Eisbären Berlin – Deutscher Meister 2021: Die Krönung einer außergewöhnlichen Saison


Acht lange Jahre mussten wir Eisbären-Fans auf die achte Deutsche Meisterschaft warten. Heute vor neun Tagen war es dann endlich wieder so weit. Mit einem 2:1-Heimsieg im alles entscheidenden dritten Finalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg kürten sich die Hauptstädter zum Deutschen Meister der PENNY DEL-Saison 2020/2021. Es war die Krönung einer außergewöhnlichen Saison, welche zweimal verschoben wurde, welche in zwei Gruppen stattfand und welche im Best-of-three-Modus ausgetragen wurde. Und natürlich einer Saison, in der das Herz in allen Stadien und Arenen in Eishockey-Deutschland fehlte: Die Fans konnten die Saison leider nur vor dem Fernseher verfolgen und so konnten die Berliner auch nicht mit ihren Fans die achte Meisterschaft feiern. Aber, das haben die Eisbären bereits versprochen, soll alles nachgeholt werden, wenn es wieder möglich ist. Die Gesundheit steht eben in diesen Zeiten ganz besonders an erster Stelle!

Mathias Niederberger nach dem 1:0-Heimsieg im Vorbereitungsspiel gegen München. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Das ich in meiner Saison-Analyse, welche ich nach jeder Saison geschrieben habe, heute über eine Meister-Saison berichten kann, damit habe ich zu Beginn der Vorbereitung nicht gerechnet. Denn die Vorbereitung war doch alles andere als gut, wenn gleich man da aber auch sagen muss, dass das Team, welches letztendlich in der Saison die Meisterschaft holte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht zusammen war und man u.a. von Leihspielern des Kooperationspartner Los Angeles Kings verstärkt wurde.
Bis zum Beginn des Magenta-Sport Cups, welcher als Saison-Vorbereitung dienen sollte und an dem nur acht DEL-Teams teilnahmen, standen fünf Vorbereitungsspiele für die Berliner auf dem Programm. Zweimal testete man gegen München und dreimal gegen DEL2-Teams. In Weißwasser und Kassel konnte man gewinnen, gegen München gewann man ein Spiel und verlor das andere und in Bad Nauheim setzte es in der Generalprobe vor dem Auftakt des Magenta-Sport Cups eine knappe 3:4-Niederlage n.P.

Zu Beginn des Vorbereitungsturnieres trafen die Eisbären im Wellblechpalast auf die Schwenninger Wild Wings und bekamen von denen eine Lehrstunde erteilt. Mit 1:5 ging man auf eigenem Eis unter. Auch die nächsten drei Spiele waren nicht von Erfolg gekrönt. In Mannheim setzte es ein 0:3, in München holte man beim 2:3 n.V. wenigstens den einzigen Punkt und in Schwenningen bekam man mit 2:7 erneut eins auf die Mütze. Die letzten beiden Heimspiele fielen Corona bedingt aus, was vielleicht auch gut war. Denn der Magenta-Sport Cup ließ schlimmes für die Saison erwarten.

Erstes Bully in der Saison 2020/2021. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Doch kurz vor dem Saisonstart schlugen die Verantwortlichen der Eisbären nochmal auf dem Transfermarkt zu und holten mit Giovanni Fiore, Matt White und Kris Foucault drei Spieler, welche im Saisonverlauf eine entscheidende Rolle einnehmen sollten. Und zum Auftakt der PENNY DEL-Saison wartete mit Bremerhaven ein Team, welches vor der Saison als Geheimfavorit galt, spielten die Bremerhavener doch einen sehr starken Magenta-Sport Cup und mussten sich erst im Finale dem EHC Red Bull München geschlagen geben. Doch die Eisbären kamen perfekt aus den Startlöchern und sicherten sich beim 3:2-Heimsieg die ersten drei Punkte der neuen Saison.

Was zu Beginn der Saison auffiel? Die Eisbären waren extrem heimstark, nur auswärts wollte nichts gelingen. Die ersten drei Auswärtsspiele gingen allesamt verloren, den ersten Auswärtssieg feierte man im vierten Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen (5:2), von den ersten sieben Auswärtsspielen gewann man nur deren zwei – beide in Krefeld, Spiel Zwei endete mit 6:1. Nur konnte man diese Siege nicht wirklich feiern, gewann zu dieser Zeit doch jedes Team gegen die Seidenstädter.
Dabei waren die Berliner schon im dritten Auswärtsspiel kurz davor, den ersten Sieg einzufahren. Mit 3:0 führte man bereits bei der DEG, am Ende verlor man mit 4:5 n.V.
Das erste Ausrufezeichen auswärts setzte man nur 24 Stunden nach dem 6:1-Sieg in Krefeld in Iserlohn, als man am Seilersee mit 4:1 gewann. Von da an lief es auch auswärts rund für die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin.

Jubelnde Eisbären gab es in den ersten acht Heimspielen der neuen Saison. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Zu Hause lief es wie geschmiert für die Eisbären, welche die ersten acht Heimspiele in Folge gewannen und dabei die volle Punktzahl einfuhren. Erst die Grizzlys Wolfsburg stoppten diese Heimserie im neunten Heimspiel der Saison, als man sich mit 3:2 n.P. durchsetzen konnte. Es war der Auftakt in die erste Niederlagenserie der Eisbären, denn es folgte eine weitere Niederlage in Bremerhaven und auch das zweite Heimspiel gegen die Niedersachsen ging mit 2:3 n.V. verloren. Doch im zweiten Duell in Bremerhaven zeigten die Eisbären ihre Krallen und gewannen verdient mit 5:1 an der Küste.
Es war der Auftakt einer vier Spiele andauernden Siegesserie zum Abschluss der Nordrunde, darunter auch ein 8:1-Kantersieg auf eigenem Eis gegen die Düsseldorfer EG. Zum Auftakt der Südrunde folgte der fünfte Sieg in Serie, mit 5:3 setzte man sich gegen die Augsburger Panther durch.

Die Spiele gegen Ingolstadt waren voller Nickligkeiten. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Der Auftakt in die Spiele gegen die Süd-Teams verlief sehr gut für die Eisbären, gewann man doch fünf der ersten sechs Spiele und verlor nur das Auswärtsspiel in Ingolstadt mit 3:4. Man wähnte sich auf dem richtigen Weg, fühlte sich gut gerüstet für die beiden Duelle gegen München, welche eine Saison mit Höhen und Tiefen gespielt hatten bis zu diesem Zeitpunkt. Doch in den beiden Duellen mit Ex-Eisbären-Trainer Don Jackson bekamen die Eisbären deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Am Oberwiesenfeld verlor man mit 1:4 und zu Hause gar mit 0:5. Auf einmal musste man die Eisbären vorerst aus dem Kreise der Titel-Favoriten herausnehmen, denn es war anzunehmen, dass im Halbfinale München als Gegner warten würde. Dass es am Ende alles anders kam, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Dazu aber später mehr.

Die Eisbären trafen danach zweimal in Folge auf ihren Angstgegner aus dem Magenta-Sport Cup, die Schwenninger Wild Wings. Während man zu Hause klar und deutlich mit 6:2 gewann, setzte es im Schwarzwald eine 2:4-Niederlage. Noch bitterer als die Pleite wog jedoch die Verletzung von Leo Pföderl, dessen Saison anschließend für beendet erklärt wurde. Ein herber Rückschlag für die Eisbären Berlin. Doch auch hier sollte alles anders kommen. Später mehr dazu.

Von den letzten vier Hauptrundenspielen gewannen die Eisbären zwei, darunter ein 4:1-Auswrtssieg beim Top-Favoriten Adler Mannheim. Die revanchierten sich aber mit einem 3:1-Sieg in der Hauptstadt. Zum Abschluss der Hauptrunde verlor man mit 5:6 n.P. bei den Augsburger Panthern und ging somit mit zwei Niederlagen in Folge ins Playoff-Viertelfinale gegen die Iserlohn Roosters.

Endstation Andreas Jenike, Iserlohn gewann Spiel Eins in Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort sollte Niederlage Nummer Drei folgen, denn die Sauerländer erzielten in der letzten Spielminute der regulären Spielzeit den 4:3-Siegtreffer in Berlin und fuhren mit dem Matchpuck zurück an den Seilersee. Dort erlebten die Mannen von Chefcoach Brad Tapper ihr blaues Wunder, denn die Eisbären fegten wie ein Orkan über den Seilersee, holten die Serie mit einem 6:0-Kantersieg noch einmal zurück nach Berlin.
Und in Spiel Drei legten die Roosters wieder los wie die Feuerwehr, führten bereits mit 2:0, doch die Eisbären spielten in den diesjährigen Playoffs ihr bestes Eishockey, wenn sie mit dem Rücken zur Wand standen. So drehte man das Spiel am Ende noch in einen 5:3-Heimsieg um und buchte somit das Ticket für das Halbfinale.

Hart umkämpft war die Halbfinalserie gegen Ingolstadt. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort wartete der ERC Ingolstadt, welcher im Viertelfinale die große Überraschung schaffte und den EHC Red Bull München mit 2:0-Siegen in die Sommerpause schickte. Ein ganz harter Brocken also, welcher da auf die Eisbären wartete, doch die bekamen unerwartete Hilfe. Denn Leo Pföderl wurde noch einmal untersucht, seine Verletzung stellte sich nun doch nicht mehr als so schlimm dar und somit konnte die Nummer 93 wieder eingreifen.
Aber auch gegen die Schanzer ging Spiel Eins mit 3:4 verloren. Weil ein Ex-Eisbär zur Höchstform auflief – Louis-Marc Aubry.
In Spiel Zwei mussten die Eisbären also wieder liefern, doch sie lagen nach 40 Minuten mit 1:2 hinten. Das Saisonende drohte, aber diese Mannschaft gab einfach nicht auf. Man glich aus und als alles schon nach Verlängerung aussah, kam Ryan McKiernan und hämmerte die Scheibe 63 Sekunden vor der Schlusssirene ins Eck. Bäääm, 1:1, Spiel Drei in Berlin!
Doch auch dort erwischten die Eisbären wie gegen Iserlohn den schlechteren Start, liefen erneut einem 0:2-Rückstand hinterher. Doch Rückstände und die Aussicht auf die frühzeitige Sommerpause machten die Eisbären nur noch stärker und sie schlugen eiskalt zurück. Mit 4:2 wurde Ingolstadt besiegt und so zog man ins DEL-Finale ein.

Der Fels in der Brandung in Spiel Drei gegen Wolfsburg: Mathias Niederberger. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dass dort am Ende dieser Saison zwei Teams aus dem Norden standen, hätten die Experten vor der Saison nicht gedacht, denn der Süden sollte ja viel stärker sein. Doch deren acht Teams waren bereits in der Sommerpause und so kämpften zwei Teams aus dem Norden um den DEL-Pokal. Die Eisbären Berlin trafen dabei auf ihren Angstgegner Grizzlys Wolfsburg. Denn alle vier Hauptrundenspiele hatte man gegen die Niedersachsen verloren, wenn gleich man aber auch sagen muss, dass drei dieser vier Spiele erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden wurden.
Und so ging auch Spiel Eins in die Verlängerung und dort schlug Wolfsburg eiskalt zu, 3:2-Auswärtssieg in Berlin. Die Grizzlys standen vor ihrer ersten deutschen Meisterschaft, während die Eisbären erneut Spiel Eins verloren. Doch auch dieses Mal zogen die Eisbären ihren Kopf aus der Schlinge und schlugen auswärts zurück. Mit 4:1 zeigte man den Wolfsburgern deutlich die Grenzen auf und machte deren Hoffnung, Meister auf eigenem Eis zu werden, zu Nichte.
Und in Berlin folgte dann die Krönung dieser Saison. Die Eisbären drehten zum dritten Mal eine Serie nach 0:1-Rückstand und kürten sich zum Deutschen Meister, zum achten Mal in der Vereinsgeschichte. Den Siegtreffer erzielte übrigens Leo Pföderl, der eigentlich gar nicht mehr spielen sollte. Am Ende erzielte er das Meistertor, solche Geschichten schreibt eben nur der Sport.

Der Jubel nach der Schlusssirene kannte dann natürlich keine Grenzen mehr und die Spieler der Eisbären Berlin feierten den Titelgewinn ausgelassen. Und Frank Hördler hatte als einziger schon richtig Routine darin, war es doch sein achter Meistertitel mit den Eisbären. Wahnsinn!

Der Wille und der Charakter dieser Mannschaft war unglaublich. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aber dieser Titelgewinn war nur möglich, weil diese Mannschaft während der Saison so unglaublich zusammengewachsen ist. Da kämpfte Jeder für jeden, kein Spiel wurde verloren gegeben. Die Jungs glaubten immer bis zum Ende des Spiels an die Chance zum Sieg. Der unbändige Siegeswille war immer da, der Charakter dieses Teams war unglaublich. Frank Hördler erzählte vor kurzem auch in einem Podcast, was das Geheimnis der Eisbären war. Diese hatten sich schon während der Spiele gegen die Süd-Teams in den Playoff-Modus versetzt und wussten so, was zu tun war, wenn man Spiel Eins verlor. Dann setzte das Teams alles daran, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen. Und das bereits in der Hauptrunde. Dieser Fakt stärkte die Eisbären so sehr, dass sie die drei Auftakt-Niederlagen in den Playoffs gut wegsteckten und eiskalt zurückschlugen.

Meistercoach Serge Aubin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Chefcoach Serge Aubin meinte daher auch, dass seine Mannschaft ihr bestes Eishockey spielte, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stand. Wahrscheinlich brauchten die Jungs immer dieses besondere Druckgefühl, dass man mit einer weiteren Niederlage in die Sommerpause müsste. Anders kann man die drei Niederlagen in Spiel Eins nicht erklären. Wie sie sich dann aber immer wieder in die Serie zurück kämpften, verdient aller größten Respekt. Sowohl die Spielers als auch das Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu. Denn die änderten jeweils nach Spiel Eins ihr System und führten die Eisbären somit letztendlich zur Meisterschaft. Am Ende braucht es natürlich auch Spieler, die dieses System perfekt umsetzen, die hatten die Eisbären und so wurde man am Ende verdient Deutscher Meister.

Weil man eben die perfekte Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern hatte. Denkt man nur mal an das Torhüter-Duo aus Mathias Niederberger und Tobias Ancicka, welche beide eine überragende Saison spielten. Beide hatte weit mehr als 90 Prozent Fangquote aufzuweisen, Niederberger feierte fünf Shutouts und der junge Ancicka einen. Wann immer Ancicka gebraucht wurde, war er da und bewies seine Extraklasse. Dem jungen Goalie steht eine große Zukunft bevor.
Und Mathias Niederberger feierte in den Playoffs noch seinen sechsten Shutout der Saison und avancierte im alles entscheidenden Finalspiel gegen Wolfsburg zum Matchwinner. Denn als die Niedersachsen im letzten Drittel alles nach vorne warfen, war Niederberger der Fels in der Brandung. Mit diesem Torhüter-Duo sind die Eisbären auch für die kommende Saison bestens aufgestellt.

Playoff-MVP Ryan McKiernan (rechts), hier bei einem Fan-Talk Anfang 2020. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

In der Defensive ragte natürlich der Playoff-MVP Ryan McKiernan heraus. In der Hauptrunde kam er schon auf 25 Scorerpunkte (7 Tore/18 Assists), doch in den Playoffs wurde er zum Playoff-Monster. Dort sammelte er nochmal zehn Scorerpunkte und traf erneut sieben Mal. Einfach eine Weltklasse Saison der Berliner Nummer 58. Man kann nur hoffen, dass er seinen Vertrag in Berlin verlängert. Die Verhandlungen laufen noch.
Seine punktemäßig beste Saison spielte Jonas Müller, welcher wie in der Vorsaison zwar auf 15 Scorerpunkte kam, damals aber 51 Spiele dafür benötigte, während es in dieser Saison nur 37 waren. Zudem waren es in der vergangenen Saison 15 Vorlagen, diesmal erzielte Müller sieben Tore selbst und bereitete acht weitere vor.
Frank Hördler spielte seine erste Saison als Kapitän und führte seine Eisbären gleich zur Meisterschaft. „Nante“ kam auf drei Tore und zehn Vorlagen in der Hauptrunde und nochmal einem Tor und drei Vorlagen in den Playoffs.
Abgerundet haben die starke Defensive Kai Wissmann, John Ramage und Simon Després. Hinzu kommt natürlich noch der junge Eric Mik, der auf vier Assists in der Saison kam und sowohl in der Defensive als auch der Offensive eingesetzt wurde.
Aus diesem Verbund haben die Eisbären bisher einzig John Ramage verabschiedet, welcher sich den Schwenninger Wild Wings angeschlossen hat. Der Großteil der Defensive bleibt aber zusammen und soll, Gerüchten zu Folge, mit Morgan Ellis aus Ingolstadt und Nicholas B. Jensen aus Düsseldorf verstärkt werden. Damit wäre die Verteidigung des Deutschen Meisters noch tiefer besetzt.

Die Offensive wird natürlich überragt von der deutschen Top-Reihe um Leo Pföderl, Lukas Reichel und Marcel Noebels, der erneut Spieler des Jahres in der Penny DEL geworden ist. In der Hauptrunde kam Noebels auf 42 Scorerpunkte (6 Tore/36 Vorlagen), in den Playoffs ließ er nochmal zehn Scorerpunkte (1/9) folgen. Leo Pföderl sammelte 37 Scorerpunkte und war mit 20 Toren der beste Torjäger der Berliner in der Hauptrunde. In den Playoffs kam er nochmal zu sechs Einsätzen, in denen er drei Tore erzielte, darunter das Meisterschaftstor, und zwei weitere Tore vorbereitete. Lukas Reichel kam auf 27 Scorerpunkte (10/17) in der Hauptrunde und fünf (2/3) in den Playoffs. Ob wir ihn nächste Saison noch in Berlin sehen, hängt von den Chicago Blackhawks ab.
Matt White (19/20), Kris Foucault (18/12) und der während der Hauptrunde nachverpflichtete Zach Boychuk (12/13) erwiesen sich als die erhofften Verstärkungen und wurden zu enorm wichtigen Leistungsträgern. White scorte in den Playoffs weitere zehnmal (7/3), Boychuk neunmal (3/6) und Foucault fünfmal (1/4). Kris Foucault erwies sich vor allem in der Hauptrunde als „Mister 1:0“, Matt White erzielte zusammen mit Ryan McKiernan in den Playoffs die wichtigen Tore und Zach Boychuk erwies sich als echte Waffe im Berliner Powerplay.
Giovanni Fiore kam in der Hauptrunde auf acht Tore und zwölf Vorlagen, in den Playoffs waren es nochmal ein Tor und drei Vorlagen. Auch er hat seinen Teil zum Gewinn der Meisterschaft beigetragen.
Mark Zengerle kam verletzungsbedingt nur auf 18 Hauptrundenspiele, in denen ihm zwei Tore und elf Vorlagen gelangen. In den Playoffs folgten nochmal fünf weitere Assists.
Mark Olver kam in der Hauptrunde auf drei Tore und 17 Torvorlagen, in den Playoffs folgten zwei weitere Tore. Doch seine Zeit in Berlin endet mit dem Gewinn der Meisterschaft. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert.

Sein Abgang tut der Fanszene besonders weh: PC Labrie (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Bei den Youngsters stachen vor allem Parker Tuomie und Sebastian Streu heraus, die eine richtig starke Saison gespielt haben. Auch Haakon Hänelt, Nino Kinder und Fabian Dietz bekamen ihre Eiszeit und konnten Akzente setzen. Dennoch endet die Zeit von Dietz in Berlin.
Ebenso wie die von Kris Foucault nach nur einem Jahr, gut möglich, dass man ihn vielleicht in Mannheim oder München wiedersehen wird. Auch Thomas Reichel, der Bruder von Lukas, wird nicht weiter in Berlin unter Vertrag stehen.
Ein Abgang schmerzt die Fanszene der Eisbären aber ganz besonders. Denn der Vertrag von PC Labrie wurde nicht verlängert. Ja, er war nie der große Scorer, aber alleine sein Auftreten auf dem Eis sorgte für den gehörigen Respekt beim Gegner auf dem Eis. Verletzungsbedingt kam Labrie in der Hauptrunde nur auf 19 Spiele, in denen er zwei Tore beisteuerte. In den Playoffs kam in neun Spielen nochmal ein Assist hinzu. Auch PC verabschiedet sich mit der Meisterschaft aus der Hauptstadt. Wir werden dich nie vergessen, PC!

 

Helden für die Ewigkeit! (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Die Eisbären Berlin haben sich die achte deutsche Meisterschaft gesichert. Manager Peter-John Lee und Sportdirektor Stéphane Richer haben dem Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu ein Team zur Verfügung gestellt, aus dem diese ein Meisterteam geformt haben. Sie haben aus vielen sehr guten Einzelspielern eine Mannschaft geformt, welche nie aufgab, welche immer an den Sieg glaubte, wo immer Jeder für jeden kämpfte und wo der Charakter einmalig war.
Bereits im letzten Jahr hätte man es schaffen können, Deutscher Meister zu werden, so Serge Aubin und Craig Streu. Doch Corona machte dieser Hoffnung einen Strich durch die Rechnung. Nun, ein Jahr später, haben die Beiden es tatsächlich geschafft und die Eisbären Berlin zur achten Deutschen Meisterschaft geführt. Ein Titel, der unter diesen Umständen ganz besonders ist. Ein Titel, der diese außergewöhnliche Saison gekrönt hat. Aber auch ein Titel, den man ohne seine Fans feiern musste. Hoffen wir, dass der Meistertitel 2021 als einziger in die Vereinsgeschichte eingeht, den man ohne seine Fans feiern musste. Denn mit uns Fans ist es dann doch schöner.

Aber eins bleibt für mindestes ein Jahr bestehen:

Alleiniger REKORDMEISTAAAAAAA!!!!

Kris Foucault vor dem Köln-Spiel: „Besonders auswärts ist es wichtig, das erste Tor zu erzielen“

Morgen Abend spielen die Eisbären Berlin letztmals in der diesjährigen Hauptrunde der PENNY DEL bei den Kölner Haien (Bully: 18:30 Uhr). Alle bisherigen drei Duelle gingen an die Hauptstädter. Während die Eisbären souverän an der Tabellenspitze der Gruppe Nord thronen, kämpfen die Domstädter als Tabellensechster noch um die Teilnahme an den Playoffs. Macht das Köln automatisch zu einem noch gefährlicheren Gegner, Headcoach Serge Aubin?

Köln ist ein erfahrenes Team. Sie wissen, wie wichtig jeder einzelne Punkt zum aktuellen Zeitpunkt der Saison ist. Ich erwarte, dass sie hart aus der Kabine kommen. Wir werden weitermachen wie bisher. Mir gefällt, wie sich das Team entwickelt. Es wird harte Arbeit, aber wir werden bereit sein.

Denn auch wenn die Haie aktuell nur Sechster in der Tabelle sind, unterschätzen wird man Köln definitiv nicht. Dafür haben sie zu viele Spieler im Kader, die einfach gutes Eishockey spielen können. Und sie haben mit Uwe Krupp einen Trainer an der Bande, welcher sehr erfahren ist und weiß, was man tun muss, um Spiele zu gewinnen. Gerade die Offensivpower der Haie kann zu einer Gefahr werden, weshalb die Eisbären kein Risiko eingehen wollen. Kris Foucault mit seinen Erwartungen an morgen Abend:

Sie haben viel Offensivpower, weshalb wir kein Risiko eingehen wollen. Wir haben gezeigt, dass wir 60 Minuten durchspielen können und wenn wir das machen, unserem System treu bleiben und einfach spielen, werden wir erfolgreich sein. Wenn wir uns an das halten, sehe ich kein Problem.

In den letzten beiden Spielen ist es den Eisbären endlich wieder gelungen, über 60 Minuten durchzuspielen. Prompt gewann man beide Spiele und kehrte somit zurück in die Erfolgsspur. Was aber auch daran lag, dass man defensiv wieder zu seiner Form gefunden hat. Und die starke Defensive wird auch morgen der Schlüssel zum Sieg sein, so sieht es jedenfalls Lukas Reichel:

Wir müssen defensiv wieder so stark spielen, wie in den letzten Spielen. Offensiv machen wir eigentlich eh immer unsere Tore oder meistens. Köln hat gute Einzelspieler, das wissen wir und auf die müssen wir achten.

Lukas Reichel spricht es an, vorne machen die Eisbären eh fast immer ihre Tore. Mit 84 Toren stellen die Berliner den zweitbesten Angriff der PENNY DEL nach Red Bull München (88 Tore). Wichtig in den Spielen ist von daher auch immer das erste Tor, denn das gibt die Richtung in einem Spiel vor. Und das ist laut Kris Foucault vor allem auswärts besonders wichtig:

Ja, besonders auswärts das erste Tor zu schießen, ist wichtig. Natürlich können wir momentan keinen Fansupport dadurch mitnehmen, aber das erste Tor kann den Ton für das restliche Spiel angeben.

Die Nummer 98 der Eisbären kennt sich da ja bestens mit aus, ist er doch „Mister 1:0“ beim Hauptstadtclub. Aktuell spielt er zusammen mit Matt White und Zach Boychuk in einer Reihe. Die drei Spieler harmonieren sehr gut und haben alleine gegen Iserlohn im letzten Spiel satte 15 Torschüsse zusammen kreiert. Wieviel Spaß macht es Foucault denn überhaupt, ein Teil dieser Angriffsreihe zu sein?

Es macht sehr viel Spaß. Alle beiden können gut schießen, ich ebenso. Wir pushen uns gegenseitig und haben eine gute Chemie. Es macht Spaß in der Offensivzone zu spielen und das wissen wir. Das ist definitiv die Rolle, die wir spielen wollen und das werden wir weitermachen.

Foucault selbst hat auch schon 12-mal eingenetzt. Aber das allein ist nicht der Grundstein des Erfolges der Eisbären Berlin in dieser Saison. Der liegt neben der Offensive vor allem auch in der sehr stabilen Defensive, was auch Kris Foucault so sieht:

Ja, wenn wir den Puck haben, ist es schwer für das andere Team, Tore zu schießen. Und wenn wir Fehler machen oder in Konter laufen, haben wir Mathias Niederberger oder Tobias Ancicka, die beide große Rettungsaktionen zum richtigen Zeitpunkt machen. Von der Defensive bis zur Offensive sind wir gut mit dem Puck und umso mehr wir den Puck haben, umso weniger Chancen haben die Gegner, Tore zu schießen.

Starke Defensive, starke Offensive, doch was gefällt Trainer Serge Aubin am Spiel seiner Mannschaft aktuell am besten?

Unserer Einsatz für jeden Teil des Spiels gefällt mir am meisten momentan. Überzahl und Unterzahl sind gut, wir sind mit und ohne Puck sehr aufmerksam. In den letzten Spielen haben wir das sehr gut gemacht. Die Idee ist, den aktuellen Trend fortzuführen. Logischerweise müssen wir Tore schießen und eine gute Offensive haben, aber defensiv werden Spiele gewonnen. Bei Fünf-gegen-Fünf sind wir ein schwerer Gegner und das soll weiterhin so bleiben.

Die gute Offensive haben die Berliner, das wurde mehrfach angesprochen. Doch was macht die Eisbären in diesem Jahr so torgefährlich? Lukas Reichel hat die Erklärung dafür parat:

Ich würde sagen, dass bei uns alle vier Reihen Tore schießen können. Auch gegen Bremerhaven, da hat man gesehen, die dritte, vierte Reihe hat auch mal ein Tor geschossen. Jede Reihe spielt zur Zeit richtig gut und es reicht für den Trainer, er kann alle Reihen spielen lassen.

Damit sind die Hauptstädter für den Gegner sehr schwer auszurechnen. Denn wenn die Paradereihe Noebels-Reichel-Pföderl nicht trifft, dann schießt eben die Reihe White-Boychuk-Foucault die Tore. Und wenn auch die mal nicht treffen, dann sind die Youngsters um Sebastian Streu, Nino Kinder und Haakon Hänelt zur Stelle, so wie im letzten Auswärtsspiel in Bremerhaven, als Streu sein erstes Saisontor erzielte, Nino Kinder sein erster Scorerpunkt in der DEL gelang und Haakon Hänelt sein erstes Profitor erzielte.
Gegner Köln hat aber drei Eisbären-Kenner im Team, spielten doch Justin Pogge, Landon Ferraro und James Sheppard noch an der Spree. Ist es eigentlich komisch, gegen die alten Weggefährten zu spielen? Das wurde Lukas Reichel vor dem Spiel in der Domstadt gefragt:

Nein, komisch nicht. Aber man kennt sich gegenseitig, man weiß, was das für ein Spieler ist. Sheppy ist einfach stark an der Scheibe, kann gut die Scheibe abdecken. Landon kann seine Rolle richtig gut nutzen und weiß, was er zu tun hat. Ja, und Pogge ist wie ein sechster Verteidiger manchmal, der spielt richtig gut die Scheibe. Also wir wissen, was die Stärken von denen sind und die wissen unsere Stärken. Ja, aber komisch ist da eigentlich nichts dran.

6:1 in Krefeld! Eisbären feiern zweiten Auswärtssieg der Saison

In Krefeld fühlen sich die Eisbären am Wohlsten. Denn in der Seidenstadt gelang den Hauptstädtern der zweite Auswärtssieg der Saison. Am Donnerstagabend setzten sich die Eisbären Berlin mit 6:1 (2:0,4:0,0:1) bei den Krefeld Pinguinen durch und holten sich so die Punkte Nummer sechs, sieben und acht auf fremden Eis. Wirklich in Gefahr geriet der Sieg der Eisbären dabei nicht, wenn gleich die Pinguine zu mindestens im ersten Drittel auf Augenhöhe waren. Danach wirkte es aber eher wie ein Trainingsspiel, wo die Berliner nicht wirklich gefordert wurden.

Headcoach Serge Aubin gab die Marschroute vor dem Spiel aus:

Wir wollen simpel spielen, hart spielen, von der Strafbank weg bleiben. Und das wollen wir über 60 Minuten durchziehen. Es gab eine Menge Spiele, wo wir nur 30, 40 oder manchmal 50 Minuten gut gespielt haben. Aber wir brauchen 60 Minuten, um ein Eishockeyspiel zu gewinnen.

Während die Eisbären auswärts enorm schwach sind, war es bei Krefeld die Heimschwäche. Acht Spiele, acht Niederlagen und null Punkte standen für die Seidenstädter bisher zu Buche. Heute wollten die Pinguine diese Serie beenden und die ersten Punkte einfahren. Und so schlecht sah das Eishockey der Hausherren in den ersten 20 Minuten nicht aus. Es war jetzt kein Eishockey-Leckerbissen, dafür leisteten sich beide Mannschaften zu viele leichte Fehler im Spielaufbau, aber ein klarer Unterschied zwischen dem Tabellenletzten und Tabellenzweiten war definitiv nicht zu erkennen. Lediglich im Abschluss vor dem Tor erwiesen sich die Gäste aus Berlin als effektiver.
Lange dauerte es bis zur ersten klaren Chance. Auf einmal stand Justin Volek frei vor Mathias Niederberger, aber er war wohl selbst überrascht, wie frei er da auf einmal war und vergab diese Riesenchance. Eiskalt dagegen waren die Eisbären bei ihrer ersten großen Chance. Parker Tuomie legte die Scheibe auf rechts zurück auf Mark Zengerle, welcher die Scheibe direkt weiter zu Tuomie passte, der bereits hinter dem Tor lauerte. Die Nummer Zehn der Eisbären fuhr rum ums Tor, visierte die lange Ecke an und brachte die Eisbären in Führung – 1:0 (10.).
Die Gäste von der Spree danach spielbestimmend, druckvoll, sie wollten das zweite Tor gleich nachlegen. Aber Krefeld gab sich nicht auf und nutzte beinahe einen Fehler der Eisbären aus. Die Hausherren mit einem Zwei-auf-Eins, Frank Hördler blieb lange stehen und stoppte den Angriff der Pinguine, welche zu verspielt waren. Aber dann rutschte ihm die Scheibe doch noch durch und Alexander Blank stand frei vor Niederberger, an welchem er jedoch scheiterte.
Wie man Fehler eiskalt bestraft, zeigten dann die Berliner. Krefeld mit dem Puckverlust, Matt White zündete über links den Turbo und schloss stark ab – 2:0 (15.).
Es folgte das erste Powerplay für die Eisbären und da ist man mit 29,7 Prozent auswärts richtig stark. Doch hier sah das Überzahlspiel nur in Minute Eins gut aus, in Minute Zwei ließ Krefeld nichts zu und hatte kurz vor Ablauf der Strafzeit gegen Leon Niederberger selbst die Chance durch Lucas Lessio, welcher aber mit seinem Bauerntrick scheiterte.
Kurz vor Ende des ersten Drittels kassierten die Gastgeber die zweite Strafzeit der Partie gegen Alexander Blank. Die erste Phase des Powerplays konnten die Eisbären jedoch nicht nutzen, nahmen aber noch über eine Minute mit ins Mitteldrittel.
Zwar führten die Eisbären mit 2:0, aber Krefeld versteckte sich hier keinesfalls, lag bei den Schüssen (14:9) sogar vorne. Aber vor dem Tor waren die Berliner eben effektiver.

1:22 Minuten stand noch auf der Powerplayuhr und es sah auch nicht schlecht aus, was die Eisbären da zeigten, nur fehlte ihnen das nötige Quäntchen Glück vor dem Tor. Doch das stellte sich relativ schnell ein. Marcel Noebels mit dem Querpass an der gegnerischen blauen Linie auf Lukas Reichel. Der zog Richtung Tor, wurde aber nach außen gedrängt. Der Youngster setzte zum Bauerntrick an und schob die Scheibe im halbleeren Krefelder Tor ein, da Torhüter Sergei Belov zuvor schon zu weit aus seinem Tor draußen war und so nicht mehr rechtzeitig rüber kam – 3:0 (23.).
Die Gäste aus Berlin hatten nun richtig Bock auf Eishockey und Tore. Und mal wieder eine Traum-Kombination der deutschen Top-Reihe. Lukas Reichel kam über links ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe vor zu Marcel Noebels, welcher selbst hätte abschließen können, doch er spürte den Atem von Leo Pföderl im Nacken, spielte die Scheibe in den Slot, wo eben jener Pföderl lauerte und zum 4:0 einschoss (26.). Für die Nummer 93 das achte Spiel in Folge mit einem Tor, was zugleich einen neuen Berliner DEL-Rekord bedeutet. Den hielten zuvor Steve Walker und Sean Backman.
Und dann gab es auch noch eine Premiere zu bejubeln. Denn Zach Boychuk erzielte sein erstes DEL-Tor auf Zuspiel von Ryan McKiernan. Giovanni Fiore hatte die Scheibe stark im Angriffsdrittel behauptet, spielte sie rüber zu McKiernan, welcher Boychuk am langen Pfosten stehen sah und die Nummer 89 musste nur noch die Kelle hin halten – 5:0 (31.).
Krefeld danach mit der besten Phase des zweiten Drittels und drei, vier guten Möglichkeiten. Mehr war von den Pinguinen – oder sollten wir nach diesem zweiten Drittel eher Pinguinchen sagen? – nicht zu sehen.
Dafür von den Eisbären. Kai Wissmann feuerte mal eine Fackel ab, leider stand die Latte im Weg. Nur eine Minute später ein Wechselfehler des KEV und die Eisbären mit dem Zwei-auf-Null. PC Labrie schloss diesen Konter sehenswert selbst ab, zog von links auf rechts und netzte eiskalt per Rückhand ein – 6:0 (35.).
Zum Ende hin die ersten beiden Strafzeiten für die Eisbären in diesem Spiel. Im ersten Überzahlspiel hatte Brett Olson die dicke Chance zum Ehrentreffer. Er wollte Mathias Niederberger ausspielen, doch der fuhr den Schoner aus. Auf der Gegenseite Giovanni Fiore in Unterzahl mit dem selben Move, aber auch hier war der Goalie, in diesem Fall Sergei Belov, Sieger. Vier Sekunden vor der zweiten Drittelpause gab es die zweite Strafe gegen die Eisbären, weshalb sie das Schlussdrittel in Unterzahl begannen.
Nach gutem ersten Drittel war das zweite Drittel eins zum vergessen für Krefeld.

Doch gefährlich wurde das Powerplay der Gastgeber nicht, eher hatte Marcel Noebels in Unterzahl die beste Chance. Doch viele Chancen sollten es im Schlussdrittel nicht mehr werden für die Eisbären, die erwartungsgemäß ein paar Gänge runter schalteten und nicht mehr taten als nötig. Das schwere Auswärtsspiel in Iserlohn war da schon im Hinterkopf, denn dort wird die Berliner definitiv mehr Gegenwehr erwarten als es in Krefeld heute der Fall war.
Krefeld hatte in der 45. Spielminute ein weiteres Überzahlspiel und dieses Mal schlugen sie zu. Arthur Tyanulin mit dem Hammer aus dem hohen Slot, keine Chance für Mathias Niederberger im Bären-Käfig – 6:1 (46.).
Krefeld anschließend bemüht, weitere Tore zu erzielen, aber die Eisbären standen hinten kompakt und ließen nicht viel zu. Und wenn etwas durchkam, war Mathias Niederberger zur Stelle. So auch bei einem Zwei-auf-eins gegen Tyanulin.
Die Eisbären bekamen dann auch nochmal ein Überzahlspiel, in welchem sie aber für keinerlei Gefahr sorgen konnten. Man musste sich aber auch nicht anstrengen, der Spielstand war dafür zu eindeutig, als das man hier noch Kräfte verschwenden musste.
In der Schlussphase wurden die Eisbären offensiv nochmal aktiver, aber sie konnten das siebte Tor nicht mehr erzielen. Auch nicht Leo Pföderl, nach einer Sahne-Vorarbeit von Lukas Reichel. So blieb es am Ende beim verdienten und nie gefährdeten 6:1-Auswärtssieg der Eisbären Berlin.

20 Minuten hielten die Seidenstädter gut mit, lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe mit dem DEL-Rekordmeister. Doch im zweiten Drittel fiel Krefeld auseinander, da nutzten die Eisbären jeden Fehler gnadenlos aus und legten einige Traum-Kombinationen hin, wofür die deutsche Top-Reihe natürlich verantwortlich war. Da stellten die Eisbären die Weichen auf den zweiten Auswärtssieg der Saison. Im Schlussdrittel machte man nicht mehr als nötig und schonte die Kräfte für die schwere Partie morgen Abend am Seilersee. Denn so schön der zweite Sieg in Krefeld auch war, es wird endlich Zeit für den ersten „echten“ Auswärtssieg der Saison.

Youngster Lukas Reichel sprach nach dem Spiel im Interview bei Magenta Sport über das Spiel, seine Reihe und ob man sich für Traum-Kombinationen auch schon mal selbst abfeiert:

Ja, ich würde sagen, wir können zufrieden sein. Es gab natürlich ein paar Fehler, die sonst daheim, wenn wir unser Topspiel machen, jetzt nicht passieren. Aber ich denke, wir können zufrieden sein und morgen ist das nächste Spiel. Wir haben offensiv gut Druck gemacht, wir haben immer weiter viele Schüsse aufs Tor gebracht und auch die Tore geschossen. Mathias hat auch wieder einen super Job gemacht. Leider kein zu Null, aber ich denke, für ihn war es auch ein gutes Spiel.

Ja, wir verstehen uns gut. Und klar, wenn wir es schön raus spielen, feiern wir uns auch ein bisschen. Aber wir wollten weitermachen, immer weitermachen, weil es kann auch irgendwann nach hinten losgehen und dann kann es sein, dass wir nicht mehr die schönen Tore machen. Deswegen immer weitermachen und weiter ackern, dass es immer so weiter geht.

Schauen wir noch auf einige statistische Fakten zu diesem Spiel:

-> Leo Pföderl erzielte im achten Spiel in Folge ein Tor – Neuer DEL-Rekord für die Eisbären Berlin
-> Leo Pföderl scorte im neunten Spiel in Folge
-> Marcel Noebels sogar im zwölften Spiel in Folge
-> Erstes DEL-Tor für Zach Boychuk
-> 50. DEL-Assist für Kai Wissmann

Vier Scorerpunkte! Youngster Lukas Reichel führt die Eisbären im 50. DEL-Spiel zum 4:2-Heimsieg gegen Köln

Ausgabe #3:

Die Arena am Ostbahnhof bleibt eine uneinnehmbare Festung. Auch das vierte Heimspiel gewannen die Eisbären Berlin, zum zweiten Mal hieß der Gegner dabei Kölner Haie. Dem 5:0 im ersten Aufeinandertreffen folgte heute ein 4:2 (2:2,0:0,2:0)-Sieg. Vor 13 Pressevertretern und vier Fotografen avancierte eine Reihe zum Matchwinner – Leo Pföderl, Lukas Reichel und Marcel Noebels waren an allen vier Toren beteiligt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Bei den Eisbären änderte sich im Vergleich zum 5:2-Auswärtssieg bei den Krefeld Pinguinen nur die Position zwischen den Pfosten. Mathias Niederberger kehrte ins Gehäuse zurück, während Youngster Tobias Ancicka wieder als Back-up auf der Bank Platz nahm. Und für einen anderen Youngster war es ein rundes Jubiläum, denn Lukas Reichel bestritt heute sein 50. DEL-Spiel für die Hauptstädter. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, Luki!

 

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Spiel begann schnell. Beide Mannschaften suchten sofort den Weg Richtung Tor und gaben die ersten Versuche in Richtung Tor ab. Zunächst setzten sich die Domstädter im Drittel der Berliner fest, danach war es anders herum. Doch so ging es zunächst nicht weiter, denn für eine kurze Zeit verflachte die Partie doch etwas, wirkte zerfahren wegen einiger Unterbrechungen durch Abseits oder Icing.
Der Torreigen ging erst in Minute Sieben los. Marcel Müller wollte die Scheibe von rechts in den Slot bringen, wo er aber nur den Schlittschuh von Eisbär Matt White traf. Von dort aus trudelte die Scheibe zurück an den rechten Pfosten, wo sich Marcel Müller diesmal für den Abschluss entschied – 0:1 (7.).
Danach wirkten die Eisbären zwar bemüht, doch mangelte es an zwingenden Ideen im Offensivspiel. So musste man bis zur zwölften Spielminute warten, ehe den Gastgebern der Ausgleich gelang. Lukas Reichel führte die Scheibe über rechts ins Angriffsdrittel, kam dann aber etwas nach außen ab. Marcel Noebels kam an die Scheibe, spielte sie in den Slot, wo Leo Pföderl lauerte und per Onetimer zum 1:1 traf.
Die Eisbären waren nach dem Ausgleich die aktivere Mannschaft, aber es gelang ihnen nicht, etwas aus der Überlegenheit zu machen. Und so kamen die Haie mal wieder druckvoll vor das Berliner Tor und belohnten sich auch dafür. Freddy Tiffels zog mit der Scheibe vor das Tor und wollte einen großen Bogen um Mathias Niederberger machen. Er zog ab, Niederberger konnte zwar parieren, aber die Scheibe wurde genau vor den Schläger von Marcel Müller geklärt und der Torschütze zur Kölner Führung ließ sich diese Chance nicht nehmen und schoss den Puck ins verwaiste Berliner Tor zur erneuten Gäste-Führung ein – 1:2 (16.).

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Aber die Eisbären fanden auch darauf eine Antwort. Sie kamen druckvoll ins Kölner Drittel, Marcel Noebels brachte die Scheibe Richtung Justin Pogge, welcher per Hechtsprung klären wollte. Allerdings kam die Scheibe direkt auf den Schläger von Leo Pföderl und der kurvte noch ein wenig weiter und suchte nach der perfekten Lücke, welche er schließlich fand – 2:2 (18.).
Zum Schluss mussten die Berliner noch erstmals in Unterzahl ran, nach dem John Ramage in der Kühlbox Platz nahm, aber das Unterzahlspiel überstanden die Eisbären schadlos. Kein Wunder, ist doch das Penaltykilling auf eigenem Eis deutlich besser als auf fremden Eis. So stand es nach 20 unterhaltsamen Minuten 2:2 an der Spree. Kurioses am Rande: Nicht nur die Torschützen waren bei den Toren der beiden Mannschaften identisch, nein, auch die jeweiligen Vorlagengeber: Marcel Noebels und Lukas Reichel bei den Eisbären, Freddy Tiffels und James Sheppard bei Köln.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Eisbären kamen stark ins Mitteldrittel, schnürten nach kurzer Zeit die Kölner im eigenen Drittel ein und hätten sich die Haie eigentlich zu Recht legen können. Aber es reichte nur zu zwei dicken Chancen durch Leo Pföderl, der heute heiß lief. Beim ersten Versuch scheiterte er an Justin Pogge, beim zweiten am Pfosten. Dennoch, bei diesem druckvollen Wechsel hätte ein Tor raus springen müssen.
Kurz darauf die Eisbären mit dem ersten Powerplay der Partie, aber da waren gerade einmal zwei, drei Versuche dabei, jedoch nichts gefährliches für das Kölner Tor.
Als die Gäste wieder komplett waren, hatten die Eisbären in einem Wechsel mehr Chancen als im gesamten Powerplay. Doch die Scheibe wollte einfach nicht an Justin Pogge vorbeigehen. Auch danach die Eisbären weiter präsent, aber zu anfällig im Passspiel und zudem verzettelte man sich zu oft in Einzelaktionen, wollte mit dem Kopf durch die Wand.
Köln kam erst gegen Mitte des zweiten Drittels besser ins Spiel und auch zu Chancen. So scheiterte Freddy Tiffels mit seinem Onetimer aus dem Slot heraus und Goalgetter Jonathan Matsumoto fand einmal in Mathias Niederbrger seinen Meister und einmal schoss er knapp am Tor vorbei.
Die Domstädter waren nun besser drauf und wirkten auch aktiver als die Eisbären. Erst recht, als Jonas Müller für zwei Minuten in die Kühlbox wanderte. Doch James Sheppard vergab zweimal aus dem Slot heraus und Jason Akeson scheiterte ebenfalls mit einem guten Schuss an Mathias Niederberger. Die Eisbären hatten aber in diesem Unterzahlspiel auch einen Zwei-auf-Eins-Konter, den Parker Tuomie jedoch vergab.
So stand es also auch nach 40 Minuten 2:2-Unentschieden in der Arena am Ostbahnhof.

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Das letzte Drittel begann sehr zerfahren, mit vielen Unterbrechungen, alleine drei Icings durch Köln in den ersten drei Minuten. Erst nach gut fünf, sechs Minuten gab es die ersten Chancen zu sehen. Die Eisbären hatten durch Parker Tuomie und Mark Olver gute Möglichkeiten, im Gegenzug aber auch Köln mit guten Chancen, die Eisbären konnten sich da nur mit einem Icing retten.
Danach kam der zweifache Auftritt von Kris Foucault. Zunächst tankte er sich über die gesamte Eisfläche bis hin vors Tor, dort scheiterte er aber denkbar knapp an Justin Pogge. Zwei Minuten später tankte er sich im Angriffsdrittel klasse durch bis vors Tor, da verzog er dann aber knapp.
Neun Minuten vor dem Ende war Justin Pogge dann aber geschlagen. Lukas Reichel mit dem Querpass von links in den Slot vor das Tor, wo Marcel Noebels zu viel Platz hatte. Sein Onetimer schlug hinter Pogge ein – 3:2 (51.). Der dritte Scorerpunkt von beiden Spielern.
Danach ging es hin und her. Während die Eisbären die Entscheidung suchten, wollte Köln den Ausgleich erzielen. Vier Minuten vor dem Ende bot sich den Berlinern dann in Überzahl auch die Chance zur Entscheidung. Doch lediglich ein Onetimer von Marcel Noebels kam dabei heraus. Justin Pogge bekam gerade so noch die Beine zusammen.
Köln riskierte am Ende alles, nahm den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und zudem 29,7 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Ex-Eisbären-Coach Uwe Krupp wollte seinen Haien also letzte Anweisungen für die Schlussphase geben. Half aber alles nichts, denn Lukas Reichel bekam auf links im eigenen Drittel die Scheibe, fuhr bis zur Mittellinie und schoss die Scheibe dann ins verwaiste Kölner Tor zum 4:2 ein – 19,8 Sekunden vor Ende des Spiels. Lukas Reichel krönte sein Jubiläum also mit einem Vier-Punkte-Spiel. Leo Pföderl gab übrigens zusammen mit Frank Hördler die Vorlage, somit also neben Marcel Noebels auch Leo Pföderl mit einem Drei-Punkte-Spiel.

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Erstmals haben die Eisbären in dieser Saison zwei Siege in Folge gefeiert. Das ist natürlich vor allem der Tatsache geschuldet, dass man beim 5:2 in Krefeld endlich den ersten Auswärtssieg einfahren konnte. An den Sieg konnte man heute anknüpfen, wenn gleich man zunächst ein bisschen brauchte, um ins Spiel hineinzufinden. Aber man hat sich auch nicht vom zweimaligen Rückstand vom Weg abbringen lassen, blieb ruhig und nahm ab dem zweiten Drittel Kurs in Richtung Sieg, welchen man im dritten Drittel sicherstellen konnte.
Der große Trumpf der Eisbären ist wohl die Ausgeglichenheit. Wenn die Top-Reihe um Kris Foucault, Matt White und Mark Zengerle mal nicht wie gewohnt scort, dann springt eben eine andere Reihe in die Bresche. In dem Fall war es heute die deutsche Reihe um die bereits mehrfach genannten Pföderl, Noebels und Reichel. Diese Reihe war an allen vier Toren beteiligt, Lukas Reichel scorte vierfach, seine Nebenleute dreifach. Für Trainer Serge Aubin also eine Luxus-Situation und für die Gegner wird es so immer schwerer, die Eisbären auszurechnen, wenn von allen Reihen Torgefahr ausgeht.
Wichtig war vor allem, dass die Eisbären an den Sieg in Krefeld anknüpfen würden, welchen man natürlich nicht zu hoch bewerten sollte, denn gegen Krefeld gewinnt im Moment jeder. Von daher war der Sieg gegen Köln heute enorm wichtig, um zum einen einen Konkurrenten auf Abstand zu halten und zum anderen, um eine Serie zu starten. Denn das Ziel hat man ja bereits ausgegeben: Man will Platz Eins anvisieren. Aktuell steht man auf Platz Zwei. Am Donnerstag empfängt man Spitzenreiter Bremerhaven. Dann kann die Serie fortgesetzt und Platz Eins erobert werden.

5:2 in Krefeld! Die Eisbären fahren mühelos den ersten Auswärtssieg der Saison ein

Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt: Die Eisbären Berlin haben den ersten Auswärtssieg der PENNY DEL-Saison 2020/2021 eingefahren. Bei den sieg- und punktlosen Krefeld Pinguinen feierten die Berliner einen ungefährdeten 5:2 (3:1,1:0,1:1)-Auswärtssieg und gewannen somit auch den zweiten Vergleich gegen die Seidenstädter, nachdem man das erste Aufeinandertreffen in der Hauptstadt mit 5:0 für sich entscheiden konnte. Nach zuvor drei vergeblichen Anläufen auf fremden Eis, hat es heute also endlich mit drei Punkten geklappt. Aber sind wir mal ehrlich, wenn nicht in Krefeld, wo sonst hätten die Eisbären den ersten Auswärtssieg einfahren sollen? Denn die Pinguine standen vor dem Spiel mit sieben Niederlagen und null Punkten am Tabellenende der Gruppe Nord. Heute kam Niederlage Nummer Acht dazu. Dass Krefeld kein Wort um die Vergabe der Playoffs mitsprechen wird, ist wohl allen klar. Dafür läuft dort einfach zu viel falsch im Verein. Aber das soll hier nicht Thema sein, sondern viel mehr das Spiel der Eisbären.

Und für dieses gab es Änderungen im Kader der Eisbären. Zum einen rückte Eric Mik in den DEL-Kader zurück, nachdem Leon Gawanke von den Winnipeg Jets zurück gerufen wurde. Und im Tor bekam Youngster Tobias Ancicka seinen zweiten Saisoneinsatz. Das erste Spiel hatte er unglücklich mit 0:1 n.P. in Wolfsburg verloren.

Verteidiger Jonas Müller gab die Marschroute für das Spiel in Krefeld raus:

Wir haben gut angefangen in Düsseldorf, aber auch stark nachgelassen. Es wird Zeit für den ersten Auswärtssieg. Wir dürfen nicht zu viele Strafzeiten nehmen. Wir müssen unser Spiel konstant durchziehen, dann werden wir das Spiel auch gewinnen.

Gesagt, getan. Das Spiel war gerade einmal elf Sekunden alt, da jubelten die Eisbären bereits zum ersten Mal an diesem Abend. Nach dem Bullygewinn chippte John Ramage die Scheibe tief, Ex-Eisbär Alex Trivellato erkämpfte die Scheibe an der linken Bandenrundung und wollte sie nach vorne auf einen Mitspieler passen. Doch sein Pass kam genau auf den Schläger von Kris Foucault, welcher viel Platz und Zeit hatte, Sergei Belov im Krefelder Tor auszuspielen und den Puck im halbleeren Tor zu versenken – 1:0 (1.). Blitzstart für die Eisbären also!
Die Eisbären machten also von Beginn an klar, dass sie heute endlich den ersten Auswärtssieg der Saison feiern wollen. Aber beinahe hätte Krefeld früh ausgeglichen. PC Labrie mit dem Fehlpass im eigenen Drittel, Martins Karsums bekam den Puck und wollte Ancicka umkurven, doch der Berliner Goalie behielt die Nerven.
Jener Karsums musste dann auch in die Kühlbox und die Berliner hatten das erste Powerplay. Und in diesem hatten zweimal Kris Foucault und einmal Lukas Reichel gute Möglichkeiten, aber sie führten noch nicht zum erhofften Torerfolg.
Danach Krefeld mit dem ersten Überzahlspiel, aber Gefahr brauchte man da nicht zu befürchten. Denn Krefeld stellt das schlechteste Powerplay und die Eisbären das beste Penaltykilling der Nord-Gruppe. Dementsprechend gibt es zum Überzahlspiel der Pinguine auch nichts zu sagen.
Krefeld tauchte selten vor Ancicka auf, wenn das aber mal der Fall war, so wie in Minute Zwölf, als Brett Olson frei im Slot zum Abschluss kam, war Ancicka zur Stelle.
Und die Eisbären betrieben Chancenwucher. Nino Kinder wollte Belov umkurven, scheiterte damit jedoch. Und ein Konter über Foucault und Ramage vergab Letzterer, seinen Schuss konnte Belov gerade so noch mit dem Schoner parieren.
Ramage fiel sehr oft im Auftaktdrittel auf. Zum einen durch seine Aktion direkt nach dem ersten Bully, dann durch die eben beschriebene Chance, aber auch durch zwei Strafzeiten. Die erste Strafe blieb noch unbestraft, die zweite leider nicht. Aus dem Nichts heraus Kristofers Bindulis mit dem Schuss vom rechten Bullykreis, der Schuss schlug abgefälscht hinter Ancicka ein – 1:1 (16.).
Die Eisbären schalteten dann mal kurz zwei, drei Gänge hoch und gaben die Antwort. Marcel Noebels spielte die Scheibe hoch an die blaue Linie, wo Kapitän Frank Hördler lauerte. Der spielte die Scheibe gerade runter vor das Tor, wo Leo Pföderl die Scheibe nur noch abfälschen musste – 2:1 (18.), sein 150. DEL-Tor! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum, Leo!
Und als Krefeld zum Ende hin noch einmal in Unterzahl ran musste, schlugen die Eisbären erneut zu. Zweimal scheiterte Kris Foucault mit seinen gefürchteten Onetimern vom rechten Bullykreis aus. Nach dem zweiten spielte er die Scheibe zurück hinter das Tor zu Mark Zengerle, welche den Puck vor das Tor zu Giovanni Fiore spielte. Und der hatte viel Platz und schoss ins lange Eck ein – 3:1 (20.). Das erste DEL-Tor von der Nummer 21!
Somit führten die Eisbären verdient mit 3:1 in Krefeld. Deren Stürmer Alexander Blank war nach dem ersten Drittel bedient:

Wir haben nach elf Sekunden unser erstes Tor kassiert, obwohl wir uns sehr viel vorgenommen haben für dieses Spiel. Aber wir sind eigentlich ganz gut zurückgekommen, haben das 1:1 im Powerplay geschossen. Wir haben eigentlich ganz gut gespielt, aber dann hat die Konzentration drei Minuten vor dem Ende aufgehört. Und das darf nicht passieren, dass wir drei Minuten vor Schluss da so zwei Tore kassieren und eine dumme Strafe machen. Da muss sich jeder Spieler mit sich selber beschäftigen, wie er das angeht, wie er sich vor dem Spiel vorbereitet. Aber eigentlich haben wir gut trainiert jetzt die Tage nach der Niederlage in Bremerhaven. Keine Ahnung, was da passiert ist, aber das müssen wir jetzt abstellen und die letzten 40 Minuten noch gut konzentrieren.

Und bereits nach sieben Sekunden im zweiten Drittel bot sich den Hausherren erneut die Chance, an der Überzahlquote etwas zu machen. Mark Zengerle musste wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank. Und das Powerplay sah auch ganz gut aus, aber Krefeld konnte keinen Nutzen daraus ziehen.
Doch fortan entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Man konnte fast sagen, es spielten die Eisbären gegen Sergei Belov. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf den Krefelder Torhüter zu. Bereits in der 23. Spielminute stand Foucault auf einmal frei vor ihm, aber er konnte parieren. Doch nur eine Minute später war auch der Krefelder Schlussmann geschlagen. Fiore kam mit viel Speed über links ins Drittel, machte den Bauerntrick und spielte die Scheibe in den Slot, wo Mark Olver lauerte und viel zu viel Platz hatte – 4:1 (24.).
Krefeld konnte sich in der Folgezeit bei Sergei Belov bedanken, dass man nach 40 Minuten nur mit 1:4 hinten lag. Denn die Eisbären ließen eine Reihe guter Chancen aus. Leo Pföderl, Lukas Reichel, Haakon Hänelt, Mark Zengerle – um mal nur einen Auszug der Chancen im Mitteldrittel zu nennen. Die Eisbären hätten bereits im zweiten Drittel die Weichen ganz klar auf Sieg stellen können. Aber selbst jetzt glaubte eigentlich niemand mehr an eine Krefelder Wiederauferstehung. Zu deutlich überlegen waren die Eisbären, zu sehr hatten sie das Spiel fest in der Hand.

Das letzte Drittel begannen die Eisbären dann in Unterzahl, aber beinahe wäre Matt White der Shorthander gelungen. Er war frei durch und hatte die Chance, aber Sergei Belov hatte etwas dagegen. Egal was Matt White heute versuchte, der Krefelder Schlussmann hatte das letzte Wort.
Aber in der 46. Spielminute war auch Krefelds Goalie wieder geschlagen. Den ersten Versuch von der blauen Linie konnte er noch parieren, gegen den Nachschuss von Lukas Reichel, welcher die Scheibe unter die Latte nagelte, war er aber machtlos – 5:1.
Danach machten die Eisbären nicht mehr als nötig, aber dennoch hatten sie das Spiel komplett im Griff. Weil, so hart es klingt, Krefeld im Moment einfach nicht DEL-tauglich ist. Auch wenn Krefeld fünf Minuten vor dem Ende noch das 2:5 durch Brett Olson erzielte, die Krefelder Fans können einem schon fast leid tun, bei dem, was da gerade in Krefeld abgeht. Bei einem Traditionsverein der DEL. Die Unruhe im Umfeld der Mannschaft scheint sich auf das Team auszuwirken, das in dieser Saison wohl mehr Kanonenfutter für die Konkurrenz ist als ein ernstzunehmender Gegner auf Augenhöhe. Die Eisbären jedenfalls siegten am Ende mit 5:2 und sicherten sich so die ersten drei Punkte auf fremden Eis, worüber man sich freuen darf, mehr aber auch nicht.

Denn dieser Sieg ist definitiv kein Gradmesser für die nächsten beiden Heimspiele gegen Köln und Bremerhaven. Da erwartet die Eisbären viel mehr Gegenwehr vom Gegner, da wird man nicht so viel Platz vor dem Tor haben und so oft frei vorm gegnerischen Goalie stehen. Da muss man dann wieder hart für den Sieg arbeiten. Daher braucht man diesen Sieg auch nicht wirklich analysieren, aber zumindest festhalten, dass die Eisbären das Spiel eben nicht auf die leichte Schulter genommen haben. Sie haben ihr Spiel 60 Minuten konstant durchgezogen und hatten jede Menge Chancen für einen höheren Sieg. Trainer Serge Aubin hat gesehen, dass von allen vier Reihen Torgefahr ausging. Aber wie gesagt, dieses Spiel ist kein Gradmesser für die Duelle gegen die anderen fünf Konkurrenten in dieser Gruppe.

Lukas Reichel mit seinem Statement zum Spiel in Krefeld:

Wir haben 60 Minuten gut konstant durchgespielt. Ich denke, wir hatten das Spiel auch über 60 Minuten unter Kontrolle. Wir können heute zufrieden sein. Wir haben viele Schüsse aufs Tor gebracht, wir hätten vielleicht noch ein paar Dinger mehr machen können. Wir können zufrieden sein und mit dem Bus nach Hause fahren. Es ist immer noch Luft nach oben. Wir wollen in jedes Spiel rein gehen und es gewinnen. Ich denke, wir können in unserer Gruppe den ersten Platz anvisieren.

Und Krefelds Torschütze Brett Olson mit einer schonungslosen Analyse nach der achten Niederlage im achten Spiel:

Das ist unser Hauptproblem in dieser Saison, dass wir viel zu viel Raum und Platz dem Gegner vor allem im Zentrum vor unserem Tor lassen. Und woran liegt das? Weil wir immer nur den Gegenspieler mit dem Puck im Auge haben und nicht die Mitspieler. Alle konzentrieren sich nur auf den Puck, sehen die Leute im Rücken nicht und die sind dann auf einmal frei vorm eigenen Goalie. Und so wird Sergei Belov auch im heutigen Spiel ganz oft allein gelassen und dann hat es schon wieder fünf Gegentore gegeben.

Serge Aubin: „Heute hat keiner seinen Job gemacht“

Bei den Eisbären Berlin ist man mit dem Ziel, das Turnier zu gewinnen, in den MagentaSport Cup gegangen. Vier Spiele später kann man sich von diesem Ziel verabschieden. Denn mit nur einem Punkt, 5:18-Toren und vier Niederlagen in vier Spielen stehen die Berliner abgeschlagen auf dem letzten Platz der Gruppe B.
Hatte man in den Spielen gegen Mannheim und München noch deutliche Leistungssteigerungen im Vergleich zum 1:5-Debakel im ersten Spiel gegen Schwenningen gesehen, sah man gestern ein Rückfall in genau jene Zeit vom ersten Duell mit den Schwarzwäldern. Dabei hatte Verteidiger Ryan McKiernan noch von einem großen Schritt nach dem Spiel in München gesprochen und auch davon, dass man auf dem Auswärtstrip als Team zusammengewachsen wäre.

Davon war gestern Abend definitiv nichts zu sehen. Und so stand den Spielern und Verantwortlichen des Hauptstadtclubs nach einer derben 2:7-Klatsche die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Youngster Lukas Reichel machte das auch deutlich bei seinem Interview direkt nach dem Spiel in Schwenningen bei Magenta Sport:

Ich weiß nicht, was momentan los ist. Wir haben jetzt drei oder vier Spiele in Folge verloren. Wir machen einfach die Kleinigkeiten nicht richtig. Wir arbeiten hart und versuchen es, aber irgendwie klappt der letzte Pass vor dem Tor halt nicht. In der defensiven Zone klappt auch noch nicht alles. Wir nehmen die nächsten Spiele, um es einfach verbessern zu können. Und dann sehen wir, wie es in der Saison aussieht.

Auch Trainer Serge Aubin fand an dieser Partie überhaupt nichts gutes, sondern viel mehr das schlechteste Spiel der bisherigen Vorbereitung (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 26.11.2020):

Die fehlenden Spieler dürfen keine Ausrede für diese Partie sein. Heute hat keiner seinen Job gemacht. Das war mit Abstand unser schwächstes Spiel bisher.

Kapitän Frank Hördler tat vor allem Goalie und gestrige Geburtstagskind Matthias Niederberger leid:

Zu dem Spiel gibt es nichts Gutes zu sagen. Mir tut es für Mathias Niederberger leid, dass er heute an seinem Geburtstag so oft im Stich gelassen wurde.

Das Positive am MagentaSport Cup? Es ist nur ein Vorbereitungsturnier, wo man verschiedene Systeme und weitere Sachen ausprobieren kann, um bestmöglich für die Saison vorbereitet zu sein. Das Negative am MagentaSport Cup? Bisher dürften die Eisbären mit ganz wenig Selbstvertrauen, dafür aber ganz vielen Baustellen aus diesem Turnier heraus gehen.
Offensiv ist man sehr harmlos, stellt mit Chaos-Klub Krefeld den schwächsten Angriff des Turniers (fünf Tore), defensiv stellt man mit 18 Gegentoren die schlechteste Abwehr des Turniers.
Man stellt das schlechteste Überzahl- und Unterzahlspiel.
Defensiv fehlt zu oft die Zuordnung, das gleicht viel mehr einem wildem Hühnerhaufen. Man lässt sich auch viel zu leicht von den gegnerischen Spielern überlaufen, Stichwort Schnelligkeit. In den Laufduellen haben die Eisbären meistens deutliche Nachteile. Zu oft können die gegnerischen Spieler ungestört zum Abschluss kommen, alleine vor den bemitleidenswerten Goalies auftauchen. Diese muss man aus der Kritik rausnehmen. Denn die wurden in den bisherigen Spielen immer wieder im Stich gelassen und bekamen so die Bude voll gehauen.
Vor dem Tor fehlt es an Kreativität, mal eine kompakte Defensive auszuhebeln, um gefährliche Torchancen zu kreieren. Im Spielaufbau fehlt es an Spielwitz, an einem echten Leader, der das Team in solchen Phasen wach rüttelt. Vor dem Tor an einem echten Torjäger, der auch mal aus keiner Chance ein Tor macht. Vielleicht hat man diesen ja mit Kris Foucault jetzt verpflichtet.
Das Powerplay ist seit einigen Jahren d a s Sorgenkind der Eisbären. Den Gegnern dürfte es inzwischen egal sein, wenn man eine Strafzeit gegen die Eisbären kassiert, so harmlos ist das Überzahlspiel der Berliner inzwischen geworden. Eins gefürchtet für seine unglaubliche Wucht in Überzahl, sind die Eisbären in Überzahl mehr zu „Eisbärchen“ verkommen, die keine Angst und Schrecken mit einem Mann mehr verbreiten. Weil man kein richtiges System erkennt, was man eigentlich spielen will. Zudem fehlt ein echter Blueliner, welcher im Powerplay für Gefahr von der blauen Linie sorgt. So wie früher Richie Regehr oder Derrick Walser. Mit Stefan Espeland hatte man auf einen so genannten Blueliner gehofft. Aber auch der aus Bremerhaven nach Berlin gekommene Defender sucht noch nach seiner Form. Wie eigentlich die gesamte Mannschaft.

Von daher ist es ganz gut, dass man nun noch zwei Spiele hat, um die ganzen Sachen abzustellen, welche im Moment nicht laufen. Und bessere Gegner als Mannheim und München kannst du in diesen beiden Duellen nicht haben. Denn die zeigen dir deine Fehler gnadenlos auf und nutzten diese schonungslos aus. Aber genau in diesen beiden Spielen müssen sich die Eisbären das so dringend benötigte Selbstvertrauen für den Ligastart in drei Wochen gegen Bremerhaven holen. Damit man mit einem guten Gefühl in die neue DEL-Saison startet.