3:2 n.P.! Matt White sichert den Eisbären den Zusatzpunkt gegen Düsseldorf

Ausgabe #16:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Sonntagnachmittag gewonnen. Am 1. Advent setzten sich die Berliner verdient mit 3:2 n.P. (1:0,0:1,1:1,/0:0,1:0) gegen die Düsseldorfer EG durch. Die Eisbären zeigten über zwei Drittel eine konzentrierte Leistung, für welche man sich am Ende mit zwei Punkten belohnte. Nur im Mitteldrittel verlor man den Faden, aber das wurde heute nicht bestraft.

Bei den Eisbären kehrte Tobias Ancicka zurück ins Tor, Felix Noack saß als Back-up auf der Bank. Peter Regin rückte in den Kader zurück, weshalb Juho Markkanen auf der Tribüne Platz nehmen musste. Somit ergaben sich auch Änderungen im Line-up.
In der Defensive blieb nur das Pärchen Frank Hördler/Marco Nowak zusammen. Die beiden anderen Verteidiger-Pärchen sahen wie folgt aus: Morgan Ellis/Julian Melchiori, Jonas Müller/Ryan Bettahar. Eric Hördler war als siebter Verteidiger dabei.
In der Offensive blieb lediglich die Reihe um Kevin Clark, Zach Boychuk und Marcel Noebels zusammen. Die anderen drei Sturmreihen sahen wie folgt aus: Leo Pföderl/Peter Regin/Matt White, Alex Grenier/Bennet Roßmy/Yannick Veilleux, Frank Mauer/Manuel Wiederer/Giovanni Fiore.
Aubin hatte also ordentlich rotiert. Die Frage war, ob er diesmal damit Glück haben würde.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären hängen weiter im Tabellenkeller fest, weshalb sie nur eine Siegesserie retten kann, um den erhofften Weg nach oben endlich einschlagen zu können. Doch aktuell treten die Berliner eher auf der Stelle als das sie vorankommen. Und gegen die DEG sollte es auch keinesfalls leicht werden, auch wenn man das erste Spiel in dieser Saison recht souverän mit 5:2 gewann. In Düsseldorf setzte es dagegen eine 2:4-Niederlage.

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Verhaltener Beginn in Berlin, wo es erstmal mit vorsichtigem Abtasten losging. Erstmals gefährlich vor dem Tor wurde es beim ersten Powerplay der DEG, allerdings auch wirklich nur einmal. Was nicht verwundert, stellt die DEG doch das schlechteste Powerplay der PENNY DEL.
Die Eisbären anschließend mit der optischen Überlegenheit, aber wie am Freitag fand man nur schwer die Lücke in der Düsseldorfer Defensive. Diese fand dann aber Zach Boychuk nach sieben Minuten. Marcel Noebels hatte die Scheibe hoch an die blaue Linie gespielt, wo Morgan Ellis zum Abschluss kam. Sein Schuss blieb vor dem Tor hängen, Boychuk schaltete am schnellsten und schon lagen die Eisbären vorne – 1:0 (7.).
Zum dritten Mal in Folge das 1:0, die große Frage war nun natürlich, wie man heute damit umgehen würde. In Mannheim und am Freitag gegen Nürnberg gab man die Führung schnell ab und lag hinten. Die Eisbären blieben auf jeden Fall am Drücker und drängten die DEG weiter ins eigen Drittel.
Von Düsseldorf kam wenig nach vorne. Erst Mitte des Drittels die Gäste mal wieder mit einem guten Wechsel, wo es auch gleich brenzlig vor dem Tor von Ancicka wurde. Aber der junge Berliner Goalie war hellwach und parierte die Chance der DEG sicher.
Die Eisbären danach mit dem ersten Powerplay und dort schepperte es am Pfosten des DEG-Tores. Der Kapitän hatte zu genau gezielt. Frank Hördler mit dem Aluminiumtreffer.
Fortan weiter dasselbe Bild wie bisher. Die Eisbären die spielbestimmende Mannschaft, welche immer wieder den Weg in die Offensive suchte. Den suchte die DEG sehr selten, wenn sie aber mal durchkamen, wurde es auch gefährlich. So auch wieder bei einer Doppelchance von Philip Gogulla fünf Minuten vor dem Ende des ersten Drittels, doch auch hier war Tobias Ancicka zur Stelle.
Die Berliner in der Schlussphase nochmal in Unterzahl, das schlechteste Powerplay durfte nochmal ran. Und das gleich mit zwei Mann mehr für ganze 71 Sekunden. Doch die Eisbären überstanden die doppelte Unterzahl, so richtig gefährlich wurde es aber auch nicht wirklich. Einzig gegen Alexander Blank musste Ancicka retten. So nahmen die Eisbären eine verdiente 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

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Zu Beginn des Mitteldrittels die DEG deutlich präsenter vor dem Berliner Tor als noch im gesamten ersten Drittel. Da setzte man sich ja vor allem dank des doppelten Powerplays im Berliner Drittel fest, konnte aber nicht für viel Gefahr sorgen. Das änderte sich im zweiten Drittel, denn da schlug die DEG nach nicht einmal drei Minuten zu. Die vierte Reihe der DEG spielte die Eisbären zu einfach aus. Nicolas Geitner auf Ex-Eisbär Cedric Schiemenz, der mit der Ablage für Edmund Junemann und der sorgte für den 1:1-Ausgleichn (23.).
Die Eisbären fanden im Mitteldrittel nicht so zu ihrem Spiel, wie es noch im ersten Drittel der Fall war. Der Spielaufbau gelang nicht mehr so einfach, die Pässe kamen nicht mehr so gut an. Man lief der DEG in der Anfangsphase teilweise hinterher. Die Gäste aus Düsseldorf bestimmten in dieser Phase das Spiel.
Erst Mitte des zweiten Drittels die Eisbären mal wieder mit einer dicken Chance. Marcel Noebels ließ einen Verteidiger klasse stehen, zielte dann aber etwas zu ungenau. Kurz darauf kam Morgan Ellis zum Abschluss, aber er scheiterte an Henrik Haukeland.
Düsseldorf anschließend mit dem nächsten Überzahlspiel. Und dort kam Tobias Eder (der zur nächsten Saison nach Berlin wechseln soll) zweimal zum Abschluss, aber er scheiterte an Tobias Ancicka. So konnte die DEG ihre Powerplayquote weiterhin nicht verbessern.
In der Schlussphase durften die Berliner nochmal mit einem Mann mehr ran. Und Freitag klingelte es ja zweimal in Überzahl. Doch heute fand man zwar die Formation, aber nicht die Lücke, um zu treffen. Die DEG verteidigte das aber auch sehr gut. So stand es nach 40 Minuten 1:1.

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Das letzte Drittel begann für die Eisbären noch mit 1:46 Minuten in Überzahl, da die DEG kurz vor der zweiten Pause noch eine Strafe wegen zu vieler Spieler kassierte. Matt White hatte im Powerplay kurz vor Ablauf die beste Chance, doch er traf nur das Aluminium. Was auch sonst, treffen das die Berliner doch in dieser Saison besonders häufig. Auch am Freitag gegen Nürnberg, als es fünfmal getroffen wurde.
Danach dasselbe Bild wie im ersten Drittel. Die Eisbären dominierten das Spiel und suchten die Lücke in der Düsseldorfer Defensive. Die DEG lauerte auf Konter, den sie auch bekamen. Tobias Eder war auf und davon, scheiterte aber an Ancicka.
Düsseldorf Mitte des letzten Drittels mit dem nächsten Powerplay, aber auch diesmal konnten die Gäste in diesem für keinerlei Gefahr sorgen. Für Gefahr sorgten danach aber die Berliner im Powerplay, doch entweder traf man das Außennetz oder Haukeland stand im Weg.
Fünf Minuten vor dem Ende fand die Scheibe aber den Weg ins Tor. Morgan Ellis hatte abgezogen und die Scheibe flog ins Tor. Die DEG reklamierte aber lautstark, da sie der Meinung waren, ihr Goalie wäre behindert worden. Die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Andre Schrader prüften das Tor beim Videobeweis und blieben bei ihrer „On-Ice-Entscheidung“ – 2:1 (55.) durch Peter Regin, welcher den Schuss entscheidend abgefälscht hatte. Die letzten Spiele nur der Tribünenplatz, heute das so wichtige 2:1.
Rayan Bettahar hätte in der Schlussphase beinahe den Deckel drauf gesetzt, doch er scheiterte – natürlich – an der Latte. Da war die DEG gerade beim Wechseln und somit hatten die Eisbären richtig viel Platz, den sie leider nicht nutzen konnten.
Düsseldorf nahm kurz vor dem Ende seine Auszeit und zog den Goalie vom Eis. DEG-Trainer Roger Hansson ging also „All-in“. Und wurde dafür belohnt. 36 Sekunden vor dem Ende Philip Gogulla mit dem Ausgleich – 2:2 (60.). Er probierte es von hinter dem Tor, die Scheibe ging irgendwie ins Tor. Dabei blieb es am Ende und so ging es erneut wie am Freitag beim Stand von 2:2 in die Verlängerung. Für die Eisbären war es bereits die dritte Verlängerung in Folge, weshalb man also zum dritten Mal in Folge punktete. Was ja erst einmal nicht schlecht ist, nur in der Lage, in der sich die Berliner befinden, sollten drei Punkte her.

Doch in der Overtime fiel erneut keine Entscheidung und so ging es auch im dritten Spiel in Folge ins Penaltyschießen. Die Eisbären reizen also gerade alles aus was geht. Reguläre Spielzeit, Verlängerung und Penaltyschießen. In Mannheim gewann man, gegen Nürnberg verlor man. Auch in diesem ging es nach Treffern von Regin und Gogulla in die Overtime. Und dort entschied Matt White das Spiel. Die Eisbären sicherten sich somit den Zusatzpunkt.

Die Eisbären zeigten über zwei Drittel eine starke und konzentrierte Leistung. Im ersten und letzten Drittel dominierte man das Spiel und hatte gute Chancen. Nur im Mitteldrittel verlor man den Faden und lief der DEG mehr oder weniger hinterher. Am Ende war es ein verdienter Sieg. Weil die Berliner mehr für das Spiel taten, defensiv sehr sicher standen und wenig Chancen abgaben und offensiv dem Aluminium-Pech trotzten. Der Spielaufbau funktionierte heute besser als zuletzt, man spielte diesen deutlich konzentrierter und sauberer, was am Ende zum Erfolg führte. Man ließ sich auch nicht vom schlechten zweiten Drittel aus der Ruhe bringen sondern blieb am Drücker und belohnte sich am Ende mit zwei Punkten. Drei wären aber definitiv wichtiger gewesen und auch verdient.

2:4 in Düsseldorf! Die Eisbären kassieren die vierte Niederlage in Folge und enttäuschen erneut

Puh, was ist nur mit den Eisbären Berlin los? Am Dienstagabend kassierte man bei der Düsseldorfer EG die vierte Niederlage in Serie. Am Ende hieß es 2:4 (0:1,1:2,1:1). Erneut enttäuschte man mit der gezeigten Leistung, wenn man es überhaupt Leistung nennen kann. Wer nur für ein paar Minuten im Mitteldrittel sein Potential offensiv abruft, braucht sich am Ende nicht wundern, wenn man erneut als Verlierer vom Eis geht.

Eisbären-Coach Serge Aubin änderte im Vergleich zum Mannheim-Spiel (2:3 n.P.) rein gar nichts am Line-up. Warum auch, hatten die Eisbären doch eine sehr starke Partie abgeliefert und erst im Penaltyschießen, was einer Glücks-Lotterie ähnelt, verloren. Daher vertraute Aubin dem selben Team, damit es sich weiter einspielen und besser aufeinander abstimmen kann.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären mussten unbedingt gewinnen, denn die letzten drei Spiele wurden allesamt verloren. Eine vierte Niederlage in Folge wollte man unbedingt verhindern. Einfach sollte das aber nicht werden, denn Spiele in Düsseldorf sind nie einfach. Aber auswärts fühlen sich die Berliner aktuell wohler als zuhause.

Nach einer anfänglichen Abtastphase setzte die DEG die ersten Akzente vor dem Tor von Tobias Ancicka, ohne dabei jedoch für große Gefahr zu sorgen. Alles, was dabei auf das Berliner Tor kam, war eine sichere Beute vom Eisbären-Goalie. Doch Düsseldorf näherte sich immer mehr an und so wurden die Chancen auch zwingender. Weiterhin aber erwies sich Ancicka als sehr sicher.
Nach dem Powerbreak traten die Eisbären auch erstmals richtig gut in Erscheinung vor dem Düsseldorfer Tor, welches heute von Henrik Haukeland gehütet wurde. Aber auch der DEG-Goalie war hellwach und ließ nichts durch.
Durch ließ dann aber Tobias Ancicka die Scheibe im Düsseldorfer Powerplay. Brendan O`Donnell hatte zu viel Platz und Zeit am rechten Bullykreis, er schoss die Scheibe in die lange Ecke – 0:1 (12.).
Die Eisbären anschließend auf der Suche nach der Antwort, aber die DEG machte die Defensive komplett dicht. Wenn doch was durchkam, war es eine sichere Beute von Haukeland. So führte Düsseldorf nach den ersten 20 Minuten mit 1:0. Die Eisbären spielten das noch zu kompliziert in der Offensive.

Vor dem Mitteldrittel sollten die Eisbären gewarnt sein, denn dort ist die DEG mit 18:8-Toren die beste Mannschaft in der PENNY DEL. Und so fingen die Rheinländer auch druckvoll an.
Aber die Eisbären hatten auch eine Riesenchance zum Ausgleich. Die Youngster-Reihe war auf dem Eis, Bennet Roßmy fuhr hinter das Tor, setzte Marcel Barinka im Slot in Szene, doch der scheiterte an Haukeland.
Alleine zu Beginn des Mitteldrittels war schon mehr Torgefahr als im gesamten ersten Drittel zu sehen. Und so ließ das zweite Tor im Spiel nicht lange auf sich warten. Leider war es aber nicht der Ausgleich sondern das zweite Tor für die DEG. Die Scheibe blieb am Schlittschuh von Manuel Wiederer hängen, dadurch verloren die Berliner die Zuordnung in der Defensive, Brendan O´Donnell setzte Philip Gogulla am rechten Pfosten in Szene und der hatte zu viel Platz – 0:2 (26.).
Mitte der Partie aber die Antwort der Eisbären durch Alexandre Grenier. Der wurde vor dem Tor von Jonas Müller und Frank Hördler klasse in Szene gesetzt und brauchte nur noch die Kelle hinhalten – 1:2 (30.). Nicolas Geitner war damit aber überhaupt nicht zufrieden und checkte Grenier nach dem Tor, weil er zuvor von ihm einen Check abbekommen hatte, für den der DEG-Verteidiger zwei Minuten haben wollte.
Fortan war das hier eine hitzige Angelegenheit. Aber der Treffer hatte die Eisbären wach gemacht, denn die setzten sofort nach und machten ordentlich Druck.
Doch mitten in die Drangphase ein Konter der DEG und Alexander Ehl mit dem 1:3 (34.). Die Eisbären aber beinahe im direkten Gegenzug mit der direkten Antwort. Leo Pföderl wurde vor dem Tor angespielt, er kam zum Abschluss, aber Henrik Haukeland bewies einmal mehr seine Extraklasse. Würde es bei den Eisbären laufen, wäre der rein gegangen. Aber so vergab Pföderl die hundertprozentige Chance.
Auf jeden Fall war das hier jetzt eine komplett andere Partie als noch im ersten Drittel. Es ging hin und her mit dicken Chancen auf beide Seiten. Die Berliner offensiv also deutlich besser als in den ersten 20 Minuten, defensiv aber weiter zu vogelwild. Da stimmt zu selten die Zuordnung. So gingen die Berliner mit einem 1:3-Rückstand in die zweite Drittelpause.

Im Schlussdrittel sind die Eisbären mit 19 Gegentoren das zweitschlechteste Team der Liga. Keine guten Aussichten also für die Hauptstädter. Doch man hatte in Unterzahl die dicke Chance zum Anschlusstreffer. Leo Pföderl wurde bei einem Konter unsauber von Alec McCrea gestoppt. Die beiden Hauptschiedsrichter entschieden auf Penalty, doch diesen vergab Pföderl kläglich. Da fehlt es ihm deutlich an Selbstvertrauen.
Die Eisbären konnten weiter das Penalty Killing trainieren, denn Kevin Clark mit der nächsten unnötigen Strafzeit. Von der DEG kam aber nicht viel außer einem Schuss von Tobias Eder an den Außenpfosten.
Richtig brenzlig wurde es erst, als die Eisbären wieder komplett waren. Stephen Harper mit zwei Chancen aus dem Slot heraus. Tobias Ancicka war aber beide Male hellwach, was für seine Vorderleute nicht galt. Denn den zweiten Schuss, den Rebound, hätte man verhindern müssen. Doch die Eisbären-Spieler standen nur daneben und schauten zu. Wie so oft in dieser Saison.
Den Eisbären lief die Zeit immer mehr davon. Aber nach vorne kam so gut wie gar nichts. Kein Aufbäumen, kein Spielwitz, keine Kreativität, da passte gar nichts zusammen. Pässe kamen nicht an, die Einstellung stimmte nicht wirklich. So kannst du in keinem DEL-Spiel auftreten.
Serge Aubin nahm rund drei Minuten vor dem Ende seine Auszeit und zudem Goalie Tobias Ancicka vom Eis. Mit sechs Mann war die Chance da, dann aber ein erneuter Scheibenverlust und O´Donnell sagte danke – 1:4 (58.).
In den Schlusssekunden die Eisbären nochmal in doppelter Überzahl und dem 2:4 durch Marcel Noebels. Geschenkt, denn dieses Spiel war durch und damit auch die vierte Niederlage in Folge perfekt!

Eine absolut verdiente Niederlage nach einer erneut enttäuschenden Leistung. Defensiv ist man einfach zu vogelwild, da stimmt die Zuordnung überhaupt nicht. Goalie Tobias Ancicka kann einem da richtig leidtun, so oft, wie er da von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde. Zweikampfverhalten? Kennt man in Berlin nicht! Den Gegenspieler beim Abschluss hindern oder zumindest stören? Nö, warum auch? Am jungen Berliner Goalie lag es heute definitiv nicht.
Offensiv hatte man seine Chancen, aber auch nur im Mitteldrittel für 5-10 Minuten. Dass ein Spiel aber 60 Minuten dauert, weiß man bei den Eisbären in dieser Saison anscheinend nicht. Mit so einer Leistung wirst du in dieser Saison nichts holen. Man muss es endlich schaffen, seine Leistung über die gesamte Spielzeit abzurufen. Dass sie es können, zeigen sie ja immer wieder, nur was nützt es, wenn man das nur für ein Drittel oder ein paar Minuten tut?
Donnerstagabend geht es in Bietigheim weiter. Dort MUSS ein Sieg her, ansonsten drohen unruhige Zeiten in Berlin.

5:2 gegen Düsseldorf: Die Eisbären zeigen eine Reaktion auf das Mannheim-Spiel und feiern den ersten Drei-Punkte-Sieg

Ausgabe #6:

Die Eisbären Berlin haben eine Reaktion auf das Mannheim-Spiel vom Freitag gezeigt: Am Sonntagnachmittag gewann der Deutsche Meister verdient mit 5:2 (3:1,0:1,2:0) gegen die Düsseldorfer EG. Die Berliner zeigten sich deutlich verbessert und ließen sich auch nicht vom Rückstand aus der Ruhe bringen. Die Mannschaft zeigte eine geschlossene kämpferische Leistung und sicherte sich damit am Ende den ersten Drei-Punkte-Sieg der noch jungen Saison.

Eisbären-Coach Serge Aubin hatte das selbe Personal zur Verfügung wie bei der 2:4-Niederlage gegen Mannheim am Freitagabend, rotierte dieses aber ein wenig. So rückte Tobias Ancicka heute ins Tor, Juho Markkanen nahm als Back-up auf der Bank Platz. In der Defensive blieb das Pärchen Morgan Ellis/Julian Melchiori zusammen. Eric Mik verteidigte heute zusammen mit Frank Hördler und Jonas Müller mit Ex-DEG-Spieler Marco Nowak. Und in der Offensive tauschten Peter Regin und Manuel Wiederer die Reihen. Regin stürmte zwischen Matt White und Giovanni Fiore, Wiederer bildete eine deutsche Angriffsreihe zusammen mit Frank Mauer und Eric Hördler. Ansonsten blieb in der Offensive alles beim alten.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären gingen als Außenseiter in die Partie, denn die DEG hatte vier der ersten fünf Spiele gewonnen und reiste als Tabellenfünfter in die Hauptstadt. Dort traf man auf Berliner, welche erst ein Ligaspiel gewonnen hatten und noch immer auf den ersten Dreier in dieser Saison warteten. Der Mannschaft von Serge Aubin mangelt es in dieser Spielzeit an dem nötigen Selbstvertrauen, zudem fehlt die Konstanz über die vollen 60 Minuten. Auch suchen die Leistungsträger noch nach ihrer Form. Vielleicht platzt ja heute gegen die Rheinländer der Knoten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Munterer Beginn in die Partie. Beide Teams offensiv ausgerichtet und mit den ersten Abschlüssen. Jedoch unterliefen beiden Mannschaften auch unnötige Scheibenverluste, was es zusätzlich gefährlich machte. Fünf Minuten waren gespielt, da kamen die Eisbären mal mit viel Tempo ins Angriffsdrittel. Manuel Wiederer wurde freigespielt, kam zum Abschluss, scheiterte aber an Hendrik Hane im DEG-Tor.
Keine zwei Minuten später auch die DEG mal mit einem schnellen Angriff. An deren Ende war es Stephen MacAulay, welcher Tobias Ancicka keine Chance ließ – 0:1 (7.). Das Zuspiel kam von Stephen Harper, dem DEG-Top-Scorer.
Die große Frage war nun natürlich, wie die Eisbären auf den Gegentreffer reagieren würden. Zuletzt verunsicherte es die Berliner ja immer. Heute aber nicht. Julian Melchiori mit dem Auge von der blauen Linie für Matt White vor dem Tor. Pass von oben an den linken Pfosten, wo White nur noch die Kelle hinhalten musste – 1:1 (9.). Das erste Saisontor der Nummer 97. Das wird ihm gut tun.
Die Rheinländer suchten nach einer Antwort auf den Ausgleich und hatten danach eine gute Phase, in der sie sich für ihren Aufwand aber nicht belohnen konnten. Das taten dann die Eisbären. Die Hausherren mal wieder im Angriffsdrittel, Jonas Müller brachte die Scheibe auf das Tor, dort entstand ein Gewühl, in welchem Peter Regin die Übersicht behielt und erfolgreich abstaubte – 2:1 (12.). Auch für den Neuzugang der erste Saisontreffer. Fun-Fact: Sowohl über Matt White als auch über Peter Regin hatte ich während des erstes Drittels auf der Pressetribüne geschimpft, dass von denen mehr kommen muss, auch in Sachen Toren. Und siehe da: Meckern hilft. White und Regin hatten ihre ersten Saisontore erzielt.
In der Schlussphase hätte Frank Mauer beinahe auf 3:1 gestellt, aber Hendrik Hane mit einem sensationellen Save. Insgesamt gesehen die Eisbären richtig gut drin im Spiel und mit viel Zug zum Tor. Eine Reaktion auf den Saisonstart war hier definitiv zu sehen. Zwischenzeitlich ein wenig wild defensiv, aber diese Phase hatte man gut überstanden und ganz wichtig – vor allem ohne Gegentor.
Was heute auch besser war: Die Eisbären nutzten ihre Chancen. Zwei Minuten vor der ersten Drittelpause setzten sich die Hausherren im Angriffsdrittel fest. Kevin Clark behauptete die Scheibe hinter dem Tor und sah Zach Boychuk vor dem Tor, welche sich diese Chance nicht nehmen ließ – 3:1 (19.).
Eine am Ende durchaus verdiente Führung, aber das Spiel war noch lange nicht durch und die DEG hatte bereits mehrfach bewiesen, wie gefährlich sie sein kann. Aber dieses Drittel sollte für Selbstvertrauen bei den Eisbären gesorgt haben.

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Die DEG fand besser rein ins zweite Drittel, übte ordentlich Druck auf die Eisbären aus und zwang sie so zu Scheibenverlusten. Einer von Marco Nowak, ausgerechnet Nowak, hätte beinahe zum 3:2 geführt. Gefühlt ging das Spiel in den ersten Minuten nur in Richtung Berliner Tor, welche defensiv nicht immer den besten Eindruck hinterließen und von Glück reden konnten, dass es immer noch 3:1 stand.
Auf der Gegenseite hatte aber auch Düsseldorf Glück, dass Marcel Noebels einen Turnover der DEG im eigenen Drittel nicht bestrafte. Noebels tauchte auf einmal frei vor Hane auf, doch scheiterte an diesem.
Es ging munter hin und her, beide Mannschaften kamen immer wieder zu guten Abschlüssen. Sowohl Tobias Ancicka als auch Hendrik Hane bekamen immer wieder was zu tun, konnten so aber auch immer wieder ihr Können beweisen.
Daniel Fischbuch verpasste sieben Minuten vor der zweiten Drittelpause den Anschlusstreffer. Sein Tip-in ging knapp rechts am Tor vorbei. Es war eine gut anzusehende Partie, in der beide Mannschaften aber nicht fehlerfrei waren. Dennoch war es eine recht kurzweilige Partie, in der immer etwas vor beiden Toren passierte.
Knapp vier Minuten waren noch auf der Uhr, da packte Fischbuch mal den Hammer aus. Niklas Heinzinger mit dem Pass links raus auf den Ex-Eisbären und der zog von ganz weit außen ab. Sein Hammer schlug im langen Eck ein – 3:2 (37.). Durchaus ein verdienter Anschlusstreffer der DEG aus ganz spitzem Winkel.
Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die zweite Pause. Die Eisbären ließen in den letzten zwei Minuten noch die erste Überzahl des Spiels ungenutzt, konnten dabei aber auch für keinerlei Gefahr vor dem DEG-Tor sorgen.

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Im letzten Drittel waren beide auf eine sichere Defensive bedacht. Aus dieser heraus fuhren beide Mannschaften ihre Angriffe, doch viel ließen die gegnerischen Abwehrreihen nicht zu. Mit zunehmender Spieldauer wurde es aber wieder gefährlich vor dem Tor. Zunächst vergab die DEG denkbar knapp, danach die Eisbären. Diese hatten sogar zwei richtig dicke Chancen. Die beste hatte dabei Manuel Wiederer, der sogar das leere Tor vor Augen hatte. Doch der Winkel war dann doch etwas zu spitz für die Nummer 15.
Mitte des letzten Drittels bot sich Düsseldorf in Überzahl die Chance zum Ausgleich, doch Alexander Ehl vergab zweimal aus dem Slot heraus. Ein Break der Eisbären führte dann aber beinahe zum 4:2, doch Giovanni Fiore konnte dieses nicht nutzen.
Die Partie nahm nun wieder richtig an Fahrt auf. Kevin Clark gewann ein Laufduell und zog zum Tor. Sein Schuss ging nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Das hätte die Vorentscheidung in dieser Partie sein können. Für die sorgte dann aber wenig später Matt White. Die Scheibe blieb vor dem Tor von Hendrik Hane hängen, Matt White behielt den Überblick und zimmerte sie ins Netz – 4:2 (53.). Da hat einer seinen Torriecher wieder gefunden.
Roger Hansson, Trainer der DEG, versuchte in der Schlussphase nochmal alles. Er zog seinen Goalie und verschaffte seiner Mannschaft somit eine Überzahl. Doch das leere Tor nutzten die Eisbären zum Empty Netter aus. Giovanni Fiore machte den Deckel auf diese Partie – 5:2.

Ein am Ende verdienter Sieg für die Eisbären, die es endlich einmal geschafft haben, über fast 60 Minuten konstant zu spielen. Die Gäste gingen zwar in Führung, doch dies verunsicherte die Berliner diesmal nicht. Ganz im Gegenteil: Noch im ersten Drittel drehten die Hausherren die Partie und nahmen eine 3:1-Führung mit in die Kabine. Im Mitteldrittel verdiente sich die DEG den Anschlusstreffer, da waren die Rheinländer besser als die Berliner. Doch im Schlussdrittel verwalteten die Eisbären diesmal den Vorsprung nicht sondern spielten weiter nach vorne. Nach Matt Whites zweiten Treffer an diesem Nachmittag ließen die Berliner nichts mehr anbrennen. So feierte man im sechsten Saisonspiel endlich den ersten Drei-Punkte-Sieg. Hoffen wir mal, dass der Knoten nun geplatzt ist und es kontinuierlich weiter nach oben geht in der Tabelle.

2:3 n.P.: Die Eisbären verspielen in Düsseldorf eine 2:0-Führung – Daniel Fischbuch bestraft seinen Ex-Verein für dessen Passivität

Die Eisbären Berlin haben am Sonntagnachmittag einen sicher geglaubten Auswärtssieg noch aus der Hand gegeben. Bei der Düsseldorfer EG verloren die Hauptstädter vor 6.059 Zuschauern im PSD Bank Dome mit 2:3 (1:0,1:0,0:2/0:0,0:1) n.P. Bis zur 57. Spielminute führten die Eisbären souverän mit 2:0, nichts deutete mehr auf eine Düsseldorfer Aufholjagd hin. Doch dann kam Daniel Fischbuch und bestrafte seinen Ex-Verein für dessen Passivität.

Head Coach Serge Aubin stellte vor dem Spiel in Düsseldorf seine Reihen um. Marcel Noebels und Blaine Byron bekamen mit Mark Zengerle einen neuen Reihenpartner. Manuel Wiederer, der gegen Wolfsburg noch in der Top-Formation spielte, war heute in der dritten Reihe mit Yannick Veilleux und Dominik Bokk zu finden. Veilleux und Bokk spielten am Freitag noch mit Zach Boychuk zusammen, der rückte heute eine Reihe hoch und bildete eine Angriffs-Formation mit Matt White und Kevin Clark. In dieser Reihe ersetzte er Frans Nielsen, welcher heute nicht dabei war. Und in der nominell vierten Reihe waren heute Johan Södergran, Sebastian Streu und Marco Baßler zu finden.
Die Verteidiger-Pärchen blieben gleich und im Tor bekam heute Tobias Ancicka den Vorzug vor Mathias Niederberger. Und wenn wir schon bei der Defensive sind: Nach Jonas Müller am Freitag mit seinem 400. DEL-Spiel gab es heute mit Eric Mik den nächsten Jubilar in den Reihen der Berliner. Der Verteidiger absolvierte sein 100. DEL-Spiel. Herzlichen Glückwunsch an beide Spieler zu den Meilensteinen.

Beide Mannschaften trafen zum vierten Mal in dieser Hauptrunde aufeinander. Bisher gewann stets die Gast-Mannschaft. Die DEG setzte sich mit 3:1 und 7:6 n.V. in der Hauptstadt durch, während Berlin im Rheinland mit 7:4 die Oberhand behielt. Gegen eine Fortsetzung dieser Serie hätten die Eisbären-Fans nichts einzuwenden.

Foto: Ela on Tour

Nach munteren Beginn, in dem es hin und her ging, durften die Berliner früh im Spiel zum ersten Mal in Überzahl ran. Und da wissen wir ja, dass das die noch einzig verbliebene Baustelle im Team des souveränen Tabellenführers ist. Nur auf Platz zwölf findet man das Überzahlspiel der Eisbären, eines Top-Teams eigentlich unwürdig. Auch dieses Überzahlspiel war ein weiterer Beweis dafür, dass man da noch jede Menge Arbeit rein stecken muss, damit das Powerplay in den Playoffs ein entscheidender Faktor sein kann.
Fortan die Eisbären die spielbestimmende Mannschaft, welche immer mit viel Speed ins Angriffsdrittel fuhr. Dort suchte man immer wieder den Abschluss, aber noch hielt Mirko Pantkowski sein Tor sauber. Die DEG kam selten vor das Berliner Tor, wenn das aber der Fall war, wurde es durchaus gefährlich. Doch die besseren Chancen hatten die Eisbären, wo Yannick Veilleux am Gestänge scheiterte.
Fünf Minuten vor dem Ende des ersten Drittels schlug es dann aber doch im Düsseldorfer Tor ein. Simon Després hatte von der blauen Linie abgezogen und zum 1:0 getroffen (15.). Zuvor ging ein Schuss der DEG an die Bande hinter dem Tor, Frank Hördler leitete den Angriff ein und über Kevin Clark kam die Scheibe zu Després, welcher nicht lange fackelte.
Düsseldorf bot sich zum Ende hin nochmal die Chance zum Ausgleich in Überzahl, doch das starke Penaltykilling der Eisbären schlug wieder zu und so überstanden die Hauptstädter die erste Unterzahl der Partie schadlos. So nahm die Mannschaft von Serge Aubin eine knappe 1:0-Führung mit in die Kabine. In einer bis hier hin engen und ausgeglichenen Partie. Beide Mannschaften hatten ihre Momente und Chancen.

Foto: Ela on Tour

Zu Beginn des zweiten Drittel hatten die Eisbären gleich die Chance in Überzahl nachzulegen. Man konnte sich zwar im Angriffsdrittel festsetzen, fand aber keine Lücke gegen die Düsseldorfer Defensive.
Fortan machten die Eisbären weiter gut Druck. Johan Södergran traf noch den Pfosten, aber wenig später erhöhten die Berliner auf 2:0. Matt White hatte abgezogen und Kevin Clark fälschte wohl entscheidend ab (27.).
Düsseldorf hatte jedoch nur eine Minute später die dicke Chance zum Anschlusstreffer. Jerry D’Amigo war auf und davon, bekam das Eins-gegen-Eins gegen Tobias Ancicka, doch im entscheidenden Moment rutschte dem DEG-Stürmer die Scheibe von der Kelle.
Die Hausherren ließen nicht nur diese Chance liegen, nein, auch das nächste Powerplay blieb ungenutzt. Weil das Penaltykilling der Eisbären wieder ganz stark verteidigte und die Schusswege zu machte.
Chancen liegen ließen aber auch die Eisbären, die hier durchaus hätten erhöhen können. So blieb es bei der 2:0-Führung für die Gäste, was weiter Spannung für den Schlussabschnitt garantierte. Denn noch war alles möglich in diesem DEL-Klassiker zwischen der DEG und den Eisbären.

Foto: Ela on Tour

Doch wer mit einem Sturmlauf der Hausherren im letzten Drittel rechnete, wurde zunächst enttäuscht. Es war ein relativ verhaltener Beginn in die letzten 20 Minuten. Und dann wären es beinahe die Eisbären gewesen, welche die Partie endgültig entschieden hätten. Denn Matt White traf nur die Latte – es war bereits der vierte Aluminiumtreffer der Berliner in dieser Partie. Wäre nur eine dieser vier Schüsse rein gegangen, wäre die Partie längst entschieden gewesen.
Fortan wurde die DEG aber immer offensiver. Nun versuchte Düsseldorf hier nochmal einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Und nach dem Powerbreak bot sich den Rheinländern auch die dicke Chane dazu, denn man hatte ein Überzahlspiel. Doch das große Problem der DEG? Sie trafen auf das derzeit beste Unterzahlspiel der Liga. Denn in den letzten zehn Spielen kassierten die Eisbären kein einziges Gegentor in Unterzahl.
Und so lief der Mannschaft von Harold Kreis die Zeit davon. Aber viel fiel den Düsseldorfern auch nicht ein. Die Eisbären standen hinten sehr kompakt und machten bereits die neutrale Zone zu, so dass es sehr schwer für die DEG war, überhaupt mal ins Angriffsdrittel zu kommen.
Doch bei angezeigter Strafe gegen Berlin schlug Düsseldorf zu. Die DEG kam da mal vor das Berliner Tor und der ehemalige Eisbär Daniel Fischbuch versenkte die Scheibe im Tor – 2:1 (57.).
Fast wie aus dem Nichts war die Spannung wieder zurück. Nicht wirklich viel deutete in dieser Phase auf den Anschlusstreffer der Hausherren hin. Aber so schnell kann es eben im Eishockey gehen. Und die DEG versuchte noch einmal alles. Trainer Harold Kreis nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und ihr ahnt es schon, die DEG glich hier tatsächlich noch aus. Erneut war es Daniel Fischbuch, welcher die Eisbären in der 59. Spielminute schockte – 2:2.
Die Berliner haben sich das selbst zuzuschreiben, denn man war zu passiv. Man dachte sich wahrscheinlich, dass man das 2:0 über die Zeit bringen würde. Statt vorne per Konter auf das 3:0 zu gehen, wollte man die Zeit locker runter spielen. Doch für diese Nachlässigkeit wurden sie zurecht bestraft. Beim Stand von 2:2 ging es hier tatsächlich in die Verlängerung.

Und dort bot sich der DEG ein Zwei-auf-Null, aber Tobias Eder scheiterte an Tobias Ancicka. Das Momentum gehörte nun natürlich der DEG, die Eisbären mussten sich erst einmal wieder sammeln. Dieser Doppelschlag hinterließ schon seine Spuren. Doch in der Overtime fiel die Entscheidung nicht, es ging also weiter ins Penaltyschießen.

Und dort krönte Düsseldorf seine Aufholjagd. Daniel Fischbuch und Alex Barta trafen als einzige Schützen. Natürlich zwei Ex-Berliner. Die DEG sicherte sich hier tatsächlich noch den Zusatzpunkt. Daniel Fischbuch also mit einem Hattrick in seinem 500. DEL-Spiel. Wahnsinn!

Eine bittere Niederlage, welche man sich selbst zuzuschreiben hatte. Bis zur 57. Spielminute führte man souverän mit 2:0, ließ hinten kaum noch etwas zu. Aber man machte eben auch nach vorne nicht mehr viel. Man spielte ein wenig zu passiv und ließ Düsseldorf so zurück ins Spiel kommen. Denn es war klar gewesen, wenn der DEG hier der Anschlusstreffer gelingen würde, dann wäre es nochmal eine andere Partie geworden. Zwar deutete gar nichts darauf hin, aber dennoch musst du die Konzentration bis zum Ende hochhalten. Und vorne hätte man einfach mit einem Konter für die Entscheidung sorgen müssen. Doch das taten die Berliner nicht und die DEG bekam nach dem Anschlusstreffer nochmal Oberwasser. Was dazu führte, dass die Hausherren dieses Spiel am Ende doch noch gewannen.
Die Eisbären, insbesondere das Trainerteam um Serge Aubin, werden ihre Schlüsse aus diesem Spiel ziehen. Gerade im Hinblick auf die Playoffs, wo dir so ein Spielverlauf nicht passieren darf. Die Eisbären müssen wieder mehr Schärfe in ihr Spiel bringen und die Konzentration hochhalten. Der vermeintlich sichere erste Platz nach der Hauptrunde sorgt doch so ein wenig für einen Schlendrian im Eisbärenspiel. Daran muss in den nächsten Wochen gearbeitet werden.

7:4 in Düsseldorf: Eisbären verspielen 4:1-Führung, finden aber am Ende doch noch einen Weg, um das Spiel zu gewinnen.

Die Eisbären Berlin haben den zweiten Sieg in Serie eingefahren. Am Freitagabend setzten sich die Hauptstädter mit 7:4 (2:1,2:2,3:1) bei der Düsseldorfer EG durch und festigten damit die Tabellenführung in der PENNY DEL. Dabei verspielten die Berliner zwischenzeitlich eine 4:1-Führung, fanden am Ende aber doch noch einen Weg, um das Spiel für sich zu entscheiden.

Eisbären-Coach Serge Aubin musste auf Manuel Wiederer (Corona) und Yannick Veilleux (fühlte sich nicht gut) im Vergleich zum Augsburg-Spiel verzichten. Und so wurden die Angriffsreihen auch verändert und auf drei Reihen reduziert. Die Paradereihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron blieb zusammen. In der zweiten Reihe ersetzte Giovanni Fiore Kevin Clark und stürmte an der Seite von Matt White und Mark Zengerle. Die dritte Reihe bildeten Kevin Clark, Sebastian Streu und Marco Baßler. Eric Mik war als siebter Verteidiger dabei. Und im Tor stand Mathias Niederberger.

Zweimal trafen beide Teams in dieser Saison bisher aufeinander, zweimal gewann die DEG und das jeweils in Berlin – 1:3, 6:7 n.V.

Verhaltener Beginn im ISS-Dome, was sicher auch daran lag, dass die Eisbären angesichts von nur drei Reihen mit ihren Kräften haushalten wollten. Die DEG war die aktivere Mannschaft zu Beginn, etwas hochkarätiges sprang dabei aber nicht heraus außer ein paar Schüssen auf das Berliner Tor.
Die Gäste aus der Hauptstadt fanden dann aber auch ins Spiel und zeigten sich mal im Angriffsdrittel, wo man sich auch mehrmals festsetzen konnte, doch die DEG ließ ebenso wenig Platz für gefährliche Abschlüsse. Dennoch war es keine schlechte Partie, denn beide Teams waren offensiv ausgerichtet und spielten mit viel Tempo.
Die erste gefährliche Szene vor dem Tor gehörte den Hausherren. Die Rheinländer brachten die Scheibe vor das Berliner Tor, dort entstand eine unübersichtliche Situation, in der Carter Proft die Übersicht behielt und zum 1:0 einschießen konnte. Im dritten Spiel im neuen Jahr der dritte Rückstand der Eisbären.
Doch die Berliner schlugen nur zwei Minuten später eiskalt zurück. Kapitän Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen und Marco Baßler fälschte die Scheibe entscheidend ab – 1:1 (12.). Das erste Tor des Neuzuganges im Trikot der Eisbären.
Was einmal klappt, klappt auch zweimal. Frank Hördler zog aus identischer Position ab und dieses Mal war es Mark Zengerle, welcher vor dem Tor die Scheibe als letzter berührte – 2:1 (16.).
Die Gäste zeigten sich hier äußerst effektiv in den ersten 20 Minuten, denn die DEG hatte deutlich mehr Schüsse zu diesem Zeitpunkt abgegeben. Aber viel Gefahr konnten sie damit nicht erzeugen, während die Berliner zweimal gut vor dem gegnerischen Tor „parkten“ und so führte man hier nach 20 Minuten mit 2:1.

Im Mitteldrittel legten die Berliner gleich noch einen drauf. Kai Wissmann wurde im Angriffsdrittel angespielt, hatte zu viel Platz und Zeit, holte zum Schlagschuss aus und hämmerte die Scheibe ins Tor – 3:1 (23.).
Und jetzt waren die Berliner richtig gut drin, fingen die Scheibe ab, Blaine Byron kam über rechts zum Abschluss und schon stand es 4:1 (25.). Das ging jetzt alles zu schnell für die DEG. Und den Eisbären gab das natürlich noch mehr Selbstvertrauen, was bei so einer kurzen Bank wichtig war. Bei der DEG kamen dagegen die Gedanken zurück, welche man nach sechs Niederlagen in Folge mit sich rum trägt. Die Verunsicherung war zu spüren, was auch die Eisbären merkten und so versuchten sie, direkt nachzulegen. Sie dominierten das Spiel nun voll und ganz, Düsseldorf wurde immer weiter ins eigene Drittel rein gedrängt und geriet ins schwimmen.
Die DEG konnte sich dann zwar mal befreien, aber dennoch waren die Eisbären weiter am Drücker. Und rund sechs Minuten vor der zweiten Pause bot sich den Eisbären auch noch die Chance, in Überzahl nachzulegen. Aber das Powerplay ist ja d a s Sorgenkind der Berliner. Doch das sollte auch nur 44 Sekunden dauern, dann musste auch Kai Wissmann auf die Strafbank. Und das nun folgende 4-4 wusste die DEG für sich zu nutzen. Daniel Fischbuch kam über rechts zum Abschluss und düpierte Mathias Niederberger, denn die Scheibe rutschte dem Berliner Goalie durch die Schoner – 4:2 (35.).
Der Ex-Eisbär hauchte seiner DEG also nochmal neues Leben ein. Und die Chane zum dritten Tor bot sich den Hausherren ja auch direkt im Powerplay, denn rund 40 Sekunden hatte Düsseldorf dann noch einen Mann mehr auf dem Eis. Brenzlig wurde es zwar vor Niederberger, aber ein Tor sollte der DEG hier nicht gelingen. Das gelang ihnen dann aber bei angezeigter Strafzeit gegen Berlin. Tobias Eder war der Torschütze gewesen und auf einmal stand es nur noch 3:4 (37.).
Nicht nur den Eisbären gelang also hier der Doppelschlag, auch Düsseldorf schlug zweimal innerhalb kürzester Zeit zu und plötzlich war wieder Spannung im Spiel. Und nun war es die DEG, welche hier am Drücker war. Nun waren es die Eisbären, die jetzt erstmal unter Druck waren. So schnell kann es eben im Eishockey gehen. Die Berliner retteten die 4:3-Führung aber in die Drittelpause und konnten sich so noch einmal für das letzte Drittel sammeln. Denn da würde die DEG noch einmal alles nach vorne werfen und die Kraft-Frage würde wieder eine Rolle spielen.

Denn die DEG konnte ja mit vier Reihen spielen, während die Eisbären nur drei zur Verfügung hatten. Und es passierte das, was zu erwarten war. Ex-Eisbär Cedric Schiemenz ließ Morgan Ellis alt aussehen und netzte zum 4:4 ein (44.). Die Eisbären hatten leichtfertig ein 4:1 verspielt, obwohl man eigentlich alles im Griff hatte. Doch durch Nachlässigkeiten brachte man Düsseldorf wieder zurück ins Spiel und auf einmal war man wieder an das 6:7-Spiel in Berlin erinnert. Auch da vernachlässigten die Berliner ihre Defensive.
Die Eisbären versuchten danach eine Antwort zu finden und sorgten auch für Gefahr vor Hendrik Hane. Aber es fehlte ihnen noch das Glück im Abschluss. Doch die Richtung stimmte nun wieder. Und als Blaine Byron die Scheibe hatte und keine Anspielstation fand, zog er einfach mal ab. Mit Erfolg, die Scheibe schlug im Winkel ein – 5:4 (50.). Da trifft dann eben das Motto wieder zu: „Jede Scheibe auf das Tor ist eine gute!“. Angedeutet hatte sich das Tor aber nicht, doch das war den Eisbären relativ egal.
Nun hatten sich die Vorzeichen wieder geändert, denn jetzt musste Düsseldorf wieder eine Antwort finden und mehr ins Spiel investieren. Aber die Eisbären ließen hinten nicht mehr viel zu und vorne sorgten sie für die endgültige Entscheidung. Giovanni Fiore sah Matt White am linken Pfosten stehen und der schoss die Scheibe ins leere Tor – 6:4 (59.).
DEG-Coach Harold Kreis versuchte dennoch alles und nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Das nutzten jedoch die Berliner zum 7:4, Marcel Noebels mit dem Empty-Net-Goal (60.). So zogen die Eisbären nochmal den Kopf aus der Schlinge und sicherten sich die nächsten drei Punkte.

Mal wieder ein Spiel, in dem die Eisbären ihre zwei Gesichter und erneut nicht über 60 Minuten Konstanz zeigten. Die DEG fand besser ins Spiel und ging folgerichtig in Führung. Doch durch gnadenlose Effektivität drehten die Berliner noch im ersten Abschnitt das Spiel. Im Mitteldrittel hatte man dann vermeintlich alles im Griff, zog auf 4:1 davon, verpasste es im Anschluss aber, das Spiel zuzumachen. So brachte man Düsseldorf durch Nachlässigkeiten wieder zurück ins Spiel und die Rheinländer wussten das zu nutzen. Im Schlussdrittel glich die DEG tatsächlich zum 4:4 aus, aber die Eisbären bewiesen einmal mehr, dass sie auch in engen Spielen Wege finden, diese für sich zu entscheiden. Ein Talent, welches in den Playoffs noch wichtig werden könnte. Dennoch dürften Trainer Serge Aubin die Unkonzentriertheiten mitten im Spiel geärgert haben. Eine Reaktion zeigten seine Spieler dann aber im Schlussdrittel.

6:7 n.V. gegen Düsseldorf: Während die Offensive heute brillierte, nahm sich die Defensive kurzerhand frei

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #13:

Spiele unter der Woche sind ja bei Eishockey-Fans eher unbeliebt, weil diese selten für Spektakel stehen. Am heutigen Donnerstagabend hatten aber sowohl die Eisbären Berlin als auch die Düsseldorfer EG Lust auf Spektakel. Vor 5.000 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof verloren die Eisbären ein munteres Scheibenschießen mit 6:7 n.V. (2:1,2:2,2:3/0:1) gegen die DEG. Während die Offensive heute brillierte, hatte sich die Defensive kurzerhand frei genommen. Am Ende verspielten die Berliner äußerst kläglich eine 4:1-Führung.

Eisbären-Coach Serge Aubin konnte im Heimspiel gegen die DEG wieder auf Neuzugang Marco Baßler zurückgreifen. Dafür fehlten weiterhin Blaine Byron, Kevin Clark und Zach Boychuk. Nach der enttäuschenden 1:3-Heimniederlage gegen Nürnberg am Sonntagabend stellte Aubin, der ansonsten das selbe Personal zur Verfügung hatte, seine Angriffsreihen komplett um. Marcel Noebels und Leo Pföderl stürmten heute zusammen mit Yannick Veilleux in der ersten Formation. Dort ersetzte er Frans Nielsen, welcher heute als Center der zweiten Reihe zwischen Matt White und Giovanni Fiore agierte. Mark Zengerle spielte auf dieser Position noch gegen Nürnberg, heute war Zengerle in der dritten Reihe zu finden, wo er zusammen mit den beiden Youngsters Manuel Wiederer und Sebastian Streu stürmte. Die nominell vierte Angriffsreihe bildeten Bennet Roßmy, Eric Mik und Marco Baßler. Die Defensiv-Pärchen blieben gleich, einzig Korbinian Geibel war heute als siebter Verteidiger im Kader. Gegen Nürnberg half er noch im Sturm aus. Und im Tor begann heute Youngster Leon Hungerecker, der damit seinen zweiten DEL-Start erhielt und den ersten auf heimischen Eis. Mathias Niederberger nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Beide Teams gingen mit Negativ-Erlebnissen in dieses Spiel. Die Berliner verloren wie bereits erwähnt am Sonntag zu Hause mit 1:3 gegen Nürnberg, während die DEG das „kleine“ Derby in Krefeld mit 3:6 verlor, sich dort aber nach einem zwischenzeitlichen 0:6-Rückstand noch stark ins Spiel zurück gekämpft hatte. Heute waren sozusagen beide Mannschaften auf Wiedergutmachung aus. Und die Eisbären wollten zudem sicherlich auch noch Revanche für das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften in Berlin, welches Düsseldorf mit 3:1 für sich entschieden hatte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und der Start war viel versprechend. Ganze 56 Sekunden waren gespielt, da ertönte erstmals die Tormusik in der Arena am Ostbahnhof. Marcel Noebels hatte zu viel Platz im Angriffsdrittel, guckte sich Mirko Pantkowski aus und zimmerte die Scheibe ins Düsseldorfer Netz – 1:0. Der perfekte Start für die Eisbären und genau den wollte man auch haben nach der Niederlage gegen die Franken und auch allgemein, weil man sich zuhause immer so schwer tut, ins Spiel zu finden.
Die Eisbären waren in der Anfangsphase die bessere Mannschaft. Aus einer sicheren Defensive heraus fuhren sie ihre Angriffe und als sie sich erstmals im Düsseldorfer Drittel festsetzen konnten, kassierte die DEG die erste Strafzeit der Partie und ermöglichte den Berlinern so das erste Überzahlspiel der Partie. Und man höre und staune, auch das Powerplay nutzten die Eisbären aus. Am Ende einer guten Kombination stand Marcel Noebels am rechten Pfosten komplett alleine und hatte keine große Mühe, die Scheibe im halbleeren Tor einzuschießen – 2:0 (7.). Veilleux war von seinem „Aufstieg“ wohl besonders beflügelt, denn die Nummer 38 hatte nach dem 1:0 auch das 2:0 von „Noebi“ vorbereitet. Ein guten Händchen hat er da gehabt, der Serge Aubin.

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Die Hauptstädter glänzten in der Anfangsphase vor allem durch ihre gnadenlose Effektivität, drei Torschüsse, zwei Tore. Besser geht es fast gar nicht. Leon Hungerecker erlebte bis hierhin einen sehr ruhigen Arbeitstag und konnte sich so erst einmal an das Klima in der Mercedes-Benz Arena gewöhnen. Als er im weiteren Verlauf des ersten Drittels gebraucht wurde, war der junge Goalie zur Stelle und hielt sein Tor bis hierhin sauber.
Nach einem vergebenen Powerplay der Eisbären kamen die Rheinländer rund zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels mal vor das Berliner Tor, Alexander Ehl und Brendan O’Donnell spielten einen Doppelpass, Ehl kam dann im Slot zum Abschluss und überwand Leon Hungerecker zum ersten Mal an diesem Abend – 2:1 (18.). Mit diesem Spielstand ging es letztendlich auch in die erste Drittelpause.

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Was hatte man den Eisbären heute eigentlich in den Pausentee bzw. den Tee vor Beginn des Spiels getan? Denn im zweiten Drittel waren die Berliner noch schneller als zu Beginn des Spiels. Giovanni Fiore tauchte nach klasse Zuspiel von Kai Wissmann alleine vor Mirko Pantkowski auf und ließ dem jungen DEG-Goalie keine Chance – 3:1 (21.).
Doch Düsseldorf zeigte sich keinesfalls davon geschockt und versuchte, eine Antwort zu finden. Aber sie fanden stets ihren Meister im gut aufgelegten Leon Hungerecker im Berliner Tor. Die Eisbären ließen sich in dieser Phase zu sehr hinten rein drücken, kamen teilweise gar nicht aus dem eigenen Drittel heraus.
Aber wenn die Eisbären heute eins konnten, dann war es gnadenlos effektiv zu sein. Mitten rein in die gute Düsseldorfer Phase fuhren die Berliner einen Zwei-auf-Eins-Konter, Leo Pföderl kam über rechts ins Angriffsdrittel, er spielte den Pass links rüber zu Marcel Noebels und der hatte heute sichtlich Bock auf Tore schießen, denn er traf bereits zum dritten Mal an diesem Abend – 4:1 (26.). Während „Noebi“ sein drittes Tor feiern konnte, jubelte Yannick Veilleux über seinen dritten Assist in diesem Spiel. Da scheint sich in Abwesenheit von Blaine Byron eine neue Paradereihe zu bilden. Serge Aubin dürfte es freuen.

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Was ihn aber nicht freuen dürfte, war die Unkonzentriertheit seiner Spieler. Im eigenen Drittel vertändelten die Berliner die Scheibe, Leon Hungerecker rettete noch zweimal, doch gegen den Schuss von Cedric Schiemenz war der junge Berliner Goalie machtlos – 4:2 (27.). Den Gegentreffer mussten sich seine Vorderleute ankreiden lassen, die ihren Goalie da gänzlich im Stich ließen. Und dass mit Schiemenz mal wieder ein Ex-Eisbär gegen die Berliner trifft, kennen wir nun auch schon mehr als uns recht ist.
Die Eisbären wirkten trotz ihrer eigentlich souveränen Führung irgendwie fahrig, leisteten sich zu viele Fehler im Spielaufbau und fanden einfach nicht zu ihrem Spiel. Düsseldorf spielte dagegen weiter nach vorne und versuchte, sich hier zurück ins Spiel zu kämpfen.
Knapp sieben Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels bot sich den Rheinländern die Chance in Überzahl auf ein Tor heranzukommen. Und das taten sie auch. Gewühl vor Leon Hungerecker und Victor Svensson behielt die Übersicht und verkürzte auf 4:3 (34.). Die Eisbären wurden für ihre Passivität im Spiel bestraft. Normalerweise sollte dir eine 4:1-Führung das nötige Selbstvertrauen geben und du das Spiel sicher nach Hause bringen. Aber das gelang den Eisbären hier nicht, die irgendwie hinten verunsichert wirkten. So effektiv man heute vorne war, so anfällig war man hinten.
Nun wachten die Eisbären aber mal wieder auf und hätten durch Leo Pföderl beinahe das 5:3 erzielt, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Solche Aktionen hatten die Berliner in den zweiten 20 Minuten kaum mal. Aber immerhin konnte man sich in der Schlussphase mal wieder im Düsseldorfer Drittel festsetzen, doch zu einem Tor sollte es nicht reichen. Auch wenn Frank Hördler nach einer guten Kombination nah dran war. So nahm man immerhin noch eine knappe 4:3-Führung mit in die zweite Drittelpause. Aber das Spiel war hier natürlich noch lange nicht durch.

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Doch wenn die Eisbären immer so aus der Kabine kommen, wie es heute der Fall war, dann darf man hinten auch einmal mehr patzen. Ganze 22 Sekunden dauerte es nur im Schlussdrittel, da staubte Matt White erfolgreich ab – 5:3 (41.).
Gab dieser Treffer nun einmal das nötige Selbstvertrauen? Nein, denn die DEG schlug in Minute 45 eiskalt zurück. Die Zuordnung in der Berliner Defensive stimmt mal überhaupt nicht, Brendan O’Donnell hatte zu viel Platz auf der rechten Seite, konnte sich die Scheibe zu recht legen und Leon Hungerecker ausgucken – 5:4.
Aber die Eisbären hatten ja immer noch ihre Offensive in der Hinterhand, die ihnen heute das Spiel hätte retten können. Giovanni Fiore kam im Slot an die Scheibe und versenkte die Scheibe aus der Drehung heraus im Düsseldorfer Tor – 6:4 (48.). Eine starke Aktion von Fiore, der von White angespielt wurde, da aber noch mit dem Rücken zum Tor stand. Er drehte sich um die eigene Achse und schüttelte dabei auch noch einen DEG-Verteidiger ab und vollendete ganz stark.
Den 5.000 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof wurde auf jeden Fall einiges heute Abend geboten. Hoffen wir an dieser Stelle mal, dass es nicht das letzte Spiel mit Fans für eine lange Zeit war. Wenn gleich natürlich die Gesundheit aller hier definitiv im Vordergrund steht!

Foto: eisbaerlin.de/walker

Aber zurück zum Spiel, denn hier durfte man keinesfalls wegschauen. Knapp acht Minuten vor dem Ende schlug die DEG erneut zurück. Leon Hungerecker konnte den ersten Schuss nur prallen lassen, die DEG setzte nach und über Daniel Fischbuch und Victor Svensson kam die Scheibe in den Slot zu Paul Bittner, welcher auf 6:5 verkürzen konnte (52.). Hungerecker ärgerte sich anschließend über das Gegentor, aber ihm war heute überhaupt kein Vorwurf zu machen, denn zu oft wurde er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Das Spiel erinnerte an Hungereckers erstes DEL-Spiel am vergangenen Freitag in Bietigheim, als die Eisbären knapp mit 5:4 n.P. gewannen. Auch da wurde Hungerecker immer wieder alleine gelassen. Das sollte sich eigentlich nicht wiederholen.
Die DEG hatte nun wieder Hoffnung, hier doch noch was aus der Hauptstadt mit nach Düsseldorf zu nehmen. Die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis drückte nochmal auf das Tempo und setzte die Berliner unter Druck. Diese wiederum lauerten natürlich auf Fehler der DEG und wollten kontern, um diese wilde Achterbahnfahrt hier endgültig für sich zu entscheiden.
DEG-Coach Harold Kreis nahm zwei Minuten vor dem Ende des Spiels eine Auszeit und seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspieler vom Eis. Er ging sozusagen jetzt „All-in“. Und damit hatten sie Erfolg. Stephen MacAulay glich hier tatsächlich noch zum 6:6 aus (59.).
Geht noch mehr Dramatik? Ja! 70 Sekunden vor dem Ende kassierte Jonas Müller eine Strafzeit wegen Stockschlags und so mussten die Berliner in der Schlussphase tatsächlich noch einmal in Unterzahl ran. So rückte Leon Hungerecker wieder in den Brennpunkt. Das Spiel war hier definitiv nichts für schwache Nerven. Und der junge Berliner Goalie behielt in dieser Phase die Nerven und rettete seiner Mannschaft einen Punkt. Doch in der Verlängerung mussten die Eisbären noch 50 Sekunden in Unterzahl agieren.

Aber diese überstanden sie ohne Gegentor, auch weil Leon Hungerecker noch einmal einen starken Save dabei hatte. Und weiter ging es mit der Dramatik. Auf der einen Seite scheiterte Tobias Eder an Hungerecker, auf der anderen Seite scheiterte Leo Pföderl an Mirko Pantkowski. Beide hatten freie Bahn, doch fanden in den beiden Goalies jeweils ihren Meister. Leon Hungerecker parierte anschließend zwei weitere Alleingänge, Pantkowski einen. Wow, was für ein Spiel, was für eine Overtime.
Doch das bittere Ende kam 19,5 Sekunden vor dem Ende. Die Eisbären verloren im Angriffsdrittel die Scheibe, Daniel Fischbuch war auf und davon, doch statt selbst abzuschließen, legte er die Scheibe klasse zurück auf Brendan O’Donnell, welcher am Ende keine große Mühe hatte, die Scheibe im leeren Berliner Tor zu versenken – 6:7 (65.).

Eine Niederlage, die vollkommen unnötig war, die aber genauso verdient war. Wer eine 4:1-Führung so leichtfertig noch herschenkt, der braucht sich am Ende nicht über das Endergebnis beschweren. So stark die Offensive heute gespielt hat, so katastrophal, ja fast schon unterirdisch, trat die Berliner Defensive auf. Ein Fehler jagte den nächsten und so stehst du am Ende nur mit einem Punkt da.
Leon Hungerecker konnte einem leid tun. Er hielt, was zu halten war, wenn er aber keine Unterstützung seiner Vorderleute bekommt, dann kann auch er am Spielausgang nichts mehr ändern. Und in der Verlängerung hatte er nochmal drei, vier weitere Saves bei, am Ende musste aber auch er sich geschlagen geben.
Die drei Tore von Marcel Noebels und die drei Vorlagen von Yannick Veilleux? Die vermeintlich neue Paradereihe der Eisbären? Das war heute nur für die Statistik, zu weh tut diese Niederlage. Eine, welche man so nie und nimmer kassieren darf!

Die Eisbären Berlin nach neun DEL-Spieltagen: Auswärts Erster – Zuhause Letzter

Die unglaubliche Serie der Eisbären Berlin hält auch nach neun Spieltagen in der PENNY DEL weiterhin an. Am Freitagabend kassierte man beim 1:3 gegen die Düsseldorfer EG die vierte Heimniederlage in Folge – inklusive CHL steht man sogar bei sechs Heimpleiten in Serie. Dafür holte man am Sonntagabend beim 4:2 in Bietigheim den fünften Auswärtssieg im fünften Auswärtsspiel der Saison. Damit sorgte man zugleich für einen neuen Vereinsrekord, denn noch nie zuvor waren die Berliner mit fünf Auswärtssiegen am Stück in die Saison gestartet. Und so hat man weiterhin das kuriose Bild in der Tabelle: Zuhause ist man mit 4:13-Toren und nur einem Punkt das schlechteste Heimteam der Liga, auswärts hingegen führt man die Tabelle mit der vollen Punktzahl von 15 Punkten und 22:7-Toren an. In der Gesamt-Tabelle blieben die Eisbären nach den beiden Spielen auf Platz Fünf mit nun 16 Punkten und 26:20-Toren.

Die Spieler der Eisbären werden immer wieder gefragt, woran dieser Unterschied liegt, dass es auswärts läuft und man zu Hause gefühlt nichts auf die Reihe bekommt. Marcel Noebels wurde daher nach dem Heimspiel gegen Düsseldorf gefragt, was es denn zur Zeit so schwierig macht, zuhause zu spielen?

Daran liegt es jetzt glaube ich nicht, ob wir zuhause oder auswärts spielen. Für mich macht es keinen Unterschied. Ich gehen ins Spiel rein genauso heim wie auswärts. Das sollte eigentlich kein Faktor sein. Eigentlich sollten wir zuhause mehr Punkte holen wie auswärts. Aber den Schalter haben wir bisher nicht umgelegt. Es wird natürlich Zeit, so langsam in die Spur zu finden.

Die Berliner sind auf Spurensuche, doch einen richtigen Ansatz hat man bisher nicht gefunden. Was bei den Heimspielen, insbesondere jetzt wieder am Freitag gegen die DEG auffiel, man erlaubt sich zu viele individuelle Fehler, bekommt den Pass nicht sauber zum Mitspieler gespielt und alleine der Aufbau aus dem eigenen Drittel heraus dauert enorm lange. Und wenn, dann gelingt er auch zu selten. Marcel Noebels wirkte diesbezüglich auch etwas ratlos:

Also ich finde auch, dass wir von hinten viel zu selten vernünftig aus der Zone kommen. Aber wir haben zu viele Scheibenverluste alleine schon im eigenen Drittel. Es fängt ja bei uns schon an, dass wir keinen guten ersten Pass spielen und meistens eigentlich der Scheibe hinterher rennen, obwohl wir sie eigentlich vorher hatten. Wir müssen wieder zusammenfinden, damit wir enger zusammen sind, damit wir uns besser unterstützen, keine 30-Meter-Pässe über das Eis spielen. Ich bin selber so ein bisschen ratlos gerade, warum wir so auftreten. Ich hoffe, dass wir als Mannschaft da wieder raus finden.

Chancen erspielt man sich ja, sowohl zuhause als auch auswärts. Aber die Eisbären schaffen es zurzeit nicht, beste Chancen zu nutzen. Auch Marcel Noebels eben nicht, der am Freitag mit Blaine Byron ein 2-auf-0-fuhr, die Scheibe aber nicht am DEG-Goalie vorbei bekam. Das sind normalerweise sichere Tore für den Berliner Torjäger, der solche Chancen eigentlich mit verbundenen Augen macht. Aber nicht in dieser Saison. Da wirken die Eisbären irgendwie nicht ganz bei der Sache, wenn sie zuhause vor den eigenen Fans spielen. Hinten die bereits angesprochenen individuellen Fehler und das sehr langsame rauskommen aus der eigenen Zone, vorne spielt man das einfach zu hektisch und will lieber noch den einen Pass spielen oder den einen Kringel fahren, statt einfach mal die Scheiben zum Tor zu bringen. Eben das, was sie auswärts machen und wo es ja bisher auch bestens klappt.
Vier Tore in vier Heimspielen sind eines Deutschen Meisters unwürdig. Am Freitag waren es wieder 35 Torschüsse, nur einer fand den Weg ins Netz. In Bietigheim waren es zwei Tage später nur drei Torschüsse mehr, aber eben auch drei Tore mehr. Die Erklärung dafür ist aber einfach: Gegen Düsseldorf gab man nur 16 Prozent aller Schüsse aus dem Slot ab, weil die DEG die gefährlichen Räume gut zu machte und die Eisbären so immer wieder nach außen zwang oder zu Schüssen von der blauen Linie. In Bietigheim kam man dann nach Anlaufschwierigkeiten besser vor das Tor und gab 36 Prozent aller Schüsse aus dem Slot ab.

Was aber bei den Eisbären weiterhin ein Problem ist: Sie sind zu abhängig von der Top-Reihe um Marcel Noebels. Diese war für das einzige Tor gegen Düsseldorf verantwortlich. Dahinter wird es dann schon eng, wobei immer mal wieder die Reihe um Matt White, Zach Boychuk und Giovanni Fiore auf dem Scoreboard auftaucht. Aber den Berlinern mangelt es da noch an der nötigen Tiefe, dass auch mal die hinteren Reihen treffen. Gestern war da sicherlich schon mal ein guter Ansatz, als die vierte Reihe den so wichtigen Ausgleich erzielte. Aber solche Momente kommen noch zu selten im Berliner Spiel vor.
So verwundert auch nicht die Eiszeit, dass es gegen die DEG Marcel Noebels, Leo Pföderl, Matt White und Zach Boychuk waren, welche über 20 Minuten Eiszeit kamen. Bis auf Boychuk hatten die drei anderen Stürmer auch beim Aufsteiger über 20 Minuten Eiszeit. Die Last wird da noch auf zu wenige Schultern verteilt.

Auch das Powerplay bleibt weiterhin eine große Baustelle beim Deutschen Meister. Insgesamt 12:36-Minuten war man am Wochenende in Überzahl, kein einziger Treffer sprang dabei heraus. Inzwischen haben die Eisbären das schwächste Powerplay der gesamten Liga. Gerade in engen Spielen und gegen Spitzenteams kann ein starkes Powerplay von großer Bedeutung sein. Doch das Powerplay der Eisbären sorgt für keinerlei Angst in der PENNY DEL.

Die zur Zeit dürftigen Leistungen auf eigenem Eis mündeten am Freitagabend im ersten kleineren Pfeifkonzert nach der Schlusssirene. So langsam aber sicher ist eben auch die Geduld der Fans zu Ende. Man kann immer verlieren, aber dann muss auch die Leistung stimmen, aber wenn es wie am Freitag in den ersten beiden Dritteln dem Fan weh tut, den Eisbären beim spielen zuzuschauen, dann kommen die Pfiffe nicht von ungefähr. Das wirkte teilweise wie ein planloses Anrennen, ein kopfloses herum stolpern auf eigenem Eis. So einen richtigen Gameplan hat man zuhause noch nicht erkennen können.

In dieser Woche gibt es wieder zwei Möglichkeiten, die Heim-Misere zu beenden. Morgen Abend trifft man in der Champions Hockey League (CHL) auf den HC Lugano aus der Schweiz und am Sonntag sind die Kölner Haie in der PENNY DEL zu Gast in der Hauptstadt. Da sollte der Heimfluch endlich besiegt werden.

Schauen wir noch kurz auf die Youngsters, bleibt festzuhalten, dass Eric Mik weiterhin gut Eiszeit erhält. Gegen die DEG waren es 12:17 Minuten und in Bietigheim 9:42 Minuten. In Bietigheim waren es zudem noch 1:56 Minuten in Unterzahl. Sebastian Streu kam auf 7:49 Minuten (Düsseldorf) und 12:22 Minuten (Bietigheim). Auch Streu kam in Bietigheim in Unterzahl zum Einsatz (1:42 Minuten).
Bennet Roßmy kam nur auf 2:34 Minuten (Düsseldorf) und 3:44 Minuten (Bietigheim).

Ob Trainer Serge Aubin für das morgige CHL-Spiel Spieler schonen wird, stand heute noch nicht fest. Die Berliner waren mit nur einem Punkt in die CHL gestartet und haben nur noch theoretische Chancen auf das Erreichen der KO-Phase. Von daher würde es nicht verwundern, wenn Aubin etwas rotiert, zumal bereits am Donnerstag das nächste Ligaspiel in Nürnberg ansteht.

1:3! Auch das vierte Heimspiel geht verloren – Eisbären enttäuschen erneut ihre Fans und kassieren Pfiffe am Ende der Partie

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #6:

Viertes Heimspiel, vierte Niederlage: Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin sieglos auf heimischem Eis. Auch gegen die Düsseldorfer EG setzte es eine Niederlage. Am Ende unterlag man den Rheinländern mit 1:3 (0:1,0:0,1:2). Dabei enttäuschten die Eisbären auf ganzer Linie und kassierten erstmals Pfiffe am Ende eines Heimspiels.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin ließ im Vergleich zum Krefeld-Spiel diesmal Mark Zengerle draußen. Für ihn rückte Youngster Bennet Roßmy in den Kader. Zudem stellte Aubin sowohl in der Defensive als auch der Offensive um. Einzig die Top-Reihe um Marcel Noebels blieb zusammen. Matt White und Kevin Clark bekamen dieses Mal Yannick Veilleux an die Seite. Dort spielte in Krefeld noch Zach Boychuk. Dieser stürmte heute in Reihe Drei zusammen mit Giovanni Fiore und Parker Tuomie. Und die nominell vierte Reihe bildeten Manuel Wiederer, Sebastian Streu und Bennet Roßmy. Auch in der Defensive blieb nur das Duo Eric Mik und Simon Després zusammen. Morgan Ellis verteidigte heute mit Nicholas B. Jensen zusammen und Kai Wissmann mit Jonas Müller. Kapitän Frank Hördler war siebter Verteidiger. Und im Tor stand erneut Mathias Niederberger, als Back-up saß Leon Hungerecker auf der Bank.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Den Start verpennten die Hauptstädter komplett. 38 Sekunden waren gespielt, als Luca Zitterbart ungestört durchs Angriffsdrittel fahren konnte und ohne große Mühe zum 0:1 einschießen konnte (1.). Das ging zu einfach, Gutes Defensivverhalten sieht gänzlich anders aus.
Aber die schnelle Chance zum Ausgleich gab es bereits in der zweiten Spielminute. Joonas Järvinen kassierte die erste Strafzeit der Partie und die Eisbären waren somit erstmals in Überzahl. Aber das alte Lied: Eisbären und Powerplay, das passt irgendwie nicht mehr zusammen. Was waren das früher noch für Zeiten, als das Powerplay der Berliner gefürchtet war. Heute ist es nur noch ein laues Lüftchen, wenn überhaupt.
Die erste nennenswerte Chance der Eisbären hatte Leo Pföderl in der sechsten Spielminute. Aber bezeichnend für das Berliner Spiel, dass diese aus einer Einzelaktion entstand. Pföderl kam unbedrängt ins Angriffsdrittel, brachte sich in Schussposition, aber der Schuss stellte Mirko Pantkowski vor keine großen Probleme. Wenn es brenzlig vor dem Tor wurde, dann war es nur vor dem Berliner Tor der Fall.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären wirkten irgendwie nicht ganz bei der Sache, während die DEG hoch konzentriert zu Werke ging und die Berliner mit ihren Angriffen immer wieder überraschten. Zudem spielte die Mannschaft von Coach Harold Kreis aggressives Forechecking, störte die Eisbären immer früh im Spielaufbau.
Die DEG stand sehr sicher in der Defensive, ließ kaum Lücken und so rannten die Eisbären meist kopflos an. Wirkliche Ideen waren den Spielzügen nicht zu entnehmen und dann wirkte es – wie in bisher jedem Heimspiel – einfach zu hektisch vor dem Tor.
Sechs Minuten vor dem Ende des ersten Drittels kassierte Eric Mik die erste Strafzeit für die Eisbären in dieser Partie. Aber das Penaltykilling war noch mit das Beste in diesem Drittel, man ließ keine Chance der Rheinländer zu und überstand die Unterzahl daher schadlos.
Aber wie gesagt, es blieb das einzig Gute in diesen ersten 20 Minuten. Die Eisbären wirkten nervös, verunsichert, leisteten sich zu viele Fehler. Es war eben wieder ein typischer Heimauftritt in dieser Saison. Der Spielstand von 0:1 nach dem Auftaktdrittel war übrigens auch noch etwas Positives.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das zweite Drittel begann mit zwei frühen Strafen gegen beide Mannschaften. Niklas Heinzinger auf Düsseldorfer und Kevin Clark auf Berliner Seite mussten in die Kühlbox, es ging mit 4-4 weiter. Doch aufregendes passierte mit etwas mehr Platz auf dem Eis nicht. Die Eisbären wirkten weiterhin zu hektisch in ihren Abläufen und so häuften sich weiterhin die Fehler bei den Hausherren.
Ein Beispiel gefällig? Da wird an der gegnerischen blauen Linie der Puck quer gespielt, doof nur, dass der eigene Mitspieler bereits zum Wechseln gefahren ist und der Pass ins Leere ging. Das sind individuelle Fehler, die dir nicht passieren dürfen.
Vielleicht brachte ja ein Überzahlspiel Besserung ins Spiel. Ex-Eisbär Alexander Barta suchte die Strafbank auf und bescherte den Eisbären das nächste Powerplay. Aber auch dieses Überzahlspiel verpuffte ohne Gefahr vor dem DEG-Tor.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Aller guten Dinge sind drei? Jedenfalls sorgte Ex-Eisbär Daniel Fischbuch für das dritte Powerplay der Hausherren heute Abend. Aber die DEG-Defensive verstand es sehr gut, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen und so rannten die Eisbären planlos an. Sie fanden keine Lücke und die Pässe wurden meist unsauber gespielt. Nein, so kannst du kein Heimspiel in dieser Saison gewinnen. Mit dieser unkonzentrierten Spielweise und den zu vielen individuellen Fehlern.
Knapp eine Minute vor dem Ende die dicke Chance für die Eisbären, Blaine Byron und Marcel Noebels mit einem Zwei-auf-Null, der eigentlich sichere Ausgleich. Denkste! Nicht mit den Eisbären, die bekommen es nämlich auch hin, so eine Riesenchance kläglich zu vergeben. Fehlt da auf heimischen Eis etwa das nötige Selbstvertrauen? Jenes, welches man auswärts bisher immer gezeigt hat und daher alle vier Spiele gewonnen hat. Es bleibt unerklärlich, warum es diese gravierenden Unterschiede zwischen zuhause und auswärts gibt.
42 Sekunden vor dem Ende gab es einen Penalty für die DEG. Die Gäste mit einem Konter, Jonas Müller rettete in letzter Sekunde mit einem Foul. Den fälligen Penalty hielt Mathias Niederberger gegen Victor Svensson. Gab diese Parade der Mannschaft nun den nötigen Push für das letzte Drittel?

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Nein, denn nach nur 73 Sekunden schlug Düsseldorf ein zweites Mal an diesem Abend zu. Ein Schuss von der blauen Linie schlug hinter Niederberger im Tor ein – 0:2 durch Alexander Ehl (42.).
Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In der 44. Spielminute hauchte Leo Pföderl den Eisbären wieder Leben ein. Blaine Byron hatte es zunächst versucht, dessen Schuss wurde noch geblockt und Leo Pföderl staubte eiskalt ab – 1:2. Das Tor produzierte die Top-Reihe der Eisbären – Noebels, Byron, Pföderl. Sozusagen die Lebensversicherung der Berliner.
Und wieder war es die Reihe um Marcel Noebels. Blaine Byron mit dem Querpass von rechts nach innen zu Leo Pföderl, doch dessen Onetimer klatschte nur an das Aluminium. Auf jeden Fall waren die Eisbären jetzt etwas besser drin im Spiel und suchten auch mal den Abschluss. Das hatte Peter-John Lee in der zweiten Pause auch noch zu mir gesagt, dass die Jungs mehr auf das Tor schießen müssen. Daran hatten sich die Jungs offensichtlich gehalten.
Doch Vorsicht war nach wie vor geboten, denn die DEG versuchte immer wieder kleine Nadelstiche vor dem Eisbären-Tor zu setzen.

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Das letzte Powerbreak der Partie nutzte Eisbären-Coach Serge Aubin, um seine Spieler noch einmal um sich zu versammeln und ihnen letzte Anweisungen für die Schlussphase zu geben. Der Ausgleich sollte schließlich her. Und direkt danach zauberte sich Matt White über die Eisfläche bis vor das Düsseldorfer Tor, bekam die Scheibe aber nicht an Mirko Pantkowski vorbei. Aber nur, weil Joonas Järvinen ihn im letzten Moment hakte und damit entscheidend beim Torabschluss hinderte. Daraus resultierte das nächste Powerplay für die Eisbären. Doch auch dieses Überzahlspiel blieb erfolglos, mehr als ein Onetimer von Marcel Noebels sprang nicht bei heraus.
Erst als man wieder komplett war, hatte Kevin Clark den Ausgleich auf dem Schläger, als er völlig überraschend vor dem Tor an den Puck kam. Aber auch sein Schuss aus der Drehung ging am Tor vorbei. Doch die Eisbären versuchten nun noch einmal alles, das Spiel ging im letzten Drittel fast ausnahmslos in eine Richtung und zwar in die des Düsseldorfer Tores.
Es gab nur ein Problem für die Hausherren und das war die Zeit, denn die rannte immer schneller davon und so richtig gefährliche Chancen konnte man sich fortan nicht erspielen. Zum Ende nahm man auch noch Goalie Mathias Niederberger aus dem Tor, versuchte es nun also mit sechs Spielern. Aber bei der Erfolgsquote im Powerplay heute, versprach diese Maßnahme wenig Hoffnung. Zwar setzte man sich im Drittel der DEG fest, aber dort passte man die Scheibe nur hin und her, statt einfach mal den Schuss zu suchen. Als man diesen dann doch suchte, kam die DEG an die Scheibe und Jerry D’Amigo versenkte den Puck im verwaisten Berliner Tor – 1:3 (60.). Nach der Schlusssirene wurden die Eisbären mit einem kleinen aber feinen Pfeifkonzert verabschiedet. Es war schließlich die vierte Heimniederlage im vierten Heimspiel.

Und diese hatte man sich erneut selbst zuzuschreiben. Denn in den ersten 40 Minuten tat es weh, den Eisbären zuzuschauen. Da wirkte man einfach verunsichert und leistete sich zu viele individuelle Fehler. Im letzten Drittel gab es zwar ein kleines Aufbäumen und man kam auch noch einmal zum Anschlusstreffer. Aber für ein Heimspiel war das zu wenig. Für einen Deutschen Meister ist das zu wenig. Zurück bleiben enttäuschte Fans, welche zunehmend ratlos wirken. Die Heim-Misere bedarf einer gründlichen Aufarbeitung, denn so kann es nicht weitergehen.

Heute Abend gegen Düsseldorf: Klappt es im vierten Anlauf endlich mit dem ersten Heimsieg in dieser Saison?

Versuch Nummer Vier: Heute Abend absolvieren die Eisbären Berlin ihr viertes Heimspiel, dieses Mal ist die Düsseldorfer EG zu Gast in der Mercedes-Benz Arena. Dann wollen die Hauptstädter im vierten Anlauf endlich den ersten Heimsieg der noch jungen Saison feiern. Denn da hat man in den bisherigen drei Spielen nur einen mickrigen Zähler eingefahren, während man auswärts alle zwölf Punkte mitgenommen hat. Nun soll endlich auch zu Hause der Bock umgestoßen werden. Coach Serge Aubin dazu nach dem gestrigen Training:

Sicherlich wollen wir zu Hause gewinnen, Wir hatten ein paar gute Momente und jetzt wollen wir es zusammenbringen, aber wir wachsen als Team auch immer noch. Die Jungs zeigen viel Charakter auswärts und das müssen wir auch zuhause schaffen.

In der Tat wirkt es manchmal so, als gäbe es zwei Gesichter der Eisbären. Das merkt man vor allem in der Offensive beim Chancen herausspielen. Während man auswärts teilweise abgezockt die Chancen nutzt, wirkt es daheim teilweise sehr hektisch. Da fehlt den Jungs des Öfteren der Coolness vor dem Tor. Aber vielleicht haben sie in dieser Woche ja genau daran gearbeitet. Denn das sie im Training hart gearbeitet haben, hat Stürmer Zach Boychuk gesagt:

Wir freuen uns alle darauf, wieder nach Hause zu kommen. Wir sind auswärts sehr gut, aber wir brauchen den ersten Sieg zuhause. Wir hatten die Woche ein paar Tage frei und konnten ein bisschen Teambuilding machen. Wir arbeiten hart im Training und werden für morgen bereit sein. 

Geht es nach Verteidiger Eric Mik, hätten alle drei Heimspiele auch anders ausgehen können. So aber brennt man nun mehr denn je auf den ersten Dreier auf eigenem Eis:

Man brennt natürlich unglaublich und ich glaube, das ist jedes Mal der Anspruch, hier vor den heimischen Fans zu gewinnen. Das konnten wir jetzt die letzten drei Spiele nicht machen, wo man auch sagen muss, das waren alles gute Gegner. Aber wir hatten trotzdem unsere Chancen und hätten alle Spiele gewinnen können. 

Der heutige Gegner Düsseldorf ist derzeit eine der Überraschungen in dieser Saison. Denn fast alle haben die DEG ob ihrer Transferpolitik als potentiellen Abstiegskandidaten gehandelt. Die Rheinländer sind finanziell gezwungen, einen sehr jungen Kurs zu fahren, aber das bekommt der Mannschaft von Harold Kreis bisher sehr gut. Deswegen ist es heute auch ein Duell zweier Tabellennachbarn, denn die DEG steht mit drei Zählern Rückstand auf die Eisbären auf dem fünften Platz, während die Berliner Vierter sind. Zudem verfügen die Rheinländer über ein sehr gefährliches Powerplay. Serge Aubin mit seinen Gedanken zum Spiel gegen Düsseldorf:

Wir wollen 5-5 spielen. Umso länger wir das machen, umso besser für uns. Düsseldorf spielt eine gute Defensive. Sie sind sehr gelassen, wenn sie den Puck nicht haben und geben dir nicht viele Möglichkeiten, was frustrierend sein kann. Für uns ist es ein Drittel nach dem anderen, unsere Vorteile und Gelegenheiten nutzen, dann Tore schießen und solide defensiv spielen. Wir müssen unserer Spielidentität und Spielstruktur vertrauen und dann schaffen wir das. 

Eric Mik meint sogar, man solle keinen Gegner unterschätzen. Er hat aber auch schon einen Plan parat, wie es heute Abend mit dem ersten Heimsieg klappen könnte:

Auf gar keinen Fall. Kein Team ist zu unterschätzen. Jedes Spiel beginnt von Null und daher muss man sagen, dass wir auch auf uns schauen müssen, unsere Chancen machen müssen und wenn wir hinten gut stehen, dann bin ich mir sicher, dass es morgen klappen wird. 

Wie zufrieden ist denn der Verteidiger überhaupt mit seiner eigenen Leistung in dieser Saison?

Für mich ist es eigentlich relativ egal, mit wem ich spiele, Ich möchte so viel Eiszeit wie möglich bekommen und ich glaube das ist das Wichtigste als junger Spieler und alles andere kommt danach.

Heute beginnt der Oktober und dieser ist traditionell bei den Eisbären der Monat, in dem sie in Pink spielen. „Pink in the Rink“ heißt das Motto und dazu wurden Serge Aubin, Eric Mik und Zach Boychuk auch befragt, wie sie diese Aktion finden. Aubin äußerte sich wie folgt dazu:

Absolut. Wir haben Glück das tun zu können, was wir gerade machen. Viele andere Menschen müssen Kämpfe durchstehen, über die sie oft keine wirkliche Kontrolle haben. In Pink zu spielen, erinnert uns daran, was für ein Glück wir haben und es war gut für uns in der Vergangenheit. Wir fühlen uns gut, wenn wir in Pink spielen und so werden wir einfach daraus gehen, hart kämpfen und versuchen das zu kontrollieren, was wir kontrollieren können. 

Zach Boychuk findet die Sache großartig:

Es ist eine großartige Sache und berührt viele Menschen. So eine einfache Sache wie das Tragen eines bestimmten Jerseys ist schön für alle. Die Jungs werden über das Eis mit ihren pinken Trikots fliegen und hart spielen und hoffentlich dabei helfen, für die verschiedenen Charitys Geld zu sammeln.

Und wie findet Eric Mik „Pink in the Rink“?

Über die farbliche Änderung freut man sich schon. Ich muss sagen, es ist immer ein cooles Erlebnis und dadurch, dass es auch für einen guten Zweck ist, erfüllt man damit immer noch einen guten Zweck. 

Die Eisbären Berlin nach sieben DEL-Spieltagen: Auswärts weiterhin stark und zu Hause ohne Sieg

So langsam lohnt sich schon einmal ein erster Blick auf die Tabelle der PENNY DEL. Sieben Spieltage sind absolviert und vorne findet man mit München und Mannheim die zwei Schwergewichte des deutschen Eishockeys. Dahinter kommen der Vizemeister Wolfsburg und Köln, auf Platz Fünf folgen bereits die Eisbären Berlin. Damit hat man in der dritten Saisonwoche mal wieder einen Sprung in der Tabelle gemacht. War man nach dem ersten Wochenende noch auf Platz Sechs, rutschte man in der Woche darauf auf Rang Neun ab. Und nun verbesserte man sich also wieder und machte einen großen Sprung auf Platz Fünf.

Das war aber auch nur möglich, weil die Hauptstädter in der vergangenen Woche zwei der drei Spiele auswärts bestritten haben. Denn da läuft es für die Mannschaft von Coach Serge Aubin nach wie vor wie geschmiert. Das 4:0 in Straubing und das 3:1 in Krefeld waren die Auswärtssiege Nummer drei und vier in dieser Saison. Und das in insgesamt vier Auswärtsspielen. 18:5-Tore zeigt die Statistik in den vier Gastspielen an. Aubin wurde nach dem Sieg am Sonntag in Krefeld gefragt, was denn seine Mannschaft auswärts derzeit so stark macht?

Ich würde sagen, heute war unser härtestes Auswärtsspiel, aber die Jungs sind stabil geblieben. Es ist ihnen wichtig und deshalb haben sie Wege gefunden. Wir wollen natürlich nicht zwei Spiele in Folge verlieren. Gute Teams finden einen Weg nach einer Niederlage wieder zurückzukommen und das haben die Jungs heute getan.

Während man auf fremden Eis weiterhin ungeschlagen und ohne Punktverlust ist, wartet man zu Hause auch nach dem dritten Heimspiel immer noch auf den ersten Sieg. Den beiden deutlichen Niederlagen gegen München (1:4) und Mannheim (0:3) folgte am Freitagabend eine knappe 2:3-Niederlage n.V. gegen Wolfsburg. Wobei man da sagen muss, dass man sich diese Niederlage selbst zuzuschreiben hat. Denn wer in der Verlängerung eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis kassiert, braucht sich nicht über die Pleite zu wundern.
Was man aber nach dem Spiel am Freitagabend gegen Wolfsburg merkte, war der Frust, der bei den Spielern enorm tief saß. Leo Pföderl wurde zum Beispiel darauf angesprochen, was man abstellen kann, weil man zu Hause immer so einen schwierigen Start hat?

Ach, das ist doch Schwachsinn. Letztes Jahr haben wir auswärts die ersten fünf Spiele verloren und dann haben wir auf einmal auswärts gewonnen und am Schluss waren wir Meister. Also 6. Spieltag oder 5. oder 7., keine Ahnung. Weiter geht´s. Wir gewinnen unsere Spiele schon.

Ja, ihre Spiele gewinnen die Eisbären. Aber eben zur Zeit nur auswärts. Weil man zu Hause irgendwie das Gefühl hat, dass sie irgendetwas blockiert. Zwar kommt man zu Chancen, man kommt immer wieder vor das gegnerische Tor, aber dann bekommt man den Eindruck, dass sie zu hektisch werden. Hier noch ein Pass, da noch ein Kringel, statt einfach geradlinig zu spielen. So wie auswärts eben. Die Statistik zu Hause spricht da Bände – 3:10-Tore. Chancen waren genügend da, satte 99 Torschüsse gaben die Berliner in den bisherigen drei Heimspielen ab. Die Ausbeute von drei Toren ist dann doch definitiv zu wenig.

Die Heim-Misere nennt Stürmer Yannick Veilleux gar inakzeptabel, wie er nach dem Spiel gegen Wolfsburg am Freitag sagte:

Bei dem Kader, den wir haben, ist es inakzeptabel bei drei Siegen und drei Niederlagen zu stehen. Besonders zu Hause zu verlieren, ist inakzeptabel.

Auswärts hat man bis 128 Torschüsse abgegeben und dabei satte 18 Tore erzielt. Man hat das Gefühl, auswärts tun sich die Berliner leichter als zu Hause. Jedenfalls spielen sie auf fremden Eis befreiter auf und nutzen ihre Chancen deutlich besser als zu Hause. Auch steht man auswärts defensiv besser als zu Hause.
Dabei kam man ja in den drei Spielen der vergangenen Woche auch zu Chancen aus der gefährlichen Zone vor dem Tor. Waren es in Straubing noch 29 Prozent aller Schüsse, welche man aus dem Slot abgab, waren es gegen Wolfsburg und in Krefeld bereits 38 Prozent. Aber nutzen konnte man die Chancen eben nur auf gegnerischem Eis. Daran muss man definitiv arbeiten.

Woran man aber auch arbeiten muss? Man ist zur Zeit zu sehr von einzelnen Spielern abhängig. Wenn Tore geschossen werden, dann sind es meistens nur die Spieler aus Reihe eins oder zwei. So auch in den letzten drei Spielen, als Blaine Byron (3 Tore/0 Assists), Leo Pföderl (1/2) und Marcel Noebels (0/3) wieder am besten scorten. Hinzu kommt Matt White mit zwei Toren und auch Yannick Veilleux, welcher zweimal in den drei Spielen traf. Doch die Last des Toreschießens verteilt sich derzeit noch auf zu wenige Schultern.

Bei den Special Teams besteht weiterhin Luft nach oben. Zwar erzielte man in Straubing zwei Überzahltreffer, doch in den beiden anderen Spielen blieb man ohne Tor. Dafür kassierte man gegen Wolfsburg und in Krefeld je ein Gegentor in Unterzahl. Der Gegentreffer gegen Wolfsburg war dabei spielentscheidend und die Strafzeit vollkommen unnötig. Denn da hatte man zuvor das Zählen vergessen und wurde dafür bitter böse bestraft.
Das Powerplay bleibt weiterhin ein Sorgenkind, auch trotz der zwei Treffer am Pulverturm. Mit einer Erfolgsquote von 13,64 Prozent stellt man mit Krefeld aktuell das schlechteste Überzahlspiel der Liga.
Dafür sieht es in Unterzahl besser aus. Das Penaltykilling der Eisbären belegt zur Zeit Rang sechs mit einer Erfolgsquote von 79,31 Prozent.

Schauen wir auf die Youngsters der Berliner. Da wäre zunächst einmal Eric Mik zu erwähnen, denn ihm gelangen zwei Torvorlagen in den letzten drei Spielen. Von der Eiszeit her spielte Mik in Straubing 8:29 Minuten, gegen Wolfsburg 16:25 Minuten (was da aber an der Verletzung von Nicholas B. Jensen lag) und in Krefeld 14:35 Minuten (da ersetzte er Jensen in der Verteidigung komplett). Sebastian Streu kam auf 8:52 Minuten (Straubing), 4:44 Minuten (Wolfsburg) und 11:52 Minuten (Krefeld.). Bennet Roßmy kam auf 4:57 Minuten (Straubing) und 2:57 Minuten (Wolfsburg). Gegen Krefeld war er nicht dabei, dafür spielte Korbinian Geibel. Und der kam auf 5:37 Minuten. Mik und Streu bekamen zudem Eiszeit in den Special Teams.

Auf der Torhüterposition bestritt Mathias Niederberger alle drei Spiele. In Straubing feierte er seinen ersten Shutout in dieser Saison. In den Spielen gegen Wolfsburg und Krefeld kassierte er vier Gegentore. Inzwischen ist die „Krake von Riga“ wieder bei starken 93,04 Prozent Fangquote angekommen und weist einen Gegentorschnitt von 1,97 Gegentoren pro Spiel auf.

Am kommenden Wochenende haben die Eisbären die Chance, ihren Heimfluch zu brechen. Dann ist die Düsseldorfer EG in der Arena am Ostbahnhof zu Gast. Am Sonntag reisen die Berliner zum Aufsteiger nach Bietigheim. Während die Serie am Freitag zu Hause bitte enden soll, darf die auswärts gerne immer so weiter gehen.