5:2 in Krefeld! Die Eisbären fahren mühelos den ersten Auswärtssieg der Saison ein

Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt: Die Eisbären Berlin haben den ersten Auswärtssieg der PENNY DEL-Saison 2020/2021 eingefahren. Bei den sieg- und punktlosen Krefeld Pinguinen feierten die Berliner einen ungefährdeten 5:2 (3:1,1:0,1:1)-Auswärtssieg und gewannen somit auch den zweiten Vergleich gegen die Seidenstädter, nachdem man das erste Aufeinandertreffen in der Hauptstadt mit 5:0 für sich entscheiden konnte. Nach zuvor drei vergeblichen Anläufen auf fremden Eis, hat es heute also endlich mit drei Punkten geklappt. Aber sind wir mal ehrlich, wenn nicht in Krefeld, wo sonst hätten die Eisbären den ersten Auswärtssieg einfahren sollen? Denn die Pinguine standen vor dem Spiel mit sieben Niederlagen und null Punkten am Tabellenende der Gruppe Nord. Heute kam Niederlage Nummer Acht dazu. Dass Krefeld kein Wort um die Vergabe der Playoffs mitsprechen wird, ist wohl allen klar. Dafür läuft dort einfach zu viel falsch im Verein. Aber das soll hier nicht Thema sein, sondern viel mehr das Spiel der Eisbären.

Und für dieses gab es Änderungen im Kader der Eisbären. Zum einen rückte Eric Mik in den DEL-Kader zurück, nachdem Leon Gawanke von den Winnipeg Jets zurück gerufen wurde. Und im Tor bekam Youngster Tobias Ancicka seinen zweiten Saisoneinsatz. Das erste Spiel hatte er unglücklich mit 0:1 n.P. in Wolfsburg verloren.

Verteidiger Jonas Müller gab die Marschroute für das Spiel in Krefeld raus:

Wir haben gut angefangen in Düsseldorf, aber auch stark nachgelassen. Es wird Zeit für den ersten Auswärtssieg. Wir dürfen nicht zu viele Strafzeiten nehmen. Wir müssen unser Spiel konstant durchziehen, dann werden wir das Spiel auch gewinnen.

Gesagt, getan. Das Spiel war gerade einmal elf Sekunden alt, da jubelten die Eisbären bereits zum ersten Mal an diesem Abend. Nach dem Bullygewinn chippte John Ramage die Scheibe tief, Ex-Eisbär Alex Trivellato erkämpfte die Scheibe an der linken Bandenrundung und wollte sie nach vorne auf einen Mitspieler passen. Doch sein Pass kam genau auf den Schläger von Kris Foucault, welcher viel Platz und Zeit hatte, Sergei Belov im Krefelder Tor auszuspielen und den Puck im halbleeren Tor zu versenken – 1:0 (1.). Blitzstart für die Eisbären also!
Die Eisbären machten also von Beginn an klar, dass sie heute endlich den ersten Auswärtssieg der Saison feiern wollen. Aber beinahe hätte Krefeld früh ausgeglichen. PC Labrie mit dem Fehlpass im eigenen Drittel, Martins Karsums bekam den Puck und wollte Ancicka umkurven, doch der Berliner Goalie behielt die Nerven.
Jener Karsums musste dann auch in die Kühlbox und die Berliner hatten das erste Powerplay. Und in diesem hatten zweimal Kris Foucault und einmal Lukas Reichel gute Möglichkeiten, aber sie führten noch nicht zum erhofften Torerfolg.
Danach Krefeld mit dem ersten Überzahlspiel, aber Gefahr brauchte man da nicht zu befürchten. Denn Krefeld stellt das schlechteste Powerplay und die Eisbären das beste Penaltykilling der Nord-Gruppe. Dementsprechend gibt es zum Überzahlspiel der Pinguine auch nichts zu sagen.
Krefeld tauchte selten vor Ancicka auf, wenn das aber mal der Fall war, so wie in Minute Zwölf, als Brett Olson frei im Slot zum Abschluss kam, war Ancicka zur Stelle.
Und die Eisbären betrieben Chancenwucher. Nino Kinder wollte Belov umkurven, scheiterte damit jedoch. Und ein Konter über Foucault und Ramage vergab Letzterer, seinen Schuss konnte Belov gerade so noch mit dem Schoner parieren.
Ramage fiel sehr oft im Auftaktdrittel auf. Zum einen durch seine Aktion direkt nach dem ersten Bully, dann durch die eben beschriebene Chance, aber auch durch zwei Strafzeiten. Die erste Strafe blieb noch unbestraft, die zweite leider nicht. Aus dem Nichts heraus Kristofers Bindulis mit dem Schuss vom rechten Bullykreis, der Schuss schlug abgefälscht hinter Ancicka ein – 1:1 (16.).
Die Eisbären schalteten dann mal kurz zwei, drei Gänge hoch und gaben die Antwort. Marcel Noebels spielte die Scheibe hoch an die blaue Linie, wo Kapitän Frank Hördler lauerte. Der spielte die Scheibe gerade runter vor das Tor, wo Leo Pföderl die Scheibe nur noch abfälschen musste – 2:1 (18.), sein 150. DEL-Tor! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum, Leo!
Und als Krefeld zum Ende hin noch einmal in Unterzahl ran musste, schlugen die Eisbären erneut zu. Zweimal scheiterte Kris Foucault mit seinen gefürchteten Onetimern vom rechten Bullykreis aus. Nach dem zweiten spielte er die Scheibe zurück hinter das Tor zu Mark Zengerle, welche den Puck vor das Tor zu Giovanni Fiore spielte. Und der hatte viel Platz und schoss ins lange Eck ein – 3:1 (20.). Das erste DEL-Tor von der Nummer 21!
Somit führten die Eisbären verdient mit 3:1 in Krefeld. Deren Stürmer Alexander Blank war nach dem ersten Drittel bedient:

Wir haben nach elf Sekunden unser erstes Tor kassiert, obwohl wir uns sehr viel vorgenommen haben für dieses Spiel. Aber wir sind eigentlich ganz gut zurückgekommen, haben das 1:1 im Powerplay geschossen. Wir haben eigentlich ganz gut gespielt, aber dann hat die Konzentration drei Minuten vor dem Ende aufgehört. Und das darf nicht passieren, dass wir drei Minuten vor Schluss da so zwei Tore kassieren und eine dumme Strafe machen. Da muss sich jeder Spieler mit sich selber beschäftigen, wie er das angeht, wie er sich vor dem Spiel vorbereitet. Aber eigentlich haben wir gut trainiert jetzt die Tage nach der Niederlage in Bremerhaven. Keine Ahnung, was da passiert ist, aber das müssen wir jetzt abstellen und die letzten 40 Minuten noch gut konzentrieren.

Und bereits nach sieben Sekunden im zweiten Drittel bot sich den Hausherren erneut die Chance, an der Überzahlquote etwas zu machen. Mark Zengerle musste wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank. Und das Powerplay sah auch ganz gut aus, aber Krefeld konnte keinen Nutzen daraus ziehen.
Doch fortan entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Man konnte fast sagen, es spielten die Eisbären gegen Sergei Belov. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf den Krefelder Torhüter zu. Bereits in der 23. Spielminute stand Foucault auf einmal frei vor ihm, aber er konnte parieren. Doch nur eine Minute später war auch der Krefelder Schlussmann geschlagen. Fiore kam mit viel Speed über links ins Drittel, machte den Bauerntrick und spielte die Scheibe in den Slot, wo Mark Olver lauerte und viel zu viel Platz hatte – 4:1 (24.).
Krefeld konnte sich in der Folgezeit bei Sergei Belov bedanken, dass man nach 40 Minuten nur mit 1:4 hinten lag. Denn die Eisbären ließen eine Reihe guter Chancen aus. Leo Pföderl, Lukas Reichel, Haakon Hänelt, Mark Zengerle – um mal nur einen Auszug der Chancen im Mitteldrittel zu nennen. Die Eisbären hätten bereits im zweiten Drittel die Weichen ganz klar auf Sieg stellen können. Aber selbst jetzt glaubte eigentlich niemand mehr an eine Krefelder Wiederauferstehung. Zu deutlich überlegen waren die Eisbären, zu sehr hatten sie das Spiel fest in der Hand.

Das letzte Drittel begannen die Eisbären dann in Unterzahl, aber beinahe wäre Matt White der Shorthander gelungen. Er war frei durch und hatte die Chance, aber Sergei Belov hatte etwas dagegen. Egal was Matt White heute versuchte, der Krefelder Schlussmann hatte das letzte Wort.
Aber in der 46. Spielminute war auch Krefelds Goalie wieder geschlagen. Den ersten Versuch von der blauen Linie konnte er noch parieren, gegen den Nachschuss von Lukas Reichel, welcher die Scheibe unter die Latte nagelte, war er aber machtlos – 5:1.
Danach machten die Eisbären nicht mehr als nötig, aber dennoch hatten sie das Spiel komplett im Griff. Weil, so hart es klingt, Krefeld im Moment einfach nicht DEL-tauglich ist. Auch wenn Krefeld fünf Minuten vor dem Ende noch das 2:5 durch Brett Olson erzielte, die Krefelder Fans können einem schon fast leid tun, bei dem, was da gerade in Krefeld abgeht. Bei einem Traditionsverein der DEL. Die Unruhe im Umfeld der Mannschaft scheint sich auf das Team auszuwirken, das in dieser Saison wohl mehr Kanonenfutter für die Konkurrenz ist als ein ernstzunehmender Gegner auf Augenhöhe. Die Eisbären jedenfalls siegten am Ende mit 5:2 und sicherten sich so die ersten drei Punkte auf fremden Eis, worüber man sich freuen darf, mehr aber auch nicht.

Denn dieser Sieg ist definitiv kein Gradmesser für die nächsten beiden Heimspiele gegen Köln und Bremerhaven. Da erwartet die Eisbären viel mehr Gegenwehr vom Gegner, da wird man nicht so viel Platz vor dem Tor haben und so oft frei vorm gegnerischen Goalie stehen. Da muss man dann wieder hart für den Sieg arbeiten. Daher braucht man diesen Sieg auch nicht wirklich analysieren, aber zumindest festhalten, dass die Eisbären das Spiel eben nicht auf die leichte Schulter genommen haben. Sie haben ihr Spiel 60 Minuten konstant durchgezogen und hatten jede Menge Chancen für einen höheren Sieg. Trainer Serge Aubin hat gesehen, dass von allen vier Reihen Torgefahr ausging. Aber wie gesagt, dieses Spiel ist kein Gradmesser für die Duelle gegen die anderen fünf Konkurrenten in dieser Gruppe.

Lukas Reichel mit seinem Statement zum Spiel in Krefeld:

Wir haben 60 Minuten gut konstant durchgespielt. Ich denke, wir hatten das Spiel auch über 60 Minuten unter Kontrolle. Wir können heute zufrieden sein. Wir haben viele Schüsse aufs Tor gebracht, wir hätten vielleicht noch ein paar Dinger mehr machen können. Wir können zufrieden sein und mit dem Bus nach Hause fahren. Es ist immer noch Luft nach oben. Wir wollen in jedes Spiel rein gehen und es gewinnen. Ich denke, wir können in unserer Gruppe den ersten Platz anvisieren.

Und Krefelds Torschütze Brett Olson mit einer schonungslosen Analyse nach der achten Niederlage im achten Spiel:

Das ist unser Hauptproblem in dieser Saison, dass wir viel zu viel Raum und Platz dem Gegner vor allem im Zentrum vor unserem Tor lassen. Und woran liegt das? Weil wir immer nur den Gegenspieler mit dem Puck im Auge haben und nicht die Mitspieler. Alle konzentrieren sich nur auf den Puck, sehen die Leute im Rücken nicht und die sind dann auf einmal frei vorm eigenen Goalie. Und so wird Sergei Belov auch im heutigen Spiel ganz oft allein gelassen und dann hat es schon wieder fünf Gegentore gegeben.

4:5 n.V. in Düsseldorf! Auch eine 3:0-Führung reicht nicht für den ersten Auswärtssieg der Saison

Die Eisbären Berlin warten weiterhin auf ihren ersten Auswärtssieg der Saison. Am Montagabend reichte nicht mal eine 3:0-Führung nach 16 Minuten für den ersten Auswärtssieg, am Ende stand man nach einem 4:5 n.V. (3:1,0:0,1:3/0:1) wieder nur mit einem Zähler da. Weil man das Eishockey spielen nach 40 Minuten eingestellt hat und die DEG so wieder zurück ins Spiel gebracht hat. Dementsprechend angesäuert war Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auch, weil es ihm unbegreiflich war, wie seine Jungs das Spiel noch aus der Hand geben konnten.

Bei den Eisbären nahm auf der Bank heute ein anderer Back-up-Goalie Platz. Tobias Ancicka weilte bei Kooperationspartner Weißwasser, so nahm der junge Rihards Babulis auf der Bank der Profis Platz. Im Tor stand natürlich wieder Mathias Niederberger. 

Die Eisbären wollten einen besseren Start in das dritte Auswärtsspiel der Saison haben und vor allem von der Strafbank fern bleiben. Und dieses Vorhaben setzten die Mannen von Chefcoach Serge Aubin perfekt um. Die Eisbären kamen gut aus der Kabine und Lukas Reichel hätte früh das 1:0 erzielen können, wurde aber entscheidend beim Abschluss gestört. Das Tor wäre frei gewesen. Aber das Führungstor sollte dann doch schnell fallen. Die DEG kassierte die erste Strafzeit und Powerplay können die Eisbären in dieser Saison. Zweimal hatte man es schon versucht, Kris Foucault per Onetimer in Szene zu setzen, zweimal klappte es nicht. Beim dritten Mal klingelte es dann aber, getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“. Mark Zengerle hatte die Scheibe auf der linken Seite am Pfosten und suchte nach der perfekten Anspielstation, er fand sie in Kris Foucault auf der rechten Seite und die Nummer 98 zog zum dritten Mal per Onetimer ab – 1:0 (5.).
Auch danach die Eisbären sehr druckvoll, mit einem aggressiven Forechecking. Sie setzten sich immer wieder im DEG-Drittel fest und stellten die Rheinländer vor große Probleme. Diese hatten große Mühe, sich überhaupt mal aus dem eigenen Drittel zu befreien. In der achten Spielminute hätte eine überragende Kombination beinahe zum 2:0 geführt. Frank Hördler spielte die Scheibe von der blauen Linie gerade runter zu Leo Pföderl, welcher gleich weiter in den Slot spielte, wo Matt White direkt abzog, aber an Mirko Pantkowski scheiterte.
Die Hauptstädter hatten dann das zweite Powerplay und die DEG stellte das schlechteste Penaltykilling der gesamten Liga. Zwar fanden die Eisbären die Formation und ließen die Scheibe gut laufen, aber Leon Gawanke scheiterte per Onetimer an Pantkowski und Matt White am Pfosten.
Aber es geht auch ohne Überzahl. Marcel Noebels mit dem Pass hoch zur blauen Linie, Parker Tuomie zog von der blauen Linie ab, die Scheibe rutschte Pantkowski durch die Schoner und PC Labrie schaltete am schnellsten, drückte sie über die Linie – 2:0 (14.).
Eine Minute später kassierte Düsseldorfs Top-Scorer Daniel Fischbuch die dritte Strafzeit der Partie und zum zweiten Mal klingelte es im Berliner Powerplay im Düsseldorfer Tor. Wieder eine starke Kombination der Berliner, Leon Gawanke mit dem Pass von links in den Slot, wo Leo Pföderl das Auge für Marcel Noebels hatte und sie direkt auf rechts weiterspielte, wo Marcel Noebels Maß nahm, um per Onetimer zu seinem ersten Saisontor zu treffen – 3:0 (16.).
Es wirkte fast so, als ob die Hausherren hier total überfordert waren mit dem Power-Hockey der Eisbären. Als ob es ihnen alles zu schnell ging.
Aber zum Ende hin kamen die Rheinländer doch nochmal auf. Sie hielten die Eisbären lange im eigenen Drittel fest, diese konnte so nicht wechseln und leisteten sich den Fehler im Spielaufbau. Nicolas Jensen chippte die Scheibe vor das Tor, wo Jerome Flaake das Spielgerät aus der Luft ins Tor beförderte. Nach Ansicht des Videobeweises ein reguläres Tor – 3:1 (18.).
Und auf einmal waren die Gastgeber für 1:54 Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und die DEG stellt das beste Powerplay der Liga, traf bisher in jedem Ligaspiel in Überzahl. Aber das Penaltykilling der Eisbären funktionierte und so nahm man eine souveräne 3:1-Führung mit in die erste Drittelpause.
Ex-Eisbär Charlie Jahnke war nach den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport nicht zufrieden:

Das ist zu wenig von uns. Wir spielen zu kompliziert. Wir müssen von der Strafbank fern bleiben. Wir wissen, dass die Eisbären da gut sind, wir haben denen die Tore geschenkt.

Das zweite Drittel bot dann bei weitem nicht mehr so viel Torraumszenen wie noch das erste Drittel und Tore sollten auch keine fallen. Dabei hatten die Eisbären früh die dicke Chance zum 4:1, aber Giovanni Fiore scheiterte mit seinem Versuch aus der Drehung am Pfosten.
Anschließend zwei Überzahlspiele für die Eisbären, aber sie bekamen diesmal nicht so wirklich Druck auf das Düsseldorfer Tor. Die DEG verteidigte das sehr kompakt und überstand die Unterzahlspiele somit schadlos.
Chancen waren Mangelware im Mitteldrittel. Sechs Minuten vor der zweiten Pause mal ein Zwei-auf-Eins-Konter der Gäste, Mark Zengerle auf Giovanni Fiore, doch der scheiterte freistehend an Pantkowski. Danach die Eisbären zum zweiten Mal mit zwei Mann weniger auf dem Eis, aber auch dieses Mal schaffte es das beste Powerplay der Liga nicht, den Unterzahl-Riegel der Eisbären zu knacken. In der letzten Minute dann nochmal beide Teams mit je einer guten Chance, aber auch diese vereitelten die beiden Goalies.
Kai Wissmann mit seinem Statement zu den ersten 40 Minuten:

Ich denke, wir sind bei Fünf-gegen-Fünf auf jeden Fall die bessere Mannschaft. Das Spiel ist doch sehr zerfahren, dafür, dass es für alles eine Strafzeit gibt. Ganze Zeit Überzahl, Unterzahl. Wir müssen schlauer sein mit unseren Schlägern, vor allem in der offensiven Zone. Wir haben zweimal Fünf-gegen-Drei gekillt, aber das geht nicht immer gut.

Für das letzte Drittel hatten sich die Rheinländer hier jede Menge vorgenommen, das sah man sofort. Charlie Jahnke vergab noch freistehend eine gute Chance, wenig später klingelte es aber im Berliner Kasten. Und wie sollte es anders sein, es war ein Powerplaytor der DEG. Leo Pföderl saß in der Kühlbox und Nicolas Jensen hatte von der blauen Linie zu einem Onetimer ausgeholt, den Mark Olver unhaltbar abfälschte – 3:2 (44.).
Direkt im Gegenzug die Eisbären aber beinahe mit der Antwort, ein Drei-auf-Zwei-Konter, Matt White mit dem Abschluss, aber knapp am Tor vorbei. Aber im nächsten Angriff schepperte es im Tor von Mirko Pantkowski. Mark Zengerle bekam zu viel Platz, kurvte im DEG-Drittel von rechts nach links, legte sich die Scheibe von der Rückhand auf die Vorderhand und schlenzte die Scheibe ins lange Eck – 4:2 (48.).
Mitten in eine Drangphase der Hausherren also das vierte Berliner Tor. Und noch in der selben Minute hätte Giovanni Fiore fast das 5:2 nachgelegt, aber die Latte stand im Weg.
Das war es dann aber auch schon fast mit der offensiven Herrlichkeit der Eisbären. Danach ging es eigentlich nur noch in Richtung Mathias Niederberger. Johannes Johannesen zog von der blauen Linie ab, Mathias Niederberger parierte, Jerome Flaake setzte nach, scheiterte am Berliner Goalie, welcher nun am Boden lag und gegen den nächsten Nachschuss von Maximilian Kammerer in die lange Ecke keine Chance – 4:3 (51.).
Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit Fehlpass von Kapitän Frank Hördler auf Matt Carey, welcher die Scheibe per Rückhand und No-Look-Pass auf Ken-Andre Olimb passte und der behielt vor Mathias Niederberger die Nerven, tanzte ihn aus und schoss ein zum 4:4 (54.).
Die Eisbären wirkten angeschlagen, bekamen keinen sauberen Pass mehr gespielt. Und die DEG hatte Oberwasser und wollte hier nun auch die drei Punkte holen. Alexander Karachun hatte den Führungstreffer drei Minuten vor dem Ende auf der Kelle, aber der Pfosten stand im Weg.
Die Eisbären eigentlich nur noch einmal gefährlich. Fiore stibitzte die Scheibe im Angriffsdrittel, zog vor das Tor, scheiterte aber an Mirko Pantkowski. So stand es nach 40 Minuten 4:4 und beide Teams hatten einen Punkt sicher.

In der Overtime waren es die Eisbären, die durch Marcel Noebels die erste dicke Chance hatten, aber er schoss knapp vorbei. Danach nur noch die DEG. Daniel Fischbuch und Nicolas Jensen scheiterten an Mathias Niederberger, aber die dritte Chance saß dann. Nicolas Jensen über rechts mit dem Querpass auf die linke Seite, wo Maximilian Kammerer lauerte und zum 5:4 einschoss. Die DEG sicherte sich den Zusatzpunkt, während die Eisbären auch die dritte Heimfahrt von einem Auswärtsspiel ohne Sieg antreten mussten.

Das muss man erst mal sacken lassen. Nach 16 Minuten sahen die Eisbären eigentlich wie der sichere Sieger aus. Sie hatten das Spiel und die DEG im Griff, führten mit 3:0. Nichts sah danach aus, als ob Düsseldorf hier noch etwas mitnehmen würde. Auch das 1:3 nahm man noch so mit. Im zweiten Drittel war es dann von beiden Seiten nicht viel, was kam. Aber die Eisbären hielten die DEG vor dem eigenen Tor in Schacht. Eigentlich hätte man im letzten Drittel nicht viel daran ändern müssen und stattdessen vielleicht auf das vierte Tor gehen müssen.
Doch unerklärlicherweise stellten die Eisbären das Eishockey spielen ein und überließen den Hausherren mehr und mehr das Spiel. Dadurch konnte die DEG Selbstvertrauen aufbauen und sich Stück für Stück zurück ins Spiel kämpfen. Weil den Eisbären nichts mehr gelang. Die Rheinländer dagegen spielten sich in einen Rausch und es hätte fast zu diesem Spiel gepasst, wenn die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis hier sogar die ganzen drei Punkte mitgenommen hätte.
Das Trainerteam um Serge Aubin wird diese Niederlage aufarbeiten müssen und wird dem Team vor allem das letzte Drittel zeigen. Aubin fiel es auf der PK nach dem Spiel auch schwer, das Spiel zu analysieren, weil er enttäuscht war. Da dürfte der Mannschaft eine ungemütliche Rückfahrt bevorstehen.
Auch Marcel Noebels war nach dem Spiel enttäuscht:

Wir haben aufgehört zu spielen. Wir haben viel zu viel Raum und Platz gelassen, wir haben den Gegner so selber wieder ins Spiel gebracht, was völlig unnötig war. Wir haben zwei Drittel wirklich sehr, sehr gutes Eishockey gespielt, aber am Ende haben wir uns selbst ins Bein geschossen. Wir haben 40 Minuten sehr, sehr gutes Eishockey gespielt. Aber wir wissen, dass 40 Minuten in dieser Liga nicht ausreichen. Wir müssen uns deswegen zum Vorwurf machen, dass wir in den letzten 20 Minuten nicht unser Spiel gespielt haben und aufgehört haben, zu laufen. Düsseldorf ist dann eine Mannschaft, die kreiert dann Torchancen und gewinnt das Spiel.

Was für eine Reaktion: Die Eisbären Berlin fegen die Kölner Haie mit 5:0 aus der Arena am Ostbahnhof

Ausgabe #2:

Diese Reaktion kann sich sehen lassen: Die Eisbären Berlin haben die erhoffte Antwort auf das 2:5 in Iserlohn gegeben. Vor 13 Pressevertretern und fünf Fotografen in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof setzten sich die Berliner verdient mit 5:0 (2:0,2:0,1:0) gegen die Kölner Haie durch und übernahmen damit wieder die Tabellenführung der Gruppe Nord. Die Schlüssel zum Sieg waren die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, das starke Penaltykilling und generell die starke mannschaftliche Leistung, mit der man auch das dritte Heimspiel der Saison für sich entschied und zudem zum zweiten Mal in Folge mit 5:0 gewinnt. Die Mercedes-Benz Arena verkommt also immer mehr wieder zur alten Festung. Und nach dem Spiel wäre heute die Arena am kochen gewesen. Denn es gibt Siege, die nimmt man als Fan einfach so mit. Aber dann gibt es auch noch Siege gegen Erzrivalen, wie es Köln nun mal ist. Diese Siege kostet man einfach nur aus. 

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin hatte eine Antwort von seiner Mannschaft nach dem Iserlohn-Spiel gefordert. Und sie kamen dem Auftrag nach. 44 Sekunden waren gespielt, da klingelte es bereits im Tor von Ex-Eisbären-Goalie Justin Pogge. Giovanni Fiore ließ auf der rechten Seite die Scheibe für John Ramage liegen, welcher zum Abschluss kam. Pogge ließ die Scheibe nur prallen, Mark Zengerle fiel sie vor die Kelle und statt zu schießen, passte er sie quer rüber auf Torjäger Matt White, welcher das leere Tor vor sich hatte – 1:0 nach 44 Sekunden.
Die Hausherren zündeten sofort den Turbo, von der ersten Sekunde an, und Lukas Reichel hätte beinahe das 2:0 nachgelegt, scheiterte aber an Pogge. Die Haie dann gleich früh mit dem ersten Powerplay nach einer Strafe gegen Ryan McKiernan. Zweimal wurde es gefährlich vor dem Berliner Tor, aber ansonsten überstanden die Eisbären die erste Unterzahl des Abends schadlos. Das war am Dienstagabend am Seilersee noch anders gewesen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

In der siebten Spielminute bekam man gleich zweimal innerhalb weniger Sekunden den selben Spielzug zu sehen. Klasse Aufbaupass aus dem eigenen Drittel heraus auf den startenden Stürmer, einmal ging es schief, einmal klingelte es im Kölner Gehäuse. Zunächst schickte Leon Gawanke Lukas Reichel auf die Reise, doch er scheiterte freistehend vor Pogge. Frank Hördler danach mit dem nächsten Sahnepass aus dem eigenen Drittel heraus in den Lauf von Parker Tuomie, welcher cool blieb und zum 2:0 traf.
Doch die Führung gab den Berlinern nicht die nötige Sicherheit. Es häuften sich die Fehler im Spielaufbau und so kam Köln zu Chancen. Zach Sill war frei durch, Mathias Niederberger stand aber im Weg. Danach mussten die Domstädter noch eine Unterzahl überstehen, was ihnen aber nicht schwer fiel, denn sie machten die Räume geschickt zu und ließen den Eisbären kaum eine Chance, in Überzahl etwas gefährliches zu kreieren.
Danach ging es immer wieder hin und her, beide Teams suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor. Dabei wirkten die Haie zielstrebiger und hatten so auch beste Chancen. Doch Köln vergab beste Möglichkeiten. Marcel Müller schoss am halbleeren Tor vorbei, Ex-Eisbär Alexander Oblinger setzte die Scheibe an den Pfosten und Marcel Barinka fand in Mathias Niederberger seinen Meister. Zwar hatten auch die Eisbären noch Chancen, aber Köln hätte sich hier durchaus ein oder sogar zwei Treffer verdient gehabt. Doch die Eisbären lagen nach 20 Minuten mit 2:0 in Front, in einem sehr guten und sehr unterhaltsamen DEL-Spiel.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Mitteldrittel begann für die Gäste aus Köln mit einer guten Chance durch Freddy Tiffels, doch der scheiterte an Niederberger und auch Ryan McKiernan tat ihm nicht den Gefallen, die Scheibe ins Tor zu schieben. McKiernan rutschte zwar Richtung Tor, aber die Scheibe kam nicht durch. Und im Gegenzug die Eisbären eiskalt. Über Mark Olver und Parker Tuomie kam die Scheibe zu Kris Foucault und der zog cool ab und ließ Pogge keine Chance – 3:0 (23.).
Auch im Mitteldrittel boten beide Mannschaften ein sehr spannendes, phasenweise hochklassiges und sehr intensives Spiel. Chancen hatten beide Mannschaften, aber irgendwie hatten die Domstädter vor dem Spiel vergessen, das Zielwasser zu trinken. Denn während ihre Chancen nicht ins Tor gingen, trafen die Eisbären. Nachdem die Eisbären zuvor schon eine Strafe schadlos überstanden hatten, mussten sie kurze Zeit später erneut mit einem Mann weniger ran. Und da stibitzte Giovanni Fiore die Scheibe und machte sich auf den Weg Richtung Justin Pogge. Vor dem Tor stoppte er, drehte sich kurz um und statt selbst abzuschließen legte er die Scheibe gut überlegt ab auf den mitgelaufenen Kapitän Frank Hördler, welcher vor dem Tor eiskalt wie ein abgezockter Torjäger blieb – 4:0 in Unterzahl (31.).
Danach sah man nicht, das Köln sich hier aufgeben würde. Trotz 0:4-Rückstandes spielten die Mannen von Ex-Eisbären-Coach Uwe Krupp weiterhin nach vorne und hatten auch Chancen. Chancen, welche auch die Berliner hatten, aber weitere Treffer sollten in diesem unterhaltsamen Mitteldrittel keine mehr fallen. Mit 4:0 ging es also in die zweite Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Für das letzte Drittel hatten sich die Haie noch einiges vorgenommen und kamen mit einem neuen Goalie zurück aus der Kabine. Justin Pogge nahm nun auf der Bank Platz, während Hannibal Weitzmann in den letzten 20 Minuten zwischen den Pfosten stand. Aber sein Einstand ins Spiel hätte nicht schlechter verlaufen können. Ganze 49 Sekunden dauerte es, da war auch Weitzmann bezwungen. Wie oft haben wir Fans immer gesungen: „Bully? Tor!, Bully? Tor! Bully, Bully, Bully? Tor! Tor! Tor!“. Daran hat man sich bei den Eisbären heute wohl erinnert. Denn Mark Olver gewann das Bully, die Scheibe kam zu Kris Foucault und der hämmerte die Scheibe per Onetimer ins Kölner Tor – 5:0 (41.).
Die Eisbären kamen wild entschlossen aus der Kabine und setzten Köln in den ersten Minuten stark unter Druck. Giovanni Fiore, der heute sehr auffällig spielte, fing einen Fehlpass der Haie ab und kam zum Abschluss, doch sein Schuss verfehlte das Tor nur denkbar knapp.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Ansonsten nutzten die Eisbären das Schlussdrittel für eine Trainingseinheit in Sachen Special Teams,  weil man da ja nach dem Iserlohn-Spiel noch Nachholbedarf hatte. Doch man überstand alle drei Unterzahlspiele im letzten Drittel dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung schadlos.
Man verpasste es dafür aber, bei zwei Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis, einen sechsten Treffer nachzulegen. Man ließ die Scheibe zwar gut laufen, aber im Abschluss haperte es dann doch. Ja, man kam zu Chancen, aber diese stellten die Kölner vor keine größeren Probleme und so überstanden die Domstädter die zwei Minuten mit zwei Mann weniger auf dem Eis schadlos. Der doppelten Überzahl ging übrigens ein übler Bandencheck von Pascal Zerressen gegen Lukas Reichel hervor. Zerressen traf Reichel deutlich mit dem Ellenbogen am Kopf, weshalb Reichel auch liegen blieb. Dennoch gab es nur zwei Minuten dafür. Aber ein nachträglichen Verfahren seitens der PENNY DEL dürfte die Kölner nicht verwundern.
Köln versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, um Mathias Niederberger wenigstens den zweiten Shutout zu Hause in Folge kaputt zu machen. Aber die Eisbären unterstützten ihren Goalie wo sie nur konnten und sicherten ihm das Zu-Null-Spiel. Am Ende stand also ein deutlicher 5:0-Heimsieg gegen Köln.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Mit einer Antwort hatte Trainer Serge Aubin gerechnet. Die Fans mit einer Reaktion. Aber dass die Eisbären auf das 2:5 in Iserlohn so reagieren würden, hatte wohl keiner geglaubt. Mit 5:0 schoss man die Kölner Haie zurück in die Domstadt und zeigte dabei vor allem vor dem Tor mal wieder die Kaltschnäuzigkeit, welche man noch am Seilersee hat vermissen lassen. Dann überstand man sämtliche Unterzahlspiele schadlos. Auch das funktionierte am Dienstagabend überhaupt nicht. Wenn man überhaupt Kritik üben möchte nach diesem Kantersieg, dann wegen der erneut zu vielen Strafen, allen voran durch Ryan McKiernan.
Zwar ließ man auch Chancen von Köln zu, aber am Ende war stets Goalie Mathias Niederberger zur Stelle und als er bereits geschlagen war, half ihm auch noch der Pfosten. An ihm sind die Kölner Spieler reihenweise verzweifelt.
Ansonsten muss man heute auch noch Spieler herauspicken nach dem Spiel. Mark Olver zum Beispiel, dem drei Torvorlagen gelangen. Oder aber Frank Hördler und Parker Tuomie mit je einem Tor und einer Vorlage, wobei Tuomie sein erstes Profi-Tor überhaupt erzielte. Und Giovanni Fiore, welcher heute sein wohl bestes Spiel im Trikot der Eisbären absolvierte. Eine Torvorlage und ein weiteres Tor, welches er mit einleitete. Und das Kuriose daran? Vor dem ersten Bully meinte „Manne“ Hönel von den Eishockey NEWS auf der Pressetribüne zu mir noch, warum spielt nicht Fabian Dietz anstelle von Fiore. Während des Spielverlaufs revidierte „Manne“ relativ schnell seine Meinung. Giovanni Fiore hatte wohl seine Ohren oben bei uns, deswegen hat er heute wohl so stark gespielt.

2:5 in Iserlohn! Vier Gegentore in eigener Unterzahl – Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele

Den Start ins Eishockey-Jahr 2021 haben sich die Eisbären Berlin sicherlich ganz anders vorgestellt. Im ersten Spiel des neuen Jahres setzte es gleich einmal die erste Niederlage. Am Seilersee kassierte man gegen die Iserlohn Roosters eine 2:5-Niederlage und holte damit erstmals keinen Punkt in dieser Saison. Letztendlich waren es die Special Teams, welche das Spiel entschieden. Iserlohn machte aus allen vier Überzahlspielen ein Tor und das letzte war dann auch noch ein Shorthander ins leere Berliner Tor. 

Für Iserlohns Verteidiger Jens Baxmann war es natürlich ein besonderes Spiel, ging es doch gegen seinen alten Club. Die ehemaliger Berliner Nummer 29 sagte im Vorfeld des Spiels bei Magenta Sport:

Berlin hat eine gut besetzte Mannschaft, aber auch wir haben eine gute Truppe. An guten Tagen ist jede Truppe schlagbar, egal wie sie heißt.

Das Selbstvertrauen war also groß beim Tabellendritten der Gruppe Nord, aber auch beim Tabellenführer aus der Hauptstadt. Leo Pföderl dazu:

Der Start war ganz vielversprechend, wir müssen nun schauen, dass es so weitergeht. Bis jetzt läuft es gut, aber wir haben noch Luft nach oben, was auch gut ist. Wir sind hier, um drei Punkte zu holen, wir wollen Gas geben. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel und nicht auf Iserlohn.

Von Beginn an Gas geben klappte nur nicht, denn eben jener Leo Pföderl rauschte nach nicht einmal zwei Minuten in den Iserlohner Torhüter Andreas Jenike und kassierte dafür zwei Minuten wegen Behinderung. Die Eisbären stellten eigentlich das beste Unterzahlspiel der Liga mit nur einem Gegentor in 18 Gelegenheiten, aber heute sollte es gleich beim ersten Powerplay der Roosters im Berliner Tor klingeln. Unübersichtliche Situation vor Mathias Niederberger, die Scheibe kam vom Schlittschuh von John Ramage vor den Schläger von Casey Bailey, welcher sich diese Chance nicht nehmen ließ und zum 1:0 einnetzte (2.). Die Eisbären waren also nach zwei Spielen ohne Gegentor aus dem Spiel heraus mal wieder bezwungen.
Danach waren die Mannen von Coach Serge Aubin um eine Antwort bemüht, aber sie taten sich schwer, die Lücke in der kompakten Iserlohner Defensive zu finden. Die Sauerländer machten die Räume eng und die gefährlichen Schusswege zu. Nach vorne machten die Spieler von Trainer Jason O’Leary nicht wirklich viel.
Es dauerte bis zur Hälfte des ersten Drittels, ehe Kapitän Frank Hördler die erste halbwegs brauchbare Chance auf das Tor der Hausherren brachte. Aber er scheiterte mit seinem Versuch von der blauen Linie. Doch nun nahm die Partie etwas Fahrt auf und auch Iserlohn kam durch Ryan Johnston und Brent Aubin zu guten Möglichkeiten, doch Ersterer schoss knapp am Tor vorbei und Letzterer scheiterte an Niederberger.
Und auf Seiten der Eisbären stellte Ryan McKiernan Andreas Jenike mit seinem Schuss vor kleinere Probleme. Der Iserlohner Schlussmann konnte die Scheibe erst im Nachfassen sichern. Die größte Chance hatte aber Matt White, welcher vier Minuten vor der ersten Pause alleine durch war, aber an Jenike scheiterte.
In der Schlussminute wurde es dann nochmal auf beiden Seiten gefährlich. Zunächst scheiterte Torschütze Casey Bailey mit seinem Onetimer von der blauen Linie an Mathias Niederberger und im Gegenzug stand Parker Tuomie die Latte im Weg.
Iserlohns Verteidiger Dieter Orendorz mit seinem Statement zu den ersten 20 Minuten bei Magenta Sport:

Wir haben das erste Tor in Überzahl geschossen. Was natürlich ganz wichtig war, früh in Führung zu gehen und ins Spiel zu kommen. Jetzt müssen wir hinten aber kompakter stehen und nicht so hektisch werden.

Das Mitteldrittel begannen die Hauptstädter in Überzahl. Durch zu viele Strafen gegen die Hausherren sollten es ganze vier Minuten am Stück mal mit einem, mal mit zwei Mann mehr auf dem Eis sein. Und beim ersten doppelten Überzahlspiel klingelte es im Tor der Roosters. Im ersten Versuch scheiterte Marcel Noebels noch, aber Lukas Reichel war zum Nachschuss parat und glich zum 1:1 aus (22.).
Die Eisbären auch im Anschluss weiter mit einem und auch zwei Mann mehr auf dem Eis, aber sie machten einfach zu wenig daraus. Chancen waren zwar da, aber entweder gingen sie vorbei oder landeten bei Andreas Jenike.
Wie man sein Powerplay eiskalt ausnutzt, zeigten dann wieder die Gastgeber, welche Mitte des zweiten Drittels mal wieder einen Mann mehr auf dem Eis hatten. Casey Bailey scheiterte noch mit seinem Onetimer an Niedeberger, ebenso Joe Whitney am Eisbären-Goalie. Den Nachschuss drückte dann aber Brent Aubin zur erneuten Roosters-Führung über die Linie (32.). Die Eisbären konnten sich zuvor eine lange Zeit nicht befreien und Iserlohn nutzte das eiskalt aus.
In der Schlussphase des Mittelabschnitts häuften sich die Strafen auf beiden Seiten. Und diesmal waren auch die Eisbären in Überzahl mal wieder erfolgreich. Matt White fand keine Anspielstation und zog stattdessen vom linken Bullykreis aus mit einem satten Handgelenkschuss ab. Der Schuss schlug im Winkel ein, da hatte Jenike keine Chance – 2:2 (37.).
Aber das Powerplay der Iserlohner war heute Abend effektiver. Kurz vor Ende durften die Hausherren mit zwei Mann mehr ran und genau in der Sekunde, als die erste Strafe gegen die Eisbären ablief, hämmerte Alexandre Grenier die Scheibe zum 3:2 ins Netz (39.). Das dritte Gegentor, das dritte Mal in Unterzahl. Dementsprechend bedient war Marcel Noebels nach dem zweiten Drittel:

Unser Überzahl ist gar nicht so schlecht. Die Chancen waren da, um noch einen nachzulegen. Aber wie das im Sport eben ist, machst du ihn vorne nicht rein, kriegst du ihn hinten rein. Wir nehmen unnötige Strafzeiten und Iserlohn bestraft das.

Das letzte Drittel begannen die Eisbären noch für 34 Sekunden in Unterzahl und Ihr ahnt schon, was nach zehn Sekunden passierte: Genau, Iserlohn mit dem 4:2. Joe Whitney wurde im Slot angespielt, stoppte die Scheibe kurz, Mathias Niederberger war schon auf dem Weg in die linke Ecke und kam so nicht mehr rechtzeitig rüber.
Doch den Gästen von der Spree bot sich schnell die Chance zur Antwort, denn nur gut zwei Minuten später bekam man selbst das nächste Powerplay. Aber das wirkte irgendwie ideenlos. Zwar hatte man Abschlüsse von Ryan McKiernan, Matt White und Leon Gawanke, aber so die richtig dicke Chance war da nicht mit bei.
Und so ging es fortan auch weiter. Iserlohn musste hier nichts nach vorne machen und zog sich so zurück. Die Eisbären fuhren immer wieder Richtung Iserlohner Tor, aber ihn fehlte die zwingende Idee, um das Spiel hier nochmal spannend zu machen und am Ende vielleicht zu drehen. Ja, sie gaben Schüsse ab (52 waren es am Ende, 25 für Iserlohn), aber es kommt eben vor allem auf die Qualität der Schüsse an. Und diese war heute nicht da. Das wirkte ein wenig planlos, wenn dann entstand mal aus Einzelaktionen was. Aber im Großen und Ganzen hatte Iserlohn keine große Mühe, das Spiel über die Zeit zu bringen. Sie verteidigten ihr Tor aber auch mit allem, was sie hatten und blockten die Schüsse. Bezeichnend für die Angriffsbemühungen der Eisbären war Giovanni Fiore vier Minuten vor dem Ende des Spiels, als er auf einmal im Slot die Scheibe bekam und frei vor Jenike stand. Diese Chance konnte er nicht nutzen, zu überrascht war er in diesem Moment wohl.
2:08 Minuten waren noch auf der Uhr, als Iserlohn die nächste Strafzeit nahm. Serge Aubin riskierte nun alles, Auszeit und Torhüter raus. Man spielte also nun Sechs-gegen-Vier, aber auch hier die Eisbären zu planlos in der Offensive. So eine richtige Schlussoffensive ließ man vermissen, die Leistungsträger schafften es nicht, das Team mitzureißen und hier noch einmal den Anschlusstreffer zu erzielen. Und als man sich einen Fehler im Angriffsdrittel erlaubte, war es jener Casey Bailey, welcher den Torreigen eröffnete, der am Ende auch den Deckel auf dieses Spiel machen sollte. Er zog aus dem eigenen Drittel ab und die Scheibe schlug im verwaisten Berliner Tor ein. Somit verloren die Eisbären auch das zweite Auswärtsspiel der Saison und stehen nach dem 2:5 am Seilersee erstmals in dieser Saison ohne Punkt nach einem Spiel da.

Im Endeffekt ist das Fazit schnell geschrieben: Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele und wenn man aus fünf Strafen und vier Unterzahlspielen vier Gegentreffer kassiert, ist die Hauptursache für die Niederlage gefunden. Was aber natürlich verwundert, kassierte man doch zuvor in 18 Unterzahlspielen nur einen Gegentreffer und stellte somit das beste Penaltykilling. Nach dem Spiel sieht das natürlich ganz anders aus und daran wird man bis zum Freitagspiel zu Hause gegen Köln auch arbeiten müssen.
Und dann muss man auch seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor wieder finden. Man muss wieder Ideen entwickeln, muss Kreativität zeigen, um die Scheiben im Tor unterzubringen. Zwar schoss man heute satte 52-mal auf das Iserlohner Tor, aber so die richtig dicken Chancen waren Fehlanzeige.
Verteidiger Kai Wissmann fasste das Spiel danach auch recht gut bei Magenta Sport zusammen:

Wir hatten einige Chancen, aber es ist einfach nichts rein gegangen. Die Special Teams haben das Spiel entschieden, wir haben in jedem Unterzahlspiel ein Tor bekommen. Das lief bisher gut, heute aber gar nicht. Daran müssen wir arbeiten.

5:0! Effiziente Eisbären lassen Krefeld keine Chance – Seit 125 Minuten ohne Gegentor

Foto: Flo Bande

Die Eisbären Berlin kommen immer besser in Fahrt. Am Montagabend gewannen die Berliner ihr zweites Saisonheimspiel gegen die Krefeld Pinguine verdient mit 5:0 (1:0,2:0,2:0) und feierten somit ihren zweiten Saisonsieg. Dabei versteckten sich die Gäste aus Krefeld keinesfalls, hatten auch Chancen, aber wer so ein schlechtes Powerplay spielt und aus den vielen Möglichkeiten kein Kapital schlägt, der braucht sich am Ende nicht wundern, wenn man mit leeren Händen da steht. Die Eisbären hingegen fanden ihre Effizienz vor dem Tor wieder. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte wieder auf Stammgoalie Mathias Niederberger zurückgreifen. Dafür fehlte Stürmer Sebastian Streu, welcher aber von Haakon Hänelt ersetzt wurde.

Duell auf Augenhöhe, aber die Eisbären mit der Führung

Foto: Flo Bande

In Wolfsburg war man müde und die Beine fehlten, sagte Serge Aubin vor dem Krefeld-Spiel. Man wolle vor dem Tor heute effizienter sein. Dementsprechend legten die Eisbären auch los und suchten sofort den Weg vor das von Ex-Eisbär Marvin Cüpper gehütete Krefelder Tor. Aber auch die Pinguine versteckten sich hier keinesfalls und so entwickelte sich in den ersten 20 Minuten ein sehr kurzweiliges Spiel mit wenig Unterbrechungen und Chancen auf beiden Seiten. Dabei wirkten die Hauptstädter etwas zielstrebiger in ihren Versuchen.
Und so war es auch kein Wunder, dass die Hausherren in Führung gingen. Acht Minuten waren gespielt, da schlug Kris Foucault eiskalt zu. Mit seinem ersten Versuch scheiterte er noch an Marvin Cüpper, dieser suchte im Anschluss die Scheibe, welche Foucault nie aus den Augen verlor und den Ex-Eisbären-Goalie tunnelte – 1:0.
Zwei Minuten später hätte ein anderer Neuzugang beinahe auf 2:0 gestellt. Giovanni Fiore ließ einen Krefelder Spieler an der Bande ganz schön alt aussehen, zog vor das Tor, aber diese feine Einzelleistung wurde nicht mit einem Tor belohnt. Direkt im Gegenzug wäre Krefeld aber fast der Ausgleich gelungen. Deren Top-Scorer Arthur Tyanulin setzte sich über rechts klasse durch, tankte sich vor das Tor und kam per Rückhand zum Abschluss. Die Scheibe blieb anschließend frei vor dem Tor liegen und hätte nur noch ins leere Tor geschossen werden müssen. Aber Ryan McKiernan war hellwach und brachte das Spielgerät aus der Gefahrenzone. Glück für die Eisbären.
Krefeld wurde nun immer besser und zeigte sich immer wieder vor dem Berliner Tor. Zudem bot sich den Seidenstädtern die Möglichkeit, in Überzahl den Ausgleich zu erzielen. Aber das Powerplay lief diese Saison bisher noch nicht so gut. So auch heute, denn mehr als ein Onetimer von Mirko Sacher kam nicht an gefährlichen Szenen dabei heraus. Doch Krefeld war auch danach weiterhin offensiv bemüht und begegnete den Eisbären sogar auf Augenhöhe. Krefeld hatte immer wieder gute Phasen, in denen sie gutes Eishockey zeigten.
Zum Ende hin die Eisbären dann mit ihrem ersten Überzahlspiel und das lief ja gerade gegen Bremerhaven sehr gut, als man zwei der drei Tore in Überzahl erzielen konnte. Doch hier klappte es noch nicht. Mark Zengerle verpasste am langen Pfosten lauernd ein klasse Zuspiel vom Torschützen Foucault, kam aber nicht richtig an den Puck heran und so ging die Scheibe knapp am Tor vorbei. Ryan McKiernan versuchte es dann nochmal von der blauen Linie, aber Marvin Cüpper war zur Stelle.
So nahmen die Eisbären eine knappe 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause. Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann war nicht unzufrieden mit den ersten 20 Minuten, aber er meinte im Interview bei Magenta Sport auch, dass man es noch besser kann:

Alles in allem war es kein schlechtes Spiel von uns, aber wir können es noch besser. Unser Torhüter ist wieder stark. Wir reden viel und unterstützen uns.

Krefeld im Powerplay harmlos, Berlin dagegen vor dem Tor effizient

Foto: Flo Bande

Im Mitteldrittel gab es auf Seiten der Eisbären aber mal wieder ein alt bekanntes Problem. Und zwar das mit der Disziplin. Ganze vier Strafzeiten kassierte man in den zweiten 20 Minuten, saß also satte acht Minuten in diesem Drittel auf der Strafbank. Aber man hatte Glück, dass das Krefelder Powerplay nun nicht gerade zu den gefährlichsten der PENNY DEL zählt.
Im ersten Überzahlspiel war es Tyanulin, welcher zweimal vor dem Tor zum Abschluss kam, aber an Mathias Niederberger scheiterte. Im zweiten Powerplay war Krefeld einfach zu hektisch, spielte das zu unsauber und kam so nur zu ein, zwei Halbchancen. So hatten die Berliner keine große Mühe, auch die insgesamt dritte Unterzahl des Spiels zu überstehen.
Aller guten Dinge sind drei? Ja, aber in diesem Fall galt das nicht für Krefeld und ihr drittes Powerplay. Sondern für die Eisbären und deren drittes Unterzahlspiel im Mitteldrittel. Ausgerechnet Constantin Braun vertändelte an der gegnerischen blauen Linie die Scheibe, Marcel Noebels zündete den Turbo und fuhr über rechts ins Angriffsdrittel rein, spielte dort den Querpass auf Matt White und der tunnelte Marvin Cüpper zum zweiten Mal an diesem Abend. Das 2:0 per Shorthander (33.).
Im vierten Überzahlspiel der Krefelder hätte es beinahe im Berliner Tor geklingelt, aber Mathias Niederberger wurde zur Krake und hechtete sensationell nach einem Zuspiel von Martin Schymainski auf Filips Buncis rüber und fischte die Scheibe weg und hinterließ verdutzte Krefelder Spieler. Was für ein Wahnsinns-Save von Niederberger.
Den Schlusspunkt in diesem zweiten Drittel setzten dann die Eisbären. Parker Tuomie spielte die Scheibe auf der linken Seite hoch zu Stefan Espeland, welcher abzog. Sein Schuss wurde noch vom Schlittschuh von Mark Olver abgefälscht und schlug hinter Marvin Cüpper ein – 3:0 (39.).
Krefeld war bedient, konnte man doch schließlich vier Überzahlspiele nicht nutzen. Die Eisbären hingegen waren eiskalt vor dem Tor oder aber, um es mit den Worten vom Trainer Serge Aubin zu sagen, effizient. Genau das forderte er von seiner Mannschaft vor dem Spiel.
Martin Schymainski war nach dem Drittel sichtlich bedient beim Interview:

Unser Überzahlspiel ist komplett schlecht gespielt, wir haben Chancen gehabt, kassieren dann aber auch noch ein Gegentor. Das darf uns nicht passieren. Wir haben noch 20 Minuten Eishockey zu spielen. Wir dürfen die Köpfe jetzt nicht hängen lassen, wir müssen jeden Check zu Ende fahren und jeden Zweikampf gewinnen. Und wir müssen Schüsse auf das Tor bringen, das machen wir auch zu wenig.

Zwei kuriose Tore sorgen für den deutlichen Heimsieg

Foto: Flo Bande

Das Schlussdrittel begannen die Berliner dann zur Abwechslung mal in Überzahl nach einer Strafe gegen Mirko Sacher mit der Schlusssirene. Und dieses sollten die Hausherren nutzen, wenn gleich man sich wahrscheinlich immer noch fragt, wie das Schlitzohr Leo Pföderl das gemacht hat. Was war passiert? Lukas Reichel zog nach einer Körpertäuschung zum Tor und kam zum Abschluss. Die Scheibe blieb im Anschluss vor dem Tor liegen und es entwickelte sich ein Gewühl, an deren Ende der am Boden liegende Leo Pföderl irgendwie die Scheibe aus dem Gewühl heraus auf seinen Schläger bekam und zum 4:0 einnetzen konnte (42.). Anhand seines Grinsen war wohl allen klar, dass er an dem „Zuspiel“ nicht ganz unschuldig war. Die beiden Hauptschiedsrichter entschieden auf dem Eis auf Tor, fuhren dennoch zum Videobeweis und konnten ihre „On-Ice-Entscheidung“ dort nicht entscheidend widerlegen, weshalb der Treffer galt.
Damit war das Spiel hier eigentlich gegessen, die Körpersprache der Frackträger sagte jedenfalls alles. Krefeld bekam dann nochmal ein Powerplay, aber es war bezeichnend, dass Jonas Müller für die Berliner die gefährlichste Chance hatte. Dagegen war das Überzahlspiel der Eisbären richtig gefährlich. Lukas Reichel scheiterte mit seinem Tip-in-Versuch, Leo Pföderl mit seinem Schuss aus dem Slot und bei Matt Whites Onetimer stand die Latte im Weg.
Krefeld kam eigentlich nur noch einmal in der 52. Spielminute durch Bindulis und in der Schlussminute zu gefährlichen Chancen, aber den Shutout von Mathias Niederberger konnten sie nicht verhindern. Aber dafür fingen sich die Pinguine drei Minuten vor dem Ende des Spiels noch den fünften Treffer ein. Und auch dieser war äußerst kurios. Kris Foucault war frei durch, Daniil Valitov konnte den Eisbären-Stürmer nur per Foul stoppen. Alle dachten nun, es gäbe einen Penalty. Aber die Scheibe war spielbar und Matt White schaltete am schnellsten, schoss sie auf das Tor und dort rutschte sie Marvin Cüpper unglücklich über die Fanghand – 5:0 (57.).

Der zweite Heimsieg also im zweiten Heimspiel. Und dieser kam dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu Stande. Das fing hinten bei einem starken Mathias Niederberger an, der alle Schüsse – und es waren angesichts der zahlreichen Überzahlspiele der Krefelder nicht wirklich viele – parieren konnte. Die Defensive der Eisbären stand wie schon gegen Wolfsburg sehr kompakt, machte die Schusswege geschickt zu und ließ Krefeld so kaum Platz für hochkarätige Chancen. Und vor dem Tor war man, wie vom Coach gefordert, sehr effizient und erzielte fünf Tore. Davon war eins in Über- und eins in Unterzahl dabei. Die Special Teams funktionieren also sehr gut bei den Hauptstädtern. Während die Eisbären eins seiner drei Überzahlspiele nutzten, überstand man alle sechs Unterzahlspiele schadlos und traf dabei sogar einmal ins Krefelder Tor.
Und auch die Neuzugänge Matt White und Kris Foucault stachen mit zwei Toren (White) und einem Tor und einer Vorlage (Foucault) hervor. Aber insgesamt war es von allen Spielern eine starke Teamleistung. Und was man auch noch hervorheben muss: Die Eisbären sind nun seit 125 Minuten ohne Gegentor in der PENNY DEL. Und wenn man dann noch bedenkt, dass Bremerhaven auch erst in der Schlussphase sein zweites Tor erzielen konnte, dann zeigt das, wie stark die Berliner Defensive in dieser Saison ist. Da werden sich noch einige Teams die Zähne dran ausbeißen.

Und was hatte Mathias Niederberger nach dem Spiel zu berichten?

Wir waren größtenteils sehr stabil, wir haben alles gegeben, kein Gegentor zu bekommen. Trotzdem haben wir uns viele Chancen erspielt und auch viele Tore gemacht. Es ist kein Geheimnis, dass man defensiv sehr stark spielen muss, um in dieser Liga Spiele zu gewinnen.

Während Mathias Niederberger also sehr zufrieden und gut gelaunt war, sah die Stimmungslage bei seinem Bruder Leon gänzlich anders aus:

Die Stimmung ist nicht so gut. Am Ende des Tages verlieren wir zu eindeutig. Wir können mit der Leistung nicht zufrieden sein. Das Powerplay reicht nicht, wir trainieren es zwar, aber wenn du sechs Chancen gegen Berlin bekommst, muss man auch mal ein Tor schießen. In den Spielen davor waren gute Ansätze dabei, welche wir mitnehmen konnten. Heute war nichts dabei, was wir mitnehmen können.

0:1 n.P.! Goalie Tobias Ancicka feiert ein starkes DEL-Debüt, doch am Ende ist das Glück auf Wolfsburger Seite

Am zweiten Spieltag hat es bereits die erste Saisonniederlage für die Eisbären Berlin gesetzt. Mit 0:1 (0:0,0:0,0:0/0:0,0:1) n.P. unterlag man bei den Grizzlys Wolfsburg, bleibt aber nach regulärer Spielzeit ungeschlagen. Es war ein trotz der fehlenden Tore sehr interessantes, hart umkämpftes und vor allem sehr spannendes Spiel, an deren Ende beide Mannschaften hätten gewinnen können. Am Ende lag es an Kleinigkeiten, welche den Ausschlag gegeben haben. Und Penaltyschießen ist eben eine Glücks-Lotterie, in der mal das eine und mal das andere Team gewinnt. 

Eisbären-Coach Serge Aubin hatte für das Gastspiel in der Autostadt einen deutlich volleren Kader zur Verfügung als noch gegen Bremerhaven. Stefan Espeland und Jonas Müller kehrten in der Defensive ins Lineup zurück, Nino Kinder und Marcel Noebels in der Offensive. Dafür waren Eric Mik und Haakon Hänelt nicht mit dabei. Und auch Stammgoalie Matthias Niederberger musste kurzfristig aufgrund von leichten Muskelproblemen passen. Für ihn rückte Youngster Tobias Ancicka zwischen die Pfosten und feierte so sein DEL-Debüt.

Hinein ins Duell, welches in den ersten 20 Minuten jetzt kein Eishockey-Leckerbissen war. Wolfsburg war optisch gesehen die aktivere Mannschaft, welche auch mehr Schüsse auf das Tor ab gab als die Berliner. Die Hauptstädter hatten aber das erste Powerplay der Partie und am Freitag gegen Bremerhaven war das ja einer der Schlüssel zum Auftaktsieg. Doch dieses Überzahlspiel sorgte für keinerlei Gefahr. Zwar fand man in die Formation, aber Wolfsburg stand in der Box sehr kompakt und ließ keinen Schuss zu. Stattdessen wären die Niedersachsen sogar beinahe in Führung gegangen. Doch Max Görtz scheiterte mit seinem Alleingang am starken Goalie Tobias Ancicka.
Kurz darauf auch Wolfsburg mit seinem ersten Powerplay, aber auch hier ließ das Penaltykilling der Eisbären keine gefährliche Chance zu.
Die Eisbären fanden erst nach dem Powerbreak besser rein ins Spiel, wirkten fortan aggressiver und druckvoller. Doch weiterhin waren es die Hausherren, welche offensiv Akzente setzen konnten. Konter der Grizzlies, Garrett Festerling mit dem Querpass auf Phil Hungerecker, aber auch hier war erneut Tobias Ancicka zur Stelle.
Richtig brandgefährlich vor dem Tor wurde es erst in der Schlussminute des Auftaktdrittels. Zunächst scheiterten Giovanni Fiore und Kris Foucault anschließend im Nachschuss an Wolfsburgs Goalie Dustin Strahlmeier. Und auf der Gegenseite zog Matti Järvinen nach Abstimmungsproblemen im Slot ab, verfehlte das Tor aber denkbar knapp. So ging es torlos in die erste Drittelpause.
Max Görtz, mit zwei Toren und einem Assist Matchwinner beim ersten Saisonspiel gegen Krefeld, mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport:

Wir sind hart raus gekommen und haben uns Chancen erspielt. In den letzten fünf Minuten war Berlin dann besser drin. Aber insgesamt ein gutes Drittel von uns.

Das zweite Drittel begann sehr offensiv und mit viel Tempo. Beide Mannschaften spielten sofort offensiv und kamen zu guten Chancen. Doch auf Wolfsburger Seite vergaben Jeff Likens und Max Görtz, auf Berliner Seite waren es Giovanni Fiore und Kris Foucault, welche beste Chancen ausließen.
In der 26. Spielminute war Dustin Strahlmeier dann aber endlich mal geschlagen, doch der Pfosten hatte etwas gegen die Berliner Führung. Glück für Wolfsburg!
Und weiter ging das Chancen-Festival. Marcel Noebels setzte sich mit einem tollen Move vor dem Tor durch, scheiterte aber denkbar knapp. Auf der Gegenseite stand den Niedersachsen der Torschrei bereits ins Gesicht geschrieben. Aber die Latte hatte etwas gegen einen Treffer von Jordan Boucher. Dieser wollte Ancicka umkurven, tat dies auch, aber setzte die Scheibe dann an die Latte.
Mitte des zweiten Drittels die dicke Chance für die Hauptstädter zur Führung, denn man war für fast zwei Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch auch das konnten die Berliner nicht nutzen. Stefan Espeland scheiterte mit seinem Schuss von der blauen Linie, Matt White setzte die Scheibe an die Latte.
Die Grizzlies dann aber auch mal mit einer doppelten Überzahl, welche aber nur 25 Sekunden lang war. Das verteidigten die Eisbären sehr stark und auch die einfache Unterzahl im Anschluss wurde in der Box sauber verteidigt. So stand also auch nach 40 Minuten die Null auf beiden Seiten.
Matt White meinte nach dem zweiten Drittel, dass es lediglich Kleinigkeiten sind, welche man besser machen muss. Vor allem im Abschluss vor dem Tor.

Und das galt für beide Mannschaften. Wolfsburg hatte im Schlussdrittel die erste Chance, als Anthony Rech im Slot frei gespielt wurde, aber erneut in Tobias Ancicka seinen Meister fand. Fortan ging es hin und her mit mehr Abschlüssen der Eisbären. Nur das Zielwasser hatten beide Teams vergessen, zu trinken.
Die Hausherren hatten dann gegen Mitte des letzten Drittels erneut ein Powerplay, aber das Penaltykilling der Eisbären lieferte heute eine starke Leistung und überstand so auch diese Unterzahlsituation.
Je näher das Spielende rückte, desto spannender wurde es. Und mit jedem Angriff wollten die Teams die Entscheidung herbei führen. Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit waren es die Grizzlies, welche einen Konter fuhren, den scharfen Querpass von rechts vor das Tor spielten, wo Phil Hungerecker zum Abschluss kam, aber an Ancicka scheiterte.
In der Schlussphase überschlugen sich die Chancen dann nochmal. Lukas Reichel, Leo Pföderl und Matt White im Nachschuss scheiterten allesamt mit ihren Möglichkeiten. Bei Wolfsburg war es Fabio Pfohl, welcher mit seinem Rückhandversuch kein Glück hatte. Es stand also auch nach 60 Minuten die Null auf beiden Seiten und es ging in die Verlängerung.

Und auch diese hatte es in sich. Hohes Tempo und Chancen hüben wie drüben. Wolfsburg war kurz vor dem Siegtor, aber Leon Gawanke klärte in letzter Sekunde mit dem Schlittschuhe vor der Torlinie. Und auf der anderen Seite war es Matt White, der am Außenpfosten scheiterte und so die Chance auf den Zusatzpunkt für die Berliner vergab.
Da nach fünfminütiger Verlängerung noch immer keine Entscheidung gefallen war, musste das Penaltyschießen über den Sieger entscheiden.

Und da trafen auf Wolfsburger Seite Matti Järvinen, welcher Tobias Ancicka umkurvte, und Fabio Pfohl, welcher per Rückhand einnetzte. Auf Seiten der Berliner vergaben Kris Foucault und Marcel Noebels, weshalb der Zusatzpunkt in der Autostadt blieb.

Eine Niederlage, die zwar am Ende weh tut, aber auch kein Beinbruch ist. Beide Mannschaften haben viel investiert, sind viel Schlittschuhe gelaufen und haben sich Chancen heraus gespielt. Vor dem Tor fehlte dann eben auf beiden Seiten das nötige Quäntchen Glück. In der Defensive standen beide sehr gut, machten die Räume immer wieder geschickt eng und machten somit die gefährlichen Schusszonen zu. Das Powerplay verpuffte so auch ohne Erfolg, während die Special Teams in Unterzahl eine starke Leistung zeigten. Das Penaltyschießen ist am Ende dann eben immer eine Lotterie, bei der Wolfsburg am Ende das glücklichere Ende auf seiner Seite hatte.

Eisbären-Goalie Tobias Ancicka sagte nach seinem ersten DEL-Spiel:

Es ist natürlich ärgerlich, im Penaltyschießen zu verlieren. Die Jungs haben einen guten Job gemacht und mir so einen leichten Job verschafft. Als ich erfahren habe, dass ich spielen würde, hatte ich schon Schmetterlinge im Bauch. Dustin Strahlmeier hat einen überragenden Job gemacht. Am Ende war das Glück auf Wolfsburger Seite.

Und was sagte sein Gegenüber Dustin Strahlmeier, welcher heute sein DEL-Debüt für Wolfsburg gab?

Großes Lob an die Mannschaft. Wir haben ein paar Leute im zweiten Drittel verletzt verloren. Berlin war im zweiten Drittel stark und dominant. Beide Torhüter waren stark. Die Punkteteilung am Ende war mehr als gerecht. Ein Shutout ist das Schönste, was es gibt, den nimmt man gerne mit. Aber in so einer verkürzten Saison sind die Punkte zu Beginn sehr wichtig.

3:2! Matt White und Kris Foucault führen die Eisbären Berlin zum Auftaktsieg gegen die Fischtwon Pinguins Bremerhaven


Ausgabe #1:

286 lange Tage sind seit dem letzten Eishockeyspiel in der Mercedes-Benz Arena vergangen. Damals wie heute hieß der Gegner Fischtown Pinguins Bremerhaven und genau wie an jenem 08. März 2020 gewannen die Eisbären das Spiel. Am Frauentag mit 4:3, heute mit 3:2. Vor „ausverkauftem“ Haus (16 Pressevertreter und sechs Fotografen, mehr sind in Corona-Zeiten nicht erlaubt) sahen eine sehr spannende und hart umkämpfte Partie, in der noch nicht alles rund lief, aber am Ende die Eisbären als Sieger vom Eis gingen. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin hatte eine Rumpftruppe zur Verfügung, fehlten doch Jonas Müller, Stefan Espeland, Nino Kinder, Thomas Reichel, Sean Backman, Fabian Dietz und Marcel Noebels. Dafür standen die Neuzugänge Mathias Niederberger, Tobias Ancicka Leon Gawanke, Mark Zengerle, Parker Tuomie, Giovanni Fiore, Haakon Hänelt, Matt White und Kris Foucault im Kader.

Blitzstart der Eisbären, aber Bremerhaven schlägt zurück

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Einiges also neu im Berliner Team und dementsprechend engagiert gingen sie von der ersten Sekunde an zu Werke. Die Hausherren kamen wie die Feuerwehr aus der Kabine und hätten bereits nach 22 Sekunden in Führung gehen können. Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen, Fiore fälschte ab und lenkte die Scheibe so an die Latte. Und die erste Minute war noch nicht um. 48 Sekunden waren gespielt, als Maxime Fortunus die erste Strafzeit des Spiels wegen Beinstellens kassierte. Powerplay also für unsere Jungs, ein Sorgenkind im MagentaSport-Cup. So aber nicht heute. Man fand direkt die Formation und nach 121 Sekunden im Spiel fiel das 1:0. Über Ryan McKiernan und Matt White kam die Scheibe an den rechten Bullykreis zu Kris Foucault und der zog direkt ab. Sein Onetimer schlug hinter Bremerhavens neuem Goalie Brandon Maxwell ein – 1:0 (3.). Foucault machte also gleich im ersten Spiel das, wofür man ihn nach Berlin holte.
Bremerhaven hatte anfangs sichtlich Probleme mit dem aggressiven Forecheck der Eisbären und kam erst nach einem Fehler der Berliner zur ersten Chance durch Jan Urbas, der den Abschluss bei einem Zwei-auf-Eins-Konter suchte, doch scheiterte. Aber nun kamen die Gäste von der Küste immer besser ins Spiel und holten sich immer mehr Spielanteile. Das Spiel verlagerte sich nun mehr und mehr ins Berliner Drittel, doch die Defensive stand kompakt und die Kommunikation funktionierte reibungslos.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Mitte des ersten Drittel kassierten die Eisbären durch Sebastian Streu die erste Strafe wegen Haltens. Die Berliner also erstmals in Unterzahl und in Überzahl zeigte die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch, wie stark sie mit einem Mann mehr ist. Zwei Chancen blieben noch ungenutzt, aber die dritte saß dann. Niklas Andersen mit dem Zuspiel von links vors Tor, wo Carson McMillan per Tip-in zum 1:1 ausgleichen konnte – 1:1 (12.). John Ramage konnte ihn nicht entscheidend am Abschluss hindern.
Der Ausgleich gab Bremerhaven noch mehr Selbstvertrauen und die Gäste hatten das Spiel weiterhin im Griff, hatten auch Chancen, aber Matthias Niederberger ließ keinen weiteren Treffer mehr zu.
Nun wachten die Eisbären wieder auf und befreiten sich von der Umklammerung der Gäste von der Küste. Die Gastgeber tauchten jetzt auch wieder vor Brandon Maxwell auf, doch auch der Bremerhavener Goalie ließ nichts mehr zu. Zum Ende hin überstanden die Hauptstädter noch ein Unterzahlspiel und hatten durch John Ramage sogar eine Unterzahlchance, welche Brandon Maxwell im Nachfassen zu Nichte machte. So ging es leistungsgerecht mit 1:1 in die erste Drittelpause.

Ein Drittel ganz im Zeichen der Special Teams

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zu Beginn des zweiten Drittels ging es zunächst hin und her, Bremerhaven setzte die ersten beiden Schüsse ab, welche aber keine Gefahr für Matthias Niederberger dar stellten. Die Gäste setzten auch auf der Strafbank die ersten Akzente, kassierte Bremerhaven doch gleich zwei Strafen nacheinander. Das erste Powerplay war kaum abgeklungen, da wanderte der nächste Fischtown-Spieler in die Kühlbox. Dabei war das erste Überzahlspiel das gefährlichere der Eisbären. Mark Zengerle scheiterte vor dem Tor an Brandon Maxwell und John Ramage scheiterte gleich mit drei Versuchen. Dagegen war das zweite Powerplay eher unsauber gespielt und so war es Leo Pföderl, welcher erst elf Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Bremerhaven den ersten und einzigen Schuss im zweiten Powerplay des Mitteldrittels absetzen konnte.
Aber auch Bremerhaven kam in den zweiten 20 Minuten zu einem Powerplay und das war richtig gefährlich. Jan Urbas und Carson McMillan mit dicken Möglichkeiten, aber auf der Gegenseite auch Kapitän Frank Hördler, welcher in Unterzahl für die Eisbären eine große Chance hatte. Alle Chancen blieben jedoch ungenutzt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im Mitteldrittel waren es vor allem die Überzahlspiele, welche für Torgefahr sorgten. So auch beim nächsten Powerplay der Fischtowns, als deren Ex-Kollege Mark Zengerle auf die Strafbank wanderte. Dominik Uher scheiterte von rechts, Ziga Jeglic tankte sich vor das Tor und wollte Matthias Niederberger düpieren, scheiterte aber ebenso wie Maxime Fortunus mit seinem Versuch von der blauen Linie.
Das letzte Powerplay im zweiten Drittel gehörte dann den Hausherren und da klingelte es im Bremerhavener Tor. Eine Kombination der drei Neuzugänge Kris Foucault, Mark Zengerle und Matt White führte zur erneuten Berliner Führung. Mark Zengerle passte die Scheibe von hinter dem Tor hoch an den linken Bullykreis zu Matt White, welcher nicht lange fackelte und den Puck zum 2:1 im rechten Winkel versenkte (38.). Somit nahmen die Berliner eine knappe Führung mit in die Kabine.

Am Ende wurde nochmal gezittert

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Schlussdrittel begann mit 14 Sekunden Vier gegen Vier, danach hatte die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch noch gut eine Minute einen Mann mehr auf dem Eis, sollte daraus aber nichts machen.
Die erste dicke Chance im letzten Abschnitt hatten die Berliner. Ryan McKiernan mit dem Auge und dem Sahnepass von der blauen Linie vor das Tor, wo Kris Foucault lauerte, aber an Brandon Maxwell scheiterte.
Wenig später kassierte Frank Hördler die nächste Strafe der Partie und die Special Teams, welche heute viel Zeit bekamen, durften wieder ran. Dominik Uher und Miha Verlic hatten Möglichkeiten, konnten aber Matthias Niederberger nicht überwinden. Kaum wieder vollzählig, lief Hördler alleine auf Maxwell zu, aber der Aufschrei der Ticker-Tribüne schien ihn aus dem Tritt gebracht zu haben und ein Bremerhavener Spieler konnte in letzter Sekunde den Schläger dazwischen bekommen und spitzelte ihm die Scheibe von seiner Kelle.
Die Eisbären wollten in den letzten 20 Minuten für die Vorentscheidung sorgen, während Bremerhaven natürlich seine Chance auf den Ausgleich suchte. So entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, aber es waren die Berliner, welche der Vorentscheidung ein Stück näher kamen. Matt White mit dem klasse Zuspiel aus der linken Bandenrundung auf Leo Pföderl, welcher viel Zeit und Platz hatte. Pföderl zog ab und vollendete eiskalt durch die Schoner von Maxwell – 3:1 (52.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären konzentrierten sich nun auf die Defensive, weil ihnen klar war, was in der Schlussphase passieren würde: Bremerhaven rannte noch einmal an, machte noch einmal Druck und hatte drei Minuten vor dem Ende des Spiels auch nochmal eine Überzahlchance. John Ramage leistete sich einen Stockschlag und bekam dafür zwei Minuten von den Hauptschiedsrichtern Marc Iwert und Bastian Steingross. Und Powerplay ist eine Parade-Disziplin der Pinguins. Vladimir Eminger, Ziga Jeglic und zweimal Miha Verlic scheiterten mit besten Chancen. So blieb das Powerplay ungenutzt. Der Druck war aber am Ende so groß, dass Bremerhaven doch noch zuschlagen sollte. Goalie Brandon Maxwell war inzwischen vom Eis, als Niklas Andersen direkt nach einem gewonnenen Bully in der Angriffszone abzog und Matthias Niederberger damit überraschte – 3:2, 33,3 Sekunden vor der Schlusssirene.
Bremerhaven schnupperte nun wieder am Ausgleich und Thomas Popiesch rief seine Jungs 23,2 Sekunden vor dem Ende noch einmal zu sich, um ihnen letzte Anweisungen mit auf den Weg zu geben. Doch die Eisbären verteidigten das sehr leidenschaftlich. Sie warfen sich in die Schüsse und blockten die Versuche der Fischtown-Spieler und brachten so das knappe 3:2 über die Zeit. Somit landen die ersten drei Punkte auf dem Konto der Berliner.

Ein unerwarteter Auftaktsieg

Punkte, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hatte. Zum einen, weil man in der Vorbereitung große Probleme hatte, während Bremerhaven eine der großen Überraschungen im MagentaSport-Cup war. Zum anderen, weil die Berliner mit einer arg dezimierten Truppe antreten mussten. Es sprach also vieles vor dem Spiel für Bremerhaven. Aber die Eisbären kämpften von der ersten Sekunde an leidenschaftlich und als Team, zeigten großen Kampfgeist und unbändigen Willen. Dass sie heute das Eis im ersten Saisonspiel als Sieger verlassen wollten, wurde bereits in der ersten Spielminute deutlich.
Und dann wären da auch noch die drei Neuzugänge, welche erst vor kurzem verpflichtet wurden. Matt White avancierte mit drei Scorerpunkten (ein Tor/zwei Assists) zum Matchwinner, Kris Foucault sammelte zwei Scorerpunkte (1/1) und erzielte das erste Saisontor der Berliner. Und auch der Dritte im Bunde, Giovanni Fiore, wusste zu überzeugen und zeigte, dass er genau wie White und Foucault der Unterschiedspieler sein kann.
Klar, alles funktionierte noch nicht reibungslos, was aber im ersten Saisonspiel völlig normal ist. Aber im Vergleich zum MagentaSport-Cup zeigte sich die Defensive deutlich verbessert, die Mannschaft spielte als solche zusammen und kämpfte als Einheit um den Sieg und die drei Punkte. Und das Sorgenkind Special Teams war am Ende der Schlüssel zum Sieg. Zwei Powerplaytore sicherten am Ende drei enorm wichtige Punkte zu Beginn einer ganz besonderen Saison.

Kuriositäten am Rande des Spiels: 

In dieser Saison ist alles anders als sonst. Es sind keine Zuschauer in den Arenen der Liga, was dazu führt, dass man auf dem Eis die Gespräche der Spieler deutlich verstehen kann, was sicherlich auch mal ganz interessant ist. Angesichts der Corona-Pandemie sind die Spieler angehalten, auf Faustkämpfe zu verzichten. Wer die Handschuhe fallen lässt, darf duschen gehen. Ryan McKiernan wollte sich heute im ersten Drittel Niklas Andersen vorknöpfen, nachdem dieser nach Abpfiff noch zum Schuss ansetzte. Einer der beiden Hauptschiedsrichter brüllte ihm nur ein „No“ zu und man sah, wie schnell McKiernan sein Vorhaben sein ließ. 

Und Stadionsprecher Uwe Schumann muss sich auch noch an die neue Atmosphäre gewöhnen. Da brachte er mal eben die Tore durcheinander und wollte nach dem Treffer zum 2:1 den Eisbären diesen nicht zu gestehen und wollte „Eisbären eins“ sagen. Und nach der ersten Drittelpause wollte er die Fans auf den Gängen und an den Gastronomieeinrichtungen daran erinnern, dass das Spiel in Kürze weitergeht. Im fiel dann aber relativ schnell auf: „Ach ne, die haben ja geschlossen. Liebe Pressevertreter, kommt wieder rein, es geht in Kürze weiter.“ 

Diese Zeiten sind für alle ungewöhnlich, solche Momente bringen einen dann aber zum schmunzeln. Aber dennoch war die Botschaft der Eisbären Berlin während des ersten Saisonspiels deutlich:

Foto: eisbaerlin.de/walker

Nächster Halt Playoffs: Die Eisbären Berlin gewinnen am Frauentag zu Hause vor ausverkauftem Haus gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven

Wie zu erwarten, war die Mercedes Benz Arena am Ostbahnhof beim 4:3-Heimsieg im letzten Spiel der diesjährigen Hauptrunde gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven ausverkauft. Der heutige Kader war fast unverändert zum Spiel gegen Köln, lediglich Constantin Braun gab nach seiner Verletzungspause sein Comeback für den gesperrten Jonas Müller. Dieser wurde vor Beginn des Spiels trotzdem für einen Meilenstein während der laufenden Saison geehrt, ebenso wie Kai Wissmann, Frank Hördler, André Rankel, Florian Kettemer, Constantin Braun, Marcel Noebels und Leo Pföderl. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Neben „Tine“ Braun kehrte auch Justin Pogge in den Kader der Eisbären zurück, John Ramage und Maxime Lapierre wurden weiterhin vom Trainer geschont. Hinein ins erste Drittel, welches gleich zu Beginn ereignisreich werden sollte, denn Tomas Pöpperle wurde gleich zweimal von Florian Kettemer und Austin Ortega geprüft, fing jedoch souverän. In der sechsten Minute schlug es dann doch hinter ihm ein, Frank Hördler zog von der blauen Linie ab, sah Louis-Marc Aubry im Slot stehen, der hielt den Schläger einfach nur hin und brachte die Eisbären gekonnt in Führung – 1:0.
Doch schon 32 Sekunden später wendete sich das Blatt: Die Eisbären verloren den Puck im eigenen Drittel, Carson McMillan nutzte dies eiskalt aus und versenkte den Puck unhaltbar im Tor von Pogge. Das wollten die Eisbären so nicht stehen lassen. Nur 77 Sekunden später spielte Marc Olver einen guten Pass auf Ortega, welcher die Scheibe gekonnt im langen Eck unterbrachte – 2:1 (7.).
Und was machte heute die Disziplin der Eisbären? Bis zu neunten Minute war alles gut, doch dann musste Braun wegen Beinstellens in die Kühlbox. Das Unterzahlspiel der Eisbären überzeugte aber auch heute wieder. Was in Unterzahl gut lief, klappte bei gleicher Spieleranzahl dafür weniger. In der 13. Spielminute leistete sich Eric Mik im eigenen Drittel einen Fehlpass, Mark Zengerle war der Nutznießer aus dieser Situation und schloss eiskalt zum 2:2 ab.
Nach dem Ausgleich erspielten sich die Gäste ein leichtes Übergewicht, welches am Spielstand nach den ersten 20 Minuten nichts ändern sollte. Austin Ortega sorgte hingegen kurz vor Ende des ersten Drittels für einen Aufreger: Er checkte Corey Quirk unsanft in die Bande und bekam dafür, leider verdient, ein 2+10-Minuten-Strafe.

Die Gäste aus dem hohen Norden kamen übermotiviert aus der Kabine. Gleich zu Beginn musste sich

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Justin Feser wegen eines Stockschlags abkühlen. Die Eisbären konnten dieses Powerplay nicht nutzen, stattdessen ein Spiegelbild zum Freitagsspiel in Köln: Erneut sorgte der „Sünder“ für ein Tor des Gegners. Er verwertete einen guten Querpass von Ross Mauermann zum 2:3 (24).
Doch darauf sollten Eisbären eine Antwort haben. In der 29. Minute spielte Justin Pogge einen klasse Aufbaupass auf Mark Olver, der nach alter Bauerntrickmanier das Tor umrundete und mit der Rückhand die Scheibe im Tor unterbrachte- 3:3.
Bremerhaven wollte direkt wieder antworten, doch Pogge hielt die Schoner zusammen. Stattdessen sollten die Eisbären „laut“ werden: Ryan McKiernan passte toll auf Pföderl, der hinter Pöpperle einnetzte- 4:3 (30.).
Im Anschluss ging es hin und her, aber die Chancen auf beiden Seite blieben ungenutzt. Auch Bremerhaven hatte heute so seine Schwierigkeiten mit der Disziplin, denn Will Weber checkte Landon Ferraro unschön in die Bande und musste ebenfalls für 2+10 Spielminuten pausieren.
Mit einer Ein-Tore-Führung ging es für die Gastgeber in die zweite Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im letzten Drittel drängte Bremerhaven dann erneut auf den Ausgleich, doch die Defensive der Eisbären stand hinten sicher und wusste dies zu verhindern. Das Spiel sollte im „Stehen“ enden, denn die Fans der Eisbären trugen ihre Mannschaft zum Sieg und auch die Mitgereisten von der Küste unterstützen ihre Team lautstark.

Was nehmen die Eisbären aus diesem Spiel mit in die Playoffs? Defensiv kompakt stehen, von der Strafbank fernbleiben und der unbändige Wille zum Sieg könnten die Eisbären erfolgreich durch den Kampf um die Meisterschaft führen. Die erste Station auf diesem Weg ist schon übernächste Woche die Düsseldorfer EG, welche ein sehr unbequemer Gegner für die Berliner werden könnte, denn drei der vier Hauptrundenspiele konnten die Rheinländer für sich entscheiden. Doch mit Headcoach Serge Aubin ist den Hauptstädtern viel zuzutrauen…

Autor: Steffi

Der Krupp-Effekt: Auch die Eisbären Berlin können die Kölner Haie nicht stoppen

In Köln werden sich die Verantwortlichen wohl gerade mächtig in den Hintern beißen. Sie werden sich immer wieder diese eine Frage stellen: Warum haben wir Uwe Krupp nicht schon früher verpflichtet? Der ehemalige Kölner und Berliner Chefcoach hat die Kölner Haie wieder zurück in die Erfolgsspur gebracht, die 17 Spiele andauernde Niederlagenserie beendet und seine ersten vier Spiele als neuer alter Trainer siegreich gestaltet. Einen Spieltag vor dem Ende der diesjährigen Hauptrunde haben die Domstädter nur noch vier Zähler Rückstand auf den Zehnten Augsburg, dort wo die Haie am Sonntag zu Gast sind. Es hätte DAS Endspiel um Platz Zehn sein können.

So haben die Haie ihr letztes Heimspiel der DEL-Saison 2019/2020 vor 16.137 Zuschauern in der Lanxess-Arena mit 5:3 (2:0,0:0,3:3) gegen die Eisbären Berlin gewonnen und einen versöhnlichen Abschied mit den eigenen Fans gefeiert. Die Hauptstädter hinterlassen dagegen weiterhin Fragezeichen so kurz vor dem Beginn der Playoffs.

Die Berliner, welche auf Justin Pogge, John Ramage und Maxim Lapierre freiwillig und auf PC Labrie (dritte Disziplinarstrafe) unfreiwillig verzichten mussten, fanden schwer ins Spiel, kamen erst im weiteren Spielverlauf besser ins Spiel und brachten sich im Schlussdrittel dann auch dreimal auf den Videowürfel. Aber in den gesamten 60 Minuten kassierte man erneut zu viele Strafzeiten, Jonas Müller sogar eine Spieldauer, welche allerdings gerechtfertigt war. Dabei hatte Chefcoach Serge Aubin nach dem Schwenningen-Spiel auf der Pressekonferenz noch gesagt, man müsse die Strafzeiten dringend reduzieren. Nur hat er das auch seiner Mannschaft gesagt? Dem Spiel zu Folge kann die Antwort nur nein lauten. Es muss die Frage gestellt werden, wie das erst werden soll, wenn es um richtig etwas geht? Sind wir mal ehrlich, das Spiel heute hatte für beide Mannschaften keine wirklich große Bedeutung. Ja, Köln wollte sich mit einem Sieg von den enttäuschten Fans verabschieden. Aber die Eisbären hatten eigentlich nur noch theoretische Chancen auf Platz Zwei oder Drei. Warum man dann also in so einer Partie derart viele Strafzeiten nimmt, muss man den Fans erst einmal erklären.

Den Beginn in dieses bedeutungslose Spiel verschlief man schon einmal. Köln kam frischer und aktiver aus der Kabine, bestimmte das Spiel in der Anfangsphase. Und schon nach drei Minuten ließ man die Haie-Fans ein erstes Mal an diesem Abend jubeln. Ex-Eisbär Alexander Oblinger machte die Scheibe hinter dem Tor fest, spielte sie vors Tor in den Slot, wo Zach Sill lauerte. Dieser hatte zu viel Platz, nahm den Pass direkt und nagelte den Puck unter die Latte – 0:1 (3.).
Die Hauptstädter hatten ihren ersten Abschluss nur eine Minute später, dieser hatte es aber in sich. Kai Wissmann hatte von der blauen Linie abgezogen, Louis-Marc Aubry fälschte den Schuss vor dem Tor noch ab und lenkte ihn so an die Latte. Glück für die Hausherren. Die bestimmten danach aber wieder das Geschehen auf dem Eis, störten die Berliner mit ihrem aggressiven Forechecking früh im Spielaufbau. Ihre Chancen konnten die Haie aber nicht nutzen.
Mitte des ersten Drittels wurden die Eisbären dann aktiver und etwas besser, aber Aubry scheiterte freistehend vor Hannibal Weitzmann am selbigen, James Sheppard schoss kurz danach knapp am Tor vorbei. Aber die Kölner hatten weiterhin die besseren Chancen. Freddy Tiffels verlud Sebastian Dahm im Eisbären-Tor, doch sein Schuss ging letztendlich nur an den Pfosten. Eine Minute später zielte Oblinger genauer. Die Domstädter kamen schnell ins Angriffsdrittel, Tiffels diesmal als Vorlagengeber mit dem Querpass auf Oblinger. Der nahm den Puck an und versenkte ihn eiskalt im Berliner Tor – 0:2 (14.).
Die Eisbären dann mal mit einer Überzahlgelegenheit gegen das schlechteste Unterzahlspiel der Liga, aber selbst dieses konnte man nicht überwinden. Doch eine Chance sollte sich den Eisbären noch bieten. Frank Hördler schickte kurz vor der Pause Lukas Reichel mit einem klasse Pass auf die Reise, Pascal Zerressen konnten den Youngster nur per Beinstellen stoppen. Die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Gordon Schukies entschieden folgerichtig auf Penalty, zu dem Reichel selbst antrat, aber an Hannibal Weitzmann im Kölner Tor scheiterte. So lagen die Berliner nach dem ersten Drittel mit 0:2 in Köln hinten.
Kapitän André Rankel mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten bei Magenta Sport:

Wir haben die ersten zehn Minuten nicht Eishockey gespielt. Wir waren nicht aggressiv genug, haben uns nicht unterstützt, sind nicht gelaufen. Wir wollten es ein bisschen zu einfach. Wir wollen uns gut auf die Playoffs vorbereiten, 40 Minuten heute und ein Spiel haben wir dafür noch Zeit. Du willst dich vorbereiten, willst im Rhythmus bleiben, die Kleinigkeiten richtig machen. Das haben wir in den ersten zehn Minuten nicht gemacht.

Ins Mitteldrittel fanden die Berliner dann besser als noch zu Beginn des Spiels. Sie waren präsenter und hatten Zug zum Tor. Doch danach nahm man wieder zu viele Strafzeiten. Genau das, was man eigentlich abstellen wollte, passierte heute schon wieder. In einem eigentlich bedeutungslosen Spiel.
Aber das Penaltykilling bewies einmal mehr, dass es sehr gut funktioniert. Und mit einem Mann weniger hatte man zum Beispiel auch Chancen, so traf Landon Ferraro bei einem Zwei-auf-Eins-Konter nur die Latte. Aber auch Köln hatte durchaus Chancen, die beste durch Colin Ugbekile, aber Sebastian Dahm war mit dem Schoner zur Stelle und parierte diesen Schuss sehr stark.
Gegen Ende des Mitteldrittels kassierte Eisbären-Verteidiger Jonas Müller vollkommen zu Recht eine Spieldauerdisziplinarstrafe nach einem Check gegen den Kopf des Kölner Verteidigers Kevin Gagné. Dieser Check könnte unter Umständen noch eine Sperre der DEL nach sich ziehen, was im Hinblick auf die Playoffs natürlich nicht so gut wäre. Aber das Penaltykilling der Eisbären funktionierte weiterhin, viel ließen sie nicht zu, auch nicht beim 72 Sekunden langen doppelten Unterzahlspiel.
Und vorne vergaben die Hauptstädter in diesem Drittel auch noch beste Möglichkeiten. Austin Ortega zum Beispiel, welcher völlig frei vor Weitzmann stand, sich die Ecke aussuchen konnte, aber drüber schoss. Und Marcel Noebels probierte es auf die kurze Ecke, aber Weitzmann parierte diesen Schuss irgendwie.
So stand es also auch nach 40 Minuten immer noch 2:0 für die Haie.

Zu Beginn des Schlussdrittels hatten die Domstädter noch 50 Sekunden Überzahl von der Spieldauer gegen Müller, aber sie konnten keinen Nutzen daraus ziehen. Und dann waren die Eisbären plötzlich wieder im Spiel. Innerhalb von 79 Sekunden glichen die Berliner aus. Zunächst war es Leo Pföderl gewesen, der auf 1:2 verkürzen konnte (44.). Er hatte den Angriff selbst eingeleitet, nach einem Schuss von Frank Hördler legte Top-Scorer Marcel Noebels die Scheibe hoch zur blauen Linie, wo Mark Olver lauerte und abzog. Weitzmann konnte nicht festhalten und plötzlich lag die Scheibe vor der Torlinie, für Pföderl keine große Aufgabe, sie über selbige zu schießen.
Für den Ausgleich sorgte dann Youngster Sebastian Streu, welcher einen Querpass von Landon Ferraro direkt nahm – 2:2 (45.).
Die Eisbären also mit dem schnellen Doppelpack, doch die Hausherren waren keinesfalls geschockt, schlugen bei Vier-gegen-Vier auf dem Eis zurück. Moritz Müller hatte abgezogen, Jon Matsumoto fälschte vor dem Tor ab und der Puck rutschte Dahm durch. Zunächst hatten die Schiedsrichter auf dem Eis auf „kein Tor“ entschieden, revidierten diese Entscheidung dann aber und blieben nach Ansicht des Videobeweises auch dabei – 2:3 (48.).
Und Köln hätte nachlegen können, war erneut mit zwei Mann mehr auf dem Eis, wenn auch nur für 15 Sekunden. Aber sie nutzten erneut ein Powerplay nicht. Und so mussten sie sechs Minuten vor dem Ende des Spiels den erneuten Ausgleich hinnehmen. Florian Kettemer mit einem Sahne-Pass an den langen Pfosten, wo Sebastian Streu lauerte und zum 3:3 einnetzen konnte (54.). Der erste Doppelpack von Streu in der DEL. Herzlichen Glückwunsch dazu!
Aber den Doppelpack mit einem Sieg vergolden konnte Streu leider nicht. Weil die Eisbären ein Überzahlspiel ungenutzt ließen und direkt nach Ablauf des Powerplay abermals in Rückstand gerieten. Pascal Zerressen kam von der Strafbank zurück, marschierte über rechts ins Angriffsdrittel und schlenzte die Scheibe ins lange Eck – 3:4 (58.). Sebastian Dahm stand da viel zu weit vor seinem Tor und versuchte dann auch nicht mehr den Schuss zu halten. Das Ding muss er sich ankreiden lassen.
Nun nahmen die Dinge ihren Lauf. Auszeit von Serge Aubin und Goalie Dahm zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Haie eroberten die Scheibe und Ex-Eisbär Marcel Müller versenkte sie 94 Sekunden vor dem Ende im verwaisten Berliner Tor – 3:5 (59.).

Eine Niederlage, welche die Problemzonen der Eisbären vor dem Playoff-Start noch einmal aufgedeckt hat. Sie nehmen zu viele Strafzeiten, sie spielen nicht über 60 Minuten konzentriertes Eishockey, mal nutzen sie ihre Chancen eiskalt, mal nicht. Solche Fehler werden in den Playoffs gnadenlos bestraft.
Was wiederum Hoffnung macht, ist diese unglaubliche Moral der Eisbären. Diese hat man im Schlussdrittel wieder gesehen, als man ein 0:2 und 1:3 jeweils egalisierte. Aber durch individuelle Fehler gab man das Spiel dann doch noch aus der Hand. Insofern sollte dieses Spiel Warnung und Hoffnung zugleich sein. Wenn man die Sachen, die noch nicht rund laufen, abstellt, dann kann es weit gehen in den Playoffs. Denn egal wie es steht, diese Mannschaft gibt nie auf und kämpft immer bis zum bitteren Ende. Nur leider stellt sie sich manchmal auch selbst ein Bein und macht sich somit das Leben unnötig schwer.
Jetzt hat man noch ein Spiel, um an diesen Dingen zu feilen und dabei sollte man dieses Spiel auch wesentlich ernster nehmen als das heutige. Denn die Fischtown Pinguins Bremerhaven könnten im Viertelfinale der Gegner der Hauptstädter sein. Neben den Jungs von der Küste kommt übrigens nur noch die Düsseldorfer EG als Gegner in Frage.

Sebastian Streu war nach seinem ersten Doppelpack in der DEL natürlich glücklich, aber noch mehr hätte er sich über einen Sieg in der Domstadt gefreut:

Es ist schon ein schönes Gefühl, der erste Doppelpack in der DEL. Aber wir haben leider den Sieg nicht dazu geholt. Aber wir haben den vierten Platz gesichert und die letzten 40 Minuten gut gespielt. Doch die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen und uns somit selbst in den Fuß geschossen.

5:1 vs. Schwenningen: Tore, Schlägereien, Party-Stimmung und Heimrecht im Viertelfinale gesichert

Ausgabe #29:

Mein erster Gedanke zum Spiel gegen Schwenningen war dieser gewesen: „An einem Dienstag gegen Schwenningen, das kann ja wieder ein typischer, langweiliger Dienstagabend werden„. Und nach dem ersten Drittel sah ich mich auch noch bestätigt. Aber danach bekamen die 9.511 Zuschauer in der kläglich besuchten Mercedes-Benz Arena doch noch einiges zu bieten. Mit 5:1 (1:0,4:0,0:1) fegten die Eisbären Berlin den Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings aus der Arena am Ostbahnhof. Sechs Tore, schöne Schlägereien, 80 Strafminuten, eine für einen Dienstag überragende Partystimmung auf den Rängen gekrönt mit dem endgültigen sichern des Heimrechts im Viertelfinale. So ließ sich dieser Dienstagabend dann doch besser als erwartet aushalten und machte, entgegen aller Vermutungen, sogar schon Lust auf die bevorstehenden Playoffs. Welche die geilste Zeit des Jahres sind.

Bei den Eisbären kehrte Youngster Fabian Dietz zurück ins Line-up. Ansonsten blieb alles beim alten, so auch Justin Pogge im Tor.

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Die Ausgangslage war klar: Die Hausherren benötigten noch genau einen Punkt für das Heimrecht im Viertelfinale, während es für die Gäste maximal noch darum ging, den letzten Platz zu vermeiden. Das Spiel begann für einen Dienstag recht typisch. Kein schön anzusehendes Spiel, Fehlpässe auf beiden Seiten, aber auch Abschlüsse. Wenn gleich man die hundertprozentigen mit dem Fernglas suchen musste.
Dann aber mal ein Geistesblitz von Marcel Noebels, welcher die Scheibe quer rüber zu Leo Pföderl spielte. Die Nummer 93 nahm das Zuspiel humorlos an und hämmerte das Spielgerät ins Schwenninger Tor – 1:0 (9.).
Danach die Gäste aus dem Schwarzwald mit zwei ansehnlichen Angriffen, doch bei Justin Pogge war Endstation. Mehr interessantes passierte dann aber nicht mehr und wir näherten uns langsamen Schrittes der ersten Drittelpause. Zum Glück wollte man meinen, denn so richtig vom Hocker haute dieses Spiel niemanden in der Arena. Was aber zu erwarten war.

Aber das zweite Drittel entschädigte die Eisbären-Fans dann vollends. Die Hausherren zu Beginn in

Foto: eisbaerlin.de/netti

Überzahl, aus der kurze Zeit später eine doppelte wurde. Aber erst als die Schwäne wieder zu Viert waren, klingelte es erneut im Wild-Wings-Tor. Leo Pföderl hatte abgezogen, der scheidende Schwenninger Schlussmann Dustin Strahlmeier bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle und Austin Ortega stocherte so lange nach, bis der Puck im Tor war – 2:0 (23.).
Es lief immer noch die 23. Spielminute, als die Tor-Musik der Hauptstädter erneut ertönte. Landon Ferraro kam mit viel Tempo ins Angriffsdrittel, suchte sich die Ecke aus, visierte sie an und schloss mustergültig ab – 3:0, nur 45 Sekunden später.
Jetzt hatten die Berliner mal kurz so richtig Lust auf Tore und so legten sie schnell nach. Strahlmeier wollte einen Puck vor seinem Tor klären, was ihm aber nicht gelang. Marcel Noebels war zur Stelle, spielte die Scheibe in den Slot, wo Leo Pföderl der Abnehmer war – 4:0 (25.).
Nun ließen die Gäste die Fäuste sprechen und wir bekamen den ersten Fight zu sehen. Es sollte nicht der Letzte an diesem Abend gewesen sein. Die Eisbären nahmen fortan Tempo aus dem Spiel, aber als sie erneut in Überzahl waren, schlug mal wieder Youngster Lukas Reichel zu. Frank Hördler spielte die Scheibe zu Reichel, welcher mit dem Rücken zum Tor stand. Die Nummer 44 der Eisbären wählte den schwierigen Weg, er zog einfach mit der Rückhand ab und schaute überhaupt nicht, wohin er da zielte. Trotzdem schlug die Scheibe im Schwenninger Tor ein – 5:0 (35.).
Schwenningen antwortete nun immer wieder mit kleineren Nickligkeiten. Allen Fans in der Arena war klar gewesen, dass es heute noch ordentlich scheppern würde auf dem Eis. Doch zunächst einmal durften alle Beteiligten ihre Köpfe abkühlen und in den Kabinen verschwinden.

Foto: eisbaerlin.de/netti

Zum Schlussdrittel wechselte Wild-Wings-Coach Niklas Sundblad seinen Goalie. Dustin Strahlmeier nahm auf der Bank Platz, Michael Boehm stand fortan zwischen den Pfosten. Aber im letzten Drittel ging es mal wieder mit einem Fight weiter. Landon Ferraro schnappte sich Youngster Boaz Bassen und zeigte ihm mal, dass er sich besser nicht mit ihm oder irgendeinem anderen Eisbären anlegen sollte. Den Kampf verlor der Schwenninger eindeutig. Bassen hatte sich nämlich kurz zuvor mit John Ramage angelegt, sein Teamkollege Mark Fraser stürmte hinzu, was Ferraro zu viel war und so schnappte er sich Bassen und machte mit ihm kurzen Prozess. Unter tosendem Applaus der Eisbären-Fans, welche ihr Kommen an einem Dienstagabend inzwischen doch nicht bereut hatten.
Eine Minute hielten wir dann mal ohne Schlägerei durch, dann duellierten sich Ryan McKiernan und Ex-Eisbär Alex Weiß, der nach wie vor denkt, er wäre ein großer Fighter. Er hat es aber nach wie vor nicht drauf.
Ja, Eishockey wurde nebenbei auch noch gespielt und beide kamen auch zu Abschlüssen, aber das beherrschende Thema in den letzten 20 Minuten waren nun einmal die Schlägereien, welche sich eben bereits im Drittel zuvor angekündigt hatten. Mark Fraser war der nächste Schwenninger, der negativ auffiel. Er fuhr Youngster Fabian Dietz an der Bande übel zusammen, was ihm den Kontakt mit PC Labrie bescherte. Auf diesen hätte er sicherlich gerne verzichtet, denn dieses Duell verlor er eindeutig. Auch Labrie machte mit seinem Kontrahenten kurzen Prozess.
82 Sekunden fehlten Justin Pogge am Ende übrigens, um einen Shutout zu feiern. In Überzahl überwand Verteidiger Dylan Yeo den Berliner Goalie doch noch und sorgte somit für Schwenninger Ergebniskosmetik und den 5:1-Endstand. Mit diesem Sieg machten die Hausherren das Heimrecht im Viertelfinale endgültig perfekt. Die Fans feierten aber bereits das ganze Spiel über und sorgten für eine überragende Stimmung, was an einem Dienstag nicht normal ist. Vor allem nicht gegen Schwenningen.

Die Eisbären haben die Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten letztendlich souverän gemeistert.

Foto: eisbaerlin.de/netti

Nach anfänglichen Problemen fand man im zweiten Drittel besser ins Spiel und sorgte früh im Mitteldrittel für die Entscheidung. Das Powerplay steuerte zwei Treffer zum Sieg herbei, was Trainer Serge Aubin sehr freuen wird. Was ihm aber nicht gefallen haben dürfte, sind die Undiszipliniertheiten in Sachen Strafzeiten, denn da nehmen die Eisbären zuletzt eindeutig zu viele. „Gerade in den Playoffs muss man die Zahl drastisch verringern„, sagte Serge Aubin auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Aber er sagte eben auch, dass man manchmal seinen Mann stehen muss und heute war so ein Spiel. Denn die Schwenninger fingen schon ordentlich an zu provozieren und die Eisbären ließen nach langer Zeit mal wieder mehrfach die Fäuste fliegen und zeigten den Gästen, dass sie sich die Provokationen besser gespart hätten.
Ansonsten sollte man diesen Sieg nicht überbewerten, denn Schwenningen ist nur mit einer Rumpftruppe angetreten und war keinesfalls der Gradmesser für die Playoffs. Dort warten andere Kaliber auf die Eisbären. Aber mit diesen Fans im Rücken und dem Heimrecht im Viertelfinale ist gegen jeden Gegner das Halbfinale drin.