1:0 gegen Straubing! Per Shorthander zum Heimsieg und zur Playoff-Qualifikation

Ausgabe #13:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur: Am Mittwochabend gewannen die Berliner auch den zweiten Vergleich mit den Straubing Tigers. Am Ende stand ein 1:0 (0:0,0:0,1:0) zu Buche. Beiden Teams merkte man den Kräfteverschleiß der letzten Wochen an, dennoch investierten beide enorm viel in das Spiel. Am Ende hatten die Eisbären das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite und feierten einen weiteren Heimsieg. 

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Eisbären traten mit einer Rumpftruppe und nur drei vollen Reihen an. Neben den bereits verletzten Spielern fiel heute auch noch die „Powerplay-Geheimwaffe“ Zach Boychuk verletzungsbedingt aus. So blieb einzig die Reihe um Lukas Reichel, Marcel Noebels und Leo Pföderl zusammen. Den Platz von Boychuk in der Reihe mit Matt White und Giovanni Fiore nahm Mark Olver ein. Haakon Hänelt und Fabian Dietz rutschten aus der vierten Reihe vor in die dritte, wo sie zusammen mit Parker Tuomie stürmten. Nino Kinder war überzähliger Stürmer und Eric Mik war überzähliger Verteidiger. Schwere Aufgabe also für die Eisbären in diesem so eng getakteten Spielplan.
Im Tor blieb dafür alles beim alten, Mathias Niederberger hütete auch heute das Berliner Tor. Tobias Ancicka nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Straubing hatte bis jetzt vier seiner fünf Nord-Süd-Vergleiche gewonnen. Einzig gegen die Eisbären gab es am Sonntagnachmittag eine 1:3-Niederlage. Dafür hatten die Niederbayern alle drei bisherigen Auswärtsspiele im Norden gewonnen. In Düsseldorf, Krefeld und Bremerhaven holten die Mannen von Coach Tom Pokel nicht nur insgesamt neun Punkte, nein, sie gewannen auch alle Spiele je 4:0 und kamen so mit 12:0-Toren aus diesen drei Auswärtsspielen zurück an den Pulverturm. Das Selbstvertrauen auf fremden Eis war also enorm groß bei den Niederbayern. Aber sie trafen eben auch auf eine sehr heimstarke Berliner Mannschaft, welche in allen bisherigen 14 Heimspielen gepunktet und zwölf dieser Spiele auch gewonnen hat. Einzig Wolfsburg konnte bisher hier in der Hauptstadt gewinnen.

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Die Ausgangslage vor diesem Duell war also klar. Und so begannen die Gäste aus Straubing sehr schwungvoll und setzten sich gleichmal im Drittel der Berliner fest. Man merkte dabei nicht, dass es Straubing war, welches gestern noch im Einsatz war, während die Eisbären einen Tag frei hatten. Das aggressive Forechecking der Tigers überrumpelte die Berliner so ein wenig, so dass sie sich in der Anfangszeit zweimal mit einem Icing befreien mussten. Die Hausherren wirkten immer einen Schritt langsamer, sie verschliefen komplett den Start des Spiels. Was in der Vergangenheit zu Hause eigentlich nie der Fall war. Da kam man stets wie die Feuerwehr aus der Kabine. Nur heute war man vom forschen Auftritt der Niederbayern sichtlich überrascht.
Nach drei, vier Minuten hatten die Eisbären aber ihre Beine gefunden und fanden auch ins Spiel. Viel passierte aber trotzdem nicht, weil sich beide Teams neutralisierten. Vor dem Tor wurden die Schusswege zugemacht, in den Zweikämpfen wurde hart gearbeitet. Es war definitiv kein Eishockey-Leckerbissen in den ersten zehn Minuten. Torchancen waren keine zu sehen. Und auch so war wenig Feuer drin im Spiel.

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Die erste gefährliche Chance hatten die Hausherren nach elf Minuten, als Mark Olver im Slot angespielt wurde und gegen die Laufrichtung von Goalie Sebastian Vogl schoss. Doch sein Schuss ging knapp links am Tor vorbei. Eine Minute später bot sich dann den Tigers die erste gute Chance zur Führung, nach dem John Ramage wegen Stockchecks die erste Strafzeit der Partie kassierte. Powerplay für Straubing also. Doch das Penaltykilling bei den Eisbären funktionierte zuletzt hervorragend. Und so machten sie den Straubingern auch heute das Leben schwer. Sie machten die Räume geschickt zu und gaben so kaum Lücken für den Abschluss frei. Zweimal kamen die Tigers durch, aber da war Mathias Niederberger zur Stelle und so wirklich gefährlichen waren diese Abschlüsse auch nicht.
Auch danach weiterhin ein sehr zerfahrenes Spiel, wenig Spielfluss und kaum spannende Szenen. Ein typisches Mittwoch-Spiel gegen Straubing eben. Aber eben auch der Tatsache geschuldet, dass die Teams zur Zeit ein Mammutprogramm absolvieren müssen und die Berliner nur drei Reihen zur Verfügung hatten. Aber das lassen sie ja nie als Ausrede gelten, wenn es mal nicht rund läuft. Doch vergessen durfte man das eben auch nicht.
Vier Minuten vor der ersten Pause zauberte sich Matt White mal bis vor das Tor, wurde aber beim Abschluss dabei von Benedikt Schopper per Haken gestört und so holte er mit dieser Aktion immerhin ein Überzahlspiel für die Hausherren heraus. Doch auch das wurde nicht wirklich gefährlich. Auch hier fehlte so ein wenig das Tempo im Spielaufbau. So endete ein ereignisarmes Drittel folgerichtig torlos.

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Enorm heiß auf das zweite Drittel schienen einige Straubinger Spieler zu sein, jedenfalls erweckte es den Eindruck. Sieben Minuten waren noch Pause, da stand u.a. T.Mulock schon im Kabinengang und wollte zurück auf das Eis. Da konnte man ja fast schon gespannt sein, wie die Niederbayern hier zurück auf das Eis kommen würden.
Und Straubing suchte in der Tat gleich den Weg Richtung Berliner Tor, gleiches galt aber auch für die Eisbären. Beide machten aber hinten auch weiterhin die Räume zu und blockten die Schüsse.
Die Eisbären dann mal mit einer guten Phase, wo sie viel Druck entfachten und sich im Angriffsdrittel festsetzen konnten. Aber auch hier wieder die Defensive mit sehr starker Arbeit. Wenn Schüsse kamen, wurden sie entweder geblockt oder aber gingen neben das Tor.
Eisbären-Coach Serge Aubin probierte es dann mal mit Reihenumstellungen. So tauschte er Lukas Reichel mit Matt White. White stürmte also fortan an der Seite von Leo Pföderl und Marcel Noebels, während Reichel eine Formation mit Mark Olver und Giovanni Fiore bildete. Was zwar noch nicht den gewünschten Erfolg brachte, aber die Eisbären waren das aktivere Team. Dennoch sprangen nach wie vor keine hochkarätigen Torchancen bei heraus.
Straubing wurde zum Ende des zweiten Drittels wieder etwas aktiver und kam auch zu Abschlüssen, doch auch die Niederbayern konnten nicht den ersten Treffer des Spiels erzielen. So stand es auch nach 40 Minuten 0:0 an der Spree.

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Zu Beginn des letzten Drittels waren die Reihen wieder dieselben wie zu Beginn des Spiels. Und die Eisbären waren sofort in Richtung des Tores von Sebastian Vogl unterwegs und wollten endlich das Führungstor erzielen. Gleiches galt aber auch für die Niederbayern. Beide Teams kamen schwungvoll rein ins letzte Drittel.
Nach fünf Minuten bot sich den Tigers die Chance in Überzahl zu agieren. Ryan McKiernan kassierte zwei Minuten wegen Beinstellens. Und das Powerplay sah sehr gut aus. Straubing kam in die Formation und auch zu guten Chancen. Aber Mathias Niederberger ließ die Tigers-Spieler verzweifeln, denn er hielt sein Tor weiterhin sauber.
Doch Mitte des letzten Drittels bot sich den Niederbayern die nächste Chance in Überzahl. Diesmal musste Kai Wissmann wegen Haltens in die Kühlbox. Aber da waren es die Berliner, welche in Unterzahl in Führung gingen. Giovanni Fiore besorgte das 1:0. Matt White spielte die Scheibe aus der linken Bandenrundung an zwei Verteidigern vorbei in den Slot, wo Fiore alleine lauerte. Er nahm die Scheibe an, zog sie rechts rüber, Sebastian Vogl lag am Boden, Fiore legte sich die Scheibe zu recht und schlenzte sie ins halbleere Tor (52.). Am Jubelschrei der Spieler konnte man die Erleichterung hören.
Und für Straubing kam es noch dicker. Corey Tropp kassierte eine Minute später zwei Minuten wegen Hakens. Die Eisbären nun also in Überzahl und mit der Chance zur Vorentscheidung. Und da wurde es mehrmals brenzlig vorm Straubinger Tor, aber der Puck wollte einfach nicht über die Linie gehen.
Nach dem überstandenen Unterzahlspiel blieben den Gästen hier noch gut fünf Minuten. Doch die Eisbären machten hinter weiterhin dicht, wie schon in den letzten Spielen. 45 Sekunden vor dem Ende des Spiels nahm Straubings Coach Tom Pokel seinen Goalie vom Eis, fünf Sekunden später zudem auch noch seine Auszeit. Die Tigers wollten es in den Schlusssekunden also nochmal versuchen. Der Ausgleich sollte her. Doch der fiel nicht mehr. Die Eisbären brachten erneut ein 1:0 zu Hause über die Zeit. Und damit machte man zugleich die Playoff-Qualifikation perfekt.

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Ein weiteres hartes Stück Arbeit. Die Eisbären traten mit einer Rumpftruppe an, mussten mit nur drei Reihen auskommen. Und das merkte man der Mannschaft auch an. Aber auch anzumerken war beiden Mannschaften der Kräfteverschleiß der letzten Tage mit sehr vielen Spielen innerhalb kürzester Zeit. Dennoch versuchten es beide immer wieder, am Ende waren es die Eisbären, welche den einen goldenen Schuss abgaben.
Defensiv verteidigte man das erneut ganz stark, ließ kaum hochkarätige Chancen der Niederbayern zu. Und wenn doch etwas durchkam, war Mathias Niederberger zur Stelle, welcher sein Tor zum zweiten Mal in Folge zu Hause sauber hielt und seinen insgesamt fünften Shutout der Saison feierte.
In so einer strapaziösen Phase muss man auch solche Spiele erst einmal gewinnen. Und das taten die Eisbären, was sie immer mehr zum zweiten echten Titelkandidaten neben den Adler Mannheim macht.
Nun kann man erst einmal ein paar Tage durchatmen und dann steht am Sonntag der nächste harte Brocken im Weg. Denn dann geht es nach München. In der Verfassung von dieser Saison sind die Eisbären da wohl Favorit. Denn München spielt keinesfalls eine souveräne Saison.

3:1 in Straubing: Starke Defensive, starker Tobias Ancicka, starke Special Teams und ein harter Hund namens John Ramage

Erfreuliches Jubiläum für Serge Aubin: Der Berliner Chefcoach stand heute zum 80. Mal als Eisbären-Trainer hinter der Bande und durfte sich am Ende über einen Auswärtssieg freuen. Die Eisbären Berlin gewannen am Pulverturm bei den Straubing Tigers mit 3:1 (0:0,2:1,1:0) und feierten damit den ersten Auswärtssieg im Süden.

Aubin musste verletzungsbedingt umbauen. Kris Foucault und Sebastian Streu fielen heute aus, nachdem sie das Spiel am Freitag nicht beenden konnten. Den Platz von Foucault neben Matt White und Zach Boychuk nahm daher Giovanni Fiore ein. Dieser rotierte aus der Formation mit Mark Olver und Parker Tuomie heraus. Statt Fiore stürmte Eric Mik an der Seite von Olver und Tuomie. Den Platz von Streu in der vierten Reihe neben Fabian Dietz und Nino Kinder nahm Haakon Hänelt ein. Einzig Leo Pföderl, Lukas Reichel und Marcel Noebels blieben wie gegen Ingolstadt zusammen. Und im Tor stand diesmal Tobias Ancicka, während Mathias Niederberger nach seinem vierten Shutout eine Pause bekam. Zu den oben genannten Spielern fehlten weiterhin PC Labrie und Mark Zengerle.

Spiele gegen Straubing sind für die Berliner nie leicht, vor allem nicht am Pulverturm. Wie wollte man dieses Spiel heute angehen, Fabian Dietz?

Straubing ist immer unangenehm und sie sind natürlich auch gut drauf zur Zeit. Wir müssen einfach spielen, die einfachen Sachen machen und natürlich auch viel Körper spielen.

Und die Partie begann aus Berliner Sicht mit einer unnötigen Strafzeit gegen Giovanni Fiore nach zwei Minuten. Er kassierte die zwei Minuten wegen eines Checks von Hinten, welcher in der Situation unnötig war. Die Niederbayern fanden auch in ihre Powerplay-Formation, aber das Penaltykilling der Eisbären funktionierte wie bereits am Freitag sehr gut. Nach Ablauf der Strafe fuhren die Berliner einen Zwei-auf-Eins-Konter, welchen Matt White vergab. Starker Save von Sebastian Vogl, welcher zuletzt zwei Shutouts in Folge feierte.
Seine „Zu-Null-Serie“ wurde dann aber auf die Probe gestellt, als Nick Latta die erste Strafzeit der Tigers kassierte. Powerplay also für die Berliner, welches in dieser Saison durchaus eine Waffe ist. Vier Minuten hatten die Hauptstädter nun Zeit, die Führung zu erzielen. Vier Minuten, weil Latta John Ramage mit dem Schläger am Kinn verletzte, welcher daraufhin in der Kabine genäht werden musste. Die Berliner ließen die Scheibe auch gut laufen, doch Straubing machte die Räume vor dem Tor geschickt zu. So überstanden die Tigers diese brenzlige Situation schadlos.
Fortan ging es hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, doch beide Defensivreihen arbeiteten gut vor dem Tor und ließen kaum gefährliche Torchancen zu. Viel mehr war diese Partie von der Taktik geprägt. Beide Teams stellten die Räume zu und so mussten die Aufbauspiele der Teams gut durchdacht sein.
Wenn mal Platz da war, dann durch Überzahlspiele. Sena Acolatse kassierte die nächste Straubinger Strafzeit. Berlin also mit dem nächsten Powerplay und der Chance zur Führung. Doch auch hier überzeugte die Defensivarbeit der Niederbayern, weshalb es nach 20 hart umkämpften Minuten noch 0:0 am Pulverturm stand.
Ex-Eisbär Sven Ziegler mit seinem Fazit zum Auftaktdrittel:

Es ist keine Überraschung. Berlin ist nicht umsonst auf dem ersten Platz in der Nordgruppe. Dass die hart spielen, ist auch kein Geheimnis und darauf haben wir uns eingestellt. Ich denke, die ersten 20 Minuten waren relativ ausgeglichen, Chancen auf beiden Seiten. Wir müssen weiter defensiv sehr gut stehen, so wie wir das die letzten beiden Spiele schon gemacht haben, und vorne viele Pucks aufs Tor bringen, dann sollte es klappen.

Erstmals brandgefährlich wurde es in der ersten Minute des zweiten Drittels. Jeremy Williams kam auf links zum Abschluss, sein Schuss ging an den Pfosten. Glück für die Eisbären.
Die hatten danach erneut die Möglichkeit, an ihrem Powerplay zu arbeiten. Ex-Eisbär T.J. Mulock mit der nächsten Strafzeit auf Straubinger Seite. Und die Gäste näherten sich so langsam an, aber erfolgreich waren sie auch in diesem Überzahlspiel nicht.
Fortan weiterhin eine ausgeglichene Partie, in der es hin und her ging. Beide arbeiteten hart, um sich gute Möglichkeiten zu erspielen. Und dann jubelten die Eisbären. Matt White mit dem Zuspiel von hinter dem Tor hoch an den rechten Bullykreis, wo Ryan McKiernan lauerte und per Onetimer zum 1:0 einschoss. McKiernan also wie am Freitag mit dem ersten Tor des Spiels und zudem beendete er die „Zu-Null-Serie“ vom Straubinger Goalie Sebastian Vogl. Der hatte bei diesem Schuss keine Chance, die Scheibe schlug im langen Eck ein (29.).
Dann wurden mal kurz Nettigkeiten vor Tobias Ancicka ausgetauscht. John Ramage und Kael Mouillierat mit einem guten Schlagabtausch, Ramage hatte das provoziert, weshalb Straubing aus dieser Situation mit einem Powerplay heraus kam. Doch dieses war 53 Sekunden später schon wieder Geschichte, als Marcel Brandt sich durchtankte und frei vor Ancicka zu Fall kam. Der Straubinger dachte, er wäre gefoult worden, doch er kam ins straucheln und dann zu Fall. Da er sich lautstark beschwerte, musste er wegen unsportlichen Verhaltens für zwei Minuten in die Kühlbox. So ging es mit Vier-gegen-Vier weiter und danach hatte Berlin für eine gute Minute ein erneutes Powerplay. Doch in beiden Situationen passierte nichts, was den Spielstand ändern sollte.
Straubing arbeitete danach am Ausgleich, fand aber in Tobias Ancicka stets ihren Meister. Der junge Berliner Goalie mit einer sehr guten Leistung. Wie immer, wenn er in dieser Saison eingesetzt wurde. Die Eisbären lauerten auf Konter und waren dabei auch gefährlich.
Nach einem Fehler im Berliner Spielaufbau kam Benedikt Kohl an die Scheibe, legte sie an der blauen Linie quer rüber auf Adrian Klein, welcher abzog und zum 1:1 ausglich (37.). Erstes DEL-Tor für Klein, der Ancicka keine Chance ließ. Die Scheibe flatterte und nahm eine komische Flugkurve, so war Ancicka machtlos.
Zum Ende des Mitteldrittels kassierte Sena Acolatse erneut eine Strafzeit, diesmal wegen Torhüter-Behinderung. Und diesmal nutzten die Eisbären das Powerplay. Zach Boychuk mit seinem siebten Powerplaytor. Lukas Reichel bekam von Leo Pföderl die Scheibe, sah hinter dem Tor stehend Boychuk frei vor dem Tor, spielte die Scheibe zu ihm und die Berliner Nummer 89 brachte die Eisbären per Onetimer mit 2:1 in Führung (39.). 61 Sekunden vor der zweiten Drittelpause. Der perfekte Zeitpunkt für die Führung, welche die Gäste auch mit in die Kabine nahmen.
Jonas Müller, der das 1:0 durch einen klasse Check erst ermöglichte, mit seiner Analyse zum Mitteldrittel:

Wir müssen allgemein körperbetonter spielen und wir sehen ja dann, was daraus resultiert. Ich glaube, dass wir in der Nord-Runde noch nicht so viel Körper spielen mussten und ich glaube, dass die Süd-Runde wesentlich aggressiver ist, da ein bisschen mehr Körper gespielt wird. Wir können das auch und wenn wir das machen, haben wir gute Chancen.

Straubing war im Schlussdrittel nun also gefordert und nach 45 Minuten bot sich den Hausherren die Chance, in Überzahl zu spielen. John Ramage musste auf die Strafbank. Die Niederbayern ließen die Scheibe gut laufen, aber sie fanden keine Lücke. Die Box der Eisbären stand sehr gut und drängte Straubing immer wieder nach außen, von wo sie keine Lücken zum Abschluss fanden. Ein ganz starkes Penaltykilling heute wieder, wie bereits am Freitag zu Hause gegen Ingolstadt.
Danach traf es zum dritten Mal heute Nachmittag Sena Acolatse mit einer Strafzeit, welcher aber auch immer wieder darum gebettelt hat. Acolatse eben… Nun hieß es also Powerplay für die Eisbären, welche kurz vor der zweiten Pause in Überzahl erfolgreich waren. Und auch diesmal scorten die Berliner in Überzahl. Straubing bekam die Scheibe nicht raus, dann stimmte die Zuordnung nicht und Mark Olver tauchte frei vor Vogl auf. Diesen tanzte er aus und netzte per Rückhand ein – 3:1 (48.). Acolatse hatte seinem Team also erneut einen Bärendienst erwiesen mit seiner Strafzeit.
Die Special Teams waren auch danach wieder gefragt, diesmal musste das Penaltykilling der Eisbären ran. Marcel Noebels suchte die Kühlbox auf. Straubing ließ die Scheibe laufen, suchte die Abschlüsse, welche aber stets bei Tobias Ancicka endeten.
Straubing lief danach weiter an, aber die Defensivarbeit der Eisbären war weiterhin sehr stark. Sie ließen kaum etwas zu und wenn doch, war Tobias Ancicka zur Stelle. Nach vorne lauerten die Berliner auf Konter, um das Spiel endgültig zu entscheiden.
Knapp fünf Minuten vor dem Ende bot sich den Hausherren die letzte Chance, noch einmal in dieses Spiel zurückzukommen. Zach Boychuk mit der nächsten Strafzeit, erneutes Powerplay für die Tigers also. Und dort hatte Matt White nach einem Fehlpass der Tigers die dicke Konterchance, aber kurz vorm Tor verlor er die Scheibe und bekam sie nicht mehr rechtzeitig unter Kontrolle. Glück für Straubing. Die Tigers konnten das Powerplay auch nicht nutzen.
Tom Pokel nahm auch noch eine Auszeit und Goalie Vogl vom Eis. Sie versuchten also noch einmal alles, um hier irgendwie nochmal zurückzukommen. Und sie liefen an, machten Druck, doch die Berliner Defensive machte bis zur letzten Sekunden einen sehr guten Job. Gleiches galt auch für Tobias Ancicka, der wie ein alter Hase hinten agierte und die Schüsse wegfing. So gewannen die Eisbären mit 3:1 in Straubing und feierten damit im vierten Nord-Süd-Vergleich den dritten Sieg.

Ein hartes Stück Arbeit war das aber gewesen. Doch die Eisbären nahmen den Kampf an, kämpften trotz kurzer Bank leidenschaftlich und geschlossen. Die Defensivarbeit und ein starker Goalie Tobias Ancicka sowie die Special Teams sorgten für den Unterschied heute. Zweimal trafen die Berliner in Überzahl, in Unterzahl ließen sie nichts zu. Der Siegeswille war über die vollen 60 Minuten zu sehen.
Headcoach Serge Aubin tauschte zwischendurch immer mal wieder Zach Boychuk und Lukas Reichel in der Berliner Top-Reihe, was aber laut Noebels auch an den vielen Überzahlsituationen lag:

Ja, es ist nie einfach hier. Egal ob mit oder ohne Fans. Es ist natürlich auch ein ganz schöner Kessel hier wenn es voll ist. Straubing hat uns das Leben sehr, sehr schwer gemacht und wir mussten alles dafür geben und alles reinlegen, damit wir gewinnen. Wir haben hin und wieder mal den Luki mit Zach getauscht, hatte aber auch viel damit zu tun, weil wir auch im Powerplay zusammen spielen. Ich glaube der Trainer wollte mal was ausprobieren, was neues. Man muss ehrlich sagen, wir haben unsere Chancen die letzten Spiele auch nicht so genutzt, wie die Zeit davor. Wir haben genug Chancen, deswegen glaube ich, ist jetzt noch nicht der Zeitpunkt, uns Sorgen zu machen. Anders herum wäre es glaube ich schlimmer. Von uns wird halt viel verlangt und wenn es nicht läuft, sind wir halt die Ersten, die es zu spüren bekommen.

Ein weiterer Held des Spiels war übrigens John Ramage, welcher heute ordentlich was abbekommen hat. Zweimal landete ein Schläger in seinem Gesicht, im ersten Drittel wurde er danach sofort genäht und kam wieder zurück auf das Eis. Kurz vor Spielende erwischte es ihn erneut. Im Mitteldrittel lieferte er sich zudem noch einen kurzen Faustkampf. Aber Ramage ist ein harter Hund und spielte durch. Great Job, John!

Giovanni Fiore vorm Auswärts-Doppelpack: „Wir sind bereit ihnen zu zeigen, warum wir an erster Stelle stehen“

Es geht weiter Schlag auf Schlag: Gestern Abend spielten die Eisbären Berlin noch in der Arena am Ostbahnhof gegen den ERC Ingolstadt (1:0), morgen Nachmittag tritt man bei den Straubing Tigers an (Bully: 14:30 Uhr) und zum Abschluss des Roadtrips ist man bei den Nürnberg Ice Tigers zu Gast. Drei Spiele innerhalb von vier Tagen also. Für die Spieler zwar eine Herausforderung, aber die Jungs spielen lieber als dass sie trainieren. Doch wie bereitet man sich am besten auf solch einen Roadtrip vor, Fabian Dietz?

Viel trinken, viel essen, vor allem gutes Essen und schauen, dass wir viel schlafen. Ich hoffe, dass wir dann alle gut regeneriert sind.

Sein Sturm-Kollege Giovanni Fiore ergänzte noch, dass die Spieler mit der aktuellen Situation sehr glücklich sind:

Einfach für die Spiele vorbereitet sein. Es ist eine spaßige Zeit, wir spielen viel Eishockey. Was könnten wir uns mehr wünschen als Spiele direkt hintereinander und einen Auswärtstrip? Wir sind glücklich damit.

Drei Spiele haben die Eisbären bisher gegen die Süd-Teams absolviert und dabei durchaus mitbekommen, wie körperlich im Süden gespielt wird. Doch die Berliner hielten bisher gut dagegen und ließen sich dadurch auch nicht aus der Ruhe bringen. Was aktuell aber noch fehlt, ist ein Auswärtssieg im Süden. Dazu hat man jetzt zweimal innerhalb von zwei Tagen die Chance. Doch wie muss man an die Spiele herangehen, wie will man Straubing und Nürnberg besiegen. Serge Aubin mit seiner Antwort kurz vor der Abfahrt gen Süden:

Wir müssen ein sehr einfaches Spiel spielen. Einfach und effektiv. Wir müssen hart spielen und brauchen jeden Einzelnen. Es fühlt sich an, als ob wir erst vor fünf Minuten auf dem Eis standen und nun sind wir hier und steigen gleich in den Zug ein, um in den Süden zu fahren, um zwei Spiele direkt nacheinander zu spielen. Es ist viel Eishockey in einer kurzen Zeit, also denke ich, dass wir mental fokussiert bleiben und jeden im Team nutzen müssen. Einfach ein einfaches, effektives und hartes Spiel machen.

Was derzeit natürlich nicht stattfindet, ist Training. Momentan finden die Spiele in einem sehr kurzen Rhythmus statt. Wie kann das Trainerteam in dieser Zeit auf die Spieler einwirken, wie bereitet man sich in so einer Zeit auf die Spiele vor, welche praktisch im Zwei-Tage-Rhythmus jetzt stattfinden. Serge Aubin dazu:

Natürlich werden wir viel Arbeit auf der Zugfahrt machen. Ich denke, jedes Team bringt etwas eigenes mit. Manche Teams sind schneller, manche physisch stärker, weshalb wir uns schnell auf die unterschiedlichen Spielstile einstellen müssen. Wir bereiten uns dafür seit August vor. Wir müssen einfach schlau sein. Wir müssen hart arbeiten, wenn es Zeit wird, hart zu arbeiten und schlau sein, wenn es Zeit wird, schlau zu sein. Wir werden den Jungs eine kleine Vorschau von dem geben, was auf uns zukommt, aber wir bleiben auf dem Weg, den wir bisher gehen, egal gegen wen wir spielen.

Die ersten drei Duelle gegen Augsburg und Ingolstadt haben gezeigt, mit welcher Intensität es jetzt zur Sache geht. Erwartet man denn in Straubing und Nürnberg die selbe hohe Intensität wie zuletzt, Giovanni Fiore?

Ja, wenn man auf die Tabelle guckt, stehen wir in der Nordgruppe ganz oben und die Teams wollen uns schlagen, was wir ihnen nicht übel nehmen können. Wir sind bereit aufzukreuzen und ihnen zu zeigen, wieso wir an erster Stelle stehen.

Auch Fabian Dietz erwartet eine ähnliche Partie wie gegen Ingolstadt:

Also im Endeffekt denke ich, dass die Südgruppe nochmal einen Tick härter spielt als die Nordgruppe. Deswegen müssen wir jetzt für jedes Spiel ready sein, für alles was kommt. Vor allem jetzt geht es in Richtung Playoffs und wir wollen auch für die Playoffs bereit sein.

„Dietzi“ spricht die Playoffs schon mal an. Mitte April ist es soweit, dann geht die diesjährige DEL-Saison in ihre entscheidende Phase. Auch Chefcoach Serge Aubin hat die Playoffs bereits im Blick und weiß, worauf es jetzt ankommt in einer Phase, mit Spielen an fast jedem zweiten Tag:

Wir kommen in die Phase der Saison, wo es wirklich ernst wird. Man kann die Ziellinie sehen. Innerhalb der nächsten drei Wochen spielen wir viel Eishockey und dann ist die Hauptrunde so gut wie vorbei. Und dann geht’s los, besonders wegen der Best-of-three-Serien in diesem Jahr. Wir starten in die Playoffs nur zwei Tage nach dem letzten Hauptrundenspiel. Wir müssen aufmerksam bleiben und die Jungs bereiten sich genau darauf vor. Es gibt mehrere Bereiche, auf die wir uns vorbereiten. Nun lernen wir Spiele direkt nacheinander zu spielen, was wir dieses Jahr bisher nicht mussten. Das ist sehr anstrengend für die Jungs, aber auch sehr bereichernd, wenn man es richtig macht.

Was die Mannschaft in den Playoffs erwartet, haben sie gestern hautnah erlebt. Mit so viel Intensität und Zweikampfhärte sowie vielen Nickligkeiten wird man auch in der Endrunde rechnen müssen. Gestern Abend siegte man in diesem Spiel mit Playoff-Charakter mit 1:0. Weil die Mannschaft zusammen gehalten und Jeder für jeden gekämpft hat. Sind das die Spiele, für die man als Spieler lebt und aus denen man noch mehr Momentum mitnehmen kann, Giovanni Fiore?

Ja und Nein. Leben wir für solche Spiele? Natürlich würden wir lieber mit ein paar mehr Toren gewinnen wollen, aber letzten Endes lieben wir es auch, solche Spiele zu machen. Das sind Spiele, von denen man als Kind träumt, die engen Siege zum Ende hin oder in Overtime. Der Sieg war super für unser Selbstvertrauen, aber jetzt konzentrieren wir uns auf die Auswärtsspiele und versuchen so viele Punkte wie möglich mitzunehmen.

„Dietzi“ ergänzte noch:

Auf jeden Fall. Das gibt der ganzen Mannschaft nochmal einen Ruck. Man weiß auch, dass man solche engen Spiele gewinnen kann, ein 1:0 ist auch nicht typisch für Eishockey. Man braucht jeden in der Mannschaft und Jeder muss sich auf jeden verlassen können.

Was in den ersten drei Spielen, aber eigentlich generell in dieser Saison auffällt, ist die Tatsache, dass die jungen Spieler hart arbeiten und genau das umsetzen, was Coach Serge Aubin von ihnen verlangt. Machen die Spiele denn jetzt besonders Spaß, wenn man bedenkt, dass es bald in die Playoffs geht, Fabian Dietz?

Natürlich macht es Spaß und es ist auch wichtig für das Team. Ich glaube, dass gibt auch Energie für das Team. Natürlich freut sich auch jeder auf die Playoffs und ich glaube, so langsam kann an sich auch auf die Playoffs einstellen von der Spielweise her.

Mit Straubing trifft man morgen Nachmittag auf den Tabellenfünften, welcher dringen Punkte im Kampf um die Playoffs benötigt. Und die Niederbayern sind heiß, gewannen sie doch alle bisherigen drei Duelle gegen die Nord-Teams und blieben bei ihren letzten beiden Auftritten in Düsseldorf und Krefeld stets ohne Gegentor (je 4:0). Die Mannschaft von Coach Tom Pokel ist also genau zum richtigen Zeitpunkt der Saison voll da. Dennoch können die Tigers bisher nicht an ihre Rekordsaison aus dem Vorjahr anknüpfen.
Straubing vergibt aktuell zu viele Chancen, hat nur eine Torschusseffizienz von 9,06 Prozent, was sie zum viertschlechtesten Team in Sachen Chancenverwertung macht. Bei den Special Teams sind die Tigers das drittbeste Unterzahlteam (85,59 Prozent), aber nur das achtbeste Powerplayteam (18,56 Prozent). Mit einer durchschnittlichen Fangquote von 90,09 Prozent liegt das Torhüter-Duo Sebastian Vogl/Matt Robson ligaweit nur auf dem achten Platz.
Bei den Niederbayern geht auch durch die Defensive Torgefahr aus. Marcel Brandt ist mit 19 Scorerpunkten (5 Tore/14 Assists) drittbester Scorer seines Teams. Auch Sena Acolatse (6/4) und Brandon Gormley (2/8) punkteten zweistellig.
Im Sturm sind es sechs Spieler, welche zweistellig scorten. Darunter Andreas Eder mit 20 Scorerpunkten (9/11) und Antoine Laganiére mit 19 (6/13)

Mit Nürnberg trifft man dann am Montagabend auf den abgeschlagenen Tabellenletzten der Gruppe Süd. In den Kampf um die Playoffs wird die Mannschaft vom neuen Sportdirektor Stefan Ustorf nicht mehr eingreifen können.
Statistisch gesehen findet man die Franken auch stets in den unteren Regionen der jeweiligen Rubrik. Die Special Teams funktionieren überhaupt nicht, das Powerplay ist das drittschlechteste (16,13 Prozent) und das Penaltykilling das viertschlechteste (76,36 Prozent).
Das Torhüter-Duo Niklas Treutle/Ilya Sharipov ist von den Werten her das zweitschlechteste der gesamten PENNY DEL (Fangquote: 88,64 Prozent).
Auch in Sachen Chancenverwertung stehen die Ice Tigers auch nur auf dem zwölften Platz (8,11 Prozent).
Das Team von Coach Frank Fischöder lebt vor allem von seinen drei Angreifern Luke Adam, Daniel Schmölz und Brett Pollock. Adam kam bisher auf 23 Scorerpunkte (6/17), Schmölz auf 20 (10/10) und Pollock auf 18 (9/9).
Das bisher einzige Heimspiel in der Verzahnungsrunde gewann Nürnberg mit 7:3 gegen Iserlohn. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man die Ice Tigers also trotzdem nicht. Auch wenn sie anschließend in Köln (3:6) und Düsseldorf (1:4) ohne Punkte blieben.

Beim Roadtrip nicht dabei sind PC Labrie, Sebastian Streu, Kris Foucault und Mark Zengerle. Die Eisbären müssen also mit einem ausgedünnten Kader diesen Auswärts-Doppelpack angehen. Doch die Mannschaft hat gezeigt, wie sie zusammenrücken kann, wenn Spieler ausfallen. Wenn man daran anknüpft, steht einem erfolgreichen Auswärtstrip nichts im Wege.

1:2 im Spitzenspiel und Sturz auf Platz Fünf: Eisbären bestehen Reifeprüfung gegen Straubing nicht

Ausgabe #24:

Das haben sich die Eisbären Berlin sicherlich ganz anders vorgestellt: Nach dem Heimspiel am Freitagabend gegen den Tabellendritten Straubing Tigers wollte man den Rückstand auf die Niederbayern in der Tabelle auf vier Zähler reduziert haben. Stattdessen steht man nach dem Spiel, welches mit 1:2 (1:0,0:1,0:1) verloren ging, mit leeren Händen und nun mehr zehn Punkten Rückstand auf das kleine, gallische Dorf da, welche dem aus Straubinger Sicht unfassbaren Ziel Champions Hockey League (CHL) ein großes Stück näher gekommen sind. Die Eisbären hingegen rutschten auf Platz Fünf und mussten Bremerhaven vorbeiziehen lassen, welche nun auf Platz Vier stehen, welcher Heimrecht im Viertelfinale bedeuten würde.

Im Kader der Hausherren änderte sich nichts, auch im Tor erhielt Justin Pogge wieder den Vorzug vor Sebastian Dahm. Man hatte also volles Personal zur Verfügung, um der Mannschaft von Chefoach Tom Pokel näher auf die Pelle zu rücken.

Foto: eisbaerlin.de/Jasmin und walker

Nur hatten das die Eisbären zu Spielbeginn noch nicht so ganz verinnerlicht, worum es hier gehen würde. Jedenfalls kamen sie nur schwer ins Spiel, sahen sich einer starken und aggressiv forecheckenden Straubinger Mannschaft gegenüber. Den Niederbayern merkte man im Vergleich zu den Eisbären von der ersten Sekunde an, dass sie dieses Spitzenspiel für sich entscheiden wollten. Einzig das Führungstor wollte den Tigers nicht gelingen.
Die Eisbären brauchten einen Moment, ehe sie im Spiel ankamen, aber dann legten sie wie die Feuerwehr los und entwickelten ein unglaubliches Pressing im Straubinger Drittel. Die Gäste wurden eingeschnürt, schwindelig gespielt, die Eisbären feuerten aus allen Rohren. So war es auch keine große Überraschung, dass aus dieser Drangphase das 1:0 entstehen sollte. Leo Pföderl war am Ende der Torschütze und sorgte für die zu diesem Zeitpunkt verdiente Berliner Führung (7.).
Die Eisbären machten weiter, hatten gute Chancen und beinahe wäre Jonas Müller das 2:0 geglückt, nur der Pfosten hatte etwas dagegen. Beide Teams zum Schluss nochmal mit je einem Überzahlspiel, welches aber die Unterzahlreihen für sich entschieden. Beim Stand von 1:0 für die Eisbären ging es in die erste Drittelpause, nach einem hart umkämpften und sehr intensiven Spiel mit Playoff-Charakter.

So aufregend und spektakulär ging es im Mitteldrittel aber nicht weiter. Sehr ereignisarmer Beginn mit

Foto: eisbaerlin.de/Jasmin und walker

wenig Torraumszenen, dafür zwei kurzen Überzahlspielen für beide Teams, welcher aber erneut keine Gefahr entfachten. Erst gegen Mitte des Mitteldrittels schepperte es mal am Außengestänge, als Constantin Braun abgezogen hatte. Er wäre beinahe Nutznießer eines Ausrutschers von Straubings Goalie Jeff Zatkoff hinter dem Tor gewesen, aber sein Versuch missglückte ihm.
Es folgte ein weiteres Powerplay der Hausherren, welches die Zuschauer in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena nicht von ihren Sitzen riss. Einzig Lukas Reichel hatte eine aussichtsreiche Möglichkeit, brachte den Puck im halbleeren Tigers-Tor aber nicht unter.
2:16 Minuten waren noch zu spielen im zweiten Drittel, als sich Constantin Braun im Angriffsdrittel (!) eine vollkommen unnötige Strafzeit wegen Hakens einhandelte und seiner Mannschaft so einen Bärendienst erwies. Denn 20,4 Sekunden vor Ende des Mitteldrittels glichen die Gäste aus Niederbayern aus. Marcel Brandt hatte von der blauen Linie abgezogen, Justin Pogge konnte nur prallen lassen und Chase Balisy staubte dankend ab – 1:1 (40.). Mit einem Paukenschlag endete also der zweite Abschnitt.

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Dieser Gegentreffer schien die Eisbären getroffen zu haben, den zu Beginn des letzten Drittels wenig einfiel. Zudem hatten sie mit ungewohnten Problemen bei der Puckannahme zu kämpfen. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass ein Fehler dieses Spitzenspiel hier entscheiden könnte. Dementsprechend vorsichtig gingen beide zu Werke, gingen aber auch keinem Zweikampf aus dem Weg. Die Eisbären machten dann aber mal so einen Fehler und Mitchell Heard war frei durch, scheiterte aber an Pogge.
Als die Eisbären erneut in Überzahl waren, hofften alle auf den Führungstreffer, aber das Überzahlspiel war heute extrem schwach und harmlos, wie es auch Torschütze Leo Pföderl nach dem Spiel im Interview zu gab.
Das Spiel wog hin und her, aber man hatte irgendwie immer das Gefühl, Straubing hatte mehr Wille, dieses Spiel für sich entscheiden zu wollen. Und sie hatten die nötige Cleverness, die den Eisbären fehlte. Vor allem in der letztendlich spielentscheidenden Szene, als die Eisbären einen 3-auf-1-Konter fuhren und der Straubinger Verteidiger sogar ohne Schläger war. Aber sie brachten das Kunststück fertig, aus dieser Situation nicht mal einen Torschuss herauszuholen. Benedikt Schopper klärte das ganz cool und schon lief der Gegenzug der Tigers, welcher am Ende mit dem Torerfolg enden sollte. Antoine Laganiére kam über rechts ins Angriffsdrittel, zog begleitet von Florian Kettemer vor das Tor, umkurvte Justin Pogge und schloss eiskalt und lässig ab – 1:2 (55.).
Danach spielten dass die Niederbayern extrem souverän zu Ende, ließen hinten nichts mehr anbrennen und zu. Die Eisbären fanden einfach keine zündende Idee, das Straubinger Abwehrbollwerk zu knacken, verrannten sich häufig in Einzelaktionen. So hatte Straubing keine große Mühe, das 2:1 über die Zeit zu bringen und den sehr wichtigen Sieg in der Hauptstadt zu feiern.

Und dieser war nicht einmal unverdient. Die Mannschaft von Trainer Tom Pokel fand besser rein ins

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Spiel, ließ sich auch von der einzigen echten Berliner Sturm- und Drangphase, aus der das 1:0 resultierte, nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil, sie zogen ihren Gameplan strikt durch, machten vor dem eigenen Tor die Räume dicht und hatten in Jeff Zatkoff eine sehr starken Goalie. Die Niederbayern entwickelten mehr Gier und Wille auf diese so wichtigen drei Punkte. Dies vermisste man so ein wenig bei den Eisbären, die heute das nächste dicke Ausrufezeichen hätten setzen können im Hinblick auf die Playoffs. Stattdessen wurde den Eisbären aufgezeigt, was sie in den Playoffs erwartet. Und dort ist Straubing ein mehr als ernst zunehmender Gegner und steht im Moment vollkommen zu Recht auf Platz Drei und zehn Punkte vor den Eisbären. Das kleine, gallische Dort ist im Moment eben stärker als das große Berlin.

Bayrisches Wochenende: Die Eisbären sind heiß auf die beiden wegweisenden Heimspiele gegen Straubing und Ingolstadt

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) biegt auf die Zielgerade der diesjährigen Hauptrunde ein und somit kommen wir dem Höhepunkt einer jeden Saison immer näher. Die Playoffs stehen vor der Tür und für die Eisbären Berlin bietet das kommende Wochenende gleich einmal die beste Gelegenheitdafür, für den Saisonhöhepunkt zu proben. Denn man trifft am Freitagabend (19:30 Uhr) auf die Straubing Tigers, ihres Zeichens Tabellendritter mit sieben Punkten Vorsprung auf die Eisbären, und am Sonntagnachmittag auf den ERC Ingolstadt (17:00 Uhr), ihres Zeichens Tabellensechster mit acht Punkten Rückstand auf die Berliner. Für die Hauptstädter also zwei enorm wichtige Heimspiele, in denen man wichtige Punkte im Kampf um Heimrecht im Viertelfinale einfahren, mit Straubing aber sogar im Falle eines Sieges dem Dritten näher kommen kann. Mit zwei Siegen würde man dem Saisonziel näher kommen, mit zwei Niederlagen aber würde dieses noch einmal in große Gefahr geraten.

Aber die Eisbären wissen um die große Bedeutung der Spiele am Freitag und Sonntag, wollen beide Spiele siegreich gestalten und damit nach dem Sieg in München ein weiteres Zeichen in Richtung Playoffs setzen. Dennoch blicken die Berliner laut Trainer Serge Aubin nicht auf die Tabelle (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 30.01.2020):

Ich weiß, ich wiederhole mich hier, aber die Tabelle interessiert uns derzeit nicht wirklich. Wir konzentrieren uns komplett auf uns und unser Spiel. Morgen ist natürlich eine gute Gelegenheit, um uns gegen ein Team, das über uns steht zu beweisen. Wir konzentrieren uns derzeit vor allem darauf, Eishockeyspiele zu gewinnen.

Verteidiger Frank Hördler äußerte sich nach dem letzten Heimspiel gegen Schwenningen auch über den morgigen Gegner Straubing und da merkte man schon, wie groß der Respekt vor den Niederbayern ist:

Wenn man sich die Tabelle anguckt, ist jedes Spiel wichtig. Weil von unten drücken sie und von oben sieht man so langsam ein bisschen Licht. Was wir wissen ist, dass Straubing eine unheimlich gute Mannschaft ist, das haben sie über die ganze Saison bewiesen. Jeder kleinste Fehler wird genutzt von denen. Ich glaube, und das wissen wir auch, da müssen wir von Anfang an da sein.

Den Respekt haben sich die Jungs von Chefcoach Tom Pokel auch redlich verdient, spielen sie doch die beste Hauptrunde ihre DEL-Geschichte. Die Niederbayern werden dieses Jahr im Viertelfinale mit dabei sein und dort könnten sie für jeden Gegner zum großen Stolperstein werden. Wenn man bei den Tigers überhaupt etwas bemängeln muss, dann vielleicht den Fakt, dass das beste Heimteam der DEL das schlechteste Auswärtsteam aus den Top-6 der Tabelle sind. Von daher wollen die Niederbayern sich natürlich Heimrecht im Viertelfinale sichern. Aufpassen müssen die Eisbären vor allem auf das kongeniale Sturm-Duo Michael Connolly (35 Punkte) und Jeremy Williams (32 Punkte) aufpassen.
Es ist das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der diesjährigen Hauptrunde, in den Playoffs könnten sich die Schläger beider Teams aber erneut kreuzen. Bisher spricht die Bilanz für Berlin, die sich mit 5:2 auf heimischen Eis und 2:1 am Pulverturm durch setzten. Das erste Spiel in Straubing ging mit 3:5 verloren. In Berlin haben die Tigers vier der letzten fünf Spiele verloren und warten seit 14 Spielen auf einen Dreier in der Hauptstadt.
Mit einem Heimsieg könnten die Eisbären den Rückstand auf Straubing auf vier Zähler verkürzen, bei einer Niederlage wächst der Rückstand aber auf zehn Punkte an.

So ein Sechs-Punkte-Spiel wird auch das zweite Heimspiel an diesem Wochenende gegen den ERC Ingolstadt, welcher sich noch Chancen auf Heimrecht im Viertelfinale ausrechnet. Bei acht Punkten bedarf es aber eines Sieges in der Hauptstadt, um diese Chance am Leben zu halten. Die Schanzer spielen so ein bisschen eine Achterbahn-Saison, so richtig einzuschätzen ist die Mannschaft von Coach Doug Shedden nicht. Mal sind sie richtig stark, dann aber im nächsten Spiel wieder schlecht. In den letzten drei Spielen zeigten die Panther wieder ihr schlechtes Gesicht, verloren dreimal in Folge mit 1:4.
Aber in Berlin fühlten sie sich zuletzt pudelwohl, gewannen dreimal in Folge in der Hauptstadt. So auch das erste Duell in dieser Saison, was mit 5:4 n.P. an den ERCI ging. In Ingolstadt gewannen die Eisbären mit 4:2 und 4:1.

Bei den zuletzt dreimal in Folge siegreichen Eisbären wird sich im Vergleich zum Schwenningen-Spiel nichts ändern. Heißt also auch, dass weiterhin Vincent Hessler, Florian Busch, Louis-Marc Aubry und Sean Backman fehlen werden.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Straubing Tigers am 31.01.2020 um 19:30 Uhr:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Constantin Braun, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Marvin Cüpper, Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Vincent Hessler (Hand), Louis-Marc Aubry (Knie), Sean Backman, Florian Busch

Trotz zehn Ausfällen! Eisbären gewinnen mit 2:1 in Straubing und erkämpfen sich drei ganz wertvolle Punkte

Wer hätte das gedacht? Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag bei den Straubing Tigers knapp gewonnen. Am Ende hieß es vor 5.503 Zuschauern im Eisstadion am Pulverturm im Topspiel 2:1 (1:0,1:0,0:1) für die Berliner, welche damit den dritten Sieg in Folge sowie den fünften Sieg aus den letzten sechs Spielen feierten. Straubing hingegen kassierte die vierte Pleite in Serie, erstmals nach regulärer Spielzeit. Die drei Pleiten zuvor kamen erst nach der regulären Spielzeit zu Stande. 

Arg dezimiert mussten die Hauptstädter das Spiel beim Tabellenzweiten antreten. Der Tabellenvierte musste gleich auf zehn Spieler (!) verzichten. Neu ins Lazarett kamen Mark Olver, Fabian Dietz und Louis-Marc Aubry hinzu. Somit traten die Jungs von Cheftrainer Serge Aubin nur mit drei Reihen am Pulverturm an, denn insgesamt standen nur zwei Goalies, sechs Verteidiger und neun Stürmer zur Verfügung. Demnach sagte Aubin im Vorfeld der Partie, dass man kompakt spielen und gut arbeiten muss, um in Straubing zu gewinnen. Top-Scorer Marcel Noebels ergänzte im Interview bei Magenta Sport:

Wir müssen ein richtig gutes Auswärtsspiel machen, um hier an Punkte zu denken. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen. Wenn wir eine Chance haben, müssen wir eiskalt zuschlagen.

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Alle hatten damit gerechnet, dass Straubing wie die Feuerwehr loslegen würde. Das tun sie ohnehin immer, aber in Anbetracht der großen Personalprobleme der Berliner hatte man umso mehr damit gerechnet, um Berlin müde zu spielen. Und so startete die Mannschaft von Trainer Tom Pokel sehr druckvoll in die Partie, was zur ersten Strafzeit nach nur 37 Sekunden führte. Florian Kettemer mit dem Beinstellen vor dem Tor und so Straubing mit dem Powerplay. Aber da taten sich die Tigers zuletzt enorm schwer, blieben die letzten vier Spiele ohne Überzahltor, während die Eisbären in den vergangenen drei Spielen keinen Gegentreffer in Unterzahl kassierten. So sollte es auch nach diesem Powerplay der Hausherren sein, welches das zweitbeste Penaltykilling der Liga schadlos überstand. Trotzdem hatte Straubing gute Möglichkeiten durch Chase Balisy, Michael Connolly und Jeremy Williams, aber alle drei konnten ihre Chancen nicht nutzen.
Es folgte das erste Powerplay für die Gäste, nachdem Straubing zu viele Spieler auf dem Eis hatte. Und Straubing mit dem besten Unterzahlspiel der DEL, wollte es den Eisbären so schwer wie möglich machen. Aber die Berliner machten genau das, was sie im letzten Auswärtsspiel in Wolfsburg schon so gerne machten. Da erzielten die Berliner drei Überzahltreffer, heute waren sie gleich im ersten Powerplay erfolgreich. Frank Hördler behauptete hinter dem Straubinger Tor die Scheibe, Landon Ferraro sah Austin Ortega auf links völlig freistehen, dieser legte sich den Puck auf die Vorhand, schoss gegen die Laufrichtung von Tigers-Goalie Jeff Zatkoff und tunnelte diesen schlussendlich auch noch – 1:0 (4.) durch das zehnte Saisontor der Berliner Nummer 21.
Auch danach die Hauptstädter weiter gefährlich, Überzahl-Konter der Eisbären und zweimal wurde es durch Maxim Lapierre gefährlich. In diesem Wechsel traf Constantin Braun sogar noch den Pfosten, Straubing hätte sich also nicht beschweren können, wenn sie bereits mit 0:2 hinten gelegen hätten (8.).
Aber im Gegenzug dann auch mal ein 3-auf-2-Konter der Hausherren, an deren Ende Felix Schütz an Sebastian Dahm scheiterte (9). Und drei Minuten später tauchte Michael Connolly nach einem klasse Aufbaupass von Max Renner aus dem eigenen Drittel heraus plötzlich frei vor Dahm auf, aber auch diesen Versuch entschärfte der dänische Goalie im Berliner Tor.
Danach ging es hin und her, jedoch ohne nennenswerte Chancen. Die Niederbayern versuchten es zwar, aber die Eisbären machten es ihnen schwer, zu gefährlichen Chancen zu kommen. Die Berliner spielten dass mit kurzer Bank sehr klug und schlugen vorne eiskalt zu, hatten zudem trotz weniger Schüsse die besseren und gefährlicheren Chancen. Von daher lag man nach 20 Minuten zwar überraschend aber sehr verdient in Führung.

Für das Mitteldrittel hatten sich die Niederbayern nun mehr vorgenommen, sie wollten endlich den

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Ausgleich gegen arg dezimierte Eisbären erzielen. Und drei Minuten nach Wiederbeginn hatten sie auch gleich einmal zwei dicke Chancen durch T.J. Mulock und Kael Mouillierat, aber es fehlte ihnen bisher das nötige Glück im Abschluss.
Es folgte das zweite Powerplay der Hausherren nach einer Strafe gegen Austin Ortega, aber mehr als die Chance von Jeremy Williams, welcher knapp vorbei geschossen hatte, sprang dabei nicht heraus. Aber der Druck der Straubinger wurde immer stärker, sie drängten die Eisbären in deren Drittel und man merkte schon, dass die Eisbären so langsam aber sicher die Kräfte verließen, aber dennoch hielten sie weiterhin mit allem, was sie hatten, dagegen.
Nach der zweiten Strafe gegen Straubing hätte man mal die Chance zur Entlastung gehabt, aber die Hausherren mit einem sehr starken Penaltykilling, ließen die Berliner gar nicht in die Formation kommen. Danach weiterhin offensives Eishockey von Straubing, Puckverlust von Austin Ortega, erneut Max Renner mit einem klasse Pass auf Jeremy Williams, welcher frei vor Dahm auftauchte, aber nur den Pfosten traf.
Dann mal ein Entlastungskonter der Berliner durch Maxim Lapierre, aber Jeff Zatkoff hatte keine großen Probleme, diesen Schuss sicher zu halten. Im Gegenzug wurde Sven Ziegler vor dem Tor angespielt, sein Schuss ging ans Lattenkreuz. Nun also hatten die Eisbären Glück, dass es nicht längst 1:1 stand. Die Eisbären kämpften vor dem eigenen Tor, gaben alles, warfen sich in die Schüsse und versuchten sie zu blocken. So auch Landon Ferraro, der drei Minuten vor der zweiten Drittelpause einen Schuss stark blocken konnte.
Dann das dritte erfolgreiche Zuspiel von Max Renner, dieses Mal war Sandro Schönberger der Nutznießer dieses Zuspiels, aber auch er konnte die Chance frei vor Dahm nicht nutzen, schoss knapp vorbei. Und wie es dann im Sport halt so ist: Wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, wirst du hinten bestraft. Wirbelwind Austin Ortega erkämpfte die Scheibe, Landon Ferraro drang ins Straubinger Drittel ein, doch er blieb an Sena Acolatse hängen. Die Scheibe kam auf den Schläger von Sebastian Streu, welcher Jeff Zatkoff ausguckte und die Scheibe zum 2:0 ins Netz schoss, erneut wurde Zatkoff getunnelt. 39 Sekunden waren da noch auf der Uhr, der Paukenschlag also kurz vor der Pausensirene. Die Eisbären nahmen also eine Zwei-Tore-Führung mit in die zweite Drittelpause.

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Man musste aber damit rechnen, dass die Hausherren wild entschlossen aus der Kabine zurück auf das Eis kommen würden. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass Straubing früh den verdienten Anschlusstreffer erzielte. Mitchel Heard behauptete die Scheibe in der Rundung, spielte sie hoch zu Sven Ziegler und der Ex-Eisbär nahm Maß und hämmerte die Scheibe ins Berliner Tor – 1:2 (42.).
Nun standen den Hauptstädtern also noch lange 18 Minuten bevor, denn die Niederbayern würden nun noch einmal alles nach vorne werfen, das war allen hier klar.
Und Straubing war auch bemüht, die Eisbären waren fast nur noch mit Defensivarbeit beschäftigt, aber den Tigers fehlte so ein bisschen das Zielwasser bei den Abschlüssen. Zu oft gingen die Schüsse knapp vorbei und wenn sie doch auf das Tor gingen, war immer noch Sebastian Dahm zur Stelle. Oder aber ein Schläger der Eisbären kam im entscheidenden Moment dazwischen. Also die Eisbären verteidigten wirklich mit allem, was sie hatten.
Und je länger das Spiel dauerte, desto mehr musste die Mannschaft von Trainer Tom Pokel hinten aufmachen. Und das gab den Eisbären Platz zum Kontern. So kamen PC Labrie und Landon Ferraro in der Schlussphase noch einmal zu guten Möglichkeiten für die Gäste von der Spree.
1:49 Minuten zeigte die Stadionuhr noch an, da nahm Straubings Coach Tom Pokel eine Auszeit und anschließend seinen Goalie Jeff Zatkoff zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, er wollte nun also mit aller Macht den Ausgleich und die Verlängerung erzwingen. Aber Straubings Spielaufbau wirkte zu hektisch, ebenso vor dem Berliner Tor im Abschluss, so hatten die Eisbären nicht mehr die große Mühe damit, das 2:1 über die Zeit zu bringen und die ersten drei Punkte am Pulverturm seit dem 7:4-Auswärtssieg vom 18.12.2015 einzufahren.

Ein Sieg dank einer ganz starken Mannschaftsleistung. Die noch verbliebenen Spieler haben

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zusammengehalten und gemeinsam 60 Minuten lang hart für den Erfolg gearbeitet. Jeder hat Jeden unterstützt und somit seinen Teil zu diesem grandiosen Auswärtserfolg beigetragen. Und Chefcoach Serge Aubin überraschte im ersten Drittel dann auch noch ein wenig, als er Youngster Thomas Reichel nach knapp zweieinhalb Minuten Eiszeit nicht mehr einsetzte und stattdessen Constantin Braun an die Seite von PC Labrie und André Rankel stellte. So schwächte man sich noch mehr als es ohnehin schon der Fall war, so hatte man nun nur noch sechs Verteidiger und acht Stürmer zur Verfügung. Ob das nun gesundheitliche Gründe hatte oder aber eher der wenigen Erfahrung Reichels geschuldet war, ist bis dato nicht bekannt. Fakt ist, Aubins Schachzug ist aufgegangen und generell hat er die Eiszeit mit der kurzen Bank sehr gut aufgeteilt, so dass kein Spieler unnötig viel Eiszeit hatte. Denn morgen Abend geht es ja bereits mit dem Heimspiel gegen Bremerhaven weiter und dort braucht man wieder fitte Spieler.
Aber dieser Rumpftruppe muss man einfach ein Kompliment machen, denn sie haben sich zusammen gerissen und alles für den Erfolg gegeben. In der Defensive hat man den erneut starken Goalie Sebastian Dahm mit allen verfügbaren Mitteln unterstützt, warf sich in die Schüsse oder hielt die Schläger hinein. Und vorne hat man die beiden Tore genau zum richtigen Zeitpunkt gemacht – einmal in Überzahl und einmal kurz vor der zweiten Drittelpause, als Straubing dem 1:1 eigentlich näher war als Berlin dem 2:0. Diese drei Punkte waren ein Verdienst der starken Mannschaftsleistung und sie können im weiteren Saisonverlauf noch Goldwert sein.

Siegtorschütze Sebastian Streu freute sich nach dem Spiel im Interview über den Sieg und die drei Punkte, haderte aber mit seiner eigenen Leistung. Ganz stark vom Youngster, so ein Fazit zu ziehen. Großes Kino, Sebastian Streu:

Wir sind auf jeden Fall als Mannschaft zusammen geblieben. Wir hatten Top-Spieler aus der Aufstellung heute raus gehabt. Aber wir haben als Team einfach zusammengehalten und Dahm war wieder super für uns, der hat für uns das Spiel gerettet. Das Tor war auf jeden Fall das Gute zum Spiel. Aber es gab viel Negatives in meinem Spiel heute. Meine Bullys waren auch nicht top und beim 2:1 habe ich auch meinen Mann in der Mitte verloren, damit sind sie nochmal ins Spiel gekommen. Aber Sieg ist Sieg und für die Mannschaft muss man immer stolz sein. Aber ich kann noch besser spielen.

Ex-Eisbär und einziger Straubinger Torschütze Sven Ziegler fasste die Partie im Anschluss wie folgt zusammen:

Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren aber teilweise ein bisschen nachlässig. Wir haben Berlin oft zu Chancen eingeladen in der Defensive. Aber in der Offensive waren wir eigentlich ziemlich stark. Wir hatten Pech mit Pfosten und Latte, das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Wir konzentrieren uns nun aber auf das nächste Spiel.

Keine Punkte am Pulverturm: Das Überraschungsteam Straubing schlägt die Eisbären mit 5:3

Auch die Eisbären Berlin konnten den Höhenflug der Straubing Tigers nicht stoppen. Am Sonntagnachmittag verloren die Mannen von Trainer Serge Aubin vor 4.833 Zuschauern im Eisstadion am Pulverturm mit 3:5 (1:1,0:1,2:3) bei den Niederbayern und mussten mal wieder eine Hauptrundenniederlage in Straubing hinnehmen. Seit 2015 haben die Eisbären nun nicht mehr in der Hauptrunde am Pulverturm gewonnen. Dabei war heute durchaus mehr drin gewesen, aber zwei Gegentore kurz vor und nach der zweiten Pause sowie das erneut mangelnde Überzahlspiel kosteten am Ende drei wichtige Punkte in Straubing. Die Tigers waren am Ende einfach eiskalt, effektiv und abgezockt, eben ein echtes Spitzenteam. 

Bei den Eisbären kehrte Constantin Braun für den verletzten Sean Backman zurück in den Kader. Sebastian Dahm hütete auch im letzten Spiel vor der Deutschland-Cup-Pause das Berliner Tor.

Es wartete keine leichte Aufgabe auf die Eisbären, welche beim Zweitplatzierten Straubing antreten mussten und dort letztmals vor vier Jahren in der Hauptrunde gewannen. Zudem hatten die Niederbayern vor diesem Spiel sieben der acht Heimspiele in dieser Saison gewonnen, dabei u.a. auch Mannheim und München geschlagen. Und zudem sind Spiele am Pulverturm immer sehr schwierig, da das Stadion dort ein echter Hexenkessel ist. Diese Umstände waren den Eisbären bewusst, wie Florian Kettemer vor dem Spiel im Interview bei Magenta Sport sagte. „Ketti“ meinte, dass der Sieg am Donnerstag in Nürnberg extrem wichtig war und man nun heiß darauf sei, Straubing zu schlagen.

Und so starten wir ins Duell Tigers gegen Bären, welches den Zuschauern bei den letzten fünf Duellen am Straubinger Pulverturm satte 41 Tore bescherte. Auch heute legten beide offensiv los. Die Eisbären setzten sich zuerst im Straubinger Drittel fest und machten sofort deutlich, dass sie hier gewinnen wollten. Aber die Hausherren hatten nach 65 Sekunden die erste dicke Chance der Partie. Sena Acolatse fuhr über rechts ins Angriffsdrittel, spielte einen scharfen Pass an den langen Pfosten auf Antoine Laganiére, welcher aber an Dahm scheiterte.
Aber auch die Eisbären waren gefährlich vor dem Tor. Sie erkämpften sich im Tigers-Drittel stark die Scheibe, Mark Olver brachte die Scheibe hoch zu Jonas Müller, welcher aber an Jeff Zatkoff im Straubinger Tor scheiterte.
Als auf dem Eis 4-gegen-4 gespielt wurde, hatte Straubing das 1:0 auf dem Schläger, aber Stephan Daschner scheiterte beim 2-auf-1-Konter an der Latte.
Es folgte Mitte des ersten Drittels das erste Powerplay der Niederbayern und in Sachen Special Teams gehören die Tigers zur absoluten Spitze in der DEL. Sie stellen das beste Penaltykilling und die zweitbeste Überzahl. Vom starken Überzahlspiel war aber nicht viel zu sehen, die Eisbären überstanden die Unterzahl schadlos.
Aber sechs Minuten vor der ersten Pause gingen die Hausherren dann  doch in Führung. Ein aggressiver Forecheck der Straubinger führte zum Puckverlust von Constantin Braun, Straubing blieb im Drittel der Eisbären, Michael Connolly fuhr Richtung Slot, zog ab und überwand Sebastian Dahm im Eisbären-Tor – 0:1 (14.).
Rückstand am Pulverturm, das Schlimmste, was dir passieren kann. Aber die Eisbären sehr cool und abgezockt, schlugen nur 52 Sekunden später zurück. Leo Pföderl leitete den Angriff ein, spielte die Scheibe zu James Sheppard, der passte sie an den rechten Pfosten zu Pföderl zurück und der vollendete zum 1:1 (14.). Das vierte Saisontor des Neuzuganges aus Nürnberg und sein dritter Treffer im dritten Spiel in Folge.
Anschließend überstanden die Berliner eine weitere Straubinger Überzahl schadlos und durften im Mitteldrittel in Überzahl beginnen, weil Sena Acolatse nach Abpfiff Maxim Lapierre mit dem Schläger in den Rücken checkte und dafür folgerichtig zwei Minuten kassierte. Was sich aber schon im Warm-up angedeutet hatte, da gerieten nämlich Acolatse und PC Labrie bereits aneinander. Darauf angesprochen, meinte Labrie, dass sich seit dem ersten Spiel gegen Straubing eine gewisse Rivalität aufgebaut hatte.

Und das zweitschlechteste Powerplay der Liga forderte das beste Unterzahlspiel der Liga, hatte durch Top-Scorer Maxim Lapierre zwei richtig gute Chancen, aber Jeff Zatkoff behielt zweimal die Oberhand. Die Eisbären danach weiterhin druckvoll und bemüht, Chancen zu kreieren. Doch so richtig zwingendes war nicht dabei.
Dafür sorgten die Eisbären dann aber durch einen unnötigen Scheibenverlust für einen Konter der Tigers, doch Jeremy Williams scheiterte an Sebastian Dahm. Und fünf Minuten später der nächste unnötige Scheibenverlust, dieses Mal war Mitchell Heard der Nutznießer und fuhr alleine auf Dahm zu, überlegte aber zu lange und schaute sich nochmal um, scheiterte dann schlussendlich an Dahm.
Aber auch die Eisbären sorgten vorne für Gefahr. 2-auf-1-Konter der Vater-Sohn-Kombination. Maxim Lapierre zog von rechts ab, Zatkoff wehrte zur Seite ab, Lukas Reichel mit dem Nachschuss, doch Sena Acolatse warf sich rechtzeitig in den Schuss des Youngsters. Lapierre war es auch, der kurz darauf John Ramage am langen Pfosten stehen sah, aber auch der Verteidiger scheiterte an Zatkoff.
Als alles nach einem 1:1 nach dem zweiten Drittel aussah, schlug der Tabellenzweite eiskalt zu. Sena Acolatse mit einem klasse Aufbaupass auf Mitchell Heard, welcher in die Mitte zog, sich von zwei Verteidigern nicht aufhalten ließ, anschließend auch noch Sebastian Dahm umkurvte und die Scheibe im leeren Tor eiskalt versenkte – 1:2 (39.).
Mit diesem Schock ging es in die zweite Drittelpause, die Eisbären ließen eigentlich nur zwei Konterchancen der Hausherren durch eigene Fehler zu und doch lag man nach 40 Minuten hinten. Weil Straubing äußerst effektiv war.

Und dieser saß wohl noch zu tief in den Köpfen der Eisbären fest, denn nur 25 Sekunden nach Wiederbeginn klingelte es zum dritten Mal im Tor von Dahm. Fredrik Eriksson hatte von der blauen Linie abgezogen, Labrie blockte den ersten Versuch, den zweiten Versuch setzte Eriksson dann aber ins Eck – 1:3 (41.).
Die Eisbären waren danach bemüht, sich offensiv Chancen zu erspielen, aber die Hausherren standen hinten sehr kompakt und ließen nicht viel zu.
Und doch kamen die Berliner zum Anschlusstreffer. Die Eisbären gewannen ein Bully im Straubinger Drittel, Ryan McKiernan zog von der blauen Linie ab, Zatkoff konnte die Scheibe nicht parieren und Lukas Reichel schaltete am Schnellsten, drehte sich kurz und zog ab. Mit Erfolg, die Scheibe schlug im Straubinger Tor ein – 2:3 (47.). Das sechste Saisontor des Youngsters, eine ganz starke Saison von Lukas Reichel bisher.
Und den Eisbären bot sich kurz darauf die Riesenchance zum Ausgleich, als man für 84 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Aber Straubing zeigte, warum sie das beste Penaltykilling haben. Die Scheibe lief zwar gut bei den Eisbären, aber Straubing machte die Schusswege gut zu. So sprangen lediglich Chancen für Leo Pföderl (vorbei), John Ramage (Zatkoff) und Ryan McKiernan (Zatkoff) heraus. Da vergab man leichtfertig die große Chance.
Und wer solche Chancen nicht nutzt, der wird eben hinten bestraft. Sandro Schönberger konnte von Florian Kettemer nur per Foul gestoppt werden, die beiden Hauptschiedsrichter Lukas Kohlmüller und Daniel Piechaczek entschieden folgerichtig auf Penalty. Diesen verwandelte Top-Torjäger Jeremy Williams eiskalt – 2:4 (53.).
Die Vorentscheidung, die Entscheidung fiel kurze Zeit später. Erneut aggressives Forechecking der Tigers, Constantin Braun ließ sich die Scheibe von Tim Brunnhuber weg stibitzen, dieser fuhr anschließend noch eine Runde Karussell mit „Tine“, zog vor das Tor und ließ sich von Braun und McKiernan beim Abschluss nicht stören. Und auch Dahm machte nicht die beste Figur bei diesem Gegentor, rutschte der Puck ihm doch durch die Schoner – 2:5 (54.).
Für den Schlusspunkt sollten aber die Hauptstädter sorgen, die es dann doch schafften, in Überzahl zu treffen. Drei Minuten vor dem Ende scheiterte Leo Pföderl noch an Jeff Zatkoff, Marcel Noebels staubte aber ab – 3:5 (57.).
Danach versuchten die Eisbären nochmal alles, nahmen eine Auszeit und Goalie Dahm zu Gunsten eines sechsten Feldspieler vom Eis, aber es half alles nichts mehr. Mal wieder verließ man das Eis am Pulverturm als Verlierer.

Und diese Niederlage war eigentlich unnötig, denn die Eisbären lieferten trotzdem ein gutes Auswärtsspiel ab, hatten aber in den entscheidenden Momenten nicht das Glück auf ihrer Seite. Knackpunkt waren sicherlich die beiden Tore kurz vor und kurz nach der zweiten Drittelpause sowie das ungenutzte doppelte Überzahlspiel. Gerade das Tor kurz vor der zweiten Pause war bitter, stellte es doch den Spielverlauf der zweiten 20 Minuten auf den Kopf, aber letztendlich ebnete genau dieser Treffer Straubing den Weg zum Sieg, denn die Eisbären hatten kurz nach Wiederbeginn diesen Treffer noch nicht verdaut und kassierten prompt den dritten Gegentreffer.
Straubing war hier keinesfalls die bessere Mannschaft, aber sie waren vor dem Tor eben eiskalt und effektiv und zudem zeigten sie, warum sie das beste Penaltykilling der DEL haben. In der doppelten Überzahl haben sie den Eisbären ganz stark den Zahn gezogen und damit einmal mehr bewiesen, dass sie vollkommen zu Recht auf Platz Zwei in der DEL stehen. Auch solche Spiele muss man erst einmal gewinnen, in denen der Gegner eigentlich die bessere Mannschaft ist. Spitzenteams schaffen es immer wieder, auch solche Spiele zu gewinnen. Und die Niederbayern von Trainer Tom Pokel zählen in dieser Saison zweifelsfrei zu den Top-Teams der Liga.
Am Pulverturm hatten vor den Eisbären schon Mannheim und München verloren und es werden noch weitere Teams folgen. Von daher tut die Niederlage in der Entstehung zwar weh, aber dennoch kann man den Eisbären nicht vorwerfen, sie hätten nicht alles gegeben und versucht. Sah auch Stürmer Marcel Noebels nach dem Spiel im Interview bei Magenta Sport so:

Es war ähnlich wie in Nürnberg am Donnerstag. Da haben wir es im ersten Drittel verpasst, ein Tor zu schießen und sind dann durch einen Fehler in Rückstand geraten. Genau das ist auch heute wieder passiert. Ich glaube, wir waren nicht schlechter und nicht besser, es war sehr ausgeglichen. Am Ende des Tages sind wir zu oft in Rückstand geraten. Schade, denn wir haben eigentlich nicht schlecht gespielt.

5:2 gegen Straubing: Im letzten Drittel platzt endlich der Tor-Knoten

WalkersBaerenNews 2019/2020, #5:

Die Arena am Ostbahnhof bleibt weiterhin eine Festung in der Saison 2019/2020. Am Sonntagnachmittag versuchte es mit den Straubing Tigers die dritte Mannschaft, die Punkte von der Spree mit nach Hause zu nehmen, aber auch die Niederbayern mussten die Heimreise mit einer Niederlage im Gepäck antreten. Vor 11.321 Zuschauern gewannen die Eisbären Berlin verdient mit 5:2 (1:1,0:0,4:1) und feierten somit erstmals zwei Siege in Folge, das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison und zudem gelangen in dieser Saison erstmals fünf Tore in einem Spiel. Die Eisbären befinden sich also weiterhin auf dem Weg nach oben, wenn gleich auch heute noch nicht alles so lief, wie gewünscht. Aber die Eisbären machen weiterhin Schritt für Schritt und der zweite Sieg in Serie war wichtig für das Selbstvertrauen.

Keine Änderung im Kader der Eisbären, somit fehlten also auch gegen die Niederbayern wieder Constantin Braun, Florian Busch und Vincent Hessler. Sebastian Dahm stand erneut im Berliner Tor.

1. Drittel:

Dickes B“ tönte es vor dem Spiel aus den Boxen der Arena am Ostbahnhof. Und das dicke Ende sollte am Schluss für die stark in die Saison gestarteten Straubing Tigers kommen, als sie die schwarze Hartgummischeibe im Schlussdrittel satte viermal im Tor von Sebastian Vogl einschlug. Bei zwei Gegentoren sah der Straubinger Schlussmann alles andere als gut aus, aber deren Coach Tom Pokel nahm seinen Torhüter im Anschluss des Spiel auf der Pressekonferenz in Schutz, als er sagte, Vogl „hatte im ersten Drittel einige gute Szenen gehabt, er weiß selbst, dass es ein unglückliches Tor war, dass der normalerweise nicht reingehen darf. Er ist Profi genug und auch stark genug. Er hat einige Spiele für uns gewonnen. That’s Hockey, wir gewinnen als Team, wir verlieren als Team„. Starke Worte des Straubinger Trainers.
Aber fangen wir das Spiel doch erstmal von vorne an und da erwischten unsere Jungs den besseren Start. Sie kamen gut aus der Kabine, beflügelt vom Sieg in Augsburg wollte man heute auf heimischen Eis nachlegen. Und so spielte man auch, man spielte offensives Eishockey und konnte sich früh belohnen. In der sechsten Spielminute gewann Maxim Lapierre im Angriffsdrittel das Bully, die Scheibe kam zu Ryan McKiernan an die blaue Linie. Die Nummer 58 holte zum Schlagschuss aus und sein Hammer schlug hinter Sebastian Vogl im Tigers-Tor ein – 1:0. Das erste Tor im Eisbären-Trikot für McKiernan.
Fortan die Eisbären weiter im Vorwärtsgang, wollten hier den zweiten Treffer folgen lassen. Die Niederbayern mit Problemen, zu selten ging mal was nach vorne, wenn doch, dann war Sebastian Dahm zur Stelle. Und doch gelang den Gästen aus Straubing in der 13. Spielminute der Ausgleich. „Irgendwie„, meinte deren Trainer Tom Pokel nach dem Spiel, der die Berliner zu diesem Zeitpunkt als besseres Team sah. Kai Wissmann wurde gehalten, die Pfeife der Hauptschiedsrichter blieb stumm, sehr zum Unmut der Fans. Mitchell Heard war es egal, er fuhr den Konter und schloss eiskalt ab – 1:1.
Die Eisbären anschließend noch einmal mit einem Überzahlspiel, welches sie aber nicht nutzen konnten. So stand es nach 20 Minuten 1:1 zwischen Berlin und Straubing.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

2. Drittel:

Das Mitteldrittel begannen die Hausherren noch in Überzahl es war die zweite des Spiels. Aber auch diese blieb ungenutzt. Anschließend nahm die Härte in diesem an sich schon sehr hart umkämpften Spiel mehr und mehr zu. John Ramage mit einem harten Check gegen Sandro Schönberger, welcher sich daraufhin eine kleine Rauferei mit Ramage lieferte. Das folgende Powerplay der Tigers blieb auch ergebnislos.
Straubing war in diesem Drittel die bessere Mannschaft und hatte durch Marcel Brandt DIE dicke Chance zur erstmaligen Führung. Er wurde auf der linken Seite klasse angespielt, hatte das leere Tor vor sich, verzog die Scheibe aber deutlich und vergab somit eine Riesenchance. Glück für die Eisbären, Pech für Straubing. Die Gäste aus Niederbayern anschließend mit einem weiteren Powerplay, welches sie aber erneut nicht nutzen konnten. Und eine Minute vor dem Ende des Mitteldrittels Max Renner mit der nächsten Großchance, der Pfosten rettete für die Eisbären.
Die Eisbären versuchten nach vorne zwar auch etwas in den zweiten 20 Minuten, aber insgesamt gesehen waren die Niederbayern die bessere Mannschaft im Mitteldrittel. Der Spielstand war dennoch weiterhin 1:1.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

3. Drittel:

In der Kabine muss Serge Aubin die richtigen Worte gefunden haben. Jedenfalls war der Start der Eisbären sehr stark. In der 43. Spielminute überraschte James Sheppard Tigers-Goalie Vogl mit seinem Schuss, die Scheibe rutschte Vogl durch die Schoner, da sah der Straubinger Schlussmann überhaupt nicht gut aus – 2:1.
In der 44. Spielminute konnten die Hauptstädter sofort nachlegen. Powerplay für die Gastgeber, John Ramage brachte die Scheibe vor das Tor, wo Maxim Lapierre im ersten Versuch noch an Vogl scheiterte, den eigenen Rebound aber sicher im Tor der Niederbayern versenkte – 3:1.
Dieser Doppelschlag zog den Niederbayern hier irgendwie den Zahn. Sie brauchten eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen, konnten auch ein folgendes Powerplay nicht nutzen. Und die Eisbären konnten sogar nachlegen. Und erneut war Sebastian Vogl im Mittelpunkt. Louis-Marc Aubry kam über links ins Angriffsdrittel gerauscht, zog ab und abermals rutschte Vogl die Scheibe durch die Schoner, was ein Pech für die Tigers – 4:1 (52.).
Straubing hatte sich inzwischen wieder gefangen und probierte noch einmal alles, aber mehr als der Anschlusstreffer sollte ihnen nicht mehr gelingen. Zwei Minuten vor dem Ende schaltete Stefan Loibl vor dem Tor am schnellsten und verkürzte auf 4:2 (58.).
Straubings Coach Tom Pokel nahm fortan eine Auszeit und Goalie Vogl zu Gunsten eines sechsten Spielers vom Eis, aber das nutzte Mark Olver zum Schlusspunkt. Die Nummer 91 der Eisbären erkämpfte sich im eigenen Drittel die Scheibe, drehte sich einmal und zog ab. Die Scheibe fand den Weg haargenau ins verwaiste Straubinger Tor – 5:2 (59.). Damit war diese Partie entschieden und das erste Sechs-Punkte-Wochenende perfekt.

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Und dieses wird den Jungs nach den letzten Wochen viel Selbstvertrauen geben. Ich hatte es letzte Woche noch gesagt, dass sie nicht schlecht spielen, nur ihre Chancen nicht nutzen, das Glück vor dem Tor fehlen würde und mal ein dreckiger Sieg her muss. Diesen fuhr man Freitagabend in Augsburg beim 2:1 ein, heute folgte der zweite Sieg in Folge und im letzten Drittel platzte dann auch endlich einmal der Tor-Knoten mit gleich vier Treffern im Schlussdrittel. Dass davon zwei Treffer auf die Kappe von Straubings Goalie Vogl gingen, bleibt dabei nicht unerwähnt, aber genau dieses Glück fehlte den Eisbären in den letzten Wochen eben. Und jetzt hatten sie dieses endlich mal auf ihrer Seite.
Zwar läuft noch immer nicht alles rund, man leistet sich immer noch zu viele Abspielfehler, hat manchmal Zuordnungsprobleme in der Defensive und auch so hakt es noch an weiteren Kleinigkeiten. Und trotzdem haben sie auch gegen Straubing wieder über weite Strecken gut gespielt, sich für einen guten Start mit dem 1:0 belohnt, nach dem überraschenden 1:1 und einem nicht so guten Mitteldrittel, wo man auch Glück hatte, nicht den Mut verloren und an seinem Spielplan festgehalten. Und im letzten Drittel sich dann endlich auch mal wieder vor dem gegnerischen Tor als eiskalt erwiesen. In Überzahl getroffen, wenn gleich auch da noch Luft nach oben ist und in Unterzahl keinen Treffer zugelassen. Auf diese Leistung muss man nun aufbauen, die Kleinigkeiten, die noch nicht laufen, verbessern und dann die derzeit zwei Spiele dauernde Siegesserie weiter ausbauen. Man ist auf dem richtigen Weg.

4:2 gegen Straubing! Eisbären ziehen mit sechstem Sieg in Folge ins Playoff-Viertelfinale ein

 

Ausgabe #29:

Eisbären-Trainer Stéphane Richer sagte vor dem Spiel, er erwarte erneut ein enges Spiel und hoffe darauf, dass das glücklichere Ende wieder auf Seiten der Eisbären sei. Er sollte mit beiden Aussagen recht behalten. Die Eisbären gewannen auch Spiel Zwei der Pre-Playoff-Serie gegen die Straubing Tigers und zogen dank des 4:2 (2:0,1:1,1:1)-Heimsieges ins Playoff-Viertelfinale ein. Und auch wenn es das Ergebnis vielleicht nicht vermuten lässt, es war das erwartet enge Spiel. Straubing zeigte eine klasse Auswärtspartie, brachte sich aber letztendlich durch individuelle Fehler um den Erfolg und ein mögliches drittes und alles entscheidendes Spiel am Pulverturm. 

Foto: eisbaerlin.de/niklas

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar. Berlin hatte sieben der letzten acht Spiele gewonnen, Straubing vier der letzten fünf Auswärtsspiele verloren. Aber die Tigers mussten heute natürlich hier gewinnen, sonst droht das frühe Aus in den Pre-Playoffs.
Den Start hatten sich die Niederbayern aber sicher anders vorgestellt. Keine zwei Minuten waren gespielt, da klingelte es bereits erstmals im Tor von Jeff Zatkoff. Ein überragendes Zuspiel von Sean Backman, der auf der rechten Seite stand, in den Slot zu Marcel Noebels und der versenkte die Scheibe eiskalt per Rückhand – 1:0 (2.). Dem Treffer war ein Wechselfehler der Gäste hervor gegangen, deshalb standen gleich zwei Eisbären-Spieler frei vor dem Tor.
Aber Straubing war keinesfalls geschockt, spielte munter nach vorne und hatte durch Michael Connolly nur eine Minute später die dicke Möglichkeit zum Ausgleich, aber Kevin Poulin war zur Stelle.
Beide Mannschaften gingen nun ein hohes Tempo, es ging hin und her, beide Teams suchten sofort den Torabschluss und erspielten sich gute Chancen, überbrückten schnell die neurale Zone, Unterbrechungen waren zu Beginn sehr selten gewesen.
Die erste Strafe der Partie folgte in der 14. Spielminute, als James Sheppard in die Kühlbox musste. Kevin Poulin bewahrte die Eisbären mehrfach vor dem möglichen Ausgleich.
Powerplay nicht genutzt und dann eiskalt ausgekontert. Schneller Angriff der Eisbären, Micki DuPont mit dem klasse Aufbaupass auf rechts außen zu Colin Smith, der passte die Scheibe haargenau vor das Tor zu Jamie MacQueen, welcher seinem Bewacher Frederik Eriksson entwischt war. Und die Nummer 17 spitzelte den Puck mit seinem Schläger über die Linie – 2:0 (18.).
Zum Ende hin die Berliner noch einmal mit einem Überzahlspiel, welches sie jedoch bis zum Ende des Auftaktdrittels nicht nutzen konnten. Mit 2:0 gingen die Eisbären, welche mit dem selben Team wie in Spiel Eins antraten, in die erste Drittelpause.
Ex-Eisbär und Straubing-Stürmer Sven Ziegler mit seinem Statement zum ersten Drittel:

Wir haben uns vorgenommen, sicher hinten heraus zu spielen und keine Fehler zu machen. Doch genau diese haben wir gemacht und Berlin nutzt so was eiskalt aus. Das hat unseren Gameplan schon so ein bisschen über den Haufen geworfen.

Doch aufgeben gibt es bei den Niederbayern nicht. Das Team von Trainer Tom Pokel kam engagiert

Foto: eisbaerlin.de/niklas

aus der Kabine und wollte das vorzeitige Saisonende hier noch abwenden. Und früh bot sich den Gästen die Chance, in Überzahl zu agieren. Und da hatten die Tigers zwei, drei gute Chancen, aber nutzen konnten sie diese nicht. Louis-Marc Aubry hatte sogar eine gute Unterzahlchance.
In der 25. Spielminute belohnten sich die Gäste dann aber doch für ihren Aufwand. Steven Seigo hatte von der blauen Linie abgezogen, Sandro Schönberger parkte vor Poulin und fälschte die Scheibe unhaltbar für diesen ab – 2:1.
Die Tigers waren nun besser drin im Spiel, die Eisbären hielten aber gut dagegen. Beide konzentrierten sich auf ihre Defensive, ließen nun wenig klare Chancen zu. Straubing lauerte hier nach wie vor auf die Chance zum Ausgleich.
Doch diese Hoffnung wurde in der 31. Spielminute zu Nichte gemacht. Florian Kettemer hatte von der blauen Linie abgezogen und André Rankel unhaltbar für Zatkoff abgefälscht – 3:1.
Dieser Treffer hatte die Mannschaft von Coach Tom Pokel sichtlich geschockt. Fortan kam wenig nach vorne von den Niederbayern, dafür umso mehr von den Eisbären. Die nun richtig druckvoll in ihren Offensivaktionen waren, sich gute Chancen herausspielten und durchaus hätten höher führen können als „nur“ 3:1 nach 40 Minuten.
Florian Kettemer war zufrieden mit dem Spiel, gab aber als Marschroute für das letzte Drittel heraus, dass man keinesfalls das Ergebnis verwalten wolle:

Wir führen, dass war auch unser Ziel. Wir wollten mit einer Führung ins letzte Drittel gehen. Wir werden jetzt aber keinesfalls das Ergebnis verwalten und defensiver spielen. Wir wollen genauso weiter spielen, weiter Druck machen, Tore schießen. Wir wollen einfach Spaß am Hockey haben.

Foto: EisbärenSektion Nord/christian

Und den Spaß merkte man dem Team von Chefcoach Stéphane Richer auch an. Die Freude am Eishockey ist in den letzten Wochen dank der Erfolgsserie wieder zurückgekehrt. Und vier Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da hatten die Eisbären die große Chance, in Überzahl das Spiel zu entscheiden. Und Chancen waren da, es wurde gefährlich vor dem Tor von Jeff Zatkoff, aber die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor. Doch auch Straubing hatte in Unterzahl durch Stefan Loibl eine gute Chance gehabt, daber auch er bekam den Puck nicht im Tor untergebracht.
Beide Mannschaften suchten fortan den Weg nach vorne, suchten den Weg zum Tor und auch den Abschluss. Berlin wollte die Entscheidung, Straubing den Anschlusstreffer.
Und Berlin gelang der vierte Treffer. James Sheppard setzte sich auf der linken Seite klasse durch, schüttelte den Tigers-Verteidiger stark ab, zog vor das Tor und brachte die Scheibe irgendwie im Fallen über die Torlinie – 4:1 (51.). Eine ganz starke Aktion der Nummer 88, gekrönt mit einem Tor.
Und die Eisbären wollten die letzten Zweifel am Sieg beseitigen. Austin Ortega setzte sich auf rechts klasse durch, brachte den Puck an den langen Pfosten, wo Aubry lauerte, aber Zatkoff parierte stark.
Und direkt im Gegenzug hauchte Stephan Daschner den Niederbayern wieder neues Leben ein. Am rechten Bullykreis wurde er angespielt, Ortega warf sich in die Schussbahn, doch Daschner verzögerte und verzögerte, wartete auf den perfekten Moment, in dem Poulin keine Sicht hatte. Mit Erfolg, sein Schuss schlug im Berliner Tor ein – 4:2 (54.).
Auf einmal war Straubing wieder da, drängte auf das Berliner Tor. Der Glaube an sich selbst war wieder da. Und Tom Pokel nahm 3:14 Minuten vor dem Spielende eine Auszeit, welche Ex-Eisbär und Co-Trainer Rob Leask nutzte, um dem Team die letzten Anweisungen mit auf den Weg zu geben. Zudem blieb Jeff Zatkoff gleich auf der Bank, da das Bully vor Kevin Poulin statt fand. Und Straubing machte gehörig Druck, setzte die Eisbären im eigenen Drittel fest. Die Eisbären wackelten, sie fielen aber nicht. Straubing hatte beste Möglichkeiten, aber es gelang ihnen kein weiterer Treffer mehr, weshalb die Eisbären das 4:2 über die Zeit brachten und den Einzug ins Viertelfinale perfekt machten.

Wer hätte das vor einem Monat noch gedacht? Die Eisbären im Viertelfinale, das war zum damaligen

Foto: eisbaerlin.de/niklas

Zeitpunkt einfach unglaubwürdig. Zu grausam waren die Leistungen der Eisbären in der Hauptrunde, mansehnte sich ein schnelles Saisonende nach der Hauptrunde herbei.
Und nun? Nun haben die Eisbären sechs Siege in Folge gefeiert, gewannen acht der letzten neun Spiele und sind derzeit richtig gut in Form. Und zwar genau zum richtigen Zeitpunkt der Saison, den Playoffs. Und in den Playoffs spielt keiner gerne gegen die Eisbären. In dieser Form schon einmal gar nicht.
Kapitän André Rankel war nach dem Spiel rundum zufrieden:

Das war ein sehr gutes Spiel über 60 Minuten. Wir sind sehr zufrieden, es heute geschafft zu haben. Wir wollten am Sonntag nicht noch einmal nach Straubing fahren. Das war eine super Teamleistung heute, angefangen beim Torhüter bis zum letzten Stürmer. Es ist egal, gegen wen es jetzt geht. Wir müssen uns auf uns konzentrieren.

Pre-Playoff-Endstand: Eisbären Berlin vs. Straubing Tigers 2:0 (3:2 n.V.,/4:2)

Austin Ortega: Wird er für die Eisbären zum entscheidenden Faktor in den Playoffs?

Im Moment läuft es bei den Eisbären Berlin sehr gut. Fünf Siege feierte der Hauptstadt-Eishockeyclub zuletzt in Folge, es ist die längste Siegesserie in dieser Saison. Sieg Nummer Fünf folgte gestern Abend im ersten Pre-Playoff-Spiel bei den Straubing Tigers, weshalb die Berliner nun mit 1:0 in der Serie führen und morgen Abend mit einem Heimsieg (Mercedes-Benz Arena/Bully: 19:30 Uhr) den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen könnten. Einen großen Anteil daran, dass dieses Spiel am Pulverturm gewonnen wurde und dass es generell derzeit so gut beim DEL-Rekordmeister läuft, hat der erst vor kurzem verpflichtete Austin Ortega. 

Ganze sechs Spiele hat der 24-jährige Stürmer erst für die Eisbären absolviert, in diesen trumpfte der kleine Mann aber bereits riesig auf. In fünf Hauptrundenspielen gelangen ihm zwei Tore, zudem bereitete er sieben weitere Treffer vor. Gestern Abend folgten in Straubing zwei weitere Treffer, weshalb seine Bilanz derzeit bei elf Punkten aus sechs Spielen steht. Eine bärenstarke Statistik der neuen Nummer 21 des EHC. Zum Vergleich: In Schweden kam er bei Växjö, von denen er an die Spree wechselte, auf 15 Scorerpunkte (3 Tore/12 Vorlagen) in 31 Spielen. Das Spiel in Berlin und der DEL scheint dem flinken Flügelstürmer besser zu liegen als das in Schweden. 

Mit ihm blühten auch seine beiden Reihenpartner Louis-Marc Aubry und Brendan Ranford auf. Diese Reihe wirbelte die gegnerischen Abwehreihen zuletzt nur so durcheinander und sorgte für so manchen wichtigen Treffer und vor allem für sehr viel Torgefahr. Aubry drehte in den letzten acht Spielen der Hauptrunde so richtig auf und sammelte starke 18 Scorerpunkte, was ihm noch den inoffiziellen Titel als Eisbären-Top-Scorer nach der Hauptrunde bescherte. 16 Tore und 23 Vorlagen gelangen der Nummer 41 der Eisbären.

Mit dem Transfer von Austin Ortega ist den Eisbären ein absoluter Glücksgriff gelungen. Er verleiht dem Kader mehr Tiefe und zudem passen Aubry, Ranford und Ortega sehr gut zusammen. Die drei harmonieren perfekt auf dem Eis und verstehen sich blind. Das hat man erst gestern wieder gesehen, als Ortega und Ranford in der Verlängerung einen klasse Doppelpass spielten und Ortega anschließend das leere Tor vor sich hatte. Diese Reihe sorgt derzeit also für Angst und Schrecken bei der Konkurrenz. 

Und generell dürfte der Konkurrenz wieder Angst und Bange werden. Denn die Eisbären, die sich mehr oder weniger durch die Hauptrunde geschleppt hatten und teilweise erschreckend schwaches Eishockey zeigten, scheinen gerade zum richtigen Zeitpunkt ihre Top-Form wieder gefunden zu haben. Fünf Siege in Folge gab es in dieser Spielzeit zuvor noch nicht zu bejubeln. Das Team spielt endlich über 60 oder auch mehr Minuten hoch konzentriert, hält sich an den Gameplan, jeder unterstützt jeden, die Kampfbereitschaft, die Leidenschaft, der Wille, die Moral, all diese wichtigen Eigenschaften, auf die es in den Playoffs ankommen wird, sind endlich wieder da. Und mit jedem weiteren Sieg steigt das Selbstvertrauen der Eisbären. Dieses hat in den letzten Monaten doch arg gelitten.

Aber seit dem einige verletzte Spieler wieder zurückkehrten, läuft es wieder beim DEL-Rekordmeister. Was aber eben auch stark mit dem Transfer Ortegas zusammenhängt. So klein der Stürmer auch sein mag, auf dem Eis ist er derzeit der Mann für die großen Dinge. Das haben gestern Abend die Straubing Tigers schmerzlich erfahren müssen, als er ihnen nach 70:31 Minuten das Heimrecht aus der Hand riss und den Hexenkessel am Pulverturm von der einen auf die andere Sekunden verstummen ließ.