1:4 gegen Düsseldorf: Auch der Tabellenvorletzte gewinnt in Berlin – Dritte Heimniederlage in Folge

WalkersBarenNews 2023/2024 – #12:

Die Eisbären Berlin wollten eine Reaktion auf das 6:9 gegen Wolfsburg zeigen, doch am Ende sollte es den nächsten herben Dämpfer vor den eigenen Fans geben. Gegen den Tabellenvorletzten Düsseldorfer EG verloren die Eisbären verdient mit 1:4 (1:0,0:3,0:1). Erneut enttäuschten die Berliner auf heimischen Eis und mussten die dritte Heimniederlage in Folge einstecken.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste verletzungsbedingt auf einige Spieler verzichten. Auf der Goalie-Position fehlte Jake Hildebrand leicht angeschlagen. Für ihn spielte Jonas Stettmer. Als Back-up auf der Bank saß DNL-Goalie Linus Vieillard.
In der Defensive fehlte Kapitän Kai Wissmann, weshalb Marco Nowak dessen Platz neben Jonas Müller einnahm.
In der Offensive fehlten Ty Ronning, Lean Bergmann, Blaine Byron und Eric Hördler. Deshalb gab es natürlich auch Veränderungen in den Strumreihen. Leo Pföderl, Zach Boychuk und Marcel Noebels blieben aber zusammen. In der zweiten Reihe stürmten Tobias Eder, Manuel Wiederer und Frederik Tiffels. Die dritten Formation bestand aus Eric Mik, Patrice Cormier und Yannick Veilleux. Und in der vierten Reihe fand man u.a. Debütant Clemens Sager, welcher an der Seite von Maximilian Heim und Michael Bartuli spielte und somit die Youngsters-Reihe bildete.
Eine spannende Aufstellung, die Serge Aubin da wählte. Aber die angespannte Personalsituation zwang ihn ja auch förmlich dazu.

Die Eisbären trafen auf den Tabellenvorletzten aus Düsseldorf. Und gegen vermeintliche kleinere Gegner taten sich die Berliner in der Vergangenheit gerne mal sehr schwer. Dazu kommt die allseits bekannte Heimschwäche in dieser Saison. Und dann wäre da noch das letzte Heimspiel, welches mit 6:9 gegen Wolfsburg verloren ging. Fanden die Eisbären zuhause zurück in die Erfolgspur oder folgte der nächste Dämpfer auf heimischen Eis?

Feiert sein Tor zum 1:0: Patrice Cormier (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Chancen auf beiden Seiten, aber nur die Eisbären treffen

Ausgeglichener Beginn in der Hauptstadt. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und kamen auch zu Abschlüssen, welche aber die Goalies nicht wirklich vor größere Probleme stellten. In der sechsten Minute zielten die Eisbären dann aber mal genauer und prompt stand es 1:0. Yannick Veilleux setzte Patrice Cormier vor dem Tor in Szene und der ließ sich diese Chance nicht entgehen.
Die DEG ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und hatte weiter seine offensiven Momente. Doch die Eisbären bekamen im letzten Moment immer noch einen Schläger dazwischen.
Aber auch die Berliner tauchten immer mal wieder vor dem Tor von Henrik Haukeland auf. Es war jetzt nicht der Eishockey-Leckerbissen, den beide Teams den Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof boten, aber dennoch war es kein so schlechtes Eishockeyspiel.
Die Hausherren zogen Mitte des ersten Drittels mal kurz das Tempo an und hatten innerhalb weniger Augenblicke drei gute Möglichkeiten. Aber Frederik Tiffels, Yannick Veilleux und Patrice Cormier bekamen die Scheibe nicht an Haukeland vorbei.
Das Auftaktdrittel verlief so ein wenig in Phasen, denn beide Teams hatten in den ersten 20 Minuten immer wieder ihre guten Momente in der Offensive. Zum Ende hin flachte die Partie dann aber doch ab und die Eisbären nahmen eine knappe 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Dreimal durften die DEG-Spieler im zweiten Drittel über ein Tor jubeln. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Düsseldorf führt die Eisbären vor

Die DEG kamen besser rein ins Mitteldrittel und hatte direkt gute Chancen. Und so war es auch wenig verwunderlich, dass Brendan O’Donnell in der 23. Spielminute zum 1:1 ins leere Berliner Tor einschießen konnte.
Ein Weckruf zur richtigen Zeit für die Eisbären? Die taten sich zunächst weiterhin sehr schwer, hatten arge Probleme mit dem doch sehr aggressiven Forechecking der Rheinländer. Und die bestraften die Eisbären weiter. Patrice Cormier hätte den Konter nach einem Turnover der DEG fahren können, doch er nahm überhaupt kein Tempo auf sondern guckte sich stattdessen lieber ein-, zweimal nach hinten um. Warum? Das wird sein Geheimnis bleiben! Direkt im Gegenzug schoss Moritz Wirth die Düsseldorfer in Führung – 1:2 (25.).
Die Berliner wirkten von der Rolle im Mitteldrittel, die DEG konnte mühelos ins Angriffsdrittel fahren und dort für Gefahr sorgen. Die Eisbären taten sich im Mitteldrittel enorm schwer, waren zumeist einen Schritt langsamer als die Gäste. Hatte man den Tabellenvorletzten doch auf die leichte Schulter genommen? Es wirkte in den zweiten 20 Minuten jedenfalls so. Die Fehler in der Defensive häuften sich.
Wenn es im Mitteldrittel gefährlich wurde, dann vor dem Tor von Jonas Stettmer. Man traute seinen Augen kaum, aber der Vorletzte führte den Tabellenführer teilweise an der Nase herum.
Nach dem Powerbreak legte Düsseldorf das dritte Tor nach. Erneut war es Brendan O’Donnell, welcher für Schockstarre in der Mercedes-Benz Arena sorgte – 1:3 (32.).
Die DEG spielte die Eisbären in dieser Phase regelrecht an die Wand und war dem 4:1 näher als die Eisbären dem Anschlusstreffer. Jonas Stettmer verhinderte das vierte Gegentor mit einem sehr starken Save. Aber die Berliner bettelten mit ihrer Spielweise regelrecht um das nächste Gegentor. Trainer Serge Aubin hatte erst vorige Woche den Auftritt gegen Wolfsburg als inakzeptabel bezeichnet. Welches Wort würde er wohl heute nach dem Spiel für diese blutleere Vorstellung seiner Mannschaft finden?
Nur an den Ausfällen alleine kann es nicht liegen, denn dafür hatte man sich extra so einen tiefen Kader gebaut und die Spieler, die heute aufliefen, hatten alle großes Potential und dieses in dieser Saison auch schon gezeigt. Aber zuhause wirken die Eisbären irgendwie gehemmt und keiner weiß so richtig, warum.
Mit einem 1:3-Rückstand ging es anschließend in die Kabine. Hoffnung machte eine über vierminütige Überzahl zu Beginn des letzten Drittels.

Die Eisbären stolpern erneut auf heimischen Eis und kassieren die dritte Heimniederlage in Folge (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die DEG zeigt den Eisbären, wie man Powerplay spielt

Doch die Berliner spielten es zu kompliziert und taten sich gegen das schlechteste Penalty Killing der Liga unglaublich schwer. Die DEG hatte so keine große Mühe, die über vier Minuten Unterzahl schadlos zu überstehen. Nur einmal wurde es wirklich gefährlich, als die Scheibe ans Aluminium ging. Zu wenig für diese lange Zeit in Überzahl.
Doch man bekam direkt danach die Chance, das Powerplay weiter zu üben. Denn die DEG kassierte sieben Sekunden vor Ablauf der ersten Strafzeit die nächste. Die Berliner also für sieben Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Das zweite Powerplay wirkte schon etwas besser und man hatte auch ein, zwei Chancen. Aber man schaffte es in über sechs Minuten Überzahl nicht ein einziges Tor zu erzielen. Und die DEG? Die hatte kurz darauf ihr erstes Powerplay und benötigte ganze 30 Sekunden (!) für das Tor. Phil Varone schraubte das Ergebnis auf 4:1 hoch (48.). Düsseldorf ist wohlgemerkt auch das schlechteste Team in Überzahl…
Da droht den Eisbären wohl ein Null-Punkte-Wochenende, denn am Sonntag ist Iserlohn zu Gast in Berlin. Und die Roosters sind Tabellenletzter, da helfen die Berliner doch sehr gerne im Kampf um drei Punkte für die Iserlohner. Wenn einer doch die Diskrepanz der Heim- und Auswärtsauftritte der Eisbären erklären könnte…
Die Eisbären vergaben in der Folge ein weiteres Powerplay, wo man relativ harmlos war, während die DEG auch beim zweiten Powerplay gefährlich wurde. Es war der nächste gebrauchte Tag für die Eisbären Berlin. Die einzige Freude aus Sicht der Eisbären-Fans war der Zwischenstand aus Augsburg, wo die Panther mit 7:1 gegen den amtierenden deutschen Meister München führten. Denen ging es also weiterhin schlechter als den Eisbären.
Mehr passierte in Berlin übrigens nicht mehr. Die Eisbären unterlagen dem Tabellenletzten Düsseldorf hochverdient mit 1:4 und kassierten damit die dritte Heimniederlage in Folge

6:9 – Die Eisbären verlieren ein völlig verrücktes Spiel gegen Wolfsburg

WalkersBarenNews 2023/2024 – #11

Bittere Niederlage für die Eisbären Berlin. Im Heimspiel am Samstagabend unterlagen die Hauptstädter in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena den Grizzlys Wolfsburg mit 6:9 (1:4,0:2,5:3) Es war ein wildes Spiel, in dem die Eisbären über weite Strecken nicht ihre beste Leistung zeigten, aber unglaubliche Moral im Schlussdrittel bewiesen und die Partie so noch einmal spannend machten. Am Ende wurde die Aufholjagd aber nicht belohnt.

Bei den Eisbären kehrte der am Donnerstag noch gesperrte Zach Boychuk zurück ins Line-up. Er nahm natürlich direkt seinen Platz zwischen Marcel Noebels und Leo Pföderl wieder ein. Patrice Cormier hatte dessen Platz in Augsburg eingenommen und rückte heute wieder zurück in die dritte Reihe zu Maximilian Heim und Yannick Veilleux. Und die nominell vierte Reihe bildeten Michael Bartuli, Manuel Wiederer und Eric Mik.
In der Defensive blieb alles beim alten und auch im Tor gab es keine Veränderung. Jake Hildebrand stand erneut zwischen den Pfosten.

Die Eisbären hatten die nächste schwere Aufgabe vor der Brust, denn gegen Wolfsburg ist es nie einfach zu spielen. Auch wenn das erste Duell in dieser Saison in der Autostadt etwas anderes vermuten lässt. Denn das Spiel gewannen die Berliner deutlich mit 5:0. Gab es heute den zweiten Saisonsieg gegen die Niedersachsen oder schlugen die Grizzlys in Berlin zurück?

In den ersten drei Minuten konnten die Wolfsburger bereits zwei Tore bejubeln. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wolfsburg nahm die Eisbären im ersten Drittel komplett auseinander

Der Start misslang den Eisbären jedenfalls. Zwar hatten die Berliner ein Powerplay, aber ein Schuss von der blauen Linie von Kai Wissmann war mit zu viel Schwung gespielt, dass er von der Rundung aus zurück Richtung Berliner Drittel flitzte. Dort nahm ihn Matt White auf und schloss humorlos ab – 0:1 (2.). Die kalte Dusche für die Berliner, welche sich ohnehin in dieser Saison schwer vor den eigenen Fans tun.
Und es kam noch schlimmer. Drei Minuten war die Partie alt, da stand es bereits 0:2. Spencer Machacek sein Schuss ging an die Bande hinter dem Tor, die Scheibe sprang zurück vor das Tor, wo Justin Feser stand und einnetzte.
Angesichts des Spielstands könnte man meinen, die Gäste starteten druckvoll ins Spiel und die Eisbären waren komplett von der Rolle. Dem war aber nicht so. Die Eisbären starteten druckvoll ins Spiel und setzten sich im Wolfsburger Drittel fest. Aber ein Konter und ein unglücklich zurück gesprungener Puck reichten den Grizzlys, um hier schnell für eine 2:0-Führung zu sorgen.
Fortan taten sich die Eisbären schwer, mal wieder gefährlich vor das Tor der Gäste zu kommen. Denen spielte jetzt natürlich der Spielstand in die Karten. Aus einer gesicherten Defensive konnte die Mannschaft von Trainer Mike Stewart die Angriffe starten. Die Partie war in dieser Phase hart umkämpft, Torchancen gab es kaum welche zu bestaunen.
Fünf Minuten waren noch zu spielen, als die Niedersachsen einen Zwei-auf-eins-Konter fuhren und diesen eiskalt abschlossen. Darren Archibald schraubte das Ergebnis auf 3:0 hoch. Die Eisbären nun im Tiefschlaf, denn ganze neun Sekunden später war Chris Wilkie zur Stelle und stellte auf 4:0 (15.).
Puh, eine Demontage in eigener Halle bahnte sich an und die Eisbären, der Tabellenführer, welcher in den letzten Wochen die Gegner reihenweise dominierte und auseinander nahm, wurde von Wolfsburg regelrecht vorgeführt. Die Defensive verdiente den Namen heute überhaupt nicht. Ganze elf Schüsse ließ man zwar nur zu, wenn dabei aber vier Gegentreffer rauskommen, dann stimmt etwas gewaltig nicht.
Es schien fast so, als wollte Wolfsburg Revanche für das 0:5 im ersten Spiel nehmen. Bis hierhin sah es auch stark danach aus, aber die Eisbären sendeten ein Lebenszeichen kurz vor der ersten Drittelpause. Marcel Noebels mit dem Anschlusstreffer zum 1:4 (18.). Dabei blieb es auch bis zur ersten Drittelpause.

(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wolfsburg macht das halbe Dutzend voll

Zu Beginn des zweiten Drittels wechselte Trainer Serge Aubin seinen Goalie. Jake Hildebrand, der nicht seinen allerbesten Abend hatte, machte Platz für Nikita Quapp. Die Eisbären fanden wieder gut rein ins Drittel und kamen auch zu Abschlüssen, aber dort mangelnde es heute am nötigen Scheibenglück.
Wolfsburg kam mit zunehmender Spieldauer wieder besser ins Spiel und störte die Eisbären immer wieder mit einem sehr aggressiven Forechecking. Wolfsburg hatte im Powerplay dann auch die beste Chance, als Matt White den Pfosten traf. Da hatten die Eisbären noch Glück, wenig später machte es Julian Chrobot besser – 1:5 (29.).
Die Eisbären enttäuschte heute auf allen Ebenen. Die Zuordnung stimmte nicht, die Defensive hatte nicht ihren besten Tag – inklusive Torhüter. Die Offensive hatte Ladehemmung und wirkte auch nicht so kreativ wie sonst. Manch ein Leistungsträger versteckte sich komplett. Das hatten sich die Berliner und deren Trainerteam sicherlich komplett anders vorgestellt, aber irgendwie passte es ins Bild, denn gerade zu Hause waren die Auftritte der Eisbären in dieser Saison noch nicht so oft überzeugend. Auf der Suche nach Gründen ist man nach wie vor und in der Länderspielpause schien man diese auch nicht gefunden zu haben, wie dieses Spiel bewies.
Und es war noch lange nicht Schluss. Die Niedersachsen in Überzahl und Spencer Machacek machte das halbe Dutzend voll – 1:6 (33.). Unglaublich, wie groß die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen ist. Vielleicht war es heute auch einfach nur einer dieser Tage, an dem dem Gegner alles gelingt und dir rein gar nichts. Und trotzdem darfst du zuhause nicht zu auftreten wie es die Eisbären heute taten. So ein Hauch von letzter Saison wehte durch die ausverkaufte Arena am Ostbahnhof. Man konnte nur hoffen, dass es ein Ausrutscher bleibt. Denn die nächsten Heimspiele stehen schon vor der Tür.
Man muss den Eisbären aber zugute halten, dass sie sich nicht aufgaben. Sie spielten weiter nach vorne und kamen auch zu Chancen, aber heute klappte eben einfach rein gar nichts. So blieb es beim 1:6 nach 40 Minuten.

Symbolbild zum heutigen Auftritt der Eisbären gegen Wolfsburg. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären zeigen unglaubliche Moral

Die Eisbären gaben auch im letzten Drittel noch nicht auf und belohnten sich mit dem 2:6 durch Tobias Eder (42.). War das der Beginn einer spektakulären Aufholjagd? Die Berliner arbeiteten jedenfalls daran, denn exakt eine Minute nach dem zweiten Treffer verkürzte Maximilian Heim auf 3:6 (43.).
Die Moral war also noch intakt und das Scheibenglück inzwischen wieder da. Aber der Weg war noch ein enorm weiter. Wolfsburg kam in der Folge mal zur Entlastung und zwei Schüssen, welche aber kein Problem für Nikita Quapp waren.
Doch danach übernahmen die Eisbären wieder die Kontrolle und machten weiter Druck. Aber mit einem Konter machten die Wolfsburger vermutlich den Deckel auf die Partie, Darren Archibald mit dem 7:3 (47.). Die Hoffnung auf ein Happy End in dieser Partie währte also nicht lange.
Oder etwa doch? Denn die Eisbären blieben trotzdem am Drücker und kamen auf zwei Tore ran. Zunächst war es Patrice Cormier, welcher auf 4:7 stellte (55.). Und wieder nur kurze Zeit später war es Maximilian Heim, welcher die Hoffnung plötzlich wieder zurück brachte – 5:7 (56.).
Und der Irrsinn ging tatsächlich weiter. 100 Sekunden vor der Schlusssirene war es Zach Boychuk, welcher auf 6:7 verkürzte (59.). Die Eisbären waren drauf und dran, das Spiel noch zu drehen. Doch Wolfsburg sorgte 78 Sekunden vor dem Ende für die endgültige Entscheidung. Andy Miele mit dem 8:6 (59.).
26 Sekunden vor dem Ende machte Wolfsburg dann aber wirklich den Decker drauf. Ryan Button mit dem Empty-Netter zum 6:9 (60.). Danach war eine verrückte Partie vorbei. Die Eisbären hatten am Ende eine sehr starke Reaktion auf 40 nicht so gute Minuten gezeigt. Und genau das müssen sie mitnehmen aus diesem wilden Spiel am Samstagabend. Für beste Unterhaltung zur Primetime sorgten beide Mannschaften definitiv.

Happy Halloween: Die Eisbären feiern einen 10:2-Kantersieg in Nürnberg!

Wow, was für eine Ansage an die DEL-Konkurrenz: Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Nürnberg Ice Tigers deutlich mit 10:2 (3:1,4:1,3:0) gewonnen und damit natürlich die Tabellenführung verteidigt. Aber viel mehr gab man damit ein Statement an die gesamte DEL ab, dass diese Eisbären nur schwer zu schlagen sind, wenn sie ihre Leistung über 60 Minuten abrufen und ihre Chancen dann auch so eiskalt und effektiv nutzen wie heute Abend in Nürnberg.

Bei den Eisbären kehrte Stürmer Leo Pföderl zurück ins Line-up. Er rückte direkt in die Reihe mit Marcel Noebels und Zach Boychuk. Maximilian Heim rotierte dadurch in die vierte Reihe an die Seite von Eric Mik und Manuel Wiederer. Durch die Rückkehr von Pföderl war Michael Bartuli überzählig. Und im Tor bekam heute Jake Hildebrand den Start.

Die Eisbären hatten das erste Duell gegen die Franken in Berlin deutlich mit 5:0 gewonnen. So einfach sollte es heute jedoch nicht werden, waren die Ice Tigers doch enorm heimstark. Fünf seiner bisherigen sechs Heimspiele konnte Nürnberg für sich entscheiden. Sorgten die Eisbären heute für die zweite Heimniederlage der Franken?

Tor beim Comeback in Nürnberg: Leo Pföderl (Foto von Marco Leipold/City-Press GmbH)

Eiskalte Eisbären schießen zwei Tore innerhalb von nur neun Sekunden

Munterer Beginn in Nürnberg. Beide Mannschaften lieferten sich in der Anfangsphase einen offenen Schlagabtausch. Es ging hin und her, beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor.
Die Hausherren eigentlich besser drin zu Beginn, aber ein Turnover im eigenen Drittel bestraften die Eisbären direkt. Eric Mik mit der 1:0-Führung (7.). Und direkt nach dem Bully der schnelle Pass von Ben Finkelstein auf Rückkehrer Leo Pföderl und der überwand Niklas Treutle in der kurzen Ecke – 2:0 (7.).
Innerhalb von neun Sekunden schossen die Eisbären eine souveräne 2:0-Führung heraus. Und das bei so heimstarken Nürnbergern. Einen besseren Start konnte man sich nicht wünschen.
Oder vielleicht doch? Die Eisbären beantworteten das mit einem klaren Ja! Frederik Tiffels behauptete die Scheibe, spielte sie rüber zu Blaine Byron und der legte nochmal quer rüber auf Tobias Eder, welcher auf 3:0 stellte (9.). Was für eine Ansage des Tabellenführers an die Konkurrenz!
Die Franken vergaben in der Folge ein Powerplay, doch bei Fünf-gegen-Fünf schlug Jake Ustorf zu und brachte die Hoffnung zurück nach Nürnberg – 3:1 (12.).
Was für ein erstes Drittel und die Partie nahm sich keine Ruhe. Beide Teams erarbeiteten sich weitere Chancen. Man durfte hier nicht mal blinzeln, dann drohte man etwas wichtiges zu verpassen. Ein atemberaubendes erstes Drittel, welches beim Stand von 3:1 in die erste Drittelpause ging. Zeit zum durchpusten – für die Spieler und die Fans!

Erzielte in Nürnberg bereits sein drittes und viertes Saisontor: Patrice Cormier (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Niklas Treutle geht entnervt aus seinem Tor

Die Eisbären noch mit drei Minuten Powerplay zu Beginn des zweiten Drittels. Lange Zeit taten sich die Gäste in dieser Überzahl schwer, doch dann war es Patrice Cormier, welcher frei vor Treutle stand und diesen mal so richtig narrte – 4:1 (23.). Was für ein Move, sensationell!
Die Berliner hatten fortan alles im Griff. Nürnberg fand keinen Weg vorbei an der Berliner Defensive. Und hinten bekamen die Franken einiges zu tun, denn die Eisbären rollten immer wieder auf das Nürnberger Tor zu. Trotz der Drei-Tore-Führung hatten die Hauptstädter hier weiterhin Bock auf offensives Eishockey.
Als die Hausherren in Überzahl waren, konnten sie sich mal wieder im Berliner Drittel festsetzen und sorgten dort durchaus für etwas Gefahr, aber von Erfolg war das Nürnberger Powerplay nicht gekrönt. Als die Eisbären wieder komplett waren, bot sich Nürnberg die Riesenchance durch Dane Fox, welcher alleine durch war. Doch er legte sich am Ende die Scheibe zu weit vor und vergab so die Chance zum Anschlusstreffer. Diesen erzielte dann aber Roman Kechter, der klasse von Jake Ustorf vor dem Tor angespielt wurde und Jake Hildebrand keine Chance ließ – 4:2 (30.)
Die Ice Tigers waren danach weiter am Drücker, wollten den dritten Treffer nachlegen. Doch dann kamen die eiskalten Eisbären wieder und sorgten für Ruhe in Nürnberg. Yannick Veilleux auf Patrice Cormier und der stellte den alten Drei-Tore-Abstand wieder her – 5:2 (33.). Wie cool kann man bitte sein?
Es sollte aber noch bitterer für die Gastgeber kommen. Bullygewinn der Eisbären im Angriffsdrittel, Jonas Müller zog von der blauen Linie ab und die Scheibe flog abgefälscht durch zwei (!) Nürnberger Spieler ins Tor – 6:2 (34.). 33 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Treffern.
Da keimte bei den Franken wieder Hoffnung auf nach dem 2:4 und was machen die Eisbären? Die sorgen mit zwei schnellen Toren für klare Verhältnisse im Frankenland. Doch damit nicht genug. Die Eisbären spielten sich im Angriffsdrittel fest, ließen die Scheibe klasse laufen und Frederik Tiffels setzte Morgan Ellis am langen Pfosten in Szene – 7:2 (35.). Ellis netzte in Stürmermanier ein. Und was machte Niklas Treutle? Der Nürnberger Goalie fuhr wutentbrannt Richtung Bank und wechselte sich selbst aus. Leon Hungerecker kam für ihn ins Tor.
Die Eisbären hatten dann erst einmal genug und ließen es in den letzten Minuten des zweiten Drittels etwas ruhiger angehen. Bei einer 7:2-Führung aber auch mehr als verständlich. Nürnberg war aber noch nicht erlöst, denn 20 Minuten standen noch bevor.

Erzielte beim Tor-Festival in Nürnberg sein erstes Saisontor: Marco Nowak (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Leo Pföderl macht die „10“ voll

Und die Eisbären hatten kein Mitleid mit den Hausherren. 40 Sekunden waren gespielt, da staubte Frederik Tiffels zum 8:2 ab (41.). Für Nürnberg entwickelte sich Halloween zum einem Horrorabend.
Aber die Eisbären hatten noch immer Lust. Marco Nowak zog von oben ab und die Scheibe flog ins Tor – 9:2 (44.). Jetzt ging wirklich alles, wenn sogar Marco Nowak zu seinem ersten Saisontor kommt. In Nürnberg waren nur noch die Eisbären-Fans zu hören, die heimischen Fans wirkten wie in Schockstarre angesichts dieses Debakels ihrer Ice Tigers.
Die Eisbären hatten nun natürlich richtig Lust auf ein zweistelliges Ergebnis und wollten unbedingt noch den zehnten Treffer erzielen.
Das Spiel hatte längst den Charakter eines Freundschaftsspiels, denn der Ausgang war längst klar. Nürnberg wartete im Grunde nur auf die Schlusssirene und die damit verbundene Erlösung. Die Berliner hingegen wollten natürlich noch den einen Treffer nachlegen. Wann bekommt man schon mal die Chance auf zehn Tore in einem Spiel?
Und das zehnte Tor fiel natürlich noch. Kai Wissmann mit dem Zuspiel vors Tor auf Leo Pföderl und ausgerechnet der Nürnberger Junge machte die „10“ voll – 10:2 (56.).
Danach hatten es die Franken überstanden. Die Eisbären feierten mit dem 10:2 einen Kantersieg an Halloween in Nürnberg.

5:2 in Köln: 40 starke Minuten reichen zum Sieg in der Domstadt

Die Eisbären Berlin setzen ein dickes Ausrufezeichen in der PENNY DEL: Am Freitagabend gewann man den DEL-Klassiker bei den Kölner Haien verdient mit 5:2 (1:0,3:0,1:2). Vor allem in den ersten 40 Minuten überzeugten die Eisbären auf ganzer Linie. Im letzten Drittel ließ man es dann etwas ruhiger angehen, was Köln zurück ins Spiel brachte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute neben Lean Bergmann auch auf Yannick Veilleux verzichten, weshalb es in Reihe drei und vier Änderungen gab. Tobias Eder nahm den Platz von Veilleux an der Seite von Patrice Cormier und Maximilian Heim in Reihe drei ein. Michael Bartuli rutschte ins Line-up und ersetzte Eder in Reihe vier. Zudem gab es im Tor wieder den Wechsel. Jake Hildebrand begann, Nikita Quapp saß als Back-up auf der Bank.

Für die Eisbären stand eine sehr schwere Auswärtsaufgabe an, eine Standortbestimmung. Denn die Domstädter gehören in dieser Saison wieder zur Spitzengruppe in der PENNY DEL und manch einer sieht sie sogar im Rennen um die Meisterschaft sehr gut aufgestellt. Auch der Autor dieses Spielberichts. Konnten die Berliner den Haien heute in eigener Arena ein Bein stellen?

Traf im dritten Spiel in Folge: Zach Boychuk (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln hat große Probleme mit dem Forechecking der Eisbären

Offensiver Beginn ins Spitzenspiel. Beide Mannschaften waren sofort offensiv ausgerichtet und sorgten für die ersten Abschlüsse vor dem gegnerischen Tor. Köln kam dem 1:0 dabei sehr nahe, doch zum Glück aus Eisbären-Sicht half das Aluminium in einer Szene.
Das Glück hatten die Haie in der siebten Spielminute nicht. Scheibengewinn auf Höhe der Mittellinie und dann war Zach Boychuk nicht mehr zu halten. Vor dem Tor von Ex-Eisbär Tobias Ancicka blieb er cool und ließ seinem ehemaligen Kollegen keine Chance – 1:0 (7.). Ein Tor gegen Nürnberg, zwei in Iserlohn und heute auch schon wieder eins. Die Nummer 89 läuft so langsam aber sicher heiß!
Köln fortan auf der Suche nach einer schnellen Antwort, aber bis hierhin bissen sich die Haie ihre Zähne an der Defensive der Eisbären aus. Die Haie hatten Probleme, ihren gefährlichen Spielaufbau aufzuziehen, da das Forechecking der Eisbären sie früh attackierte. Damit hatte Köln sichtlich große Probleme.
Die Eisbären schafften es, die Hausherren immer wieder nach außen zu drängen und machten die gefährlichen Räume zu. Defensiv standen die Berliner sehr kompakt und ließen kaum etwas zu. Nach vorne versuchte man immer wieder kleine Nadelstiche zu setzen. Einmal hatte man damit Erfolg und somit führte man nach 20 Minuten und einer sehr guten Defensivleistung mit 1:0 in der Domstadt.

Legte das 2:0 in Köln nach: Ty Ronning (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Effektive Eisbären schocken Köln

Hart umkämpft ging es im zweiten Drittel weiter. Die Eisbären spielten weiterhin ihr aggressives Forechecking, gegen das Uwe Krupp nach wie vor kein Mittel gefunden hatte. Auch defensiv standen die Berliner weiterhin sehr kompakt und ließen kaum etwas gefährliches zu.
Es dauerte bis zur 27. Spielminute, ehe Justin Schütz nach einem gewonnenen Bully im Angriffsdrittel mal für Gefahr sorgen konnte. Nur kurze Zeit später brach Jason Bast auf rechts außen mal durch und kam zur nächsten guten Chance für die Hausherren. Köln näherte sich so langsam aber sicher an und brachte auch die Arena wieder hinter sich.
Doch dann war es auf einmal wieder still. Die Eisbären mit dem gewonnenen Bully vor dem Kölner Tor und dann packte Ty Ronning den Hammer aus – 2:0 (28.). So kann man mal auf die gute Phase der Domstädter reagieren.
Während die Hauptstädter äußerst effektiv waren, haderten die Domstädter inzwischen mit ihrer Chancenverwertung. Frederik Storm und Andreas Thuresson (Powerplay) verpassten den Anschlusstreffer.
Und was passiert, wenn du deine Chancen nicht nutzt? Genau, du fängst dir hinten ein! Marcel Noebels mit dem klasse Pass hoch zu Leo Pföderl, der sah Zach Boychuk am langen Pfosten und der musste nur noch einschieben – 3:0 (33.). Ganz starke Kombination dieser Reihe, die immer mehr heiß läuft.
Da war sie also schon wieder, diese enorme Effektivität der Eisbären heute Abend. Dieser Treffer hatte zudem die ersten zaghaften Pfiffe in der Lanxess Arena zur Folge. Damit hatten die heimischen Fans wohl nicht gerechnet, dass die Partie so verlaufen würde.
Es sollte noch schlimmer kommen für die Haie. Powerplay Berlin, die Scheibe lief sehr gut und am Ende war es Leo Pföderl, welcher eiskalt abschloss – 4:0 (38.). Das war jetzt schon eine Machtdemonstration des DEL-Rekordmeisters bei stark gestarteten Kölner Haien. Bei denen lief heute aber auch nichts zusammen, denn Chancen hatte man im zweiten Drittel genug.
Man sollte die Eisbären eben nicht reizen, so wie es Schwenningen vorige Woche gemacht hat. Seitdem die Eisbären mit einem 5:0 gegen Nürnberg, einem 8:2 in Iserlohn sowie einem Zwischenstand von 4:0 in Köln. Was für ein Lauf der Berliner zu dem frühen Zeitpunkt der Saison. Das 4:0 nahm man übrigens mit in die zweite Drittelpause. Auch, weil Alexandre Grenier und Justin Schütz mit einem Alleingang an Jake Hildebrand scheiterten. Wow, das Tor schien wie vernagelt zu sein.

Bekam im letzten Drittel ordentlich was zu tun: Goalie Jake Hildebrand (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln kommt noch mal ran, aber für Punkte reicht es am Ende nicht mehr

Im Schlussdrittel passierte zunächst nicht viel. Erst nach knapp vier Minuten wurde es mal wieder gefährlich vor einem Tor. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel und Maximilian Glötzl zog von der blauen Linie aus der Drehung ab – 4:1 (45.).
Nur der Ehrentreffer oder mehr? Schließlich war noch genug Zeit auf der Uhr für eine Aufholjagd und was gab es im Eishockey nicht schon für verrückte Spiele. Auch mit Eisbären-Beteiligung.
Und nur kurze Zeit später hatte Jason Bast tatsächlich das 2:4 auf der Kelle, scheiterte aber an Hildebrand. Die Arena war nun wieder zurück und pushte ihre Haie nun nochmal gehörig von den Rängen.
Die Stimmung wurde noch besser, als Jason Bast bei angezeigter Strafzeit auf 2:4 verkürzte (47.). Die Eisbären fanden in dieser Phase nicht mehr zu ihrem Spiel aus den ersten 40 Minuten. Der Anschlusstreffer hatte seine Spuren bei den Berlinern hinterlassen, die es im letzten Drittel vielleicht zu locker angegangen sind. Ja, man führte mit 4:0 und schaltet dann schon mal einen Gang runter, aber gefühlt waren das aber 2-3 Gänge.
Die Eisbären fingen sich aber wieder und gestalteten die Partie nun ausgeglichener. Jetzt kam man auch selbst mal wieder vor das Kölner Tor und sorgte so nebenbei auch für etwas Entlastung vor dem eigenen Tor.
Doch komplett fernhalten konnte man die Gastgeber nicht vom eigenen Tor. Die Haie kamen auch in der Folge zu weiteren guten Chancen, aber Jake Hildebrand war immer wieder zur Stelle. Was für eine starke Leistung vom Berliner Goalie!
In der Schlussphase drängten die Haie nochmal ordentlich, aber die Berliner Defensive verteidigte ihr Tor mit allem was sie zur Verfügung hatte. Am Ende entschieden die Berliner das Spiel verdient mit 5:2 für sich. Patrice Cormier mit dem Empty-Net-Goal kurz vor Schluss. Verdient deswegen, weil man über 40 Minuten eine bärenstarke Leistung in der Domstadt zeigte. Und damit setzte man ein Ausrufzeichen in der noch jungen Saison!

8:2-Kantersieg am Seilersee! Die Eisbären feiern in Iserlohn ein Schützenfest

Die Eisbären Berlin haben am Dienstagnachmittag einen Kantersieg am Seilersee gefeiert. Bei den Iserlohn Roosters setzten sich die Hauptstädter hochverdient mit 8:2 (4:1,3:0,1:1) durch und setzten damit ein dickes Ausrufezeichen. Schon nach neun Minuten führten die Eisbären mit 4:0. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf den verletzten Lean Bergmann verzichten. Für ihn gab Patrice Cormier sein DEL-Debüt. Dadurch gab es Veränderungen in der dritten und vierten Reihe. Cormier stürmte als Center zwischen Yannick Veilleux und Maximilian Heim in Reihe drei. Die nominell vierte Reihe bildeten Eric Hördler, Manuel Wiederer und Tobias Eder.
Und noch eine Änderung gab es im Tor. Dort bekam Jake Hildebrand seine wohlverdiente Pause. Nikita Quapp durfte heute im Sauerland beginnen.

An Iserlohn haben die Eisbären keine guten Erinnerungen, verlor man doch alle vier Spiele in der Hauptrunde der vergangenen Saison. Heute wollte man diese Negativserie beenden. Einfach sollte dies am Seilersee aber nicht werden, dennoch galten die Eisbären als Favorit in diesem Duell.

Eröffnete den Torreigen im ersten Drittel: Zach Boychuk (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

2:0 für die Eisbären nach 64 Sekunden

Und der Favorit mit dem Blitzstart. 45 Sekunden waren gespielt, da fuhr Marcel Noebels über links ins Angriffsdrittel, spielte den klasse Querpass auf Leo Pföderl, welche die Scheibe direkt zurück in den Slot passte, wo Zach Boychuk nur noch ins leere Tor einschießen musste – 1:0 (1.).
Ganze 19 Sekunden später bekamen die Sauerländer die Scheibe nicht raus, Morgan Ellis kam im hohen Slot zum Abschluss und erhöhte so auf 2:0 (2.).
Iserlohns Coach Greg Poss nahm daraufhin erstmal seine Auszeit. Mit diesem Start konnte Poss überhaupt nicht zufrieden sein. Serge Aubin hingegen schon. Traumstart für die Eisbären!
Die Hausherren fortan auf der Suche nach einer schnellen Antwort. Iserlohn fuhr die ersten Angriffe und brachte die ersten Scheiben Richtung Tor, etwas Gefährliches war aber noch nicht dabei gewesen.
Gefährlich wurden dann aber wieder die Eisbären. Die Berliner hatten sich im Angriffsdrittel festgesetzt und Kai Wissmann fuhr an der blauen Linie in Position, um dann den Hammer auszupacken – 3:0 (7.). Nach dem Gegentor verließ Andreas Jenike seinen Kasten, Kevin Reich kam für ihn ins Tor.
Aber auch der Torhüterwechsel half nichts. Die Berliner mit zu viel Platz, die Scheibe kam an den linken Pfosten zu Boychuk, welcher problemlos auf 4:0 stellte (9.). Wow, was für eine Machtdemonstration der Hauptstädter! Iserlohn bestätigte derweil seinen Ruf als schlechteste Defensive der Liga.
Iserlohn unterliefen im Auftaktdrittel unglaublich viele Fehler, die Verunsicherung war deutlich zu spüren. Bei den Eisbären hingegen merkte man die Spielfreude. Angesichts des Spielstands auch kein Wunder.
Doch fünf Minuten vor dem Ende landete ein Schuss der Hausherren mal im Berliner Tor. Balázs Sebök hatte abgezogen und auf 1:4 verkürzt (15.).
Der Treffer sorgte aber für keine Ruhe bei den Sauerländern, denen weiterhin Fehler unterliefen. Die Eisbären verpassten es aber, diese auszunutzen. Somit blieb es bei der souveränen 4:1-Führung nach dem ersten Drittel.

Feierte heute sein Debüt in der neuen Saison: Goalie Nikita Quapp (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Erstes DEL-Tor von Patrice Cormier

Das zweite Drittel begannen die Eisbären in Überzahl, doch da dauerte es bis zum Ende der Strafzeit, ehe Patrice Cormier auf 5:1 stellen konnte, die Scheibe ging Kevin Reich durch die Schoner (22.). Im ersten Spiel gleich mal sein erstes Tor, was für ein Einstand von Cormier!
Iserlohn kam erstmals nach fünf Minuten mal gefährlich vor das Berliner Tor, doch der Zwei-auf-eins-Angriff blieb ungenutzt. Da wäre mehr drin gewesen für Iserlohn.
Direkt im Gegenzug machten die Eisbären dann das halbe Dutzend voll. Manuel Wiederer brachte die Scheibe von hinter dem Tor einfach mal vors Tor, wo sie irgendwie ins Tor ging – 6:1 (26.).
Selbst in Unterzahl waren die Eisbären die gefährlichere Mannschaft. Iserlohn wirkte komplett von der Rolle. Was auch für eine ruhige Halle am Seilersee sorgte. Die Roosters-Fans waren verständlicherweise komplett bedient.
Und die Eisbären hatten auch weiterhin Lust auf Tore. Kai Wissmann mit dem Auge für Yannick Veilleux auf der linken Seite und der hatte keine großen Probleme, die Scheibe im Iserlohner Tor zu versenken – 7:1 (34.). Gegenwehr von Iserlohn? Fehlanzeige!
Von den heimischen Fans gab es zum Ende des Mitteldrittels auch noch Pfiffe, weil Iserlohn im Powerplay nicht wirklich offensiv nach vorne spielte. Was aber auch kaum möglich war, angesichts des aggressiven Forecheckings der Eisbären. Diese nahmen nach 40 Minuten eine hochverdiente 7:1-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Erzielte in Iserlohn sein erstes Saisontor für die Eisbären: Frederik Tiffels (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Frederik Tiffels mit seinem ersten Saisontor

Ein Aufbäumen der Roosters war im Schlussdrittel zunächst nicht zu sehen. Das Spiel plätscherte eher nur noch so dahin. Die Eisbären waren weiterhin offensiv ausgerichtet, aber nicht mehr mit dem letzten Zug zum Tor. Wer will es ihnen verdenken bei so einer hohen Führung.
Für das erste Highlight im Schlussdrittel sorgte der Eismeister, der eine Scheibe nach einem Check von Morgan Ellis austauschen musste. Die Hausherren steckten die Zwangspause besser weg und kamen in Überzahl durch Michael Dal Colle zum 2:7 aus Iserlohner Sicht (51.).
Doch die Eisbären gaben die schnelle Antwort darauf. Morgan Ellis gab die Scheibe Richtung Tor, Frederik Tiffels war zur Stelle und erhöhte auf 8:2 (52.).
Danach passierte nichts aufregendes mehr am Seilersee. Die Hauptstädter setzten sich am Ende auch in der Höhe verdient mit 8:2 in Iserlohn durch.

4:2: Die Eisbären gewinnen den DEL-Härtetest bei den Grizzlys Wolfsburg

WalkersBarenNews 2023/2024 – #2

Für die Eisbären Berlin ging es im fünften Testspiel in Vorbereitung auf die neue Saison erstmals gegen einen DEL-Konkurrenten. Nach einem Sieg gegen Weißwasser und drei Niederlagen gegen tschechische Teams (2x Prag/1x Mountfield) wollte man in Niedersachsen zurück in die Erfolgsspur finden. Und das gelang. Man gewann den DEL-Härtetest bei den Grizzlys Wolfsburg verdient mit 4:2 (0:0,2:0,2:2).

Eisbären-Trainer Serge Aubin stellte heute Nikita Quapp ins Berliner Tor. Jake Hildebrand nahm als Back-up auf der Bank Platz. Davor sahen die Verteidiger-Pärchen wie folgt aus: Julian Melchiori/Ben Finkelstein, Kai Wissmann/Jonas Müller, Morgan Ellis/Korbinian Geibel, Marco Nowak.
In der ersten Sturmreihe spielten Leo Pföderl, Zach Boychuk und Frederik Tiffels zusammen. Die zweite Reihe bildeten Ty Ronning, Tobias Eder und Lean Bergmann. In der dritten Reihe stürmten Maximilian Heim, Patrice Cormier und Yannick Veilleux. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Michael Bartuli, Manuel Wiederer und Eric Mik.
Trainer Aubin rotierte als erneut und ließ auch Stammkräfte wie Blaine Byron oder Marcel Noebels draußen. Aber er hatte ja auch vorige Woche gesagt, er wolle in der Vorbereitung alle Spieler sehen und sich einen Bild von der gesamten Mannschaft machen. Und so weit weg ist der Saisonstart auch nicht mehr.

Hart umkämpftes erstes Drittel zwischen Wolfsburg und Berlin (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Wenn die Eisbären ein Problem in der Vorbereitung offenbarten, dann war es die mangelnde Disziplin. Man nahm zu viele Strafzeiten und daraus resultierten zu viele Gegentreffer. Auch heute dauerte es keine drei Minuten, ehe Korbinian Geibel als erster Berliner in die Kühlbox wanderte. Und wenn Wolfsburg eins kann, dann Powerplay. Die Grizzlys spielten die Überzahl auch sehr stark und hatten zwei gute Abschlüsse, zur Führung reichte es jedoch nicht.
Doch es gab direkt danach die nächste Chance, denn auch Leo Pföderl musste auf die Strafbank. Keine fünf Minuten waren gespielt. Und bereits jetzt sollte in Berlin klar sein, woran man bis zum Saisonstart dringend arbeiten muss. Immerhin überstand man diese Unterzahl diesmal ohne größere Probleme.
Und was kam als Nächstes? Richtig! Die dritte Strafzeit nach gerade einmal sieben Minuten. So kannst du in der DEL kein Spiel gewinnen. Die Disziplin wird immer mehr zum großen Problem der Hauptstädter. Yannick Veilleux musste als dritter Eisbär auf die Strafbank. Das Gute an diesem Nachmittag war aber, das man bisher ohne Gegentor diese Unterzahlspiele überstand. Und im dritten Unterzahlspiel durch Zach Boychuk und Leo Pföderl hatte man sogar zwei gute Abschlüsse.
Danach wurde endlich mal Fünf-gegen-Fünf gespielt. Es ging hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, aber noch hatten die Spieler kein Zielwasser getrunken. Zudem wurde die Partie immer hart umkämpfter und in den Zweikämpfen durchaus auch leicht nicklig.
Zur Abwechslung durfte dann mal ein Wolfsburger Spieler auf die Strafbank. Somit bot sich den Eisbären die Chance zum ersten Powerplay der Partie. Ty Ronning hatte dabei die beste Chance, als er mit seinem Onetimer am langen Pfosten an Dustin Strahlmeier scheiterte.
Durch das Powerplay wurden die Eisbären offensiv stärker und brachten jede Menge Scheiben auf das Wolfsburger Tor. Nur von Erfolg gekrönt waren die Abschlüsse nicht. Somit blieb es beim 0:0 nach dem ersten Drittel.

Jubel der Eisbären-Spieler über das 2:0 von Yannick Veilleux. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Mitteldrittel begann wie das erste: Mit einer Strafzeit gegen die Eisbären. Ben Finkelstein war der nächste Berliner Spieler, der auf die Strafbank wanderte. Zum Glück für die Eisbären zündete der Powerplay-Motor der Niedersachsen noch nicht so wie gewohnt. Was wohl aber auch daran liegt, dass deren Co-Trainer Tyler Haskins nicht mehr hinter der Bande steht. Der ehemalige Wolfsburger Spieler war hauptverantwortlich für das Grizzlys-Powerplay.
Fortan das selbe Bild wie zum Ende des ersten Drittels. Die Eisbären mit guten Abschlüssen und in der 25. Spielminute mit dem 1:0. Kai Wissmann wurde im Slot frei gespielt, der Kapitän stand völlig frei und ließ sich diese Chance nicht entgehen – 1:0 (25.).
Nur fünf Sekunden später klingelte es erneut im Wolfsburger Tor. Maximilian Heim und Patrice Cormier setzten Yannick Veilleux in Szene und der netzte von der linken Seite aus ein – 2:0 (26.).
Von diesem Doppelschlag mussten sich die Hausherren nun natürlich erst einmal erholen. Die Eisbären waren auf jeden Fall jetzt mit viel Selbstvertrauen unterwegs und hätten durch Zach Boychuk beinahe auf 3:0 gestellt, doch er scheiterte mit seinem Alleingang an Strahlmeier.
Die Chance zurück ins Spiel zu kommen bot sich den Wolfsburgern dann aber beim nächsten Powerplay, Goalie Nikita Quapp kassierte die nächsten zwei Minuten wegen Haltens. Doch auch dieses Überzahlspiel lief nicht rund für die Hausherren, die Berliner überstanden auch diese Unterzahl ohne größere Probleme.
Generell wirkte das Wolfsburger Offensivspiel zu kompliziert. Da waren gefühlt zu viele Schnörkel drin, statt den einfachen Abschluss zu suchen. Das wirkte bei den Eisbären über weite Strecken deutlich zielstrebiger vor dem gegnerischen Tor, was bis hierhin zu zwei Toren geführt hatte und auch sonst zu weiteren guten Chancen. Bei einer besseren Chancenverwertung hätte man hier auch schon 3:0 führen können. Aber Dustin Strahlmeier packte einige gute Saves aus.
In der Schlussphase kassierten die Eisbären auch im Mitteldrittel die dritte Strafzeit, womit man nach nicht einmal 40 Minuten schon bei sechs Strafzeiten stand. Eindeutig zu viel. Yannick Veilleux musste auf die Strafbank. In diesem Powerplay hatte Ex-Eisbär Laurin Braun die hundertprozentige Chance, als er alleine auf Nikita Quapp zulief, aber der junge Berliner Goalie mit einer starken Parade. Generell war das bis hierhin ein sehr starker und vor allem sehr souveräner Auftritt von Quapp im Berliner Gehäuse. Über ein Torhüter-Problem braucht man sich in Berlin in dieser Saison definitiv keine Sorgen machen. Auch wenn das die üblichen Kritiker wieder anders sehen werden.
Die Eisbären nahmen eine 2:0-Führung mit in die zweite Pause, gewonnen war diese Partie aber noch nicht. Denn die Grizzlys würden im Schlussdrittel nochmal alles nach vorne werfen, davon war auszugehen.

Goalie Nikita Quapp mit einem überzeugenden Auftritt in Wolfsburg. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch der Weg sollte sehr weit werden für Wolfsburg. Zach Boychuk vergab noch die hundertprozentige, als Strahlmeier einen überragenden Save auspackte. Doch nur sieben Sekunden später schlug Leo Pföderl auf Zuspiel von Frederik Tiffels zu – 3:0 nach nur 21 Sekunden im Schlussdrittel.
Zur Abwechslung gab es wenig später die siebte Strafzeit gegen die Eisbären, Manuel Wiederer wanderte in die Kühlbox. Aber auch in diesem Powerplay Wolfsburg mit ungewohnten Schwächen im Spielaufbau. So konnten die Berliner auch dieses Unterzahlspiel ohne Gegentor überstehen.
Bei Vier-gegen-Vier auf dem Eis schlugen die Niedersachsen dann aber doch zu. Und es war fast abzusehen, dass ein Ex-Eisbär treffen würde. So will es das Gesetz einfach. John Ramage versenkte die Scheibe aus dem hohen Slot zum 1:3 (47.).
Doch wieder Hoffnung auf eine Aufholjagd für die Niedersachsen? Nein, denn Jonas Müller schickte Maximilian Heim über die rechte Seite, der hatte das Auge für Patrice Cormier, legte die Scheibe quer rüber und der Neuzugang überwand Strahlmeier zum vierten Mal an diesem Abend – 4:1 (51.).
Die Vorentscheidung im DEL-Härtetest, den die Eisbären bis hierhin mit Bravour bestanden hatten. Man zeigte sich deutlich verbessert im Vergleich zu den letzten beiden Partien in Tschechien. Sowohl defensiv als auch offensiv sah das schon recht ordentlich aus. Komplett fernhalten vom Tor kannst du die Wolfsburger sowieso nicht, aber man minimierte deren Top-Chancen. Und wenn es doch brenzlig wurde, war Nikita Quapp zur Stelle. Offensiv erspielte man sich einige gute Torchancen, wovon man bis zu diesem Zeitpunkt vier nutzen konnte. Auch wie die Tore entstanden, macht einfach Lust auf die neue DEL-Saison mit diesem Team.
Einzig die mangelnde Disziplin sorgt für Kopfzerbrechen, denn man kassierte bisher in der Vorbereitung deutlich zu viele Strafzeiten. Auch in der Schlussphase dieser Partie gab es nochmal zwei Strafzeiten gegen die Eisbären. Julian Melchiori und Morgan Ellis mussten auf die Strafbank, Ellis kassierte sogar 2+2-Minuten. Also an der Disziplin muss man bis zum Saisonstart definitiv noch arbeiten.
Wolfsburg somit in den letzten Minuten mit drei Mann mehr auf dem Eis, denn Wolfsburg Coach Mike Stewart nahm Goalie Dustin Strahlmeier zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Wolfsburg wurde auch nochmal gefährlich, aber man verteidigte das ganz stark vor dem eigenen Tor und hatte mit Nikita Quapp einen überragenden Goalie zwischen den Pfosten.
Als dann aber auch noch Ben Finkelstein in die Kühlbox wanderte, war auch Quapp geschlagen. 28 Sekunden vor dem Ende der Partie war es Darren Archibald, welcher auf 4:2 verkürzte. Mehr passierte im Anschluss nicht mehr. Die Eisbären hatten das ligainterne Spiel mit 4:2 in Wolfsburg gewonnen.