5:2 in Krefeld! Die Eisbären fahren mühelos den ersten Auswärtssieg der Saison ein

Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt: Die Eisbären Berlin haben den ersten Auswärtssieg der PENNY DEL-Saison 2020/2021 eingefahren. Bei den sieg- und punktlosen Krefeld Pinguinen feierten die Berliner einen ungefährdeten 5:2 (3:1,1:0,1:1)-Auswärtssieg und gewannen somit auch den zweiten Vergleich gegen die Seidenstädter, nachdem man das erste Aufeinandertreffen in der Hauptstadt mit 5:0 für sich entscheiden konnte. Nach zuvor drei vergeblichen Anläufen auf fremden Eis, hat es heute also endlich mit drei Punkten geklappt. Aber sind wir mal ehrlich, wenn nicht in Krefeld, wo sonst hätten die Eisbären den ersten Auswärtssieg einfahren sollen? Denn die Pinguine standen vor dem Spiel mit sieben Niederlagen und null Punkten am Tabellenende der Gruppe Nord. Heute kam Niederlage Nummer Acht dazu. Dass Krefeld kein Wort um die Vergabe der Playoffs mitsprechen wird, ist wohl allen klar. Dafür läuft dort einfach zu viel falsch im Verein. Aber das soll hier nicht Thema sein, sondern viel mehr das Spiel der Eisbären.

Und für dieses gab es Änderungen im Kader der Eisbären. Zum einen rückte Eric Mik in den DEL-Kader zurück, nachdem Leon Gawanke von den Winnipeg Jets zurück gerufen wurde. Und im Tor bekam Youngster Tobias Ancicka seinen zweiten Saisoneinsatz. Das erste Spiel hatte er unglücklich mit 0:1 n.P. in Wolfsburg verloren.

Verteidiger Jonas Müller gab die Marschroute für das Spiel in Krefeld raus:

Wir haben gut angefangen in Düsseldorf, aber auch stark nachgelassen. Es wird Zeit für den ersten Auswärtssieg. Wir dürfen nicht zu viele Strafzeiten nehmen. Wir müssen unser Spiel konstant durchziehen, dann werden wir das Spiel auch gewinnen.

Gesagt, getan. Das Spiel war gerade einmal elf Sekunden alt, da jubelten die Eisbären bereits zum ersten Mal an diesem Abend. Nach dem Bullygewinn chippte John Ramage die Scheibe tief, Ex-Eisbär Alex Trivellato erkämpfte die Scheibe an der linken Bandenrundung und wollte sie nach vorne auf einen Mitspieler passen. Doch sein Pass kam genau auf den Schläger von Kris Foucault, welcher viel Platz und Zeit hatte, Sergei Belov im Krefelder Tor auszuspielen und den Puck im halbleeren Tor zu versenken – 1:0 (1.). Blitzstart für die Eisbären also!
Die Eisbären machten also von Beginn an klar, dass sie heute endlich den ersten Auswärtssieg der Saison feiern wollen. Aber beinahe hätte Krefeld früh ausgeglichen. PC Labrie mit dem Fehlpass im eigenen Drittel, Martins Karsums bekam den Puck und wollte Ancicka umkurven, doch der Berliner Goalie behielt die Nerven.
Jener Karsums musste dann auch in die Kühlbox und die Berliner hatten das erste Powerplay. Und in diesem hatten zweimal Kris Foucault und einmal Lukas Reichel gute Möglichkeiten, aber sie führten noch nicht zum erhofften Torerfolg.
Danach Krefeld mit dem ersten Überzahlspiel, aber Gefahr brauchte man da nicht zu befürchten. Denn Krefeld stellt das schlechteste Powerplay und die Eisbären das beste Penaltykilling der Nord-Gruppe. Dementsprechend gibt es zum Überzahlspiel der Pinguine auch nichts zu sagen.
Krefeld tauchte selten vor Ancicka auf, wenn das aber mal der Fall war, so wie in Minute Zwölf, als Brett Olson frei im Slot zum Abschluss kam, war Ancicka zur Stelle.
Und die Eisbären betrieben Chancenwucher. Nino Kinder wollte Belov umkurven, scheiterte damit jedoch. Und ein Konter über Foucault und Ramage vergab Letzterer, seinen Schuss konnte Belov gerade so noch mit dem Schoner parieren.
Ramage fiel sehr oft im Auftaktdrittel auf. Zum einen durch seine Aktion direkt nach dem ersten Bully, dann durch die eben beschriebene Chance, aber auch durch zwei Strafzeiten. Die erste Strafe blieb noch unbestraft, die zweite leider nicht. Aus dem Nichts heraus Kristofers Bindulis mit dem Schuss vom rechten Bullykreis, der Schuss schlug abgefälscht hinter Ancicka ein – 1:1 (16.).
Die Eisbären schalteten dann mal kurz zwei, drei Gänge hoch und gaben die Antwort. Marcel Noebels spielte die Scheibe hoch an die blaue Linie, wo Kapitän Frank Hördler lauerte. Der spielte die Scheibe gerade runter vor das Tor, wo Leo Pföderl die Scheibe nur noch abfälschen musste – 2:1 (18.), sein 150. DEL-Tor! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum, Leo!
Und als Krefeld zum Ende hin noch einmal in Unterzahl ran musste, schlugen die Eisbären erneut zu. Zweimal scheiterte Kris Foucault mit seinen gefürchteten Onetimern vom rechten Bullykreis aus. Nach dem zweiten spielte er die Scheibe zurück hinter das Tor zu Mark Zengerle, welche den Puck vor das Tor zu Giovanni Fiore spielte. Und der hatte viel Platz und schoss ins lange Eck ein – 3:1 (20.). Das erste DEL-Tor von der Nummer 21!
Somit führten die Eisbären verdient mit 3:1 in Krefeld. Deren Stürmer Alexander Blank war nach dem ersten Drittel bedient:

Wir haben nach elf Sekunden unser erstes Tor kassiert, obwohl wir uns sehr viel vorgenommen haben für dieses Spiel. Aber wir sind eigentlich ganz gut zurückgekommen, haben das 1:1 im Powerplay geschossen. Wir haben eigentlich ganz gut gespielt, aber dann hat die Konzentration drei Minuten vor dem Ende aufgehört. Und das darf nicht passieren, dass wir drei Minuten vor Schluss da so zwei Tore kassieren und eine dumme Strafe machen. Da muss sich jeder Spieler mit sich selber beschäftigen, wie er das angeht, wie er sich vor dem Spiel vorbereitet. Aber eigentlich haben wir gut trainiert jetzt die Tage nach der Niederlage in Bremerhaven. Keine Ahnung, was da passiert ist, aber das müssen wir jetzt abstellen und die letzten 40 Minuten noch gut konzentrieren.

Und bereits nach sieben Sekunden im zweiten Drittel bot sich den Hausherren erneut die Chance, an der Überzahlquote etwas zu machen. Mark Zengerle musste wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank. Und das Powerplay sah auch ganz gut aus, aber Krefeld konnte keinen Nutzen daraus ziehen.
Doch fortan entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Man konnte fast sagen, es spielten die Eisbären gegen Sergei Belov. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf den Krefelder Torhüter zu. Bereits in der 23. Spielminute stand Foucault auf einmal frei vor ihm, aber er konnte parieren. Doch nur eine Minute später war auch der Krefelder Schlussmann geschlagen. Fiore kam mit viel Speed über links ins Drittel, machte den Bauerntrick und spielte die Scheibe in den Slot, wo Mark Olver lauerte und viel zu viel Platz hatte – 4:1 (24.).
Krefeld konnte sich in der Folgezeit bei Sergei Belov bedanken, dass man nach 40 Minuten nur mit 1:4 hinten lag. Denn die Eisbären ließen eine Reihe guter Chancen aus. Leo Pföderl, Lukas Reichel, Haakon Hänelt, Mark Zengerle – um mal nur einen Auszug der Chancen im Mitteldrittel zu nennen. Die Eisbären hätten bereits im zweiten Drittel die Weichen ganz klar auf Sieg stellen können. Aber selbst jetzt glaubte eigentlich niemand mehr an eine Krefelder Wiederauferstehung. Zu deutlich überlegen waren die Eisbären, zu sehr hatten sie das Spiel fest in der Hand.

Das letzte Drittel begannen die Eisbären dann in Unterzahl, aber beinahe wäre Matt White der Shorthander gelungen. Er war frei durch und hatte die Chance, aber Sergei Belov hatte etwas dagegen. Egal was Matt White heute versuchte, der Krefelder Schlussmann hatte das letzte Wort.
Aber in der 46. Spielminute war auch Krefelds Goalie wieder geschlagen. Den ersten Versuch von der blauen Linie konnte er noch parieren, gegen den Nachschuss von Lukas Reichel, welcher die Scheibe unter die Latte nagelte, war er aber machtlos – 5:1.
Danach machten die Eisbären nicht mehr als nötig, aber dennoch hatten sie das Spiel komplett im Griff. Weil, so hart es klingt, Krefeld im Moment einfach nicht DEL-tauglich ist. Auch wenn Krefeld fünf Minuten vor dem Ende noch das 2:5 durch Brett Olson erzielte, die Krefelder Fans können einem schon fast leid tun, bei dem, was da gerade in Krefeld abgeht. Bei einem Traditionsverein der DEL. Die Unruhe im Umfeld der Mannschaft scheint sich auf das Team auszuwirken, das in dieser Saison wohl mehr Kanonenfutter für die Konkurrenz ist als ein ernstzunehmender Gegner auf Augenhöhe. Die Eisbären jedenfalls siegten am Ende mit 5:2 und sicherten sich so die ersten drei Punkte auf fremden Eis, worüber man sich freuen darf, mehr aber auch nicht.

Denn dieser Sieg ist definitiv kein Gradmesser für die nächsten beiden Heimspiele gegen Köln und Bremerhaven. Da erwartet die Eisbären viel mehr Gegenwehr vom Gegner, da wird man nicht so viel Platz vor dem Tor haben und so oft frei vorm gegnerischen Goalie stehen. Da muss man dann wieder hart für den Sieg arbeiten. Daher braucht man diesen Sieg auch nicht wirklich analysieren, aber zumindest festhalten, dass die Eisbären das Spiel eben nicht auf die leichte Schulter genommen haben. Sie haben ihr Spiel 60 Minuten konstant durchgezogen und hatten jede Menge Chancen für einen höheren Sieg. Trainer Serge Aubin hat gesehen, dass von allen vier Reihen Torgefahr ausging. Aber wie gesagt, dieses Spiel ist kein Gradmesser für die Duelle gegen die anderen fünf Konkurrenten in dieser Gruppe.

Lukas Reichel mit seinem Statement zum Spiel in Krefeld:

Wir haben 60 Minuten gut konstant durchgespielt. Ich denke, wir hatten das Spiel auch über 60 Minuten unter Kontrolle. Wir können heute zufrieden sein. Wir haben viele Schüsse aufs Tor gebracht, wir hätten vielleicht noch ein paar Dinger mehr machen können. Wir können zufrieden sein und mit dem Bus nach Hause fahren. Es ist immer noch Luft nach oben. Wir wollen in jedes Spiel rein gehen und es gewinnen. Ich denke, wir können in unserer Gruppe den ersten Platz anvisieren.

Und Krefelds Torschütze Brett Olson mit einer schonungslosen Analyse nach der achten Niederlage im achten Spiel:

Das ist unser Hauptproblem in dieser Saison, dass wir viel zu viel Raum und Platz dem Gegner vor allem im Zentrum vor unserem Tor lassen. Und woran liegt das? Weil wir immer nur den Gegenspieler mit dem Puck im Auge haben und nicht die Mitspieler. Alle konzentrieren sich nur auf den Puck, sehen die Leute im Rücken nicht und die sind dann auf einmal frei vorm eigenen Goalie. Und so wird Sergei Belov auch im heutigen Spiel ganz oft allein gelassen und dann hat es schon wieder fünf Gegentore gegeben.

4:5 n.V. in Düsseldorf! Auch eine 3:0-Führung reicht nicht für den ersten Auswärtssieg der Saison

Die Eisbären Berlin warten weiterhin auf ihren ersten Auswärtssieg der Saison. Am Montagabend reichte nicht mal eine 3:0-Führung nach 16 Minuten für den ersten Auswärtssieg, am Ende stand man nach einem 4:5 n.V. (3:1,0:0,1:3/0:1) wieder nur mit einem Zähler da. Weil man das Eishockey spielen nach 40 Minuten eingestellt hat und die DEG so wieder zurück ins Spiel gebracht hat. Dementsprechend angesäuert war Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auch, weil es ihm unbegreiflich war, wie seine Jungs das Spiel noch aus der Hand geben konnten.

Bei den Eisbären nahm auf der Bank heute ein anderer Back-up-Goalie Platz. Tobias Ancicka weilte bei Kooperationspartner Weißwasser, so nahm der junge Rihards Babulis auf der Bank der Profis Platz. Im Tor stand natürlich wieder Mathias Niederberger. 

Die Eisbären wollten einen besseren Start in das dritte Auswärtsspiel der Saison haben und vor allem von der Strafbank fern bleiben. Und dieses Vorhaben setzten die Mannen von Chefcoach Serge Aubin perfekt um. Die Eisbären kamen gut aus der Kabine und Lukas Reichel hätte früh das 1:0 erzielen können, wurde aber entscheidend beim Abschluss gestört. Das Tor wäre frei gewesen. Aber das Führungstor sollte dann doch schnell fallen. Die DEG kassierte die erste Strafzeit und Powerplay können die Eisbären in dieser Saison. Zweimal hatte man es schon versucht, Kris Foucault per Onetimer in Szene zu setzen, zweimal klappte es nicht. Beim dritten Mal klingelte es dann aber, getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“. Mark Zengerle hatte die Scheibe auf der linken Seite am Pfosten und suchte nach der perfekten Anspielstation, er fand sie in Kris Foucault auf der rechten Seite und die Nummer 98 zog zum dritten Mal per Onetimer ab – 1:0 (5.).
Auch danach die Eisbären sehr druckvoll, mit einem aggressiven Forechecking. Sie setzten sich immer wieder im DEG-Drittel fest und stellten die Rheinländer vor große Probleme. Diese hatten große Mühe, sich überhaupt mal aus dem eigenen Drittel zu befreien. In der achten Spielminute hätte eine überragende Kombination beinahe zum 2:0 geführt. Frank Hördler spielte die Scheibe von der blauen Linie gerade runter zu Leo Pföderl, welcher gleich weiter in den Slot spielte, wo Matt White direkt abzog, aber an Mirko Pantkowski scheiterte.
Die Hauptstädter hatten dann das zweite Powerplay und die DEG stellte das schlechteste Penaltykilling der gesamten Liga. Zwar fanden die Eisbären die Formation und ließen die Scheibe gut laufen, aber Leon Gawanke scheiterte per Onetimer an Pantkowski und Matt White am Pfosten.
Aber es geht auch ohne Überzahl. Marcel Noebels mit dem Pass hoch zur blauen Linie, Parker Tuomie zog von der blauen Linie ab, die Scheibe rutschte Pantkowski durch die Schoner und PC Labrie schaltete am schnellsten, drückte sie über die Linie – 2:0 (14.).
Eine Minute später kassierte Düsseldorfs Top-Scorer Daniel Fischbuch die dritte Strafzeit der Partie und zum zweiten Mal klingelte es im Berliner Powerplay im Düsseldorfer Tor. Wieder eine starke Kombination der Berliner, Leon Gawanke mit dem Pass von links in den Slot, wo Leo Pföderl das Auge für Marcel Noebels hatte und sie direkt auf rechts weiterspielte, wo Marcel Noebels Maß nahm, um per Onetimer zu seinem ersten Saisontor zu treffen – 3:0 (16.).
Es wirkte fast so, als ob die Hausherren hier total überfordert waren mit dem Power-Hockey der Eisbären. Als ob es ihnen alles zu schnell ging.
Aber zum Ende hin kamen die Rheinländer doch nochmal auf. Sie hielten die Eisbären lange im eigenen Drittel fest, diese konnte so nicht wechseln und leisteten sich den Fehler im Spielaufbau. Nicolas Jensen chippte die Scheibe vor das Tor, wo Jerome Flaake das Spielgerät aus der Luft ins Tor beförderte. Nach Ansicht des Videobeweises ein reguläres Tor – 3:1 (18.).
Und auf einmal waren die Gastgeber für 1:54 Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und die DEG stellt das beste Powerplay der Liga, traf bisher in jedem Ligaspiel in Überzahl. Aber das Penaltykilling der Eisbären funktionierte und so nahm man eine souveräne 3:1-Führung mit in die erste Drittelpause.
Ex-Eisbär Charlie Jahnke war nach den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport nicht zufrieden:

Das ist zu wenig von uns. Wir spielen zu kompliziert. Wir müssen von der Strafbank fern bleiben. Wir wissen, dass die Eisbären da gut sind, wir haben denen die Tore geschenkt.

Das zweite Drittel bot dann bei weitem nicht mehr so viel Torraumszenen wie noch das erste Drittel und Tore sollten auch keine fallen. Dabei hatten die Eisbären früh die dicke Chance zum 4:1, aber Giovanni Fiore scheiterte mit seinem Versuch aus der Drehung am Pfosten.
Anschließend zwei Überzahlspiele für die Eisbären, aber sie bekamen diesmal nicht so wirklich Druck auf das Düsseldorfer Tor. Die DEG verteidigte das sehr kompakt und überstand die Unterzahlspiele somit schadlos.
Chancen waren Mangelware im Mitteldrittel. Sechs Minuten vor der zweiten Pause mal ein Zwei-auf-Eins-Konter der Gäste, Mark Zengerle auf Giovanni Fiore, doch der scheiterte freistehend an Pantkowski. Danach die Eisbären zum zweiten Mal mit zwei Mann weniger auf dem Eis, aber auch dieses Mal schaffte es das beste Powerplay der Liga nicht, den Unterzahl-Riegel der Eisbären zu knacken. In der letzten Minute dann nochmal beide Teams mit je einer guten Chance, aber auch diese vereitelten die beiden Goalies.
Kai Wissmann mit seinem Statement zu den ersten 40 Minuten:

Ich denke, wir sind bei Fünf-gegen-Fünf auf jeden Fall die bessere Mannschaft. Das Spiel ist doch sehr zerfahren, dafür, dass es für alles eine Strafzeit gibt. Ganze Zeit Überzahl, Unterzahl. Wir müssen schlauer sein mit unseren Schlägern, vor allem in der offensiven Zone. Wir haben zweimal Fünf-gegen-Drei gekillt, aber das geht nicht immer gut.

Für das letzte Drittel hatten sich die Rheinländer hier jede Menge vorgenommen, das sah man sofort. Charlie Jahnke vergab noch freistehend eine gute Chance, wenig später klingelte es aber im Berliner Kasten. Und wie sollte es anders sein, es war ein Powerplaytor der DEG. Leo Pföderl saß in der Kühlbox und Nicolas Jensen hatte von der blauen Linie zu einem Onetimer ausgeholt, den Mark Olver unhaltbar abfälschte – 3:2 (44.).
Direkt im Gegenzug die Eisbären aber beinahe mit der Antwort, ein Drei-auf-Zwei-Konter, Matt White mit dem Abschluss, aber knapp am Tor vorbei. Aber im nächsten Angriff schepperte es im Tor von Mirko Pantkowski. Mark Zengerle bekam zu viel Platz, kurvte im DEG-Drittel von rechts nach links, legte sich die Scheibe von der Rückhand auf die Vorderhand und schlenzte die Scheibe ins lange Eck – 4:2 (48.).
Mitten in eine Drangphase der Hausherren also das vierte Berliner Tor. Und noch in der selben Minute hätte Giovanni Fiore fast das 5:2 nachgelegt, aber die Latte stand im Weg.
Das war es dann aber auch schon fast mit der offensiven Herrlichkeit der Eisbären. Danach ging es eigentlich nur noch in Richtung Mathias Niederberger. Johannes Johannesen zog von der blauen Linie ab, Mathias Niederberger parierte, Jerome Flaake setzte nach, scheiterte am Berliner Goalie, welcher nun am Boden lag und gegen den nächsten Nachschuss von Maximilian Kammerer in die lange Ecke keine Chance – 4:3 (51.).
Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit Fehlpass von Kapitän Frank Hördler auf Matt Carey, welcher die Scheibe per Rückhand und No-Look-Pass auf Ken-Andre Olimb passte und der behielt vor Mathias Niederberger die Nerven, tanzte ihn aus und schoss ein zum 4:4 (54.).
Die Eisbären wirkten angeschlagen, bekamen keinen sauberen Pass mehr gespielt. Und die DEG hatte Oberwasser und wollte hier nun auch die drei Punkte holen. Alexander Karachun hatte den Führungstreffer drei Minuten vor dem Ende auf der Kelle, aber der Pfosten stand im Weg.
Die Eisbären eigentlich nur noch einmal gefährlich. Fiore stibitzte die Scheibe im Angriffsdrittel, zog vor das Tor, scheiterte aber an Mirko Pantkowski. So stand es nach 40 Minuten 4:4 und beide Teams hatten einen Punkt sicher.

In der Overtime waren es die Eisbären, die durch Marcel Noebels die erste dicke Chance hatten, aber er schoss knapp vorbei. Danach nur noch die DEG. Daniel Fischbuch und Nicolas Jensen scheiterten an Mathias Niederberger, aber die dritte Chance saß dann. Nicolas Jensen über rechts mit dem Querpass auf die linke Seite, wo Maximilian Kammerer lauerte und zum 5:4 einschoss. Die DEG sicherte sich den Zusatzpunkt, während die Eisbären auch die dritte Heimfahrt von einem Auswärtsspiel ohne Sieg antreten mussten.

Das muss man erst mal sacken lassen. Nach 16 Minuten sahen die Eisbären eigentlich wie der sichere Sieger aus. Sie hatten das Spiel und die DEG im Griff, führten mit 3:0. Nichts sah danach aus, als ob Düsseldorf hier noch etwas mitnehmen würde. Auch das 1:3 nahm man noch so mit. Im zweiten Drittel war es dann von beiden Seiten nicht viel, was kam. Aber die Eisbären hielten die DEG vor dem eigenen Tor in Schacht. Eigentlich hätte man im letzten Drittel nicht viel daran ändern müssen und stattdessen vielleicht auf das vierte Tor gehen müssen.
Doch unerklärlicherweise stellten die Eisbären das Eishockey spielen ein und überließen den Hausherren mehr und mehr das Spiel. Dadurch konnte die DEG Selbstvertrauen aufbauen und sich Stück für Stück zurück ins Spiel kämpfen. Weil den Eisbären nichts mehr gelang. Die Rheinländer dagegen spielten sich in einen Rausch und es hätte fast zu diesem Spiel gepasst, wenn die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis hier sogar die ganzen drei Punkte mitgenommen hätte.
Das Trainerteam um Serge Aubin wird diese Niederlage aufarbeiten müssen und wird dem Team vor allem das letzte Drittel zeigen. Aubin fiel es auf der PK nach dem Spiel auch schwer, das Spiel zu analysieren, weil er enttäuscht war. Da dürfte der Mannschaft eine ungemütliche Rückfahrt bevorstehen.
Auch Marcel Noebels war nach dem Spiel enttäuscht:

Wir haben aufgehört zu spielen. Wir haben viel zu viel Raum und Platz gelassen, wir haben den Gegner so selber wieder ins Spiel gebracht, was völlig unnötig war. Wir haben zwei Drittel wirklich sehr, sehr gutes Eishockey gespielt, aber am Ende haben wir uns selbst ins Bein geschossen. Wir haben 40 Minuten sehr, sehr gutes Eishockey gespielt. Aber wir wissen, dass 40 Minuten in dieser Liga nicht ausreichen. Wir müssen uns deswegen zum Vorwurf machen, dass wir in den letzten 20 Minuten nicht unser Spiel gespielt haben und aufgehört haben, zu laufen. Düsseldorf ist dann eine Mannschaft, die kreiert dann Torchancen und gewinnt das Spiel.

5:3 nach 1:3! Leo Pföderl schießt die Eisbären mit einem Hattrick zum fünften Sieg in Folge

Heute waren sie nicht so gut„, waren die Worte von Eisbären-Chefcoach Serge Aubin nach dem Iserlohn-Spiel. Die Rede ist von der Top-Reihe der Eisbären Berlin, welche aus Marcel Noebels, James Sheppard und Leo Pföderl besteht. Heute folgte die Antwort der Top-Reihe und die hatte es in sich. Mit 5:3 (1:2,2:1,2:0) gewannen die Hauptstädter ihr Auswärtsspiel bei den Augsburger Panthern. Vor 5.278 Zuschauern im altehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion war Leo Pföderl mit drei Toren der Matchwinner. Marcel Noebels traf selbst einmal und legte zwei Tore auf, ebenso gelangen James Sheppard zwei Vorlagen. Mit dem fünften Sieg in Folge, was übrigens zum ersten Mal in dieser Saison geklappt hat, bauten die Berliner den Vorsprung auf Platz Fünf auf satte elf Zähler aus. Das Heimrecht im Viertelfinale ist also eigentlich nur noch reine Formsache.

Eisbären-Trainer Serge Aubin wechselte heute wieder den Torhüter. Justin Pogge kehrte ins Tor zurück, Sebastian Dahm musste wieder auf der Bank Platz nehmen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Die ersten drei Aufeinandertreffen mit Augsburg hatten die Eisbären gewonnen und auch das vierte Duell wollte man siegreich gestalten. Dementsprechend ging man engagiert zu Werke, störte den Augsburger Spielaufbau früh mit einem sehr aggressiven Forechecking. Aber die Panther fanden trotzdem einen Weg vor das Berliner Tor und kamen zu den ersten Abschlüssen der Partie. Und sie hatten auch die erste dicke Möglichkeit der Partie. 2-auf-1-Konter der Panther, Flip-Pass von der linken Seite von Sahir Gill an den langen Pfosten, wo Patrick McNeill lauerte, an die Scheibe kam und sie an den Pfosten setzte. Glück für die Eisbären.
Die fingen nun an, Strafzeiten zu kassieren. Jonas Müller war der erste Spieler, der in die Kühlbox musste. McNeill folgte auf Augsburger Seite nur wenige Sekunden später. Da aber auch Florian Kettemer auf Berliner Seite auf die Strafbank musste, hatten die Panther ein 4-gegen-3-Powerplay. Was zu einem 4-gegen-2-Powerplay wurde, denn Mark Olver blieb nach einem geblockten Schuss von Brady Lamb auf dem Eis liegen, hatte sichtlich starke Schmerzen und versuchte irgendwie wieder auf die Beine zu kommen und das Eis zu verlassen. Und was machten die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Andrew Wilk? Sie ließen weiterspielen, sehr zum Unmut der Berliner. Denn Augsburg nutzte das natürlich zur 1:0-Führung. AEV-Top-Scorer Drew LeBlanc mit dem Querpass von rechts auf Adam Payerl, Justin Pogge lag bereits auf dem Eis und so musste Payerl nur noch ins leere Berliner Tor einschießen (10.).
Es ging weiter mit den Strafen für die Eisbären, PC Labrie kassierte zwei Minuten wegen eines Late Hits. Zwar überstanden die Berliner das Unterzahlspiel schadlos, aber kaum war Labrie zurück klingelte es erneut im Tor. Wieder war es LeBlanc, der das Zuspiel gab und erneut war es Payerl, welcher per Onetimer von der blauen Linie auf 2:0 stellte (13.).
Wie war die Reaktion der Eisbären auf diesen Doppelschlag? Sie ließ nicht lange auf sich warten und war eiskalt. John Ramage mit dem Auge und dem Zuckerpass für Marcel Noebels am langen Pfosten, welcher per Tip-in auf 2:1 verkürzen konnte (14.).
Nun waren die Berliner besser im Spiel und hätten durch Austin Ortega beinahe den Ausgleich erzielt, aber er traf nur den Pfosten (17.). Danach nochmal Augsburg mit guten Möglichkeiten durch Scott Valentine und dann in Überzahl durch Payerl (2x) und Simon Sezemsky, aber es blieb bei der knappen 2:1-Führung der Hausherren. Eisbären-Verteidiger Florian Kettemer mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport:

Die Strafen machen unser Spiel kaputt. Wir müssen von der Strafbank weg bleiben. Wir wissen, dass die Zuschauer hier laut sind und die Schiedsrichter beeinflussen. Wir gehen Wechsel für Wechsel, wollen produzieren und Tore machen.

Und die Chance sollte sich ihnen bieten, denn man hatte fast volle zwei Minuten zwei Mann mehr auf

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

dem Eis. Dass man aber das drittschlechteste Powerplay der Liga hat, wurde heute wieder deutlich. Zwar ließ man die Scheibe gut laufen, aber das nützt alles nichts, wenn sich kein Spieler mal traut, den Schuss abzugeben. So ließ man diese Top-Chance ungenutzt liegen. Weil man es zu kompliziert spielte.
Es folgte das nächste, einfache Powerplay, aber da lief man in einen Konter. Drew LeBlanc blockte einen Schuss von John Ramage und machte sich alleine auf den Weg Richtung Justin Pogge. Diesem ließ er keine Chance und vollende eiskalt zum 3:1 in Unterzahl (27.).
Aber auch davon ließen sich die Eisbären nicht aus der Ruhe bringen, hielten weiterhin am Gameplan fest und spielten ruhig weiter. Es folgte ein Bully im Angriffsdrittel, welches an die Eisbären ging. Ryan McKiernan zog rechts an der Bande stehend ab und die Scheibe segelte an Freund und Feind vorbei ins Augsburger Tor – 3:2 (31.).
Es folgte die stärkste Phase der Berliner, welche Augsburg ins eigene Drittel drängten und mächtig Druck machten. Sie wollten hier unbedingt den Ausgleich erzielen und dieser sollte ihnen auch gelingen. John Ramage hatte von der blauen Linie abgezogen, Leo Pföderl „parkte“ vor dem Tor und fälschte den Puck unhaltbar für Ex-Eisbären-Goalie Markus Keller ab – 3:3 (34.).
Die Eisbären sorgten für Ruhe im Curt-Frenzel-Stadion, doch die Augsburger suchten nach einer Antwort und hatten im Mitteldrittel noch zwei richtig gute Möglichkeiten. Scott Kosmachuk scheiterte mit seinem Onetimer von der blauen Linie an Pogge, Adam Payerl scheiterte am Außenpfosten. So stand es nach 40 Minuten 3:3-Unentschieden.
Augsburgs Top-Scorer Drew LeBlanc, welcher an allen drei Toren des AEV beteiligt war, war mit dem Mitteldrittel nicht so zufrieden:

Wir müssen aufpassen, nicht zu viele Strafen zu nehmen. Das 5-gegen-3 war zu viel, das kostet zu viel Kraft.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Dementsprechend engagiert kamen die Hausherren aus der Kabine und setzten durch John Rogl und Scott Kosmachuk die ersten Duftmarken. Es entwickelte sich ein Spiel mit hohem Tempo, welches rauf und runter ging mit Chancen für beide Mannschaften. Die Intensität nahm noch mehr zu, die Zweikämpfe waren noch umkämpfter als ohnehin schon. Beide wollten den Sieg, den ersten Schritt in diese Richtung sollten die Eisbären machen.
Leo Pföderl kam mit viel Speed ins Angriffsdrittel, zog ab, doch die Scheibe ging an die Bande hinter dem Tor. Von dort sprang sie aber zurück und Pföderl reagierte blitzschnell und verwertete seinen eigenen Rebound – 4:3 (51.).
Die Berliner hatten das Spiel also komplett gedreht, Augsburg musste in der Schlussphase also kommen, um hier noch wichtige Zähler im Kampf um die Pre-Playoffs mitzunehmen. Aber sie kassierten eine Strafzeit, welche am Ende folgenschwer war. Denn dieses Mal nutzten die Berliner das Powerplay. Leo Pföderl kam an der rechten Bande an die Scheibe, zog vors Tor und schlenzte die Scheibe per Rückhand ins Tor, da sah Goalie Markus Keller gar nicht gut aus – 5:3 (54.).
Die Eisbären waren nun also auf die Siegerstraße eingebogen und ließen sich davon auch nicht mehr vertreiben. Augsburg versuchte zwar noch einmal alles, nahm auch den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und in der Schlussphase hatten sie auch nochmal ein, zwei gute Möglichkeiten, aber die Defensive der Eisbären um Goalie Justin Pogge ließ hier nichts mehr anbrennen und brachte das 5:3 über die Ziellinie.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Mal wieder haben die Eisbären einen Weg gefunden, ein Spiel zu gewinnen. Sie lagen durch einen Doppelschlag 0:2 zurück, fanden aber durch den 200. DEL-Scorerpunkt von Marcel Noebels schnell eine Antwort. Sie ließen sich dann auch nicht vom Weg abbringen, als sie eine doppelte Überzahl kläglich vergaben und wenig später einen Shorthander hinnehmen mussten. Sie behielten im Hexenkessel Curt-Frenzel-Stadion die Ruhe, denn das Stadion war entsprechend euphorisiert angesichts der überstandenen doppelten Unterzahl und dem Shorthander. Aber die Eisbären rissen sich zusammen, blieben von der Strafbank fern und fanden vorne einen Weg, Tore zu schießen. Und daran hatte heute mal wieder die Top-Reihe einen großen Anteil. Genau zur richtigen Zeit waren Noebels, Pföderl und Sheppard wieder da und führten die Eisbären zum fünften Sieg in Folge und zugleich auch fünften Auswärtssieg in Folge. Letzteres ist gefühlte Ewigkeiten her, um genauer zu sagen, es war in den Playoffs 2013, an deren Ende die siebte Meisterschaft stand.
Gutes Omen für die bevorstehenden Playoffs? Auf jeden Fall sollte keiner die Eisbären Berlin unterschätzen, sind die Berliner zur Zeit doch das heißeste Team der Liga und in den Playoffs ist dieser Mannschaft wirklich alles zuzutrauen. Sie finden derzeit immer einen Weg, Spiele zu gewinnen, egal wie das Spiel auch läuft. Alle vier Reihen können die Spiele entscheiden, man ist nicht mehr nur von einer Reihe abhängig. Der Kader scheint tief genug besetzt zu sein, die Reihen für die Playoffs gefunden und auf der Torhüter-Position verfügt man über ein starkes Torhüter-Duo mit Justin Pogge und Sebastian Dahm. Ja, beide haben durchaus noch Wackler dabei, aber sind die Leistungen zuletzt doch definitiv mehr gut als schlecht gewesen. Wenn gleich Justin Pogge wohl bei Trainer Serge Aubin die Nase im Kampf um die Nummer Eins im Tor vorne haben dürfte.
Doch diese Mannschaft versprüht so viel Spielfreude, sie harmonieren sehr gut zusammen, die Stimmung im Team ist super und mit jedem weiteren Sieg steigt das Selbstvertrauen. Die Eisbären scheinen gerade zur richtigen Zeit der Saison ihre Top-Form zu finden. Diese Mannschaft zu schlagen, wird alles andere als einfach. Nürnberg ist das nächste Team, was dies am Sonntag versuchen wird.

Augsburgs Stürmer Jakob Mayenschein mit seinem Fazit zum Spiel:

Wir haben nach dem 3:1 deutlich zu viele Strafen kassiert. Dadurch, dass wir zu viel Überzahl im ersten Drittel hatten, war es klar, dass sie im zweiten etwas kleinlicher pfeifen würden. Wir haben die Oberhand im zweiten Drittel verloren. Die Eisbären mit einer kämpferisch starken Leistung und am Ende mit mehr Körner als wird.

Und was sagte Matchwinner Leo Pföderl zum Spiel?

Die Augsburger haben auch gute Chancen gehabt, aber bei uns sind sie im letzten Drittel rein geflogen. Wir haben da vielleicht ein bisschen Glück gehabt. Wir haben uns nach dem ersten Drittel zusammengerissen. Was sind schon zwei Tore auswärts. Wir haben das dann gut gemacht und freuen uns über drei sehr schöne Auswärtspunkte. Wir wissen, dass wir über die Monate gut zusammen gewachsen und spielerisch besser geworden sind. Wir haben gegen die Mannschaften über uns gezeigt, dass wir mithalten und auch gewinnen können.

In Krefeld und gegen Mannheim: Hinein in den Hauptrunden-Endspurt

Jetzt geht es in die Crunch-Time der diesjährigen Hauptrunde der DEL-Saison 2019/2020. Mit dem Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen morgen Abend startet für die Eisbären Berlin das zehn Spiele umfassende Restprogramm bis zum Ende der Hauptrunde. Es wird mal wieder eines dieser Wochenenden der Gegensätze sein. Schließlich trifft man am Wochenende neben dem Kellerkind Krefeld am Sonntagmittag auch noch auf das Top-Team der Adler Mannheim. Das werden also zwei komplett unterschiedliche Spiele werden, denn für Krefeld geht es nicht mehr wirklich um die Playoffs und Mannheim kämpft genau wie Berlin noch um jeden Punkt im Kampf um die bestmögliche Ausgangsposition für die bevorstehenden Playoffs.

Serge Aubin hat dennoch großen Respekt vor dem morgigen Gegner Krefeld (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 13.02.2020):

Krefeld ist eine offensiv sehr gefährliche Mannschaft. Sie brauchen nicht viele Chancen, um Tore zu erzielen. Ich freue mich wirklich darauf, unser Team zu sehen, wie es eine sehr solide defensive Partie abliefert, sehr viel Schlittschuh läuft und den Gegner unter Druck setzt.

Beide Mannschaften werden morgen Abend zum letzten Mal in dieser Saison aufeinander treffen. Bisher spricht die Bilanz mit 2:1-Siegen für Berlin, welche das erste Heimspiel mit 6:2 und das erste Gastspiel in der Seidenstadt mit 4:1 gewannen, dafür aber im zweiten Heimspiel an der Spree von den Pinguinen mit 5:1 abgeschossen wurden. Da ist also noch eine Rechnung offen, welche man mit großer Wahrscheinlichkeit begleichen möchte.
Man darf gespannt sein, wie Krefeld in dieses Spiel gehen wird, geht es doch für sie eigentlich um rein gar nichts mehr angesichts von 14 Punkten Rückstand auf Platz Zehn, welcher für die Pre-Playoffs berechtigen würde. Die Eisbären hingegen werden klar fokussiert in dieses Spiel gehen, geht es doch darum, im Kampf mit Bremerhaven und Düsseldorf Platz Vier und das damit verbundene Heimrecht im Viertelfinale abzusichern. Geht man also mit der nötigen Konzentration in dieses Spiel, nimmt Krefeld auch wirklich ernst und hält 60 Minuten konstant an seinem Gameplan fest, dann sollten die drei Punkte im Gepäck mit zurück in die Hauptstadt reisen.
Aufpassen und in den Griff bekommen müssen die Eisbären vor allem die beiden Angreifer Chad Costelle (46 Scorerpunkte) und Daniel Pietta (42). Wenn die Eisbären diese beiden Spieler aus dem Spiel nehmen, dann sollte es mit dem Sieg klappen.

Das komplette Gegenteil wird dann die Partie am Sonntagmittag (Achtung: Bully um 13:15 Uhr!!!) gegen den Erzrivalen Adler Mannheim werden. Dort wird man eine mehr als hart umkämpfte Partie auf Playoff-Niveau erleben. Beide Mannschaften kämpfen um wichtige Punkte und werden diese nicht kampflos herschenken. Alleine schon aus diesem Grund wird uns da ein hochinteressantes Spiel mit Playoff-Charakter erwarten. Aber natürlich auch aufgrund der Geschichte dieser beiden Traditionsvereine, denn es ist kein Geheimnis, dass sich Berlin und Mannheim auf keinen Fall mögen. Was für noch mehr Würze in diesem ohnehin schon wichtigen Spiel sorgen wird.
In diesem Duell kann man durchaus davon ausgehen, dass das Aufeinandertreffen am Sonntag noch nicht das letzte in dieser Saison sein wird. In den Playoffs könnten sich die Wege dieser beiden Mannschaften durchaus erneut kreuzen. Und die bisherige Hauptrunden-Bilanz spricht mit 2:1-Siegen für Mannheim. Die Adler gewannen beide Heimspiele (4:1/7:3), verloren dafür aber das erste Spiel in Berlin deutlich mit 5:1. Sie werden am Sonntag also auf Wiedergutmachung aus sein.
Bei den Kurpfälzern muss man natürlich auf jede Menge Spieler aufpassen, denn sie verfügen über richtig gute Spieler in ihren Reihen. Zum Beispiel Verteidiger Mark Katic mit satten 31 Scorerpunkten oder aber den Stürmern Borna Rendulic (42), Ben Smith (41), Andrew Desjardins, Jan-Mikael Järvinen (beide 38) und Matthias Plachta (37).
Vorsicht ist also geboten, aber gleiches gilt natürlich auf für Mannheim, denn die Eisbären verfügen aktuell über die Top-Reihe Leo Pföderl, James Sheppard und Marcel Noebels, die im Moment alles kurz und klein schießt.

Gucken wir in die Statistik, sind Punkte morgen Abend in Krefeld definitiv garantiert. Denn seit September 2015 traten die Eisbären nur einmal die Heimreise ohne Punkte im Gepäck an. Und auch Punkte gegen Mannheim sind im Bereich des Möglichen, haben die Berliner doch seit 2017 viermal zu Hause fünf oder sogar mehr Treffer gegen die Kurpfälzer erzielt. Die Aussichten auf dieses Wochenende sehen also schon einmal gut aus, nun liegt es an den Spielern, diese auch in Punkte umzuwandeln.

Und im Hinblick auf die Schlussphase der diesjährigen DEL-Hauptrunde ist es von enormer Bedeutung, dass Stürmer Louis-Marc Aubry wieder zur Verfügung steht. Er wird dem Kader noch mehr Tiefe verleihen und den Berlinern noch mehr Möglichkeiten in der Offensive geben. Sie sind also noch schwerer auszurechnen als ohnehin schon.
Weiterhin fehlen werden hingegen Vincent Hessler, Florian Busch, Sean Backman und Constantin Braun. Dafür kehrt Goalie Marvin Cüpper am Samstag nach seiner Leihe zu Kooperationspartner Weißwasser zurück in die Hauptstadt.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen am 14.02.2020:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Marvin Cüpper, Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Constantin Braun (Knie), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch

Leo Pföderl nach bitterer Niederlage gegen Straubing: „Wir müssen nirgendwo hinschauen, sondern nur auf uns“

Die Enttäuschung war allen Beteiligten nach der knappen 1:2-Heimniederlage gegen die Straubing Tigers anzusehen. Statt den Rückstand auf Platz Drei auf vier Zähler zu verkürzen, stehen die Eisbären Berlin nach dem Spitzenspiel gegen die Niederbayern nun bei zehn Punkten Rückstand. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, rutschte man in der Tabelle durch die Niederlage auch noch auf Platz Fünf zurück und hat jetzt einen Zähler Rückstand auf Bremerhaven. Statt sich nach oben zu orientieren, müssen sich die Berliner eher nach hinten umschauen, denn da drücken Düsseldorf (6.) und Ingolstadt (7.) gewaltig, haben nur noch sechs Punkte Rückstand auf die Hauptstädter. Die Eisbären haben zwar – genau wie die DEG – noch ein Nachholspiel in der Rückhand, aber bei einer weiteren Heimniederlage morgen Nachmittag gegen eben jenes Ingolstadt, würde die direkte Playoff-Qualifikation noch einmal in Gefahr geraten. Und sind wir mal ehrlich, damit hatte in den vergangenen Wochen keiner mehr so wirklich gerechnet. Da schaute man viel mehr nach oben und die Top-3. Seit gestern muss man nun erst einmal umdenken und dafür sorgen, dass man nach dem Ende der Hauptrunde überhaupt direkt für das Viertelfinale qualifiziert ist. 

Stürmer Leo Pföderl, der das zwischenzeitliche 1:0 gegen die Tigers erzielt hatte, wusste um die vergebene Chance gestern Abend:

Ja, extrem bitter. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Wir haben gewusst, wie es ausschaut. Wenn wir nochmal den Dritten angreifen wollen, wäre es heute nicht schlecht gewesen, wenn wir einen Dreier geholt hätten. Jetzt ist Bremerhaven Vierter. Schwierig, extrem bitter, aber es geht weiter und am Sonntag wird es wieder eine harte Nuss. Aber da müssen wir den Dreier holen, egal, was kommt.

Leo Pföderl nach dem Spiel gegen Straubing in der Mixed-Zone. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Die Niederlage hatte man sich selbst zuzuschreiben. Man erwischte keinen guten Start und musste erstmal eine Straubinger Drangphase überstehen, zog dann aber selbst ein unglaubliches Powerplay bei gleicher Spielerzahl auf, in dessen Folge das 1:0 durch Pföderl (Foto) resultierte. Aber man nahm den Schwung nicht mit und so entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, welches hin und her wog. Durch eine unnötige Strafzeit gegen Constantin Braun zwei Minuten vor der zweiten Pause ermöglichte man den Gästen den Ausgleich durch Chase Balisy, welcher 20,4 Sekunden vor der Sirene zum 1:1 traf. Im Schlussdrittel merkte man dann den Niederbayern mehr Willen, mehr Gier, mehr Biss an, dieses so wichtige Spiel für sich zu entscheiden. Sie legten vor dem Tor mehr Entschlossenheit an den Tag. Bestes Beispiel war die Szene vor dem letztendlich entscheidenden Treffer zum 1:2. Die Berliner fuhren einen 3-auf-1-Konter, wo der Straubinger Verteidiger keinen Schläger mehr hatte. Aber die Eisbären bekamen das Kunststück fertig, in dieser Szene nicht einmal einen Torschuss abzugeben und liefen stattdessen in den entscheidenden Konter. Leo Pföderl auf die Frage, ob es letztendlich an der Chancenverwertung lag:

Ja, würde ich schon sagen. Ich meine, wir haben ein 3-gegen-1, wo der Verteidiger keinen Schläger in der Hand hat und wir kriegen nicht mal einen Torschuss zusammen. Das Überzahl hat gar nicht funktioniert. Die brauchen dann halt nicht viel. 

Alles hadern nützt den Eisbären nun aber nichts, sie müssen die Lehren aus diesem Spiel ziehen und bereits morgen Nachmittag gegen Ingolstadt eine Reaktion auf dem Eis zeigen. Um zum einen einen weiteren Konkurrenten auf Abstand zu halten, zum anderen aber deswegen, um mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause zu gehen. Denn bei einer weiteren Niederlage würde der Druck auf die Eisbären steigen und das Selbstvertrauen könnte einen Knacks bekommen. 

Ob der dritte Platz nach dem 1:2 gegen Straubing nun weg sei, wurde Leo Pföderl gestern Abend nach dem Spiel in der Mixed Zone gefragt. Seine Antwort:

Wieviel Punkte sind es denn? (Antwort der Journalisten: 10) Wie viele Spiele haben wir noch? (Antwort der Journalisten: 11) Dann geht’s ja noch. Wir müssen nirgendwo hinschauen, sondern nur auf uns. Das bringt ja alles nichts, wo willste denn hinschauen? Wir müssen schauen, dass wir unsere Spiele gewinnen, vor allem solche knappen und der Rest kommt dann. 

Womit er Recht hat. Die Eisbären sollten zunächst einmal auf sich selbst schauen, darauf achten, ihren Spielplan konsequent über 60 Minuten durchzuziehen und ihre Spiele zu gewinnen. Was dann am Ende dabei raus kommt, wird man nach dem Ende der Hauptrunde an der Tabelle sehen. Dann erst weiß man, ob man es direkt ins Viertelfinale geschafft hat oder aber den Umweg über die Pre-Playoffs gehen muss. Für Trainer Serge Aubin ist die Tabelle im Moment sowieso eher nebensächlich, wie er nach dem Spiel gegen die Tigers auf der Pressekonferenz sagte:

Natürlich wollen wir so hoch wie möglich in der Tabelle die Saison beenden und dann natürlich in den Playoffs auch in Heimvorteil zu gehen. Jedem ist bewusst, wo wir stehen, aber wir sprechen nicht täglich darüber. Uns als Trainerteam ist es wichtig, wie sie spielen und sich entwickeln in so einer langen Saison.

1:2 im Spitzenspiel und Sturz auf Platz Fünf: Eisbären bestehen Reifeprüfung gegen Straubing nicht

Ausgabe #24:

Das haben sich die Eisbären Berlin sicherlich ganz anders vorgestellt: Nach dem Heimspiel am Freitagabend gegen den Tabellendritten Straubing Tigers wollte man den Rückstand auf die Niederbayern in der Tabelle auf vier Zähler reduziert haben. Stattdessen steht man nach dem Spiel, welches mit 1:2 (1:0,0:1,0:1) verloren ging, mit leeren Händen und nun mehr zehn Punkten Rückstand auf das kleine, gallische Dorf da, welche dem aus Straubinger Sicht unfassbaren Ziel Champions Hockey League (CHL) ein großes Stück näher gekommen sind. Die Eisbären hingegen rutschten auf Platz Fünf und mussten Bremerhaven vorbeiziehen lassen, welche nun auf Platz Vier stehen, welcher Heimrecht im Viertelfinale bedeuten würde.

Im Kader der Hausherren änderte sich nichts, auch im Tor erhielt Justin Pogge wieder den Vorzug vor Sebastian Dahm. Man hatte also volles Personal zur Verfügung, um der Mannschaft von Chefoach Tom Pokel näher auf die Pelle zu rücken.

Foto: eisbaerlin.de/Jasmin und walker

Nur hatten das die Eisbären zu Spielbeginn noch nicht so ganz verinnerlicht, worum es hier gehen würde. Jedenfalls kamen sie nur schwer ins Spiel, sahen sich einer starken und aggressiv forecheckenden Straubinger Mannschaft gegenüber. Den Niederbayern merkte man im Vergleich zu den Eisbären von der ersten Sekunde an, dass sie dieses Spitzenspiel für sich entscheiden wollten. Einzig das Führungstor wollte den Tigers nicht gelingen.
Die Eisbären brauchten einen Moment, ehe sie im Spiel ankamen, aber dann legten sie wie die Feuerwehr los und entwickelten ein unglaubliches Pressing im Straubinger Drittel. Die Gäste wurden eingeschnürt, schwindelig gespielt, die Eisbären feuerten aus allen Rohren. So war es auch keine große Überraschung, dass aus dieser Drangphase das 1:0 entstehen sollte. Leo Pföderl war am Ende der Torschütze und sorgte für die zu diesem Zeitpunkt verdiente Berliner Führung (7.).
Die Eisbären machten weiter, hatten gute Chancen und beinahe wäre Jonas Müller das 2:0 geglückt, nur der Pfosten hatte etwas dagegen. Beide Teams zum Schluss nochmal mit je einem Überzahlspiel, welches aber die Unterzahlreihen für sich entschieden. Beim Stand von 1:0 für die Eisbären ging es in die erste Drittelpause, nach einem hart umkämpften und sehr intensiven Spiel mit Playoff-Charakter.

So aufregend und spektakulär ging es im Mitteldrittel aber nicht weiter. Sehr ereignisarmer Beginn mit

Foto: eisbaerlin.de/Jasmin und walker

wenig Torraumszenen, dafür zwei kurzen Überzahlspielen für beide Teams, welcher aber erneut keine Gefahr entfachten. Erst gegen Mitte des Mitteldrittels schepperte es mal am Außengestänge, als Constantin Braun abgezogen hatte. Er wäre beinahe Nutznießer eines Ausrutschers von Straubings Goalie Jeff Zatkoff hinter dem Tor gewesen, aber sein Versuch missglückte ihm.
Es folgte ein weiteres Powerplay der Hausherren, welches die Zuschauer in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena nicht von ihren Sitzen riss. Einzig Lukas Reichel hatte eine aussichtsreiche Möglichkeit, brachte den Puck im halbleeren Tigers-Tor aber nicht unter.
2:16 Minuten waren noch zu spielen im zweiten Drittel, als sich Constantin Braun im Angriffsdrittel (!) eine vollkommen unnötige Strafzeit wegen Hakens einhandelte und seiner Mannschaft so einen Bärendienst erwies. Denn 20,4 Sekunden vor Ende des Mitteldrittels glichen die Gäste aus Niederbayern aus. Marcel Brandt hatte von der blauen Linie abgezogen, Justin Pogge konnte nur prallen lassen und Chase Balisy staubte dankend ab – 1:1 (40.). Mit einem Paukenschlag endete also der zweite Abschnitt.

Foto: eisbaerlin.de/Jasmin und walker

Dieser Gegentreffer schien die Eisbären getroffen zu haben, den zu Beginn des letzten Drittels wenig einfiel. Zudem hatten sie mit ungewohnten Problemen bei der Puckannahme zu kämpfen. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass ein Fehler dieses Spitzenspiel hier entscheiden könnte. Dementsprechend vorsichtig gingen beide zu Werke, gingen aber auch keinem Zweikampf aus dem Weg. Die Eisbären machten dann aber mal so einen Fehler und Mitchell Heard war frei durch, scheiterte aber an Pogge.
Als die Eisbären erneut in Überzahl waren, hofften alle auf den Führungstreffer, aber das Überzahlspiel war heute extrem schwach und harmlos, wie es auch Torschütze Leo Pföderl nach dem Spiel im Interview zu gab.
Das Spiel wog hin und her, aber man hatte irgendwie immer das Gefühl, Straubing hatte mehr Wille, dieses Spiel für sich entscheiden zu wollen. Und sie hatten die nötige Cleverness, die den Eisbären fehlte. Vor allem in der letztendlich spielentscheidenden Szene, als die Eisbären einen 3-auf-1-Konter fuhren und der Straubinger Verteidiger sogar ohne Schläger war. Aber sie brachten das Kunststück fertig, aus dieser Situation nicht mal einen Torschuss herauszuholen. Benedikt Schopper klärte das ganz cool und schon lief der Gegenzug der Tigers, welcher am Ende mit dem Torerfolg enden sollte. Antoine Laganiére kam über rechts ins Angriffsdrittel, zog begleitet von Florian Kettemer vor das Tor, umkurvte Justin Pogge und schloss eiskalt und lässig ab – 1:2 (55.).
Danach spielten dass die Niederbayern extrem souverän zu Ende, ließen hinten nichts mehr anbrennen und zu. Die Eisbären fanden einfach keine zündende Idee, das Straubinger Abwehrbollwerk zu knacken, verrannten sich häufig in Einzelaktionen. So hatte Straubing keine große Mühe, das 2:1 über die Zeit zu bringen und den sehr wichtigen Sieg in der Hauptstadt zu feiern.

Und dieser war nicht einmal unverdient. Die Mannschaft von Trainer Tom Pokel fand besser rein ins

Foto: eisbaerlin.de/Jasmin und walker

Spiel, ließ sich auch von der einzigen echten Berliner Sturm- und Drangphase, aus der das 1:0 resultierte, nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil, sie zogen ihren Gameplan strikt durch, machten vor dem eigenen Tor die Räume dicht und hatten in Jeff Zatkoff eine sehr starken Goalie. Die Niederbayern entwickelten mehr Gier und Wille auf diese so wichtigen drei Punkte. Dies vermisste man so ein wenig bei den Eisbären, die heute das nächste dicke Ausrufezeichen hätten setzen können im Hinblick auf die Playoffs. Stattdessen wurde den Eisbären aufgezeigt, was sie in den Playoffs erwartet. Und dort ist Straubing ein mehr als ernst zunehmender Gegner und steht im Moment vollkommen zu Recht auf Platz Drei und zehn Punkte vor den Eisbären. Das kleine, gallische Dort ist im Moment eben stärker als das große Berlin.

4:3-Siegtreffer 30 Sekunden vor der Schlusssirene: Leo Pföderl lässt die Arena am Ostbahnhof beben

Ausgabe #19:

Es gibt normale Siege, wie gegen Iserlohn, Krefeld oder Schwenningen. Und dann gibt es besondere Siege, wie gegen Köln, Mannheim oder aber eben München. Diese schmecken dann besonders süß und am Freitagabend war mal wieder einer dieser „süßen Momente“ in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof. Denn die Eisbären Berlin hatten den Liga-Primus und dreimaligen Deutschen Meister EHC Red Bull München zu Gast und feierten im dritten Anlauf endlich ihren ersten Saisonsieg gegen die Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson. 4:3 (2:0,1:2,1:1) stand es nach 60 Minuten und die Fans feierten freudetrunken den Sieg gegen den Erzrivalen. „Oh wie ist das schön“ schallte es durch das weite Rund und man sah überall freudige Gesichter – auf dem Eis und auf den Rängen. Es war eben mal wieder einer dieser besonderen Abende.

Bei den Eisbären fiel neben den Langzeitverletzten heute auch noch Stürmer Landon Ferraro aus, nach dem er im Heimspiel am Montagabend gegen Augsburg einen Schuss geblockt hatte. Dafür feierte Neuzugang Justin Pogge sein Debüt im Eisbären-Trikot, er stand für Sebastian Dahm zwischen den Pfosten.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Spiel war von Beginn an von zwei starken Defensivreihen geprägt. Beide Teams standen hinten sicher und wollten aus dieser sicheren Defensive ihre Angriffe starten. So waren Torchancen eher Mangelware, was aber dem Spiel keinesfalls schadete, denn es war ein hochinteressantes Spiel zweier absoluter Spitzenmannschaften.
Und mit der ersten richtigen Chance gingen die Hausherren dann in Führung. Ob es dabei gleich zum ersten Assist von Goalie Justin Pogge gereicht hat, ist noch nicht entscheidend beantwortet. In der Arena wurde er als Vorlagengeber genannt, auf der DEL-Homepage werden jedoch Kai Wissmann und Frank Hördler genannt. Was aber letztendlich auch egal ist, denn viel wichtiger war der Treffer von James Sheppard. Er ließ zwei Münchner Spieler an der blauen Linie ziemlich alt aussehen, zog ab und Münchens Goalie Kevin Reich flutschte die Scheibe irgendwie durch die Schoner und schon führten die Eisbären mit 1:0 (5.).
Die Berliner Nummer 88 hatte nun richtig Lust auf Tore und er war Nutznießer, als sich Keith Aulie und Mark Voakes uneinig waren, wer denn nun die Scheibe aus dem eigenen Drittel bringen sollte. Sheppard ging dazwischen, nahm sich die Scheibe einfach, tauchte frei vor Reich auf, verlud ihn eiskalt und schob die Scheibe lässig durch dessen Schoner – 2:0 (7.).
Was für ein Auftakt für die Eisbären, die äußerst effektiv vor dem gegnerischen Tor waren. Und hinten die Berliner mit ganz starker Defensivarbeit, sie machen immer wieder klug die Schusswege zu und wenn doch mal ein Schuss kam, dann versuchte man, diesen zu blocken. Man machte München das Leben sehr schwer. München dann zwar mit einem Powerplay, aber auch das Penaltykilling der Hausherren mit ganz starker Arbeit und so waren es die Eisbären, die durch James Sheppard (wer auch sonst) die dicke Chance auf das dritte Tor hatten, aber sein Schuss ging denkbar knapp am Kasten von Reich vorbei.
Auch das zweite Münchner Powerplay blieb erfolglos, weil die Eisbären in Unterzahl ganz stark verteidigten und so das 2:0 mit in die erste Drittelpause nahmen.

In der Kabine muss sich München viel vorgenommen haben und schnell setzten sie dieses Vorhaben

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

auch in die Tat um. Es dauerte nur ganze 35 Sekunden, ehe Jason Jaffray einen Abpraller vom Justin Pogge verwertete und auf 2:1 verkürzen konnte (21.).
Die Gäste aus Bayern fanden im Mitteldrittel wesentlich besser zu ihrem Spiel und konnten die Eisbären immer wieder unter Druck setzen. Und in der 28. Spielminute wäre ihnen auch beinahe der Ausgleich gelungen, doch der Pfosten rettete für die Eisbären beim Schuss von Keith Aulie. Aber auch München hatte zwei Minuten später das Glück mit dem Pfosten auf seiner Seite, als es Leo Pföderl versuchte. Und weitere zwei Minuten später war es erneut Pföderl, der am Aluminium scheiterte. Dieses Mal war es die Latte gewesen.
München war optisch gesehen die aktivere Mannschaft, aber die Eisbären waren heute einfach eiskalt vor dem Tor. Fabian Dietz mit dem klasse Zuspiel auf PC Labrie, welcher alleine auf Reich zu fuhr und ihm den Puck zum dritten Mal in diesem Spiel durch die Schoner schoss – 3:1 (34.).
Drei Minuten vor der zweiten Pause die Eisbären mal mit einem Powerplay, aber dort musste man den Anschlusstreffer hinnehmen. Und man musste neidlos anerkennen, dass es ein klasse Tor von Patrick Hager war. Er tankte sich klasse durch das Eisbären-Drittel, zog vor das Tor und überwand Justin Pogge äußerst cool und sehr sehenswert. Chapeau, Herr Hager!
So stand es nach 40 Minuten 3:2 für die Hauptstädter, welche einfach immer zum richtigen Zeitpunkt trafen, aber noch einmal zittern mussten nach dem Shorthander von Hager.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im letzten Drittel machte es erneut „Peng“ am Gestänge, Austin Ortega hatte abgezogen und dabei nur den Außenpfosten getroffen. Dann mal wieder München, Frank Mauer frei vor Pogge, aber der neue Goalie zeigte seine ganze Klasse und entschärfte diese Situation.
Aber 17 Sekunden nach dieser Szene schlug es doch hinter dem Berliner Goalie im Tor ein. Ex-Eisbär Blake Parlett hatte von der blauen Linie abgezogen und Jason Jaffray fälschte unhaltbar für Pogge ab – 3:3 (45.).
Es entwickelte sich nun ein Spiel auf Augenhöhe, beide Teams wollten den Sieg und beide investierten viel in die Offensive. München hatte zudem in den letzten zehn Minuten zwei Überzahlspiele, weil Ex-München-Verteidiger Florian Kettemer gleich zweimal in die Kühlbox wanderte. Was für großen Unmut auf den Rängen sorgte. Denn die beiden Hauptschiedsrichter Jamie Koharski und Stephan Bauer hatten nicht gerade ihren besten Tag, hatten keine klare Linie und pfiffen auf einmal Sachen, die sie zuvor haben noch laufen lassen. Dass es an sich eine gerechte Strafzeit war, war unumstritten, aber man kann halt nicht einmal Strafe dafür geben und einmal nicht. Zum Nachteil für die Eisbären saßen sie häufiger auf der Bank als München, aber auch das konnte sie nicht am späteren Sieg hindern.
Dabei hatte Konrad Abeltshauser im Powerplay bei der zweiten Strafe gegen Kettemer die Riesenchance, doch auch hier stand wieder einmal der Pfosten im Weg.
München versuchte es weiter, aber Justin Pogge ließ nichts mehr durch. Und dann kam der große Auftritt von Frank Hördler. 30 Sekunden waren noch auf der Uhr, als der Berliner Verteidiger abzog. Leo Pföderl sah dies, hielt seine Kelle in den Schuss und fälschte somit unhaltbar für Kevin Reich ab – 4:3 (60.). Was nun folgte, war Ekstase pur. Man hätte fast meinen können, es war der Treffer zur achten Deutschen Meisterschaft gewesen. So laut war es auf einmal in der Arena am Ostbahnhof. Aber es zeigte eben die Wertigkeit dieses Sieges gegen den Liga-Primus München. Die nahmen zwar noch mal eine Auszeit und Goalie Kevin Reich vom Eis, aber die Eisbären brachten das 4:3 sicher über die Zeit und holten sich den ersten Sieg gegen München in dieser Saison.

Und das, weil sie vor dem Tor eiskalt ihre Chancen genutzt haben und immer zum richtigen Zeitpunkt

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

getroffen haben. Sie nutzten zudem die Fehler der Gäste aus und machten denen das Leben sehr schwer. Zwar kann man München nicht über die gesamte Spielzeit vom Tor fernhalten, aber waren die Hochkaräter der Münchner überschaubar. München hatte genauso wie die Eisbären großes Pech mit Pfosten-/Lattentreffern, aber letztendlich war am Ende der Goalie der Unterschied. Während Kevin Reich die Scheibe dreimal durch die Hosenträger bekam, hielt Justin Pogge (siehe Foto rechts) in den wenigen Münchner Druckphasen sehr stark und ließ die Gäste somit verzweifeln.
Und die Eisbären ließen sich auch nicht von den Gegentreffern aus der Ruhe bringen. Nicht vom schnellen 1:2 kurz nach Wiederbeginn im zweiten Drittel, nicht vom 2:3 in eigener Überzahl und nicht vom 3:3 im letzten Drittel. Sie blieben ruhig und zogen ihren Plan weiter durch. Mit Erfolg, denn mit der letzten Offensivaktion sorgten Frank Hördler und Leo Pföderl für einen mal wieder sehr süßen Sieg gegen einen Erzrivalen.

3:2 vs. Augsburg: Eisbären stecken zweimaligen Rückstand weg und erkämpfen sich die letzten drei Punkte des Jahres 2019

Ausgabe #18:

So kann das Jahr 2019 doch zu Ende gehen: Die Eisbären Berlin haben das letzte Spiel in diesem Jahr gewonnen und gehen so mit einem guten Gefühl ins neue Jahr 2020. Aber es war ein hartes Stück Arbeit, ehe die Eisbären-Fans in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof die drei Punkte gegen die Augsburger Panther bejubeln konnten. Am Ende stand ein knapper 3:2 (1:1,1:1,1:0)-Heimsieg gegen die Fuggerstädter, womit die Hauptstädter ihren vierten Platz verteidigten. Man liegt also, was die Platzierung in der DEL-Tabelle angeht, weiterhin im Soll. Was die Leistung betrifft ist aber nach wie vor noch Luft nach oben. Aber man braucht ja gute Vorsätze für das neue Jahr.

Überraschung vor dem Spiel der Berliner gegen die Fuggerstädter: Nach dem Heimspiel gegen Bremerhaven am Freitagabend hatte Trainer Serge Aubin noch gesagt, es würde kein Spieler aus dem Lazarett zurückerwartet und dann das – Leo Pföderl war wieder im Kader der Berliner. Was den Eisbären natürlich noch mehr Tiefe im Kader bescherte, was angesichts der dünnen Personaldecke und der vielen Spiele innerhalb kürzester Zeit enorm wichtig ist. Im Tor stand auch heute wieder Sebastian Dahm. Wie oft ich das in Zukunft noch schreiben kann, bleibt abzuwarten, denn die Berliner verpflichteten ja heute Goalie Justin Pogge, um auf der Torhüterposition noch mehr Tiefe zu haben. Persönlich finde ich diese Personalie nicht gut, vor allem Maximilian Franzreb gegenüber. Angesichts der Personalprobleme auf dem Spielersektor hätte man sich lieber da nach Verstärkung umsehen sollen. Aber nichtsdestotrotz heißen wir Justin Pogge herzlich Willkommen in der Hauptstadt und freuen uns auf sein Debüt im Eisbären-Trikot.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Ruhig begann das letzte Heimspiel des Jahres, beide Teams tasteten sich erst einmal ab und waren auf eine sichere und kompakte Defensive bedacht. Aber vom ersten Bully an war deutlich zu sehen, dass dieses Spiel über die gesamte Spielzeit hart umkämpft sein würde. Kein Puck wurde verloren gegeben, beide Teams mussten hart arbeiten. Was natürlich nicht immer schön anzusehen ist.
Nach vier Minuten bot sich den Hausherren die erste Chance, in Überzahl zu agieren. Aber das Powerplay war nicht wirklich gut und verpuffte somit ergebnislos. Dennoch waren die Eisbären nun die optisch gesehen überlegene Mannschaft, taten mehr für das Spiel und versuchten, das 1:0 zu erzielen. Und Augsburg? Die gingen plötzlich wie aus dem Nichts in Führung! Sieben Minuten waren gespielt, da zog Sahir Gill einfach mal vom linken Bullykreis aus ab, Adam Payerl hielt sein Arbeitsgerät in den Schuss und auf einmal lag der AEV vorne – 0:1.
Die Eisbären nun erst einmal geschockt, mussten sich erst einmal sammeln. Den Panthern spielte das Ergebnis natürlich in die Karten, konnten sie weiterhin aus einer kompakten Defensive heraus auf Fehler der Eisbären und somit auf Konter lauern, was ihnen aber nicht wirklich oft gelang. Gefühlt war der Treffer zum 0:1 der einzig nennenswerte Angriff der Panther. Aber die Eisbären sorgten noch im ersten Spielabschnitt für den Ausgleich. Ryan McKiernan hatte abgezogen, AEV-Goalie Olivier Roy bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle und Rückkehrer Leo Pföderl war zur Stelle. Er setzte nach, scheiterte, setzte erneut nach und kämpfte den Puck über die Torlinie – 1:1 (15.).
Im Anschluss der AEV nochmal mit einem Powerplay, was aber genauso erfolglos wie das der Eisbären war. Es ging also beim Stand von 1:1 in die erste Drittelpause.

Das Mitteldrittel begann sehr zäh. Es ging zwar hin und her, aber es gab nichts erwähnenswertes vor

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

den Toren zu berichten. Beide Mannschaften arbeiteten Eishockey anstatt es zu spielen, dementsprechend schwer war die Kost auf dem Eis für die Zuschauer in der Arena. Dazu kam noch, dass das Spiel der Eisbären in diesem Drittel auch nicht wirklich irgendjemanden vom Hocker riss, ganz im Gegenteil. Das Spiel der Gastgeber wirkte zerfahren, zu viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau, zu viele Fehler beim Passspiel, es wirkte alles sehr fahrig aus Berliner Sicht.
Und dann lud man Augsburg auch noch zu Chancen ein. T.J. Trevelyan marschierte im eigenen Drittel los, wurde überhaupt nicht angegriffen oder aber gestört, zog ins Angriffsdrittel, wo sich auch noch keiner für ihn verantwortlich sah und zog einfach ab. Mit Erfolg, sein Schuss schlug im Tor von Sebastian Dahm ein – 1:2 (32.).
Es folgte je ein Powerplay für beide Mannschaften, wir sparen uns dabei aber genauere Details, denn erneut war das von beiden Teams rein gar nichts. Aber umso schöner war das Ende der Strafzeit gegen die Eisbären. Denn Marcel Noebels startete zum Konter, als PC Labrie gerade von der Strafbank zurück aufs Eis kam. Er sah ihn auf der anderen Seite stehen, passte ihm die Scheibe zu und Labrie vollendete eiskalt – 2:2 (38.). Somit nahmen die Eisbären aus einem aus ihrer Sicht eher mäßigen Drittel doch noch ein Unentschieden mit in die Pause.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Was einmal klappt, klappt meistens auch zweimal – dachten sich jedenfalls die Eisbären. Ryan McKiernan nahm früh im Schlussdrittel eine Strafzeit, mit Ablauf dieser gingen die Eisbären erstmals in Führung. Austin Ortega zog zur Drittelmitte, ließ die Scheibe für Maxim Lapierre liegen, welcher zum Schuss ausholte und Roy im AEV-Kasten bezwingen konnte – 3:2 (43.).
Die Eisbären im Anschluss mit einem weiteren Überzahlspiel, in dem man sich auch ein, zwei Chancen erspielen konnte, aber das Penaltykilling war heute weitaus besser als das Powerplay.
Mitte des letzten Drittels Augsburg mal mit einer richtig guten Drangphase während eines Wechsels, da standen die Berliner ganz schön unter Druck und mussten ihr Tor mit allem, was sie hatten, verteidigten. Was ihnen auch gelang.
Zweieinhalb Minuten vor dem Spielende musste Kai Wissmann noch einmal in die Kühlbox, Augsburg bot sich in der Schlussphase also die Chance zum Ausgleich in Überzahl. In der letzten Minuten versuchten sie es sogar mit zwei Mann mehr, nachdem sie Goalie Roy zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen. Aber die Eisbären verteidigten das richtig stark und brachten das knappe 3:2 dank einer starken Defensive über die Zeit. Am Ende merkte man am Jubel der Spieler die Erleichterung über die drei Punkte heute Abend.

Es war kein schönes Spiel, aber am Ende zählen auch die hart erkämpften, dreckigen Siege. Denn

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

was letztendlich wichtig ist, sind die drei Punkte und wie diese zu Stande gekommen sind, darüber spricht morgen schon keiner mehr. Die Eisbären hatten mit Augsburg einen schweren Gegner vor der Brust, der es ihnen schwer machte, zu seinem eigentlichen Spiel zu finden. Und dann legten sie auch noch zweimal vor, was es noch schwerer machen sollte. Aber die Eisbären fanden, wie so oft in dieser Saison, einen Weg, auch dieses Spiel noch für sich zu entscheiden. Weil sie als Team zusammen gehalten haben und als ein solches auch gemeinsam für den Erfolg gekämpft haben. Sie haben nicht aufgegeben und immer zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Aus einem starken Penaltykilling heraus sind zwei enorm wichtige Treffer entstanden – der zum 2:2-Ausgleich von Labrie und der 3:2-Gamewinner von Lapierre.
Dass es nicht das schönste Spiel war, weiß auch die Mannschaft, aber gute Mannschaften zeichnet es aus, dass sie auch solche Spiele gewinnen, dass sie einen Weg finden, solche Spiele auch noch für sich entscheiden zu können. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass das alles derzeit mit einem dezimierten Kader passiert und dass noch Stammspieler fehlen, kann man dem neuen Jahr und dem Hauptrundenendspurt und den darauffolgenden Playoffs mit großer Hoffnung und Zuversicht entgegen blicken.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei Euch recht herzlich für Eure Treue und Unterstützung im abgelaufenen Jahr und freuen uns darauf, Euch auch im neuen Jahr wieder als treue Leser begrüßen zu dürfen. Wir wünschen Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und dass all Eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Ständige Führungswechsel und ein aberkanntes Tor von Marcel Noebels: Am Ende der wilden Achterbahnfahrt gegen die Grizzlys Wolfsburg stand die zweite Heimniederlage für die Eisbären Berlin in dieser Saison fest

Ausgabe #11:

12.601 Zuschauer fanden am ersten Advent den Weg in die Mercedes-Benz Arena am Ostbahnhof und sie bekamen für ihr Geld ordentlich was geboten. Sie wurden Teil einer irren Achterbahnfahrt zwischen den Eisbären Berlin und den Grizzlys Wolfsburg. Eine Partie mit ständigen Führungswechseln und einer höchst umstrittenen Entscheidung im abschließenden Penaltyschießen. Am Ende dieses Spiels siegten die Niedersachsen knapp mit 6:5 n.P. (2:3,2:2,1:1/0:0,1:0) und fügten den Hauptstädtern somit die erst zweite Niederlage im neunten Heimspiel dieser Saison zu.

Keine Änderung im Team von Chefcoach Serge Aubin, der also auf das selbe Team setzen konnte, welches am Freitagabend souverän mit 4:1 bei den Krefeld Pinguinen gewann. So stand also Sebastian Dahm auch heute gegen die Autostädter im Tor. Aubin äußerte sich nach dem Spiel zu den wenigen Einsatzzeiten von Back-up Maximilian Franzreb und meinte kurz zusammengefasst, dass Dahm derzeit einfach zu gut spiele und der Spielplan nicht so hektisch ist, um einen Wechsel im Tor vorzunehmen und der Däne zudem fit wirke. Eins sei bereits vorweg genommen. Franzreb sollte heute noch zum Einsatz kommen, mehr dazu aber im nun folgenden Spielbericht.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel begann sehr verhalten von beiden Mannschaften. Beide versuchten hinten sicher zu stehen und nicht viel zuzulassen. Dementsprechend harmlos waren die ersten Schussversuche beider Mannschaften. In der Anfangsphase deutete also noch nicht viel auf das folgende Tor-Spektakel hin.
In der siebten Spielminute kassierten die Eisbären in Person von Louis-Marc Aubry die erste Strafzeit der Partie, die Nummer 41 musste wegen Hakens für zwei Minuten in die Kühlbox. Dort nahm er aber nur für ganze sechs Sekunden Platz, denn dann klingelte es bereits im Tor von Sebastian Dahm, der also nach zwei Shutouts auf heimischen Eis in Folge mal wieder einen Puck aus dem Tor holen musste. Garrett Festerling wurde im Slot bedient, zog per Rückhand ab und überwand Dahm im Eisbären-Tor – 0:1 (7.).
Die Eisbären geschockt? Keinesfalls, denn nur 83 Sekunden später holte Frank Hördler von der blauen Linie zu einem satten Schlagschuss aus und glich sehr schnell zum 1:1 aus (8.). Das Zuspiel kam übrigens von Torjäger Leo Pföderl, welcher vor dem Spiel von den Fans zum „Spieler des Monats“ November gekürt wurde.
Nun waren die Eisbären richtig gut drin im Spiel, sie hatten dieses Gegentor als Weckruf gebraucht und bestürmten nun das Wolfsburger Tor. Ein Schuss nach dem anderen flog jetzt auf das von Chet Pickard gehütete Tor, einmal war der Goalie bereits geschlagen, aber bei Austin Ortegas Schuss rettete der Pfosten für Pickard. Dem Druck der Hausherren konnten die Niedersachsen aber nicht lange Stand halten. Leo Pföderl mit dem Zuspiel auf Ryan McKiernan, welcher Top-Scorer Marcel Noebels im Slot stehen sah, ihn anspielte und „Noebi“ tanzte Pickard eiskalt aus – 2:1 (15.).
Die Eisbären hatten das Spiel also gedreht und eigentlich nun auch im Griff, aber ein Fehler hinter dem eigenen Tor führte zum Ausgleich. Puckverlust hinter dem Tor, Lucas Lessio kam so an die Scheibe, bediente Alexander Johansson vor dem Tor und der ließ Dahm keine Abwehrchance – 2:2 (17.).
Wie reagierten die Berliner auf diesen Ausgleich der Wolfsburger? Mit wütenden Angriffen auf das Tor der Mannschaft von Trainer Pat Cortina. Und 55 Sekunden vor der ersten Drittelpause sollte es auch zum dritten Mal hinter Pickard einschlagen. Die Eisbären setzten immer wieder nach, Austin Ortega zog mit der Scheibe hinter das Tor, bediente Landon Ferraro am kurzen Pfosten und der schloss diesen klasse Angriff eiskalt ab – 3:2 (20.). So nahmen die Eisbären eine knappe aber keinesfalls unverdiente Führung mit in die Kabine. Eine Führung dank des enormen Willens der Berliner.

Ins zweite Drittel fanden die Eisbären besser hinein und setzten sich gleich einmal im Wolfsburger

Foto: eisbaerlin.de/walker

Drittel fest, nur ein weiterer Torerfolg sollte ihnen nicht gelingen. Dieser gelang dann aber Wolfsburg bei Vier gegen Vier auf dem Eis. Gerrit Fauser brachte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Eisbären-Tor, Nicholas Jones hielt die Kelle in den Schuss und fälschte somit unhaltbar für Dahm ab – 3:3 (26.).
Nur 43 Sekunden später jubelten die Wolfsburger erneut und die Eisbären protestierten. Vor Sebastian Dahm kam es zum Gewühl und plötzlich lag die Scheibe im Tor. Die beiden Hauptschiedsrichter Aleksi Rantala und Kilian Hinterdobler fuhren zum Videobeweis und entschieden nach Ansicht dessen, dass der Puck regulär ins Tor ging und von Dahm nicht gesichert wurde. Sehr zum Unmut der Eisbären-Fans. Erneut war Jones der Torschütze gewesen – 3:4 (27.).
Nach dem vierten Gegentreffer reagierte Trainer Serge Aubin und nahm Sebastian Dahm vom Eis, brachte für ihn Back-up Maximilian Franzreb. Seine Begründung nach dem Spiel war diese gewesen, dass er ein Zeichen setzen, den Schwung wechseln und das Momentum ändern wollte.
Und mit dieser Maßnahme hatte er auch sofort Erfolg. Die Eisbären ließen das erneute Führungstor nicht lange unbeantwortet und schlugen nach Zuspiel von James Sheppard durch Marcel Noebels schnell zurück – 4:4 (28.). Das bereits zehnte Saisontor der Nummer 92, der bisher eine richtig gute Saison spielt.
Noch nicht einmal die Hälfte war hier rum gewesen und es schepperte schon achtmal in den Toren. Und es ging weiter rauf und runter, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss vor dem Tor. Und diesmal waren es die Eisbären, die das Spiel wieder zurück drehten. Lukas Reichel behauptete hinter dem Tor richtig stark die Scheibe, sah dann vor dem Tor seinen „Papa“ Maxim Lapierre stehen, setzte diesen in Szene und die Nummer 40 hatte keine große Mühe, zum 5:4 einzuschießen (33.).
Danach die Hausherren noch einmal mit einer Chance in Überzahl, wo es ja zuletzt sehr gut lief, aber heute sah das doch eher dürftig aus und so blieb es beim 5:4 nach 40 Minuten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Schlussdrittel begannen die Hauptstädter noch in Unterzahl, aber das Penaltykilling mit einem guten Job, überstand diese Unterzahl schadlos. Danach zog Wolfsburg das Tempo an und machte deutlich, dass sie dieses Spiel noch lange nicht her geschenkt hatten. Anthony Rech, der Top-Scorer der Grizzlys mit der dicken Chance zum Ausgleich, das Aluminium rettete für die Eisbären.
Die Partie wog hin und her, beide Mannschaften immmer wieder mit Zug zum Tor, die Wolfsburger wirkten leicht aktiver und besser. Und nach einem Puckverlust der Eisbären kamen die Niedersachsen tatsächlich zum erneuten Ausgleich. Anthony Rech bediente Gerrit Fauser und der netzte zum 5:5 ein (51.).
Danach wollten beide Mannschaften den entscheidenden Treffer erzwingen, beide nochmal mit guten Chancen und die Berliner nochmal mit einer Schlussoffensive, aber nach 60 Minuten stand es weiterhin 5:5 und es ging somit in die Verlängerung.

Zu Beginn scheiterten Maxim Lapierre auf Berliner und Anthony Rech auf Wolfsburger Seite jeweils am Schlussmann der gegnerischen Mannschaft. Zwei Minuten vor Ablauf kassierten die Eisbären dann in Person durch John Ramage eine Strafzeit und mussten somit den Rest der Verlängerung in Unterzahl ran. Die dicke Chance zur Entscheidung also für die Mannschaft von Coach Pat Cortina und Wolfsburg machte nun auch richtig Druck. Aber die Eisbären überstanden dank eines starken Penaltykilling diese brenzlige Situation und retteten sich somit ins Penaltyschießen.

Und dieses sollte auch nach dem Spiel noch für Gesprächsstoff sorgen, aber der Reihe nach. Lukas Reichel war der erste Schütze und er wollte Chet Pickard austanzen, klappte leider nicht ganz. Auf der Gegenseite fand Anthony Rech in Maximilian Franzreb seinen Meister. Nun war Leo Pföderl an der Reihe und auch der Torjäger wollte Pickard verladen, klappte ebenso nicht so ganz. Auf der Gegenseite hatten die Eisbären dann Riesenglück, als der Penalty von Lucas Lessio nur an den Pfosten ging. Es folgte Marcel Noebels und der schaffte es, Chet Pickard zu verladen und die Scheibe im Tor zu versenken. Die Arena am Ostbahnhof stand Kopf, alles jubelte, aber auf dem Eis gab es wilde Proteste der Grizzlys, allen voran von deren Goalie Chet Pickard, der wie wild mit der Kelle rum fuchtelte. Die beiden Hauptschiedsrichter fuhren mal wieder zum Videobeweis und wollen dann da erkannt haben, dass Pickard den Puck berührt hatte, als Noebels ihn an ihm vorbei legte und gaben schließlich das Tor nicht. Die Emotionen in der Arena am Ostbahnhof kochten nun richtig hoch. Auf der Gegenseite verwandelte dann auch noch Garrett Festerling für Wolfsburg und sicherte den Gästen den Zusatzpunkt. Die Fans quittierten dies mit einem gellenden Pfeifkonzert und „Schieber„-Rufen und die Eisbären-Bank forderte aus Protest auch hier einen Videobeweis. So nahm ein turbulentes Spiel ein durchaus bitteres Ende mit fadem Beigeschmack, denn für mich war es ein reguläres Tor von Marcel Noebels. Dieser konnte es auch nach dem Spiel beim Interview in der Mixed-Zone noch immer nicht ganz fassen, dass dieses Tor aberkannt wurde.

Und so verließen die Eisbären also erst zum zweiten Mal in dieser Saison das heimische Eis als Verlierer. Und der einheitliche Tenor der Mannschaft war nach dem Spiel dieser, dass man diese drei Punkte und den Sieg auch nicht verdient gehabt hätte. Man habe einfach nicht sein bestes Spiel abgeliefert, stand in der Defensive nicht sicher, leistete sich zu viele und vor allem unnötige Puckverluste, war meistens immer einen Schritt langsamer als die Wolfsburger und so kommt am Ende eben eine Niederlage wie diese heute heraus. „Man konnte aus dem Spiel nicht viel positives mitnehmen„, sagte zum Beispiel Verteidiger John Ramage nach dem Spiel im Fan-Talk.
Und genau das muss man den Eisbären hoch anrechnen. Sie stellen sich nach diesem Spiel und dieser bitteren Schiedsrichterentscheidung nicht hin und suchen die Schuld bei den beiden Hauptschiedsrichtern sondern hadern lieber mit der eigenen Leistung und geloben Besserung für die Zukunft. Genau so muss es sein. Die eigene Leistung hinterfragen, im Training daran arbeiten, im nächsten Spiel die Fehler abstellen und zurück zum Spielplan finden, damit es gegen die Kölner Haie wieder etwas wird mit dem nächsten Heimsieg. Die Domstädter werden auf jedenfalls auf eine Eisbären-Mannschaft treffen, die auf Wiedergutmachung aus sein wird.

4:0 gegen Iserlohn: Leo Pföderl trifft weiter und Sebastian Dahm feiert den ersten Shutout

Ausgabe #9:

„Sechs-Punkte-Wochenende“ für die Eisbären Berlin. Am Sonntagnachmittag gewann der Hauptstadtclub vor ausverkauftem Haus mit 4:0 (2:0,1:0,1:0) gegen die Iserlohn Roosters und feierte damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel nach der Länderspielpause. Der sechste Heimsieg im siebten Heimspiel war zu keiner Zeit in Gefahr, zu überlegen waren die Eisbären, was 61:18-Torschüsse belegen. Damit setzt man sich weiter fest unter den Top-6 der DEL.

Keine Änderung im Team der Eisbären, die mit dem selben erfolgreichen Team wie in Bremerhaven antraten. Für Jens Baxmann  war es die erste Rückkehr nach Berlin als gegnerischer Spieler. Für Sebastian Dahm  war es das erste Heimspiel gegen seinen Ex-Club aus dem Sauerland.

Bekam heute ordentlich was zu tun – Iserlohns Goalie Andreas Jenike (Foto: eisbaerlin.de/walker)

59 Sekunden war die Partie gerade einmal alt, da bot sich den Eisbären die erste Powerplaychance. Dieses sah aber noch nicht so gut aus und Iserlohn überstand die frühe Unterzahl somit schadlos. Aber danach nahmen die Hausherren Fahrt auf und es entwickelte sich Einbahnstraßen-Eishockey. Die Eisbären fuhren einen Angriff nach dem anderen und nahmen IEC-Schlussmann Andreas Jenike gehörig unter Beschuss. Doch dieser hielt dem Druck zunächst Stand.
Unterbrochen wurde die Überlegenheit der Eisbären nur durch eine Strafe gegen John Ramage. Aber das Penaltykilling der Eisbären mit hervorragender Arbeit, was nach Spielende auch Trainer Serge Aubin explizit lobte.
13. Spielminuten mussten die 14.200 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof auf das erste Tor des Nachmittags warten. Und eigentlich konnte es nur so kommen. Natürlich war es mal wieder Leo Pföderl, der einnetzte. Zum sechsten Mal in den letzten fünf Spielen. John Ramage mit dem passgenauen Zuspiel auf die Nummer 93 und der vollstreckte eiskalt – 1:0.
Die Berliner danach weiterhin im Vorwärtsgang, hatten ein weiteres Überzahlspiel, aber das lief noch nicht so wirklich rund. Dafür umso besser bei 5-gegen-5, denn da ließ Mark Olver zum zweiten Mal in diesem Spiel die Torhymne erklingen. Maxim Lapierre behauptete die Scheibe, spielte sie dann rüber zu Olver, welcher sie über Jenike ins Tor lupfte – 2:0 (16.). Die beiden Hauptschiedsrichter wollten sich aber noch einmal absichern und schauten sich den Treffer nochmal auf dem Video an, gaben aber nach Ansicht des Videobeweises das Tor.
Mit einer Strafe gegen die Eisbären endete dann das erste Drittel, welches klar an die Berliner ging. Denen konnte man eigentlich nur die mangelnde Chancenverwertung vorwerfen, denn es hätte  auch gut und gerne 3:0 oder 4:0 stehen können.

Iserlohn also mit dem Powerplay zu Beginn des zweiten Drittels, aber die

Feierte seinen ersten Shutout – Sebastian Dahm (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Hausherren weiterhin mit starker Arbeit in Unterzahl. Als die Berliner wieder komplett waren, ging das Spiel auf ein Tor weiter. Und das Scheibenschießen auch. Landon Ferraro mit dem Abschluss aus dem Slot, Jenike ließ den Puck nur prallen, direkt vor die Kelle von Louis-Marc Aubry, welcher eiskalt abschloss – 3:0 (24.).
Die Eisbären belohnten sich also für ein richtig starkes Spiel und sie zogen den Gameplan auch voll durch. Sie kannten nur eine Richtung und erspielten sich eine Reihe guter Chancen. Iserlohn tauchte nur selten vor Sebastian Dahm auf, der einen ruhigen Sonntagnachmittag verbrachte. Was er aber auch seinen Vorderleuten zu verdanken hatte, die stark spielten und immer wieder die Schusswege zu machten und sich in de Schüsse warfen. Das war eine ganz starke Defensivleistung der Eisbären, welche nach 40 Minuten hochverdient mit 3:0 vorne lagen. Von den Gästen war nichts zu sehen, die hatten sichtlich Probleme mit der Spielweise der Hausherren. Deren Goalie verhinderte schlimmeres.

Torjubel zum 4:0. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Hinein ins Schlussdrittel, in dem die Eisbären nichts mehr anbrennen lassen wollten. Und so kamen sie auch aus der Kabine, voll fokussiert auf das Spiel wollten sie ihren Spielplan auch in den letzten 20 Minuten erfolgreich umsetzen. Die Gäste vom Seilersee hatten weiterhin große Probleme mit dem Spiel der Berliner. Dank zweier Strafen gegen Jonas Müller in Folge bot sich den Gästen aber die große Möglichkeit, sich in Überzahl ins Spiel hinein zu kämpfen. Aber gegen das Penaltykilling der Berliner war heute einfach kein Kraut gewachsen, das war bärenstark an diesem Nachmittag.
Als die Gastgeber wieder komplett waren, ging es wieder in die Richtung von Andreas Jenike, bei 5-gegen-5 sah das wesentlich mehr nach Powerplay aus als zuvor bei Iserlohn, als diese mit einem Mann mehr agieren konnten. Was die Zuschauer auch honorierten, die Arena erhob sich und spendete Applaus angesichts der starken Leistung der Eisbären.
Und die Eisbären hatten noch ein Bonbon für die Fans parat, denn sie sollten tatsächlich auch noch in Überzahl treffen. Marcel Noebels tankte sich klasse durch und kam zum Abschluss, Jenike konnte parieren, aber so unglücklich, dass der Puck in die Luft flog. James Sheppard sah dies, präsentierte seine Baseball-Fähigkeiten und erhöhte so auf 4:0 (58.). Auch dieser Treffer wurde noch einmal per Videobeweis überprüft, aber der Stock war nicht zu hoch.
Das war der Schlusspunkt unter einem sehr starken Heimspiel der Eisbären, welche sich mühelos gegen Iserlohn durchsetzten und das „Sechs-Punkte-Wochenende“ perfekt machten. Sebastian Dahm feierte seinen ersten Shutout, weshalb ihn die Fankurve feierte und er löste sein Versprechen ein, nach einem Shutout zu Hause auf dem Eis zu tanzen. Auch da brillierte der dänische Nationaltorhüter.
Aber auch Jens Baxmann fuhr eine Ehrenrunde und verabschiedete sich von seinen Fans. Danke für Alles „Baxi“ und viel Erfolg im Sauerland.

Da gibt es nicht viel zu meckern. Die Eisbären befinden sich weiterhin auf bestem

Kommt immer besser in Fahrt – Leo Pföderl (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wege, eine richtig gute Saison zu spielen. Das „System Aubin“ funktioniert immer besser, der als Torjäger verpflichtete Leo Pföderl tut jetzt genau das, was man von ihm erwartet hatte und Sebastian Dahm erweist sich mehr denn je als starker Rückhalt, wenn gleich es immer noch einige Unverbesserliche gibt, die ihn immer noch kritisieren. Unverständlich, zeigt Dahm doch seit Wochen richtig starke Leistungen.
Heute zeigte das gesamte Team über 60 Minuten eine richtig starke und konzentrierte Leistung, spielte sowohl vorne als auch hinten sehr stark. Vorne erspielte man sich eine Reihe an guten Chancen. Da kann man höchstens die Effektivität bemängeln, denn bei 61 Torschüssen hätten es auch noch ein paar mehr Treffer sein können. Defensiv war das heute eine richtig starke Leistung, ließ man doch kaum etwas gefährliches der Roosters zu, weil man bärenstark verteidigte. Es war also ein rundum gelungener Auftritt der Eisbären, der Hoffnung auf die nächsten Wochen macht.