Licht und Schatten am ersten DEL-Wochenende bei den Eisbären Berlin

Zwei Spieltage ist die neue Saison in der PENNY DEL schon wieder alt und die Eisbären Berlin haben ihre ersten beiden Spiele absolviert. Am 1. Spieltag traf man auf Red Bull München, gegen die man mit 1:4 verlor. Am 2. Spieltag war man am Seilersee zu Gast und gewann dort in einer turbulenten Partie mit 7:4 bei den Iserlohn Roosters. Somit stehen die Hauptstädter nach zwei Spieltagen punkt- und torgleich mit dem Gegner vom Sonntag, den Iserlohn Roosters, auf Platz Sechs in der DEL-Tabelle – mit drei Punkten und 8:8-Toren.

Dabei hätten es am Ende auch gut und gerne fünf oder sechs Zähler sein können. Denn auch gegen München war ein Sieg im Bereich des Möglichen. Auch gegen die Mannschaft von Coach Don Jackson zeigte man eine ansprechende Leistung, kam immer gut rein in die drei Drittel und ging auch früh im zweiten Drittel in Führung. Man erspielte sich gute Chancen, hatte auch den ein oder anderen Alleingang, welchen man aber eben nicht verwerten konnte. Bei einer besseren Chancenverwertung hätte man gegen München durchaus nach regulärer Spielzeit oder Verlängerung/Penaltyschießen gewinnen können.
Denn so viel besser waren die roten Bullen nun nicht, aber eben sehr effektiv vor dem Tor. Zwei Tore nach einem Bully im Angriffsdrittel und ein wichtiges Powerplaytor zum vorentscheidenden 3:1. München erwies sich am Ende als etwas abgezockter als die Berliner. Kleinigkeiten machten die Spieler und Trainer Serge Aubin daher nach dem Spiel als Hauptgründe für die Niederlage aus, aber man befindet sich eben auch noch in einem Prozess.

In Iserlohn war es dann natürlich ein Spiel, welches den Trainern graue Haare beschert haben dürfte. Dort ging es teilweise munter hin und her, die Defensive der Eisbären offenbarte dabei weiterhin ihre Probleme. Diese ziehen sich nun schon seit der CHL wie ein roter Faden durch das Spiel der Eisbären. Und Marcel Noebels sagte daher ja auch nach dem Spiel am Seilersee, dass es recht selten ist, dass man drei Punkte holt, wenn man auswärts vier Gegentore kassiert. Das kann nicht immer gut gehen, aber es zeigte eben auch die Moral und den Charakter der Mannschaft. Dreimal ging Iserlohn in Führung, dreimal kamen die Berliner zurück, welche aber vor allem im zweiten Drittel mal wieder mit ihrer Chancenverwertung gehadert haben dürften. Doch im letzten Drittel zeigten sie, welches Potential in dieser Mannschaft steckt und schossen mit vier Toren den ersten Saisonsieg noch souverän heraus.
Aber darauf darf man sich eben nicht immer verlassen, von daher wird man nun in der nächsten Zeit daran arbeiten, die Defensive in den Griff zu bekommen. Denn immer wieder einem Rückstand hinterher zu rennen kostet natürlich auch enorm viel Kraft und diese kann dir dann am Ende eines Spiels irgendwann ausgehen.

Die Verantwortlichen der Eisbären werden aus diesen beiden Spielen ihre Schlüsse ziehen, werden die positiven und negativen Dinge analysieren. Was gegen München und Iserlohn sicherlich schon gut lief, war das Penaltykilling, wenn gleich es in beiden Duellen jeweils ein Gegentor in Unterzahl setzte. Aber die Ansätze sind da und gerade gestern lobte Coach Serge Aubin auch explizit die Special Teams seiner Mannschaft.
Das man Tore schießen kann, wenn man seine Chancen besser nutzt, das bewies man gestern Abend am Seilersee, als im letzten Drittel endlich der Knoten platzte. Nur defensiv muss man seine Baustellen angehen und dort weniger Gegentore zu lassen. An den ersten beiden Spieltagen ließ man insgesamt 53 Torschüsse der Gegner zu. Dabei fiel vor allem gegen München auf, dass man die roten Bullen in diesem Spiel vor allem aus der gefährlichen Zone zum Abschluss kommen ließ. 47 Prozent ihrer Schüsse gab München aus dem Slot ab. Was natürlich auch schwer ist, München mit der Qualität der Spieler aus dem Slot fernzuhalten.
Gegen Iserlohn klappte das dann schon wesentlich besser und die Roosters gaben nur 28 Prozent ihrer Schüsse aus dem Slot ab. Da klappte die Defensivarbeit schon wesentlich besser, aber dennoch schlug es viermal hinter Tobias Ancicka ein. Die Eisbären wissen also, woran sie ansetzen müssen.

Was beim Donnerstagspiel auffiel: Während beim Gegner die Eiszeit relativ ausgeglichen verteilt wurde und kein Spieler auf mehr als 20 Minuten Eiszeit kam, waren es bei den Eisbären gleich drei Spieler – Morgen Ellis (21:42 Minuten), Blaine Byron (21:02) und Leo Pföderl (20:06).
Am Sonntag am Seilersee waren es dann schon fünf Spieler mit mehr als 20 Minuten Eiszeit – Marcel Noebels (23:06), Blaine Byron (22:16), Jonas Müller (22:08), Leo Pföderl (21:47) und Morgan Ellis (21:28). Da brachten es aber auch drei Sauerländer auf mehr als 20 Minuten Eiszeit.

Die Youngster bekamen unterschiedlich viel Eiszeit. Bennet Roßmy bekam gegen München 4:45 Minuten, in Iserlohn waren es dann nur noch 2:33 Minuten. Korbinian Geibel kam bei seinem einzigen Spiel in Iserlohn auf 1:25 Minuten. Eric Mik war gegen München mit 8:38 Minuten der Youngster mit der meisten Eiszeit, Sebastian Streu kam auf 6:21 Minuten. Streu war dann am Sonntag mit 11:22 Minuten deutlich mehr auf dem Eis als Mik (3:21 Minuten).

In Überzahl fiel auf, dass gegen München gleich fünf Spieler auf mehr als vier Minuten Eiszeit kamen – Nicholas B. Jensen (4:25), Giovanni Fiore, Zach Boychuk (beide 4:12), Matt White (4:10) und Mark Zengerle (4:02). Damit hatten sie deutlich mehr Powerplayzeit als Blaine Byron, der mit exakt drei Minuten die sechstmeiste Zeit in Überzahl auf dem Eis verbrachte.
Aber auch da rotierte Coach Serge Aubin, waren es am Sonntag in Iserlohn doch andere Spieler, welche die meiste Zeit in Überzahl auf dem Eis waren – Leo Pföderl, Blaine Byron (beide 2:50), Marcel Noebels (2:49) und Morgan Ellis (2:22).

Erfreulich zu sehen war, dass Kevin Clark in Iserlohn endlich sein erstes Tor für die Eisbären erzielte und zudem auch noch ein Tor vorbereitete. Die ersten beiden Scorerpunkte für den zu Beginn doch eher glücklosen Clark, aber Serge Aubin hatte es ja nach dem Spiel gegen München auf der Pressekonferenz gesagt, dass er sich da keine Sorgen macht, dass er seine Zeit brauchen wird, aber dann den Eisbären weiterhelfen wird.
Die drei besten Scorer an diesem Wochenende verwundern dagegen überhaupt nicht: Marcel Noebels mit vier (2 Tore/2 Assists), Matt White (2/1) und Leo Pföderl (1/2) mit je drei Scorerpunkten.

Ausbaufähig ist hingegen die Fangquote der beiden Goalies, was aber bei acht Gegentoren nicht verwundert. Mathias Niederberger kommt nach dem Spiel gegen München auf eine Quote von 85,71 Prozent, Tobias Ancicka auf 83,33 Prozent.

Aber noch sind wir ganz früh in der Saison und die Leistungskurve der Eisbären Berlin zeigt nach oben. Ob sie auch in den Spielen in Bremerhaven am Freitag und gegen Mannheim am Sonntag weiter steigen wird, werden wir am Wochenende beobachten.

1:4-Niederlage zum Saisonstart: Eisbären hadern mit der Chancenverwertung – München erweist sich als enorm abgezockt

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #3:

Die Eisbären Berlin haben das erste Heimspiel in der neuen Saison der PENNY DEL verloren. Gegen Red Bull München setzte es am Ende eine 1:4 (0:0,1:2,0:2)-Niederlage. Das war natürlich nicht der erhoffte Start gewesen, zumal man damit jetzt bei fünf Pflichtspielniederlagen in Folge liegt. Aber auch gestern waren wieder gute Ansätze dabei, dominierte man phasenweise das Spiel und München, hatte jede Menge guter Torchancen. Doch mangelte es an der Chancenverwertung. Diese gelang München deutlich besser, weil sie am Ende einfach abgezockter agierten. Dennoch kann man auch aus dieser Partie positive Sachen mitnehmen.

Bei den Eisbären gab es gestern die Rückkehr von Verteidiger Morgan Ellis, der an der Seite von Jonas Müller verteidigte. Die übrigen Verteidiger-Pärchen blieben im Vergleich zur CHL-Partie in Schweden unverändert. Müller hatte da noch mit Eric Mik zusammen gespielt, der war heute siebter Verteidiger. Im Sturm gab es das Saison-Debüt des zuletzt gesperrten Parker Tuomie, welche eine Angriffsreihe mit Mark Zengerle und Kevin Clark bildete. Clark rotierte aus der Formation mit Marcel Noebels und Leo Pföderl heraus. Dort stürmte stattdessen Blaine Byron. Die Reihe White-Boychuk-Fiore blieb zusammen. Die nominell vierte Reihe bildeten Manuel Wiederer, Sebastian Streu und Bennet Roßmy. Und das Berliner Tor hütete wieder „die Krake von Riga“ Mathias Niederberger.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Was war das vor dem Spiel für ein Gefühl! Letzte Saison kam man hoch auf seinen Platz und schaute das Spiel und machte seine Notizen für den Spielbericht. Wenn man sich in der Arena umschaute, sah man eine gähnende Leere. Doch das war gestern anders. Die Arena am Ostbahnhof war wieder mit Leben gefüllt, der Support und die Fan-Gesänge waren wieder zurück und man hatte endlich wieder das typische Eishockey-Feeling zurück. Auch wenn die Arena noch nicht mit 14.200 Zuschauern ausverkauft war, so war es gestern wieder eine unglaubliche Stimmung. Gänsehaut-Feeling.

Und dieses setzte sich fort, als auf dem Videowürfel Bilder aller Meisterschaften gezeigt wurden. Zunächst die der ersten sieben und zum krönenden Abschluss noch die achte. Anschließend wurde das neue Meisterbanner unter das Hallendach gezogen. Da, wo jetzt acht Meisterbanner (!) hängen. DEL-Rekordmeister sind eben die Eisbären Berlin!

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Guter Beginn der Eisbären, die die ersten Minuten den Vorwärtsgang suchten und auch die Scheibe immer wieder gefährlich Richtung Münchner Tor brachten. Und damit provozierten sie auch gleich die erste Strafzeit der Partie, Zach Redmond bekam diese wegen Hakens. Aber es war Patrick Hager, der zunächst einmal einen Konter fuhr, Mathias Niederberger ausspielen wollte, doch der behielt die Ruhe und die Oberhand in diesem Duell. Die Eisbären kombinierten sich erst am Ende richtig klasse durch, Kevin Clark mit dem Onetimer am linken Pfosten, doch er bekam die Scheibe nicht an Danny Aus den Birken vorbei. Auch nach dem Powerplay brannte es noch ein-, zweimal lichterloh vorm Münchner Tor, leider ohne Erfolg für die Berliner.
Nun setzte sich aber auch mal München fest und suchte den gefährlichen Abschluss vor Mathias Niederberger. Aber auch die Jungs vom Oberwiesenfeld hatten bei ihren Versuchen noch kein Glück. Es war bis hierhin ein sehr kurzweiliges Eishockey-Spiel, bei dem es schnell hin und her ging.

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Und direkt nach dem Powerbreak macht es „Peng“ an der Münchner Latte, Leo Pföderl war auf und davon, doch das Aluminium verhinderte die Berliner Führung, welche inzwischen verdient gewesen wäre.
In der elften Spielminute dann aber ein Powerplay für München, Kai Wissmann musste wegen Haltens auf die Strafbank. Doch das Penaltykilling der Berliner mit einer klasse Leistung, ließ nicht einen gefährlichen Schuss der Gäste zu.
Dann wieder die Berliner in Überzahl, Patrick Hager brachte Mark Zengerle zu Fall und somit das zweite Powerplay der Eisbären in dieser Partie. Doch auch das konnte nicht so wirklich überzeugen, Matt White zwar mit zwei gefährlichen Zuspielen vor das Tor, aber da fand sich kein Abnehmer für.
Das Auftaktdrittel lief dann ruhig aus, es passierte nichts Aufregendes mehr und so ging es nach einem sehr ansehnlichen ersten Drittel beim Stand von 0:0 in die Kabinen. Was aus Berliner Sicht negativ auffiel: Die Bully-Statistik, welche 2:12 aussagte…

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56 Sekunden war das Mitteldrittel alt, da schepperte es erstmals in dieser Saison im Tor. Zach Boychuk traf per Onetimer zum 1:0 und die Arena fing an zu Beben (21.). Eben jener Boychuk hatte danach gleich die nächste Chance bei einem Zwei-auf-Eins-Konter auf Zuspiel von Matt White, doch dieses Mal ging die Scheibe nicht ins Netz.
München versuchte eine Antwort zu finden, aber Konny Abeltshausers Schuss landete sicher im Fanghandschuh von Mathias Niederberger, „der Krake von Riga“. Die weitaus besseren Chancen hatten in dieser Phase die Berliner. München hinten unsortiert, Giovanni Fiore mit freier Schussbahn, knapp daneben.
Aber wie es dann immer so ist, wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, trifft der Gegner. Zach Redmond ins kurze Eck zum 1:1 (25.).
Nun war es ein Duell auf Augenhöhe und beide Teams suchten den Weg in die Offensive. München wurde dann aber erst einmal ausgebremst, denn Maximilian Kastner kassierte die nächste Strafzeit für die Gäste, diesmal wegen Beinstellens. Powerplay also für die Hausherren, aber München machte die Räume ganz eng und ließ den Eisbären so überhaupt keinen Platz, weshalb auch dieses Überzahlspiel verpuffte.
Aber die Hauptstädter blieben am Drücker und setzten München immer wieder unter Druck, vor Danny Aus den Birken gab es immer wieder Phasen, wo es brenzlig wurde. Nur die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor der Münchner.
Dann mal wieder ein Überzahlspiel für München, weil die Eisbären zu viele Spieler auf dem Eis hatten. Kevin Clark saß die Strafzeit ab. Aber auch diese Überzahl war nicht von Erfolg oder großartigen Chancen gekrönt.

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Die Partie war weiter hart umkämpft, es ging immer wieder hin und her, mal kam die eine Mannschaft zum Abschluss, mal die andere. Beide waren auf der Suche nach der einen entscheidenden Lücke und München fand diese dann drei Minuten vor der zweiten Drittelpause. Yannic Seidenberg hatte nach einem gewonnenen Bully im Angriffsdrittel abgezogen und zum 1:2 getroffen. Die Scheibe schlug im langen Eck ein (37.).
Und es ging negativ weiter, Frank Hördler mit der nächsten Strafzeit und München mit einem Mann mehr auf dem Eis. Die Chance für die Gäste also direkt zum Nachlegen. Doch Matt White hatte in Unterzahl die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Danny Aus den Birken. Und kurz darauf war das Powerplay auch schon wieder vorbei, denn auch München konnte heute nicht zählen, hatte ebenfalls zu viele Spieler auf dem Eis. Wollten sie wohl heimlich daraus ein doppeltes Überzahlspiel machen, nene so geht das hier aber nicht. Austin Ortega, seines Zeichens Ex-Eisbär, saß diese Strafzeit ab. Somit ging es zunächst mit vier Spielern auf jeder Seite weiter und anschließend einem etwas mehr als einminütigem Powerplay für die Berliner. Und da hatte Matt White wieder die Chance, aber auch dieses Mal schlug die Scheibe nicht hinter Danny Aus den Birken ein. Somit nahm München eine knappe 2:1-Führung mit in die zweite Drittelpause, aber zu Beginn des Schlussdrittels hatten die Eisbären noch 22 Sekunden Überzahl.

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Und aus der Kabine kamen die Eisbären wie die Feuerwehr und sorgten für ordentlich Gefahr vor Danny Aus den Birken. Die Scheibe wollte aber nach wie vor nicht reingehen, egal, was die Eisbären auch versuchten. Danach wirkten die Eisbären aber etwas fahrig in der Defensive, was München Chancen ermöglichte.
Und Simon Després sorgte anschließend für die nächste Berliner Strafzeit, diese kassierte er wegen eines Ellbogenchecks. So nahm man sich also selbst den Rückenwind vom eigentlich guten Start ins letzte Drittel. Und Zach Redmond hatte gleich einmal die dicke Chance, aber Mathias Niederberger fuhr seine Schoner aus und parierte dessen Schuss. Gegen den Schuss von Yannic Seidenberg von der blauen Linie war aber dann auch er machtlos bzw. Yasin Ehliz, welcher den Schuss entscheidend abfälschte – 1:3 (45.).
Nun wurde es natürlich noch schwerer für die Eisbären gegen eine äußerst abgezockt auftretende Mannschaft von Don Jackson. Zumal den Eisbären immer mehr Stockfehler unterliefen, die Pässe nicht mehr ankamen oder aber man Probleme mit der Scheibenverarbeitung hatte.

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Und München fing jetzt an vor dem Tor zu zaubern. Am Ende war es ausgerechnet Austin Ortega, welcher den Gehaltsverzicht nicht mitmachen wollte, der auf 1:4 stellte (48.). Was die Berliner Fans von ihm halten, bekam er bei Durchsage des Torschützens zu spüren – nämlich Pfiffe…
Das vierte Gegentor sorgte jedenfalls durchaus für einen Dämpfer auch beim Publikum, welches aber nun eben die Rückkehr ins Stadion feierte. Aber die Berliner hatten sich den Rückstand selbst zuzuschreiben, weil ihr Spiel nun zu fehlerbehaftet war. An fehlender Unterstützung von den Rängen mangelte es jedenfalls nicht.
Aber nach dem Powerbreak setzten sie sich nochmal im Münchner Drittel fest, Leo Pföderl kam auch zum Abschluss, doch er hatte kein Glück dabei. Doch solche Chancen waren in den letzten Minuten eher Mangelware. Zwar versuchte man Druck aufzubauen, doch die Münchner Defensive ist dafür zu erfahren, um sich in diesem Spiel nochmal die Butter vom Brot nehmen zu lassen.
Am Ende spürte man, wie groß der Frust bei den Eisbären war, als die Abstimmung hinter dem Tor zwischen Mathias Niederberger und Kai Wissmann überhaupt nicht funktionierte und er stattdessen mal eben Münchens Youngster Sebastian Cimmerman gegen den Bande drückte. Dafür kassierte er zurecht zwei Minuten.
Damit war die Messe hier natürlich gelesen, weil die Eisbären auch aus der besten Chance durch Manuel Wiederer, der alleine auf Aus den Birken zulief, nichts machten. So kassierte man eine am Ende auch verdiente Heimniederlage, weil sich die Gäste vom Oberwiesenfeld als zu abgezockt erwiesen und die Eisbären ihre Chancen in den entscheidenden Momenten nicht nutzen konnten und zudem zu viele Fehler noch drin hatten. Am Ende wurde die Mannschaft aber trotzdem von ihren Fans gefeiert.

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Natürlich wäre gestern gegen München auch ein Sieg drin gewesen, dass zeigten auch die Stimmen nach dem Spiel auf der Pressekonferenz oder von den Spielern in der Mixed Zone. Den Knackpunkt machten die Berliner an der mangelnden Chancenverwertung aus. Coach Serge Aubin sah im Gegentor zum 1:3 das entscheidende Gegentor, von dem sich seine Mannschaft nicht mehr erholen sollte.
Eigentlich zeigten die Eisbären auch ein gutes Spiel, kamen stets stark in jedes Drittel rein und machten jede Menge Druck. Im Mitteldrittel belohnten sie sich auch mit dem frühen 1:0. Aber letztendlich fehlte den Hausherren die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Sie hatten beste Chancen, teilweise stark herausgespielt, teilweise aber auch Alleingänge, wo man dann vor dem Tor nicht die Nerven behielt und das Duell mit Danny Aus den Birken verlor. Aber in solchen Duellen gegen Spitzenteams muss man eben seine Chancen eiskalt nutzen und das taten die Berliner eben nicht. Gehen die Chancen rein, dann kann dieses Spiel auch für die Eisbären ausgehen.
Aber wie Serge Aubin so schön nach dem Spiel sagte, es war erst ein Spiel und es kommen noch viele weitere. Und nach wie vor befindet man sich noch in einem Prozess, der aber auch heute wieder Fortschritte zeigte. Zwar steht man jetzt bei fünf Pflichtspielniederlagen in Folge, aber es war nun auch nicht so, dass man in allen Spielen hoffnungslos unterlegen war. Es gab immer wieder Phasen, in denen die Eisbären das Spiel dominierten und beste Chancen hatten. So auch gestern. Und wenn man diese Chancen nutzt, dann werden auch wieder Siege eingefahren, das Selbstvertrauen steigt und man wird eine große Rolle in dieser Saison spielen.

0:5! Die Eisbären waren am Ende chancenlos gegen München

Ausgabe #14:

Der EHC Red Bull München ist mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Nummern zu groß für die Eisbären Berlin. Auch das zweite Duell verloren die Hauptstädter, diesmal mit 0:5 (0:2,0:2,0:1). Die Berliner waren am Ende chancenlos gegen eine starke Münchner Mannschaft, die nur so vor Spielfreude sprühte. Mit so einer Leistung zählt man aktuell nicht mehr zu den Titel-Kandidaten. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte heute wieder auf Zach Boychuk zurückgreifen, welcher direkt in seiner alten Sturmreihe zwischen Matt White und Kris Foucault stürmte. Giovanni Fiore rotierte daher aus dieser Reihe heraus und bildete stattdessen eine Formation mit Parker Tuomie und Mark Olver. Aus dieser Reihe ging somit Eric Mik raus und stand als siebter Verteidiger im Kader. Das Tor hütete wie auch beim „Hinspiel“ in München Mathias Niederberger.

Ein komplett verschlafenes erstes Drittel

Verteidiger Simon Després hatte München direkt nach dem Spiel am Oberwiesenfeld eine Kampfansage für das heutige „Rückspiel“ gemacht. Selbige gab man auch schon vor dem „Hinspiel“ in München ab. Der Ausgang ist allen bekannt. Also war heute die Frage, ob den Worten auch Taten folgten?
Auf jeden Fall kamen die Hausherren wild entschlossen aus der Kabine und gaben bereits in der ersten Spielminute die ersten drei Warnschüsse auf das Tor von Kevin Reich ab. Zweimal waren die Schüsse sichere Beute vom Münchner Goalie, einmal ging die Scheibe über das Tor. Aber es war den Eisbären durchaus anzumerken, dass sie hier auf Wiedergutmachung aus waren, nachdem man das Spiel in München mit 1:4 verloren hatte.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Aber die erste dicke Chance gehörte den Gästen vom Oberwiesenfeld. Chris Bourque mit dem Versuch von der rechten Seite und dem Pfostentreffer. Glück für die Berliner also. Auch die zweite dicke Chance hatten die Gäste, als Yasin Ehliz überraschend im Slot aus der Drehung zum Abschluss kam. Mathias Niederberger konnte die Scheibe gerade so noch abwehren. Solche Unaufmerksamkeiten dürfen sich die Eisbären gegen München nicht allzu oft erlauben.
München fortan die bessere, weil zielstrebigere Mannschaft. Bei München sah das spielend leicht aus, wie sie sich vor das Berliner Tor kombinierten, während die Eisbären im Spielaufbau etwas zu behäbig wirkten, mal wieder nach einem Mittel gegen die kompakte Münchner Defensive suchten.
Hinten wirkten die Eisbären anfällig und offen wie ein Scheunentor. Derek Roy war der Nutznießer einer chaotischen Situation vor dem Berliner Tor, als weder Mathias Niederberger noch zwei Berliner Spieler vor dem Tor wussten, wo die Scheibe gerade ist. Roy war hellwach, rauschte heran und schoss den Puck ins leere Berliner Tor ein – 0:1 (10.). Die verdiente Führung für die Mannschaft von Coach Don Jackson.
Auch fortan taumelten die Eisbären weiterhin durch das Spiel, leisteten sich einen Fehlpass nach dem anderen. Sie waren stets zu weit weg vom Gegenspieler. München dürfte nach der Ansage von Simon Després alles erwartet haben, nur nicht harmlose und tollpatschige Eisbärchen. Ein weiteres Beispiel: Parker Tuomie ließ sich im eigenen Drittel die Scheibe ohne Not abnehmen, J.J. Peterka stand somit auf einmal frei vor Niederberger, konnte den Berliner Goalie aber nicht überwinden. Auch nicht mit seinem zweiten Versuch nur wenige Sekunden später.

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Knapp fünf Minuten vor der ersten Drittelpause schlug es dann aber doch ein zweites Mal im Berliner Tor ein. Matt Maione zog vom rechten Bullykreis ab, sein Schuss schlug im langen Eck ein, keine Chance für Niederberger, der aber auch komplett alleine gelassen wurde – 0:2 (16.).
Das Zweikampfverhalten der Eisbären ließ arg zu wünschen übrig. Immer wieder kam München zu einfach vor das Berliner Tor, weil die Eisbären einfach einen Schritt langsamer waren. Unerklärlich, hatten doch beide das letzte Spiel gegeneinander und somit die gleiche Regenrationszeit. Aber München wirkte wacher, spritziger, zielstrebiger, während die Berliner in allen Belangen unterlagen waren. Von einer Ansage war man im ersten Drittel erneut weit entfernt.
In den Schlusssekunden dann noch einmal Chaos vor Mathias Niederberger, der das 0:3 dank seines Einsatzes verhindern konnte. Zuvor rettete der Pfosten beim Schuss von Ethan Prow, den Rebound bekamen seine Teamkollegen nicht aus der Gefahrenzone. So lagen die Eisbären, aus ihrer Sicht sehr schmeichelhaft, mit 0:2 zurück. Serge Aubin dürfte mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen sein und so dürfte es eine deftige Kabinenansprache gegeben haben.

Auch im zweiten Drittel keine Gegenwehr der Eisbären

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

So wirklich viel gebracht hatte sie jedoch nicht. Denn die haarsträubenden Fehler vor dem eigenen Tor waren auch zu Beginn des Mitteldrittels noch zu sehen und so bot sich Yasin Ehliz die erste gute Möglichkeit. Doch Mathias Niederberger war der einzige Eisbär mit Normalform, parierte diesen Schuss und hielt seine Mannschaft weiterhin im Spiel.
Danach sah man das Spiegelbild dieser Partie: Berlin rannte planlos an. Entweder spielte man die Scheibe tief und lief hinterher oder aber man versuchte es mit dem Kopf durch die Wand. München hingegen baute sein Spiel durchdacht auf, Chris Bourque kam über rechts ins Angriffsdrittel, hatte natürlich viel zu viel Platz, zog ab und die Scheibe ging über die Fanghandseite rein ins Tor – 0:3 (25.). Mathias Niederberger konnte einem leid tun, denn was nützt dir einer der besten Goalies der Liga, wenn du ihn so im Stich lässt, wie es die Eisbären heute Abend taten.

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Mitte des zweiten Drittels zeigten die Hausherren mal so etwas wie Einsatz, als es nach einem Angriff hinter dem Münchner Tor mal zum kurzen Austausch von Nettigkeiten kam. An deren Ende musste John Ramage und Yannic Seidenberg in die Kühlbox und durften sich abkühlen. Beide bekamen 2+2-Minuten, bei München musste zudem noch Andrew MacWilliam für zwei Minuten auf die Strafbank, so die Eisbären also in Überzahl. Vielleicht ging ja mal mit einem Mann mehr etwas. Und beinahe wäre der Anschlusstreffer gefallen, aber Zach Boychuk scheiterte am Pfosten. Doch zu mehr Torgefahr reichte es dann nicht mehr. Das war einfach zu wenig von den Hauptstädtern. Selbst mit einem Mann mehr fand man die Lücke in der Münchner Defensive nicht.
Wenn Torgefahr kam, dann von München. Klasse Aufbaupass der Gäste aus dem eigenen Drittel heraus auf Maxi Kastner, der frei vor Niederberger auftauchte, doch der Berliner Goalie verhinderte den vierten Gegentreffer. Wenn doch nur alle Eisbären die selbe Leistung wie ihr Goalie abgerufen hätten, dann wäre man hier nicht so chancenlos gewesen.

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München wirkte trotz der klaren und hochverdienten Führung immer noch hungrig, wollte vor den Playoffs noch eine richtige Duftmarke in der Hauptstadt setzen. Davon waren die Eisbären weit entfernt, auch wenn man es vor den Duellen gegen Red Bull ja noch lautstark angekündigt hatte.
Zum Ende des Mitteldrittels dann nochmal ein Powerplay für die Gastgeber nach einer Strafe gegen Daryl Boyle. Doch das Powerplay war unglaublich schlecht und zur absoluten Krönung sorgte Matt Maione auch noch für den Shorthander – 0:4 (40.). Frank Hördler mit dem unnötigen Scheibenverlust in der neutralen Zone und Maione fuhr alleine auf Niederberger zu. Der Berliner Goalie war dann auch machtlos und München nahm das Geschenk natürlich dankend an.
So führte München nach 40 Minuten mit 4:0 und angesichts der Berliner Leistung musste man im Schlussdrittel schlimmes erwarten.

Kein Aufbäumen im Schlussdrittel

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Und dieses begannen die Hausherren mit einem neuen Goalie. Tobias Ancicka stand für die letzten 20 Minuten im Berliner Tor, Mathias Niederberger war erlöst. An seiner Leistung lag es sicherlich nicht, dass er ausgewechselt wurde. Viel mehr wollte Trainer Serge Aubin dem jungen Ancicka Spielpraxis verschaffen und vielleicht sein Team nochmal wachrütteln.
Die Eisbären versuchten es fortan auch nochmal, aber durch unnötige Fehlpässe lud man München zu Kontern ein. So darfst du gegen ein Spitzenteam nicht auftreten, denn die nutzen solche Einladungen meistens aus.
Was den Eisbären aber nicht gelang, trotz ihres Anlaufens im letzten Drittel, war sich eine hundertprozentige Chance herauszuspielen. So waren die Schüsse allesamt kein Problem für Kevin Reich im Tor der Gäste.

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Dafür kassierten sie aber eine Strafzeit in Person von Zach Boychuk und so bekam München die Chance, in Überzahl die Führung noch weiter auszubauen. Und Frank Mauer kam auch zu zwei guten Möglichkeiten aus dem Slot heraus, aber Tobias Ancicka war zur Stelle und hielt sein Tor sauber. Doch dann war auch der junge Berliner Goalie machtlos. Weil seine Vorderleute keine Bewegung in der Box hatten, München sich die Scheibe munter hin und her spielen konnte und Zach Redmond am Ende problemlos zu 5:0 einschießen konnte (51.).
Anschließend passierte nicht mehr viel. Die Luft war raus aus dem Spiel. Beide nochmal mit einem Powerplay, was aber auch nichts Zählbares mehr einbrachte. So brachte München den Sieg souverän über die Zeit und zeigte den Eisbären auch im zweiten Aufeinandertreffen deutlich die Grenzen auf.

Auch die zweite Ansage der Eisbären verlief ins Leere. Zwar dachte man in der ersten Minute noch, sie hätten sich hier wirklich was vorgenommen. Doch relativ schnell musste man feststellen, dass dem nicht so war. München war den Eisbären in allen Belangen überlegen. Sie waren spritziger, waren immer einen Schritt schneller, zogen ihren Spielplan durch und waren vor dem Tor eiskalt. Und trotz ihrer Führung merkte man München den Siegeswillen durchweg an. Sie wollten immer weiter machen und nachlegen. Die Eisbären hingegen wirkten kraftlos, planlos, ohne Esprit, spielten nicht als Team zusammen, trafen stets die falschen Entscheidungen, wollten zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Es fehlte der Mannschaft von Serge Aubin einfach an allem, was man in so einem Spiel zeigen muss. Vor allem dann, wenn man vor den Spielen gegen München solche Ansagen macht, dass man eine Botschaft senden wolle und dass sich München im Rückspiel warm anziehen müsse. Den Worten folgten auf dem Eis jedoch keine Taten und so bekamen die Eisbären in beiden Spielen deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Und mit solchen Leistungen verabschieden sie sich auch aus dem Kreis der Titel-Favoriten, denn Mannheim und München sind dann doch ein ganz anderes Kaliber. Und auch wenn München in dieser Saison geschwächelt hat, so scheinen sie rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt voll da zu sein.
Was auch auffällt, die Top-Reihe um Noebels, Pföderl und Reichel ist längst nicht mehr so gefährlich wie noch in den Nord-Duellen. Auch andere Leistungsträger wie u.a. Kris Foucault und Matt White sind derzeit nicht in den Top-Form. Was aber heute auf die gesamte Mannschaft zu traf. Außer die Goalies, welche einem in solchen Spielen am meisten leid tun.
Eine Chance zur Reaktion haben die Eisbären gleich morgen Abend an selber Stelle, wenn man ab 18:30 Uhr die Schwenninger Wild Wings empfängt. Diese sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und vielleicht auch vorher auf großspurige Ansagen verzichten.

1:4 in München: In 55 Sekunden schenken die Eisbären das Spiel am Oberwiesenfeld her

Man wollte im Hinblick auf die bevorstehenden Playoffs eine Botschaft senden. An München, an Mannheim. Am Ende bekam man die Botschaft vom Gegner selbst gesendet und die saß. Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel am Ostersonntag beim EHC Red Bull München mit 1:4 (1:1,0:2,0:1) verloren und damit die erste Niederlage nach zuvor vier Siegen in Serie kassiert. Der Knackpunkt waren zwei Gegentore innerhalb von 55 Sekunden zu Beginn des Mitteldrittels. Von diesem Doppelschlag erholten sich die Eisbären nicht mehr. 

Bei den Berlinern kehrte Kris Foucault in den Kader zurück. Deshalb stellte Chefcoach Serge Aubin die Sturmreihen um. Mark Olver wurde aus der Reihe mit Giovanni Fiore und Matt White heraus genommen, denn Kris Foucault nahm diesen Platz in der zweiten Reihe wie vor seiner Verletzung wieder ein. Mark Olver bildete mit Parker Tuomie und Eric Mik die dritte Reihe. Fabian Dietz und Haakon Hänelt, welche gegen Straubing noch an der Seite von Parker Tuomie stürmten, waren nun zusammen mit Nino Kinder die vierte Reihe. Somit hatte Aubin also im Kracher-Duell wieder volle vier Reihen zur Verfügung. Was in so einem Spiel von großem Vorteil ist. Und ebenso wichtig war natürlich die Torhüter-Position, welche Mathias Niederberger bei den Eisbären bekleidete.

Die Special Teams dominieren das erste Drittel

Yasin Ehliz gab die Marschroute vor dem Spiel vor, als er sagte, man wolle Berlin früh stören, damit diese nicht ins Rollen kommen. Denn das die Eisbären in diesem Jahr enorm stark spielen und zum Favoritenkreis auf die Meisterschaft gehören, ist auch der Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson nicht entgangen.
Von Beginn an war es das erwartet hart umkämpfte Spiel. Es ging hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg zum Tor und kamen auch zu guten Abschlüssen. Beide Goalies, Danny Aus den Birken und Mathias Niederberger, standen also sofort im Mittelpunkt des Geschehens. Doch beide Torhüter zeigten, dass sie zu den Besten ihres Fachs gehören. München dabei das etwas aktivere Team, was zu Hause nichts Neues ist.
Die Special Teams kamen nach sechs Minuten erstmals zum Einsatz, als Andrew MacWilliam wegen eines Stockschlags auf die Strafbank musste. Powerplay also für die Eisbären, wo sie in diesem Jahr zu den besten Teams gehören. Und zweimal wurde es auch gefährlich vor dem Münchner Tor, doch zum Torerfolg sollte es nicht reichen.
Aber die nächste Chance folgte sogleich. Maximilian Daubner kassierte nach neun Minuten die zweite Strafe für München, diesmal wegen Beinstellens. Die zweite Chance also für die Hauptstädter, in Überzahl die Führung zu gehen. Und diesmal klappte es. Leo Pföderl mit seinem 20. Saisontor. Frank Hördler brachte die Scheibe auf das Tor, wo Lukas Reichel und Leo Pföderl alleine standen. Reichel mit dem Pass auf Pföderl und der hatte keine großen Probleme, die Scheibe ins leere Tor einzuschießen – 1:0 (10.).
Das Berlin gut im Powerplay ist, schien sich jedoch nicht bis nach München herum gesprochen zu haben, denn J.J. Peterka mit der dritten Strafzeit für München in der elften Spielminute wegen Hakens. Erneut wurde es gefährlich vor dem Tor von Danny Aus den Birken, aber auch München hatte durch Justin Schütz die dicke Möglichkeit zum Ausgleich, doch er scheiterte mit seinem Alleingang an Mathias Niederberger.
Die Special Teams waren weiterhin im Einsatz, diesmal war aber mal das Münchner Powerplay an der Reihe. Fabian Dietz kassierte die erste Berliner Strafzeit wegen eines hohen Stocks. Doch München kam nur zu einer dicken Möglichkeit durch Yannic Seidenberg, aber dessen Onetimer parierte Niederberger äußerst stark.
Machtlos war der Berliner Goalie dann aber drei Minuten vor der ersten Drittelpause. Maxi Daubner und J.J. Peterka mit der klasse Vorarbeit für Maxi Kastner, welcher die Scheibe im langen Eck versenkte – 1:1 (17.).
Und die schlechten Nachrichten für die Eisbären gingen weiter. Eric Mik mit der zweiten Strafzeit auf Berliner Seite wegen Beinstellens. Und auch in diesem Überzahlspiel wurde es gefährlich vor dem Berliner Tor, aber die Hauptstädter überstanden diese brenzlige Situation und so ging es beim Stand von 1:1 und noch sechs Sekunden Powerplay für München in die erste Drittelpause.
J.J. Peterka mit seiner Analyse zum Auftaktdrittel:

Es ist ein sehr hart umkämpftes Spiel. Wir müssen mehr von der Strafbank wegbleiben und unser Spiel denen aufzuzwingen und in deren Drittel zu spielen.

Ein Doppelschlag schockt die Eisbären

Und das Mitteldrittel begann denkbar schlecht aus Berliner Sicht. Yannic Seidenberg mit dem Sahnepass von hinten heraus auf Frank Mauer, welcher frei vor Mathias Niederberger auftauchte und ihm die Scheibe lässig durch die Schoner schob – 1:2 (21.). 36 Sekunden war das zweite Drittel da gerade einmal alt. Die kalte Dusche also für die Berliner, welche aber noch kälter ausfallen sollte. Fehler der Eisbären im Angriffsdrittel, Justin Schütz mit dem Konter über links, dann mit dem Querpass rechts rüber auf Yasin Ehliz, welcher die Scheibe eiskalt im Tor versenkte – 1:3 (22.). 55 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Toren.
Und wenn es einmal schlecht läuft, dann richtig. Kris Foucault kassierte nur 13 Sekunde später die nächste Strafzeit für die Eisbären. Und im Powerplay hatte Trevor Parkes die Riesenchance zum 4:1, als er frei vor Niederberger auftauchte, diese Chance aber vergab.
Die Berliner mussten sich von diesem Schock zu Beginn des Drittels erstmal erholen, das merkte man ihnen an. Sie waren fortan zwar bemüht, nach vorne zu spielen, aber München ließ nicht viel zu, machte die Räume eng. Die Hausherren taten nicht mehr als nötig, wenn sie aber mal vor das Tor der Eisbären kamen, wurde es durchaus gefährlich. Den Eisbären mangelte es an Ideen, die kompakte Defensive der Gastgeber mal zu knacken, auch der Spielwitz ging verloren.
Diesen könnte man vielleicht in Überzahl wiederfinden, denn diese bekam man fünf Minuten vor der zweiten Drittelpause. Philip Gogulla mit der Strafe wegen eines hohen Stocks. Und das Überzahlspiel lief ja heute sehr gut und einmal konnte man schon treffen. Aber das Powerplay glich sich dem zweiten Drittel der Eisbären an. Sie bekamen nichts auf die Reihe und so überstand München die Unterzahl ohne große Mühe schadlos.
Erst in der Schlussphase die Eisbären mal mit der besten Chance im zweitem Drittel, als Parker Tuomie bei einem Zwei-auf-Eins-Konter nur die Latte traf. So blieb es beim 1:3-Rückstand aus Berliner Sicht nach dem zweiten Drittel. Kapitän Frank Hördler mit seinem Fazit zum zweiten Drittel:

Ja, tatsächlich wissen wir ja, dass München solche Chancen nutzt und da haben wir viel zu viel zugelassen. München ist auch im zweiten Drittel stärker raus gekommen, hat viele, viele schnelle Spielzüge gemacht. Das haben sie gut gemacht. Wir müssen die Kleinigkeiten besser machen, gerade in der neutralen Zone. Dass wir eben jedes Mal den Puck tief kriegen und dass wir auch unser Forecheck einbringen können, dass wir auch Druck ausüben können. Wir müssen auch Schüsse auf das Tor bekommen, Danny ist ein guter Torhüter, da müssen wir schießen, schießen, schießen.

Schwungvoller Beginn, aber das 1:4 zog den Stecker

Und die Eisbären kamen wild entschlossen zurück auf das Eis und machen gleich Druck auf das Münchner Tor, gaben wie von Frank Hördler gefordert sofort Schüsse auf das Tor von Danny Aus den Birken ab.
Doch dann kam München mal ins Angriffsdrittel, Jakob Mayenschein ließ sich hinter dem Tor nicht von Ryan McKiernan am Pass vor das Tor hindern und Maxi Daubner netzte eiskalt ein – 1:4 (43.). Auch da stimmte die Zuordnung nicht. Daubner zu frei vor dem Tor und McKiernan kann, obwohl er an Mayenschein dran ist, ihn nicht am Zuspiel hindern. Das ist einfach kein gutes Defensivverhalten.
Und man schwächte sich weiter. Mark Olver mit einer unnötigen Strafzeit im Angriffsdrittel wegen Hakens. Doch München konnte diese „Einladung“ nicht annehmen, sorgte für keinerlei Gefahr vor Mathias Niederberger.
Mitte des letzten Drittels die Eisbären mit einem guten Wechsel und guten Chancen durch Kris Foucault und Matt White, aber ohne Glück im Abschluss. Das hatte auch Lukas Reichel nicht, als er fünf Minuten vor dem Ende nur den Pfosten traf. Chancen waren also am Ende nochmal da, aber nutzen konnte man sie nicht mehr.
Ryan McKiernan stoppte dann den Schlussspurt durch die nächste Strafe wegen Hakens. München nun also mit zwei Minuten Powerplay. Zwei Minuten, die sie die Eisbären vom eigenen Tor fernhalten und so dem sicheren Sieg entgegensteuern konnten. Den fuhren sie am Ende auch ein. München setzte seine Siegesserie fort und beendete zugleich die der Eisbären.

Fazit

Im ersten Drittel sah das Spiel der Berliner noch gut aus, vor allem in Überzahl. Da konnte man auch durch Leo Pföderl in Führung gehen, doch verpasste man es, auch noch ein zweites Tor nachzulegen. So kam München dank einer guten Schlussoffensive zum Ausgleich. Der Knackpunkt war dann letztendlich der Start ins zweite Drittel, den die Hauptstädter komplett verschliefen. Innerhalb von 55 Sekunden schenkte man das Spiel in München her, sah zudem bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Da hatte man es den Hausherren deutlich zu einfach gemacht. Danach fanden die Eisbären nicht mehr zurück ins Spiel und waren auch immer einen Schritt zu weit weg vom Gegenspieler. Auch im Schlussdrittel, wo man sicherlich nochmal gute Chancen hatte, schaffte man es nicht mehr, das Ruder hier rumzureißen. Weil man sich aber auch immer wieder unnötige Strafzeiten leistete und dadurch selbst schwächte. Und auch so mangelte es heute am Spielwitz und der nötigen Kreativität, die Münchner Defensive mal in Verlegenheit zu bringen. Das war heute eindeutig zu wenig, auch einige Leistungsträger wurden von München heute kaltgestellt. Da klingt die Ansage von Verteidiger Simon Després nach dem Spiel in Richtung München fast etwas zu überheblich: „Macht euch bereit für Dienstag!„. Das ging ja heute schon schief, denn von der Botschaft, die man in München setzen wollte, war rein gar nichts zu sehen. Die setzten dagegen die Münchner. Und zwar deutlich.

München vs. Eisbären: Die Eisbären wollen im Kracher-Duell eine Botschaft senden

Die PENNY DEL geht in ihre entscheidende Phase. Nicht mehr lange ist es bis zum Ende der Hauptrunde und dann beginnt sie, die schönste Zeit des Jahres – die Playoffs. Und für die sind die Eisbären Berlin seit dem letzten Spiel bereits qualifiziert. Morgen Nachmittag trifft man mit dem EHC Red Bull München (Bully: 14:30 Uhr) auf einen Gegner, auf dem man im Halbfinale treffen könnte. Berlin und München sind neben den Adler Mannheim die großen Favoriten auf den DEL-Titel in diesem Jahr. Morgen treffen München und Berlin erstmals in dieser Saison aufeinander. Und diese Spiele haben es zuletzt immer in sich gehabt. Daher erwartet PC Labrie, welcher kurzfristig nun doch passen muss, da im Abschlusstraining seine Leistenprobleme wieder aufgetreten sind, ein Spiel mit Playoff-Atmosphäre:

Ja, das wird auf jeden Fall Playoff-Atmosphäre haben. München wird jeden Einzelnen von uns antreiben. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir wissen ja, wie wir Spiele gewinnen können. Darauf haben sich die Jungs im letzten Monat, als ich nicht dabei sein konnte, fokussiert.

Labrie spricht die Siegesserie an. Neun der letzten zehn Spiele haben die Berliner gewonnen, verloren nur in Ingolstadt mit 3:4. Es ist also enorm schwer, diese Berliner Mannschaft in diesem Jahr zu schlagen. Doch was ist der Grund für die bisher so starke Saison, was macht dieses Team so aus, Serge Aubin?

Nun der Grund, warum wir so ein gutes Team sind, ist einfach der, weil sich einfach jeder einbringt. Jeder hat eine unterschiedliche Rolle, einige sind dafür da, sich offensiv zu produzieren, einige verteidigen. Aber jeder tut das für den anderen und für alle gemeinsam. Das ist eine unserer großen Stärken. Wenn wir einmal auf dem Eis sind, dann gibt es kein Ego. Jeder macht seinen Job und der ist immer unterschiedlich, abhängig vom Line-up und dem speziellen Spiel gerade. Wir können auf viele verschiedene Arten gewinnen.

Dabei lassen sich die Hauptstädter auch nicht von Personalproblemen davon abhalten. Sie finden auch mit dem kleinsten Line-up immer wieder Wege, Spiele zu gewinnen. Weil die Jungs dann immer noch mehr geben, als sie es ohnehin schon immer tun. Die Willensstärke ist für PC Labrie dabei der ausschlaggebende Faktor:

Wir hatten ja mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, als wir mit den Spielen die Grenze in den Süden überschritten haben. Bei jedem Spiel mussten die Jungs Schläge einstecken, haben sich aber sofort wieder aufgerappelt. Das hat mir so sehr gezeigt, wie stark ihr Wille ist, das durchzustehen. Für mich ist diese Willensstärke des Teams einfach grenzenlos. Wir tauchen ein. Ich liebe die Stimmung.

Die Eisbären konnten ihre Akkus zuletzt wieder aufladen. Was auch bitter nötig war nach drei Spielen in vier Tagen. Den Kräfteverschleiß hatte man dann auch während des Spiels gegen Straubing am Mittwochabend gesehen. Und doch fand die Mannschaft einen Weg, auch dieses Spiel zu gewinnen. Am Ende stand ein 1:0-Sieg zu Buche. Untypisch für die Eisbären, welche doch in dieser Saison mit 114 Toren die zweitbeste Offensive der Liga stellen. Aber es beweist eben auch, dass sie sich auch mal auf die Defensive konzentrieren und dann auch mal 1:0 gewinnen können, was in den letzten beiden Heimspielen übrigens der Fall war.
Auf die Defensive wird es auch morgen ankommen, wenn die beiden offensivstärksten Teams gegeneinander spielen. Denn München hat mit 123 Toren den besten Angriff der PENNY DEL. Doch genau deshalb erwarten sowohl Trainer Serge Aubin als auch Verteidiger Ryan McKiernan ein von der Defensive geprägtes Spiel in München. Serge Aubin dazu, ob die Defensive morgen den Ausschlag über den Sieg geben wird:

Das denke ich auch. Gerade wenn du gegen ein Team wie München auswärts spielst. Ein Team, welches auch abseits des Pucks sehr aufmerksam ist, sich immer viel Platz verschafft. Aber ich bin selbstbewusst, dass wir das auch können. Wir wissen, wie man verteidigen muss, das haben wir in unserer Gruppe ja schon das ganze Jahr gezeigt. Aber das wird schon ein großer Test. Wir müssen uns ebenfalls viel Platz verschaffen. Wir müssen selbstbewusst spielen und dann schauen wir mal, was passiert.

McKiernan ergänzte noch, dass morgen zwei in etwa gleiche Systeme aufeinander treffen werden:

Ja, da stimme ich dir absolut zu. Unsere beiden Teams spielen in gewisser Wiese schon recht ähnlich. Wir müssen unser Netz vorn frei halten und sicherstellen, dass Mathias alle Schüsse sehen kann. Ja, da hast du recht, es wird ein defensives Spiel. Möge das bessere Team gewinnen.

Beide Mannschaften erwarten eine hart umkämpfte Partie. Von daher war es für die Eisbären jetzt nochmal enorm wichtig, dass man die Akkus wieder auflasen konnte. Denn das Spiel in München wird sehr viel Kraft kosten, zumal beide Teams eine Visitenkarte abgeben wollen für ein mögliches Aufeinandertreffen in den Playoffs. Ryan McKiernan spricht daher von einer Botschaft, die man ihnen senden möchte:

Auf jeden Fall. Wie du schon gesagt hast, es war super wichtig für uns, dass wir uns zwei volle Tage hier richtig gut erholen konnten. Ja, das ist wichtig für uns jetzt, zumal die Chance, dass wir in den späteren Playoffs auf sie treffen, ziemlich hoch ist. Und so ist das eine gute Möglichkeit für uns, Ihnen eine Botschaft zu senden. Ihnen zu zeigen, wie wir spielen werden. Wir müssen einfach so weiter spielen wie bisher. Wir haben es geschafft, unsere letzten Spiele zu gewinnen. Und wenn wir diese Einstellung für die nächsten Spiele beibehalten, werden wir auch erfolgreich sein.

Aber einfach wird es nicht werden. München hat seit einer 3:8-Niederlage in Iserlohn vier Siege in Folge gefeiert. Und was für welche – 6:2 gegen Köln, 9:2 gegen Krefeld, 5:2 in Köln und 8:1 in Krefeld. Die Offensive erzielte in diesen vier Spielen satte 28 Tore, die Defensive kassierte dagegen nur ganze sieben Gegentore. So einfach wird es gegen Berlin aber definitiv nicht werden. Aber viele Tore muss München schon schießen, will man gegen die Eisbären gewinnen. Mindestens vier Tore waren bisher nötig, um volle drei Punkte gegen Berlin einzufahren.
Die Mannschaft von Chefcoach Don Jackson spielt eine Saison, welche einer Achterbahnfahrt gleicht. Aktuell befindet man sich zwar auf dem zweiten Platz in der Gruppe Süd, aber lange Zeit stand man hinter dem ERC Ingolstadt auf Platz Drei. Doch dank der vier Siege in Serie ist man an den Schanzern vorbei gezogen.
Auf der Goalie-Position überzeugt München in diesem Jahr überhaupt nicht, was die durchschnittliche Fangquote ihrer Goalies auch zeigt. Mit einer Fangquote von 89,35 Prozent ist man in dieser Kategorie nur auf Rang Zehn zu finden. Ebenso ein Sorgenkind ist das Powerplay bei München, was mit einer Erfolgsquote von 20 Prozent nur das achtbeste der gesamten Liga ist. Dafür ist man in Unterzahl mit 83,33 Prozent die viertbeste Mannschaft und in Sachen Chancenverwertung mit einer Torschusseffizienz von 11,5 Prozent gar das zweitbeste Team.
Bei München geht auch von der Defensive Torgefahr aus. Zach Redmond kommt auf 27 Scorerpunkte (6 Tore/21 Vorlagen) und Yannic Seidenberg auf 22 (8/14). In der Offensive haben gleich sechs Spieler mehr als 20 Scorerpunkte, darunter u.a. Chris Bourque mit 32 (5/27) und Trevor Parkes mit 30 (19/11). Fehler sollten sich die Berliner also keine erlauben, denn die würden Münchens Angreifer gnadenlos ausnutzen. Und wenn die Tormaschine einmal im Laufen ist, ist sie nur schwer aufzuhalten.

Doch wie stellt Trainer Serge Aubin seine Mannschaft auf diesen Kracher eigentlich ein?

Eigentlich ist es total einfach, diese Spiele jetzt zu coachen. Denn ich muss die Jungs gar nicht großartig motivieren. Die wissen ganz genau, wenn wir nicht voll obenauf sind, dann wird das ein langer, langer Tag. Das ist schon mal klar. Ja, wir sind obenauf und das erwarte ich auch. Ich weiß, die Jungs sind bereit. Und bestimmt wird es hier und da Fehler geben, aber wir werden unsere Chancen nutzen und ihnen nur sehr wenig Gelegenheiten lassen.

Ryan McKiernan: „Wir sind als Team zusammengewachsen“

Nein, der MagentaSport Cup ist bisher nicht das Turnier der Eisbären Berlin. Drei Spiele hat man absolviert, dreimal verließ man am Ende das Eis als Verlierer, hat bisher einen mickrigen Punkt sowie nur drei erzielte Tore auf dem Konto. Das hatte man sich in der Hauptstadt ganz anders vorgestellt, wollte man doch dieses Turnier gewinnen. Zwar hat man rein rechnerisch auch noch die Chance auf den Halbfinal-Einzug, aber leicht wird das nicht. Auf jeden Fall müssen die noch drei verbliebenen Gruppenspielen gegen Mannheim und München sowie in Schwenningen gewonnen werden. Und dann muss natürlich die Konkurrenz auch noch mitspielen.

Das bisher einzig Positive an diesem MagentaSport Cup aus Berliner Sicht ist sicherlich die deutlich sichtbare Leistungssteigerung vom Spiel Eins bis Spiel Drei. Gegen Schwenningen fand man überhaupt nicht in sein Spiel und kam dann auch relativ schnell von seinem Weg ab und ließ alles vermissen, was ein Eishockey-Spiel ausmacht und verlor somit am Ende verdient mit 1:5.
Gegen Mannheim zeigte man sich dann deutlich verbessert, doch am Ende stand auch da mit 0:3 eine Niederlage. Eine, die man aber hätte vermeiden können. Wenn, ja wenn man endlich die Disziplin in den Griff bekommt und sich nicht zu viele Strafzeiten einhandelt. Zudem war in Mannheim die Chancenverwertung ein weiteres Manko, weshalb man ohne Punkte blieb.
Gestern gegen München schien man daran gearbeitet zu haben, nutzte endlich seine Chancen und führte vor dem Schlussdrittel mit 2:0. Doch dann schwand wie schon in den letzten Dritteln gegen Schwenningen und Mannheim die Kraft und es hagelte Gegentore. Und das 2:2 kassierte man in Unterzahl nach einer vollkommen unnötigen Strafzeit gegen Constantin Braun. Da hätte er sich definitiv cleverer anstellen müssen. Und in der Overtime ließ dann auch noch die Konzentration beim entscheidenden Gegentreffer zu wünschen übrig, als München ungestört das Siegtor erzielen konnte, weil die Zuordnung in der Defensive überhaupt nicht stimmte.

Licht und Schatten also bisher, aber wie bereits angedeutet, gab es in den Spielen auch die positiven Dinge, welche sich von Spiel zu Spiel verbessert haben. Daher sprach Trainer Serge Aubin gestern nach dem Spiel auch davon, dass man in München sein bestes Spiel der bisherigen Vorbereitung bestritten hat (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 21.11.2020):

Betrachtet man nur das Ergebnis, ist es natürlich sehr enttäuschend. Wenn du im 3. Drittel mit zwei Toren führst, musst du den Sack zu machen. Ich denke aber, dass wir unser bisher bestes Spiel bestritten haben. Wir waren von Anfang an aggressiv gegen und geduldig mit dem Puck. Leider haben wir drei Minuten vor Ende des Spiels eine unnötige Strafe im Angriffsdrittel gezogen und dann das Gegentor bekommen. In der Verlängerung ist es dann immer auch ein bisschen ein Glücksspiel. Insgesamt haben wir heute vieles richtig gemacht.

Verteidiger Ryan McKiernan ging sogar noch weiter und sprach davon, dass man auf dieser Auswärtsreise als Team zusammengewachsen sei:

Natürlich sind wir nach dieser Niederlage enttäuscht, aber die beiden Spiele in Mannheim und auch heute waren die besten der bisherigen Vorbereitung. Wir haben gerade heute sehr strukturiert und schnell gespielt. Darauf können wir aufbauen. Auch wenn wir heute wirklich enttäuscht sind, war das ein riesen Schritt in die richtige Richtung. Wir sind auf dieser Auswärtsreise als Team zusammengewachsen.

Die nächste Chance, das zu beweisen, haben die Eisbären am Donnerstagabend, wenn es zum bisherigen Überraschungsteam der Gruppe B, den Schwenninger Wild Wings, geht. Will man den MagentaSport Cup immer noch gewinnen, muss die Aufholjagd da beginnen. Dafür bedarf es dann aber einer konzentrierten Leistung über die vollen 60 Minuten sowie einer fast perfekten Disziplin.

Eisbären verspielen 2:0-Führung! 40 Minuten starkes Eishockey reichen gegen München nicht aus

Die Eisbären Berlin bleiben beim MagentaSport Cup weiter sieglos. Am Samstagnachmittag war man zwar nah dran am ersten Sieg, doch am Ende unterlagen die Berliner mit 2:3 n.V. (1:0,1:0,0:2/0:1) beim EHC Red Bull München. Weil man nur über 40 Minuten die starke Leistung durchhielt, am Ende konditionell einbrach und man auch nicht mehr so konzentriert verteidigte. So blieb am Ende nur ein Punkt, den man aus München mit in die Hauptstadt nehmen konnte.

Zwei Spiele, zwei Niederlagen, 1:8-Tore – so lautete die Startbilanz der Eisbären Berlin in den MagentaSport Cup. Heute wollte man in München endlich den ersten Sieg einfahren. Stürmer Leo Pföderl äußerte sich vor dem Spiel bei Magenta Sport wie folgt:

Gegen Schwenningen haben wir es uns selber schwierig gemacht. Nach fünf Minuten haben wir uns schon vom Weg abbringen lassen, waren zu schnell frustriert und haben uns mit den anderen statt mit uns beschäftigt. Das wollten wir gegen Mannheim ändern, das haben wir auch gemacht, es war viel mehr Leben drin. Für uns war es wichtig, dass wir wieder mehr Gas drin haben, mehr miteinander reden und das hat in Mannheim schon ganz gut ausgesehen.

Und wie war der Matchplan heute in München?

München hat wieder die beste Mannschaft, da brauchen wir nicht drüber reden. Sind seit August unterwegs. Für uns wird es wichtig sein, wieder einen Schritt in die richtige Richtung zu machen. Wir haben viele junge Spieler bei, da müssen wir die Kleinigkeiten richtig machen und Spaß haben.

Das Team der Berliner war nur auf zwei Positionen im Vergleich zum Mannheim-Spiel verändert. Neben Maxim Lapierre und Nino Kinder fehlte heute auch John Ramage verletzungsbedingt. Und im Tor kehrte Matthias Niederberger zwischen die Pfosten zurück.

In Mannheim war vor allem die Chancenverwertung ein Manko, weshalb man das Spiel am Ende verloren hatte. Heute bot sich den Eisbären bereits nach 30 Sekunden die Riesenchance zum 1:0. Yannic Seidenberg mit dem Fehlpass von hinter dem Tor auf Marcel Noebels, welcher die Scheibe im Slot abfing und frei vor Kevin Reich stand, ihn aber nicht bezwingen konnte. Der Puck ging rechts vorbei.
Die Gäste mit aggressivem Forechecking, was es München schwer machte, das Spiel von hinten heraus aufzubauen. Und diese Forechecking sorgte dann nach 12 Minuten auch für die Führung. Akil Thomas setzte stark nach, erkämpfte die Scheibe hinter dem Münchner Tor, spielte sie hoch zu Frank Hördler, welcher direkt abzog. Dessen Onetimer fälschte Parker Tuomie entscheidend vorm Tor ab – 1:0. Die erste Führung beim MagentaSport Cup für die Eisbären und das zweite Turniertor von Tuomie.
Danach wurde München aktiver und kam auch zu Chancen. Doch Matthias Niederberger war stets zur Stelle und ließ nichts zu. Wie übrigens auch bei seinem letzten Duell im Welli gegen München, als man mit 1:0 gewann.
Drei Minuten vor der ersten Drittelpause kassierten die Hauptstädter ihre erste Strafzeit der Partie, Jonas Müller musste wegen Haltens für zwei Minuten in die Kühlbox. München hatte vor allem in der ersten Minute Probleme, in die Formation zu kommen. Als sie diese gefunden hatten, waren es Frank Mauer mit einem Tip-in vor dem Tor und Yannic Seidenberg mit einem Schuss von der blauen Linie. Doch stets war Matthias Niederberger der Sieger und sicherte den Berlinern die Pausenführung am Oberwiesenfeld.

Zu Beginn des Mitteldrittels hatten die Gastgeber die dicke Chance zum Ausgleich. Derek Roy kam über rechts ins Angriffsdrittel, täuschte einen Pass an, zog dann aber selbst ab, doch Matthias Niederberger war in der kurzen Ecke zur Stelle. Danach das erste Powerplay für die Eisbären in diesem Spiel, wo Stefan Espeland beinahe erhöhen konnte, aber der Pfosten stand am Ende im Weg.
Und wenig später war es Leo Pföderl, welcher ebenfalls das zweite Tor auf dem Schläger hatte. Goalie Kevin Reich mit dem Fehler hinter dem Tor, Pföderl kam an die Scheibe und zog aufs leere Tor ab, doch sein Schuss wurde abgefälscht und ging somit knapp am Tor vorbei.
Nun aber München wieder stärker und mit viel Zug zum Tor. Aber egal, was München versuchte, am Ende war immer Niederberger zur Stelle.
Und bei Vier-gegen-Vier waren es die Berliner, welche das 2:0 nachlegen konnten. Frank Hördler mit dem Pass vors Tor auf Marcel Noebels und der Spieler des Jahres mit d e m Traumtor zum 2:0. Noebels tauchte frei vor Reich auf, legte sich die Scheibe von der Rückhand durch die eigenen Beine auf die Vorhand und schloss diese geniale Aktion mit dem Schuss ins linke Eck ab (29.).
München zeigte sich zunächst geschockt, es fiel ihnen nichts ein, wie man die starke Berliner Defensive knacken konnte. Erst zum Ende des Mitteldrittels war München dann wieder aktiver und kam zu guten Chancen. Alles voran Yannic Seidenberg mit seinem Onetimer von rechts elf Sekunden vor der zweiten Drittelpause. Aber Matthias Niederberger hechtete rüber und die Fanghand fischte die Scheibe weg.
So stand es nach 40 Minuten 2:0 für die Eisbären. Sehr zur Freude von Kapitän Frank Hördler, welcher sich im Interview bei Magenta Sport wie folgt äußerte:

Wir sind tatsächlich von Wechsel zu Wechsel besser, merzen immer mehr die kleinen Fehler aus. Wir konzentrieren uns auf das Einfache, was uns die letzten Spiele viel gebracht hat. Es ist ein Prozess und das dauert eben, aber es ist nicht so, das München keine Top-Chancen hatte. Wie gesagt, das sind immer noch Fehler, die wir ausmerzen müssen.

Das letzte Drittel begannen die Gäste von der Spree nach einer Strafe gegen Kai Wissmann elf Sekunden vor der zweiten Pause in Unterzahl. Für München also die große Chance, um den Anschlusstreffer zu erzielen. Diese Chance nutzten sie aber nicht, konnten auch für keine Gefahr sorgen.
Doch in Minute 44 klingelte es im Kasten von Matthias Niederberger. Die Scheibe wurde tief gespielt, danach vors Tor in den Slot gepasst, wo Chris Bourque abzog und dessen Onetimer schlug im Tor ein – 1:2.
Die Berliner wollten schnell antworten und hätten dies beinahe im darauffolgenden Powerplay auch getan, aber das sehr druckvolle und gefährliche Überzahlspiel blieb ohne Erfolg. München tat sich danach sehr schwer, gefährliche Chancen zur kreieren. Es dauerte bis zur 53. Spielminute, ehe Derek Roy und Zach Redmond zu vielversprechenden Abschlüssen kamen, aber wie so oft am heutigen Nachmittag stand Matthias Niederberger im Weg.
Danach erhöhte München nochmal die Schlagzahl und setzte Berlin ordentlich unter Druck. Goalie Matthias Niederberger rückte immer mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Vor allem drei Minuten vor dem Ende des Spiels, also Constantin Braun nach einem etwas übertriebenem Einsatz im gegnerischen Angriffsdrittel für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Und in diesem gelang München der Ausgleich. Deren Coach Don Jackson hatte zusätzlich noch Goalie Kevin Reich aus dem Tor genommen und bei Sechs-gegen-Vier hämmerte Chris Bourque die Scheibe von links ins kurze Eck – 2:2 (59.).
Dank dieser Energieleistung in den letzten Minuten kämpfte sich München verdient in die Verlängerung.

Dort hatte Leon Gawanke nach wenigen Sekunden die große Chance, als er mit viel Speed an den Münchner Verteidigern vorbei kam, aber am Ende an Kevin Reich scheiterte. Danach aber das selbe Bild wie im Schlussdrittel. Druckvolle Münchner, die mehr Biss und Willen zeigten. Und Eisbären, die einen Moment komplett pennten und dafür die Quittung kassierten. Chris Bourque konnte ungestört über links Richtung Tor ziehen, spielte die Scheibe scharf an den langen Pfosten, wo Zach Redmond lauerte und den Puck mühelos zum 3:2 für München über die Linie drückte. Somit ging der Zusatzpunkt an München.

Eine richtig bittere Niederlage, weil die Eisbären 40 Minuten lang ganz stark spielten, hinten wenig Top-Chancen zu ließen und vorne diesmal eiskalt die Chancen nutzten. Aber im Schlussdrittel wurde der Druck der Hausherren immer größer, die Ausdauer der Berliner spielte dabei aber wohl auch eine Rolle, spielte man doch bereits am Donnerstag in Mannheim, während München fünf Tage Pause hatte seit dem letzten Spiel gegen Schwenningen. Dennoch darf das nicht als Entschuldigung herhalten, denn die Ausdauer wird in der neuen PENNY DEL-Saison von enormer Bedeutung sein, wenn jede Mannschaft gleich drei Spiele die Woche absolvieren muss.
Doch letztendlich war nicht einmal die fehlende Ausdauer ausschlaggebend für die Niederlage. Eher wieder einmal die mangelnde Konzentration. Zum einen, weil Constantin Braun kurz vor Schluss eine völlig unnötige Strafzeit nahm, durch einen vollkommen übertrieben Einsatz an der Bande. Und zum anderen lud man München förmlich zum Sieg ein, denn vor dem 3:2 stimmt die Zuordnung in der Defensive überhaupt nicht. Zwei Mann bewegten sich weg von Chris Bourque, welcher so vollkommen ungestört den Pass auf Zach Redmond spielen konnte, welcher zu allem Überfluss auch noch völlig frei war. So darfst du einfach nicht verteidigen und die Quittung hat man dann dafür kassiert.

So fiel auch Parker Tuomies Statement nach dem Spiel im Interview bei Magenta Sport aus:

Ja, natürlich haben wir uns verbessert. Vom ersten Spiel gegen Schwenningen haben wir die letzten zwei Spiele ziemlich gut gemacht. Es ist natürlich bitter, wir haben die ersten beiden Drittel richtig Gas gegeben. München ist eine starke Mannschaft, dafür hatten wir das wirklich gut unter Kontrolle. Im letzten Drittel fehlt uns vielleicht ein bisschen die Erfahrung, die Abgeklärtheit, die Scheiben raus zu bekommen. Eine ziemlich unglückliche Strafe am Ende. Das sind dennoch zwei Spiele auswärts, auf denen wir aufbauen können.

3:2-Sieg n.P. beim Spitzenreiter in München: Eisbären setzen ein Zeichen im Hinblick auf die Playoffs

Dickes Ausrufezeichen der Eisbären Berlin: Der Hauptstadtclub gewann vor 6.142 Zuschauern beim Tabellenführer EHC Red Bull München verdient mit 3:2 (1:1,1:0,0:1/0:0,1:0) n.P. und fuhr damit zwei enorm wichtige Punkte im Kampf um Platz Vier und die direkte Playoff-Qualifikation ein. Vergoldet wurden die zwei Punkte durch die gleichzeitigen Niederlagen der Konkurrenz aus Ingolstadt und Düsseldorf. Auf Letztere hat man nun neun Punkte Vorsprung. Ein rundum gelungener Abend also aus Eisbären-Sicht.

Im Kader der Eisbären gab es eine Änderung. Verteidiger Eric Mik spielte wieder für Kooperationspartner Weißwasser, während Stürmer Fabian Dietz nach überstandener Verletzung zurück im Kader war. Im Tor stand diesmal Justin Pogge.

Hinein ins Auswärtsspiel in München, wo es für die Berliner zuletzt nicht viel zu holen gab. Sechs der letzten sieben Gastspiele an der Isar wurden verloren. Diese Serie wollte man heute Abend ändern. Und so legten beide Mannschaften offensiv los. Beide Teams wollten den Sieg einfahren. München hatte die erste dicke Chance, als Yannic Seidenberg am Pfosten scheiterte. Aber auch die Gäste von der Spree gaben gute Schüsse auf das von Kevin Reich gehütete Münchner Tor ab.
Es folgte in Spielminute Sieben die erste Strafzeit der Partie für die Eisbären durch Maxim Lapierre wegen eines Beinstellens. Aber das Penaltykilling mit hervorragender Arbeit gegen das zweitbeste Powerplay der Liga, überstand die Unterzahl schadlos.
Wie man sein Überzahlspiel richtig ausnutzt, bewiesen dann die Eisbären, ihres Zeichen nur das zwölftbeste Powerplay der Liga. Yasin Ehliz musste nur ganze 12 Sekunden in der Kühlbox sitzen, ehe er zurück aufs Eis durfte. Ryan McKiernan mit dem Zuspiel auf Top-Scorer Marcel Noebels, welcher per Onetimer zum 1:0 traf (9.). Bereits das 19. Saisontor der Berliner Nummer 92, Wahnsinn!
Dann ging die Serie der Strafzeiten gegen die Eisbären los. Jonas Müller leistete sich einen unnötigen Cross-Check, München hatte durch Konrad Abeltshauser in diesem Powerplay die beste Chance, ansonsten aber auch hier wieder ein ganz starkes Unterzahlspiel der Gäste.
Es folgte ein Konter von Lukas Reichel, welcher per Sahnepass von Austin Ortega auf die Reise geschickt wurde, Kevin Reich ausspielen und tunneln wollte, aber im Abschluss scheiterte. Auf der Gegenseite war Justin Pogge gegen Philip Gogulla zur Stelle.
Dann gab es eine umstrittene Strafzeit gegen Jonas Müller, welcher seine Strafe ebenso nicht verstand, sich lautstark beschwerte und dafür die nächsten zwei Minuten kassierte. Nachdem auch noch Marcel Noebels auf die Strafbank musste, war München in doppelter Überzahl. Und das kannst du gegen München nicht verteidigen. Chis Bourque setzte Yasin Ehliz in Szene und der zog am rechten Bullykreis stehend per Onetimer ab und traf zum 1:1, sein fünftes Tor in den letzten drei Spielen (17.). In den letzten beiden Spielen traf Ehliz stets doppelt.
Durch das Powerplaytor endete das erste Drittel 1:1, für Jonas Müller war die zweite Strafe gegen ihn nach wie vor unverständlich, wie er im Interview bei Magenta Sport in der ersten Drittelpause sagte:

Wir wollen den Puck schnell aus dem eigenen Drittel raus spielen, um dann Konter zu laufen. Wir wollen viel Druck machen und Scheiben gewinnen. Wenn man so pfeift, können wir wieder zum Fußball gehen. Was soll man da großartig sagen, solche Kleinigkeiten zu pfeifen, finde ich nicht wirklich gut. Soweit war unser Unterzahl ganz gut. Bei 5-gegen-3 haben wir zwei Mann weniger, da kann man nichts machen.

Das Mitteldrittel begannen die Berliner noch in Überzahl, aber die erste richtig gefährliche Chance hatten sie erst wieder, als diese vorbei war. Mark Olver mit dem Zuspiel auf Sebastian Streu, doch sein Schuss ging knapp am Münchner Tor vorbei. Noch knapper war es beim Versuch von Gogulla, welcher im Slot zu viel Platz und Zeit hatte, doch zielte er etwas zu ungenau, denn sein Schuss ging ans Lattenkreuz.
Fortan dominierten die Berliner das Spiel, ohne sich dabei selbst hochkarätige Chancen zu erspielen. Aber sie hielten München vom eigenen Tor weg, ließen sie nicht zur Entfaltung kommen und nahmen ihnen somit den Spaß am Spiel. Und Mitte des zweiten Drittels bot sich den Hauptstädtern dann die Chance, in doppelter Überzahl in Führung zu gehen. Aber man spielte es einfach zu kompliziert und vergab diese dicke Möglichkeit.
Dafür klappte es dann bei 5-gegen-5 umso besser. Die Scheibe kam eher durch Zufall vor das Tor, Maxim Lapierre zog einfach mal ab und die Scheibe schlug im Münchner Tor ein – 2:1 (35.).
Danach wollten die Eisbären nachlegen, aber André Rankel (2x) und Marcel Noebels vergaben beste Chancen. München wurde hinten heraus nochmal stärker, hatte durch Yasin Ehliz fünf Sekunden vor der zweiten Pause die dicke Chance, per Penalty zum Ausgleich zu kommen, doch er vergab und so mussten die Hausherren mit diesem knappen Rückstand in die Kabine gehen. Deren Stürmer Maximilian Kastner analysierte das Spiel bei Magenta Sport wie folgt:

Das hat was von Playoffs. Es ist ein hartes Spiel, wir müssen dagegen halten, Berlin tut das auch. Aber solche Spiele machen Spaß. Wir sind im zweiten Drittel mehr hinterher gelaufen, wir müssen die Scheiben hinten schneller heraus spielen und zurück zu unserem Spiel finden.

Und die Hausherren kamen sichtlich bemüht und engagiert aus der Kabine, wollten das Spiel noch drehen. Doch Berlin machte die Räume vor dem Tor dicht und zwang die Gastgeber zu ungefährlichen Schüssen von außen.
In der 45. Spielminute bot sich den Eisbären dann die Chance, in Überzahl auf zwei Tore davon zu ziehen. Und man war auch in der Formation, aber an der blauen Linie hatte Ryan McKiernan Probleme bei der Puckannahme, Frank Mauer reagierte blitzschnell, schnappte sich die Scheibe und ging alleine auf Justin Pogge zu. Diesen spielte er aus und netzte eiskalt zum 2:2 in Unterzahl ein (47.). Eine Paradedisziplin der Gastgeber, Tore in Unterzahl zu erzielen.
Dieser Treffer gab der Mannschaft von Coach Don Jackson nochmal neuen Aufwind und der Druck der Hausherren wurde größer. Die Eisbären gerieten eine Zeit lang unter Druck, fingen sich aber schnell wieder und so entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem es hin und her ging. Beide hatten ihre Abschlüsse, welche jedoch nicht von Erfolg gekrönt waren.
Vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit kassierte Frank Hördler nochmal eine Strafezeit wegen Beinstellens, München also mit der großen Chance, das Spiel in Überzahl komplett zu drehen. Aber mehr als zwei Schüsse von Konrad Abeltshauser und Philip Gogulla sprangen nicht heraus. Beide parierte Justin Pogge problemlos. Und in Unterzahl hatten die Berliner selbst die dicke Chance, aber Landon Ferraro vergab bei einem Konter denkbar knapp. Somit ging es also in die Verlängerung.

Und da hatten beide Mannschaften Schüsse abgegeben, aber es fehlte an Großchancen. 1:18 Minuten vor dem Ende der Verlängerung bot sich dann den Eisbären die dicke Chance, bei 4-gegen-3 das Spiel zu entscheiden. Doch es gelang ihnen nicht und so musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen.

Und gleich der erste Penalty von Frank Mauer dürfte für Diskussionsstoff gesorgt haben, holte doch Pogge beim Versuch, die Scheibe weg zu spitzeln, Mauer von den Beinen. Aber die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Aleksi Rantala ließen das so gelten. Im Gegenzug verlor James Sheppard die Kontrolle über die Scheibe und somit stand es weiterhin 0:0.
Es folgte das Duell der beiden aufstrebenden Eishockey-Talente JJ Peterka und Lukas Reichel. Während Peterka an Pogge scheiterte, spielte Reichel Reich aus und schloss eiskalt ab und netzte halbhoch ein. Da im Anschluss Gogulla daneben schoss, sicherten sich die Eisbären den Zusatzpunkt in München und feierten einen Prestige-Sieg beim Erzrivalen.

Und es war ein verdienter Auswärtssieg in München. Die Eisbären haben sich an ihren Gameplan gehalten, haben München nie so richtig ins Spiel kommen lassen und sie zumeist zu Schüssen von außen gezwungen. In Unterzahl zeigte man eine starke Leistung, das doppelte Unterzahlspiel kann man nicht verteidigen, schon gar nicht gegen München. Im Mitteldrittel dominierte man das Geschehen, ließ hinten nichts zu, muss sich da aber vielleicht vorwerfen, vorne nicht genug auf das dritte Tor gespielt zu haben.
Auch im vierten Aufeinandertreffen war es ein Spiel auf Augenhöhe, mit Vorteilen für die Eisbären, die einmal mehr den Beweis abgeliefert haben, dass sie München in dieser Saison gefährlich werden können. Beide Mannschaften sicherten sich in der Hauptrunde je zwei Siege und das einmal zu Hause und einmal auswärts.
Und was auch noch zu erwähnen wäre, Justin Pogge lieferte sein bisher bestes Spiel im Trikot der Eisbären ab und war neben Matchwinner Lukas Reichel einer der Garanten für den Auswärtssieg in München. Dieser Sieg könnte der Anfang einer Siegesserie sein, denn die nächsten drei Duelle bestreiten die Berliner auf heimischem Eis gegen Schwenningen, Straubing und Ingolstadt.

Münchens Goalie Kevin Reich mit seinem Statement nach dem Spiel:

Erster gegen Vierter, dieses Duell kann auch in den Playoffs so kommen. Beide brauchten die Punkte, es war ein Top-Spiel. Es ging das ganze Spiel hin und her, beide Mannschaften hatten Top-Chancen. Es war ein sehr gutes Defensivspiel von beiden Mannschaften.

Und Eisbären-Goalie Justin Pogge kurz und knapp:

Es war Playoff-Eishockey. Es war mit die beste Leistung von mir.

Wochenende der Gegensätze: Am Freitag beim Spitzenreiter München und am Sonntag zu Hause gegen Schlusslicht Schwenningen

Am kommenden Wochenende erwarten die Eisbären Berlin zwei komplett unterschiedliche Aufgaben. Während man am Freitagabend beim Spitzenreiter EHC Red Bull München – welcher übrigens bei einem Sieg und einer zeitgleichen Niederlage der Augsburger Panther als erstes Team das Endrunden-Ticket lösen würde – zu Gast ist, erwartet man am späten Sonntagnachmittag mit den Schwenninger Wild Wings den Tabellenletzten in der heimischen Arena am Ostbahnhof. Man bekommt also zwei komplett unterschiedliche Spiele zu sehen. Und trotzdem werden beide Spiele enorm schwer, auch das Heimspiel gegen die Schwäne, denn gerade gegen die vermeintlich kleinen Gegner tun sich die Hauptstädter immer wieder sehr gerne schwer.

Doch das Ziel für beide Spiele sollte klar sein. Es müssen Siege her, am besten nach regulärer Spielzeit. Aktuell steht man mit 66 Punkten zwar auf dem vierten Platz in der Tabelle, welcher Heimrecht im Viertelfinale garantieren würde, doch sind die Verfolger aus Ingolstadt und Bremerhaven nur ganze drei Punkte zurück, und auch der Tabellensiebte hat nur sieben Punkte Rückstand. Rang Sieben würde übrigens Pre-Playoffs bedeuten, welche man in Berlin gerne vermeiden würde. Dafür bedarf es aber im Bestfall zwei Siege am Wochenende, um das Saisonziel nicht zu gefährden.

Und der Auftakt in dieses Wochenende könnte nicht schwieriger für die Eisbären sein. Man ist beim Liga-Primus München zu Gast, welcher zwar seinen Vorsprung an der Tabellenspitze in den letzten Wochen ordentlich eingebüßt hat, in den zurückliegenden zwei Spielen aber bewiesen hat, was für eine Qualität in dieser Mannschaft steckt. Immer wieder rannten sie Rückständen in Bremerhaven (zwischenzeitlich stand es sogar 0:3) und gegen Iserlohn hinterher, um dann am Ende die Partien doch noch zu drehen und 6:4 in Bremerhaven und 7:5 gegen Iserlohn zu gewinnen. Das zeigt auf der einen Seite die enorme Qualität und Moral der Mannschaft, aber es offenbart auch die defensiven Probleme im Team von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson. Das Ziel der Eisbären sollte also sein, genau diese Schwächen in der Münchner Abwehr auszunutzen und so eine Chance auf den Sieg zu haben. München ist schlagbar, aber sie können eben auch jeden noch so hohen Rückstand umdrehen. 60 Minuten konzentriert spielen und von der Strafbank fernbleiben muss daher die Devise für das Spiel in München lauten.

Beide Teams treffen zum letzten Mal in der diesjährigen Hauptrunde aufeinander, bisher steht es nach Siegen 2:1 für München. Zu Hause gewannen die roten Bullen mit 4:2 und in Berlin mit 5:3. Das zweite Duell in der Hauptstadt entschieden die Berliner vor drei Wochen mit 4:3 für sich.

Das komplette Kontrastprogramm erwartet die Berliner dann am Sonntag beim Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings. Bei denen geht es wohl nur noch darum, die Saison nicht als Tabellenletzter zu beenden. Mit den Pre-Playoffs werden die Mannen von Coach Niklas Sundblad nichts zu tun haben. Zwar war unter Sundblad ein kleiner Aufschwung zu erkennen, aber konnte auch er das Ziel zehnter Platz nicht realisieren. Theoretisch ist es zwar noch möglich, aber bei 17 Zählern Rückstand ist der Zug wohl abgefahren. Was Schwenningen aber trotzdem zu einem unangenehmen Gegner macht, ist die Tatsache, dass sie sich gegen Top-Teams enorm gut anstellen und teilweise genau in diesen Duellen ihr bestes Eishockey abrufen und so schon manch großen Gegner zu Fall gebracht haben. Unter anderem auch die Berliner, welche das erste Duell im Schwarzwald mit 4:5 verloren, sich dafür aber vergangenen Sonntag mit einem 5:3-Sieg revanchierten. 

Die beiden schweren Aufgaben muss das Team am Wochenende ohne ihren Chefcoach Serge Aubin absolvieren, welcher aufgrund eines Trauerfalls in seine Heimat reisen wird. Dennoch äußerte sich der Coach noch zur morgigen Partie (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 23.01.2020):

Das wird morgen eine große Herausforderung, gegen die beste Mannschaft der Liga. Wir glauben an uns. Ich möchte, dass wir rausgehen und selbstbewusstes, aber auch verantwortliches Eishockey in der Offensive und in der Defensive spielen.

Um in beiden Spielen erfolgreich zu sein, müssen die Jungs einfaches Eishockey spielen. Vor dem eigenen Tor so wenig wie möglich zu lassen, die Schusswege zu machen, um den Gegner zu ungefährlichen Schüssen von außen zu zwingen. Und vor dem gegnerischen Tor muss man eiskalt sein, jede sich bietende Chance muss im Netz landen. Man muss über 60 Minuten hoch konzentriert spielen, sich an den Gameplan halten und diszipliniert sein. Unnötige Strafen werden bitterböse bestraft und in dieser Saisonphase tut jeder verlorene Punkt doppelt weh. Wenn man sich an die genannten Punkte hält, sind zwei Siege möglich. Auch in München, gegen die man in den ersten drei Partien durchaus starke Leistungen gezeigt hat, aber am Ende sich nicht so abgezockt präsentierte wie München. Aber man war nah dran und vor allem auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter.

Die Eisbären können am Wochenende wieder auf Youngster Fabian Dietz zurückgreifen, welcher seine Knieverletzung überstanden hat und wieder fit ist. Somit fehlen nur noch Vincent Hessler, Florian Busch, Louis-Marc Aubry und Sean Backman.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel in München am 24.01.2020 um 19:30 Uhr:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Eric Mik, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Constantin Braun, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Marvin Cüpper, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Vincent Hessler (Hand), Louis-Marc Aubry (Knie), Sean Backman, Florian Busch

4:3-Siegtreffer 30 Sekunden vor der Schlusssirene: Leo Pföderl lässt die Arena am Ostbahnhof beben

Ausgabe #19:

Es gibt normale Siege, wie gegen Iserlohn, Krefeld oder Schwenningen. Und dann gibt es besondere Siege, wie gegen Köln, Mannheim oder aber eben München. Diese schmecken dann besonders süß und am Freitagabend war mal wieder einer dieser „süßen Momente“ in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof. Denn die Eisbären Berlin hatten den Liga-Primus und dreimaligen Deutschen Meister EHC Red Bull München zu Gast und feierten im dritten Anlauf endlich ihren ersten Saisonsieg gegen die Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson. 4:3 (2:0,1:2,1:1) stand es nach 60 Minuten und die Fans feierten freudetrunken den Sieg gegen den Erzrivalen. „Oh wie ist das schön“ schallte es durch das weite Rund und man sah überall freudige Gesichter – auf dem Eis und auf den Rängen. Es war eben mal wieder einer dieser besonderen Abende.

Bei den Eisbären fiel neben den Langzeitverletzten heute auch noch Stürmer Landon Ferraro aus, nach dem er im Heimspiel am Montagabend gegen Augsburg einen Schuss geblockt hatte. Dafür feierte Neuzugang Justin Pogge sein Debüt im Eisbären-Trikot, er stand für Sebastian Dahm zwischen den Pfosten.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Spiel war von Beginn an von zwei starken Defensivreihen geprägt. Beide Teams standen hinten sicher und wollten aus dieser sicheren Defensive ihre Angriffe starten. So waren Torchancen eher Mangelware, was aber dem Spiel keinesfalls schadete, denn es war ein hochinteressantes Spiel zweier absoluter Spitzenmannschaften.
Und mit der ersten richtigen Chance gingen die Hausherren dann in Führung. Ob es dabei gleich zum ersten Assist von Goalie Justin Pogge gereicht hat, ist noch nicht entscheidend beantwortet. In der Arena wurde er als Vorlagengeber genannt, auf der DEL-Homepage werden jedoch Kai Wissmann und Frank Hördler genannt. Was aber letztendlich auch egal ist, denn viel wichtiger war der Treffer von James Sheppard. Er ließ zwei Münchner Spieler an der blauen Linie ziemlich alt aussehen, zog ab und Münchens Goalie Kevin Reich flutschte die Scheibe irgendwie durch die Schoner und schon führten die Eisbären mit 1:0 (5.).
Die Berliner Nummer 88 hatte nun richtig Lust auf Tore und er war Nutznießer, als sich Keith Aulie und Mark Voakes uneinig waren, wer denn nun die Scheibe aus dem eigenen Drittel bringen sollte. Sheppard ging dazwischen, nahm sich die Scheibe einfach, tauchte frei vor Reich auf, verlud ihn eiskalt und schob die Scheibe lässig durch dessen Schoner – 2:0 (7.).
Was für ein Auftakt für die Eisbären, die äußerst effektiv vor dem gegnerischen Tor waren. Und hinten die Berliner mit ganz starker Defensivarbeit, sie machen immer wieder klug die Schusswege zu und wenn doch mal ein Schuss kam, dann versuchte man, diesen zu blocken. Man machte München das Leben sehr schwer. München dann zwar mit einem Powerplay, aber auch das Penaltykilling der Hausherren mit ganz starker Arbeit und so waren es die Eisbären, die durch James Sheppard (wer auch sonst) die dicke Chance auf das dritte Tor hatten, aber sein Schuss ging denkbar knapp am Kasten von Reich vorbei.
Auch das zweite Münchner Powerplay blieb erfolglos, weil die Eisbären in Unterzahl ganz stark verteidigten und so das 2:0 mit in die erste Drittelpause nahmen.

In der Kabine muss sich München viel vorgenommen haben und schnell setzten sie dieses Vorhaben

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

auch in die Tat um. Es dauerte nur ganze 35 Sekunden, ehe Jason Jaffray einen Abpraller vom Justin Pogge verwertete und auf 2:1 verkürzen konnte (21.).
Die Gäste aus Bayern fanden im Mitteldrittel wesentlich besser zu ihrem Spiel und konnten die Eisbären immer wieder unter Druck setzen. Und in der 28. Spielminute wäre ihnen auch beinahe der Ausgleich gelungen, doch der Pfosten rettete für die Eisbären beim Schuss von Keith Aulie. Aber auch München hatte zwei Minuten später das Glück mit dem Pfosten auf seiner Seite, als es Leo Pföderl versuchte. Und weitere zwei Minuten später war es erneut Pföderl, der am Aluminium scheiterte. Dieses Mal war es die Latte gewesen.
München war optisch gesehen die aktivere Mannschaft, aber die Eisbären waren heute einfach eiskalt vor dem Tor. Fabian Dietz mit dem klasse Zuspiel auf PC Labrie, welcher alleine auf Reich zu fuhr und ihm den Puck zum dritten Mal in diesem Spiel durch die Schoner schoss – 3:1 (34.).
Drei Minuten vor der zweiten Pause die Eisbären mal mit einem Powerplay, aber dort musste man den Anschlusstreffer hinnehmen. Und man musste neidlos anerkennen, dass es ein klasse Tor von Patrick Hager war. Er tankte sich klasse durch das Eisbären-Drittel, zog vor das Tor und überwand Justin Pogge äußerst cool und sehr sehenswert. Chapeau, Herr Hager!
So stand es nach 40 Minuten 3:2 für die Hauptstädter, welche einfach immer zum richtigen Zeitpunkt trafen, aber noch einmal zittern mussten nach dem Shorthander von Hager.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im letzten Drittel machte es erneut „Peng“ am Gestänge, Austin Ortega hatte abgezogen und dabei nur den Außenpfosten getroffen. Dann mal wieder München, Frank Mauer frei vor Pogge, aber der neue Goalie zeigte seine ganze Klasse und entschärfte diese Situation.
Aber 17 Sekunden nach dieser Szene schlug es doch hinter dem Berliner Goalie im Tor ein. Ex-Eisbär Blake Parlett hatte von der blauen Linie abgezogen und Jason Jaffray fälschte unhaltbar für Pogge ab – 3:3 (45.).
Es entwickelte sich nun ein Spiel auf Augenhöhe, beide Teams wollten den Sieg und beide investierten viel in die Offensive. München hatte zudem in den letzten zehn Minuten zwei Überzahlspiele, weil Ex-München-Verteidiger Florian Kettemer gleich zweimal in die Kühlbox wanderte. Was für großen Unmut auf den Rängen sorgte. Denn die beiden Hauptschiedsrichter Jamie Koharski und Stephan Bauer hatten nicht gerade ihren besten Tag, hatten keine klare Linie und pfiffen auf einmal Sachen, die sie zuvor haben noch laufen lassen. Dass es an sich eine gerechte Strafzeit war, war unumstritten, aber man kann halt nicht einmal Strafe dafür geben und einmal nicht. Zum Nachteil für die Eisbären saßen sie häufiger auf der Bank als München, aber auch das konnte sie nicht am späteren Sieg hindern.
Dabei hatte Konrad Abeltshauser im Powerplay bei der zweiten Strafe gegen Kettemer die Riesenchance, doch auch hier stand wieder einmal der Pfosten im Weg.
München versuchte es weiter, aber Justin Pogge ließ nichts mehr durch. Und dann kam der große Auftritt von Frank Hördler. 30 Sekunden waren noch auf der Uhr, als der Berliner Verteidiger abzog. Leo Pföderl sah dies, hielt seine Kelle in den Schuss und fälschte somit unhaltbar für Kevin Reich ab – 4:3 (60.). Was nun folgte, war Ekstase pur. Man hätte fast meinen können, es war der Treffer zur achten Deutschen Meisterschaft gewesen. So laut war es auf einmal in der Arena am Ostbahnhof. Aber es zeigte eben die Wertigkeit dieses Sieges gegen den Liga-Primus München. Die nahmen zwar noch mal eine Auszeit und Goalie Kevin Reich vom Eis, aber die Eisbären brachten das 4:3 sicher über die Zeit und holten sich den ersten Sieg gegen München in dieser Saison.

Und das, weil sie vor dem Tor eiskalt ihre Chancen genutzt haben und immer zum richtigen Zeitpunkt

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

getroffen haben. Sie nutzten zudem die Fehler der Gäste aus und machten denen das Leben sehr schwer. Zwar kann man München nicht über die gesamte Spielzeit vom Tor fernhalten, aber waren die Hochkaräter der Münchner überschaubar. München hatte genauso wie die Eisbären großes Pech mit Pfosten-/Lattentreffern, aber letztendlich war am Ende der Goalie der Unterschied. Während Kevin Reich die Scheibe dreimal durch die Hosenträger bekam, hielt Justin Pogge (siehe Foto rechts) in den wenigen Münchner Druckphasen sehr stark und ließ die Gäste somit verzweifeln.
Und die Eisbären ließen sich auch nicht von den Gegentreffern aus der Ruhe bringen. Nicht vom schnellen 1:2 kurz nach Wiederbeginn im zweiten Drittel, nicht vom 2:3 in eigener Überzahl und nicht vom 3:3 im letzten Drittel. Sie blieben ruhig und zogen ihren Plan weiter durch. Mit Erfolg, denn mit der letzten Offensivaktion sorgten Frank Hördler und Leo Pföderl für einen mal wieder sehr süßen Sieg gegen einen Erzrivalen.