2:1 in Köln! Nicht gut gespielt, aber dennoch drei Punkte geholt

Die Eisbären Berlin haben das Eishockey-Jahr 2021 mit einem Auswärtssieg beendet. Bei den Kölner Haien setzte man sich mit 2:1 (0:0,1:1,1:0) durch und festigte damit die Tabellenführung in der PENNY DEL. Dass es am Ende drei Punkte werden, damit hatte man nach 40 Minuten aber noch nicht rechnen können. Denn die Spieler und auch Trainer Serge Aubin waren sich darüber einig, dass Köln eigentlich die bessere Mannschaft war. Am Ende war es jedoch das Schlussdrittel, was den Berlinern die letzten drei Punkte im Jahr 2021 sicherte. 

Nach torlosem Auftaktdrittel ging Köln früh im Mitteldrittel in Überzahl durch Sebastian Uvira in Führung. Der Stürmer hatte einen Schuss von der blauen Linie von Maury Edwards entscheidend abgefälscht (22.). Rückkehrer Blaine Byron sorgte jedoch in der 31. Spielminute für den Ausgleich. Im dritten Drittel nutzten die Eisbären dann eine Matchstrafe gegen Ex-Eisbär Mark Olver, um dieses Spiel für sich zu entscheiden. Kevin Clark war es am Ende, welcher das 2:1 erzielte.

Clark war zwar der Torschütze des Siegtreffers, doch dass man überhaupt noch die Chance auf drei Punkte hatte, war vor allem Goalie Mathias Niederberger zu verdanken, der von allen am Ende gelobt wurde. So auch von Trainer Serge Aubin: 

Ich freue mich über die drei Punkte. Köln war heute aber sehr stark und die bessere Mannschaft. Die ersten beiden Drittel haben wir nicht gut gespielt, vor allem das Startdrittel hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Im Schlussabschnitt waren wir dann etwas besser. Respekt an meine Spieler, sie haben einen Weg gefunden, die Partie zu gewinnen. Mathias Niederberger hat herausragend gehalten.

Das konnte man in dieser Saison schon mehrfach sehen, dass die Eisbären immer wieder einen Weg finden, Spiele zu gewinnen, in denen sie nicht ihr bestes Eishockey zeigen. Oder aber, wo sie nur ein oder zwei Drittel ihre Leistung abrufen. Und trotzdem stehen die Eisbären auf Platz Eins in der PENNY DEL, obwohl sie noch nicht ihr bestes Eishockey spielen. Noch immer hat man ordentlich Luft nach oben. Sei es bei den Heimspielen, wo es noch nicht so gut läuft wie auswärts in dieser Saison. Oder aber beim Powerplay, was mal wieder ein großes Sorgenkind ist. Oder aber die schwankenden Leistungen, dass man es eigentlich selten schafft, mal über 60 Minuten sein Spiel konstant durchzuziehen. Wenn diese ganzen Sachen nun auch noch besser werden, dann macht man den Berlinern den Platz an der Sonne so schnell nicht streitig.

Sieg-Torschütze Kevin Clark meinte nach dem Spiel auch, dass es nicht das beste Spiel gewesen sei, man aber glücklich über die drei Punkte sei:

Es war eine intensive und körperbetonte Partie. Die Special Teams haben heute den Unterschied ausgemacht. Unser Unterzahlspiel hat sehr gut funktioniert. Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir sind sehr glücklich über die drei Punkte. Ich freue mich über mein Tor und dass ich meiner Mannschaft zum Sieg verhelfen konnte. Mathias Niederberger hat uns einige Male im Spiel gehalten.

Und der Berliner Goalie fand es ein sehr schweres Spiel in Köln, sah aber im Schlussdrittel den Grund für den nächsten Auswärtssieg:

Das war wirklich schwierig, weil am Anfang ist Köln gekommen. Die waren wirklich bereit, das Spiel zu übernehmen und zu gewinnen. Aber wir haben dagegen gehalten, haben aber ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Im dritten Drittel haben wir dann dominiert und das war ausschlaggebend dafür, dass wir gewinnen konnten.

Was aber macht die Hauptstädter so stark auf gegnerischem Eis, wo man elf Siege eingefahren und nur dreimal verloren hat? Dabei holte man nur einmal keine Punkte auf fremden Eis. Mathias Niederberger mit seiner Erklärung dazu:

Wir sind relativ kompakt und dann zwingen wir die Gegner zu Fehlern. Wir sind früh am Mann, wenn die aufbauen und dann kriegen wir große Chancen, weil der Gegner normalerweise zuhause immer ein bisschen offener spielt. Wir schaffen es dann immer ein Tor zu schießen, was uns das Spiel dann öffnet. 

Dass es gestern aber noch mit einem Auswärtssieg klappte, war am Ende doch auch ein wenig glücklich, wie Verteidiger Kai Wissmann nach dem Spiel zu gab:

Vor allem im ersten Drittel war es eins der schlechtesten Drittel von uns in dieser Saison. Aber Mathias hat uns grandios im Spiel gehalten, vor allem im ersten Drittel aber auch danach natürlich. Im dritten Drittel haben wir dann gut gespielt, haben auch vorne Druck aufbauen können. Das zweite Drittel war auch schon einen Tick besser, aber auch nicht so, wie wir spielen wollen. Am Ende sicherlich ein bisschen glücklich der Sieg. 

 

Eisbären Berlin: Platz Eins zur Saisonhälfte, aber noch Luft nach oben

28 Spiele haben die Eisbären Berlin bis gestern absolviert und somit die erste Saisonhälfte hinter sich gebracht. Und nach dieser steht der Deutsche Meister mit 56 Punkten und einem Punktequotienten von 2 Punkten pro Spiel auf Platz eins der PENNY-DEL-Tabelle. Mit 100 Toren und 74 Gegentoren stellt man in beiden Kategorien die zweitbeste Mannschaft. Als einzige Mannschaft hat man einen Punktequotienten von zwei. Alles bestens also bei den Berlinern, könnte man meinen. Aber dem ist nicht so. Denn trotz Platz eins zur Halbzeit  gibt es auch beim Rekordmeister noch Verbesserungspotential.

Jubelnde Eisbären, ein Bild, an welches man sich vor allem auswärts in dieser Saison gewöhnt hat. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Besonders sticht dem Fan die Diskrepanz zwischen den Heim-Eisbären und Auswärts-Eisbären ins Auge. In der Arena am Ostbahnhof hat man bisher 16 Spiele absolviert, von denen man jedoch nur acht gewann. Von 48 möglichen Punkten holte man nur mickrige 26 Zähler. Auch die Torausbeute von 48:48-Toren ist eigentlich nicht die eines Spitzenreiters.
Doch die starke Auswärtsbilanz in dieser Saison hat den Berliner Platz eins beschert. Denn von bis jetzt 12 Auswärtsspielen gewann man satte zehn. Hier holte man 30 der möglichen 36 Punkte und weist eine Torausbeute von 52:26-Toren auf. Man stelle sich jetzt mal nur vor, wie weit die Eisbären der Konkurrenz in der Tabelle enteilt wären, würde man zuhause genauso aufspielen, wie man es auswärts tut.
In den zwölf Gastspielen erzielten die Berliner zehnmal vier oder mehr Treffer, nur in einem Spiel ging man nicht als Sieger vom Eis. Zuhause traf man in 16 Spielen nur in sechs Spielen viermal oder mehr – auch hier gab es dann nur eine Niederlage.
Die Torgefährlichkeit, welche die Hauptstädter auf gegnerischem Eis auszeichnet, ist ihnen in dieser Saison auf eigenem Eis bisher verloren gegangen. Chancen erspielt man sich zwar sowohl daheim als auch auswärts, doch die Effektivität ist auf fremden Eis deutlich besser. Was sich am Ende auch in der Gesamtwertung in Sachen Torschuss-Effizienz widerspiegelt, wo man mit einer Erfolgsquote von 10,19 Prozent nur auf Platz sieben zu finden ist.

Goalie Mathias Niederberger überzeugt auch in dieser Saison wieder mit konstanten Top-Leistungen. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Einen Platz besser ist man in der Wertung der Torhüter-Fangquote, wo man insgesamt 90,85 Prozent aller Schüsse abgewehrt hat. Mathias Niederberger hat dabei die meisten Einsätze bisher absolviert, stand in 21 Spielen im Tor und kommt in diesen auf eine Fangquote von 92,69 Prozent. Zudem feierte der Nationaltorhüter auch schon einen Shutout.
Einen Shutout in fünf Spielen feierte Back-up Tobias Ancicka, dessen Fangquote bei 87,97 Prozent steht. Und Leon Hungerecker kam zweimal zum Einsatz und kommt in diesen beiden Einsätzen auf eine Fangquote von 86,9 Prozent. Was aber nicht seiner Leistung geschuldet ist, denn in den beiden Spielen in Bietigheim (5:4 n.P.) und gegen Düsseldorf (6:7 n.V.) wurde der junge Goalie mehrfach von seinen Vorderleuten im Stich gelassen und gab mit zahlreichen Paraden seiner Mannschaft überhaupt erst die Chance, in den Spielen noch etwas Zählbares mitzunehmen.

Wenn man in den 28 Spielen bisher eins enorm kritisieren muss, dann ist es das Berliner Powerplay, wo man das zweitschlechteste Team ist. Nur 15,56 Prozent weist die Erfolgsquote der Berliner in Überzahl auf. Mit so einem Wert kann man eigentlich nicht Tabellenführer in der PENNY DEL sein.
Aber auch hier sieht man eine ähnliche Diskrepanz wie bei der Heim- und Auswärtsstatistik. Denn das Penaltykilling ist bisher das deutlich bessere Special Team, steht auf Platz acht und weist eine Erfolgsquote von 79,59 Prozent auf.

Torjubel: Über 100 Tore konnten die Eisbären und deren Fans bisher in dieser Saison schon jubeln. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wenn man 100 Saisontore bisher geschossen hat, zeigt das die unglaubliche Offensiv-Qualität, welche die Eisbären Berlin besitzen. Von daher auch nicht verwunderlich, dass man den zweit- und drittbesten Scorer der gesamten PENNY DEL in den eigenen Reihen hat. Matt White und Marcel Noebels kommen beide auf insgesamt 33 Scorerpunkte. Da White aber 13 Tore und 20 Vorlagen erzielte, ist er auf Platz zwei, während Noebels mit seinen zehn Toren und 23 Scorerpunkten auf Platz drei steht.
Neben den Beiden haben mit Leo Pföderl (12), Blaine Byron (11) und Giovanni Fiore (10) drei weitere Stürmer bereits doppelt getroffen. Die Offensive der Hauptstädter ist somit also schwer für die DEL-Konkurrenz auszurechnen.

So weit die statistischen Werte der ersten 28 Spieltage. Doch was sagen eigentlich die Verantwortlichen und Spieler zur ersten Saisonhälfte? Das haben wir gestern mal Trainer Serge Aubin und Stürmer Marcel Noebels nach dem Sieg gegen die Iserlohn Roosters gefragt:

Aubin ist vor allem mit der Auswärtsstärke zufrieden und sieht gerade bei den Special Teams noch Verbesserungspotential:

Natürlich bin ich zufrieden. Vor allem auswärts spielen wir sehr, sehr solide. Aber grundsätzlich kann man sagen, dass es ein Prozess ist, den wir durchlaufen. Wir wachsen immer weiter als Mannschaft zusammen. Die Saison ist aber trotzdem noch sehr, sehr lang, aber wir wissen, egal in welcher Situation, wie wir zu reagieren haben. Aber ich bin auch ganz ehrlich und muss zugeben, dass die Special Teams auch noch verbesserungswürdig sind.

Noebels hofft vor allem auf mehr Konstanz in den Auftritten der Eisbären, denn die ließ bisher doch arg zu wünschen übrig:

Es gibt viel Positives bisher, aber auch vieles, was wir in der zweiten Halbzeit noch verbessern müssen. Es ist auch wichtig, dass eine Mannschaft Spiele wie heute gewinnt, wo sie nicht gut spielt. Das haben wir in der Vergangenheit nicht so gut gemacht, da haben wir meistens verloren. Für die zweite Halbzeit ist es unheimlich wichtig, weil wir viel spielen. Jeder kennt die Tabelle, wie eng sie ist. Also ich glaube, bis zur Februar-Pause bzw. jetzt alleine bis ins neue Jahr kann man sich in der Tabelle schon so ein wenig orientieren, wo der Weg glaube ich hingeht. Da wo wir jetzt stehen, würde ich gerne bleiben bis zu den Playoffs. Wichtig ist glaube ich, dass wir in der zweiten Halbzeit viel konstanter werden. Viele Spiele werden enger jetzt. Auch eine Mannschaft, die um die Pre-Playoff-Plätze kämpft, verlangt einem alles ab und gerade da müssen wir lernen, in Zukunft auch solche Spiele zu gewinnen, so wie heute.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Eisbären Berlin in den ersten 28 Saisonspielen ihr Potential durchaus angedeutet, es aber eben noch nicht in allen Bereichen vollständig abgerufen haben. Und genau das dürfte die Konkurrenz in Angst und Schrecken versetzen. Denn wenn die Eisbären nun auch noch konstant gute Leistungen sowohl zuhause als auch auswärts abrufen und dann auch noch im Powerplay sich deutlich verbessern, dann geht auch in dieser Saison die Deutsche Meisterschaft nur über den DEL-Rekordmeister.

Serge Aubin nach dem Spiel in Wolfsburg: „Es war einfach einer dieser Tage, wo die Pucks ins Tor gingen“

Nach sieben Auswärtssiegen in den ersten sieben Auswärtsspielen der neuen Saison in der PENNY DEL hat es die Eisbären Berlin am Sonntagnachmittag im achten Anlauf erstmals erwischt. Bei den Grizzlys Wolfsburg verloren die Berliner mit 4:5 n.V. (1:1,2:2,1:1/0:1) und mussten sich somit im achten Auswärtsspiel dieser Saison zum ersten Mal geschlagen geben. Immerhin punktete man aber auch im achten Spiel auf fremden Eis, wenn gleich das ein schwacher Trost für die Eisbären war.

Denn eigentlich darfst du das Spiel bei den Niedersachsen nicht verlieren. Die Eisbären hatten das Spiel vor allem im zweiten Drittel deutlich im Griff, dominierten das Spiel nach Belieben und schossen sich auch eine 3:1-Führung nach 28 Minuten heraus. Alles sah also gut aus und man dachte bereits, man wäre auf die Siegerstraße eingebogen. Doch dann erwies sich ausgerechnet das in dieser Saison so starke Penaltykilling als der Knackpunkt in dieser Partie. Denn Wolfsburg hatte insgesamt vier Überzahlspiele und alle vier wurden zu Toren genutzt. So rutschten die Berliner nach dem Spiel in der Autostadt von Platz Drei auf Platz Neun in der Tabelle des Penaltykillings ab. Letztendlich war es eine 2+2-Minuten-Strafe gegen Yannick Veilleux im Mitteldrittel, welche den Eisbären das Genick brach. Denn diese vierminütige Überzahl nutzte Wolfsburg innerhalb von nur 62 Sekunden zu zwei Treffern aus.

Und so kam am Ende mal wieder die alte Sportler-Weisheit zur Geltung: Wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, kassierst du hinten die Gegentore. So ähnlich konnte man das Mitteldrittel der Eisbären ganz gut zusammenfassen. Denn eigentlich war es in den zweiten 20 Minuten ein Spiel auf ein Tor. Die Eisbären boten eine perfekte Leistung, spielten nahezu ein perfektes Drittel, es gab eigentlich kaum etwas zu kritisieren und doch stand man nach dem Mitteldrittel nur mit einem 3:3-Unentschieden da. Selbst Trainer Serge Aubin konnte nicht viel Negatives am Unterzahlspiel seiner Mannschaft feststellen, wie er heute im Interview sagte:

Nein, wir haben natürlich unsere Hausaufgaben gemacht, uns alle Situationen nochmal auf Video angeguckt und besprochen, was wir besser hätten machen sollen. Es war einfach einer dieser Tage, wo die Pucks ins Tor gingen. Bei drei Gegentoren waren unsere Positionen eigentlich perfekt, aber es war einer dieser Tage. Der Prozess geht weiter, aber natürlich wollen wir das minimieren, lieber 5-5 spielen. Strafen ändern momentan das Momentum der Spiele.

Und genau aus diesem Grund gerieten die Eisbären am Ende doch noch auf die Verliererstraße, wenn gleich man natürlich alle Chancen hatte, die Partie in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Aber da ließ man beste Chancen ungenutzt. Auch in der Verlängerung waren die Hauptstädter dem Siegtreffer sehr nahe, doch Matt White zielte etwas zu genau und traf nur die Latte. Der direkte Gegenzug führte anschließend zum Tor. Aber das zeigt eben auch die ganze Klasse der Wolfsburger, das darf man eben auch nicht vergessen. Man hat gegen ein absolutes Top-Team der DEL verloren. Und unter Mike Stewart hat Wolfsburg nochmal einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht und sich noch mehr zum Titel-Kandidaten gemausert als sie es ohnehin schon waren. Solche Spiele, in denen du bei 5-5 unterlegen bist, musst du eben in den Special Teams für dich entscheiden. Und das haben die Niedersachsen mit vier Überzahltoren gemacht.

Aber dennoch braucht man deshalb nicht zu verzweifeln, denn insgesamt war es trotzdem ein sehr starker Auftritt der Eisbären, welche sich eben einfach nicht für ein ganz starkes Auswärtsspiel belohnt haben. Und wenn man dann in Unterzahl eigentlich gut steht und wenig abgibt, dann aber doch vier Tore kassiert, dann ist es eben einer dieser Tage, der dir immer mal passieren kann. Und sind wir mal ehrlich, lieber nimmt man so einen Tag während der Hauptrunde im Oktober als in einem entscheidenden Finalspiel im April.

4:5 n.V in Tampere: Eisbären zeigen sich erneut verbessert, aber stehen am Ende nur mit einem Punkt da

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin sieglos in der Champions Hockey League (CHL). Am Freitagabend verlor man auch das dritte Gruppenspiel bei Tappara Tampere mit 4:5 n.V. (0:1,3:2,1:1/0:1) und steht somit nun vor dem Aus in der CHL. Da hilft am Ende auch der erste Punkt relativ wenig. Dabei hätten es durchaus drei Punkte werden können, führte man doch im Mitteldrittel bereits mit 3:1. Aber so gut die Offensive heute auch wahr, die Defensive offenbarte doch einige Lücken, was Tampere letztendlich eiskalt ausnutzte. Somit brachte man sich selbst um den Lohn einer an sich guten Leistung.

Die Eisbären mussten in Finnland auf Morgan Ellis und Yannick Veilleux verzichten. Dafür gab Verteidiger Nicholas B. Jensen sein Debüt im Eisbären-Trikot. Der Däne verteidigte an der Seite von Kai Wissmann. Im Sturm ließ Coach Serge Aubin seine neue Top-Reihe um Matt White, Zach Boychuk und Giovanni Fiore zusammen. Und im Tor stand heute Youngster Tobias Ancicka.

Es war ein hart umkämpfter Beginn in Tampere. Die Hausherren versuchten sich im Angriffsdrittel festzusetzen, doch die Berliner verteidigten vor ihrem Tor konsequent. Die Eisbären hatten dann durch Mark Zengerle auch die erste Chance der Partie, doch die Scheibe ging nicht ins Tor.
Man wollte von der Strafbank fernbleiben, nur kassierte man bereits in der fünften Spielminute die erste Strafzeit der Partie. Jonas Müller musste wegen eines Bandenchecks in die Kühlbox. Und das Powerplay der Finnen war bisher extrem gefährlich, was die Erfolgsquote von 41,7 Prozent auch bewies. Doch die Hauptstädter hatten sich gut darauf eingestellt und ließen nichts gefährliches zu.
Aber Tampere machte nun weiterhin Druck, drängte die Eisbären immer wieder ins eigene Drittel rein. Zwei Chancen ließen sie noch ungenutzt, weil Tobias Ancicka stark hielt, aber kurz darauf klingelte es dann doch im Berliner Tor. Santtu Kinnunen hatte vom rechten Bullykreis abgezogen, die Scheibe schlug im Winkel ein – 0:1 (11.).
Die Eisbären versuchten darauf, eine Antwort zu finden und suchten den Weg in die Offensive, wo sie auch den Abschluss suchten. Aber es brauchte schon ein Powerplay kurz vor der ersten Drittelpause, um gefährliche Chancen zu kreieren. Aber sowohl Giovanni Fiore als auch Matt White und Nicholas B. Jensen fanden keinen Weg vorbei an Goalie Christian Heljanko. So stand es nach 20 Minuten 0:1, aber man nahm noch 1:15 Minuten Überzahl mit ins zweite Drittel.

Und dort schlugen die Berliner direkt nach Wiederbeginn zu. Blaine Byron behauptete die Scheibe hinter dem Tor, spielte die Scheibe hoch zu Leo Pföderl, welcher ein halbleeres Tor vor sich hatte, da Christian Heljanko nicht so schnell rüber kam. Pföderl netzte eiskalt zum 1:1 ein (21.).
Und weiter nur die Eisbären im Vorwärtsgang. Man störte Tampere nun immer wieder früh im Spielaufbau und suchte anschließend selbst den Weg in die Offensive. Und für den starken Beginn ins zweite Drittel belohnte sich die Mannschaft von Serge Aubin auch. Die Berliner erkämpften sich im Angriffsdrittel die Scheibe, Zach Boychuk scheiterte noch mit seinem Schuss an Heljanko, doch Giovanni Fiore setzte mit der Rückhand nach und brachte die Berliner erstmals an diesem Abend in Führung – 2:1 (25.).
Diese wäre aber nur kurze Zeit später beinahe wieder egalisiert worden. Die Eisbären zwar in Überzahl, aber mit dem Fehler im Spielaufbau. Saku Salminen mit der Chance zum Ausgleich in Unterzahl, doch Tobias Ancicka war zur Stelle.
Als beide Mannschaften nur vier Spieler auf dem Eis hatten, klingelte es innerhalb von nur 23 Sekunden zweimal im Tor. Zunächst waren es die Eisbären, welche durch ein Solo von Nicholas B. Jensen schon beinahe das 3:1 erzielt hätten, doch am Ende war es Leo Pföderl, der den Rebound verwertete. Die finnischen Verteidiger waren sich nicht einig und so war Pföderl der Nutznießer in dieser Situation (31.).
Doch die prompte Antwort der Finnen sollte kommen. Kyle Platzer zog mit viel Speed über rechts Richtung Torlinie, zog damit einen Verteidiger auf sich und auch Goalie Ancicka machte eine Seite vom Tor auf. Platzer spielte den Querpass und Jukka Peltola hatte keine große Mühe, die Scheibe im leeren Tor zu versenken – 3:2 (32.).
Nun war Tampere zurück im Spiel und machte wieder ordentlich Druck. Die Eisbären überstanden zwar eine Unterzahl schadlos, doch praktisch mit Ablauf dieser glich Tappara zum 3:3 aus. Tobias Ancicka konnte den Schuss von der blauen Linie noch abwehren, allerdings nach links und da stand Joni Tuuola und der hämmerte den Puck zum Ausgleich ins Berliner Tor – 34 Sekunden vor der zweiten Drittelpause.
Die Eisbären gaben ihre Zwei-Tore-Führung also durch defensive Fehler ab und mussten sich so mit einem Unentschieden nach 40 Minuten begnügen.

Und im Schlussdrittel sollte es noch schlimmer kommen. Mal wieder wurde das Thema Disziplin zum Problem. Als Mark Zengerle und Simon Després auf der Strafbank saßen, schlug Tampere bei doppelter Überzahl zu. 13 Sekunden vor Ablauf der ersten Strafzeit war es Brady Austin, welcher an der blauen Linie an die Scheibe kam, ein paar Schritte nach vorne fuhr, kurz zögerte und dann im entscheidenden Moment abzog – 3:4 (47.).
Die Eisbären mussten nun also wieder einem Rückstand hinterherrennen und suchten den Weg nach vorne. Aber sie mussten auch hinten wieder wachsam sein, denn es folgte die zweite doppelte Unterzahl – diesmal saßen Blaine Byron und Leo Pföderl auf der Strafbank. Doch es ging aber gut und man überstand diese brenzlige Situation schadlos.
Und als Tamperes Goalie Christian Heljanko zwei Minuten wegen Beinstellens kassierte, waren es die Eisbären, welche die numerische Überlegenheit zu nutzen wussten. Leo Pföderl mit dem Pass von links in den Slot vor das Tor, wo Matt White die Scheibe entscheidend abfälschte und zum 4:4 ausglich (55.).
Danach waren die Eisbären sichtlich darum bemüht, dieses Spiel in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. Schließlich wären drei Punkte nach den beiden Niederlagen zum Start Goldwert gewesen, aber man musste sich mit einem Punkt nach 60 Minuten begnügen.

Und bei diesem einen Zähler blieb es auch, denn Tampere beendete das Spiel nach nur 43 Sekunden in der Verlängerung. Bei Drei-gegen-Drei hatte Otto Rauhala zu viel Platz im Berliner Drittel, zog ab und überwand Tobias Ancicka auf der Fanghandseite – 4:5 (61.). Somit bleibt Tampere ungeschlagen, während die Eisbären zwar den ersten Punkt eingefahren haben, aber weiter auf den ersten Sieg in der diesjährigen CHL warten.

Dabei wäre der heute – genau wie schon am Sonntag – definitiv möglich gewesen. Denn man zeigte erneut ein gutes Spiel, hatte vorne seine Chancen eiskalt genutzt und lag bereits mit 3:1 vorne. Aber durch Unachtsamkeiten vor dem eigenen Tor und der mangelnden Disziplin in Sachen Strafzeiten brachte man sich mal wieder um den Lohn der eigentlich guten Leistung. So wird es nun ganz schwer, die Gruppenphase noch zu überstehen. Dafür müssten jetzt schon drei Siege nach regulärer Spielzeit her und selbst dann ist ein Weiterkommen noch nicht sicher.
Leo Pföderl war nach dem Spiel zwar mit der kämpferischen Leistung zufrieden, sah aber auch ein, dass Tampere läuferisch und technisch einfach klar besser war. Er meinte auch, dass man am Sonntag einfach mal probieren sollte, nicht zu viele Strafen zu nehmen.
Die Strafen sah auch Coach Serge Aubin als Grund für die Niederlage an. Denn mit dem Einsatz und dem Powerplay war Aubin zufrieden.

3:5 gegen Skellefteå: Eisbären zeigen deutliche Leistungssteigerung, verlieren aber am Ende doch unglücklich

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #2:

Die Eisbären Berlin haben auch das zweite CHL-Spiel der neuen Saison verloren. Zwei Tage nach dem Debakel gegen Tappara Tampere unterlag der Deutsche Meister Skellefteå AIK mit 3:5 (1:0,2:2,0:3), zeigte dabei aber eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Spiel am Freitag. Dass man am Ende aber doch als Verlierer vom Eis gegangen ist, war der mangelnden Chancenverwertung geschuldet. So sah es auch Trainer Serge Aubin, der zudem anmerkte, dass man das Spiel auch wegen individueller Fehler verloren hat. Da sprach er sicher Gegentor Eins und Zwei an. Aber er sah auch, dass seine Mannschaft einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Coach Serge Aubin hatte nach der 1:6-Klatsche gegen Tampere am Freitagabend das selbe Personal zur Verfügung, änderte aber die Reihen komplett. Einzig das Defensiv-Pärchen Morgan Ellis und Jonas Müller blieb zusammen. Ansonsten wurde das Duo Frank Hördler und Kai Wissmann getrennt. Hördler verteidigte an der Seite von Simon Després und Wissmann mit Eric Mik, welcher am Freitag noch im Angriff ausgeholfen hatte. Marcel Noebels und Leo Pföderl spielten gegen Tampere noch mit Zach Boychuk zusammen, heute war es Neuzugang Kevin Clark. Die Reihe Matt White-Blaine Byron-Kevin Clark wurde somit komplett auseinander gerissen, denn White bildete heute eine Formation mit Boychuk und Giovanni Fiore. Und Byron stürmte an der Seite von Mark Zengerle und Manuel Wiederer. Korbinian Geibel war siebter Verteidiger und Sebastian Streu und Bennet Roßmy die Angreifer Nummer Zehn und Elf.

Serge Aubin war mit der Spielweise seiner Mannschaft gegen Tampere zum CHL-Auftakt nicht zufrieden, meinte aber direkt danach, dass seine Mannschaft gut ist, wenn sie das umsetzt, was sie am besten kann. Am Freitag war aber das Problem, dass sich die Eisbären an den Gegner anpassen wollten und somit nicht sie selbst waren. Das sollten die Eisbären heute anders machen, um am Ende erfolgreich zu sein.

Eisbären belohnen sich für starken Beginn mit der frühen Führung

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Flotter Beginn beider Mannschaften, die schnell die neutrale Zone überbrückten und den Weg zum gegnerischen Tor suchten. Doch für den ersten Torjubel sorgten die Berliner in der dritten Spielminute. Auf Höhe der Mittellinie erkämpfte Sebastian Streu die Scheibe an der linken Bande, schaltete den Turbo ein und spielte den Querpass rechts raus, wo Bennet Roßmy die Scheibe stark erarbeitete. Matt White schoss einmal, setzte ein zweites Mal nach, die Spieler beider Mannschaften hatten die Scheibe kurz aus den Augen verloren, da lag sie auch schon im Tor. Von einem schwedischen Spieler prallte der Puck ins Tor – 1:0 (3.).
Kurz darauf das erste Powerplay für Skellefteå nach einer Strafe gegen Simon Després, doch das Penaltykilling der Hausherren überstand die erste Unterzahl der Partie schadlos.
Die Hauptstädter hatten also den gewünschten und erhofften Start, den man zwar auch am Freitag hatte, aber da eben kein Tor erzielte. Heute traf man aber früh im Spiel. Und man blieb am Drücker, spielte ein aggressives Forechecking und hatte weitere gute Möglichkeiten durch Kevin Clark und Giovanni Fiore. Das Spiel der Berliner sah sehr gut aus, hinten verteidigte man die Angriffe der Schweden sauber weg. Man merkte der Mannschaft von Serge Aubin, dass man sich nach der 1:6-Niederlage gegen Tampere definitiv etwas vorgenommen hatte. Und das setzte man bis hierhin sehr gut um und bestimmte das Spiel gegen das schwedische Top-Team von Skellefteå, die ja auch mit einer Niederlage im Gepäck (1:5 in Lugano) nach Berlin reisten. Was die Eisbären-Fans zwischendurch auch mit Applaus honorierten.
In der Folge häuften sich die Chancen für die Eisbären, aber sie konnten diese weiterhin nicht nutzen. Wie aus dem Nichts kam gegen Ende des ersten Drittels dann mal Skellefteå vor das Berliner Tor und traf durch Joakim Lindström nur das Aluminium. Da hatten die Eisbären Glück, wenn gleich der Ausgleich keinesfalls verdient gewesen wäre.
Mehr passierte danach nicht mehr und so nahmen die Eisbären eine verdiente 1:0-Führung mit in die Kabine. In diese wurden die Berliner mit großem Applaus von den Rängen verabschiedet. Diesen hatte sich die Mannschaft auch redlich verdient.

Skellefteå mit dem Doppelschlag, aber die Eisbären schlagen cool zurück

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zu Beginn des Mitteldrittels waren es erneut die Hauptstädter, welche das erste Tor erzielten. Matt White startete aus dem eigenen Drittel den Konter Richtung Gustaf Lindvall und blieb vor dem schwedischen Goalie eiskalt und erhöhte auf 2:0 (22.).
Doch nur eine knappe Minute später kam Skellefteå zum Anschlusstreffer. Allerdings mit gütiger Einladung der Eisbären, denn die hatten Abstimmungsprobleme durch Korbinian Geibel und Mathias Niederberger, Rickard Hugg sagte „danke“ und traf ins halbleere Berliner Tor – 2:1 (23.).
Und die kuriosen Tore gingen weiter. In der 25. Spielminute kam Stefan Loibl an die Scheibe, wurde im Angriffsdrittel nicht richtig angegriffen und zog per Rückhand ab. Der Puck ging am kurzen Pfosten rein, da sah Mathias Niederberger nicht gut aus – 2:2.
Die Eisbären geschockt? Keinesfalls! Denn die schlugen nur 42 Sekunden später wieder zurück. Zach Boychuk behauptete auf der linken Seite die Scheibe, spielte sie in den Slot, wo Giovanni Fiore nicht lange fackelte und die Berliner erneut in Führung brachte – 3:2 (25.).
Vier Tore in 3:23 Minuten, furioser Beginn ins zweite Drittel. So, wie auch am Freitag gegen Tampere, als die Finnen in 6:30 Minuten fünf Tore erzielten. Heute waren es vier und die auch noch gerecht verteilt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Hausherren spielten anschließend direkt weiter nach vorne und kreierten Torchancen, nur diese konnte man nicht nutzen. Aber die Reaktion auf die beiden schnelle Gegentore war großartig. Aber auch Skellefteå kam ab und zu mal vor das Berliner Tor, einmal war Albin Sundsvik durch, wurde aber rechtzeig vor dem Abschluss gestört. Doch optisch überlegen waren in diesen Minuten die Eisbären, die das Spiel nach der wilden Anfangsphase wieder gut beruhigt hatten.
Aber die Eisbären mussten dennoch immer hellwach sein, denn Skellefteå ist eine Spitzen-Mannschaft und immer für eine Chance und ein Tor gut. Und erneut war es Sundsvik, welcher diesmal auch zum Abschluss kam, aber Mathias Niederberger fuhr die Schoner aus.
Sieben Minuten vor der zweiten Drittelpause bot sich Skellefteå die Chance zum Ausgleich, als Kai Wissmann die zweite Strafzeit der Berliner in diesem Spiel kassierte und den Schweden somit das zweite Powerplay der Partie ermöglichte. Ein, zwei Chancen hatten die Gäste, aber auch das zweite Unterzahlspiel wurde von den Eisbären schadlos überstanden.
Skellefteå kam nun nochmal stark auf und Rickard Hugg mit dem Onetimer von der blauen Linie, welchen Mathias Niederberger entschärfte, dabei aber seine Maske verlor. Zum Ende des Mitteldrittels mussten die Eisbären ihre Führung also nochmal hartnäckig verteidigen. Doch für Entlastung sorgte die erste Strafzeit gegen Skellefteå vier Minuten vor der zweiten Pause. Oskar Nilsson ermöglichte den Eisbären das erste Powerplay der Partie. Doch dieses war nicht von Erfolg gekrönt, auch wenn Zach Boychuk (2x) und Matt White zu Chancen kamen.
So nahmen die Hausherren eine knappe aber verdiente 3:2-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Im letzten Drittel spielt Skellefteå seine Klasse aus

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Der erste Jubel im letzten Drittel brandete auf, aber der Grund dafür war kein Tor auf dem Eis sondern die Tatsache, dass Eisbären-Verteidiger Nicholas B. Jensen sich mit Dänemark für Olympia qualifiziert hatte. Diese Info sorgte in der Arena am Ostbahnhof für großen Applaus. Herzlichen Glückwunsch auch von uns zur erfolgreichen Olympia-Qualifikation!
Auf dem Eis war es Skellefteå, welches sehr engagiert und druckvoll zurück auf das Eis kam. Verständlich, lagen sie doch mit 2:3 hinten. Aber noch stand das Defensiv-Bollwerk der Eisbären sicher.
Bis zur 46. Spielminute, da spielte Adam Wilsby den Party-Crasher zum 3:3 (46.). Angesichts der Spielanteile im Schlussdrittel verdient.
Doch die Eisbären suchten dann auch mal wieder den Vorwärtsgang und beinahe wären sie erneut in Führung gegangen, doch Morgan Ellis traf nur den linken Pfosten. Fortan die Hausherren wieder drin im Spiel und mit guten Chancen, sie wollten die Führung zurück, doch Gustaf Lindvall stand im Weg.
Ebenso stand Mathias Niederberger mit einem klasse Fanghand-Save Rickard Hugg im Weg und bekam dafür großen Applaus von den Rängen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Doch knapp fünf Minuten vor dem Ende schlug es doch hinter Mathias Niederberger ein. Schneller Konter von Skellefteå und Albin Sundsvik schloss eiskalt ab – 3:4 (56.). Die Schweden hatten in dieser Szene das nötige Quäntchen Glück, was den Eisbären bei manchen Chancen fehlte.
Nun musste also die Schlussoffensive der Eisbären kommen, doch diese wurde etwas schwierig, denn zwei Minuten vor dem Ende kassierten die Hausherren eine Strafzeit und mussten so die letzten beiden Minuten in Unterzahl spielen. Kai Wissmann musste wegen Hakens in die Kühlbox. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, um eine Strafzeit zu kassieren. Die Eisbären versuchten trotzdem alles, nahmen rund 50 Sekunden vor dem Ende Goalie Mathias Niederberger vom Eis, doch das nutzten die Schweden zur Entscheidung. Rickard Hugg machte den Decker auf die Partie – 3:5 (60.).

Eine bittere Niederlage, weil das Spiel eben hätte so oder so ausgehen können. Die Eisbären spielten ein starkes erstes Drittel und führten dort auch verdient. Auch der Beginn des zweiten Drittels lief gut für die Berliner, doch dann brachten zwei individuelle Fehler Skellefteå zurück ins Spiel. Darauf fanden die Eisbären aber noch einmal eine Antwort. Doch im Schlussdrittel, als das Spiel auf des Messer Schneide stand, hatten die Schweden das bessere Ende und das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite und sicherten sich so den ersten Sieg.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Dennoch können die Eisbären viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen, machte man doch einen großen Schritt nach vorne, wie Coach Serge Aubin (siehe Foto links) nach dem Spiel resümierte. Aber er gab eben auch zu, dass die individuellen Fehler das Spiel durchaus entschieden haben.
Auch Giovanni Fiore fand es ein gutes Spiel, welches man zum Großteil auch in der Hand hatte. Aber man befindet sich eben auch in einem Prozess, das passiert nicht alles an einem Abend.
Marcel Noebels fand, dass es eine riesen Steigerung gewesen war, das Spiel dann aber durch Kleinigkeiten verloren wurde. Daraus muss man lernen und auch mal von der Strafbank wegbleiben.
Und Sebastian Streu fand es schade, dass man verloren hat, denn die Fans hätten sich den Sieg für ihre super Stimmung verdient gehabt. Aber das holen sie beim nächsten Mal nach, sagte Sebastian Streu nach dem Spiel im Interview.

Lehrstunde zum CHL-Auftakt: Die Eisbären Berlin gehen gegen Tappara Tampere mit 1:6 unter.

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #1:

Nein, so hatten sich die Eisbären Berlin das erste Pflichtspiel der neuen CHL-Saison nicht vorgestellt. Bei der Rückkehr der Fans unterlagen die Berliner vor 2.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena Tappara Tampere deutlich mit 1:6 (0:0,0:5,1:1). Dabei wurden den Hauptstädtern deutlich die Grenzen aufgezeigt. Das Spiel verloren die Eisbären zwischen Minute 24 und 31, als die Finnen den Berlinern satte fünf Tore innerhalb von nur 6:30 Minuten einschenkten, vier davon innerhalb von 3:03 Minuten. Davon erholten sich die Hausherren nicht mehr.

Mathias Niederberger. (Foto:eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Für das erste Pflichtspiel der neuen Saison in der Champions Hockey League hatte Coach Serge Aubin mit ein paar Personalproblemen zu kämpfen. So fehlten u.a. Nichols B. Jensen (Nationalmannschaft), Yannick Veilleux (muskuläre Probleme) und Parker Tuomie (Doping-Sperre). Dafür standen fünf Neuzugänge im Kader für das Auftaktspiel gegen Tampere. Verteidiger Morgan Ellis bildete mit Jonas Müller ein Verteidiger-Gespann. Kevin Clark und Blaine Byron bildeten eine Reihe mit Matt White. Und Manuel Wiederer und Bennet Roßmy waren in der Youngster-Formation mit Sebastian Streu. Die spannendste Frage war natürlich die, wer den Platz von Lukas Reichel (Wechsel nach Chicago) in der Top-Formation mit Marcel Noebels und Leo Pföderl einnahm. Serge Aubin entschied sich wie erwartet für Zach Boychuk als Center zwischen den beiden deutschen Nationalspielern. Und in der dritten Formation sprang mal wieder Eric Mik im Sturm ein und spielte neben Giovanni Fiore und Mark Zengerle. Das Tor hütete Mathias Niederberger.

Doch das sollte es dann auch mit der Statistik gewesen sein, schließlich waren alle Fans in der Arena am Ostbahnhof heiß auf Eishockey. 538 Tage mussten die Eisbären und ihre Fans auf diesen Moment warten. Letztmals am 08. März 2020 absolvierten die Hauptstädter ein Spiel mit Fans. Es war das letzte Hauptrundenspiel der Saison 2019/2020, zwei Tage später wurde die Saison bekanntlich abgebrochen.
Doch auch zum Trübsal blasen waren wir nicht hier, wir wollten endlich wieder den Eishockey-Duft einatmen, die Mannschaft supporten und einfach unserer Leidenschaft nachgehen.

Guter Beginn der Eisbären, doch dann wurde Tampere immer stärker

Leo Pföderl beim Bully. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Hinein in das Spiel, wo in den ersten Minuten vor allem der Kampf das Spiel bestimmte. Beide Mannschaften wirken engagiert und gaben keinen Zweikampf verloren. Die Eisbären gaben durch Jonas Müller den ersten Torschuss der Partie ab. Es dauerte keine vier Minuten, ehe sich die Fans in der Arena am Ostbahnhof erstmals von ihren Sitzen erhoben: „Steht auf, wenn ihr Eisbären seid, hallte es durch die Arena„, ein lange vermisstes Flair, eins, welches Eishockey erst zu dem macht, was es eigentlich ausmacht. Da bekam man schon ein bisschen Gänsehaut auf der Pressetribüne.
Die Eisbären wirkten zu Beginn etwas besser, doch Tampere kam in der Folgezeit immer stärker nach vorne und gab die ersten Schüsse ab, welche Mathias Niederberger aber vor keine größeren Probleme stellten.
Das Spiel bot im ersten Drittel kaum hochkarätige Torchancen, weil beide Defensivreihen es verstanden, die Räume vor dem Tor eng zu machen und so die gefährlichen Schusswege wegnahmen.
Was beiden Team noch so ein wenig fehlte, war mal das schnelle Spiel vor das gegnerische Tor. Die Eisbären fuhren Mitte des ersten Drittels mal einen Zwei-auf-Eins-Konter, doch der Querpass wurde vor dem Tor von den Finnen abgefangen. Da wäre durchaus mehr drin gewesen.
Drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels kassierten die Eisbären die erste Strafzeit der Partie. Blaine Byron musste wegen eines hohen Stocks für zwei Minuten auf die Strafbank. Die erste Minute überstanden die Berliner problemlos, in der zweiten Minute wurde es nur einmal brenzlig, als Kristian Tanus eine gute Chance hatte und dem Klang nach das Aluminium traf.
Tampere bekam aber prompt das zweite Powerplay, denn mit Kevin Clark musste gleich der nächste Neuzugang in die Kühlbox. Er bekam die zwei Minuten wegen Hakens. Da hatten sich die beiden Neuzugänge aber schnell mit der „Eisbären-DNA“ infiziert, die ja bekanntlich gerne viele Strafen nehmen. Definitiv ein Problem, an dem die Eisbären weiter hart arbeiten müssen. Die erste Minute des zweiten Unterzahlspiels überstanden die Hausherren ohne Gegentreffer, nahmen aber noch rund eine Minute mit ins zweite Drittel. Torlos endeten somit also die ersten 20 Minuten in der Hauptstadt.

Die bitteren 6:30 Minuten

Angriff von Tappara Tampere. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Auch die zweite Minute des zweiten Unterzahlspiels überstanden die Eisbären ohne Gegentor und zeigten somit ein starkes Penaltykilling. Kaum komplett hatte Tyler Morley die dicke Chance zur Führung, er fuhr rum um Mathias Niederberger, bekam die Scheibe am Berliner Goalie aber nicht vorbei. Auf jeden Fall kam die Mannschaft von Coach Jussi Tapola hoch motiviert aus der Kabine. Die Finnen drängten in den ersten Minuten des zweiten Drittels gehörig aufs Tempo. Die Eisbären standen ordentlich unter Druck und so war es auch kein Wunder, als in der 24. Spielminute das 0:1 fiel. Torschütze war eben jener Tyler Morley, der kurz zuvor nicht an Mathias Niederberger vorbei kam. Diesmal klappte es für ihn besser.
Offensivaktionen waren von den Eisbären im Mitteldrittel bis dato keine zu sehen, die Berliner taten sich enorm schwer. Erst in der 27. Spielminute feuerte Morgan Ellis mal einen Schuss von der blauen Linie ab, doch dieser ging vorbei.
Eine Minute später schneller Angriff von Tampere, Petteri Puhakka zog von rechts ab, Mathias Niederberger rutschte der Puck irgendwie durch – 0:2 (28.).
Mitte der Partie wurde es etwas ruppiger, Marcel Noebels und Santtu Kinnunen gerieten hinter dem Berliner Tor aneinander und durften sich anschließend für zwei Minuten wegen unnötiger Härte auf der Strafbank abkühlen. 24 Sekunden später stand es bereits 0:3. Schneller Konter von Tampere, Querpass rechts raus auf Jukka Peltola und dessen Onetimer schlug im Berliner Tor ein. Keine Chance für Mathias Niederberger (29.).

Im zweiten Drittel wurde es zunehmend ruppiger. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Kurz darauf wurde es erneut ungemütlich auf dem Eis. Eine Strafe gegen die Eisbären war bereits angezeigt, als wenig später wieder ein paar Nettigkeiten untereinander ausgetauscht wurden und es weitere Strafzeiten gab. Leo Pföderl und Zach Boychuk mussten auf Berliner Seite raus, Mikael Seppälä auf finnischer Seite. Die Konsequenz war ein Vier-gegen-Drei-Powerplay für Tampere, an dessen Ende Tyler Morley per Onetimer auf 0:4 erhöhte (30.).
Nun wurde es bitter, Kai Wissmann ließ sich amateurhaft (sorry) ausspielen, ein weiterer Querpass von Tampere und schon stand es 0:5 (31.). Anton Levtchi netzte ein. Danach war Feierabend für Mathias Niederberger, Tobias Ancicka kam für ihn ins Tor. In 3:03 Minuten stellte Tampere von 1:0 auf 5:0. Das ging in dieser Phase deutlich zu einfach, da haben es die Eisbären Tampere deutlich zu leicht gemacht.
Danach wurde es ruhiger, Tampere musste ja auch nicht viel machen und die Eisbären mussten diesen Viererschlag erstmal verdauen. Doch die nächste Gefahr drohte schon wieder, als Blaine Byron wegen Beinstellens in die Kühlbox musste. In diesem Unterzahlspiel sah man die Verunsicherung der Eisbären deutlich. Die Finnen spielten das keinesfalls druckvoll und doch waren sie nicht vom Puck zu trennen. Weil die Berliner nur halbherzig störten und so nicht in Puckbesitz kommen konnten. Das einzig Positive war gewesen, dass man dieses Unterzahlspiel ohne ein weiteres Gegentor überstand. Aber nicht weil das eigene Penaltykilling so gut war sondern weil Tampere es wohl erst einmal gut sein lassen wollte mit dem Toreschießen. Schließlich hatte es im zweiten Drittel bereits ordentlich im Berliner Tor gescheppert.
In den letzten fünf Minuten plätscherte das Spiel dann nur so vor sich hin, Tampere spielte nach vorne und konnte sich die Scheibe problemlos hin und her spielen. Denn Gegenwehr der Eisbären suchte man vergebens. So darf man sich auf internationalem Niveau, ja eigentlich in keinem Spiel präsentieren. Doch man merkte den Eisbären hier deutlich an, dass die fünf Gegentreffer ihre Spuren hinterlassen hatten. Das Ziel für das letzte Drittel konnte daher eigentlich nur jenes sein, Selbstvertrauen für das zweite schwere Spiel an diesem Wochenende zu tanken. Dann ist Skellefteå zu Gast in Berlin. Und da bedarf es dann einer deutlich besseren Leistung, um in dieser „Todesgruppe“ noch eine Chance zu haben. Aber erst einmal standen heute noch 20 Minuten auf dem Programm und das bei einem Spielstand von 0:5.

Dem schnellen Ehrentreffer folgt nicht mehr viel

Zweikampf an der Bande. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Und im letzten Drittel klingelte es nach nur 86 Sekunden im finnischen Tor. Matt White wurde am linken Pfosten angespielt und schob die Scheibe im Fallen über die Linie – 1:5 (42.). Der erste Torjubel in der Arena am Ostbahnhof seit 538 Tagen! Gänsehaut!
Und die Eisbären waren weiter am Drücker, setzten sich im Drittel von Tampere fest und holten damit auch eine Strafe gegen die Finnen raus. Sami Moilanen musste wegen Beinstellens in die Kühlbox und die Eisbären mit dem ersten Powerplay der Partie. Giovanni Fiore tanzte sich dann mal klasse durch und kam auch zum Abschluss, doch die Scheibe ging leider nicht ins Tor. Mehr kam aber bei diesem Überzahlspiel nicht heraus, weil man es auch zu kompliziert spielte.
Anschließend war dann zur Abwechslung mal wieder das Penaltykilling der Eisbären an der Reihe, Bennet Roßmy musste wegen Haltens auf die Strafbank. Und Tampere machte in diesem Powerplay das halbe Dutzend voll, Waltteri Merelä mit dem sechsten Treffer der Finnen an diesem Abend – 1:6 (48.).
Danach passierte nicht mehr viel. Das Spiel lief aus, die Zeit runter, die Partie war längst entschieden. Und so feierten die Fans ihre Rückkehr ins Stadion und sangen bis zum Spielende.

Lehrstunde für die Eisbären

Neuzugang Blaine Byron im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Lehrstunde für die Eisbären Berlin! Nur in der Anfangsphase konnte man das Spiel offen halten und war für eine kurze Phase sogar die bessere Mannschaft. Doch mit zunehmender Spieldauer kam Tampere immer besser ins Spiel und vergab zum Ende des ersten Drittels auch noch zwei Powerplay-Chancen. Zu Beginn des Mitteldrittels kamen die Finnen hoch motiviert aus der Kabine und drängten die Berliner sofort ins eigene Drittel. Der Lohn war das schnelle 1:0. Das sorgte für noch mehr Selbstvertrauen bei Tampere und es folgten verheerende 3:03 Minuten aus Berliner Sicht. In dieser Zeit zog Tampere auf 5:0 davon und spielte mit den Eisbären Katz und Maus. Die Hausherren ergaben sich in dieser Phase ihrem Schicksal, hatten dem temporeichen Spiel der Finnen nichts mehr entgegenzusetzen, waren auch in den Zweikämpfen nicht präsent und verteidigten wie eine Schüler-Mannschaft. Auch Mathias Niederberger ließ sich davon anstecken und erwischte ebenfalls nicht den besten Abend. Nach dem 0:5 räumte er seinen Arbeitsplatz.
Das letzte Drittel war dann immerhin ein kleiner Erfolg für die Eisbären, denn man konnte schnell den Ehrentreffer erzielen, musste aber dann noch das sechste Gegentor hinnehmen.
Den Eisbären fehlte es letztendlich an allem, an Schnelligkeit, an der nötigen Zweikampfhärte, an der nötigen Disziplin. Man bekam von Tampere die Grenzen aufgezeigt.

Coach Serge Aubin im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Kapitän Frank Hördler meinte nach dem Spiel im Interview, dass Tampere im zweiten Drittel noch einmal einen Gang zugelegt hatte, es dann etwas ruppiger wurde und man ein bisschen den Kopf verloren hätte. Man hätte da dann cooler sein müssen.
Neuzugang Manuel Wiederer mangelte die fehlende Konstanz über 60 Minuten an. So viele schnelle Gegentore in einem Spiel hat er sicherlich schon mal bekommen, „aber es darf dir eben nicht passieren, weil ein Spiel dann außer Reichweite gerät“, so Wiederer
Coach Serge Aubin sagte nach dem Spiel, dass ihm der Einsatz seiner Mannschaft heute nicht gefallen hat. Er meinte, dass sie manchmal ein paar Wechsel gut hatten, aber dann… Doch Aubin blickte bereits nach vorne und sagte, er weiß wie gut die Mannschaft ist, wenn sie das tut, was sie am besten kann. Ob sie gegen die Schweden also wieder ihr anderes Gesicht zeigen, werden wir morgen sehen. Auf jeden Fall wird die Mannschaft eine Reaktion zeigen.

Morgan Ellis vor den Spielen in Wolfsburg und Weißwasser: „Wenn Berlin vorbeikommt, wollen alle Mannschaften ihr Bestes zeigen“

Die neue Saison der PENNY DEL wirft ihre Schatten voraus. Am 09.09.2021 starten die Eisbären Berlin als Titelverteidiger mit einem Heimspiel gegen Red Bull München in die neue Spielzeit. Bereits am nächsten Wochenende starten die Berliner dagegen schon in die Champions Hockey League (CHL). Um sich auf die Spiele gegen Tampere und Skelleftea bestmöglich vorzubereiten, testen die Hauptstädter an diesem Wochenende noch zweimal. Morgen Nachmittag ist man beim Final-Kontrahenten der letzten Saison, Grizzlys Wolfsburg, zu Gast. Und am Sonntag steigt dann das traditionelle Spiel bei Kooperationspartner Lausitzer Füchse.

Wolfsburg also, jenes Team, gegen welches die Berliner am 07.05.2021 ihre achte Deutsche Meisterschaft gewannen. Mit 2:1 setzten sich die Eisbären damals im alles entscheidenden dritten Finalspiel in der Arena am Ostbahnhof durch. Morgen kommt es also zum ersten Wiedersehen seit dem Gewinn der Meisterschaft. Wird es deshalb ein besonderes Spiel, Coach Serge Aubin?

Es bringt definitiv Erinnerungen zurück. Die Wolfsburger haben ihre Teamkultur etwas geändert, ihre Identität. Es sollte eine gute Herausforderung für uns werden. Sie spielen sehr hart, worauf wir vorbereitet sein müssen. Wir sind noch in dem Prozess als Team zu wachsen. Unser erster Schritt letzte Woche war gut, aber jetzt wollen wir einen Gang hochschalten in Vorbereitung auf die CHL.

Und was sagt Neuzugang Morgan Ellis über dieses Spiel? Der Verteidiger scheiterte ja damals im Halbfinale mit dem ERC Ingolstadt an den Eisbären Berlin:

Auf jeden Fall. Das Berliner Team hat sie letztes Jahr im Finale geschlagen. Es war eine enge Serie, bei der beide Teams hätten gewinnen können, aber die bessere Mannschaft hat es dann gewonnen. Es wird ein gutes Spiel. Natürlich noch Vorbereitung, aber natürlich werden wir trotzdem viel Einsatz zeigen.

Für die Eisbären werden es die Testspiele Nummer Drei und Vier werden, bevor es nächsten Freitag in der CHL Ernst wird. Die ersten beiden Testspiele endeten mit je einem Sieg und einer Niederlage und dem dritten Platz beim Dolomitencup. Wie ist die Laune in der Mannschaft nach diesen und vor den nächsten beiden Spielen, Morgan Ellis?

Bei den ersten Spielen waren wir noch etwas eingerostet, mich inklusive. Die Jungs fühlen sich jetzt wohler miteinander und das Spielsystem nimmt so langsam Züge an. Das zweite Spiel war besser als das erste und so wollen wir von Spiel zu Spiel besser werden. Wolfsburg ist ein gutes Team mit guten Spielern. Es sind noch ein paar Spiele bis zur Saison, aber umso schneller wir ins Schwung kommen, umso besser.

Am Sonntag findet dann der obligatorische Test gegen Weißwasser statt. Ein DEL2-Club. Wird man in diesem Spiel versuchen, die Offensive zu optimieren oder wird man dieses Duell mit dem größtmöglichen Respekt angehen? Ellis äußerte sich dazu wie folgt:

Kein Spiel ist ein Selbstläufer. Wenn Berlin vorbeikommt, wollen alle Mannschaften ihr Bestes geben. Man darf niemanden auf die leichte Schulter nehmen. Aber gleichzeitig wissen wir, was für ein Team wir haben. Wir haben viel offensives Potential, aber es ist immer noch früh. Die Jungs kommen mit jedem Spiel besser in Schwung und es sieht gut aus bisher.

Coach Serge Aubin freut sich immer wieder auf die Duelle mit dem Kooperationspartner Weißwasser:

Zuallererst, es ist immer schön gegen unser Partnerteam zu spielen. Auch ein paar unserer jungen Jungs werden dort gegen uns spielen und wir haben die Chance sie zu sehen. Es ist eine gute Möglichkeit für uns, auf unseren guten Angewohnheiten aufzubauen. In solchen Spielen müssen wir sichergehen, dass wir uns selbst und unserer Identität treu bleiben. Und natürlich gesund bleiben. Aber es sind noch ein paar Spiele und Wiederholungen bevor die Champions League beginnt.

Einer der jungen Spieler ist u.a. Bennet Roßmy, der in der vergangenen Saison noch für Weißwasser spielte und nun seine Chance in Berlin nutzen will. Wie läuft die Vorbereitung bisher für ihn und wie ist es für die jungen Spieler in Weißwasser, wenn man gegen die großen Eisbären spielt:

Für mich ist es sehr gut, dass ich hier in Berlin bin, die Vorbereitung spielen kann. Gutes Training mit den noch größeren Jungs. Für mich ist es ein guter Schritt.
Für die jungen Spieler ist es eine große Chance, sich zu zeigen. Wie sie spielen, wie gut sie sind. Es ist eine Riesenmotivation auch. Sie freuen sich alle darauf, gegen Berlin zu spielen.

Einige Spieler sind in diesem Sommer neu nach Berlin gewechselt, so eben auch u.a. Bennet Roßmy und Morgan Ellis. Wie zufrieden ist denn Coach Serge Aubin mit der bisherigen Integration der neuen Spieler in die Mannschaft?

Absolut. Die neuen Jungs bringen nicht nur Erfahrung, sondern auch neue Fähigkeiten mit. Unsere jungen Neuzugänge, egal ob Geibel oder Roßmy, oder wer auch immer, sind gut, machen Fortschritte, so wie es zu erwarten war. Wir sind glücklich über das, was wir sehen. Man sieht, dass das Team langsam und sicher zusammenwächst. Jedes Spiel, das wir gemeinsam machen können, bringt uns näher einander. Wir werden das Wochenende nutzen, um uns als Team zu verbessern und die Kleinigkeiten richtig zu machen.

Zum Abschluss nochmal zurück zu Morgan Ellis, der ein enorm wichtiger Bestandteil der Defensive der Eisbären werden kann. Er wird dieser noch mehr Tiefe verleihen und soll mit helfen, dass Mathias Niederberger auch in der neuen Saison nicht so viele Gegentore kassiert. Wie gefallen denn Morgan Ellis die ersten Wochen in Berlin, in seiner neuen Heimat?

Großartig, ich habe es bisher sehr genossen. Meine Familie auch. Wir haben eine schöne Wohnung. Die Eisbären sind offensichtlich eine sehr professionelle Organisation. Es gibt nur Gutes zu sagen. Wir haben eine großartige Truppe an Jungs in der Kabine, was schon viel ausmacht. So gewinnt man Meisterschaften.

Yannick Veilleux nach dem 4:1-Sieg gegen Italien: „Die Spiele beim Dolomitencup waren sehr gut für uns. Wir finden als Mannschaft immer besser zusammen“

Photocredit: Max Pattis

Die Eisbären Berlin haben zum Abschluss des Dolomitencups das kleine Finale gewonnen. Gegen die italienische Nationalmannschaft setzte sich die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin mit 4:1 (1:0,1:0,2:1) durch und sicherte sich somit am Ende den dritten Platz beim Dolomitencup.
Neuzugang Yannick Veilleux brachte die Berliner früh auf die Siegerstraße, traf er doch nach gerade einmal zwei Minuten zum 1:0. Zach Boychuk legte gegen Ende des zweiten Drittels das 2:0 nach (38.) und sorgte somit für die Vorentscheidung. Im letzten Drittel machten die Hauptstädter dann schließlich alles klar. Neuzugang Kevin Clark erhöhte nach nur 79 Sekunden im Schlussabschnitt auf 3:0, Mark Zengerle beseitigte dann auch die letzten Zweifel am Eisbären-Sieg mit dem Tor zum 4:0 in der 54. Spielminute. In Unterzahl kassierten die Berliner zwei Minuten vor dem Ende noch das 1:4 durch Marchetti, womit der Shutout für Goalie Tobias Ancicka zunichte gemacht wurde. 

Trainer Serge Aubin war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden, lobte Goalie Tobias Ancicka und gönnte jedem Spieler Eiszeit:

Wir hatten nicht viel Zeit zwischen dem späten Spiel gestern Abend und heute. Ich konnte im ersten Drittel sehen, dass wir quasi noch etwas schüchtern waren, aber im zweiten Drittel haben wir besser gespielt. Wir haben den Puck besser verwaltet und waren selbstbewusster. Tobi hat einen großartigen Job gemacht. Alle vier Reihen haben viel gespielt. Es ist super, dass wir zurück auf der Gewinnerseite sind, aber es gibt noch viele kleine Dinge, die wir korrigieren müssen.

Die Eisbären schließen den Dolomitencup als Dritter ab. Wie fällt das Fazit von Trainer Serge Aubin zu diesem Vorbereitungsturnier aus?

Großartige Erfahrung. Jedes Mal, wenn wir hierher kommen, ist es hervorragend. Die Chance gemeinsam als Team mal wegzukommen, zu spielen und als Gruppe zusammenzuwachsen. Der Gastgeber war großartig und es hat sehr viel Spaß gemacht. 

Einer, der heute sein erstes Tor für die Eisbären geschossen hat, war Yannick Veilleux. Wie hat der neue Stürmer das Spiel gegen Italien gesehen?

Wir sind am Ball geblieben. Wir hatten zu Beginn einige Chancen, die wir nicht nutzen konnten. Wir sind fokussiert geblieben und haben es zu Ende gebracht. 

Für den 28-jährigen Kanadier ist es die erste Station in Europa. Demnach ist es für Veilleux auch eine Umstellung von der kleineren auf die größere Eisfläche. Wie kommt er mit dieser Anpassung derzeit zurecht?

Es ist auf jeden Fall eine Umgewöhnung. In Nordamerika ist es viel aggressiver, viel enger. Auf dem größeren Eis darf man nicht zu aggressiv sein, manchmal muss man sich entscheiden und die smarte Entscheidung treffen. Aber ich gewöhne mich immer besser daran, an die Winkel und solche Sachen. Aber ich bin bisher sehr glücklich damit.

Der neue Berliner Stürmer ist jetzt seit fast zwei Wochen in Berlin und bei seiner neuen Mannschaft. Wie wurde er aufgenommen und wie wohl fühlt sich Yannick Veilleux aktuell bei den Eisbären Berlin?

Es läuft sehr gut in Berlin. Meine Familie genießt die Zeit hier sehr, besonders dort, wo wir wohnen. Morgan Ellis und Nicholas Jensen wohnen direkt neben uns. Ich habe zwei Kinder und sie haben auch zwei Kinder im selben Alter, also ist es perfekt. Das Team behandelt mich super gut und ich kann es nicht erwarten loszulegen. 

Über seine ersten Tage in Europa und auch die Zeit jetzt beim Dolomitencup ist der Kanadier einfach nur begeistert und versucht so viel wie möglich davon aufzusaugen:

Ich bin das erste Mal in meinem Leben in Europa und einfach die Landschaft zu sehen, die Berge, es ist sehr beeindruckend. Ich will so viel wie möglich aufsaugen, wenn ich draußen bin. Und die Partien waren auch gut, um ein Gefühl für das Spiel wiederzubekommen. 

Photocredit: Max Pattis

Für die Eisbären Berlin stehen nun noch zwei weitere Vorbereitungsspiele auf dem Programm, bevor es am 27.08.2021 in der Champions Hockey League (CHL) ernst wird. Dann treffen die Berliner zu Hause auf das finnische Top-Team von Tappara Tampere. Um dort dann bestmöglich eingespielt zu sein, testen die Eisbären am kommenden Wochenende noch in Wolfsburg (21.08./15:00 Uhr) und in Weißwasser (22.08./16:00 Uhr). 

Welchen Fokus legt Trainer Serge Aubin daher in der nun bevorstehenden Trainingswoche im Hinblick auf diese beiden Testspiele?

Wir wollen die guten Sachen aus diesem Wochenende mitnehmen und darauf aufbauen. Wir sehen uns auf jeden Fall Videos an und korrigieren Dinge, die wir nicht gut gemacht haben. Die Jungs lernen noch einiges über sich. Es geht darum, sich vorzubereiten so wie wir es jedes Jahr machen. Wir haben erst zwei Spiele gespielt, es gibt noch viel zu tun. 

Serge Aubin nach dem 0:2 gegen Biel beim Dolomitencup: „Es gibt viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen, aber das wussten wir auch“

Photocredit: Max Pattis

Vier Testspiele absolvieren die Eisbären Berlin im Vorfeld der Champions Hockey League (CHL). Dieses Wochenende macht dabei den Anfang, wo es im Dolomitencup zunächst gegen den Schweizer Club EHC Biel-Bienne im Halbfinale ging. Während Biel bereits ein Vorbereitungsspiel absolviert hatte, war es für den Deutschen Meister das erste Testspiel in der Vorbereitung auf die neue PENNY DEL-Saison. Am Ende stand eine 0:2-Niederlage. Beide Tore fielen im letzten Drittel. Zunächst erzielte Kessler in der 48. Spielminute vor 430 Fans in der Würtharena das 1:0. Als Trainer Serge Aubin Goalie Mathias Niederberger zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, legte Hischier das 2:0 und somit die Entscheidung nach. Trainer Serge Aubin sah einige Dinge, die man noch verbessern muss, aber das war dem Trainerteam bereits vor dem Spiel klar:

Im ersten Drittel konnte man sehen, dass wir bisher nicht gespielt hatten. Wir waren etwas eingerostet und ein bisschen unsicher. Im zweiten Drittel haben wir viel besser gespielt. Wir haben die Geschwindigkeit angezogen und sind zu Tormöglichkeiten gekommen. Zum Start des dritten Drittels konnte der EHC Biel ihre Chance nutzen und mit 1:0 in Führung gehen, aber für das erste Spiel war viel Einsatz vorhanden. Es gibt viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen, aber das wussten wir auch. Jetzt müssen wir uns gut ausruhen und morgen zurück auf die Gewinnerseite kommen.

Photocredit: Max Pattis

Die Hauptstädter waren erst rund eine Woche lang im gemeinsamen Eis-Training, was der Mannschaft im Spiel anzusehen war. Aber Vorbereitungsspiele sind eben auch dafür da, um zu testen und sich auf einander abzustimmen. Wenn wir da an die letztjährige Vorbereitung beim Magenta-Sport-Cup denken, dann weiß man, dass man aus solchen Spielen viel Erfahrung ziehen kann und es dann in der Saison besser machen wird. Wie die letzte Saison ausging, wissen wir alle noch zu gut.
Aber auch gestern fehlte laut Frank Hördler nicht unbedingt viel, um das Spiel zu gewinnen. Chancen waren da, welche man nur leider nicht nutzen konnte. Der Kapitän analysierte das Spiel wie folgt:

Ich denke 60 Minuten gesehen war es ein gutes Spiel. Wir haben nicht so gut angefangen. Wir hatten ein bisschen Zeit gebraucht, bis wir drin waren im Spiel. Also das erste Drittel war nicht ganz so rund, wie wir uns es vorgestellt und auch vorgenommen haben. Ich glaube, das liegt auch daran, dass Biel schon ein Spiel uns voraus hatte. Aber wir sind gut zurückgekommen im zweiten Drittel, haben unseren Stiefel dann runter gespielt und das hat auch gut ausgesehen, wir hatten auch ein paar Chancen. Ich glaube, wäre das ein oder andere da rein gegangen, wäre es vielleicht nochmal ein heißer Kampf geworden. Aber wir haben im dritten Drittel nicht aufgehört zu spielen und zu kämpfen, hatten uns immer wieder Chancen erarbeitet und hatten auch die Chance zu gewinnen. Aber dann das Tor natürlich am Ende ohne Torwart drin war dann der Killer.

Photocredit: Max Pattis

Statt nun heute Abend das Finale gegen den DEL-Konkurrenten Augsburger Panther zu bestreiten, spielen die Berliner am Nachmittag gegen die italienische Nationalmannschaft um Platz Drei. Dort wollen die Eisbären dann natürlich als Sieger vom Eis gehen. Vor allem auch deswegen, weil nicht mehr viel Zeit bleibt bis zum ersten Pflichtspiel am 27.08.2021 in der CHL. Dort treffen die Eisbären dann in Berlin auf Tappara Tampere aus Finnland. Dann wird es ernst für die neue Mannschaft des Deutschen Meisters. Nach dem heutigen Spiel stehen am nächsten Wochenende nur noch zwei Duelle gegen Wolfsburg und Weißwasser an. Was Trainer Serge Aubin vom heutigen Spiel gegen Italien erwartet, sagte er bereits gestern nach dem Spiel gegen Biel:

 

Wir sind im Prozess ein Team aufzubauen und heute haben die Jungs ein bisschen was über einander herausgefunden. Die neuen Jungs haben das Gefühl bekommen, was unsere Mannschaft ausmacht. Und morgen wollen wir besser sein. Besser sein und einige Sachen glattziehen und hoffentlich ein paar Tore schießen.

Kapitän Frank Hördler fügte gestern Abend nur noch hinzu, dass man eigentlich nur so spielen müsse, wie man es gegen Biel ab dem zweiten Drittel getan hatte, dann würde es heute mit einem Sieg zum Abschluss des Dolomitencups klappen:

Ich glaube genauso wie wir im zweiten Drittel rausgekommen sind, da haben wir alle unsere Bahnen eingehalten, haben uns auch gegenseitig vertraut, dass jeder seine Arbeit macht, das hat dann auch jeder gemacht und dann haben wir gesehen, dass wir viel mehr Pucks dem Gegner wegnehmen konnten schon in der gegnerischen Zone. Darauf wird es ankommen, dass wir beim Forecheck da schon gut stehen.

Serge Aubin vor dem Showdown in Berlin: „Wir wollen unsere Fans stolz machen!“

Na, seid ihr auch schon alle so aufgeregt vor dem ultimativen Showdown in Berlin morgen Abend? Ab 19:30 Uhr kämpfen die Eisbären Berlin dann um den Gewinn ihrer achten Deutschen Meisterschaft. Finalgegner Grizzlys Wolfsburg hingegen träumt in seiner vierten Finalteilnahme vom ersten Meistertitel. Am Freitagabend fällt nun die Entscheidung über den 100. Deutschen Meister. 

Nach dem Sieg gestern Abend ist die Laune bei den Berlinern natürlich sehr gut, aber Kris Foucault spricht dennoch davon, dass man nicht zu enthusiastisch in dieses Spiel gehen darf:

Das Schwerste ist, nicht zu enthusiastisch in Hinblick auf das Spiel zu werden. Logischerweise müssen wir unser bestes geben. Wolfsburg ist ein gutes Team, aber wir müssen uns so vorbereiten als wäre es jedes andere Eliminierungsspiel und nicht zu viel Wert auf den Gewinn der Meisterschaft legen, sondern auf den Gewinn des Spiels.

Und bisher hat die Einstellung der Spieler immer gestimmt. Sie haben vor der Finalserie auch jeweils das erste Spiel verloren, danach aber die letzten beiden Spiele gewonnen. Insofern weiß die Mannschaft, was sie morgen Abend tun muss, um das Spiel zu gewinnen. Und das Selbstvertrauen ist auch groß, doch Trainer Serge Aubin wurde gefragt, wie schwierig es ist, dass das Selbstvertrauen nicht in Übermut umschlägt?

Die wirklichen Herausforderungen sind Dienstagsspiele mitten in der Hauptrunde. Es wäre einfach dort nachzulassen, also muss man die Jungs motivieren. Gerade ist es sehr einfach. Jeder weiß, wofür wir spielen. All die Arbeit, die wir über das Jahr hinweg gemacht haben: Hindernisse und schwere Zeiten, die wir überwunden haben, in der ersten Playoff-Serie hinten zu liegen, im Spiel gegen Ingolstadt nach zwei Dritteln hinten zu liegen – wir haben immer wieder bewiesen, dass wir da sind und bereit sind, uns zu wehren. Ich habe vollstes Vertrauen in meine Jungs. Mein Rat an sie ist, einfach Spaß zu haben und das Spiel zu spielen.

Warum die Eisbären immer Spiel Eins verlieren, wissen sie selbst nicht, wie Jonas Müller sagt, der jedoch fest daran glaubt, dass man morgen das Ding klar macht und die achte Meisterschaft holt:

Auf jeden Fall, ja. Ich weiß auch nicht, wie wir es immer machen, dass wir das erste Spiel irgendwie immer verkackt haben. Aber ich glaube, vielleicht soll es auch einfach so sein dieses Jahr, dass wir das erste Spiel immer verlieren und dann irgendwie den Druck brauchen. Ich weiß es nicht, keine Ahnung. Unsere Chancen stehen relativ gut.

Und die Eisbären haben einen großen Vorteil, denn mit Frank Hördler haben sie einen Spieler in ihren Reihen, der weiß wie es ist, Deutscher Meister zu werden. „Nante“ holte alle sieben Titel mit den Eisbären und steht bereits in seiner neunten Finalserie. Sein Rat an die Mitspieler:

Alles was danach kommt, ist hoffentlich Bonus. Wir müssen von Wechsel zu Wechsel denken, wir wollen ja auch unser Spiel durchbringen. Und das schaffen wir nicht, wenn wir daran denken, was danach sein könnte. Wir wollen unser Spiel aufziehen, durchziehen und zu Ende bringen.

Lange Zeit sah es in dieser Saison danach aus, dass die Berliner Wolfsburg nicht knacken könnten. Alle vier Hauptrundenspiele gingen verloren und am Sonntag dann auch noch das erste Finalspiel. Doch das Trainerteam um Serge Aubin hat die richtigen Schlüsse daraus gezogen und die Mannschaft gestern Abend perfekt eingestellt. Mit dem neuen System stellte man Wolfsburg vor große Probleme, warum sollte man davon also morgen Abend abweichen, Kris Foucault?

Ich denke, viel verändern werden wir nicht, was den Spielplan angeht. Ich wüsste nicht wieso. Natürlich haben wir Besprechungen und passen das an, was wir müssen, aber das letzte Spiel war solide und so haben wir das ganze Jahr über gespielt. Ich sehe keinen Grund etwas verändern zu müssen.

Serge Aubin ergänzte noch, dass es egal ist, welches System man spielt, denn es kommt auf etwas ganz anderes an:

Es ist egal, welches System man spielt, am Ende ist eins wichtig: im Eishockey gibt es viele Zweikämpfe. Sie passieren alle 3,4 Sekunden auf dem Eis und egal, ob es mental darum geht, die richtige Entscheidung zu treffen oder physisch die besseren Fähigkeiten zu haben – man muss sie gewinnen. Man muss sich diese Momente zu eigen machen. Wenn man zu dem Punkt kommt, an dem wir uns gerade befinden, beide Teams haben viele Sachen gut gemacht. Jetzt geht es darum, das Kapitel zu schließen. Natürlich wollen wir als Sieger herausgehen. Wir sind uns der immensen Arbeit bewusst, die wir verrichten müssen. Und ich weiß ohne Zweifel, dass die Jungs bereit sind, loszulegen.

Doch auch wenn man Wolfsburg gestern Abend endlich erstmals besiegen konnte, der Respekt ist nach wie vor riesengroß vor den Niedersachsen und man weiß auch um deren Stärken, nicht wahr Jonas Müller?

Auf jeden Fall im Powerplay. Wir müssen Strafen vermeiden, was uns im letzten Spiel eigentlich ganz gut gelungen ist. Wir haben zwar ein Tor kassiert in Unterzahl, aber im Großen und Ganzen haben wir es ganz gut geschafft. Defensiv ist Wolfsburg echt stark, sie versuchen jeden Schuss zu blocken und werfen sich auch immer gut rein. Sie sind auch immer gut in der Linie und sind auch stark vor dem Tor.

Kapitän Frank Hördler ergänzte die Wolfsburger Stärken noch und zählte auf, was die Eisbären dagegen tun müssen:

Wolfsburg ist ganz stark in ihrer Disziplin, sie stehen sehr, sehr gut hinten drin. Sie sind hart vorm Tor, sie spielen sehr gut Körper und sind brandgefährlich, wenn sie vor unser Tor kommen. Deswegen muss unsere Stärke einfach sein, dass wir sie frühzeitig und schnell unter Druck setzen. So wie wir es jetzt im zweiten Spiel gemacht haben von Anfang an. Wir dürfen denen gar keinen Raum geben, weil sonst sind sie gefährlich.

Die Stärken der Eisbären kennen wir, die Stärken von Wolfsburg haben die Spieler aufgezählt, fragen wir doch mal den Coach, was morgen Abend den Unterschied ausmachen wird?

Volle 60 Minuten zu spielen. Natürlich wollen wir einen guten Start haben, aber das Spiel ist nicht vorbei, solange wir nicht die Endsirene gehört haben. Und das gilt für beide Teams. Wir fokussieren uns auf den Moment. Wir haben uns diese Möglichkeit erarbeitet, es war ein langer Weg und nun wird es Zeit, die Sache zu Ende zu bringen. Wir sind Zuhause und brauchen jeden Einzelnen dafür. Wir müssen den Moment genießen, denn sowas passiert nicht jedes Jahr. Die Jungs müssen sich daran erinnern, dass es am Ende ein Spiel ist. Sie sollen Spaß haben und wir wollen unsere Fans stolz machen. Wir wollen selber auf uns stolz sein und unsere Familien stolz machen.

Volle 60 Minuten, Serge Aubin spricht es an. Damit hatten die Eisbären in Spiel Drei der Viertelfinal- und Halbfinalserie so ihre Probleme, lag man doch gegen Iserlohn und Ingolstadt mit 0:2 hinten. Darauf würde ich morgen gerne verzichten, alleine schon um die Nerven zu beruhigen. Aber wie schwer ist es für die Spieler, das große Ziel Meisterschaft auszublenden und nur von Wechsel zu Wechsel zu denken, Kris Foucault?

Das ist das Schwerste, nicht zu hochmutig, aber auch nicht zu demütig zu sein. Wenn wir das erste Tor machen, dürfen wir nicht zu enthusiastisch werden, denn es wird ein langes Spiel und alles kann passieren.

Jonas Müller fügte noch hinzu:

Ja klar, man denkt in jedem Spiel von Wechsel zu Wechsel. Man versucht einfach in jedem Wechsel alles zu geben, alles rauszuholen, dass man keine Fehler macht. Klar, wenn mal ein Fehler passiert, sind da auch noch vier andere auf dem Eis, wo wir uns immer gegenseitig gut unterstützen. Das haben wir bis jetzt immer ganz gut hinbekommen und werden es auch im letzten Spiel schaffen.

Die Eisbären stehen jetzt so kurz vor dem Ziel, morgen könnten sie die lang ersehnte achte Meisterschaft endlich gewinnen. Was spricht aus Sicht von Jonas Müller denn dafür, dass das große Ziel morgen auch erreicht wird?

Ich glaube einfach, dass wir den größeren Willen haben. Ich glaube, dass wir im letzten Spiel auch gezeigt haben, wenn wir alles raus holen und einfach Gas geben und Wolfsburg einfach keinen Platz geben, dass es dann schwierig für Wolfsburg wird, da irgendwas zu kreieren. Wir müssen einfach so spielen wie letztes Spiel und ich glaube, dann haben wir richtig gute Chancen.

Aber noch etwas treibt die Eisbären an. Vor der Kabine in der Mercedes-Benz Arena hängt ein Schild mit der Aufschrift „We before me“ („Wir vor mir“). Trainer Serge Aubin über die Wichtigkeit dieses Mottos:

Das war unser Teammotto über die letzten Jahre hinweg. Es ist einfach eine Erinnerung, dass man nur so gut ist wie sein Mitmensch. Dein Teamkollege, dein Freund, dein Arzt, dein Therapeut, egal wer, wir sind alle im selben Boot. Es ist eine große Herausforderung, auf die wir uns sehr freuen. Ich mag wo wir sind, aber es wird schwer. Das wissen wir und es wird Zeit sich der Herausforderung zu stellen. Darauf haben wir uns lange vorbereitet.

Und die Jungs sind heiß und voller Vorfreude auf morgen Abend, wie Frank Hördler bestätigt:

Sie ist riesig, die Mannschaft brennt, sie freut sich, sie hat hart gearbeitet, um genau da zu sein, wo wir jetzt sind. Sie freut sich jetzt rauszugehen und zu zeigen, was sie kann.

Und doch müssen wir bei aller Vorfreude auch traurig sein. Denn was wäre morgen Abend in der Arena los, wenn wir Fans live dabei sein könnten? Die Arena würde beben und das Dach wegfliegen. Jonas Müller vermisst die Fans auf jeden Fall und sehnt ihre Rückkehr herbei:

Es ist schon schade, auf jeden Fall. Allgemein dass es das ganze Jahr keine Fans gab. Ich meine auch jetzt in den Playoffs, die Stimmung wäre immer bombastisch gewesen, wenn wir uns da immer noch zurück gekämpft hätten und das Stadion hätte hier auch immer gebebt. Es ist echt schade, dass es nicht irgendwie die Möglichkeit gibt, dass ein paar Fans kommen dürfen, aber so ist es dieses Jahr und man kann nur hoffen, dass es nächstes Jahr wieder anders wird.

Es ist alles angerichtet für den großen Showdown. Die Eisbären Berlin greifen nach dem achten Stern. Jetzt vollendet euer Meisterstück und holt euch den Meisterpokal, ihr habt es euch redlich verdient!