Eisbären Berlin – Deutscher Meister 2021: Die Krönung einer außergewöhnlichen Saison


Acht lange Jahre mussten wir Eisbären-Fans auf die achte Deutsche Meisterschaft warten. Heute vor neun Tagen war es dann endlich wieder so weit. Mit einem 2:1-Heimsieg im alles entscheidenden dritten Finalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg kürten sich die Hauptstädter zum Deutschen Meister der PENNY DEL-Saison 2020/2021. Es war die Krönung einer außergewöhnlichen Saison, welche zweimal verschoben wurde, welche in zwei Gruppen stattfand und welche im Best-of-three-Modus ausgetragen wurde. Und natürlich einer Saison, in der das Herz in allen Stadien und Arenen in Eishockey-Deutschland fehlte: Die Fans konnten die Saison leider nur vor dem Fernseher verfolgen und so konnten die Berliner auch nicht mit ihren Fans die achte Meisterschaft feiern. Aber, das haben die Eisbären bereits versprochen, soll alles nachgeholt werden, wenn es wieder möglich ist. Die Gesundheit steht eben in diesen Zeiten ganz besonders an erster Stelle!

Mathias Niederberger nach dem 1:0-Heimsieg im Vorbereitungsspiel gegen München. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Das ich in meiner Saison-Analyse, welche ich nach jeder Saison geschrieben habe, heute über eine Meister-Saison berichten kann, damit habe ich zu Beginn der Vorbereitung nicht gerechnet. Denn die Vorbereitung war doch alles andere als gut, wenn gleich man da aber auch sagen muss, dass das Team, welches letztendlich in der Saison die Meisterschaft holte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht zusammen war und man u.a. von Leihspielern des Kooperationspartner Los Angeles Kings verstärkt wurde.
Bis zum Beginn des Magenta-Sport Cups, welcher als Saison-Vorbereitung dienen sollte und an dem nur acht DEL-Teams teilnahmen, standen fünf Vorbereitungsspiele für die Berliner auf dem Programm. Zweimal testete man gegen München und dreimal gegen DEL2-Teams. In Weißwasser und Kassel konnte man gewinnen, gegen München gewann man ein Spiel und verlor das andere und in Bad Nauheim setzte es in der Generalprobe vor dem Auftakt des Magenta-Sport Cups eine knappe 3:4-Niederlage n.P.

Zu Beginn des Vorbereitungsturnieres trafen die Eisbären im Wellblechpalast auf die Schwenninger Wild Wings und bekamen von denen eine Lehrstunde erteilt. Mit 1:5 ging man auf eigenem Eis unter. Auch die nächsten drei Spiele waren nicht von Erfolg gekrönt. In Mannheim setzte es ein 0:3, in München holte man beim 2:3 n.V. wenigstens den einzigen Punkt und in Schwenningen bekam man mit 2:7 erneut eins auf die Mütze. Die letzten beiden Heimspiele fielen Corona bedingt aus, was vielleicht auch gut war. Denn der Magenta-Sport Cup ließ schlimmes für die Saison erwarten.

Erstes Bully in der Saison 2020/2021. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Doch kurz vor dem Saisonstart schlugen die Verantwortlichen der Eisbären nochmal auf dem Transfermarkt zu und holten mit Giovanni Fiore, Matt White und Kris Foucault drei Spieler, welche im Saisonverlauf eine entscheidende Rolle einnehmen sollten. Und zum Auftakt der PENNY DEL-Saison wartete mit Bremerhaven ein Team, welches vor der Saison als Geheimfavorit galt, spielten die Bremerhavener doch einen sehr starken Magenta-Sport Cup und mussten sich erst im Finale dem EHC Red Bull München geschlagen geben. Doch die Eisbären kamen perfekt aus den Startlöchern und sicherten sich beim 3:2-Heimsieg die ersten drei Punkte der neuen Saison.

Was zu Beginn der Saison auffiel? Die Eisbären waren extrem heimstark, nur auswärts wollte nichts gelingen. Die ersten drei Auswärtsspiele gingen allesamt verloren, den ersten Auswärtssieg feierte man im vierten Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen (5:2), von den ersten sieben Auswärtsspielen gewann man nur deren zwei – beide in Krefeld, Spiel Zwei endete mit 6:1. Nur konnte man diese Siege nicht wirklich feiern, gewann zu dieser Zeit doch jedes Team gegen die Seidenstädter.
Dabei waren die Berliner schon im dritten Auswärtsspiel kurz davor, den ersten Sieg einzufahren. Mit 3:0 führte man bereits bei der DEG, am Ende verlor man mit 4:5 n.V.
Das erste Ausrufezeichen auswärts setzte man nur 24 Stunden nach dem 6:1-Sieg in Krefeld in Iserlohn, als man am Seilersee mit 4:1 gewann. Von da an lief es auch auswärts rund für die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin.

Jubelnde Eisbären gab es in den ersten acht Heimspielen der neuen Saison. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Zu Hause lief es wie geschmiert für die Eisbären, welche die ersten acht Heimspiele in Folge gewannen und dabei die volle Punktzahl einfuhren. Erst die Grizzlys Wolfsburg stoppten diese Heimserie im neunten Heimspiel der Saison, als man sich mit 3:2 n.P. durchsetzen konnte. Es war der Auftakt in die erste Niederlagenserie der Eisbären, denn es folgte eine weitere Niederlage in Bremerhaven und auch das zweite Heimspiel gegen die Niedersachsen ging mit 2:3 n.V. verloren. Doch im zweiten Duell in Bremerhaven zeigten die Eisbären ihre Krallen und gewannen verdient mit 5:1 an der Küste.
Es war der Auftakt einer vier Spiele andauernden Siegesserie zum Abschluss der Nordrunde, darunter auch ein 8:1-Kantersieg auf eigenem Eis gegen die Düsseldorfer EG. Zum Auftakt der Südrunde folgte der fünfte Sieg in Serie, mit 5:3 setzte man sich gegen die Augsburger Panther durch.

Die Spiele gegen Ingolstadt waren voller Nickligkeiten. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Der Auftakt in die Spiele gegen die Süd-Teams verlief sehr gut für die Eisbären, gewann man doch fünf der ersten sechs Spiele und verlor nur das Auswärtsspiel in Ingolstadt mit 3:4. Man wähnte sich auf dem richtigen Weg, fühlte sich gut gerüstet für die beiden Duelle gegen München, welche eine Saison mit Höhen und Tiefen gespielt hatten bis zu diesem Zeitpunkt. Doch in den beiden Duellen mit Ex-Eisbären-Trainer Don Jackson bekamen die Eisbären deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Am Oberwiesenfeld verlor man mit 1:4 und zu Hause gar mit 0:5. Auf einmal musste man die Eisbären vorerst aus dem Kreise der Titel-Favoriten herausnehmen, denn es war anzunehmen, dass im Halbfinale München als Gegner warten würde. Dass es am Ende alles anders kam, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Dazu aber später mehr.

Die Eisbären trafen danach zweimal in Folge auf ihren Angstgegner aus dem Magenta-Sport Cup, die Schwenninger Wild Wings. Während man zu Hause klar und deutlich mit 6:2 gewann, setzte es im Schwarzwald eine 2:4-Niederlage. Noch bitterer als die Pleite wog jedoch die Verletzung von Leo Pföderl, dessen Saison anschließend für beendet erklärt wurde. Ein herber Rückschlag für die Eisbären Berlin. Doch auch hier sollte alles anders kommen. Später mehr dazu.

Von den letzten vier Hauptrundenspielen gewannen die Eisbären zwei, darunter ein 4:1-Auswrtssieg beim Top-Favoriten Adler Mannheim. Die revanchierten sich aber mit einem 3:1-Sieg in der Hauptstadt. Zum Abschluss der Hauptrunde verlor man mit 5:6 n.P. bei den Augsburger Panthern und ging somit mit zwei Niederlagen in Folge ins Playoff-Viertelfinale gegen die Iserlohn Roosters.

Endstation Andreas Jenike, Iserlohn gewann Spiel Eins in Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort sollte Niederlage Nummer Drei folgen, denn die Sauerländer erzielten in der letzten Spielminute der regulären Spielzeit den 4:3-Siegtreffer in Berlin und fuhren mit dem Matchpuck zurück an den Seilersee. Dort erlebten die Mannen von Chefcoach Brad Tapper ihr blaues Wunder, denn die Eisbären fegten wie ein Orkan über den Seilersee, holten die Serie mit einem 6:0-Kantersieg noch einmal zurück nach Berlin.
Und in Spiel Drei legten die Roosters wieder los wie die Feuerwehr, führten bereits mit 2:0, doch die Eisbären spielten in den diesjährigen Playoffs ihr bestes Eishockey, wenn sie mit dem Rücken zur Wand standen. So drehte man das Spiel am Ende noch in einen 5:3-Heimsieg um und buchte somit das Ticket für das Halbfinale.

Hart umkämpft war die Halbfinalserie gegen Ingolstadt. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort wartete der ERC Ingolstadt, welcher im Viertelfinale die große Überraschung schaffte und den EHC Red Bull München mit 2:0-Siegen in die Sommerpause schickte. Ein ganz harter Brocken also, welcher da auf die Eisbären wartete, doch die bekamen unerwartete Hilfe. Denn Leo Pföderl wurde noch einmal untersucht, seine Verletzung stellte sich nun doch nicht mehr als so schlimm dar und somit konnte die Nummer 93 wieder eingreifen.
Aber auch gegen die Schanzer ging Spiel Eins mit 3:4 verloren. Weil ein Ex-Eisbär zur Höchstform auflief – Louis-Marc Aubry.
In Spiel Zwei mussten die Eisbären also wieder liefern, doch sie lagen nach 40 Minuten mit 1:2 hinten. Das Saisonende drohte, aber diese Mannschaft gab einfach nicht auf. Man glich aus und als alles schon nach Verlängerung aussah, kam Ryan McKiernan und hämmerte die Scheibe 63 Sekunden vor der Schlusssirene ins Eck. Bäääm, 1:1, Spiel Drei in Berlin!
Doch auch dort erwischten die Eisbären wie gegen Iserlohn den schlechteren Start, liefen erneut einem 0:2-Rückstand hinterher. Doch Rückstände und die Aussicht auf die frühzeitige Sommerpause machten die Eisbären nur noch stärker und sie schlugen eiskalt zurück. Mit 4:2 wurde Ingolstadt besiegt und so zog man ins DEL-Finale ein.

Der Fels in der Brandung in Spiel Drei gegen Wolfsburg: Mathias Niederberger. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dass dort am Ende dieser Saison zwei Teams aus dem Norden standen, hätten die Experten vor der Saison nicht gedacht, denn der Süden sollte ja viel stärker sein. Doch deren acht Teams waren bereits in der Sommerpause und so kämpften zwei Teams aus dem Norden um den DEL-Pokal. Die Eisbären Berlin trafen dabei auf ihren Angstgegner Grizzlys Wolfsburg. Denn alle vier Hauptrundenspiele hatte man gegen die Niedersachsen verloren, wenn gleich man aber auch sagen muss, dass drei dieser vier Spiele erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden wurden.
Und so ging auch Spiel Eins in die Verlängerung und dort schlug Wolfsburg eiskalt zu, 3:2-Auswärtssieg in Berlin. Die Grizzlys standen vor ihrer ersten deutschen Meisterschaft, während die Eisbären erneut Spiel Eins verloren. Doch auch dieses Mal zogen die Eisbären ihren Kopf aus der Schlinge und schlugen auswärts zurück. Mit 4:1 zeigte man den Wolfsburgern deutlich die Grenzen auf und machte deren Hoffnung, Meister auf eigenem Eis zu werden, zu Nichte.
Und in Berlin folgte dann die Krönung dieser Saison. Die Eisbären drehten zum dritten Mal eine Serie nach 0:1-Rückstand und kürten sich zum Deutschen Meister, zum achten Mal in der Vereinsgeschichte. Den Siegtreffer erzielte übrigens Leo Pföderl, der eigentlich gar nicht mehr spielen sollte. Am Ende erzielte er das Meistertor, solche Geschichten schreibt eben nur der Sport.

Der Jubel nach der Schlusssirene kannte dann natürlich keine Grenzen mehr und die Spieler der Eisbären Berlin feierten den Titelgewinn ausgelassen. Und Frank Hördler hatte als einziger schon richtig Routine darin, war es doch sein achter Meistertitel mit den Eisbären. Wahnsinn!

Der Wille und der Charakter dieser Mannschaft war unglaublich. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aber dieser Titelgewinn war nur möglich, weil diese Mannschaft während der Saison so unglaublich zusammengewachsen ist. Da kämpfte Jeder für jeden, kein Spiel wurde verloren gegeben. Die Jungs glaubten immer bis zum Ende des Spiels an die Chance zum Sieg. Der unbändige Siegeswille war immer da, der Charakter dieses Teams war unglaublich. Frank Hördler erzählte vor kurzem auch in einem Podcast, was das Geheimnis der Eisbären war. Diese hatten sich schon während der Spiele gegen die Süd-Teams in den Playoff-Modus versetzt und wussten so, was zu tun war, wenn man Spiel Eins verlor. Dann setzte das Teams alles daran, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen. Und das bereits in der Hauptrunde. Dieser Fakt stärkte die Eisbären so sehr, dass sie die drei Auftakt-Niederlagen in den Playoffs gut wegsteckten und eiskalt zurückschlugen.

Meistercoach Serge Aubin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Chefcoach Serge Aubin meinte daher auch, dass seine Mannschaft ihr bestes Eishockey spielte, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stand. Wahrscheinlich brauchten die Jungs immer dieses besondere Druckgefühl, dass man mit einer weiteren Niederlage in die Sommerpause müsste. Anders kann man die drei Niederlagen in Spiel Eins nicht erklären. Wie sie sich dann aber immer wieder in die Serie zurück kämpften, verdient aller größten Respekt. Sowohl die Spielers als auch das Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu. Denn die änderten jeweils nach Spiel Eins ihr System und führten die Eisbären somit letztendlich zur Meisterschaft. Am Ende braucht es natürlich auch Spieler, die dieses System perfekt umsetzen, die hatten die Eisbären und so wurde man am Ende verdient Deutscher Meister.

Weil man eben die perfekte Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern hatte. Denkt man nur mal an das Torhüter-Duo aus Mathias Niederberger und Tobias Ancicka, welche beide eine überragende Saison spielten. Beide hatte weit mehr als 90 Prozent Fangquote aufzuweisen, Niederberger feierte fünf Shutouts und der junge Ancicka einen. Wann immer Ancicka gebraucht wurde, war er da und bewies seine Extraklasse. Dem jungen Goalie steht eine große Zukunft bevor.
Und Mathias Niederberger feierte in den Playoffs noch seinen sechsten Shutout der Saison und avancierte im alles entscheidenden Finalspiel gegen Wolfsburg zum Matchwinner. Denn als die Niedersachsen im letzten Drittel alles nach vorne warfen, war Niederberger der Fels in der Brandung. Mit diesem Torhüter-Duo sind die Eisbären auch für die kommende Saison bestens aufgestellt.

Playoff-MVP Ryan McKiernan (rechts), hier bei einem Fan-Talk Anfang 2020. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

In der Defensive ragte natürlich der Playoff-MVP Ryan McKiernan heraus. In der Hauptrunde kam er schon auf 25 Scorerpunkte (7 Tore/18 Assists), doch in den Playoffs wurde er zum Playoff-Monster. Dort sammelte er nochmal zehn Scorerpunkte und traf erneut sieben Mal. Einfach eine Weltklasse Saison der Berliner Nummer 58. Man kann nur hoffen, dass er seinen Vertrag in Berlin verlängert. Die Verhandlungen laufen noch.
Seine punktemäßig beste Saison spielte Jonas Müller, welcher wie in der Vorsaison zwar auf 15 Scorerpunkte kam, damals aber 51 Spiele dafür benötigte, während es in dieser Saison nur 37 waren. Zudem waren es in der vergangenen Saison 15 Vorlagen, diesmal erzielte Müller sieben Tore selbst und bereitete acht weitere vor.
Frank Hördler spielte seine erste Saison als Kapitän und führte seine Eisbären gleich zur Meisterschaft. „Nante“ kam auf drei Tore und zehn Vorlagen in der Hauptrunde und nochmal einem Tor und drei Vorlagen in den Playoffs.
Abgerundet haben die starke Defensive Kai Wissmann, John Ramage und Simon Després. Hinzu kommt natürlich noch der junge Eric Mik, der auf vier Assists in der Saison kam und sowohl in der Defensive als auch der Offensive eingesetzt wurde.
Aus diesem Verbund haben die Eisbären bisher einzig John Ramage verabschiedet, welcher sich den Schwenninger Wild Wings angeschlossen hat. Der Großteil der Defensive bleibt aber zusammen und soll, Gerüchten zu Folge, mit Morgan Ellis aus Ingolstadt und Nicholas B. Jensen aus Düsseldorf verstärkt werden. Damit wäre die Verteidigung des Deutschen Meisters noch tiefer besetzt.

Die Offensive wird natürlich überragt von der deutschen Top-Reihe um Leo Pföderl, Lukas Reichel und Marcel Noebels, der erneut Spieler des Jahres in der Penny DEL geworden ist. In der Hauptrunde kam Noebels auf 42 Scorerpunkte (6 Tore/36 Vorlagen), in den Playoffs ließ er nochmal zehn Scorerpunkte (1/9) folgen. Leo Pföderl sammelte 37 Scorerpunkte und war mit 20 Toren der beste Torjäger der Berliner in der Hauptrunde. In den Playoffs kam er nochmal zu sechs Einsätzen, in denen er drei Tore erzielte, darunter das Meisterschaftstor, und zwei weitere Tore vorbereitete. Lukas Reichel kam auf 27 Scorerpunkte (10/17) in der Hauptrunde und fünf (2/3) in den Playoffs. Ob wir ihn nächste Saison noch in Berlin sehen, hängt von den Chicago Blackhawks ab.
Matt White (19/20), Kris Foucault (18/12) und der während der Hauptrunde nachverpflichtete Zach Boychuk (12/13) erwiesen sich als die erhofften Verstärkungen und wurden zu enorm wichtigen Leistungsträgern. White scorte in den Playoffs weitere zehnmal (7/3), Boychuk neunmal (3/6) und Foucault fünfmal (1/4). Kris Foucault erwies sich vor allem in der Hauptrunde als „Mister 1:0“, Matt White erzielte zusammen mit Ryan McKiernan in den Playoffs die wichtigen Tore und Zach Boychuk erwies sich als echte Waffe im Berliner Powerplay.
Giovanni Fiore kam in der Hauptrunde auf acht Tore und zwölf Vorlagen, in den Playoffs waren es nochmal ein Tor und drei Vorlagen. Auch er hat seinen Teil zum Gewinn der Meisterschaft beigetragen.
Mark Zengerle kam verletzungsbedingt nur auf 18 Hauptrundenspiele, in denen ihm zwei Tore und elf Vorlagen gelangen. In den Playoffs folgten nochmal fünf weitere Assists.
Mark Olver kam in der Hauptrunde auf drei Tore und 17 Torvorlagen, in den Playoffs folgten zwei weitere Tore. Doch seine Zeit in Berlin endet mit dem Gewinn der Meisterschaft. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert.

Sein Abgang tut der Fanszene besonders weh: PC Labrie (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Bei den Youngsters stachen vor allem Parker Tuomie und Sebastian Streu heraus, die eine richtig starke Saison gespielt haben. Auch Haakon Hänelt, Nino Kinder und Fabian Dietz bekamen ihre Eiszeit und konnten Akzente setzen. Dennoch endet die Zeit von Dietz in Berlin.
Ebenso wie die von Kris Foucault nach nur einem Jahr, gut möglich, dass man ihn vielleicht in Mannheim oder München wiedersehen wird. Auch Thomas Reichel, der Bruder von Lukas, wird nicht weiter in Berlin unter Vertrag stehen.
Ein Abgang schmerzt die Fanszene der Eisbären aber ganz besonders. Denn der Vertrag von PC Labrie wurde nicht verlängert. Ja, er war nie der große Scorer, aber alleine sein Auftreten auf dem Eis sorgte für den gehörigen Respekt beim Gegner auf dem Eis. Verletzungsbedingt kam Labrie in der Hauptrunde nur auf 19 Spiele, in denen er zwei Tore beisteuerte. In den Playoffs kam in neun Spielen nochmal ein Assist hinzu. Auch PC verabschiedet sich mit der Meisterschaft aus der Hauptstadt. Wir werden dich nie vergessen, PC!

 

Helden für die Ewigkeit! (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Die Eisbären Berlin haben sich die achte deutsche Meisterschaft gesichert. Manager Peter-John Lee und Sportdirektor Stéphane Richer haben dem Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu ein Team zur Verfügung gestellt, aus dem diese ein Meisterteam geformt haben. Sie haben aus vielen sehr guten Einzelspielern eine Mannschaft geformt, welche nie aufgab, welche immer an den Sieg glaubte, wo immer Jeder für jeden kämpfte und wo der Charakter einmalig war.
Bereits im letzten Jahr hätte man es schaffen können, Deutscher Meister zu werden, so Serge Aubin und Craig Streu. Doch Corona machte dieser Hoffnung einen Strich durch die Rechnung. Nun, ein Jahr später, haben die Beiden es tatsächlich geschafft und die Eisbären Berlin zur achten Deutschen Meisterschaft geführt. Ein Titel, der unter diesen Umständen ganz besonders ist. Ein Titel, der diese außergewöhnliche Saison gekrönt hat. Aber auch ein Titel, den man ohne seine Fans feiern musste. Hoffen wir, dass der Meistertitel 2021 als einziger in die Vereinsgeschichte eingeht, den man ohne seine Fans feiern musste. Denn mit uns Fans ist es dann doch schöner.

Aber eins bleibt für mindestes ein Jahr bestehen:

Alleiniger REKORDMEISTAAAAAAA!!!!

Tobias Ancicka: „Ich muss einfach weiter hart arbeiten und jede Chance nutzen“

Tobias Ancicka hat in der diesjährigen PENNY-DEL-Saison sein Debüt für die Eisbären Berlin gegeben. Gleich in seinem ersten DEL-Spiel in Wolfsburg am 22.12.2020 feierte der 20-jährige Youngster seinen ersten Shutout. In 65 Minuten konnten die Niedersachsen den Eisbären-Goalie nicht überwinden. Das gelang ihnen erst im Penalytschießen.
Seitdem kommt Tobias Ancicka auf zehn DEL-Spiele, in denen er eine sensationelle Fangquote von 93,04 Prozent sowie eine sehr starken Gegentorschnitt von 1,89 pro Spiel aufweist. Mit diesen Werten kann Ancicka natürlich sehr zufrieden sein. Wie er aber selbst sagt, wäre seine bisherige Leistung ohne die Hilfe seiner Vorderleute nicht möglich gewesen:

Ich muss natürlich auch ganz klar sagen, dass wir ein Team haben, das jedes Spiel defensiv hart arbeitet und die mir dabei helfen, jedes Spiel einen guten Job zu machen. Ohne die würde es nicht so gut aussehen.

Von den bisher zehn Spielen in dieser Saison begann Ancicka sieben Mal als Start-Goalie und wurde in den restlichen drei Partien für Mathias Niederberger eingewechselt. Bei seinen sieben Starts blieb er einmal ohne Gegentor, kassierte je zweimal ein und zwei Gegentore, einmal drei Gegentore und einmal sechs Gegentore. Bei seinen drei Einwechslungen waren es zweimal ein Gegentor und einmal zwei Gegentore.
Das alles sind Zahlen, die sich in seiner Debüt-Saison mehr als sehen lassen können. Und in allen Einsätzen hat Tobias Ancicka sein Können angedeutet und bewiesen, dass er in Zukunft ein sehr guter Goalie werden kann. Doch wo sieht er selbst noch Verbesserungspotential?

Ich muss einfach jedes Spiel weiter nutzen, so wie ich das bis jetzt gemacht habe. Natürlich kann ich immer irgendwo an Kleinigkeiten arbeiten. Ich habe hier mit Sebastian Elwing einen Torwarttrainer, der sehr, sehr gut ist und der mir in jedem Training Tipps gibt und weiter hilft. Ich muss einfach weiterhin hart arbeiten und jede Chance nutzen.

In Berlin bildet der 20-jährige Goalie ein Torhüter-Duo mit Mathias Niederberger. Der ehemalige Düsseldorfer Schlussmann gehört zu den besten Torhütern der DEL. Im Vergleich zu Niederberger weist Ancicka die bessere Fangquote und den besseren Gegentorschnitt auf. In 26 Spielen wehrte Niederberger 92,22 Prozent aller Schüsse ab und weist einen Gegentorschnitt von 2,14 auf. Was natürlich auch noch sehr gute Werte sind. Bei den Shutouts liegt Mathias Niederberger mit fünf deutlich vorne.
Wie versteht sich Ancicka aber mit seinem Goalie-Kollegen?

Ja na klar, er gibt mir viele Tipps, er hilft mir da unglaublich, auch im Training gibt er mir Tipps. Es ist natürlich gut für mich, dass ich da so einen guten Torhüter vor mir habe, wo ich auch viel abgucken kann.

Morgen Nachmittag wird Tobias Ancicka zu seinem elften Einsatz in dieser Saison kommen. Beim Duell im Schwarzwald gegen die Schwenninger Wild Wings bekommt er seinen achten DEL-Start. Auf der Bank wird dann aber nicht Mathias Niederberger als Back-up sitzen. Den Platz wird der Youngster Rihards Babulis einnehmen, da Niederberger für das Duell am Sonntag in Mannheim geschont werden soll. Aber mit Tobias Ancicka hat man einen gleichwertigen Ersatz im Tor stehen. Und am Mittwoch stand der 20-jährige auch schon im Tor gegen Schwenningen, ließ nur zwei Tore zu und zeigte jede Menge überragende Paraden. Das darf er morgen gerne wiederholen.

Verzahnungsrunde beginnt: Ab in den Süden

Der erste Teil der diesjährigen PENNY-DEL-Hauptrunde ist vorbei. Die gruppeninternen Spiele im Norden und Süden sind Geschichte und das ist auch gut so. Denn zuletzt zogen sich die Spiele gegen die immer selben Teams doch schon arg wie Kaugummi. So schön es sicherlich ist, dass wir in diesem Jahr überhaupt Eishockey sehen können – wenn auch nur vorm Fernseher – immer wieder dieselben Gegner zu haben, ist auf Dauer dann doch sehr langweilig. Und so fiebern alle – Spieler, Verantwortliche und Fans – der ab morgen beginnende Verzahnungsrunde entgegen. Dann treffen die Teams in einer Einfachrunde mit je einem Heim- und Auswärtsspiel über Kreuz aufeinander. Sozusagen heißt es für die Eisbären ab jetzt also: „Ab in den Süden“.

Und nach einer sehr erfolgreichen ersten Phase in der Nordgruppe, welche die Eisbären souverän als Gruppenerster abgeschlossen haben, freut man sich nun auf die Vergleiche mit den Süd-Teams – allen voran natürlich auf das Duell mit den Adlern aus Mannheim, welche im Moment das stärkste Team der Liga sind. Doch die Berliner müssen sich vor den Kurpfälzern keinesfalls verstecken, konnte man doch in den ersten 24 Spielen durchaus überzeugen.

Mit 98 Toren stellt man die bisher gefährlichste Offensive der Liga, mit nur 54 Gegentoren hatte man die beste Abwehr im Norden und ligaweit die zweitbeste Defensive. Plus 44 in der Tordifferenz ist der beste Wert aller 14 DEL-Clubs. Und in den bisherigen zwölf Heimspielen holte man zehn Siege und punktete zudem auch bei den beiden Niederlagen gegen Wolfsburg.

Mit Marcel Noebels hat man zudem den Top-Scorer der gesamten DEL im Team. Satte 37 Scorerpunkte (5 Tore/32 Vorlagen) sammelte der Spieler des Jahres der vergangenen Saison bis jetzt und befindet sich somit auf bestem Wege zur Titelverteidigung in dieser Kategorie.
Mit Leo Pföderl auf Platz Vier und 30 Scorerpunkten (18/12) ist ein weiterer Eisbären-Stürmer unter den Top-5-Scorern der DEL. Die 18 Tore sind dabei der Bestwert nach 24 Spieltagen.
Zudem verfügt man über zwei extrem starke Goalies, was im Hinblick auf diesen engen Zeitplan ab morgen von enormer Bedeutung sein wird. Mathias Niederberger kommt bis jetzt auf eine Fangquote von 92,48 Prozent, einem Gegentorschnitt von 1,99 und feierte bereits drei Shutouts. Sein Back-up Tobias Ancicka weist nur geringfügige Abweichungen auf. Er steht bei einer Fangquote von 92,44 Prozent, einem Gegentorschnitt von 2,13 und feierte auch schon einen Shutout.

Die bisherige Saison der Eisbären Berlin lässt sich also mehr als sehen. Das Powerplay ist wieder zu einer Waffe geworden, mit einer Erfolgsquote von 26,37 Prozent stellt man das zweitbeste Überzahlspiel der gesamten Liga. In Unterzahl muss man noch ein wenig nachjustieren, da hat man mit 79,63 Prozent nur das achtbeste Penaltykilling. Bei der Torschusseffizienz liegen die Eisbären mit 10,48 Prozent auf Rang Vier. In 19 von 24 Hauptrundenspielen erzielten die Berliner drei oder mehr Treffer. Die Offensive ist sozusagen das Prunkstück der Mannschaft von Headcoach Serge Aubin, dessen Vertrag gestern um zwei weitere Jahre verlängert wurde. Aber direkt dahinter kommt schon die Defensive. Mit dem diesjährigen Kader kann den Eisbären der große Wurf gelingen. Damit ist natürlich die Meisterschaft gemeint. Und vor den kommenden Gegner brauchen sich die Eisbären auch nicht verstecken, wie Marcel Noebels sagt:

Ich glaube, wir sollten an uns glauben und unsere Stärken, die wir haben, weiter aufs Eis bringen. Wenn wir so spielen, dass wir 60 Minuten gutes Eishockey spielen, brauchen wir uns vor keinem verstecken.

Dass die Eisbären im Vergleich zu den Nord-Duellen jetzt viel mehr reisen müssen, ist zwar ungewohnt, aber das gilt ja für alle. Viel mehr überwiegt die Vorfreude auf neue Gegner, so Marcel Noebels:

Es wird definitiv nicht einfacher, das wird sicherlich ein straffes Programm mit den ganzen Reisen und Back-to-back-Games, sind wir ja, wenn wir ehrlich sind, auch nicht gewöhnt, aber das gilt ja für alle. Ich bin sehr, sehr froh, dass wir jetzt andere Mannschaften sehen und das, was uns in den Playoffs vielleicht erwarten könnte. Es gibt viel Eishockey in weniger als einem Monat und dann geht’s direkt in die Playoffs und wir wollen uns natürlich bestmöglich gegen die Mannschaften verkaufen, die jetzt auf uns zukommen. Wir müssen auf uns selber schauen und nicht auf die anderen.

Gegen Mannheim, München und Schwenningen haben die Hauptstädter bereits in der Saisonvorbereitung im Rahmen des Magenta-Sport-Cups gespielt. Aber da war es noch ein anderes Team, wie Kris Foucault sagt:

Wir haben ja schon im Magenta-Cup gegen diese Teams gespielt. Natürlich hatten wir damals nicht die gleichen Bestandteile wie heute, aber es wird interessant zu sehen, was die Südgruppenspiele uns bringen. Natürlich sind die Reisezeiten eine große Sache für unser Team. Aber wir können auf jeden Fall Tore schießen und wenn wir eng defensiv stehen und richtig spielen, können wir mit jedem Team der Liga mitspielen.

Das Selbstvertrauen der Eisbären ist also sehr groß. Zwar hat man den nötigen Respekt vor den Süd-Teams, aber ist sich auch sicher, dass man diese Spiele gewinnen kann. Für Headcoach Serge Aubin sind diese Spiele zudem eine weitere Möglichkeit, um als Team weiter zusammen zu wachsen:

Ich habe schon das Gefühl, dass im Süden ein bisschen körperlicher gespielt wird. Aber am Ende des Tages geht es darum, dass wir unser bestes Spiel abrufen. Es ist sicherlich eine Herausforderung gegen den Süden, aber es gibt uns als Team die Möglichkeit, weiter zusammen zu wachsen.

Die Verzahnungsrunde beginnt für die Eisbären Berlin am Sonntagabend mit einem Heimspiel gegen die Augsburger Panther (Bully: 17:00 Uhr). Dann beginnt das Süd-Abenteuer für die Berliner. Getreu dem Motto: „Ab in den Süden…den Siegen hinterher…“ (Zitat: Steffi von eisbaerlin.de-Team).

5:1-Sieg in Bremerhaven! Mit Youngster-Power zum Sieg an der Küste

Die Niederlagenserie ist vorbei: Nach drei Niederlagen in Serie haben die Eisbären Berlin am Donnerstagabend zurück in die Erfolgsspur gefunden. Bei de Fischtown Pinguins Bremerhaven setzte sich der Hauptstadtclub hochverdient mit 5:1 (2:0,3:1,0:0) durch und beendete damit die drei Spiele andauernde Siegesserie der Hausherren. Zugleich distanzierte man mit dem Erfolg den ärgsten Verfolger in der Gruppe Nord. Waren es bei der 3:5-Niederlage vor sechs Tagen 195 Sekunden im Mitteldrittel, die für die Niederlage sorgten, waren es heute 140 Sekunden im zweiten Drittel, welche die Berliner zum Sieg führten. 

Nach drei Niederlagen in Folge wollten die Eisbären wieder zurück in die Erfolgsspur finden. Grund etwas zu ändern, sahen die Verantwortlichen der Berliner nicht, wie Co-Trainer Craig Streu vor dem Spiel im Interview sagte:

Das Einzige, was für uns zählt, ist das Spiel heute. Was in der Vergangenheit passiert ist, können wir nicht ändern und unser Fokus liegt auf heute Abend. Wir haben nicht viel geändert. Wie gesagt, zwei von den drei Spielen haben wir super gespielt. Wir müssen nicht viel ändern, ein bisschen Puck-Glück hat gefehlt. Wir sind vorbereitet auf heute Abend.

Bei den Eisbären gab es kurz vor Spielbeginn noch einen Ausfall. Fabian Dietz verletzte sich beim Aufwärmen und konnte nicht mitspielen. So bestand die nominell vierte Reihe nur noch aus Nino Kinder und Haakon Hänelt, Verteidiger Eric Mik stürmte während der Partie an der Seite der Beiden. Auch so hatte sich in den Reihen ein bisschen was verändert. Matt White und Zach Boychuk stürmten an der Küste zusammen mit Kris Foucault. Gegen Wolfsburg war es noch Haakon Hänelt gewesen. Neben Mark Olver und Parker Tuomie spielte Sebastian Streu anstelle von Foucault. Einzig die Top-Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Lukas Reichel blieb bestehen. Genau wie die Verteidiger-Pärchen. Und im Tor startete Tobias Ancicka statt Mathias Niederberger

Das Spitzenspiel begann rasant. Sofort war die Intensität und das Tempo hoch, es ging hin und her. Beide Mannschaften suchten sofort den Abschluss zum Tor. Doch ein Hochkaräter an Chancen war da zunächst noch nicht dabei gewesen.
Den hatten die Hausherren dann in der neunten Spielminute, doch Tobias Ancicka mit einem klasse Save.
Die erste große Chance auf Berliner Seite nutzten die Eisbären eiskalt aus. Marcel Noebels fuhr rum ums Tor, spielte den Querpass per Rückhand in den Slot, wo Leo Pföderl lauerte und zum 1:0 traf (10.).
Wenig später hatten die Berliner direkt die Möglichkeit nachzulegen, denn Bremerhaven kassierte die erste Strafzeit der Partie. Und im Powerplay schlugen die Eisbären eiskalt zu. Matt White bekam oben die Scheibe, machte kurz ein paar Schritte und holte dann am linken Bullykreis zu einem satten Schlagschuss an. Die Scheibe schlug im kurzen Eck ein, keine Chance für Ex-Eisbären-Goalie Tomas Pöpperle und auch nicht für seine Trinkflasche – 2:0 (13.)
Auch fortan war es ein Spiel mit hohem Tempo. Beide suchten immer wieder den Weg vor das Tor, dabei waren die Eisbären aber die gefährlichere Mannschaft. Bremerhaven war zwar bemüht, aber die Defensive der Eisbären machte einen sehr guten Job und ließ kaum etwas gefährliches zu. Und wenn mal was durchkam, dann war Tobias Ancicka zur Stelle.
Auch als Bremerhaven zum Ende des ersten Drittels das erste Powerplay hatte, ließen die Eisbären kaum etwas zu. Das beste Überzahlspiel der Liga tat sich schwer, ein Mittel gegen die kompakte Berliner Defensive zu finden. So führten die Eisbären verdient mit 2:0.
Bremerhavens Verteidiger Simon Stowasser mit seiner Analyse zum ersten Drittel:

Der Anfang war ziemlich schwer, wir haben uns ziemlich schwer getan. Aber zum Schluss sind wir besser rein gekommen, haben uns Chancen erarbeitet und so wollen wir weitermachen.

21 Sekunden waren zu Beginn des Mitteldrittels zwar noch auf der Powerplayuhr, aber gefährlich wurde es in der kurzen Zeit nicht mehr.
Gefährlich wurde es dafür in der 22. Spielminute. Simon Després fing die Scheibe in der neutralen Zone ab, Mark Olver schnappte sie sich, spielte sie weiter zu Parker Tuomie, welcher das Auge auf der rechten Seite für Sebastian Streu hatte. Der zog humorlos ab und erhöhte auf 3:0. Das erste Saisontor von „Sebe“, herzlichen Glückwunsch dazu!
Bremerhaven nun komplett von der Rolle und die Eisbären legten nur 50 Sekunden später nach. Nino Kinder vors Tor zu Haakon Hänelt und der 17-jährige Stürmer mit seinem ersten DEL-Tor – 4:0 (23.). Herzlichen Glückwunsch, Haakon!
Bremerhaven ließ den Eisbären viel zu viel Platz und die Berliner spielten sich in einen Rausch. Matt White fuhr rum ums Tor, wollte die Scheibe per Rückhand an Pöpperle vorbeischummeln. Die Scheibe lag frei, White setzte nach, Pöpperle wusste nicht, wo die Scheibe ist und Zach Boychuk stand goldrichtig. Er schob die Scheibe ins leere Tor – 5:0, nur 90 Sekunden nach dem vierten Tor (25.). Danach war Feierabend für den völlig entnervten Tomas Pöpperle, Brandon Maxwell kam für ihn ins Tor.
Die Hausherren wirkten nun angezählt, waren komplett neben der Spur, liefen nicht Schlittschuh, nahmen die Zweikämpfe nicht so wirklich an, spielten kein Forechecking, störten die Eisbären kaum im Spielaufbau und waren vorne nicht präsent. Die Eisbären hingegen hatten die Lust am Eishockey wieder gefunden und spielten weiter offensiv, spielten sich Chancen heraus, wurden dazu aber auch herzlich von Bremerhaven eingeladen. Die Gastgeber ließen nach wie vor zu viel Platz im eigenen Drittel. Die Zuordnung stimmte überhaupt nicht. Das konnte Trainer Thomas Popiesch nicht gefallen.
Serge Aubin hingegen dürfte zufrieden gewesen sein, denn trotz der komfortablen Führung spielten die Eisbären weiter sehr konzentriert, hielten an ihrem Gameplan fest.
Erst in den letzten zwei Minuten Bremerhaven mal so, wie man sie kennt, mit einem druckvollen Wechsel und einem guten Forecheck. Dafür belohnten sie sich auch mit dem Anschlusstreffer. Simon Stowasser hatte von der blauen Linie abgezogen und Christian Hilbrich hielt die Kelle in den Schuss – 1:5 (40.).
Über diesen Gegentreffer kurz vor der zweiten Pause ärgerte sich anschließend auch Lukas Reichel im Pauseninterview bei Magenta Sport:

Wir machen gut Druck, auch hinten sind wir kompakt. Das Tor war jetzt ein bisschen ärgerlich vor der Pause. Alle machen einen guten Job, alle Reihen, die vierte Reihe, die dritte Reihe, Tobi auch. Wir können zufrieden sein, aber wir haben noch ein Drittel und müssen einfach so weiterspielen. Wir müssen aufpassen, Bremerhaven ist eine gute Konter-Mannschaft, das wir hinten weiter kompakt bleiben.

Im Schlussdrittel hielten die Hauptstädter weiterhin an ihrem Gameplan fest, spielten weiterhin sehr konzentriert, starteten die Angriffe aus einer sehr kompakten Defensive heraus. Man machte weiter Druck auf das Bremerhavener Tor, nur hatte man diesmal kein Scheibenglück vor dem gegnerischen Tor.
Die Hausherren erst in der 47. Spielminute mit einem ersten guten Wechsel, mit viel Druck auf das Berliner Tor, aber die verteidigten ihr Gehäuse weiterhin mit allen Mitteln.
Auch danach Bremerhaven weiterhin bemüht, aber die Eisbären ließen nicht viel zu. Vorne lauerten sie auf Konter und hatten auch einen durch Marcel Noebels und Leo Pföderl, welchen sie jedoch vergaben.
Danach plätscherte die Partie eher ereignislos vor sich hin. Die Eisbären machten nicht mehr als nötig und Bremerhaven konnte nicht mehr zeigen. Am Ende also ein sehr souveräner und hochverdienter 5:1-Auswärtssieg in Bremerhaven.

Ganz starke Leistung auswärts bei einer eigentlich sehr heimstarken Bremerhavener Mannschaft, die normalerweise wie die Feuerwehr aus der Kabine kommt. Aber die Eisbären waren von der ersten Sekunde an hellwach und zogen ihren Gameplan über die vollen 60 Minuten durch. Im ersten Drittel führte man trotz eines Spiels auf Augenhöhe mit 2:0, im Mitteldrittel dominierte man das Spiel nach Belieben und schraubte das Ergebnis innerhalb von 140 Sekunden auf 5:0 hoch. Danach hatte man alles im Griff, außer in den letzten zwei Minuten des Mitteldrittels, als Bremerhaven sich das 1:5 dank einer sehr starken Wechsels erarbeitete. Doch im Schlussdrittel nahm man den Hausherren sofort den Wind aus den Segeln und verwaltete das Spiel sehr solide bis zum Ende.
Hervorheben muss man heute natürlich die Youngsters, welche ihren Anteil am Sieg hatten. Goalie Tobias Ancicka machte eine starke Partie, parierte 16 der 17 Bremerhavener Torschüsse. Sebastian Streu erzielte sein erstes Saisontor und Haakon Hänelt gar sein erstes DEL-Tor. Klar, dass der 17-jährige nach dem Spiel zum Interview musste und dort gleich einmal das Gegentor auf seine Kappe nahm:

Wir haben als Team gut zusammengespielt, uns alle gut unterstützt. Leider ein dummer Fehler von mir, der zum Gegentor führte. Alles in allem ist eine super Mannschaftsleistung gewesen. Natürlich toll, dass wir das Spiel gewonnen haben und das gibt uns Energie für das nächste Spiel.

Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch war nicht zufrieden mit dem Spiel:

Wir waren von der ersten Minute an in sehr, sehr vielen Bereichen unterlegen gewesen. Wir haben die Zweikämpfe nicht gewonnen. Wir haben auch gerade in der neutralen Zone viele Puckverluste gehabt. Dann haben wir das Selbstvertrauen nicht aufbauen können. Gerade im letzten Powerplay im ersten Drittel. Wenn wir da ein Tor geschossen hätten, wäre vielleicht nochmal eine Energie gekommen. Aber so hat uns über 60 Minuten heute alles gefehlt.