2:1 vs. Herning: Die Eisbären dominieren lange Zeit das Spiel, müssen am Ende aber nochmal um die drei Punkte zittern

WalkersBaerenNews 2026/2027Ausgabe – #2:

Die Eisbären Berlin sind wieder voll im Rennen um die Plätze in der KO-Runde der Champions Hockey League (CHL). Zwei Tage nach dem Heimsieg gegen den österreichischen Meister Graz gewann der deutsche Meister auch sein Heimspiel gegen den dänischen Meister Herning. Am Ende setzte man sich vor 3.315 Zuschauern im Wellblechpalast knapp und mit dem nötigen Quäntchen Glück mit 2:1 (0:0,2:0,0:1) durch und steht somit nun bei sechs Punkten aus vier Spielen.

Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Liam Kirk setzen, der zuletzt gegen Graz fehlte. Der britische Nationalstürmer rückte in die Reihe zu Gabriel Fontaine und Ty Ronning. Eric Hördler rotierte aus der Reihe raus und stürmte mit Andreas Eder und Leo Pföderl zusammen. Eric Mik rückte dafür wieder in die Verteidigung. Ansonsten blieb in der Offensive alles andere unverändert.
In der Defensive änderte Dubois an den Verteidiger-Pärchen nichts. Nur im Tor gab es eine Änderung. Dort stand heute Jonas Neffin zwischen den Pfosten, während Jack LaFontaine auf der Bank Platz nahm.

Für die Eisbären ging es heute darum, den zweiten Sieg in Serie einzufahren und sich somit eine gute Ausgangslage für die letzten beiden Spiele im Oktober zu sichern. Gegen den dänischen Meister ging man als Favorit ins Spiel, hatte Herning doch seine ersten drei Spiele allesamt verloren und bisher nur einen Punkt eingefahren. Welcher Landesmeister behielt heute im altehrwürdigen Wellblechpalast die Oberhand?

Bekam gegen Herning den Start: Goalie Jonas Neffin (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Eisbären beißen sich am dänischen Bollwerk die Zähne aus

Von Beginn an war es eine sehr hart umkämpfte Partie. Beide Mannschaften kämpften in den Zweikämpfen verbissen um jede Scheibe. Die Eisbären waren dabei die aktivere Mannschaft, die vermehrt den Weg vor das dänische Tor suchte. Doch bisher mangelte es noch an der Genauigkeit im Abschluss.
Herning bekam Mitte des ersten Drittels das erste Powerplay der Partie und konnte das Spiel mal auf andere Seite verlagern. Das taten die Dänen auch und kamen auch zu guten Abschlüssen, aber Jonas Neffin hatte damit keine größeren Probleme und somit blieb es weiterhin beim 0:0.
Danach wieder das selbe Bild wie zu Beginn: Die Hausherren spielten die Dänen im eigenen Drittel fest und ließen die Scheibe gut laufen. Aber nach wie vor fand man die Lücke im dänischen Bollwerk nicht und somit entwickelte sich hier ein echtes Geduldsspiel. Torlos endeten die ersten 20 Minuten.

Youngster Eric Hördler (rechts) überzeugte gegen Herning und erzielte zudem ein Tor. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Top-Scorer Leo Pföderl knackt das dänische Bollwerk

Auch zu Beginn des Mitteldrittels weiterhin Einbahnstraßen-Eishockey. Die Eisbären drängten weiter auf das 1:0, aber George Lago Bachmann Sörensen ließ nach wie vor keine Scheibe durch. Sein Gegenüber Jonas Neffin musste derweil die Konzentration hochhalten, da relativ wenig von Herning kam. Einmal wurden sie aber gefährlich, als Martin Brink Eskildsen vor seinem Tor auftauchte. Doch die neue Nummer 75 behielt in diesem Duell die Oberhand.
In Überzahl klingelte es dann aber endlich im dänischen Tor. Die Eisbären ließen die Scheibe geduldig laufen, Ty Ronning hatte aus dem hohen Slot abgezogen und vor dem Tor fälschte Top-Scorer Leo Pföderl unhaltbar ab – 1:0 (10.). Wahnsinn, diese Frühform der Nummer 93, der bereits zum dritten Mal an diesem Wochenende und insgesamt fünften Mal in der diesjährigen CHL-Saison traf.
Damit war der Bann gebrochen. Und die Eisbären legten kurze Zeit später nach. Eric Hördler setzte im Angriffsdrittel stark nach und vollendete seinen Alleingang mit dem Tor zum 2:0 (33.). Auf den Youngster sollte man diese Saison ganz genau achten, denn dem Sohn von Eisbären-Legende Frank Hördler wird der nächste Schritt in seiner Karriere zugetraut.
Im nächsten Powerplay hatte Neuzugang Tobias Krestan das 3:0 auf dem Schläger, aber er traf nur das Gestänge. So blieb es bei der mehr als verdienten 2:0-Führung nach 40 Minuten. Die Hausherren hatten hier alles im Griff.

Er trifft und trifft und trifft: Eisbären-Stürmer Leo Pföderl (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Coaches Challenge rettet am Ende den Sieg

Herning kam durchaus engagiert aus der Kabine und wollte hier den Anschlusstreffer markieren. Aber Jonas Neffin hatte etwas dagegen. Die Eisbären versuchten hingegen selbst für die Vorentscheidung zu sorgen und drängten auf das dritte Tor. So entwickelte sich ein letztes Drittel auf Augenhöhe, weil beide viel für das Spiel investierten.
Bis fünf Minuten vor dem Ende hielt die Eisbären-Defensive die Null, doch dann schlugen die Gäste in Überzahl zu. Hjalte Kruse Thomsen mit dem Anschlusstreffer – 2:1 (55.). Somit war hier also nochmal Spannung drin in diesem Spiel. Und mit gezogenem Torhüter und sechsten Feldspieler drängten die Dänen auch tatsächlich nochmal auf den Ausgleich. Dieser fiel 35,2 Sekunden vor dem Ende auch, aber Trainer Éric Dubois vermutete eine Torhüterbehinderung und nahm seine Coaches Challenge. Diese sollte Erfolg bringen, denn es lag tatsächlich eine Torhüterbehinderung vor, weshalb der Ausgleich aberkannt wurde. Glück für die Eisbären, welche in der Schlussphase einfach zu passiv agierten und dafür beinahe bestraft wurden. Am Ende kam man nochmal mit einem blauen Auge davon und behielt drei enorm wichtige Punkte in der Hauptstadt.

4:1-Heimsieg gegen Graz: Der doppelte Leo Pföderl führt die Eisbären zum ersten CHL-Sieg

WalkersBaerenNews 2026/2027Ausgabe – #1:

Perfekte Antwort auf das Schweiz-Wochenende: Die Eisbären Berlin sind in der Champions Hockey League (CHL) angekommen und haben ihren ersten Sieg gefeiert. Gegen den österreichischen Meister Graz 99ers feierte man einen souveränen 4:1-Heimsieg und sicherte sich damit die ersten drei Punkte in der CHL. Offensiv wusste man zu brillieren – vor allem Leo Pföderl mit zwei Toren. Defensiv wirkte man deutlich stabiler als noch in den beiden Spiel in Genf und Davos.

Eisbären-Trainer Éric Dubois stellte seine Reihe im Vergleich zum Spiel in Davos um. Kapitän Kai Wissmann bekam Korbinian Geibel an die Seite. Jonas Müller verteidigte dafür zusammen mit Adam Smith. Dessen Verteidigungspartner Mitch Reinke spielte zusammen mit Brandon Davidson. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei.
In der ersten Reihe bekamen Ty Ronning und Gabriel Fontaine Youngster Eric Hördler an die Seite gestellt. Liam Kirk, der in Davos in der Reihe stürmte, fehlte heute im Line-up. Den Platz von Hördler Junior in der Reihe mit Andreas Eder und Leo Pföderl nahm Allrounder Eric Mik ein. Der Rest blieb unverändert.
Im Tor startete Jack LaFontaine, während Jonas Neffin als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Für beide Mannschaften ging es darum, den kompletten Fehlstart in die CHL zu vermeiden. Denn sowohl die Eisbären als auch Graz starteten mit zwei Niederlagen in die neue CHL-Saison. Wem gelang heute der Turnaround und wer musste die dritte Niederlage in Serie einstecken?

Leo Pföderl schnürte gegen Graz den Doppelpack. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Leo Pföderl weiterhin in erstaunlicher Frühform

Vom ersten Bully weg war sie wieder zu spüren, die einmalige Welli-Atmosphäre. Gänsehaut-Feeling im altehrwürdigen Wellblechpalast. Da flog fast das Dach weg, so laut war es hier. Davon beflügelt starteten die Eisbären sehr druckvoll ins Heimspiel und suchten immer wieder direkt den Abschluss. Selbst im ersten Powerplay der Gäste waren die Hausherren gefährlich.
Es dauerte bis zur zehnten Spielminute, ehe Top-Scorer Leo Pföderl den Abend eröffnete – 1:0. Erstaunliche Frühform von der Nummer 93, die dafür bekannt ist, erst mit etwas Anlauf seine Tor-Produktion zu starten. Bereits jetzt stand Pföderl bei drei Toren und einer Vorlage nach noch nicht einmal drei gespielten CHL-Spielen.
Defensiv wirkten die Berliner bis hierhin sehr stabil. Kein vergleich zur löchrigen Abwehr am vergangenen Wochenende in der Schweiz, als es satte 14-mal hinter Jack LaFontaine und Jonas Neffin einschlug. Man arbeitete hart vor dem eigenen Tor und unterstützte sich gegenseitig. Man merkte, dass man unter der Woche vor allem am Defensivverhalten im Training gearbeitet hat.
Vorne sorgte man weiterhin für viel Gefahr und konnte auch erhöhen. Markus Vikingstad mit dem satten Schuss zum 2:0 (19.). Damit noch nicht genug, denn dass das Powerplay derzeit sehr gut läuft, wollte man auch heute beweisen. 39,5 Sekunden vor der ersten Drittelpause legte Leo Pföderl das 3:0 nach (20.).
Neben dieser souveränen und beruhigenden Drei-Tore-Führung nahmen die Eisbären auch noch 58 Sekunden Powerplay mit ins zweite Drittel.

Gabriel Fontaine scheitert in dieser Szene an Graz-Keeper Nicolas Wieser (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ex-Augsburger Chris Collins überwindet Jack LaFontaine

Doch dieses konnte man zu Beginn des Mitteldrittels nicht nutzen. Ebenso wenig konnte Neuzugang Tobias Krestan seinen Alleingang nutzen. Nicolas Wieser im Grazer Tor gewann das Eins-gegen-eins-Duell. Was heute vor allem auffiel, war das starke Penalty Killing, bei dem die Berliner auch immer wieder gefährliche Konter fuhren. Und trotzdem kassierte man einen Gegentreffer in Unterzahl. Der ehemalige Augsburger Stürmer Chris Collins sorgte für den Grazer Anschlusstreffer in Überzahl – 3:1 (28.).
Davon beflügelt drängten die Gäste im Anschluss auf den zweiten Treffer. Die Eisbären wurden nun ordentlich in der eigenen Defensive beschäftigt – mehr als ihnen lieb war. In dieser Phase wurden vermehrt die Zweikämpfe verloren, was Trainer Dubois durchaus geärgert haben dürfte.
Danach war es eine hart umkämpfte Partie, in der es beiden Mannschaften nicht gelang, sich hochkarätige Chancen zu erspielen. Erst in der Schlussphase des zweiten Drittels erhöhten die Eisbären nochmal die Intensität und drängten auf den vierten Treffer. Dieser fiel nicht und somit nahm man eine 3:1-Führung mit in die Kabine.

Der Welli war mit 4.227 Zuschauern gut besucht und ausverkauft. Die Fans sorgten für das einmalige Welli-Feeling. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Eric Mik sorgt früh für die Vorentscheidung

35 Sekunden war das Schlussdrittel alt, da stellte Eric Mik den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Sein Nachschuss schlug im Grazer Tor ein und sorgte für den Traumstart ins letzte Drittel – 4:1 (41.).
Damit war die Partie hier im Endeffekt entschieden und die Luft so ein wenig raus aus dem Spiel. Bei Graz war dann auch Frust zu spüren, als Frank Hora und Eric Hördler in einem Gerangel mal kurz aneinander gerieten. Was den Berlinern ein Powerplay einbrachte, da Hora 2+2-Minuten bekam. Somit konnten die Hauptstädter weiter ihr bisher starkes Powerplay trainieren. Chancen erspielte man sich auch, aber man fand keinen Weg vorbei an Nicolas Wieser.
Defensiv ließ man in den letzten 20 Minuten auch nicht mehr viel anbrennen und rundete damit den Gesamteindruck von diesem Spiel ab. Selbst im letzten Powerplay der Partie von Graz überzeugten die Eisbären mit harter Arbeit aller Spieler inklusive Goalie LaFontaine.
Am Ende feierte man einen nie gefährdeten 4:1-Heimsieg, der Balsam für Eisbären-Seele war und die Hoffnung in der CHL weiter am Leben hält.

2:8 in Davos: Der Schweizer Rekordmeister zeigt dem Deutschen Rekordmeister die Grenzen auf

Am ersten Wochenende in der Champions Hockey League (CHL) haben die Eisbären Berlin ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Nach dem 2:6 in Genf am Freitagabend setzte es am Sonntagnachmittag eine weitere derbe Niederlage in Davos. Beim Schweizer Rekordmeister verlor man am Ende mit 2:8 (0:3,1:3,1:2) und steht somit nach zwei Spieltagen mit null Punkten da.

Eisbären-Trainer Éric Dubois nahm nur in der Defensive Änderungen vor. Im Tor stand heute Jonas Neffin, während Jack LaFontaine als Back-up auf der Bank Platz nahm. Adam Smith verteidigte heute an der Seite von Mitch Reinke, Korbinian Geibel mit Eric Mik und Brandon Davidson mit Moritz Kretzschmar. In der Offensive blieb alles unverändert.

Es war das zweite Spiel für die Berliner in der diesjährigen CHL-Saison. Nach der Auftaktniederlage in Genf am Freitagabend wollten die Eisbären heute in Davos Wiedergutmachung betreiben. Man zeigte keine schlechte Leistung in Genf, haderte jedoch am Ende mit der eigenen Chancenverwertung. Wäre diese besser gewesen, hätte man durchaus was Zählbares mitnehmen können. Gelang beim Schweizer Rekordmeister heute der erste Sieg oder setzte es die zweite Niederlage?

Enzo Corvi eröffnete den Torreigen im ersten Drittel. (Archivfoto von City-Press GmbH Bildagentur)

Davos äußerst effektiv vor dem Berliner Tor

Munterer Auftakt in Davos, denn beide Teams spielten offensiv nach vorne. Eine traumhafte Kombination bei einem Konter der Hausherren führte zum 0:1 aus Eisbären-Sicht. Enzo Corvi schloss diesen eiskalt ab und traf ins leere Berliner Tor (4.).
Danach suchten die Hauptstädter eine schnelle Antwort und hatten auch ihre Möglichkeiten, doch erneut lief man in einen schnellen Angriff der Davoser und fing sich prompt das 0:2 durch Valentin Nussbaumer, der Neffin in der kurzen Ecke überwinden konnte (9.).
Auch im ersten Powerplay liefen die Eisbären an, konnten aber kein Kapital aus ihren Chancen schlagen. Kaum war Davos wieder komplett, netzten die Gastgeber zum dritten Mal ein. Brendan Lemieux kam von der Strafbank und stellte auf 0:3 (12.).
Während bei Davos gefühlt jeder Schuss ins Tor ging, liefen die Eisbären auch danach vergebens an. Dennoch war es positiv zu erwähnen, dass man sich hier nicht seinem Schicksal ergab sondern weiter nach vorne spielte und auf der Suche nach einer Antwort war. Davos konzentrierte sich angesichts des komfortablen Vorsprungs vorerst nur auf die Defensive und lauerte auf Umschaltmomente. In der Pause stand Trainer Dubois nun davor, Lösungen für die restlichen 40 Minuten zu finden, wollte man hier noch etwas Zählbares mitnehmen.

Leo Pföderl traf zweimal für die Eisbären in Davos. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Davos macht das halbe Dutzend voll

Doch besser wurde es nicht. Powerplay für Davos, dort spielten die Schweizer ihre Stärken aus und Adam Tambellini hatte keine großen Probleme, die Scheibe im leeren Tor zu versenken – 0:4 (24.).
Nur wenige Augenblicke später war Davos mit zwei Mann mehr auf dem Eis und Simon Ryfors überwand Neffin zum fünften Mal an diesem Abend – 0:5 (25.).
Zwei Schweizer Top-Teams zeigten der Eisbären-Defensive direkt zum CHL-Auftakt die Grenzen auf. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Berliner bereits satte elf Gegentore kassiert und das Spiel in Davos lief ja noch über 30 Minuten. Mit dieser Vorstellung ist man natürlich Stand jetzt auch weit vom ersten Saisonziel entfernt, dass da heißt, die KO-Phase der CHL zu erreichen.
In eigener Überzahl sendeten die Gäste dann aber mal ein Lebenszeichen. Leo Pföderl mit dem Querpass vor das Tor, wo die Scheibe von einem Davoser Spieler entscheidend abgefälscht wurde – 1:5 (36.). Weitere Powerplayzeit ließ man ungenutzt liegen – auch mit zwei Mann mehr auf dem Eis.
Stattdessen machte Calle Andersson zwölf Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels das halbe Dutzend für den HC Davos voll – 1:6.

Jonas Neffin spielte 40 Minuten lang, Jack LaFontaine dann im Schlussdrittel. (Archivfoto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Davos hört einfach nicht auf mit dem Toreschießen

Zu Beginn des letzten Drittels wechselte Head Coach Éric Dubois auf der Torhüterposition. Jack LaFontaine ersetzte Jonas Neffin. Dieser überstand direkt ein Powerplay der Gastgeber.
Als die Eisbären in Überzahl waren, klingelte es im Schweizer Tor. Andreas Eder mit dem schönen Pass auf Leo Pföderl, welcher den Doppelpack schnürte – 2:6 (44.).
Aber mehr als Ergebniskosmetik war das nicht. Denn auf der Gegenseite ließ man Davos zu viel Platz, was Guus van der Kaaij zum 2:7 ausnutzte (47.). Nach diesem Wochenende sollte definitiv klar sein, woran man in der kommenden Woche vor dem CHL-Heimspiel-Doppelpack arbeiten muss: Die Defensive lässt einen schon mit Fragezeichen zurück, wenn gleich es natürlich auch zwei Schweizer Top-Teams waren. Dennoch kann man sich als DEL-Rekordmeister mit ambitionierten Zielen auch deutlich besser präsentieren.
Und es kam noch schlimmer: Nico Gross erhöhte Mitte des Schlussdrittels auf 2:8 (50.). Natürlich war in dem Spiel die Luft raus, aber trotzdem kann man das Spiel auch ordentlich zu Ende spielen und sich dann nicht so seinem Schicksal ergeben. Immerhin blieb es am Ende bei den acht Gegentoren. Nun gilt es an den Schwachstellen zu arbeiten.

5:1 in Spiel zwei! Die Eisbären demütigen Mannheim erneut

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #47:

Playoff-Finale-Stand: 2:0 (7:3/5:1)

Auch Spiel zwei geht an die Eisbären Berlin: Vor den eigenen Fans setzte sich der Titelverteidiger und DEL-Rekordmeister verdient mit 5:1 durch und führt in der Finalserie nun mit 2:0. Die Eisbären überzeugten erneut durch gnadenlose Effektivität vor dem Tor, während Mannheim zum einen an Jonas Stettmer scheiterte, zum anderen mal wieder seine Nerven nicht im Griff hatte. Der PENNY DEL droht erneut eine einseitige Finalserie, weil Mannheim bisher alles andere als ein würdiger Finalgegner ist.

Eisbären-Trainer Serge Aubin vertraute dem selben Team wie in Finalspiel eins, welches Mannheim in eigener Arena gedemütigt hat.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären hatten nach dem Auftaktsieg die große Chance auf den zweiten Sieg in der Finalserie. Aber Mannheim musste eine Reaktion auf das 3:7 in der eigenen Arena zeigen. Damit war auf jeden Fall auch zu rechnen. Aber reichte es, um das Heimrecht wieder in die Kurpfalz zu holen oder fuhren die Berliner den zweiten Sieg ein?

Starke Choreo der Hartmut-Nickel-Kurve vor Spiel zwei der Finalserie. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Adler starteten druckvoll ins Spiel und hatten auch schon bei einem Zwei-auf-eins-Konter eine gute Chance, doch Jonas Stettmer war zur Stelle. Generell fiel auf, dass Mannheim die Scheiben schnell auf das Tor brachte. Aber für den ersten Treffer sorgten die Hausherren durch Manuel Wiederer, der einmal mehr die Effektivität der Berliner unter Beweis stellte – 1:0 (3.). Zudem auch wieder ein Beweis für das Secondary Scoring, wo eben nicht alles nur an Ty Ronning hängt, wie noch im Vorjahr. Das macht die Mannschaft von Trainer Serge Aubin in diesem Jahr so schwer auszurechnen.
Was aber auch auffiel: Die Eisbären liefen in den ersten fünf Minuten zweimal in einen Mannheimer Konter, was dir gegen eine Mannschaft wie Mannheim nicht so oft passieren darf. Zum Glück war Jonas Stettmer beide Male hellwach.
Mannheim war zu Beginn die aktivere Mannschaft, was aber auch Freitag schon der Fall gewesen war. Aber auch da erwiesen sich die Eisbären als die effektivere Mannschaft. Im Laufe des ersten Drittels war es aber ein Duell auf Augenhöhe, in denen beide Teams ihre offensiven Momente hatten.
In der Schlussphase wurde es dann erstmals ruppig, denn Ty Ronning und Kris Bennett tauschten „Nettigkeiten“ aus. Wenn es spielerisch nicht klappt, muss man eben den Top-Scorer der Eisbären versuchen auszuschalten. Auch Dan Renouf versuchte sich einen Partner zum kämpfen zu suchen, weil auch er für nichts anderes im Team von Dallas Eakins zuständig ist. Die Eisbären nahmen die 1:0-Führung anschließend mit in die erste Drittelpause.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine starke Vorstellung im Berliner Tor. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

2:25 Minuten dauerte es im ersten Drittel, ehe die Eisbären trafen. Im zweiten Drittel dauerte es ganze acht Sekunden länger, ehe Liam Kirk seine klasse Einzelleistung mit dem Tor zum 2:0 abschloss (23.).
Mannheim wollte kurz darauf die schnelle Antwort geben und hatte auch zwei Top-Chancen, aber Jonas Stettmer hatte bisher auch im zweiten Duell mit Maximilian Franzreb klar die Nase vorne. Der Straubinger Junge wächst in den Playoffs einmal mehr über sich hinaus.
Aber auch die Eisbären hatten in der Folge beste Chancen, welche sie nicht nutzen konnten. Es entwickelte sich in dieser Phase ein munteres Spiel, in dem es rasant hin und her ging. Zudem wurden die Zweikämpfe auch immer hart umkämpfter.
Mannheim bekam Mitte des zweiten Drittels ein Powerplay, aber auch in diesem gelang ihnen nicht der Anschlusstreffer. Der Berg für die Kurpfälzer wurde also immer steiler, wollte man die Finalserie heute noch ausgleichen. Doch sie hatten das große Problem, dass mit Jonas Stettmer ein Teufelskerl im Berliner Tor stand, der die Adler-Spieler reihenweise zur Verzweiflung brachte.
Währenddessen wuchs auch der Frust bei den Mannheimer Spielern, was in einer Disziplinarstrafe für Nicolas Mattinen mündete, der einfach so lange unsportlich agierte bis es den Hauptschiedsrichtern zu viel wurde. Wundern musste sich darüber keiner, denn das gehört zum Gameplan von Dallas Eakins, der selbst in Mannheim nicht bei allen Fans beliebt ist. Und für diese Spielweise hat er auch das richtige Personal im Kader. Zum Glück behielten die Eisbären ihre Nerven und konzentrierten sich auf das Wesentlich und das war Eishockey. Die 2:0-Führung nahm man mit in die zweite Drittelpause.

Leo Pföderl (vorne) stellte im Schlussdrittel auf 3:0.(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel gab es diesmal kein frühes Eisbären-Tor zu bejubeln. Was angesichts des Spielstandes aber auch nicht schlimm war. Mannheim war gefordert, hier eine Reaktion zu zeigen. Doch bisher war wenig von den Kurpfälzern zu sehen. Was aber auch an einer starken Berliner Defensive lag, die wenig zuließ.
Leo Pföderl sorgte dann aber für die endgültige Entscheidung. In der 47. Spielminute fuhr er rein ins Angriffsdrittel, zog einfach mal ab und überwand Maximilian Franzreb zum dritten Mal an diesem Abend – 3:0.
Die Kurpfälzer hatten zwar nochmal ein Powerplay und somit die Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Aber auch in diesem lief wenig bei Mannheim zusammen. Die Adler wirkten in den bisherigen zwei Spielen nicht finalwürdig – mal vom letzten Drittel in Spiel eins abgesehen. Aber auch das war nur möglich, weil die Eisbären den Fuß vom Gaspedal genommen hatten. Bisher dominierten die Berliner diese Finalserie deutlich, was Leo Pföderl auch nochmal unterstreichen wollte. Sein Hammer schlug hinter Franzreb ein – 4:0 (54.). Nur zehn Sekunden später erhöhte Eric Hördler sogar auf 5:0 (54.).
Die Arena am Ostbahnhof glich inzwischen einem Partyhaus, während es im Gästeblock sehr ruhig wurde. Das einzige Ziel, was die Eisbären nun noch haben konnten, war die Serie, die seit vier Spielen lief. Denn in den letzten vier Finalspielen traf man jeweils sieben Mal, heute waren es auch schon wieder fünf Tore.
Mannheim fiel nur noch durch Provokationen von Dan Renouf und Luke Esposito auf, deren Hauptaufgabe das zu sein scheint. Denn Eishockey spielten beide Spieler hier nicht.
Mannheim durfte in der Schlussphase nochmal Powerplay spielen und Dallas Eakins zog direkt seinen Goalie. Warum auch immer, das wird sein Geheimnis bleiben. Denn das Spiel war längst entschieden. Daran änderte der Ehrentreffer durch Zach Solow auch nichts mehr – 5:1 (58.). Die Eisbären gewinnen damit auch Spiel zwei in beeindruckender Manier und es fehlt aktuell der Glaube daran, dass diese Berliner Mannschaft viermal in den nächsten fünf Spielen gegen diese Mannheimer verlieren soll. Zu eindeutig dominiert die Mannschaft von Trainer Serge Aubin diese Finalserie. Der halbe Weg auf dem Weg zur erneuten Titelverteidigung ist gemacht, der zweite Teil wird aber genauso schwer. Aber die Eisbären haben alles in der eigenen Hand.

4:2 gegen Köln: Die Eisbären dominieren lange Zeit das Spiel, müssen aber am Ende nochmal zittern

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #45:

Playoff-Halbfinale – Stand: 2:1 (6:3/1:5/4:2)

Die Eisbären Berlin haben Spiel drei der Halbfinalserie gegen die Kölner Haie mit 4:2 gewonnen und damit die Führung in dieser Serie wieder übernommen. Über 53 Minuten hatte man das Spiel klar im Griff und haderte lediglich mit seiner Chancenverwertung. Doch dann wachten die Domstädter auf und kamen noch auf 3:2 heran, ehe Leo Pföderl ihnen mit seinem zweiten Treffer in diesem Spiel den Stecker zog.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Yannick Veilleux verzichten, der zurecht für zwei Spiele gesperrt wurde. Dafür kehrten Mitch Reinke und Marcel Noebels zurück ins Line-up. Markus Niemeläinen musste weichen. Das führte zu Veränderungen im Line-up.
Les Lancaster nahm den Platz von Niemeläinen neben Eric Mik ein. Reinke verteidigte an der Seite von Adam Smith. Moritz Kretzschmar war siebter Verteidiger.
In der Offensive nahm Noebels den Platz von Lancaster in der Reihe mit Liam Kirk und Andreas Eder ein. Leo Pföderl nahm den Platz von Yannick Veilleux in der Reihe mit Markus Vikingstad und Lean Bergmann ein. Und Lennart Nieleck rotierte in die vierte Reihe an die Seite von Eric Hördler und Manuel Wieder.
Im Tor begann heute Jake Hildebrand anstelle von Jonas Stettmer, der am Freitag während des zweiten Drittels ausgewechselt wurde. Puh, harte Entscheidung vom Trainerteam. Stettmer hatte die Eisbären schließlich erst ins Halbfinale geführt und ein schlechtes Spiel kann man immer mal haben – siehe Janne Juvonen. Hoffentlich keine Entscheidung, die man später bereuen wird.

Die Ausgangslage war klar: Nach dem Sieg der Haie am Freitag stand es in der Halbfinalserie 1:1, weshalb es heute wieder von vorne losging und es somit eine Best-of-Five-Serie wurde. Der Druck wanderte aus der Domstadt in die Hauptstadt, denn die Eisbären wollen ungern mit einem 1:2-Rückstand in der Serie am Mittwoch nach Köln reisen. Wenn es die Eisbären schaffen, an ihre Leistung aus den ersten vier Dritteln in dieser Halbfinalserie anzuknüpfen, kann ein Sieg klappen. Sieht man allerdings die Eisbären aus den letzten beiden Dritteln vom Freitag, drohte ein böses Erwachen. Welches Gesicht zeigten die Eisbären heute?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen den Eisbären und Köln. (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Hinein ins Spiel, wo die Eisbären direkt deutlich machten, dass sie auf Wiedergutmachung aus waren und eine Reaktion auf Freitagabend in Köln zeigen wollten. Die Defensive der Haie wurde gut beschäftigt, doch bisher ließen die Domstädter wenig zu. Köln lauerte auf Konter, um dann wieder blitzschnell umzuschalten. Insgesamt war es wieder ein Beginn auf Augenhöhe, denn beide Teams hatten ihre offensiven Momente.
Auf die erste große Torchance wartete man weiter vergebens. Beide Mannschaften verstanden es weiterhin sehr gut, defensiv kompakt zu stehen. Auch in der neutralen Zone war es eine hart umkämpfte Partie.
Die Domstädter hatten in der Schlussphase das erste Powerplay, aber auch in diesem ließ die Berliner Defensive nichts zu. So blieb es beim 0:0 nach dem ersten Drittel.

Leo Pföderl (links) erzielte das 1:0 gegen Köln und damit sein erstes Tor in den diesjährigen Playoffs. (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Mitteldrittel durften dann die Eisbären erstmals in Überzahl ran. Bisher konnten die Haie in den Playoffs in Unterzahl noch nicht bezwungen werden und bisher hatte Leo Pföderl noch kein Playofftor erzielt. Mit dem heutigen Spiel endeten beide Serien, denn die Nummer 93 netzte ein zum 1:0 (23.). Rückkehrer Mitch Reinke und Ty Ronning waren die Assistenten bei diesem Tor.
Kurz darauf hatten die Eisbären direkt das nächste Powerplay, doch diesmal überstanden die Haie die Unterzahl schadlos.
Die Berliner blieben auch danach gefährlich und sorgten für viel Arbeit für Janne Juvonen. Das einzige Manko der Eisbären war heute jedoch die Chancenverwertung, denn das 1:0 war aus Sicht der Haie noch das beste. Eigentlich hätten die Berliner hier gut und gerne 2:0 oder 3:0 führen können. So ließ man die Gäste aber im Spiel. Von Köln kam derweil kaum etwas im zweiten Drittel, weil die Berliner das Offensivspiel der Haie komplett kalt gestellt hatten.
In der Schlussphase hatten die Haie dann Glück, keine Strafzeit zu bekommen. Denn Jonas Müller bekam mit voller Wucht und Absicht was auf die Hand, die Hauptschiedsrichter hatten es aber nicht gesehen. Glück für Köln, denn das war eine klare Strafzeit.
Damit noch nicht genug, denn Juhani Tyrväinen sorgte für den nächsten Aufreger, als er einen Kniecheck gegen Lean Bergmann fuhr. Dafür gab es natürlich nur zwei Minuten. Ein Tyrväinen darf eben alles machen und wird dafür nicht groß bestraft. Die Eisbären nahmen die 1:0-Führung, aber auch zwei angeschlagene Spieler, mit in die zweite Drittelpause. Angesichts von 40:10-Torschüssen äußerst schmeichelhaft für Köln.

Auch heute gab es wieder eine Auseinandersetzungen zwischen Spielern beider Mannschaften. (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des letzten Drittels waren die Eisbären noch in Überzahl, konnten das aber nicht nutzen. Nur Sekunden später flog die Scheibe dann aber doch noch ein zweites Mal ins Tor von Janne Juvonen. Jonas Müller packte die ganze Wut über den Stockschlag in diesen Schuss und erhöhte auf 2:0 (42.).
Köln fand heute kein Mittel gegen das Spiel der Eisbären und war den Berlinern vor allem läuferisch deutlich unterlegen. Wenn es spielerisch nicht klappt, fängt man eben an zu provozieren. Das konnten die Kölner Spieler heute richtig gut.
Interessierte die Eisbären heute aber relativ wenig, denn die hatten ihre Nerven heute im Griff und konzentrierten sich lieber auf das Wesentliche im Eishockey. Les Lancaster stellte einmal mehr seine Torgefährlichkeit unter Beweis und erhöhte auf 3:0 (46.).
Köln hatte dann mal wieder ein Powerplay, aber in diesem fuhren die Eisbären den Konter. Liam Kirk verpasste bei diesem das 4:0. Die Arena am Ostbahnhof stand inzwischen und applaudierte ihrer Mannschaft, denn die Eisbären lieferten eine ganz starke Vorstellung und zeigten die erhoffte Reaktion auf das 1:5 in Köln.
Auch in der Folge hörten die Eisbären nicht auf, nach vorne zu spielen und sich weitere Chancen herauszuspielen. Zudem setzte man auch weiterhin auf aggressives Forechecking, um Köln nach wie vor nicht ins Spiel kommen zu lassen. Doch die Haie wehrten sich und kamen am Ende doch noch aufs Scoreboard. Dominik Bokk mit dem Treffer zum 3:1 (53.).
Kam hier nun also doch noch einmal Spannung auf, in einer Partie, die eigentlich entschieden war? Kölns Trainer Kari Jalonen glaubte jedenfalls dran. Denn 4:35 Minuten vor dem Ende des dritten Drittels nahm er seine Auszeit und zog seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und fünf Sekunden später verkürzten die Domstädter auf 3:2 durch Oliwer Kaski (56.).
Nun wurde es also doch nochmal eine äußerst spannende Schlussphase und auf einmal schöpften die Haie-Spieler hier wieder neues Selbstvertrauen, dass man doch noch Spiel drei erfolgreich gestalten würde. Von den Eisbären kam in dieser Phase deutlich zu wenig.
Die Haie zogen erneut ihren Goalie und diesmal nutzten das die Eisbären aber eiskalt aus. Leo Pföderl machte den Doppelpack perfekt – 4:2 (58.) Aber Köln gab sich nicht geschlagen und nahm ein weiteres Mal Janne Juvonen aus dem Tor. Die Haie gaben auch nochmal alles, aber die Berliner verteidigten das stark zu Ende und sicherten sich so den zweiten Sieg in der Halbfinalserie. Am Ende hatte man es aber nochmal unnötig spannend gemacht. Aber daraus wird man seine Lehren ziehen, dass man Köln nur mit 100 Prozent schlagen kann.

1:3 gegen Bremerhaven: Die Eisbären verlieren das direkte Duell um Platz sechs – Das Szenario Pre-Playoffs rückt näher denn je

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #33:

Rückschlag im Kampf um Platz sechs: Die Eisbären Berlin haben das direkte Duell um Platz sechs gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 1:3 (1:2,0:1,0:0) verloren und weisen nun vier Punkte Rückstand auf die Pinguins auf. Man versuchte zwar viel, aber letztendlich fehlte vor dem Tor einfach das nötige Quäntchen Glück sowie das Durchsetzungsvermögen. Jenes hatten die Gäste einfach mehr und sicherten sich dadurch die wichtigen drei Punkte. Das Szenario Pre-Playoffs rückt also immer näher für die Eisbären Berlin.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stand heute Verteidiger Eric Mik wieder zur Verfügung, dafür fehlte Adam Smith. Mik verteidigte an der Seite von Korbinian Geibel. Mitch Reinke rückte an die Seite von Markus Niemeläinen und nahm damit den Platz von Smith ein.
In der Offensive tauschten Lean Bergmann und Les Lancaster die Reihen. Der stürmende Verteidiger Lancaster, welcher gegen Iserlohn doppelt traf, stürmte in der ersten Reihe (!) an der Seite von Andreas Eder und Liam Kirk. Bergmann spielte in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Eric Hördler. 
Im Tor stand natürlich erneut Jonas Stettmer, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Heute stand das direkte Duell der beiden Kontrahenten um Platz sechs an. Bremerhaven hatte vor dem Spiel einen Punkt Vorsprung auf die Eisbären. Zudem sprach die Bilanz der letzten sechs Spiele klar für die Pinguins, denn die gewannen die letzten sechs Spiele in Folge gegen die Berliner. Um heute Platz sechs zu erobern, mussten die Hauptstädter diese Serie aber beenden und endlich wieder einen Sieg gegen die Bremerhavener einfahren. Damit das klappte, mussten die Berliner ihr bestes Spiel über die gesamte Spielzeit abrufen, denn nur mit 20 Minuten gutem Eishockey würde man gegen Bremerhaven keinen Erfolg haben. Gelang das den Eisbären oder holten die Gäste von der Küste den wichtigen Sieg im Kampf um Platz sechs?

Choreo der Eisbären-Fanszene für Florian Busch. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Spiel stand natürlich ganz im Fokus von der ehemaligen Nummer 26 Florian Busch, welcher heute vor dem Spiel feierlich geehrt wurde. Im Rahmen der Bannerzeremonie wurde sein Trikot mit der Nummer 26 unter das Dach der Arena am Ostbahnhof gezogen. Vor fünf Jahren musste „Buschi“ seine einmalige Karriere aus verletzungsbedingten Gründen beenden. Er absolvierte in 18 Saisons für die Eisbären 793 Spiele und sammelte in diesen 477 Scorerpunkte (152 Tore/325 Assists). In Erinnerung blieb vor allem sein entscheidender Treffer in der Overtime in Köln, als er die Eisbären mit dem Treffer zum 2:1 zur Meisterschaft schoss und die LanxessArena verstummen ließ. Ebenso in Erinnerung blieb seine Ankunft am Flughafen Berlin damals, denn bis auf die Schlittschuh hatte „Buschi“ noch die komplette Ausrüstung an. Er war halt schon immer ein sehr spezieller aber unheimlich sympathischer Typ.
Bei der Ehrung gab es Videogrüße von ehemaligen Eisbären-Spielern wie Mark Beaufait, Sven Felski, Christoph Gawlik, Derek Dinger, Denis Pederson, Jimmy Sharrow, Stefan Ustorf, Alexander Weiß, Patrick Pohl und Steve Walker. Peter-John Lee hielt ebenso wie Florian Busch eine kurze Rede. Gänsehaut-Momente schon vor dem Spiel.

Nun hängt auch die Nummer 26 in Berlin unter dem Arenadach. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die große Frage war nun die, ob die Ehrung ein schlechtes Omen für die Eisbären war. Denn nach Ehrungen haben die Eisbären nur selten ein Heimspiel gewonnen. Die erste Antwort gab es nach nicht einmal zwei Minuten, denn da gingen die Gäste von der Küste mit 1:0 in Führung. Mit Nino Kinder traf zudem ein Ex-Eisbär – auch nichts Neues mehr. Die Gäste kamen wild entschlossen heraus und setzten die Hausherren in der Anfangsphase mit aggressiven Forechecking gehörig unter Druck.
Dank des ersten Powerplays im Spiel konnten sich die Eisbären zumindest mal im Angriffsdrittel festsetzen und somit selbst für Entlastung sorgen. Chancen zum Ausgleich waren da, aber letztendlich spielte man es zu kompliziert und dann hatte Bremerhaven auch noch Kristers Gudlevskis im Tor.
Das Powerplay tat dem Spiel der Hausherren aber gut, die nun deutlich besser drin waren und sich auch gute Chancen erspielten. Doch diese konnten sie nicht nutzen.
Was machte Bremerhaven eigentlich in dieser Phase? Die konterten und erhöhten durch C.J. Smith auf 2:0 (13.). Das war natürlich ein Nackenschlag für die Berliner, welche in dieser Phase eigentlich nah dran waren am Ausgleich.
Bei angezeigter Strafzeit konnten sich die Berliner aber endlich belohnen. Marcel Noebels mit dem Pass auf Leo Pföderl, der vor dem Tor lauerte und die Scheibe nur noch ins leere Tor schießen musste – 1:2 (15.). Wenn die Eisbären die Scheibe schnell laufen, hat jede Mannschaft große Probleme damit. Das Problem: sie zeigen es zu selten in dieser Saison.
Neben dem Anschlusstreffer war auch die Situation danach wichtig für das Selbstvertrauen, denn die Eisbären überstanden ein durchaus gefährliches Powerplay der Gäste. In dieser Phase standen die Berliner wieder einmal unter Druck und konnten sich bei Jonas Stettmer bedanken, dass man weiterhin nur mit einem Tor hinten lag und mit diesem Spielstand auch in die erste Drittelpause ging.

Immer wieder gerieten die Spieler beider Mannschaften aneinander. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

In der Anfangsphase des zweiten Drittels kassierte Christian Wejse eine Spieldauerdisziplinarstrafe und ermöglichte den Berlinern somit eine dreiminütige Überzahl (die ersten zwei Minuten saß Lean Bergmann mit auf der Strafbank). Ganze zwei gefährliche Schüsse brachte man nur zu Stande und das ist für eine Mannschaft mit der Qualität, wie sie die Eisbären haben, einfach zu wenig und auch zu schlecht.
Die Eisbären erhöhten danach aber den Druck und drängten auf den Ausgleich. Aber teilweise wurde es auch zu kompliziert vor dem Tor gespielt oder aber es fehlte einfach das nötige Quäntchen Glück.
Special Teams können solche wichtigen Spiele entscheiden und das hatten die Fischtowns verinnerlicht. Denn im Gegensatz zu den Eisbären nutzten die ihr Powerplay und stellten auf 3:1. Miha Verlic schaltete im Gewühl vor dem Tor von Jonas Stettmer am schnellsten und sorgte für das dritte Bremerhavener Tor an diesem Nachmittag (34.). Das die Scheibe so vor das Tor sprang, war natürlich auch ein bisschen glücklich.
Jenes Glück hatten die Eisbären bei ihren Chancen nicht, denn da sprang die Scheibe eher zu Gunsten von Bremerhaven als für Berlin. Denn das Bemühen konnte man den Eisbären weiterhin nicht absprechen.
Die Gäste aus Bremerhaven überzeugten derweil vor allem durch ihre sehr unfaire und unsaubere Spielweise. Eine zweite Spieldauer verhinderten lediglich die Hauptschiedsrichter. Das macht Bremerhaven inzwischen zu einer sehr unsympathischen Mannschaft. Diese führte nach 40 Minuten mit 3:1.

Nur einmal konnten die Eisbären Kristers Gudlevskis überwinden. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Vor den Eisbären lag im letzten Drittel also noch ein weiterer Weg, wollte man Punkte aus diesem so wichtigen Spiel mitnehmen. Man kam zwar zu Schüssen, jedoch stellten diese Kristers Gudlevskis eher selten vor Probleme, da er freie Sicht bei diesen hatte.
Die Eisbären waren die deutlich aktivere Mannschaft und versuchten viel, aber es kam zu wenig Gefährliches bei raus.
Nach dem Powerbreak konnten die Gäste mal für Entlastung sorgen, denn man hatte das nächste Powerplay. Doch die Unterzahl unterstanden die Eisbären ohne große Mühe und hatten nun noch rund sechs Minuten für die Aufholjagd. Bereits 3:24 Minuten vor dem Ende nahm Trainer Serge Aubin seine Auszeit und zog Goalie Jonas Stettmer vom Eis. Aber auch mit sechs Mann schaffte man es nicht, sich eine Top-Chance nach der anderen herauszuspielen. So brachten die Gäste das 3:1 souverän über die Zeit und sicherten sich die drei Punkte in der Hauptstadt. Platz sechs rückt so in immer weitere Ferne.

5:3-Auswärtssieg in Schwenningen: Ein Abend der Rekorde und Meilensteine

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings mit 5:3 (2:0,2:1,1:2) gewonnen und üben somit weiter Druck auf Bremerhaven auf Platz sechs aus. Offensiv war es ein starkes Spiel der Eisbären, welche aber in den nächsten Spielen dringend von der Strafbank fernbleiben müssen, denn alle Gegentore kassierte man heute in Unterzahl. Von daher ein Auftritt, auf dem man aufbauen kann, aber auch die richtigen Lehren ziehen muss.

Alle hofften auf das lang ersehnte Comeback von Kapitän Kai Wissmann, der von Bundestrainer Harold Kreis für den Olympia-Kader nominiert wurde. Doch Wissmann stand nicht im Line-up von Eisbären-Trainer Serge Aubin. Dafür kehrte Adam Smith in den Kader zurück, während Norwin Panocha und Jake Hildebrand aus dem Kader raus rotierten.
Während in der Defensive Markus Niemeläinen und Mitch Reinke erneut zusammen verteidigten, bekam Jonas Müller Eric Mik an die Seite und Rückkehrer Smith spielte zusammen mit Korbinian Geibel.
In der Offensive blieben die Reihen Kirk-Pföderl-Ronning sowie Noebels-Byron-Tiffels zusammen. Lean Bergmann und Jean-Sébastien Dea stürmten heute zusammen mit Yannick Veilleux. Die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Andreas Eder und Les Lancaster. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei.
Jonas Stettmer stand im Tor, Anton Brandt nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Beide Teams trafen heute zum letzten Mal in der Hauptrunde aufeinander. Die ersten drei Spiele waren sehr eng. Nachdem Schwenningen das erste Spiel in der Hauptstadt gewann (2:1), gewannen die Eisbären die beiden folgenden Spiele. In Schwenningen setzte man sich mit 4:3 n.V. durch, das zweite Duell in der Hauptstadt gewann man mit 2:0.
Die Eisbären benötigten dringend Punkte im Kampf um Platz sechs, während die Wild Wings die Punkte im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze brauchten. Und mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger würden die Gastgeber bis auf sieben Punkte an die Berliner heran rücken.

Traf auch im zehnten Spiel in Folge und stellte somit den Rekord von Steve Walker ein: Liam Kirk (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Anfang in der Helios-Arena war durch viele Unterbrechungen noch recht zerfahren. Den Hausherren gehörte im weiteren Spielverlauf das erste Powerplay, so wirklich gefährlich wurde es aber nicht. Gefährlich wurde es aber, als die Kirk-Reihe auf dem Eis war. Und natürlich wurde der Wechsel mit einem Tor belohnt. Liam Kirk trifft somit auch im zehnten Spiel in Serie – 1:0 (10.). Damit stellte er den Vereinsrekord von Eisbären-Legende und SERC-Trainer Steve Walker ein. Herzlichen Glückwunsch, Liam!
Nur 34 Sekunden später setzte sich Les Lancaster überragend per Spin-o-rama auf der linken Seite durch und spielte die Scheibe in den Slot, wo Korbinian Geibel stand und zum 2:0 traf (10.). Ein Doppelschlag der Eisbären, welcher Schwenningen weh tat.
Die Gastgeber versuchten aber darauf zu reagieren, doch die Defensive der Eisbären machte es ihnen enorm schwer. Als Tylor Spink jedoch die Lücke fand, stand den Wild Wings die Latte im Weg. Wenig später hatte Boasz Bassen die nächste dicke Chance für Schwenningen. Der Anschlusstreffer wäre mittlerweile vollkommen verdient gewesen.
Im zweiten Powerplay hatten die Wild Wings weitere gute Chancen, aber Jonas Stettmer und Adam Smith verwehrten ihnen weiterhin das Erfolgserlebnis. Letzter wischte die Scheibe mit der Hand kurz vor der Torlinie weg.
So führten eiskalte und effektive Eisbären nach den ersten 20 Minuten mit 2:0 bei glücklosen aber starken Wild Wings.

Erzielte in Schwenningen seinen zweiten Saisontreffer: Eric Hördler (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel hatten die Berliner ihr erstes Powerplay und nach feinem Pass von Freddy Tiffels hatte Marcel Noebels die dicke Chance zum 3:0, aber Joacim Eriksson mit einem überragenden Save, der den dritten Gegentreffer gerade noch verhindern konnte. Wenig später war er aber beim Onetimer von Leo Pföderl machtlos – 3:0 (27.). Powerplytor!!!
Die Eisbären liebten heute Doppelschläge, denn auch dem dritten Treffer folgte blitzschnell der vierte. Diesmal ging es sogar drei Sekunden schneller und dauerte nur 31 Sekunden, ehe Eric Hördler auf 4:0 stellte.
Schwenningen blieb auch in der Folge glücklos vor dem Tor. Ein weiteres Powerplay blieb ungenutzt, während die Berliner in diesem beinahe den Shorthander erzielt hätten. Der Pfosten rettete aber für die Hausherren.
Trotz der souveränen 4:0-Führung ließen die Eisbären aber nicht locker und setzten Schwenningen immer wieder im eigenen Drittel fest. Man hatte aus vergangenen Spielen gelernt, als man nach Führungen immer zu passiv wurde und so am Ende noch Punkte verschenkte.
In der Schlussphase war Mirko Höfflin frei durch, doch auch er bekam die Scheibe nicht an Jonas Stettmer vorbei. Während bei den Eisbären vorne nahezu alles klappte, blieben die Wild Wings vorm Berliner Tor glücklos.
Bis 5,7 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels, da gelang Alexander Karachun der Anschlusstreffer in Überzahl zum 4:1. Jonas Stettmer blieb leider hängen und kam nicht mehr rechtzeitig in Position. Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Scorte zum 500. Mal im Trikot der Eisbären Berlin: Marcel Noebels (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Die große Frage war nun natürlich, ob Schwenningen jetzt die Aufholjagd starten würde. Die Antwort gab es nach 49 Sekunden. Markus Niemeläinen mit dem Pass vor das Tor, wo Marcel Noebels sein Arbeitsgerät in den Schuss hielt und auf 5:1 stellte. Der 500. Scorerpunkt für die Nummer 92 im Trikot der Eisbären Berlin. Damit ist er erst der vierte Spieler in der Vereinshistorie, dem dieser Meilenstein gelingt. Die anderen drei Spieler sind Steve Walker, André Rankel und Sven Felski.
Liam Kirk hätte in der Folge beinahe das halbe Dutzend voll gemacht, aber der Brite zielte zu genau und traf nur das Lattenkreuz. Etwas genauer zielten die dann Tim Gettinger, der im Schwenninger Powerplay auf 5:2 verkürzte. Und dieser Treffer war auch verdient angesichts des starken Spiels der Wild Wings (49.).
Was in diesem Spiel überhaupt nicht passte, war die Disziplin im Spiel der Eisbären, denn man nahm deutlich zu viele Strafzeiten. Schwenningen war erneut ein Mann mehr und die beiden Treffer fielen schließlich in Überzahl. Und auch der dritte fiel im Powerplay, Alexander Karachun staubte vor dem Tor ab und sorgte hier wieder für Spannung – 5:3 (52.).
Schwenningen wollte nun natürlich mehr und wurde frenetisch von seinen Fans angefeuert. Die Eisbären mussten sich schleunigst wieder sammeln und konzentrieren. Zudem musste man sein Problem mit der Disziplin in den Griff bekommen.
Etwas mehr als drei Minuten vor dem Ende nahmen die Gastgeber ihre Auszeit und zogen Goalie Joacim Eriksson zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Sozusagen also wieder ein „Powerplay“ für die Wild Wings, wo natürlich Alarmstufe Rot angesagt war. Aber die Eisbären verteidigten dass gut zu Ende und sicherten sich somit den wichtigen Auswärtssieg und die drei Punkte.

6:3-Heimsieg gegen Augsburg: Wichtige drei Punkte, aber im letzten Drittel wackeln die Eisbären trotz einer 5:0-Führung

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #29:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen die Augsburger Panther mit 6:3 (2:0,2:0,2:3) gewonnen und damit drei wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze eingefahren. Die Art und Weise macht aber weiterhin Sorgen. Am Ende verspielte man fast noch eine 5:0-Führung. Während die Offensive mal wieder brillieren konnte, bleibt die Defensive das große Sorgenkind. Die Berliner kriegen einfach keine Konstanz in ihr Spiel hinein und liefern nach wie vor nicht über 60 Minuten ab.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up mal wieder. Man könnte fast meinen, damit war zu rechnen.
Jonas Stettmer stand im Tor, Jake Hildebrand bekam eine Pause. Alle Verteidiger-Pärchen wurden neu zusammengestellt: Mitch Reinke/Jonas Müller, Adam Smith/Markus Niemeläinen, Eric Mik/Korbinian Geibel.
In der Offensive blieb einzig die Pföderl-Kirk-Tiffels-Reihe zusammen. Yanncik Veilleux und Jean-Sébastien Dea bekamen Lean Bergmann an die Seite. Andreas Eder, Blaine Byron und Marcel Noebels wurden komplett neu zusammengestellt. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Les Lancaster, Matej Leden und Eric Hördler.

Die Spieler der Eisbären waren heute gefordert, endlich eine Reaktion zu zeigen. Sieben der letzten neun Spiele hatte man verloren. Trainer Serge Aubin forderte daher, dass seine Spiele in den Spiegel schauen und endlich ihre Leistung abrufen. Das sollte aber auch der Trainer mal selbst machen, denn es bleibt die Frage, inwiefern nützlich die ständigen Umstellungen vor und im Spiel sind. Das verunsichert die Spieler nur noch mehr. Und was die Mannschaft sowieso schon genügend hat, ist die pure Verunsicherung. Klappte heute der Turnaround oder rückten die Fuggerstädter bis auf sieben Zähler an die Eisbären heran?

Das 1:0 gegen Augsburg war das 19. Tor in den letzten 16 Spielen von Liam Kirk. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Start war jedenfalls schon mal sehr gut, denn nach gerade einmal 40 Sekunden gingen die Berliner in Führung. Augsburg war noch im Tiefschlaf und hatte vollkommen vergessen, wie torgefährlich Liam Kirk ist. Der stand komplett frei am langen Pfosten und drückte die Scheibe ohne Probleme über die Linie – 1:0. Was würden die Eisbären nur ohne ihren Briten machen? Das war das 19. Tor in den letzten 16 Spielen. Überragende Quote für die Nummer 94. Marcel Noebels gab die Vorlage und erreichte damit den Meilenstein von 500. Scorerpunkten in der PENNY DEL. Glückwunsch Noebi! Seinen ersten Scorerpunkt holte er ebenfalls mit einem Assist beim Spiel seiner Krefeld Pinguine gegen die Düsseldorfer EG am 27.11.2009. Ja, diese beiden Mannschaften haben mal in der DEL gespielt…
Aber auch die Gäste versteckten sich nicht und sorgten dafür, dass Jonas Stettmer nicht langweilig wurde. Defensiv wirkten die Eisbären weiterhin anfällig, die Pässe wurden nicht sauber raus gespielt und so konnte sich Augsburg mehr im Drittel der Berliner aufhalten, als den Eisbären lieb war.
Es war die erwartet hart umkämpfte Partie, schließlich wussten beide Mannschaften, dass es um wichtige Punkte für die Playoffs geht. Die Panther wirkten dabei deutlich aktiver und gefährlicher als die Eisbären. Deren Angriffe fühlten sich wieder an, als wolle man mit dem Kopf durch die Wand. Man konnte von Glück reden, dass Jonas Stettmer wenigstens hellwach war, sonst hätte man sich hier schon längst ein oder zwei Tore gefangen.
Zum Drittelende durften die Eisbären erstmals in Überzahl ran und schlugen dort nach 22 Sekunden eiskalt zu. Leo Pföderl hatte abgezogen und dessen Onetimer schlug hinter Peyton Jones ein – 2:0 (19.). Die Eisbären überzeugten somit wenigstens offensiv mit ihrer Effektivität und führten mit 2:0 nach 20 Minuten. Beruhigend ist so eine Führung in dieser Saison aber bisher nie gewesen.

Korbinian Geibel traf zum 3:0 gegen Augsburg. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel bot zu Beginn wenig Highlights. Für das erste sorgte Eric Mik, der ohne Not den Puck in der eigenen Zone vertändelte und Anthony Louis zur Chance einlud. Zum Glück ging dessen Schuss am Tor vorbei (24.).
Markus Niemeläinen sorgte derweil für den ersten nennenswerten Schuss der Eisbären nach knapp 28 Spielminuten. Mitte der Partie fuhren die Eisbären dann einen Drei-auf-eins-Konter und Lean Bergmann hatte die dicke Chance zum 3:0, aber er scheiterte an Jones. Nur wenige Sekunden später bereiteten Bergmann und Veilleux das 3:0 von Korbinian Geibel vor. Der Verteidiger hatte zu viel Zeit und Platz und visierte die Ecke ganz genau an (30.).
Nun waren die Eisbären die aktivere Mannschaft und dafür belohnten sie sich mit dem 4:0, welches nach Ansicht des Videobeweises anerkannt wurde. Adam Smith hatte abgezogen, Peyton Jones ließ die Scheibe prallen und am Ende war es Andreas Eder, der die Scheibe per Rückhand ins Tor beförderte (33.).
Augsburg geriet nun richtig unter Druck und hätte sich beinahe direkt das fünfte Tor gefangen. Die Eisbären hatten zum Ende auch nochmal ein Powerplay, doch auch in diesem konnten sie nicht nachlegen und gingen somit mit einer 4:0-Führung in die zweite Drittelpause.

Durfte heute mal wieder das Berliner Tor hüten: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Was passiert, wenn man die Scheiben einfach mal auf das Tor bringt, hat man in der 42. Spielminute gesehen. Adam Smith hatte abgezogen, Blaine Byron hielt die Kelle in den Schuss und fälschte somit entscheidend zum 5:0 ab (42.). Sein 50. DEL-Tor, Glückwunsch Blaine!
Gerade in den letzten Spielen war dies ja ein großes Problem der Berliner, dass man einfach nicht geschossen hatte. Heute hatte man aber Lust auf Toreschießen und zog daher auch mehrfach ab.
Augsburg wollte hier aber nicht ohne Treffer nach Hause fahren und so gelang Riley Damiani der Anschlusstreffer – 5:1 (45.). Nur 46 Sekunden später durften die Fuggerstädter und ihr Anhang wieder jubeln, Alexander Blank hatte auf 5:2 verkürzt. Mal wieder eine Paradebeispiel dafür, wenn man sein Spiel nicht durchzieht und kurz abschaltet. Das bestraft jede Mannschaft in dieser Liga.
Freddy Tiffels musste wenig später nach einem Check gegen die Bande für fünf Minuten in die Kühlbox. Zum Glück mussten die Eisbären aber nur drei Minuten Unterzahl spielen, da Antony Louis wegen unnötiger Härte ihm für zwei Minuten auf die Strafbank folgte. Aus den drei Minuten Powerplay wurde am Ende sogar ein doppeltes Überzahlspiel für ganze 48 Sekunden. Dieses konnte der AEV nicht nutzen, dafür aber das einfache. Chaos vor dem Eisbären-Tor, Jonas Stettmer lag bereits am Boden und erneut war Riley Damiani der Torschütze – 5:3 (54.).
Nun war hier also wieder Spannung in der Arena und Augsburg bis auf zwei Tore dran. Rund drei Minuten vor dem Ende nahm AEV-Trainer Bill Peters seine Auszeit und zog zudem seinen Goalie vom Eis, um es fortan mit sechs Spielern zu versuchen. Doch das nutzte Freddy Tiffels für die endgültige Entscheidung – 6:3 (58.). Und für die Beruhigung der Nerven, denn die wurden in diesem letzten Drittel schon wieder ordentlich strapaziert.
Am Ende steht ein wichtiger 6:3-Heimsieg gegen Augsburg, über die Art und Weise gilt es aber im Team zu reden. Denn nach einem 5:0 darf man es nicht nochmal so spannend machen, wie es die Berliner heute gemacht haben. Und zudem muss man in den nächsten Spielen jetzt auf den guten Sachen aus dem Spiel aufbauen und endlich eine Siegesserie starten. Denn ansonsten war der heutige Sieg wieder nicht viel wert.

5:8 in Mannheim! Die Eisbären erneut mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel und mangelnder Disziplin

So haben sich das die Eisbären Berlin sicherlich nicht vorgestellt: Einen Abend vor Heiligabend kassiert der DEL-Rekordmeister eine derbe 5:8-Niederlage beim Erzrivalen Adler Mannheim. Die zweite in der Höhe auf fremden Eis in Folge. Und erneut hat man sich gefühlt wieder selbst geschlagen. Zu viele Fehler und unnötige Strafzeiten in den falschen Momenten werden von einem Top-Team wie es Mannheim nun mal ist, eiskalt bestraft. Von einem Top-Team sind die Eisbären derzeit meilenweit entfernt und das Interview von Freddy Tiffels nach dem Spiel lässt zudem tief blicken und erahnen, dass derzeit alles andere als eitel Sonnenschein in der Kabine der Eisbären herrscht

Eisbären-Trainer Serge Aubin stand heute Stürmer Manuel Wiederer nicht zur Verfügung. Dessen Platz neben Lean Bergmann und Andreas Eder nahm Verteidiger Les Lancaster ein. Der verteidigte gegen Köln noch an der Seite von Adam Smith, das tat heute Norwin Panocha. Ansonsten gab es nur noch eine weitere Änderung und die gab es im Tor: Jake Hildebrand stand im Tor, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es war wieder Zeit für den DEL-Klassiker zwischen Berlin und Mannheim. Dieses Duell hat bereits unzählige Geschichten geschrieben – sowohl auf als auch neben dem Eis. Auch in dieser Saison gab es schon wieder einigen Gesprächsstoff. In den ersten beiden Aufeinandertreffen in dieser Saison gewann stets das Heimteam. An das erste Duell in Mannheim hatten die Berliner jedoch keine guten Erinnerungen, kam man doch mit 1:7 unter die Räder. Konnte man sich dafür heute revanchieren oder gab es die nächste Niederlage in der Kurpfalz?

Das Bild zum ersten Drittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Nach gerade einmal 1:54 Minuten gab es die erste Schlägerei und natürlich war Yannick Veilleux involviert, der besonders „beliebt“ in Mannheim ist. Tobias Fohrler war sein Kontrahent und am Ende durften beide für fünf Minuten in die Kühlbox. Damit war natürlich zu rechnen heute nach der Vorgeschichte. Beide gerieten abseits des Spielgeschehens aneinander und lieferten sich eine handfeste Schlägerei. Vermutlich hatte man sich Veilleux absichtlich ausgesucht, wundern würde es mich nicht, so wie Fohrler danach auf der Mannheimer Bank gefeiert wurde.
Spielerisch setzten die Hauptstädter das erste Highlight. Die Eisbären konnten sich im Angriffsdrittel festsetzen und gingen durch Blaine Byron vermeintlich in Führung. Doch der Treffer wurde aberkannt, da eine klare Kick-Bewegung vorlag und somit zurecht aberkannt wurde.
Aber die Eisbären waren die spielbestimmende Mannschaft und sorgten immer wieder für Gefahr vor Maximilian Franzreb. Doch das 1:0 gelang den Hausherren. Konter der Adler, Jake Hildebrand konnte den ersten Schuss nicht parieren und wusste für einen Moment nicht, wo die Scheibe ist. Zach Solow wusste es und drückte sie über die Linie (13.). Zu diesem Zeitpunkt hatte sich dieser Treffer nicht angedeutet.
Aber es sollte noch schlimmer kommen. Mannheim nahm den Schwung des Führungstreffers mit, setzte sich im Drittel der Eisbären fest und erhöhte auf 2:0. Leo Gawanke hatte von der blauen Linie abgezogen und Maximilian Heim erfolgreich abgefälscht (15.).
Wie reagierten die Eisbären auf diesen Doppelschlag der Adler? Mit dem Anschlusstreffer nur 14 Sekunden später. Leo Pföderl mit der Rückhand von hinter dem Tor an den Schoner von Franzreb, wovon der Puck letztendlich ins Tor ging – 2:1 (15.).
Wenn Eisbären-Spiele derzeit eins nicht sind, dann langweilig. 13 Tore in Ingolstadt, sieben Tore gegen Köln und hier auch schon wieder drei nach noch nicht mal einem kompletten Drittel. Und es war ja noch lange nicht Schluss. Nun waren wieder die Kurpfälzer dran. Zach Solow behauptete die Scheibe ganz stark, brachte sie dann rüber zu Kris Bennett, der auf 3:1 stellte (17.).
Ein Wechselfehler der Eisbären (der dritte in Serie) sorgte für das erste Powerplay der Adler, welches Nicolas Mattinen zu nutzen wusste – 1:4 (19.). Puh, nach gutem Start fielen die Eisbären komplett auseinander und lagen deutlich hinten. Gefühlt war jeder Adler-Schuss ein Tor, weshalb das nächste Debakel in Mannheim drohte.

Kein schöner Anblick für Eisbären-Fans: Jubelnde Adler-Spieler (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des zweiten Drittels hatten die Eisbären noch Powerplay, aber das man dieses nicht nutzen konnte, braucht man in dieser Saison auch nicht extra erwähnen. Danach hatten die Adler ein Powerplay und die Chance auf 5:1 davonzuziehen. Doch Lean Bergmann und Blaine Byron fuhren den Angriff und Letzterer verkürzte per Shorthander auf 4:2 (23.).
Es ging weiter mit den Strafzeiten, diesmal waren wieder die Adler an der Reihe und die Eisbären durften erneut in Überzahl ran. Für 53 Sekunden war es sogar ein doppeltes Powerplay, welches die Berliner zwar nicht nutzen konnten, aber eine Sekunde nachdem Mannheim wieder zu viert war, schlug Liam Kirk in einfacher Überzahl zu – 4:3 (28.).
Danach waren wieder die Adler ein Mann mehr auf dem Eis und dort schlugen sie zum 5:3 zu. Gewühl vor Jake Hildebrand und Matthias Plachta behielt die Übersicht (30.). Acht Tore zur Hälfte des Spiels, den Fans wurde hier einiges geboten einen Tag vor Heiligabend. Die beiden Trainer dürften derweil graue Haare bekommen haben bei dem Spielverlauf.
Die Eisbären hatten danach ihre Nerven nicht im Griff und kassierten weiterhin fleißig Strafen. Jonas Müller durfte vorzeitig duschen gehen nach einem unnötigen Check gegen die Bande. Die Spieldauer hatte er sich auch mehr als verdient. Trainer Serge Aubin dürften die Disziplinlosigkeiten seiner Mannschaft aber überhaupt nicht gefallen haben. Denn man kämpfte sich zurück ins Spiel, nahm sich durch dumme Strafzeiten aber selbst wieder raus aus dem Spiel.
Denn Mannheim wusste dieses Powerplay zu nutzen. Anthony Greco machte das halbe Dutzend voll und erzielte den dritten Powerplay-Treffer an diesem Abend – 6:3 (33.). Und noch waren über drei Minuten Powerplay auf der Uhr. Und daher war ein weiterer Treffer vorprogrammiert, Justin Schütz stellte auf 7:3 (34.). Mehr Gegentreffer kassierte man in den fünf Minuten zum Glück nicht.
Aber es war bereits das zweite Auswärtsspiel in Folge mit je vier Gegentoren in Unterzahl, was für eine Spitzenmannschaft einfach zu schlecht ist. Das beste an dem zweiten Drittel war die Schlusssirene, was einer Erlösung für die Eisbären-Fans gleich kam.

Zu Beginn des Spiels lieferten sich Tobias Fohrler und Yanncik Veilleux eine wilde Schlägerei. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Für das Schlussdrittel gab es eigentlich nur die Hoffnung, dass es nicht zweistellig in Mannheim wird. Denn das wäre die Höchststrafe für die Eisbären-Fans.
Die Berliner hatten früh im dritten Drittel das nächste Powerplay, konnten dieses aber nicht nutzen, um zu verkürzen. Die Eisbären blieben aber danach weiterhin bemüht und spielten offensiv nach vorne. Man wollte zumindest das Schlussdrittel für sich entscheiden, um wenigstens noch ein kleines positives Erfolgserlebnis zu haben.
Liam Kirk arbeitete daran, denn er traf zum zweiten Mal an diesem Abend in Überzahl – 7:4 (52.). Kurz zuvor liefen die Adler aber mit zwei Mann alleine auf das Berliner Tor zu, in Unterzahl, was einfach nicht geht. Zum Glück trafen die Mannheimer nur den Pfosten, das wäre die Krönung an diesem Abend gewesen.
In der Schlussphase hatten die Eisbären das nächste Powerplay und in diesem erzielten sie tatsächlich ihr drittes Powerplaytor. Eine klasse Kombination schloss Mitch Reinke mit dem Treffer zum 7:5 ab (56.).
Ging hier also doch noch was? Nein, weil man sich wieder selbst um die Aufholjagd brachte. Lean Bergmann mit der Strafzeit, welche die Schlussoffensive der Berliner verhinderte. Es passte zum gesamten Spielverlauf, denn wann immer man drauf und dran war, nahm man sich selbst durch unnötige Strafen aus dem Spiel. Immerhin kassierte man keinen weiteren Gegentreffer in Unterzahl.
Den kassierte man dann aber kurz vor Spielende, als Alexander Ehl die Scheibe im leeren Berliner Tor unterbrachte. Somit verloren die Berliner das zweite Auswärtsspiel in Folge mit 5:8. Mal wieder hat man sich am Ende selbst geschlagen, wie bereits in Ingolstadt. Aus diesem Spiel müssen die Eisbären ihre Lehren ziehen und es in Zukunft endlich besser machen. Und vor allem sollte man so langsam aber sicher wieder anfangen zu punkten, denn die Teams hinter den Eisbären rücken immer näher, während man für die Teams vor sich mittlerweile ein Fernglas braucht.

5:3! Doppelpack von Andreas Eder beim glanzlosen Heimsieg gegen Iserlohn

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #20:

Die Eisbären Berlin haben das erste von zwei Heimspielen an diesem Wochenende gewonnen. Gegen die Iserlohn Roosters feierte man am Ende einen 5:3-Heimsieg. Doch komplett überzeugen konnten die Hauptstädter nicht, verspielten zwischenzeitlich mal wieder eine Zwei-Tore-Führung und hatten ein Problem mit der Chancenverwertung. Im Schlussdrittel zog man das Spiel dann doch noch auf sein Seite, trotzdem sind die Eisbären derzeit weit davon entfernt, ein Top-Team in der PENNY DEL zu sein.

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte sein Line-up nur minimal. Da Matej Leden nicht dabei war, rückte Marcel Noebels in die dritte Reihe zu Lean Bergman und Blaine Byron. Eric Hördler rotierte aus dieser Reihe raus und stand mit Manuel Wiederer in der vierten Reihe. Im Tor stand Jake Hildebrand.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären gingen als klarer Favorit gegen den Tabellenvorletzten ins Spiel. Aber genau darin lag heute die Gefahr. Denn gegen die vermeintlich kleinen Teams haben sich die Eisbären in der Vergangenheit öfters mal schwer getan. Nahmen die Eisbären Iserlohn heute ernst oder gab es am Ende ein böses Erwachen?

War im ersten Drittel zur Stelle, als er gebraucht wurde: Jake Hildebrand (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ein schlechtes Omen? Vor dem Spiel läuft normalerweise die Einlaufshow der Eisbären Berlin, doch heute streikte die Technik und somit gab es nur die legendäre Eisbären-Hymne zu hören.
Iserlohn brauchte ganze 18 Sekunden, da fuhren Daniel Fischbuch und Taro Jentzsch einen Zwei-auf-eins-Konter und es wurde erstmals gefährlich vor dem Berliner Tor. Jake Hildebrand war zum Glück schon hellwach und verhinderte den frühen Rückstand gegen die Sauerländer.
Nachdem Iserlohn das erste Powerplay vergab, gingen die Hausherren in Führung. Yannick Veilleux, der auch die erste Strafzeit kassierte hatte, staubte erfolgreich ab – 1:0 (6.).
Mehr Highlights bot dieses Spiel aber auch nicht. Beide Teams mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel. Hochkarätige Torchancen suchte man vergeblich. Beide Goalies wurden so vor keine größeren Probleme gestellt.
Lange Zeit plätscherte das erste Drittel so vor sich hin. Dann hatten die Eisbären mal kurz eine gute Phase, ehe Iserlohn Jake Hildebrand zu zwei starken Paraden zwang. In Überzahl schlugen dann die Eisbären fünf Sekunden vor der ersten Drittelpause durch Andreas Eder zu – 2:0 (20.). Die Verteidigung der Roosters machte es den Berlinern aber auch sehr leicht. Mit dem 2:0 ging es anschließend in die Kabine.

Stellte auch gegen Iserlohn seine aktuelle Torgefahr unter Beweis: Liam Kirk (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Iserlohn arbeitete im zweiten Drittel am Anschlusstreffer, fand aber erneut in Jake Hildebrand seinen Meister. Doch in der 24. Spielminute war auch der Berliner Goalie geschlagen, als der Querpass auf Ex-Eisbär Daniel Fischbuch kam und der das leere Tor vor sich hatte – 2:1.
Doch die Antwort der Eisbären dauerte nicht lange. Liam Kirk bewies erneut seine derzeitige Top-Form und düpierte Hane zum 3:1 (26.). Allerdings hatte der Brite auch zu viel Platz und so etwas lässt sich die Nummer 94 nicht nehmen.
Auch danach blieb es ein eher durchschnittliches DEL-Spiel. Die großen Highlights fehlten auf beiden Seiten. Iserlohns Defensive wirkte ein ums andere Mal unsicher. Die Eisbären konnten daraus aber kein Kapital schlagen.
Fast aus dem Nichts verkürzten die Sauerländer rund drei Minuten vor dem Ende auf 3:2. Robin Norell wurde nicht wirklich angegriffen und hatte daher keine große Mühe, den Puck im Tor zu versenken.
Direkt im Gegenzug war Marcel Noebels frei durch, doch er scheiterte an Hane. So eine Chance in einem vom Spielstand her engen Spiel kann man auch mal nutzen. Doch so ein wenig passte diese Szene zur Saison von der Nummer 92.
Wenn man vorne seine Chancen nicht nutzt und auch aus den Patzern der Roosters kein Kapital schlägt, fängt man sich hinten einen. Kyle Wood stellte in der Schlussminute auf 3:3 (40.). Absolut unnötig, wie die Berliner die 3:1-Führung aus der Hand gegeben haben. So ging man mit einem Unentschieden in die zweite Drittelpause.

Freddy Tiffels scheitert in Unterzahl mit seinem Alleingang an Hendrik Hane. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel musste nun eine Reaktion der Eisbären kommen. In der Kabine dürfte es sicherlich auch laut geworden sein, denn Trainer Serge Aubin konnte nicht zufrieden sein. Und in Überzahl hätte Marcel Noebels beinahe die schnelle Antwort gegeben, doch er scheiterte an der Latte. Das Glück haftet bisher nicht am Schläger vom zweimaligen DEL-Spieler des Jahres. Gerade in solchen Spielen kann die Kaltschnäuzigkeit den Unterschied machen. Die Eisbären hatten sie bis hierhin nicht.
In Unterzahl hatte Freddy Tiffels die nächste XXL-Chance, doch Hendrik Hane gewann das Eins-gegen-Eins-Duell und hielt seiner Mannschaft weiterhin das Unentschieden fest.
Es blieb weiterhin das Drittel der Strafzeiten, denn nun waren wieder die Eisbären im Powerplay. Doch es sah weiter unbeholfen aus, was die Berliner in Überzahl spielten. Ja, man brachte die Scheiben auf das Tor und doch wirkte es teilweise sehr hektisch, was man versuchte.
Rund neun Minuten vor dem Ende sorgte Leo Pföderl dann für die erste Erleichterung auf den Rängen der Arena am Ostbahnhof. Sein Onetimer schlug hinter Hane ein und die Eisbären führten wieder – 4:3 (52.). Endgültig den Deckel auf dieses Spiel machte dann Andreas Eder drauf. Er wurde vor dem Tor angespielt und musste nur noch seine Kelle hinhalten – 5:3 (55.).
So sind die Eisbären am Ende nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen und haben vor allem gesehen, dass man jeden Gegner über die gesamte Spielzeit ernst nehmen sollte, sonst gewinnt man auch gegen die Kellerkinder der PENNY DEL nicht so einfach.