Die Eisbären Berlin in der Saison 2023/2024: Vom Abstiegskampf zur zehnten deutschen Meisterschaft

Die Saison 2023/2024 ist seit etwas mehr als einer Woche beendet und die Eisbären Berlin haben ihre zehnte deutsche Meisterschaft gefeiert. In der Finalserie setzten sich die Hauptstädter mit 4:1-Siegen gegen das Überraschungsteam der Saison, die Fischtown Pinguins Bremerhaven, durch und bauten somit ihren Vorsprung als DEL-Rekordmeister aus. Wir blicken heute noch einmal zurück auf diese Meistersaison der Eisbären.

Wer hatte vor dieser Saison ernsthaft mit dem Ausgang der Saison 2023/2024 gerechnet? Die Eisbären hatten in der Vorsaison als zweifacher deutscher Meister in Folge erstmals seit 22 Jahren wieder die Playoffs verpasst. Am Ende der Hauptrunde reichte es nur zu Platz elf mit drei Punkten Rückstand auf Platz zehn, den damals die Löwen Frankfurt belegten und somit sich das letzte Ticket für die erste Playoff-Runde sicherten. Lange Zeit steckten die Berliner in der Saison im Abstiegskampf, es drohte der Absturz in die DEL2. Während bei anderen Vereinen in der DEL Panik ausgebrochen wäre und man sich mit sofortiger Wirkung vom Trainerteam getrennt hätte, behielt die Chefetage der Eisbären Berlin absolute Ruhe, analysierte die Situation bereits während der katastrophalen Saison und kam zum Entschluss, dass man mit Trainer Serge Aubin und Co-Trainer Craig Streu weiter arbeiten möchte. Für diese Entscheidung hagelte es seinerseits ordentlich Kritik, doch mit ein wenig Abstand werden auch die Kritiker heute einsehen, dass das genau die richtige Entscheidung von Geschäftsführer Thomas Bothstede und Sportdirektor Stéphane Richer war. Denn Serge Aubin zahlte genau dieses Vertrauen jetzt mit dem Gewinn der zehnten deutschen Meisterschaft zurück.

Enttäuschte Gesichter nach dem Verpassen der Playoffs 2023: (Foto von Marco Leipold/City-Press GmbH)

Die Verantwortlichen des Hauptstadtclubs setzten sich nach dem Verpassen der Playoffs zusammen, analysierten alles ganz genau und sorgten im Sommer für einen radikalen Umbruch im Kader. Satte 15 Spieler mussten die Eisbären damals verlassen. Beide Torhüter (Tobias Ancicka/Juho Markkanen), zwei Verteidiger (darunter auch die Club-Legende Frank Hördler, welchen es nach Selb in die DEL2 zog) und elf Stürmer (u.a. Matt White, Giovanni Fiore, Peter Regin) erhielten keinen neuen Vertrag bei den Eisbären.
Dem gegenüber standen zwölf Neuzugänge vor und zwei Neuzugänge während der Saison 2023/2024. Und im Gegensatz zur Vorsaison, wo fast kein Transfer zum Volltreffer wurde, schlugen nahezu alle Neuzugänge in der abgelaufenen Saison ein. Sportdirektor Stéphane Richer hatte diesmal mehr als nur einmal ein goldenes Händchen und bastelte im vergangenen Sommer ein Team, welches definitiv das Zeug hatte, am Ende die Meisterschaft wieder nach Berlin zu holen.

Das Bild der Saison – Deutscher Meister 2024: Eisbären Berlin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Fangen wir aber an bei der so wichtigen Torhüter-Position, wo sich die Eisbären mit Jonas Stettmer (Ingolstadt) und Jake Hildebrand (Frankfurt) verstärkten. Ich glaube, uns allen liegen noch die kritischen Aussagen einiger Fans im Ohr, die damals die Verpflichtung von Jake Hildebrand kritisierten, dass man mit ihm keine Meisterschaft gewinnen kann. Ich glaube, Jake hat alle Kritiker Lügen gestraft und deutlich bewiesen, dass er zu den absoluten Top-Goalies in der PENNY DEL zählt. In der Hauptrunde überzeugte Hildebrand bereits mit einer Fangquote von 91,72 Prozent und einem Gegentorschnitt von 2,38 pro Spiel sowie drei Shutouts. In den Playoffs steigerte sich Hildebrand nochmal und wuchs förmlich über sich hinaus. In den Playoffs kam er auf eine Fangquote von 93,60 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,91 pro Spiel. In den letzten drei Finalspielen kassierte er nur noch zwei Gegentore und feierte im entscheidenden fünften Spiel sogar einen Shutout. Jake Hildebrand war mit einer der wichtigsten Faktoren, warum die Berliner am Ende die zehnte deutsche Meisterschaft feiern konnten.
Jonas Stettmer kam in der Hauptrunde in 13 Spielen zum Einsatz, wo er stets zu überzeugen wusste. Auch seine Werte nach der Hauptrunde konnten sich mehr als sehen lassen. Eine Fangquote von 91,33 Prozent sowie einen Gegentorschnitt von 2,28 pro Spiel zeigten, dass die Eisbären über ein sehr starkes Torhüter-Duo verfügten. Stettmer feierte zudem auch noch einen Shutout.

Vor der Saison kritisiert, am Ende dann aber der gefeierte Held: Goalie Jake „The Wall“ Hildebrand“: (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

In der Defensive sorgte Richer mit der Rückkehr von Kapitän Kai Wissmann für den Königstransfer vor der Saison. Dazu kamen Ben Finkelstein (Wien), der jedoch während der Saison seine Karriere beenden musste, und Rio Kaiser (Salzburg). Während der Saison stieß dann auch noch Thomas Schemitsch dazu.
Wissmann übernahm sofort wieder Verantwortung in der Berliner Defensive und wurde wieder zu einem unverzichtbaren Leistungsträger. Mit 30 Scorerpunkten (5T/25A) war Wissmann am Ende der Hauptrunde sogar sechstbester Scorer in der internen Scorer-Wertung der Eisbären. Und das in nur 44 Spielen, denn der Verteidiger fehlte zwischenzeitlich verletzt. Wissmann verlieh der in der Vorsaison doch arg anfälligen Berliner Defensive deutlich mehr Stabilität und das machte zugleich auch seine Mitspieler besser. In den Playoffs scorte Wissmann auch nochmal stark und kam am Ende auf zehn Scorerpunkte (2T/8A), was ihm Platz fünf in der internen Scorer-Wertung einbrachte.
Finkelstein kam mit vielen Vorschusslorbeeren in die Hauptstadt, leider musste er aber im Laufe der Hauptrunde seine Karriere vorzeitig beenden. Am Ende standen für ihn 15 Vorlagen zu Buche. Es wäre spannend gewesen, wie sich Finkelstein in Berlin weiter entwickelt hätte.
Rio Kaiser kam insgesamt nur auf drei Spiele in der letzten Saison, was eine Bewertung extrem schwierig macht. Aber seine Zeit wird noch kommen und vielleicht kommt er in der neuen Saison auf mehr DEL-Einsätze.
Kommen wir zu Thomas Schemitsch, welchen die Eisbären kurz vor Ende der Hauptrunde verpflichteten. In fünf Hauptrundenspielen kam er auf starke vier Scorerpunkte (1T/3A). Man merkte ihm seine lange Pause überhaupt nicht an, er fügte sich nahtlos ins Team der Eisbären ein und harmonierte direkt mit seinem alten Kumpel Julian Melchiori, welchem er direkt zu den ersten Saisontoren verhalf. In den Playoffs kamen nochmal vier Assists hinzu. Die Verpflichtung von Schemitsch war zunächst mit einem Risiko versehen, entpuppte sich am Ende aber als Volltreffer. Bleibt zu hoffen, dass wir ihn nächste Saison wieder in Berlin auf dem Eis sehen.

Zwei enorm wichtige Leistungsträger in der Defensive der Eisbären Berlin: Jonas Müller (links) und Kapitän Kai Wissmann (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

In der Offensive gab es den größten Umbruch und dort gelang es Sportdirektor Richer, echte Kracher nach Berlin zu holen. Ty Ronning (Ingolstadt), Rückkehrer Blaine Byron (Oskarshamn), Patrice Cormier (Yekaterinburg), Michael Bartuli (Bad Nauheim), Lean Bergmann (Mannheim), Tobias Eder (Düsseldorf) und Frederik Tiffels (München). Zudem kam Jeadon Descheneau während der Hauptrunde. Gerade die Transfers auf dem deutschen Spielersektor sorgten für Aufsehen bei der Konkurrenz, denn da waren schon einige Top-Spieler dabei.
Ronning machte in der vergangenen Saison in Ingolstadt auf sich aufmerksam und diese Leistung konnte er in Berlin bestätigen. In der Hauptrunde kam der kleine Flitzer nur auf 27 Spiele, sammelte dort aber starke 20 Scorerpunkte (13T/7A). In den Playoffs steigerte sich Ronning nochmal und erzielte acht Tore und bereitete ein weiteres Tor vor. Gerade sein Hattrick im vierten Finalspiel gegen Bremerhaven bleibt in Erinnerung, als er die Schwachstelle von Pinguins-Goalie Kristers Gudlevskis offenbarte. Mit den acht Treffern wurde er zu Berlins Top-Torjäger in den Playoffs.
Byron machte nach einem Jahr Pause direkt da weiter, wo er in Berlin vor einem Jahr aufgehört hatte. Auch er kam verletzungsbedingt nur auf 33 Spiele, in denen er aber auf satte 26 Scorerpunkte (9T/17A) kam. In den Playoffs kamen nochmal elf Scorerpunkte (5T/6A) hinzu, wovon er vier Punkte in Überzahl sammelte.
Auch Cormier wurde zu einem wichtigen Puzzleteil auf dem Weg zur Meisterschaft und entwickelte sich zu seinem Spieler, gegen den man nicht gerne spielte. In 37 Hauptrundenspielen kam er auf 21 Scorerpunkte (12T/9A). Vier seiner zwölf Tore erzielte er dabei in Überzahl. In den Playoffs kam nur noch ein Assist hinzu, aber da war Cormier auch eher als physischer Spieler gefragt, der dem Gegner unter die Haut gehen sollte.
Bartuli war als U23-Spieler eingeplant und kam in 32 Spielen auf eine Torvorlage. Viel Eiszeit bekam er von Trainer Serge Aubin aber nicht.
Lean Bergmann kam verletzungsbedingt in der Hauptrunde nur auf 15 Spiele, in denen er aber bereits andeutete, wie wichtig er für die Mannschaft von Trainer Aubin werden könnte. Drei Tore und drei Assists standen für ihn am Ende der Hauptrunde zu Buche. In den Playoffs kam dann die Serie gegen Mannheim und sein legendärer Torjubel sowie der Fight gegen Leon Gawanke. Spätestens seit dem ist Bergmann ein Publikumsliebling in Berlin. Zwei Tore und zwei Assists steuerte die Nummer zehn in den Playoffs noch hinzu.
Tobi Eder schlug voll ein und erzielte in der Hauptrunde starke 22 Tore und bereitete zudem noch neun weitere Tore vor. Vier Tore erzielte er dabei in Überzahl. Drei Tore und drei Vorlagen folgten noch in den Playoffs. Die erste Saison von Tobi Eder als Eisbär war ein voller Erfolg!
Mit Freddy Tiffels gelang Richer ein weiterer Königstransfer. In 50 Hauptrundenspielen erzielte der deutsche Nationalstürmer zwölf Tore und bereitete 26 (!) Tore vor. Fünf Tore erzielte er dabei in Überzahl. Aber gerade seine Arbeit in Unterzahl zeichnete die Nummer 95 aus, als er die Gegner immer wieder früh im Spielaufbau störte – meistens auch erfolgreich. In den Playoffs sammelte er nochmal starke neun Punkte (2T/7A) und war somit auch ein Garant für die Meisterschaft. Wie eigentlich nahezu alle Spieler im Kader der Eisbären Berlin!
Descheneau kam in der Hauptrunde 17-mal zum Einsatz, erzielte fünf Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor.

Drei Neuzugänge, die direkt eingeschlagen haben: Tobi Eder (links), Blaine Byron (mitte) und Freddy Tiffels (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Natürlich schauen wir auch auf die Spieler, die nach der verkorksten Saison 2022/2023 weiterhin das Trikot der Eisbären trugen. In der Defensive waren das Morgan Ellis, Marco Nowak, Eric Mik, Jonas Müller, Korbinian Geibel und Julian Melchiori. Und da muss man allen voran Eric Mik nennen, der mit sechs Toren in der Hauptrunde der Top-Torjäger unter den Verteidigern wurde. Mik hat den nächsten Schritt gemacht und bewiesen, was für ein starker und vor allem wichtiger Spieler er für die Eisbären ist.
Ellis kam wie Wissmann auf fünf Tore in der Hauptrunde, Müller und Melchiori auf je vier Treffer. Müller stach vor allem mit seinen 20 Torvorlagen in der Hauptrunde hervor, welche ihm Platz sechs in der teaminternen Scorer-Wertung einbrachte. Aber auch Ellis (16A) und Melchiori (13A) scorten in Sachen Assists zweistellig.
Besonders hervorheben möchte ich aber Korbinian Geibel, denn der Youngster hat sich seinen Stammplatz im Profiteam erspielt und das absolut zurecht. Er absolvierte alle 52 Hauptrundenspiele und bereitete vier Tore vor. Geibel hat definitiv eine große Zukunft vor sich und es bleibt zu hoffen, dass er den Eisbären noch viele Jahre erhalten bleibt.
Und dann muss man natürlich auch noch Marco Nowak erwähnen, der keine einfache Saison hatte und meist als überzähliger Spieler auf der Tribüne saß. Und trotzdem hat er sich stets in den Dienst der Mannschaft gestellt und war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Was nicht selbstverständlich in so einer Situation ist, aber einmal mehr beweist, was für ein feiner Mensch Marco Nowak ist.
In den Playoffs trugen sich Müller (3), Wissmann (2) und Melchiori (1) nochmal in die Torschützenliste ein und gerade Müller sein Solo gegen Bremerhaven in Finalspiel zwei bleibt wohl auf ewig in Erinnerung. In Sachen Assists sticht natürlich Kapitän Kai Wissmann hervor, der insgesamt acht Tore vorbereitete. Ebenso erwähnenswert sind die je drei Assists von Marco Nowak (da er nur dreimal zum Einsatz kam) und Korbinian Geibel, der wie bereits erwähnt den nächsten Schritt gemacht hat.
Insgesamt hatten die Eisbären eine deutlich gefährlichere Defensiv-Abteilung als noch in der verkorksten Vorsaison.

Machte in der letzten Saison einen großen Schritt nach vorne: Korbinian Geibel (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Kommen wir aber nun zum Prunkstück der Meistersaison, nämlich der Offensive. Ganze sieben Stürmer blieben noch übrig nach der Saison 2022/2023: Manuel Wiederer, Yannick Veilleux, Eric Hördler, Maximilian Heim, Zach Boychuk, Marcel Noebels und Leo Pföderl.
Noebels lieferte wie eh und je ab und war am Ende der Hauptrunde der Top-Scorer der Eisbären mit 47 Scorerpunkten (13T/34A). Pföderl folgte direkt dahinter mit 45 Scorerpunkten (15T/30A). Boychuk wurde mit 23 Toren zum Top-Torjäger der Berliner, bereitete zudem auch nur 21 Tore vor. Veilleux traf 14-mal und gab 15 Assists, auch Wiederer traf zweistellig und kam auf elf Tore, dazu kommen noch 14 Assists.
Die Youngster Maxi Heim (2T/7A) und Eric Hördler (1T/5A) hatten natürlich auch ihren Anteil. Gerade das erste DEL-Tor von Eric in Wolfsburg bleibt natürlich in positiver Erinnerung.
In den Playoffs muss man natürlich wen zuerst nennen? Genau! Leo Pföderl, den MVP der Playoffs. Der hat alleine im Finale nochmal ordentlich aufgedreht und war am Ende auch der Top-Scorer der Eisbären. Fünf Tore und zehn Assists steuerte die Nummer 93 in den Playoffs nochmal dazu. Diesmal gab es die umgekehrte Reihenfolge, denn diesmal folgte Noebels auf Platz zwei mit vier Toren und zehn Assists. Auch ein Boychuk lieferte mit elf Punkten (3T(8A) wieder enorm stark ab. Auch Manuel Wiederer, der auf drei Tore und drei Assists kam, ist wohl der am meisten unterschätzte Spieler im Kader der Eisbären. Was sicherlich auch daran liegt, dass er häufig in Reihe vier eingesetzt wurde. Aber was er kann, zeigte er, als er in den vorderen Reihen eingesetzt wurde. Ich sage nur Hattrick in München. Und dann muss man natürlich in den Playoffs auch Eric Hördler erwähnen, dem zwei Assists gelangen. Ja, kein berauschender Wert, aber Eric ist eben ein Youngster und bekam nicht so viel Eiszeit, was das dann eben wieder zu etwas ganz Besonderem machte.

Playoff-MVP Leo Pföderl. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Insgesamt muss man sagen, dass der Mix aus jungen und erfahrenen Spielern in diesem Jahr perfekt harmonierte. Die Eisbären hatten die verkorkste Saison 2022/2023 komplett aufgearbeitet und die richtigen Schlüsse gezogen. Waren die Transfers in der Vorsaison fast ausschließlich Fehlgriffe bzw. passten nicht ins Team-Gefüge, so schlugen in dieser Saison alle Neuzugänge ein. Stéphane Richer hat mal wieder bewiesen, dass er ein absoluter Top-Sportdirektor ist. Ja, er hat auch das Team der Vorsaison zusammengestellt und war sich der Schuld auch bewusst. Aber wie man darauf reagiert hat, verdient den aller größten Respekt. Auch der Mut, an Serge Aubin festzuhalten, ist in diesem Geschäft alles andere als üblich. Aber die Eisbären haben sich trotz Kritik dafür entschieden, am Trainer festzuhalten. Und somit kommen wir zum Trainer Serge Aubin.

Der Vater des Erfolges: Sportdirektor Stéphane Richer (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Aubin feierte mit den Eisbären seine dritte Meisterschaft in den vergangenen vier Jahren und hat mit den Berlinern noch keine Playoff-Serie verloren. Auch an ihm nagte die Vorsaison mit dem Verpassen der Playoffs. Aber wie er die neuen Spieler ins Team integrierte und daraus eine Spitzen-Mannschaft formte, verdient ebenso den aller größten Respekt. Man hatte zu Beginn der Saison damit gerechnet, dass es ein etwas holpriger Start werden könnte angesichts des doch großen Umbruchs im Sommer. Doch es kam anders und man startete mit drei Siegen zu Beginn und sieben Siegen aus den ersten zehn Spielen in die neue Spielzeit. Serge Aubin und seine beiden Co-Trainer Craig Streu und André Rankel hatten aus dem vorhandenen Personal schnell eine Spitzen-Mannschaft geformt, welche früh ihre Ansprüche deutlich machte. Vor der Saison war das ausgegebene Saisonziel ein Platz unter den ersten Vier. Relativ schnell wurde aber deutlich, dass diese Mannschaft in der Lage ist, um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen.
Man kassierte nie mehr als drei Niederlagen in Folge. Und diese kassierte man zum einen nach bzw. inklusive dem chaotischen Heimspiel gegen Wolfsburg (6:9), als man danach auch die Heimspiele gegen Düsseldorf (1:4) und Iserlohn (0:3) verlor. Auch zu Beginn des neuen Jahres verlor man nochmals drei Spiele in Serie (2:3 gegen Schwenningen/1:5 in Bremerhaven/2:6 in Straubing). Aber auch davon ließen sich die Berliner nie von ihrem Weg abbringen und gaben stets die Antwort danach auf dem Eis.

Meistercoach Serge Aubin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Auch vom Fehlstart in die Playoffs, als man Spiel eins gegen Mannheim mit 1:7 verlor und in Spiel zwei nach nicht einmal fünf Minuten bereits mit 0:2 hinten lag, ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Eisbären fanden immer eine Antwort, wurden immer wieder perfekt vom Trainerteam auf den jeweiligen Gegner eingestellt. Oder wie es Hannes in unserer Meisterfolge im Podcast sagte, dass die Eisbären es immer schafften, das zu zerstören, was den Gegner so stark und so gefährlich machte. Auch das ist ein Verdienst des Trainerteams.
Nach dem 1:7 gegen Mannheim folgten inklusive dem Halbfinale gegen Straubing sieben Siege in Serie. Erst in Spiel vier setzte es mal wieder eine Niederlage am Pulverturm. Danach sollten die Berliner nur noch das erste Finalspiel in Bremerhaven verlieren, ehe sie bis zum zehnten Meistertitel durch marschierten.
Und Niederlagen im Auftaktspiel einer Playoff-Serie sind für Serge Aubin auch nichts Neues. 2020/2021 in der Corona-Saison, als man nur Best-of-Three spielte, verloren die Berliner stets das erste Spiel. 2021/2022 verlor man das erste Finalspiel gegen München. Und in dieser Saison verlor man das erste Spiel im Viertelfinale gegen Mannheim und das erste Finalspiel in Bremerhaven. Die Eisbären standen also stets mit dem Rücken zur Wand, doch Serge Aubin fand immer einen Weg, die Serie anschließend doch noch zu gewinnen. Inzwischen steht er bei neun gewonnenen Playoff-Serien in Folge.

Hatte auch seinen Anteil am Gewinn der deutschen Meisterschaft: Co-Trainer Craig Streu (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären Berlin haben also die richtigen Schlüsse aus der vergangenen Saison gezogen und entgegen der Gesetze im Sport bewiesen, dass man nicht immer den Trainer austauschen muss, wenn es mal nicht läuft. So ein Seuchenjahr kannst du immer mal wieder haben, das ist im Sport nichts Ungewöhnliches. Wichtig ist nur, wie du darauf reagierst und welche Schlüsse du daraus ziehst. Die Eisbären sind ein Paradebeispiel dafür, dass man nach einer Saison, welche im Fast-Abstieg endete, gestärkt zurückkommen kann. Dass man dann sofort die Meisterschaft wieder gewinnt, macht diese fast schon märchenhafte Geschichte perfekt. Serge Aubin und die Eisbären Berlin, das passt einfach wie die Faust aufs Auge!

Auch er hat einen großen Anteil am Gewinn der deutschen Meisterschaft: Geschäftsführer Thomas Bothstede (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

2:0 in Bremerhaven: Die Eisbären Berlin sind Deutscher Meister 2024!!!

WalkersBarenNews 2023/2024 – #43:

Es ist vollbracht: Die Eisbären Berlin sind am großen Ziel angekommen und sind tatsächlich Deutscher Meister 2024. Mit einem 2:0-Sieg im entscheidenden fünften Finalspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven machten die Berliner die Meisterschaft perfekt und feierten damit in der 30. DEL-Saison ihren zehnten Meistertitel. Wow, was für eine Bilanz des Hauptstadtclubs.

Und sind wir mal ehrlich, vor 19 Jahren hat wohl kein Eisbären-Fan daran gedacht, dass wir 2024 bereits die zehnte Meisterschaft unseres Lieblingsvereins feiern würden. Es war jene Nacht, in der die Eisbären zum ersten Mal die Meisterschaft in der DEL gewannen. Und es war eigentlich auch immer nur das Ziel, einmal diesen verdammten Henkelpott in die Hauptstadt zu holen. Und das hatten wir 2005 geschafft und damit alles erreicht, was wir jemals wollten. Der Rest ist bekannt und wir konnten dieses Gefühl Meister zu werden anschließend noch neun weitere Male ausleben – also jetzt bereits zum zehnten Mal!

Deutscher Meister 2024: Eisbären Berlin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Und noch ein weiteres Mal sind wir ehrlich: Wer hätte nach der letzten Saison damit gerechnet? Letzte Saison kämpften die Eisbären sehr lange gegen den Abstieg und jetzt feiern sie zum zehnten Mal (falls ich es noch nicht erwähnt hatte…) die Deutsche Meisterschaft. Das Vertrauen, welches die Geschäftsführung der Berliner in Trainer Serge Aubin und dessen Trainerteam hatte, wurde somit mit dem größtmöglichen Erfolg belohnt. Es zeigt sich also einmal mehr, dass es nicht immer am Trainer liegt, wenn es nicht läuft. Während andere Vereine immer das Nervenflattern bekommen, wenn sie mal gefühlt einen schlechten Monat haben und alle Verantwortlichen rausschmeißen, bewiesen die Eisbären Geduld. Trotz Kritik von außen, aber nun sollten auch alle Kritiker verstummt sein, denn die Eisbären Berlin sind wieder da, wo sie hingehören. An der Spitze des deutschen Eishockeys!

Jubeltraube Eisbären Berlin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Aber zurück zum Freitag, an dem sich gegen 11 Uhr morgens auch die letzten Busse auf den Weg nach Bremerhaven gemacht haben. Wie immer sind auch wir dabei mit „Ela on Tour“ gefahren und an dieser Stelle muss auch einfach mal ein großes Dankeschön an Ela und ihre fleißigen Helferlein ausgesprochen werden. Was sie da immer wieder auf die Beine stellt – Saison für Saison – verdient den aller größten Respekt und wir werden natürlich auch die nächsten 100 Jahre mit dir fahren. Ela, du bist die Beste!!!

Die Stimmung auf der Fahrt war natürlich sehr ausgelassen, klar, schließlich wussten wir alle was passieren konnte an diesem Abend. Je näher das Ziel und der Spielbeginn kamen, desto nervöser wurden dann doch einige Fans. Angekommen in Bremerhaven ging es rein in den bereits gut gefüllten Gästeblock und dann wurde sich auch schon eingesungen. „Hoch im Norden“ und die Nationalhymne durften natürlich nicht fehlen, ebenso das Fischbrötchen, wenn man schon mal an der Küste ist.

Der Moment der Entscheidung. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Und dann ging das Spiel auch schon los. Und wie es zu erwarten war, kam Bremerhaven sehr druckvoll aus der Kabine. Verständlich, denn die Hausherren mussten dieses Spiel gewinnen, sonst wäre die Saison zu Ende. Aber die Eisbären waren bestens darauf eingestellt, ließen die Pinguins das Spiel machen, standen aber in der Defensive sehr kompakt und ließen so kaum etwas gefährliches zu.
Von Beginn an war das Tempo bereits wieder sehr hoch und die Intensität auch. Beide Mannschaften wussten, was auf dem Spiel stand und so war eine gewissen Grundnervosität auch zu spüren. Da waren dann doch einige unsaubere Abspiele dabei oder ein paar Ausrutscher in der Anfangsphase, was aber auch der Qualität des Eises geschuldet sein konnte.
Die Eisbären fanden, je länger das erste Drittel dauerte, immer besser ins Spiel und so entwickelte sich mal wieder ein munteres Auf und ab mit Chancen auf beiden Seiten. Auf Tore mussten die Zuschauer in der Eisarena Bremerhaven aber nach 20 Minuten noch warten.

Der Jubel nach dem Championship-Winning-Goal durch Leo Pföderl (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im zweiten Drittel erhöhten die Berliner dann sichtlich das Tempo und den Druck. Man hatte hier immer mehr das Gefühl, dass die Eisbären dem Ganzen hier und heute ein Ende setzen wollten. Und so spielten sie auch, aber Bremerhaven verteidigte auch mit enorm viel Leidenschaft. Und Kristers Gudlevskis hielt alles, was auf sein Tor kam.
Bremerhaven hatte insgesamt gesehen weniger vom zweiten Drittel, wenn überhaupt tauchten sie nur in Überzahl im Berliner Drittel auf. Und da kamen sie auch zu Chancen, aber auch Jake Hildebrand ließ einfach keine Scheibe durch.
Dieses Spiel war also schon wieder nichts für schwache Nerven, Nägel kauen war bei den meisten Fans angesagt, denn es war einfach dramatisch spannend. Auch nach 40 Minuten stand auf beiden Seiten die „Null“.

Meistercoach Serge Aubin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Gästeblock sprachen die ersten schon wieder von Verlängerung. Ja, ich gebe es zu, auch ich, der etwa von der achten Verlängerung sprach. War natürlich nicht ernst gemeint.
43:21 Minuten waren gespielt, als der Gästeblock komplett eskalierte. Was war passiert? Eric Mik sah Leo Pföderl, spielte ihn an und er fuhr rein ins Angriffsdrittel. Dort hämmerte Pföderl die Scheibe ins Pinguins-Tor und sorgte für die 1:0-Führung! Die Eisbären waren dem großen Ziel in dieser Minute sehr, sehr nahe.
Aber noch waren ja gut 16 Minuten zu spielen und Bremerhaven gab hier natürlich nicht auf. Das Tempo wurde nochmals erhöht. Bremerhaven wollte hier die schnelle Antwort geben, während die Eisbären auf die Entscheidung drängten. Und elf Minuten vor dem Ende des Spiels war es Manuel Wiederer, welcher auf 2:0 stellte (49.).
Die Eisbären hatten nun eine Hand am begehrten Henkelpott. Aber noch war das Ganze hier nicht zu Ende und wenn es einer Mannschaft zuzutrauen war, hier noch einmal zurückzukommen, dann war es Bremerhaven. Und die Pinguins versuchten nun natürlich alles, drängten nochmal ordentlich. Aber die Eisbären taten das, was sie in den diesjährigen Playoffs immer machten. Sie verteidigten mit allem, was sie zur Verfügung hatten. Sie warfen sich in jeden Schuss und nahmen die Schmerzen bewusst in Kauf. Für das große Ziel kann man das auch mal machen. Und dann war es vorbei, die Schlusssirene ertönte und die Spieler der Eisbären Berlin bildeten eine Jubeltraube vor dem Gästeblock.
Dort brachen auch alle Dämme, die ersten Meister-T-Shirts wurden angezogen und alle Fans lagen sich freudetrunken in den Armen. Männer und Frauen weinten vor Freude. Nicht nur die Spieler, nein auch wir Fans waren am großen Ziel Deutsche Meisterschaft angekommen.

Der Vater des Erfolges: Sportdirektor Stéphane Richer (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Danach ereignete sich in der Eisarena Bremerhaven etwas, was einmal mehr deutlich machte, warum Eishockeyfans die besten Fans der Welt sind. Die Fans der Fischtown Pinguins Bremerhaven feierten ihre Mannschaft für eine grandiose Saison, an deren Ende sie Vizemeister wurden. Und was machten wir Eisbären-Fans? Wir feierten Bremerhaven einfach mit Sprechchören mit. Was für Applaus von den heimischen Fans sorgte. Am Ende sangen ALLE Fans zusammen „Wir sind alle Eishockeyfans„! So etwas würdest du im Fußball niemals erleben, da wollen sie sich selbst nach dem Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft mit den gegnerischen Fans prügeln (Grüße gehen raus nach Leverkusen…). Eishockey ist eben anders und viel familiärer. Das werdet ihr im Fußball nie erleben!!!

Ein Bild für die Ewigkeit: Geschäftsführer Thomas Bothstede mit dem Meisterpokal vor dem Gästeblock (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Nach der Pokalübergabe feierten die Spieler zusammen mit den Fans den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Und besonders laut wurde es, als nach und nach Trainer Serge Aubin, die Co-Trainer Craig Streu und André Rankel sowie Geschäftsführer Thomas Bothstede und Sportdirektor Stéphane Richer mit dem Pokal vor die Kurve kamen. Die Väter des Erfolges und gerade Thomas Bothstede zeigte auf den Pokal und auf uns Fans. Denn der Pokal gehört auch den Fans!

Nach den Feierlichkeiten in Bremerhaven ging es anschließend mit den Bussen wieder zurück in die Hauptstadt, wo natürlich auch noch einmal auf die Meisterschaft angestoßen wurde. Die Eisbären Berlin und deren Fans waren am großen Ziel angekommen: Deutscher Meister 2024! Wir gratulieren an dieser Stelle ganz herzlich zu diesem Erfolg, liebe Eisbären Berlin!!!

5:3 gegen Bremerhaven! Die Eisbären schlagen zurück und gleichen die Finalserie aus

WalkersBarenNews 2023/2024 – #40:

Ausgleich in der Finalserie! Die Eisbären Berlin haben die erwartete Reaktion gezeigt und ihr erstes Final-Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 5:3 (1:0,3:3,1:0) gewonnen und damit in der Best-of-seven-Serie zum 1:1 ausgeglichen. Erneut schenkten sich beide Teams nichts, am Ende hatten diesmal aber die Eisbären das bessere Ende auf ihrer Seite und gewannen verdient Spiel zwei. Weil man diesmal seine Chancen zu nutzen wusste und somit ein Mittel gegen Kristers Gudlevskis im Tor der Pinguins fand.

Eisbären-Trainer Serge Aubin nahm genau drei Änderungen am Kader der Eisbären vor. Marco Nowak, Eric Mik und Jaedon Descheneau rotierten wieder raus aus dem Kader, dafür kehrten Morgan Ellis, Lean Bergmann und Yannick Veilleux zurück ins Line-up. Ellis nahm auch direkt den Platz von Nowak neben Korbinian Geibel ein.
Bergmann spielte in der dritten Reihe an der Seite von Ty Ronning und Manuel Wiederer und ersetzte dort Descheneau. Und in der vierten Reihe stürmte Rückkehrer Veilleux für Mik an der Seite von Patrice Cormier und Maximilian Heim.
Ansonsten blieb alles beim alten, somit stand auch heute wieder Jake Hildebrand im Tor.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären wollten eine Reaktion auf die Niederlage in Bremerhaven in Spiel eins zeigen. Die Pinguins hingegen wollten den direkt den zweiten Sieg nachlegen. Viel konnte man den Berlinern in Spiel eins nicht vorwerfen. Denn die Chancen waren ja da, nur konnte man diese nicht nutzen. Was aber in Spiel eins noch nicht so ganz klappte, war die Defensive, die doch die ein oder andere Schwäche offenbarte. Haben die Eisbären aus Spiel eins gelernt und konnten heute in Berlin zurückschlagen?

Die Eisbären Berlin schießen das 1:0 gegen Bremerhaven: Leo Pföderl war der Torschütze (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären nutzen ihr Powerplay, Bremerhaven nicht

Wiederholte sich heute die Geschichte von Mittwoch mit den Alleingängen? Tobi Eder ließ dies jedenfalls vermuten, als er den ersten Alleingang nach rund drei Minuten bereits liegen ließ. Da hätte er für den Traumstart sorgen können, tat es aber nicht.
Die Eisbären starteten erwartet druckvoll ins Spiel, aber Bremerhaven hatte sich darauf eingestellt und ließ kaum etwas Gefährliches zu. Die Schnelligkeitsvorteile konnten die Berliner so noch nicht ausspielen.
Mitte des ersten Drittel drohte es dann erstmals gefährlich zu werden, denn Bremerhaven hatte das erste Powerplay der Partie. Doch die Eisbären mit einem sehr starken Unterzahlspiel, in dem man Bremerhaven überhaupt nicht gefährlich zum Abschluss kommen ließ.
Durch Turnover in der eigenen Defensive luden die Berliner im Laufe des ersten Drittels die Gäste aber zu Chancen ein, welche diese jedoch ungenutzt ließen.
In der Schlussphase bot sich dann den Eisbären die Chance in Überzahl zu agieren. Was in der Phase gut war, denn die Berliner wackelten zu dieser Zeit doch ganz schön und bettelten um das Gegentor. Marcel Noebels hatte dann das 1:0 auf der Kelle, aber Kristers Gudlevskis packte im entscheidenden Moment die Fanghand aus. What a Save, Kristers! Noebels staunte auch nicht schlecht und dachte sich wohl, wie er den denn noch halten konnte. Die Eisbären blieben aber am Drücker und Leo Pföderl hämmerte anschließend die Scheibe in Überzahl ins Tor – 1:0 (19.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die Kabine. Es war das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt.

Im zweiten Drittel wurde das Spiel immer ruppiger. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Offener Schlagabtausch im Mitteldrittel

Die Eisbären blieben auch im Mitteldrittel am Drücker, vergaben aber zunächst wieder ihre Chancen. Bei angezeigter Strafzeit spielten es die Eisbären dann aber enorm ruhig und suchten nach der entscheidenden Lücke in der Defensive der Pinguins. Blaine Byron schloss den Angriff am Ende mit dem Tor zum 2:0 ab (25.). Das war enorm abgezockt und clever von den Berlinern gespielt.
Bremerhaven wurde nach dem Gegentor durchaus etwas ruppiger in seiner Gangart, wollten die Berliner damit provozieren und aus der Ruhe bringen. Doch die Eisbären ließen sich nicht provozieren. Warum auch, bis hierhin lief ja alles nach Plan für den DEL-Rekordmeister.
Die Pinguins versuchten es danach aber wieder spielerisch, fanden aber gegen die heute sehr kompakt stehende Berliner Defensive lange kaum ein Mittel, um mal für Torgefahr zu sorgen.
In der 29. Spielminute verkürzte Bremerhaven aber dann so ein wenig aus dem Nichts auf 2:1. Jake Hildebrand wusste für einen Moment nicht, wo die Scheibe ist, Jan Urbas hingegen schon. Der Torjäger bewies seinen Torriecher – 2:1.
Aber die Eisbären hatten die passende Antwort parat und zauberten die Scheibe förmlich ins Tor. Am Ende eines überragenden Angriffs war es Leo Pföderl, welcher diese Traum-Kombination mit dem Treffer zum 3:1 abschloss (30.). Marcel Noebels hatte auch dieses Tor vorbereitet und hatte damit den Hattrick in Sachen Assists vollendet. Was für ein Spiel der Nummer 92 und das genau zum richtigen Zeitpunkt in der Finalserie. Leider blieb er im weiteren Verlaufe des Spiels verletzt in der Kabine.
Kurz darauf gerieten Patrice Cormier und Blaz Gregorc aneinander. Bremerhaven provozierte nämlich immer weiter und diesmal ließ sich Cormier darauf ein, was ihm allerdings zwei Minuten mehr einhandelte. Somit hatten die Gäste von der Küste ihr nächstes Powerplay und die Chance, erneut zu verkürzen. Und das machten sie natürlich auch mit einem Spielzug, der förmlich immer in Überzahl kommt. Querpass auf Jan Urbas und dessen Onetimer schlug hinter Hildebrand ein – 3:2 (32.). Die Pinguins hatten damit genau das erreicht, was sie wollten. Provozieren, die Eisbären kassieren die Strafzeit und Bremerhaven schlägt eiskalt zu.
Die Eisbären fanden diesmal nicht die schnelle Antwort. Im Gegenteil, Bremerhaven glich durch Ziga Jeglic tatsächlich zum 3:3 aus und ließ die Partie wieder von vorne beginnen. Was für eine Moral der Pinguins, welche hier zweimal einen Zwei-Tore-Rückstand aufholten.
Aber dieses Spiel war nichts für schwache Nerven, denn in den letzten zwei Minuten waren es die Eisbären, welche erneut vorlegen konnten. Jonas Müller mit dem 4:3, womit er die Arena mal kurz zum explodieren brachte. Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die Kabinen.

Jubelnde Eisbären gab es heute Abend sehr oft zu sehen. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Jonas Müller macht den Deckel drauf

Das Spiel war beste Werbung für den Eishockeysport und zwar von beiden Mannschaften. Auch im Schlussdrittel ging es weiter rauf und runter mit Chancen für beide Mannschaften. Bremerhaven wollte erneut den Ausgleich erzielen, während die Eisbären für die Vorentscheidung sorgen wollten. Wobei ja eine Zwei-Tore-Führung in dieser Finalserie nichts zu heißen hat, wie Spiel eins und auch Spiel zwei bereits bewiesen.
Sieben Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da kam der Auftritt von Verteidiger Jonas Müller, der einfach mal die Bremerhavener Spieler wie Slalomstangen stehen ließ und dann auch noch abgezockt mit der Rückhand abgeschlossen hatte – 5:3 (47.). Was ne Bude von der Nummer 18!
Damit war das teaminterne Duell um den Hattrick eröffnet, denn Leo Pföderl hatte bisher ebenfalls zwei Treffer in dieser Partie erzielt.
Die große Frage war nun natürlich diese, ob diesmal die Zwei-Tore-Führung halten oder ob Bremerhaven ein weiteres Mal zurückschlagen würde? Die Zeit lief jedenfalls für die Berliner, welche Bremerhaven aber auch kaum Platz gaben, um mal etwas Gefährliches zu kreieren. Wenn es in dieser Phase gefährlich wurde, dann vor dem Bremerhavener Tor.
Bremerhaven riskierte in der Schlussphase alles, nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Mit einem Mann mehr wollte die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch noch einmal zurückschlagen. Zuzutrauen war es der Mannschaft von der Küste, aber die Eisbären ließen das heute nicht zu. Clever spielte der DEL-Rekordmeister die Uhr runter und holte sich so verdient den ersten Sieg in dieser Finalserie.

2:0-Führung verspielt! Die Eisbären verlieren Finalspiel eins in Bremerhaven mit 2:4

Fehlstart in die Finalserie für die Eisbären Berlin: Der DEL-Rekordmeister unterlag bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven verdient mit 2:4 (2:2,0:2,0:0). Dabei erwischten die Berliner einen Traumstart ins Spiel und führten früh mit 2:0, doch danach nutzten die Gastgeber Fehler der Berliner und holten sich den ersten Sieg in der Finalserie.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte wieder auf Kapitän Kai Wissmann zurückgreifen. Dafür fehlte Lean Bergmann gesperrt. Die große Frage vor dem ersten Finalspiel war die, wer Bergmann ersetzen würde. Aubin hat sich für Jaedon Descheneau entschieden. Er rückte auch direkt in die Reihe von Bergmann und spielte zusammen mit Manuel Wiederer und Ty Ronning.
Zudem blieben Morgan Ellis und Yannick Veilleux draußen, dafür kehrte neben Wissmann auch Eric Mik ins Line-up zurück. Während Wissmann wieder an der Seite von Jonas Müller verteidigte, spielte Mik als Allrounder in der vierten Reihe zusammen mit Maximilian Heim und Patrice Cormier. Eric Hördler war als 13. Stürmer dabei.
Alles andere blieb unverändert. Somit stand natürlich auch Jake Hildebrand wieder im Tor. Kann „The Wall“ auch Bremerhaven zur Verzweiflung bringen?

Die Ausgangslage war klar: Beide Teams stehen zurecht im Finale der PENNY DEL und wollen ihre Saison nun auch mit dem Meistertitel krönen. Während es für Bremerhaven die erste Meisterschaft wäre, würden die Berliner bereits die zehnte Meisterschaft feiern. Die Erfahrung spricht also klar für die Eisbären. Und trotzdem wird es keine typische Serie „David gegen Goliath“, denn beide Mannschaften begegnen sich auf Augenhöhe. Kleinigkeiten werden am Ende entscheiden. Die Special Teams werden enorm wichtig sein. Und dann kommt es natürlich auch auf die beiden Giganten im Tor an – Kristers Gudlevskis vs. Jake Hildebrand. Wer sicherte sich Spiel eins?

Traumstart für die Eisbären Berlin. Zach Boychuk bejubelt sein Tor zum 1:0 nach nur 43 Sekunden. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Traumstart für die Eisbären, aber Bremerhaven schlägt eiskalt zurück

Traumstart für die Eisbären, die nach nur 43 Sekunden Bremerhaven schockten. Nach gewonnenem Bully im Angriffsdrittel hatte Zach Boychuk auf einmal die Scheibe vor dem Schläger und netzte problemlos ein – 1:0 (1.). Pech für die Hausherren, denn die Scheibe blieb beim Pass von Leo Pföderl an Alex Friesen hängen und landete nur so vor dem komplett frei stehenden Boychuk, der sich diese Chance nicht nehmen ließ.
Von Beginn an war hier viel Intensität drin im Spiel. Es ging hin und her, Bremerhaven wollte direkt die Antwort geben, doch es waren die Berliner, welche direkt das 2:0 nachlegen konnten. Mit seinem ersten Versuch scheiterte Leo Pföderl noch, doch dann nutzte er seinen eigenen Rebound zum 2:0 (6.). Da stimmte ein weiteres Mal die Zuordnung in der Defensive der Pinguins nicht.
Die Eisbären waren hier von Beginn an hellwach und eiskalt vor dem Tor, Bremerhaven wirkte sichtlich geschockt durch diesen Start der Eisbären. Das hatte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch natürlich ganz anders vorgestellt. War die Nervosität vielleicht doch zu groß bei den Gastgebern vor dem ersten Finalspiel?
Das Spiel bot keine Verschnaufpause. Beide Teams spielten das mit enorm viel Tempo, überbrückten sehr schnell die neutrale Zone und kamen dann auch zu Chancen. Die Berliner bis hierhin aber mit der besseren Effektivität vor dem gegnerischen Tor.
In der zwölften Spielminute schlugen die Hausherren aber eiskalt zu. Lukas Kälble hatte vom linken Bullykreis aus abgezogen und Jake Hildebrand mit seinem Schuss überrascht. Die Scheibe rutschte dem Berliner Goalie durch die Fanghand – 2:1.
Und Bremerhaven war jetzt im Finale angekommen, denn nur eine gute Minute später glichen die Pinguins aus. Ross Mauermann wurde vor dem Tor angespielt, hatte zu viel Zeit und düpierte Jake Hildebrand – 2:2 (13.). Was für ein Start in dieses erste Finalspiel, was für ein Tempo. Beste Werbung für das deutsche Eishockey von beiden Mannschaften!
Bremerhaven hatte sich also sichtlich vom Schock des frühen 0:2 erholt gezeigt, nun war es an den Eisbären, sich ebenso schnell vom Doppelschlag der Hausherren zu erholen. Schon das erste Drittel der Finalserie bot einen unglaublichen Vorgeschmack auf ein hoffentlich episches Finale.
Bremerhaven drückte am Ende des ersten Drittels nochmal gehörig und daraus resultierte das erste Powerplay für die Gastgeber. Und da war natürlich Vorsicht geboten, denn Bremerhaven hat schließlich das beste Powerplay der Liga. Doch sie trafen auf das beste Penalty Killing der Liga. Es waren somit die beiden besten Mannschaften in der jeweiligen Disziplin im Einsatz, mit dem besseren Ende für die Berliner. Es blieb also beim 2:2 nach 20 furiosen Minuten.

Bremerhaven schockte die Eisbären mit zwei Toren im Mitteldrittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären lassen Hochkaräter aus, während Bremerhaven eiskalt vor dem Tor ist

Auch im Mitteldrittel ging es weiter hin und her, aber beide Mannschaften waren nun vermehrt darauf bedacht, in der eigenen Defensive kompakt zu stehen. Dennoch war die Intensität weiterhin sehr hoch in dieser Partie, das Tempo zu Beginn des zweiten Drittels aber noch nicht.
Auf die erste dicke Chance im Mitteldrittel mussten die Fans bis zur 26. Minute warten. Bremerhaven mit dem Turnover, doch Leo Pföderl scheiterte an Kristers Gudlevskis. Das war die Riesenchance zur erneuten Berliner Führung.
Nur wenige Augenblicke später tauchte Blaine Byron frei vor Gudlevskis auf, auch er hatte die Führung auf dem Schläger, doch erneut war der Bremerhavener Goalie der Sieger im Duell Eins-gegen-eins.
Berlin provozierte die Turnover der Gastgeber, konnte aber bis hierhin noch kein Kapital aus diesen schlagen. Aber man näherte sich der erneuten Führung an. Doch diese erzielten dann die Hausherren. Die Eisbären mit mangelnder Zuordnung in der eigenen Defensive, Ziga Jeglic mit dem Querpass vor dem Tor auf Miha Verlic und der hatte das leere Tor vor Augen – 2:3 (30.). Die Gastgeber hatten das Spiel komplett gedreht. Wow, was für ein Comeback der Pinguins!
Aber die Eisbären hatten in der Folge ihre Chancen zum Ausgleich. Doch Kristers Gudlevskis wuchs schon wieder über sich hinaus und ließ die Berliner mittlerweile verzweifeln. In diesem Drittel sprach die Effektivität also für die Gastgeber. Noch ein Beispiel? Ross Mauermann mit dem Sahne-Pass auf Alex Friesen und der schloss trocken und humorlos ab – 2:4 (36.).
Die Eisbären vergaben vorne zu viele Chancen und wirkten hinten nicht immer sicher, was Bremerhaven eiskalt ausnutzte. Und wie sich die Pinguins hier ins Spiel nach dem schlechten Start zurück gekämpft hatten, verdiente den aller größten Respekt.
Und somit bewahrheitete sich bereits im ersten Spiel, dass Bremerhaven ein ganz schwerer Brocken werden würde, welcher die Eisbären und deren Trainerteam vor eine sehr große Herausforderung stellte. Mit einem zwei-Tore-Rückstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Ließ sich nur zweimal von den Eisbären überwinden: Kristers Gudlevskis (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Bremerhaven lässt nichts mehr anbrennen

Früh im Schlussdrittel bot sich den Eisbären die Chance in Überzahl zum Ausgleich, aber man betrieb weiterhin Chancenwucher. Die Effektivität der vergangenen Spiele schien den Berlinern heute irgendwie abhanden gekommen zu sein.
Die Eisbären blieben weiterhin am Drücker, gaben dieses Spiel noch nicht verloren. Aber man fand nach wie vor keinen Weg vorbei an Kristers Gudlevskis. Bremerhaven verteidigte nun aber auch mit allem, was sie zur Verfügung hatten.
Bremerhaven hatte dann die dicke Chance zur Vorentscheidung, denn die Hausherren mit dem nächsten Powerplay. Doch die Eisbären überstanden diese dank eines aggressiven Unterzahlspiels. Somit blieb den Eisbären noch die Hoffnung auf ein Happy Ende in Spiel eins, doch dafür brauchte man Tore. Aber die Zeit lief gegen die Berliner. Und Bremerhaven hielt die Eisbären gut weg vom eigenen Tor.
Die Eisbären bissen sich an der Pinguins-Defensive die Zähne aus, fanden kein Mittel dagegen, um mal etwas Gefährliches in der Schlussphase zu kreieren. Und dann schwächte man sich auch noch selbst mit einer weiteren Strafzeit kurz vor Ende der Partie. Bremerhaven konnte somit weitere Zeit von der Uhr nehmen.
Serge Aubin nahm knapp zwei Minuten vor dem Ende seine Auszeit und Goalie Jake Hildebrand vom Eis. Die Eisbären riskierten noch einmal alles, aber man hatte Probleme, mal einen geordneten Spielaufbau hinzubekommen. Somit verpuffte diese Chance mit einem Mann mehr und man verlor Spiel eins verdient in Bremerhaven. Man wird dieses Spiel genau analysieren und die Fehler abstellen müssen, will man in Spiel zwei in Berlin zurückschlagen.

Entscheidung nach 110:40 Minuten: Ty Ronning entscheidet das drittlängste Spiel der DEL-Geschichte

Was für ein Eishockey-Krimi, der knapp vor Mitternacht entschieden wurde. Die Eisbären Berlin haben auch das zweite Playoff-Halbfinalspiel gewonnen. Bei den Straubing Tigers setzten sich die Berliner erst in der dritten Verlängerung (!) mit 4:3 (0:1,2:0,1:2/0:0,0:0,1:0) durch und führen somit mit 2:0 in dieser Serie. Es war aber mal wieder ein nervenaufreibendes Spiel, in dem Straubing erneut die bessere Mannschaft war, die Eisbären dann aber das Spiel drehen konnten und fast schon auf der Siegerstraße waren. Aber die Niederbayern gaben nie auf und erzwangen die Verlängerung. Und dort wurde das Spiel zum drittlängsten der DEL-Geschichte. Ty Ronning entschied es letztendlich nach 110:40 Minuten.

Auch heute nahm Trainer Serge Aubin keine Änderung am Line-up vor, auch wenn er mit Spiel eins nicht zufrieden war. Sowohl im Tor als auch in der Defensive und Offensive blieb alles wie im Heimspiel gegen Straubing. Bei den Tigers fehlte derweil Cody Lampl, der für drei Spiele gesperrt wurde und Hunter Miska, für den Florian Bugl im Tor stand. Philipp Dietl nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Die Ausgangslage war klar: Straubing wollte im „Hexenkessel Pulverturm“ den Serienausgleich schaffen, während Berlin den zweiten Sieg mitnehmen wollte. Spannung war also garantiert. Wer holte sich den Sieg in Spiel zwei?

Intensive Zweikämpfe in Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Dominante Tigers gehen verdient in Führung

Von Beginn an war die Intensität zu spüren. Die Checks wurden konsequent zu Ende gefahren. Straubing kam druckvoll aus der Kabine, aber die Berliner Defensive war sehr gut darauf vorbereitet. Schließlich hatte man damit gerechnet. Die Niederbayern brachten auch die Scheiben auf das Berliner Tor, welche Jake Hildebrand aber vor keine größeren Probleme stellten.
Mitte des ersten Drittels war „The Wall“ dann aber mal gefordert. Michael Connolly stand auf einmal frei vor Hildebrand, doch der Berliner Goalie behielt ein weiteres Mal in dieser Serie die Oberhand.
Die Niederbayern waren die aktivere Mannschaft und bestimmten das erste Drittel bis hierhin. Nach vorne war kaum etwas zu sehen von den Eisbären. Die Tigers spielten schwungvoll nach vorne und machten von Beginn an deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten.
Und irgendwann war klar, dass sich Straubing für den Aufwand belohnen würde. Aber es war ein eher glückliches Tor, denn Philip Samuelsson hatte die Scheibe von rechts außen vor das Tor gebracht, wo sie von Korbinian Geibels Schlittschuh ins Tor ging – 0:1 (16.). Verdient war es aber allemal für die Hausherren!
Straubing blieb weiter am Drücker und die Eisbären hatten damit sichtlich Probleme, konnten selten mal für Entlastung sorgen. Weitere Gegentore kassierte man aber nicht, weshalb es mit einem verdienten 0:1-Rückstand in die Kabine ging.

Zwei Chancen, zwei Tore: Das sind die effektiven Eisbären in den diesjährigen Playoffs (Foto: City-Press)

Die effektiven Eisbären sind wieder da

Das Mitteldrittel begannen die Berliner in Unterzahl. Die große Chance also für Straubing, direkt zu Drittelbeginn mit frischem Eis in Überzahl das zweite Tor nachzulegen. Und für satte 69 Sekunden hatten die Hausherren sogar zwei Mann mehr auf dem Eis. Die Tigers spielten das auch nicht schlecht, aber die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne ein weiteres Gegentor. Wichtig für die Berliner, denn ein 0:2-Rückstand am Pulverturm wäre schon eine Aufgabe gewesen.
Die Hausherren waren auch danach die aktivere Mannschaft. Michael Clarke ließ bei einem Alleingang das 2:0 liegen. Die Eisbären taten sich weiterhin schwer und fanden einfach nicht zu ihrem Spiel.
Im ersten Powerplay bot sich den Eisbären dann mal die Chance zur Entlastung, aber genau das Gegenteil passierte. Michael Connolly lief den Konter, doch Jake Hildebrand war erneut zur Stelle. Wieder Glück für die Berliner, die bisher noch nicht in Playoff-Form waren in diesem Spiel und dem Powerplay. So verpuffte dieses Überzahlspiel ohne jegliche Gefahr.
Straubing blieb fortan die gefährlichere Mannschaft, während die Eisbären ideenlos wirkten. Das einzig Gute aus Sicht der Eisbären war der Spielstand, denn es stand nur 0:1.
In der Schlussphase schlugen dann die Berliner eiskalt zu. Bully im Angriffsdrittel, viel Verkehr vor Florian Bugl und Jonas Müller mit dem 1:1 (38.). Da waren sie wieder, die effektiven Eisbären.
Kurz darauf bot sich den Eisbären die Chance, das Spiel zu drehen, denn man hatte das nächste Powerplay. Und 52 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels schlugen die Berliner eiskalt zu. Leo Pföderl per Onetimer mit dem 2:1 (40.). Wow, zwei Chancen, zwei Tore! Wie gnadenlos sind die Eisbären bitte? Der Pulverturm war für einen Moment vor der zweiten Drittelpause verstummt. Die Berliner führten überraschend mit 2:1 nach 40 Minuten.

Straubing kämpfte sich nach einem 1:3-Rückstand noch in die Verlängerung (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Straubing mit dem Comeback

Zum 29. Mal gingen die Eisbären mit einer Führung ins letzte Drittel. Die 28-mal davor hatte man das Spiel dann auch gewonnen. Und die Eisbären arbeiteten früh daran, dass diese Statistik auch nach dem Spiel weiterhin Bestand haben könnte. Überragende Einzelleistung von Freddy Tiffels, der zunächst an Bugl scheiterte, aber Blaine Byron staubte erfolgreich ab – 3:1 (44.).
Wie kaltschnäuzig die Berliner sind, ist schon sehr beängstigend. Denn erneut konnte sich Straubing nichts vorwerfen lassen, aber sie machten eben die Tore nicht. Das ist der kleine aber eben auch feine Unterschied bisher in dieser Serie.
Für die Niederbayern war das nun natürlich ein Nackenschlag und der Pulverturm war bei weitem auch nicht mehr so laut. Diese drei Gegentreffer hatten ihre Wirkung hinterlassen – beim Team und bei den Fans.
Aber Straubing schüttelte sich kurz und zauberte sich elf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 2:3. Doppelpass zwischen Joshua Samanski und Michael Connolly, Samanski netzte am Ende ein (49.).
Und prompt war der Pulverturm wieder da. Straubing glaubte nun wieder dran und wollte direkt nachlegen. Die Tigers erhöhten wieder den Druck, aber die Berliner Defensive stand sehr kompakt und verteidigte sehr leidenschaftlich. Chancen gab die Eisbären nicht ab.
Die Eisbären beruhigten das Spiel aber schnell wieder und fuhren selbst wieder Angriffe. So lief die Zeit natürlich für die Hauptstädter. Doch vier Minuten vor dem Ende ließ man Cole Fonstad zu leicht durchkommen. Er zog vom linken Bullykreis aus ab und die Scheibe flog ins Tor – 3:3 (56.).
Die Partie ging wieder von vorne los. Und es ging hin und her. Und beide Teams hatten in der Schlussphase noch einmal die dicke Chance zur Führung, aber beide Goalies ließen keine weitere Scheibe durch. Blaine Byron hatte dabei die XXL-Chance, aber scheiterte an Florian Bugl. Somit ging die Partie in die Overtime.

Beste Chancen blieben in der ersten Verlängerung ungenutzt. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Chancen waren da, aber keine Tore in der ersten Overtime

Und dort lebte die Partie nun natürlich von der Spannung. Es ging hin und her und bei jedem Schuss ging ein Raunen durch das Stadion. Die Nerven waren bei allen Beteiligten angespannt. In der 66. Spielminute hatte erneut Byron die Riesenchance zur Entscheidung, aber wieder war Florian Bugl der Spielverderber.
Es blieb ein offener Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für die Eisbären. Beide Teams investierten enorm viel, wollten den entscheidenden Treffer erzielen. Vor allem für Straubing stand sehr viel auf dem Spiel, denn bei einer weiteren Niederlage würde man bereits mit dem Rücken zur Wand stehen.
Je länger die erste Verlängerung ging, desto größer wurden die Vorteile der Berliner. Die Eisbären schienen noch mehr Sprit im Tank zu haben. Doch drei Minuten vor dem Ende hatten die Niederbayern mal einen sehr starken Wechsel, in dem Stephan Daschner die Scheibe knapp am Tor vorbei schoss. Das hätte der Siegtreffer für Straubing sein können.
Was für eine Dramatik am Pulverturm. Denn wenig später hatten die Eisbären einen starken Wechsel und die dicke Chance, aber Florian Bugl war erneut zur Stelle. So blieb die erste Verlängerung ohne das entscheidende Tor. Es ging in die zweite Overtime. Was für ein Eishockey-Abend.

Auch Eisbären-Trainer Serge Aubin war heute voll gefordert. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Beide Goalies weiterhin nicht zu überwinden

Die zweite Overtime begann verhaltener als die erste. Verständlich, hatten doch beide Mannschaften bereits 80 Minuten Eishockey in den Beinen. Und Straubing zudem die Serie über sieben Spiele gegen Schwenningen. Beide Mannschaften spielten das jetzt strukturierter, waren auch darauf bedacht, nicht den entscheidenden Fehler zu machen.
Die Härte in den Zweikämpfen nahm nun auch wieder zu, aber die Schiedsrichter wollten hier nicht zum entscheidenden Faktor werden. Was auch gut ist, denn die Spieler auf dem Eis sollten dieses Spiel alleine entscheiden.
In der 91. Spielminute hatten die Gastgeber die dicke Chance zur Entscheidung, doch der Schuss von Samuelsson ging knapp am Tor vorbei. Auch da hatte Jake Hildebrand wieder seine Finger mit im Spiel. Da stockte kurz der Atem bei allen Fans im Eisstadion am Pulverturm. Auf der Gegenseite hatten dann aber auch die Eisbären zwei Riesenchancen, aber auch hier war der Goalie zur Stelle. In diesem Fall Florian Bugl.
Was für eine nervenaufreibende Partie! Und diese wollte einfach kein Ende finden, denn auch die zweite Verlängerung brachte keine Entscheidung. Wir gingen also in die dritte Overtime. Wow!

Ekstase pur nach dem Siegtreffer durch Ty Ronning! (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ty Ronning wird zum Matchwinner

Die Partie kletterte derweil in der Rangliste der längsten DEL-Spiele. Bis zum absoluten Rekordspiel war es aber noch ein weiter Weg. Straubing wirkte zu Beginn der dritten Verlängerung etwas aktiver. Die Tigers kamen auch zu Abschlüssen, aber „The Wall“ war nach wie vor hellwach. Und das nach über 100 Minuten Eishockey. Hut ab, Jake! Aber das Hut ab gilt natürlich generell für alle Spieler heute auf dem Eis. Wahnsinn, was die für eine Leistung hier heute ablieferten.
Die Niederbayern schienen hier irgendwie nochmal Extra-Kräfte freigesetzt zu haben, denn sie schnupperten an der Entscheidung. Michael Connolly tankte sich dann einmal durch, aber Jake Hildebrand war einfach nicht zu überwinden.
Die Eisbären wirkten kaputt, aber dann kam die 111. Minute und Ty Ronning schrieb Eishockey-Geschichte. Nach 110:40 Minuten entschied er diesen Eis-Krimi am Pulverturm. Damit ist dieses Spiel offiziell das drittlängste der DEL-Geschichte! Der Rest war Ekstase pur. Danke an Straubing und Berlin für einen atemberaubenden Eishockeyabend!

6:4! Leo Pföderl mit fünf Scorerpunkten gegen Iserlohn – CHL-Qualifikation perfekt

WalkersBarenNews 2023/2024 – #29:

Die Eisbären Berlin haben ihr einziges Spiel an diesem Wochenende gewonnen. Gegen die Iserlohn Roosters setzte man sich am Ende verdient mit 6:4 (1:0,2:2,3:2) durch und verteidigte damit erfolgreich die Tabellenführung. Am Ende machte man es aber spannender als es eigentlich nötig gewesen wäre. Aber die Eisbären haben immer zur richtigen Zeit auf die Tore der Sauerländer reagiert. Mit diesem Sieg hat man sich zudem das Ticket für die Champions Hockey League (CHL) gesichert. Hoffen wir auf eine bessere Europapokal-Saison als in den letzten Jahren.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte wieder auf Patrice Cormier zurückgreifen. Dafür fehlte Jaedon Descheneau im Line-up. Damit bedingt waren auch kleinere Änderungen im Line-up. Im Tor blieb jedoch alles beim alten. Jake Hildebrand stand im Tor. Mit Nikita Quapp war jedoch ein neuer Goalie als Back-up dabei. Eric Mik und Korbinian Geibel tauschten in der Defensive die Positionen. Mik verteidigte an der Seite von Morgan Ellis und Geibel war als siebter Verteidiger dabei.
In der Offensive blieben die Reihen Noebels-Boychuk-Pföderl sowie Heim-Wiederer-Hördler zusammen. Freddy Tiffels und Blaine Byron bekamen Lean Bergmann an ihre Seite. Bergmann ersetzte Descheneau in dieser Reihe. Den Platz von Bergmann neben Yannick Veileux und Tobias Eder nahm Rückkehrer Cormier ein.

So viel zur Aufstellung. Ein Blick in die Statistik dieses Duells zeigt, dass die Eisbären zwei der bisherigen drei Duelle gegen Iserlohn in dieser Saison gewonnen haben. Allerdings gelangen diese Siege in Iserlohn. Spiel eins in Berlin ging mit 0:3 verloren. Doch nicht nur deswegen war Vorsicht geboten, nein, auch die Tatsache, dass Iserlohn im Jahr 2024 eine unglaubliche Aufholjagd hingelegt hat, machte die Sauerländer zu einem sehr schweren Gegner. Setzten sich die Berliner dennoch gegen die Roosters durch oder setzte es auch im zweiten Heimspiel der Saison eine Niederlage gegen Iserlohn?

Nur einmal konnten die Eisbären Andreas Jenike im Tor der Roosters im ersten Drittel überwinden: (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Dominante Eisbären, aber nur 1:0

Verhaltener Beginn in der Hauptstadt. Torchancen gab es in der Anfangsphase keine, dafür war es eine sehr umkämpfte Partie. Was verständlich war, da es für beide Mannschaften um wichtige Punkte ging. Für die Eisbären im Kampf um Platz eins, für Iserlohn im Kampf um den Klassenerhalt.
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Angriffe der Hausherren aber zielstrebiger, die Abschlüsse waren jedoch noch zu ungenau. Doch die Eisbären erhöhten den Druck und drängten die Roosters ins eigene Drittel, doch die Sauerländer machten die gefährlichen Räume zu. Iserlohn verteidigte sein Tor mit allen verfügbaren Mitteln.
Gefühlt war es ein Spiel auf ein Tor, aber bis hierhin war Andreas Jenike im Iserlohner Tor nicht zu bezwingen. Doch die Eisbären näherten sich mit jeder Chance dem Torerfolg an. Und das 1:0 fiel dann auch sechs Minuten vor der ersten Drittelpause. Leo Pföderl mit dem Zuspiel auf Zach Boychuk, welcher zu viel Platz hatte und Jenike erstmals an diesem Abend überwinden konnte. Die verdiente Führung für die Hausherren!
Iserlohn bekam aber kurz darauf die Chance zum Ausgleich, doch Taro Jentzsch vergab sie. Direkt im Gegenzug spielten die Eisbären einen Angriff nicht sauber zu Ende. Beide Angriffe hätten ein Tor verdient gehabt.
Zum Drittelende hin vergaben beide Mannschaften auch noch ein Powerplay, Iserlohn nahm aber noch ein paar Sekunden davon mit ins zweite Drittel. Somit führten die Eisbären knapp aber hochverdient mit 1:0 nach dem ersten Drittel. 20:2 zeigte die Torschussstatistik nach 20 Minuten an. Da war Iserlohn mit dem Spielstand noch gut bedient.

War an fünf von sechs Eisbären-Toren direkt beteiligt: Leo Pföderl (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären lassen eine Chance nach der nächsten liegen

Die paar Sekunden Powerplay konnte die Mannschaft von Trainer Doug Shedden aber auch nicht nutzen und so rannte Iserlohn dem knappen Rückstand weiter hinterher. Und der wuchs in der Folge aber auf zwei Tore an. Erneut war es Leo Pföderl, welcher diesmal Marcel Noebels vor dem Tor klasse in Szene setzte. Noebels ließ sich diese Chance nicht nehmen und erhöhte auf 2:0 (22.). Fast eine Kopie des 1:0, nur das diesmal Noebi der Abnehmer war.
Die Eisbären waren auch danach weiter am Drücker und wollten direkt das dritte Tor nachlegen. Iserlohn kam in dieser Phase kaum mal aus dem eigenen Drittel heraus. Warum Iserlohn zuletzt so stark war, zeigten sie heute bis hierhin jedenfalls nicht. Was aber natürlich auch mit dem dominanten Spiel der Berliner zu tun hatte. Die machten hier deutlich, dass sie Platz eins nach der Hauptrunde haben wollten.
In der Folge beteiligte sich Iserlohn aber auch wieder am Spiel und hatte eine gute Phase. Und mitten in diese herein verkürzte Emil Quaas auf 2:1 (29.). Somit war die Spannung hier wieder zurück. In einer Partie, in der die Eisbären bis zum Anschlusstreffer eigentlich alles im Griff hatten.
Die Eisbären stellten aber relativ schnell den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Powerplay für die Eisbären und diesmal legte Marcel Noebels für Leo Pföderl auf – 3:1 (31.). Drei-Punkte-Spiel für die Nummer 93 bis hierhin. Leo kommt je näher die Playoffs kommen immer besser in Fahrt. Was sehr wichtig für die Eisbären ist. Was aber auch erwähnenswert ist: Thomas Schemitsch bekam bei diesem Treffer den zweiten Assist und steht damit nach vier Spielen bereits bei vier Scorerpunkten. Bis hierhin eine absolute Top-Verstärkung für den Hauptstadtclub!
In der Folge hatten die Eisbären das nächste Powerplay und auch da wieder ein, zwei gute Chancen. Diesmal konnte man die numerische Überlegenheit jedoch nicht nutzen. Und wer seine Chancen nicht nutzt, der wird hinten eben bestraft. Hunter Shinkaruk verkürzte zwei Minuten vor der zweiten Drittelpause auf 3:2 (38.). Was zugleich auch der Pausenstand nach 40 Minuten war.

Erzielte früh im Schlussdrittel das 4:2 für die Eisbären: Freddy Tiffels /Nummer 95 (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Tor-Spektakel im letzten Drittel

29 Sekunden war das Schlussdrittel erst alt, da erhöhten die Eisbären schon auf 4:2. Blaine Byron setzte Freddy Tiffels vor dem Tor in Szene und der ließ sich diese Chance nicht entgehen (41.). Traumstart für die Berliner ins letzte Drittel und somit wurde der Weg für Iserlohn sehr weit, wollte man hier noch Punkte im Kampf um den Klassenerhalt mitnehmen.
Nach dem vierten Treffer der Eisbären war so ein wenig die Luft raus aus dem Spiel. Erstmals wieder Torgefahr gab es beim nächsten Powerplay der Eisbären, die in diesem für die endgültige Entscheidung sorgen wollten. aber nicht an Andreas Jenike vorbeikamen.
Iserlohn hatte dann die Chance zum erneuten Anschlusstreffer, denn nun waren die Roosters ein Mann mehr auf dem Eis. Die Sauerländer fanden zwar ihre Formation, aber die Eisbären mit einem ganz starken Penalty Killing, ließen nichts gefährliches des IEC zu.
Danach plätscherte das Spiel so ein wenig vor sich hin, bis vier Minuten vor dem Ende der Partie. Auf einmal tauchten die Gäste mal wieder vor dem Berliner Tor auf. Tyler Boland kam mit viel Speed über links ins Angriffsdrittel und verkürzte ein drittes Mal für die Roosters – 4:3 (57.).
Iserlohn gab hier einfach nicht auf, wie schon in den vergangenen Wochen. Den Eisbären stand nun eine heiße Schlussphase bevor. Eine gute Probe für die bevorstehenden Playoffs, wo es solche Situation im Spiel sehr oft geben wird. Und die Berliner lösten diese bestmöglich und erhöhten schnell auf 5:3. Eric Mik durfte ebenso eine Vorlage vom Matchwinner Leo Pföderl verwerten (58.).
Doug Shedden versuchte dennoch alles und nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch das nutzte der überragende Mann des Abends zur endgültigen Entscheidung. Leo Pföderl mit seinem zweiten Treffer und insgesamt fünften Scorerpunkt an diesem Abend zum 6:3 (59.).
Der Schlusspunkt? Nein, denn Charlie Jahnke hatte das letzte Wort in diesem verrückten Eishockeyspiel – 6:4 (60.). Danach war das Spiel zu Ende und die Eisbären verteidigten ihre Tabellenführung vor Bremerhaven.

Sieg im Retro-Spiel: Die Eisbären Berlin gewinnen ihr Heimspiel gegen die Augsburger Panther mit 6:3

WalkersBarenNews 2023/2024 – #27:

Die Eisbären Berlin haben das Retro-Spiel gegen die Augsburger Panther am Ende verdient mit 6:3 (2:1,3:1,1:1) gewonnen und damit die Tabellenführung verteidigt. Spielerisch sah das schon wieder sehr gut aus, aber am Ende musste man auch wieder über die Disziplin reden.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste auf die gesperrten Yannick Veilleux und Frederik Tiffels verzichten. Dafür konnte er aber Neuzugang Thomas Schemitsch im Line-up begrüßen. Dadurch veränderte sich natürlich die Aufstellung der Eisbären.
Im Tor blieb aber alles beim alten, Jake Hildebrand stand zwischen den Pfosten, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz. Die Verteidiger-Pärchen lauteten heute wie folgt: Wissmann/Müller, Schemitsch/Melchiori, Ellis/Geibel, Nowak.
In der Offensive blieb die Noebels-Reihe zusammen. Den Platz von Freddy Tiffels in der Reihe mit Blaine Byron und Jaedon Descheneau nahm Lean Bergmann ein. Den Platz von Veilleux neben Tobias Eder und Patrice Cormier nahm Maximilian Heim ein. Und die nominell vierte Reihe bestand heute aus Eric Mik (der Allrounder), Manuel Wiederer und Eric Hördler.

Die Eisbären gingen als Favorit in dieses Spiel. Zum einen angesichts der Tabellenkonstellation, denn der Tabellenführer traf auf den Tabellenletzten. Zum anderen, weil die Eisbären alle bisherigen drei Duelle gewannen. Aber es war Vorsicht geboten, ging es doch für Augsburg förmlich ums Überleben. Die Fuggerstädter kämpfen um jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Wer holte sich heute die wichtigen drei Punkte? Berlin im Kampf um Platz eins oder aber Augsburg?

Luke Esposito von den Augsburger Panther und Marco Nowak von den Eisbären Berlin während des Spiels zwischen den Eisbären Berlin und den Augsburger Panther (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Drei Tore in den ersten neun Minuten

Das Spiel stand unter dem Motto „Retro-Night“. Schaute man auf die Eisfläche und sah beide Mannschaften in ihren Retro-Trikots, fühlte man sich gleich an die 90er-Jahre erinnert. Was wäre es schön gewesen, wenn das Spiel dann auch noch im altehrwürdigen Welli in Hohenschönhausen statt gefunden hätte. Das hätte dem Retro-Spiel den richtigen Rahmen verliehen.
Früh im Spiel hatten die Eisbären ihr erstes Powerplay, welches nicht an die 90er-Jahre erinnerte. Denn sie nutzten es zur frühen Führung. AEV-Goalie Dennis Endras lag bereits am Boden und so hatte Leo Pföderl keine Probleme, die Scheibe ins Tor zu schießen – 1:0 (2.).
Den Eisbären gehörte die Anfangsphase in der Hauptstadt, natürlich auch bedingt durch das frühe Powerplay und das schnelle Führungstor. Augsburg kam erstmals in der sechsten Spielminute gefährlich vor das Berliner Tor, scheiterte aber am Aluminium. Da hatten die Berliner Glück gehabt!
Auf der Gegenseite hatte Julian Melchiori dann aber zu viel Platz am rechten Bullykreis und hämmerte seinen Onetimer zum 2:0 ins Tor (8.). Das erste Saisontor des Verteidigers. Und die erste Vorlage des Neuzugangs Thomas Schemitsch. Was für ein Einstand!
Wie fiel die Reaktion des Tabellenletzten aus? Würden sie sich jetzt ihrem Schicksal ergeben? Nein, denn nur ganze 27 Sekunden später war es T.J. Trevelyan, welcher praktisch im Gegenzug auf 2:1 verkürzte (9.). Munterer Start ins Retro-Spiel, welches auch von den vielen Toren zu Beginn an die 90er-Jahre erinnerte.
Die Panther danach mit der großen Chance zum Ausgleich, denn sie hatten ein Powerplay. Und dort wurde es auch ein- bis zweimal gefährlich, aber die Hausherren überstanden diese brenzlige Situation ohne weiteres Gegentor.
Augsburg war aber im Spiel angekommen und begegnete den Eisbären zwischenzeitlich auf Augenhöhe. Das man sich gegen Tabellenletzte schwer tut, ist ja auch nichts neues, das kennen wir ja aus der Vergangenheit. In den 90er-Jahren war das nicht der Fall, weil die Hauptstädter selbst sehr oft die „Rote Laterne“ inne hatten.
Was aber wie früher war, war die Stimmung, was selbst das Tickerteam der Eisbären dazu animierte, sich von ihren Sitzen zu erheben und Stimmung zu machen. Großes Kino, Jungs! Warum ich mich darauf konzentrieren konnte? Weil das Spiel in dieser Phase so ein wenig vor sich hin plätscherte.
Die Eisbären zogen in der Schlussphase das Tempo nochmal an, konnten aber kein weiteres Tor nachlegen. So führte man nach dem ersten Drittel verdient mit 2:1.

Leo Pföderl spielte gegen Augsburg groß auf: Zwei Tore und zwei Assists steuerte er zum Heimsieg gegen die Panther bei. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Drei Tore innerhalb von 59 Sekunden

Zu Beginn des zweiten Drittels ging es munter hin und her. Die Eisbären hätten dann beinahe auf 3:1 stellen können, spielten aber einen Konter sehr unsauber zu Ende. Die Hausherren erhöhten mit zunehmender Spieldauer den Druck und auch Neuzugang Schemitsch brachte sich immer wieder vielversprechend ins Spiel ein. Und beinahe wäre ihm auch sein erstes Tor im Eisbären-Trikot gelungen, aber da hatte Schemitsch etwas zu hoch gezielt.
Wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, fängst du dir hinten einen. Die Eisbären hatten die 2:0-Führung verspielt. Augsburg kam mal wieder gefährlich ins Berliner Drittel und Moritz Elias überraschte Jake Hildebrand mit seinem Abschluss von der linken Seite – 2:2 (32.).
Doch die Antwort der Hausherren ließ nur ganze 32 Sekunden auf sich warten. Jonas Müller brachte die Eisbären wieder in Führung – 3:2 (32.). Und weitere 27 Sekunden später war es erneut Julian Melchiori, welcher das 4:2 nachlegen konnte (33.).
Wilde 59 Sekunden in der Arena am Ostbahnhof, auch das erinnerte an die Zeit vor 30 Jahren. Da waren Torfestivals durchaus an der Tagesordnung. Und noch war hier lange nicht Schluss und gegen Augsburg haben die Eisbären ja damals zur Eröffnung dieser Arena ein sattes 11:0 gefeiert.
In der Schlussphase des Mitteldrittels die Berliner nochmal mit einem Mann mehr auf dem Eis und da schepperte es zum fünften Mal an diesem Retro-Abend im Augsburger Tor. Kai Wissmann hatte von der blauen Linie abgezogen und Leo Pföderl fälschte unhaltbar für Dennis Endras ab – 5:2 (37.).
Augsburg vergab in den letzten Minuten noch ein Powerplay und nahm somit einen 2:5-Rückstand mit in die Kabine.

Zeigte ein starkes Debüt im Eisbären-Trikot: Thomas Schemitsch (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Lean Bergmann macht den Deckel drauf

Zu Beginn des letzten Drittels ließen die Eisbären ein Powerplay liegen. Augsburg dagegen ließ in einem guten Wechsel dicke Chancen liegen, machte es aber wenig später besser. Chris Collins verkürzte auf 3:5 und sorgte somit wieder für Spannung an diesem Retro-Abend (45.). Und diesen Treffer hatte sich der AEV durch die gute Phase zu Beginn im Schlussdrittel auch verdient.
Die Eisbären verpassten es anschließend in Überzahl den alten Drei-Tore-Abstand wieder herzustellen. Und auch bei Fünf-gegen-Fünf ließ Lean Bergmann eine hundertprozentige Chance aus, als sein Onetimer knapp am halbleeren Augsburger Tor vorbei ging. Statt für Beruhigung zu sorgen, ließen die Eisbären ihre Fans hier weiter zittern, denn zwei Tore Rückstand sind im Eishockey nichts. Und wie schnell man zwei Tore erzielen kann, zeigten die Berliner heute selbst.
Die Zeit lief aber für die Eisbären und der Mannschaft von Trainer Christof Kreutzer fiel offensiv relativ wenig ein, um die Gastgeber hier nochmal unter Druck zu setzen. Vier Minuten vor dem Ende machte Lean Bergmann den Deckel drauf auf die Partie – 6:3 (56.). Auch von der Toranzahl wurde das Spiel dem Motto „Retro-Night“ gerecht.
Was die Eisbären aber definitiv in den Griff bekommen müssen, sind ihre Nerven. Denn mit Patrice Cormier kassierte der nächste Eisbär heute eine Spieldauer und auch ihm droht eine Sperre. Matt Puempel traf Cormier mit dem Schläger und Cormier wollte sich direkt für diese Aktion rächen. Die Schiedsrichter gingen aber sofort dazwischen. Mal wieder eine unnötige Aktion und ein Beweis dafür, dass die Eisbären derzeit ihre Nerven nicht im Griff haben. Für die bevorstehenden Playoffs sind das keine guten Nachrichten. Da entscheiden Kleinigkeiten die Spiele und wenn du dort deine Nerven nicht im Griff hast und dir unnötige Strafzeiten leistest, wird es eine sehr kurze Playoff-Reise werden.
Heute reichte es aber, denn man setzte sich am Ende mit 6:3 im Retro-Spiel gegen die Augsburger Panther durch.

3:1 in Düsseldorf: Abgezockter und cleverer Auftritt der Eisbären im Rheinland

Die Eisbären Berlin haben den zweiten Auswärtssieg in Folge eingefahren: Bei der Düsseldorfer EG setzten sich die Berliner mit 3:1 (2:0,1:0,0:1) durch und bauten dadurch die Tabellenführung aus, da Konkurrent Bremerhaven gleichzeitig in Köln verlor.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Team nur minimal im Vergleich zum 4:1-Sieg in Nürnberg vor zwei Tagen. Jonas Stettmer bekam den Start im Tor, Jake Hildebrand saß als Back-up auf der Bank. In der Defensive fehlte Marco Nowak angeschlagen, Clemens Sager rückte für ihn in den Kader. Und in der Offensive tauschten Freddy Tiffels und Yannick Veilleux die Reihen. Tiffels spielte zusammen mit Blaine Byron und Tobias Eder, Veilleux rückte in die Reihe zu Manuel Wiederer und Lean Bergmann. Alles andere blieb gleich.

Für beide Mannschaften ging es in dieser Partie um sehr wichtige Punkte. Für die DEG im Kampf um die Pre-Playoffs und gegen den Abstieg, für die Eisbären im Kampf um Platz eins. Beide Mannschaften trafen zum letzten Mal in dieser Hauptrunde aufeinander. Die Berliner gewannen bisher zwei der drei Duelle, darunter auch das erste Duell im Rheinland. Folgte heute der dritte Sieg im vierten Aufeinandertreffen mit der DEG?

Effektive Eisbären können im ersten Drittel gleich zwei Tore bejubeln. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Düsseldorf macht das Spiel, die Eisbären die Tore

Beflügelt von ihren fünf Siegen in Folge startete die DEG sehr druckvoll und brachte die Scheiben Richtung Berliner Tor. Doch mit dem ersten Torschuss gingen die Eisbären in Führung. Freddy Tiffels und Blaine Byron mit dem Doppelpass und Tiffels mit der Führung für die Berliner – 1:0 (4.).
Der Rückstand schmeckte den DEG-Fans schon nicht und zudem forderten sie nahezu bei jedem Check der Eisbären eine Strafzeit. Kurze Zeit hatte ich das Gefühl, man würde in Augsburg spielen, ist doch da eigentlich das „Ey-Publikum“ beheimatet…
Und es kam noch schlimmer. Keine Strafen gegen die Eisbären und hinten fingen sich die Gastgeber das 0:2. Zach Boychuk hatte von der blauen Linie abgezogen und Leo Pföderl fälschte entscheidend ab – 2:0 (9.).
Dann wurden die DEG-Fans aber mal erhört, denn Morgan Ellis kassierte Mitte der Partie die erste Strafzeit der Partie. Und da war Vorsicht geboten, hatte die DEG doch während der Siegesserie eine Erfolgsquote von über 30 Prozent. Davon war hier aber nichts zu sehen, denn das Penalty Killing der Eisbären ließ Düsseldorf überhaupt nicht in die Aufstellung kommen und so überstanden die Berliner die erste Unterzahl ohne große Probleme.
Doch das zweite Powerplay folgte kurz darauf, Julian Melchiori musste in die Kühlbox. Das zweite Überzahlspiel sah schon deutlich besser aus, an Jonas Stettmer kam die DEG aber trotzdem nicht vorbei.
Aber die Hausherren durften weiter ihr Powerplay üben, denn nun traf es Kai Wissmann, welcher auf die Strafbank musste. Eindeutig zu viele Strafzeiten schon wieder, was Trainer Serge Aubin nicht gefallen wird. Die DEG wurde immer zwingender und gefährlicher in den Torchancen, aber sie konnten ihr Powerplay einfach nicht nutzen.
Zach Boychuk hatte dann kurz vor der ersten Drittelpause die Chance auf das 3:0, doch Nicolas Geitner rettete kurz vor der Torlinie. Glück für Henrik Haukeland und die DEG. Die Hausherren machten das Spiel in den ersten 20 Minuten, die Eisbären erzielten jedoch die Tore, weshalb es nach dem ersten Drittel 2:0 für Berlin stand.

Hart umkämpft ging es zur Sache zwischen der DEG und den Eisbären. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Tobias Eder ärgert seinen Ex-Verein

Das zweite Drittel begann mit einer frühen Strafzeit gegen die DEG und somit Powerplay für die Eisbären. Doch dort konnten die Berliner kaum Akzente setzen. Erst als die DEG wieder komplett war, schlugen die Eisbären eiskalt zu. Die Berliner mit einem Schuss, der vor dem Tor hängen bleibt, Blaine Byron spitzelte die Scheibe rüber zu Tobias Eder und der netzte trocken ein – 3:0, das 20. Saisontor des Stürmers (26.)! Gegen den Ex-Verein trifft man eben am liebsten…
Kurz darauf wieder die DEG in Überzahl und der Chance, endlich mal den Anschlusstreffer zu erzielen. Aber heute war es wohl eher das Powerplay der gesamten Saison und nicht das der letzten fünf Spiele. Denn über die gesamte Saison gesehen hat die DEG das schlechteste Powerplay. Den Eisbären konnte es nur recht sein, dennoch sollte man einfach nicht so viele Strafzeiten während eines Spiels kassieren.
Die DEG war ja durchaus bemüht und brachte die Scheiben auf das Tor, aber die Schüsse stellten Jonas Stettmer auch nicht vor allzu große Probleme.
Auf der Gegenseite die Eisbären mal mit einem sehr guten Wechsel, doch einmal rettete Henrik Haukeland und einmal der Pfosten für die DEG. Die Chancen der Berliner wirkten zwingender und gefährlicher als die der Hausherren.
Düsseldorf anschließend mit dem nächsten Powerplay, aber das schien heute nichts zu werden für die DEG mit einem Mann mehr. Was aber natürlich auch am Penalty Killing der Eisbären und an Jonas Stettmer lag, der da war, wenn er gebraucht wurde. So lagen die Hauptstädter nach 40 Minuten mit 3:0 vorne.

Verpasste seinen zweiten Shutout um 1:35 Minuten: Jonas Stettmer (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären spielen das souverän und clever zu Ende

Das Schlussdrittel plätscherte zu Beginn so vor sich hin. Der DEG fiel nach vorne relativ wenig ein und die Eisbären machten nicht mehr als nötig. Man führte ja auch sehr souverän mit 3:0.
Düsseldorf dann aber mal mit einer sehr guten Phase, wo man sich auch im Angriffsdrittel festsetzen konnte, aber es war nach wie vor kein vorbeikommen an Jonas Stettmer.
Als die Eisbären in Überzahl waren, schepperte es an der Latte. Marcel Noebels hatte mal wieder einen Hammer ausgepackt und dabei das Aluminium getroffen. Erneut Glück für die DEG.
Den Hausherren rannte hier so langsam aber sicher die Zeit davon, wollte man noch etwas Zählbares im Rheinland behalten. Die DEG war auch weiterhin sehr bemüht, aber sie fanden einfach kein Mittel gegen die Berliner Defensive. Und die Schüsse, die sie abgaben, waren eine sichere Beute von Jonas Stettmer.
In den letzten zwei Minuten klingelte es dann aber doch im Berliner Tor. Die DEG mit dem Schussversuch, der hängen blieb und dann schaltete Brendan O´Donnell am schnellsten – 3:1 (59.).
Sollte es hier also doch noch einmal spannend werden? Nein, denn die Eisbären ließen nichts mehr zu und feierten den zweiten Auswärtssieg in Folge. Am Ende ein sehr abgezockter Auftritt der Berliner.

4:1 in Nürnberg! Jake Hildebrand hält die Mannschaft im Spiel und Leo Pföderl und Tobias Eder sorgen für die Tore

WalkersBarenNews 2023/2024 – #25:

Die Eisbären Berlin haben das Sonderzugspiel im Frankenland gewonnen. Vor über 1300 mitgereisten Berliner Fans, die das ganze hier zum Heimspiel gemacht haben, gewannen die Hauptstädter am Ende mit 4:1 (0:1,1:0,3:0). Auf so einen deutlichen Sieg deutete in den ersten 40 Minuten jedoch nicht viel hin. Am Ende war es aber genau drei Spielern zu verdanken, dass man die eigenen Fans für die weite Anreise mit drei Punkten belohnte: Jake Hildebrand, der seine Mannschaft mit zahlreichen Paraden überhaupt erst im Spiel gehalten hatte. Und dann wären da noch die beiden Doppelpacker Leo Pföderl (der trifft ja gefühlt immer gegen seine alten Kumpels) und Tobias Eder.

Eisbären-Trainer Serge Aubin vertraute der selben Aufstellung wie bei der knappen 1:2-Niederlage in Wolfsburg. Warum auch großartig etwas ändern, absolvierte man doch dort eigentlich ein gutes Spiel. Letztendlich scheiterte man am Freitag an der eigenen Chancenverwertung und einem überragenden Dustin Strahlmeier im Tor.

Gegen Nürnberg hatten die Berliner zuvor bereits alle drei Duelle in der Hauptrunde gewonnen. In Berlin setzte man sich mit 5:0 und 3:2 n.P. durch, im Frankenland feierte man einen deutlichen Kantersieg (10:2).

Hielt seine Mannschaft im Spiel und ermöglichte somit überhaupt erst den Sieg: Goalie Jake Hildebrand (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Nur 0:1 dank Jake Hildebrand

Die Eisbären hatten früh im Spiel das erste Powerplay und da hätte es auch beinahe geklingelt, doch der Schuss von Zach Boychuk ging nur an die Latte. Freddy Tiffels hatte ihn vor dem Tor noch abgefälscht. Die Eisbären kamen gut ins Spiel, hatten das Spiel in den ersten Minuten im Griff.
Doch mit dem ersten Powerplay der Gastgeber veränderte sich das Spiel und das Momentum wechselte auf Nürnberger Seite. Bereits mit einem Mann mehr hatte Charlie Gerard die dicke Chance zur Führung, aber Jake Hildebrand konnte hier noch den Einschlag verhindern. Doch kurz nach Ablauf der Strafzeit fuhren die Ice Tigers einen Zwei-auf-Eins-Konter und Danjo Leonhardt entschied sich dafür, diesen alleine abzuschließen. Er überwand Hildebrand in der kurzen Ecke – 0:1 (9.).
Der Treffer gab den Ice Tigers gehörig Rückenwind und die Franken dominierten hier fortan das Spiel. Die Eisbären schauten in dieser Phase des Spiels nur zu und bekamen keinen richtigen Zugriff mehr. Nürnberg erspielte sich im weiteren Verlaufe des ersten Drittels eine Chance nach der nächsten, scheiterte aber immer wieder am überragenden Jake Hildebrand. Der Berliner Goalie hielt seine Mannschaft im Spiel und sorgte dafür, dass man nur mit 0:1 in die erste Drittelpause ging.

Erzielte das wichtige 1:1 in Nürnberg: Tobias Eder (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Tobias Eder mit dem Ausgleich aus dem Nichts

Auch im zweiten Drittel veränderte sich das Bild auf dem Eis nicht. Trainer Serge Aubin hatte scheinbar immer noch nicht die richtigen Worte gefunden, jedenfalls sah das Spiel der Eisbären nach wie vor nicht gut aus. Nürnberg hatte hier weiterhin alles im Griff, aber sie hatten eben ein Problem, dass sie das zweite Tor nicht nachlegten. Und das sich so etwas irgendwann rächen würde, davon können die Eisbären ein Lied singen. Passierte ihnen ja erst zwei Tage zuvor in Wolfsburg.
Eine Szene, die mich persönlich am meisten an diesem Spiel aufregte, war die Chance von Blaine Byron gegen Mitte der Partie. Im Rückstand liegend kam er vor das Tor und hatte die dicke Chance auf das 1:1. Statt den sicheren Abschluss zu wählen, wollte Byron es besonders elegant machen und sich die Scheibe durch die eigenen Beine zu spielen. Sah vielleicht schön aus und wenn der rein geht, ist er der gefeierte Held. Aber so war es am Ende einfach nur kläglich, wie er diese Chance liegen ließ.
Es lief die 35. Spielminute und auf einmal fiel der Ausgleich der Eisbären – aus dem Nichts. Nürnberg bekam die Scheibe aus dem eigenen Drittel nicht heraus, Freddy Tiffels legte die Scheibe für Tobias Eder ab, der mit viel Speed in den Slot gefahren kam und die Scheibe humorlos ins Tor hämmerte – 1:1.
Ein Treffer, der sich nicht angedeutet hatte, der dem Spiel der Berliner aber gut getan hatte. Die Berliner waren nun deutlich präsenter und versuchten auch viel nach vorne, leider aber ohne Erfolg. Auf der Gegenseite vergab Daniel Schmölz noch einen Hochkaräter, weshalb es beim 1:1 nach 40 Minuten blieb.

Traf erneut zweimal gegen seinen Lieblingsgegner: Leo Pföderl (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Leo Pföderl schockt mal wieder sein Ex-Verein

Das letzte Drittel begann mit einem Traumstart für die Eisbären. Ganze 20 Sekunden waren gespielt, da hatten die Berliner das Spiel komplett gedreht. Und wer hatte das 2:1 erzielt? Natürlich! Es konnte nur Leo Pföderl sein, der seinem ehemaligen Arbeitgeber mal wieder eine Scheibe einschenkte.
Die Hausherren bekam aber nur wenige Sekunden später ein Powerplay und somit die Chance zum erneuten Ausgleich. Und diesmal war Jake Hildebrand bereits geschlagen, aber die Latte hielt die knappe Berliner Führung fest.
Fortan spielten weiter nur die Ice Tigers. Ein Angriff nach dem nächsten rollte auf das Berliner Tor zu, aber da stand ja Jake „The Wall“ Hildebrand. Was Dustin Strahlmeier am Freitag für die Eisbären war, war Jake Hildebrand heute für Nürnberg. Uns konnte das aber nur recht sein. Und seit Freitag wissen wir ja auch, was passiert, wenn die Einen vorne die Dinger nicht machen…
Leo Pföderl wurde auf die Reise geschickt und da er sich hier ja so gut auskennt, wusste er auch noch, von wo er abschließen musste, damit die Scheibe erneut im Nürnberger Gehäuse einschlägt – 3:1 (53.).
Die Effektivität der Eisbären war heute schon wieder äußerst brutal und schockte so auch die heimischen Fans. Der Weg für Nürnberg wurde nun natürlich sehr weit, aber sie gaben nach wie vor nicht auf. Noch hatte man die Hoffnung, hier etwas Zählbares mitzunehmen. Trainer Tom Rowe nahm anschließend auch noch seine Auszeit und zog Goalie Leon Hungerecker vom Eis.
Aber all diese Maßnahmen halfen am Ende nicht mehr, denn die Eisbären machten den Deckel drauf. Was Leo Pföderl kann, kann auch Tobi Eder. Die Nummer 22 versenkte die Scheibe im verwaisten Nürnberger Tor und erzielte so auch zwei Tore – 4:1 (59.).
Der Rest war Party und Abriss pur in Nürnberg. So, wie man es von den Eisbären-Fans auswärts aber auch gewohnt ist. Stabiler Auftritt der Fans und ein am Ende wichtiger Sieg für die Eisbären im Kampf um Platz eins.

Nach 19 Sekunden in der Verlängerung: Manuel Wiederer schießt die Eisbären zum Heimsieg gegen Köln!

WalkersBarenNews 2023/2024 – #23:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Freitagabend gegen die Kölner Haie mit 5:4 n.V. (2:0,1:3,1:1,1:0) gewonnen. Das Spiel glich einer Achterbahnfahrt. Zunächst nutzten die Haie ihre Chancen nicht, dafür trafen die Eisbären. Im Mitteldrittel war es dann genau anders herum und die Berliner ließen Chancen liegen. Köln bestrafte das mit drei Toren in Folge. Die Hausherren drehten die Partie fortan aber wieder zurück und ließen weitere Chancen liegen. Am Ende rutschte Jonas Stettmer die Scheibe am kurzen Pfosten durch und die Partie ging in die Verlängerung. Dort avancierte Manuel Wiederer mal wieder zum Matchwinner.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste unter der Woche leider drei neue Spieler im Verletzten-Lazarett begrüßen. Ben Finkelstein, Ty Ronning und Patrice Cormier standen dem Head Coach bis auf weiteres nicht zur Verfügung. Dafür kehrte Lean Bergmann wieder zurück ins Line-up.
Damit verbunden waren natürlich Reihen-Umstellungen. So rückte Rückkehrer Bergmann direkt in die erste Reihe an die Seite von Manuel Wiederer und Freddy Tiffels. Die zweite Reihe bestand aus Marcel Noebels, Zach Boychuk und Leo Pföderl, die sich in- und auswendig kennen. Die dritte Reihe bildeten Eric Hördler, Tobias Eder und Yannick Veilleux. Und in der nominell vierten Reihe spielten Marco Nowak, Maximilian Heim und Michael Bartuli.
In der Defensive gab es die einzige Änderung bedingt durch den Ausfall von Finkelstein. Eric Mik verteidigte zusammen mit Korbinian Geibel. Alles andere blieb beim alten. Somit gab Rio Kaiser heute sein Heim-Debüt für die Eisbären Berlin in der PENNY DEL.
Und im Tor erhielt erneut Jonas Stettmer den Vorzug vor Jake Hildebrand, welcher als Back-up auf der Bank Platz nahm.

So viel zur personellen Situation der Berliner. Beide Mannschaften trafen zum dritten Mal in dieser Hauptrunde aufeinander. Bisher gewann stets die Auswärtsmannschaft. Berlin mit 5:2 in der Domstadt, die Haie mit 1:0 n.P. an der Spree. Diese Serie durfte aus Eisbären-Sicht heute gerne reißen. Dafür musste man aber den zuletzt sehr starken Kölner Goalie Tobias Ancicka auch überwinden, was im ersten Heimspiel gegen die Haie nicht funktionierte.

Innerhalb von 38 Sekunden konnten die Eisbären zweimal im ersten Drittel jubeln. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

18 schwache Minuten, doch dann schlagen die Eisbären zweimal eiskalt zu

Hektischer Beginn in der Hauptstadt. Die Scheibe sprang zu Beginn noch nicht so wie gewünscht in den ersten Minuten der Partie. Köln kam mit den Bedingungen etwas besser klar. Daher gehörten die ersten Abschlüsse auch der Mannschaft von Coach Uwe Krupp. Und da waren durchaus ein, zwei gefährliche Aktionen der Haie dabei.
Die Turnover der Eisbären häuften sich im ersten Drittel, was es ihnen nicht wirklich leicht machte, da die Haie auch immer früh den Spielaufbau störten. Auch die Defensivarbeit ließ arg zu wünschen übrig, teilweise wurden die gegnerischen Spieler überhaupt nicht richtig angegriffen. Das ging teilweise zu einfach für die Haie.
Glück für die Eisbären, dass Köln vergessen hatte, genug Zielwasser vor dem Spiel zu trinken. Denn die ließen schon dicke Dinger liegen. Auch Torjäger Justin Schütz u.a. Die Eisbären waren vorrangig in der eigenen Defensive beschäftigt und hatten nach knapp zwölf Minuten gerade einmal vier Schüsse auf das Tor von Tobias Ancicka abgegeben. Der ehemalige Berliner Goalie hatte bis hierhin einen relativ ruhigen Abend in der alten Heimat.
Man merkte dem Eisbären-Spiel schon an, dass einige Leistungsträger fehlten und die Reihen teilweise neu zusammengestellt wurden. Aber so etwas lassen die Berliner selbst nie als Ausrede gelten.
In Überzahl konnten sich die Eisbären dann mal im Angriffsdrittel festsetzen, aber auch da wirkte es alles andere als rund. Eine Sekunde vor Ablauf der Strafe gegen Justin Schütz zog Tobias Eder einfach mal aus der Drehung ab – 1:0 (18.). Zu diesem Zeitpunkt die glückliche Führung, aber danach fragt hinterher keiner mehr.
Ganze 38 Sekunden später stellte Marcel Noebels den Spielverlauf der ersten 20 Minuten komplett auf den Kopf – 2:0 (19.). Mit diesem doch überraschenden Spielstand ging es anschließend in die erste Drittelpause. Und mit diesem Spielstand hatte hier keiner gerechnet, so schwach waren die Berliner in den ersten 18 Minuten. Aber dann reichten ganze 38 Sekunden, um nach dem ersten Drittel mit 2:0 vorne zu liegen.

Marcel Noebels trifft zum 2:0 für die Eisbären. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Köln dreht zunächst das Spiel, aber die Eisbären schlagen zurück

Im Mitteldrittel hatte Freddy Tiffels das 3:0 auf dem Schläger, aber der Pfosten rettete für Tobias Ancicka. Mittlerweile waren es die Berliner, welche beste Chancen liegen ließen. Tobias Eder mit der nächsten, er tauchte frei vor Ancicka auf, scheiterte aber am Kölner Goalie.
Und dann passierte genau das, was im ersten Drittel passierte. Die Eisbären nutzten ihre Chancen nicht, Köln dagegen schon. Jonas Stettmer konnte den ersten Schuss nur prallen lassen und Carter Proft verwertete den Abpraller – 2:1 (28.). Ein verdienter Anschlusstreffer, wenn man den gesamten Spielverlauf bis hierhin betrachtet.
Was die Eisbären können, kann auch Köln. Doppelschlag der Domstädter innerhalb von 79 Sekunden. Chaos vor dem Eisbären-Tor und Stanislav Dietz behielt die Übersicht – 2:2 (29.).
Die Partie ging wieder von vorne los. Und die Eisbären reagierten mit wilden Angriffen, wollten sofort wieder zurückschlagen. Doch es kam noch schlimmer. Unterzahl Berlin und dann rutscht Jonas Stettmer eine Scheibe durch die Fanghand. Justin Schütz mit der erstmaligen Führung der Domstädter, weil er die Scheibe entscheidend abfälschte – 2:3 (32.). Die Fankurve baute den jungen Goalie direkt mit „Stettmer-Rufen“ wieder auf.
Die Antwort der Eisbären ließ nicht lange auf sich warten. Powerplay der Eisbären und Leo Pföderl schloss eine Traum-Kombination zum 3:3 ab (33.). Was für ein wildes Spiel hier inzwischen in Berlin. Für die Fans ein wahres Fest, für die Trainer eher weniger.
Mehr passierte anschließend nicht mehr, weshalb es beim Stand von 3:3 in die Kabinen ging. Noch war also alles offen im DEL-Klassiker zwischen den Eisbären und Köln.

Gab sein Comeback nach Verletzungspause: Lean Bergmann (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Manuel Wiederer entscheidet den DEL-Klassiker

Im Schlussdrittel passierte zunächst nicht viel, doch dann schlugen die Eisbären in Minute 44 eiskalt zu. Marcel Noebels fing einen Aufbaupass der Haie ab, legte klasse auf Zach Boychuk ab und der netzte humorlos ein – 4:3.
Die Eisbären hatten das Spiel also zurück gedreht und einen Turnover der Haie durch ihr aggressives Forechecking erzwungen.
Inzwischen wurde die Partie auch zunehmend ruppiger und die Spieler beider Mannschaften gerieten immer wieder aneinander. Das tat dem Spielfluss allerdings auch nicht gut, weshalb die Partie in der Phase doch recht zerfahren war.
Die Eisbären spielten das fortan sehr ruhig und konzentriert, ließen hinten kaum etwas zu. Und vorne ließ man einen Drei-auf-eins-Konter ungenutzt. Da wollte man es zu schön machen und scheiterte am Ende an Tobias Ancicka.
In der Schlussphase ging es dann wieder wild zur Sache und munter rauf und runter. Die Eisbären wollten für die Vorentscheidung sorgen, während die Haie den Ausgleich erzielen wollten. Und der sollte Köln auch gelingen. Fünf Minuten waren noch auf der Uhr, da glich Maximilian Kammerer zum 4:4 aus. Sein Schuss rutschte Stettmer am kurzen Pfosten durch. Da sah der junge Goalie nicht so gut aus.
Und wieder begann dieses Spiel von vorne. Und die Spannung war zum greifen nahe. Beim jedem Angriff knisterte es in der Arena am Ostbahnhof. Die Crunchtime war längst erreicht und beide Mannschaften wollten jetzt die drei Punkte. Die Eisbären waren in der Schlussminute zweimal sehr, sehr nahe dran am Siegtreffer, aber Tobias Ancicka war einfach nicht zu bezwingen. Somit sicherten sich beide Teams erneut einen Punkt nach 60 Minuten im direkten Duell in der Hauptstadt.

Die Verlängerung dauerte ganze 19 Sekunden, dann kam der Auftritt von Manuel Wiederer, welcher die Partie mit dem Treffer zum 5:4 entschied. Die Eisbären sicherten sich somit den Zusatzpunkt in diesem Eis-Krimi.