6:3 gegen Ingolstadt! Die Eisbären Berlin feiern den sechsten Sieg in Folge, machen es am Ende aber nochmal unnötig spannend

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #8:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur: Am Sonntagnachmittag gewann man gegen den ERC Ingolstadt verdient mit 6:3 (3:0,3:1,0:2) und feierte damit den sechsten Sieg in Serie. Dabei machten es die Hauptstädter am Ende nochmal unnötig spannend, weil man angesichts der deutlichen Führung etwas die Zügel schleifen ließ.

Bei den Eisbären stand vor allem das Debüt des Ex-NHL-Stars Frans Nielsen im Mittelpunkt. Und die große Frage war, in welcher Reihe würde der Däne spielen? Coach Serge Aubin stellte ihn in die dritte Reihe zwischen Kevin Clark und Parker Tuomie. Dort spielte vor einer Woche gegen Köln noch Sebastian Streu, welcher heute dafür in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Bennet Roßmy spielte. Für Nielsen musste natürlich ein Importspieler auf die Tribüne und heute traf es Giovanni Fiore. Ansonsten blieb das Berliner Team im Vergleich zum Spiel gegen die Domstädter am letzten Sonntag unverändert. Einzig auf der Position des Back-up-Goalies gab es noch eine Veränderung. Leon Hungerecker nahm auf der Bank Platz, während Mathias Niederberger erneut das Tor hütete.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären kamen mit fünf Siegen in Folge im Gepäck auf das Eis und hatten dementsprechend eine breite Brust und eine gehörige Menge an Selbstvertrauen aufgebaut. Und so gab man schon nach 25 Sekunden durch Leo Pföderl den ersten Schuss auf das Ingolstädter Tor ab. Da hatte Berlins Nummer 93 zu viel Platz auf der linken Seite.
Doch nur 30 Sekunden später musste man erst einmal Defensivarbeit verrichten, da Yannick Veilleux die erste Strafzeit der Partie kassierte. Das starke Berliner Penaltykilling war also das erste Mal an diesem Sonntagnachmittag gefragt. Aber auch da war das gesteigerte Selbstvertrauen der Hausherren zu sehen, die erst gegen Ende zwei gute Schüsse der Schanzer Panther zuließen.
Fortan entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften suchten den Weg in die Offensive, von Erfolg waren die Angriffe bis dato aber nicht gekrönt. Weil beide es verstanden, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen.
In der achten Spielminute aber die Eisbären mal mit einem schnell vorgetragenen Angriff, welchen Leo Pföderl eiskalt abschloss. Die Eisbären eroberten die Scheibe vor dem eigenen Tor und dann zündete die Top-Reihe den Turbo. Blaine Byron rüber auf Marcel Noebels und der links raus auf Pföderl, welcher nicht lange fackelte – 1:0.

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Kurz darauf die erste Strafzeit gegen Ingolstadt und das Berliner Powerplay kommt immer besser in Fahrt. Zach Boychuk muss ihn eigentlich schon machen, aber das übernahm dann Kevin Clark auf Zuspiel von eben jenem Boychuk – 2:0 (10.).
Die Berliner hatten also als erste Mannschaft den Schlüssel gefunden und kamen zu Torchancen, welche sie wieder effektiv zu nutzen wussten. Und sie machten einfach weiter. Erneut die Top-Reihe auf dem Eis, sie spielten die Panther vor dem eigenen Tor schwindelig und am Ende war es Blaine Byron, welcher auf Zuspiel von Leo Pföderl und Marcel Noebels einnetzte – 3:0 (12.).
Kaum hatten die Hauptstädter den Riegel geknackt, ging alles fast wie von allein. Gepaart mit dem Selbstvertrauen nach fünf Siegen in Serie marschierten die Eisbären also schon früh in dieser Partie Richtung sechstem Sieg in Folge.
Ingolstadt wehrte sich anschließend aber mal und kam zu zwei guten Chancen, doch zweimal war die „Krake von Riga“ Mathias Niederberger zur Stelle und wehrte beide Schüsse stark ab. Was aber auch nur möglich war, weil die Eisbären den Fuß vom Gas genommen hatten. Aber man musste ja fast damit rechnen, dass die Eisbären so loslegen würden, hatte Coach Serge Aubin doch noch vor dem Spiel gesagt, dass, wenn man über 60 Minuten so spielt wie in den ersten 20 Minuten in Lugano, man nicht aufzuhalten sein werde. Und genau das war bisher der Fall, gerade in der Phase, in der den Berlinern die drei Tore gelangen. Da wussten die Schanzer überhaupt nicht, wo hinten und vorne ist.
Aber dennoch hätten die Berliner schon mal mehr Gegenwehr zeigen können und Ingolstadt in dieser Phase das Spiel nicht überlassen sollen. Denn im Eishockey kann auch mal ein 3:0 schnell in die andere Richtung kippen. Und es wurde nicht besser, denn nun kassierte man auch noch eine Strafzeit und kam weiter nicht aus der Defensive heraus. Nicholas B. Jensen musste knapp zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels in die Kühlbox. Aber das nutzten die Eisbären zu einem Zwei-auf-Eins Konter, an dessen Ende die Berliner eine Strafzeit heraus holten und so war das Unterzahlspiel nach nur 16 Sekunden beendet. Folglich ging es mit 4-4 weiter, wo Ingolstadt aber ein kleines Powerplay aufzog. Dennoch passierte nichts mehr und so nahmen die Eisbären eine souveräne 3:0-Führung mit in die Kabine. Bis auf die letzten Minuten, in denen man Ingolstadt das Spiel so ein wenig überließ, konnte man mit der Leistung der Eisbären zufrieden sein.

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Und im Mitteldrittel belohnte sich die Mannschaft von Coach Doug Shedden dann auch. In der 24. Spielminute war es Brandon DeFazio, welcher den Anschlusstreffer für Ingolstadt erzielte – 3:1.
Und den Gästen bot sich direkt die Chance zum Nachlegen, denn Marcel Noebels musste nur wenige Sekunden später auf die Strafbank. Den Eisbären drohte so ein wenig das Spiel aus der Hand zu gleiten, welches man nach dem 3:0 eigentlich komplett im Griff hatte. Doch die Eisbären zeigten den Schanzern dann mal, wie man Unterzahl spiel. Konter der Hausherren, Blaine Byron eroberte im eigenen Drittel die Scheibe, passte sie rüber zu Leo Pföderl, welcher noch an Karri Rämö scheiterte, aber den Nachschuss verwertete Byron dann selbst – 4:1 (24.). Die Top-Reihe also am nächsten Tor beteiligt. Noebels sorgte für das Unterzahlspiel und Pföderl und Byron besorgten den Shorthander. Arbeitsteilung sozusagen.
Nun hatten die Hausherren die Zügel wieder fest in der Hand und legten weiter nach. Matt White, der Top-Torjäger der Eisbären, fehlte heute noch und so war er es, der auf 5:1 stellte (30.). Und es war erst die Hälfte der Partie vorüber.

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Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. Die Eisbären nahmen wieder Tempo heraus und Ingolstadt setzte kaum noch nach, wohl in dem Wissen, dass diese Partie hier verloren war. Denn sie hatten ja gesehen, was passiert, wenn die Eisbären ernst machen. Dann haben sie in der Tat keine Chance. Und wenn sie doch mal zu Chancen kamen, dann war da ja immer noch Mathias Niederberger zur Stelle. Während es also auf dem Eis eher ruhiger zur Sache ging, war auf den Rängen Party-Stimmung angesagt. Maskottchen „Bully“ heizte den Fans ein und so ging auch mal die „LaOla“ durch die Arena am Ostbahnhof. Und während diese durch das weite Rund schwappte, machten die Eisbären das halbe Dutzend voll. Zach Boychuk war der Torschütze. Den Treffer hatte er aber dem aggressiven Forechecking seiner Kollegen zu verdanken. Yannick Veilleux passte die Scheibe zu Matt White, der weiter zu Boychuk und der rein ins Glück – 6:1 (38.).
Mehr passierte im Mitteldrittel nicht mehr. Verabschiedet wurden die Eisbären mit viel Applaus. Verständlich, angesichts dieser Leistung heute. Wenn es einmal läuft, dann aber mal so richtig. Und was Selbstvertrauen mit einer Mannschaft macht, das sah man an den Eisbären heute eindeutig.

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Zum letzten Drittel kam Ingolstadt mit einem neuen Goalie zurück auf das Eis. Jonas Stettmer ersetzte Karri Rämö. Und der sah in der 44. Spielminute das zweite Tor seiner Mannschaft. Mirko Höfflin war der Torschütze gewesen – 6:2. Doch mehr als Ergebniskosmetik war das hier auch nicht.
Und die Eisbären? Hatten die noch Lust oder schonten die jetzt ihre Kräfte? Sie versuchten zu zaubern und das siebte Tor nachzulegen, doch Jonas Stettmer hatte etwas dagegen. Es war jetzt also nicht so, dass die Eisbären das Spielen einstellten. Nein, sie versuchten schon weiter nach vorne zu spielen. Vielleicht aber nicht mehr so mit dem Druck, als würde das Spiel noch nicht entschieden sein. Und hinten mussten sie auch noch aufpassen, denn Ingolstadt spielte weiter nach vorne und beschäftigte Mathias Niederberger immer mal wieder. Abschalten und das Spiel locker auslaufen lassen war hier also nicht drin für die Mannschaft von Coach Serge Aubin.

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Erst recht nicht, als den Gästen elf Minuten vor dem Ende das 6:3 gelang. Matt Bodie hatte im Slot zu viel Platz und bedankte sich mit dem dritten Treffer an diesem Nachmittag. Fing nun doch nochmal das große Zittern bei den Eisbären an? Erst einmal nicht, denn man bekam kurz darauf das nächste Powerplay und konnte so mal wieder für etwas Entlastung sorgen. Doch diesmal sorgte das Überzahlspiel für keinerlei Gefahr.
Anschließend die Eisbären wieder etwas mehr offensiv ausgerichtet, sie wollten das Spiel vom eigenen Tor fernhalten. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn Ingolstadt auch noch die Treffer Nummer vier und fünf erzielt hätte. Dann wäre das Spiel hier nochmal richtig spannend und dramatisch geworden. Doch die Schanzer versuchten nochmal alles, um vielleicht doch nochmal einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Aber das gelang ihnen nicht mehr und so gewannen die Eisbären am Ende verdient mit 6:3.

Heute hat man gesehen, dass die Eisbären nicht aufzuhalten sind, wenn sie ins Rollen kommen. Da war Ingolstadt hoffnungslos überfordert. Gerade die Top-Reihe um Marcel Noebels, Blaine Byron und Leo Pföderl war nicht in den Griff zu kriegen. Mit dieser Leistung und in dieser Form ist man ganz klar ein Meisterschaftsanwärter.
Aber, dieser ist man nicht, wenn man die Zügel so schleifen lässt, wie es die Berliner zwischendurch immer mal wieder getan haben. Da sorgte man wieder für Spannung, was total unnötig war. Auch wenn du 3:0 oder 6:1 führst, musst du konzentriert bleiben und einfach weiterspielen. Von daher kann man aus dem Spiel also zwei Sachen mitnehmen: Die erste, dass man, wenn man konzentriert spielt und sein Ding durchzieht, jeden Gegner schlagen kann und das deutlich. Die zweite, dass es genauso gut anders rum laufen kann, wenn man auch nur ein bisschen nachlässt.

Fünf Siege in Serie: Der Deutsche Meister kommt ins Rollen

Elf Spieltage sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert und die Eisbären Berlin haben den Kontakt zur Spitze endgültig hergestellt. Man steht nach elf Spielen mit 22 Punkten auf Platz Vier und liegt damit nur ganze zwei Zähler hinter Spitzenreiter München. Der Grund dafür sind drei Ligasiege in Serie, welche vorher noch nicht gelungen waren. Weil man eben den Heimfluch mit sich herum trug, doch seit vergangenem Dienstag ist dieser vorbei. Dort besiegte man in der Champions Hockey League (CHL) den HC Lugano mit 6:3. Auch in der DEL legte man den ersten Heimsieg hin, gegen Köln gewann man am Sonntag mit 5:3. Elf Tore zu Hause in nur zwei Spielen, zuvor waren es ganze vier in vier Spielen. Der Bann scheint also inzwischen gebrochen zu sein.

Was aber auch daran liegt, dass sich die Mannschaft immer besser aufeinander einstellt und einstimmt, immer besser zusammen harmoniert. Coach Serge Aubin sieht daher derzeit auch keinen Anlass, um irgendetwas zu ändern, weshalb ein Mark Zengerle weiterhin nur der Platz auf der Tribüne bleibt. Ein Wechsel scheint hier durchaus möglich zu sein, wenn gleich sich Zengerle in Berlin trotz der Umstände wohlfühlt und sich durch Leistungen weiterhin anbieten will. Aubin lobte nach dem Spiel gegen Köln seine Mannschaft und erklärte auch, warum derzeit kein Platz für Mark Zengerle im Kader ist:

Die Mannschaft spielt halt zur Zeit sehr gut und deswegen habe ich jetzt keine Änderungen am Line-up vorgenommen.

Fünf Spiele, fünf Siege, 25:12-Tore belegen die Aussage des Berliner Chef Coaches. Die Eisbären hatten auswärts kein Problem mit dem Tore schießen, das hatte man nur zu Hause. Weil man dort einfach zu kompliziert spielte, zu hektisch, zu selten den Schuss in der richtigen Situation abgab. Das änderte man gegen Lugano und gegen Köln und prompt klingelte es elf Mal im gegnerischen Tor. Mit jedem weiteren Tor steigt natürlich auch das Selbstvertrauen der Spieler und die Siegesserie lässt die Brust nur noch breiter werden.
Aubin hatte es immer wieder gepredigt, als man zu Hause Niederlagen kassierte. Immer wieder sagte er, man befinde sich noch im Prozess, es muss sich noch alles finden und jetzt sieht man, dass er damit Recht hatte. Wenn gleich natürlich auch nach wie vor noch nicht alles rund läuft, was aber nach erst elf gespielten Spielen auch kein Wunder ist. Aber man hat die Fehler angesprochen und diese Stück für Stück, Spiel für Spiel abgestellt und so konnte man die jüngste Erfolgsserie starten.

Und war man zu Beginn vielleicht noch zu sehr von der Top-Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron abhängig, so scort nun auch regelmäßig die zweite Reihe, welche am Sonntag Matt White, Zach Boychuk und Yannick Veilleux bildeten. Letzterer kommt immer besser in Fahrt und traf gegen die Haie gleich zweimal.
Doch nicht nur der Offensiv-Motor zu Hause kommt so langsam aber sicher ins laufen. Nein, auch das Powerplay war einer der Hauptgründe für den ersten DEL-Heimsieg in dieser Saison. Die in dieser Spielzeit bekannte Schwäche der Domstädter in Sachen Disziplin fiel ihnen in der Hauptstadt auf die Füße. Die zuvor in Überzahl äußerst harmlosen Eisbären schossen vier der fünf Tore gegen Köln in Überzahl. Zuvor waren es ganze drei Tore in zehn Spielen gewesen, womit man das schwächste Überzahlspiel der gesamten Liga hatte. Die Erfolgsquote lag bei unter zehn Prozent. Jetzt ist man auf Platz Dreizehn angekommen mit einer Erfolgsquote von 17,95 Prozent (7 Tore in 39 Überzahlsituationen).

Es ist kein Geheimnis, dass zwei gut funktionierende Special Teams mit spielentscheidend sein können. Das Penaltykilling der Berliner funktionierte bis dato schon sehr gut, nun also auch das Überzahlspiel. In Unterzahl sind die Berliner gar die drittbeste Mannschaft mit einer Erfolgsquote von 82,05 Prozent. Nur Mannheim und Wolfsburg sind noch besser, das aber auch deutlich.

Die Eisbären basteln also immer mehr an ihrer Meisterform, doch davon ist man natürlich noch ein gutes Stückchen entfernt. Denn noch immer hapert es an den punktgenauen Zuspielen zum Gegner, noch immer bringt man die Scheibe zu langsam aus dem eigenen Drittel. Was gegen Köln aber schon besser wurde.
Das sie viele Torschüsse abgeben, war bereits bekannt, doch führten diese eben bisher nur auswärts zum Erfolg. Jetzt aber hat es auch endlich mal zu Hause geklappt und das, obwohl man mit 31 Schüssen sieben weniger abgab, als das noch in Bietigheim und Nürnberg der Fall war. Aber die Qualität der Schüsse, gerade auf heimischen Eis, war eben deutlich besser als in den ersten vier Ligaspielen zu Hause.

Haben wir oben die beiden ersten Sturmreihen angesprochen, welche sich immer mehr warm schießen, so dürfen wir aber auch nicht andere Spieler vergessen, welche in der vergangenen Woche auf sich aufmerksam gemacht haben. So erzielte zum Beispiel ein Eric Mik gegen Köln sein erstes DEL-Tor. Ein Kai Wissmann legte in Nürnberg ein Drei-Punkte-Spiel (1 Tor/2 Vorlagen) hin. Was natürlich Goldwert ist für die Hauptstädter, dass von immer mehr Spielern Gefahr ausgeht, was es dem jeweiligen Gegner schwer macht, sich auf die Berliner einzustellen. Denn auch die dritte und vierte Reihe kann in einigen Wechseln immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen.
Und dann darf man ja auch nicht vergessen, dass mit Frans Nielsen jetzt auch noch ein echter NHL-Star kurz vor seinem Debüt bei den Eisbären steht. Mit ihm erhalten die Berliner noch mehr Tiefe im Kader, haben noch mehr Möglichkeiten, anzugreifen. Aber: Der Transfer erhöht auch den Konkurrenzkampf in der Offensive, ist Nielsen doch der zehnte Importspieler beim Hauptstadtclub. Neun dürfen allerdings nur auf dem Spielberichtsbogen stehen. Da wird im Training nun also hart gekämpft, um am Spieltag im Line-up zu stehen.

Den Trainer wird das freuen, denn so hat er nach wie vor hungrige Spieler im Kader, welche die Erfolgsserie am liebsten unendlich fortsetzen wollen. Die Chance auf Sieg Nummer Sechs in Folge besteht am Sonntagnachmittag, wenn der ERC Ingolstadt zu Gast ist. Morgen haben die Berliner spielfrei, somit können sie die Akkus nach dem gestrigen Auswärtssieg in Lugano zum Abschluss der CHL wieder aufladen.
Und am Sonntag hat man dann auch einen wohlmöglich noch lauteren siebten Mann hinter sich. Denn nachdem die Eisbären auf „2G“ umgestellt haben, können nun noch mehr Fans in die Arena am Ostbahnhof strömen. Dann kann aus der Arena wieder der altbekannte Hexenkessel werden, der den Gegnern das fürchten lehrt. Der Heimfluch ist besiegt und jetzt wird es Zeit, nicht nur die Siegesserie weiter auszubauen. Nein, jetzt wird es Zeit, eine Heimserie zu starten und die Arena am Ostbahnhof wieder zu einer uneinnehmbaren Festung zu machen.

Der sechste Streich auf fremdem Eis! Die Eisbären Berlin schießen Nürnberg in deren Arena mit 6:2 ab

Das halbe Dutzend an Auswärtssiegen ist voll: Die Eisbären Berlin haben auch bei den heimstarken Nürnberg Ice Tigers gewonnen. Am Ende setzte man sich deutlich mit 6:2 (1:1,3:0,2:1) durch und holte somit im sechsten Auswärtsspiel der Saison den sechsten Auswärtssieg. Dennoch sprach Kai Wissmann nach dem Spiel davon, dass es „kein 6:2-Spiel“ war.

Bei den Eisbären kehrte Kapitän Frank Hördler in den Kader zurück. Er nahm auch seinen gewohnten Platz neben Kai Wissmann ein. Ansonsten blieben die Sturmreihen wie in Bietigheim und gegen Lugano zusammen. In der Defensive gab es eine Änderung im Vergleich zum Bietigheim-Spiel. Simon Després, in Bietigheim noch siebter Verteidiger, spielte heute neben Nicholas B. Jensen. Dessen Partner beim Aufsteiger, Eric Mik, war dafür heute siebter Verteidiger. Und im Tor kehrte Mathias Niederberger zwischen die Pfosten zurück. Mark Zengerle und Korbinian Geibel, die am Dienstag noch gegen Lugano spielten, standen heute nicht im Kader.

Eine schwere Aufgabe wartete auf den Deutschen Meister, denn Nürnberg zeigte sich unter dem Duo Stefan Ustorf/Manuel Kofler stark verbessert und gewann zwei der drei Spiele unter deren Leitung. Zudem waren die Franken sehr heimstark, während die Eisbären mit dem Vereinsrekord von fünf Auswärtssiegen zum Saisonstart im Gepäck nach Nürnberg reisten.
Und der Start war überragend. Ganze 36 Sekunden waren gespielt, als Blaine Byron die Übersicht vor dem Tor behielt und die Scheibe über die Linie drückte – 1:0.
Ein rasanter Beginn in Nürnberg, beide Mannschaften waren offensiv ausgerichtet und schenkten sich keinen Zentimeter Eis, beide waren sofort physisch drin im Spiel. Beide Teams suchten auch immer wieder den Abschluss vor dem Tor. Immer wieder gab es Phasen, wo sich mal Nürnberg und mal Berlin im gegnerischen Drittel festsetzten.
Mitte des Auftaktdrittels eine gute Phase der Hausherren, wo sie Berlin stark unter Druck setzen konnten, sich aber nicht für den Aufwand belohnten. Aber Nürnberg machte fortan weiter und die Führung der Eisbären stand so auf wackeligen Beinen.
Sieben Minuten vor dem Ende war dann aber mal Zach Boychuk durch, scheiterte jedoch an Niklas Treutle. Da hätte er für eine vorerst beruhigende 2:0-Führung sorgen können. So war es aber weiterhin eine sehr interessante Partie, wo es hin und her ging und immer wieder Gefahr vor dem gegnerischen Tor gab.
Und gut drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels sorgte Gregor MacLeod für den Ausgleich, setzte immer wieder nach und netzte dann aus der Drehung heraus zum 1:1 ein (17.). Angesichts des Spielverlaufes ein verdienter Spielstand. Mit dem ging es übrigens auch in die erste Drittelpause.

Das zweite Drittel ging gleich so weiter. Es brannte sofort wieder vor beiden Toren. Gerade vor dem der Ice Tigers, die Eisbären nämlich früh mit einem richtig guten und druckvollem Wechsel. Doch Niklas Treutle ließ keine Scheibe durch. Auch nicht bei einem Alleingang von Matt White. Aber ja, Berlin und Alleingänge in dieser Saison, das wird wohl nichts mehr.
Und Nürnberg? Die waren nicht ganz so präsent wie die Eisbären vor dem Tor, aber nach acht Minuten im Mitteldrittel zog Daniel Schmölz aus der Drehung ab, doch sein Schuss klatschte an den Pfosten. Glück für die Berliner.
Doch die hatten hier deutlich mehr Spielanteile im zweiten Drittel. Und gut sieben Minuten vor dem Ende zog Kai Wissmann einfach mal vom rechten Bullykreis ab und sein Schlagschuss schlug hinter Treutle ein – 2:1 (33.). Und nur 57 Sekunden später zog Nicholas B. Jensen einfach mal ab, Treutle ließ die Scheibe nur prallen und Marcel Noebels staubte ab – 3:1 (34.). Ein Doppelschlag, der Nürnberg natürlich weh tat. Aber die Führung war nach dem Verlauf des zweiten Drittels verdient.
Und jetzt rollte der Auswärts-Express wieder los. Yannick Veilleux fuhr mit der Scheibe an der blauen Linie entlang, brachte sich in Schuss-Position und zog ab. Zach Boychuk fälschte vor dem Tor ab und schon stand es 4:1 für die Eisbären (36.).
Vier Minuten vor der zweiten Pause kassierten die Eisbären die erste Strafzeit der Partie, Nürnberg also mit der Chance in Überzahl, nochmal einen Fuß in die Partie hinein zu bekommen. Aber eigentlich auch schlau von den Eisbären, die erste Strafzeit erst bei einer sicheren Führung zu nehmen. Denn Nürnberg stellt das zweitschlechteste Powerplay der Liga – nur die Eisbären sind noch schlechter als die Ice Tigers. Nürnberg spielte zwar ein gutes Überzahl, aber es gelang ihnen eben kein Treffer. Und in so einem Spiel könnte dich ein gut funktionierendes Powerplay noch einmal zurück ins Spiel bringen.
Den Hausherren bot sich aber schnell die zweite Chance zum Anschlusstreffer. Die Eisbären mit der zweiten Strafzeit in diesem Drittel und erneut Powerplay für die Mannschaft von Interimstrainer Stefan Ustorf. Und auch dieses Überzahlspiel sah gut aus, aber die Eisbären nahmen eine souveräne 4:1-Führung mit in die Kabine.

30 Sekunden musste man aber im Schlussdrittel noch in Unterzahl überstehen. Aber das war kein Problem, Nürnberg konnte in dieser kurzen Zeit für keinerlei Gefahr sorgen.
Danach lief es aber besser für die Hausherren, die immer wieder den Abschluss suchten. So ganz wollte man das Spiel hier nicht abschenken. Aber egal was Nürnberg versuchte, Mathias Niederberger machte die Schotten dicht.
Und die Eisbären? Die kamen einmal vors Tor und trafen. Ex-Ice-Tiger Leo Pföderl schnappte sich die Scheibe, marschierte über die Eisfläche und vollendete aus ganz spitzem Winkel – 5:1 (46.). Damit war die Messe hier dann auch gelesen.
Die Franken kurz darauf mit dem dritten Powerplay der Partie, aber da merkte man dann schon, dass der fünfte Gegentreffer die letzten Hoffnungen auf etwas Zählbares in dieser Partie bei Nürnberg zerstört hatte.
Und bei den Eisbären klappte jetzt alles. Alleingang Matt White und im 13. Anlauf verwerteten die Berliner so etwas in dieser Saison auch mal – 6:1 (49.).
An so einem Abend muss es doch auch mit einem Powerplaytor klappen. Knapp vier Minuten vor dem Ende kassierte Nürnberg die erste Strafzeit der Partie und da es eine 2+2-Minuten-Strafzeit war, konnten die Berliner des Rest der Partie in Überzahl spielen. Und daraus wurde am Ende sogar eine zweiminütige doppelte Überzahl. Jetzt musste es doch klappen mit einem Tor des schlechtesten Powerplays der Liga. Chancen waren auch da, das Powerplay wurde gut aufgezogen, aber es bleibt eben eine Baustelle im Team der Eisbären. Auch, weil Gregor MacLeod eine Sekunde vor dem Ende in doppelter Unterzahl zum 6:2-Endstand traf. Mathias Niederbergers Reaktion darauf war eindeutig – der Schläger musste dran glauben. Das letzte Gegentor war eben einfach komplett unnötig.

Aber das war am Ende nur ein kleiner Schönheitsfleck. Denn letztendlich zählt der sechste Auswärtssieg in Folge. Das frühe Tor spielte den Eisbären dabei sicherlich in die Karten, wenn gleich es danach ein Duell auf Augenhöhe war und sowohl Nürnberg als auch die Eisbären ihre Chancen hatten. Auch im zweiten Drittel hätte es durchaus in die andere Richtung gehen können, wenn Daniel Schmölz statt des Pfosten das Tor getroffen hätte. Zu dem Zeitpunkt stand es nämlich noch 1:1. Aber dann kamen die drei verhängnisvollen Minuten für Nürnberg, wo die Zustimmung hinten nicht stimmte und die Berliner auf 4:1 davon zogen. Von diesem Dreifachschlag erholte sich Nürnberg dann nicht mehr, auch wenn sie es versuchten. Aber spätestens die beiden Gegentore im Schlussdrittel raubten Nürnberg die letzte Hoffnung. Dass bei den Eisbären dann auch endlich mal ein Alleingang verwertet wurde, machte diesen Abend rund. Das Gegentor bei doppelter Überzahl wird aber von Trainer Serge Aubin garantiert nochmal angesprochen.
Einen Spieler will ich aber noch hervorheben – Kai Wissmann! Der junge Verteidiger zeigte eine starke Partie und sammelte insgesamt vier Scorerpunkte. Neben seinem Tor bereitete er noch drei weitere Treffer. Das sollte natürlich nicht unerwähnt bleiben.
Mit dem sechsten Auswärtssieg in Serie sind die Eisbären nur noch einen Sieg vom DEL-Startrekord entfernt. Aber das nächste Ziel sollte am Sonntag jetzt erst einmal der erste DEL-Heimsieg gegen die Kölner Haie sein. Das Selbstvertrauen ist auf jeden Fall da, nach nun drei Pflichtspielsiegen in Serie.

6:3-Sieg gegen Lugano! Die Eisbären schießen sich beim ersten Heimsieg der Saison den Heim-Frust von der Seele

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #7:

Im siebten Anlauf hat es endlich geklappt: Die Eisbären Berlin haben am Dienstagabend im Rahmen der Champions Hockey League (CHL) den ersten Heimsieg der Saison gefeiert. Gegen den HC Lugano setzte man sich hochverdient mit 6:3 (2:1,3:1,1:1) durch und konnte somit den ersten Heimsieg mit den eigenen Fans bejubeln. Dennoch nützte ihnen der Sieg am Ende nichts, weil im Parallelspiel Skelleftea gewann und somit keine Chance mehr auf das Erreichen der KO-Phase besteht. Doch die Chancen waren eben schon vor dem Spiel sehr gering und so nimmt man die positiven Dinge aus diesem Spiel mit. Und davon gab es ja einige.

Eisbären Chefcoach Serge Aubin ließ Kapitän Frank Hördler heute draußen, dafür kehrten Mark Zengerle und Korbinian Geibel in den Kader zurück. Die vier Angriffsreihen blieben wie in Bietigheim zusammen, in der Defensive waren es Morgan Ellis und Jonas Müller, welche erneut ein Verteidiger-Pärchen bildeten. Den Platz von Hördler neben Kai Wissmann nahm Nicholas B. Jensen ein und den Platz vom Dänen neben Eric Mik übernahm Simon Després, welcher beim Aufsteiger noch siebter Verteidiger war. Diese Position übernahm heute Korbinian Geibel, während Mark Zengerle 13. Stürmer war. Im Tor stand heute Youngster Tobias Ancicka. Stammgoalie Mathias Niederberger bekam eine Pause, schließlich geht es ja bereits am Donnerstag im Liga-Alltag weiter.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Ausgangslage war klar. Nur zwei Siege würden die theoretische Chance der Hauptstädter Aufrecht erhalten, es doch noch in die KO-Phase zu schaffen. Und der Start der Hausherren war gut. Keine zwei Minuten waren gespielt, da fuhren die Eisbären einen Zwei-auf-Eins-Konter, Parker Tuomie mit dem Pass rechts raus auf Kevin Clark, doch Thibault Fatton im Tor von Lugano fuhr die Schoner aus.
Nur eine Minute später kassierten die Schweizer die erste Strafzeit der Partie, die Berliner somit mit dem ersten Powerplay der Partie. Doch das war wie gewohnt äußerst schwach, die Pässe kamen nicht an und so ließ man diese Chance ungenutzt und konnte auch für keinerlei Gefahr sorgen.
Sieben Minuten waren gespielt, da konterte Lugano mit einem Zwei-auf-Eins, Alessio Bertaggia netzte eiskalt ein – 0:1. Angekündigt hatte sich das nicht, weil Berlin schon im Vorwärtsgang war, aber weiterhin zu unsicher im Passspiel auftrat und so die Scheiben immer wieder schnell verlor.
Nach dem ersten Powerbreak hatte Lugano das erste Powerplay, Leo Pföderl musste auf die Strafbank. Doch das Penaltykilling mit ganz starker Arbeit, brachte immer wieder einen Schläger dazwischen und konnte sich immer wieder befreien. Während das Überzahl also weiterhin kränkelt, überzeugte das Unterzahlspiel gleich beim ersten Einsatz mit guter Arbeit.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären spielten anschließend weiter nach vorne und kamen auch immer mal wieder zum Abschluss, leider bisher ohne Erfolg. Bis zur 14. Spielminute, da zog Simon Després einfach mal von links außen ab und erzielte damit den Ausgleich – 1:1.
Und die Hausherren machten weiter, man merkte ihnen den unbedingten Willen an, den Heimfluch heute endlich zu besiegen. Die Mannschaft von Coach Serge Aubin kannte nur einen Weg und der war nach vorne ausgerichtet. Und knapp vier Minuten vor dem Ende belohnten sich die Berliner mit der erstmaligen Führung. Die Eisbären erkämpften in der linken Bandenrundung die Scheibe und am Ende war es Zach Boychuk, welcher Fatton ein zweites Mal an diesem Abend überwinden konnte – 2:1 (17.). Mit etwas Glück, denn Boychuk wollte eigentlich eine Pass spielen, doch vom Verteidiger rutschte die Scheibe über die Linie. Diese Führung nahmen die Hauptstädter auch mit in die erste Drittelpause. Und sie war redlich verdient, denn die Eisbären investierten viel in dieses Spiel, wenn gleich noch nicht alles klappte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auch ins Mitteldrittel fanden die Eisbären gleich richtig gut rein und hatten einen starken Wechsel direkt zu Beginn. Da hätte durchaus schon das dritte Tor fallen können. Das fiel dann aber in der 25. Spielminute. Die Eisbären erkämpften den Puck an der gegnerischen blauen Linie, Leo Pföderl war durch und zog ab – 3:1 (25.). Endlich belohnten sie sich mal für ihre herausgespielten Chancen.
Und anscheinend war heute der Tag der Tage, an dem die Eisbären sich ihren Frust von der Seele schießen würden. Denn noch immer war die Hälfte des Spiels nicht um und die Eisbären erhöhten auf 4:1. Nicholas B. Jensen brachte die Scheibe Richtung Tor, Blaine Byron fälschte entscheidend ab (28.). Danach war der Arbeitstag von Thibault Fatton beendet, für ihn kam Davide Fadani zwischen die Pfosten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Da kommt jetzt natürlich immer mehr der Gedanke auf, dass es an den fantastischen Eisbären-Fans gelegen hatte. Denn in der DEL waren stets über 6.000 Zuschauer da und die bekamen keinen Heimsieg zu sehen. Heute waren es nur 1.418 Zuschauer und schon platzt bei den Eisbären der Knoten. Denn auch fortan die Eisbären immer wieder gefährlich und mit guten Chancen.
Nach dem zweiten Powerbreak im Mitteldrittel mussten die Eisbären aber erst einmal wieder Defensivarbeit verrichten, denn Matt White suchte die Strafbank der Gastgeber auf. Und in Überzahl verkürzten die Gäste aus der Schweiz auf 4:2. Calvin Thurkauf war in Überzahl erfolgreich (34.).
Können die Eisbären auch Powerplay? Den Beweis durften sie knapp vier Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels erbringen, als Lugano eine Strafzeit wegen Spielverzögerung bekam. Und sie konnten es beweisen. Blaine Byron drehte sich einmal kurz rum und zog dann ab – 5:2 (38.). Wenn der Knoten einmal platzt, dann geht alles. Vielleicht lag es aber auch daran, dass es sich bis zur Eisbären-Spielerbank herum gesprochen hatte, dass Skelleftea gegen Tampere mit 6:1 gewann und somit alle Hoffnungen auf das Erreichen der KO-Phase zu Nichte gemacht waren.
Egal, der sich anbahnende Sieg wäre auf jeden Fall Balsam für die geschundene Heim-Seele und würde jede Menge Selbstvertrauen mit sich bringen. Doch zunächst einmal musste man noch weiter hart arbeiten und zum Ende hin auch nochmal in Unterzahl agieren. Eric Mik musste auf die Strafbank und die Schweizer wieder in Überzahl. Doch bis zum Ende der Sirene passierte nichts mehr und somit nahmen die Eisbären eine souveräne 5:2-Führung mit in die Kabine. 44 Sekunden musste man zu Beginn des Schlussabschnitts aber noch mit einem Mann weniger überstehen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Aber das war kein Problem, auch diese Zeit überstand man schadlos und steuerte weiter dem ersten Heimsieg entgegen. Erst recht, als man in der 44. Spielminute das halbe Dutzend voll machte. Bennet Roßmy steckte klasse durch und Yannick Veilleux schob locker und lässig zum 6:2 ein.
Damit war die Messe hier natürlich endgültig gelesen. Und doch war es schön anzuschauen, wie befreit die Eisbären jetzt hier aufliefen. Denn immer wieder rollte der Eisbären-Express Richtung Lugano-Tor und hätte durchaus noch mehr Tore erzielen können. Die Spielfreude war endlich auch auf eigenem Eis zurück und das genossen die Spieler sichtlich.
Auf den Rängen war die Party längst im vollen Gange, da störte auch der Anschlusstreffer der Schweizer in der 57. Spielminute nicht mehr. Die Partie war längst entschieden und die Eisbären hatten den ersten Heimsieg in der Tasche.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Da ist er also, der erste Heimsieg der Saison. Und das die Jungs den heute holen wollten, das machten sie von der ersten Sekunde an deutlich. Selbst der Rückstand verunsicherte die Eisbären nicht, stattdessen blieben sie geduldig. So, wie sie es auswärts immer sind und damit hatte man ja stets Erfolg. Heute hatte man die Geduld endlich auch auf dem eigenen Eis und konnte seine zahlreichen Chancen eiskalt nutzen. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr sah man die Spielfreude bei den Eisbären, denen sichtlich mehr als nur ein Stein vom Herzen gefallen war. Denn das nagte doch schon sehr an den Spielern. Doch nun ist diese Zeit vorbei und man holte den zweiten Sieg in Serie. Vielleicht ist das ja jetzt der Start der ersten Siegesserie der Eisbären Berlin.

Die Eisbären Berlin nach neun DEL-Spieltagen: Auswärts Erster – Zuhause Letzter

Die unglaubliche Serie der Eisbären Berlin hält auch nach neun Spieltagen in der PENNY DEL weiterhin an. Am Freitagabend kassierte man beim 1:3 gegen die Düsseldorfer EG die vierte Heimniederlage in Folge – inklusive CHL steht man sogar bei sechs Heimpleiten in Serie. Dafür holte man am Sonntagabend beim 4:2 in Bietigheim den fünften Auswärtssieg im fünften Auswärtsspiel der Saison. Damit sorgte man zugleich für einen neuen Vereinsrekord, denn noch nie zuvor waren die Berliner mit fünf Auswärtssiegen am Stück in die Saison gestartet. Und so hat man weiterhin das kuriose Bild in der Tabelle: Zuhause ist man mit 4:13-Toren und nur einem Punkt das schlechteste Heimteam der Liga, auswärts hingegen führt man die Tabelle mit der vollen Punktzahl von 15 Punkten und 22:7-Toren an. In der Gesamt-Tabelle blieben die Eisbären nach den beiden Spielen auf Platz Fünf mit nun 16 Punkten und 26:20-Toren.

Die Spieler der Eisbären werden immer wieder gefragt, woran dieser Unterschied liegt, dass es auswärts läuft und man zu Hause gefühlt nichts auf die Reihe bekommt. Marcel Noebels wurde daher nach dem Heimspiel gegen Düsseldorf gefragt, was es denn zur Zeit so schwierig macht, zuhause zu spielen?

Daran liegt es jetzt glaube ich nicht, ob wir zuhause oder auswärts spielen. Für mich macht es keinen Unterschied. Ich gehen ins Spiel rein genauso heim wie auswärts. Das sollte eigentlich kein Faktor sein. Eigentlich sollten wir zuhause mehr Punkte holen wie auswärts. Aber den Schalter haben wir bisher nicht umgelegt. Es wird natürlich Zeit, so langsam in die Spur zu finden.

Die Berliner sind auf Spurensuche, doch einen richtigen Ansatz hat man bisher nicht gefunden. Was bei den Heimspielen, insbesondere jetzt wieder am Freitag gegen die DEG auffiel, man erlaubt sich zu viele individuelle Fehler, bekommt den Pass nicht sauber zum Mitspieler gespielt und alleine der Aufbau aus dem eigenen Drittel heraus dauert enorm lange. Und wenn, dann gelingt er auch zu selten. Marcel Noebels wirkte diesbezüglich auch etwas ratlos:

Also ich finde auch, dass wir von hinten viel zu selten vernünftig aus der Zone kommen. Aber wir haben zu viele Scheibenverluste alleine schon im eigenen Drittel. Es fängt ja bei uns schon an, dass wir keinen guten ersten Pass spielen und meistens eigentlich der Scheibe hinterher rennen, obwohl wir sie eigentlich vorher hatten. Wir müssen wieder zusammenfinden, damit wir enger zusammen sind, damit wir uns besser unterstützen, keine 30-Meter-Pässe über das Eis spielen. Ich bin selber so ein bisschen ratlos gerade, warum wir so auftreten. Ich hoffe, dass wir als Mannschaft da wieder raus finden.

Chancen erspielt man sich ja, sowohl zuhause als auch auswärts. Aber die Eisbären schaffen es zurzeit nicht, beste Chancen zu nutzen. Auch Marcel Noebels eben nicht, der am Freitag mit Blaine Byron ein 2-auf-0-fuhr, die Scheibe aber nicht am DEG-Goalie vorbei bekam. Das sind normalerweise sichere Tore für den Berliner Torjäger, der solche Chancen eigentlich mit verbundenen Augen macht. Aber nicht in dieser Saison. Da wirken die Eisbären irgendwie nicht ganz bei der Sache, wenn sie zuhause vor den eigenen Fans spielen. Hinten die bereits angesprochenen individuellen Fehler und das sehr langsame rauskommen aus der eigenen Zone, vorne spielt man das einfach zu hektisch und will lieber noch den einen Pass spielen oder den einen Kringel fahren, statt einfach mal die Scheiben zum Tor zu bringen. Eben das, was sie auswärts machen und wo es ja bisher auch bestens klappt.
Vier Tore in vier Heimspielen sind eines Deutschen Meisters unwürdig. Am Freitag waren es wieder 35 Torschüsse, nur einer fand den Weg ins Netz. In Bietigheim waren es zwei Tage später nur drei Torschüsse mehr, aber eben auch drei Tore mehr. Die Erklärung dafür ist aber einfach: Gegen Düsseldorf gab man nur 16 Prozent aller Schüsse aus dem Slot ab, weil die DEG die gefährlichen Räume gut zu machte und die Eisbären so immer wieder nach außen zwang oder zu Schüssen von der blauen Linie. In Bietigheim kam man dann nach Anlaufschwierigkeiten besser vor das Tor und gab 36 Prozent aller Schüsse aus dem Slot ab.

Was aber bei den Eisbären weiterhin ein Problem ist: Sie sind zu abhängig von der Top-Reihe um Marcel Noebels. Diese war für das einzige Tor gegen Düsseldorf verantwortlich. Dahinter wird es dann schon eng, wobei immer mal wieder die Reihe um Matt White, Zach Boychuk und Giovanni Fiore auf dem Scoreboard auftaucht. Aber den Berlinern mangelt es da noch an der nötigen Tiefe, dass auch mal die hinteren Reihen treffen. Gestern war da sicherlich schon mal ein guter Ansatz, als die vierte Reihe den so wichtigen Ausgleich erzielte. Aber solche Momente kommen noch zu selten im Berliner Spiel vor.
So verwundert auch nicht die Eiszeit, dass es gegen die DEG Marcel Noebels, Leo Pföderl, Matt White und Zach Boychuk waren, welche über 20 Minuten Eiszeit kamen. Bis auf Boychuk hatten die drei anderen Stürmer auch beim Aufsteiger über 20 Minuten Eiszeit. Die Last wird da noch auf zu wenige Schultern verteilt.

Auch das Powerplay bleibt weiterhin eine große Baustelle beim Deutschen Meister. Insgesamt 12:36-Minuten war man am Wochenende in Überzahl, kein einziger Treffer sprang dabei heraus. Inzwischen haben die Eisbären das schwächste Powerplay der gesamten Liga. Gerade in engen Spielen und gegen Spitzenteams kann ein starkes Powerplay von großer Bedeutung sein. Doch das Powerplay der Eisbären sorgt für keinerlei Angst in der PENNY DEL.

Die zur Zeit dürftigen Leistungen auf eigenem Eis mündeten am Freitagabend im ersten kleineren Pfeifkonzert nach der Schlusssirene. So langsam aber sicher ist eben auch die Geduld der Fans zu Ende. Man kann immer verlieren, aber dann muss auch die Leistung stimmen, aber wenn es wie am Freitag in den ersten beiden Dritteln dem Fan weh tut, den Eisbären beim spielen zuzuschauen, dann kommen die Pfiffe nicht von ungefähr. Das wirkte teilweise wie ein planloses Anrennen, ein kopfloses herum stolpern auf eigenem Eis. So einen richtigen Gameplan hat man zuhause noch nicht erkennen können.

In dieser Woche gibt es wieder zwei Möglichkeiten, die Heim-Misere zu beenden. Morgen Abend trifft man in der Champions Hockey League (CHL) auf den HC Lugano aus der Schweiz und am Sonntag sind die Kölner Haie in der PENNY DEL zu Gast in der Hauptstadt. Da sollte der Heimfluch endlich besiegt werden.

Schauen wir noch kurz auf die Youngsters, bleibt festzuhalten, dass Eric Mik weiterhin gut Eiszeit erhält. Gegen die DEG waren es 12:17 Minuten und in Bietigheim 9:42 Minuten. In Bietigheim waren es zudem noch 1:56 Minuten in Unterzahl. Sebastian Streu kam auf 7:49 Minuten (Düsseldorf) und 12:22 Minuten (Bietigheim). Auch Streu kam in Bietigheim in Unterzahl zum Einsatz (1:42 Minuten).
Bennet Roßmy kam nur auf 2:34 Minuten (Düsseldorf) und 3:44 Minuten (Bietigheim).

Ob Trainer Serge Aubin für das morgige CHL-Spiel Spieler schonen wird, stand heute noch nicht fest. Die Berliner waren mit nur einem Punkt in die CHL gestartet und haben nur noch theoretische Chancen auf das Erreichen der KO-Phase. Von daher würde es nicht verwundern, wenn Aubin etwas rotiert, zumal bereits am Donnerstag das nächste Ligaspiel in Nürnberg ansteht.

1:3! Auch das vierte Heimspiel geht verloren – Eisbären enttäuschen erneut ihre Fans und kassieren Pfiffe am Ende der Partie

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #6:

Viertes Heimspiel, vierte Niederlage: Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin sieglos auf heimischem Eis. Auch gegen die Düsseldorfer EG setzte es eine Niederlage. Am Ende unterlag man den Rheinländern mit 1:3 (0:1,0:0,1:2). Dabei enttäuschten die Eisbären auf ganzer Linie und kassierten erstmals Pfiffe am Ende eines Heimspiels.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin ließ im Vergleich zum Krefeld-Spiel diesmal Mark Zengerle draußen. Für ihn rückte Youngster Bennet Roßmy in den Kader. Zudem stellte Aubin sowohl in der Defensive als auch der Offensive um. Einzig die Top-Reihe um Marcel Noebels blieb zusammen. Matt White und Kevin Clark bekamen dieses Mal Yannick Veilleux an die Seite. Dort spielte in Krefeld noch Zach Boychuk. Dieser stürmte heute in Reihe Drei zusammen mit Giovanni Fiore und Parker Tuomie. Und die nominell vierte Reihe bildeten Manuel Wiederer, Sebastian Streu und Bennet Roßmy. Auch in der Defensive blieb nur das Duo Eric Mik und Simon Després zusammen. Morgan Ellis verteidigte heute mit Nicholas B. Jensen zusammen und Kai Wissmann mit Jonas Müller. Kapitän Frank Hördler war siebter Verteidiger. Und im Tor stand erneut Mathias Niederberger, als Back-up saß Leon Hungerecker auf der Bank.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Den Start verpennten die Hauptstädter komplett. 38 Sekunden waren gespielt, als Luca Zitterbart ungestört durchs Angriffsdrittel fahren konnte und ohne große Mühe zum 0:1 einschießen konnte (1.). Das ging zu einfach, Gutes Defensivverhalten sieht gänzlich anders aus.
Aber die schnelle Chance zum Ausgleich gab es bereits in der zweiten Spielminute. Joonas Järvinen kassierte die erste Strafzeit der Partie und die Eisbären waren somit erstmals in Überzahl. Aber das alte Lied: Eisbären und Powerplay, das passt irgendwie nicht mehr zusammen. Was waren das früher noch für Zeiten, als das Powerplay der Berliner gefürchtet war. Heute ist es nur noch ein laues Lüftchen, wenn überhaupt.
Die erste nennenswerte Chance der Eisbären hatte Leo Pföderl in der sechsten Spielminute. Aber bezeichnend für das Berliner Spiel, dass diese aus einer Einzelaktion entstand. Pföderl kam unbedrängt ins Angriffsdrittel, brachte sich in Schussposition, aber der Schuss stellte Mirko Pantkowski vor keine großen Probleme. Wenn es brenzlig vor dem Tor wurde, dann war es nur vor dem Berliner Tor der Fall.

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Die Eisbären wirkten irgendwie nicht ganz bei der Sache, während die DEG hoch konzentriert zu Werke ging und die Berliner mit ihren Angriffen immer wieder überraschten. Zudem spielte die Mannschaft von Coach Harold Kreis aggressives Forechecking, störte die Eisbären immer früh im Spielaufbau.
Die DEG stand sehr sicher in der Defensive, ließ kaum Lücken und so rannten die Eisbären meist kopflos an. Wirkliche Ideen waren den Spielzügen nicht zu entnehmen und dann wirkte es – wie in bisher jedem Heimspiel – einfach zu hektisch vor dem Tor.
Sechs Minuten vor dem Ende des ersten Drittels kassierte Eric Mik die erste Strafzeit für die Eisbären in dieser Partie. Aber das Penaltykilling war noch mit das Beste in diesem Drittel, man ließ keine Chance der Rheinländer zu und überstand die Unterzahl daher schadlos.
Aber wie gesagt, es blieb das einzig Gute in diesen ersten 20 Minuten. Die Eisbären wirkten nervös, verunsichert, leisteten sich zu viele Fehler. Es war eben wieder ein typischer Heimauftritt in dieser Saison. Der Spielstand von 0:1 nach dem Auftaktdrittel war übrigens auch noch etwas Positives.

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Das zweite Drittel begann mit zwei frühen Strafen gegen beide Mannschaften. Niklas Heinzinger auf Düsseldorfer und Kevin Clark auf Berliner Seite mussten in die Kühlbox, es ging mit 4-4 weiter. Doch aufregendes passierte mit etwas mehr Platz auf dem Eis nicht. Die Eisbären wirkten weiterhin zu hektisch in ihren Abläufen und so häuften sich weiterhin die Fehler bei den Hausherren.
Ein Beispiel gefällig? Da wird an der gegnerischen blauen Linie der Puck quer gespielt, doof nur, dass der eigene Mitspieler bereits zum Wechseln gefahren ist und der Pass ins Leere ging. Das sind individuelle Fehler, die dir nicht passieren dürfen.
Vielleicht brachte ja ein Überzahlspiel Besserung ins Spiel. Ex-Eisbär Alexander Barta suchte die Strafbank auf und bescherte den Eisbären das nächste Powerplay. Aber auch dieses Überzahlspiel verpuffte ohne Gefahr vor dem DEG-Tor.

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Aller guten Dinge sind drei? Jedenfalls sorgte Ex-Eisbär Daniel Fischbuch für das dritte Powerplay der Hausherren heute Abend. Aber die DEG-Defensive verstand es sehr gut, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen und so rannten die Eisbären planlos an. Sie fanden keine Lücke und die Pässe wurden meist unsauber gespielt. Nein, so kannst du kein Heimspiel in dieser Saison gewinnen. Mit dieser unkonzentrierten Spielweise und den zu vielen individuellen Fehlern.
Knapp eine Minute vor dem Ende die dicke Chance für die Eisbären, Blaine Byron und Marcel Noebels mit einem Zwei-auf-Null, der eigentlich sichere Ausgleich. Denkste! Nicht mit den Eisbären, die bekommen es nämlich auch hin, so eine Riesenchance kläglich zu vergeben. Fehlt da auf heimischen Eis etwa das nötige Selbstvertrauen? Jenes, welches man auswärts bisher immer gezeigt hat und daher alle vier Spiele gewonnen hat. Es bleibt unerklärlich, warum es diese gravierenden Unterschiede zwischen zuhause und auswärts gibt.
42 Sekunden vor dem Ende gab es einen Penalty für die DEG. Die Gäste mit einem Konter, Jonas Müller rettete in letzter Sekunde mit einem Foul. Den fälligen Penalty hielt Mathias Niederberger gegen Victor Svensson. Gab diese Parade der Mannschaft nun den nötigen Push für das letzte Drittel?

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Nein, denn nach nur 73 Sekunden schlug Düsseldorf ein zweites Mal an diesem Abend zu. Ein Schuss von der blauen Linie schlug hinter Niederberger im Tor ein – 0:2 durch Alexander Ehl (42.).
Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In der 44. Spielminute hauchte Leo Pföderl den Eisbären wieder Leben ein. Blaine Byron hatte es zunächst versucht, dessen Schuss wurde noch geblockt und Leo Pföderl staubte eiskalt ab – 1:2. Das Tor produzierte die Top-Reihe der Eisbären – Noebels, Byron, Pföderl. Sozusagen die Lebensversicherung der Berliner.
Und wieder war es die Reihe um Marcel Noebels. Blaine Byron mit dem Querpass von rechts nach innen zu Leo Pföderl, doch dessen Onetimer klatschte nur an das Aluminium. Auf jeden Fall waren die Eisbären jetzt etwas besser drin im Spiel und suchten auch mal den Abschluss. Das hatte Peter-John Lee in der zweiten Pause auch noch zu mir gesagt, dass die Jungs mehr auf das Tor schießen müssen. Daran hatten sich die Jungs offensichtlich gehalten.
Doch Vorsicht war nach wie vor geboten, denn die DEG versuchte immer wieder kleine Nadelstiche vor dem Eisbären-Tor zu setzen.

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Das letzte Powerbreak der Partie nutzte Eisbären-Coach Serge Aubin, um seine Spieler noch einmal um sich zu versammeln und ihnen letzte Anweisungen für die Schlussphase zu geben. Der Ausgleich sollte schließlich her. Und direkt danach zauberte sich Matt White über die Eisfläche bis vor das Düsseldorfer Tor, bekam die Scheibe aber nicht an Mirko Pantkowski vorbei. Aber nur, weil Joonas Järvinen ihn im letzten Moment hakte und damit entscheidend beim Torabschluss hinderte. Daraus resultierte das nächste Powerplay für die Eisbären. Doch auch dieses Überzahlspiel blieb erfolglos, mehr als ein Onetimer von Marcel Noebels sprang nicht bei heraus.
Erst als man wieder komplett war, hatte Kevin Clark den Ausgleich auf dem Schläger, als er völlig überraschend vor dem Tor an den Puck kam. Aber auch sein Schuss aus der Drehung ging am Tor vorbei. Doch die Eisbären versuchten nun noch einmal alles, das Spiel ging im letzten Drittel fast ausnahmslos in eine Richtung und zwar in die des Düsseldorfer Tores.
Es gab nur ein Problem für die Hausherren und das war die Zeit, denn die rannte immer schneller davon und so richtig gefährliche Chancen konnte man sich fortan nicht erspielen. Zum Ende nahm man auch noch Goalie Mathias Niederberger aus dem Tor, versuchte es nun also mit sechs Spielern. Aber bei der Erfolgsquote im Powerplay heute, versprach diese Maßnahme wenig Hoffnung. Zwar setzte man sich im Drittel der DEG fest, aber dort passte man die Scheibe nur hin und her, statt einfach mal den Schuss zu suchen. Als man diesen dann doch suchte, kam die DEG an die Scheibe und Jerry D’Amigo versenkte den Puck im verwaisten Berliner Tor – 1:3 (60.). Nach der Schlusssirene wurden die Eisbären mit einem kleinen aber feinen Pfeifkonzert verabschiedet. Es war schließlich die vierte Heimniederlage im vierten Heimspiel.

Und diese hatte man sich erneut selbst zuzuschreiben. Denn in den ersten 40 Minuten tat es weh, den Eisbären zuzuschauen. Da wirkte man einfach verunsichert und leistete sich zu viele individuelle Fehler. Im letzten Drittel gab es zwar ein kleines Aufbäumen und man kam auch noch einmal zum Anschlusstreffer. Aber für ein Heimspiel war das zu wenig. Für einen Deutschen Meister ist das zu wenig. Zurück bleiben enttäuschte Fans, welche zunehmend ratlos wirken. Die Heim-Misere bedarf einer gründlichen Aufarbeitung, denn so kann es nicht weitergehen.

Die Eisbären Berlin nach sieben DEL-Spieltagen: Auswärts weiterhin stark und zu Hause ohne Sieg

So langsam lohnt sich schon einmal ein erster Blick auf die Tabelle der PENNY DEL. Sieben Spieltage sind absolviert und vorne findet man mit München und Mannheim die zwei Schwergewichte des deutschen Eishockeys. Dahinter kommen der Vizemeister Wolfsburg und Köln, auf Platz Fünf folgen bereits die Eisbären Berlin. Damit hat man in der dritten Saisonwoche mal wieder einen Sprung in der Tabelle gemacht. War man nach dem ersten Wochenende noch auf Platz Sechs, rutschte man in der Woche darauf auf Rang Neun ab. Und nun verbesserte man sich also wieder und machte einen großen Sprung auf Platz Fünf.

Das war aber auch nur möglich, weil die Hauptstädter in der vergangenen Woche zwei der drei Spiele auswärts bestritten haben. Denn da läuft es für die Mannschaft von Coach Serge Aubin nach wie vor wie geschmiert. Das 4:0 in Straubing und das 3:1 in Krefeld waren die Auswärtssiege Nummer drei und vier in dieser Saison. Und das in insgesamt vier Auswärtsspielen. 18:5-Tore zeigt die Statistik in den vier Gastspielen an. Aubin wurde nach dem Sieg am Sonntag in Krefeld gefragt, was denn seine Mannschaft auswärts derzeit so stark macht?

Ich würde sagen, heute war unser härtestes Auswärtsspiel, aber die Jungs sind stabil geblieben. Es ist ihnen wichtig und deshalb haben sie Wege gefunden. Wir wollen natürlich nicht zwei Spiele in Folge verlieren. Gute Teams finden einen Weg nach einer Niederlage wieder zurückzukommen und das haben die Jungs heute getan.

Während man auf fremden Eis weiterhin ungeschlagen und ohne Punktverlust ist, wartet man zu Hause auch nach dem dritten Heimspiel immer noch auf den ersten Sieg. Den beiden deutlichen Niederlagen gegen München (1:4) und Mannheim (0:3) folgte am Freitagabend eine knappe 2:3-Niederlage n.V. gegen Wolfsburg. Wobei man da sagen muss, dass man sich diese Niederlage selbst zuzuschreiben hat. Denn wer in der Verlängerung eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis kassiert, braucht sich nicht über die Pleite zu wundern.
Was man aber nach dem Spiel am Freitagabend gegen Wolfsburg merkte, war der Frust, der bei den Spielern enorm tief saß. Leo Pföderl wurde zum Beispiel darauf angesprochen, was man abstellen kann, weil man zu Hause immer so einen schwierigen Start hat?

Ach, das ist doch Schwachsinn. Letztes Jahr haben wir auswärts die ersten fünf Spiele verloren und dann haben wir auf einmal auswärts gewonnen und am Schluss waren wir Meister. Also 6. Spieltag oder 5. oder 7., keine Ahnung. Weiter geht´s. Wir gewinnen unsere Spiele schon.

Ja, ihre Spiele gewinnen die Eisbären. Aber eben zur Zeit nur auswärts. Weil man zu Hause irgendwie das Gefühl hat, dass sie irgendetwas blockiert. Zwar kommt man zu Chancen, man kommt immer wieder vor das gegnerische Tor, aber dann bekommt man den Eindruck, dass sie zu hektisch werden. Hier noch ein Pass, da noch ein Kringel, statt einfach geradlinig zu spielen. So wie auswärts eben. Die Statistik zu Hause spricht da Bände – 3:10-Tore. Chancen waren genügend da, satte 99 Torschüsse gaben die Berliner in den bisherigen drei Heimspielen ab. Die Ausbeute von drei Toren ist dann doch definitiv zu wenig.

Die Heim-Misere nennt Stürmer Yannick Veilleux gar inakzeptabel, wie er nach dem Spiel gegen Wolfsburg am Freitag sagte:

Bei dem Kader, den wir haben, ist es inakzeptabel bei drei Siegen und drei Niederlagen zu stehen. Besonders zu Hause zu verlieren, ist inakzeptabel.

Auswärts hat man bis 128 Torschüsse abgegeben und dabei satte 18 Tore erzielt. Man hat das Gefühl, auswärts tun sich die Berliner leichter als zu Hause. Jedenfalls spielen sie auf fremden Eis befreiter auf und nutzen ihre Chancen deutlich besser als zu Hause. Auch steht man auswärts defensiv besser als zu Hause.
Dabei kam man ja in den drei Spielen der vergangenen Woche auch zu Chancen aus der gefährlichen Zone vor dem Tor. Waren es in Straubing noch 29 Prozent aller Schüsse, welche man aus dem Slot abgab, waren es gegen Wolfsburg und in Krefeld bereits 38 Prozent. Aber nutzen konnte man die Chancen eben nur auf gegnerischem Eis. Daran muss man definitiv arbeiten.

Woran man aber auch arbeiten muss? Man ist zur Zeit zu sehr von einzelnen Spielern abhängig. Wenn Tore geschossen werden, dann sind es meistens nur die Spieler aus Reihe eins oder zwei. So auch in den letzten drei Spielen, als Blaine Byron (3 Tore/0 Assists), Leo Pföderl (1/2) und Marcel Noebels (0/3) wieder am besten scorten. Hinzu kommt Matt White mit zwei Toren und auch Yannick Veilleux, welcher zweimal in den drei Spielen traf. Doch die Last des Toreschießens verteilt sich derzeit noch auf zu wenige Schultern.

Bei den Special Teams besteht weiterhin Luft nach oben. Zwar erzielte man in Straubing zwei Überzahltreffer, doch in den beiden anderen Spielen blieb man ohne Tor. Dafür kassierte man gegen Wolfsburg und in Krefeld je ein Gegentor in Unterzahl. Der Gegentreffer gegen Wolfsburg war dabei spielentscheidend und die Strafzeit vollkommen unnötig. Denn da hatte man zuvor das Zählen vergessen und wurde dafür bitter böse bestraft.
Das Powerplay bleibt weiterhin ein Sorgenkind, auch trotz der zwei Treffer am Pulverturm. Mit einer Erfolgsquote von 13,64 Prozent stellt man mit Krefeld aktuell das schlechteste Überzahlspiel der Liga.
Dafür sieht es in Unterzahl besser aus. Das Penaltykilling der Eisbären belegt zur Zeit Rang sechs mit einer Erfolgsquote von 79,31 Prozent.

Schauen wir auf die Youngsters der Berliner. Da wäre zunächst einmal Eric Mik zu erwähnen, denn ihm gelangen zwei Torvorlagen in den letzten drei Spielen. Von der Eiszeit her spielte Mik in Straubing 8:29 Minuten, gegen Wolfsburg 16:25 Minuten (was da aber an der Verletzung von Nicholas B. Jensen lag) und in Krefeld 14:35 Minuten (da ersetzte er Jensen in der Verteidigung komplett). Sebastian Streu kam auf 8:52 Minuten (Straubing), 4:44 Minuten (Wolfsburg) und 11:52 Minuten (Krefeld.). Bennet Roßmy kam auf 4:57 Minuten (Straubing) und 2:57 Minuten (Wolfsburg). Gegen Krefeld war er nicht dabei, dafür spielte Korbinian Geibel. Und der kam auf 5:37 Minuten. Mik und Streu bekamen zudem Eiszeit in den Special Teams.

Auf der Torhüterposition bestritt Mathias Niederberger alle drei Spiele. In Straubing feierte er seinen ersten Shutout in dieser Saison. In den Spielen gegen Wolfsburg und Krefeld kassierte er vier Gegentore. Inzwischen ist die „Krake von Riga“ wieder bei starken 93,04 Prozent Fangquote angekommen und weist einen Gegentorschnitt von 1,97 Gegentoren pro Spiel auf.

Am kommenden Wochenende haben die Eisbären die Chance, ihren Heimfluch zu brechen. Dann ist die Düsseldorfer EG in der Arena am Ostbahnhof zu Gast. Am Sonntag reisen die Berliner zum Aufsteiger nach Bietigheim. Während die Serie am Freitag zu Hause bitte enden soll, darf die auswärts gerne immer so weiter gehen.

2:3 n.V. gegen Wolfsburg: Zu viele individuelle Fehler sorgen für die dritte Heimniederlage im dritten Heimspiel der Saison

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #5:

Drittes Heimspiel, dritte Heimniederlage: Die Eisbären Berlin haben die Final-Neuauflage gegen die Grizzlys Wolfsburg mit 2:3 n.V. (1:2,0:0,1:0/0:1) verloren und bleiben somit auch nach dem dritten Heimspiel ohne Heimsieg. Zwar holte man den ersten Heimpunkt in dieser Saison auf heimischen Eis, aber das ist zu wenig. Die Niederlage ermöglicht hat eine Strafzeit in der Verlängerung wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Wenn man solche unnötigen Strafzeiten kassiert, braucht man sich am Ende nicht zu beschweren.

Die Eisbären gingen mit dem selben Line-up in das Spiel gegen den Tabellenführer wie am Mittwoch in Straubing. Hieß also auch, das erneut Mathias Niederberger im Tor stand und Parker Tuomie auf der Tribüne Platz nehmen musste.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Ziel für dieses Spiel war klar gewesen: Man wollte im dritten Anlauf endlich den ersten Heimsieg der Saison einfahren. Bisher hieß es 1:4 gegen München und 0:3 gegen Mannheim. Die erste Chance der Partie gehörte aber den Niedersachsen, die nach einem Berliner Scheibenverlust ein Zwei-auf-Eins hatten, doch Darren Archibald scheiterte an Mathias Niederberger. Die Eisbären spielten zwar auch nach vorne, aber leisteten sich hinten zu viele Fehler. Und so verwunderte es nicht, dass ein weiterer Fehlpass zum 0:1 führte. Thomas Reichel, ein Ex-Eisbär, war am Ende der Nutznießer und versenkte die Scheibe im Berliner Tor (6.).
Wolfsburg erzwang diese Fehler aber durch frühes Stören des Puck führenden Spielers. Mit dieser Spielweise hatte die Mannschaft von Coach Serge Aubin zu Beginn so ihre Probleme. Und Wolfsburg hatte so leichtes Spiel. Chris DeSousa mit zu viel Platz auf rechts, sah Anthony Rech am langen Pfosten völlig frei stehen und der hatte keine große Mühe, die Scheibe im Tor unterzubringen – 0:2 (9.).
Der Fehlstart für die Hauptstädter war also perfekt, doch es bestand die Chance, zum schnellen Anschlusstreffer. Denn Phil Hungerecker musste Mitte des ersten Drittels auf die Strafbank und ermöglichte den Eisbären somit das erste Powerplay der Partie. Es dauerte lange, aber es klappte am Ende dann doch noch mit dem Tor. Leo Pföderl hatte zu viel Platz im hohen Slot, zog ab und überwand damit Dustin Strahlmeier im Wolfsburger Tor – 1:2 (12.). Wolfsburg war da seit einer Sekunde wieder komplett. Es war erst das zweite Heimtor der Berliner im dritten Spiel.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Doch nun war es ein anderer Auftritt der Hausherren, die jetzt Wolfsburg selbst mal früh unter Druck setzten und sich somit zurück in die Partie kämpften. Doch knapp vier Minuten vor dem Ende schwächte man sich selbst, als Nicholas B. Jensen die erste Strafe für die Eisbären in diesem Spiel kassierte. Und aus der Wolfsburger Überzahl sollte sogar eine 41-sekündige doppelte Überzahl werden. Kai Wissmann musste ebenfalls in die Kühlbox. Wissmann? Strafe? Da war doch was? Genau! Gegen Mannheim kassierte er zwei Strafzeiten und beide führten zu Gegentoren. Das war heute zum Glück nicht der Fall, aber eins wurde wieder einmal deutlich. Die Eisbären riskieren zu viele unnötige Strafzeiten. In Unterzahl erlaubte man sich einen Stockschlag und einen Check von Hinten, beides wurde zum Glück nicht geahndet. Wenn es ganz doof läuft, kassierst du da die Strafzeiten Nummer drei und vier. So stand es nach 20 Minuten 1:2 aus Sicht der Eisbären.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und die Berliner kamen gut ins zweite Drittel, Blaine Byron war durchgebrochen, scheiterte aber an Strahlmeier. Die Richtung stimmte aber jetzt. Leo Pföderl mit einer Fackel, die dem Wolfsburger Goalie den Schläger aus der Hand schlug, doch aus dieser Situation konnten die Eisbären kein Kapital schlagen. Aber vielleicht klappte es ja in Überzahl, denn die Gäste kassierten eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Doch da sorgte man für kaum Gefahr und so rannte man weiterhin dem knappen Rückstand hinterher.
Während es auf dem Eis etwas ruhiger zu Sache ging und wenig Chancen zu bestaunen gab, lieferten sich die Fans beider Mannschaften ein kleines Gesangs-Battle. So kam wenigstens ein wenig Unterhaltung von den Rängen. Denn dem Spiel ging so ein wenig das Tempo aus dem ersten Drittel verloren und so suchten beide Teams wieder den Zugang zum Spiel. Wolfsburg hatte dann die Chance, diesen wieder zu finden, denn Zach Boychuk kassierte die erste Strafzeit des Mitteldrittels. Die Eisbären also mal wieder in Unterzahl. Aber das Penaltykilling mit ganz starker Arbeit, drängte die Wolfsburger Spieler immer wieder nach außen und ließ so kaum etwas gefährliches zu.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Fortan gaben die Eisbären wieder mehr Gas, suchten immer wieder den Weg vor das Tor von Dustin Strahlmeier, kamen auch zum Abschluss, aber irgendwie scheint dieses Tor hier zu Hause wie vernagelt zu sein, was zwei Heim-Tore in nun acht Dritteln belegen. Entweder sind die Tore auswärts größer oder ich weiß auch nicht, woran diese miserable Chancenverwertung in Berlin liegt.
Wolfsburg nahm dann aber den Druck wieder raus und machte die Räume vor dem Tor wieder zu. So passierte hier nichts weiter und die Niedersachsen führten auch nach dem Mitteldrittel mit 2:1.

 

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Die Eisbären hatten einen Plan und wollten im letzten Drittel früh den Ausgleich erzielen. So startete man sehr offensiv und suchte auch den Abschluss, aber Dustin Strahlmeier bewies einmal mehr seine Extra-Klasse. Ein Coup für die Wolfsburger, dass sie mit dem deutschen Goalie langfristig verlängern konnten.
Die Eisbären suchten weiterhin die Lücke in der Wolfsburger Defensive, die Gäste wiederum lauerten auf Konter, um die Partie wohlmöglich vorzuentscheiden. Dann wurden wir Zeuge von den neuen Regeln in der DEL, wonach die Hauptschiedsrichter bei bestimmten Strafen den Videobeweis zur Hilfe ziehen können. Die Eisbären hätten eine 2+2-Strafzeit wegen eines hohen Stocks erhalten, auf dem Videobeweis war davon aber nichts zu sehen und somit ging es mit Fünf-gegen-Fünf weiter.
Es blieb weiterhin ein sehr durchschnittliches DEL-Spiel, in dem die Eisbären wollten, aber nicht konnten und Wolfsburg nicht unbedingt etwas für das Spiel tun musste, außer das eigene Tor zu verteidigen. Und das können sie besonders gut.

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Mitte des letzten Drittels dann mal Matt White mit der dicken Chance, aber seine Direktabnahme wurde von Dustin Strahlmeier entschärft. Im Anschluss ein Indiz dafür, warum es u.a. derzeit nicht klappt mit Toren zu Hause. Man hätte eigentlich viel Platz und Zeit, doch dann macht man ein unsauberes Zuspiel und schon ist die Chance wieder hinüber. Da müssen die Eisbären viel ruhiger an der Scheibe werden, teilweise wirken sie da zu hektisch. Da wünscht man sich die Coolness von den Auswärtsspielen.
Aber vielleicht klappte es ja mit einem Mann mehr auf dem Eis. Tyler Gaudet kassierte rund neun Minuten vor dem Ende die nächste Wolfsburger Strafzeit und die Eisbären somit mit der Chance, im Powerplay das Spiel auszugleichen. Taten sie nicht, weil sie es zu umständlich spielten. Und so langsam rannte den Berlinern auch die Zeit davon.
Doch 6:20 Minuten vor dem Ende brach ein Jubel-Orkan in der Arena am Ostbahnhof aus. Yannick Veilleux nahm Tempo auf, zog Richtung Tor und schüttelte den Wolfsburger Verteidiger ab. Dustin Strahlmeier umkurvte er cool und versenkte die Scheibe lässig im Tor – 2:2 (54.).
Somit war hier natürlich Spannung für die Schlussphase garantiert, schließlich musste Wolfsburg nun auch wieder etwas für das Spiel tun, wollte man hier etwas Zählbares aus der Hauptstadt mit in die Autostadt nehmen. Doch bis zum Ende der regulären Spielzeit passierte nichts mehr und so ging es beim Stand von 2:2 in die Verlängerung.

Und in dieser bot sich Wolfsburg die dicke Chance zur Entscheidung in Überzahl. Der Grund? Zu viele Spieler auf dem Eis bei den Eisbären. Diese unnötigen Strafzeiten nehmen einfach nicht ab. Und rund zwei Minuten vor dem Ende jubelten die Gäste über den Siegtreffer. Das Tor war zwar verschoben, doch der Puck ging trotzdem über die Linie. Die beiden Hauptschiedsrichter Marc Iwert und Lukas Kohlmüller entschieden auf dem Eis auf „kein Tor“, fuhren aber nochmal zum Videobeweis. Dort sahen sie dann aber, dass das Tor regulär war und somit gewann Wolfsburg mit 3:2 nach Verlängerung. Auch wieder so eine neue Regelauslegung in der DEL, nach der so etwas ab dieser Saison eben zählt. Trevor Mingoia war jedenfalls der Torschütze.

Die Eisbären taten sich zu Beginn äußerst schwer mit dem aggressiven Forechecking der Wolfsburger, dadurch unterliefen ihnen zu viele Fehler, was die Gäste zu einer schnellen 2:0-Führung ausnutzten. Zwar fand man dann noch im ersten Drittel zurück ins Spiel und aufs Scoreboard, aber im weiteren Verlauf tat man sich enorm schwer, Chancen zu kreieren oder aber die Chancen, die man hatte, zu nutzen. Wie in den ersten beiden Heimspielen, wirkte man auch heute wieder vor dem Tor zu hektisch. Die Coolness von den Auswärtsspielen fehlt den Berlinern weiterhin zu Hause. Eine klasse Einzelaktion von Yannick Veilleux sorgte dann immerhin dafür, dass man noch die Verlängerung erreichte. Doch dort sorgte ein weiterer Fehler für die Entscheidung.

Die Eisbären Berlin nach vier DEL-Spieltagen: Auswärts läuft es bisher, zu Hause dagegen nicht

Es geht Schlag auf Schlag in der PENNY DEL: Am zurückliegenden Wochenende fanden die Spieltage Nummer Drei und Vier statt und in dieser Woche steht uns bereits die erste englische Woche bevor. Zwei der bevorstehenden drei Spiele absolvieren die Eisbären Berlin dann auswärts, was wohl aktuell ein Vorteil für die Berliner ist. Denn nach vier Spieltagen ist man zu Hause nach wie vor sieglos, während man auswärts beide Spiele gewann. Am Freitag holte man sich mit einem 4:0-Sieg in Bremerhaven den zweiten Auswärtssieg der Saison, ehe man am Sonntag beim 0:3 gegen Mannheim die zweite Heimniederlage kassierte. So rutschte man nach diesen beiden Spieltagen von Platz Sechs auf Platz Neun ab, wo man derzeit mit sechs Punkten und 12:11-Toren steht.

Während man zu Hause also noch auf den ersten Sieg wartet, ist man auswärts noch ungeschlagen und ohne Punktverlust. In der letzten Saison war das ja noch genau anders herum, da hatte man zu Beginn der Saison auswärts große Probleme, in Tritt zu kommen. Daher sagte Stürmer Marcel Noebels gestern nach dem Spiel auch, dass man schnell wieder zurück zur alten Heimstärke kommen muss:

Zwei Spiele zu Hause zu verlieren, war so nicht eingeplant. Auswärts haben wir es bis jetzt gut hinbekommen, aber zu Hause hatten wir bis jetzt immer so einen holprigen Start. Gegen München war das genauso. Unsere Stärke war eigentlich immer zu Hause zu gewinnen und dahin müssen wir wieder zurückkommen.

Das Wochenende war schon eins der Gegensätze. Während man in Bremerhaven das bisher beste Saisonspiel (O-Ton Serge Aubin) ablieferte und seinen Gameplan über 60 Minuten durchzog, verzweifelte man am Sonntag gegen Mannheim an der Chancenverwertung. Chancen hatte man genügend, auch in Überzahl, nur wollte die Scheibe einfach nicht ins Tor gehen. Verteidiger Kai Wissmann analysierte das Spiel anschließend so:

Wir hatten Alleingänge, wir hatten Zwei-auf-Eins, wir konnten aber kein Tor schießen. Es war so ein Tag, wo wir glaube ich noch zwei Drittel hätten spielen können, der Puck wollte einfach nicht rein.

Dieses Problem hatte man zwar auch noch im ersten Drittel in Bremerhaven, am Ende platze dann aber im Mitteldrittel der Knoten und man traf dreimal ins Tor der Hausherren, fing dabei sogar an zu zaubern. Da reichten 31 Torschüsse für vier Tore aus. Gegen Mannheim schoss man 39-mal auf das Tor von Felix Brückmann und traf nicht einmal. Es hätten 60 Schüsse sein können, man hätte vermutlich auch dann kein Tor erzielt, wie Kai Wissmann treffend nach dem Spiel analysierte.

Hatte man am Freitag in den ersten 40 Minuten noch die Disziplin der Eisbären gelobt, so wurde sie den Berlinern am Sonntag zum Verhängnis. Wie in Bremerhaven kassierte man auch gegen Mannheim acht Strafminuten. Während die Fischtown Pinguins in 6:39 Minuten Überzahl kein einzigen Treffer erzielen konnten, reichten den Kurpfälzern 4:18 Minuten in Überzahl aus, um zwei der drei Treffer in Berlin zu erzielen. Es waren die beiden Strafzeiten gegen Kai Wissmann, welche das Spiel letztendlich entschieden haben. Weil die Eisbären in acht Minuten Überzahl es nicht schafften, ein Tor zu erzielen. So bleibt das Powerplay eine Baustelle bei den Eisbären, denn an diesem Wochenende blieb man ohne Tor und steht nun bei einem Treffer aus zwölf Überzahlspielen, was einer Erfolgsquote von mickrigen 8,33 Prozent entspricht. Nur Augsburg und Krefeld sind schlechter, haben aber auch ein Spiel weniger als die Eisbären absolviert.

Aber egal, ob nun in Überzahl oder bei Fünf-gegen-Fünf. Wenn du in zwei Spielen insgesamt 70 Torschüsse abgibst und dann nur vier Tore erzielst, dann muss du dir Gedanken über die Chancenverwertung machen. Dass die Eisbären Tore erzielen und dabei teilweise sogar zaubern können, hatten wir in den beiden Spielen in Iserlohn und Bremerhaven gesehen, als man elf Tore erzielte. Aus übrigens insgesamt 69 Torschüssen. Da bleibt die Frage, was die Mannschaft auswärts anders macht als zu Hause. Denn dort steht man jetzt bei 1:7-Toren in zwei Spielen, während man auswärts bei 11:4-Toren steht.

Coach Serge Aubin war daher ziemlich angefressen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Mannheim. Er sah zwar auch, dass sich die Mannschaften Chancen erspielt, diese aber eben nicht verwertet hatte. Aubin sagte daher:

Im ersten Drittel waren wir noch etwas langsam. Das zweite Drittel war besser, aber irgendwie waren wir so ein bisschen dazwischen. Weil, wir haben uns zwar Chancen erspielt, aber konnten die leider nicht nutzen. Ich muss mich vor allem bei den Fans entschuldigen, weil für ein Heimspiel war das inakzeptabel, da muss mehr kommen. Wir müssen besser spielen. Die Special Teams haben den Unterschied ausgemacht. Kein Powerplaytor zu schießen bei den Chancen, ist leider nicht gut genug.

Es dürfte laut geworden sein in der Kabine der Eisbären nach dem gestrigen Spiel. Serge Aubin nimmt kein Blatt vor den Mund. Wenn er die Mannschaft loben kann, tut er dies, aber genauso kritisiert er sie, wenn es nicht so läuft, wie es laufen sollte. Die Eisbären haben nach der ersten Niederlage gegen München die richtige Antwort auf dem Eis gegeben. Gleiches wird man für das Auswärtsspiel am Mittwoch in Straubing hoffen.

Es liegt auf den Hand, was in Straubing wieder so klappen sollte, wie in den beiden Auswärtsspielen zuvor: Die Chancenverwertung muss besser sein als gegen Mannheim. Auch im Penaltykilling muss man konstanter werden, denn es sind durchaus immer wieder Unterzahlspiele dabei, wo dieses hervorragend funktioniert. Nur interessiert das am Ende keinen, wenn es zwei Unterzahlgegentore sind, welche das Spiel letztendlich entscheiden. Vielleicht sollte man sich in manchen Situationen aber auch einfach noch schlauer verhalten, um die Strafzeiten zu reduzieren.

Defensiv gab es in Sachen Schüsse der Gegner keine gravierenden Veränderungen. An den ersten beiden Spieltagen ließ man 53 Schüsse zu, diesmal waren es insgesamt 50. Hatte man gegen München noch 47 Prozent der Schüsse aus dem Slot abgegeben, verbesserte man sich gegen Iserlohn bereits deutlich, als es dort nur noch 28 Prozent waren. Auch gegen Bremerhaven machte man den Slot wieder gut zu, die Gastgeber kamen ebenfalls auf nur 28 Prozent. Gegen Mannheim war es mit 38 Prozent dann schon wieder schlechter, wenn gleich es aber von dort aus nicht einschlug, sondern von außen.

Schauen wir auf die Eiszeit, fiel in Bremerhaven auf, dass mit Nicholas B. Jensen (21:51 Minuten), Jonas Müller (21:02) und Morgan Ellis (20:28) drei Verteidiger die meiste Eiszeit des gesamten Teams hatten. Was aber sicher auch daran lag, dass man am Ende deutlich führte und vorne mehr rotieren konnte.
Denn gegen Mannheim sah das schon wieder anders aus, da war es die erste Reihe, welche die meiste Eiszeit bekam – Leo Pföderl (23:30), Marcel Noebels (23:28) und Blaine Byron (23:21). Auch hier verständlich, versuchten die Eisbären doch da bis zum Ende noch vergeblich ein Tor zu erzielen.

Angesichts der Ergebnisse fiel auch die Eiszeit der Youngster aus. In Bremerhaven kam einzig Eric Mik (7:18) auf weniger als zehn Minuten Eiszeit. Sebastian Streu kam auf 10:46 Minuten, Bennet Roßmy auf 10:18 Minuten.
Gegen Mannheim blieben alle Drei unter sieben Minuten Eiszeit – Eric Mik (6:56), Sebastian Streu (6:44) und Bennet Roßmy (4:38).

In Überzahl änderte sich in Sachen Eiszeit auch nicht wirklich viel, auch hier bekamen die üblichen Verdächtigen die meiste Eiszeit – Morgan Ellis (4:38), Kevin Clark (4:34), Marcel Noebels (4:25) und Leo Pföderl (4:15). Einzig Clark war neu in dieser Aufzählung, was aber auch daran lag, dass Mark Zengerle beide Spiele nur auf der Tribüne saß. Ihn setzte Aubin an den ersten beiden Spieltagen vermehrt in Überzahl ein.

Mit Tobias Ancicka konnte ein weiterer Youngster am Wochenende seine Fangquote im Vergleich zum ersten Wochenende, als er in Iserlohn zwischen den Pfosten stand, aufbessern. Dem Shutout in Bremerhaven folgte gegen Mannheim eine Fangquote von 89,22 Prozent, womit Ancicka jetzt insgesamt bei einer Fangquote von 90,54 Prozent liegt. Sein Gegentorschnitt liegt nach drei Spielen bei 2,33 Gegentoren pro Spiel.

Die erste englische Woche der neuen Saison beschert den Eisbären drei Spiele – in Straubing, gegen Wolfsburg und in Krefeld. Dann werden wir sehen, ob man an den Baustellen weiter gearbeitet hat, ob Mathias Niederberger wieder fit geworden ist und ob man endlich den ersten Heimsieg einfahren kann.

4:0 in Bremerhaven! Die Eisbären zaubern sich zum Sieg an der Küste

Dickes Ausrufezeichen der Eisbären Berlin! Die Hauptstädter gewannen ihr Auswärtsspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven am Freitagabend souverän und verdient mit 4:0 (1:0,3:0,0:0) und bleiben damit in der Erfolgsspur. Die Eisbären zogen über 60 Minuten ihren Gameplan durch und sicherten sich damit den zweiten Sieg in Folge. Den Gastgebern fügten die Berliner somit die erste Niederlage in dieser Saison zu. Zuvor hatte Fischtown beide Saisonspiele gewonnen und sorgte auch in der Champions Hockey League (CHL) für Furore. 

Eisbären-Coach Serge Aubin hatte vor dem Spiel in Bremerhaven die Qual der Wahl, meldete sich doch Stürmer Yannick Veilleux wieder fit und konnte so sein DEL-Debüt feiern. Er kam für Verteidiger Korbinian Geibel in den Kader. Der war beim Spiel in Iserlohn für Mark Zengerle ins Line-up gerutscht, heute schauten beide zu. Denn auch Zengerle blieb heute erneut nur der Platz auf der Tribüne. Somit musste Aubin natürlich auch an den Angriffsreihen etwas ändern. Die ersten beiden Reihen blieben unverändert, in Reihe Drei bekam Kevin Clark zwei neue Mitspieler. Manuel Wiederer und Debütant Veilleux stürmten an der Seite von Clark. Sebastian Streu und Parker Tuomie, seine beiden Reihenpartner vom Spiel am Seilersee, bildeten heute die vierte Reihe zusammen mit Bennet Roßmy. Der spielte in Iserlohn noch mit Wiederer und Eric Mik zusammen. Wiederer haben wir bereits angesprochen, Mik war heute wieder der siebte Verteidiger. Und im Tor stand auch heute wieder Tobias Ancicka.

Leo Pföderl sagte vor dem Spiel, es ist immer unangenehm, in Bremerhaven zu spielen, aber die Eisbären sind hier, um drei Punkte mitzunehmen. Und so begannen die Eisbären auch. Keine zwei Minuten waren gespielt, da hatten sowohl Bremerhaven als auch die Berliner die erste gute Chance. Und den Eisbären bot sich bereits in der zweiten Minute die Chance, in Überzahl zu agieren. Dominik Uher musste wegen eines Stockschlags auf die Strafbank. Im Powerplay hatten die Eisbären auch gute Chancen, doch nutzen konnte man diese nicht. Dafür traf man, als die Hausherren wieder komplett waren. Frank Hördler brachte die Scheibe einfach mal in Richtung des Tores von Brandon Maxwell, Kevin Clark fälschte den Puck noch ab und auf einmal stand es 1:0 (4.). Die Scheibe war für den Goalie der Hausherren schwer zu sehen, da viel Verkehr vor seinem Tor war.
Fortan entwickelte sich ein Spiel mit viel Tempo, es ging hin und her, beide Mannschaften hatten auch gute Chancen. Bremerhaven dabei die beste, doch der Pfosten rettete für Tobias Ancicka und die Eisbären. Die Gäste hingegen hatten ein deutliches Chancenplus auf ihrer Seite, schossen aus allen Lagen auf das Tor von Maxwell. Es war ein gut anzuschauendes Spiel. Gerade das der Berliner, welche aus einer sicheren Defensive heraus ihre guten Angriffe einleiteten. Man spielte sehr konzentriert und hielt sich an den Gameplan, man spielte zudem sehr diszipliniert. Durchaus ja ein Problem der Eisbären in den letzten Jahren.
Ein anderes Problem war zumindest im ersten Drittel die Chancenverwertung. Denn mit zunehmender Spieldauer erspielten sich die Eisbären Chance um Chance, Brandon Maxwell bekam einige Scheiben um die Ohren geschossen, ließ aber auch keine mehr rein. Bremerhaven hätte sich nicht beschweren können, wenn man mit 0:2 oder 0:3 hinten gelegen hätte. So aber stand es nach 20 Minuten aus Bremerhavener Sicht nur 0:1.

Das zweite Drittel ging genauso weiter. Die Eisbären setzten sich im Angriffsdrittel fest und erhöhten den Druck auf Bremerhaven. Blaine Byron bekam die Scheibe nicht an Maxwell vorbei und Jonas Müller scheiterte an der Latte. Im dritten Anlauf klingelte es dann aber im Tor der Hausherren. Die Eisbären erkämpften sich die Scheibe an der Bande, Zach Boychuk spielte sie weiter zu Matt White, der hatte zu viel Platz und netzte per Rückhand ein – 2:0 (23.).
Und nur wenige Augenblicke später war Parker Tuomie nach einem Missverständnis (zwei Bremerhavener fuhren sich über den Haufen) in der Hintermannschaft der Gastgeber frei vor Maxwell, vergab aber diese dicke Chance. Fischtown wirkte angeknockt.
Danach ging es hin und her und auch Bremerhaven suchte mal den Weg vor das Berliner Tor. Aber so wirklich viel gelang den Hausherren nicht. Dafür den Eisbären. Die mit einer klasse Kombination im Angriffsdrittel und am Ende war es Marcel Noebels, welcher mühelos auf 3:0 stellte (30.).
Und jetzt zauberten die Berliner. Noebels legte die Scheibe per Rückhand zurück auf Blaine Byron, der sah Leo Pföderl am langen Pfosten stehen und der erhöhte auf 4:0 (31.). One-Touch-Hockey der Eisbären, eine Traum-Kombination der neuen Paradereihe der Eisbären.
Vier Minuten vor der zweiten Pause kamen dann mal die Hausherren gefährlich vor das Tor. Jan Urbas tauchte vor Tobias Ancicka auf, doch der Berliner Goalie stoppte den Bremerhavener Torjäger. Kurz danach noch eine weitere gute Möglichkeit für Fischtown, aber der Schuss ging knapp am Berliner Tor vorbei.
Gerade, als ich auf unserer Twitter-Seite die Eisbären wegen ihre Disziplin heute lobte, dass sie nach 39 Minuten immer noch ohne Strafzeit waren, kassierte Frank Hördler 6,9 Sekunden vor der zweiten Pause dann doch die erste Berliner Strafzeit. Somit nahm Bremerhaven neben einem 0:4-Rückstand immerhin noch ein Powerplay mit ins letzte Drittel.

Doch das sorgte für keinerlei Gefahr vor dem Berliner Tor. Es war wohl der typisch gebrauchte Abend für die Bremerhavener, denen hier nicht viel gelang, während bei den Eisbären in den ersten 40 Minuten fast alles klappte.
Danach ging es hin und her, aber irgendwie war die Luft raus aus dem Spiel. Die Eisbären taten nicht mehr als nötig und Bremerhaven versuchte es zwar, aber es war eben heute Abend nicht ihr Tag. Dennoch feierten die Fans ihre Fischtown Pinguins, schließlich hatten sie bisher einen starken Saisonstart in der DEL und CHL.
Neun Minuten vor dem Ende der Partie kassierte Kai Wissmann dann die zweite Strafzeit der Eisbären, Bremerhaven bekam also in Überzahl nochmal die Chance zum Ehrentreffer. Und nur 33 Sekunden später musste auch noch Morgan Ellis raus. Die Chance auf das erste Tor wurde also immer größer, Bremerhaven nun mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Chancen waren da, sogar richtig gute, aber Tobias Ancicka war einfach nicht zu bezwingen. Und wenn er doch einmal geschlagen war, dann half ihm das Aluminium.
Doch das nächste Powerplay folgte zugleich. Zach Boychuk nahm die nächste Strafzeit, nun ließ also die Disziplin doch noch zu wünschen übrig. Aber da kam keine Chance mehr heraus, Bremerhaven hätte hier also länger als die 60 Minuten spielen können, sie hätten vermutlich kein Tor erzielt.
Und so endete das Spiel mit einem souveränen und verdienten 4:0-Auswärtssieg für die Eisbären Berlin. Tobias Ancicka feierte dazu seinen ersten Shutout in dieser Saison.

Die Eisbären haben ein fast perfektes Spiel abgeliefert. Sie kamen äußerst engagiert aus der Kabine und konnten früh in Führung gehen. Anschließend vergab man weitere gute Chancen, nutzte diese dann aber im Mitteldrittel eiskalt. Da fing man dann zudem an, zu zaubern und erzielte Traumtore. Im letzten Drittel nahm man den Fuß vom Gas, verwaltete das Ergebnis und brachte das 4:0 über die Zeit. Doch im Schlussdrittel nahm man dann doch noch unnötig viele Strafzeiten, was Bremerhaven noch einmal Chancen ermöglichte. Aber Tobias Ancicka erwischte ebenso einen Sahne-Tag und ließ keine Scheibe durch. Wenn man also eins kritisieren möchte, dann die Disziplin im Schlussdrittel. Ansonsten war das ein rundum gelungener Auftritt der Eisbären an der Küste.
Was wäre sonst noch zu erwähnen? Die Eisbären haben wohl eine neue Paradereihe gefunden. Lange suchte man nach dem geeigneten Nachfolger für Lukas Reichel in der Reihe mit Marcel Noebels und Leo Pföderl. Nun ist es anscheinend Blaine Byron geworden. Die drei Stürmer harmonieren immer besser zusammen und zeigen auch traumhafte Kombinationen wie bei Pföderls Tor. Noebels scorte dreimal, Byron zweimal und Pföderl einmal.
Die Adler Mannheim können also kommen, die Eisbären sind heiß auf die Adler!