2:4 gegen Bremerhaven: Dem starken ersten Drittel folgen zwei schwache Drittel

WalkersBarenNews 2023/2024 – #8

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Sonntagnachmittag gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven verdient mit 2:4 (2:0,0:2,0:2) verloren. Die Eisbären legten eigentlich einen sehr guten Start hin, stellten aber das Spielen ab Drittel zwei ein und offenbarten einige Konzentrationsschwächen im Spiel. Zudem unterliefen den Eisbären in der Folge zu viele Fehler im Spielaufbau.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zum Spiel in Frankfurt wieder nur auf einer Position. Jake Hildebrand kehrte ins Berliner Tor zurück, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz. Ansonsten blieb alles beim alten.

Für die Eisbären die nächste Herausforderung in der PENNY DEL. Bremerhaven ist im Oktober bisher sehr gut drauf gewesen und konnte sechs der sieben Spiele gewinnen. Darunter waren auch die beiden Auswärtsspiele. Letzte Saison konnten sowohl die Eisbären als auch Bremerhaven ihre Heimspiele im direkten Duell gewinnen. Ging diese Serie heute weiter?

Zweimal schlug es im ersten Drittel im Bremerhavener Tor ein. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Manuel Wiederer krönt starke Berliner Anfangsphase

Die Eisbären starteten mit dem Selbstvertrauen der letzten Wochen in das Heimspiel und waren vom ersten Bully weg offensiv ausgerichtet. Viele Scheiben wurden auf das Tor von Ilya Andryukhov gebracht. Man wollte von der ersten Sekunde an deutlich machen, wer hier der Herr im Hause ist. Patrice Cormier hatte dabei die beste Chance in der Anfangsphase, als er alleine auf das Tor zulief, dort dann aber zu viele Gedanken im Kopf hatte und diese Chance vergab. Dafür machte es Manuel Wiederer nur wenige Sekunden später besser und brachte die Eisbären absolut verdient in Führung – 1:0 (7.).
Die Eisbären hatten hier alles im Griff und ließen hinten kaum etwas zu. Die erste Chance, mal gefährlich vor das Berliner Tor zu kommen, hatte Bremerhaven nach rund 13 Minuten, als Torschütze Wiederer die erste Strafzeit der Partie kassierte. In Überzahl sind die Pinguins das fünftbeste Team der Liga. Aber auch in Unterzahl ließen die Berliner kaum etwas zu. Und wenn doch was durchkam, dann waren die Schüsse für Jake Hildebrand kein Problem.
Bremerhaven wirkte in den zweiten zehn Minuten des ersten Drittels deutlich bemühter als zu Beginn, aber wie bereits erwähnt machten die Eisbären die gefährlichen Räume vor dem Tor zu.
In der Schlussphase durften dann auch die Berliner in Überzahl ran und da arbeiteten sie die Scheibe ins Tor. Marcel Noebels brachte die Scheibe von hinter der Grundlinie scharf vors Tor, dort behielt Blaine Byron die Übersicht und erhöhte auf 2:0 (17.).
Die Pinguins gaben in der Folge aber nicht auf und probierten es weiter, die Defensive der Eisbären zu knacken. Bisher jedoch ohne Erfolg. Auch ein zweites Powerplay wurde blieb zum Ende des ersten Drittels ungenutzt, weshalb es beim 2:0 für die Eisbären blieb. 40 Sekunden Powerplay nahmen die Gäste aber noch mit ins Mitteldrittel.

Konnten mit dem Auftritt der Eisbären im zweiten Drittel nicht zufrieden sein: Co-Trainer André Rankel (links) und Trainer Serge Aubin (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Bremerhaven schockt die Eisbären nach nur sechs Sekunden

Und da nutzten sie nach nur sechs Sekunden die Überzahl aus. Kai Wissmann verlor die Scheibe und Colt Adam Conrad nutzte diesen Fehler eiskalt aus – 2:1 (21.).
Die Hausherren dann selbst in Überzahl, dort fand man auch seine Formation und ließ die Scheibe gut laufen, aber ein weiterer Treffer sprang nicht dabei heraus.
Die Eisbären blieben aber dran, setzten Bremerhaven mit aggressivem Forechecking immer wieder unter Druck. Man wollte unbedingt auf den Anschlusstreffer reagieren.
Doch hinten machte man sich das Leben unnötig schwer. Bremerhaven mit dem Konter, Zach Boychuk konnte den Stürmer nur per Stockschlag stoppen und so kassierte man die nächste Strafzeit. Und erneut schlug es hinter Hildebrand ein. Zunächst scheiterte Ex-Eisbär Nicholas B. Jensen mit seinem Schlagschuss noch am Aluminium, wenige Sekunden später schlug sein Hammer von der blauen Linie im Berliner Tor ein – 2:2 (28.).
Die Hauptstädter hatten im ersten Drittel fast alles im Griff, im zweiten Drittel ließ man angesichts der Führung dann aber die Zügel schleifen und prompt war Bremerhaven zurück im Spiel. Durch zwei Powerplaytore, was wieder einmal zeigt, dass man auf der Strafbank keine Spiele gewinnt.
Die Eisbären waren gehörig unter Druck in dieser Phase des Spiels, Bremerhaven hatte hier inzwischen die Oberhand und war dem 3:2 näher als die Eisbären, die sich erst einmal wieder sammeln mussten.
Bremerhaven drängte bei einem weiteren Powerplay erneut auf die Führung, aber die Eisbären überstanden auch diese Unterzahl.
In der Schlussphase die Hauptstädter durchaus wieder bemüht, etwas nach vorne zu machen, aber zielstrebig war das noch nicht. Die Schüsse flogen meist am Tor vorbei. Aber genau so musste man im letzten Drittel spielen, wollte man das Spiel hier gewinnen. Nur musste man dann etwas genauer zielen.

(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären verschlafen erneut den Start ins Drittel

Doch es sollte zunächst ganz anders kommen. Im Schlussdrittel dauerte es ganze 23 Sekunden, da hatten die Gäste das Spiel komplett gedreht. Erneut war es Colt Adam Conrad, welcher traf – 2:3 (41.).
Anscheinend hatte die Pausenansprache von Serge Aubin noch nicht ihre Wirkung erzielt, denn so wie man den Start ins Mitteldrittel verschlief, tat man selbiges auch im Schlussdrittel. Untypische Konzentrationsschwächen im Spiel der Eisbären.
Die Berliner taten sich auch im Spielaufbau seit dem zweiten Drittel schwer, während das Spiel der Gäste deutlich strukturierter aussah. So ein wenig fehlte es den Eisbären an der nötigen Spielidee, um mal gefährlich vor das Tor zu kommen. Wenn es gefährlich wurde im Schlussdrittel, dann meistens vor dem Berliner Tor. Jake Hildebrand hielt seine Mannschaft aber noch im Spiel.
Ty Ronning und Morgan Ellis hatten dann mal gute Möglichkeiten, aber Ilya Andryukhov war nicht zu überwinden. Den Eisbären lief so ein wenig die Zeit davon, wollte man hier noch etwas Zählbares mitnehmen. Nur den Hausherren fiel nach wie vor nichts ein. Bremerhaven störte den Spielaufbau bereits an der Mittellinie, was die Berliner vor große Probleme stellte. Sie fanden einfach kein Mittel und leisteten sich zudem durch Marcel Noebels unnötige Scheibenverluste, welche zum Glück nicht zum Gegentor führten.
Rund zwei Minuten vor dem Ende dann mal ein Fehler der Pinguins vor dem eigenen Tor, aber selbst diese Chance konnten die Eisbären nicht zum Ausgleich nutzen. Serge Aubin nahm kurz darauf seine Auszeit, welche erneut Craig Streu führte. Zudem blieb Goalie Jake Hildebrand auf der Bank. Die Eisbären versuchten es in der Schlussphase also mit sechs Mann. Das nutzte Bremerhaven unter gütiger Mithilfe der Eisbären zur Entscheidung. Die Eisbären passten sich die Scheibe lieber hin und her statt einfach mal den Schuss zu suchen. Ein Pass rutschte vom Schläger und Jan Urbas sorgte für das 2:4 (60.).
Eine am Ende verdiente Niederlage, weil man mit Beginn des zweiten Drittels nicht mehr zu seinem Spiel fand und zu viele Fehler im eigenen Spiel hatte. Aber vielleicht auch mal ein Dämpfer zur richtigen Zeit.

2:3 n.P.! Die Konkurrenz spielt für die Eisbären, doch die verlieren in Bremerhaven

Die Konkurrenz hat für die Eisbären Berlin gespielt, doch diese konnten das nicht für sich ausnutzen: Bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven verlor man am Ende mit 2:3 n.P. Wenn man den gesamten Spielverlauf sieht, eine durchaus verdiente Niederlage. Schließlich war Bremerhaven die aktivere Mannschaft. Die Berliner aber kämpften sich nach 0:2-Rückstand nochmal stark zurück ins Spiel. Und durch den Punkt verbesserte man sich sogar auf Platz zwölf. Aber mit zwei weiteren Zählern wäre man punktgleich mit dem Zehnten gewesen. Diese könnten am Ende fehlen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste auf Kapitän Frank Hördler und Stürmer Marcel Noebels verzichten. Beide fehlten angeschlagen im Kader der Berliner. Deshalb kam es zu Änderungen im Line-up der Hauptstädter. In der Defensive nahm Marco Nowak den Platz von Hördler neben Jonas Müller ein. Nowaks Platz neben Julian Melchiori nahm Frank Mauer ein.
In der Offensive gab es vier neue Reihen: White-Boychuk-Pföderl; Veilleux-Grenier-Clark; Heim-Fiore-Wiederer; Roßmy-Regin-Nijenhuis. Maximilian Heim und Jan Nijenhuis rückten für Hördler und Noebels in den Kader.
Im Tor stand erneut Tobias Ancicka. Nikita Quapp nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Foto: Ela on Tour

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären hatten durch zwei Siege in Serie den Rückstand auf Platz zehn auf drei Punkte verkürzt. Mit einem weiteren Sieg würde man die Playoff-Hoffnung am Leben halten. Bei einer Niederlage könnten diese Träume allerdings bereits heute schon platzen.
Und die Statistik der bisherigen drei Duelle machte den Eisbären-Fans wenig Hoffnung. Denn bisher gewann stets das Heimteam. Endete diese Serie heute im vierten Aufeinandertreffen?

Foto: Ela on Tour

Die Hausherren kamen besser ins Spiel und bestimmten die Anfangsphase. Für eine hundertprozentige Chance reichte es aber noch nicht. Die Eisbären brauchten eine Weile, bis sie sich mal im Angriffsdrittel der Pinguins bemerkbar machten.
Bremerhaven hatte dann das erste Powerplay der Partie und somit die Chance zur Führung. Und sie nutzten die Überzahl auch aus. Jan Urbas packte den Onetimer vom rechten Bullykreis aus und überwand Ancicka zum 0:1 aus Berliner Sicht (8.).
Fortan war es eine Partie, in der es hin und her ging. Die aktivere und gefährlichere Mannschaft war über weite Strecken aber der Gastgeber, der sich im weiteren Verlauf des ersten Drittels die Führung auch redlich verdient hatte. Weil es die Berliner kaum mal schafften, das Tor von Maximilian Franzreb ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Die Eisbären waren mehr im eigenen Drittel beschäftigt, als dass man mal Angriffe Richtung Pinguins-Tor fahren konnte. So lag man nach 20 Minuten auch zurecht mit 0:1 hinten. Wollte man etwas Zählbares aus Bremerhaven mitnehmen, musste eine deutliche Leistungssteigerung ab dem zweiten Drittel her.

Foto: Ela on Tour

Doch zu Beginn des Mitteldrittels musste man erst einmal eine lange Unterzahl überstehen. Bremerhaven fand die Formation, ließ die Scheibe gut laufen, doch so richtig die Lücke fanden sie nicht in der Box der Berliner. Wenn doch ein Schuss durchkam, war Tobias Ancicka zur Stelle.
Aber die Pinguins blieben am Drücker, drängten die Eisbären auch nach dem Powerplay weiter ins eigene Drittel. Die Berliner hatten Bremerhaven nichts entgegenzusetzen und liefen die meiste Zeit nur hinterher. Und das kostete natürlich enorm viel Kraft.
Das 2:0 war daher nur eine Frage der Zeit. Markus Vikingstad erhöhte in der 29. Spielminute auf 2:0. Die Berliner Defensive machte es den Pinguins aber auch zu einfach.
Die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch blieb auch nach dem zweiten Treffer gefährlich. Von den Eisbären kam nach vorne einfach zu wenig. Bis zur 31. Spielminute. Da gelang endlich mal ein Angriff, Zach Boychuk legte die Scheibe ab für Matt White, der sah Leo Pföderl am langen Pfosten stehen und der musste nur noch die Kelle hinhalten – 1:2 (31.).
Ein Treffer wie aus dem Nichts, welcher aber enorm wichtig war für die Berliner Playoff-Hoffnung. Sie waren nun auch ein bisschen besser drin im Spiel, aber die aktivere Mannschaft blieben die Gastgeber. Doch die Pinguins konnten aus ihrer Überlegenheit und ihren Chancen kein Kapital schlagen. Und dann passierte eben das, was im Sport meistens passiert, wenn du deine Chance vorne nicht nutzt. Die Eisbären kamen 30 Sekunden vor der zweiten Drittelpause tatsächlich zum Ausgleich. Und das erneut wie aus dem Nichts. Matt White brachte die Scheibe hoch zur blauen Linie, wo Morgan Ellis stand und abzog – 2:2 (40.). So stand es 2:2-Unentschieden nach 40 Minuten. Und die Eisbären waren plötzlich wieder drin in diesem Spiel.

Foto: Christian

Bremerhaven kam mit viel Wut im Bauch aus der Kabine. Schließlich passte der Spielstand nicht zum bisherigen Spielverlauf. Doch eine wirklich echte Torchance konnten sich die Hausherren nicht erspielen.
Diese hatten dann wieder wie aus dem Nichts die Eisbären. Kevin Clark war auf und davon, doch Franzreb war zur Stelle. Es hätte irgendwie zum Spielverlauf gepasst, wenn die Berliner hier in Führung gegangen wären.
Fortan passierte nicht viel. Beide Mannschaften waren darauf bedacht, nicht den entscheidenden Fehler zu machen. Schließlich ging es für beide Mannschaften um wichtige Punkte. Dementsprechend hart umkämpft ging es zur Sache.
Erst rund sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatte Jacob Virtanen die dicke Chance zur erneuten Bremerhavener Führung, doch Tobias Ancicka parierte dessen Onetimer aus dem Slot. In dieser Phase machten die Pinguins wieder ordentlich Druck und wollten den Führungstreffer unbedingt erzielen. Die Eisbären sahen sich vermehrt ins eigene Drittel gedrängt.
Von den Berlinern sah man im Schlussdrittel kaum Offensivaktionen. Ein Turnover der Hausherren lud dann aber Manuel Wiederer zur richtig dicken Chance ein, doch er scheiterte an Franzreb. Damit hätte man das Spiel komplett gedreht, aber auch komplett auf den Kopf gestellt.
Bremerhaven schnupperte in der Schlussminute in Überzahl nochmal am Siegtreffer, doch die Berliner verteidigten das mit viel Leidenschaft zu Ende. Und sicherten sich damit einen wertvollen Zähler.

Diesen wollte man in der Verlängerung vergolden. Schließlich ist im Kampf um Platz zehn jeder Punkt enorm wichtig. In der Overtime ging es rauf und runter. Beide Mannschaften hatten durchaus die Chance zur Entscheidung, aber beide Goalies ließen keine Scheibe durch. Die beste Chance ließ Giovanni Fiore bei einem Alleingang liegen. Da hätte er diese Partie entscheiden können, ja eigentlich sogar müssen. Tat er aber nicht, weshalb es ins Penaltyschießen ging.
Und in diesem hatten die Pinguins das bessere Ende auf ihrer Seite. Gregory Kreutzer verlud Tobias Ancicka und sicherte den Fischtown Pinguins den Zusatzpunkt.

Wie bereits eingangs erwähnt eine schmerzhafte, wenn gleich aber auch verdiente Niederlage. Denn die Eisbären waren zum einen darauf angewiesen, ihre eigenen Hausaufgaben zu erledigen. Das taten sie jedoch nicht. Zum anderen musste man auf Patzer der Konkurrenz hoffen. Und diese taten dem Deutschen Meister den Gefallen, doch der nahm diese „Einladung“ nicht an. Zwar hat man sich durch den Punktgewinn auf Platz zwölf verbessert. Doch mit einem Drei-Punkte-Sieg wäre man mit dem Zehnten Frankfurt gleich gezogen.
Dafür hätte man aber an die zuletzt gezeigten Leistungen in Mannheim und gegen Ingolstadt anknüpfen müssen. Das tat man aber nicht. Man kam schlecht ins Spiel, lief die meiste Zeit über den Pinguins nur hinterher und konnte vorne nur wenig Akzente setzen. Zwar kämpfte man sich am Ende nochmal zurück ins Spiel, am Ende reichte die Leistung aber nicht aus, um den nächsten Dreier einzufahren.
Zwar hat man nach wie vor eine gute und reelle Chance auf Platz zehn. Doch dafür müssen die Eisbären vor allem eins: Konstant ihre Leistung über 60 Minuten abrufen. Tun sie das, dann könnte man durchaus noch auf den Playoff-Zug aufspringen. Tun sie das nicht, dann beginnt ab Montag die Aufarbeitung einer mehr als dürftigen Saison.

Nächste Niederlage: Eisbären verlieren auch in Bremerhaven, weil erneut die Konstanz über 60 Minuten fehlt

Die Eisbären Berlin stecken weiterhin mitten im Abstiegskampf: Am Mittwochabend verlor man bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven knapp mit 1:2 (1:1,0:1,0:0). Die Eisbären zeigten erneut über weite Strecken gute Ansätze und dominierten im Mitteldrittel sogar das Spiel. Doch am Ende steht man mit leeren Händen da, weil man nach wie vor nicht konstant sein Spiel durchzieht.

Eisbären-Trainer Serge Aubin nahm nur zwei Veränderungen im Vergleich zum 2:4 in Ingolstadt vor. Im Tor stand heute Tobias Ancicka, Juho Markkanen nahm als Back-up auf der Bank Platz. Der Finne hatte die letzten vier Spiele in Folge absolviert. Und im Sturm tauschten Matt White und Giovanni Fiore die Reihen. Fiore bildete die erste Reihe zusammen mit Peter Regin und Leo Pföderl. White stand heute in der dritten Formation mit Lewis Zerter-Gossage und Yannick Veilleux. Alles andere blieb unverändert.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären hatten in dieser Saison bisher zweimal gegen Bremerhaven gespielt und zweimal gewonnen. Saisonübergreifend haben die Berliner sogar sieben Siege in Folge gegen die Pinguins gefeiert. Ein Sieg in Bremerhaven wäre im Abstiegskampf enorm wichtig. Aber Vorsicht war geboten, hatte Bremerhaven doch die letzten fünf Spiele in Folge gewonnen. Darunter waren auch Siege in München sowie gegen Mannheim und Ingolstadt.

Foto: Ela on Tour

Die Anfangsphase gehörte den Hausherren und daher war es auch keine große Überraschung, dass es bereits nach zwei Minuten im Kasten von Tobias Ancicka einschlug. Christian Wejse hatte den Schuss von Vladimir Eminger entscheidend abgefälscht und brachte die Pinguins somit früh in Front – 0:1.
Die Eisbären bekamen keine Ruhe in ihr Spiel und vertändelten immer wieder zu einfach die Scheibe in der eigenen Zone. Mit dem aggressiven Forechecking der Pinguins hatten die Berliner große Probleme.
Nach dem Powerbreak waren die Eisbären erstmals gefährlich vor dem Bremerhavener Tor, doch Stefan Svedberg hatte keine Probleme mit den ersten Berliner Schüssen in diesem Spiel. Aber die Berliner kamen so langsam aber sicher besser ins Spiel.
In der Schlussphase bekamen die Eisbären dann das erste Powerplay und somit die Chance zum Ausgleich, welche sie auch eiskalt nutzten. Zunächst scheiterte Marcel Noebels noch mit seinem Onetimer an Svedberg, doch die Eisbären blieben in Scheibenbesitz. Zach Boychuk setzte Noebels mit dem Querpass erneut in Szene und diesmal saß der Onetimer – 1:1 (15.).
Bremerhaven danach auf der Suche nach einer schnellen Antwort, doch beinahe wäre ihnen ein Konter um die Ohren geflogen. Frank Mauer war durch, entschied sich für den Schuss, welchen Svedberg jedoch parieren konnte. So blieb es beim 1:1 nach 20 Minuten.

Foto: Ela on Tour

Ein Drittel hatten die Eisbären ohne Strafzeit überstanden, doch im zweiten Drittel dauerte es nur 17 Sekunden, bis Zach Boychuk auf die Strafbank musste. Zunächst vergab Giovanni Fiore die dicke Chance in Unterzahl, kurz vor Ende des Powerplays waren es dann die Hausherren, welche zwei dicke Chancen liegen ließen.
Danach ging es hin und her. Beide Mannschaften kamen immer wieder zum Abschluss, aber beide Goalies waren zur Stelle. Optisch gesehen hatten die Eisbären sogar ein leichtes Übergewicht.
Nach dem Powerbreak überstanden die Eisbären die zweite Unterzahl in diesem Drittel. Zach Boychuk kassierte die nächste Strafzeit. Eine aus der „Kategorie unnötig“. Zum Glück bestraften die Hausherren das nicht.
Fortan waren die Eisbären die aktivere Mannschaft, welche mehr für das 2:1 tat. Aber noch war man im Abschluss nicht erfolgreich, aber die Richtung stimmte und der Einsatz auch. Was aber nicht stimmte, war die Disziplin, denn Lewis Zerter-Gossage kassierte die dritte Strafzeit in diesem Drittel. Und aller guten Dinge sind eben nicht drei. Die ersten beiden Unterzahlspiele überstanden die Eisbären schadlos, im dritten klingelte es dann aber. Die Berliner ohne Bewegung in der Box, Bremerhaven spielte die Defensive eiskalt aus und Dominik Uher brachte die Pinguins wieder in Führung – 2:1 (39.).
Verdient war das zu diesem Zeitpunkt nicht, aber die Disziplin der Eisbären gab Bremerhaven die Chance in Überzahl zu spielen, und beim dritten Mal nahmen sie das auch dankend an. So nahmen die Hausherren eine knappe 2:1-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Foto: Ela on Tour

Im Schlussdrittel fanden die Eisbären dann aber zunächst offensiv überhaupt nicht statt. Bremerhaven machte die Defensive dicht und sorgte vorne immer mal wieder für Gefahr. Die Hausherren waren in dieser Phase dem 3:1 näher als die Eisbären dem Ausgleich.
Nach dem Powerbreak rannten die Eisbären zwar an, bissen sich aber an der Bremerhavener Defensive förmlich die Zähne aus. Man fand einfach kein Mittel gegen das Abwehr-Bollwerk der Pinguins.
Die große Chance zum Ausgleich bekamen die Eisbären in der Schlussphase, als man im Powerplay ran durfte. Es war das zweite Überzahlspiel, beim ersten hatte Marcel Noebels getroffen. Aber dieses Mal konnte man die numerische Überlegenheit nicht nutzen und rannte so weiterhin dem knappen Rückstand hinterher. Und beinahe wäre man einem 1:3-Rückstand hinterher gelaufen, denn Phillip Bruggisser war auf und davon, scheiterte mit seinem Alleingang aber an Tobias Ancicka.
Serge Aubin riskierte am Ende alles. Auszeit und Goalie vom Eis. Doch sie kamen nicht mehr gefährlich zum Abschluss. Bremerhaven verteidigte das am Ende souverän und holte sich somit den sechsten Ligasieg in Serie.

Für die Eisbären war es die zweite Niederlage in Folge auf dem Auswärtstrip. Weil man den Start ins Spiel verschlief. Danach fand man zwar besser ins Spiel, kam in Überzahl zum verdienten Ausgleich und hatte das Spiel gerade im zweiten Drittel im Griff. Man hatte viel Scheibenbesitz, man kam zu Chancen, nur nutzen konnte man diese nicht. Und am Ende waren es die drei Strafzeiten im Mitteldrittel, welche der Knackpunkt waren. Zweimal ging es gut, beim dritten Mal verteidigte man einmal nicht richtig und da schlug Bremerhaven eiskalt zu. Im letzten Drittel war man zwar bemüht, aber so wirklich für Gefahr konnte man am Ende nicht mehr sorgen.
Und so bleiben die Eisbären weiterhin im Tabellenkeller stecken und kommen da unten einfach nicht raus. Auch heute waren wieder gute Ansätze bei, zwischenzeitlich dominierte man das Spiel, aber ein Spiel dauert eben 60 Minuten und auf der Strafbank gewinnt man dieses auch nicht. Dort verliert man es eher, so wie heute.

3:2 n.V.! Die Eisbären gewinnen gegen Bremerhaven, verschenken aber einen Punkt

Ausgabe #19:

Wichtiger Heimsieg für die Eisbären Berlin! Am Freitagabend setzte man sich gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 3:2 n.V. (1:0,1:1,0:1/1:0) durch und beendete damit die Niederlagenserie. Die Berliner hätten eigentlich drei Punkte verdient gehabt, haben sich diese durch unnötige Fehler aber selbst kaputt gemacht. So verschenkte man am Ende einen wertvollen Zähler im Abstiegskampf.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stellte seine Reihen wieder kräftig um. In der Defensive kehrte Marco Nowak nach Sperre zurück in den Kader. In der Offensive gab Neuzugang Lewis Zerter-Gossage sein DEL-Debüt.
Durch die Rückkehr von Nowak gab es in der Defensive ein neues Verteidiger-Pärchen. Jonas Müller verteidigte zusammen mit Nowak. Frank Hördler/Brendan Guhle sowie Morgan Ellis/Julian Melchiori blieben zusammen.
In der Offensive gab es vier neue Sturmreihen. Giovanni Fiore/Alex Grenier/Yannick Veilleux bildeten die erste Formation. Die zweite Reihe bestand aus Kevin Clark/Zach Boychuk/Marcel Noebels. In Reihe drei fand man Leo Pföderl/Lewis Zerter-Gossage/Matt White. Und die nominell vierte Reihe bestand aus den drei deutschen Spielern Manuel Wiederer/Bennet Roßmy/Maximilian Heim.
Im Tor stand erneut Tobias Ancicka, Kristian Hufsky saß als Back-up auf der Bank.

Die Ausgangslage war klar: Für die Eisbären zählen jetzt nur noch drei Punkte. Den letzter Dreier feierte man gegen den heutigen Gegner Bremerhaven. Ein gutes Omen? Egal wie, aber es mussten heute drei Punkte her. Und die Pinguins waren dabei vielleicht auch gar nicht der schlechteste Gegner, kriselte es bei der Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch zuletzt auch gewaltig. So ist der einstige Tabellenführer inzwischen bis auf Platz sieben abgerutscht.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Der Start war wie in Frankfurt sehr offensiv ausgerichtet. Yannick Veilleux und Kevin Clark hatten die ersten guten Chancen für die Hausherren. Die Eisbären mussten dann aber auch früh die erste Strafzeit hinnehmen. Mal wieder. Aber das Penalty Killing funktionierte wie bereits in Hessen hervorragend.
Das kurz darauffolgende Powerplay der Berliner versprühte schon deutlich mehr Gefahr. Und den Eisbären wäre beinahe durch Marcel Noebels der Führungstreffer gelungen, aber der Pfosten stand dem Glück im Weg.
Auch danach blieben die Eisbären am Drücker und ließen es bei 5-5 immer mal wieder wie ein Powerplay aussehen. Man knüpfte also nahtlos an den guten Auftritt in Frankfurt an. Defensiv ließ man wenig zu. Bremerhaven kam aber auch sehr selten ins Berliner Drittel. Wenn die Pinguins doch zum Abschluss kamen, war Tobias Ancicka zur Stelle.
Die Zweikämpfe waren hart umkämpft, um jede Scheibe wurde verbissen gekämpft. Man merkte beiden Teams an, wie wichtig das Spiel ist. Ein spielerisches Highlight war hier nicht zu erwarten, eher schon ein umkämpftes Spiel zweier Mannschaften, welche sich in der Krise befinden.
In der Schlussphase die Hausherren mit dem zweiten Powerplay und da klingelte es 4,8 Sekunden vor der ersten Drittelpause im Tor von Ex-Eisbär Maximilian Franzreb. Kevin Clark hatte abgezogen und Giovanni Fiore staubte erfolgreich ab – 1:0 (20.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die Kabinen. Eine verdiente Führung für die Hauptstädter!

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das zweite Drittel begann eher schleppend und ereignislos. Die Partie war zwar weiter hart umkämpft, bot aber keine nennenswerten Torraumszenen. Als man kurz davor war einzuschlafen, kam die Scheibe hoch an die blaue Linie, wo Morgan Ellis wartete und den Hammer (131 km/h) auspackte – 2:0 (26.). Zwei-Tore-Führung, dass man das noch erleben darf. In diesen Zeiten. Wahnsinn!
Die Hausherren hatten nun Gefallen an dem Spiel gefunden und drängten Bremerhaven immer wieder ins eigene Drittel. Doch die Abschlüsse verfehlten meist das Tor von Maxi Franzreb.
Mitte der Partie tauchten die Gäste mal wieder vor Tobias Ancicka auf und verkürzten prompt auf 2:1. Skyler McKenzie drückte die Scheibe am langen Pfosten auf Zuspiel von Christian Wejse über die Linie (31.). Verdient war der Anschlusstreffer keinesfalls.
Marcel Noebels bekam aber schnell die Chance, den alten Abstand wieder herzustellen. Er fuhr alleine auf Franzreb zu, scheiterte aber am ehemaligen Berliner Goalie. Es blieb zu hoffen, dass man am Ende des Spiels dieser vergebenen Chance nicht noch hinterher trauern würde.
Zum Ende des zweiten Drittels durften beide Powerplay-Formationen nochmal an die Arbeit. Während das der Berliner ohne Gefahr blieb, hatte Bremerhaven bei seinem Überzahlspiel durchaus zwei gute Chancen, um auf 2:2 zu stellen. Aber Tobias Ancicka war stets zur Stelle und sicherte seiner Mannschaft die 2:1-Pausenführung nach 40 Minuten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Tobias Ancicka stand auch zu Beginn des Schlussdrittels im Mittelpunkt, als Bremerhaven das nächste Powerplay hatte. Egal was die Pinguins versuchten, der junge Berliner Goalie war zur Stelle. So überstand man auch diese Unterzahl.
Doch bis zur nächsten Strafzeit dauerte es nicht lange und man musste wieder einmal die Disziplin-Frage stellen. Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele und die 2:1-Führung stand plötzlich auf wackeligen Beinen. Doch auch in diesem Unterzahlspiel war Ancicka einfach nicht zu bezwingen. Mit jedem Spiel wird der junge Berliner Goalie sicherer und bekommt immer mehr Selbstvertrauen. Die Torhüter-Diskussion sollte damit endlich der Vergangenheit angehören, denn wir haben einfach kein Torhüter-Problem. Was fünf Gegentore in den letzten drei Spielen (inklusive dem von heute bis zu diesem Zeitpunkt) verdeutlichen.
Die Eisbären waren dann zur Abwechslung mal in Überzahl, doch da unterlief ihnen ein Fehler und Alex Friesen zündete den Turbo. Er schloss seinen Alleingang eiskalt ab – 2:2 (47.). Brendan Guhle hatte den Pass von Alex Grenier unterschätzt, Friesen hatte den Braten gerochen und war am Ende der Nutznießer.
Und der nächste Fehler ließ nicht lange auf sich warten. Mit Ablauf der Strafzeit gegen Bremerhaven suchte Marcel Noebels eine Anspielstation, fand sie nicht und spielte die Scheibe einfach Richtung blaue Linie. Doch da war gerade Patch Alber von der Strafbank zurück und bekam so die Chance zum Alleingang. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Alex Friesen vergab er diese dicke Chance. Doch solche Patzer kannst du dir in dieser Situation einfach nicht erlauben. Zum Glück wurde nur ein Fehler bestraft. Aber Tobias Ancicka dürfte innerlich geflucht haben. Schließlich hielt er seine Mannschaft mit seinen Paraden im Spiel, wenn seine Vorderleute aber solche Einladungen verteilen, kannst du als Goalie einfach nur verzweifeln.
Die Eisbären brauchten eine gewisse Zeit, um sich wieder zu sammeln. In der Schlussphase hatte man wieder zurück zu seinem Spiel gefunden und den Vorwärtsgang eingelegt. Aber noch zielte man zu ungenau. Doch die Eisbären wollten hier den Dreier, das war zu spüren. Bremerhaven stand jedoch sehr kompakt hinten und machte es den Eisbären so schwer. Am Ende blieb es bei der Punkteteilung nach 60 Minuten. Zu wenig für die Berliner im Abstiegskampf.

Die Verlängerung dauerte nur ganze 54 Sekunden, dann kam der Auftritt von Giovanni Fiore. Er tankte sich von der blauen Linie bis vor das Tor, ließ Bremerhavens Verteidiger Philip Samuelsson einfach stehen und hob die Scheibe per Rückhand zum Sieg ins Tor – 3:2!

Ein enorm wichtiger Sieg, wobei man am Ende davon sprechen muss, dass man einen Punkt verschenkt hat. Die Eisbären erneut mit einem guten Spiel, diesmal belohnte man sich auch für die engagierten Auftritt und lag mit 2:0 vorne. Doch dann holte man die Gäste unnötig wieder zurück ins Spiel, verunsicherte sich dadurch selbst und lud Bremerhaven mit einem Fehler zum Ausgleich ein. Diesen bügelte Giovanni Fiore in der Overtime mit seinem sehenswerten Solo wieder aus und sicherte am Ende dennoch zwei wichtige Punkte. Hoffentlich der Beginn einer Siegesserie!

4:3 vs. Bremerhaven! Zwei Überzahltreffer im Schlussdrittel sorgen für den Heimsieg

Ausgabe #13:

Was für ein Kraftakt: Aber dieser ist gut für die Eisbären Berlin ausgegangen. Am Freitagabend besiegte man die Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 4:3 (2:1,0;2,2:0) und feierte damit einen enorm wichtigen Heimsieg. Und der war absolut verdient, waren die Eisbären doch insgesamt gesehen die bessere Mannschaft. Man ließ sich auch nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen und erkämpfte sich am Ende geschlossen die drei Punkte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte das selbe Personal zur Verfügung wie bei der Niederlage in Köln. Dennoch stellte er leicht um. In der Verteidigung spielten Marco Nowak und Eric Mik sowie Frank Hördler und Jonas Müller zusammen.
In der Offensive tauschten Yannick Veilleux und Kevin Clark die Reihen. Veilleux stürmte in der zweiten Reihe neben Matt White und Alex Grenier. Clark bildete die dritte Formation zusammen mit Peter Regin und Giovanni Fiore. Der Rest blieb gleich.
Auch im Tor, wo erneut Tobias Ancicka zwischen den Pfosten stand. Felix Noack nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Die Ausgangslage war klar: Bremerhaven ging als Tabellendritter als Favorit in das Spiel beim Drittletzten Berlin. In der vergangenen Saison gewannen die Eisbären alle vier Hauptrundenspiele gegen Fischtown, das sollte doch ein Mutmacher für die Mannen von Serge Aubin sein. Doch auf die leichte Schulter sollte man Bremerhaven nicht nehmen, denn die Mannschaft von Coach Thomas Popiesch entwickelt sich immer mehr zu einem Spitzenteam in der PENNY DEL. Und doch waren drei Punkte im letzten Heimspiel vor der Deutschland-Cup-Pause von enormer Bedeutung für die Eisbären.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Traumstart für die Eisbären, denn es dauerte nur ganze 23 Sekunden, da zappelte die schwarze Hartgummischeibe bereits im Tor vom ehemaligen Eisbären-Goalie Maximilian Franzreb. Matt White hatte von rechts abgezogen und für die frühe Führung gesorgt – 1:0 (1.). Die Vorarbeit kam übrigens von Yannick Veilleux, welcher heute sein erstes Heimspiel in dieser Saison absolvierte.
Die erste Minute war noch nicht mal rum, da gab es die identische Zwei-auf-Eins-Situation auf der Gegenseite. Und auch da klingelte es im Berliner Tor. Diesmal gab es aber noch den Querpass von Christian Wejse auf Alex Friesen, welche das leere Tor vor Augen hatte – 1:1 nach gerade einmal 59 Sekunden.
Was für ein Start. Normalerweise sollte dir so ein frühes Tor Selbstvertrauen und Rückenwind geben. Aber nicht den Eisbären, die prompt den Ausgleich kassierten und sich danach erst einmal ins eigene Drittel drängen ließen. Da wirkte man doch leicht neben der Spur und kam überhaupt nicht in die Zweikämpfe. Bremerhaven konnte aber aus dieser Druckphase kein Kapital schlagen.
Die Eisbären dann mit dem ersten Powerplay, doch da dauerte es satte 90 Sekunden, bis man es überhaupt mal in die Formation schaffte. Es reichte daher nur noch zu zwei Abschlüssen von Yannick Veilleux und Matt White, welche aber für keine große Gefahr sorgten. Weil es ein zu behäbiger Spielaufbau in Überzahl war. Das fehlende Selbstvertrauen war hier förmlich zu greifen.
Direkt im Gegenzug tauschten die Special Teams, dieses Mal waren die Gäste ein Mann mehr auf dem Eis. Aber auch das Powerplay funktionierte noch nicht so wirklich.
Die Eisbären kamen Mitte des ersten Drittels wieder besser ins Spiel, konnten sich im Angriffsdrittel festsetzen und prompt klingelte es erneut im Tor von Bremerhaven. Manuel Wiederer lauerte im Slot auf das Zuspiel, Frank Mauer tat ihm den Gefallen, fuhr rum ums Tor und setzte Wiederer klasse in Szene – 2:1 (11.). Die Effektivität war heute zumindest schon wieder sehr gut. Denn mit dem fünften Torschuss traf man zum zweiten Mal.
Diesmal gab der Treffer den Eisbären aber das nötige Selbstvertrauen und sie setzten nach. Bremerhaven zog die nächste Strafe und die Eisbären durften es nochmal im Powerplay versuchen. Und diesmal wurde es deutlich gefährlicher, alleine Matt White scheiterte am Aluminium. Das dritte Tor lag jetzt in der Luft, doch die Eisbären konnten kein Kapital aus der Überzahl schlagen.
Dennoch nahmen die Berliner eine inzwischen mehr als verdiente 2:1-Führung mit in die erste Drittelpause. Mit ein bisschen mehr Glück im Abschluss, hätte man bereits eine Zwei-Tore-Führung haben können.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im Mitteldrittel waren es die Hausherren, welche die erste dicke Chance hatten. Matt White wurde auf der rechten Seite angespielt, sein Onetimer wurde aber von Maximilian Franzreb pariert. An seiner Reaktion danach sah man, dass White eine große Chance liegen ließ. Das hätte das 3:1 sein können.
Auch Marcel Noebels hatte das 3:1 auf der Kelle, doch er scheiterte am Aluminium. Für Bremerhaven war es inzwischen ein schmeichelhafter 1:2-Rückstand. Die Pinguins hätten sich nicht über ein 1:3 beschweren können.
Dieses fiel dann aber in der 28. Spielminute – oder doch nicht? Alex Grenier hatte abgezogen, der Schuss ging ans Aluminium, so dachten jedenfalls alle Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof und auch Grenier selbst. Doch die beiden Hauptschiedsrichter Benjamin Hoppe und Marian Rohatsch zeigten auf dem Eis ein „gutes Tor“ an. Man schaute sich diese Szene aber nochmal im Videobeweis an. Und da sahen dann auch die beiden Hauptschiedsrichter, dass Greniers Schuss nur ans Aluminium ging. Der dritte Aluminiumtreffer bereits in diesem Spiel.
Und was passiert, wenn du deine Chancen nicht nutzt? Dann kassierst du hinten einen. Konter der Pinguins, Ross Mauermann war frei durch und ließ Tobias Ancicka keine Chance – 2:2 (30.).
Damit hatten die Gäste den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Denn eigentlich hätten die Eisbären hier führen müssen, aber die Chancenverwertung bleibt ein Thema. Wenn gleich man für Aluminiumtreffer nicht wirklich viel kann. Läuft es bei dir, gehen die Schüsse rein, läuft es nicht bei dir, dann gehen sie eben an die Latte oder den Pfosten.
Danach plätscherte die Partie so ein wenig vor sich hin. Die Zweikämpfe waren hart umkämpft, die Wege zum Tor zugestellt und so passierte wenig interessantes auf dem Eis.
Bis gut drei Minuten vor der zweiten Drittelpause. Und das war ein ganz krummes Ding. Eric Mik wollte die Scheibe aus der Rundung spielen, traf dabei den Schlittschuh von Markus Vikingstad und der fälschte die Scheibe so unglücklich ab, dass sie ins Tor flog – 2:3 (38.). Am Dienstag hatten die Eisbären noch von so einem krummen Ding von Bennet Roßmy profitiert, heute eben den Gegner. Angesichts des Spielverlaufs ein bitterer Rückstand, weil er auch unverdient war. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Eisbären nach dem 2:2 ebenso wenig offensive Ideen hatten wie Bremerhaven. Die hatten jetzt auch nur Glück bei dem Abschluss. Jenes Glück, welches die Berliner bei ihren Aluminiumtreffern nicht hatten. So lag man nach 40 Minuten mit 2:3 gegen Bremerhaven hinten und keiner wusste so recht, warum. Bremerhaven sicherlich auch nicht, wie sie hier führen konnten.

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Im Schlussdrittel bot sich den Gästen früh die Chance, auf 4:2 davonzuziehen, denn Frank Mauer musste auf die Strafbank. Powerplay also für Bremerhaven. Doch gefährlich wurde es da nicht, weil die Eisbären nicht viel zuließen.
Die Eisbären versuchten es fortan. Zwei-auf-Eins-Konter, Kevin Clark mit der Chance zum Ausgleich, doch Maximilian Franzreb war zur Stelle. Solche Vorstöße gab es leider nur selten zu sehen. Weil den Eisbären irgendwie die nötige Kreativität im Offensivspiel fehlte.
Mitte des dritten Drittels aber mal die große Chance zum Ausgleich in Überzahl. Und diesmal nutzten sie diese. Man fand sofort in die Formation, ließ die Scheibe gut laufen und am Ende war es Matt White, welcher von oben abzog – 3:3 (50.).
Was einmal klappt, klappt vielleicht auch zweimal? Bremerhaven kassierte jedenfalls die nächste Strafzeit und ermöglichte den Hausherren somit das nächste Powerplay im letzten Drittel. Serge Aubin schickte die selbe Powerplay-Formation wie eben aufs Eis. Wieder fand man die Formation, wieder lief die Scheibe sehr gut und erneut zappelte das Spielgerät im Bremerhavener Tor. Yannick Veilleux lauerte im Slot auf das Zuspiel von Matt White, der sah die Nummer 38 und setzte ihn perfekt in Szene. Veilleux musste nur noch die Kelle hinhalten – 4:3 (51.).
Wie fiel die Reaktion der Gäste aus? Die waren gefrustet und Christian Wejse verkloppte mal eben Giovanni Fiore nach allen Regeln der Kunst. Da musste wohl der Frust raus bei den Gästen. Fiore musste anschließend erst einmal in die Kabine, um dort genäht zu werden. Der Faustkampf hatte sich irgendwie angedeutet, war Bremerhaven doch heute generell ganz schön ruppig unterwegs.
Acht Minuten vor dem Ende bekamen die Pinguins die Chance zum Ausgleich in Überzahl. Doch die Eisbären überstanden diese Unterzahl schadlos. So lief Bremerhaven die Zeit davon. Und egal, was die Gäste versuchten, die Defensive der Hauptstädter war zur Stelle und klärte rechtzeitig. Ganz starker Einsatz der Berliner.
Das erkannten auch die zuletzt arg gebeutelten Eisbären-Fans an, welche sich zwei Minuten vor Spielende von ihren Sitzen erhoben und ihre Eisbären feierten. Für eine starke kämpferische Leistung im Schlussdrittel, mit der man die Partie gedreht hatte und sich so den Sieg gesichert hatte. Denn man ließ hier nichts mehr anbrennen und brachte das 4:3 über die Zeit.

Ein enorm wichtiger Heimsieg für die Eisbären, welcher zudem auch noch absolut verdient war. Die Eisbären waren über die gesamte Spieldauer gesehen die bessere Mannschaft. Im ersten Drittel wackelte man nur kurz nach dem schnellen Ausgleich, fand danach aber zurück zu seinem Spiel und ging mit einer Führung in die erste Pause. Diese hätte sogar höher ausfallen können. Spätestens im Mitteldrittel aber hätten die Eisbären mit 3:1 oder 4:1 führen müssen, hatten aber Pech vor dem gegnerischen Tor. Bremerhaven hatte hingegen Glück und drehte das Spiel und lag plötzlich vollkommen unverdient hier vorne. Doch die Eisbären brachen nicht ein, kämpften sich im Schlussdrittel zurück ins Spiel und fanden einen Weg, dieses Spiel noch zu drehen und zu gewinnen. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Am Ende belohnte man sich für einen ganz starken Einsatz. Nun heißt es, im letzten Spiel am Sonntag an die heute gezeigte Leistung anzuknüpfen.

4:2 in Bremerhaven: Die Eisbären Berlin siegen weiter und feiern an der Küste den fünften Sieg in Serie

Die Siegesserie der Eisbären Berlin geht weiter: Bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven gewann der Deutsche Meister am Mittwochabend mit 4:2 (1:1,2:0,1:1) und feierte damit den fünften Sieg in Serie. Vor dem Tor zeigte man sich effektiv, zudem nutzte man die Fehler der Pinguins eiskalt aus und dann machten auch noch die Special Teams den Unterschied aus. Denn im Mitteldrittel überstanden die Berliner gleich drei Unterzahlspiele gegen das zweitbeste Powerplay der Liga.

Eisbären-Coach Serge Aubin musste kurzfristig auf Verteidiger Simon Després verzichten, der leider positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Freiwillig ließ Aubin die Stürmer Mark Zengerle und Giovanni Fiore draußen. So musste Aubin also wieder die Reihen umstellen. Manuel Wiederer nahm den Platz von Zengerle in der Top-Formation mit Marcel Noebels und Blaine Byron ein. Dort wurde er bereits im letzten Drittel gegen Krefeld am Sonntag eingesetzt. Kevin Clark ersetzte Giovanni Fiore in der zweiten Reihe mit Matt White und Frans Nielsen. Yannick Veilleux kehrte ins Line-up zurück und nahm den Platz von Clark neben Zach Boychuk und Neuzugang Dominik Bokk ein. Sebastian Streu und Marco Baßler waren in der nominell vierten Reihe zu finden.
Auch in der Defensive musste Aubin umstellen. So hießen die drei Verteidiger-Pärchen heute Nicholas B. Jensen/Eric Mik, Frank Hördler/Kai Wissmann und Jonas Müller/Morgan Ellis. Und im Tor stand Tobias Ancicka.

Beide Teams trafen zum vierten Mal in der Hauptrunde aufeinander. Bisher gewannen die Berliner alle drei Duelle – 5:2 und 5:1 zu Hause, 4:0 an der Küste. Folgte heute Sieg Nummer vier gegen den Lieblingsgegner, gegen den man nur drei der letzten 19 Spiele verloren hatte?

Den besseren Start hatten die Berliner auf jeden Fall. Auch bedingt durch das erste Powerplay des Spiels setzte man sich direkt im Drittel der Pinguins fest und hatte auch zwei dicke Chancen durch Kevin Clark und Matt White, doch Brandon Maxwell parierte stark. Aber kurz vor Ablauf der Strafe schlugen die Eisbären dann doch noch zu. Maxwell lag bereits am Boden und so hatte Zach Boychuk keine große Mühe, den Puck im Tor zu versenken – 1:0 (4.). Der Traumstart für die Hauptstädter! Und wer war an diesem Tor mit beteiligt? Na klar, Dominik Bokk, der den Pass zu Frans Nielsen spielte, welcher dann den Schuss abgab, in dessen Folge Boychuk das Tor erzielte. Der vierte Scorerpunkt im zweiten Spiel für den Berliner Neuzugang.
Doch die Gastgeber befreiten sich von dem Druck der Eisbären und fuhren ihre ersten Angriffe. Und in Spielminute acht die Pinguins mit einem klasse Angriff, welchen Jan Urbas eiskalt abschloss. Wobei er sich da auch nicht wirklich anstrengen musste, denn das Tor war komplett offen – 1:1 (8.).
Danach war es ein Duell auf Augenhöhe, es ging rauf und runter, beide Mannschaften hatten durchaus gute Chancen, aber sowohl Brandon Maxwell als auch Tobias Ancicka machten die Schotten dicht. Es war eine richtig gute, spannende und offensiv geführte DEL-Partie, in der beide den Sieg wollten.
Vier Minuten vor dem Ende des ersten Drittels hatten die Eisbären ihr zweites Powerplay und auch das sorgte für viel Gefahr vor dem Bremerhavener Tor. Doch dieses Mal war das Überzahlspiel der Berliner nicht erfolgreich. Und so blieb es beim 1:1 nach 20 Minuten in einem ausgeglichenen Spiel an der Küste.

Ins zweite Drittel fanden die Eisbären besser rein. Kevin Clark scheiterte nach klasse Einzelaktion noch am starken Brandon Maxwell, doch wenig später konterten die Berliner Bremerhaven nach deren Scheibenverlust aus. Manuel Wiederer mit dem Querpass vor dem Tor auf Marcel Noebels und der netzte ein – 2:1 (23.).
Den Hausherren bot sich aber schnell die Chance zum Ausgleich, denn Kapitän Frank Hördler musste auf die Strafbank und ermöglichte den Pinguins das erste Powerplay. Und da ist Bremerhaven das zweitbeste Team der PENNY DEL. Es brannte auch lichterloh vor dem Berliner Tor, doch entweder parierte Tobias Ancicka die Schüsse oder die Scheiben gingen am Tor vorbei. Die Pinguins hatten aber sofort die zweite Chance, denn sieben Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Hördler musste auch Nicholas B. Jensen in die Kühlbox. Doch dieses Powerplay war bei weitem nicht so gefährlich wie das erste. Die Eisbären überstanden somit vier Minuten in Unterzahl beim zweitbesten Powerplay der Liga. Das kann sich sehen lassen.
Danach konnten die Eisbären das Spiel wieder beruhigen und ließen bei 5-5 kaum mehr etwas zu. Optisch gesehen dominierten die Gäste in der Folge das Spiel, ohne sich dabei jedoch gute Chancen herauszuspielen.
Den Hausherren bot sich aber fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels erneut die Chance, das Berliner Tor unter Beschuss zu nehmen. Doch auch dieses Powerplay blieb ungenutzt, weil die Box der Eisbären sehr kompakt stand und kaum etwas zu ließ. Und wenn doch etwas durch kam, war Ancicka zur Stelle.
Eine Minute vor dem Ende des zweiten Drittels schlugen die Berliner eiskalt zu. Blaine Byron ließ Brandon Maxwell ganz alt aussehen, traf beim ersten Versuch noch den Pfosten, setzte aber erfolgreich nach – 3:1 (39.). Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Kabinen.

Im Schlussdrittel war die Devise nun klar: Bremerhaven wollte zurück ins Spiel finden, während die Eisbären die Vorentscheidung herbeiführen wollten. Kevin Clark hätte für diese auch sorgen können, als er in der 44. Minute im Slot angespielt wurde und komplett frei vor Maxwell stand. Doch der Bremerhavener Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand und seine Mannschaft somit noch im Spiel.
Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. Vor den Toren passierte nicht wirklich viel aufregendes. Wenn überhaupt, dann war das vor dem Tor der Hausherren der Fall. Und dort fielen heute auch die Tore. Auch wenn das vierte eher kurios war. Anders Krogsgaard wollte die Scheibe vor dem Tor klären, traf aber nur Kevin Clark und von dem ging die Scheibe ins Tor – 4:1 (52.).
Damit war das Spiel hier natürlich durch, zumal Bremerhaven danach auch erst einmal für zwei Minuten in Unterzahl ran musste. Das konnten die Eisbären aber für kein weiteres Tor nutzen. Doch Bremerhaven lief die Zeit jetzt davon. Aber knapp zwei Minuten vor dem Ende schlugen die Pinguins durch Ross Mauermann bei angezeigter Strafzeit gegen die Eisbären zu – 4:2 (59.).
Co-Trainer Martin Jiranek nahm direkt danach seinen Goalie vom Eis, um vielleicht doch noch die Aufholjagd zu schaffen. Und Bremerhaven setzte sich im Berliner Drittel fest und feuerte nochmal ordentlich Schüsse auf das Berliner Tor ab. Einmal war Tobias Ancicka schon geschlagen, doch die Latte rettete für die Eisbären, welche das 4:2 am Ende über die Zeit brachten.

Ein verdienter Auswärtssieg für die Eisbären Berlin. Im ersten Drittel war es noch ein Duell auf Augenhöhe, wo der Spielstand auch gerecht war. Im Mitteldrittel war es die Effektivität der Eisbären, welcher sie ihre Führung zu verdanken hatten. Während Bremerhaven damit haderte, drei Überzahlspiele ungenutzt zu lassen. Und im letzten Drittel sah alles lange danach aus, als würden die Eisbären locker die drei Punkte mit nach Hause nehmen. Doch in den letzten zwei Minuten mussten die Berliner dann doch nochmal kurz um den Sieg zittern, denn nach dem 2:4-Anschlusstreffer machten die Hausherren noch einmal ordentlich Druck. Ein weiterer Beleg für die Eisbären, auch nach einem 4:1 nicht abzuschalten sondern bis zur Schlusssirene hellwach und konzentriert zu bleiben.

5:1! Matt White erlegt Bremerhaven mit drei Toren im Alleingang

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #17:

Die Eisbären Berlin haben das Heimspiel-Jahr 2021 mit einem weiteren Heimsieg abgeschlossen. Gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven setzten sich die Berliner deutlich mit 5:1 (1:0,1:0,3:1) durch und festigten damit ihre Tabellenführung. Angesichts des Ergebnisses würde man von einer klaren Sache für die Eisbären sprechen, doch das war es bei weitem nicht. Bremerhaven machte ein starkes Auswärtsspiel, nutzte aber seine Chancen nicht so effektiv wie die Berliner, die zudem auch noch mit Mathias Niederberger einen absoluten Teufelskerl im Tor hatten.

Eisbären-Coach Serge Aubin musste kurzfristig auf Top-Stürmer Blaine Byron verzichten, der sich nicht gut gefühlt hatte und somit geschont wurde. Yannick Veilleux vertrat ihn wie schon bei seinem letzten Ausfall in der Paradereihe mit Marcel Noebels und Leo Pföderl. Veilleux‘ Platz in der Formation mit Mark Zengerle und Giovanni Fiore nahm derweil Verteidiger Simon Després ein, der das ja auch schon in dieser Saison tat und sich in der Offensive pudelwohl fühlt. Die anderen beiden Angriffsreihen blieben unverändert. In der Defensive gab es jedoch Veränderungen. Morgan Ellis und Jonas Müller bildeten ein Duo, Kai Wissmann verteidigte an der Seite von Nicholas B. Jensen und Eric Mik spielte zusammen mit Kapitän Frank Hördler. Und im Tor stand Mathias Niederberger.

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Von Beginn legten beide Mannschaften ein hohes Tempo an den Tag, überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten den Abschluss. Hochkarätige Chancen entstanden dabei aber nicht. Die Chance dazu bot sich Bremerhaven nach sechs Minuten, als Giovanni Fiore die erste Strafzeit der Partie kassierte. Und die Pinguins kamen auch zu zwei guten Chancen, eine davon fischte Mathias Niederberger sehenswert mit der Fanghand herunter. Dafür bekam er natürlich Applaus von den Rängen der Arena am Ostbahnhof. Die Eisbären überstanden die Unterzahl schadlos.
Kurz darauf bot sich dann den Hauptstädtern die Chance, in Überzahl in Führung zu gehen. Ross Mauermann musste bei den Gästen in die Kühlbox. Aber gefährlich wurden die Eisbären dabei nicht, kein Wunder bei dem Powerplay in diesem Jahr.
Insgesamt gesehen war es eine sehr hart umkämpfte Partie, was bei Duellen zwischen Berlin und Bremerhaven schon normal ist. Beide Mannschaften gaben keine Scheibe und keinen Zentimeter Eis verloren. Defensiv wurden die gefährlichen Räume sehr gut zugemacht, weshalb es wenig hochkarätige Chancen gab.

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Den Eisbären bot sich sechs Minuten vor der ersten Drittelpause die zweite Chance, in Überzahl etwas gefährliches zu kreieren. Besser als das erste Powerplay sah es schon mal aus, doch trotz guter Möglichkeiten brachte es keinen Erfolg.
Drei Minuten vor der ersten Pause war Ziga Jeglic auf und davon, wollte Mathias Niederberger ausspielen, scheiterte jedoch und vergab die dicke Chance zur Führung. In dieser kurzen Phase waren die Gäste am Drücker und die Eisbären hatten große Probleme, sich mal von dem Druck zu befreien. Mathias Niederberger rückte in den Mittelpunkt des Geschehens, hielt sein Tor aber weiterhin sauber.
Selbiges galt aber nicht für Ex-Eisbären-Goalie Maximilian Franzreb, welcher 16,4 Sekunden vor der ersten Drittelpause doch noch durch Matt White bezwungen wurde. Ein Tor zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt – 1:0 (20.). 

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Die Gäste aus Bremerhaven kamen wild entschlossen aus der Kabine und wollten direkt den Ausgleich erzielen. Aber auch die Eisbären suchten den Weg vor das Tor von Franzreb. Doch das optische Übergewicht gehörte wieder der Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch.
Doch dann kassierte Bremerhaven die erste Strafzeit im zweiten Drittel und ermöglichte den Eisbären das erste Powerplay im Mitteldrittel. Aber auch das sorgte für keinerlei Gefahr. Viel mehr fielen die Berliner durch Fehlpässe auf, was es den Gästen von der Küste leicht machte, die nächste Unterzahl schadlos zu überstehen.
Bei 5-5 waren die Eisbären dafür heute eiskalt. Morgan Ellis bekam die Scheibe an die blaue Linie hoch gespielt, holte aus und hämmerte die Scheibe in den Winkel – 2:0 (29.).

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Fortan ging es weiter hart umkämpft zur Sache. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor und kamen dort auch zum Abschluss. Immer wieder sorgte man damit auch für Gefahr, was aber weniger an der Qualität der Chancen lag sondern viel mehr daran, dass die Scheiben unglücklich sprangen und so gefährlich für die Torhüter wurden.
Rund sieben Minuten vor der zweiten Pause war Bremerhaven mal wieder ein Mann mehr auf dem Eis. Aber auch diese Unterzahl überstanden die Eisbären ohne Gegentor und hatten durch Leo Pföderl bei einem Break sogar die beste Chance.
Direkt im Anschluss durfte mal wieder das Berliner Powerplay ran, doch nach 48 Sekunden hatte das schon wieder Feierabend, denn Kai Wissmann musste ebenso auf die Strafbank. Eine sehr fragwürdige Strafzeit. Vor allem auch deswegen, weil wenig später Leo Pföderl  vor dem gegnerischen Tor zu Boden gecheckt wurde, was aber keine Strafe nach sich zog. Zum Glück blieb das Bremerhavener Powerplay im Anschluss ungenutzt und die Eisbären nahmen die 2:0-Führung mit in die zweite Drittelpause. Dahin nahm man aber auch noch ein Unterzahlspiel, denn Jonas Müller musste 36 Sekunden vor dem Ende noch auf die Strafbank. Eine einheitliche Linie der Hauptschiedsrichter war hier jedenfalls nicht zu erkennen. 

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Die Berliner überstanden die Unterzahl zu Beginn des letzten Drittels jedoch schadlos und konnten daraus natürlich Kraft für die letzten 18 Minuten in diesem Spiel ziehen. Bremerhaven wiederum verpasste eine gute Möglichkeit, das Spiel nochmal spannend zu machen.
Doch danach versuchten die Gäste nochmal alles, suchten immer wieder den Abschluss, aber Mathias Niederberger war einfach nicht zu bezwingen. Während Bremerhaven auf der Suche nach dem Anschlusstreffer waren, wollten die Eisbären die Partie mit dem dritten Treffer vorentscheiden.
Rund sechs Minuten waren im letzten Drittel gespielt, da kassierten die Eisbären eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Wenn Bremerhaven hier also noch etwas Zählbares mitnehmen wollte, mussten sie fast schon dieses Powerplay nutzen. Taten sie, Ziga Jeglic verwandelte einen Penalty, welcher gegeben wurde, nachdem in einer unübersichtlichen Situation ein Eisbären-Spieler die Scheibe wohl im Torraum festgehalten haben soll. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl und eine einheitliche Linie hätte den beiden Hauptschiedsrichtern heute gut getan, denn so war Bremerhaven wieder im Spiel – 2:1 (49.).
Aber Matt White hatte die passende Antwort parat. Er zog vor das Tor und versenkte die Scheibe im langen Eck – 3:1 (50.).

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Doch die beiden Unparteiischen wollten hier noch was zu sagen haben, Yannick Veilleux kassierte die nächste Strafzeit wegen eines Bandenchecks, wie er im Eishockey nun mal vorkommt. Die Herren Andrew Wilk und Rainer Köttstorfer gucken aber anscheinend wenig Eishockey und sahen darin ein böses Foul…
Zum Glück überstanden die Hausherren diese Unterzahl ohne einen weiteren Gegentreffer.
Endgültig den Deckel auf diese Partie setzten die Eisbären rund vier Minuten vor dem Ende des Spiels. Kai Wissmann fuhr rum ums Tor, wollte den Bauerntrick machen, doch er scheiterte. Marcel Noebels kam an die Scheibe und schoss sie per Rückhand ins Tor – 4:1 (57.).
Wobei, vielleicht hatten Wilk und Köttstorfer ja noch eine Idee, wie man Bremerhaven zurück ins Spiel bringen kann!? Deren Trainer Thomas Popiesch nahm jedenfalls Goalie Franzreb vom Eis und versuchte es nun so. Half aber nicht, denn Matt White schnürte den Dreierpack – 5:1 (59.).
Jetzt war es aber wirklich durch und die Eisbären gewannen auch das letzte Heimspiel im Jahr 2021!

Ein am Ende hart erkämpfter Sieg, denn die Gäste von der Küste zeigten eine starke Partie, hatten immer wieder Phasen, in denen sie gute Chancen hatten. Aber Mathias Niederberger erwischte einen Sahne-Tag und war in diesen Situationen der Fels in der Brandung. Die Eisbären glänzten hingegen mit ihrer Chancenverwertung und schossen auch schon wieder Traumtore, allen voran natürlich Matt White. Der war natürlich mit seinen drei Toren der Matchwinner an diesem Nachmittag.

5:2 nach 0:2-Rückstand gegen Bremerhaven: Die Eisbären finden dank einer starken Willensleistung zurück in die Erfolgsspur

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #9:

Die eine Woche Pause tat dem Deutschen Meister gut: Am Freitagabend gewannen die Eisbären Berlin mit 5:2 (0:1,2:1,3:0) gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven und rehabilitierten sich damit für die 1:3-Niederlage vor einer Woche gegen Schwenningen. Zu Beginn tat man sich noch schwer, doch am Ende setzte sich die Klasse und der Wille der Eisbären doch noch verdient durch. Wieder einmal leitete die Top-Reihe die Wende ein, denn das schnelle 1:2 war einer der Wendepunkte in diesem Spiel.

Bei den Eisbären hat sich im Vergleich zum Schwenningen-Spiel vor einer Woche ein bisschen was im Angriff geändert. Einzig die Top-Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron blieb zusammen. Matt White bekam in der zweiten Reihe zwei neue Sturmpartner. Frans Nielsen und Giovanni Fiore waren seine beiden Reihenkollegen. Zach Boychuk und Yannick Veilleux, gegen die Wild Wings noch in Reihe Zwei, spielten heute in der dritten Reihe zusammen mit Kevin Clark. Der spielte gegen Schwenningen noch mit Nielsen und Parker Tuomie in einer Reihe. Nielsen haben wir bereits angesprochen und Tuomie fand sich heute in der nominell vierten Reihe wieder. Dort spielte er in einer Formation mit Bennet Roßmy und Manuel Wiederer. Und auch in der Verteidigung gab es Änderungen. Simon Després war heute nicht dabei, dafür rückte Eric Mik wieder in die Defensive, wo er an der Seite von Frank Hördler verteidigte. Kai Wissmann spielte mit Nicholas B. Jensen zusammen und Jonas Müller mit Morgan Ellis. Im Tor stand erneut Mathias Niederberger.

So viel zum statistischen, vor dem Spiel wurde es erst einmal noch hoch emotional. Denn Stadionsprecher Uwe Schumann wurde vor dem Spiel für 30 Jahre bei den Eisbären Berlin geehrt. Mit einem emotionalen Einspieler auf dem Videowürfel und einem dem Anlass entsprechenden Feuerwerk in der Arena am Ostbahnhof. Herzlichen Glückwunsch Uwe und auf die nächsten 30 Jahre!

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Verhaltener Beginn in die Partie, vom Feuerwerk vor dem Spiel war im Spiel selbst noch nichts zu sehen. Beide waren erst einmal auf Vorsicht bedacht und wollten ruhig ins Spiel starten.
Das sollte sich in der fünften Minute ändern, als beide Mannschaften ihre ersten gefährlichen Chancen hatten. Zunächst war es Christian Wejse auf Seiten der Pinguine, welche vor Niederberger zum Abschluss kam, aber am Berliner Goalie scheiterte. Und direkt im Gegenzug die Doppel-Chance für die Hausherren, doch auch hier blieb der Goalie, in diesem Fall Brandon Maxwell, Sieger.
Nur eine Minute später Scheibenverlust der Berliner an der eigenen blauen Linie, Bremerhaven mit dem 2-auf-1 und Tim Lutz schloss diese Chance eiskalt alleine ab – 0:1 (6.).
Die Partie hatte nun also Fahrt aufgenommen und so stand auch bereits das erste Powerplay der Partie an. Bremerhaven kassierte die erste Strafzeit des Spiels, Phillip Bruggisser musste als Erster heute Abend in die Kühlbox. Die Eisbären fanden zwar ihre Formation, doch die Gäste von der Küste machten die Räume in der Box sehr eng und so fiel den Berlinern nicht viel ein, um sich mal eine gute Chance zu erspielen. So blieb das erste Überzahlspiel ungenutzt und auch eher ungefährlich.

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Das Spiel der Eisbären wirkte fahrig, zu viele individuelle Fehler, Probleme bei der Pass-Annahme, und so weiter. Und wenn sie mal Richtung Bremerhavener Tor fuhren, dann wirkte es relativ ideenlos. So hatten die Gäste keine große Mühe, die Eisbären vom Tor fernzuhalten und so spielte es Bremerhaven natürlich klar in die Karten, dass sie hier auch noch 1:0 führten. Denn so lange von den Eisbären nichts gefährlich kommt, muss man selbst wenig nach vorne versuchen. Und Bremerhaven machte das auch schlau, sie ließen die Berliner anrennen mit dem Wissen, den fällt sowieso nichts ein und wenn doch, dann verteidigen wir das hier locker weg. So konnten die Pinguine hier Kräfte sparen. Zwar kamen auch Schüsse von den Hausherren auf das Tor, doch zu selten waren diese auch wirklich gefährlich. Und wenn doch, dann war Brandon Maxwell zur Stelle.
Drei Minuten vor der ersten Pause mal eine gelungene Kombination der zweiten Reihe, am Ende kam Giovanni Fiore im Slot zum Abschluss, aber auch hier war der Fischtown-Goalie wieder der Sieger im Duell Eins-gegen-Eins. So endete das erste Drittel trotz optischen Übergewichts der Eisbären und auch dem deutlichen Chancenplus mit einem 0:1 aus Berliner Sicht. Doch die Qualität der Chancen ließ eben zu wünschen übrig, während Bremerhaven den einen Fehler der Eisbären im eigenen Drittel eiskalt bestrafte.

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Im zweiten Drittel zeigte sich Bremerhaven sofort wesentlich offensivfreudiger, suchte vermehrt den Weg Richtung Berliner Tor und kam dort auch zu Abschlüssen. Anscheinend war deren Trainer Thomas Popiesch die defensive Spielweise dann doch zu riskant, weiß man doch, dass die Eisbären in jedem Spiel zu jeder Zeit ein bis zwei Gänge hochschalten können und es dann nur eine Frage der Zeit ist, bis es im gegnerischen Tor klingelt.
Die Eisbären suchten zwar wie im ersten Drittel auch den Weg zum Tor und da dann den Abschluss, aber weiterhin sorgten diese Schüsse für relativ wenig Gefahr. Schüsse zum Tor sind ja schön und gut, wenn du aber kaum Spieler hast, die dem Torhüter die Sicht nehmen, dann sind das zumeist harmlose Chancen.
Und Bremerhaven? Die zeigten den Eisbären, wie man effektiv seine Möglichkeiten nutzt. Jan Urbas schüttelte einen Berliner Spieler an der Bande mit einer einfachen Körpertäuschung ab, brachte die Scheibe auf das Tor und dort fälschte Ziga Jeglic unhaltbar für Mathias Niederberger ab – 0:2 (29.).
Die nächste Heim-Niederlage? Nicht mit den Eisbären! Die gaben die schnelle Antwort. Marcel Noebels setzte vor dem Tor entscheidend nach, als die Scheibe von der Bande hinter dem Tor wieder zurück vor das Tor sprang. Er drückte den Puck über die Linie und schon waren die Hauptstädter wieder zurück im Spiel – 1:2 (30.). Die Top-Reihe um Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron hauchte den Eisbären wieder Leben ein. Pföderl hatte am Tor vorbei geschossen, Byron schob die Scheibe weiter vor das Tor zu Noebels und der überwand Brandon Maxwell.

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Die Eisbären danach weiterhin am Drücker und mit weiteren Chancen, aber Bremerhaven schaffte es immer wieder, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen und so machte man es den Eisbären enorm schwer, sich hochkarätige Chancen zu erspielen. Noch fiel es den Berlinern schwer, den Abwehrriegel der Gäste von der Küste zu knacken.
Hinten aber leistete man sich weiterhin zu viele individuelle Fehler und lud Bremerhaven so immer wieder zu Chancen ein. Glück für die Hausherren, dass die Gäste diese nicht verwerten konnten.
Zwei Minuten vor der zweiten Pause belohnten sich die Berliner dann aber für ihren Aufwand mit dem Ausgleich. Kevin Clark mogelte die Scheibe irgendwie an Brandon Maxwell vorbei – 2:2 (38.).
81 Sekunden vor der zweiten Drittelpause musste Frank Hördler auf die Strafbank und so musste nun also das Penaltykilling der Eisbären ran. Und es kam noch schlimmer, denn für 1:47 Minuten war es sogar eine doppelte Unterzahl, denn Jonas Müller folgte seinem Kapitän in die Kühlbox. Nun also nochmal eine brenzlige Situation für den Hauptstadt-Club. Diese überstand man bis zur zweiten Pause schadlos und so stand es nach 40 Minuten 2:2.

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39 Sekunden mussten die Eisbären zu Beginn des Schlussdrittels noch mit zwei Mann weniger überstehen, aber auch das schafften sie. Das sollte der Mannschaft von Coach Serge Aubin jetzt doch viel Rückenwind für die letzten 20 Minuten geben.
Tat es, denn in der 42. Spielminute drehten die Berliner das Spiel komplett. Giovanni Fiore tankte sich über rechts klasse Richtung Tor und düpierte dann Brandon Maxwell mit seinem Rückhand-Schuss – 3:2.
Fortan entwickelte sich ein munteres hin und her mit Chancen hüben wie drüben, die gefährlicheren Abschlüsse hatten aber die Hausherren zu bieten. Doch Bremerhaven gab nicht auf und so hatte auch Mathias Niederberger noch ordentlich zu tun. Jetzt war es endlich der Schlagabtausch, den man sich von Beginn an erhofft hatte. Beide machten deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten, die besseren Karten hatten aber aktuell die Gastgeber. Aber die ließen auch beste Chancen liegen, um hier für die mögliche Vorentscheidung zu sorgen.

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Aber hinten war man immer noch nicht sattelfest und so unterlief dann doch noch der ein oder andere Fehler, was Bremerhaven Chancen ermöglichte. Das Spiel stand jetzt also auf des Messers Schneide und hätte in jede Richtung kippen können. In die der Eisbären und der möglichen Entscheidung oder in die der Gäste und dem möglichen Ausgleich. Spannung war somit für die Schlussphase garantiert. Und am Ende kippte es in Richtung der Eisbären, Leo Pföderl bekam die Scheibe im Slot auf die Kelle, Brandon Maxwell lag bereits am Boden und so netzte die Nummer 93 zur Entscheidung ein – 4:2 (56.). Blaine Byron hatte ihn klasse in Szene gesetzt.
Knapp drei Minuten vor dem Ende riskierte Bremerhavens Coach Thomas Popiesch alles – Auszeit und Goalie raus. Das nutzten die Hausherren zur endgültigen Entscheidung. Giovanni Fiore machte den Deckel mit seinem zweiten Tor am heutigen Abend auf dieses Spiel drauf – 5:2 (59.).

Ein hart erarbeiteter Sieg der Eisbären, welcher aber am Ende durchaus verdient war. Die Berliner taten sich zu Beginn sehr schwer, den Abwehrriegel der Gäste zu knacken. Man hatte zwar das optische Übergewicht und auch deutlich mehr Schüsse zu verzeichnen, aber die Qualität der Chancen ließ zu wünschen übrig. Zudem leistete man sich zu viele individuelle Fehler im Spiel, wovon einer zum 0:1 führte. Auch im Mitteldrittel wurde es noch nicht wirklich besser und zudem lief man jetzt einem 0:2 hinterher. Doch schnell fand man die Antwort in Form der Top-Reihe. Von da an kam man immer besser ins Spiel und auch zum Ausgleich. Die zum Ende des zweiten und Beginn des letzten Drittels überstandene doppelte Unterzahl kann dann wohl als Knackpunkt der Partie angesehen werden. Denn das gab den Berlinern noch mehr Selbstvertrauen und Rückenwind, welchen man am Ende in drei weitere Tore umwandelte und damit den Heimsieg perfekt machte.

Die Eisbären Berlin nach vier DEL-Spieltagen: Auswärts läuft es bisher, zu Hause dagegen nicht

Es geht Schlag auf Schlag in der PENNY DEL: Am zurückliegenden Wochenende fanden die Spieltage Nummer Drei und Vier statt und in dieser Woche steht uns bereits die erste englische Woche bevor. Zwei der bevorstehenden drei Spiele absolvieren die Eisbären Berlin dann auswärts, was wohl aktuell ein Vorteil für die Berliner ist. Denn nach vier Spieltagen ist man zu Hause nach wie vor sieglos, während man auswärts beide Spiele gewann. Am Freitag holte man sich mit einem 4:0-Sieg in Bremerhaven den zweiten Auswärtssieg der Saison, ehe man am Sonntag beim 0:3 gegen Mannheim die zweite Heimniederlage kassierte. So rutschte man nach diesen beiden Spieltagen von Platz Sechs auf Platz Neun ab, wo man derzeit mit sechs Punkten und 12:11-Toren steht.

Während man zu Hause also noch auf den ersten Sieg wartet, ist man auswärts noch ungeschlagen und ohne Punktverlust. In der letzten Saison war das ja noch genau anders herum, da hatte man zu Beginn der Saison auswärts große Probleme, in Tritt zu kommen. Daher sagte Stürmer Marcel Noebels gestern nach dem Spiel auch, dass man schnell wieder zurück zur alten Heimstärke kommen muss:

Zwei Spiele zu Hause zu verlieren, war so nicht eingeplant. Auswärts haben wir es bis jetzt gut hinbekommen, aber zu Hause hatten wir bis jetzt immer so einen holprigen Start. Gegen München war das genauso. Unsere Stärke war eigentlich immer zu Hause zu gewinnen und dahin müssen wir wieder zurückkommen.

Das Wochenende war schon eins der Gegensätze. Während man in Bremerhaven das bisher beste Saisonspiel (O-Ton Serge Aubin) ablieferte und seinen Gameplan über 60 Minuten durchzog, verzweifelte man am Sonntag gegen Mannheim an der Chancenverwertung. Chancen hatte man genügend, auch in Überzahl, nur wollte die Scheibe einfach nicht ins Tor gehen. Verteidiger Kai Wissmann analysierte das Spiel anschließend so:

Wir hatten Alleingänge, wir hatten Zwei-auf-Eins, wir konnten aber kein Tor schießen. Es war so ein Tag, wo wir glaube ich noch zwei Drittel hätten spielen können, der Puck wollte einfach nicht rein.

Dieses Problem hatte man zwar auch noch im ersten Drittel in Bremerhaven, am Ende platze dann aber im Mitteldrittel der Knoten und man traf dreimal ins Tor der Hausherren, fing dabei sogar an zu zaubern. Da reichten 31 Torschüsse für vier Tore aus. Gegen Mannheim schoss man 39-mal auf das Tor von Felix Brückmann und traf nicht einmal. Es hätten 60 Schüsse sein können, man hätte vermutlich auch dann kein Tor erzielt, wie Kai Wissmann treffend nach dem Spiel analysierte.

Hatte man am Freitag in den ersten 40 Minuten noch die Disziplin der Eisbären gelobt, so wurde sie den Berlinern am Sonntag zum Verhängnis. Wie in Bremerhaven kassierte man auch gegen Mannheim acht Strafminuten. Während die Fischtown Pinguins in 6:39 Minuten Überzahl kein einzigen Treffer erzielen konnten, reichten den Kurpfälzern 4:18 Minuten in Überzahl aus, um zwei der drei Treffer in Berlin zu erzielen. Es waren die beiden Strafzeiten gegen Kai Wissmann, welche das Spiel letztendlich entschieden haben. Weil die Eisbären in acht Minuten Überzahl es nicht schafften, ein Tor zu erzielen. So bleibt das Powerplay eine Baustelle bei den Eisbären, denn an diesem Wochenende blieb man ohne Tor und steht nun bei einem Treffer aus zwölf Überzahlspielen, was einer Erfolgsquote von mickrigen 8,33 Prozent entspricht. Nur Augsburg und Krefeld sind schlechter, haben aber auch ein Spiel weniger als die Eisbären absolviert.

Aber egal, ob nun in Überzahl oder bei Fünf-gegen-Fünf. Wenn du in zwei Spielen insgesamt 70 Torschüsse abgibst und dann nur vier Tore erzielst, dann muss du dir Gedanken über die Chancenverwertung machen. Dass die Eisbären Tore erzielen und dabei teilweise sogar zaubern können, hatten wir in den beiden Spielen in Iserlohn und Bremerhaven gesehen, als man elf Tore erzielte. Aus übrigens insgesamt 69 Torschüssen. Da bleibt die Frage, was die Mannschaft auswärts anders macht als zu Hause. Denn dort steht man jetzt bei 1:7-Toren in zwei Spielen, während man auswärts bei 11:4-Toren steht.

Coach Serge Aubin war daher ziemlich angefressen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Mannheim. Er sah zwar auch, dass sich die Mannschaften Chancen erspielt, diese aber eben nicht verwertet hatte. Aubin sagte daher:

Im ersten Drittel waren wir noch etwas langsam. Das zweite Drittel war besser, aber irgendwie waren wir so ein bisschen dazwischen. Weil, wir haben uns zwar Chancen erspielt, aber konnten die leider nicht nutzen. Ich muss mich vor allem bei den Fans entschuldigen, weil für ein Heimspiel war das inakzeptabel, da muss mehr kommen. Wir müssen besser spielen. Die Special Teams haben den Unterschied ausgemacht. Kein Powerplaytor zu schießen bei den Chancen, ist leider nicht gut genug.

Es dürfte laut geworden sein in der Kabine der Eisbären nach dem gestrigen Spiel. Serge Aubin nimmt kein Blatt vor den Mund. Wenn er die Mannschaft loben kann, tut er dies, aber genauso kritisiert er sie, wenn es nicht so läuft, wie es laufen sollte. Die Eisbären haben nach der ersten Niederlage gegen München die richtige Antwort auf dem Eis gegeben. Gleiches wird man für das Auswärtsspiel am Mittwoch in Straubing hoffen.

Es liegt auf den Hand, was in Straubing wieder so klappen sollte, wie in den beiden Auswärtsspielen zuvor: Die Chancenverwertung muss besser sein als gegen Mannheim. Auch im Penaltykilling muss man konstanter werden, denn es sind durchaus immer wieder Unterzahlspiele dabei, wo dieses hervorragend funktioniert. Nur interessiert das am Ende keinen, wenn es zwei Unterzahlgegentore sind, welche das Spiel letztendlich entscheiden. Vielleicht sollte man sich in manchen Situationen aber auch einfach noch schlauer verhalten, um die Strafzeiten zu reduzieren.

Defensiv gab es in Sachen Schüsse der Gegner keine gravierenden Veränderungen. An den ersten beiden Spieltagen ließ man 53 Schüsse zu, diesmal waren es insgesamt 50. Hatte man gegen München noch 47 Prozent der Schüsse aus dem Slot abgegeben, verbesserte man sich gegen Iserlohn bereits deutlich, als es dort nur noch 28 Prozent waren. Auch gegen Bremerhaven machte man den Slot wieder gut zu, die Gastgeber kamen ebenfalls auf nur 28 Prozent. Gegen Mannheim war es mit 38 Prozent dann schon wieder schlechter, wenn gleich es aber von dort aus nicht einschlug, sondern von außen.

Schauen wir auf die Eiszeit, fiel in Bremerhaven auf, dass mit Nicholas B. Jensen (21:51 Minuten), Jonas Müller (21:02) und Morgan Ellis (20:28) drei Verteidiger die meiste Eiszeit des gesamten Teams hatten. Was aber sicher auch daran lag, dass man am Ende deutlich führte und vorne mehr rotieren konnte.
Denn gegen Mannheim sah das schon wieder anders aus, da war es die erste Reihe, welche die meiste Eiszeit bekam – Leo Pföderl (23:30), Marcel Noebels (23:28) und Blaine Byron (23:21). Auch hier verständlich, versuchten die Eisbären doch da bis zum Ende noch vergeblich ein Tor zu erzielen.

Angesichts der Ergebnisse fiel auch die Eiszeit der Youngster aus. In Bremerhaven kam einzig Eric Mik (7:18) auf weniger als zehn Minuten Eiszeit. Sebastian Streu kam auf 10:46 Minuten, Bennet Roßmy auf 10:18 Minuten.
Gegen Mannheim blieben alle Drei unter sieben Minuten Eiszeit – Eric Mik (6:56), Sebastian Streu (6:44) und Bennet Roßmy (4:38).

In Überzahl änderte sich in Sachen Eiszeit auch nicht wirklich viel, auch hier bekamen die üblichen Verdächtigen die meiste Eiszeit – Morgan Ellis (4:38), Kevin Clark (4:34), Marcel Noebels (4:25) und Leo Pföderl (4:15). Einzig Clark war neu in dieser Aufzählung, was aber auch daran lag, dass Mark Zengerle beide Spiele nur auf der Tribüne saß. Ihn setzte Aubin an den ersten beiden Spieltagen vermehrt in Überzahl ein.

Mit Tobias Ancicka konnte ein weiterer Youngster am Wochenende seine Fangquote im Vergleich zum ersten Wochenende, als er in Iserlohn zwischen den Pfosten stand, aufbessern. Dem Shutout in Bremerhaven folgte gegen Mannheim eine Fangquote von 89,22 Prozent, womit Ancicka jetzt insgesamt bei einer Fangquote von 90,54 Prozent liegt. Sein Gegentorschnitt liegt nach drei Spielen bei 2,33 Gegentoren pro Spiel.

Die erste englische Woche der neuen Saison beschert den Eisbären drei Spiele – in Straubing, gegen Wolfsburg und in Krefeld. Dann werden wir sehen, ob man an den Baustellen weiter gearbeitet hat, ob Mathias Niederberger wieder fit geworden ist und ob man endlich den ersten Heimsieg einfahren kann.

4:0 in Bremerhaven! Die Eisbären zaubern sich zum Sieg an der Küste

Dickes Ausrufezeichen der Eisbären Berlin! Die Hauptstädter gewannen ihr Auswärtsspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven am Freitagabend souverän und verdient mit 4:0 (1:0,3:0,0:0) und bleiben damit in der Erfolgsspur. Die Eisbären zogen über 60 Minuten ihren Gameplan durch und sicherten sich damit den zweiten Sieg in Folge. Den Gastgebern fügten die Berliner somit die erste Niederlage in dieser Saison zu. Zuvor hatte Fischtown beide Saisonspiele gewonnen und sorgte auch in der Champions Hockey League (CHL) für Furore. 

Eisbären-Coach Serge Aubin hatte vor dem Spiel in Bremerhaven die Qual der Wahl, meldete sich doch Stürmer Yannick Veilleux wieder fit und konnte so sein DEL-Debüt feiern. Er kam für Verteidiger Korbinian Geibel in den Kader. Der war beim Spiel in Iserlohn für Mark Zengerle ins Line-up gerutscht, heute schauten beide zu. Denn auch Zengerle blieb heute erneut nur der Platz auf der Tribüne. Somit musste Aubin natürlich auch an den Angriffsreihen etwas ändern. Die ersten beiden Reihen blieben unverändert, in Reihe Drei bekam Kevin Clark zwei neue Mitspieler. Manuel Wiederer und Debütant Veilleux stürmten an der Seite von Clark. Sebastian Streu und Parker Tuomie, seine beiden Reihenpartner vom Spiel am Seilersee, bildeten heute die vierte Reihe zusammen mit Bennet Roßmy. Der spielte in Iserlohn noch mit Wiederer und Eric Mik zusammen. Wiederer haben wir bereits angesprochen, Mik war heute wieder der siebte Verteidiger. Und im Tor stand auch heute wieder Tobias Ancicka.

Leo Pföderl sagte vor dem Spiel, es ist immer unangenehm, in Bremerhaven zu spielen, aber die Eisbären sind hier, um drei Punkte mitzunehmen. Und so begannen die Eisbären auch. Keine zwei Minuten waren gespielt, da hatten sowohl Bremerhaven als auch die Berliner die erste gute Chance. Und den Eisbären bot sich bereits in der zweiten Minute die Chance, in Überzahl zu agieren. Dominik Uher musste wegen eines Stockschlags auf die Strafbank. Im Powerplay hatten die Eisbären auch gute Chancen, doch nutzen konnte man diese nicht. Dafür traf man, als die Hausherren wieder komplett waren. Frank Hördler brachte die Scheibe einfach mal in Richtung des Tores von Brandon Maxwell, Kevin Clark fälschte den Puck noch ab und auf einmal stand es 1:0 (4.). Die Scheibe war für den Goalie der Hausherren schwer zu sehen, da viel Verkehr vor seinem Tor war.
Fortan entwickelte sich ein Spiel mit viel Tempo, es ging hin und her, beide Mannschaften hatten auch gute Chancen. Bremerhaven dabei die beste, doch der Pfosten rettete für Tobias Ancicka und die Eisbären. Die Gäste hingegen hatten ein deutliches Chancenplus auf ihrer Seite, schossen aus allen Lagen auf das Tor von Maxwell. Es war ein gut anzuschauendes Spiel. Gerade das der Berliner, welche aus einer sicheren Defensive heraus ihre guten Angriffe einleiteten. Man spielte sehr konzentriert und hielt sich an den Gameplan, man spielte zudem sehr diszipliniert. Durchaus ja ein Problem der Eisbären in den letzten Jahren.
Ein anderes Problem war zumindest im ersten Drittel die Chancenverwertung. Denn mit zunehmender Spieldauer erspielten sich die Eisbären Chance um Chance, Brandon Maxwell bekam einige Scheiben um die Ohren geschossen, ließ aber auch keine mehr rein. Bremerhaven hätte sich nicht beschweren können, wenn man mit 0:2 oder 0:3 hinten gelegen hätte. So aber stand es nach 20 Minuten aus Bremerhavener Sicht nur 0:1.

Das zweite Drittel ging genauso weiter. Die Eisbären setzten sich im Angriffsdrittel fest und erhöhten den Druck auf Bremerhaven. Blaine Byron bekam die Scheibe nicht an Maxwell vorbei und Jonas Müller scheiterte an der Latte. Im dritten Anlauf klingelte es dann aber im Tor der Hausherren. Die Eisbären erkämpften sich die Scheibe an der Bande, Zach Boychuk spielte sie weiter zu Matt White, der hatte zu viel Platz und netzte per Rückhand ein – 2:0 (23.).
Und nur wenige Augenblicke später war Parker Tuomie nach einem Missverständnis (zwei Bremerhavener fuhren sich über den Haufen) in der Hintermannschaft der Gastgeber frei vor Maxwell, vergab aber diese dicke Chance. Fischtown wirkte angeknockt.
Danach ging es hin und her und auch Bremerhaven suchte mal den Weg vor das Berliner Tor. Aber so wirklich viel gelang den Hausherren nicht. Dafür den Eisbären. Die mit einer klasse Kombination im Angriffsdrittel und am Ende war es Marcel Noebels, welcher mühelos auf 3:0 stellte (30.).
Und jetzt zauberten die Berliner. Noebels legte die Scheibe per Rückhand zurück auf Blaine Byron, der sah Leo Pföderl am langen Pfosten stehen und der erhöhte auf 4:0 (31.). One-Touch-Hockey der Eisbären, eine Traum-Kombination der neuen Paradereihe der Eisbären.
Vier Minuten vor der zweiten Pause kamen dann mal die Hausherren gefährlich vor das Tor. Jan Urbas tauchte vor Tobias Ancicka auf, doch der Berliner Goalie stoppte den Bremerhavener Torjäger. Kurz danach noch eine weitere gute Möglichkeit für Fischtown, aber der Schuss ging knapp am Berliner Tor vorbei.
Gerade, als ich auf unserer Twitter-Seite die Eisbären wegen ihre Disziplin heute lobte, dass sie nach 39 Minuten immer noch ohne Strafzeit waren, kassierte Frank Hördler 6,9 Sekunden vor der zweiten Pause dann doch die erste Berliner Strafzeit. Somit nahm Bremerhaven neben einem 0:4-Rückstand immerhin noch ein Powerplay mit ins letzte Drittel.

Doch das sorgte für keinerlei Gefahr vor dem Berliner Tor. Es war wohl der typisch gebrauchte Abend für die Bremerhavener, denen hier nicht viel gelang, während bei den Eisbären in den ersten 40 Minuten fast alles klappte.
Danach ging es hin und her, aber irgendwie war die Luft raus aus dem Spiel. Die Eisbären taten nicht mehr als nötig und Bremerhaven versuchte es zwar, aber es war eben heute Abend nicht ihr Tag. Dennoch feierten die Fans ihre Fischtown Pinguins, schließlich hatten sie bisher einen starken Saisonstart in der DEL und CHL.
Neun Minuten vor dem Ende der Partie kassierte Kai Wissmann dann die zweite Strafzeit der Eisbären, Bremerhaven bekam also in Überzahl nochmal die Chance zum Ehrentreffer. Und nur 33 Sekunden später musste auch noch Morgan Ellis raus. Die Chance auf das erste Tor wurde also immer größer, Bremerhaven nun mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Chancen waren da, sogar richtig gute, aber Tobias Ancicka war einfach nicht zu bezwingen. Und wenn er doch einmal geschlagen war, dann half ihm das Aluminium.
Doch das nächste Powerplay folgte zugleich. Zach Boychuk nahm die nächste Strafzeit, nun ließ also die Disziplin doch noch zu wünschen übrig. Aber da kam keine Chance mehr heraus, Bremerhaven hätte hier also länger als die 60 Minuten spielen können, sie hätten vermutlich kein Tor erzielt.
Und so endete das Spiel mit einem souveränen und verdienten 4:0-Auswärtssieg für die Eisbären Berlin. Tobias Ancicka feierte dazu seinen ersten Shutout in dieser Saison.

Die Eisbären haben ein fast perfektes Spiel abgeliefert. Sie kamen äußerst engagiert aus der Kabine und konnten früh in Führung gehen. Anschließend vergab man weitere gute Chancen, nutzte diese dann aber im Mitteldrittel eiskalt. Da fing man dann zudem an, zu zaubern und erzielte Traumtore. Im letzten Drittel nahm man den Fuß vom Gas, verwaltete das Ergebnis und brachte das 4:0 über die Zeit. Doch im Schlussdrittel nahm man dann doch noch unnötig viele Strafzeiten, was Bremerhaven noch einmal Chancen ermöglichte. Aber Tobias Ancicka erwischte ebenso einen Sahne-Tag und ließ keine Scheibe durch. Wenn man also eins kritisieren möchte, dann die Disziplin im Schlussdrittel. Ansonsten war das ein rundum gelungener Auftritt der Eisbären an der Küste.
Was wäre sonst noch zu erwähnen? Die Eisbären haben wohl eine neue Paradereihe gefunden. Lange suchte man nach dem geeigneten Nachfolger für Lukas Reichel in der Reihe mit Marcel Noebels und Leo Pföderl. Nun ist es anscheinend Blaine Byron geworden. Die drei Stürmer harmonieren immer besser zusammen und zeigen auch traumhafte Kombinationen wie bei Pföderls Tor. Noebels scorte dreimal, Byron zweimal und Pföderl einmal.
Die Adler Mannheim können also kommen, die Eisbären sind heiß auf die Adler!