Parker Tuomie vor dem Spiel in Iserlohn: „Wir wollen nachlegen!“

Morgen Abend steigen die Eisbären Berlin in das Eishockey-Jahr 2021 ein. Um 19:30 Uhr ist man als Spitzenreiter der Gruppe Nord beim Tabellendritten Iserlohn Roosters zu Gast. Spiele am Seilersee waren sonst immer enorm schwierig für die Auswärtsteams angesichts der hitzigen Atmosphäre im Sauerland. Doch in dieser Corona-Saison ist alles anders und so auch die morgige Partie, welche die Roosters ohne Unterstützung ihres Publikums bestreiten müssen. Eisbären-Coach Serge Aubin weiß natürlich, dass das einen großen Unterschied ausmacht, wie er nach dem heutigen Training sagte:

Natürlich macht es einen Unterschied, ohne Fans zu spielen. Das geht uns bei den Heimspielen ja aber auch so. Die Stimmung und die besondere Atmosphäre fehlen. Gerade unsere Fans sind ja bekannt für ihre Leidenschaft. Im Augenblick ist es nun mal so. Wir sind froh, dass wir überhaupt spielen können und freuen uns darauf, irgendwann wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen. Natürlich auch gerne in Iserlohn. 

Mit diesem Problem der fehlenden Zuschauer müssen aber alle Teams gleichermaßen umgehen. Das eine Team kommt damit besser klar, dass andere Team eher weniger. Aber natürlich ist es wohl für die Auswärtsteams gerade in solchen Hexenkesseln ein kleiner Vorteil, wenn deren Fans nicht vor Ort sind. Von daher sicherlich ein Vorteil morgen für die Eisbären, aber letztendlich wird das Spiel auf dem Eis entschieden. 

Und da müssen sich die Berliner im Vergleich zur letzten Saison nicht nur angesichts der fehlenden Stimmung auf den Rängen umstellen. Nein, auch die Mannschaft auf dem Eis ist eine andere und mit dem Keller-Team des letzten Jahres nicht mehr zu vergleichen. Zwei Siegen steht aktuell nur eine Niederlage gegenüber. Die Neuzugänge haben sich schon gut eingefunden in ihrem neuen Team und machen Iserlohn so zu einer durchaus schweren Aufgabe für die Hauptstädter. Dennoch wollen die Berliner am Seilersee nachlegen, wie Parker Tuomie sagt:

Ja, natürlich wollen wir nachlegen. Es war ein super Spiel gegen Krefeld nach dem kleinen Aussetzer in Wolfsburg und jetzt wollen wir hier natürlich weitermachen und einen kleinen Streak anfangen. Es wäre natürlich ein wichtiger Auswärtssieg in Iserlohn.

Bis zum morgigen Spiel hatten die Eisbären jetzt ein bisschen Erholung und konnten durchschnaufen. Trotzdem ist das Team bestens auf Iserlohn vorbereitet, wie Serge Aubin sagt:

Wir hatten ein paar Tage zur Erholung und um Zeit mit der Familie zu verbringen. Heute ging es wieder an die Arbeit und das sehr hart, so dass wir auf das Spiel in Iserlohn vorbereitet sind. Iserlohn spielt gut dieses Jahr. Sie sind sehr jung, aber sehr schnell und nah am Puck dran. Wir wollen den Weg weitergehen, den wir bisher genommen haben. Ich sehe in jedem Spiel, dass wir besser werden und natürlich versuchen wir uns weiter als Team zu verbessern und so drei Punkte zu bekommen. 

Hartes Training ist das Stichwort. Viel Zeit zum trainieren bleibt im Januar nicht wirklich, denn es warten gleich neun Spiele auf die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin. Parker Tuomie auf die Frage, wie wichtig ein Sieg in Iserlohn wäre, um den Flow aufrecht zu erhalten:

Es ist sehr wichtig. Vor allem unsere Special Teams werden wichtig sein. Unterzahl, Überzahl, das haben wir natürlich in den letzten Spielen jetzt besser gemacht. Aber das ist ein Punkt, an dem wir weiterhin arbeiten müssen und dann hoffentlich auch Erfolg haben in Iserlohn.

Spiele in kurzen Abständen ist in den Playoffs für die Mannschaften nichts ungewöhnliches und dafür lebst du als Eishockey-Profi. Aber in dieser Saison ist alles anders – verkürzte Hauptrunde, verkürzte Playoffs. Serge Aubin wurde diesbezüglich gefragt, ob es gerade deshalb so wichtig ist, dass seine Mannschaft derzeit so gut in Fahrt ist:

Insgesamt machen wir als Team und auch die Verteidigung einen guten Job. Egal ob wir eine volle Saison spielen oder nur eine halbe, reden wir immer davon, im Moment zu bleiben und ein Spiel nach dem anderen anzugehen und keine Spiele zu vergeuden. Wir verstehen, wie wichtig jedes einzelne Spiel ist und es ist unser Job sicherzugehen, dass wir bereit sind und gut performen können, wenn wir es müssen. Ich erwarte, dass die Jungs bereit sind und ich bin mir sicher, dass sie es sein werden. 

Personell können die Eisbären fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich die Youngsters Eric Mik, Sebastian Streu und Fabian Dietz sind morgen Abend nicht in Iserlohn dabei. Was aber den Grund hat, dass sie bei Kooperationspartner Weißwasser zum Einsatz kommen.

Trotz sehr kurzer Bank: Eisbären zeigen großen Charakter, besiegen Nürnberg mit 2:0 und feiern ein Sechs-Punkte-Wochenende

Ausgabe #16:

Weihnachten kann kommen! Die Eisbären Berlin haben rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest zurück in die Erfolgsspur gefunden. Dem 5:1-Heimsieg vom Freitagabend gegen den Erzrivalen Adler Mannheim ließen die Hauptstädter heute den nächsten Heimsieg folgen. Vor 13.729 Zuschauern setzten sich die Hausherren hochverdient mit 2:0 (1:0,1:0,0:0) gegen die Thomas Sabo Ice Tigers durch, denen auch die Unterstützung ihrer per Sonderzug angereisten Fans nicht half. Gegen arg dezimierte Eisbären hatten die Franken nicht den Hauch einer Chance und mussten somit tor- und punktlos die Heimreise antreten, während die Eisbären mit ihren Fans das perfekte Sechs-Punkte-Wochenende feierten und sich schon einmal auf die anstehenden Weihnachtsfeiertage einstimmten.

EIne Änderung im Vergleich zum Mannheim-Spiel. Noch am Freitag hatte Trainer Serge Aubin auf der Pressekonferenz gesagt, dass man keinen Spieler gegen Nürnberg zurück erwarten würde. Und doch gab es heute einen Rückkehrer, und zwar Kapitän André Rankel, welcher wieder zum Line-up gehörte. Und im Tor begann auch heute wieder Sebastian Dahm.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Eisbären kamen richtig gut ins Spiel, waren sofort drin und drückten ordentlich aufs Tempo. Bereits früh in der Partie hatte man zwei dicke Möglichkeiten durch Marcel Noebels und Mark Olver. Beide vergaben und besonders Olver ärgerte sich regelrecht über seine vergebene Chance. Auch danach nur die Eisbären im Vorwärtsgang, die einen Angriff nach dem anderen kreierten und sich dabei schöne Chancen herausspielten. Das sah sehr schön aus, das Zusammenspiel klappte super. Einzig die Chancenverwertung war zu kritisieren. Denn die Führung war längst überfällig gewesen, aber noch hielt Nürnbergs Goalie Jonas Langmann seinen Kasten sauber.
Dann wurde der Offensivdrang der Berliner kurz unterbrochen, als Kai Wissmann die erste Strafzeit der Partie kassierte. Aber auch in Unterzahl sorgten die Berliner für Gefahr vor dem gegnerischen Tor, fuhren durch Maxim Lapierre und Landon Ferraro einen 2-auf-1-Konter, doch der Pass auf Ferraro wurde leider abgefangen. Aber auch das war ein Beleg des aggressiven Forecheckings der Hausherren heute, mit dem man Nürnberg vor große Probleme stellte. Die Franken hatten aber auch zwei gute Chancen in Überzahl, aber Dahm mit zwei klasse Paraden gegen Ex-Eisbär und Nürnbergs Top-Scorer Daniel Fischbuch sowie gegen Rylan Schwartz. Das Powerplay der Ice Tigers war dann frühzeitig beendet, als Oliver Mebus für zwei Minuten in die Kühlbox musste.
Nachdem die Berliner wieder vollzählig waren, zeigten die Hauptstädter den Franken mal, wie Powerplay geht. Maxim Lapierre hatte die Scheibe auf der linken Seite, sah Marcel Noebels auf der rechten Seite am Bullykreis stehen, visierte ihn an und spielte einen traumhaften Pass durch den Slot. Und der Top-Scorer der Eisbären tat dies, was er in dieser Saison so gerne macht. Er nahm die Scheibe direkt und sein Onetimer zischte ins fränkische Tor – 1:0 (14.). Schon der 15. Saisontreffer der Nummer 92, er steigert seinen persönlichen Bestwert immer weiter.
Danach noch zwei Alleingänge von Maxim Lapierre und Sebastian Streu, aber beide fanden in Jonas Langmann ihren Meister. So stand es nach 20 Minuten nur 1:0 für die Berliner, was aus Nürnberger Sicht sehr schmeichelhaft war. Über ein 0:3 oder gar 0:4 aus ihrer Sicht hätten sie sich nicht beschweren dürfen.

Zu Beginn des Mitteldrittels konnte sich Nürnberg mal im Berliner Drittel festsetzen und sorgte für

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Chaos vor dem Berliner Tor, aus dem zum Glück nicht der Ausgleich resultierte. Weil Ryan McKiernan die Übersicht behielt und die Scheibe raus aus dem eigenen Drittel bugsierte. Auch kurze Zeit später störte McKiernan einen weiteren Versuch der Gäste, hier zum Ausgleich zu kommen. Starkes Spiel von Ryan McKiernan.
Danach aber die Hausherren wieder am Drücker. Mit ihrem aggressiven Forechecking provozierten sie immer wieder Fehlpässe der Nürnberger, kamen so in Scheibenbesitz und fuhren ihre Angriffe, kamen zum Abschluss, aber Jonas Langmann war mit Abstand der beste Nürnberger an diesem Abend des vierten Advents. Nürnberg aber versuchte in diesem Drittel auch das ein oder andere mal vor das Berliner Tor zu kommen, aber an Sebastian Dahm sollte heute kein vorbeikommen sein. Der Däne machte sein Tor heute dicht.
Es folgte das nächste Nürnberger Powerplay, aber gegen das starke Penaltykilling der Hauptstädter war heute einfach kein Kraut gewachsen. Und selbst in Unterzahl waren die Eisbären heute offensiv gefährlich, aber Landon Ferraro setzte seinen Schuss zu hoch an.
Kurz darauf folgte der Schock-Moment der Partie, als Louis-Marc Aubry nach einem Zweikampf ohne Fremdeinwirkung auf dem Eis liegen blieb und vom Eis gestützt werden musste. Das sah nicht gut aus. Serge Aubin sagte nach dem Spiel auf der PK, dass es wohl eine Unterkörperverletzung sei, die Ärzte sich das aber erst einmal noch genauer anschauen müssen. Auf unserer Facebookseite schrieb ein Fan, Aubry kam auf Krücken aus der Arena und das Knie war dick eingepackt, was auf einen längeren Ausfall hindeutet. Gute Besserung, Louis-Marc Aubry!
Dann saß auf beiden Seiten je ein Spieler, somit ging es auf dem Eis also mit 4-gegen-4 weiter. Nürnberg mit dem Konter über Brandon Buck, welcher mit viel Tempo über rechts ins Angriffsdrittel kam, Daniel Fischbuch auf der anderen Seite anspielen wollte. Doch Sebastian Dahm bekam seine Kelle in den Pass und leitete damit den Konter der Eisbären ein. Mark Olver fuhr mit viel Speed über rechts ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe klasse zurück in den Slot, wo Austin Ortega angerauscht kam und der kleine Wirbelwind hämmerte die schwarze Hartgummischeibe ins Nürnberger Tor – 2:0 (37.).
Somit konnten die Eisbären im Mitteldrittel ihre Führung ausbauen, wenn gleich auch in diesem Drittel noch mehr Tore drin gewesen wären. Aber wichtig war zunächst einmal, dass man seinen Gameplan weiterhin strikt umsetze und Nürnberg nicht ins Spiel kommen ließ.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im Schlussdrittel änderte sich an diesem Bild rein gar nichts. Die Eisbären spielten weiterhin ein sehr aggressives Forechecking, störten immer wieder sehr früh den Spielaufbau der Ice Tigers, welche damit überhaupt nicht klar kamen und kein Mittel dagegen fanden. Wenn Nürnberg doch mal ins Drittel der Eisbären vorkam, dann standen die Defensive der Gastgeber weiterhin sehr kompakt und machte die Schusswege sehr gut zu. Wenn doch mal was auf das Tor kam, war es eine sichere Beute von Goalie Sebastian Dahm. Nur einmal war auch Dahm geschlagen, aber da half ihm die Latte beim Schuss von Max Kislinger. Da sich die beiden Hauptschiedsrichter auch nicht ganz so sicher waren, fuhren sie bei der nächsten Unterbrechung zum Videobeweis, blieben dann aber bei ihrer On-Ice-Entscheidung „Kein Tor„.
Mitte des Schlussdrittels durfte dann mal wieder das Überzahlspiel der Eisbären ran und dieses war richtig gut. Die Scheibe lief sehr gut, die Aufstellung wurde gefunden und man hatte richtig gute Torchancen. Leider fehlte den Jungs im Abschluss das nötige Quäntchen Glück.
Die Eisbären auch danach weiterhin mit offensiven Aktionen, aber weiterhin ohne Glück im Abschluss. Nürnberg versuchte am Ende noch einmal alles, Auszeit und Torhüter vom Eis. Nach einer Strafe gegen Jonas Müller in der 60. Spielminute hatten die Ice Tigers sogar zwei Mann mehr auf dem Eis. Half alles nichts mehr. Die Eisbären brachten das 2:0 souverän über die Zeit und freuten sich über weitere drei Punkte.

Erneut ein Sieg dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung, die es wie bereits am Freitag

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

geschafft hat, ihr Spiel über 60 Minuten konzentriert durchzuziehen. Trainer Serge Aubin lobte nach dem Spiel auf der PK vor allem den starken Charakter der Mannschaft, die bereits vor dem Spiel auf sieben Stammspieler verzichten musste und während des Spiels zwei weitere Stürmer verlor. Denn neben Aubry konnte auch PC Labrie nicht mehr weiterspielen, da er sich während des Spiels übergeben musste. So rückten die Jungs noch enger zusammen und somit ist dieser Sieg noch höher einzuschätzen.
Heute stimmte aber auch alles. Ein Torhüter der, wenn er gefordert wurde, zur Stelle war und nach seinem dritten Shutout in dieser Saison hoffentlich alle Kritiker endlich hat verstummen lassen (wenn nicht, dann ist Euch nicht mehr zu helfen…). Eine Defensive, die richtig stark verteidigt, das Tor verriegelt und die Schusswege klasse zugemacht hat. Eine Offensive, die mit einem sehr aggressiven Forechecking die Nürnberger früh im Spielaufbau störte und sie so immer wieder zu Fehlern zwang. Die Fehlpassquote der Franken war doch erschreckend hoch. Und dann hat die Offensive genau in den richtigen Momenten die Tore erzielt – in Überzahl und bei 4-gegen-4 nach einem gescheiterten Konter der Gäste. Wenn man überhaupt Kritik üben kann nach diesem 2:0-Sieg, dann an der mangelnden Chancenverwertung, denn heute war definitiv ein deutlich höherer Sieg möglich. Aber egal, am Ende wurden es die nächsten drei Punkte und man feierte damit ein Sechs-Punkte-Wochenende.

Somit kann das Weihnachtsfest kommen. Die Mannschaft wünschte nach dem Spiel den Fans frohe Weihnachten. Dem wollen wir uns anschließen und wünschen Euch ebenso ein frohes und vor allem besinnliches Weihnachtsfest, genießt die Feiertage im Kreise Eurer Lieben und die gemeinsame Zeit. Wir sehen uns dann alle gestärkt am Freitagabend in der Arena am Ostbahnhof, wenn die Fischtown Pinguins Bremerhaven zu Gast sind.

3:2 n.V. gegen Köln: Eisbären beweisen Charakter und betreiben Wiedergutmachung

WalkersBaerenNews 2019/2020, #3:

Das war ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende haben die Eisbären Berlin zwei wichtige Punkte gegen ein Top-Team eingefahren. 12.607 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen ein packendes Spiel zwischen den Berlinern und den Kölner Haien, am Ende behielten die Hausherren mit 3:2 n.V. (0:0,1:1,1:1/1:0) die Oberhand und betrieben somit Wiedergutmachung nach dem 0:5-Debakel in Bremerhaven vom Sonntagnachmittag.

Kai Wissmann und Kapitän André Rankel gaben am Freitagabend gegen die Domstädter ihr Saisondebüt, dagegen mussten Florian Busch und Youngster Fabian Dietz überzählig auf die Tribüne. Im Tor stand auch diesmal wieder die aktuelle Nummer Eins Sebastian Dahm.

1. Drittel:

Die Gäste vom Rhein fanden besser ins Spiel und setzten sich im Drittel der Berliner fest. Doch die Eisbären standen defensiv sehr kompakt und ließen den Kölnern so kaum Platz, um gefährliche Chancen zu kreieren. Die Eisbären brauchten etwas, um ins Spiel zu kommen, doch dann entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem es immer hin und her ging, wo jede Mannschaft immer mal wieder das Momentum auf ihrer Seite hatte.
Und so waren es die Eisbären, die in der neunten Spielminute die Riesenchance zur Führung hatten, als Sean Backman alleine auf Gustaf Wesslau zulief, aber am Kölner Goalie scheiterte. Auch im kurz darauffolgenden Powerplay die Gastgeber mit richtig guten Möglichkeiten, einzig die Scheibe wollte einfach nicht im Tor der Haie zappeln. Auch nicht beim nächsten Konter durch Lukas Reichel, der das 1:0 auf dem Schläger hatte.
Aber auch Köln zeigte sich noch einmal in der Offensive bei einem Powerplay gegen Ende des Auftaktdrittels, aber auch sie konnten keinen Treffer in den ersten 20 Minuten erzielen. Torlos ging es somit in die erste Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

2. Drittel:

Köln kam besser aus der Kabine und setzte sich erneut in der Anfangsphase im Drittel der Berliner fest. Aber auch diesmal konnte Köln keinen Nutzen daraus ziehen. Dafür die Eisbären, die in der 25. Spielminute in Führung gehen sollten. Neuzugang Leo Pföderl war es noch nicht vergönnt, sein erstes Tor zu erzielen, denn er scheiterte am Aluminium. Aber Frank Hördler war zur Stelle und staubte zum 1:0 ab.
Doch die Mannschaft vom neuen Headcoach Mike Stewart ließ sich davon nicht verunsichern und kam seinerseits ebenfalls per Nachschuss zum 1:1. Sebastian Dahm konnte den Schuss von Jason Akeson nur prallen lassen, Nationalspieler Frederik Tiffels war zur Stelle und glich aus (29.).
Kurz darauf die große Chance für die Eisbären, erneut in Front zu gehen, als man mit zwei Mann mehr auf dem Eis war. Und beinahe hätte es auch geklappt, aber erneut stand das Aluminium im Weg. Ansonsten war das Powerplay eher harmlos und stellte nicht wirklich eine Gefahr für Köln dar.
Fortan weiter ein gutes Spiel der Hausherren, die sich gute Möglichkeiten erspielten und in der Schussstatistik deutlich die Nase vorne hatten, aber das Ergebnis auf dem Cube zeigte leider nach wie vor ein 1:1 an, womit es auch in die zweite Drittelpause ging.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

3. Drittel:

Im letzten Drittel merkte man beiden Teams dann an, dass sie hier das Spiel gewinnen, aber hinten keinen entscheidenden Fehler machen wollten. Es war eine hart umkämpfte Partie, in der beide Mannschaften um jeden Zentimeter Eis kämpften.
Als die Haie in Überzahl spielen durften, gelang ihnen der angesichts des Spielverlaufs glückliche Führungstreffer. Gewühl vor dem Kasten von Dahm, irgendwie wollte jeder mal den Abschluss versuchen. Colby Genoway tat dies am besten und brachte Köln mit 2:1 in Führung (49.).
Ein Schock für die Eisbären, aber die gaben dieses Spiel keinesfalls verloren. Auch nicht, als sie kurz darauf in Unterzahl ran mussten. Diese überstanden sie schadlos und Serge Aubin sprach nach dem Spiel davon, dass es ihn sehr gefreut habe, wie lebendig die Bank nach dem Rückstand war. Jeder wusste, dass man dieses Spiel noch drehen kann. Und sie sollten auch tatsächlich zum Ausgleich kommen. In Überzahl, was ja auch schon eine Erwähnung wert ist. James Sheppard mit einer klasse Puckkontrolle, spielte die Scheibe vor das Tor, wo Sean Backman lauerte und die Scheibe zum 2:2 über die Linie des Kölner Tores drücken konnte – 2:2 (56.).
Das sollte zugleich auch der Stand nach 60 Minuten sein, Köln blieb somit auch im dritten Spiel in der regulären Spielzeit ungeschlagen, musste zum dritten Mal in die Verlängerung. Für unsere Jungs war es die erste.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Verlängerung:

Und in dieser waren die Eisbären die spielbestimmende Mannschaft, zeigten deutlich, dass sie diesen Extrapunkt hier holen wollten. Und dann lief die 64. Spielminute und der Auftritt von John Ramage, der erst einmal eine Runde durch das Kölner Drittel fuhr, hinters Tor fuhr und zu einer weiteren Runde ansetzte. So wirklich begeistert waren die Fans in der Arena am Ostbahnhof damit zunächst jedoch nicht, man hätte sich gewünscht, dass er die Scheibe doch passen oder aber sogar schießen solle. Aber Ramage hatte eine Plan, er wartete auf den perfekten Augenblick und dieser sollte kommen. Er sah Marcel Noebels am langen Pfosten stehen, der musste nur noch sein Arbeitsgerät in den Pass halten und sorgte somit für die Entscheidung am Freitagabend – 3:2. „Noebi“ sagte nach dem Spiel scherzhaft, er hätte gedacht, dass Ramage nach seinem Lauf durchs Kölner Drittel erst einmal ein Sauerstoffzelt auf der Bank bräuchte, was ja zum Glück nicht der Fall war.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Ein Sieg des Willens, des Charakters. Marcel Noebels sagte nach dem Spiel im Interview, die Eisbären haben nach dem 1:2 den Glauben an sich nicht verloren, haben nicht hinten aufgemacht und sind 1:3 oder 1:4 in Rückstand geraten. So, wie es in der letzten Saison noch häufig der Fall war. Nein, man habe geduldig weitergespielt und immer an sich geglaubt, am Ende belohnte man sich dafür mit zwei wichtigen Punkten gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um einen Top-6-Platz.
Trainer Serge Aubin sagte nach dem Spiel auf der PK, dass die Eisbären noch ein Stück weg sind von dem, wie sie spielen wollen. Aber der Spielstil an sich wird sich nicht verändern, aber sie versuchen, die Zeit zu verkürzen, in der es nicht so läuft für unsere Mannschaft, wo sie Fehler machen.
Das Spiel gegen Köln war dabei schon einmal ein guter Anfang und hat gezeigt, dass die Eisbären bereit waren, eine Antwort auf das 0:5 zu geben. Und wer mal wieder besonders gefallen hat, war der junge Lukas Reichel, der spielt, als würde er seit Jahren nichts anders tun. Es macht richtig Spaß, ihm zuzuschauen, er spielt sehr unbekümmert auf und hatte gegen Köln richtig gute Chancen. Sein erstes Profitor in der DEL dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Den ersten Assistpunkt hat er jedenfalls seit gestern Abend schon. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Marcel Noebels: „Für uns ist es wichtig, dass wir zu Hause wieder viele Punkte holen“

Gestern Abend fand das einzige Test-Heimspiel der Eisbären Berlin im altehrwürdigen Wellblechpalast statt. Mit 5:4 setzten sich die Hauptstädter dabei gegen den tschechischen Extraliga-Club HC Dynamo Pardubice durch. Im Spiel der Eisbären gab es zwei Wochen vor dem DEL-Saisonauftakt gegen die Grizzlys Wolfsburg in der Mercedes-Benz Arena Licht und Schatten. In seiner gewohnt sachlichen und ehrlichen Art analysierte Stürmer Marcel Noebels nach dem Spiel das Duell gegen den Tschechen wie folgt:

Gut war Überzahl, würde ich sagen. Schlecht war Überzahl. Ich glaube, wir hatten heute ein paar Kleinigkeiten, die wir noch verbessern können. Wie gesagt, zwei Tore in Überzahl zu kassieren, wird uns in der Liga sicherlich drei Punkte kosten. Da müssen wir cleverer werden. Wir haben heute oft ein Gegentor bekommen, wo wir eigentlich gerade getroffen haben. Der Wechsel nach nem Tor sollte eigentlich ein guter Wechsel sein. Da spricht man eigentlich oft drüber, das haben wir heute nicht geschafft. Aber im Gesamten war es auch eher ein Spiel, wo viele Fehler drin waren, wo vom System her noch ein paar Sachen zu verbessern sind. Aber ich glaube, es war auch gut, weil wir wieder in den Rhythmus kommen, Freitag Sonntag spielen, wie die Liga auch ist. Für uns von daher auch nochmal ein Schritt nach vorne, aber ich glaube, da ist noch Potential für uns, 60 Minuten zu spielen und nicht 40.

Damit traf die Nummer 92 der Hauptstädter den Nagel auf den Kopf. Vor allem sein Statement zum guten und gleichzeitig schlechten Überzahlspiel. Man traf zwar zweimal mit einem Mann mehr auf dem Eis, kassierte aber gleich zwei Shorthander. Das darf dir nicht passieren und Noebels hat Recht, wenn er sagt, dass einen das in der Liga drei Punkte ganz sicher kosten wird. Gerade gegen die Top-Teams aus Mannheim und München, aber definitiv auch gegen alle anderen Teams in dieser ausgeglichenen Liga. 

Marcel Noebels (siehe Foto links) wurde, wenn man ihm schon mal zum Interview vor sich hat, natürlich auch auf die aktuelle Torhütersituation bei den Eisbären angesprochen. Sebastian Dahm, Marvin Cüpper und Maximilian Franzreb stehen ja aktuell als Torhüter in Berlin unter Vertrag:

Zwei deutsche Torhüter finde ich gut. Marvin war heute in Weißwasser, glaube ich, so wie ich es mitbekommen habe und sollte da eigentlich spielen. Ich wünsche den Dreien natürlich alles Beste und hoffe, dass der Konkurrenzkampf untereinander so hoch ist, dass jeder abliefert. Genauso ist es bei uns Stürmern oder Verteidigern. 

Ein Name ist in dieser Vorbereitung sehr häufig in aller Munde. Die Rede ist von Youngster Lukas Reichel, der bisher eine glänzende Vorbereitung spielt, auch gestern wieder eine Torvorlage leistete und sich große Hoffnung machen darf, zum Saisonauftakt gegen Wolfsburg im Kader zu stehen. Noebels mit seiner Einschätzung über Lukas Reichel:

Ja, das ist ein Riesentalent, glaub ich. Wir haben alle gesehen, dass er Potential hat, bei uns mitzuspielen. Lukas ist glaub ich auch einer, der lernfähig und läuferisch schon auf einem hohen Niveau ist. Männerhockey ist jetzt natürlich nochmal ein anderes Level und eine andere Nummer, ich hoffe, dass er das Niveau über die ganze Saison halten kann und gute Chancen hat, mal weit zu kommen. 

Zweimal ging es für die Eisbären jetzt in Folge gegen tschechische Teams, davor war traf man mit Wien auf einen österreichischen Klub, morgen geht es mit den Grizzlys Wolfsburg in Halle erstmals gegen einen DEL-Konkurrenten. Was für Marcel Noebels so kurz vor dem Saisonstart gegen eben jenen Gegner auch wichtig ist:

Wir haben jetzt viel gegen Mannschaften gespielt, die aus anderen Ligen kommen oder in anderen Ligen spielen. Wolfsburg ist eine Mannschaft, die über die Jahre immer irgendwie einen Weg in die Playoffs gefunden haben. Sie werden sicherlich auch dieses Jahr da eine Rolle mitspielen. Für uns wird es ein guter Test. Wir sind froh, dass wir heute ein Heimspiel gewonnen haben, dass einzige in der Vorbereitung. Ich glaube, dieses Jahr ist es für uns wichtig, dass wir zu Hause wieder viele Punkte holen. Letztes Jahr war es leider nicht so, da haben wir eher auswärts gewonnen. Der Test gegen Wolfsburg ist jetzt knapp eine Woche bevor es losgeht wichtig. Wichtig ist auch, dass wir alle an Board haben und dann werden wir Sonntag nach dem Spiel sehen, wo wir stehen.

Keine zwei Wochen sind es mehr, dann startet die neue Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und damit hat auch die anstrengende Vorbereitung für alle Teams ein Ende. Darauf freuen sie sich in Berlin jetzt schon, wie Noebels sagt:

Der Countdown ist jetzt schon gestartet. Ich glaube, wir freuen uns alle auf das erste Spiel. Diese Vorbereitung ist immer lang und zieht sich am Ende immer wie ein Kaugummi, aber wie gesagt ,es gehört dazu und jetzt ist es ja nicht mehr lang und dann machen wir drei Kreuze, dass es los geht. 

5:2 in Köln! Die Eisbären geben die richtige Antwort auf die Niederlage vom Freitag

Na bitte, es geht doch! Die Eisbären Berlin haben den Abwärtstrend gestoppt und nach drei Niederlagen in Folge mal wieder gewonnen. Vor 11.712 Zuschauern in der LANXESSarena setzten sich die Berliner mit 5:2 (2:1,1:1,2:0) bei den Kölner Haien durch und gaben damit die richtige Antwort auf die zuletzt gezeigten schwachen Leistungen. Die Mannschaft wirkte wie ausgewechselt und sicherte sich somit absolut verdient die drei Punkte bei den Domstädtern. 

Die Eisbären zeigten in den letzten drei Spielen erschreckend schwache Leistungen. Stürmer Florian Busch mit einem Erklärungsversuch vor dem Spiel bei Telekom Sport:

Wir haben die Mannschaften grundsätzlich unterschätzt. Wir haben nach dem Mannheim-Spiel gedacht, wir wären mit den schlechten Leistungen über den Berg. Aber da haben wir uns arg vertan, die Mannschaften wahnsinnig unterschätzt. Dafür haben wir bezahlt. Wir haben schlechtes Eishockey gespielt.

Heute sah das dagegen schon wieder besser aus. Früh in der Partie ein Powerplay für die Eisbären und dort sollte es direkt im Haie-Tor klingeln. Florian Kettemer spielte die Scheibe an der blauen Linie zu Frank Hördler, welcher direkt abzog. Sein Schuss ging hinter die Bande am Tor und sprang wieder vor selbiges, wo Louis-Marc Aubry am linken Bullykreis an die Scheibe kam und sie im Kölner Tor versenken konnte – 1:0 (6.).
Kurze Augenblicke später tankte sich Kapitän André Rankel klasse durch und kam vor Gustaf Wesslau zum Abschluss, doch der Haie-Goalie konnte parieren.
Es folgte die nächste Strafe gegen Köln und den Eisbären gelang im zweiten Überzahlspiel der zweite Treffer. Brendan Ranford spielte die Scheibe hinter das Tor zu Colin Smith, der wieder vor das Tor zu Louis-Marc Aubry, welcher sich diese Chance nicht nehmen ließ und erhöhen konnte – 2:0 (9.).
Fünf Sekunden nach dem Tor kassierte Florian Busch die erste Strafe der Eisbären, 22 Sekunden nach dem 2:0 konnten die Domstädter verkürzen. Morgan Ellis mit dem Pass an der blauen Linie zu Alexander Oblinger, welcher direkt abgezogen hatte. Kevin Poulin konnte den ersten Schuss parieren, gegen den Nachschuss von Freddy Tiffels war der Berliner Goalie jedoch machtlos – 1:2 (9.).
Die Eisbären mussten in der Folgezeit noch zweimal in Unterzahl ran, überstanden diese Situationen aber schadlos. Einzig Jason Akeson und Ryan Jones hatten gute Chancen für Köln. Aber auch die Berliner mit guten Chancen in Unterzahl. Daniel Fischbuch setzte die Scheibe bei einem 2-auf-1-Konter an den Pfosten und Marcel Noebels setzte sich klasse durch, scheiterte aber an Wesslau. So nahmen die Eisbären die 2:1-Führung mit in die erste Drittelpause.
Kölns Torschütze Freddy Tiffels sagte nach dem ersten Drittel:

Wir wollen Überzahlsituationen schaffen aber nicht in Unterzahl geraten. Die Eisbären sind offensiv sehr stark, haben vier gute Reihen. Wir wollen so wenig wie möglich in unserem Drittel spielen.

Und gleich früh im Mitteldrittel erneut die Chance für die Eisbären, in Überzahl zu agieren. Und im ersten Drittel konnte man ja beide Powerplays nutzen. Die Berliner fanden auch ihre Formation, ließen die Scheibe sehr gut laufen, aber Köln stand sehr gut und machte die Schusswege gut zu, überstand diese Unterzahl also schadlos.
Insgesamt gesehen kamen die Hauptstädter engagierter aus der Kabine, spielten sehr druckvoll und suchten immer wieder den Weg in die Offensive.
Dabei wollten die Gäste dann aber in einer Situation zu viel, waren zu weit aufgerückt, Köln nutzte das zum kontern, Freddy Tiffels über links ins Drittel, mit dem klasse Pass auf die rechte Seite, wo Morgan Ellis angerauscht kam und Kevin Poulin zum 2:2 überwinden konnte (28.).
Kurz darauf Powerplay Köln und die Chance zur erstmaligen Führung, aber das Penaltykilling der Berliner mit einer sehr guten Arbeit, die Eisbären überstanden die Unterzahl ohne Gegentor.
Danach weiterhin offensive Eisbären. James Sheppard scheiterte zweimal an Gustaf Wesslau. In einem darauffolgenden Überzahlspiel die Eisbären richtig stark, mit viel Zug zum Tor und richtig gefährlichen Chancen. Köln dann aber mit einem Konter, Florian Kettemer klärte aber sensationell stark gegen Fabio Pfohl, die Eisbären danach sofort wieder nach vorne orientiert. Frank Hördler mit dem Pass in den Slot, welcher abgeblockt wurde. Hördler kam erneut an die Scheibe und zog trocken ab – 3:2 (35.).
Die verdiente Berliner Führung, die hier die aktivere Mannschaft im zweiten Drittel waren. Aber Köln hatte noch einmal eine richtig dicke Chance durch Alexander Oblinger. Der zog auf der rechten Seite ab, Kevin Poulin konnte parieren, aber Oblinger kam erneut an die Scheibe, setzte zum Bauerntrick an, fuhr rum ums Tor, welches leer war, doch Oblinger scheiterte am Pfosten.
So lagen die Eisbären also nach 40 Minuten mit 3:2 in der Domstadt vorne.

Egal, was sich die Haie für das Schlussdrittel vorgenommen hatten. Die Eisbären machten jede Hoffnung auf den Ausgleich sofort zu Nichte. Marcel Noebels scheiterte schon knapp mit einem Schuss aus der Drehung. Mike Zalewski dann jedoch mit einem katastrophalen Fehlpass direkt auf den Schläger von Jamie MacQueen, der Top-Scorer der Eisbären hatte alle Zeit der Welt, sich eine Ecke auszusuchen und versenkte die Scheibe eiskalt im Tor der Hausherren – 4:2 (42.).
Auf der anderen Seite dann Florian Busch mit dem Fehlpass, aber Lucas Dumont konnte diese Einladung nicht nutzen. Köln danach mit einem richtig guten Angriff, an deren Ende Dominik Tiffels Freddy Tiffels in Szene setzte, der fuhr rum um Poulin, doch der Berliner Goalie mit einem klasse Save. Direkt im Gegenzug James Sheppard mit dem Schuss an die Latte.
Zehn Minuten waren noch auf der Uhr, da war eine Strafe gegen Köln angezeigt, als Florian Busch die Scheibe an der blauen Linie rüber spielte zu Jonas Müller, welcher per Onetimer auf 5:2 stellte (50.).
Das war hier natürlich die Entscheidung in dieser Partie gewesen. Die Eisbären verteidigten sehr stark und störten Köln immer wieder früh im Spielaufbau. Die Haie schafften es selbst bei einer dreiminütigen Überzahl nicht, für Gefahr zu sorgen. Am Ende brachten die Eisbären das souverän zu Ende und sackten sich hochverdient die drei Punkte ein.

Verstehe einer mal diese Eisbären. Nach einer sehr schwachen Leistung am Freitag gegen Schwenningen zeigte sich die Mannschaft wie ausgewechselt, spielte über 60 Minuten starkes Eishockey, stand hinter sehr kompakt und spielte ein aggressives Forechecking. Kein Puck wurde verloren gegeben, sobald ein Puck verloren wurde, ging ein Spieler nach und eroberte die Scheibe zurück. Die Mannschaft kämpfte geschlossen um die drei Punkte, man sah ihr an, dass sie eine Reaktion zeigen wollte und das tat sie heute auch.
Nur darf man jetzt nicht wieder den Fehler machen, sich zufrieden zurückzulehnen und zu denken, jetzt wird alles wieder gut. Diesen Fehler hat man ja laut Florian Busch nach dem Mannheim-Spiel gemacht. Auf dieser Leistung kann man aufbauen und sollte den Schwung in die nächsten Spiele mitnehmen, damit man endlich mal eine Siegesserie starten kann. Denn mehr als drei Siege und drei Niederlagen in Folge waren in dieser Saison bisher noch nicht drin bei den Eisbären.
Doppel-Torschütze Louis-Marc Aubry mit seinem Fazit zum Spiel:

Wir haben einiges anders gemacht als am Freitag. Wir haben uns mehr rein gehängt, mehr Schüsse geblockt. Das Powerplay war ausschlaggebend für den Erfolg. Wir haben verdient gewonnen.

Haie-Spieler Dominik Tiffels sagte das nach der Partie bei Telekom Sport:

Wir wussten, dass sie eine gute Mannschaft sind, auch wenn sie gerade Probleme haben. Wir wollten von der Strafbank fernbleiben. Dass wir dann aber gleich zwei Unterzahltreffer im ersten Drittel bekommen, ist einfach nicht gut genug. Das Berliner Powerplay war sehr stark.

0:4-Klatsche gegen Köln: Emotionsloser Auftritt der Eisbären Berlin beendet die drei Spiele andauernde Siegesserie

 

Ausgabe #14:

13.930 Zuschauer sind voller Hoffnung am Freitagabend in die Arena am Ostbahnhof gegangen. Sie alle hofften, dass die drei Spiele andauernde Siegesserie fortgesetzt wird und man den vierten Sieg in Folge einfahren würde. Doch am Ende verließen die Eisbären-Fans die Mercedes-Benz Arena vollkommen enttäuscht, denn die Eisbären Berlin konnten im Spiel gegen die Kölner Haie nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen in Ingolstadt und gegen Straubing anknüpfen, boten den Zuschauern eine sehr ernüchternde und fast schon peinliche Vorstellung, welche am Ende mit 0:4 (0:3,0:0,0:1) ausging. Damit hatte keiner gerechnet. Weder die Fans noch Spieler und Trainer. Sie alle waren nach diesen 60 Minuten völlig ratlos und enttäuscht.

Trainer Clément Jodoin hatte sogar das Gefühl, er sei beim Freitagabend-Hockey mit Freunden gewesen, wie er nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagte. „Denn es sind keine Pässe gelungen und auch das physische Element hat irgendwie gefehlt„, führte Jodoin weiter aus.
Stürmer Marcel Noebels lieferte nach dem Spiel eine schonungslose Analyse, war vollkommen angefressen und enttäuscht von seiner eigenen Leistung und der seiner Kollegen. Alle hatten das Gefühl, man hätte zwei Schritte nach vorne gemacht. Aber nach dem heutigen Spiel sprach Noebels davon, dass er viel mehr das Gefühl hatte, man habe acht Schritte zurück gemacht. Noebels sagte weiter, dass man heute auch zweimal 60 Minuten hätte weiterspielen können, ohne dabei auch nur ein Tor zu schießen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel begann aus Eisbären-Sicht schon nicht gut. 82 Sekunden war die Partie gerade einmal alt, da kassierte Frank Hördler bereits die erste Strafe der Partie. Doch die Eisbären überstanden diese erste Unterzahl noch schadlos. Mitte des ersten Drittels hatten dann auch die Berliner mal eine Überzahl, aber auch diese blieb ungenutzt.
In den zweiten zehn Minuten verloren die Eisbären dann das Spiel. Innerhalb von 5:09 Minuten schossen die Haie drei Tore und sorgten so für eine 3:0-Führung nach 20 Minuten und lange Gesichter bei den Eisbären und deren Anhang. Jason Akeson hatte in einer Überzahl für Köln abgezogen, Kevin Poulin ließ die Scheibe prallen und Alexander Oblinger nahm den Puck aus der Luft direkt und schoss ihn ins Eisbären-Gehäuse. Die beiden Hauptschiedsrichter Stephan Bauer und Lasse Kopitz schauten sich die Szene aber sicherheitshalber noch einmal im Videobeweis an, sahen da aber, dass kein hoher Stock vorlag und so stand es 0:1 aus Berliner Sicht (15.).
In der 17. Spielminute dann ein richtig krummes Ding. Alexander Sulzer hatte von der blauen Linie abgezogen, Kai Hospelt hielt seine Kelle in den Schuss, der somit die Richtung änderte und Kevin Poulin auf dem falschen Fuß erwischte. Die Scheibe rutschte durch Poulins Schoner durch ins Tor – 0:2.
Und zum Drittelende hin noch einmal ein Powerplay für die Gäste und im Abschluss waren sie heute einfach eiskalt. Sebastian Uvira wurde freigespielt und der erhöhte auf 3:0 für Köln (20.).

Zu Beginn des zweiten Drittels stand dann Maximilian Franzreb im Eisbären-Tor, Trainer Clément

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Jodoin wollte ein Zeichen setzen und die Mannschaft aufwecken. Klappte nur nicht wirklich. Denn die Eisbären fanden einfach nicht zu ihrem Spiel bzw. in dieses Spiel hinein. Ein Fehlpass jagte den nächsten. Vor dem eigenen Tor klafften zu große Lücken, zu oft standen die Kölner frei vor Maximilian Franzreb. Mit Verteidigung hatte das wenig zu tun.
Bezeichnend dafür eine Szene in der 26. Spielminute, als Mike Zalewski vor dem Tor ungestört dreimal zum Schuss kommen konnte, zum Glück hielt Franzreb alle seine Versuche.
Egal, was die Eisbären nach vorne versuchten, es führte zu kaum etwas. Sie fanden einfach kein Mittel gegen sehr gut stehende Kölner. Köln hatte keine großen Probleme die Angriffe der Eisbären zu entschärfen. Auch Gustaf Wesslau hatte selten Probleme mit den Schüssen der Eisbären.
Und hinten lud man Köln immer wieder ein, sich Chancen zu erspielen. Die Haie-Spieler wurden fast schon durchgewunken, die Eisbären ließen Zweikampf-Härte vermissen. Das einzig Positive an den zweiten 20 Minuten war der Fakt, dass man ohne Gegentor geblieben war.

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Das Schlussdrittel begann mit einer guten Eisbären-Chance, Brendan Ranford scheiterte aber am Pfosten. Die Eisbären anschließend fast vier Minuten mit einem Mann mehr, aber selbst da bekam man nichts auf die Reihe. Köln machte es den Eisbären sehr schwer, da auch nur eine Lücke in der Defensive zu finden.
Die Eisbären rannten an, allerdings kopf- und planlos. Köln konzentrierte sich im Schlussdrittel auf seine Defensive, wollte das souverän zu Ende spielen und vorne vielleicht noch den einen Konter zu Ende fahren. Und Köln sollte seine eine Chance zum Tor noch bekommen und nutzen. Colby Genoway mit dem Querpass vor das Tor, wo Alexander Oblinger verwandeln konnte – 0:4 (54.).
Mehr passierte danach nicht mehr, Köln brachte das 4:0 souverän über die Zeit und beendete damit die Siegesserie der Eisbären.

Das war nichts. Die Eisbären, die lt. André Rankel voller Vorfreude auf den DEL-Klassiker gegen Köln waren, blieben heute Abend alles schuldig. Von der ersten Sekunde an war das kein guter Auftritt der Hauptstädter, Köln machte von Beginn an deutlich, dass sie dieses Spiel hier gewinnen wollten. Und die Domstädter mussten sich dafür kein Bein ausreißen, die Eisbären machten es ihnen nicht allzu schwer. Köln war abgezockt und eiskalt vor dem Tor, hatte dabei auch das nötige Quäntchen Glück wie beim 2:0. Und hinten standen die Kölner sehr kompakt und ließen den Eisbären nicht den Hauch einer Chance.
Man hatte die Eisbären auf einem guten Weg gedacht, auch nach dem gestrigen Training hatte ich ein gutes Gefühl. Aber alles, was im Training so super klappte, funktionierte heute im Spiel überhaupt nicht, wie Clément Jodoin nach dem Spiel auf der PK sagte. Das war schon ein erschreckend schwacher Auftritt der Eisbären, sehr ernüchternd. Und die nächste Aufgabe wird noch viel schwerer, geht es doch am Sonntagnachmittag zu den Adlern nach Mannheim. Mit der Leistung von heute holt man sich dort die nächste Klatsche ab.

3:1-Sieg in Krefeld: Viel Geduld, 40 Minuten diszipliniert gespielt und mal wieder ein überragender Kevin Poulin im Tor

Die Eisbären Berlin bleiben in der Erfolgsspur. Am Freitagabend gewannen die Hauptstädter ihr Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen verdient mit 3:1 (1:1,1:0,1:0) und feierten somit den dritten Ligasieg in Folge. Und der Auftritt der Berliner macht Mut für die nächsten Wochen, dass es in der Liga nun endlich weiter nach oben geht. Alles ist zwar noch nicht in Ordnung, aber die Mannschaft arbeitet weiter hart und belohnt sich nun auch endlich dafür. 

Die Eisbären mussten weiter auf sechs verletzte Spieler verzichten. Zudem musste Verteidiger Mark Cundari als überzähliger Importspieler auf die Tribüne, da Trainer Clément Jodoin Kevin Poulin zurück ins Tor stellte. Zudem gab Verteidiger Frank Hördler beim 112. DEL-Duell zwischen den Pinguinen und den Eisbären sein Saison-Debüt. Die Nummer Sieben der Eisbären meinte vor dem Spiel, man müsse wieder „mehr Selbstvertrauen ins Spiel rein bekommen und ins Rollen kommen, dann klappt es auch auswärts wieder„.

Am Selbstvertrauen arbeiteten die Gäste von der Spree hier aber nicht. Nach einer Phase des Abtastens zu Beginn des Spiels fing mal wieder das Strafen sammeln der Eisbären an. Florian Kettemer kassierte die erste Strafzeit wegen Beinstellens. Ganze 21 Sekunden dauerte das Powerplay der Seidenstädter nur. Schnelle Kombination, von Chad Costellos Schlittschuh kam die Scheibe zu Jacob Berglund und der ließ Kevin Poulin keine Chance – 0:1 (5.).
Nur wenige Augenblicke später kassierte Jamie MacQueen die nächste Strafe der Eisbären und Debütant Frank Hördler gesellte sich dann auch noch zu ihm, so dass Krefeld für 25 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Das ganze wiederholte sich in der selben Überzahl erneut, so dass Krefeld nochmals für 25 Sekunden zwei Spieler mehr auf dem Eis hatte. Nur verpasste es Krefeld, in dieser Phase das zweite und dritte Tor nachzusetzen. Sie setzten sich zwar im Eisbären-Drittel fest, nur machten die Eisbären die Schusswege gut zu und so überstanden die Berliner diese Unterzahlsituationen schadlos.
Als dann zur Abwechslung mal 5-gegen-5 gespielt wurde, schlugen die Eisbären eiskalt zu. Micki DuPont spielte die Scheibe zu Marcel Noebels in die Rundung, der drehte sich kurz und passte die Scheibe ohne zu gucken per Rückhand vor das Tor, wo Louis-Marc Aubry angerauscht kam und die Scheibe links oben versenkte – 1:1 (14.).
Mehr gab es vom Auftaktdrittel auch nicht zu erzählen, Spielfluss kam selten auf, was an den vielen Strafen lag (10 Minuten Krefeld/14 Minuten Eisbären) und auch daran, dass beiden so ein wenig das nötige Konzept fehlt, um die Defensive des Gegner mal zu durchbrechen. Die Eisbären hatten zum Schluss hin noch einmal ein Überzahlspiel, welches zum Ende hin sogar noch zu einem doppelten wurde. Und das beste Powerplay der Liga (!) setzte sich fest, machte Druck und drängte die Pinguine ins eigene Drittel, nur nutzen konnten sie es noch nicht.

Aber man hatte noch ganze 48 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis zu Beginn des zweiten Drittels. Allerdings konnten die Berliner da keine wirkliche Gefahr erzeugen.
Die nächste Chance sollte aber sogleich folgen. Krefeld in der 23. Spielminute mit der nächsten Strafe. Und die Eisbären fanden in ihre Formation, ließen die Scheibe richtig gut und schnell laufen, spielten tolle Pässe, richtig gefährliche Chancen entstanden dabei jedoch nicht. Als dann mal numerische Gleichheit auf dem Eis herrschte, mal beide Mannschaften mit guten Möglichkeiten. Zunächst brachte Daniel Pietta die Scheibe vor das Tor, wo ein Kollege zum Abschluss kam, doch Kevin Poulin war mal wieder zur Stelle. Auf der Gegenseite die Eisbären mit zwei richtig guten Möglichkeiten, aus der letzten nahmen sie noch eine Strafe gegen Krefeld mit und konnten also zum dritten Mal in diesem Drittel in Überzahl agieren. Und auch dieses Mal lief die Scheibe sehr gut und Jamie MacQueen hatte die beste Chance in diesem Powerplay, als er von Sean Backman am langen Pfosten angespielt wurde, jedoch an Patrick Klein scheiterte.
Was in Überzahl nicht klappte, gelang dann bei voller Spieler-Anzahl auf dem Eis. Danny Richmond kam mit Tempo über links ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe rüber zu Brendan Ranford und der fackelte nicht lange – 2:1 (31.).
In der Folgezeit zur Abwechslung mal die Eisbären mit einem doppelten Überzahlspiel, welches bei langem aber nicht so gut aussah wie die einfachen Überzahlspiele.
Bei 4-gegen-4 auf dem Eis jubelten die Pinguine und deren Fans über den vermeintlichen Ausgleich. Phillip Bruggisser hatte abgezogen, Kevin Poulin parierte den Puck irgendwie, die Scheibe flog hoch in die Luft und bei einem Zweikampf zwischen Micki DuPont und Kirill Kabanov ging die Scheibe letztendlich ins Berliner Tor. Die erste Entscheidung der beiden Hauptschiedsrichter Hoppe und Bjälkander auf dem Eis hieß „kein Tor„. Der Videobeweis hatte verschiedene Einstellungen, bei der einen dachte man, die Scheibe wurde ins Tor „gefahren“, bei der anderen dachte man, Kabanov hatte das Schlägerblatt noch dran. Die Hauptschiedsrichter blieben daher bei ihrer Entscheidung „kein Tor„.
So lagen die Hauptstädter mit 2:1 nach 40 Minuten in Krefeld vorne. Youngster Charlie Jahnke mit seinem Statement zum Spielverlauf nach 40 Minuten:

Es ist ein schnelles Spiel mit vielen Strafen. Wir müssen aufpassen, dass wir von der Strafbank fernbleiben. Und wir müssen mehr aus unseren Chancen im Powerplay machen. Ansonsten ist es bisher ein gutes Spiel von uns, weiter so.

Im Schlussdrittel hätte Marcel Noebels früh die Weichen auf Sieg stellen können. Patrick Klein konnte einen Schuss von der blauen Linie nur prallen lassen, Marcel Noebels nahm die Scheibe auf und hatte das leere Tor vor sich, schaffte es dann aber tatsächlich, die Scheibe an den Pfosten zu schießen.
Dann mal wieder ein Powerplay der Eisbären und das sah heute durchaus sehr gut aus, weil sie es mit viel Geduld spielten, sich die Scheibe immer wieder sehr gut zuspielten, um die Lücke in der Krefelder Defensive zu finden. Diese fand Danny Richmond erst kurz vor Ablauf der Strafe, doch sein Kracher von der blauen Linie fand leider nicht den Weg ins Tor.
Zehn Minuten vor dem Ende der Partie wurde James Bettauer am rechten Pfosten mit einem Pass von hinter dem Tor angespielt, zog direkt ab, Kevin Poulin, welcher bereits auf dem Weg in die andere Ecke war, bekam die Fanghand noch rechtzeitig hoch und verhinderte so den möglichen Ausgleich der Hausherren.
Es war der Beginn einer guten Phase des KEV, welcher weitere gute Möglichkeiten kreierte, aber drei weitere Male in Poulin seinen Meister fand.
Als die Gäste dann in Überzahl waren, war eine weitere Strafe angezeigt. Die Eisbären spielten die Scheibe aber nicht hektisch zu einem Krefelder, nein, sie spielten es mit viel Geduld und 6-gegen-4 auf dem Eis weiter. Und das wurde auch belohnt. James Sheppard an den kurzen Pfosten zu Jamie MacQueen, der weiter an den langen Pfosten, wo Sean Backman lauerte und zum 3:1 einnetzen konnte (51.).
Damit sorgten die Eisbären hier natürlich für die Vorentscheidung. Krefeld danach weiterhin bemüht, den Anschlusstreffer zu erzielen. Aber die Defensive der Eisbären stand heute sehr gut, blockte viele Schüsse und machte immer wieder die Schusswege zu. Und wenn Krefeld doch durch kam, ja dann war da ja immer noch dieser Teufelskerl Kevin Poulin, der 13 Sekunden vor dem Ende noch einmal einen Big Save hatte, als er erneut blitzschnell die Fanghand bei einem Krefelder Schuss direkt vor dem Tor hoch bekam und erneut für großes Staunen bei den Pinguinen sorgte. Danach war die Partie vorbei und die Eisbären feierten den dritten Ligasieg in Folge.

Die Eisbären scheinen so langsam aber sicher in Fahrt zu kommen. Auch wenn noch nicht alles rund läuft, so war das Spiel heute ein Schritt in die richtige Richtung – wenn man das erste Drittel mal ausklammert. Denn da kassierten die Eisbären erneut zu viele Strafzeiten, was Trainer Clément Jodoin nicht erfreut haben dürfte. Umso mehr dürfte es den Coach aber gefreut haben, wie gut die Berliner in Unterzahl standen und gearbeitet haben. Und darüber, dass man in den nächsten beiden Dritteln nur noch je eine Strafe kassierte.
Auch das Powerplay der Eisbären sah sehr vielversprechend aus. Sie fanden gut in ihre Formation, ließen die Scheibe schnell und flüssig laufen, versuchten so die Krefelder Verteidigung immer wieder aus der Position zu bringen. Schön zu sehen, mit wie viel Geduld die Eisbären das spielten, immer wieder auf den richtigen Moment zum Abschluss warteten.
Insgesamt ein guter, kämpferischer Auftritt der Eisbären, die in den letzten drei Ligaspielen nur ganze zwei Gegentore kassiert haben. Ein Beleg für die gute Defensivarbeit und den Glücksbringer im Tor, Kevin Poulin, welcher seinen Rekord weiter ausbaut. Fünf DEL-Spiele, fünf Siege. Diese Serie kann am Sonntag gerne so weitergehen.

Das letzte Wort gehört Kapitän André Rankel:

Es war ein hartes Spiel. Viele Strafzeiten auf beiden Seiten. Aber wir haben gut in Unterzahl gespielt und ich glaube deshalb auch verdient gewonnen. Wir haben es klar und deutlich angesprochen. Die ganze Saison haben wir schon Probleme mit zu vielen Strafminuten. Wir haben das in der Drittelpause nochmal angesprochen, dass wir 5-gegen-5 spielen und unser Spiel durchziehen müssen. Bei 5-gegen-5 sind wir die bessere Mannschaft. Der Torwart ist extrem wichtig. Wie er uns in den wichtigen Situationen im Spiel hält, dass ist sehr, sehr wichtig für uns und gibt den Spielern extra Selbstvertrauen.

4:1 – Eisbären gewinnen letztes CHL-Heimspiel gegen Neman Grodno

 

Ausgabe #6:

Im fünften CHL-Gruppenspiel hat es dann doch noch mit einem Sieg für die Eisbären Berlin geklappt. Gegen das weißrussische Team HC Neman Grodno setzten sich die Berliner vor 4.110 Zuschauern in der spärlich besuchten Mercedes-Benz Arena mit 4:1 (1:1,2:0,1:0) durch und versöhnten die Fans wenigstens im letzten Gruppenspiel in der Eishockey-Königsklasse noch mit einem Sieg. Auch wenn es um nichts mehr ging, waren die Hauptstädter doch nach vier Niederlagen aus vier Spielen bereits vor dem Spiel gegen Grodno ausgeschieden.

So konnte Eisbären-Chefcoach Clément Jodoin heute ein wenig mit den jungen Spielern experimentieren, stellte Maximilian Franzreb ins Tor und zudem kam Verteidiger Frank Hördler zu seinem Saison-Debüt.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Ganze fünf Sekunden war das Spiel erst alt, da kassierten die Gäste die erste Strafzeit der Partie. Früh in der Partie also die Chance für die Eisbären, in Überzahl in Führung zu gehen. Aber außer einem Schuss von Sean Backman kam nicht viel bei rum.
Auf der Gegenseite bekam auch Grodno schnell das erste Powerplay zugesprochen, aber auch hier überstand das Team in Unterzahl selbige schadlos.
Fortan entwickelte sich eine schnelle Partie, in der es hin und her ging. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, nur hatten sie damit lange keinen Erfolg. Erst nach 15 Spielminuten gab es erstmals Grund zum Jubeln für die meistens Fans in der Arena am Ostbahnhof. Florian Busch hatte abgezogen, James Sheppard nachgesetzt und dann entstand ein Gewühl vor dem weißrussischen Tor, in dem Brendan Ranford die Übersicht behielt und den Puck zum 1:0 über die Linie brachte. Der Treffer wurde jedoch erst nach Ansicht des Videobeweises gegeben.
Allerdings währte die Freude über das Führungstor nicht mal zwei Minuten. Grodno kam in der 17. Spielminute zum verdienten 1:1-Ausgleich durch Anton Yeliseyenko.
So war auch der Spielstand nach den ersten 20 Minuten. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe und von daher ging der Spielstand in Ordnung.

Das zweite Drittel begannen die Hausherren in Überzahl, nur konnten sie diese nicht nutzen. Dann

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folgte wohl eine spielentscheidende Szene, denn die Eisbären mussten für über eineinhalb Minuten eine doppelte Überzahl überstehen. Grodno war auch bemüht, diese große Chance zu nutzen, erspielte sich auch Chancen, nur wollte die Scheibe an Maximilian Franzreb einfach nicht vorbei. Nach dem Spiel machte der Gäste-Coach die fehlende Qualität seine Spieler dafür als Ursache aus.
Und wie es nun mal im Sport so ist, nutzt du deine Chancen vorne nicht, wirst du hinten bestraft. So erging es heute auch Grodno. Micki DuPont hatte von der blauen Linie abgezogen, James Sheppard hielt sein Arbeitsgerät in den Schuss und schon lagen die Berliner wieder vorne – 2:1 (32.).
Und nur 85 Sekunden später schloss Marcel Noebels eine Kombination über Mark Cundari und André Rankel zum 3:1 ab (33.).
In den letzten vier Minuten die Berliner noch einmal in Unterzahl nach einer 2+2-Minuten-Strafe gegen Mark Cundari, auch hier versuchte Grodno Druck aufzubauen und sich festzusetzen, aber nach dem Spiel wurde noch einmal erläutert, dass Grodno auch in der heimischen Liga zur Zeit große Probleme mit dem Toreschießen hat. Den Beweis dafür legten sie heute ab.
So lagen die Gäste aus Grodno nach 40 Minuten mit 1:3 hinten und das nicht, weil die Eisbären so viel besser waren. Nein, die Eisbären konnten ihre Chancen aufgrund der besseren Qualität der Spieler eben nutzen.

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Im Schlussdrittel war die Partie schnell entschieden. Keine zwei Minuten waren gespielt, als Florian Kettemer die Scheibe auf das Tor brachte, Colin Smith hielt mal eben die Kelle hin und schon stand es 4:1 (42.). So einfach kann Eishockey manchmal sein. Wenn, ja wenn man einen Spieler vor dem Tor parkt und der dann seinen Schläger entscheidend in den Schuss hält.
Damit war die Partie hier natürlich durch. Beide Mannschaften noch einmal mit einem Überzahlspiel, aus dem aber nichts mehr resultieren sollte. Die Eisbären taten nicht mehr als nötig, Grodno tat nicht mehr als es konnte. Clément Jodoin verhalf den jungen Spielern zu Eiszeit, welche ihn dabei auch überzeugten.
Am Ende also feierten die Eisbären einen ungefährdeten 4:1-Heimsieg im letzten CHL-Gruppenspiel und verabschiedeten sich von den eigenen Fans aus der Champions Hockey Leagua (CHL). Das letzte Gruppenspiel findet ja bekanntlich nächste Woche in Grodno statt.

Nun ja, was will man jetzt großartig Worte über ein Spiel verlieren, deren Bedeutung gleich null war.

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Vielmehr war es für das Trainerteam ein Testspiel auf Pflichtspielbasis, in dem man viel testen und experimentieren konnte. So bekamen die Youngsters Maximilian Franzreb, Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler viel Eiszeit und konnten sich so dem Trainerteam der Eisbären präsentieren. Und Clément Jodoin war schließlich zufrieden mit den jungen Spielern.
Zudem hob er auf der PK nach dem Spiel hervor, dass die Tore auf die ersten drei Reihen verteilt waren, was immer ein gutes Zeichen ist. Die erste und dritte Reihe war für je ein Tor verantwortlich und die zweite gleich für zwei.
Was mir ansonsten noch positiv auffiel, war die Tatsache, dass die Eisbären endlich mal gemerkt haben, wie wichtig es ist, im Slot einen Spieler zu parken, welcher dann die Schüsse entscheidend abfälscht. Heute gelang das gleich zweimal und führte eben zu zwei Toren. So einfach kann Eishockey manchmal sein.
Hoffen wir, dass die Eisbären Selbstvertrauen aus diesem Spiel und dem Sieg mit in die Liga nehmen und dort mal eine Siegesserie starten können.

Ein gutes Drittel reicht nicht: Eisbären gehen beim Tabellenführer Düsseldorf mit 1:5 unter

Auch die Eisbären Berlin konnten den Tabellenführer nicht stürzen. Vor 7.741 Zuschauern im stimmungsvollen ISS-Dome unterlagen die Eisbären der noch ungeschlagenen Düsseldorfer EG mit 1:5 (1:0,0:3,0:2) und kassierten somit die zweite Niederlage im zweiten Auswärtsspiel in Folge. Der Auswärts-Trip endet erst am Freitagabend. 

Trainer Clément Jodoin musste gleich auf sechs Leistungsträger verzichten. Unter der Woche wurde zudem die Ausfalldauer von Kai Wissmann (4-6 Wochen) und Jonas Müller (6-8 Wochen bekannt).
Hinein ins 108. DEL-Spiel zwischen den Rheinländern und den Hauptstädtern. Beide Mannschaften suchten sofort den Weg in die Offensive und kamen gleich zu den ersten Abschluss-Möglichkeiten. Das erste Tor sollte dann aber den Gästen aus der Hauptstadt gelingen. Martin Buchwieser mit dem Schuss von der blauen Linie, DEG-Goalie Fredrik Pettersson Wentzel ließ den Puck prallen und Jason Jaspers schnappte sich die Scheibe und netzte sie ein – 1:0 (5.).
Zwei Minuten später mal eine gute Drangphase der DEG, welche die Eisbären dank einer guten Defensivarbeit jedoch schadlos überstanden. Ebenso schadlos überstanden die Berliner die erste Unterzahl nach einer Strafe gegen Florian Kettemer, obwohl die DEG dabei durchaus gefährlich war, doch Maximilian Franzreb hielt die Führung fest.
Das erste Drittel zeigte eine gute Leistung der Eisbären in der Defensive, die es dem Tabellenführer sehr schwer machten, sich viele Chancen zu kreieren. Dafür versuchten die Eisbären mit schnellen Gegenzügen aus der Verteidigung heraus für Gefahr zu sorgen. So u.a. in der 15. Spielminute, als die Eisbären einen Angriff stark verteidigten, dann schnell den Konter einleiteten, Florian Kettemer zog über rechts ins Angriffsdrittel, spielte die Scheibe vor das Tor, wo Brandon Ranford eine richtig gute Chance hatte.
Nach 20 Minuten nahmen die Berliner die 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause. André Rankel mit seinem Fazit zum ersten Drittel bei Telekom Sport:

Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt, geradliniger als die letzten Spiele. Wir haben mehr Druck beim Forechecking entfachen können, dadurch sind wir schneller aus der eigenen Zone heraus gekommen. So haben wir uns das vorgestellt.

Das Mitteldrittel begann mit einer guten Möglichkeit für die Eisbären. Louis-Marc Aubry mit dem Pass von hinter dem Tor auf Marcel Noebels, welcher freie Schussbahn hatte, jedoch am DEG-Goalie scheiterte.
Anschließend kassierten Colin Smith und Kevin Marshall je zwei Minuten, es ging 4-gegen-4 auf dem Eis weiter, doch da zogen die Eisbären fast schon ein Powerplay auf. Doch kurz vor Ablauf der beiden Strafen vertändelte Mark Cundari den Puck an der gegnerischen blauen Linie, DEG-Top-Scorer Bernhard Ebner zog auf und davon und wurde am Ende unsauber von Cundari gestoppt. Philip Gogulla trat zum Penalty an, scheiterte jedoch am Pfosten.
An den Pfosten klatschte auch der Schuss von Marco Nowak von der blauen Linie. Es war die stärkste Phase der DEG, welche nach einer Strafe gegen Micki DuPont fortan auch in Überzahl waren. Und dort sorgten sie schnell für den Ausgleich. Ein Schuss von der blauen Linie blieb vor dem Tor hängen, Braden Pimm schaltete am schnellsten und sorgte für den verdienten Ausgleich – 1:1 (27.).
Es folgte die nächste Strafe gegen die Eisbären, dieses Mal traf es Marcel Noebels und erneut klingelte es im Gehäuse von Maximilian Franzreb. Alex Barta mit dem Versuch von der rechten Seite, Philip Gogulla hielt die Kelle in den Schuss und schon führte Düsseldorf – 1:2 (30.).
Dann zur Abwechslung mal kein Powerplay, dafür aber eine Traum Kombination der Hausherren. Und zwar von der vierten Reihe der DEG (!). Lukas Laub leitete den Angriff ein, spielte die Scheibe zu Manuel Strodel, der weiter zu Bernhard Ebner, der direkt weiter zu Lukas Laub, welcher diese klasse Kombination eiskalt abschloss – 1:3 (32.).
Die DEG drehte das Spiel innerhalb von 4:42 Minuten. Und die Eisbären? Die hatten durch Florian Kettemer noch einmal eine gute Chance, doch sein Schuss von der blauen Linie ging nur an den Pfosten.
Die DEG zum Ende hin nochmal mit zwei Überzahlspielen, welche sie aus Eisbären-Sicht zum Glück nicht nutzen konnten. So stand es nach 40 Minuten 1:3 und es sollte ein weiter Weg für die Eisbären werden, hier nochmal zurück zu kommen. Torschütze Lukas Laub sagte zum starken Düsseldorfer Mitteldrittel folgendes bei Telekom Sport:

Wir haben in der Drittelpause geredet. Das erste Drittel war nicht gut genug. Schön, dass wir Powerplaytore schießen können. Wir müssen den Schwung mit ins dritte Drittel nehmen.

Im letzten Drittel waren die Eisbären von Beginn an bemüht, hier noch einmal zurück zu kommen. Die DEG lauerte auf Fehler der Eisbären, um zu kontern. Aber zunächst waren es die Eisbären, die Akzente in der Offensive setzen konnten. Micki DuPont mit einem klasse Aufbaupass aus dem eigenen Drittel heraus auf Jamie MacQueen, welcher sich klasse durch tankte, aber am DEG-Keeper scheiterte. Kurze Zeit später fälschte Marcel Noebels einen Schuss von der blauen Linie gefährlich ab, das war es dann aber auch schon mit dem Aufbäumen der Eisbären.
Sie zeigten sich weiterhin bemüht, aber ohne die hundertprozentigen Chancen. Und Düsseldorf? Die erzielten mit wenig Aufwand im Schlussdrittel zwei weitere Treffer. Neun Minuten vor dem Ende kam Jaedon Deschenau über rechts Richtung Berliner Tor, spielte Maximilian Franzreb aus und fand die Lücke zwischen Goalie und Pfosten – 1:4 (51.).
Nach einer überstandenen Unterzahl klingelte es erneut im Tor des jungen Berliner Goalies und bei diesem Gegentreffer machte auch Franzreb eine unglückliche Figur. Patrick Buzas zog von rechts einfach mal ab und der Puck ging irgendwie an Franzreb vorbei ins Tor – 1:5 (57.). Was zugleich der Schlusspunkt war und der DEG den Start-Rekord von sieben Siegen in sieben Spielen zum Auftakt einer Saison bescherte. Respekt dafür an Düsseldorf.

Die zweite Niederlage in Folge und sie war am Ende klar verdient. Auch wenn sie in der Art und Weise nach dem ersten Drittel nicht zu erwarten war. Denn da spielten die Eisbären gutes Eishockey, standen hinten sehr gut und unterstützten ihren Goalie, nach vorne ging auch einiges und man sorgte für Gefahr. Aber ab dem zweiten Drittel kassierte man wieder zu viele Strafen und gab das Spiel so aus der Hand. Die Weisheit „Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele“ trifft in dieser Saison zu oft auf die Eisbären zu. Daran MUSS das Trainerteam der Berliner arbeiten, denn so kann es nicht weitergehen. Aber wie oft haben wir das in dieser Saison schon schreiben müssen, passiert ist seit dem nichts, obwohl die Spieler eigentlich wissen, woran es liegt. Siehe Florian Kettemer seine Worte nach dem Spiel bei Telekom Sport:

Es ist jetzt mehrere Spiele so. Wir spielen ein gutes erstes Drittel und führen. Aber dumme Strafen verbauen uns am Ende den Sieg. Wir haben nach dem ersten Drittel verdient mit 1:0 geführt. Aber die Strafen killen uns. Wir müssen das Spiel analysieren, die Strafen ansprechen und dann geht es am Freitag bereits weiter.

4:3-Sieg gegen Iserlohn dank Jamie MacQueen, doch Trainer Clément Jodoin war nicht so richtig zufrieden mit seiner Mannschaft

 

Ausgabe #4:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur. Am Freitagabend fuhr der DEL-Rekordmeister vor 9.430 Zuschauern in der sehr schlecht besuchten Mercedes-Benz-Arena den dritten Ligasieg in Folge ein. Die Iserlohn Roosters wurden mit 4:3 (0:0,2:1,2:2) nach Hause geschickt. Jamie MacQueen avancierte mit einem Hattrick zum Matchwinner, dennoch gibt es noch viel Luft nach oben im Spiel der Hauptstädter, was auch Coach Clément Jodoin nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären fanden gut ins Spiel, spielten von Beginn an sehr druckvolles Eishockey und setzten die Mannen von Coach Rob Daum sofort unter Druck. Man merkte den Eisbären an, dass sie sich hier etwas vorgenommen hatten. Früh in der Partie ergab sich auch gleich die Möglichkeit in Überzahl zu agieren, man fand auch seine Formation und erspielte sich gute Möglichkeiten, nur wollte die schwarze Hartgummischeibe die Torlinie des von Sebastian Dahm gehüteten Tores nicht überqueren.
Nach der guten Anfangsphase gab es dann aber unerklärlicherweise einen Bruch im Spiel der Hausherren, die Pässe kamen nicht mehr an, man leistete sich zu viele individuelle Fehler im Spielaufbau und lud Iserlohn so zu Alleingängen ein. Das brachte Trainer Jodoin auf die Palme, denn er sah keinen Grund, warum den Berlinern Turnover unterliefen. Alleine sechs bis sieben zählte der neue Coach, was überhaupt nicht in Ordnung für ihn war.
Torlos endeten die ersten 20 Minuten.

Was die unnötigen Puckverluste angeht, diese wurden im Mitteldrittel „etwas besser“ (O-Ton Clément

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Jodoin). Doch die erste Chance gehörte den Gästen vom Seilersee. Evan Trupp kam zu einfach ins Berliner Drittel, scheiterte dann jedoch an Maximilian Franzreb, der den verletzten Kevin Poulin im Berliner Tor ersetzte.
Das Offensivspiel der Eisbären hakte ein wenig und so war es keinesfalls ein Wunder, dass eine Einzelaktion zum 1:0 führen musste. Die Hausherren in Überzahl, auch da lief nicht unbedingt viel zusammen, dachte sich anscheinend auch Jamie MacQueen. Micki DuPont baute das Powerplay von hinten auf, spielte die Scheibe zu James Sheppard, welcher MacQueen in Szene setzte, der zog das Tempo an, ließ die Iserlohner Verteidiger stehen und umkurvte zu guter Letzt auch noch Sebastian Dahm im IEC-Gehäuse (27.). Eine ganze starke Aktion der Nummer 17.
Die Führung hielt jedoch nur ganze 46 Sekunden. Die Gäste mit der schnellen Antwort, Justin Florek war am Ende derjenige, der die Scheibe im Tor unterbringen konnte – 1:1 (28.).
Schockte die Eisbären aber nicht, die kurze Zeit später einen guten Wechsel hatten, sich im Iserlohner Drittel festsetzen konnten und gute Möglichkeiten herausspielten. Einzig am Abschluss war noch zu feilen.
Als Florian Kettemer nach 33 Minuten in die Kühlbox musste, bewies Maximilian Franzreb seinen Kritikern, warum er ein guter Goalie ist. Die Roosters mit einem bärenstarken Powerplay und richtig guten Chancen. Franzreb musste ein ums andere Mal eingreifen und parierte die Schüsse glänzend. Da hatten die Eisbären viel Glück gehabt und mussten sich bei Franzreb bedanken.
Dann sollte der Schlüsselmoment folgen, so machte es jedenfalls IEC-Coach Rob Daum nach dem Spiel auf der PK aus. Danny Richmond mit einem Sahne-Pass auf Jamie MacQueen, erneut kam es zum Duell MacQueen vs. Dahm, erneut tanzte MacQueen Dahm aus und schon lagen die Eisbären mit 2:1 vorne (39.). Was zugleich auch der Pausenstand war.

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Ins letzte Drittel wären die Gastgeber beinahe mit einem Paukenschlag gestartet. Florian Busch, welcher sein Saison-Debüt feierte, mit dem Zuspiel auf Brandon Ranford, doch dessen Schuss landete nur am Pfosten. Ranford hatte auch die nächste große Chance, nach Zuspiel von Kumpel Colin Smith hatte die neue Nummer 10 der Eisbären das leere Tor vor sich, brachte den Puck aber nicht im selbigen unter. Smith machte es anschließend besser. Kai Wissmann mit einem satten Schuss von der blauen Linie, Dahm ließ den Puck prallen und der landete direkt vor dem Arbeitsgerät von Colin Smith, welcher dankend annahm – 3:1 (46.).
Die Eisbären kurz darauf mit einer doppelten Überzahl, der Treffer sollte aber erst bei einfacher Überzahl fallen. Jamie MacQueen und James Sheppard mit einem Doppelpass, MacQueen zog dann ab und hämmerte den Puck ins Iserlohner Tor, der Hattrick war perfekt und die Eisbären lagen 4:1 vorne (51.).
Das sollte doch die Entscheidung gewesen sein, dachten vermutlich alle in der Arena am Ostbahnhof. Leider auch die Mannschaft, die Iserlohn auf einmal und völlig ohne Grund wieder ins Spiel kommen ließ. Was Coach Jodoin wütend machte. Er fand das nicht gut, dass man Iserlohn unnötig wieder hat ins Spiel kommen lassen und den jungen Goalie Maximilian Franzreb im Stich ließ. So geschehen bei eigener Überzahl. Jon Matsumoto fing einen Aufbaupass der Eisbären ab, kam frei zum Abschluss und ließ Franzreb keine Chance – 4:2 (52.).
Viereinhalb Minuten vor dem Ende wurde die Partie wieder spannend. Jon Matsumoto mit dem Schuss von außen, Franzreb pariert, die Scheibe lag aber frei. Matsumoto stocherte nach und brachte die Scheibe Richtung Torlinie, wo Justin Florek lauerte und zum 4:3 einnetzen konnte (56.). Da müssen die Eisbären entscheidender eingreifen, Franzreb unterstützen und die Scheibe raus bringen.
Zum Glück sollte es der letzte Treffer der Partie gewesen sein, wenn gleich Iserlohn am Ende noch einmal alles probierte, auch ohne Goalie, aber die Eisbären brachten das 4:3 über die Zeit.

Ein enorm wichtiger Sieg und enorm wichtige drei Punkte, gerade aus dem Grund, weil jetzt drei schwere Auswärtsspiele in Folge anstehen. Sah auch Clément Jodoin so, der es als äußerst wichtige drei Punkte ansah. Er war sehr froh über die drei Punkte und über Maxi Franzrebs ersten Ligasieg mit den Eisbären. Aber die angesprochenen Turnovers machen ihm zu Recht Sorgen. Die Eisbären fingen stark an und auf einmal und ohne Grund lief ihr Spiel nicht mehr rund und es häuften sich die unnötigen Puckverluste.
Im Mitteldrittel musste man sich dann bei Goalie Franzreb bedanken, dass er beim Stand von 1:1 mehrfach glänzend parieren konnte und den Eisbären so die Chance gab, kurz vor Drittelende selbst in Führung zu gehen. Diese konnte man im Schlussdrittel ausbauen und wähnte sich bereits auf der Siegerstraße. Und damit machte man das Spiel wieder spannend, denn die Konzentration ließ nach und man brachte Iserlohn zurück ins Spiel, was Trainer Jodoin sehr sauer machte. Die Jungs werden sich nach diesem Spiel einiges vom Trainer angehört haben müssen.
Goalie Maximilian Franzreb brachte es nach dem Spiel auf den Punkt, als er in der Mixed-Zone sagte, „wir können besser spielen über 60 Minuten, aber die Saison ist noch lang und wenn wir jetzt anfangen, nach hinten heraus immer besser zu spielen, sollte es am Ende ein gutes Ergebnis geben„.