JAAAAAAAA!!! Leo Pföderl schießt die Eisbären Berlin zur achten Deutschen Meisterschaft

Ausgabe #20:

Sie haben es vollbracht: Nach acht langen Jahren des Wartens haben sich die Eisbären Berlin am Freitagabend wieder zum Deutschen Eishockeymeister gekrönt. Mit 2:1 (1:1,1:0,0:0) setzten sich die Hauptstädter im alles entscheidenden dritten Finalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg durch und feierten damit die achte DEL-Meisterschaft. Und mit dem Deutschen Meistertitel 2021 krönte man sich auch wieder zum alleinigen DEL-Rekordmeister, was der Berliner Fanszene besonders schmeckt, musste man sich diesen Titel doch zuletzt mit dem verhassten Erzrivalen Adler Mannheim teilen. Und dann sind die Eisbären auch noch der 100. Deutsche Meister. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte in diesem alles entscheidenden dritten Finalspiel wieder auf Zach Boychuk zurückgreifen! Somit änderten sich natürlich auch die Reihen wieder etwas, um genau zu sagen zwei. Die Noebels-Reichel-Pföderl-Reihe und die Fiore-Olver-Foucault-Reihe blieben gleich, dafür stürmten Matt White, Mark Zengerle und Zach Boychuk zusammen genauso wie Parker Tuomie, Sebastian Streu und PC Labrie. In der Defensive und im Tor blieb aber alles unverändert.

Alles war also angerichtet für das entscheidende Finalspiel. Die Mannschaften waren da, der Meisterpokal stand neben der Eisfläche und auch Karat-Kult-Gitarrist Bernd Römer spielte wieder die deutsche Nationalhymne. Gänsehaut inklusive. Aber auch heute fehlten wieder 14.200 Fans in der Arena am Ostbahnhof, um dem Ganzen das verdiente Ambiente zu verleihen. Doch die Spieler spürten es, dass ihr vor den TV-Geräten Eure Daumen gedrückt habt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die große Frage vor Spiel Drei war diese, ob sich die Serie der Eisbären auch heute fortsetzen sollte. Spiel Eins verlieren, Spiel Zwei gewinnen hatte man bereits hinter sich. Die dritte Sache war immer die, dass die Berliner in Spiel Drei der Viertelfinal- und Halbfinalserie stets mit 0:2 hinten lagen. Darauf wollten heute alle Beteiligten gerne verzichten. Alleine schon um die Nerven zu schonen, welche so schon bis zum Anschlag angespannt waren. Bei mir sogar schon seit heute morgen. Es wurde also Zeit, dass dieses Spiel endlich losging.

Und die Niedersachsen begannen gleich einmal sehr druckvoll, setzten sich sofort im Berliner Drittel fest. Ein ganz anderer Beginn der Wolfsburger als noch am Mittwochabend in Spiel Zwei.
Aber das erste Tor erzielten die Eisbären mit dem ersten Angriff. Nach einem gewonnen Bully kam die Scheibe über Giovanni Fiore zu Kris Foucault, der drehte sich ganz kurz, spielte die Scheibe links rüber zu Mark Olver und der netzte eiskalt ein – 1:0 (2.). Traumstart für die Hausherren!
Doch beflügeln tat der Führungstreffer die Eisbären nicht, ganz im Gegenteil. 25 Sekunden später glichen die Grizzlys durch Mathis Olimb aus – 1:1 (3.). Ein Tor, welches so nicht hätte zählen dürfen, denn der Passgeber hatte keinen Helm auf, somit unkorrekte Ausrüstung und zwei Minuten. Sahen die beiden Hauptschiedsrichter Marian Rohatsch und Andre Schrader nicht so. Eine glasklare Fehlentscheidung, welche zum Glück nicht spielentscheidend war.

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Was für ein Start in dieses alles entscheidende Spiel. Da war alles bei, Torchancen, Tore, Zweikampfhärte, Intensität. Alles, was man für so ein Finalspiel eben braucht – außer eben Fehlentscheidungen. Es ging hin und her, das Tempo war extrem hoch, beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone.
Das beschrieb jedenfalls die Anfangsphase sehr gut. Danach wurde es sehr taktisch. Beide machten die neutrale Zone zu und so taten sich beide Mannschaften schwer, vor das gegnerische Tor zu kommen. Wolfsburg wirkte jedoch etwas zielstrebiger als die Eisbären. Die Mannschaft von Coach Pat Cortina hatte bisher auf jeden Fall eine Antwort auf Mittwoch parat und setzte diese perfekt um. Die Grizzlys fanden durchaus immer mal wieder eine klitzekleine Lücke und brachen dort durch.
Knapp sechs Minuten vor der ersten Drittelpause kassierten die Wolfsburger die erste Strafzeit der Partie, es traf den Torschützen Mathias Olimb wegen Beinstellens. Special Teams in so einem entscheidenden Finalspiel, die müssen sitzen. Taten sie aber nur bei Wolfsburgs Penaltykilling, denn die überstanden das Berliner Powerplay schadlos, weil es harmlos war.
Mehr passierte im Auftaktdrittel auch nicht mehr, beide Teams machten die Räume vor dem Tor zu und so blieb es beim 1:1-Unentschieden nach 20 Minuten. Mit optisch gesehen leichten Vorteilen für Wolfsburg. Aber dennoch ein leistungsgerechter Spielstand nach dem ersten Drittel.

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Ins zweite Drittel fanden die Eisbären gut rein, wirkten deutlich engagierter und zielstrebiger als noch in den letzten Minuten des ersten Drittels. Wolfsburg lauerte zunächst auf Konter.
Und der gute Start wurde belohnt. Dustin Strahlmeier mit dem Fehlpass hinter dem Tor, Kai Wissmann schnappte sich die Scheibe, kurvte rum ums Tor, passte sie hoch in den Slot zu Leo Pföderl und der ließ sich den Onetimer nicht nehmen – 2:1 (24.). Die erneute Berliner Führung dank einer überragenden Vorarbeit von Kai Wissmann!
Die große Frage: Wie lange hält sie diesmal? Die Antwort: Auf jeden Fall schon einmal länger als im ersten Drittel. Und die Berliner spielten weiterhin munter nach vorne, die Eisbären hatten das Spiel nun im Griff und fuhren Angriff um Angriff. Sie hatten ihre Leichtigkeit wiedergefunden, was gut anzuschauen war. Wolfsburg hingegen wirkte in dieser Phase etwas angeschlagen, konnte dem Spiel der Eisbären nicht viel entgegensetzen.
Doch dann kassierte Ryan McKiernan in der 28. Spielminute die erste Strafzeit für die Eisbären wegen eines hohen Stocks und Wolfsburg bot sich die Chance, in Überzahl zurückzuschlagen. Und dass sie das können, wissen die Eisbären. Das einzige Tor am Mittwoch fiel nämlich auch im Powerplay. Kurz zuvor traf Anthony Rech übrigens den Pfosten, Glück also für die Hausherren, die das Unterzahlspiel übrigens schadlos und ohne große Gefahr überstanden. Great Job!

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Aluminium können die Eisbären auch, nämlich Matt White, der nach einem Puck-Klau von Zach Boychuk auf der linken Seite zum Abschluss kam und nur die Latte traf. Nun also auch Glück für die Niedersachsen.
Fortan die Eisbären deutlich aggressiver, giftiger in den Zweikämpfen. Immer wieder erkämpfte man sich dadurch die Scheibe und konnte Angriffe starten. In dieser Phase wirkten es so, als wollten es die Eisbären mehr. Hinten ließ man kaum etwas von Wolfsburg zu, den Niedersachsen fiel aber auch nicht viel ein. Dafür hatten die Hausherren einige gute Chancen, nur konnten sie Dustin Strahlmeier kein weiteres Mal überwinden. Dennoch führte man nach 40 Minuten mit 2:1 und war nur noch 20 Minuten vom großen Triumph entfernt.

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Und das letzte Drittel begannen die Berliner in Überzahl, denn mit der Schlusssirene des zweiten Drittels hatte Sebastian Furchner noch zwei Minuten wegen Hakens mit dem Stock kassiert. Die große Chance also zur Vorentscheidung für die Eisbären jetzt. Doch die Eisbären spielten das zu kompliziert, fanden keine Lücke zum Schuss und spielten sich die Scheibe daher nur hin und her. Da war zu wenig Bewegung in der Formation drin. So vergab man die Riesenchance doch eher kläglich.
Fortan die Eisbären wieder druckvoll unterwegs. Man merkte ihnen an, dass sie dieses Spiel frühzeitig entscheiden wollten. Dafür musste aber das dritte Tor her, um die Nerven zu beruhigen.
Die Intensität war natürlich weiterhin hoch, beide Mannschaften schenkten sich keinen Zentimeter Eis, jeder Zweikampf war hart umkämpft, kein Puck wurde verloren gegeben.
Und dann griffen mal wieder die beiden Hauptschiedsrichter in die Partie ein. Eigentlich müsste Wolfsburg eine Strafzeit bekommen, nachdem Lukas Reichel beim Abschluss deutlich mehrfach gestört wurde. Der Pfiff blieb aus und wenig später traf es dafür Zach Boychuk wegen Beinstellens. Die beiden Hauptschiedsrichter waren hier definitiv nicht finalwürdig. Die zweite gravierende Fehlentscheidung gegen die Eisbären. Und Wolfsburg versuchte natürlich alles, um jetzt den Ausgleich zu erzwingen. Mathias Niederberger rückte in den Mittelpunkt des Geschehens, doch der Berliner Goalie ließ nichts zu und das Penaltykilling leistete ganz starke Arbeit und überstand diese schwierige Situation schadlos. Ganz stark, Jungs!

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Nun begannen die letzten zehn Minuten und das große Zittern ging los. Bei jedem Wolfsburger Angriff stockte der Atem, bei jedem Berliner Angriff war die Hoffnung groß, dass die Eisbären das dritte Tor machen würden. Und die Niedersachsen warfen nochmal alles nach vorne, was sie hatten. Die Eisbären standen nochmal unter Druck und mussten hart arbeiten. Immer wieder spielte sie die Scheiben hinten raus, in der Hoffnung, den einen entscheidenden Konter fahren zu können.
Und sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit klaute sich Marcel Noebels die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie, fuhr Richtung Dustin Strahlmeier und wollte dem die Scheibe durch die Schoner legen. Der Wolfsburger Goalie roch den Braten und machte die Schoner zu.
Die Eisbären hatten große Probleme, sich vom Wolfsburger Druck zu befreien. Die hauten tatsächlich hier alles raus, was sie noch im Tank hatten. Aber die Eisbären verteidigten mit allem, was sie hatten. Was für eine spektakuläre Schlussphase in der Hauptstadt.
90 Sekunden vor dem Ende nahm Pat Cortina seinen Goalie vom Eis, eine gute Minute vor dem Ende des Spiels nahm er zudem seine Auszeit. Die Crunchtime war angebrochen. Und Wolfsburg holte nochmal alle Kraftreserven heraus, die sie noch übrig hatten. Großen Respekt dafür, damit konnte man nicht unbedingt mehr rechnen. Aber sie machten den Eisbären das Leben nochmal so schwer wie möglich. Diese befreiten sich immer wieder mit Icings, so dauerte es auch, bis die letzte Minute runter gelaufen war.
Was danach folgte, war die pure Erleichterung auf Berliner Seite und große Trauer auf Wolfsburger Seite. Die Eisbären bildeten eine Riesen-Jubeltraube auf dem Eis und freuten sich wie kleine Kinder über die Deutsche Meisterschaft. Tolle Bilder eines ebenso tollen Teams!

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Ein Team, welches auch heute wieder dank des unglaublichen Willens und des Glaubens das Spiel gewann. Dabei tat man sich im ersten Drittel trotz früher Führung noch schwer, kassierte recht schnell den irregulären Ausgleich und danach wirkten die Niedersachen einen Tick besser. Ab dem zweiten Drittel dominierten die Berliner das Geschehen nahezu nach Belieben, gingen erneut in Führung, verpassten es aber, ein drittes Tor nachzulegen. Und so war das Spiel im letzten Drittel ein Ritt auf der Rasierklinge. Denn Wolfsburg holte auf einmal alle Kraftreserven aus sich heraus und warf nochmal alles nach vorne. Doch auch da zeigte sich wieder der unbändige Wille dieses Teams. Wie die das Schlussdrittel überstanden, wie da Jeder für jeden gekämpft hat, wie sie Mathias Niederberger unterstützt haben, wie sie ein Unterzahlspiel in einer schwierigen Situation überstanden, das war einfach großartig.

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Am Ende belohnte man sich dafür mit dem Gewinn der achten DEL-Meisterschaft. Und als der Pokal endlich wieder ein Berliner war, kannte der Jubel bei den Spielern endgültig keine Grenzen mehr. Jeder Spieler wollte den Silberpokal in den Himmel strecken, alle Spieler brüllten ihre Freude ins leere Arenarund. Die Spieler legten sich auf das Eis und spielten mit dem goldenen Konfetti. Es wurden Erinnerungsfotos geschossen. Die Meister-Zigarren wurden ausgepackt. Alkohol gab es natürlich auch. Bernd Römer feierte mit den Spielen und Verantwortlichen zusammen. Und zu guter Letzt durften auch noch die Spielerfrauen mit auf das Eis. Bis da jede ihren Mann gefunden hatte, dauerte aber, doch danach fielen sie sich freudetrunken in die Arme.

Sehr schöne Bilder in einer sehr skurrilen Atmosphäre. Denn eins fehlte allen Beteiligten an diesem Abend besonders: Die Fans, welche diesen Abend zu einem außergewöhnlichen gemacht hätten. Aber das wird alles noch nachgeholt, das haben die Eisbären Berlin bereits versprochen. Und so lange kann es schon mal jeder Fan üben:

ALLEINIGER DEL-REKORDMEISTER EISBÄREN BERLIN!!!!

2:3 n.V.! Die Eisbären verlieren zum dritten Mal in Serie Spiel Eins – Wolfsburg steht kurz vorm Gewinn der Meisterschaft

Ausgabe #19:

Die Eisbären Berlin und Spiel Eins, sie werden keine Freunde mehr. Auch im Finale geht Spiel Eins verloren. Die Grizzlys Wolfsburg setzten sich mit 3:2 n.V. (0:0,1:0,1:2/1:0) in der Hauptstadt durch und greifen am Mittwochabend in eigener Halle nach dem ersten Meistertitel. Insgesamt gesehen war es ein verdienter Sieg für die Niedersachsen, weil sie es mehr wollten und sie vor allem defensiv bärenstark spielten und die Eisbären so vor große Probleme stellten. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin stellte seine Angriffsreihen etwas um im Vergleich zum dritten Halbfinalspiel gegen den ERC Ingolstadt. Die deutsche Top-Reihe um Marcel Noebels blieb als einzige Sturmreihe zusammen. Parker Tuomie und Mark Olver bekamen Kris Foucault in ihre Reihe, PC Labrie und Sebastian Streu wurde Mark Zengerle hinzugefügt und Zach Boychuk, Matt White und Giovanni Fiore bildeten die letzte Sturmreihe der Berliner. Die Verteidigungspaare blieben gleich, ebenso Mathias Niederberger im Tor. Serge Aubin ließ also nichts ungenutzt, um endlich den ersten Saisonsieg gegen die Niedersachsen einzufahren.

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Denn in der Hauptrunde verloren die Eisbären alle vier Spiele gegen Wolfsburg, dreimal allerdings erst nach Verlängerung bzw. Penaltyschießen. Da sprach die Statistik also für die Mannschaft von Chefcoach Pat Cortina, doch in den Playoffs sprach sie mit 7:1-Siegen und 2:0-Seriensiegen klar für die Eisbären.

Eröffnet wurde das Finale wie in Berlin üblich mit der Nationalhymne, gespielt natürlich von Kult-Gitarrist Bernd Römer. Gänsehaut pur, aber leider fehlten 14.200 Fans in der Arena am Ostbahnhof, um dem Ganzen hier das verdiente Flair zu verleihen. Doch die Eisbären-Spieler wussten, dass alle Fans zu Hause vorm Fernseher die Daumen drücken würden. Und für sie und sich selbst wollten die Eisbären das erste Finalspiel gewinnen.

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Bereits nach 39 Sekunden hatten beide Mannschaften den ersten Warnschuss abgegeben, welche jedoch die beiden Goalies Mathias Niederberger und Dustin Strahlmeier vor keine größeren Probleme stellten. Beiden waren offensiv ausgerichtet, wollten schnell die neutrale Zone überbrücken und Zug zum Tor aufnehmen. Härte und Intensität durfte in diesem ersten Finalspiel natürlich auch nicht fehlen.
Es ging hin und her und nach sechs Minuten hatte Parker Tuomie die ersten beiden richtig guten Chancen für die Eisbären, welche aber nicht ins Ziel gingen.
Das Spiel lebte in dieser Phase vor allem von der Spannung, denn große Torchancen sprangen nur wenige heraus, weil beide Mannschaften vor allem defensiv sehr kompakt standen und die Räume vor dem Tor zu machten.
Nach dem Powerbreak wurde es dann auch mal vor dem Berliner Tor gefährlich, als Pekka Jormakka abgezogen hatte. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und so für Mathias Niederberger gefährlich, doch der Berliner Goalie war zur Stelle.

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Beide Mannschaften hatten immer wieder gute, druckvolle Phasen im Angriffsdrittel. Doch dominiert wurde das erste Drittel von viel Kampf und viel Arbeit. Beide Teams investierten enorm viel in dieses Spiel, gaben keinen Zweikampf und keinen Puck verloren. Was auch auffiel, die beiden Hauptschiedsrichter Marian Rohatsch und Aleksi Rantala hatten eine sehr großzügige Linie, ließen sehr viel laufen, was bei der Wolfsburger Bank auf Unverständnis stoß, die beschwerten sich doch des Öfteren nach Fouls der Eisbären. Lieber so, als wenn sich die Schiedsrichter ständig Fehlentscheidungen leisten würden und die Sachen, wo sich die Wolfsburger beschwerten, waren vielleicht knapp an der Grenze, aber in einem Finale muss schon ein bisschen mehr her, damit der Arm hoch geht.
Nach 20 spannenden Minuten stand es 0:0-Unentschieden, was auch leistungsgerecht war.

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Die Eisbären erwischten den besseren Start ins Mitteldrittel und wären beinahe in Führung gegangen. Mit dem Rücken zum Tor stehend löffelte Marcel Noebels die Scheibe auf das Tor, doch der Pfosten rettete für Dustin Strahlmeier. Direkt danach versuchten die Eisbären, die Wolfsburger Unsicherheit auszunutzen, doch die Niedersachsen überstanden diese brenzlige Situation schadlos.
In der 27. Spielminute wurde dann mal Wolfsburg gefährlich. Die Grizzlys brachten die Scheibe in den Slot, wo Phil Hungerecker die Kelle in den Schuss hielt und Mathias Niederberger zur Parade zwang. Starke Aktion von beiden Spielern.
Kurz vorm Powerbreak kassierte Ryan McKiernan die erste Strafzeit der Partie und Vorsicht beim Wolfsburger Powerplay war geboten, angesichts einer Erfolgsquote von 33,33 Prozent. Aber das Penaltykilling der Eisbären wurde perfekt vorbereitet und so überstand man die erste Unterzahl ohne große Probleme, ließ nicht eine Chance der Wolfsburger zu.

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Ryan McKiernan wollte kurz darauf erneut in die Kühlbox und ermöglichte Wolfsburg somit schnell das zweite Powerplay der Partie. Wolfsburg fand zwar in die Formation, aber die Eisbären machten die Räume weiter geschickt zu. Kurz vor Ablauf des Powerplays schlug Wolfsburg dann aber doch zu. Zunächst parierte Mathias Niederberger noch sehr stark, doch gegen den Nachschuss von Gerrit Fauser war der Berliner Goalie machtlos – 0:1 (34.).
Wolfsburg auch danach das aktivere, das druckvollere Team. Die Eisbären mussten sich von dem Rückstand erst einmal kurz schütteln, der Gegentreffer hatte die Berliner getroffen. Das merkte man ihnen an.
Und sie schwächten sich immer wieder selbst. Gut zwei Minuten vor dem Ende kassierte Leo Pföderl die dritte Strafzeit für die Eisbären. In einem Finale gegen so ein überragendes Powerplay kann dir dass das Genick brechen. Doch in Unterzahl hatten die Hausherren diesmal die Möglichkeiten und zwar gleich zweimal, nur von Erfolg waren diese nicht gekrönt.
Sieben Sekunden standen aber noch auf der Powerplayuhr, als das Drittel endete. Wolfsburg nahm zudem eine knappe aber nicht unverdiente 1:0-Führung mit in die Kabine.

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Die sieben Sekunden Unterzahl spielten die Eisbären zu Beginn des Schlussdrittels aber locker runter. Danach die Eisbären offensiv ausgerichtet und mit zwei Schüssen von Lukas Reichel, die jedoch zu hoch angesetzt waren. Aber es war deutlich, die Eisbären wollten hier den Ausgleich erzielen. Und nach 44 Minuten bot sich den Berlinern die Chance nach einer Strafe gegen Spencer Machacek. Aber das Powerplay der Berliner kränkelte ja etwas in den Playoffs. Und auf einmal leistete man sich einen Fehler und Garrett Festerling war auf und davon, konnte diese Riesenchance zur Vorentscheidung aber nicht nutzen. Glück für die Eisbären, die erst einmal durchatmen mussten. Das Powerplay brachte nichts mehr ein, weil man einfach kein Mittel gegen das Defensiv-Bollwerk der Wolfsburger fand. Jaja, Defensive gewinnt Meisterschaften…

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Und auf diese konzentrierte sich die Mannschaft von Coach Pat Cortina, womit aber zu rechnen war. Dennoch schafften es die Eisbären nicht, da mal einen Weg durchzufinden, was sie schon während der Hauptrunde nicht schafften. Aus den Spielen hatte man anscheinend nichts gelernt. Vielleicht aber lag der Mannschaft auch einfach die defensive Spielweise der Wolfsburger nicht. Denen wird das alles recht herzlich egal gewesen sein, denn sie führten hier. Aber nun fingen auch die Grizzlies an, Strafen zu nehmen. Julian Melchiori kassierte die zweite Strafe der Niedersachsen in diesem Spiel. Doch das Powerplay der Eisbären war einfach zu statisch, da war zu wenig Bewegung drin, so kann man das Bollwerk nicht knacken. Das war viel zu wenig von den Hausherren. Da war selten mal etwas überraschendes bei, Wolfsburg wurde vor keine größeren Probleme gestellt.

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Auch fortan rannten die Eisbären an, allerdings planlos. Es fehlte an Ideen, so konnte Wolfsburg das hier problemlos verteidigen. Und wenn sich die Chance bot, schaltete Wolfsburg schnell um, um mit einem Konter für das vorentscheidende 0:2 zu sorgen.
Sechs Minuten waren noch auf der Uhr, da nahm Wolfsburg die dritte Strafzeit im Schlussdrittel. Phillip Bruggisser musste auf die Strafbank. Jetzt aber Eisbären, aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Das dritte Powerplay musste jetzt sitzen. Und sie nahmen mich beim Wort. Marcel Noebels schlenzte die Scheibe von rechts aus ins lange Eck und erlöste die Eisbären endlich – 1:1 (55.).
Doch Wolfsburg hatte den längeren Atem, schlug 2:18 Minuten vor dem Ende eiskalt zurück. Pekka Jormakka eroberte hinter dem Tor die Scheibe von Simon Després, passte die Scheibe in den Slot, wo Garrett Festerling komplett alleine gelassen wurde und zum 1:2 einnetzen konnte.
Kurz darauf Auszeit Eisbären und Goalie vom Eis. Man versuchte es nun mit 6:5 in den letzten zwei Minuten. Wolfsburg schoss, wann immer sie die Scheibe gewannen, sie aus dem eigenen Drittel heraus.

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Doch die Eisbären gaben nicht auf, warfen alles nach vorne und 38,9 Sekunden vor dem Ende jubelten die Eisbären, nachdem Zach Boychuk die Scheibe im Tor versenken konnte. Besser gesagt, er arbeitete sie über die Linie. Doch die beiden Hauptschiedsrichter fuhren zum Videobeweis, hatten auf dem Eis aber auf Tor entschieden. Bei dieser Entscheidung blieben sie auch und so stand es tatsächlich 2:2. Diese Moral, dieser Glaube der Mannschaft – WAHNSINN!!!
Damit sicherten sich die Eisbären hier doch noch die Verlängerung. Kennt man ja aus der Hauptrunde, wo beide Mannschaften dreimal in die Extra-Spielzeit gingen. In den Playoffs war es jedoch Neuland für die Eisbären, während Wolfsburg schon zweimal in der Verlängerung erfolgreich war. Einmal in Bremerhaven in Spiel Drei und einmal gegen Mannheim in Spiel Zwei. Jeweils dann, wenn es um Alles oder Nichts ging.

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Das war ja heute nicht ganz der Fall, denn es gibt ja auf alle Fälle noch Spiel Zwei in dieser Finalserie. Aber den ersten Sieg wollte dann doch jedes Team einfahren. Und in der Verlängerung ging es rauf und runter, Chancen erspielten sich beide Mannschaften und immer wieder wurde es brenzlig vor beiden Toren. Von Abtasten keine Spur, beide Teams suchten in der Overtime die Entscheidung. Von Erschöpfung oder Ermüdung war auch keine Spur, das Tempo war enorm hoch und die Intensität ebenso. Ein packender Playoff-Fight in Finalspiel Eins an der Spree also.
Mit jedem Angriff ging der Puls bei allen Beteiligten auf der Pressetribüne nach oben. Auf den Sitzen hielt es mittlerweile die wenigsten noch, zu spannend und dramatisch war das erste Finalspiel zwischen Berlin und Wolfsburg.
Die Entscheidung fiel nach exakt 77:59 Minuten, als Julian Melchiori ungestört seine Runden durch das Angriffsdrittel ziehen konnte und sich in Position brachte. Der Rest war Trauer auf Berliner Seite und Riesen Jubel auf Seiten der Wolfsburger – 2:3.

Puh, erholen sich die Eisbären von diesem Nackenschlag? Letztendlich sicherlich kein unverdienter Wolfsburger Sieg, haben sie doch über die gesamte Spieldauer den besseren Eindruck gemacht. Aus einer sehr kompakten Defensive heraus spielten die Wolfsburger ihr Spiel, die Eisbären hingegen taten sich lange schwer, einen Weg durch dieses Abwehr-Bollwerk zu finden. Zudem schwächte man sich im Mitteldrittel mit Strafen selbst und lag dadurch auch mit 0:1 hinten. Im letzten Drittel konnte man dann zwar in Überzahl zurückschlagen und konnte auch nochmal nach dem Wolfsburger 2:1 erneut antworten, doch in der Verlängerung powerte man sich anscheinend zu sehr aus. Wolfsburg setzte sich im Drittel der Berliner fest, kurvte durch das Angriffsdrittel und suchte den richtigen Winkel zum Schuss. Gestört wurde der Torschütze dabei nicht und so gewann Wolfsburg nicht nur das fünfte Spiel in Folge in dieser Saison gegen die Eisbären, nein, viel wichtiger: Wolfsburg gewann das erste Finalspiel und steht am Mittwoch kurz vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Für die Eisbären allerdings keine neue Situation. Spiel Eins wurde gegen Iserlohn und Ingolstadt verloren, am Ende setzte man sich in den letzten beiden Spielen stets durch. Aber kann man diese Geschichte auch im Finale wiederholen? Der Matchpuck und der psychologische Vorteil liegt bei den Grizzlys. Aber der letzte Sieg zum Titelgewinn ist immer der schwerste, das wissen vor allem die Eisbären.

3:4 in Spiel Eins: Brent Aubin schockt Serge Aubin

Ausgabe #18:

Den Eisbären Berlin droht der Super-GAU: Die Berliner verloren am Dienstagabend Spiel Eins gegen die Iserlohn Roosters mit 3:4 (2:2,1:0,0:2) und stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Die Hauptstädter konnten ihr Spiel nicht über die vollen 60 Minuten durchziehen und leisteten sich zudem zu viele Strafzeiten, welche den Eisbären am Ende das Spiel kosteten. Nun ist das Saisonende nicht mehr fern, wenn man keine Leistungssteigerung am Seilersee zeigt.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte rechtzeitig zum Playoff-Start wieder auf Mark Zengerle zurückgreifen, welcher in der vierten Reihe mit PC Labrie und Eric Mik stürmte. Zudem stellte Aubin die Reihe um Sebastian Streu, Mark Olver und Parker Tuomie wieder zusammen, welche in dieser Saison schon so einige tolle Spiele gemeinsam gezeigt hatten. Kris Foucault gesellte sich zu Lukas Reichel und Marcel Noebels. Einzig die Reihe um Matt White, Zach Boychuk und Giovanni Fiore blieben zusammen. Fabian Dietz stand als 13. Stürmer im Line-up, Nino Kinder war heute überzählig. Und im Tor stand heute nach einigen Spielen Pause wieder Mathias Niederberger, welcher vor dem Playoff-Start nochmal Kraft tanken konnte. Denn er könnte ein entscheidender Faktor in dieser Serie sein.

Traumstart hilft den Eisbären nicht

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Hinein ins Spiel Eins, welches in einer „Best-of-Three-Serie“ von enormer Bedeutung ist. Vor allem für die Eisbären, die bei einer Niederlage in Spiel Zwei am Seilersee bereits gehörig unter Druck stehen würden. Insofern galt es für die Berliner, hier erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen, wer das Auftaktspiel der Viertelfinalserie gewinnen möchte.
Und die Hausherren legten gut los. Keine zwei Minuten war die Partie alt, da hatte Matt White schon zwei dicke Chancen. Zunächst scheiterte er mit seinem Tip-in-Versuch vor dem Tor denkbar knapp, der zweite Versuch saß dafür. Matt White wurde auf der linken Seite angespielt, zog ab und die Scheibe ging ins Tor. Allerdings sprang sie sehr schnell wieder raus und die beiden Hauptschiedsrichter Benjamin Hoppe und Gordon Schukies entschieden auf dem Eis auf „kein Tor“, revidierten diese Entscheidung aber nachdem Videobeweis wieder – 1:0 nach 92 Sekunden. Der Traumstart für die Eisbären!
Auch defensiv überzeugten die Berliner, machten die Räume gut zu und blockten die Schüsse. Man machte es den Gästen aus Iserlohn in der Anfangsphase so schwer vor das Tor von Mathias Niederberger zu kommen.

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Doch diese Chance bot sich den Roosters nach vier Minuten als Zach Boychuk die erste Strafzeit der Partie kassierte. Und dort spielten sich die Sauerländer die Scheibe sehr ruhig zu, Casey Bailey fuhr links in Position und sein Onetimer schlug im kurzen Eck ein – 1:1 (5.). Strafen in den Playoffs, man sollte sie vermeiden, will man in dieser Serie eine Chance haben.
Aber die Hausherren gaben die prompte Antwort und zogen die Abwehr der Iserlohner förmlich auseinander. Am Ende war es Ryan McKiernan, der die Scheibe nur noch anstupsen brauchte, damit sie ins Tor ging – 2:1 (6.). Marcel Noebels, Lukas Reichel und Ryan McKiernan nahmen in dieser Szene die Defensive eiskalt auseinander. Ein herrlicher Spielzug! 23 Sekunden lagen zwischen dem Ausgleich und der erneuten Berliner Führung.
Und weiter ging die wilde Fahrt im Auftaktdrittel. In der neunten Spielminute hatten die Eisbären ihr erstes Powerplay, Torschütze Casey Bailey musste in die Kühlbox. Und daraus wurden 73 Sekunden doppelte Überzahl, nachdem auch noch Jake Weidner auf die Strafbank musste. Die Riesenchance für die Eisbären, um die Führung auszubauen. Doch die Hausherren spielten das zu kompliziert, spielten immer einen Pass zu viel und ließen so diese große Chance ungenutzt liegen. Da war mehr drin!
Dann war mal wieder das Powerplay der Roosters dran, Parker Tuomie musste auf die Strafbank. Das erste Überzahlspiel konnte die Mannschaft von Trainer Brad Tapper nutzen. Vorsicht war also angesagt. Zwar überstanden die Berliner diese Unterzahl schadlos, aber Iserlohn blieb am Drücker, blieb im Angriffsdrittel und am Ende war Brent Raedeke erfolgreich. Marko Friedrich setzte nach, fuhr rum ums Tor, brachte die Scheibe in den Slot und Raedeke netzte eiskalt ein – 2:2 (14.).
Fünf Minuten vor der ersten Drittelpause dann mal wieder die Eisbären mit einem Mann mehr auf dem Eis und der Chance zur dritten Führung an diesem Abend. Alexandre Grenier musste auf die Strafbank. Doch das Überzahlspiel der Eisbären war bisher nur ein laues Lüftchen und sorgte für keinerlei Gefahr vor dem Tor von Andreas Jenike.
Beide Teams boten schnelles Eishockey, es ging hin und her, beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten den Abschluss. Fehlerfrei waren beide Teams dabei aber nicht. Und so entwickelte sich hier ein munteres erstes Drittel und die große Frage war diese, ob Iserlohn dieses Tempo über 60 Minuten halten kann. Denn schließlich waren sie hier mit einer kurzen Bank und nur drei vollen Reihen angereist. Aber dafür schlugen sich die Mannen von Trainer Brad Tapper äußerst stark. Beim Stand von 2:2 ging es in die erste Drittelpause. Diese endete für Iserlohn jedoch noch mit einer Strafzeit exakt 1,1 Sekunden vor dem Ende. Torsten Ankert musste raus und bescherte den Hausherren ein Powerplay direkt zu Beginn des zweiten Drittels.

Erneut ein frühes Tor der Eisbären

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und dieses sollten sie tatsächlich nutzen. Auch wenn es zunächst nicht so aussah. Aber dann spielten sie es einmal geduldig zu Ende, Ryan McKiernan kam an die Scheibe, schoss und er tunnelte damit Andreas Jenike – 3:2 (22.). Denkbar unglücklich für die Roosters, welche sich danach auch gleich einmal den Frust von der Seele prügeln wollten. Wen wundert es bei einem Trainer namens Brad Tapper, der früher selbst kein Kind von Traurigkeit war. Unnötig war es auf jeden Fall von den Roosters. Aber egal, die Eisbären führten wieder und zwar zum dritten Mal an diesem Abend.
Und beinahe wären sie sogar mit 4:2 vorne gewesen, aber Lukas Reichel scheiterte direkt vor dem Tor an Jenike, ein klasse Save des Iserlohner Schlussmannes.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und weiter die Berliner, ein Zwei-auf-eins-Konter und Parker Tuomie entscheidet sich fürs schießen, statt den besser postierten Nebenmann anzuspielen. Auch hier eine verschenkte Chance. Aber dennoch gut zu sehen, dass die Hauptstädter nachsetzen wollten, wenn gleich aber auch Iserlohn immer wieder gefährlich vor Mathias Niederberger auftauchte.
Und richtig brenzlig drohte es zu werden, als die Sauerländer das nächste Powerplay hatten. Giovanni Fiore mit der Strafzeit auf Seiten der Eisbären und Iserlohn nun für zwei Minuten mit einem Mann mehr auf dem Eis. Doch Frank Hördler dachte sich, wir geben den Roosters mal 1:49 Minuten doppelte Überzahl. Solche unnötigen Strafzeiten musst du in den Playoffs unbedingt sein lassen, willst du überhaupt eine Chance haben. Aber das Penaltykilling der Eisbären überstand diese brenzlige Situation schadlos, alles was auf das Tor von Mathias Niederberger kam, war eine sichere Beute vom Berliner Schlussmann.
Beide Goalies konnten sich in diesem Drittel auszeichnen. So auch Andreas Jenike auf der Gegenseite, einmal parierte er einen Schuss von Lukas Reichel nach einem stark vorgetragenen Angriff der Berliner ebenso stark und dann war auch der Schuss von Kapitän Frank Hördler für den Iserlohner Goalie kein Problem.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zur Abwechslung dann mal wieder ein Berliner Powerplay, Alexandre Grenier musste in die Kühlbox. In diesem verloren die Berliner dann aber ihren Top-Scorer Marcel Noebels für zwölf Minuten, nachdem es nach einer Chance von Lukas Reichel zu einer Rangelei hinter dem Berliner Tor gekommen war. Warum allerdings Noebels mehr bekam als Jake Weidner, bleibt das Geheimnis der Referees, denn die Aktion ging klar von Iserlohn aus, aber nun gut, Brad Tapper eben… Etwas übermotiviert die Hähne… Ein Tor erzielten die Eisbären in diesem Powerplay aber auch nicht, dafür spielte man es zu schwach.
Fortan ging es hin und her, beide Teams mit Abschlüssen, aber ohne Erfolg dabei. Die Eisbären wirkten dabei etwas zielstrebiger als die Roosters, denen man schon ein wenig anmerkte, dass dieses Spiel hier Kraft kostete. Sie waren nicht mehr so spritzig wie noch im Auftaktdrittel. Die Eisbären hingegen spielten ihre Angriffe nicht sauber zu Ende. So stand es nach 40 Minuten denkbar knapp aber verdient 3:2 für Berlin.

Iserlohn schockt Berlin

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im letzten Drittel bot sich den Eisbären nach etwas mehr als vier Minuten die Chance zur Vorentscheidung, nachdem Marko Friedrich für zwei Minuten auf die Strafbank musste und die Eisbären somit in Überzahl brachte. Doch auch dieses Powerplay sorgte für keinerlei Gefahr.
Zur Abwechslung dann mal Vier-gegen-Vier auf dem Eis, Alexandre Grenier und Mark Zengerle besuchten die Kühlbox. Aber es sah viel mehr nach einem Powerplay der Roosters aus, konnten diese sich doch im Angriffsdrittel der Berliner festsetzen. Und mit Ablauf der beiden Strafzeiten glich Iserlohn erneut aus, diesmal war Joe Whitney der Torschütze – 3:3 (50.). Er überraschte Niederberger mit einem satten Handgelenkschuss.
Nun war die Partie also wieder völlig offen und das Momentum war bei den Sauerländern, welche dreimal einen Rückstand ausgleichen konnten. Doch die Eisbären wollten antworten und mal wieder war es Matt White, der vor dem Tor angespielt wurde, aber seine Chance nicht verwerten konnte. Erneut scheiterte er an Andreas Jenike.

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In der Schlussphase lauerten beide Mannschaften auf den Fehler des jeweiligen Gegners, um diese Partie wohlmöglich zu entscheiden. Und die größtmögliche Chance bot sich Iserlohn 2:56 Minuten vor dem Ende. John Ramage musste wegen Beinstellens in die Kühlbox. Mark Olver folgte ihm nur 19 Sekunden später und nun die Gäste für 1:41 Minuten in doppelter Überzahl. Die Riesenchance für Iserlohn zur Entscheidung.
Und 59 Sekunden vor dem Ende der Partie und zwei Sekunden vor Ablauf der doppelten Überzahl schlug Brent Aubin eiskalt zu und ließ Mathias Niederberger alt aussehen – 3:4 (60.). Der Nackenschlag für die Berliner? Zumal Iserlohn noch für 21 Sekunden in Überzahl war. Doch die einfache Überzahl brachte nichts mehr ein.
Auch in den letzten Sekunden schafften es die Eisbären nicht mehr, diese bittere Niederlage abzuwenden. Somit endete diese Partie 3:4 aus Sicht der Eisbären.

Eine unglaublich bittere Pille, welche die Eisbären hier schlucken mussten. Aber letztendlich ist man auch selbst schuld, wenn man seine Chancen nicht nutzt und Iserlohn durch zwei unnötige Strafzeiten in der Schlussphase die Möglichkeit gegeben hatte, mit zwei Mann mehr zu spielen. Dass Iserlohn Powerplay spielen kann, sollte man in Berlin spätestens aus dem ersten Spiel am Seilersee wissen. Nur heute hat man das Spiel auf der Strafbank verloren und somit droht am Donnerstag bereits das frühe Saison-Aus. Und daran wäre man selbst schuld. Wer dreimal eine Führung verspielt, muss sich am Ende nicht wundern, wenn man mit leeren Händen da steht und beim Kampf um die Meisterschaft wohlmöglich nur zuschaut.
Wie man mit Willen und Leidenschaft spielt, hat Iserlohn gezeigt, die trotz schmaler Bank bis zum Ende gekämpft und sich am Ende dafür auch belohnt haben. Von diesem Rückschlag müssen sich die Eisbären erst einmal erholen und am Donnerstag heißt es am Seilersee nun alles oder nichts.

1:3 gegen Mannheim: Die Eisbären mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel

Ausgabe #17:

Spiel Zwei geht an die Adler Mannheim: Die Kurpfälzer haben sich für die 1:4-Niederlage gegen die Eisbären Berlin auf eigenem Eis revanchiert. Die Kurpfälzer setzten sich am Freitagabend verdient mit 3:1 (0:0,1:2,0:1) an der Spree durch. Die Mannheimer konnten ihre Leistung über 60 Minuten abrufen, die Eisbären hingegen hatten über die gesamte Spielzeit einige Defizite in ihrem Spiel, welche es nun aufzuarbeiten gilt.

Bei den Eisbären war im Hinblick auf die Playoffs Schonung angesagt. Um genauer zu sein wurden Goalie Mathias Niederberger und Kapitän Frank Hördler geschont. Dafür debütierten Goalie Gion Ulmer und Verteidiger Korbinian Geibel. Was gleichbedeutend mit Reihenumstellungen war. Marcel Noebels stürmte zusammen mit Lukas Reichel und Kris Foucault, Matt White und Zach Boychuk bekamen heute Giovanni Fiore an die Seite. Die anderen beiden Reihen vom Nürnberg-Spiel blieben unverändert. In der Defensive spielte Eric Mik anstatt Frank Hördler an der Seite von Kai Wissmann und Youngster Geibel war nominell siebter Verteidiger.

Der Innenpfosten verhindert die Führung der Eisbären

Die große Frage vor diesem Spiel war diese, wie es beide angehen würden. Wollte man nochmal eine Duftmarke setzen oder doch lieber Kräfte schonen im Hinblick auf den Playoff-Start am Dienstagabend? Die Eisbären mussten nicht unbedingt, Mannheim vielleicht schon. Schließlich hatten die Kurpfälzer das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison mit 1:4 verloren. Nur war eben die Frage, ob Mannheim diese Revanche um jeden Preis wollte, zumal die Adler zuletzt auch etwas schwächelten und sich in Krefeld zu einem 1:0-Sieg n.P. mühten.

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Der Beginn der Hauptstädter war auf jeden Fall vielversprechend. Im Vergleich zum Mittwoch-Spiel gegen Nürnberg war man von der ersten Sekunde an hellwach. Man spielte sofort nach vorne und hatte durch Fabian Dietz auch die erste gute Chance aus dem Slot heraus. Nur wenige Augenblicke später war es noch enger, als Parker Tuomie sich klasse durchtankte, aber nur den Innenpfosten traf. Da waren die Berliner der Führung sehr nahe.
Aber Mannheim versteckte sich hier keinesfalls und spielte auch nach vorne und so war in der Anfangsphase schon jede Menge los und es ging hin und her, dass alles mit hohem Tempo. Die neutrale Zone wurde schnell überbrückt. Die Zweikämpfe wurden angenommen. Beide Mannschaften nahmen das Spiel also ernst.
Fortan Mannheim griffiger, setzte die Eisbären mit aggressivem Forechecking früh unter Druck, zwangen sie so zu Fehlpässen und sorgten auch immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Tobias Ancicka. Doch der Berliner Youngster bestätigte seine bisher gezeigten Leistungen und hielt seinen Kasten sauber.

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Nach dem Powerbreak konnten sich die Eisbären von dem Druck der Adler befreien und selbst wieder Akzente in der Offensive setzen. Etwas mehr Platz auf dem Eis gab es dann rund acht Minuten vor dem Ende des ersten Drittels, als Jonas Müller und Brendan Shinnimin für zwei Minuten auf die Strafbank mussten. Daraus wurde dann eine Vier-gegen-Drei-Überzahl für Mannheim nach einer weiteren Strafzeit gegen Giovanni Fiore. 36 Sekunden lang war dieses Powerplay und Mannheim nun mit der Chance zur Führung. Sinan Akdag hatte eine gute Chance mit einem Schuss von der blauen Linie, aber Tobias Ancicka war zur Stelle. Das darauffolgende Fünf-gegen-Vier war schnell beendet, nachdem Andrew Desjardins für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Nun also wieder Vier-gegen-Vier und anschließend über eine Minute Überzahl für die Gastgeber. Diese brachte nicht viel ein, doch nur wenig später folgte gleich das nächste Powerplay für die Eisbären und diesmal sogar über volle zwei Minuten. Denis Reul musste auf die Strafbank. Aber die Berliner spielten das einfach zu kompliziert, bekamen auch hier keinen gefährlichen Schuss zu Stande.
So endete ein unterhaltsames erstes Drittel torlos, aber langweilig war es keinesfalls. Es bot richtig Unterhaltung, das Duell der beiden Erzrivalen und DEL-Rekordmeister.

Mannheimer Doppelschlag schockt die Eisbären

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Das zweite Drittel begann mit der Führung für Mannheim. Drei-auf-Zwei-Konter der Kurpfälzer, nachdem Giovanni Fiore mit seinem Schuss im Angriffsdrittel hängen geblieben war. Thomas Larkin war am Ende der Torschütze. Die Scheibe kam so schnell wieder aus dem Tor heraus, dass der Videobeweis her musste. Dort sah man aber, dass der Puck eindeutig drin war – 0:1 (22.). Nur 18 Sekunden später hielt Brendan Shinnimin seine Kelle in den Schuss von Sinan Akdag und fälschte die Scheibe so unhaltbar für Tobias Ancicka ab – 0:2 (23.). Erneut war Akdag der Vorlagengeber. Mannheim mit dem Doppelschlag innerhalb von nur 18 Sekunden.
Die Eisbären nun stark unter Druck, denn Mannheim gaben diese beiden Tore sichtlich Aufwind und so drängten sie die Hausherren ins eigene Drittel und wollten die Unsicherheit der Berliner nun natürlich gnadenlos ausnutzen. Die Eisbären wirkten von der Rolle, ließen sich überlaufen und luden Mannheim wie John Ramage zu Chancen ein. Er bekam die Scheibe vor dem eigenen Tor nicht richtig gestoppt und so ging sie durch zu einem Mannheimer Spieler, der diese dicke Chance aber vergab. Aufwachen hieß es nun für die Hauptstädter!

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Doch die versuchten nun auch mal in der Offensivzone den Zauberpass, was natürlich schief ging und Mannheim einen Drei-auf-Eins-Konter ermöglichte. Und die Kurpfälzer spielten das auch sehr schön und per „One-Touch-Hockey“, doch am Ende war es dann doch etwas zu verspielt von Mannheim. Die Adler konnten sich das aber erlauben, führten sie doch mit 2:0 und hatten hier alles im Griff.
Die Eisbären taten sich auch weiterhin sehr schwer und leisteten sich weiterhin zu viele unnötige Fehler im Spielaufbau. Mannheim machte weiter Druck nach vorne und wollte die Eisbären hier heute abschießen. Sozusagen Revanche nehmen für das 1:4 vom Sonntag.
Dann aber mal die große Chance für die Eisbären, zurück ins Spiel zu kommen, als man ein Vier-gegen-Drei Powerplay hatte. Simon Després saß bei den Eisbären auf der Strafbank, Brendan Shinnimin und Sean Collins bei den Adlern. Doch auch da wollte nicht wirklich viel gelingen. Einzig Zach Boychuk hatte dann mal eine gute Möglichkeit, aber zu mehr reichte es dann auch nicht. Das war in diesem zweiten Drittel eindeutig zu wenig von den Hausherren.

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Rund fünf Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels erkämpften die Eisbären an der eigenen blauen Linie die Scheibe und fuhren einen Drei-auf-Eins-Konter, diesen spielten sich mustergültig zu Ende und Mark Olver verkürzte auf 1:2 (36.). John Ramage und Parker Tuomie nahmen den Adler-Spieler mit einem Doppelpass aus dem Spiel, spielten dann den Querpass auf Olver und der sorgte für das Tor.
Und gleich darauf folgte die große Chance zum Ausgleich, als Mannheim durch Brendan Shinnimin in Unterzahl geriet. Powerplay also für die Eisbären und dort hatte sie gute Chancen. Lukas Reichels Schuss ging hauchdünn am Pfosten vorbei, Zach Boychuk traf nur das Aluminium und PC Labrie vergab mit Ablauf der Strafe die letzte gute Möglichkeit. Der Ausgleich war hier durchaus möglich gewesen.
In der Schlussminute dann mal wieder ein Beispiel in Sachen unnötige Strafzeiten: Mark Olver wurde schon ermahnt von den Schiedsrichtern, arbeitete jedoch weiter unsauber mit dem Stock und kassierte dafür zu Recht zwei Minuten. Doch nach nur 50 Sekunden war das Adler-Powerplay schon wieder Geschichte, Markus Eisenschmid folgte Olver in die Kühlbox und so ging es mit Vier-gegen-Vier und anschließendem Powerplay für die Eisbären weiter. Das aber erst im letzten Drittel.

Mannheim lässt nichts mehr anbrennen

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Doch diese Chance blieb ungenutzt. Aber die Eisbären danach am Drücker, was Mannheim zu drei Icings zwang. Die Hausherren wollten hier den Ausgleich erzielen. Und Mannheim zu Beginn so ein wenig mit der „Hans-Zach-Taktik“, die Scheiben hinten nur rauszuspielen.
Mannheim fing sich dann aber relativ schnell wieder und suchte nun auch wieder den Weg vors Tor. Und hatte nach rund sechs Minuten das erste Überzahlspiel im letzten Drittel. Fabian Dietz musste auf die Strafbank und gab den Adlern so die Chance zur möglichen Vorentscheidung. Und die Kurpfälzer nutzten das Powerplay. David Wolf von der blauen Linie zum 1:3 (47.).

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Die Eisbären danach bemüht, aber sie spielten es nicht zu Ende. Der Fehlerteufel war nach wie vor im Spiel der Eisbären und die Mannheimer Defensive ließ auch kaum eine Lücke. Nach vorne lauerten die Mannen von Chefcoach Pavel Gross auf Konter, um das Spiel endgültig zu entscheiden.
Oder aber sie nutzen einfach erneut ihr Powerplay, denn neun Minuten vor dem Ende der Partie kassierte Matt White die nächste Strafzeit für die Berliner im Schlussdrittel. Und eben klappte es ja mit einem Tor durch David Wolf. Doch diesmal klappte es nicht, weil das Penaltykilling der Eisbären gute Arbeit leistete.
Danach die Eisbären nach vorne ausgerichtet, aber die Zuspiele kamen nicht an. Entweder versprang die Scheibe oder aber ein Mannheimer Schläger war vorher am Puck. Die Adler-Defensive ließ kaum etwas zu. Sie blockten die Schüsse vor Dennis Endras und ließen die Eisbären damit verzweifeln. Diese waren zwar bemüht, fanden aber kein Mittel gegen das Abwehr-Bollwerk der Mannheimer.
Zur Krönung folgte dann zwei Minuten vor dem Ende auch noch eine Strafe wegen zu vieler Spieler für die Eisbären. Passte zum heutigen Abend. Doch am Spielausgang änderte dieses Unterzahlspiel nicht mehr und so siegten die Mannheimer mit 3:1 in Berlin.

Eine Niederlage, welche verdient war. Weil Mannheim in jedem Drittel seine Leistung abrief und gute Phasen hatte. Die guten Phasen der Eisbären überstanden sie schadlos mit Ausnahme des Anschlusstores beim Konter. Ansonsten spielten die Adler dass sehr abgezockt und routiniert über die gesamte Spielzeit. Die Eisbären hingegen hatten wie bereits erwähnt ihre guten Phasen, nur waren diese zu wenig und zudem leistete man sich eindeutig zu viele Fehler im Spielaufbau. Die Puckannahme war ein großes Problem, die Scheibenkontrolle ebenso, viele kleine Dinge funktionierten heute nicht so richtig, weshalb das große Ganze auch nicht so klappte wie noch am Sonntag in Mannheim.
Dieses Spiel wird mit Sicherheit nochmal die Problemstellen der Berliner vorm Playoff-Start offengelegt haben. Wozu auch das Powerplay zählt, welches zur Zeit unter Ladehemmung leidet. Inwiefern Serge Aubin diese Partie aber auch für Experimente nutzte und ob diese für den Spielausgang verantwortlich waren, wird nur der Chefcoach selbst wissen. Letztendlich wird man aber ein Spiel gegen den Erzrivalen nicht einfach so abschenken und so bleibt die Hoffnung, dass am Sonntag bei der Generalprobe in Augsburg die Eisbären wieder ihr anderes Gesicht zeigen. Nämlich ihr Playoff-Gesicht. Denn in dieser Saison kann jede Niederlage schmerzlich sein, denn mit zwei Niederlagen ist deine Saison zu Ende. Nun also heißt es, die Partie aufzuarbeiten und am Dienstag dann mit Vollgas in die Playoffs zu starten. Und für den Start natürlich das nötige Selbstvertrauen am Sonntag in Augsburg abholen. Damit wir am nächsten Wochenende nicht bereits in die Sommerpause müssen.

Schwer verdauliche Kost: Die Eisbären besiegen Nürnberg in einem sehr zähen Spiel mit 4:3 n.P.

Ausgabe #16:

Das war ein sehr zähes Spiel: Die Eisbären Berlin haben ihr vorletztes Hauptrunden-Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers mit 4:3 n.P. (1:1,0:1,2:1/0:0,1:0) gewonnen. Überzeugend war der Auftritt der Berliner dabei nicht, aber am Ende zählen dann nur die zwei Punkte, welche man eingefahren hat. Die Lehren aus diesem Spiel werden die Verantwortlichen schon ziehen.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte für das Spiel gegen die Franken wieder auf PC Labrie zurückgreifen, welcher in der vierten Reihe zusammen mit Nino Kinder und Fabian Dietz spielte. Dafür war Eric Mik heute siebter Verteidiger. Ansonsten blieb alles beim alten, warum sollte Aubin nach dem Coup in Mannheim auch großartig was ändern? Wenn gleich die Ausfälle von Leo Pföderl, Mark Zengerle und Haakon Hänelt sehr schmerzen. Im Tor stand übrigens auch heute wieder Mathias Niederberger.

In Schwenningen absolvierte er sein 900. DEL-Spiel für die Eisbären Berlin. Die Rede ist natürlich von Kapitän und Legende Frank Hördler. Heute vor dem Spiel gegen Nürnberg wurde „Nante“ (so einer seiner Spitznamen) für sein Jubiläum von Manager Peter-John Lee geehrt. Auf dem Cube lief ein Video mit Szenen aus seiner Karriere und dazu Stimmen von ehemaligen oder aktuellen Mitspielern.

Tiefschlaf der Eisbären zu Beginn

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und die Berliner schwelgten zu Beginn anscheinend noch in Erinnerungen, denn nach nur 19 Sekunden schlug es bereits hinter Mathias Niederberger im Tor ein. Den ersten Schuss konnte der Eisbären-Goalie noch parieren, die Scheibe ging zurück in den Slot, wo Tom Gilbert abzog und zum 0:1 traf. Sehr zur Enttäuschung von Niederberger. Denn er hatte sich den Start sicherlich ganz anders vorgestellt. Doch seine Vorderleute waren noch im Tiefschlaf, was sich auch danach fortsetzte, als es einen Fehlpass nach dem nächsten zu bestaunen gab. Die Eisbären waren komplett von der Rolle in den Anfangsminuten.
Hoffnung auf Besserung versprach das erste Überzahlspiel nach vier Minuten, als Brett Pollock wegen Beinstellens in die Kühlbox musste. Aber auch dort wurde es nicht besser, Kris Focuault mit dem einzigen gefährlichen Schuss mit Ablauf der Strafe.

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Die Eisbären taten sich schwer in einem Spiel, in dem es letztendlich für beide um nichts mehr ging. Die Berliner waren sicher Erster im Norden und für die Champions Hockey League (CHL) qualifiziert, die Franken hatten mit der Vergabe der Playoff-Tickets nichts mehr zu tun. Scheinbar konnte sich die Mannschaft von Coach Frank Fischöder besser für dieses Spiel motivieren. Den Eisbären fehlte es an Schnelligkeit, sie bewegten die Beine nicht richtig, es fehlte die nötige Spritzigkeit, zu oft versprang die Scheibe und ein Fehler reihte sich an den nächsten.
Nürnberg, die hier keinesfalls ein Top-Spiel ablieferten, waren einfach hellwach und lauerten auf die Fehler der Eisbären und stibitzten ihnen die Scheiben immer wieder weg.
So Mitte des ersten Drittels näherten sich die Hausherren mal dem Tor an. Kris Foucault zunächst mit dem Bauerntrick, doch Niklas Treutle war auf der Hut und parierte diese Versuch. Der anschließende Onetimer aus dem Slot von Foucault ging am Tor vorbei. Aber den Gastgebern bot sich gut fünf Minuten vor der ersten Drittelpause die nächste Chance, als Patrick Reimer auf die Strafbank wanderte und den Eisbären das zweite Powerplay bescherte. Und dieses Überzahlspiel war schon deutlich gefährlicher als das erste und es brannte auch mal lichterloh vor Niklas Treutle. Und für 44 Sekunden hatte man dann sogar zwei Mann mehr auf dem Eis, als Tom Gilbert seinem Kapitän folgte. Jetzt musste es doch mit dem Ausgleich klappen. Und so war es dann auch. Die Eisbären mit dem ruhigen und geduldigen Spielaufbau, Jonas Müller spielte die Scheibe an der blauen Linie rüber zu Ryan McKiernan und der sorgte für das 1:1 (17.).
Die darauffolgende einfache Überzahl blieb dann aber ungenutzt, auch, weil man es verpasste, einen Spieler vor das Tor zu stellen, um Niklas Treutle die Sicht zu nehmen. Aber immerhin nahm man das 1:1 aus diesem Powerplay mit.
Nun waren die Eisbären aber besser drin im Spiel und hatten auch den Zug zum Tor der Franken. Das 1:1 hatte ihnen sichtlich Aufwind gegeben. Doch den nahm man sich in der letzten Spielminute selbst wieder, als Simon Després die erste Strafzeit der Eisbären kassierte. Die ersten 40 Sekunden der Unterzahl überstanden die Berliner schadlos und so stand es nach zähen ersten 20 Minuten 1:1-Unentschieden.

Schwere Kost im Mitteldrittel

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Und auch die restlichen 80 Sekunden zu Beginn des zweiten Drittels überstanden die Eisbären ohne große Probleme. Dennoch erwischten die Franken wieder den aktiveren Beginn und hatten Zug zum Tor von Mathias Niederberger, ohne jedoch eine hochkarätige Torchance herauszuspielen. Diese hatte dann Luke Adam nach vier Minuten, als die Zuordnung in der Eisbären-Defensive nicht stimmte und er frei vor Niederberger zum Abschluss kam, doch der Berliner Goalie parierte diesen Schuss sicher.
Die Eisbären wirkten zu Beginn des Mitteldrittels wieder etwas fahrig, nicht ganz bei der Sache, während Nürnberg durchaus fokussiert war. Wohl auch deswegen stellte Serge Aubin seine Reihen etwas um.
Nach acht Minuten dann die Chance für die Eisbären einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Strafe gegen Tom Gilbert und Powerplay. Aber auch das rüttelte die Berliner nicht wach. Ganz im Gegenteil, Fehler von Frank Hördler, Tyson McLellan zündete den Turbo und wollte Mathias Niederberger ausspielen. Schaffte er aber nicht, denn Niederberger gewann dieses Eins-gegen-Eins-Duell. Machtlos war er aber neun Minuten vor der zweiten Pause, als Tom Gilbert seinen Kapitän Patrick Reimer auf die Reise schickte, der kam mit viel Speed über rechts ins Angriffsdrittel, zog vom Bullykreis aus ab und die Scheibe ging über der Stockhand von Niederberger ins Tor – 1:2 (31.).

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Und die Chance zum dritten Tor bot sich den Franken nur wenig später, als Parker Tuomie in die Kühlbox musste. Powerplay für Nürnberg also. Aber diese Chance ließen die Ice Tigers ungenutzt.
Die Eisbären taten sich nach vorne schwer, kamen erst in der Schlussphase mal zu guten Chancen durch Lukas Reichel und John Ramage. Nur von Erfolg gekrönt waren diese nicht.
Zweieinhalb Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels meldete sich PC Labrie zurück im Dienst und durfte dafür für zwei Minuten in die Kühlbox. Das nächste Nürnberger Powerplay stand nun an. Aber auch dieses änderte nichts am Spielausgang in einem ganz schwachen DEL-Spiel, welches niemanden von den Sitzen riss. Nürnberg nahm eine 2:1-Führung mit in die Kabine, weil sie mehr investierten als die Eisbären.

Nach dem 1:3 werden die Eisbären kurz wach

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Im letzten Drittel ging die Schonkost weiter. Es ging zwar hin und her, aber das Tempo war nicht gerade hoch und viel Gefahr vor den Toren gab es auch nicht. Es wirkte ein wenig wie ein Trainingsspiel. Dabei stehen wir so kurz vor den Playoffs, wo das Niveau ein komplett anderes ist. Und dieses werden die Eisbären mit Sicherheit auch erreichen, wenn es in die Endrunde der PENNY DEL geht. Dann werden wir ganz andere Berliner sehen als es heute der Fall war.
Das Spiel heute konnte man vergessen. Sechs Minuten war das letzte Drittel alt, da erhöhte Timo Walther auf 3:1 für Nürnberg. Die Berliner mit mangelhafter Zuordnung hinten und Walther schlenzte die Scheibe per Handgelenkschuss ins Eck.
Die Entscheidung? Noch nicht, denn nur eine Minute später sorgte Sebastian Streu für neue Hoffnung bei den Eisbären. Simon Després hatte von der blauen Linie abgezogen und Streu fälschte den Schuss entscheidend ab – 2:3 (47.). 31 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Toren.

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Und plötzlich waren die Eisbären hellwach. Kris Focuault behauptete hinter dem Tor die Scheibe, passte sie hoch zu Lukas Reichel und dessen Onetimer schlug im Nürnberger Tor ein – 3:3 (48.).
Gerade, als man drohte einzuschlafen, fielen die drei Tore und man musste auf der Pressetribüne wieder eine aufrechte Haltung einnehmen, man hätte sonst was verpassen können.
Fortan waren die Hausherren die aktivere Mannschaft und von Nürnberg kam in der Phase nicht mehr so viel. Die Eisbären wollten direkt noch einen Treffer nachlegen, was ihnen jedoch nicht gelang.
Danach beruhigte sich die Partie wieder und man konnte wieder eine etwas entspanntere Position im Stuhl einnehmen.
Gegen Ende hin wurde die Mannschaft von Coach Frank Fischöder wieder aktiver und sorgte immer wieder für Gefahr vor Mathias Niederberger. Aber auch, weil das Defensivverhalten der Berliner heute äußerst dürftig war. Wenn du in den Playoffs so verteidigst, ist nach zwei Spielen bereits Saisonende. Bestraft wurde das heute aber nicht und so ging es beim Stand von 3:3 in die Verlängerung.

Erster Sieg nach Verlängerung/Penaltyschießen

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In der Verlängerung hatten beide Mannschaften durchaus die Chance, die Partie zu entscheiden, allen voran die Eisbären, sie taten es aber nicht. Und so musste nach 65 Minuten Spielzeit das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Sollte die schwarze Serie der Eisbären heute enden? Schließlich hatte man alle vier vorherigen Verlängerungen bzw. Penaltyschießen verloren.
Und heute war es endlich so weit. Matt White und Kris Foucault trafen für die Eisbären, Luke Adam nur für Nürnberg. Somit blieb der Zusatzpunkt in der Hauptstadt.

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Ein Sieg, mit dem man bis zum 1:3 nicht unbedingt rechnen konnte. Die Eisbären taten sich enorm schwer, leisteten sich zu viele Fehler und wirkten unkonzentriert. Nürnberg, für die es hier um nichts mehr ging, war sehr engagiert und wollte sich anständig aus dieser Saison verabschieden. Die Eisbären hingegen nahmen eine Schonhaltung ein, was aber wohl auch den Experimenten von Trainer Serge Aubin geschuldet war, der immer mal wieder die Reihen umstellte. Es gilt schließlich nach dem bitteren Saisonende für Torjäger Leo Pföderl die besten Reihen für die bevorstehenden Playoffs zu finden. Ob er fündig geworden ist, wird nur er selbst wissen.
Was man aber sagen muss: Wenn die Eisbären gefordert werden, dann liefern sie auch. Und das wurden sie auch nach dem 1:3. Da schalteten die Eisbären mal kurz auf Offensive um und glichen innerhalb von nur zwei Minuten zum 3:3 aus. Nur, um danach wieder ihre Schonhaltung anzunehmen und Nürnberg das Spiel zu überlassen. Die Franken konnten nur daraus nichts machen und so musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen, wo die Eisbären das bessere Ende auf ihrer Seite hatten. Das war dann aber auch schon das Beste an diesem doch sehr zähen Spiel.

6:2 gegen Schwenningen: Die Eisbären zeigen die erhoffte Reaktion, aber überzeugen dennoch nicht über die volle Spielzeit

Ausgabe #15:

Die Wiedergutmachung nach der 0:5-Schmach gegen München ist geglückt: 24 Stunden nach der Klatsche gegen Red Bull München gewannen die Eisbären Berlin ihr Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings klar mit 6:2 (2:2,2:0,2:0) und zeigten damit die erhoffte Reaktion. Man machte in den entscheidenden Momenten die Tore und konnte sich hinten bei Tobias Ancicka bedanken, dass man am Ende vom Ergebnis her ohne große Mühe gewann. Denn das Ergebnis spiegelte nicht unbedingt den Spielverlauf wider. Denn die Gäste aus dem Schwarzwald zeigten über 40 Minuten eine ansprechende Leistung und hatten gute Chancen. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin änderte an den Sturmreihen nur zwei Spieler. Giovanni Fiore rückte in die Reihe von Matt White und Zach Boychuk. Er nahm den Platz von Kris Foucault ein, welcher dafür an der Seite von Mark Olver und Parker Tuomie stürmte. Dort spielte gestern noch Fiore. Und in der vierten Reihe gab es einen erwarteten Wechsel, da Haakon Hänelt zur Nationalmannschaft düste. Eric Mik nahm seinen Platz neben Nino Kinder und Fabian Dietz ein. Und auch im Tor gab es einen wohl zu erwartenden Wechsel angesichts des straffen Spielplans. Tobias Anicka, welcher bereits im letzten Drittel gegen München das Tor hütete, stand heute von Beginn an zwischen den Pfosten.

Guter Beginn, dann aber nachgelassen

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Für die Eisbären gab es nach dem gestrigen Spiel nur ein Ziel: Sie wollten das heutige Spiel gewinnen, egal wie. Man wollte eine Reaktion gegen Schwenningen folgen lassen. Dass das nicht einfach werden würde, hatte man jedoch bereits beim Magenta-Sport-Cup gesehen, als man in beiden Spielen deftige Niederlagen einstecken musste.
Doch davon war zu Beginn noch nicht viel zu sehen. Eher war es ein verhaltener Beginn von beiden Seiten.
Nach fünf Spielminuten setzten sich die Hausherren aber mal fest im Angriffsdrittel. Lukas Reichel spielte die Scheibe von hinter dem Tor hoch in den Slot zu Marcel Noebels, welcher direkt abzog. Die Scheibe kam aber so schnell wieder aus dem Tor heraus, dass die beiden Hauptschiedsrichter Aleksander Polaczek und Marian Rohatsch sicherheitshalber noch einmal zum Videobeweis fuhren, dort aber nur ihre Meinung bestätigt sahen – 1:0. Die Top-Reihe der Berliner hatte also mal wieder produziert, denn neben Noebels und Reichel war auch Leo Pföderl an diesem Tor beteiligt.
Und die Hauptstädter legten gleich nach. Nur zwei Minuten später ertönte der Tor-Jingle erneut in der Arena am Ostbahnhof. Und es war eine Kopie des 1:0. Diesmal mit umgekehrter Rollenverteilung. Marcel Noebels mit dem Pass von hinter dem Tor hoch in den Slot, wo diesmal Lukas Reichel per Onetimer einnetzte – 2:0 (7.). Der zweite Assist ging erneut an Leo Pföderl, die Top-Reihe hatte sich also sichtlich viel vorgenommen, nachdem es ja bisher in den Nord-Süd-Vergleichen nicht wirklich rund lief für sie.

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Aber dann kam die Antwort der Schwäne. Tylor Spink zog mit viel Speed von links vor das Tor, wo er Tobias Ancicka umkurvte und zum Anschlusstreffer einnetzte – 2:1 (10.). Die Mannschaft von Chefcoach Niklas Sundblad gab also sofort ein Lebenszeichen ab und deutete an, dass das Spiel noch lange nicht entschieden war.
Fortan war viel Intensität drin, es ging rauf und runter, beide Teams suchten immer wieder den Torabschluss. Es war ein munteres Spiel, welches man sich gut anschauen konnte. Und Schwenningen belohnte sich für seinen guten Aufwand. Denn sie kamen hier nach einem 0:2-Rückstand tatsächlich zurück. Daniel Pfaffengut war auf Zuspiel von Maximilian Hadraschek per Onetimer erfolgreich. Sein Schuss ging in der kurzen Ecke rein – 2:2 (15.).
Die Gäste aus dem Schwarzwald wirkten in dieser Phase spritziger, immer einen Schritt schneller als die Eisbären und zudem scheibensicherer. Als John Ramage auf die Strafbank wanderte, hatte Schwenningen zudem sein erstes Powerplay der Partie. Was jedoch nur 35 Sekunden dauern sollte, denn dann folgte ihm Colby Robak wegen eines hohen Stocks in die Kühlbox. Somit ging es mit Vier-gegen-Vier und einem anschließenden kurzen Berliner Überzahlspiel weiter. Doch beide Situationen brachten keinerlei Torgefahr und so stand es nach dem ersten Drittel 2:2-Unentschieden.

Erneut zwei Tore der Eisbären und ein sehr starker Tobias Ancicka

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Auch zu Beginn des zweiten Drittels war wieder viel Intensität drin. Das Spiel war hart umkämpft. Es ging weiter hin und her mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Eine richtig torgefährliche Chance war aber noch nicht mit dabei gewesen.
Doch dann kamen die Eisbären wie aus dem Nichts zur erneuten Führung. Parker Tuomie bezwang Patrik Cerveny, nachdem dieser zuvor noch gegen Kris Foucault parieren konnte. Foucault setzte nach, fuhr rum ums Tor, spielte den Pass an den kurzen Pfosten auf Tuomie, welcher Cerveny keine Chance ließ – 3:2 (26.). Der Schwenninger Goalie hatte sich bei seinem Abwehrversuch wohl weh getan, jedenfalls musste er auf dem Eis kurz behandelt werden.
Und er hatte sich wohl nicht nur weh getan, denn nur 41 Sekunden später schlug die Scheibe erneut hinter dem Wild-Wings-Goalie ein. Jonas Müller hatte abgezogen und auf 4:2 erhöht (26.). Cerveny verließ danach das Eis und humpelte anschließend in die Kabine. Gute Besserung an dieser Stelle. Für ihn kam Luis Benzing ins Tor.

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Trotz des Doppelschlags gaben die Gäste hier nicht auf. Sie spielten weiter munter nach vorne und konnten die Eisbären auch mal im eigenen Drittel festsetzen und sie dabei ganz schön unter Druck setzen. Einzig das Glück im Torabschluss fehlte der Mannschaft aus dem Schwarzwald. Aber der Einsatz stimmte und sie hatten dann auch die Chance, in Überzahl zu verkürzen. Doch daraus wurde nichts, denn das Penaltykilling der Eisbären ließ nichts zu.
Fortan ging es weiter hin und her. Die Eisbären suchten nach der vermeintliche Vorentscheidung, während Schwenningen hier nochmal einen Fuß in die Tür bekommen wollte. Und den Schwänen bot sich in der Schlussphase nochmal die Chance dazu, als Lukas

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Reichel für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Schwenningen also nochmal in Überzahl. Und die Gäste spielten ein starkes Powerplay, nahmen Tobias Ancicka unter Beschuss, doch der junge Berliner Schlussmann mit einem guten Stellungsspiel. Er parierte sämtliche Versuche der Wild Wings in Überzahl. Ganz stark, Tobi!
Dank der Paraden nahmen die Hausherren hier eine 4:2-Führung mit in die zweite Drittelpause. Ein Drittel geprägt von Verletzungen. Neben Cerveny erwischte es bei Schwenningen auch noch Maximilian Hadraschek. Am Schlimmsten jedoch traf es Schiedsrichter Aleksander Polaczek, welcher sich eine Ellbogenverletzung zu gezogen hatte und noch während des Spiels ins Krankenhaus gefahren wurde. Gute Besserung an dieser Stelle an alle Drei!

Die Eisbären lassen nichts mehr anbrennen

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Das letzte Drittel bot zunächst viel Kampf, aber wenig Torraumszenen. Einzig ein Pfostenschuss von Dylan Yeo und eine gute Chance von Leo Pföderl konnte man in den ersten gut zehn Minuten notieren. Ansonsten waren beide Mannschaften zwar bemüht, jedoch ohne die nötige Durchschlagskraft in der Offensive.
Dann aber mal die Eisbären, welche sich im Angriffsdrittel festsetzen konnten und gut Druck aufbauten. An deren Ende war es Zach Boychuk, welcher die Scheibe nach einem Gewühl vor Benzing aus der Luft volley nahm – 5:2 (49.).
Damit dürfte die Berliner Nummer 89 für die endgültige Vorentscheidung gesorgt haben, wenn gleich man Schwenningen nie abschreiben sollte. Das hat das Spiel in den ersten knapp 50 Minuten bereits bewiesen. Aber der Weg für die Schwäne wurde nun natürlich weit, um wieder zurück ins Spiel zu finden. Das Problem für Schwenningen war aber auch, dass die Eisbären trotz der Drei-Tore-Führung nicht aufhörten, nach vorne zu spielen. Immer mal wieder tauchten sie vor Luis Benzing auf, doch der junge SERC-Schlussmann machte einen guten Job hinten im Tor.
In der Defensive ließen die Eisbären nicht viel zu, eine richtige Schlussoffensive der Schwarzwälder war hier aber auch nicht zu sehen. Weil sie mit zunehmender Spieldauer auch einsehen mussten, dass das hier nichts mehr werden würde.

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Nachdem sich die beiden ehemaligen Team-Kameraden Frank Hördler und Alexander Weiß von ihrem „Oster-Wochenende“ erzählten und dafür für zwei Minuten auf die Strafbank musste, nahm Niklas Sundblad doch noch seine Auszeit. Vielleicht wollte er das Spiel hier doch noch nicht abschenken. Was aber bei drei Toren Rückstand doch sehr ambitioniert war. Aber er riskierte alles und nahm seinen Goalie raus und so konnte Schwenningen ein Fünf-gegen-Vier-Überzahl spielen. Mit dem Letzten Mute der Verzweiflung versuchte es Niklas Sundbald also. Doch das brachte ihm nur den sechsten Gegentreffer ein. Matt White machte das halbe Dutzend voll und schoss die Scheibe ins verwaiste Schwenninger Tor – 6:2 (57.).
Die Gäste in den letzten drei Minuten dann noch mit einem weiteren Powerplay, aber das sollte natürlich am Spielausgang nichts mehr ändern. Die Eisbären brachten das 6:2 souverän zu Ende und zeigten damit die erhoffte Reaktion nach dem 0:5 gegen München gestern Abend.

Dennoch war es kein komplett überzeugender Auftritt der Hausherren. Zwar fing man stark an und führte auch früh mit 2:0, doch dann kam man unerklärlicherweise von seinem Spielplan ab und Schwenningen wurde immer stärker. Der Lohn der guten Leistung der Schwenninger war der Ausgleich noch im ersten Drittel. Im zweiten Drittel sorgten die Eisbären per Doppelschlag innerhalb von nur 41 Sekunden für die Vorentscheidung in dieser Partie. Dennoch gab die Mannschaft von Niklas Sundblad nicht auf und erspielte sich im Mitteldrittel, vor allem in der Schlussphase in Überzahl, einige gute Möglichkeiten, welche jedoch der sehr stark haltende Tobias Ancicka zu Nichte machte. Erst im letzten Drittel spielte man das Spiel dann souverän zu Ende und baute das Ergebnis sogar noch aus. Schwenningen versuchte es zwar nochmal, aber letztendlich waren sie im Schlussdrittel nicht mehr wirklich gefährlich.
So fahren die Hauptstädter einen sehr wichtigen Sieg für das Selbstvertrauen ein, dennoch muss man an der Konzentration über 60 Minuten arbeiten. Man hat Schwenningen zwischendurch zu viel Platz gelassen und ihnen so die Chancen ermöglicht. Gegen Mannheim, die beste Mannschaft der diesjährigen PENNY-DEL-Saison, muss man sich enorm strecken, will man den Liga-Primus in die Knie zwingen. Kleiner Tipp: Vorher auf großspurige Ansagen in Richtung Kurpfalz verzichten…

0:5! Die Eisbären waren am Ende chancenlos gegen München

Ausgabe #14:

Der EHC Red Bull München ist mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Nummern zu groß für die Eisbären Berlin. Auch das zweite Duell verloren die Hauptstädter, diesmal mit 0:5 (0:2,0:2,0:1). Die Berliner waren am Ende chancenlos gegen eine starke Münchner Mannschaft, die nur so vor Spielfreude sprühte. Mit so einer Leistung zählt man aktuell nicht mehr zu den Titel-Kandidaten. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte heute wieder auf Zach Boychuk zurückgreifen, welcher direkt in seiner alten Sturmreihe zwischen Matt White und Kris Foucault stürmte. Giovanni Fiore rotierte daher aus dieser Reihe heraus und bildete stattdessen eine Formation mit Parker Tuomie und Mark Olver. Aus dieser Reihe ging somit Eric Mik raus und stand als siebter Verteidiger im Kader. Das Tor hütete wie auch beim „Hinspiel“ in München Mathias Niederberger.

Ein komplett verschlafenes erstes Drittel

Verteidiger Simon Després hatte München direkt nach dem Spiel am Oberwiesenfeld eine Kampfansage für das heutige „Rückspiel“ gemacht. Selbige gab man auch schon vor dem „Hinspiel“ in München ab. Der Ausgang ist allen bekannt. Also war heute die Frage, ob den Worten auch Taten folgten?
Auf jeden Fall kamen die Hausherren wild entschlossen aus der Kabine und gaben bereits in der ersten Spielminute die ersten drei Warnschüsse auf das Tor von Kevin Reich ab. Zweimal waren die Schüsse sichere Beute vom Münchner Goalie, einmal ging die Scheibe über das Tor. Aber es war den Eisbären durchaus anzumerken, dass sie hier auf Wiedergutmachung aus waren, nachdem man das Spiel in München mit 1:4 verloren hatte.

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Aber die erste dicke Chance gehörte den Gästen vom Oberwiesenfeld. Chris Bourque mit dem Versuch von der rechten Seite und dem Pfostentreffer. Glück für die Berliner also. Auch die zweite dicke Chance hatten die Gäste, als Yasin Ehliz überraschend im Slot aus der Drehung zum Abschluss kam. Mathias Niederberger konnte die Scheibe gerade so noch abwehren. Solche Unaufmerksamkeiten dürfen sich die Eisbären gegen München nicht allzu oft erlauben.
München fortan die bessere, weil zielstrebigere Mannschaft. Bei München sah das spielend leicht aus, wie sie sich vor das Berliner Tor kombinierten, während die Eisbären im Spielaufbau etwas zu behäbig wirkten, mal wieder nach einem Mittel gegen die kompakte Münchner Defensive suchten.
Hinten wirkten die Eisbären anfällig und offen wie ein Scheunentor. Derek Roy war der Nutznießer einer chaotischen Situation vor dem Berliner Tor, als weder Mathias Niederberger noch zwei Berliner Spieler vor dem Tor wussten, wo die Scheibe gerade ist. Roy war hellwach, rauschte heran und schoss den Puck ins leere Berliner Tor ein – 0:1 (10.). Die verdiente Führung für die Mannschaft von Coach Don Jackson.
Auch fortan taumelten die Eisbären weiterhin durch das Spiel, leisteten sich einen Fehlpass nach dem anderen. Sie waren stets zu weit weg vom Gegenspieler. München dürfte nach der Ansage von Simon Després alles erwartet haben, nur nicht harmlose und tollpatschige Eisbärchen. Ein weiteres Beispiel: Parker Tuomie ließ sich im eigenen Drittel die Scheibe ohne Not abnehmen, J.J. Peterka stand somit auf einmal frei vor Niederberger, konnte den Berliner Goalie aber nicht überwinden. Auch nicht mit seinem zweiten Versuch nur wenige Sekunden später.

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Knapp fünf Minuten vor der ersten Drittelpause schlug es dann aber doch ein zweites Mal im Berliner Tor ein. Matt Maione zog vom rechten Bullykreis ab, sein Schuss schlug im langen Eck ein, keine Chance für Niederberger, der aber auch komplett alleine gelassen wurde – 0:2 (16.).
Das Zweikampfverhalten der Eisbären ließ arg zu wünschen übrig. Immer wieder kam München zu einfach vor das Berliner Tor, weil die Eisbären einfach einen Schritt langsamer waren. Unerklärlich, hatten doch beide das letzte Spiel gegeneinander und somit die gleiche Regenrationszeit. Aber München wirkte wacher, spritziger, zielstrebiger, während die Berliner in allen Belangen unterlagen waren. Von einer Ansage war man im ersten Drittel erneut weit entfernt.
In den Schlusssekunden dann noch einmal Chaos vor Mathias Niederberger, der das 0:3 dank seines Einsatzes verhindern konnte. Zuvor rettete der Pfosten beim Schuss von Ethan Prow, den Rebound bekamen seine Teamkollegen nicht aus der Gefahrenzone. So lagen die Eisbären, aus ihrer Sicht sehr schmeichelhaft, mit 0:2 zurück. Serge Aubin dürfte mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen sein und so dürfte es eine deftige Kabinenansprache gegeben haben.

Auch im zweiten Drittel keine Gegenwehr der Eisbären

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So wirklich viel gebracht hatte sie jedoch nicht. Denn die haarsträubenden Fehler vor dem eigenen Tor waren auch zu Beginn des Mitteldrittels noch zu sehen und so bot sich Yasin Ehliz die erste gute Möglichkeit. Doch Mathias Niederberger war der einzige Eisbär mit Normalform, parierte diesen Schuss und hielt seine Mannschaft weiterhin im Spiel.
Danach sah man das Spiegelbild dieser Partie: Berlin rannte planlos an. Entweder spielte man die Scheibe tief und lief hinterher oder aber man versuchte es mit dem Kopf durch die Wand. München hingegen baute sein Spiel durchdacht auf, Chris Bourque kam über rechts ins Angriffsdrittel, hatte natürlich viel zu viel Platz, zog ab und die Scheibe ging über die Fanghandseite rein ins Tor – 0:3 (25.). Mathias Niederberger konnte einem leid tun, denn was nützt dir einer der besten Goalies der Liga, wenn du ihn so im Stich lässt, wie es die Eisbären heute Abend taten.

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Mitte des zweiten Drittels zeigten die Hausherren mal so etwas wie Einsatz, als es nach einem Angriff hinter dem Münchner Tor mal zum kurzen Austausch von Nettigkeiten kam. An deren Ende musste John Ramage und Yannic Seidenberg in die Kühlbox und durften sich abkühlen. Beide bekamen 2+2-Minuten, bei München musste zudem noch Andrew MacWilliam für zwei Minuten auf die Strafbank, so die Eisbären also in Überzahl. Vielleicht ging ja mal mit einem Mann mehr etwas. Und beinahe wäre der Anschlusstreffer gefallen, aber Zach Boychuk scheiterte am Pfosten. Doch zu mehr Torgefahr reichte es dann nicht mehr. Das war einfach zu wenig von den Hauptstädtern. Selbst mit einem Mann mehr fand man die Lücke in der Münchner Defensive nicht.
Wenn Torgefahr kam, dann von München. Klasse Aufbaupass der Gäste aus dem eigenen Drittel heraus auf Maxi Kastner, der frei vor Niederberger auftauchte, doch der Berliner Goalie verhinderte den vierten Gegentreffer. Wenn doch nur alle Eisbären die selbe Leistung wie ihr Goalie abgerufen hätten, dann wäre man hier nicht so chancenlos gewesen.

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München wirkte trotz der klaren und hochverdienten Führung immer noch hungrig, wollte vor den Playoffs noch eine richtige Duftmarke in der Hauptstadt setzen. Davon waren die Eisbären weit entfernt, auch wenn man es vor den Duellen gegen Red Bull ja noch lautstark angekündigt hatte.
Zum Ende des Mitteldrittels dann nochmal ein Powerplay für die Gastgeber nach einer Strafe gegen Daryl Boyle. Doch das Powerplay war unglaublich schlecht und zur absoluten Krönung sorgte Matt Maione auch noch für den Shorthander – 0:4 (40.). Frank Hördler mit dem unnötigen Scheibenverlust in der neutralen Zone und Maione fuhr alleine auf Niederberger zu. Der Berliner Goalie war dann auch machtlos und München nahm das Geschenk natürlich dankend an.
So führte München nach 40 Minuten mit 4:0 und angesichts der Berliner Leistung musste man im Schlussdrittel schlimmes erwarten.

Kein Aufbäumen im Schlussdrittel

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Und dieses begannen die Hausherren mit einem neuen Goalie. Tobias Ancicka stand für die letzten 20 Minuten im Berliner Tor, Mathias Niederberger war erlöst. An seiner Leistung lag es sicherlich nicht, dass er ausgewechselt wurde. Viel mehr wollte Trainer Serge Aubin dem jungen Ancicka Spielpraxis verschaffen und vielleicht sein Team nochmal wachrütteln.
Die Eisbären versuchten es fortan auch nochmal, aber durch unnötige Fehlpässe lud man München zu Kontern ein. So darfst du gegen ein Spitzenteam nicht auftreten, denn die nutzen solche Einladungen meistens aus.
Was den Eisbären aber nicht gelang, trotz ihres Anlaufens im letzten Drittel, war sich eine hundertprozentige Chance herauszuspielen. So waren die Schüsse allesamt kein Problem für Kevin Reich im Tor der Gäste.

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Dafür kassierten sie aber eine Strafzeit in Person von Zach Boychuk und so bekam München die Chance, in Überzahl die Führung noch weiter auszubauen. Und Frank Mauer kam auch zu zwei guten Möglichkeiten aus dem Slot heraus, aber Tobias Ancicka war zur Stelle und hielt sein Tor sauber. Doch dann war auch der junge Berliner Goalie machtlos. Weil seine Vorderleute keine Bewegung in der Box hatten, München sich die Scheibe munter hin und her spielen konnte und Zach Redmond am Ende problemlos zu 5:0 einschießen konnte (51.).
Anschließend passierte nicht mehr viel. Die Luft war raus aus dem Spiel. Beide nochmal mit einem Powerplay, was aber auch nichts Zählbares mehr einbrachte. So brachte München den Sieg souverän über die Zeit und zeigte den Eisbären auch im zweiten Aufeinandertreffen deutlich die Grenzen auf.

Auch die zweite Ansage der Eisbären verlief ins Leere. Zwar dachte man in der ersten Minute noch, sie hätten sich hier wirklich was vorgenommen. Doch relativ schnell musste man feststellen, dass dem nicht so war. München war den Eisbären in allen Belangen überlegen. Sie waren spritziger, waren immer einen Schritt schneller, zogen ihren Spielplan durch und waren vor dem Tor eiskalt. Und trotz ihrer Führung merkte man München den Siegeswillen durchweg an. Sie wollten immer weiter machen und nachlegen. Die Eisbären hingegen wirkten kraftlos, planlos, ohne Esprit, spielten nicht als Team zusammen, trafen stets die falschen Entscheidungen, wollten zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Es fehlte der Mannschaft von Serge Aubin einfach an allem, was man in so einem Spiel zeigen muss. Vor allem dann, wenn man vor den Spielen gegen München solche Ansagen macht, dass man eine Botschaft senden wolle und dass sich München im Rückspiel warm anziehen müsse. Den Worten folgten auf dem Eis jedoch keine Taten und so bekamen die Eisbären in beiden Spielen deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Und mit solchen Leistungen verabschieden sie sich auch aus dem Kreis der Titel-Favoriten, denn Mannheim und München sind dann doch ein ganz anderes Kaliber. Und auch wenn München in dieser Saison geschwächelt hat, so scheinen sie rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt voll da zu sein.
Was auch auffällt, die Top-Reihe um Noebels, Pföderl und Reichel ist längst nicht mehr so gefährlich wie noch in den Nord-Duellen. Auch andere Leistungsträger wie u.a. Kris Foucault und Matt White sind derzeit nicht in den Top-Form. Was aber heute auf die gesamte Mannschaft zu traf. Außer die Goalies, welche einem in solchen Spielen am meisten leid tun.
Eine Chance zur Reaktion haben die Eisbären gleich morgen Abend an selber Stelle, wenn man ab 18:30 Uhr die Schwenninger Wild Wings empfängt. Diese sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und vielleicht auch vorher auf großspurige Ansagen verzichten.

1:0 gegen Straubing! Per Shorthander zum Heimsieg und zur Playoff-Qualifikation

Ausgabe #13:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur: Am Mittwochabend gewannen die Berliner auch den zweiten Vergleich mit den Straubing Tigers. Am Ende stand ein 1:0 (0:0,0:0,1:0) zu Buche. Beiden Teams merkte man den Kräfteverschleiß der letzten Wochen an, dennoch investierten beide enorm viel in das Spiel. Am Ende hatten die Eisbären das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite und feierten einen weiteren Heimsieg. 

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Die Eisbären traten mit einer Rumpftruppe und nur drei vollen Reihen an. Neben den bereits verletzten Spielern fiel heute auch noch die „Powerplay-Geheimwaffe“ Zach Boychuk verletzungsbedingt aus. So blieb einzig die Reihe um Lukas Reichel, Marcel Noebels und Leo Pföderl zusammen. Den Platz von Boychuk in der Reihe mit Matt White und Giovanni Fiore nahm Mark Olver ein. Haakon Hänelt und Fabian Dietz rutschten aus der vierten Reihe vor in die dritte, wo sie zusammen mit Parker Tuomie stürmten. Nino Kinder war überzähliger Stürmer und Eric Mik war überzähliger Verteidiger. Schwere Aufgabe also für die Eisbären in diesem so eng getakteten Spielplan.
Im Tor blieb dafür alles beim alten, Mathias Niederberger hütete auch heute das Berliner Tor. Tobias Ancicka nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Straubing hatte bis jetzt vier seiner fünf Nord-Süd-Vergleiche gewonnen. Einzig gegen die Eisbären gab es am Sonntagnachmittag eine 1:3-Niederlage. Dafür hatten die Niederbayern alle drei bisherigen Auswärtsspiele im Norden gewonnen. In Düsseldorf, Krefeld und Bremerhaven holten die Mannen von Coach Tom Pokel nicht nur insgesamt neun Punkte, nein, sie gewannen auch alle Spiele je 4:0 und kamen so mit 12:0-Toren aus diesen drei Auswärtsspielen zurück an den Pulverturm. Das Selbstvertrauen auf fremden Eis war also enorm groß bei den Niederbayern. Aber sie trafen eben auch auf eine sehr heimstarke Berliner Mannschaft, welche in allen bisherigen 14 Heimspielen gepunktet und zwölf dieser Spiele auch gewonnen hat. Einzig Wolfsburg konnte bisher hier in der Hauptstadt gewinnen.

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Die Ausgangslage vor diesem Duell war also klar. Und so begannen die Gäste aus Straubing sehr schwungvoll und setzten sich gleichmal im Drittel der Berliner fest. Man merkte dabei nicht, dass es Straubing war, welches gestern noch im Einsatz war, während die Eisbären einen Tag frei hatten. Das aggressive Forechecking der Tigers überrumpelte die Berliner so ein wenig, so dass sie sich in der Anfangszeit zweimal mit einem Icing befreien mussten. Die Hausherren wirkten immer einen Schritt langsamer, sie verschliefen komplett den Start des Spiels. Was in der Vergangenheit zu Hause eigentlich nie der Fall war. Da kam man stets wie die Feuerwehr aus der Kabine. Nur heute war man vom forschen Auftritt der Niederbayern sichtlich überrascht.
Nach drei, vier Minuten hatten die Eisbären aber ihre Beine gefunden und fanden auch ins Spiel. Viel passierte aber trotzdem nicht, weil sich beide Teams neutralisierten. Vor dem Tor wurden die Schusswege zugemacht, in den Zweikämpfen wurde hart gearbeitet. Es war definitiv kein Eishockey-Leckerbissen in den ersten zehn Minuten. Torchancen waren keine zu sehen. Und auch so war wenig Feuer drin im Spiel.

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Die erste gefährliche Chance hatten die Hausherren nach elf Minuten, als Mark Olver im Slot angespielt wurde und gegen die Laufrichtung von Goalie Sebastian Vogl schoss. Doch sein Schuss ging knapp links am Tor vorbei. Eine Minute später bot sich dann den Tigers die erste gute Chance zur Führung, nach dem John Ramage wegen Stockchecks die erste Strafzeit der Partie kassierte. Powerplay für Straubing also. Doch das Penaltykilling bei den Eisbären funktionierte zuletzt hervorragend. Und so machten sie den Straubingern auch heute das Leben schwer. Sie machten die Räume geschickt zu und gaben so kaum Lücken für den Abschluss frei. Zweimal kamen die Tigers durch, aber da war Mathias Niederberger zur Stelle und so wirklich gefährlichen waren diese Abschlüsse auch nicht.
Auch danach weiterhin ein sehr zerfahrenes Spiel, wenig Spielfluss und kaum spannende Szenen. Ein typisches Mittwoch-Spiel gegen Straubing eben. Aber eben auch der Tatsache geschuldet, dass die Teams zur Zeit ein Mammutprogramm absolvieren müssen und die Berliner nur drei Reihen zur Verfügung hatten. Aber das lassen sie ja nie als Ausrede gelten, wenn es mal nicht rund läuft. Doch vergessen durfte man das eben auch nicht.
Vier Minuten vor der ersten Pause zauberte sich Matt White mal bis vor das Tor, wurde aber beim Abschluss dabei von Benedikt Schopper per Haken gestört und so holte er mit dieser Aktion immerhin ein Überzahlspiel für die Hausherren heraus. Doch auch das wurde nicht wirklich gefährlich. Auch hier fehlte so ein wenig das Tempo im Spielaufbau. So endete ein ereignisarmes Drittel folgerichtig torlos.

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Enorm heiß auf das zweite Drittel schienen einige Straubinger Spieler zu sein, jedenfalls erweckte es den Eindruck. Sieben Minuten waren noch Pause, da stand u.a. T.Mulock schon im Kabinengang und wollte zurück auf das Eis. Da konnte man ja fast schon gespannt sein, wie die Niederbayern hier zurück auf das Eis kommen würden.
Und Straubing suchte in der Tat gleich den Weg Richtung Berliner Tor, gleiches galt aber auch für die Eisbären. Beide machten aber hinten auch weiterhin die Räume zu und blockten die Schüsse.
Die Eisbären dann mal mit einer guten Phase, wo sie viel Druck entfachten und sich im Angriffsdrittel festsetzen konnten. Aber auch hier wieder die Defensive mit sehr starker Arbeit. Wenn Schüsse kamen, wurden sie entweder geblockt oder aber gingen neben das Tor.
Eisbären-Coach Serge Aubin probierte es dann mal mit Reihenumstellungen. So tauschte er Lukas Reichel mit Matt White. White stürmte also fortan an der Seite von Leo Pföderl und Marcel Noebels, während Reichel eine Formation mit Mark Olver und Giovanni Fiore bildete. Was zwar noch nicht den gewünschten Erfolg brachte, aber die Eisbären waren das aktivere Team. Dennoch sprangen nach wie vor keine hochkarätigen Torchancen bei heraus.
Straubing wurde zum Ende des zweiten Drittels wieder etwas aktiver und kam auch zu Abschlüssen, doch auch die Niederbayern konnten nicht den ersten Treffer des Spiels erzielen. So stand es auch nach 40 Minuten 0:0 an der Spree.

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Zu Beginn des letzten Drittels waren die Reihen wieder dieselben wie zu Beginn des Spiels. Und die Eisbären waren sofort in Richtung des Tores von Sebastian Vogl unterwegs und wollten endlich das Führungstor erzielen. Gleiches galt aber auch für die Niederbayern. Beide Teams kamen schwungvoll rein ins letzte Drittel.
Nach fünf Minuten bot sich den Tigers die Chance in Überzahl zu agieren. Ryan McKiernan kassierte zwei Minuten wegen Beinstellens. Und das Powerplay sah sehr gut aus. Straubing kam in die Formation und auch zu guten Chancen. Aber Mathias Niederberger ließ die Tigers-Spieler verzweifeln, denn er hielt sein Tor weiterhin sauber.
Doch Mitte des letzten Drittels bot sich den Niederbayern die nächste Chance in Überzahl. Diesmal musste Kai Wissmann wegen Haltens in die Kühlbox. Aber da waren es die Berliner, welche in Unterzahl in Führung gingen. Giovanni Fiore besorgte das 1:0. Matt White spielte die Scheibe aus der linken Bandenrundung an zwei Verteidigern vorbei in den Slot, wo Fiore alleine lauerte. Er nahm die Scheibe an, zog sie rechts rüber, Sebastian Vogl lag am Boden, Fiore legte sich die Scheibe zu recht und schlenzte sie ins halbleere Tor (52.). Am Jubelschrei der Spieler konnte man die Erleichterung hören.
Und für Straubing kam es noch dicker. Corey Tropp kassierte eine Minute später zwei Minuten wegen Hakens. Die Eisbären nun also in Überzahl und mit der Chance zur Vorentscheidung. Und da wurde es mehrmals brenzlig vorm Straubinger Tor, aber der Puck wollte einfach nicht über die Linie gehen.
Nach dem überstandenen Unterzahlspiel blieben den Gästen hier noch gut fünf Minuten. Doch die Eisbären machten hinter weiterhin dicht, wie schon in den letzten Spielen. 45 Sekunden vor dem Ende des Spiels nahm Straubings Coach Tom Pokel seinen Goalie vom Eis, fünf Sekunden später zudem auch noch seine Auszeit. Die Tigers wollten es in den Schlusssekunden also nochmal versuchen. Der Ausgleich sollte her. Doch der fiel nicht mehr. Die Eisbären brachten erneut ein 1:0 zu Hause über die Zeit. Und damit machte man zugleich die Playoff-Qualifikation perfekt.

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Ein weiteres hartes Stück Arbeit. Die Eisbären traten mit einer Rumpftruppe an, mussten mit nur drei Reihen auskommen. Und das merkte man der Mannschaft auch an. Aber auch anzumerken war beiden Mannschaften der Kräfteverschleiß der letzten Tage mit sehr vielen Spielen innerhalb kürzester Zeit. Dennoch versuchten es beide immer wieder, am Ende waren es die Eisbären, welche den einen goldenen Schuss abgaben.
Defensiv verteidigte man das erneut ganz stark, ließ kaum hochkarätige Chancen der Niederbayern zu. Und wenn doch etwas durchkam, war Mathias Niederberger zur Stelle, welcher sein Tor zum zweiten Mal in Folge zu Hause sauber hielt und seinen insgesamt fünften Shutout der Saison feierte.
In so einer strapaziösen Phase muss man auch solche Spiele erst einmal gewinnen. Und das taten die Eisbären, was sie immer mehr zum zweiten echten Titelkandidaten neben den Adler Mannheim macht.
Nun kann man erst einmal ein paar Tage durchatmen und dann steht am Sonntag der nächste harte Brocken im Weg. Denn dann geht es nach München. In der Verfassung von dieser Saison sind die Eisbären da wohl Favorit. Denn München spielt keinesfalls eine souveräne Saison.

1:0 gegen Ingolstadt! Nur ein Tor, dafür aber insgesamt 115 Strafminuten

Ausgabe #12:

Puh, das war ein hartes Stück Arbeit: Den Eisbären Berlin ist die Revanche gegen den ERC Ingolstadt geglückt. Zwei Tage nach der knappen 3:4-Niederlage in Ingolstafdt setzten sich die Hauptstädter ebenfalls knapp mit 1:0 (1:0,0:0,0:0) durch und feierten somit im zweiten Duell gegen die Schanzer Panther den ersten Sieg. Für die Entscheidung sorgte Ryan McKiernan, welcher das erste Drittel aber nicht mehr auf dem Eis beenden sollte. Zudem war auch Goalie Mathias Niederberger ein Matchwinner, der alle 29 Ingolstädter Torschüsse abwehren konnte. 

Headcoach Serge Aubin nahm keine Veränderungen im Vergleich zum ersten Duell bei den Schanzern vor. Es spielten die selben Verteidigerpärchen und Sturmreihen wie beim 3:4 in Ingolstadt vor 48 Stunden. Im Tor stand somit auch heute wieder Mathias Niederberger. Da hatte sein Gegenüber Doug Shedden beim zweiten Aufeinandertreffen innerhalb von zwei Tagen getauscht. Dort nahm der überragende Michael Garteig auf der Bank Platz, während Back-up Nicolas Daws das Panther-Tor hütete.

Kapitän Frank Hördler hatte die Marschroute für heute Abend ausgegeben:

Wir wissen, was im letzten Spiel passiert ist und ich glaube, dass wir jetzt auch in die richtige Spur gekommen sind. Wir haben im letzten Drittel gezeigt, was wir spielen können und sind damit auch erfolgreich gewesen. Jetzt müssen wir das von der ersten Minute an machen.

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Und so starteten die Eisbären auch gleich. Mark Olver mit dem Zuspiel von rechts vors Tor, wo Parker Tuomie zum Abschluss kam, aber knapp vorbei zielte. Direkt im Gegenzug der erste gefährliche Abschluss der Schanzer Panther. Und da war noch nicht mal eine Minute gespielt, sondern gerade einmal 30 Sekunden.
Danach wirkte es wie eine Kopie von Mittwoch, als die Taktik die ersten 30 Minuten dominierte. Aber nach drei Minuten zappelte die Scheibe plötzlich im Schanzer Tor. Ryan McKiernan hatte von der blauen Linie einfach mal drauf gehalten, getreu dem Motto jede Scheibe zum Tor ist eine gute – 1:0. Parker Tuomie hatte sich klasse durchgetankt, legte die Scheibe dann rüber auf Mark Olver, welcher sie weiter zu McKiernan spielte und der vollendete diesen klasse Angriff der Hausherren.
Und die Eisbären weiter hellwach. Zwei-auf-Eins-Konter über Leo Pföderl und Marcel Noebels, Letzterer zog per Onetimer ab und es machte „Peng“ am Aluminium. Glück für Nicolas Daws, da waren die Eisbären dem 2:0 nahe. Auch, weil Pföderl den Rebound beinahe verwertet hätte.
Aluminium treffen können wir auch, dachten sich die Gäste. Mathias Niederberger mit dem Fehlpass, David Elsner auf Wojciech Stachowiak, welcher direkt abzog, aber an der Latte scheiterte.
Doch das war nur mal ein kleines Lebenszeichen der Schanzer Panther, welche ansonsten ungewohnt unsicher auftraten. Immer wieder rutschten sie weg, immer wieder hatten sie Probleme bei der Scheibenannahme, Nicolas Daws suchte bei einem Schuss vergeblich die Scheibe. Vermutlich ließen sie sich diesmal selbst von ihren Neon-grünen Trikots blenden. Schön anzusehen sind die nämlich nicht, nur mal so nebenbei…
Mitte des ersten Drittels kassierte Ingolstadt dann auch noch die erste Strafzeit der Partie und gab den Eisbären so die Chance zum ersten Überzahlspiel. Aber das Penaltykilling der Gäste machte den Eisbären das Leben enorm schwer. Sie fanden nicht in die Formation und so wurde es auch nicht gefährlich.

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Das wurde es aber, als Marcel Noebels plötzlich frei vor dem Tor stand und wohl selbst überrascht war, wieviel Platz er da eigentlich hatte. So vergab er eine denkbar große Chance zum 2:0.
Die Partie war in den ersten 20 Minuten vor allem von hoher Intensität und harter Arbeit im Zweikampf geprägt. Beide mussten viel investieren und je länger das erste Drittel dauerte, umso körperlicher wurde das Spiel. Ingolstadt wollte nun vermehrt auf den Körper spielen, doch die Eisbären hielten dagegen und ließen sich davon nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil, sie waren die Mannschaft, die sich auf das Eishockey spielen konzentrierte und dabei auch immer wieder zu guten Chancen kam. Nur fehlte ihnen noch das Glück vor dem Tor.
Zwei Minuten vor dem Ende passierte das, worauf Ingolstadt heute aus war. Brandon DeFazio hatte einzig und allein die Absicht, Sebastian Streu unsauber per Ellbogen in die Bande zu checken. Das tat er, Streu blieb auf dem Eis liegen und DeFazio machte Bekanntschaft mit Ryan McKiernan. Die beiden lieferten sich einen schönen Schlagabtausch, nachdem für beide Spieler Feierabend war. McKiernan und DeFazio bekamen beide eine Spieldauer wegen Handschuh ausziehen, DeFazio zudem aber auch eine wegen des Checks gegen Kopf oder Nacken. McKiernan sammelte 34 Strafminuten, DeFazio satte 59 in dieser Szene – was zugleich neuer (negativer) DEL-Rekord ist. Auf dem Weg vom Eis herunter wurde DeFazio von der Eisbären-Bank mit dem „F-Wort“ verabschiedet. Die Berliner waren folgerichtig sauer über diese üble Aktion von DeFazio.
Die Eisbären nun also mit fünf Minuten Powerplay, wovon die ersten zwei bereits zum Ende des ersten Drittels ereignislos verstrichen.

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Drei Minuten standen zu Beginn des Mitteldrittels noch auf der Powerplayuhr der Hausherren, aber sie schafften es einfach nicht, in die Formation zu kommen. Und Kris Foucault beendete die Überzahl dann auch 50 Sekunden vor dem Ende, als er selbst eine Strafzeit kassierte. So waren es für 50 Sekunden Vier-gegen-Vier und danach hatten die Panther noch 70 Sekunden Powerplay. Und bereits bei Vier-gegen-Vier hatte Morgan Ellis die dicke Chance zum Ausgleich, doch Mathias Niederberger konnte seinen Onetimer abwehren. Mehr Gefahr konnten die Gäste aber auch nicht entfachen und so blieb es weiter beim knappen 1:0 für die Hauptstädter.
Die Intensität war weiterhin enorm, die Zweikämpfe weiterhin hart umkämpft und sehr nah an der Grenze. Immer wieder gerieten die Spieler nach Abpfiff aneinander. Da hatte sich sehr viel aufgestaut nach dem üblen Check von Brandon DeFazio. Das hatten die Eisbären nicht vergessen, während Ingolstadt diese Linie trotzdem fortsetzte.
Die Eisbären fortan mit einem weiteren Powerplay, aber das war heute eines der Sorgenkinder. Das Penaltykilling nahm den Berlinern sämtlichen Spaß an ihrer Parade-Disziplin. Einzig ein Onetimer von Marcel Noebels landete am Pfosten. Mehr gelang den Hauptstädtern mit einem Mann mehr nicht.
Danach wurde es mal wieder kurz kuschelig auf dem Eis, Kris Foucault und Colton Jobke hatten sich was zu sagen. Die Diskussion durften sie für zwei Minuten auf der Strafbank fortsetzen. Ein Spielfluss war so nicht wirklich möglich.

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Es ging anschließend hin und her, aber beide Defensivreihen standen sehr kompakt, machten die Räume eng und so waren Torchancen Fehlanzeige. So ein richtiger Eishockey-Leckerbissen war das hier natürlich nicht, aber die Partie lebte vor allem von seiner Intensität.
Knapp fünf Minuten vor dem Ende bot sich Ingolstadt die Chance zum Ausgleich, als Simon Després auf die Strafbank wanderte und Ingolstadt das Powerplay ermöglichte. Aber auch das war nichts halbes und nichts Ganzes, höchstens am Anfang sah das noch vielversprechend aus. Doch es war bisher nicht das Spiel der Special Teams.
Ingolstadt hatte aber gleich nochmal die Chance und das war deutlich besser. Da war mehr Zug drin und durch ihre ständigen Querpässe zogen die Schanzer die Box der Eisbären immer wieder auseinander. Nur beim Abschluss fehlte Ingolstadt das nötige Quäntchen Glück. So führten die Hausherren auch nach 40 Minuten weiterhin mit 1:0.

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Die Hauptstädter kamen schwungvoll aus der Kabine und setzten Ingolstadt stark unter Druck. Dabei kam man auch zu gefährlichen Abschlüssen, aber es blieb dabei, das Zielwasser wurde vor dem Spiel nicht getrunken.
Was auch im letzten Drittel nicht fehlen durfte, waren Nettigkeiten zwischen beiden Mannschaften. Morgan Ellis kniete über Fabian Dietz und wischte ihm mehrfach eine ins Gesicht, „Dietzi“ wehrte sich, die Folge waren je zwei Strafminuten wegen unnötiger Härte. Nachdem sich Kapitän Frank Hördler 57 Sekunden später zu Fabian Dietz auf die Strafbank gesellte, hatte Ingolstadt die große Chance, bei Vier-gegen-Drei auszugleichen. Und die Mannschaft von Chefcoach Doug Shedden wurde in Überzahl auch gefährlich, nur hatten sie heute ein Problem: Mathias Niederberger war in Top-Form und ließ die Schanzer Panther reihenweise verzweifeln.
Zur Abwechslung dann mal wieder ein Powerplay für die Hausherren nach einer Strafe gegen Petrus Palmu. Nur da blieb es dabei, dass das Powerplay der Eisbären heute nicht funktionieren wollte.
Funktionieren wollte auch das 2:0 nicht, als Matt White auf der rechten Seite per Onetimer zum Abschluss kam. Sein Schuss ging denkbar knapp am Tor von Nicolas Daws vorbei.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Daws fuhr anschließend rum um sein Tor, Fabian Dietz fuhr ihn über den Haufen und musste dafür für zwei Minuten in die Kühlbox. Solche Strafzeiten musst du in so engen Spielen natürlich vermeiden. Doch das Penaltykilling war heute sehr stark von den Eisbären. Sie verteidigten mit allem, was sie zur Verfügung hatten und ließen kaum eine gefährliche Chance zu. Man wollte Mathias Niederberger heute mehr unterstützen, hatte Parker Tuomie nach dem Spiel am Mittwoch in Ingolstadt gesagt. Das setzte man heute definitiv in die Tat um. Zudem erwischte der Berliner Goalie heute aber auch einen Sahne-Tag.
Ingolstadts Trainer Doug Shedden versuchte in der Schlussphase noch einmal alles und nahm 104 Sekunden vor dem Ende seine Auszeit, um sein Team noch einmal für die letzten Minuten einzustimmen und letzte Anweisungen zu geben, wie man hier doch noch den Ausgleich erzielen könnte. Zudem nahm er seinen Goalie Nicolas Daws zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis.
Doch das brachte ihnen nichts mehr, denn die Defensive der Eisbären zeigte den Panther-Angreifern die Zähne und brachte das 1:0 über die Zeit. Somit feierte man im Rückspiel einen knappen 1:0-Heimsieg und Mathias Niederberger durfte seinen vierten Shutout dieser Saison bejubeln.

Das war ein hartes Stück Arbeit, denn mit Eishockey hatte das wenig zu tun. Im ersten Drittel waren die Eisbären die klar bessere Mannschaft, verpassten es nur, eine höhere Führung herauszuschießen. Nach der Spieldauer gegen McKiernan und DeFazio ging der Spielfluss verloren. Das Spiel war fortan mehr unterbrochen und die Strafzeiten auf beiden Seiten bestimmten das Spiel. Dabei musste man bei den Eisbären feststellen, dass das Powerplay überhaupt nicht funktionierte. Dafür umso besser das Penaltykilling. Denn dort verteidigten die Berliner leidenschaftlich und sorgten am Ende dafür, dass man das 1:0 über die Zeit brachte. Satte 115 Strafminuten sprechen am Ende eine deutliche Sprache für ein sehr nickliges Spiel. Wenn sich die beiden Mannschaften in den Playoffs nochmal wieder sehen sollten, könnten die Nickligkeiten eine Fortsetzung finden…

5:3 gegen Augsburg: Das starke Powerplay rettet den Eisbären den Sieg gegen sehr starke Augsburger

Ausgabe #11:

Puh, das war ein hartes Stück Arbeit: Die Eisbären Berlin haben zum Auftakt der Verzahnungsrunde gegen die Augsburger Panther mit 5:3 (2:1,2:2,1:0) gewonnen und bauten damit ihre Tabellenführung in der Nordgruppe aus. Doch es war das erwartet schwere Spiel gegen ein Team aus dem Süden, welches den Eisbären spätestens nach dem 0:2 alles abverlangt hat. Augsburg scheiterte am Ende an der eigenen Chancenverwertung und den schlechten Special Teams.

Bei den Eisbären kehrten zwei Angreifer zurück ins Line-up. Giovanni Fiore und Fabian Dietz waren wieder einsatzbereit und so stellte Chefcoach Serge Aubin zwei Reihen um. Sebastian Streu wurde aus der dritten Reihe mit Parker Tuomie und Mark Olver herausgenommen, dafür rückte Giovanni Fiore in diese Formation. Streu rotierte in die vierte Reihe zu Haakon Hänelt und Rückkehrer Fabian Dietz. Nino Kinder war somit überzählig und Eric Mik stand als siebter Verteidiger im Kader. Im Tor stand natürlich Mathias Niederberger.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Alle haben auf diesen Vergleich zwischen Nord- und Süd-Teams gewartet. Die Experten schätzten die Süd-Teams stärker als die Nord-Teams ein und die ersten beiden Vergleiche bestätigten diesen Eindruck. Nun war man also gespannt darauf, ob auch im dritten Vergleich das Team aus dem Süden gegen das Team aus dem Norden die Oberhand behalten würde.
Und auch hier die Fuggerstädter mit einem sehr engagierten Beginn und ersten Akzenten vor dem Berliner Tor. Aber die Hausherren hatten ihrerseits früh die Chance zum ersten Überzahlspiel nach einer Strafe gegen Thomas Holzmann. Und dort wurde es drei, viermal brenzlig vor Markus Keller, doch die Scheibe wollte nicht über die Torlinie gehen. Bis acht Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Augsburg. Ryan McKiernan brachte die Scheibe auf das Tor, wo Rückkehrer Giovanni Fiore goldrichtig stand und zum 1:0 abfälschte (5.). Der perfekte Auftakt für die Eisbären.
Und der wurde noch besser. Konter der Hausherren, Parker Tuomie mit dem Schlagschuss, welcher unter der Latte einschlug. Das ging aber wohl zu schnell für die Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Aleksi Rantala, denn die zeigten erst auf Bully, dann auf Tor, dann auf Videobeweis, wo sie dann die Gültigkeit des Treffers sahen – 2:0 (6.). 32 Sekunden zwischen dem 1:0 und 2:0, so kann man mal in ein Spiel starten. Und vor allem in den Nord-Süd-Vergleich.

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Diese beiden Treffer sorgten natürlich für ein noch größeres Selbstvertrauen der Eisbären, Augsburg wirkte erst einmal geschockt. Aber den Panthern bot sich in der neunten Spielminute die Chance zum Anschlusstreffer, nachdem Ryan McKiernan wegen Hakens in die Kühlbox musste. Das Problem nur? Die Fuggerstädter verfügen über das schlechteste Powerplay der DEL. Und das bestätigten sie hier auch. Erst zum Ende hin flogen mal zwei Scheiben auf das Tor, welche aber keine Gefahr für Mathias Niederberger darstellten.
Die Eisbären anschließend etwas zu fahrlässig, spielten das nicht mehr so konzentriert und so ließ man Augsburg hier ins Spiel zurückkommen. Die Panther setzten sich im Angriffsdrittel fest, brachten die Scheibe von links mal auf das Tor, wo T.J. Trevelyan am rechten Pfosten lauernd abstauben konnte – 2:1 (12.). Die Scheibe wurde vor dem Tor noch per Tip-abgefälscht, Mathias Niederberger konnte den Schuss noch parieren, gegen den Nachschuss von Trevelyan war er aber machtlos.
Die Hauptstädter wirkten beeindruckt, verzettelten sich anschließend in Einzelaktionen, während die Gäste aus Augsburg hier minütlich Selbstvertrauen tankten und immer besser ins Spiel hinein fanden. Und nach einem Konter drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels beinahe den Ausgleich erzielt hätten. Doch Frank Hördler störte Jaroslav Hafenrichter entscheidend, musste aber dafür in die Kühlbox. Das anschließende Powerplay sah besser als das erste aus, aber die Berliner standen sehr kompakt vor dem Tor, machten die Schusswege gut zu und so wurde auch das zweite Powerplay der Gäste nicht wirklich gefährlich. Und wenn doch was durchkam, war Mathias Niederberger zur Stelle.
Doch der Eindruck, der sich immer mehr festigte war der, dass Augsburg immer stärker wurde und die Eisbären nach ihrem Spielplan suchten. Den hatten sie nach dem 2:0 irgendwie verloren und bis zum Ende des Auftaktdrittels auch nicht mehr wieder gefunden. Was sie aber stattdessen machten, war Strafen ziehen. 46 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels kassierte Giovanni Fiore die dritte Strafzeit der Eisbären. Augsburg nun also mit der dritten Chance in Überzahl und aller guten Dinge sind ja bekanntlich Drei. Und wenn die Eisbären die Panther so einladen, kann man dann wirklich nein sagen? Eigentlich nicht, aber Spencer Abbott hatte das Pech, das sein Schuss nur den Pfosten traf. Der Ausgleich hier wäre längst verdient gewesen. Aber die Hausherren retteten sich und die knappe 2:1-Führung in die erste Drittelpause. Dort wurde es bestimmt laut, denn zufrieden sein konnte Headcoach Serge Aubin mit den letzten zehn Minuten nicht mehr.

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Zu Beginn des Mitteldrittels mussten die Eisbären aber erst einmal noch die Unterzahl überstehen. Das taten sie auch, aber es wurde auch nochmal brenzlig. Auch danach die Eisbären weiterhin zu sorglos, mit zu vielen Fehlern, womit man Augsburg immer wieder zu Chancen einlud. Das wirkte teils sehr konfus, was die Berliner da vor dem eigenen Tor spielten.
Aber sie hatten dann auch mal eine Konterchance durch Leo Pföderl, diese vergab er aber äußerst kläglich (23.). Doch ansonsten ging das Spiel meistens nur in eine Richtung – und zwar in die von Eisbären-Goalie Mathias Niederberger. Der Fakt, dass der Süden stärker als der Norden sei, verstärkte sich in diesem Moment immer mehr. Augsburg spielte, wie von Serge Aubin noch gewarnt, deutlich körperbetonter. Das war neu für die Eisbären, wurde doch im Norden bei weitem nicht so hart gespielt.
Die Eisbären hatten dann aber mal eine Verschnaufpause, als Wade Bergmann für zwei Minuten auf die Strafbank musste und die Eisbären das zweite Überzahlspiel der Partie hatten. Beim ersten war man ja erfolgreich. Aber auch da taten sich die Berliner sehr schwer, überhaupt mal in die Formation zu finden. Als man es dann mal schaffte und die Scheibe zu Ryan McKiernan brachte, zappelte der Puck im Augsburger Tor – 3:1 (27.). Das Überzahlspiel der Eisbären schien den Eisbären hier den Hintern zu retten. Denn die Erfolgsquote lag bis hierhin bei starken 100 Prozent.

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Danach waren die Eisbären wieder besser drin im Spiel und hielten die Gäste vom eigenen Tor fern. Was aber nicht lange so bleiben sollte, denn Ryan McKiernan suchte erneut die Kühlbox auf. Augsburg also zum vierten Mal in Überzahl. Und dort sah es eigentlich so aus, als würden die Berliner auch diese Unterzahl überstehen, da sie das sehr aktiv verteidigten und immer wieder die Scheiben klauten. Doch kurz vor Ablauf der Strafe gegen McKiernan schlug Scott Valentine zu und verkürzte auf 3:2 (32.).
Augsburg musste sich also nur kurz schütteln nach dem 3:1. Fortan Augsburg wieder besser drin im Spiel und bei den Eisbären schlich sich der Schlendrian wieder ein. Scheibenverlust im eigenen Drittel, David Stieler mit dem Zuspiel auf Scott Valentine, welcher viel zu viel Platz hatte und zum Schlagschuss ansetzen konnte. Keine Chance für Mathias Niederberger, die Scheibe schlug hinter ihm im Tor ein – 3:3 (33.). 71 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Toren. Augsburg hatte sich für seinen sehr starken Auftritt hier an der Spree belohnt.
Und Augsburg weiter mit aggressivem Forechecking, was den Eisbären überhaupt nicht schmeckte. Weil sie es nicht gewohnt waren aus den Nord-Spielen und weil sie wohl doch nicht darauf eingestellt waren. Doch als die Eisbären einmal die Scheibe ergaunerten, machte sich Zach Boychuk auf den Weg, entschied sich jedoch gegen den Schuss. Als ein Augsburger die Scheibe blocken konnte, lag sie frei und Simon Després rauschte heran und zimmerte das Spielgerät in die Maschen – 4:3 (34.). 69 Sekunden lagen zwischen dem Augsburger Ausgleich und der erneuten Berliner Führung. Was für wilde Minuten in Berlin.

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Und die sollten weitergehen. Denn der Torschütze Després kassierte die nächste Strafe der Partie und ermöglichte den Panthern somit das nächste Powerplay. Michael Clarke kam im Slot an die Scheibe, hatte die dicke Chance zum Ausgleich, doch er scheiterte an Mathias Niederberger. Augsburg gab sich hier keinesfalls auf, wollte den Ausgleich erzwingen. Goalgetter Scott Valentine versuchte es von der blauen Linie, aber sein Schlenzer landete in den Armen von Mathias Niederberger. Die Berliner überstanden diese Unterzahl also schadlos.
Und die Fuggerstädter danach weiter offensiv ausgerichtet. Beinahe wäre dem AEV auch noch der erneute Ausgleich gelungen, aber T.J. Trevelyan scheiterte mit seinem Versuch aus dem Slot denkbar knapp. Sein Schuss ging rechts am Tor vorbei.
So endete ein wildes und hart umkämpftes zweites Drittel mit einer knappen 4:3-Führung für die Eisbären. Welche aber im letzten Drittel noch 20 harte Minuten vor sich hatten. Denn Augsburg erwies sich als der erwartet schwere Gegner, welcher hier alles rein warf, was er zur Verfügung hatte.

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Und Augsburg machte im Schlussdrittel weiter Druck, das Spiel gaben sie hier verständlich noch nicht verloren. Und ein Tor im Eishockey ist ja auch nicht viel. Aber dann wurde den Panthern der Schwung erst einmal für zwei Minuten genommen, als Simon Sezemsky wegen Hakens in die Kühlbox wanderte. Drittes Powerplay für die Berliner also, die ersten beiden Überzahlspiele wurden ja erfolgreich genutzt. Und auch das dritte war von Erfolg gekrönt. Kris Focault spielte den Pass von hinter dem Tor hoch an den rechten Bullykreis, wo Ryan McKiernan zum Onetimer ansetzte und seinen zweiten Treffer erzielte – 5:3 (45.).
Dieser Treffer beruhigte nun natürlich die Nerven der Hauptstädter. Die waren nun auch darum bemüht, Ruhe ins Spiel zu bekommen. Klappte nur nicht so ganz, denn Kai Wissmann suchte in der 46. Spielminute die Strafbank auf. Die Disziplin ließ in diesem Spiel arg zu wünschen übrig. Und so machte man sich das Leben auch unnötig schwer. Augsburg sorgte in diesem Powerplay auch für Gefahr, nur mangelte es am Zielwasser. Entweder gingen die Scheiben knapp am Tor vorbei und aber landeten an der Latte.

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Sicherheit gab den Eisbären die Zwei-Tore-Führung aber nicht. Weiterhin unterliefen den Hausherren zu viele unnötige Scheibenverluste in der eigenen Zone, welche zu Chancen für Augsburg führten. Nicht auszudenken, was Mannheim, München und Ingolstadt mit diesen Geschenken gemacht hätten. Aber es ist davon auszugehen, dass diese sie dankend angenommen hätten.
Augsburg lief fortan weiter an, wollte hier den Anschlusstreffer erzielen. Die Eisbären mussten hart arbeiten vor dem eigenen Tor. Nach vorne bot ihnen sich dafür die Chance zum Kontern. Marcel Noebels tauchte dann auch mal alleine vor Markus Keller auf, vergab diese Chance zur Vorentscheidung aber.
Der Druck der Panther nahm zu, sie brachten nahezu jede Scheibe auf das Tor. Keine schlechte Entscheidung im Eishockey. Augsburgs Coach Tray Tuomie nahm in der Schlussphase auch noch seinen Goalie vom Eis und versuchte es fortan mit sechs Spielern. Der Druck wurde so nur noch stärker und die Eisbären schwammen hinten ordentlich. T.J. Trevelyan mit der letzten guten Möglichkeit 30,3 Sekunden vor dem Ende. Aber Mathias Niederberger sicherte sich den Puck und den Eisbären letztendlich auch den elften Heimsieg im 13. Heimspiel.

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Aber dafür musste man hart arbeiten. Dabei sah es nach der 2:0-Führung nach einem scheinbar ruhigen Nachmittag für die Eisbären aus. Doch dann verlor man aus unerklärlichen Gründen den Faden, der Schlendrian erhielt Einzug ins Berliner Spiel und man ließ Augsburg somit zurück ins Spiel kommen. Deren Selbstvertrauen stieg stetig an und folgerichtig erzielten sie den Anschlusstreffer. Mit Glück rettete man den Vorsprung in die erste Drittelpause. Auch das 3:1 sorgte nicht für Beruhigung, ganz im Gegenteil, Augsburg antwortete mit zwei schnellen Toren und glich hochverdient aus. Das es am Ende nicht mit Punkten für Augsburg klappte, lag einzig und allein an deren Schwäche in den Special Teams. Wer aus sechs Überzahlspielen keinen Treffer erzielt und in drei Unterzahlspielen drei Gegentore kassiert, kann eben kein Spiel gewinnen. Dabei wäre ein Sieg der Augsburger hier definitiv im Bereich des Möglichen gewesen, denn der Auftritt der Augsburger nach dem 0:2 ließ sich mehr als sehen und war ein weiterer Indiz für die Stärke der Süd-Teams.
Die Eisbären können sich also bei ihrem starken Powerplay und Goalie Mathias Niederberger bedanken, dass man am Ende drei weitere Punkte eingefahren hat. Überzeugend war der Auftritt der Eisbären dabei aber nicht. Denn zu viele individuelle Fehler unterliefen den Eisbären immer wieder. Die Disziplin ließ arg zu wünschen übrig. Und an das körperbetonte Spiel wird man sich auch erst noch gewöhnen müssen. Jetzt beginnt die DEL-Saison so richtig und die Eisbären wissen, woran sie noch arbeiten müssen.