8:1 zum Abschluss der Nord-Gruppe: Marcel Noebels und Kris Foucault führen die Eisbären zum Kantersieg gegen Düsseldorf

Ausgabe #10:

So kann man sich aus der Nord-Gruppe verabschieden: Die Eisbären Berlin haben das letzten Hauptrundenspiel in der Gruppe Nord gegen die Düsseldorfer EG mit 8:1 (3:0,4:0,1:1) gewonnen und festigten damit nicht nur ihre Tabellenführung. Nein, viel mehr gaben sie ein Statement an die Süd-Teams ab. Ja, die DEG war heute definitiv kein ebenwürdiger Gegner, aber dennoch musst du einem DEL-Club erst einmal acht Tore einschenken. Und das ist den Eisbären in beeindruckender Art und Weise gelungen.

Bei den Eisbären gab es einzig im Tor eine Änderung. Mathias Niederberger kehrte zwischen die Pfosten zurück, Back-up Tobias Ancicka nahm wieder auf der Bank Platz. Ansonsten blieb beim letzten Nord-Gruppen-Spiel alles beim Alten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die DEG von der ersten Sekunde an mit einem sehr aggressiven Forechecking, setzten die Eisbären früh im eigenen Drittel unter Druck. Die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis war bestens eingestellt auf dieses so wichtige Spiel aus DEG-Sicht. Die ersten Schüsse wurden abgefeuert, während die Eisbären noch nach dem Zugang zum Spiel suchten. Sie wirkten überrascht vom offensiven Forecheck der Gäste.
Und doch waren es die Berliner, welche mit dem ersten richtig gut herausgespielten Angriff in Führung gingen. Es klappte erstmals der Spielaufbau, man kam ins Angriffsdrittel, Marcel Neoebls fand Leo Pföderl auf der linken Seite freistehen, der nahm die Scheibe an, fuhr kurz weiter und zog im entscheidenden Moment aus sehr ungünstigem Winkel ab. Hendrik Hane wurde dabei am kurzen Pfosten getunnelt – 1:0 (5.).
Danach waren die Hausherren drin im Spiel und kontrollierten Puck und Spiel, Düsseldorf lief in der Phase nur hinterher. Die Eisbären sorgten noch ein, zweimal für Gefahr vor dem Tor, die DEG kam selten vor das Berliner Tor.

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Gerade als man dachte, jetzt plätschert das Spiel so vor sich hin, erkämpfte sich Marcel Noebels an der rechten Bande die Scheibe, fand die Lücke zwischen zwei DEG-Spielern und passte die Scheibe genau da durch. Empfänger war erneut Leo Pföderl, welcher komplett allein gelassen wurde und ohne große Mühe zum 2:0 einschießen konnte (12.).
Auch fortan kein hochklassiges Eishockey. Die Eisbären hatten das Spiel im Griff, taten aber nicht mehr als notwendig. Die Rheinländer waren äußerst harmlos, von der DEG kam fast nichts nach vorne. So verlebte der Ex-Düsseldorfer Mathias Niederberger bis dahin einen recht ruhigen Abend in der Arena am Ostbahnhof.
Anders sein Gegenüber Hendrik Hane, bei dem es knapp vier Minuten vor der ersten Drittelpause zum dritten Mal einschlug. Vorlagengeber? Natürlich wieder Marcel Noebels! Torschütze? Diesmal nicht Leo Pföderl, der sammelte dafür einen Assist. Lukas Reichel, der dritte Angreifer in dieser Reihe, netzte am Ende eiskalt ein – 3:0 (17.).
Auch danach die Hausherren weiter sehr offensiv ausgerichtet, die DEG kam nicht zur Ruhe, sondern wurde regelrecht über das Eis gehetzt. Doch nach 20 Minuten waren die Düsseldorfer beim Stand von 3:0 vorerst erlöst. In der Pause konnten sie neue Kraft sammeln, mussten sich aber sicherlich auch einige Takte von Headcoach Harold Kreis anhören. Der dürfte mit dem Auftritt keinesfalls zufrieden gewesen sein.

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Zu Beginn des zweiten Drittels kam Düsseldorf mit einem neuen Goalie zurück auf das Eis. Mirko Pantkowski ersetzte Hendrik Hane. Zu Beginn ging es erst einmal munter rauf und runter mit Abschlüssen auf beiden Seiten, jedoch ohne nennenswerte Torchance. Aber der DEG war schon anzumerken, dass sie sich hier nicht ihrem Schicksal ergeben wollten.
Sechs Minuten waren gespielt, da wurde Kris Foucault von Matt White alleine auf die Reise geschickt und ließ Pantkowski keine Chance – 4:0 (26.).
Und die Hauptstädter hatten heute richtig Lust auf Toreschießen, denn in der 29. Spielminute stellten die Berliner auf 5:0. Ryan McKiernan mit dem Zuspiel von der rechten Bandenrundung aus, Kris Focault verwerte vor dem Tor eiskalt.

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Damit war die Geschichte hier natürlich durch. Den Eisbären gelang heute alles, während Düsseldorf einen gebrauchten Tag erwischte. Als Bernhard Ebner für zwei Minuten auf die Strafbank musste, bauten die Hausherren ihr Powerplay sehr ruhig auf, am Ende kam die Scheibe zu Zach Boychuk, welcher auf Zuspiel von Marcel Noebels die Scheibe im halbleeren Düsseldorfer Tor versenken konnte – 6:0 (34.).
Düsseldorf bekam dann aber mal die Chance, aufs Scoreboard zu kommen, als Sebastian Streu zwei Minuten kassierte und die Rheinländer selbst in Überzahl spielen konnten. Und davor hatte Trainer Serge Aubin ja vor dem Spiel gewarnt, sind die Düsseldorfer doch dort besonders gefährlich. Den Beweis blieben sie jedoch schuldig. Die Berliner hatten in Unterzahl durch Mark Olver und Marcel Noebels die besten Chancen.
Und weil heute irgendwie alles klappte, erhöhte Matt White im Slot stehend aus der Drehung heraus auch noch auf 7:0 (37.). Leo Pföderl hatte ihn klasse in Szene gesetzt. Dabei blieb es dann auch erst einmal und die Eisbären nahmen eine 7:0-Führung mit in die Kabine.

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Das letzte Drittel begann mit einer Strafzeit gegen die Eisbären, Marcel Noebels sammelte statt Vorlagen zur Abwechslung mal zwei Strafminuten – die fehlten ihm heute noch. Und das Powerplay sah gar nicht so schlecht aus, aber hinten stand immer noch Mathias Niederberger zwischen den Pfosten. Wie gut der ist, wissen sie in Düsseldorf nur allzu gut. Aber eine Sekunde vor Ablauf des Überzahlspiels fanden die Rheinländer doch noch irgendwie die Lücke am kurzen Pfosten. Alexander Ehl war am Ende der Torschütze gewesen – 7:1 (44.).
Und kurze Zeit später waren die selben Special Teams wieder gefragt, Kris Foucault kassierte die nächsten zwei Minuten auf Seiten der Hauptstädter. Aber das zweite Überzahlspiel der Rheinländer sorgte für keinerlei Gefahr.
Chance Nummer Drei bot sich Mitte des dritten Drittels, als Haakon Hänelt wegen Spielverzögerung in die Kühlbox wanderte. Und dieses Powerplay der DEG sah deutlich besser als das zweite aus, aber Mathias Niederberger stand stets im Weg. Und nach 77 Sekunden war es auch schon wieder vorbei, denn da musste Maxi Kammerer für zwei Minuten auf die Strafbank. So ging es also mit Vier-gegen-Vier und anschließendem Berliner Powerplay weiter. Und da hatte Kris Foucault mit Ablauf des Überzahlspiels dicke Chance auf das 8:1, aber er scheiterte an Mirko Pantkowski.
Sieben Minuten vor dem Ende des Spiels bot sich Ex-Eisbär Daniel Fischbuch die Chance zur Ergebniskosmetik, als er einen Penalty zugesprochen bekam. Ex-DEG-Goalie Mathias Niederberger ließ sich aber nicht ausspielen und so vergab „Fischi“ diese Chance. Lag aber wohl eher an den Anfeuerungsrufen der Eisbären-Spielerbank vor Ausführung des Penaltys: „Komm schon Matthias!“ und „Come on„.
Aber das Schlussdrittel sollte das der Special Teams werden. Denn nun waren die Eisbären mal wieder in Überzahl und hatten durchaus auch Chancen, welche man jedoch nicht nutzen konnte.
Dafür zauberte sich Kris Foucault zwei Minuten vor der Schlusssirene über die Eisfläche bis hin zum Tor, wo er Mirko Pantkowski keine Chance ließ und seinen Hattrick vollende – 8:1 (59.). Er tankte sich an zwei Verteidigern vorbei und schoss im Fallen per Rückhand ein. Ein Traumtor der Nummer 98! Und einer, der wohl Marcel Noebels den Rang als Spieler des Spiels wegnehmen wollte. Wenn so was dabei herauskommt, dann gerne immer so. Denn am Ende blieb es beim 8:1-Kantersieg der Eisbären gegen Düsseldorf.

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Zu Beginn des Spiels dachte ich noch, die DEG hätte sich hier etwas vorgenommen, so wie sie loslegten. Doch das war nur ein laues Lüftchen, denn vom 1:0 an dominierten die Hauptstädter das Spielgeschehen, zeigten traumhafte Kombinationen und nutzten nahezu jede sich bietende Torchance. Nach 40 Minuten sah alles nach einem zweistelligen Kantersieg aus, doch im Schlussdrittel nahm man deutlichen Tempo aus dem Spiel und schaltete ein paar Gänge zurück. Kräfte schonen für die Duelle mit den Süd-Teams war angesagt. Aber als die DEG den Anschlusstreffer erzielte, wollte man zumindest ein Unentschieden im letzten Drittel erreichen. Nach dem das geschafft war, war die Luft raus aus dem Spiel.
Überragend auf Berliner Seite: Marcel Noebels mit vier Torvorlagen und Kris Foucault mit drei Toren. Zudem Leo Pföderl (2 Tore/1 Assist), Matt White und Zach Boychuk (beide 1/2) mit je drei Scorerpunkten. Ein rundum gelungener Abend also in der Mercedes-Benz Arena. Der Süden kann kommen…

Serge Aubin vorm letzten Spiel in der Nord-Gruppe gegen Düsseldorf: „Es ist ein Spiel der Geduld“

Morgen Abend absolvieren die Eisbären Berlin ihr letztes Spiel in der Nord-Gruppe. Ab 17:30 Uhr trifft man in der Mercedes-Benz Arena auf die Düsseldorfer EG. Während sich die Eisbären als souveräner Tabellenführer wohl eher keine Sorgen um die Playoff-Teilnahme machen müssen, kämpft die DEG als Tabellenfünfter um jeden Punkt, damit am Ende der Verzahnungsrunde ein Platz unter den ersten Vier heraus kommt. Macht das die Rheinländer zu einem gefährlicheren Gegner, Headcoach Serge Aubin?

Immer wenn wir gegen die DEG gespielt haben, haben sie solides Eishockey gespielt. Sie machen es uns schwer in die Nähe des Tors zu kommen. Es ist ein Spiel der Geduld, aber wir möchten weitermachen wie in letzter Zeit, dazu den Vorteil daraus ziehen, zuhause zu spielen und so Spiele zu gewinnen.

Die Eisbären haben zuletzt drei Siege in Serie eingefahren. Dabei fiel vermehrt auf, dass man seine Disziplin in Sachen Strafzeiten so langsam aber sicher in den Griff bekommen hat, wenn man mal das Köln-Spiel ausklammert. Wird die Disziplin auch morgen Abend ein Schlüssel zum Erfolg gegen die DEG sein, welche ja durchaus gefährlich ist in Überzahl? Serge Aubin mit seiner Antwort dazu:

Das ist auf jeden Fall ein Bereich, in dem sie sehr gefährlich sind. Wenn wir aufmerksam, hart und zusammenhängend spielen, ziehen wir keine Strafen. Wenn wir nicht mehr richtig spielen, kommen die Strafen. Wir möchten Fünf-gegen-Fünf spielen und gucken, was daraus wird.

Es wird das letzte Heimspiel der Eisbären gegen ein Nord-Team sein. Bis auf Wolfsburg, gegen die man alle beiden Spiele verlor, dabei aber immerhin noch je einen Punkt holte, gewann man gegen alle restlichen Nord-Teams je doppelt. Neun von bisher elf Heimspielen wurden also gewonnen und dabei in jedem gepunktet. Und das alles ohne den Support der Fans. Wie erklärt denn eigentlich Trainer Serge Aubin die diesjährige Heimstärke seiner Mannschaft?

Es ist schwer zu erklären. Die Jungs sind fokussiert und sie lieben es hier zu sein. Natürlich vermissen wir unsere Fans, aber es ist einfach ein gutes Gefühl in der eigenen Halle zu sein. Hoffentlich fühlen wir genau das morgen auch und können unser Spiel durchziehen.

Die letzten drei Spiele konnte man trotz personeller Probleme gewinnen. Mit Mark Zengerle, Giovoanni Fiore und PC Labrie fehlen drei Leistungsträger. Hinzu kommt der Ausfall von Youngster Fabian Dietz. Und doch können die Hauptstädter regelmäßig mit vier Reihen spielen. Wie denkt Headcoach Serge Aubin über die Tiefe des Kaders und das Potential der aktuell zur Verfügung stehenden Spieler?

Uns fehlen gerade vier Spieler und wir können trotzdem so häufig wie möglich mit vier Reihen auftreten. Wir haben Eric Mik nach vorne gebracht, der einen fantastischen Job macht. Er bringt viel Sicherheit in die vierte Reihe. Es ist, als ob drei Verteidiger auf dem Eis wären. Die Jungen machen einen super Job. Es ist halt ein Lernprozess. Von Zeit zu Zeit muss ich auf drei Reihen reduzieren wenn nötig. Allein die Möglichkeit vier Reihen zu haben, auf die man sich verlassen kann, ist ein großer Faktor.

Für zwei Spieler im Team der Berliner ist das Spiel gegen die DEG ein besonderes. Mathias Niederberger und Ryan McKiernan schnürten schließlich bereits ihre Schlittschuh für den rheinischen Traditionsverein. Goalie Mathias Niederberger kehrte dabei erst vor dieser Saison zurück in die Hauptstadt. Gegen seinen Ex-Verein hofft die Nummer 35 nun auf eine Fortsetzung der aktuell laufenden Siegesserie:

Natürlich sehr. Wir wollen so viel wie möglich Siege einholen und mit einem Sieg gegen Düsseldorf die Nord-Gruppe erfolgreich zu Ende bringen.

Zuletzt setzte es für die DEG vier Niederlagen in Serie. Was im Hinblick auf die Playoff-Teilnahme natürlich ein Rückschlag war. Wie müssen die Eisbären daher spielen, dass die DEG, die unbedingt gewinnen muss, den Eisbären nicht gefährlich wird? Mathias Niederberger äußerte sich auf diese Frage wie folgt:

Ich denke, wir müssen konsequent in beide Richtungen spielen, das heißt vernünftig verteidigen und mit Druck nach vorne arbeiten. Wirklich Druck zum Tor bringen, damit wir auch früh in Führung gehen können.

Die Torhüter-Position war bei den Eisbären Berlin nach dem Weggang von Petri Vehanen d i e Schwachstelle. In dieser Saison verfügen die Hauptstädter aber über zwei exzellente Goalies, denn neben Mathias Niederberger hat man auch noch Tobias Ancicka im Kader. Ein äußerst hoffnungsvolles Talent, welches sein Können schon angedeutet hat. Was denkt Niederberger über seinen jungen Kollegen?

Tobi ist sehr, sehr gut und er spielt sehr gut. Er ist noch sehr jung und bringt schon sehr konstante und gute Leistungen. Es ist erfreulich zu sehen, dass er schon sehr weit ist. Die Torhüter in diesem Alter sind heutzutage so gut ausgebildet, das ist echt schön zu sehen.

Und wie wichtig sind zwei so enorm starke Goalies im Hinblick auf den engen Spielplan gegen die Teams aus der Süd-Gruppe? Wie wichtig ist es, dass dann beide Goalies ihre Einsätze bekommen?

Das ist natürlich wichtig, dass der Tobi da auch seine Spiele kriegt. Der Rhythmus ist sonst zu intensiv, deshalb ist es wichtig, dass beide Torhüter performen können.

Der siebte Streich! Die Eisbären erkämpfen sich gegen Düsseldorf den siebten Heimsieg im siebten Heimspiel

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin eine Macht in der Arena am Ostbahnhof. Auch die Düsseldorfer EG musste die Heimreise ohne Punkte antreten, denn die Eisbären gewannen nach 60 Minuten mit 4:2 (1:1,1:0,2:1) gegen die Rheinländer und feierten damit den siebten Heimsieg im siebten Heimspiel nach regulärer Spielzeit. Damit holte man also die Punkte 19,20 und 21 auf heimischen Eis und bleibt weiterhin ohne Punktverlust in Berlin. Und das gegen eigentlich auswärtstarke Düsseldorfer, die jetzt nach zuvor fünf Auswärtssiegen in Folge die zweite Niederlage auf gegnerischem Eis in Serie hinnehmen mussten. Die Frage bei den Eisbären ist also nach wie vor die, warum es zu Hause läuft und auswärts nicht, darauf wusste auch Youngster Sebastian Streu im Vorfeld der Partie keine Antwort:

Es ist schwer zu sagen. Natürlich ist es immer ein bisschen einfacher, heim zu spielen, aber das ist auch keine Ausrede, dass wir auswärts scheiße spielen dürfen. Wir haben uns noch lange nach dem Spiel hingesetzt und ich glaube, wir haben das jetzt auf die Reihe bekommen, dass wir das nächste Auswärtsspiel wie die Eisbären spielen.

Foto: Holli

Normalerweise ist der Monat Oktober bei den Eisbären und ihren Fans der „Pink in the Rink“-Monat. Dann spielen die Eisbären in pinken Trikots, um auf den Kampf gegen den Brustkrebs aufmerksam zu machen. Dieses Jahr ist durch Corona aber alles anders und die DEL konnte erst im Dezember starten. Doch dennoch ließen es sich die Eisbären nicht nehmen, auch in dieser verkürzten und so komischen Saison die „Pink in the Rink“-Aktion durchzuziehen und so traten sie heute gegen Düsseldorf in ihren pinken Jerseys an.
Stadionsprecher Uwe Schumann fand vor dem ersten Bully noch einmal rührende Worte, um auf den Kampf gegen den Brustkrebs aufmerksam zu machen und schickte starke Worte in Richtung medizinisches Fachpersonal, welche tagtäglich diesen Kampf gegen den Brustkrebs aufnehmen. Abgerundet wurde dieses Statement durch ein eindrucksvolles Feuerwerk, welches die Arena am Ostbahnhof noch nicht gesehen hat.
Dem Dank schließen wir uns natürlich an und wir wollen ihn an dieser Stelle auch noch ausweiten und auch dem medizinischen Fachpersonal danken, welches seit einem Jahr den Kampf gegen Corona auf sich nimmt. Ihr alle seid die wahren Helden unserer Gesellschaft und dieses Feuerwerk war auch für Euch!

Foto: Holli

Dieses Feuerwerk brannten die Teams anschließend aber nicht auf dem Eis ab. Torraumszenen waren zu Beginn eher Mangelware. Zwar wurden Schüsse abgegeben, aber diese waren nicht von Zielwasser geprägt und gingen am Tor vorbei. Und dann ging es bei den Eisbären mal wieder los, das alte Problem mit der Disziplin. Stefan Espeland nahm die erste Strafzeit der Partie wegen Behinderung. Und die Rheinländer stellen das drittbeste Powerplay der PENNY DEL, zudem sind sie mit zehn Powerplaytreffern auswärts das beste Team in Überzahl. Doch davon war nicht wirklich viel zu sehen. Lediglich ein Pfostentreffer von Mathias From kam bei heraus, zu mehr reichte es nicht, denn die Eisbären verteidigten das sehr gut. Kein Wunder, stellen sie doch zu Hause das beste Penaltykilling der Liga. Die DEG konnte sogar für 13 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren (Kai Wissmann wegen Stockcheck), aber überzeugend war das Powerplay bisher nicht.
Was machten eigentlich die Eisbären hier außer Strafzeiten sammeln? Sie nahmen eine Einladung von Kyle Cumiskey an. Der DEG-Verteidiger mit dem Fehlpass hinter dem Tor direkt auf den Schläger von Kris Foucault, welcher direkt vor das Tor zog, aber mit seinem ersten Versuch an Mirko Pantkowski scheiterte. Doch die Nummer 98 der Eisbären verwertete seinen eigenen Rebound zum neunten Saisontor – 1:0 (10.).
Direkt im Gegenzug hätte die DEG beinahe ausgeglichen. Ken-André Olimb wurde vor dem Tor angespielt, der Stürmer setzte die Scheibe aber aus der Drehung an den Pfosten. Erneut Glück für die Eisbären. Und das Aluminium-Pech der Rheinländer setzte sich aus dem Krefeld-Spiel fort.
Die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis dominierte das Spiel, suchte immer wieder den Weg vor das Berliner Tor, während von den Eisbären wenig zu sehen war. Das einzige, wo die Eisbären auffielen, war im Strafen nehmen. Kai Wissmann mit seiner zweiten und der insgesamt dritten der Partie, diesmal wegen Spielverzögerung. Und auch dieses Powerplay war jetzt nicht wirklich gefährlich, aber dann nahm sich Verteidiger Nicholas Jensen mal ein Herz und fuhr von Coast to Coast über die gesamte Eisfläche und zog ab. Sein Schuss ging an die Bande hinter dem Tor, sprang zurück und Jensen nutzte seinen eigenen Rebound zum verdienten 1:1 (16.).
Anschließend mal die Berliner mit einem Mann – und für 25 Sekunden sogar mit zwei Mann – mehr auf dem Eis gegen das schlechteste Penaltykilling der Liga. Aber die Eisbären schafften es nicht mal in die Formation, brachten nichts gefährliches zu Stande und so überstand Düsseldorf die erste Unterzahl des Spiels schadlos.
So endete das erste Drittel 1:1-Unentschieden. Verteidiger Jonas Müller war nicht wirklich zufrieden mit den ersten 20 Minuten:

Wie immer die Strafzeiten. Wir nehmen die letzten Spiele oder allgemein zu viele Strafzeiten, da kommen wir schlecht in unseren Rhythmus rein. Wir wissen, dass wir bei Fünf-gegen-Fünf gut sind, dass wir da auch Jeden schlagen können, aber wenn wir ständig in Unterzahl spielen, ist es halt schwierig für uns. Wir müssen einfach mehr unsere Beine bewegen, ich glaube, wir laufen noch ein bisschen hinterher. Wir müssen mehr Pucks zum Tor bringen, die Beine bewegen und Zweikämpfe gewinnen.

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Irgendwie klappte das mit der Disziplin aber immer noch nicht. Denn es dauerte ganze 25 Sekunden, da wanderte Zach Boychuk wegen Beinstellens in die Kühlbox. Aber das Penaltykilling erneut mit starker Arbeit, einzig ein Schuss von Alexander Barta kam durch, doch der war kein Problem für Niederberger.
Die Hausherren wirkten in diesem Drittel auf jeden Fall zielstrebiger als noch in den ersten 20 Minuten. Sie suchten nun vermehrt den Weg in die Offensive und vor das Tor. Kris Foucault fiel zweimal durch klasse Einzelaktionen auf, doch beide Male scheiterte er an Mirko Pantkowski. Auch Marcel Noebels prüfte den noch ungeschlagenen DEG-Goalie, aber auch die Nummer 92 der Eisbären fand in Pantkowski seinen Meister.
Aber Mitte des zweiten Drittels war auch der Düsseldorfer Schlussmann geschlagen. Die Top-Reihe der Eisbären fuhr einen Zwei-auf-Eins-Angriff. Lukas Reichel kam über rechts ins Angriffsdrittel, wartete lange mit dem Querpass auf Marcel Noebels, der konnte aber nicht abschließen, da Pantkowski bereits auf dem Boden lag. Doch in einer Sturmreihe spielen drei Spieler und der dritte im Bunde, Leo Pföderl, lauerte im Slot, wurde von Noebels angespielt und schoss die Scheibe ins leere Tor ein – 2:1 (30.). Somit geht der Scoring-Streak von Noebels und Pföderl weiter. Noebels scorte jetzt im elften (3 Tore/13 Assists), Pföderl im achten Spiel in Folge (8/3).
Die Eisbären hatten das Spiel im Griff, standen hinten sehr kompakt und machten die gefährlichen Schusswege zu. Der DEG fiel nichts ein, wie sie diesen Abwehrriegel knacken könnten. Nach vorne versuchten die Eisbären immer wieder Angriffe zu fahren, doch diese endeten stets bei Mirko Pantkowski.
Das Spiel lebte hier von der Spannung, denn ein Eishockey-Leckerbissen war es definitiv nicht. Mit 2:1 führten die Berliner nach 40 Minuten an der Spree. Spannung für das Schlussdrittel war also garantiert.

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Im letzten Drittel merkte man beiden Teams an, dass sie hier nach vorne spielen wollten. Die Eisbären wollten den nächsten Treffer nachlegen, die DEG dagegen zum Ausgleich kommen. Dementsprechend offensiv spielten beide Mannschaften von Beginn an im Schlussdrittel. Aber zunächst waren es die Eisbären, die einen Konter zum 3:1 ausnutzten. Mark Zengerle und Kris Foucault fuhren diesen, Zengerle legte quer rüber auf Foucault und der netzte zum zweiten Mal heute Abend und insgesamt zehnten Mal in dieser Saison ein (45.).
In der Phase danach waren die Eisbären druckvoll, sie wollten hier gleich noch einen weiteren Treffer nachlegen. Mirko Pantkowski im Düsseldorfer Tor hatte jedoch etwas dagegen und ließ einfach keinen weiteren Puck durch. Dann wurde Düsseldorf immer stärker und die Eisbären zogen sich zurück. Düsseldorf suchte immer wieder den Weg vor das Berliner Tor und drängte Berlin ins eigene Drittel ein.
Und für diesen Aufwand sollte sich die Mannschaft von Chefoach Harold Kreis belohnen. Alexander Karachun hatte von der blauen Linie abgezogen, Matt Carey hielt die Kelle in den Schuss und schon wurde es hier noch einmal spannend – 3:2 (53.).
Und Düsseldorf hatte nun nochmal Oberwasser, drängte weiter auf den Ausgleich. Die Eisbären konnten sich kaum noch befreien und für Entlastung sorgen. Die Schlinge zog sich zu und Mathias Niederberger musste ein ums andere mal retten. Düsseldorf war nah dran am Ausgleich, doch als Harold Kreis seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, unterlief der DEG im Berliner Drittel ein Fehler und Matt White machte sich mit der Scheibe auf den Weg Richtung leerem Düsseldorfer Tor, wo er den Puck letztendlich zum 4:2 versenken sollte (59.).
Damit war diese Partie entschieden und der siebte Heimsieg in Folge eingefahren.

Doch davor stand ein hartes Stück Arbeit, welches die Eisbären verrichten mussten. 40 Minuten machten sie es vor allem defensiv sehr gut, ließen kaum etwas zu, machten vor allem die gefährlichen Schusswege zu. So kam Düsseldorf in den ersten zwei Dritteln gerade einmal zu neun Torschüssen. Aber im Schlussdrittel waren es dann deren 19, weil die Eisbären das Eishockeyspielen einstellten und Düsseldorf wieder stark machten. Am Ende hatte man Glück, dass die DEG nicht mehr den Ausgleich erzielt hatte und man selbst ins leere Tor traf.
Es bleibt festzuhalten, dass man auch heute sein Spiel nicht über 60 Minuten durchgezogen hat, aber zu Hause ging das ja bis jetzt noch immer gut. Die Disziplin war zumindest für 20:25 Minuten erneut ein großes Problem der Berliner, danach kassierte man aber keine weitere Strafzeit. Da hat man also ab der zweiten Minute im zweiten Drittel deutlich an der Disziplin gearbeitet. Und dann hat man heute natürlich zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht. Das 1:0 nach einer überstandenen doppelten Unterzahl, das 2:1 nach einer sensationellem Kombination der deutschen Top-Reihe und das 3:1 zu Beginn des letzten Drittels, als man dachte, man würde damit Ruhe rein bekommen. Aber am Ende musste man noch einmal zittern, ehe Matt White mit seinem Empty-Net-Goal für die Beruhigung der Nerven sorgte.
Hervorzuheben sind sicherlich Goalie Mathias Niederberger, welcher im letzten Drittel den Sieg festhielt, Stürmer Kris Foucault mit seinem Doppelpack und einmal mehr die Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Lukas Reichel, die immer mehr zur Lebensversicherung der Eisbären wird. Und der Scoringstreak von Noebels (elf Spiele) und Pföderl (acht Spiele) hält also weiterhin an.
Aber dennoch müssen die Eisbären dringend daran arbeiten, Konstanz in ihr Spiel zu bekommen. Denn einmal mehr hat es sich bestätigt, dass man zu Hause solche Spiele noch gewinnt, auswärts es aber nicht hinbekommt. Ob es nun wirklich besser läuft, wie Sebastian Streu eingangs erwähnte, wird sich nächste Woche zeigen, wenn man Donnerstag in Krefeld und Freitag in Iserlohn antreten muss.

Morgen Heimspiel gegen Düsseldorf: Trainer Serge Aubin erwartet eine Antwort von seiner Mannschaft

Morgen Abend kehren die Eisbären Berlin auf das heimische Eis der Mercedes-Benz Arena zurück. An jenen Ort, wo man bisher alle sechs Heimspiele gewinnen konnte und alle 18 Punkte einsammelte. Ab 18:30 Uhr empfangen die Hauptstädter dann die Düsseldorfer EG zum insgesamt dritten Aufeinandertreffen in der diesjährigen PENNY DEL-Hauptrunde. Die ersten beiden Duelle im ISS-Dome gingen – wen verwundert es angesichts der Auswärtsschwäche der Eisbären – mit 5:4 n.V. und 5:3 an die DEG. Doch morgen Abend sind die Voraussetzungen andere, denn in Berlin hat sich bis jetzt jeder Gegner an den Eisbären die Zähne ausgebissen und musste die Heimreise ohne Punkte antreten. Doch mit Düsseldorf empfangen die Eisbären morgen ein bärenstarkes Auswärtsteam, gewann doch die DEG fünf ihrer sechs Auswärtsspiele. Die erste Niederlage setzte es beim letzten Auswärtsspiel in Bremerhaven. Durch das 1:3 gegen Krefeld gestern Abend stehen die Rheinländer nun bei zwei Niederlagen in Folge – die längste Negativ-Serie der DEG in dieser Saison. Zuvor hatte man noch sechs Siege in Serie gefeiert.

Doch nicht nur Düsseldorf kommt mit einem Negativerlebnis im Gepäck, nein, auch die Eisbären verloren am Sonntag in Wolfsburg mit 4:6 und stehen nun bei zwei Niederlagen aus den letzten drei Spielen. Gerade nach der Niederlage in Wolfsburg erwartet Trainer Serge Aubin eine Antwort von seiner Mannschaft:

Nach der Niederlage gegen Wolfsburg erwarte ich eine Antwort von uns. Gegen Düsseldorf wird es ein schweres Spiel. Die DEG spielt sehr diszipliniert und zieht sehr wenige Strafen. In den beiden Spielen, die wir schon gegen sie gespielt haben, hatten wir sehr gute Momente. Die Phasen müssen wir aber über die komplette Spielzeit aufs Eis bringen.

Aubin spricht sie an, die guten Phasen. Nur was bringen sie dir, wenn du das Eishockey spielen dann nach einiger Zeit wieder einstellst und dich nicht mehr an deinen Gameplan hältst? Gerade das erste Duell in Düsseldorf sollte ihnen Warnung genug sein, als man ein 3:0 noch verspielte. Insofern wäre es endlich an der Zeit, mal über 60 Minuten überzeugendes Eishockey zu spielen. Und am besten fängt man morgen damit an, denn dann würde auch nach dem siebten Heimspiel ein Sieg zu Buche stehen. So sieht es auch Mark Zengerle, der natürlich auch die Heimserie gerne fortsetzen würde, er warnt aber zugleich vor der DEG, die mit Wut im Bauch nach Berlin kommen wird:

Wir wollen unsere Heimserie natürlich ausbauen und auch morgen gegen Düsseldorf gewinnen. Die DEG hat ihre letzte Partie gegen Krefeld verloren, dadurch werden sie aber noch gefährlicher. Sie sind jetzt sicher besonders motiviert, dies direkt wieder gut zu machen. Aber auch wir wollen unsere Niederlage gegen Wolfsburg wieder vergessen machen.

Somit dürften uns morgen Abend also zwei besonders motivierte Mannschaften erwarten, wollen doch beide zurück in die Erfolgsspur finden. Und beide sind sie besonders stark – die einen auf heimischen, die anderen auf des Gegners Eis. Auch morgen wird es, wie so oft in dieser engen Liga, auf Kleinigkeiten ankommen, um am Ende das Eis als Sieger zu verlassen. Ex-DEG-Goalie Mathias Niederberger weiß, worauf es genau ankommen wird:

Ich denke, dass Düsseldorf in einer ähnlichen Position ist, die haben gestern gegen Krefeld verloren. Dementsprechend bin ich mir sicher, dass es ein sehr umkämpftes Spiel werden wird. Generell ist die Liga sehr, sehr eng und solche Dinge wie Disziplin, Strafen, Unterzahl und Überzahl entscheiden die Spiele, das ist kein Geheimnis. Ich denke, das wird auch in diesem Spiel wieder eine große Rolle spielen.

Die beiden Duelle in dieser Saison haben wir bereits angesprochen. Doch schaut man auf die letzten fünf Spiele zurück, dann hat die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis vier gewonnen – alle in Folge. Dreimal mit einem Tor Unterschied, nur das letzte Duell im ISS-Dome ging mit zwei Toren Unterschied verloren.
Alleine deswegen sollte man die DEG nicht unterschätzen. Aber natürlich auch aus anderen Gründen. Allen voran natürlich wegen zweier Ex-Eisbären. Daniel Fischbuch ist mit 20 Scorerpunkten (7 Tore/13 Assists) der Top-Scorer der Liga. Alexander Barta findet man auch unter den Top-10-Scorern der DEL mit insgesamt 16 Scorerpunkten (9/7). Drei Tore erzielte Barta dabei beim letzten Aufeinandertreffen mit den Eisbären. Ihn sollte man diesmal also nicht aus den Augen lassen.
Wo die Eisbären Düsseldorf knacken könnten, wäre in Überzahl, denn das Penaltykilling der Düsseldorfer ist ligaweit das schlechteste. Problem: Die DEG ist die fairste Mannschaft der gesamten DEL, insofern wird es wohl selten die Möglichkeit geben, mit einem oder zwei Mann mehr auf dem Eis zu stehen. Aber genau diese wenigen Möglichkeiten muss man dann eben nutzen.
Dagegen sollte man Strafen vermeiden, stellt die DEG doch das drittbeste Powerplay. Und in Sachen Effizienz vor dem Tor ist Düsseldorf sogar das zweitbeste Team.
Uns erwartet also so oder so ein enorm spannendes Duell zwischen dem Tabellenzweiten und Tabellendritten in der Gruppe Nord.

3:5 in Düsseldorf! Ex-Eisbär Alex Barta schießt die Eisbären mit drei Toren im Alleingang ab

Die Eisbären Berlin zeigen weiterhin ihre zwei Gesichter: Zu Hause ist man nach wie vor ungeschlagen, auswärts hingegen steht aktuell erst ein Sieg zu Buche – und der in Krefeld, wo aktuell jeder gewinnt. Bei der Düsseldorfer EG wollte man endlich einen „richtigen“ Auswärtssieg einfahren, aber am Ende stand man beim 3:5 (2:2,0:2,1:1) erneut mit leeren Händen da. 

Im Kader der Eisbären fehlten heute PC Labrie (verletzt) und Neuzugang Zach Boychuk (Quarantäne). Fabian Dietz stürmte anstelle von Labrie. Im Tor stand wieder Ex-DEG-Keeper Mathias Niederberger.

Beide Mannschaften dürften vor dem Spiel viel Selbstvertrauen gehabt haben. Die Rheinländer gewannen die letzten fünf Spiele in Folge und punkteten in den letzten sieben Spielen, die Berliner hingegen gewannen die letzten drei Spiele in Serie und punkteten in den letzten fünf Spielen. Doch den besseren Start legten die Gastgeber hin. 65 Sekunden waren erst gespielt, da jubelten die Düsseldorfer bereits. Alexander Barta kam über rechts ins Angriffsdrittel, hatte zu viel Platz und zog auf Höhe des Bullykreises ab. Sein Schuss schlug im langen Eck ein – 0:1 (2.).
Aber die Eisbären schlugen früh zurück. Es lief die vierte Spielminute, als Kris Foucault die Scheibe im Angriffsdrittel eroberte, mit ihr rum ums Tor fuhr, vor das Tor zog und dort zu viel Platz hatte. Er zog ab und tunnelte DEG-Goalie Mirko Pantkowski – 1:1.
Von Beginn an war es ein schnelles Siel, welches hin und her ging. Die DEG wirkte zu Beginn offensiv aktiver, hatte mehr Zug zum Tor. Aber die Eisbären waren die effektivere Mannschaft, waren eiskalt vorm DEG-Tor. Die Rheinländer mit dem Fehlpass im gegnerischen Drittel. Marcel Noebels spielte die Scheibe zu Leo Pföderl und der machte sich auf die Reise Richtung Mirko Pantkowski, kam über rechts ins Angriffsdrittel, zog auf links rüber und tunnelte den DEG-Goalie per Rückhand – 2:1 (9.).
Nur wenige Augenblicke später hätte es beinahe erneut im Düsseldorfer Tor eingeschlagen, aber der Pfosten half der DEG. Im Gegenzug machte sich Alexander Barta aus dem eigenen Drittel auf die Reise, kurvte über die gesamte Eisfläche, zog über rechts ins Angriffsdrittel und zog wieder ab, diesmal flach und erneut schlug der Puck hinter Mathias Niederberger ein – 2:2 (10.).
Zwei Minuten später schepperte es erneut am Gestänge des DEG-Tores. Fabian Dietz hatte abgezogen, aber auch er scheiterte am Aluminium. Danach ging es weiter rauf und runter, aber weitere Tore fielen nicht. So stand es nach 20 munteren Minuten 2:2-Unentschieden im ISS-Dome. Bemerkenswert: 81 Prozent aller abgegebenen Schüsse der Eisbären kamen aus dem gefährlichen Slot-Bereich.
Doppel-Torschütze Alex Barta mit seinem Fazit zu den ersten 20 Minuten bei Magenta Sport:

Ich denke, dass wir ganz gut rein gekommen sind, sind früh in Führung gegangen. Aber hinten wissen wir, dass die Berliner gefährlich sind in der Offensive und da haben wir schlechte Entscheidungen getroffen. Es ist ein bisschen unnötig, dass es 2:2 steht. Ich glaube, dass Berlin offensiv ein bisschen mehr hatte, trotzdem müssen wir das besser verteidigen.

Das Mitteldrittel begannen die Hausherren in Überzahl. Und da ist die DEG das fünftbeste Überzahlteam der Liga, die Eisbären haben aber das fünftbeste Penaltykilling der Liga und sogar das beste der Gruppe Nord. Doch außer zwei Schüssen von Matthias From kam nichts bei rum, die Eisbären überstanden die Unterzahl also schadlos.
Dann wurde es zweimal bitter für die Hauptstädter. Zunächst humpelte Mark Olver verletzt in die Kabine und kurze Zeit später klingelte es erneut im Berliner Tor. Tobias Eder hatte trocken abgezogen und Düsseldorf zum zweiten Mal an diesem Abend in Führung geschossen – 2:3 (24.).
Kurz darauf das erste Powerplay für die Eisbären, in dem auch Haakon Hänelt Eiszeit bekam. Nur kam dabei nichts Zählbares bei raus. Ein Powerplay zum Vergessen. Und das traf auf das gesamte Mitteldrittel zu. Denn von den Eisbären war nichts zu sehen. Nach vorne fehlten einfach die Ideen und hinten musste man die DEG-Angriffe verteidigen. Mit dem aggressiven Spielstil der Gastgeber hatten die Mannen von Chefcoach Serge Aubin große Probleme.
Sieben Minuten vor der zweiten Drittelpause musste dann auch Youngster Tobias Ancicka erstmals hinter sich greifen. Er stand inzwischen im Tor und konnte den Hammer von Nicholas Jensen nicht parieren – 2:4 (33.).
Von den Eisbären sah man eigentlich nur drei Minuten vor der zweiten Pause nochmal eine gute Chance. Mark Zengerle kam bei einem Zwei-auf-Ein-Konter zum Abschluss, scheiterte aber an Mirko Pantkowski. So lag man verdient mit 2:4 nach 40 Minuten im ISS-Dome hinten. Kapitän Frank Hördler war im Interview bei Magenta Sport mit den ersten beiden Drittel überhaupt nicht zufrieden:

Das erste Drittel lief auch nicht so, wie wir es wollten. Ich glaube, wir laufen zwar schon, aber nicht richtig. Wir sind eigentlich immer in der falschen Position und dann sind es so Kleinigkeiten, wo wir gleich von Düsseldorf bestraft werden.

Fürs Schlussdrittel hatten sich die Eisbären dann nochmal etwas vorgenommen und Matt White kam nach bereits 34 Sekunden zur ersten vielversprechenden Chance, doch sein Schuss ging knapp rechts vorbei. Die Eisbären wirkten präsenter als im Mitteldrittel, waren offensiv deutlich öfters zu sehen und wollten hier noch einmal herankommen.
Und sie belohnten sich für den guten Beginn. Jonas Müller bekam die Scheibe an der blauen Linie, zog ab und traf zum 3:4 aus Berliner Sicht (45.). Sein erstes Saisontor und sein erstes Tor seit dem 02. Januar 2019 gegen Iserlohn.
Auch danach die Berliner weiter am Drücker. Aber vor dem Tor manchmal zu ungenau im Passspiel. Die DEG kam erst Mitte des letzten Drittels wieder zu guten Chancen, aber Alexander Karachun vergab zweimal und Daniel Fischbuch einmal. Der DEG bot sich nun auch Platz, wollten die Eisbären doch mit aller Macht noch den Ausgleich und die Verlängerung erzwingen.
Und der Druck der Eisbären nahm auch zu und sie drängten die Rheinländer ins eigene Drittel, aber es fehlte an Genauigkeit vor dem Tor und beim Passspiel. Trainer Serge Aubin nahm 45 Sekunden vor dem Ende Goalie Tobias Ancicka zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und 39 Sekunden vor dem Ende zudem eine Auszeit. Aber die DEG spielte ein aggressives Forechecking und zwang die Eisbären zum Scheibenverlust im eigenen Drittel, welchen Alex Barta mit seinem dritten Treffer an diesem Abend bestrafte – 3:5 (60.). Damit war die Partie entschieden und die Eisbären stehen weiterhin bei nur einem Auswärtssieg.

Auch das zweite Spiel haben die Eisbären in Düsseldorf verloren. Und es war eine verdiente Niederlage, weil man es über 60 Minuten nicht schaffte, sein Spiel durchzuziehen. Man lief zu wenig Schlittschuhe, man zeigte wenig Zweikampfhärte, man war zumeist einen Schritt langsamer und meist in einer völlig falschen Position. Im letzten Drittel bäumte man sich zwar nochmal auf, aber letztendlich war auch das zu wenig, weil die DEG in den letzten zehn Minuten auch nicht mehr viel gefährliches zu ließ. Dass man zudem auch noch mit Mark Olver und Haakon Hänelt zwei Stürmer verletzungsbedingt verlor, passte zum gesamten Abend, den man durchaus als gebraucht bezeichnen kann.

Jonas Müller zog nach dem Spiel bei Magenta Sport folgendes Fazit:

Ich glaube, wir sind zeitweise einfach zu wenig gelaufen, haben nicht gut foregecheckt, haben dem Gegner viel Zeit gelassen. Dadurch ist Düsseldorf gut ins Spiel gekommen. Gerade im zweiten Drittel waren wir lange in der eigenen Zone und hatten wenig Chancen. Ich glaube wir hatten zehn Schüsse in den ersten beiden Dritteln und das ist eindeutig viel zu wenig. Wir sind ein Team, wir haben alle nicht gut zusammen gearbeitet und das wollen wir nächstes Spiel auf jeden Fall besser machen.

Besser gelaunt war dagegen DEG-Torschütze Tobias Eder:

Ich denke, dass wir insgesamt wieder 60 Minuten lang ziemlich konstant gespielt haben. Wir haben es den Berlinern sehr schwer gemacht. Und ja, ich denke, der Sieg geht auch so in Ordnung. Wir wussten, dass Berlin aggressiv kommt, da haben wir ein bisschen Schwierigkeiten gehabt, haben uns aber in der Drittelpause gefangen. Ab dem zweiten Drittel hat es dann viel besser ausgeschaut.

Serge Aubin: „Wir wollen über 60 Minuten die Geschwindigkeit beibehalten“

Nach zwei Heimspielen in Folge treten die Eisbären Berlin am Montagabend mal wieder auswärts an. Ab 18:30 Uhr ist man dann bei der Düsseldorfer EG zu Gast. Zwei Wochen zuvor war man bereits schon einmal zu Gast im ISS-Dome und im ersten Drittel sah alles nach dem ersten Auswärtssieg der laufenden Saison aus, führte die Mannschaft von Headcoach Serge Aubin doch bereits mit 3:0. Am Ende stand man erneut als Verlierer da, nahm beim 4:5 n.V. aber immerhin noch einen Zähler mit. Morgen Abend will man es aber besser machen und alle drei Punkte mit in die Hauptstadt nehmen. Dass es nicht einfach wird, weiß Serge Aubin, schließlich hat die DEG erst einmal nach regulärer Spielzeit in dieser Saison verloren:

Natürlich möchten wir einen Start wie im letzten Spiel gegen Düsseldorf haben, aber die Geschwindigkeit dann 60 Minuten lang beibehalten. Über die letzten drei Spiele haben wir uns gut entwickelt. Wir haben es geschafft, auch enge Spiele für uns zu entscheiden, selbst wenn wir mal nicht so gut waren. Diese Konsistenz ist wichtig für uns und wir brauchen jeden Einzelnen. Düsseldorf spielt sehr gut, sie haben eine starke Verteidigung und können Tore schießen. Wir spielen gegen ein Team, das nur einmal in regulärer Spielzeit verloren hat. Wenn wir das Spiel gewinnen wollen, müssen wir die gesamten 60 Minuten durchspielen.

Aubin spricht es an. Man muss die gesamten 60 Minuten durchspielen. Das war beim ersten Duell im Rheinland nicht der Fall, da kassierte man noch im ersten Drittel den Anschlusstreffer und danach machte man die DEG durch unnötige Fehler wieder stark und brachte sie zurück ins Spiel. Und die Mannschaft von Trainer Harold Kreis hat dann die Qualität, so ein Spiel noch zu drehen und zu gewinnen. Das haben die Eisbären am eigenen Leib erfahren müssen.

Doch seit dem ist einiges passiert. Die Eisbären haben seitdem drei Spiele in Folge gewonnen und dabei volle neun Punkte eingefahren, weshalb man nun von ganz oben in der Nord-Gruppe grüßt. Dabei wurde man aber nur in zwei der drei Spiele gefordert. Gegen Krefeld gewann man mühelos, hätte bei besserer Chancenverwertung auch noch deutlicher gewinnen können. Im Heimspiel gegen Köln lief man zweimal einem Rückstand hinterher, blieb aber geduldig und fand irgendwann zu seinem Spiel und auch den Schlüssel, um dieses Spiel zu gewinnen. Und gegen Bremerhaven wusste man am Ende gar nicht so richtig, wie man dieses Spiel gewinnen konnte. Bremerhaven hatte die Berliner vor allem im Mitteldrittel komplett im Griff, scheiterte da aber immer wieder am eigenen Unvermögen im Abschluss oder aber an Mathias Niederberger im Berliner Tor. Aber Aubin sprach es ja an, man findet im Moment eben auch einen Weg zum Sieg, wenn man mal nicht überzeugend spielt. Und das ist in dieser verkürzten Saison von großer Bedeutung.

Und die Siege bringen den Spielern vor allem eins – Selbstvertrauen. Und dieses haben die Jungs aus dem Bremerhaven-Spiel mitgenommen und sind nun bereit für die nächste Herausforderung, wie es Verteidiger John Ramage sagte:

Das Team ist gut, wir haben Selbstvertrauen aus dem letzten Heimspiel gegen Bremerhaven. Ich denke, wir sind bereit für die nächste Herausforderung. Wir wussten, dass das letzte Spiel in Düsseldorf ein schweres war und so wie wir verloren haben, hat es einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Aber wir sind für dieses Spiel bereit und wollen sichergehen, dass wir einen guten Start haben.

In diesem Spiel nicht mithelfen können zwei Stürmer. Zum einen fehlt PC Labrie aufgrund muskulärer Probleme. Er ist in Berlin geblieben, ein Einsatz am Donnerstag ist aktuell fraglich. Ebenso in der Hauptstadt weilt Neuzugang Zach Boychuk, was aber keine Verletzungsgründe hat. Boychuk muss wegen der Hygienebestimmungen weiterhin auf sein DEL-Debüt im Eisbären-Trikot warten. Frühestens am Donnerstag könnte es soweit sein.
Dafür rückt Youngster Fabian Dietz in den Kader, er spielte zuletzt für Kooperationspartner Lausitzer Füchse in der DEL2.

Statistisch gesehen wäre mal wieder ein Eisbären-Sieg schön. Vier der letzten fünf Spiele verlor man gegen Düsseldorf, darunter dreimal im Rheinland. Vor zwei Wochen war man nah dran am Sieg, doch wenn man nicht 60 Minuten sein Spiel konsequent durchzieht, wird das eben nichts. Von daher muss die Devise morgen lauten: 60 Minuten die Geschwindigkeit beibehalten und konsequent die Chancen nutzen.

4:5 n.V. in Düsseldorf! Auch eine 3:0-Führung reicht nicht für den ersten Auswärtssieg der Saison

Die Eisbären Berlin warten weiterhin auf ihren ersten Auswärtssieg der Saison. Am Montagabend reichte nicht mal eine 3:0-Führung nach 16 Minuten für den ersten Auswärtssieg, am Ende stand man nach einem 4:5 n.V. (3:1,0:0,1:3/0:1) wieder nur mit einem Zähler da. Weil man das Eishockey spielen nach 40 Minuten eingestellt hat und die DEG so wieder zurück ins Spiel gebracht hat. Dementsprechend angesäuert war Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auch, weil es ihm unbegreiflich war, wie seine Jungs das Spiel noch aus der Hand geben konnten.

Bei den Eisbären nahm auf der Bank heute ein anderer Back-up-Goalie Platz. Tobias Ancicka weilte bei Kooperationspartner Weißwasser, so nahm der junge Rihards Babulis auf der Bank der Profis Platz. Im Tor stand natürlich wieder Mathias Niederberger. 

Die Eisbären wollten einen besseren Start in das dritte Auswärtsspiel der Saison haben und vor allem von der Strafbank fern bleiben. Und dieses Vorhaben setzten die Mannen von Chefcoach Serge Aubin perfekt um. Die Eisbären kamen gut aus der Kabine und Lukas Reichel hätte früh das 1:0 erzielen können, wurde aber entscheidend beim Abschluss gestört. Das Tor wäre frei gewesen. Aber das Führungstor sollte dann doch schnell fallen. Die DEG kassierte die erste Strafzeit und Powerplay können die Eisbären in dieser Saison. Zweimal hatte man es schon versucht, Kris Foucault per Onetimer in Szene zu setzen, zweimal klappte es nicht. Beim dritten Mal klingelte es dann aber, getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“. Mark Zengerle hatte die Scheibe auf der linken Seite am Pfosten und suchte nach der perfekten Anspielstation, er fand sie in Kris Foucault auf der rechten Seite und die Nummer 98 zog zum dritten Mal per Onetimer ab – 1:0 (5.).
Auch danach die Eisbären sehr druckvoll, mit einem aggressiven Forechecking. Sie setzten sich immer wieder im DEG-Drittel fest und stellten die Rheinländer vor große Probleme. Diese hatten große Mühe, sich überhaupt mal aus dem eigenen Drittel zu befreien. In der achten Spielminute hätte eine überragende Kombination beinahe zum 2:0 geführt. Frank Hördler spielte die Scheibe von der blauen Linie gerade runter zu Leo Pföderl, welcher gleich weiter in den Slot spielte, wo Matt White direkt abzog, aber an Mirko Pantkowski scheiterte.
Die Hauptstädter hatten dann das zweite Powerplay und die DEG stellte das schlechteste Penaltykilling der gesamten Liga. Zwar fanden die Eisbären die Formation und ließen die Scheibe gut laufen, aber Leon Gawanke scheiterte per Onetimer an Pantkowski und Matt White am Pfosten.
Aber es geht auch ohne Überzahl. Marcel Noebels mit dem Pass hoch zur blauen Linie, Parker Tuomie zog von der blauen Linie ab, die Scheibe rutschte Pantkowski durch die Schoner und PC Labrie schaltete am schnellsten, drückte sie über die Linie – 2:0 (14.).
Eine Minute später kassierte Düsseldorfs Top-Scorer Daniel Fischbuch die dritte Strafzeit der Partie und zum zweiten Mal klingelte es im Berliner Powerplay im Düsseldorfer Tor. Wieder eine starke Kombination der Berliner, Leon Gawanke mit dem Pass von links in den Slot, wo Leo Pföderl das Auge für Marcel Noebels hatte und sie direkt auf rechts weiterspielte, wo Marcel Noebels Maß nahm, um per Onetimer zu seinem ersten Saisontor zu treffen – 3:0 (16.).
Es wirkte fast so, als ob die Hausherren hier total überfordert waren mit dem Power-Hockey der Eisbären. Als ob es ihnen alles zu schnell ging.
Aber zum Ende hin kamen die Rheinländer doch nochmal auf. Sie hielten die Eisbären lange im eigenen Drittel fest, diese konnte so nicht wechseln und leisteten sich den Fehler im Spielaufbau. Nicolas Jensen chippte die Scheibe vor das Tor, wo Jerome Flaake das Spielgerät aus der Luft ins Tor beförderte. Nach Ansicht des Videobeweises ein reguläres Tor – 3:1 (18.).
Und auf einmal waren die Gastgeber für 1:54 Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und die DEG stellt das beste Powerplay der Liga, traf bisher in jedem Ligaspiel in Überzahl. Aber das Penaltykilling der Eisbären funktionierte und so nahm man eine souveräne 3:1-Führung mit in die erste Drittelpause.
Ex-Eisbär Charlie Jahnke war nach den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport nicht zufrieden:

Das ist zu wenig von uns. Wir spielen zu kompliziert. Wir müssen von der Strafbank fern bleiben. Wir wissen, dass die Eisbären da gut sind, wir haben denen die Tore geschenkt.

Das zweite Drittel bot dann bei weitem nicht mehr so viel Torraumszenen wie noch das erste Drittel und Tore sollten auch keine fallen. Dabei hatten die Eisbären früh die dicke Chance zum 4:1, aber Giovanni Fiore scheiterte mit seinem Versuch aus der Drehung am Pfosten.
Anschließend zwei Überzahlspiele für die Eisbären, aber sie bekamen diesmal nicht so wirklich Druck auf das Düsseldorfer Tor. Die DEG verteidigte das sehr kompakt und überstand die Unterzahlspiele somit schadlos.
Chancen waren Mangelware im Mitteldrittel. Sechs Minuten vor der zweiten Pause mal ein Zwei-auf-Eins-Konter der Gäste, Mark Zengerle auf Giovanni Fiore, doch der scheiterte freistehend an Pantkowski. Danach die Eisbären zum zweiten Mal mit zwei Mann weniger auf dem Eis, aber auch dieses Mal schaffte es das beste Powerplay der Liga nicht, den Unterzahl-Riegel der Eisbären zu knacken. In der letzten Minute dann nochmal beide Teams mit je einer guten Chance, aber auch diese vereitelten die beiden Goalies.
Kai Wissmann mit seinem Statement zu den ersten 40 Minuten:

Ich denke, wir sind bei Fünf-gegen-Fünf auf jeden Fall die bessere Mannschaft. Das Spiel ist doch sehr zerfahren, dafür, dass es für alles eine Strafzeit gibt. Ganze Zeit Überzahl, Unterzahl. Wir müssen schlauer sein mit unseren Schlägern, vor allem in der offensiven Zone. Wir haben zweimal Fünf-gegen-Drei gekillt, aber das geht nicht immer gut.

Für das letzte Drittel hatten sich die Rheinländer hier jede Menge vorgenommen, das sah man sofort. Charlie Jahnke vergab noch freistehend eine gute Chance, wenig später klingelte es aber im Berliner Kasten. Und wie sollte es anders sein, es war ein Powerplaytor der DEG. Leo Pföderl saß in der Kühlbox und Nicolas Jensen hatte von der blauen Linie zu einem Onetimer ausgeholt, den Mark Olver unhaltbar abfälschte – 3:2 (44.).
Direkt im Gegenzug die Eisbären aber beinahe mit der Antwort, ein Drei-auf-Zwei-Konter, Matt White mit dem Abschluss, aber knapp am Tor vorbei. Aber im nächsten Angriff schepperte es im Tor von Mirko Pantkowski. Mark Zengerle bekam zu viel Platz, kurvte im DEG-Drittel von rechts nach links, legte sich die Scheibe von der Rückhand auf die Vorderhand und schlenzte die Scheibe ins lange Eck – 4:2 (48.).
Mitten in eine Drangphase der Hausherren also das vierte Berliner Tor. Und noch in der selben Minute hätte Giovanni Fiore fast das 5:2 nachgelegt, aber die Latte stand im Weg.
Das war es dann aber auch schon fast mit der offensiven Herrlichkeit der Eisbären. Danach ging es eigentlich nur noch in Richtung Mathias Niederberger. Johannes Johannesen zog von der blauen Linie ab, Mathias Niederberger parierte, Jerome Flaake setzte nach, scheiterte am Berliner Goalie, welcher nun am Boden lag und gegen den nächsten Nachschuss von Maximilian Kammerer in die lange Ecke keine Chance – 4:3 (51.).
Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit Fehlpass von Kapitän Frank Hördler auf Matt Carey, welcher die Scheibe per Rückhand und No-Look-Pass auf Ken-Andre Olimb passte und der behielt vor Mathias Niederberger die Nerven, tanzte ihn aus und schoss ein zum 4:4 (54.).
Die Eisbären wirkten angeschlagen, bekamen keinen sauberen Pass mehr gespielt. Und die DEG hatte Oberwasser und wollte hier nun auch die drei Punkte holen. Alexander Karachun hatte den Führungstreffer drei Minuten vor dem Ende auf der Kelle, aber der Pfosten stand im Weg.
Die Eisbären eigentlich nur noch einmal gefährlich. Fiore stibitzte die Scheibe im Angriffsdrittel, zog vor das Tor, scheiterte aber an Mirko Pantkowski. So stand es nach 40 Minuten 4:4 und beide Teams hatten einen Punkt sicher.

In der Overtime waren es die Eisbären, die durch Marcel Noebels die erste dicke Chance hatten, aber er schoss knapp vorbei. Danach nur noch die DEG. Daniel Fischbuch und Nicolas Jensen scheiterten an Mathias Niederberger, aber die dritte Chance saß dann. Nicolas Jensen über rechts mit dem Querpass auf die linke Seite, wo Maximilian Kammerer lauerte und zum 5:4 einschoss. Die DEG sicherte sich den Zusatzpunkt, während die Eisbären auch die dritte Heimfahrt von einem Auswärtsspiel ohne Sieg antreten mussten.

Das muss man erst mal sacken lassen. Nach 16 Minuten sahen die Eisbären eigentlich wie der sichere Sieger aus. Sie hatten das Spiel und die DEG im Griff, führten mit 3:0. Nichts sah danach aus, als ob Düsseldorf hier noch etwas mitnehmen würde. Auch das 1:3 nahm man noch so mit. Im zweiten Drittel war es dann von beiden Seiten nicht viel, was kam. Aber die Eisbären hielten die DEG vor dem eigenen Tor in Schacht. Eigentlich hätte man im letzten Drittel nicht viel daran ändern müssen und stattdessen vielleicht auf das vierte Tor gehen müssen.
Doch unerklärlicherweise stellten die Eisbären das Eishockey spielen ein und überließen den Hausherren mehr und mehr das Spiel. Dadurch konnte die DEG Selbstvertrauen aufbauen und sich Stück für Stück zurück ins Spiel kämpfen. Weil den Eisbären nichts mehr gelang. Die Rheinländer dagegen spielten sich in einen Rausch und es hätte fast zu diesem Spiel gepasst, wenn die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis hier sogar die ganzen drei Punkte mitgenommen hätte.
Das Trainerteam um Serge Aubin wird diese Niederlage aufarbeiten müssen und wird dem Team vor allem das letzte Drittel zeigen. Aubin fiel es auf der PK nach dem Spiel auch schwer, das Spiel zu analysieren, weil er enttäuscht war. Da dürfte der Mannschaft eine ungemütliche Rückfahrt bevorstehen.
Auch Marcel Noebels war nach dem Spiel enttäuscht:

Wir haben aufgehört zu spielen. Wir haben viel zu viel Raum und Platz gelassen, wir haben den Gegner so selber wieder ins Spiel gebracht, was völlig unnötig war. Wir haben zwei Drittel wirklich sehr, sehr gutes Eishockey gespielt, aber am Ende haben wir uns selbst ins Bein geschossen. Wir haben 40 Minuten sehr, sehr gutes Eishockey gespielt. Aber wir wissen, dass 40 Minuten in dieser Liga nicht ausreichen. Wir müssen uns deswegen zum Vorwurf machen, dass wir in den letzten 20 Minuten nicht unser Spiel gespielt haben und aufgehört haben, zu laufen. Düsseldorf ist dann eine Mannschaft, die kreiert dann Torchancen und gewinnt das Spiel.

Serge Aubin vor dem Düsseldorf-Spiel: „Es ist Zeit für einen Auswärtssieg“

Die Eisbären Berlin und ihre zwei Gesichter: Zu Hause hat man bisher alle drei Heimspiele gewonnen, dabei alle neun Punkte eingesammelt und 13:2-Tore geschossen. Auswärts hat man dagegen beide Spiele verloren, nur einen Punkt geholt bei 2:6-Toren. Dabei ist es in dieser verkürzten Saison von enormer Bedeutung, sowohl zu Hause als auch auswärts Punkte zu holen. Gerade in der sehr engen Gruppe Nord, wo sich bis auf Krefeld alle anderen sechs Teams berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an den Playoffs machen können. Daher wechseln in der Nord-Gruppe auch ständig die Plätze und immer führt ein anderes Team die Tabelle an. Eisbären-Chefcoach Serge Aubin weiß auch um die Bedeutung der Auswärtsspiele, wie er gestern nach dem Training sagte:

Guter Punkt. Unsere Heimspiele waren gut, aber unsere Auswärtsspiele… Wenn ich an Wolfsburg denke, da sind wir schwach ins Spiel gekommen und es dauerte eine Weile, bis wir ins Spiel kamen. Es ist Zeit für einen Auswärtssieg. Wenn man auswärts spielt, muss man ein einfaches, aber hartes Spiel machen und von der Strafbank wegbleiben. Das erwarte ich also von dem Spiel am Montag.

Zu Hause haben die Eisbären bisher nichts anbrennen lassen und sind immer perfekt ins Spiel gekommen. Auswärts dagegen tut man sich schwer, ins Spiel zu finden. Wenn du dann einen schlechten Start hast und zudem ein Gegentor kassierst, wird es noch schwerer, das Selbstvertrauen für diese Partie auf fremden Eis wieder zu finden. Stürmer Mark Olver wurde gefragt, wie wichtig es ist, das Momentum nun auf der eigenen Seite zu behalten und dass man endlich den ersten Auswärtssieg der Saison einfährt. Dabei ging er eben auch auf die Startphase des Spiels ein:

Wir brauchen einen besseren Start ins Spiel, darauf kommt es an. Beim letzten Auswärtsspiel hatten wir einen schwierigen Start. Wir haben früh eine Strafe genommen und sie konnten ein Tor erzielen. Das hat ihnen viel Momentum gebracht. Wir müssen einfach einen besseren Start haben und dann unser System weiterspielen. Einfach selbstbewusst sein mit dem, was wir in der Kabine haben und wie wir als Team sind. 

Worauf es morgen Abend in Düsseldorf (18:30 Uhr/ISS-Dome) auch ankommen wird, sind die Special Teams. Denn vor dem Spiel in Iserlohn stellte man das beste Penaltykilling der Liga. Dann kam das Spiel am Seilersee und man kassierte in vier Unterzahlspielen vier Gegentore. Und mit der DEG trifft man morgen auf das beste Powerplayteam der Liga. Denn die Rheinländer haben neun Tore in 25 Überzahlsituationen erzielt. Serge Aubin auf die Frage, wie wichtig die Special Teams sind und wie wichtig es ist, dass man von der Strafbank weg bleibt:

Es wird sehr wichtig. Wir haben uns schon bewiesen, dass wir bei 5-gegen-5 ein ziemlich solides Spiel machen. In Special Teams Situationen können dann die talentierten Spieler ihre Fähigkeiten zeigen und haben mehr Zeit und Platz. Düsseldorf hat gute Leute, Barta, Fischbuch etc. Wir wollen sichergehen, ihnen nicht erst die Chance zu geben aufzuspielen. Für uns ist es wichtig, ein schnelles Spiel zu machen, 60 Minuten lang gut zu spielen und wenn es dann Zeit für Unterzahl wird, was im Spiel nun mal vorkommt, müssen wir herausfinden, wie wir das meistern können. Ich denke, das braucht kompletten Einsatz von allen. 

Dass man es in Unterzahl schon besser gemacht hatte als in Iserlohn, sah man bereits am Freitagabend beim Heimspiel gegen Köln, wo man diesmal ohne Gegentor blieb. Genau an diese Leistung muss man nun beim rheinischen Rivalen der Haie anknüpfen, um erstmals drei Punkte mit in die Hauptstadt zu nehmen. Einer, der dabei kräftig mithelfen will, ist Mark Olver. Der Stürmer steht aktuell bei einem Tor und vier Vorlagen. Drei Vorlagen gelangen ihm am Freitag gegen Köln. Wie zufrieden ist die Nummer 91 mit seiner bisherigen Leistung in der noch jungen Saison:

Natürlich bin ich das, aber das ist nicht alles. Wir müssen Spiele gewinnen. Das schlimmste ist es, nach einer Niederlage in die Kabine zu kommen. Das ist ein schreckliches Gefühl. Momentan geht es ums Gewinnen und darum, sich einen guten Platz in der Tabelle zu erarbeiten, um in die Playoffs zu kommen. 

1:2 n.V. gegen Düsseldorf: Eisbären beißen sich an der besten Defensive der Liga die Zähne aus

Ausgabe #28:

Dieses Spiel hat bereits Lust auf die Playoffs gemacht. Da werden wir genau solche hart umkämpften und torarmen Spiele erleben. Und wenn man dort nicht über die gesamte Spielzeit fokussiert und frei von Fehlern ist, wird man den Preis dafür bezahlen. So hat es auch Eisbären-Chefcoach Serge Aubin gestern nach der 1:2-Heimniederlage n.V. gegen die Düsseldorfer EG gesehen. Er war zwar sehr, sehr zufrieden mit dem Einsatz seiner Mannschaft, aber bemängelte eben auch, dass man nicht über die 62 Minuten fokussiert war. Und in der Verlängerung traf man eine falsche Entscheidung, welche letztendlich zur Niederlage führte. Und dazu, dass die Rheinländer den Rückstand auf vier Zähler verkürzen konnten. Dennoch haben die Berliner nach wie vor alles in der eigenen Hand, schließlich steht ja noch das Nachholspiel gegen Schwenningen an. Wenn man dort gewinnt, sollte Platz Vier sicher sein. Aus dem gestrigen Spiel können die Eisbären auf jeden Fall viel lernen, wie es Serge Aubin sagte. Denn es war definitiv ein gutes Spiel der Eisbären, welche im weiteren Spielverlauf aber den Fuß vom Gas nahmen, wie es Aubin analysierte. Und genau das darfst du dir in den Playoffs nicht leisten. Denn dann zahlst du den schmerzhaften Preis dafür.

Die Eisbären vertrauten dem selben Team, welches am Sonntag in Nürnberg verloren hatte. Auch im Tor gab es keine Veränderung, weshalb davon auszugehen ist, dass für Aubin Justin Pogge als Nummer Eins in die Playoffs gehen wird.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären waren von der ersten Sekunde an hellwach und machten sehr deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten. Sie suchten sofort den Weg in Richtung Matthias Niederberger, der laut Gerüchten zufolge ja in der nächsten Saison wieder das Trikot mit dem Eisbärenkopf drüber ziehen wird, und nahmen ihn unter Beschuss. Aber da bewies er seine Klasse und ließ die Eisbären-Akteure reihenweise verzweifeln. Früh war er aber bereits einmal geschlagen, aber PC Labrie scheiterte mit seinem Kracher am Torgestänge.
Immer wieder kurbelten die Eisbären neue Angriffe an, während man hinten einen relativ ruhigen Abend im ersten Drittel verbrachte, da man sehr kompakt verteidigte und kaum etwas zu ließ. Einzig ein Konter der DEG rutschte mal durch, aber da war Justin Pogge zur Stelle. Die Chance hatte übrigens Charlie Jahnke, der im Rheinland richtig aufblüht und dort gute Leistungen zeigt. Was für ihn der Vorteil ist, erklärte sein aktueller Trainer Harold Kreis nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Er meinte, es sei für Jahnke ein Vorteil gewesen, dass die DEG so viele Verletzte zu beklagen hatte. Dadurch bekam er Eiszeit und konnte sich empfehlen, was bei Clubs mit 13,14,15 Stürmern natürlich schwerer gewesen wäre. In Düsseldorf scheint der Youngster sein Glück gefunden zu haben.
Es folgte das erste Berliner Überzahlspiel und da sah man schon, dass man unter der Woche dran gearbeitet hatte, aber trotzdem konnte man dieses nicht nutzen, obwohl man gute Möglichkeiten hatte.
Die DEG beendete das Auftaktdrittel dann mit einem Mann mehr und kam dadurch auch zu Möglichkeiten, aber am torlosen Ausgang des ersten Drittels sollte sich nichts mehr ändern.

Die Mannen von Chefcoach Harold Kreis hatten auch zu Beginn des zweiten Drittels noch Powerplay

Foto: eisbaerlin.de/walker

und sie nahmen den Schwung auch nach Ablauf des Powerplays mit. Sie wirkten deutlich wacher und bestimmten die Anfangsphase des zweiten Drittels. Das Bild glich dem des ersten Drittels, nur dass es dieses Mal die DEG war, die in Richtung des Tores vor der Fankurve Angriffe einleitete. Der Unterschied zum ersten Drittel war aber der, dass die Berliner ebenso Chancen hatten und es so ein Duell auf Augenhöhe war, in dem beide Mannschaften immer wieder Möglichkeiten hatten. Aber dennoch war deutlich anzumerken, dass die DEG es den Eisbären inzwischen schwerer machte, sich beste Chancen herauszuspielen, weil sie ihrem Namen der besten Defensive der Liga alle Ehre machten.
Die Gäste dann mal wieder mit einem Überzahlspiel, aber das Penaltykilling der Eisbären mit guter Arbeit, so überstand man diese Unterzahl schadlos. Auch die Hausherren im Anschluss nochmal mit einem Mann mehr, aber auch die Berliner blieben erfolglos in Überzahl. So warteten 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof also auch nach 40 Minuten noch auf den ersten Treffer der Partie.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Drittel merkte man dann beiden Mannschaften an, dass sie hier nicht den entscheidenden Fehler machen wollten. Denn es war so ein Spiel, wo man davon ausgehen musste, dass ein Tor dieses entscheiden kann. Und dann ging die DEG in Führung. Weil die Eisbären die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel bekamen. Luke Adam behielt sie im Angriffsdrittel, schoss sie aufs Tor, wo Justin Pogge nur prallen lassen konnte. Wer stand goldrichtig zum Nachschuss vor dem Tor? Genau, Charlie Jahnke, er staubte zum 0:1 ab (50.). Solche Geschichten schreibt eben nur der Sport und man stelle sich mal vor, dieser Charlie Jahnke hätte für die drei Punkte der DEG gesorgt.
Dass es nicht dazu kam, lag daran, dass die Eisbären dann doch einmal ihr Powerplay nutzen konnten. Maxim Lapierre zog hinter das Tor, sah im Slot Mark Olver stehen und der ließ Matthias Niederberger keine Chance – 1:1 (55.).
Danach versuchten es beide Teams nochmal, aber beide Goalies ließen keinen Puck mehr durch. So ging es beim Stand von 1:1 in die Verlängerung.

Und in dieser passierte den Eisbären der Fehler, welchen Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auf der

Foto: eisbaerlin.de/walker

Pressekonferenz ansprach. Man war für die ersten 40 Sekunden nicht am Puck, konnte das aber gut wegstecken. Dann aber entschieden sich seine Jungs falsch, denn laut Aubin hätten sie sich lieber erst einmal erholen sollen, statt noch einmal anzugreifen. So kam der Angriff, welcher letztendlich das Spiel entschied. Weil die Eisbären die Scheibe hinter dem eigenen Tor nicht festmachen konnten und weil vor dem Tor die Konzentration fehlte und Siegtorschütze Luke Adam gänzlich allein gelassen wurde. Nach dem die DEG den Puck hinter dem Tor verloren, danach aber zurück erkämpft hatte, folgte der Pass in den Slot, wo Adam nicht lange fackelte und die Arena am Ostbahnhof verstummen ließ – 1:2 (62.).

Während sich die DEG über die zwei enorm wichtigen Punkte freute, merkte man den Eisbären die Enttäuschung über die Niederlage an. Denn sie wussten, dass sie dieses Spiel eigentlich hätten gewinnen müssen. Im ersten Drittel dominierte man das Spielgeschehen und brachte die beste Defensive der Liga ein ums andere Mal in Verlegenheit. Aber entweder stand das Aluminium im Weg oder Matthias Niederberger. Ab dem zweiten Drittel verpasste man es, genau so weiter zu spielen. Man ließ Düsseldorf ins Spiel kommen und so wurde es ein offener Schlagabtausch. Das man im Schlussdrittel nach dem Rückstand noch den Weg zum Ausgleich fand, ehrt die Mannschaft wieder und zeugt von der großen Moral im Team. Aber in der Verlängerung entschieden sie sich falsch und wurden dafür bestraft.
Insofern ist dieses Spiel vielleicht genau das richtige Lehrbeispiel, wie man es in den Playoffs nicht machen darf. Da muss man genau so weiterspielen wie im ersten Drittel. Denn wenn man das gemacht hätte, wären die drei Punkte in Berlin geblieben. Aber lieber jetzt eine unnötige Niederlage gegen Düsseldorf als in der vermeintlichen Playoff-Viertelfinalserie…

Endspiel um Platz Vier: Mit einem Sieg gegen den möglichen Viertelfinal-Gegner Düsseldorf können die Eisbären das Heimrecht nahezu perfekt machen

Viele Menschen sehnen sich nach dem Frühling, der bald beginnen soll. Wir Eishockey-Fans sehnen uns dagegen auch nach der nächsten Jahreszeit. Und zwar den Playoffs, welche kurz bevor stehen. Vier Hauptrundenspieltage sind es noch, bis die Paarungen feststehen. Die Eisbären Berlin haben sogar noch fünf Spiele zu absolvieren, da es noch das Nachholspiel gegen Schwenningen gibt. Von welchem Platz aus der Hauptstadtclub ins Viertelfinale gehen wird, steht noch nicht hundertprozentig fest. Aber morgen Abend könnte es fast so weit sein. Denn ab 19:30 Uhr empfangen die Berliner die Düsseldorfer EG in der Arena am Ostbahnhof (Bully: 19:30 Uhr). Die Rheinländer stehen aktuell auf Platz Fünf, also einen Platz hinter den Eisbären und weisen fünf Zähler (85 Punkte Berlin/80 Punkte Düsseldorf) Rückstand auf. Dazu hat die DEG aber auch noch ein Spiel mehr absolviert. Sozusagen ist dieses Spiel morgen Abend also ein „Endspiel um Platz Vier„, denn bei einem Sieg hätte man acht Punkte Vorsprung und das Heimrecht im Viertelfinale nahezu sicher. Bei einer Niederlage müsste man weiterhin zittern, hat aber auch noch das Nachholspiel gegen Schwenningen in der Hinterhand.

Vieles deutet daraufhin, dass es morgen nicht das letzte Duell in dieser Saison zwischen den Berlinern und den Rheinländern sein wird. Denn die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis könnte sehr wahrscheinlich im Viertelfinale der Gegner der Eisbären sein. In dieser Hinsicht wird man also morgen bereits erste Duftmarken setzen und dem jeweiligen Gegner zeigen wollen, was ihm im möglichen Viertelfinale bevorstehen könnte. Und das Heimrecht in dieser möglichen Serie könnte Goldwert sein, hat doch in den bisherigen drei Duellen jeweils das Heimteam gewonnen – Düsseldorf mit 2:1 und 4:0, Berlin mit 3:1.

Und die Eisbären scheinen genau zur richtigen Zeit in Bestform zu kommen. Auch wenn es zuletzt nach fünf Siegen in Folge eine Niederlage in Nürnberg setzte, so sind die Eisbären auf dem richtigen Weg. Der Kader scheint so gut und vor allem tief besetzt wie schon lange nicht mehr. Man verfügt über vier Angriffsreihen, die ein Spiel entscheiden können. Dabei sticht natürlich die Paradereihe um James Sheppard, Leo Pföderl und Top-Scorer Marcel Noebels hervor. Und Pföderl ist voll des Lobes über seine Reihenpartner (Quelle: aktuelle Ausgabe der Eishockey NEWS Nr. 09 vom 25.02.2020):

Sie sind überragend. ‚Noebi‘ ist im Moment richtig stark unterwegs und momentan vielleicht der beste Spieler in der Liga. Und ‚Sheppi“‚ kann eigentlich auch alles, er kann hart spielen und hat eine gute Übersicht. Es macht Spaß mit den beiden.

Das Gute daran ist, dass die Eisbären nicht immer abhängig von dieser Reihe sind. Klar haben die Drei maßgeblichen Anteil an der guten Saison der Eisbären, haben sie über weite Strecken der Saison getragen, wie Trainer Serge Aubin kürzlich auf der Pressekonferenz sagte. Aber wenn die Drei sich mal eine Auszeit genehmigen, dann springen eben die drei anderen Reihen in die Bresche und richten das für die Mannschaft.
Und was auch ein Faustpfand für die Eisbären ist, sie haben eine unglaubliche Moral, geben nie auf und finden immer einen Weg, Spiele zu gewinnen. Auch wenn sie mal nicht so gut spielen oder sie Rückschläge kassieren. Dann hören sie nicht auf zu spielen oder an sich zu glauben, sondern machen immer weiter. Bis zur letzten Sekunde. All das ist auch ein Verdienst des neuen Trainerteams um Chefcoach Serge Aubin und seinen beiden Co-Trainern Gary Fleming und Craig Streu. Diese haben den Eisbären eine neue Identität verliehen und sie wieder zu einem Top-Team in der DEL gemacht, welches in den Playoffs definitiv ein Wörtchen mitreden kann und wird. Die Kritiker aus der Sommerpause dürften also verstimmt sein, denn Aubin leistet gute Arbeit und seine Verpflichtung war durchaus ein Glücksgriff von Sportdirektor Stéphane Richer.

Aber trotzdem liegen vor den Verantwortlichen der Eisbären noch kleine Baustellen, um bestmöglich in die Playoffs zu gehen. Und da ist allen voran das Powerplay zu nennen, welches zuletzt zwar Tore produzierte, aber dennoch das drittschlechteste der Liga ist. Nur, wenn dein Powerplay funktioniert und du von der Strafbank fern bleibst, kannst du in den Playoffs Erfolg haben. Die Disziplin ist angesprochen worden, auch da müssen sich die Eisbären zusammen reißen und von der Kühlbox weg bleiben, unnötige Strafen vermeiden. Auch die individuellen Fehler, welche durchaus immer noch im Spiel vorhanden sind, muss man abstellen, denn in den Playoffs wird jeder Fehler eiskalt bestraft.

Und man muss seine Chancen nutzen, an der Chancenverwertung müssen die Jungs auch noch arbeiten. Gegen Düsseldorf bekommt man da schon mal einen Vorgeschmack auf die Playoffs, verfügen die Rheinländer doch über die beste Defensive der Liga (107 Gegentore). Da wird es auch für den viertbesten Sturm der DEL nicht so einfach, Tore zu schießen. Umso wichtiger, dass man klug spielt, jede Scheibe zum Tor bringt und die wenigen sich bietenden Chancen eiskalt verwertet. Dann klappt es auch mit einem Sieg gegen zuletzt äußerst starke Düsseldorfer.

Denn die DEG überraschte am vergangenen Wochenende mit zwei Auswärtssiegen in Mannheim (6:2) und München (3:2). Sieben der letzten zehn Spiele hat die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis gewonnen. Und die beiden Siege beim Meister und Vizemeister haben für Aufsehen gesorgt und gezeigt, dass man die DEG keinesfalls unterschätzen soll. Auch nicht in den Playoffs, wenn sich diese beiden Mannschaften evtl. wieder gegenüber stehen werden.

Serge Aubin kann auf alle Spieler vom Nürnberg-Spiel zurückgreifen. Es fehlen lediglich die Langzeitverletzten Vincent Hessler, Florian Busch, Sean Backman und Constantin Braun. Ansonsten sind alle Spiele an Board und bereit für Düsseldorf.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG am 28.02.2020 um 19:30 Uhr:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Ersatz:

Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Constantin Braun (Knie), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch