieb diese Chance ungenutzt und verpuffte ohne Gefahr.
Die größte Aufregung gab es nach einem Check von Leo Pföderl gegen Borna Rendulic an der Bande. Sah schlimmer und spektakulärer aus, als es eigentlich war. Und doch kassierte Pföderl dafür fünf Minuten, was Mannheim am Ende ein dreiminütiges Powerplay ermöglichte (Matt Donovan war für einen Cross-Check im Anschluss an den Pföderl-Check für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt worden). Doch das Penalty Killing mit starker Arbeit, weshalb man die nächste Unterzahl schadlos überstand. Wenn man doch nur bei 5-5 auch so verteidigen würde wie in Unterzahl, man würde nicht da unten in der Tabelle stehen…
Mannheim nochmal mit einer Druckphase zum Ende des zweiten Drittels, doch es blieb dabei, dass das Mitteldrittel torlos endete und die Adler weiterhin mit 3:1 führten.

Früh im letzten Drittel hatten die Eisbären die dicke Chance auf den Anschlusstreffer, als man ein 4:3-Powerplay hatte. Eine bessere Chance mit sehr viel Platz auf dem Eis bekommst du nicht. Und die Eisbären nutzten diese Chance tatsächlich. Zach Boychuk, der kurz zuvor noch an Brückmann scheiterte, arbeitete die Scheibe ganz stark ins Tor – 2:3 (45.).
Nun war es nur noch ein Tor Rückstand für die Berliner und ganz viel Zeit auf der Uhr. Aber die Defensive der Mannheimer ließ wenig Raum, um zum Abschluss zu kommen. Die Adler verteidigten ihr Tor mit allem, was sie zur Verfügung hatten. Egal, was die Eisbären versuchten, entweder war ein Schläger der Adler dazwischen oder aber Felix Brückmann war zur Stelle. Aber das Bemühen war den Eisbären hier definitiv nicht abzusprechen, sie versuchten alles, um den Ausgleich zu erzielen, aber noch stand die Mannheimer Defensive kompakt und ließ nicht viel zu.
In der Schlussphase zog Trainer Serge Aubin seinen Goalie bei 4-4, die Eisbären fanden kurz darauf auch ihre Formation. Und die Eisbären hatten auch gute Chancen, aber die Scheibe wollte einfach nicht vorbeigehen an Felix Brückmann. Erst als beide Teams wieder komplett waren und es mit 6-5 weiterging, schlugen die Eisbären zu. Matt White brachte die Scheibe von links außen auf das Tor, wo sie vom Schlittschuh von Sinan Akdag ins Tor ging – 3:3 (59.). Und der Ausgleich war hier tatsächlich verdient, womit man nach dem ersten Drittel nicht gerechnet hatte. Aber die Eisbären zeigten den Willen, hier noch etwas Zählbares mitzunehmen und das taten sie auch. Denn es ging in die Verlängerung und somit hatten die Eisbären schon mal einen Punkt sicher.

In der Verlängerung passierte aber nichts und somit musste das Penaltyschießen für die Entscheidung sorgen. Bereits zum zweiten Mal ging es für beide Teams im direkten Duell ins Penaltyschießen, in Berlin hatten die Adler das bessere Ende auf ihrer Seite. Damals war es Nigel Dawes, welcher den Gamewinner erzielte. Den erzielte heute Marcel Noebels, welcher als einziger Schütze erfolgreich war. Und ein Extralob geht an Juho Markkanen, welcher im Penaltyschießen ganz stark gehalten hatte. Aber auch schon ab dem zweiten Drittel, nachdem er sich im ersten Drittel doch von der Unsicherheit seiner Vorderleute hat anstecken lassen.

Dass die Eisbären am Ende noch gewinnen würden, damit habe ich – ehrlich gesagt – nach dem ersten Drittel nicht mehr gerechnet. Man legte einen Traumstart hin und ging früh in Führung, doch danach stellte man das Eishockeyspielen wieder ein und lud Mannheim durch haarsträubende Defensivfehler zum Toreschießen ein. Die Adler nahmen diese „Geschenke“ natürlich dankend an und zogen auf 3:1 davon. Die Defensive hatte im ersten Drittel ihren Namen nicht verdient. Nach vorne ging anschließend auch nichts mehr.
Im Mitteldrittel gab es wenig Eishockey zu sehen. Was aber den Eisbären anscheinend gut tat, dass Mannheim nicht mit dem selben Schwung raus kam, wie sie im ersten Drittel noch gespielt hatten. So konnten sich die Eisbären fangen, vor allem defensiv. Ab dem zweiten Drittel ließen die Berliner nämlich kaum noch etwas gefährliches von Mannheim zu. Wenn doch was kam, dann war Juho Markkanen zur Stelle, welcher sich im weiteren Spielverlauf steigerte.
Im Schlussdrittel ließen die Hauptstädter den Kopf trotz eines Zwei-Tore-Rückstand nicht hängen und glaubten weiter an das Comeback. Früh gelang ihnen der Anschlusstreffer, doch danach machte Mannheim die Defensive dicht. Aber auch da gaben die Berliner nicht auf und erkämpften mit gezogenem Goalie in der Schlussminute tatsächlich noch das 3:3, was man sich dank des unbändigen Willens auch verdiente. So hatte man sich diesen einen Punkt mehr als verdient.
Diesen vergoldete man dann noch in der „Lotterie Penaltyschießen“, in dem Marcel Noebels und Juho Markkanen zu den Matchwinnern wurden. Ein ganz wichtiger Sieg, der hoffentlich die Trendwende einläutet.

3:4 in München: Dennoch eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu Spiel eins am Oberwiesenfeld

Die Eisbären Berlin haben auch das zweite Auswärtsspiel bei Red Bull München verloren. Am Mittwochabend verlor der Deutsche Meister in der Final-Neuauflage knapp mit 3:4 (0:2,1:1,2:1). Dabei haben die Berliner trotz der Niederlage eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum ersten Spiel am Oberwiesenfeld gezeigt. Die Niederlage war am Ende an der heute schlechten Chancenverwertung festzumachen sowie an zu vielen Turnovern vor den Gegentoren.

In der Defensive blieb das Verteidiger-Pärchen Julian Melchiori und Eric Mik zusammen. Morgan Ellis bekam mit Jonas Müller einen neuen Partner an seine Seite. In Köln war das noch Korbinian Geibel gewesen, welcher heute nicht dabei war. Müller verteidigte am Sonntag noch an der Seite von Frank Hördler, der spielte heute mit Manuel Wiederer zusammen. Dessen Platz in der dritten Reihe an der Seite von Bennet Roßmy und Giovanni Fiore nahm Rückkehrer Peter Regin ein. Und in der vierten Reihe rückte Kevin Handschuh für Marco Baßler ins Line-up und stürmte zwischen Marcel Barinka und Jan Nijenhuis. Die ersten beiden Sturmreihen blieben unverändert.
Und auch im Tor gab es eine Änderung. Juho Markkanen bekam seinen dritten Start, Felix Noack saß erstmals als Back-up bei einem DEL-Spiel auf der Bank. Tobias Ancicka wurde geschont.

Nur drei Wochen nach dem ersten Aufeinandertreffen am Oberwiesenfeld trafen beide Mannschaften erneut in München aufeinander. Während die Mannschaft von Coach Don Jackson von der Tabellenspitze grüßte, standen die Eisbären als Achter im Tabellen-Mittelfeld. Es bedurfte einer Top-Leistung, wollte man in München Punkte holen.

Von Beginn an war es eine Partie, welche von hohem Tempo geprägt war. Zudem war das Spiel erwartungsgemäß hart umkämpft. Und München ging in Führung. Zwei-auf-Eins-Angriff, Freddie Tiffels brachte die Scheibe ins Angriffsdrittel, über Umwege kam Andreas Eder im Slot an die Scheibe und drückte sie über die Linie. Ein kurioses Tor zur Münchener Führung, weil die Berliner nicht gut verteidigten und Eder den richtigen Riecher hatte – 0:1 (8.).
Doch die Eisbären waren nicht geschockt, waren gut drin im Spiel und suchten auch immer wieder den Weg in die Offensive. Nur dort sorgten sie zu selten für Gefahr. Anders München. Zwei Verteidiger hebelten die Berliner Defensive aus. Zach Redmond mit dem Querpass auf Jonathon Blum, welcher zu viel Platz hatte. Blum ließ Markkanen aussteigen und ganz alt aussehen und versenkte die Scheibe anschließend im leeren Tor – 0:2 (12.). Auch hier war es wieder schlecht verteidigt von Berlin.
Fünf Minuten vor der ersten Drittelpause sorgte die Top-Reihe der Eisbären für eine dicke Chance. Leo Pföderl tankte sich klasse durch, brachte die Scheibe zu Alexandre Grenier, doch der scheiterte an Mathias Niederberger im Münchener Tor.
Solche Aktionen gab es von den Eisbären aber eher selten zu sehen. Anders von München, welche die Berliner Defensive immer wieder schwindelig spielten. Das ging teilweise zu schnell für die Gäste, welche mit dem Tempo der Hausherren immer wieder große Probleme hatten.
Zum Ende des ersten Drittels bot sich den Hauptstädtern dann aber die dicke Chance in Überzahl. Dort fand man sofort die Formation und kam auch zu guten Chancen. Aber sowohl Matt White als auch Leo Pföderl mit einem abgefälschten Schuss scheiterten am ehemaligen Berliner Schlussmann. So lag man nach 20 Minuten mit 0:2 hinten.

Die Eisbären kamen wild entschlossen aus der Kabine und sorgten bereits in den ersten zwei Minuten für zwei gute Chancen. Doch wie gut Mathias Niederberger ist, wissen sie in Berlin am besten. Auf der Gegenseite packte Juho Markkanen einen starken Save im Liegen gegen Trevor Parkes aus. Das wird ihm guttun.
Das Spiel ging so temporeich weiter und schon waren die Eisbären wieder vor dem Münchener Tor. Und da wurde den Hausherren das schlechte Eis in München zum Verhängnis. Matt White spielte die Scheibe tief, Mathias Niederberger wollte sie hinter dem Tor stoppen, doch die Scheibe versprang ihm und rutschte vor das Tor, wo Zach Boychuk angerauscht kam und die Scheibe nur noch ins leere Münchener Tor schießen musste – 1:2 (24.).
Den Anschlusstreffer hatten sich die Berliner dank der starken Anfangsphase auch verdient gehabt. Und die Gäste blieben am Drücker, dominierten das Spiel im zweiten Drittel bis hierhin. Man war viel besser drin im Spiel und spielte ein sehr aggressives Forechecking, welches München vor Probleme stellte.
Dennoch mussten die Eisbären bei den schnellen Gegenangriffen der Hausherren auch immer wieder aufpassen. Komplett ausschalten kann man das Offensivspiel der Münchener eben nicht.
Acht Minuten vor der zweiten Pause durfte erstmals das beste Powerplay der Liga ran, Zach Boychuk musste auf die Strafbank. Doch die Eisbären hatten den Unterzahlbreak durch Alexandre Grenier, doch der vergab denkbar knapp.
Doch nach einem Scheibenverlust von Jonas Müller klingelte es erneut im Berliner Tor. Eigentlich hatten Julian Melchiori und Matt White die Situation gerettet, doch dann kam Parkes doch noch an die Scheibe. Er legte die Scheibe zurück zu Daryl Boyle, welcher sie ins Netz schweißte – 1:3 (36.). Bitter für die Eisbären, die zuvor noch das starke Powerplay der Hausherren kaltgestellt hatten. Aber auch dem dritten Treffer ging ein Fehler voraus. Das darfst du dir gegen eine Mannschaft wie München eben nicht leisten – vor allem nicht in der Häufigkeit.
Nach dem dritten Tor war München wieder besser drin im Spiel, aber Juho Markkanen verhinderte ein mögliches viertes Gegentor. So ging es mit einem 1:3-Rückstand für die Berliner in die zweite Drittelpause.

Im letzten Drittel ging es munter hin und her. München war auf der Suche nach der Vorentscheidung, während die Eisbären die Partie noch einmal so richtig spannend machen wollten. Der Einsatz der Berliner stimmte hier heute auf jeden Fall. Sie kämpften bis zum Ende, ließen es anders als vor drei Wochen zu seinem Duell auf Augenhöhe werden.
Doch was nicht stimmte, war die Chancenverwertung. Diese ließ heute zu wünschen übrig. Anders bei München, welche die Probleme der Eisbären bei der Zuordnung in der Defensive eiskalt bestraften. Justin Schütz mit dem 4:1 (46.). Filip Varejcka hatte die Scheibe gegen Eric Mik erobert und dann schnell das Auge für Schütz im Slot gehabt, der komplett frei stand und einschießen konnte. Die vierte Reihe der Hausherren deckte die Fehler in der Berliner Defensive schonungslos auf.
Aber die Eisbären gaben nicht auf. Matt White kam frei vor Mathias Niederberger zum Abschluss und verkürzte auf 2:4 (50.). Kevin Clark hatte White klasse in Szene gesetzt.
Und die Chance auf das 3:4 bot sich den Eisbären, als Trevor Parkes auf die Strafbank musste und den Berlinern ein Powerplay ermöglichte. Das Powerplay konnte man zwar nicht nutzen, weil man auch gar nicht in die Nähe des Tores kam. Doch mit Ablauf der Strafzeit spielten Jonas Müller und Matt White einen Doppelpass. Müller zog dann von oben ab und verkürzte auf 3:4 (53.). Das erste Saisontor der Nummer 18.
Auf einmal war hier wieder Spannung am Oberwiesenfeld. Und die Berliner machten jetzt richtig viel Druck, wollten den Ausgleich erzwingen. Aber München spielte das sehr schlau, machte die gefährlichen Schusswege zu. Und das zogen die Hausherren bis zur Schlusssirene durch. Somit gewann München auch das zweite Duell gegen den Deutschen Meister.

Aber heute war es deutlich enger als noch vor drei Wochen. Weil die Eisbären heute auch ein deutlich stärkeres Team zur Verfügung hatten. Die Berliner zeigten auch ein starkes Spiel, hatten immer wieder Phasen, wo sie viel Druck entfachten und auch die Chancen hatten. Auch nach dem 1:4 gab man sich nicht auf und kam nochmal auf 3:4 ran, doch am Ende ging den Eisbären die Zeit aus.
Die Gründe für die Niederlage würde ich vor allem in zwei Dingen sehen: Zum einen an der Chancenverwertung, die heute einfach nicht so gut war wie in Köln. Und zum anderen an den unnötigen Fehlern, welche zu den Gegentoren führen. Fehler können passieren, aber in dieser Häufigkeit und dann noch gegen ein Top-Team eben nicht. Das wurde den Hauptstädtern heute zum Verhängnis. Und doch überwiegen die positiven Punkte in diesem Spiel. Aber schöner sind Siege in München ja auch erst in den Playoffs, wenn es um alles geht. Von daher gönnen wir den Münchenern die zwei Triumphe in der Hauptrunde…