Simon Després vor dem Duell gegen Mannheim: „Es wird ein aufregender Kampf und endet hoffentlich mit einem Sieg für uns“

Es kommt wieder einmal zum DEL-Klassiker zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim. Heute Nachmittag um 14:00 Uhr beginnt dieses Top-Spiel in der Mercedes-Benz Arena. Die Berliner gehen als Vierter in das Spiel, die Adler als Neunter. Während die Hauptstädter zuletzt zwei Siege in Serie einfahren konnten, feierten die Kurpfälzer am Freitag mit einem 3:2 gegen Nürnberg den ersten Saisonsieg. Das erste Spiel hatten die Mannheimer in Straubing mit 2:4 verloren. Am 2. Spieltag war die Mannschaft von Coach Pavel Gross spielfrei. Was erwartet Berlins Coach Serge Aubin von diesem Spiel?

Schweres Spiel. Immer wenn man gegen Mannheim spielt, wird es sehr intensiv. Wir müssen einfach volle 60 Minuten spielen, das machen, was wir gut können und uns bewusst sein, was auf uns zukommt. Einfach weitermachen wie bisher.

Und am besten an die letzten beiden Spiele anknüpfen. Denn da holten die Eisbären ihre ersten beiden Pflichtspielsiege in dieser Saison und zeigten sich deutlich verbessert. Das Spiel gegen Bremerhaven nannte Aubin daher auch als das bisher beste Saisonspiel inklusiver der CHL-Duelle. Den Eisbären ist die Herausforderung bewusst, vor der sie heute stehen, aber dennoch wollen sie auch gegen Mannheim den nächsten Sieg einfahren. Simon Després dazu:

Wir hatten zwei Auswärtssiege und wollen am Ball bleiben. Es ist definitiv eine Herausforderung gegen Mannheim. Wir müssen den Gegner respektieren. Sie sind seit Jahren ein Top-Team der Liga. Es wird ein aufregender Kampf und endet hoffentlich mit einem Sieg für uns. 

Es wäre der erste Heimsieg der Berliner in dieser Saison. In der CHL setzte es zwei Niederlagen und auch der Liga-Auftakt gegen München wurde verpatzt. Umso heißer sind die Eisbären nun auf das Spiel gegen den Erzrivalen. Diese Spiele sind immer sehr besonders und dann den ersten Heimsieg der noch jungen Saison ausgerechnet gegen Mannheim zu feiern, hätte schon etwas. Aber wie werden die Hauptstädter das Spiel angehen? Genauso wie in Bremerhaven oder wird man etwas verändern? Simon Després hat die Antwort darauf:

Wir nehmen auf jeden Fall die guten Dinge mit und übertragen sie auf das Mannheim-Spiel. Ich denke Mannheim ist ein anderes Kaliber als Bremerhaven. Es wird auf jeden Fall kein einfaches Spiel, kein 4 gegen 0 Spiel. Hoffentlich wird es das, aber ich denke eher nicht. Es wird eng und wir müssen um jedes Stück Eis kämpfen.

Die Kurpfälzer gelten als d e r Top-Favorit in der neuen Saison. Die Adler haben sich enorm verstärkt, gefühlt jeder Top-Spieler wechselte nach Mannheim. Dementsprechend hoch sind daher auch die Erwartungen in Mannheim – sowohl beim Team und den Verantwortlichen als auch im Umfeld bei den Fans. Doch noch sind die Mannheimer nicht in Bestbesetzung, da noch einige Spieler ausfallen. Dennoch steht den Eisbären morgen ein sehr starker Gegner gegenüber. Aber machen sich die Mannheimer auch so ihre Gedanken vor dem Spiel in Berlin, werden sie sich über irgendetwas Sorgen machen müssen in Bezug auf das Spiel in Berlin, Simon Després?

Wir haben einen heiß gelaufenen Torhüter momentan, ebenso gute Stürmer und unsere Defensive fügt sich zusammen. Insgesamt sind wir ein solides Team. Wir sind die amtierenden Meister und das wollen sie uns wegnehmen. Gegen jedes Team müssen wir unseren Titel verteidigen.

Allen voran sollten die Adler auf die neue Paradereihe der Berliner aufpassen. Denn Marcel Noebels, Blaine Byron und Leo Pföderl laufen derzeit richtig heiß und finden immer besser zueinander, was keine guten Aussichten für die Mannheimer sind. Hinzu kommt auch noch die starke zweite Reihe mit Matt White, Zach Boychuk und Giovanni Fiore, die auch immer für ein Tor gut sind. Dazu hat man am Freitag auch noch einen starken Stürmer mit Yannick Veilleux dazu bekommen, der sein Können angedeutet hat. Und die Eisbären verfügen derzeit auch noch über starke Special Teams, gerade in Sachen Penaltykilling. Da dürfte es den Berlinern entgegen kommen, dass Mannheim nach zwei Spielen das schlechteste Powerplay der Liga hat, denn die Adler haben bisher alle sechs Überzahlspiele nicht nutzen können. 

Auf jeden Fall erwartet uns heute ein absolutes Top-Spiel in der PENNY DEL. Die Fans freuen sich riesig auf dieses Duell, aber auch die Spieler sind heiß auf Mannheim, wie Tobias Ancicka vor dem Spiel sagte:

Man hat die letzten Jahre gesehen, Berlin gegen Mannheim ist schon ein besonderes Spiel. Es hat schon einige historische Momente hervorgebracht. Ich glaube, die Jungs sind heiß, die Jungs wollen jetzt endlich auch mal zu Hause gewinnen, auch gegen so ein Team wie Mannheim natürlich. Wir sind heiß und wir freuen uns. 

Lasst uns den Mannheimern zeigen, wer hier Herr im Hause ist und wer Deutscher Meister ist! Es wird Zeit für den ersten Heimsieg in dieser Saison und die Voraussetzungen dafür stehen gut. 

Manuel Wiederer vor dem Spiel in Bremerhaven: „Wir können Jeden in der Liga schlagen!“

Heute Abend geht es für die Eisbären Berlin in der PENNY DEL weiter. Die Berliner sind dann an der Küste bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven zu Gast. Die Mannschaft von Chefcoach Thomas Popiesch hat ihren tollen Start in der Champions Hockey League (CHL) auch in der DEL fortgesetzt und die ersten beiden Ligaspiele gewonnen. Damit begrüßen die Bremerhavener die Eisbären morgen als Tabellendritter, während die Hauptstädter von Platz Sechs grüßen. Aber das ist alles so früh in der Saison noch nicht aussagekräftig.

Der Respekt der Berliner vor Bremerhaven ist dennoch riesengroß, wie Parker Tuomie vor dem Spiel sagte. Der Stürmer kehrt in seine Heimatstadt zurück und freut sich damit sowohl darauf als auch auf das Spiel:

Ich freue mich auf Beides. Bremerhaven ist ein sehr guter Gegner, sie haben es auch in der Champions League gezeigt, dass sie Top-Teams schlagen können. Wir zählen natürlich zu den Top-Teams der Liga dazu, Bremerhaven mittlerweile aber auch. Es wird ein harter Kampf auf Augenhöhe. Wir freuen uns schon auf diese Challenge.

Die Duelle zwischen Bremerhaven und Berlin waren zuletzt immer hart umkämpft und Fischtown zählt zu den unbequemen Mannschaften in der DEL. Und in deren Halle zu gewinnen, ist auch immer sehr schwer. In der vergangenen Saison holten aber beide Teams je einen Sieg an der Küste. Wie wird sich Bremerhaven auf dieses Duell vorbereiten, Parker Tuomie?

Jeder Gegner bereitet sich gut auf die Eisbären vor. Da zählt auch Bremerhaven dazu. Wir sind offensiv sehr stark. Vor allem unsere ersten zwei Reihen haben es gegen Iserlohn gezeigt, dass sie Tore schießen können. Wir wollen das jetzt natürlich auch weiterführen hier im nächsten Auswärtsspiel. Bremerhaven wird sich zwar sehr gut auf uns vorbereiten, aber wir hatten auch eine gute Trainingswoche und sind gut auf Bremerhaven vorbereitet. 

Die positiven Sachen dürfen die Berliner sehr gerne fortsetzen, die negativen aus Sicht von Coach Serge Aubin sicherlich nicht. Doch was hat der Trainer aus dem Spiel in Iserlohn mitgenommen, wie geht er das Spiel in Bremerhaven heute Abend an?

Wir machen einfach so weiter wie in letzter Zeit. Wir haben viele verschiedene Aspekte unseres Spiels besser gemacht. Logischerweise wollen wir weniger Tore zulassen als bisher. Bremerhaven spielt ein rundum solides Spiel bisher. Sie haben gute Special Teams, geben bei Fünf-gegen-Fünf nicht viel ab, sie haben einige robuste Spieler. 60 Minuten lang voller Kraft durchzuspielen wird eine schwere Aufgabe, aber wir freuen uns darauf.

Serge Aubin ging anschließend noch tiefer in die Analyse und sieht sein Team auf einem guten Weg:

Es gab viel Positives in der letzten Partie. Unser gesamtes Spiel als Team war gut, Special Teams ebenso und die wichtigen Jungs haben Tore geschossen, was immer gut ist. Man fühlt, wie es zusammenkommt. Nun kommt es auf die Konsistenz an. Wir müssen Sichergehen, den richtigen Einsatz in jedem Spiel zu zeigen und die kleinen Fehler zu reduzieren. Es wird eine lange Saison, aber ich finde gut, wo es momentan hingeht.

Gegen Bremerhaven erwartet die Eisbären erneut ein sehr schweres Auswärtsspiel, denn Bremerhaven ist unberechenbar und hat sich, wie von Parker Tuomie bereits angesprochen, zu einem absoluten Top-Team in der DEL entwickelt. Vor allem auf das Trio Jan Urbas, Ziga Jeglic und Miha Verlic müssen die Berliner aufpassen. Zudem verfügen die Fischtowns über ein enorm starkes Powerplay. Die Eisbären müssen also ein Top-Spiel abliefern, um an der Küste drei Punkte einzufahren. Geht es nach Manuel Wiederer, können die Eisbären jedes Spiel gewinnen und außerdem werden sie den Trend in Bremerhaven fortsetzen:

Ich denke auf jeden Fall und das ist auch unser Ziel, dass wir weiter in der Siegerstraße bleiben. Wir können Jeden in der Liga schlagen, aber es ist halt auch so, dass es gegen jeden Gegner schwierig wird. Aber wir sind gut vorbereitet und gehen positiv in die Partie rein.

Wiederer wurde zudem darauf angesprochen, ob man auch in Bremerhaven wieder so ein unterhaltsames Spiel abliefern will wie am Seilersee, oder aber ob man sich dieses Mal eher auf das Ergebnis konzentriert?

Ich denke, das Ziel ist immer der Sieg, aber natürlich wollen wir als Erstes so wenig Gegentore kriegen wie es geht. Am Liebsten wäre es uns, wenn dir immer drei, vier Tore reichen zum Sieg, das ist eigentlich das Optimale. Aber im Endeffekt ist ein Sieg ein Sieg und drei Punkte sind drei Punkte.

Manuel Wiederer kehrte in dieser Saison in die DEL zurück. Ist er inzwischen wieder angekommen und hat er sich eingelebt?

Der Anfang war allgemein schwer, weniger wegen der Liga, einfach weil ich lange nicht gespielt habe. Die Kondition fehlte, aber es wird von Spiel zu Spiel besser und ich fühle mich auch immer besser und ich denke, das kann man auch sehen. 

Ob Wiederer heute Abend in Bremerhaven aber spielen wird, steht noch nicht fest. Denn bei den Eisbären gibt es einen Debütanten an der Küste. Yannick Veilleux wird sein DEL-Debüt feiern. Dadurch haben die Berliner nun einen Stürmer mehr zur Verfügung. Serge Aubin über Yannick Veilleux und evtl. taktische Änderungen deswegen:

Es ist super für unser Team, da er ein wichtiger Spieler für uns ist. Er bringt das physische Spiel mit, das wir brauchen können. Er ist ein intensiver Spieler. Wir sind glücklich, dass er nun bei uns ist und wir weitermachen können.

Wir warten den Spieltag ab. Wir reisen heute nach Bremerhaven und entscheiden dann morgen nach dem Skate am Morgen. Wenn alle gesund sind, ist es Fakt, dass einer der Jungs draußen bleiben muss. Die finale Entscheidung wird morgen früh gemacht.

Was aber sagt Yannick Veilleux über sein Debüt, freut er sich darüber, gab es grünes Licht für einen Einsatz und was sagt er über die Aussagen seines Trainers über ihn selbst?

Genau. Ich freue mich sehr auf mein Debüt und dass ich dem Team helfen kann zu gewinnen. Es gab grünes Licht und das bleibt hoffentlich so. Ich muss an meinen Übungen dranbleiben, so dass ich weiterhin stark bleibe und daran knüpfe ich dann an. Hoffentlich kann ich das aufs Eis bringen, den Rest der Jungs so etwas mehr Platz verschaffen und auch ein paar meiner Fähigkeiten in der Offensive zeigen. 

Alles ist also angerichtet für ein Top-Spiel in der PENNY DEL. Um in Bremerhaven erfolgreich zu sein, müssen die Eisbären sich 60 Minuten an den Gameplan halten. Sie müssen die Fehler minimieren, sie müssen hinten sicher stehen und vorne die Chancen eiskalt verwerten. Zudem sollten sie auf das schnelle Umschaltspiel der Fischtowns vorbereitet sein, denn das ist eine echte Waffe der Mannschaft von Coach Thomas Popiesch. Und natürlich sollten sie sich so gut wie möglich von der Strafbank fernhalten, denn das gefährliche Powerplay der Bremerhavener habe ich bereits angesprochen. Halten sich die Eisbären an den Gameplan und überstehen sie die ersten zehn Minuten im Hexenkessel in Bremerhaven ohne ein Gegentor, ist ein Erfolg an der Küste durchaus möglich. Einfach wird es aber nicht. Doch wie sagte Manuel Wieder so schön: „Wir können Jeden in der Liga schlagen!“ Na dann, zeigt den Fischtowns eure Krallen, Eisbären!

Die Eisbären zu Gast in Tampere und bei Skellefteå: Nicholas B. Jensen feiert sein Debüt – Morgan Ellis und Yannick Veilleux werden geschont

Heute in einer Woche starten die Eisbären Berlin in die neue Saison der PENNY DEL. Dann beginnt die „Mission Titelverteidigung“, welche die Verantwortlichen der Berliner als Saisonziel ausgegeben haben. Doch bevor es in der Liga wieder ernst wird, stehen für die Hauptstädter erst einmal noch die beide Rückspiele in der Champions Hockey League (CHL) an. Morgen Abend treten die Eisbären bei Tappara Tampere an (Bully: 18:00 Uhr), am Sonntag ist man dann in Schweden bei Skellefteå AIK (Bully: 18:05 Uhr) zu Gast. Dann will man endlich die ersten Punkte in der diesjährigen CHL-Saison einfahren.

Dass es nicht einfach wird, wussten die Berliner bereits vor Beginn der CHL-Gruppenphase. Dass es dann auch wie erwartet schwer war, bekam man in den beiden Heimspielen zu spüren, aber hatte da vor allem gegen Skellefteå die große Chance auf den Sieg. Im Vergleich zum Tampere-Spiel hatte man sich da schon deutlich gesteigert. Auf eine erneute Verbesserung hofft derweil Coach Serge Aubin:

Wir hatten bisher eine gute Trainingswoche. Wir bauen auf unserem Spiel am Sonntag auf, dort hat mir unser Einsatz mehr gefallen als am Freitag. Jetzt geht es nach Tampere und Skellefteå. Es wird schwer, aber es ist eine gute Möglichkeit viel härter und besser zu spielen. Wir wurden vom ersten Spiel etwas überrascht, aber jetzt wissen wir, was uns erwartet. Wir werden bereit sein.

Mit 1:6 verloren die Eisbären ihr Heimspiel gegen Tampere, glaubt Jonas Müller deswegen, dass die Finnen die Berliner auf die leichte Schulter nehmen werden oder sorgen die Eisbären für den Überraschungseffekt?

Sie können natürlich so denken, es kann aber auch sein, dass sie denken, jetzt sind sie extra bereit, jetzt kommen sie raus wie die Feuerwehr. Ich glaube, dass es allgemein ein enges Spiel wird. Wenn wir so spielen, wie im ersten Drittel, dann wird es eng. Ich denke auch, dass wir gute Chancen haben, zu gewinnen.

Welche Lehren hat die Mannschaft denn gezogen nach den ersten beiden CHL-Spielen, wo man neben dem 1:6 gegen Tampere ja auch gegen Skellefteå mit 3:5 verlor, dabei aber bereits eine deutliche Leistungssteigerung zeigte, Jonas Müller?

Dass wir uns auf jeden Fall wenig Fehler erlauben dürfen, dass wir konstant das ganze Spiel durchspielen müssen. Gerade aus dem ersten Spiel, ich glaube das erste Drittel war noch ganz gut. Im zweiten Drittel waren wir komplett raus, das dürfen wir uns nicht erlauben. Dann passiert halt wieder so etwas wie beim letzten Spiel. Ich glaube, daraus haben wir gelernt und das wollen wir besser machen.

Welche Gedanken hat Zach Boychuk an die beiden Spielen in Skandinavien?

Die skandinavischen Länder, das sind Pflichtsiege für uns. Wir haben die ersten beiden Spiele verloren. Im ersten Spiel waren wir nicht gut, im zweiten kamen wir zurück und hatten die Chance zu gewinnen. Ich hoffe wir werden weiter mit jedem Spiel besser. 

Die Eisbären werden in dieser Woche auf jeden Fall viel Video geschaut und im Training die Fehler angesprochen haben. Welche Art von Training hat denn das Trainerteam diese Woche mit der Mannschaft gemacht, Serge Aubin?

Wir haben die Woche Powerplay und Unterzahl trainiert. Heute ging es eher ums Verfolgen und dass wir unsere blaue Linie wirklich halten. Wir haben gute Gegner und wenn man denen zu viel Zeit und Raum gibt, lassen sie uns dafür büßen. Wir wollen sichergehen, dass jeder weiß, wo er zu stehen hat und welche Rolle er einnimmt. Dann wird es viel schwerer sein, gegen uns zu spielen.

Man kann im Training sehen, dass der Wille bei den Spielern da ist. Kann man daher davon sprechen, dass sie sich Stück für Stück weiterentwickeln, Zach Boychuk?

Umso mehr wir zusammen spielen, umso besser werden wir als Team. Das Energielevel wurde diese Woche angezogen, wir haben Zweikämpfe trainiert und Powerplay. Wir sollten ein paar gute Dinge dieses Wochenende sehen. 

Nur wie kann man Tampere und Skellefteå schlagen, wie findet man deren Schwachstellen? Zach Boychuk hat eine Antwort dazu:

Man muss schlauer spielen. Gegen deutsche Teams ist eher Dump’n’Chase, eben eher nordamerikanisch. Die Finnen und Schweden versuchen stärker den Puck zu halten, kehren uns den Rücken zu und machen kleine Aktionen auf ihrer Seite. Ich denke das Gleiche könnten wir auch gegen sie machen. Wir können den Puck festhalten und mehr in den Forecheck gehen. Hoffentlich ziehen wir auch ein paar Strafen und können Überzahltore schießen. 

Für die Spiele in Finnland und Schweden können die Eisbären erstmals auf Neuzugang Nicholas B. Jensen zurückgreifen. Der Verteidiger dürfte mit einer großen Portion Selbstvertrauen zurückgekommen sein, schließlich hatte er sich mit der dänischen Nationalmannschaft für Olympia qualifiziert. Gibt es sonst noch Änderungen im Line-up, Serge Aubin?

Nicholas wird spielen, aber Ellis, Veilleux und Tuomie leider nicht, Das sind drei wichtige Jungs, die wir nicht dabei haben können, aber es ist eine Chance für andere Jungs zu zeigen was sie drauf haben.

Oder aber man hat eine Reihe, die zuletzt sehr gut zusammen harmoniert hat. Nämlich Zach Boychuk, Matt White und Giovanni Fiore. Doch woran liegt es, dass sich die drei so gut auf und neben dem Eis verstehen? Zach Boychuk hat die Antwort parat:

Wir sind wirklich gute Freunde privat, was auf dem Eis dann auch hilft. Als wir letztes Jahr zusammengepackt wurden, quasi direkt als ich nach Berlin gekommen bin, haben wir sofort dominiert. Wir haben uns „die beste dritte Reihe der Liga“ genannt. Wir sind alles nordamerikanische Spieler, wir spielen alle einen harten Forecheck und sind Zwei-Wege-Spieler. Hoffentlich bleibt die Chemie zwischen uns bestehen. 

Viele Fans sehen in der CHL weiterhin nur Vorbereitungsspiele, für die Mannschaft jedoch ist es ein Wettbewerb, für den man sich in der vergangenen Saison qualifiziert hat und in dem man weit kommen will. Die Spieler lieben diese internationalen Vergleiche, deswegen werden sie in den noch ausstehenden vier Spielen alles dafür geben, doch noch die Gruppenphase zu überstehen.
Dennoch liegt aber das Augenmerk auch schon auf dem Ligastart, wenn man es mit München zu tun bekommt. Wird man dann weitere Verbesserungen sehen, Jonas Müller?

Auf jeden Fall. Man hat glaube ich schon gesehen, dass es am Sonntag wesentlich besser war als am Freitag, auch konstanter. Auch wenn wir da unsere kleinen Hänger hatten, wo sie dann auch den Ausgleich gemacht haben und auch gewonnen haben. Aber ich glaube, dass Sonntag schon einen Schritt besser war und wir wollen es jetzt am Freitag nochmal ein bisschen besser machen und dann Sonntag auch nochmal. Ich glaube, dann sind wir auch gut bereit für das erste Spiel gegen München zu Hause.

CHL-Auftakt gegen Tappara Tampere und Skellefteå AIK: Eisbären freuen sich auf die Rückkehr der Fans

Nun wird es ernst für die Eisbären Berlin: Morgen Abend beginnt die Champions Hockey League (CHL) für den DEL-Rekordmeister. Ab 20:15 Uhr treffen die Berliner in der Mercedes-Benz Arena auf das finnische Top-Team von Tappara Tampere. Am Sonntag gastiert dann das schwedische Top-Team Skellefteå AIK (17:05 Uhr) in der Hauptstadt. Nach diesen beiden Duellen wird das Trainerteam um Coach Serge Aubin wissen, wo die Mannschaft derzeit steht. Noch befinden sich die Hauptstädter in der Aufbauphase, dennoch ist man aber bereit für die beiden internationalen Vergleiche, wie Aubin vor den beiden Spielen am Wochenende sagt:

Nun, wenn du die Chance hast, an der Champions Hockey League teilzunehmen, dann hast du natürlich auch ein gutes Team. Dann hast du in der Vergangenheit wohl irgendwas richtig gemacht. Uns stehen sehr talentierte, vielfältige und runde Teams gegenüber. Wir befinden uns noch in unserer Aufbauphase. Nun treffen wir auf ein paar der besten Teams Europas. Die wollen wir jetzt Spiel für Spiel nehmen. Wir haben das Ziel, unsere Gruppenphase erfolgreich zu durchlaufen. Klar ist, dass hier voller Einsatz von Jedem gebraucht wird.

Morgan Ellis fügte hinzu, dass die Jungs angespannt und aufgeregt sind:

Ja, die Jungs sind schon ein bisschen angespannt und aufgeregt. Die Intensität dieser beiden Spiele wird sicher um einiges größer sein als die anderen vorher, das werden schwere Spiele. Wir werden einfach unser Spiel machen, uns um uns kümmern und den Stil spielen, den wir spielen wollen. Dann wird alles gut.

Marcel Noebels meint, dass man bisher das Bestmögliche getan hat, um sich auf diese beiden CHL-Spiele vorzubereiten, man aber weiterhin nur von Spiel zu Spiel denkt:

Ja ich denke, das wir bis jetzt das Bestmögliche gemacht haben um uns vorzubereiten. Es ist immer noch sehr jung in der Saison bzw. ist alles natürlich noch nicht so, wie wir es uns wünschen. Deswegen müssen wir uns auf die Spielweise konzentrieren, die uns der Trainer vorgibt und das Bestmögliche auch versuchen, rauszuholen. Wir müssen erstmal auf uns schauen und Drittel für Drittel das Ganze angehen. Dann haben wir gute Chancen, auch wenn es noch früh ist und wir gegen eine gute Mannschaft spielen, morgen hoffentlich den ersten Sieg einzufahren.

Neben Tampere und Skellefteå treffen die Berliner auch noch auf das Schweizer Team HC Lugano. Diese Gruppe wurde bereits des Öfteren als „Todesgruppe“ bezeichnet. Tampere und Skellefteå qualifizierten sich als Hauptrunden-Vierter für die CHL, Lugano gar als Hauptrunden-Zweiter. Tampere ist 17-facher Finnischer Meister, Skellefteå dreifacher Schwedischer Meister und Lugano siebenfacher Schweizer Meister.
Morgan Ellis über die so genannte „Todesgruppe“:

Ja, diese Teams sind alle die besten in ihrer jeweiligen Liga. Das werden auf keinen Fall leichte Spiele für uns, ganz klar. Aber wie schon gesagt: Wir werden uns auf unser Spiel konzentrieren, unser Ding durchziehen und die Kämpfe in den wichtigen Zonen gewinnen. Das wird der Schlüssel zum Erfolg.

Marcel Noebels wurde gefragt, ob man wegen dieser Gruppen-Konstellation Druck oder eine gewisse Erwartungshaltung verspürt?

Das geht ja allen anderen genauso. Ob wir jetzt darüber nachdenken oder die Mannschaft, gegen die wir morgen spielen. Jeder weiß, dass alle vier Mannschaften, die in der Gruppe sind, weiterkommen können. Das macht es auch besonders, dass Jeder jeden schlagen kann. Es gibt keinen richtigen Favoriten in der Gruppe wo man sagen kann, der marschiert da durch. Sondern alle vier Mannschaften können sich gegenseitig die Punkte wegnehmen, was auch interessant wird. Wir müssen auf uns schauen und uns von Spiel zu Spiel steigern.

Für die Eisbären wird es das erste Pflichtspiel werden nach vier Vorbereitungsspielen. Nach der Auftakt-Niederlage gegen Biel gab es anschließend drei Siege in Serie (Italien, Wolfsburg, Weißwasser). Haben diese vier Spiele bereits einen Vorgeschmack auf den Spielstil der Berliner gegeben, Serge Aubin?

Ja, das denke ich schon. Und wenn ich unser letztes Wochenende mit dem ersten vergleiche, dann sehe ich auf jeden Fall ein Wachstum als Team. Natürlich ist noch lange keiner da, wo wir in der letzten Saison aufgehört haben. Wir haben ein paar Spieler dazu bekommen, die Jungs beginnen, sich mit dem Spielsystem, unserer Identität und dem Spielstil immer wohler zu fühlen. Das kann ich auf den Videos ganz klar sehen. Die Jungs werden das noch ein bisschen mehr verinnerlichen. Ich denke, wir werden ein leidenschaftliches Team sehen. Wir machen uns an die Arbeit.

Aubin muss am Wochenende auf ein paar Spieler verzichten. So weilt u.a. Verteidiger Nicholas B. Jensen bei der dänischen Nationalmannschaft, welche die Olympia-Qualifikation bestreitet. Und Stürmer Yannick Veilleux wird aufgrund muskulärer Probleme vorsichtshalber geschont. Steht Aubin daher vor einer Herausforderung in Sachen Reihen-Zusammenstellung?

Nun, das wird schon ein bisschen herausfordern, uns fehlen ein paar Puzzleteile. Aber wir haben ein paar Jungs hier, die heiß darauf sind, anzutreten, einzuspringen und auch zu zeigen, was sie drauf haben. Wir haben ja letzte Saison gesehen, als wir zum Beispiel Eric Mik recht frühzeitig einsetzen mussten. Wir werden alles tun, was wir können, um zu performen und unsere Fans stolz auf uns zu machen.

Serge Aubin spricht sie an, die Fans. Die Eisbären werden am Wochenende erstmals seit dem 08. März 2020 wieder vor Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof spielen. Freut sich der Coach auf die Rückkehr der eigenen Anhänger?

Oh ja! Das ist aber seit langem sowas von überfällig! Wir haben sie die ganze letzte Saison über so sehr vermisst. Und trotz des tollen Saisonendes für uns war es schon ein wenig traurig. Sie waren immer bei uns, aber sie konnten es nicht persönlich sein. Wir sind alle aufgeregt und freuen uns darauf, sie zu sehen. Wir brauche ihre Energie, ihre Leidenschaft für das Spiel. Es ist fantastisch dass wir sie wieder bei uns haben werden.

Auch Morgan Ellis ist froh, endlich wieder vor Fans spielen zu können:

Ja, auf jeden Fall! So wie die letzte Saison ohne Fans, jeder von uns weiß, wie das war. Und auch wenn es nicht ganz so viele sind: Das wird schön, wenn da Fans an der Seite sind, das wird schön, das wird laut. Und bald haben wir dann hoffentlich ein richtig volles Haus und werden den vollen Support der Fans zu spüren bekommen.

Marcel Noebels blickt schon weiter voraus und hofft, dass die Rückkehr der Fans am Wochenende gut verläuft und man evtl. zum Saisonstart bereits mehr Zuschauer in die Halle lassen kann:

Jeder weiß, was spielen ohne Fans bedeutet bzw. wenn man seine eigenen Fans nicht im Stadion hat. Das ist bei weitem was ganz anders, nicht dasselbe und das schönste, deswegen hoffe ich, dass wir jetzt Schritt für Schritt wieder mehr und mehr Zuschauer ins Stadion kriegen. Morgen und Sonntag ist erst einmal ein Anfang und wir hoffen natürlich, dass alles gut über die Bühne geht, damit wir uns steigern können, auch mehr Zuschauer noch zu bekommen als in den nächsten beiden Spielen. Für uns ist es aber erst einmal schön, überhaupt wieder jemanden in der Halle zu haben und deshalb freuen wir uns auf das Wiedersehen mit den Fans.

Mit Tampere und Skellefteå schauen am Wochenende auf jeden Fall zwei absolute Top-Teams im Eishockey in der Hauptstadt vorbei. Beide Mannschaften werden den Eisbären alles abverlangen und die Berliner müssen ihr bestes Eishockey zeigen, um erfolgreich in die neue CHL-Saison zu starten. Einer, der vor allem den Gegner von Sonntag, Skellefteå AIK, bestens kennt, ist Morgan Ellis, der mal kurz für die Schweden spielte. Ist Skellefteå genauso tief und talentiert besetzt, wie es auf dem Papier den Anschein hat?

Ja, die sind auf jeden Fall ein gutes Team. Die haben den Jagdinstinkt, sind immer heiß auf den Sieg. Ein paar von den Jungs gibt es immer noch aus der Zeit, als ich 2017/2018 einen kurzen Auftritt da hatte. Ja, die sind schon ein gutes Team. Sie spielen hart, sie spielen schnell. Wir müssen uns ganz schön langmachen, um die großen Kämpfe zu gewinnen. Und die werden für das Spiel entscheidend sein. Wenn wir die Kämpfe in den Ecken, vor dem Netz kriegen und den Puck so gut und oft wie möglich in ihre Zone bekommen, dann können wir sie knacken. Ja, das wird ein hartes Spiel, kein leichtes. Aber es wird Spaß machen, gegen sie zu spielen.

Freuen wir uns auf ein Eishockey-Wochenende mit zwei hochklassigen Spielen in der Arena am Ostbahnhof. Im Vordergrund steht dabei natürlich die Rückkehr der Fans in die Arena am Ostbahnhof. Endlich wieder Stimmung, endlich wieder Support, endlich wieder Eishockey mit Fans. 

Serge Aubin vor Spiel Zwei: „Ich habe vollstes Vertrauen, dass wir morgen als Sieger vom Eis gehen werden“

Morgen Abend steigt Spiel Zwei der DEL-Finalserie zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Eisbären Berlin. Gewinnen die Niedersachsen, sind sie zum ersten Mal Deutscher Meister, gewinnen die Berliner, steigt der ultimative Showdown am Freitagabend in der Hauptstadt. Für die Eisbären ist diese Situation in den diesjährigen Playoffs keine neue, lag man doch bereits im Viertelfinale und Halbfinale nach Spiel Eins zurück und stand mit dem Rücken zur Wand. Von daher spürt man in Berlin überhaupt keinen Druck, viel mehr spricht Trainer Serge Aubin davon, dass die Eisbären rein gar nichts zu verlieren haben:

Wir müssen den Moment genießen. Es ist ein besonderes Jahr. Durch die Best-of-Three-Serien stehst du direkt mit dem Rücken zur Wand, wenn du das erste Spiel verlierst. Normalerweise wäre es eine Best-of-Seven-Serie. Die Jungs müssen sich entspannen und ein Lächeln auf den Lippen haben. Wir sind im Finale, also nur zwei Spiele entfernt von der Meisterschaft. Wir müssen eins nach dem anderen angehen. Wir haben Spiel Eins verloren, so ist das. Wir wussten, dass es schwer wird und nun ist es so. Wir haben nichts zu verlieren, absolut nichts. Wir sollten das als große Chance sehen anstatt den gesamten Druck auf unseren Schultern zu spüren.

An sich hat sich für die Hauptstädter ja auch nichts geändert. Man muss weiterhin zwei Siege einfahren, um Deutscher Meister zu werden. Aubin spricht davon, dass seine Mannschaft anscheinend immer diesen besonderen Druck braucht, um groß aufzuspielen. Das hat seine Mannschaft schließlich schon das ganze Jahr über gemacht:

Ich denke in jedem ersten Spiel einer Serie gibt es Druck, auch wenn es ein anderer ist. Man hofft es richtig zu machen und mit 1:0 in Führung zu gehen. Wenn man das erste verliert, geht’s ums Ganze. Das ist kein Geheimnis. Und wir scheinen immer aufzuerstehen, wenn wir diesem Druck ausgesetzt sind. Idealerweise möchten wir gar nicht erst in diese Situation kommen, aber jetzt ist es so. Wie gesagt, die Jungs haben es schon das ganze Jahr so gemacht. Wenn die Zeiten schwerer wurden, wurden wir besser und ich erwarte nichts anderes für morgen.

Man stand in Iserlohn mit dem Rücken zur Wand und schlug deutlich zurück. Man stand in Ingolstadt mit dem Rücken zur Wand und schlug kurz vor Schluss zurück. Das war alles in Spiel Zwei, aber auch in Spiel Drei haben die Eisbären schon ihre Erfahrungen mit Druck-Situationen gemacht. Gegen Iserlohn und Ingolstadt lag man jeweils mit 0:2 zurück und stand kurz vor dem Saisonaus. Und doch hat die Mannschaft immer wieder daran geglaubt, hat unbändigen Willen und Charakter gezeigt. Am Ende gewann man beide Spiele noch und zog in die nächste Runde ein. Und auch vor morgen hat man keine Angst, eher ist man guter Dinge, wie Kapitän Frank Hördler sagt:

Ja, wir haben es jetzt schon zweimal gezeigt, dass wir es können. Der Charakter in der Mannschaft stimmt, der Wille ist da und die Vorfreude ist auch da. Also bin ich guter Dinge.

Hördler wurde zudem darauf angesprochen, wie die Stimmung in der Kabine ist und wie man in dieses Spiel gehen will:

Genauso wie gegen die anderen Mannschaften und in den anderen Spielen, wir haben eine große Vorfreude, wir haben Bock drauf, wir wollen raus auf das Eis. Wir sind gut drauf und fühlen uns gut. Es gibt keinen Grund, da irgendetwas zurückzuhalten.

Natürlich wird den Eisbären im Kopf herum spuken, dass man alle bisherigen fünf Spiele gegen die Niedersachsen verloren hat. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass gleich vier Spiele erst in der Verlängerung bzw. im Penaltyschießen entschieden wurden. Und dort ist es dann aber immer ein Stück weit Glück, welches du brauchst. Und an den Tagen hatte es eben Wolfsburg, was aber nicht heißen muss, dass sie es auch morgen wieder haben werden. Viel mehr wird es auch morgen wieder an Kleinigkeiten hängen, wie Marcel Noebels bestätigt:

Es klingt total bekloppt, aber im Eishockey und vor allem im Finale glaube ich, spricht man nicht mehr über großartige Sachen sondern es sind Kleinigkeiten, die am Mittwoch auch wieder entscheidend sein werden. Es klingt immer so ein bisschen langweilig, aber das was wir halt falsch gemacht haben, waren Kleinigkeiten. Das Gute ist, dass wir genau wissen, woran wir arbeiten müssen im Spiel, um Wolfsburg noch weniger Chancen zu geben bzw. um unser Spiel zu gewinnen und durchzuziehen. Jetzt ist noch alles möglich für uns und der Fokus liegt darauf, dass wir uns von Drittel zu Drittel konzentrieren und dann das Spiel gewinnen.

Das wird auch der richtige Weg sein, sich von Drittel zu Drittel zu konzentrieren. Man muss die Anfangsphase überstehen und wenn möglich früh in Führung gehen, um Wolfsburg erst einmal den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die wittern natürlich ihre große Chance auf den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, doch der letzte entscheidende Sieg ist immer der schwerste. Die Mannschaft von Pat Cortina ist ein unbequemer, weil sehr defensiv ausgerichteter Gegner. Da musst du jede sich bietende Torchance eiskalt nutzen und hinten die gefährlichen Räume zu machen. So ähnlich sieht es auch Trainer Serge Aubin, der zudem vollstes Vertrauen darin hat, dass seine Mannschaft morgen Abend das Eis als Sieger verlassen wird:

Wir haben Videos analysiert, sie haben Videos analysiert. Wir wussten, dass es eng wird. In Overtime hatten wir zwei gute Chancen. Das ist der Unterschied. Wenn man sich auf so einem schmalen Grad bewegt, muss man die Tore machen, wenn sich solche Gelegenheiten bieten. Hätten wir das gemacht, wären wir jetzt 1:0 in Führung. So verrückt ist die Welt und auch diese Serie. Und für Spiel Nummer Zwei: Wir müssen bei jeder Chance uns mehr reinhängen, ohne etwas zu bereuen. Ich habe vollstes Vertrauen, dass wir morgen als Sieger vom Eis gehen werden.

Was für die Eisbären spricht: Sie standen schon zweimal in so einer Situation und haben immer eine Antwort geben können. Sie glauben weiter an sich selbst und werden das auch morgen wieder auf dem Eis zeigen. Diese Mannschaft gibt nie auf, egal wie es steht. Und das zeichnet diese Truppe aus, deren Charakter einmalig ist. Und so ist Marcel Noebels auch guter Dinge, dass man morgen die Serie ausgleichen wird:

Es muss mehr oder weniger ein Comeback sein, sonst ist die Saison vorbei. Ich glaube wir haben oft genug bewiesen, in den Playoffs mit dem Rücken zur Wand zu stehen, dass wir damit umgehen können. Ich bin mir sicher, dass wir wieder alles rein schmeißen werden, um das Spiel zu gewinnen. Es wird wieder nicht einfach, aber wir glauben fest daran und haben einen guten Charakter. Wir werden uns mit allen Mann dagegen stemmen, damit die Saison am Mittwoch noch nicht zu Ende ist.

Playoff-Finale 2021: Die Eisbären Berlin treffen auf ihren Angstgegner Grizzlys Wolfsburg

Heute Nachmittag (Bully: 14:30 Uhr) geht sie los, die DEL-Finalserie 2021. Die Eisbären Berlin empfangen dann die Grizzlys Wolfsburg in der Arena am Ostbahnhof. Es wird die dritte Playoff-Serie zwischen beiden Mannschaften sein und zum zweiten Mal trifft man im Finale aufeinander. In der Saison 2010/2011 setzten sich die Berliner mit 3:0-Siegen durch und wurden am Ende Deutscher Meister. In der Saison 2017/2018 traf man bereits im Viertelfinale aufeinander, damals gewannen die Eisbären mit 4:1-Siegen. Gute Aussichten also für die Berliner vor dieser Finalserie. Jedenfalls, wenn man in die Vergangenheit blickt.

Denn wenn man auf die diesjährige Hauptrunde schaut, dann waren die Niedersachsen d e r Angstgegner der Eisbären. Denn alle vier Spiele gingen an Wolfsburg, drei davon allerdings erst nach Verlängerung bzw. Penaltyschießen. Für die Mannschaft von Coach Pat Cortina, welche sich gegen Bremerhaven und Mannheim durchgesetzt hatte, also ein psychologischer Vorteil. Doch die Eisbären nehmen daraus Extra-Motivation und außerdem sind jetzt Playoffs, eine ganz andere Zeit, wie Stürmer Giovanni Fiore sagt:

Ja, auf jeden Fall. Wir wissen, dass sie ein gutes Team sind. Wie du schon gesagt hast, sie haben uns vier Mal diese Saison geschlagen. Nun ist Playoff-Hockey. Darauf müssen wir uns im Spiel einstellen. Dafür müssen wir bereit sein, das ist alles, was wir von unserer Seite aus tun können.

Dass es überhaupt zu einem Nord-Finale kommt, damit hatten die wenigsten Experten gerechnet, wurde doch die Süd-Gruppe mit Mannheim, München und Ingolstadt als die stärkere geschätzt. Doch diese sieben Teams sind bereits in der Sommerpause. Das freut auch Kapitän Frank Hördler:

Auf jeden Fall ist es schön, gar keine Frage. Wenn man sich die Serie so angeguckt hat, hat man gesehen, dass es ein unglaublicher Kampf bei den Beiden war, genauso wie bei uns. Das wird eine schwierige Sache gegen Wolfsburg, die haben sehr, sehr gut gespielt, die haben sehr, sehr gut gestanden, sehr diszipliniert. Das wird keine einfache Serie.

Gegen Iserlohn und Ingolstadt trafen die Eisbären auf zwei offensivstarke und geprägte Teams. Mit Wolfsburg trifft man nun auf ein Team, bei dem vor allem die Defensive im Vordergrund steht. So ein wenig erinnert deren Taktik an die von Hans Zach früher. Aber Wolfsburg hat es damit bis ins Finale geschafft und den großen Favoriten Mannheim rausgeworfen. Im Finale treffen somit zwei unterschiedliche Spielsysteme aufeinander, denn die Eisbären wollen vor allem offensiv brillieren. Wie schafft man es, der Serie so früh wie möglich den eigenen Stempel aufzudrücken, Giovanni Fiore?

Nun, wir müssen unsere Energie auf das Eis bringen wie wir das jeden Abend tun. Das müssen wir für volle 60 Minuten machen. Wir müssen gleich mit ordentlicher Energie und Geschwindigkeit anfangen. Und dann steigern, mit dieser Steigerung unserer Geschwindigkeit und Energie konnten wir letztendlich Ingolstadt schlagen. Und genau so müssen wir das wieder machen. Ich denke, so wird das gut für uns werden.

Kapitän Frank Hördler sieht den Schlüssel vor allem in Sachen Disziplin und Special Teams:

Es wird die Disziplin sein und vor allen Dingen Disziplin in der Taktik. Die Special Teams werden auch ein großer, entscheidender Faktor sein. Aber ich glaube, dass die vier Spiele, die wir in der Saison hatten, keinen Einfluss auf die Playoffs haben werden. Es ist jetzt eine andere Herangehensweise.

Eine große Waffe bei den Eisbären ist mit Sicherheit die große Ausgeglichenheit in den Angriffsreihen und ihr offensivstarker Verteidiger Ryan McKiernan, der in den Playoffs zur Höchstform aufläuft, was sechs Tore und zwei Assists mehr als beweisen. Insgesamt belegen gleich fünf Eisbären-Spieler die Top-10 der Scorerwertung, darunter mit McKiernan und Simon Després auch zwei Verteidiger. Insgesamt sieben Eisbären-Spieler sind unter den Top-20, dagegen nur drei Wolfsburger.

Dafür liegen die Wolfsburger in der Torhüterstatistik vorne. Dort weist Dustin Strahlmeier die besseren Werte gegenüber Mathias Niederberger auf. Sowohl in der Fangquote (92,9 Prozent zu 91,1 Prozent) als auch beim Gegentorschnitt (1,95 zu 2,51) liegt der Wolfsburger Schlussmann vorne. Dafür feierte der Berliner Goalie in den Playoffs bereits einen Shutout. Auch auf die beiden Goalies wird es in dieser Finalserie ankommen.

Ebenso die Special Teams werden mitentscheidend sein und dort sollten die Eisbären dringend Strafzeiten vermeiden. Denn das Powerplay der Niedersachsen ist in den Playoffs eine richtige Waffe, was die Erfolgsquote von 33,33 Prozent deutlich macht. Das Eisbären-Powerplay ist dagegen nur ein laues Lüftchen, da liegt die Erfolgsquote gerade einmal bei 7,69 Prozent. Auch in Unterzahl hat Wolfsburg die Nase vorne, da aber mit 80 Prozent zu 76,92 Prozent nur knapp.

Wollen die Eisbären also am Ende Deutscher Meister werden, müssen sie allen voran von der Strafbank fernbleiben. Dann muss man es schaffen, Dustin Strahlmeier über 60 Minuten zu beschäftigen, Schüsse aus allen Lagen abfeuern. Dann wird man ihn auch bezwingen können, das hat man bereits im Halbfinale gegen den Teufelskerl Michael Garteig gesehen.

Was für die Eisbären zum Trumpf werden kann, ist ihr unbändiger Glaube und der Charakter im Team. Die Jungs standen in den diesjährigen Playoffs schon so oft mit dem Rücken zur Wand. Sie verloren jeweils das erste Spiel, schlugen dann aber in Spiel Zwei zurück. In Spiel Drei lag man jeweils mit 0:2 hinten und zog am Ende doch noch den Kopf aus der Schlinge. Dieser Glaube innerhalb der Mannschaft wurde danach immer wieder angesprochen. Der macht die Mannschaft so stark.

Aber man darf auch nicht Trainer Serge Aubin vergessen, der bei seinem Amtsantritt belächelt wurde und dem man hier nicht viel zugetraut hat. Nun hat er die Eisbären Berlin ins Finale geführt, hat die Leidenschaft ins Team zurückgebracht und ein Gewinnerteam entwickelt. Und immer wieder findet er einen Weg, sein Team zu pushen und noch zum Sieg zu führen. Auch er hat einen großen Anteil an diesem Erfolg, wo jetzt nur noch der letzte Schritt gemacht werden muss.

Für manche Spieler im Team der Eisbären ist es die erste Finalteilnahme. Für Frank Hördler ist diese mittlerweile schon Routine, gewann die Berliner Legende doch alle sieben Meisterschaften mit den Eisbären. Was rät „Nante“ den Jungs, welche zum ersten Mal ein Finale spielen:

Man weiß nie, wann man das nächste Mal im Finale steht und man weiß, wie hart es ist, bis dahin zu kommen. Jetzt haben wir die Tür aufgemacht, jetzt gehen wir da durch.

Auf der anderen Seite der Tür wartet der achte Stern auf die Eisbären. Bevor man diesen aber erreichen kann, muss man die unbequemen Wolfsburger erst einmal aus dem Weg räumen, was schwer genug wird. Das hat vor allem die Hauptrunde bewiesen, aber auch die Playoffs, wo die Grizzlies die hochgehandelten Bremerhavener und anschließend Top-Favorit Mannheim aus den Playoffs warfen. Aber mit dem Glauben und dem Charakter der Eisbären kann doch jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen. Auf jeden Fall ist alles angerichtet für eine spannende Finalserie. Macht es wie 2011 Jungs, holt euch den Pokal. Ganz Berlin steht hinter Euch!

Vorschau auf die Viertelfinalserie der Eisbären Berlin gegen die Iserlohn Roosters

Premiere in der PENNY DEL: Erstmals treffen die Eisbären Berlin und die Iserlohn Roosters in den Playoffs aufeinander. Während die Qualifikation der Hauptstädter schon seit einigen Wochen fest stand, sicherten sich die Sauerländer gestern Nachmittag dank eines 3:0-Heimsieges gegen den ERC Ingolstadt den vierten Platz im Norden und damit das letzte Playoff-Ticket in dieser Gruppe. Dort bekommen es die Sauerländer nun also mit dem DEL-Rekordmeister zu tun.

In der diesjährigen Hauptrunde standen sich beide Mannschaften viermal gegenüber. Die Eisbären gewannen drei dieser vier Duelle und verloren nur das erste Aufeinandertreffen am Seilersee mit 2:5. Danach folgte im zweiten Duell ein 4:2-Heimsieg, im dritten Vergleich ein 4:1-Auswärtssieg und zum Abschluss ein 5:2-Heimsieg an der Spree. Doch diese drei Siege zählen in der Playoff-Serie nicht mehr, wie Trainer Serge Aubin im Vorfeld sagte:

Die Hauptrunde ist vorbei, jetzt beginnt alles wieder von vorne. Unsere drei Siege gegen Iserlohn in dieser Saison haben keinerlei Bedeutung mehr. In der kurzen Best-of-Three-Serie kann alles passieren. In einer Best-of-Seven-Serie setzt sich normalerweise am Ende immer die bessere Mannschaft durch. In diesem Jahr sind Überraschungen möglich. Wenn du das erste Spiel verlieren solltest, stehst du direkt mit dem Rücken zur Wand. Wir müssen aufpassen und von Anfang an voll da sein.

Aubin spricht ihn an, den diesjährigen Playoff-Modus, in dem alles passieren kann. Normalerweise wird dieser Modus nur in den Pre-Playoffs gespielt, doch in dieser Corona-Saison musste die PENNY DEL den Modus ändern, um überhaupt eine Saison über die Bühne zu bekommen. Die Spieler wissen aber, worauf sie sich in dieser kurzen Serie einstellen müssen. Jonas Müller dazu:

In den Playoffs und bei Best-of-Three ist alles möglich, da kann immer eine Überraschung passieren. Wir müssen auf alles gefasst sein. Wir müssen darauf gefasst sein, dass wir mal hinten liegen, dass wir uns da dann auch zurück kämpfen können.

Doch egal, wie kurz diese Playoffs auch sind, eine Sache ist bei allen acht Teams gleich: Die Vorfreude auf die Playoffs, schließlich musste man zwei Jahre auf diesen Moment warten. Wenn gleich es mit Fans in den Arenen umso schöner wäre. Aber in dieser Zeit müssen wir eben alle da durch und die Spieler werden trotzdem alles auf dem Eis geben. Denn alle Mannschaften wissen auch, so eine günstige Gelegenheit, die Meisterschaft zu gewinnen, wird wohl so schnell nicht mehr kommen. Ganze sechs Siege sind nötig, um am Ende den DEL-Pokal in die Höhe zu stemmen. Jonas Müller dazu:

Ich glaube, die Vorfreude ist bei jedem riesig. Gerade mit letztem Jahr, dass direkt davor abgesagt worden ist. Jetzt braucht man eigentlich nur sechs Siege und dann kann man den Pott hochhalten. Ich denke, wir haben wie letztes Jahr wieder eine starke Mannschaft zusammen. Wir müssen einfach unser Spiel spielen und dann wissen wir, dass wir jeden schlagen können.

Einfach wird die Serie gegen die Sauerländer aber nicht. Schließlich hat die Mannschaft von Trainer Brad Tapper die wohl gefährlichste Reihe der gesamten PENNY DEL. Joe Whitney ist mit 45 Scorerpunkten (21 Tore/24 Assists) Top-Scorer der gesamten Liga, Casey Bailey mit 44 Punkten (20/24) der drittbeste Scorer und Alexandre Grenier komplettiert die Top-10 als Achter mit 39 Punkten (12/27). Diese Reihe müssen die Eisbären in den Griff bekommen, will man in dieser Serie erfolgreich sein.

Doch verstecken müssen sich die Eisbären nicht, haben doch auch sie offensivstarke Angreifer im Kader. Allen voran natürlich Marcel Noebels, der bei 42 Scorerpunkten (6/36) steht und damit fünftbester Scorer der PENNY DEL ist. Dicht gefolgt von Matt White mit 39 Punkten (19/20) als Siebter. Etwas abgeschlagen als 28. der Scorerwertung, dafür aber umso torgefährlicher ist Kris Foucault mit 30 Scorerpunkten, davon satte 18 Tore.

Von beiden Offensivreihen geht also durchaus Torgefahr aus, aber bei beiden Mannschaften gibt es auch Verteidiger, die bereits doppelt gepunktet haben. Bei den Berlinern ragt dabei natürlich Ryan McKiernan mit 25 Punkten (7/18) heraus. Zweitbester Verteidiger bei den Eisbären ist Jonas Müller mit 15 Punkten (7/8). Gerade die vielen Tore der Berliner Nummer 18 stechen dabei ins Auge, kannte man Müller doch selten als so torgefährlich. Was aber für die Playoffs von großem Vorteil sein kann. Kapitän Frank Hördler kommt auf 13 Punkte (3/10). Und auch John Ramage mit elf Vorlagen und Simon Després mit zehn Scorerpunkten (3/7) haben in der Hauptrunde zweistellig gepunktet.

Bei den Roosters sind es genau vier Defender, welche über zehn Punkte gesammelt haben. Robert Raymond ist mit 14 (2/12) der beste Verteidiger der Sauerländer, dicht gefolgt von Ryan Johnston mit 13 (3/10), Ryan O’Connor mit zwölf (3/9) und Griffin Reinhart mit elf Scorerpunkten (3/8).

Auf zwei Leute wird es in dieser kurzen Serie jedoch besonders ankommen – und zwar auf die beiden Goalies. Mathias Niederberger gegen Andreas Jenike heißt das Duell zwischen den Pfosten. Und nach der Hauptrunde hat der Berliner Goalie knapp die Nase vorne, kommt auf eine Fangquote von 92,24 Prozent, auf einen Gegentorschnitt von 2,13 pro Spiel sowie satte fünf Shutouts.
Sein Gegenüber Jenike wehrte 92 Prozent aller Schüsse in der Hauptrunde ab, kam auf einen Gegentorschnitt von 2,72 pro Spiel und feierte drei Shutouts.

Kommen wir zu den Special Teams, welche in dieser Viertelfinalserie auch entscheidend sein können. In Überzahl haben die Eisbären klar die Nase vorne (23,57 Prozent zu 19,48 Prozent), in Unterzahl dagegen sind die Roosters im Vorteil (83,13 Prozent zu 81,44 Prozent). Doch für beide Mannschaften wird die Devise lauten: „Von der Strafbank fernbleiben, denn auf dieser hat noch kein Team ein Spiel gewonnen.“

Zum Abschluss kommen wir noch zur Chancenverwertung, wo die Roosters die Nase vorne haben. Iserlohn nutzt 10,97 Prozent seiner Chancen aus, bei Berlin sind es nur 10,1 Prozent. Es wird also darauf ankommen, wer seine Chancen besser und effektiver nutzt. Viele Chancen wird es vielleicht gar nicht geben, wenn beide Teams sich auf die Defensive konzentrieren. Wobei ich mir das bei den Eisbären und Iserlohn irgendwie nicht vorstellen kann, sind doch beide Mannschaften dafür bekannt, ihre Heimspiele wie die Feuerwehr zu beginnen.

Blickt man auf die aktuelle Form, sind die Roosters besser in Fahrt. Denn während Iserlohn vier seiner letzten fünf Spiele gewann, waren es bei den Eisbären nur deren zwei Siege. Das Momentum gehört also der Mannschaft von Brad Tapper.

Fazit:

Wer hat am Ende die Nase vorne und zieht ins Halbfinale ein? Die Eisbären werden natürlich versuchen, den Heimvorteil zu nutzen, schließlich war man auf eigenem Eis enorm heimstark. Gewinnt man beide Heimspiele, gewinnt man die Serie.
Mit Mathias Niederberger verfügen die Hauptstädter auf der Torhüterposition über den stärkeren Goalie. Auch in Sachen Produktivität der Verteidiger sehe ich die Eisbären leicht im Vorteil. In der Offensive dagegen müssen es die Berliner schaffen, die Top-Reihe um Joe Whitney auszuschalten, denn diese Reihe kann diese Serie wenn nötig im Alleingang entscheiden. Insofern ist es natürlich schade, dass die Berliner Top-Reihe durch die Verletzung von Leo Pföderl gesprengt wurde. Und nach den neuen Reihen-Zusammenstellungen wartet man bei den Eisbären noch auf eine so starke Reihe wie die von Iserlohn. Insofern sehe ich Iserlohn in der Offensive im Vorteil.
Das Berliner Powerplay, welches zuletzt schwächelte, könnte ein Faktor sein. Wenn man dort zurück zu alter Stärke findet und das Penaltykilling weiterhin so stark funktioniert, könnten die Eisbären auch durch die Special Teams diese Serie entscheiden.
Die Form aber und das Selbstvertrauen spricht jedoch für Iserlohn, die bereits im Wettkampf-Modus sind. Während die Eisbären die letzten Spiele zum testen und Spieler schonen nutzten, musste Iserlohn bis zum letzten Spieltag um sein Playoff-Ticket kämpfen. Die Frage wird also sein, wie schnell die Eisbären in diesen Wettkampf-Modus kommen. Zumal der Druck klar bei ihnen liegt. Denn verlieren sie das erste Spiel, droht am Donnerstag am Seilersee das Saisonende.
Finden die Eisbären morgen direkt in den Playoff-Modus und können die Top-Reihe der Iserlohner kalt stellen, dann rechne ich mit einem 2:0-Seriensieg der Eisbären. Gelingt es ihnen nicht, dann könnte am Donnerstag die starke Hauptrunde nur noch Schall und Rauch sein.

München vs. Eisbären: Die Eisbären wollen im Kracher-Duell eine Botschaft senden

Die PENNY DEL geht in ihre entscheidende Phase. Nicht mehr lange ist es bis zum Ende der Hauptrunde und dann beginnt sie, die schönste Zeit des Jahres – die Playoffs. Und für die sind die Eisbären Berlin seit dem letzten Spiel bereits qualifiziert. Morgen Nachmittag trifft man mit dem EHC Red Bull München (Bully: 14:30 Uhr) auf einen Gegner, auf dem man im Halbfinale treffen könnte. Berlin und München sind neben den Adler Mannheim die großen Favoriten auf den DEL-Titel in diesem Jahr. Morgen treffen München und Berlin erstmals in dieser Saison aufeinander. Und diese Spiele haben es zuletzt immer in sich gehabt. Daher erwartet PC Labrie, welcher kurzfristig nun doch passen muss, da im Abschlusstraining seine Leistenprobleme wieder aufgetreten sind, ein Spiel mit Playoff-Atmosphäre:

Ja, das wird auf jeden Fall Playoff-Atmosphäre haben. München wird jeden Einzelnen von uns antreiben. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir wissen ja, wie wir Spiele gewinnen können. Darauf haben sich die Jungs im letzten Monat, als ich nicht dabei sein konnte, fokussiert.

Labrie spricht die Siegesserie an. Neun der letzten zehn Spiele haben die Berliner gewonnen, verloren nur in Ingolstadt mit 3:4. Es ist also enorm schwer, diese Berliner Mannschaft in diesem Jahr zu schlagen. Doch was ist der Grund für die bisher so starke Saison, was macht dieses Team so aus, Serge Aubin?

Nun der Grund, warum wir so ein gutes Team sind, ist einfach der, weil sich einfach jeder einbringt. Jeder hat eine unterschiedliche Rolle, einige sind dafür da, sich offensiv zu produzieren, einige verteidigen. Aber jeder tut das für den anderen und für alle gemeinsam. Das ist eine unserer großen Stärken. Wenn wir einmal auf dem Eis sind, dann gibt es kein Ego. Jeder macht seinen Job und der ist immer unterschiedlich, abhängig vom Line-up und dem speziellen Spiel gerade. Wir können auf viele verschiedene Arten gewinnen.

Dabei lassen sich die Hauptstädter auch nicht von Personalproblemen davon abhalten. Sie finden auch mit dem kleinsten Line-up immer wieder Wege, Spiele zu gewinnen. Weil die Jungs dann immer noch mehr geben, als sie es ohnehin schon immer tun. Die Willensstärke ist für PC Labrie dabei der ausschlaggebende Faktor:

Wir hatten ja mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, als wir mit den Spielen die Grenze in den Süden überschritten haben. Bei jedem Spiel mussten die Jungs Schläge einstecken, haben sich aber sofort wieder aufgerappelt. Das hat mir so sehr gezeigt, wie stark ihr Wille ist, das durchzustehen. Für mich ist diese Willensstärke des Teams einfach grenzenlos. Wir tauchen ein. Ich liebe die Stimmung.

Die Eisbären konnten ihre Akkus zuletzt wieder aufladen. Was auch bitter nötig war nach drei Spielen in vier Tagen. Den Kräfteverschleiß hatte man dann auch während des Spiels gegen Straubing am Mittwochabend gesehen. Und doch fand die Mannschaft einen Weg, auch dieses Spiel zu gewinnen. Am Ende stand ein 1:0-Sieg zu Buche. Untypisch für die Eisbären, welche doch in dieser Saison mit 114 Toren die zweitbeste Offensive der Liga stellen. Aber es beweist eben auch, dass sie sich auch mal auf die Defensive konzentrieren und dann auch mal 1:0 gewinnen können, was in den letzten beiden Heimspielen übrigens der Fall war.
Auf die Defensive wird es auch morgen ankommen, wenn die beiden offensivstärksten Teams gegeneinander spielen. Denn München hat mit 123 Toren den besten Angriff der PENNY DEL. Doch genau deshalb erwarten sowohl Trainer Serge Aubin als auch Verteidiger Ryan McKiernan ein von der Defensive geprägtes Spiel in München. Serge Aubin dazu, ob die Defensive morgen den Ausschlag über den Sieg geben wird:

Das denke ich auch. Gerade wenn du gegen ein Team wie München auswärts spielst. Ein Team, welches auch abseits des Pucks sehr aufmerksam ist, sich immer viel Platz verschafft. Aber ich bin selbstbewusst, dass wir das auch können. Wir wissen, wie man verteidigen muss, das haben wir in unserer Gruppe ja schon das ganze Jahr gezeigt. Aber das wird schon ein großer Test. Wir müssen uns ebenfalls viel Platz verschaffen. Wir müssen selbstbewusst spielen und dann schauen wir mal, was passiert.

McKiernan ergänzte noch, dass morgen zwei in etwa gleiche Systeme aufeinander treffen werden:

Ja, da stimme ich dir absolut zu. Unsere beiden Teams spielen in gewisser Wiese schon recht ähnlich. Wir müssen unser Netz vorn frei halten und sicherstellen, dass Mathias alle Schüsse sehen kann. Ja, da hast du recht, es wird ein defensives Spiel. Möge das bessere Team gewinnen.

Beide Mannschaften erwarten eine hart umkämpfte Partie. Von daher war es für die Eisbären jetzt nochmal enorm wichtig, dass man die Akkus wieder auflasen konnte. Denn das Spiel in München wird sehr viel Kraft kosten, zumal beide Teams eine Visitenkarte abgeben wollen für ein mögliches Aufeinandertreffen in den Playoffs. Ryan McKiernan spricht daher von einer Botschaft, die man ihnen senden möchte:

Auf jeden Fall. Wie du schon gesagt hast, es war super wichtig für uns, dass wir uns zwei volle Tage hier richtig gut erholen konnten. Ja, das ist wichtig für uns jetzt, zumal die Chance, dass wir in den späteren Playoffs auf sie treffen, ziemlich hoch ist. Und so ist das eine gute Möglichkeit für uns, Ihnen eine Botschaft zu senden. Ihnen zu zeigen, wie wir spielen werden. Wir müssen einfach so weiter spielen wie bisher. Wir haben es geschafft, unsere letzten Spiele zu gewinnen. Und wenn wir diese Einstellung für die nächsten Spiele beibehalten, werden wir auch erfolgreich sein.

Aber einfach wird es nicht werden. München hat seit einer 3:8-Niederlage in Iserlohn vier Siege in Folge gefeiert. Und was für welche – 6:2 gegen Köln, 9:2 gegen Krefeld, 5:2 in Köln und 8:1 in Krefeld. Die Offensive erzielte in diesen vier Spielen satte 28 Tore, die Defensive kassierte dagegen nur ganze sieben Gegentore. So einfach wird es gegen Berlin aber definitiv nicht werden. Aber viele Tore muss München schon schießen, will man gegen die Eisbären gewinnen. Mindestens vier Tore waren bisher nötig, um volle drei Punkte gegen Berlin einzufahren.
Die Mannschaft von Chefcoach Don Jackson spielt eine Saison, welche einer Achterbahnfahrt gleicht. Aktuell befindet man sich zwar auf dem zweiten Platz in der Gruppe Süd, aber lange Zeit stand man hinter dem ERC Ingolstadt auf Platz Drei. Doch dank der vier Siege in Serie ist man an den Schanzern vorbei gezogen.
Auf der Goalie-Position überzeugt München in diesem Jahr überhaupt nicht, was die durchschnittliche Fangquote ihrer Goalies auch zeigt. Mit einer Fangquote von 89,35 Prozent ist man in dieser Kategorie nur auf Rang Zehn zu finden. Ebenso ein Sorgenkind ist das Powerplay bei München, was mit einer Erfolgsquote von 20 Prozent nur das achtbeste der gesamten Liga ist. Dafür ist man in Unterzahl mit 83,33 Prozent die viertbeste Mannschaft und in Sachen Chancenverwertung mit einer Torschusseffizienz von 11,5 Prozent gar das zweitbeste Team.
Bei München geht auch von der Defensive Torgefahr aus. Zach Redmond kommt auf 27 Scorerpunkte (6 Tore/21 Vorlagen) und Yannic Seidenberg auf 22 (8/14). In der Offensive haben gleich sechs Spieler mehr als 20 Scorerpunkte, darunter u.a. Chris Bourque mit 32 (5/27) und Trevor Parkes mit 30 (19/11). Fehler sollten sich die Berliner also keine erlauben, denn die würden Münchens Angreifer gnadenlos ausnutzen. Und wenn die Tormaschine einmal im Laufen ist, ist sie nur schwer aufzuhalten.

Doch wie stellt Trainer Serge Aubin seine Mannschaft auf diesen Kracher eigentlich ein?

Eigentlich ist es total einfach, diese Spiele jetzt zu coachen. Denn ich muss die Jungs gar nicht großartig motivieren. Die wissen ganz genau, wenn wir nicht voll obenauf sind, dann wird das ein langer, langer Tag. Das ist schon mal klar. Ja, wir sind obenauf und das erwarte ich auch. Ich weiß, die Jungs sind bereit. Und bestimmt wird es hier und da Fehler geben, aber wir werden unsere Chancen nutzen und ihnen nur sehr wenig Gelegenheiten lassen.

Giovanni Fiore vorm Auswärts-Doppelpack: „Wir sind bereit ihnen zu zeigen, warum wir an erster Stelle stehen“

Es geht weiter Schlag auf Schlag: Gestern Abend spielten die Eisbären Berlin noch in der Arena am Ostbahnhof gegen den ERC Ingolstadt (1:0), morgen Nachmittag tritt man bei den Straubing Tigers an (Bully: 14:30 Uhr) und zum Abschluss des Roadtrips ist man bei den Nürnberg Ice Tigers zu Gast. Drei Spiele innerhalb von vier Tagen also. Für die Spieler zwar eine Herausforderung, aber die Jungs spielen lieber als dass sie trainieren. Doch wie bereitet man sich am besten auf solch einen Roadtrip vor, Fabian Dietz?

Viel trinken, viel essen, vor allem gutes Essen und schauen, dass wir viel schlafen. Ich hoffe, dass wir dann alle gut regeneriert sind.

Sein Sturm-Kollege Giovanni Fiore ergänzte noch, dass die Spieler mit der aktuellen Situation sehr glücklich sind:

Einfach für die Spiele vorbereitet sein. Es ist eine spaßige Zeit, wir spielen viel Eishockey. Was könnten wir uns mehr wünschen als Spiele direkt hintereinander und einen Auswärtstrip? Wir sind glücklich damit.

Drei Spiele haben die Eisbären bisher gegen die Süd-Teams absolviert und dabei durchaus mitbekommen, wie körperlich im Süden gespielt wird. Doch die Berliner hielten bisher gut dagegen und ließen sich dadurch auch nicht aus der Ruhe bringen. Was aktuell aber noch fehlt, ist ein Auswärtssieg im Süden. Dazu hat man jetzt zweimal innerhalb von zwei Tagen die Chance. Doch wie muss man an die Spiele herangehen, wie will man Straubing und Nürnberg besiegen. Serge Aubin mit seiner Antwort kurz vor der Abfahrt gen Süden:

Wir müssen ein sehr einfaches Spiel spielen. Einfach und effektiv. Wir müssen hart spielen und brauchen jeden Einzelnen. Es fühlt sich an, als ob wir erst vor fünf Minuten auf dem Eis standen und nun sind wir hier und steigen gleich in den Zug ein, um in den Süden zu fahren, um zwei Spiele direkt nacheinander zu spielen. Es ist viel Eishockey in einer kurzen Zeit, also denke ich, dass wir mental fokussiert bleiben und jeden im Team nutzen müssen. Einfach ein einfaches, effektives und hartes Spiel machen.

Was derzeit natürlich nicht stattfindet, ist Training. Momentan finden die Spiele in einem sehr kurzen Rhythmus statt. Wie kann das Trainerteam in dieser Zeit auf die Spieler einwirken, wie bereitet man sich in so einer Zeit auf die Spiele vor, welche praktisch im Zwei-Tage-Rhythmus jetzt stattfinden. Serge Aubin dazu:

Natürlich werden wir viel Arbeit auf der Zugfahrt machen. Ich denke, jedes Team bringt etwas eigenes mit. Manche Teams sind schneller, manche physisch stärker, weshalb wir uns schnell auf die unterschiedlichen Spielstile einstellen müssen. Wir bereiten uns dafür seit August vor. Wir müssen einfach schlau sein. Wir müssen hart arbeiten, wenn es Zeit wird, hart zu arbeiten und schlau sein, wenn es Zeit wird, schlau zu sein. Wir werden den Jungs eine kleine Vorschau von dem geben, was auf uns zukommt, aber wir bleiben auf dem Weg, den wir bisher gehen, egal gegen wen wir spielen.

Die ersten drei Duelle gegen Augsburg und Ingolstadt haben gezeigt, mit welcher Intensität es jetzt zur Sache geht. Erwartet man denn in Straubing und Nürnberg die selbe hohe Intensität wie zuletzt, Giovanni Fiore?

Ja, wenn man auf die Tabelle guckt, stehen wir in der Nordgruppe ganz oben und die Teams wollen uns schlagen, was wir ihnen nicht übel nehmen können. Wir sind bereit aufzukreuzen und ihnen zu zeigen, wieso wir an erster Stelle stehen.

Auch Fabian Dietz erwartet eine ähnliche Partie wie gegen Ingolstadt:

Also im Endeffekt denke ich, dass die Südgruppe nochmal einen Tick härter spielt als die Nordgruppe. Deswegen müssen wir jetzt für jedes Spiel ready sein, für alles was kommt. Vor allem jetzt geht es in Richtung Playoffs und wir wollen auch für die Playoffs bereit sein.

„Dietzi“ spricht die Playoffs schon mal an. Mitte April ist es soweit, dann geht die diesjährige DEL-Saison in ihre entscheidende Phase. Auch Chefcoach Serge Aubin hat die Playoffs bereits im Blick und weiß, worauf es jetzt ankommt in einer Phase, mit Spielen an fast jedem zweiten Tag:

Wir kommen in die Phase der Saison, wo es wirklich ernst wird. Man kann die Ziellinie sehen. Innerhalb der nächsten drei Wochen spielen wir viel Eishockey und dann ist die Hauptrunde so gut wie vorbei. Und dann geht’s los, besonders wegen der Best-of-three-Serien in diesem Jahr. Wir starten in die Playoffs nur zwei Tage nach dem letzten Hauptrundenspiel. Wir müssen aufmerksam bleiben und die Jungs bereiten sich genau darauf vor. Es gibt mehrere Bereiche, auf die wir uns vorbereiten. Nun lernen wir Spiele direkt nacheinander zu spielen, was wir dieses Jahr bisher nicht mussten. Das ist sehr anstrengend für die Jungs, aber auch sehr bereichernd, wenn man es richtig macht.

Was die Mannschaft in den Playoffs erwartet, haben sie gestern hautnah erlebt. Mit so viel Intensität und Zweikampfhärte sowie vielen Nickligkeiten wird man auch in der Endrunde rechnen müssen. Gestern Abend siegte man in diesem Spiel mit Playoff-Charakter mit 1:0. Weil die Mannschaft zusammen gehalten und Jeder für jeden gekämpft hat. Sind das die Spiele, für die man als Spieler lebt und aus denen man noch mehr Momentum mitnehmen kann, Giovanni Fiore?

Ja und Nein. Leben wir für solche Spiele? Natürlich würden wir lieber mit ein paar mehr Toren gewinnen wollen, aber letzten Endes lieben wir es auch, solche Spiele zu machen. Das sind Spiele, von denen man als Kind träumt, die engen Siege zum Ende hin oder in Overtime. Der Sieg war super für unser Selbstvertrauen, aber jetzt konzentrieren wir uns auf die Auswärtsspiele und versuchen so viele Punkte wie möglich mitzunehmen.

„Dietzi“ ergänzte noch:

Auf jeden Fall. Das gibt der ganzen Mannschaft nochmal einen Ruck. Man weiß auch, dass man solche engen Spiele gewinnen kann, ein 1:0 ist auch nicht typisch für Eishockey. Man braucht jeden in der Mannschaft und Jeder muss sich auf jeden verlassen können.

Was in den ersten drei Spielen, aber eigentlich generell in dieser Saison auffällt, ist die Tatsache, dass die jungen Spieler hart arbeiten und genau das umsetzen, was Coach Serge Aubin von ihnen verlangt. Machen die Spiele denn jetzt besonders Spaß, wenn man bedenkt, dass es bald in die Playoffs geht, Fabian Dietz?

Natürlich macht es Spaß und es ist auch wichtig für das Team. Ich glaube, dass gibt auch Energie für das Team. Natürlich freut sich auch jeder auf die Playoffs und ich glaube, so langsam kann an sich auch auf die Playoffs einstellen von der Spielweise her.

Mit Straubing trifft man morgen Nachmittag auf den Tabellenfünften, welcher dringen Punkte im Kampf um die Playoffs benötigt. Und die Niederbayern sind heiß, gewannen sie doch alle bisherigen drei Duelle gegen die Nord-Teams und blieben bei ihren letzten beiden Auftritten in Düsseldorf und Krefeld stets ohne Gegentor (je 4:0). Die Mannschaft von Coach Tom Pokel ist also genau zum richtigen Zeitpunkt der Saison voll da. Dennoch können die Tigers bisher nicht an ihre Rekordsaison aus dem Vorjahr anknüpfen.
Straubing vergibt aktuell zu viele Chancen, hat nur eine Torschusseffizienz von 9,06 Prozent, was sie zum viertschlechtesten Team in Sachen Chancenverwertung macht. Bei den Special Teams sind die Tigers das drittbeste Unterzahlteam (85,59 Prozent), aber nur das achtbeste Powerplayteam (18,56 Prozent). Mit einer durchschnittlichen Fangquote von 90,09 Prozent liegt das Torhüter-Duo Sebastian Vogl/Matt Robson ligaweit nur auf dem achten Platz.
Bei den Niederbayern geht auch durch die Defensive Torgefahr aus. Marcel Brandt ist mit 19 Scorerpunkten (5 Tore/14 Assists) drittbester Scorer seines Teams. Auch Sena Acolatse (6/4) und Brandon Gormley (2/8) punkteten zweistellig.
Im Sturm sind es sechs Spieler, welche zweistellig scorten. Darunter Andreas Eder mit 20 Scorerpunkten (9/11) und Antoine Laganiére mit 19 (6/13)

Mit Nürnberg trifft man dann am Montagabend auf den abgeschlagenen Tabellenletzten der Gruppe Süd. In den Kampf um die Playoffs wird die Mannschaft vom neuen Sportdirektor Stefan Ustorf nicht mehr eingreifen können.
Statistisch gesehen findet man die Franken auch stets in den unteren Regionen der jeweiligen Rubrik. Die Special Teams funktionieren überhaupt nicht, das Powerplay ist das drittschlechteste (16,13 Prozent) und das Penaltykilling das viertschlechteste (76,36 Prozent).
Das Torhüter-Duo Niklas Treutle/Ilya Sharipov ist von den Werten her das zweitschlechteste der gesamten PENNY DEL (Fangquote: 88,64 Prozent).
Auch in Sachen Chancenverwertung stehen die Ice Tigers auch nur auf dem zwölften Platz (8,11 Prozent).
Das Team von Coach Frank Fischöder lebt vor allem von seinen drei Angreifern Luke Adam, Daniel Schmölz und Brett Pollock. Adam kam bisher auf 23 Scorerpunkte (6/17), Schmölz auf 20 (10/10) und Pollock auf 18 (9/9).
Das bisher einzige Heimspiel in der Verzahnungsrunde gewann Nürnberg mit 7:3 gegen Iserlohn. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man die Ice Tigers also trotzdem nicht. Auch wenn sie anschließend in Köln (3:6) und Düsseldorf (1:4) ohne Punkte blieben.

Beim Roadtrip nicht dabei sind PC Labrie, Sebastian Streu, Kris Foucault und Mark Zengerle. Die Eisbären müssen also mit einem ausgedünnten Kader diesen Auswärts-Doppelpack angehen. Doch die Mannschaft hat gezeigt, wie sie zusammenrücken kann, wenn Spieler ausfallen. Wenn man daran anknüpft, steht einem erfolgreichen Auswärtstrip nichts im Wege.

Frank Hördler vor dem „Rückspiel“ gegen Ingolstadt: „Die letzten beiden Spiele haben uns gezeigt, was wir investieren müssen“

Gestern Abend verloren die Eisbären Berlin ihr erstes Auswärtsspiel im Süden beim ERC Ingolstadt knapp mit 3:4. Doch bereits morgen Abend bietet sich der Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin die Chance zur Revanche. Denn dann kommt es um 19:30 Uhr zum „Rückspiel“ in der Mercedes-Benz Arena. Und zu Hause sind die Berliner in dieser Saison ja besonders stark, punkteten in jedem Heimspiel und gewannen elf der bisherigen 13 Heimspiele. Gegen die Schanzer soll morgen Heimsieg Nummer Zwölf folgen.

Doch mit welchen Erwartungen geht denn eigentlich Kapitän Frank Hördler in das Spiel, vor allem im Rückblick auf gestern?

Wir wissen, was im letzten Spiel passiert ist und ich glaube, dass wir jetzt auch in die richtige Spur gekommen sind. Wir haben im letzten Drittel gezeigt, was wir spielen können und sind damit auch erfolgreich gewesen. Jetzt müssen wir das von der ersten Minute an machen.

Zu Hause kamen die Berliner ja bis jetzt immer wie die Feuerwehr aus der Kabine und zeigten dem Gegner sofort, wer hier der Herr im Hause ist. Das wird man sicherlich auch morgen Ingolstadt vom ersten Bully an zeigen wollen. Dennoch erwartet Top-Scorer Marcel Noebels ein enges Spiel:

Es wird wieder ein enges Spiel. Natürlich wollen wir diesmal die Punkte bei uns lassen, aber ich denke, dass wir viel Positives aus dem letzten Spiel mitnehmen können und an der ein oder anderen Schraube noch ein bisschen drehen müssen, um dann auch erfolgreich zu sein.

Die Eisbären konnten das Schlussdrittel in Ingolstadt für sich entscheiden und werden morgen Abend versuchen, dieses Momentum beizubehalten und gut in das Spiel zu starten. Wie bereits angedeutet, kamen die Eisbären bisher immer stark aus der Kabine. Daher zweifelt Frank Hördler auch nicht daran, dass das morgen erneut so sein wird:

Wir hatten ja in den letzten Spielen gegen den Norden ja auch gute Starts und ich glaube genau zu diesem Punkt müssen wir wieder zurückkommen. Das werden wir auch und wie schon gesagt, haben wir im letzten Spiel gemerkt, dass alle Mannschaften jetzt in Richtung Playoffs gehen und es sehr intensiv wird. Alle kommen gut raus aus der Kabine und so müssen wir auch anfangen.

Auf eine Sache wird es gegen Ingolstadt und sicherlich generell in den nächsten Spielen ankommen: Strafzeiten vermeiden. In Ingolstadt hat man das Spiel letztendlich auch aufgrund mangelnder Disziplin verloren. Das will man nun abstellen, wie Marcel Noebels sagt:

Ja natürlich wissen wir, dass wir unsere Strafzeiten mindern müssen, um erfolgreich zu sein. Ich glaube es ist immer schwierig, wenn man in der Box sitzt, Spiele zu gewinnen. Wir haben unsere Lehren daraus gezogen und hoffen natürlich darauf, die Kleinigkeiten zu bessern und auch anders zu machen. Dazu gehört natürlich auch weniger Strafzeiten und wenn wir die Chancen haben, müssen wir auch eiskalt zu schlagen.

„Back-to-back-Spiele“ sind in der DEL in der Regel nur in den Playoffs an der Tagesordnung, doch in dieser so besonderen Saison wird es diese Spiele öfters geben. Und bereits morgen erwarten die Eisbären erneut den ERC Ingolstadt. Frank Hördler wurde deshalb darauf angesprochen, ob es für ihn so etwas wie ein Seriengefühl jetzt ist:

Im Allgemeinen jedes Spiel was wir jetzt haben, werden bis zu den Playoffs eine Steigerung bieten, hereinzukommen. Und uns auch daran gewöhnen, was auf uns zukommt, das ist gut, das brauchen wir auch. Aber ich glaube, dass die letzten beiden Spiele uns gezeigt haben, was wir investieren müssen und das werden wir machen.

Auf die Mannschaft von Trainer Doug Shedden trifft man morgen Abend zum vorerst letzten Mal, doch in den Playoffs könnten beide Mannschaften erneut die Schläger auf dem Eis kreuzen. Das ist Marcel Noebels durchaus bewusst und er weiß auch um die Stärke des ERCI, doch sagt er auch, dass sich die Eisbären vor niemandem verstecken müssen, wenn sie ihre Leistung über 60 Minuten abrufen:

Es ist eine Mannschaft, die dieses Jahr nicht ohne Grund in der Südgruppe überzeugt hat und auch gut spielt. Qualität ist da definitiv vorhanden, aber ich glaube, dass wir uns auf uns fokussieren müssen und wir unser Spiel spielen sollen. Über 60 Minuten haben andere Mannschaften Schwierigkeiten gegen uns zu gewinnen. Wir sind gestern sehr gut zurück gekommen und haben nochmal Charakter gezeigt, wichtig ist aber, dass wir es schaffen, das über das ganze Spiel zu spielen, dann wird es schwer für den anderen. Egal ob Ingolstadt oder sonst wer.

Die Spieler sind nun zu Wort gekommen, doch was konnte Headcoach Serge Aubin in so kurzer Zeit überhaupt optimieren?

Nun ich denke, wenn man all diese Spiele in so kurzer Zeit spielen muss, und das sind schon eine ganze Menge, dann kommst du schon an deine mentalen Grenzen. Das ist nicht nur physisch herausfordernd. Wir müssen sicher stellen, dass wir auch geistig fit bleiben. Die Ereignisse von gestern Abend müssen uns ganz frisch im Gedächtnis bleiben. Und ehrlich gesagt erwarte ich von uns, dass wir am Freitag noch härter arbeiten. Wir hatten ein paar gute Momente, aber wir brauchen mehr.

Doch wie kann man Ingolstadt im zweiten Vergleich besiegen, welche Stärken braucht man dafür?

Ich denke, unser Wetteifer. Der wird noch um einiges stärker sein. Unser Support wird besser sein. Wir werden diese Jungs richtig als Team angreifen. Ich denke, gestern Abend waren wir an mancher Stelle ein wenig zu zerstreut. Das kann schon mal passieren, aber das ist etwas, was wir ausmerzen können. Und ich erwarte, dass wir das morgen Abend in den Griff bekommen.

Eine Reihe, welche gestern zwar Chancen hatte, aber nicht unbedingt ihr bestes Spiel zeigte, war die Top-Reihe um Noebels, Pföderl und Reichel. Serge Aubin wurde daher gefragt, wie wichtig es sei, dass diese Jungs Ingolstadt morgen zeigen, dass man sie nicht immer aus dem Spiel nehmen kann?

Na klar, ich denke, wenn wir erfolgreich sein wollen, dann müssen unsere besten Spieler unsere besten Spieler sein. Das geht ja wohl jedem Team so. Die letzten Spiele war es ein wenig härter für sie. Aber sie haben uns schon durch die ganze Saison getragen. Ohne Zweifel weiß ich, dass sie bereit sein werden. Wir machen einfach mal weiter, es ist eine lange Saison und so ist das Hockey manchmal.

Wie zu Beginn bereits erwähnt, sind die Eisbären zu Hause nach 60 Minuten noch ungeschlagen, verloren die beiden Spiele gegen Wolfsburg erst in der Verlängerung bzw. im Penaltyschießen. Diese Serie würde Serge Aubin gerne fortsetzen:

Ja, aber eigentlich möchte ich nicht erst in die Overtime kommen, ich möchte das in den ersten 60 Minuten erledigt haben. Wenn wir mit unserem vollen Potential in unserem eigenen Haus spielen, dann sollten wir das hinbekommen. Aber dafür brauchen wir Jeden.