2:3 n.P. gegen Nürnberg! Das Spiel über weite Strecken dominiert, aber ohne Glück im Abschluss

Ausgabe #15:

Die Eisbären Berlin haben den Auswärtssieg aus Mannheim nicht vergoldet: Am Freitagabend verlor man sein Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers mit 2:3 (1:2,1:0,0:0/0:0,0:1) n.P. Dabei hatte man das Spiel über weite Strecken dominiert, nur fehlte das nötige Quäntchen Glück im Abschluss vor dem Tor. Das bestraften die defensiv eingestellten Nürnberger im Penaltyschießen.

Eisbären-Coach Serge Aubin änderte nicht viel im Vergleich zum Sieg in Mannheim (4:3 n.P.). Neuzugang Rayan Bettahar gab sein Debüt in der Defensive an der Seite von Julian Melchiori, weshalb Frank Mauer wieder zurück in die Offensive kehrte. Dort nahm er den Platz von Jan Nijenhuis in der vierten Reihe ein. Das waren die beiden einzigen Änderungen heute Abend im Spiel gegen die Franken.
Ansonsten blieben die Reihen sowohl in der Defensive als auch in der Offensive unverändert. Im Tor bekam Juho Markkanen seinen zweiten Start in Folge.

Die Ausgangslage war klar: Der 13. empfing den 11. Beides Tabellenplätze, die weder den Eisbären noch den Franken so richtig schmecken. Umso mehr wollten natürlich beide Teams das Spiel für sich entscheiden. Gerade die Eisbären hinken ihren eigenen Ansprüchen doch sehr weit hinterher. Der Sieg am Sonntag in Mannheim war von daher enorm wichtig. Vor allem auch deshalb, weil man einen Rückstand noch drehte und das Spiel am Ende auch verdient gewann. Daran wollten die Berliner heute Abend anknüpfen. Im dritten Aufeinandertreffen mit Nürnberg wollte man nach dem 3:2-Sieg n.V. im ersten Heimspiel dieser Saison den zweiten Sieg einfahren.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Der Start verlief schon mal sehr gut. Frühes Powerplay für die Hausherren, Nürnberg hat statistisch gesehen das schlechteste Penalty Killing der Liga und da war es nur eine Frage der Zeit, bis es im Nürnberger Tor klingeln würde. Alex Grenier, Kevin Clark und Leo Pföderl hatten zuvor schon vergeben, doch der vierte Versuch saß. Marcel Noebels mit dem Zuspiel auf Zach Boychuk, der spielte die Scheibe quer an den langen Pfosten, wo Kevin Clark lauerte und keine große Mühe hatte, die Scheibe im leeren Tor zu versenken – 1:0 (4.).
Und die Eisbären hätten in der siebten Spielminute beinahe nachgelegt. Bennet Roßmy mit zu viel Platz auf der rechten Seite, gleiches galt für Leo Pföderl auf der linken Seite, welchen Roßmy klasse in Szene setzte. Pföderl zog direkt ab, doch Leon Hungerecker parierte diesen Schuss richtig stark. Das hätte das 2:0 sein müssen, aber da muss man auch mal den Save von Hungerecker hervorheben.
Auf der Gegenseite schlug es dann aber im Berliner Tor ein. Blake Parlett kam auf der linken Seite zum Abschluss. Patrick Reimer hatte die Scheibe am linken Bullykreis liegen lassen, der Ex-Eisbär Parlett wartete lange auf den richtigen Moment zum Abschluss, welchen er auch fand. Er schlenzte die Scheibe ins lange Eck – 1:1 (9.).
Das Spiel war noch keine zehn Minuten alt, da führten plötzlich die Franken. Nürnberg im Angriff, Juho Markkanen konnten den ersten Schuss noch parieren, doch die Ice Tigers blieben im Angriffsdrittel und Hayden Shaw zog ansatzlos ab – 1:2 (10.). Zweites Verteidiger-Tor der Gäste und zum zweiten Mal mit Ex-Eisbären-Beteiligung. Julius Karrer und Jake Ustorf mit den Assists zum 2:1.
Frühe Führung, schneller Rückstand danach? Hatten wir doch schon mal, werden sich die Eisbären gedacht haben. Erst im letzten Spiel in Mannheim gingen die Eisbären früh in Führung, lagen nach katastrophalen Minuten aber plötzlich mit 1:2 hinten. Die große Frage heute war, wie man diesmal mit dem Rückschlag umgehen würde?
Besser als in Mannheim, denn man spielte weiter nach vorne, auch wenn Nürnberg die Räume gut zustellte. Aber die Eisbären fanden immer mal wieder eine Lücke, um zum Abschluss zu kommen. Doch dann war auch meist ein Schläger oder ein Spieler der Franken im Weg. Und wenn doch was auf das Tor kam, war Leon Hungerecker hellwach. Defensiv musste man immer wieder auf Nürnberger Konter lauern, welche durchaus für Gefahr sorgten.
Insgesamt gesehen wäre es Unentschieden der gerechte Spielstand, doch Nürnberg nahm die knappe 2:1-Führung mit in die erste Drittelpause. Und dorthin nahmen die Gäste auch noch ein Powerplay, denn Frank Mauer musste 18,6 Sekunden vor der Pausensirene auf die Strafbank.

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Doch die Unterzahl überstanden die Eisbären problemlos, was ihnen nochmal einen Motivationsschub für den Rest des Spiels geben sollte. Doch die Hauptstädter taten sich enorm schwer. Kurz darauf hatte man selbst ein Powerplay und da wissen wir ja, dass Nürnberg das schlechteste Powerplay der Liga hatte. Doch die Eisbären mit zu vielen Stockfehlern im Spielaufbau, was es für die Franken einfach machte, dieses Unterzahlspiel schadlos zu überstehen.
Die Eisbären blieben zwar am Drücker, spielten nach vorne und suchten die Lücke im Defensivverbund der Ice Tigers. Doch diese fanden sie zu selten. Und wenn man doch mal durchkam, suchte man lieber noch mal den Pass statt einfach selbst abzuschließen. Da war es wieder, das teils zu komplizierte Offensivspiel der Eisbären.
Und was machte Nürnberg? Die lauerten aus einer sicheren Defensive heraus auf Fehler der Eisbären, um den schnellen Gegenangriff zu starten. Kurz vorm Powerbreak waren die Franken mal durch, Blake Parlett wurde im Slot angespielt, doch sein Onetimer wurde zur sicheren Beute von Juho Markkanen.
Nach dem Powerbreak blieben die Gäste dran, setzten sich während einem guten Wechsel im Berliner Drittel fest und hätten beinahe durch Danjo Leonhardt das 3:1 erzielt, doch sein Bauerntrick endete bei Juho Markkanen, der einen Spagat hinlegte und ganz stark parierte. Die Defensive der Eisbären wirkte irgendwie nicht anwesend und machte es Nürnberg zu einfach. Zum Glück war Markkanen hellwach.
Die Eisbären dann mal wieder in Überzahl, aber die verpuffte erneut ohne Gefahr. Das war offensiv extrem harmlos, was die Eisbären da zeigten. Für Nürnberg sehr leicht zu verteidigen.
Die Franken schienen sich jetzt darauf zu verlassen, dass das in Unterzahl heute sehr leicht werden würde. Dritte Strafzeit im Mitteldrittel und aller guten Dinge sind drei. Aber nicht für die Franken sondern für die Eisbären. Marcel Noebels mit dem Onetimer zum 2:2 (36.). Da spielte man das Powerplay mal sehr einfach und das führte am Ende zum Erfolg.
Die Hausherren nun wieder deutlich besser drin im Spiel und mit viel Zug zum Tor. Kevin Clark rauschte über rechts ins Angriffsdrittel, zog ab, scheiterte aber an der Latte. Das hätte das 3:2 sein können. Glück für Nürnberg! Da wäre Leon Hungerecker machtlos gewesen. So blieb es aber beim 2:2 nach 40 Minuten.

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Die Eisbären blieben auch im letzten Drittel am Drücker, doch die Defensive der Franken stand weiterhin sehr kompakt. Die gefährlichsten Chancen hatten aber die Ice Tigers bei ihren Ausflügen ins Berliner Drittel. Marcus Weber mit dem Aluminiumtreffer und Tim Fleischer fand nach einem Berliner Turnover seinen Meister in Juho Markkanen.
Danach weiterhin dasselbe Bild. Die Eisbären liefen immer wieder an, es wirkte fast wie ein Powerplay bei 5-5. Aber noch fand man nicht die Lücke im Nürnberger Abwehrbollwerk. Trotz der optischen Überlegenheit mussten die Eisbären aber auch hinten immer wieder aufpassen, wenn Nürnberg vor das Tor kam. Doch man hatte mit Juho Markkanen einen sehr sicheren Goalie zwischen den Pfosten, der weiterhin hellwach war.
Vorne kam inzwischen auch Pech hinzu. Nach einem Turnover der Franken kam Frank Mauer frei zum Abschluss, doch sein Schuss ging nur an den Pfosten.
Mitte des letzten Drittels bot sich Nürnberg die dicke Chance in Überzahl zur Führung. Doch beinahe wäre den Berlinern der Shorthander gelungen. Giovanni Fiore war frei durch, legte sich die Scheibe aber zu weit vor. Dennoch kam er zweimal zum Abschluss, zweimal war Leon Hungerecker zur Stelle. Die Eisbären überstanden die Unterzahl schadlos und so blieb die Partie auf des Messers Schneide.
In der Schlussphase hatten die Eisbären nochmal für etwas mehr als eine Minute ein Powerplay. Die Chance zum Sieg also zum Greifen nahe. Doch man nutzte es nicht und so blieb es weiterhin extrem spannend. Wenn aber eine Mannschaft den Sieg hier verdient gehabt hätte, dann die Eisbären, die wesentlich mehr für das Spiel taten als die Gäste.
Doch in der regulären Spielzeit fand sich kein Sieger, weshalb es erneut in die Verlängerung ging. Wie im ersten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften.

In der Overtime hatte Matt White die Entscheidung auf dem Schläger, aber er scheiterte am Aluminium. In der letzten Minute der Verlängerung. So stand es auch nach 65 Minuten 2:2, weshalb erneut das Penaltyschießen wie am Sonntag in Mannheim entscheiden musste.

Dieses Mal hatten die Eisbären aber nicht das bessere Ende auf ihrer Seite. Nürnberg sicherte sich im Penaltyschießen den Zusatzpunkt. Bitter für die Eisbären!

Denn der Sieg wäre hier eigentlich verdient gewesen. In der regulären Spielzeit zeigten die Eisbären erneut ihre zwei Gesichter der laufenden Saison. Man fing gut an und ging auch verdient in Führung, doch danach verteidigte man hinten vogelwild und lag prompt mit 1:2 hinten. Danach lief man zwar an, ohne jedoch die entscheidende Lücke in der Nürnberger Defensive zu finden. Im Mitteldrittel wirkte das Spiel über weite Strecken offensiv harmlos und defensiv sehr unsicher. Erst in der Schlussphase fand man nach dem Ausgleich von Marcel Noebels wieder zurück zu seinem Spiel. Das letzte Drittel war gefühlt ein Spiel auf ein Tor, in dem die Eisbären ihre Überlegenheit aber nicht in Tore ummünzen konnten. Am Ende musste das Penaltyschießen entscheiden und diese Lotterie entschieden die Gäste für sich. 

3:2 nach 0:2 gegen Nürnberg! Die Eisbären drehen dank einer Energieleistung ein schon verloren geglaubtes Spiel in einen Sieg um

Ausgabe #9:

Gerade nochmal den Kopf aus der Schlinge gezogen: Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers knapp mit 3:2 (0:0,0:1,2:1/1:0) n.V. gewonnen. Bis in die 58. Spielminute hinein lagen die Berliner mit 0:2 hinten. Weil sie sichtlich ohne Kraft waren. Das erklärt auch die Unsicherheiten in der Defensive und die Ideenlosigkeit in der Offensive. Aber am Ende hat man einen Weg gefunden, dieses Spiel zu gewinnen. Was Trainer Serge Aubin auch stolz gemacht hat, wie er nach dem Spiel auf der Pressekonferenz gesagt hat. Der Tank ist offensichtlich leer, wie Aubin weiter sagte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte im Vergleich zum 3:1-Auswärtssieg in Ingolstadt nichts. Es waren die gleichen Defensiv-Pärchen und die gleichen vier Offensivreihen. Im Tor stand erneut Tobias Ancicka. Einzig der siebte Verteidiger vom Freitag, Eric Hördler, war nicht dabei. Warum auch etwas ändern, war doch das 3:1 bei den Schanzern der bisher beste Saisonauftritt der Berliner in dieser Saison. Vor allem, weil man endlich einmal über die vollen 60 Minuten sein Spiel durchgezogen hatte.

Die Eisbären kamen mit dem Rückenwind von zwei Ligasiegen in Folge in dieses Spiel. Diese kleine Siegesserie wollte man gegen Nürnberg nun natürlich ausbauen und sich gleichzeitig für die 2:4-Auftaktniederlage im Frankenland revanchieren. Nürnberg hatte wie die Eisbären mit Personalsorgen zu kämpfen. So stand zum Beispiel heute Leon Hungerecker im Tor. Der hütete letzte Saison noch für ein paar Spiele das Berliner Tor.

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Ausgeglichener Beginn, beide Mannschaften mit Zug zum Tor und den ersten Abschlüssen, welche aber die beiden Goalies – Tobias Ancicka und Leon Hungerecker – vor keine größeren Probleme stellten. Mit zunehmender Spieldauer bestimmten aber mehr denn je die Defensivreihen das Spiel. Beide Teams standen hinten sehr kompakt und machten es dem jeweiligen Gegner so schwer, zum Abschluss zu kommen.
Dadurch entwickelte sich auch kein richtig ansehnliches DEL-Spiel, weil es eben wenig zu sehen gab auf dem Eis. Auch viel Tempo war nicht drin im Spiel, wobei das nicht wirklich überraschend kam, bei den arg dezimierten Kadern beider Mannschaften.
Mitte des ersten Drittels mal der erste gelungene Angriff des Spiels. Giovanni Fiore tankte sich klasse durch und kam zum Abschluss, Leon Hungerecker war aber hellwach und parierte dessen Schuss. Kurz darauf mal die erste kleinere Drangphase der Hausherren, an deren Ende Marcel Noebels zum Schuss kam, aber auch hier war Hungerecker zur Stelle.
Aber solche Aktionen hatten eher Seltenheitswert im ersten Drittel, welches sich dadurch doch ganz schön in die Länge zog.
In der Schlussphase dann mal die Franken mit einem guten Wechsel, in dem Tobias Ancicka endlich auch mal etwas zu tun bekam. Der Berliner Goalie bewies, dass er noch nicht eingeschlafen war und bei beiden Abschlüssen der Ice Tigers hellwach war.
Kurz vor Ende die Hausherren nochmal mit einem Powerplay und da hätte doch was gehen müssen, waren doch die Franken das schlechteste Team in Unterzahl. Doch auch da ging noch nicht viel zusammen und so verpuffte diese Gelegenheit ohne Gefahr. Zu allem Überfluss übertrieb es dann auch noch Nürnbergs Verteidiger-Hüne Oliver Mebus mit einem satten Check gegen Bennet Roßmy, der nach dem Aufprall an die Bande das Eis unter Schmerzen verließ. Das hätte man durchaus ahnden können, taten Benjamin Hoppe und Gordon Schukies aber nicht und das quittierten die Fans mit einem satten Pfeifkonzert. Torlos endeten die ersten 20 Minuten. Da war noch deutlich Luft nach oben und zwar auf beiden Seiten.

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Die gute Nachricht vorneweg: Bennet Roßmy kehrte zu Beginn des zweiten Drittels zurück auf das Eis. Ein weiterer Ausfall wäre auch echt bitter gewesen für die Eisbären.
Das war aber vorerst auch die einzig gute Nachricht gewesen. Denn auf dem Eis änderte sich nach wie vor nicht viel. Besserung war vorerst auf beiden Seiten nicht in Sicht.
Die Nürnberger dann mal mit einer ersten Drangphase und da klingelte es sofort im Tor. Julius Karrer brachte die Scheibe vor das Tor, da blieb sie zunächst hängen, doch Ryan Stoa staubte zum 0:1 ab (28.).
Die Hausherren hatten aber sofort die Chance zur direkten Antwort, denn es gab das zweite Powerplay des Spiels. Aber auch dieses sah nicht gut aus. Nürnberg konnte sich leicht befreien und überstand diese Unterzahl daher relativ problemlos.
Das kurz darauffolgende nächste Powerplay sah schon deutlich besser aus und sorgte auch zweimal für Gefahr vor Leon Hungerecker. Doch so richtig zwingend war auch das nicht. Viel besser sah Nürnbergs Powerplay wenig später aber auch nicht aus.
In den letzten fünf Minuten wurden die Berliner dann mal zwingender bei ihren Chancen. Doch zunächst vergab Kevin Clark denkbar knapp, wenig später ging ein Geschoss von Zach Boychuk knapp über das Tor. Den Eisbären fehlte in diesen Situationen das nötige Zielwasser, um den Ausgleich zu erzielen.
Kurz darauf folgte das vierte Powerplay für die Eisbären gegen das statistisch gesehen schlechteste Penaltykilling der Liga. Dieses überzeugte aber bis hierhin vollends in Berlin. Gleiches galt auch für das vierte Unterzahlspiel der Franken. Das war rein gar nichts, was da von den Eisbären mit einem Mann mehr kam. Enttäuschend! So stand nach 40 Minuten ein 0:1 aus Berliner Sicht und die berechtigte Frage, wie man mit dieser Leistung heute ein Tor schießen wollte?

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Zu Beginn des Schlussdrittels waren es die Franken, welche hier für Gefahr sorgten und dem 2:0 sehr nahe waren. Tobias Ancicka verhinderte dieses aber und hielt seine Mannschaft somit noch im Spiel.
Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte inzwischen die Offensivreihen verändert. Er ließ hier also nichts ungenutzt, um dieses Spiel noch zu gewinnen.
Die Eisbären im Schlussdrittel mit dem insgesamt fünften Powerplay. Chancen zum Ausgleich waren da, aber sie nutzten sie einfach nicht. So blieb Nürnberg bis hierhin bei einer PK-Quote von 100 Prozent. Dafür, dass deren Erfolgsquote in Unterzahl vor dem Spiel bei 60 Prozent lag, war das schon beeindruckend. Und wenn man fünf Powerplays nicht nutzt, dann braucht man sich auch nicht beschweren, wenn es erneut hinten einschlägt. Daniel Schmölz versuchte es einfach mal von links und aus ganz spitzem Winkel, fast schon von hinter der Torlinie. Die Scheibe rutschte irgendwie zwischen Tobias Ancicka und dem kurzem Pfosten durch – 0:2 (48.).
Nun wurde der Weg noch weiter für die heute wenig überzeugenden Eisbären. Was aber wie eingangs erwähnt auch nicht überraschend kam. Der Tank war einfach leer. Sie waren im letzten Drittel durchaus bemüht und kamen auch zu Abschlüssen, aber diese stellten Ex-Eisbären-Goalie Leon Hungerecker vor keine großen Probleme. Der Nürnberger Goalie strahlte viel Sicherheit und Ruhe aus.
In der Schlussphase waren die Franken dem 0:3 sogar näher als die Eisbären dem Anschlusstreffer, die alles andere als sicher in der Defensive wirkten. Den Eisbären bot sich aber noch eine letzte Chance. Das sechste Überzahlspiel stand an und Trainer Aubin nahm seine Auszeit und Goalie Ancicka zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und diese Maßnahme hatte Erfolg. Matt White scheiterte noch an der Latte, die Scheibe fiel Zach Boychuk vor die Füße und der drückte die Scheibe über die Linie – 1:2 (59.).
Was war jetzt noch drin für die Eisbären? Aubin zog erneut seinen Goalie und die Eisbären glichen tatsächlich noch aus. Kevin Clark brachte die Arena am Ostbahnhof 47 Sekunden vor dem Ende zum Beben – 2:2 (60.). Ein Tor des unbändigen Willens der Hauptstädter. Damit war nicht mehr zu rechnen. Aber die Eisbären erkämpften sich hier tatsächlich noch den einen Punkt gegen Nürnberg und somit ging das Spiel in die Verlängerung.

Dort bot sich den Franken die dicke Chance zur Entscheidung, denn Eisbären-Kapitän Frank Hördler musste auf die Strafbank. Beinahe hätten die Ice Tigers das Spiel entschieden, aber die Latte rettete für die Berliner. Kurz darauf kassierten auch die Nürnberger eine Strafzeit und es ging fortan mit 3-3 weiter. Und dann kam der große Auftritt der Nummer 21. Giovanni Fiore hatte die Scheibe sich erst zu weit vorgelegt, kam dann aber doch am Nürnberger Verteidiger vorbei und überwand schlussendlich Leon Hungerecker per Rückhand zum 3:2 (64.). Der Rest war Ekstase pur!

Die Eisbären haben am Ende ein Spiel gewonnen, welches doch eigentlich schon verloren schien. 58 Minuten war das eine sehr schwache Vorstellung der Eisbären. Defensiv zu anfällig, nach vorne zu ideenlos. Nürnberg wirkte nicht viel besser, erzielte aber zwei sogenannte „dreckige Tore“. Solche Tore brauchst du eben, wenn es spielerisch nicht läuft. Aber wen wunderte es, schließlich waren beide Mannschaften arg dezimiert und die Eisbären hatten zudem ein Mammut-Programm hinter sich.
Am Ende setzte Trainer Serge Aubin alles auf eine Karte und wurde für diesen Mut belohnt. Gut, was anderes blieb ihm auch nicht übrig, wollte er hier noch etwas Zählbares mitnehmen. Die Eisbären kamen tatsächlich noch zum Ausgleich und sicherten sich dann in der Verlängerung auch noch den Zusatzpunkt. Am Ende eine Energieleistung, welche für zwei Punkte reichte. Dennoch war es über 58 Minuten keine gute Partie. Was aber angesichts des straffen Programms der Berliner auch nicht verwundert. Somit feierten die Eisbären am Ende doch noch den dritten Sieg in Serie. Dennoch bleibt zu hoffen, dass sich das Lazarett bald lichtet. Denn immer kann es am Ende nicht gut ausgehen.

Fehlstart in Nürnberg: Offensiv ohne Ideen, Defensiv zu anfällig und zu viele Scheibenverluste

Die Eisbären Berlin sind mit einer Niederlage in die Mission Titelverteidigung gestartet. Am Sonntagnachmittag verloren die Berliner bei den Nürnberg Ice Tigers verdient mit 2:4 (0:0,1:2,1:2). Die Eisbären fanden nie zu ihrem System, fanden nach vorne keine Ideen und erwiesen sich hinten als zu anfällig. Zudem unterliefen zu viele Fehlpässe im Spielaufbau. So musste man die Heimreise aus dem Frankenland ohne Punkte antreten. 

Eisbären Head Coach Serge Aubin standen Brendan Guhle, Leo Pföderl Yannick Veilleux (alle verletzt) und Bennet Roßmy (Rookie-Camp in Los Angeles) nicht zur Verfügung. Dennoch hatte der Berliner Trainer ein volles Line-up zur Verfügung. Im Tor setzte Aubin auf Tobias Ancicka. Neuzugang Juho Markkanen nahm als Back-up auf der Bank Platz. Die Verteidiger-Pärchen bestanden aus Julian Melchiori/Eric Mik, Frank Hördler/Marco Nowak und Jonas Müller/Morgan Ellis. In der Offensive entschied sich Serge Aubin für folgende Angriffsreihen: Marcel Noebels, Zach Boychuk, Kevin Clark/Matt White, Peter Regin, Giovanni Fiore/Frank Mauer, Manuel Wiederer, Marcel Barinka/Jan Nijenhuis, Kevin Handschuh, Marco Baßler. Als 13. Stürmer war Eric Hördler mit dabei und somit wurde der Traum der Familie Hördler bereits im ersten Saisonspiel wahr. Papa Frank absolvierte erstmals ein Pflichtspiel mit Sohn Eric zusammen.

Foto: Fanatics Ost

Von Beginn an war viel Tempo drin im Spiel. Es entwickelte sich direkt eine hart umkämpfte Partie, in der die Eisbären Nürnberg zu Beginn mit aggressiven Forechecking immer wieder vor Probleme stellten. Vor allem auch deswegen, weil auch die Verteidiger immer wieder in der offensiven Zone mit auftauchten. Nürnberg wirkte dadurch etwas nervös und hektisch und leistete sich im ersten Drittel zu viele Scheibenverluste. Aber auch die Eisbären bekamen nicht jeden Pass an den Mitspieler und luden Nürnberg so ein, auch mal die ersten Angriffe zu fahren. Doch die erste richtig dicke Chance ließ auf beiden Seiten noch auf sich warten.
Fortan blieb es hart umkämpft. Es ging hin und her, beide Mannschaften suchten nach der Lücke in der Defensive. Schüsse gaben beide ab, aber für viel Gefahr sorgten diese eher selten. Die Eisbären ließen zudem eine Überzahl ungenutzt, kamen dabei nicht mal in die Formation, weil das Penaltykilling der Franken sehr gut funktionierte. So endeten die ersten 20 Minuten torlos.

In der 23. Spielminute gab es dann endlich die erste dicke Chance des Spiels. Die Eisbären erkämpften die Scheibe hinter dem Tor, brachten sie anschließend in den Slot, wo Manuel Wiederer zum Onetimer ausholte. Niklas Treutle war aber zur Stelle und parierte diesen Schuss.
Kurz darauf durfte das beste Penaltykilling der vergangenen Saison erstmals in der neuen Spielzeit ran. Und die Eisbären knüpften dabei nahtlos an die letzte Saison an und überstanden die erste Unterzahl ohne große Probleme.
Mitte der Partie mal eine erste kleine Drangphase der Hausherren, welche Marco Nowak nur per Haken stoppen konnte und so für die zweite Strafzeit der Eisbären sorgte. Die Franken waren im zweiten Powerplay des Spiels deutlich gefährlicher und kamen zu zwei, drei guten Chancen. Aber Tobias Ancicka war hellwach im Berliner Tor.
Als Berlin wieder komplett war, blieb Nürnberg trotzdem am Drücker. Die Eisbären ließen sich ins eigene Drittel rein drängen, Greg MacLeod hatte von der blauen Linie abgezogen und Ryan Stoa hielt die Kelle in den Schuss – 0:1 (33.).
Die Eisbären wirkten in diesem Mitteldrittel lange Zeit ideenlos Richtung Nürnberger Tor, doch als die Nürnberger einmal die Zuordnung vor dem eigenen Tor verloren, kam Kevin Clark vor dem Tor an die Scheibe. Er nahm sich die Zeit, guckte Treutle aus und sorgte für den Ausgleich – 1:1 (37.).
Doch das schockte die Franken überhaupt nicht. Kurz vor der zweiten Drittelpause kam Patrick Reimer auf der rechten Seite zum Abschluss und sorgte so für die 2:1-Pausenführung der Gastgeber. 16 Sekunden waren da noch auf der Uhr. Die Führung nach 40 Minuten war keinesfalls unverdient für die Ice Tigers, welche offensiv deutlich präsenter waren als die Hauptstädter. Wollte der deutsche Meister hier noch etwas Zählbares mit nach Hause nehmen, musste eine Steigerung im Schlussdrittel her.

Foto: Fanatics Ost

Doch der Weg wurde extrem weit. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Tim Fleischer brachte die Scheibe hoch zu Blake Parlett und der fackelte nicht lange – 1:3 (43.).
Die Eisbären wirkten auch im Schlussdrittel weiter ideenlos. Nach vorne ging so gut wie gar nichts und hinten stimmte die Zuordnung auch nicht immer. Nürnberg machte weiter Druck und war dem vierten Treffer deutlich näher als die Eisbären dem Anschlusstreffer.
Mit zunehmender Spieldauer im Schlussdrittel konzentrierten sich die Ice Tigers vermehrt auf die eigene Defensive. Es war ihnen klar, dass die Eisbären hier nochmal alles versuchen würden. Und die Berliner kamen auch ins Angriffsdrittel, doch da hatten sie nie viel Zeit mit der Scheibe, weil immer ein Nürnberger entscheidend stören konnte.
Sechs Minuten vor dem Ende sorgte Dane Fox bei angezeigter Strafe für die Entscheidung. Die Eisbären im eigenen Drittel immer zu weit weg vom Gegenspieler, Fox stand vor dem Tor vollkommen frei und hatte so keine große Mühe, die Scheibe an Ancicka vorbei zu bringen – 1:4 (54.).
Drei Minuten vor dem Ende kamen die Eisbären in Überzahl aber noch zum Anschlusstreffer. Zach Boychuk legte die Scheibe hoch zu Marco Nowak, der spielte sie rechts raus zu Marcel Noebels und der zog per Onetimer ab – 2:4 (57.). Zu mehr reichte es dann aber nicht mehr. Die Eisbären starteten also mit einer Niederlage in die neue Saison.

Und die war auch absolut verdient. War es im ersten Drittel noch ein ausgeglichenes Spiel, übernahm Nürnberg spätestens ab dem zweiten Drittel das Kommando. Die Franken wirkten immer einen Schritt schneller, sorgten für viel mehr Torgefahr als die Eisbären. Den Berlinern mangelte es an der nötigen Spielidee nach vorne. Zudem erwies man sich defensiv als zu anfällig. Und dazu leistete man sich auch noch zu viele Scheibenverluste. So war es am Ende kein Wunder, dass man das Spiel verloren hatte.

2:1 in Nürnberg! Tobias Ancicka lässt Nürnberg verzweifeln und Nicholas B. Jensen schockt die Ice Tigers 27,5 Sekunden vor dem Ende mit dem Siegtreffer

Die Eisbären Berlin haben ihr Back-to-back-Spiel gewonnen. Nur einen Tag nach dem 2:1-Sieg in München setzten sich die Berlin auch bei den Nürnberg Ice Tigers mit 2:1 (0:0,1:0,1:1) durch und festigten einmal mehr die Tabellenführung. Erneut war das Penaltykilling der Schlüssel zum Sieg. Und dann hatte man da hinten ja noch diesen Teufelskerl Tobias Ancicka im Tor stehen. 

Keine 24 Stunden nach dem Spiel in München rotierte Trainer Serge Aubin wieder ordentlich durch. Blaine Byron und Johan Södergran kehrten in den Kader zurück, dafür wurden Kapitän Frank Hördler, Kevin Clark und Frans Nielsen geschont. Und so gab es natürlich auch wieder Änderungen in den Angriffsreihen. Einzig die Formation um Marcel Noebels, Zach Boychuk und Dominik Bokk blieb zusammen. Matt White bekam Rückkehrer Blaine Byron sowie Giovanni Fiore an die Seite gestellt. Yannick Veilleux, Mark Zengerle und Johan Södergran bildeten die dritte Formation. Und die nominell vierte Reihe bestand heute aus Sebastian Streu, Manuel Wiederer und Marco Baßler.
Auch die Verteidiger-Pärchen sahen anders aus als gestern Abend: Nicholas B. Jensen/Kai Wissmann; Jonas Müller/Morgan Ellis; Eric Mik/Simon Després. Und im Tor wurde ebenso rotiert. Tobias Ancicka stand heute im Tor, während Mathias Niederberger als Backup auf der Bank Platz nahm.

Während den Eisbären Platz Eins wohl nicht mehr zu nehmen ist, ging es für Nürnberg in diesem Spiel noch um wichtige Punkte im Kampf um Platz sechs und die damit verbundene direkte Playoff-Qualifikation. In diesem Duell gab es bisher nur Auswärtssiege. Nürnberg gewann in der Hauptstadt mit 3:1 und 4:3. Die Eisbären hingegen gewannen im Frankenland mit 6:2. Diese Serie durfte aus Sicht der Eisbären heute natürlich gerne weitergehen.
Die Berliner konnten gestern Abend beim 2:1-Sieg den ersten Sieg nach zuvor zwei Niederlagen nach Penaltyschießen einfahren. Nürnberg verlor vier der letzten fünf Spiele. Die Voraussetzungen im Kampf um Platz sechs waren also keine guten für die Mannschaft von Coach Tom Rowe.

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Von Beginn an war die Partie in Nürnberg hart umkämpft. Man merkte den Ice Tigers vom ersten Bully weg an, dass es für sie hier um wichtige Punkte ging. Zweimal sorgte man früh im Spiel für Gefahr vor Ancicka. Mitte des ersten Drittels bot sich den Nürnbergern sogar die dicke Chance in doppelter Überzahl in Führung zu gehen und sich so für die gute Anfangsphase zu belohnen. 53 Sekunden hatten die Franken zwei Mann mehr auf dem Eis, doch gegen das überragende Penaltykilling der Eisbären taten sich die Hausherren enorm schwer. In den letzten elf Auswärtsspielen überstanden die Berliner 30 Unterzahlspiele in Folge!
Fortan Nürnberg weiter im Vorwärtsgang und die spielbestimmende Mannschaft. Die Franken wollten hier unbedingt den Führungstreffer erzielen, doch noch stand Tobias Ancicka dem im Wege. Die Eisbären hatten optisch gesehen weniger vom Spiel, konnten aber auch ein-, zweimal für Gefahr vor Niklas Treutle sorgen. Da war wohl doch noch ein wenig Müdigkeit vom Spiel gestern Abend in München in den Beinen. Torlos endete das erste Drittel, in dem eine Nürnberger Führung durchaus verdient gewesen wäre.

Foto: eisbaerlin.de/christian

Ins Mitteldrittel kamen die Eisbären auf jeden Fall besser rein als ins erste Drittel. Anscheinend war man nun im Spiel angekommen. Da die Ice Tigers aber weiterhin offensiv ausgerichtet waren, entwickelte sich nun ein offenes Spiel, in dem es hin und her ging.
Sechs Minuten war das zweite Drittel alt, da bot sich den Hauptstädtern die erste Powerplay-Chance. Und da wissen wir ja, dass man da noch jede Menge Nachholbedarf hat. Platz 13 entspricht nicht einem DEL-Tabellenführer. Auch dieses Überzahlspiel war wieder ohne Erfolg und ungefährlich.
Danach war es weiterhin ein hart umkämpftes und vor allem sehr defensiv geführtes Spiel. Denn viele Torraumszenen bekamen die Zuschauer in Nürnberg hier nicht zu sehen, weil beide Mannschaften es verstanden, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen.
Als die Eisbären drei Minuten vor dem Ende das dritte Überzahlspiel in dieser Partie hatten, schlugen sie blitzschnell zu. Yannick Veilleux zog in die Mitte, spielte die Scheibe dann rechts raus zu Zach Boychuk, welcher direkt abzog – 1:0 (38.).
In der Schlussphase hätte Boychuk beinahe das 2:0 nachgelegt, doch er scheiterte an Treutle. Und auf der Gegenseite hatte Nürnberg nochmal zwei gute Chancen, um den Ausgleich zu erzielen, doch weiterhin war einfach kein vorbeikommen am überragenden Tobias Ancicka. So nahmen die Berliner eine knappe 1:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/christian

Zwei Minuten war das Schlussdrittel alt, da schickte Oliver Mebus Marko Friedrich mit einem Sahnepass auf die Reise, doch Tobias Ancicka packte den Monster-Save aus. Das war die Riesenchance zum Ausgleich für Nürnberg, aber dieser Teufelskerl Ancicka ließ Friedrich und ganz Nürnberg in dieser Szene verzweifeln.
Aber die Ice Tigers hatten sich viel vorgenommen für die letzten 20 Minuten. Sie hatten auch erneut die Chance in Überzahl zum Ausgleich zu kommen und zwar gleich zweimal in Folge, aber dieses Penaltykilling der Eisbären ist einfach kaum zu knacken. Was natürlich vor allem in den Playoffs ein Schlüssel zum Sieg sein kann.
Als die Eisbären dann selbst in Überzahl waren, hatte Nürnberg die XXL-Chance zum 1:1. Blake Parlett stand frei vor Ancicka, der blieb ruhig stehen und fischte auch diese Scheibe weg. Was für ein überragender Goalie, ein echtes Juwel für die Zukunft der Eisbären Berlin!
Doch dann unterlief dem jungen Goalie fast ein folgenschwerer Fehler. Ancicka kam aus seinem Tor, um die Scheibe zu sichern. Als er diese weiter spielen wollte, geriet der Pass zu kurz und so landete der Puck direkt auf der Kelle vom Nürnberger Spieler. Der hat das leere Tor vor Augen, traf jedoch nur das Außennetz. Glück für die Eisbären und Tobias Ancicka in dieser Situation!
Doch knapp drei Minuten vor dem Ende zappelte die Scheibe dann doch im Berliner Tor. Und so ehrlich muss man sein, der Ausgleich war verdient. Der Schuss von der blauen Linie kam nicht durch, Tobias Ancicka verlor die Scheibe für einen Moment aus den Augen und Tyler Sheehy war hellwach – 1:1 (58.).
Nun ging die Partie wieder von vorne los. Und die Franken machten weiter Druck, wollten unbedingt die drei Punkte einfahren im Kampf um die Platz sechs. Aber Tobias Ancicka machte die Schotten dicht. Auf der Gegenseite schlugen die Eisbären eiskalt zu. 27,5 Sekunden vor dem Ende zog Yannick Veilleux von der blauen Linie ab, Nicholas B. Jensen hielt die Kelle im Fallen mit dem Rücken zum Tor in den Schuss und so gingen die Eisbären erneut in Führung – 2:1 (60.). Das war zugleich der Siegtreffer in diesem Spiel. Wahnsinn, was für eine Schlussphase!

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Der nächste knappe Auswärtssieg. Der nächste Sieg in einem Spiel, welches in beide Richtungen hätte kippen können. Im ersten Drittel merkte man den Eisbären noch die Müdigkeit von gestern Abend an. Im Mitteldrittel fanden die Berliner endlich ins Spiel und nahmen eine knappe Führung mit in die zweite Pause. Und im Schlussdrittel war Nürnberg gerade am Ende am Drücker, kam zum verdienten Ausgleich, doch dann kam Nicholas B. Jensen.
Gerade defensiv wussten die Hauptstädter erneut zu überzeugen. Zudem hatte man einen überragenden Tobias Ancicka im Tor stehen. Und das Penaltykilling war einmal mehr der Schlüssel zum Sieg. Solche engen Spiele wird es in den Playoffs sehr oft geben. Von daher ist esgut, dass die Berliner jetzt zwei solcher Spiele für sich entscheiden konnten. Denn das gibt ein gutes Gefühl für die Playoffs. Die Eisbären Berlin kommen so langsam aber sicher wieder in Fahrt. Noch läuft nicht alles rund, aber wenn du am Ende die Spiele gewinnst, fragt morgen keiner mehr danach. Und man kennt ja das Sprichwort: „Offensive gewinnt Spiele, Defensive Meisterschaften!“. Und die Eisbären haben gerade eine enorm starke Defensive…

3:4 gegen Nürnberg: Der dreifache Ryan Stoa schockt die Eisbären Berlin

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #20:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Sonntagnachmittag verloren. Gegen die Nürnberg Ice Tigers unterlag man am Ende knapp mit 3:4 (1:1,2:1,0:2) und steht nun im neuen Jahr schon bei zwei Heimniederlagen in drei Heimspielen. So richtig in den Griff bekommt man das Heim-Problem also auch 2022 nicht.

Eisbären-Coach Serge Aubin ließ die Angriffsreihen und Defensiv-Pärchen im Vergleich zum 7:4-Sieg in Düsseldorf unverändert. Einzig im Tor gab es eine Änderung. Tobias Ancicka bekam den Start, dafür nahm Stammgoalie Mathias Niederberger auf der Bank Platz. Coach Aubin standen auch heute gegen Nürnberg nur drei Reihen zur Verfügung. Vor dem ersten Bully gab es dann auch noch die Info vom Pressesprecher Leo Imme, dass sich neben Manuel Wiederer und Bennet Roßmy nun auch Yannick Veilleux mit dem Coron-Virus infiziert hat. Allen drei weiterhin gute Besserung und eine schnelle Genesung.

Beide Teams standen sich zum dritten Mal in dieser Saison gegenüber. Bisher gewann stets das Auswärtsteam. Berlin gewann mit 6:2 in Nürnberg, die Franken revanchierten sich dafür mit einem 3:1-Sieg in der Hauptstadt. Ging diese Serie heute so weiter? Aus Sicht der Eisbären hoffte man natürlich auf ein Ende der Serie.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Den Start verpennten die Berliner jedoch. Ganze 24 Sekunden waren gespielt, da gingen die Ice Tigers schon in Führung. Dane Fox kam über rechts ins Angriffsdrittel, passte die Scheibe scharf vor das Tor, wo Chris Brown lauerte und zum 0:1 einnetzte (1.). Scheint irgendwie in 2022 normal zu sein, dass die Eisbären immer in Rückstand geraten. Denn auch im vierten Spiel des neuen Jahres lag man mit 0:1 hinten.
Und die Franken blieben offensivfreudig. Der nächste Angriff rollte auf Tobias Ancicka zu, Greg MacLeod kam zum Abschluss, doch dieses Mal konnte Ancicka die Scheibe parieren. Die erste Minute war noch immer nicht abgelaufen.
Die Eisbären fanden dann so nach und nach ins Spiel und gaben auch die ersten Torschüsse ab, welche Niklas Treutle im Nürnberger Tor aber vor keine größeren Probleme stellten. Da auch die Franken weiterhin den Weg nach vorne suchten, entwickelte sich hier eine Partie auf Augenhöhe, in der es hin und her ging und welche hart umkämpft war.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Vor dem ersten Powerbreak konnten sich die Eisbären erstmals richtig festsetzen im Nürnberger Drittel und Druck erzeugen. Gegen die Ice Tigers war eine Strafzeit angezeigt und sofort fanden die Berliner ihre Formation, konnten daraus aber noch kein Kapital schlagen. Die nächste Chance dazu bot sich dann aber, als die Strafe gegen Nicholas Welsh ausgesprochen wurde und die Eisbären das erste Powerplay des Spiels hatten. Man war zwar bemüht und Giovanni Fiore kam auch zu zwei guten Chancen, aber die beste Chance hatten die Gäste in Unterzahl, als Max Kislinger im Slot zum Abschluss kam, doch Tobias Ancicka fuhr die Schoner aus.
Danach die Hausherren aber weiter unterwegs Richtung Nürnberger Tor. Doch Mark Zengerle scheiterte nach klasse Vorarbeit von Matt White an Treutle und White scheiterte am Aluminium. Aber die Berliner näherten sich immer mehr an und der Ausgleich wäre inzwischen verdient gewesen. Und der fiel dann auch in der 13. Spielminute. Der Druck in dieser Phase wurde immer größer und am Ende war es Leo Pföderl, dem die Scheibe vor dem leeren Tor vor die Kelle fiel. Diese Chance ließ sich der ehemalige Nürnberger natürlich nicht nehmen – 1:1.
Auch nach dem Ausgleich waren die Berliner weiterhin die bessere Mannschaft und hatten rund vier Minuten vor der ersten Drittelpause die zweite Chance, in Überzahl zu agieren. Aber es bleibt dabei, das Powerplay der Eisbären bleibt ungefährlich in dieser Saison. Mit einem 1:1 ging es somit in die Kabinen. Aus Nürnberger Sicht dann doch schmeichelhaft, hatten die Berliner das Spiel doch inzwischen komplett im Griff und sich auch jede Menge Chancen erspielt, doch außer dem Tor von Leo Pföderl sprang dabei noch nicht viel Zählbares heraus. Aber die Richtung und der Einsatz stimmten.

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Im Mitteldrittel kassierten die Hauptstädter dann erst einmal die erste Strafzeit der Partie, Kapitän Frank Hördler nahm sich der Sache an und ging auf die Strafbank. Und da durfte er gleich einmal für vier Minuten Platz nehmen, denn er kassierte 2+2-Minuten wegen eines hohen Stocks. Aber das Penaltykilling wusste einmal mehr zu überzeugen und so überstand man die vier Minuten in Unterzahl relativ schadlos und vor allem ohne Gegentor. So etwas gebt einem Team dann auch noch mal Selbstvertrauen.
Und wie antwortet man auf ein vier minütiges Unterzahlspiel? Genau, mit einem Tor! Matt White klaute Ex-Eisbär Blake Parlett die Scheibe in der neutralen Zone, zog rechts raus, guckte sich Niklas Treutle aus und düpierte diesen, denn dem Nürnberger Goalie rutschte die Scheibe durch – 2:1 (28.).
Zwölf Sekunden später aber war das schon wieder Schnee von gestern. Denn Ryan Stoa war durch und ließ auf der Gegenseite Tobias Ancicka keine Chance – 2:2 (28.). Die direkte Antwort der Ice Tigers also.
Mitte des zweiten Drittels musste Ex-Ice-Tiger Leo Pföderl wegen eines Bandenchecks auf die Strafbank. Nürnberg also mit der nächsten Chance, in Überzahl erfolgreich zu sein. Was aber in vier Minuten schon nicht klappte, funktionierte erst recht nicht in zwei Minuten. Auch dieses Unterzahlspiel überstanden die Eisbären ohne Gefahr und Gegentor.

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Nürnberg ließ die Überzahlspiele liegen, die Eisbären trafen dagegen bei 5-5. Kai Wismann hatte die Scheibe an der blauen Linie bekommen und diese postwenden zurück Richtung Tor geschossen. Auf dem Weg dorthin hatte sie Sebastian Streu noch abgefälscht und so führten die Berliner wieder – 3:2 (35.). Der Treffer wurde von den beiden Hauptschiedstrichtern Lasse Kopitz und Aleksi Rantala aber noch einmal überprüft, dieser hielt er stand und fand Anerkennung.
Die Eisbären erhöhten danach nochmal den Druck und wollten gleich nachlegen, doch Nilas Treutle hatte etwas dagegen. In den letzten beiden Minuten des zweiten Drittels bot sich den Berlinern dann noch einmal die Chance, etwas an ihrer Powerplayquote zu ändern. Zwar konnten die Berliner durchaus für Gefahr sorgen, doch erneut sollte kein Treffer fallen. Dafür gab es zwei Sekunden vor der Drittelpause noch einmal ein paar Auseinandersetzungen vor dem Nürnberger Tor. Am Ende fanden sich Jonas Müller und Giovanni Fiore auf Berliner Seite sowie Ex-Eisbär Blake Parlett und Max Kislinger auf Seiten der Nürnberger in der Kühlbox wieder. Danach war aber erst einmal das Mitteldrittel vorbei und die Gemüter beider Mannschaften konnten sich erst einmal abkühlen.

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Im letzten Drittel hätte Matt White dann beinahe ein zweites Mal zugeschlagen, doch das Alumnium stand ihm erneut im Weg. Danach gab es viel Platz auf dem Eis, denn die Franken hatten ein 4-3-Powerplay, nach dem bei den Berlinern Jonas Müller und Leo Pföderl auf der Strafbank saßen. Bei den Franken saß nur Tyler Sheehy. Doch bisher wusste das Powerplay der Ice Tigers nicht zu überzeugen bzw. war das Penaltykilling der Hausherren sehr stark. Diesmal sah das Überzahlspiel der Franken schon deutlich besser aus und es sprangen sowohl bei 4-3 als auch 5-4 Chancen heraus, welche die Gäste jetzt auch zu nutzen wussten. Nach einem gewonnenen Bully hatte Nicholas Welsh abgezogen, am Ende war es erneut Ryan Stoa, welcher erfolgreich abstauben konnte – 3:3 (46.).
Es ist eben nicht immer schlau, so viele Strafen zu nehmen, denn irgendwann klingelt es dann auch im Tor. Dabei wollte man doch gerade Strafen vermeiden. Klappte nur heute nicht, denn Pföderl machte den „Strafbank-Hattrick“ perfekt. Eindeutig zu viele unnötige Strafzeiten jetzt wieder. Immerhin überstand man diese Unterzahl jetzt schadlos.

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Doch einen Spieler bekam man heute nicht in den Griff. Ryan Stoa traf bei 4-4 auf dem Eis zum dritten Mal und brachte die Franken zum zweiten Mal heute Nachmittag in Führung – 3:4 (51.).
Nun waren die Hausherren wieder gefordert, wollte man den dritten Sieg in Serie einfahren. Sie versuchten auch, eine Antwort zu finden, aber viel Raum gab Nürnberg nicht vor dem eigenen Tor. Aber wenn die Eisbären eins in dieser Saison auszeichnet, dann der Fakt, dass man irgendwie immer einen Weg findet, solche engen Spiel noch zu gewinnen. Doch dafür brauchte es jetzt auch mal eine Idee, denn die Zeit lief den Berliner davon. Aber das Defensiv-Bollwerk der Ice Tigers machte es den Eisbären auch sehr schwer. Nürnberg stand sehr kompakt und warf sich in jeden Schuss und blockte ebenso jenen Schuss. Der Einsatz der Franken war hier schon sehr vorbildlich. Und jeder Block wurde lautstark von der Nürnberger Bank gefeiert.
100 Sekunden vor dem Ende verließ Tobias Ancicka seinen Arbeitsplatz. Fortan versuchten sechs Eisbären, hier doch noch den Ausgleich zu erzielen. Doch das sollte nicht mehr klappen, denn Nürnberg brachte das 4:3 über die Zeit. 

Eine bittere Niederlage, die nicht hätte sein müssen. Denn man brauchte zwar erst den Weckruf durch das schnelle 0:1, war danach aber die deutlich bessere Mannschaft und hätte nach dem ersten Drittel eigentlich führen müssen. Tat man dank einer schlechten Chancenverwertung aber nicht. Im Mitteldrittel ging man zwar in Führung, schenkte diese aber nur zwölf Sekunden später wieder her. Auch die erneute Führung nach 40 Minuten konnte man nicht verteidigen, weil man am Ende zu viele Strafzeiten kassierte und Nürnberg das zum 3:3 ausnutzte. Am Ende war es dann ein Spiel, welches in jede Richtung hätte kippen können, doch Ryan Stoa sorgte mit seinem Hattrick für lange Gesichter bei den Eisbären Berlin.

Der sechste Streich auf fremdem Eis! Die Eisbären Berlin schießen Nürnberg in deren Arena mit 6:2 ab

Das halbe Dutzend an Auswärtssiegen ist voll: Die Eisbären Berlin haben auch bei den heimstarken Nürnberg Ice Tigers gewonnen. Am Ende setzte man sich deutlich mit 6:2 (1:1,3:0,2:1) durch und holte somit im sechsten Auswärtsspiel der Saison den sechsten Auswärtssieg. Dennoch sprach Kai Wissmann nach dem Spiel davon, dass es „kein 6:2-Spiel“ war.

Bei den Eisbären kehrte Kapitän Frank Hördler in den Kader zurück. Er nahm auch seinen gewohnten Platz neben Kai Wissmann ein. Ansonsten blieben die Sturmreihen wie in Bietigheim und gegen Lugano zusammen. In der Defensive gab es eine Änderung im Vergleich zum Bietigheim-Spiel. Simon Després, in Bietigheim noch siebter Verteidiger, spielte heute neben Nicholas B. Jensen. Dessen Partner beim Aufsteiger, Eric Mik, war dafür heute siebter Verteidiger. Und im Tor kehrte Mathias Niederberger zwischen die Pfosten zurück. Mark Zengerle und Korbinian Geibel, die am Dienstag noch gegen Lugano spielten, standen heute nicht im Kader.

Eine schwere Aufgabe wartete auf den Deutschen Meister, denn Nürnberg zeigte sich unter dem Duo Stefan Ustorf/Manuel Kofler stark verbessert und gewann zwei der drei Spiele unter deren Leitung. Zudem waren die Franken sehr heimstark, während die Eisbären mit dem Vereinsrekord von fünf Auswärtssiegen zum Saisonstart im Gepäck nach Nürnberg reisten.
Und der Start war überragend. Ganze 36 Sekunden waren gespielt, als Blaine Byron die Übersicht vor dem Tor behielt und die Scheibe über die Linie drückte – 1:0.
Ein rasanter Beginn in Nürnberg, beide Mannschaften waren offensiv ausgerichtet und schenkten sich keinen Zentimeter Eis, beide waren sofort physisch drin im Spiel. Beide Teams suchten auch immer wieder den Abschluss vor dem Tor. Immer wieder gab es Phasen, wo sich mal Nürnberg und mal Berlin im gegnerischen Drittel festsetzten.
Mitte des Auftaktdrittels eine gute Phase der Hausherren, wo sie Berlin stark unter Druck setzen konnten, sich aber nicht für den Aufwand belohnten. Aber Nürnberg machte fortan weiter und die Führung der Eisbären stand so auf wackeligen Beinen.
Sieben Minuten vor dem Ende war dann aber mal Zach Boychuk durch, scheiterte jedoch an Niklas Treutle. Da hätte er für eine vorerst beruhigende 2:0-Führung sorgen können. So war es aber weiterhin eine sehr interessante Partie, wo es hin und her ging und immer wieder Gefahr vor dem gegnerischen Tor gab.
Und gut drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels sorgte Gregor MacLeod für den Ausgleich, setzte immer wieder nach und netzte dann aus der Drehung heraus zum 1:1 ein (17.). Angesichts des Spielverlaufes ein verdienter Spielstand. Mit dem ging es übrigens auch in die erste Drittelpause.

Das zweite Drittel ging gleich so weiter. Es brannte sofort wieder vor beiden Toren. Gerade vor dem der Ice Tigers, die Eisbären nämlich früh mit einem richtig guten und druckvollem Wechsel. Doch Niklas Treutle ließ keine Scheibe durch. Auch nicht bei einem Alleingang von Matt White. Aber ja, Berlin und Alleingänge in dieser Saison, das wird wohl nichts mehr.
Und Nürnberg? Die waren nicht ganz so präsent wie die Eisbären vor dem Tor, aber nach acht Minuten im Mitteldrittel zog Daniel Schmölz aus der Drehung ab, doch sein Schuss klatschte an den Pfosten. Glück für die Berliner.
Doch die hatten hier deutlich mehr Spielanteile im zweiten Drittel. Und gut sieben Minuten vor dem Ende zog Kai Wissmann einfach mal vom rechten Bullykreis ab und sein Schlagschuss schlug hinter Treutle ein – 2:1 (33.). Und nur 57 Sekunden später zog Nicholas B. Jensen einfach mal ab, Treutle ließ die Scheibe nur prallen und Marcel Noebels staubte ab – 3:1 (34.). Ein Doppelschlag, der Nürnberg natürlich weh tat. Aber die Führung war nach dem Verlauf des zweiten Drittels verdient.
Und jetzt rollte der Auswärts-Express wieder los. Yannick Veilleux fuhr mit der Scheibe an der blauen Linie entlang, brachte sich in Schuss-Position und zog ab. Zach Boychuk fälschte vor dem Tor ab und schon stand es 4:1 für die Eisbären (36.).
Vier Minuten vor der zweiten Pause kassierten die Eisbären die erste Strafzeit der Partie, Nürnberg also mit der Chance in Überzahl, nochmal einen Fuß in die Partie hinein zu bekommen. Aber eigentlich auch schlau von den Eisbären, die erste Strafzeit erst bei einer sicheren Führung zu nehmen. Denn Nürnberg stellt das zweitschlechteste Powerplay der Liga – nur die Eisbären sind noch schlechter als die Ice Tigers. Nürnberg spielte zwar ein gutes Überzahl, aber es gelang ihnen eben kein Treffer. Und in so einem Spiel könnte dich ein gut funktionierendes Powerplay noch einmal zurück ins Spiel bringen.
Den Hausherren bot sich aber schnell die zweite Chance zum Anschlusstreffer. Die Eisbären mit der zweiten Strafzeit in diesem Drittel und erneut Powerplay für die Mannschaft von Interimstrainer Stefan Ustorf. Und auch dieses Überzahlspiel sah gut aus, aber die Eisbären nahmen eine souveräne 4:1-Führung mit in die Kabine.

30 Sekunden musste man aber im Schlussdrittel noch in Unterzahl überstehen. Aber das war kein Problem, Nürnberg konnte in dieser kurzen Zeit für keinerlei Gefahr sorgen.
Danach lief es aber besser für die Hausherren, die immer wieder den Abschluss suchten. So ganz wollte man das Spiel hier nicht abschenken. Aber egal was Nürnberg versuchte, Mathias Niederberger machte die Schotten dicht.
Und die Eisbären? Die kamen einmal vors Tor und trafen. Ex-Ice-Tiger Leo Pföderl schnappte sich die Scheibe, marschierte über die Eisfläche und vollendete aus ganz spitzem Winkel – 5:1 (46.). Damit war die Messe hier dann auch gelesen.
Die Franken kurz darauf mit dem dritten Powerplay der Partie, aber da merkte man dann schon, dass der fünfte Gegentreffer die letzten Hoffnungen auf etwas Zählbares in dieser Partie bei Nürnberg zerstört hatte.
Und bei den Eisbären klappte jetzt alles. Alleingang Matt White und im 13. Anlauf verwerteten die Berliner so etwas in dieser Saison auch mal – 6:1 (49.).
An so einem Abend muss es doch auch mit einem Powerplaytor klappen. Knapp vier Minuten vor dem Ende kassierte Nürnberg die erste Strafzeit der Partie und da es eine 2+2-Minuten-Strafzeit war, konnten die Berliner des Rest der Partie in Überzahl spielen. Und daraus wurde am Ende sogar eine zweiminütige doppelte Überzahl. Jetzt musste es doch klappen mit einem Tor des schlechtesten Powerplays der Liga. Chancen waren auch da, das Powerplay wurde gut aufgezogen, aber es bleibt eben eine Baustelle im Team der Eisbären. Auch, weil Gregor MacLeod eine Sekunde vor dem Ende in doppelter Unterzahl zum 6:2-Endstand traf. Mathias Niederbergers Reaktion darauf war eindeutig – der Schläger musste dran glauben. Das letzte Gegentor war eben einfach komplett unnötig.

Aber das war am Ende nur ein kleiner Schönheitsfleck. Denn letztendlich zählt der sechste Auswärtssieg in Folge. Das frühe Tor spielte den Eisbären dabei sicherlich in die Karten, wenn gleich es danach ein Duell auf Augenhöhe war und sowohl Nürnberg als auch die Eisbären ihre Chancen hatten. Auch im zweiten Drittel hätte es durchaus in die andere Richtung gehen können, wenn Daniel Schmölz statt des Pfosten das Tor getroffen hätte. Zu dem Zeitpunkt stand es nämlich noch 1:1. Aber dann kamen die drei verhängnisvollen Minuten für Nürnberg, wo die Zustimmung hinten nicht stimmte und die Berliner auf 4:1 davon zogen. Von diesem Dreifachschlag erholte sich Nürnberg dann nicht mehr, auch wenn sie es versuchten. Aber spätestens die beiden Gegentore im Schlussdrittel raubten Nürnberg die letzte Hoffnung. Dass bei den Eisbären dann auch endlich mal ein Alleingang verwertet wurde, machte diesen Abend rund. Das Gegentor bei doppelter Überzahl wird aber von Trainer Serge Aubin garantiert nochmal angesprochen.
Einen Spieler will ich aber noch hervorheben – Kai Wissmann! Der junge Verteidiger zeigte eine starke Partie und sammelte insgesamt vier Scorerpunkte. Neben seinem Tor bereitete er noch drei weitere Treffer. Das sollte natürlich nicht unerwähnt bleiben.
Mit dem sechsten Auswärtssieg in Serie sind die Eisbären nur noch einen Sieg vom DEL-Startrekord entfernt. Aber das nächste Ziel sollte am Sonntag jetzt erst einmal der erste DEL-Heimsieg gegen die Kölner Haie sein. Das Selbstvertrauen ist auf jeden Fall da, nach nun drei Pflichtspielsiegen in Serie.

Schwer verdauliche Kost: Die Eisbären besiegen Nürnberg in einem sehr zähen Spiel mit 4:3 n.P.

Ausgabe #16:

Das war ein sehr zähes Spiel: Die Eisbären Berlin haben ihr vorletztes Hauptrunden-Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers mit 4:3 n.P. (1:1,0:1,2:1/0:0,1:0) gewonnen. Überzeugend war der Auftritt der Berliner dabei nicht, aber am Ende zählen dann nur die zwei Punkte, welche man eingefahren hat. Die Lehren aus diesem Spiel werden die Verantwortlichen schon ziehen.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte für das Spiel gegen die Franken wieder auf PC Labrie zurückgreifen, welcher in der vierten Reihe zusammen mit Nino Kinder und Fabian Dietz spielte. Dafür war Eric Mik heute siebter Verteidiger. Ansonsten blieb alles beim alten, warum sollte Aubin nach dem Coup in Mannheim auch großartig was ändern? Wenn gleich die Ausfälle von Leo Pföderl, Mark Zengerle und Haakon Hänelt sehr schmerzen. Im Tor stand übrigens auch heute wieder Mathias Niederberger.

In Schwenningen absolvierte er sein 900. DEL-Spiel für die Eisbären Berlin. Die Rede ist natürlich von Kapitän und Legende Frank Hördler. Heute vor dem Spiel gegen Nürnberg wurde „Nante“ (so einer seiner Spitznamen) für sein Jubiläum von Manager Peter-John Lee geehrt. Auf dem Cube lief ein Video mit Szenen aus seiner Karriere und dazu Stimmen von ehemaligen oder aktuellen Mitspielern.

Tiefschlaf der Eisbären zu Beginn

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und die Berliner schwelgten zu Beginn anscheinend noch in Erinnerungen, denn nach nur 19 Sekunden schlug es bereits hinter Mathias Niederberger im Tor ein. Den ersten Schuss konnte der Eisbären-Goalie noch parieren, die Scheibe ging zurück in den Slot, wo Tom Gilbert abzog und zum 0:1 traf. Sehr zur Enttäuschung von Niederberger. Denn er hatte sich den Start sicherlich ganz anders vorgestellt. Doch seine Vorderleute waren noch im Tiefschlaf, was sich auch danach fortsetzte, als es einen Fehlpass nach dem nächsten zu bestaunen gab. Die Eisbären waren komplett von der Rolle in den Anfangsminuten.
Hoffnung auf Besserung versprach das erste Überzahlspiel nach vier Minuten, als Brett Pollock wegen Beinstellens in die Kühlbox musste. Aber auch dort wurde es nicht besser, Kris Focuault mit dem einzigen gefährlichen Schuss mit Ablauf der Strafe.

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Die Eisbären taten sich schwer in einem Spiel, in dem es letztendlich für beide um nichts mehr ging. Die Berliner waren sicher Erster im Norden und für die Champions Hockey League (CHL) qualifiziert, die Franken hatten mit der Vergabe der Playoff-Tickets nichts mehr zu tun. Scheinbar konnte sich die Mannschaft von Coach Frank Fischöder besser für dieses Spiel motivieren. Den Eisbären fehlte es an Schnelligkeit, sie bewegten die Beine nicht richtig, es fehlte die nötige Spritzigkeit, zu oft versprang die Scheibe und ein Fehler reihte sich an den nächsten.
Nürnberg, die hier keinesfalls ein Top-Spiel ablieferten, waren einfach hellwach und lauerten auf die Fehler der Eisbären und stibitzten ihnen die Scheiben immer wieder weg.
So Mitte des ersten Drittels näherten sich die Hausherren mal dem Tor an. Kris Foucault zunächst mit dem Bauerntrick, doch Niklas Treutle war auf der Hut und parierte diese Versuch. Der anschließende Onetimer aus dem Slot von Foucault ging am Tor vorbei. Aber den Gastgebern bot sich gut fünf Minuten vor der ersten Drittelpause die nächste Chance, als Patrick Reimer auf die Strafbank wanderte und den Eisbären das zweite Powerplay bescherte. Und dieses Überzahlspiel war schon deutlich gefährlicher als das erste und es brannte auch mal lichterloh vor Niklas Treutle. Und für 44 Sekunden hatte man dann sogar zwei Mann mehr auf dem Eis, als Tom Gilbert seinem Kapitän folgte. Jetzt musste es doch mit dem Ausgleich klappen. Und so war es dann auch. Die Eisbären mit dem ruhigen und geduldigen Spielaufbau, Jonas Müller spielte die Scheibe an der blauen Linie rüber zu Ryan McKiernan und der sorgte für das 1:1 (17.).
Die darauffolgende einfache Überzahl blieb dann aber ungenutzt, auch, weil man es verpasste, einen Spieler vor das Tor zu stellen, um Niklas Treutle die Sicht zu nehmen. Aber immerhin nahm man das 1:1 aus diesem Powerplay mit.
Nun waren die Eisbären aber besser drin im Spiel und hatten auch den Zug zum Tor der Franken. Das 1:1 hatte ihnen sichtlich Aufwind gegeben. Doch den nahm man sich in der letzten Spielminute selbst wieder, als Simon Després die erste Strafzeit der Eisbären kassierte. Die ersten 40 Sekunden der Unterzahl überstanden die Berliner schadlos und so stand es nach zähen ersten 20 Minuten 1:1-Unentschieden.

Schwere Kost im Mitteldrittel

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Und auch die restlichen 80 Sekunden zu Beginn des zweiten Drittels überstanden die Eisbären ohne große Probleme. Dennoch erwischten die Franken wieder den aktiveren Beginn und hatten Zug zum Tor von Mathias Niederberger, ohne jedoch eine hochkarätige Torchance herauszuspielen. Diese hatte dann Luke Adam nach vier Minuten, als die Zuordnung in der Eisbären-Defensive nicht stimmte und er frei vor Niederberger zum Abschluss kam, doch der Berliner Goalie parierte diesen Schuss sicher.
Die Eisbären wirkten zu Beginn des Mitteldrittels wieder etwas fahrig, nicht ganz bei der Sache, während Nürnberg durchaus fokussiert war. Wohl auch deswegen stellte Serge Aubin seine Reihen etwas um.
Nach acht Minuten dann die Chance für die Eisbären einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Strafe gegen Tom Gilbert und Powerplay. Aber auch das rüttelte die Berliner nicht wach. Ganz im Gegenteil, Fehler von Frank Hördler, Tyson McLellan zündete den Turbo und wollte Mathias Niederberger ausspielen. Schaffte er aber nicht, denn Niederberger gewann dieses Eins-gegen-Eins-Duell. Machtlos war er aber neun Minuten vor der zweiten Pause, als Tom Gilbert seinen Kapitän Patrick Reimer auf die Reise schickte, der kam mit viel Speed über rechts ins Angriffsdrittel, zog vom Bullykreis aus ab und die Scheibe ging über der Stockhand von Niederberger ins Tor – 1:2 (31.).

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Und die Chance zum dritten Tor bot sich den Franken nur wenig später, als Parker Tuomie in die Kühlbox musste. Powerplay für Nürnberg also. Aber diese Chance ließen die Ice Tigers ungenutzt.
Die Eisbären taten sich nach vorne schwer, kamen erst in der Schlussphase mal zu guten Chancen durch Lukas Reichel und John Ramage. Nur von Erfolg gekrönt waren diese nicht.
Zweieinhalb Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels meldete sich PC Labrie zurück im Dienst und durfte dafür für zwei Minuten in die Kühlbox. Das nächste Nürnberger Powerplay stand nun an. Aber auch dieses änderte nichts am Spielausgang in einem ganz schwachen DEL-Spiel, welches niemanden von den Sitzen riss. Nürnberg nahm eine 2:1-Führung mit in die Kabine, weil sie mehr investierten als die Eisbären.

Nach dem 1:3 werden die Eisbären kurz wach

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Im letzten Drittel ging die Schonkost weiter. Es ging zwar hin und her, aber das Tempo war nicht gerade hoch und viel Gefahr vor den Toren gab es auch nicht. Es wirkte ein wenig wie ein Trainingsspiel. Dabei stehen wir so kurz vor den Playoffs, wo das Niveau ein komplett anderes ist. Und dieses werden die Eisbären mit Sicherheit auch erreichen, wenn es in die Endrunde der PENNY DEL geht. Dann werden wir ganz andere Berliner sehen als es heute der Fall war.
Das Spiel heute konnte man vergessen. Sechs Minuten war das letzte Drittel alt, da erhöhte Timo Walther auf 3:1 für Nürnberg. Die Berliner mit mangelhafter Zuordnung hinten und Walther schlenzte die Scheibe per Handgelenkschuss ins Eck.
Die Entscheidung? Noch nicht, denn nur eine Minute später sorgte Sebastian Streu für neue Hoffnung bei den Eisbären. Simon Després hatte von der blauen Linie abgezogen und Streu fälschte den Schuss entscheidend ab – 2:3 (47.). 31 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Toren.

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Und plötzlich waren die Eisbären hellwach. Kris Focuault behauptete hinter dem Tor die Scheibe, passte sie hoch zu Lukas Reichel und dessen Onetimer schlug im Nürnberger Tor ein – 3:3 (48.).
Gerade, als man drohte einzuschlafen, fielen die drei Tore und man musste auf der Pressetribüne wieder eine aufrechte Haltung einnehmen, man hätte sonst was verpassen können.
Fortan waren die Hausherren die aktivere Mannschaft und von Nürnberg kam in der Phase nicht mehr so viel. Die Eisbären wollten direkt noch einen Treffer nachlegen, was ihnen jedoch nicht gelang.
Danach beruhigte sich die Partie wieder und man konnte wieder eine etwas entspanntere Position im Stuhl einnehmen.
Gegen Ende hin wurde die Mannschaft von Coach Frank Fischöder wieder aktiver und sorgte immer wieder für Gefahr vor Mathias Niederberger. Aber auch, weil das Defensivverhalten der Berliner heute äußerst dürftig war. Wenn du in den Playoffs so verteidigst, ist nach zwei Spielen bereits Saisonende. Bestraft wurde das heute aber nicht und so ging es beim Stand von 3:3 in die Verlängerung.

Erster Sieg nach Verlängerung/Penaltyschießen

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

In der Verlängerung hatten beide Mannschaften durchaus die Chance, die Partie zu entscheiden, allen voran die Eisbären, sie taten es aber nicht. Und so musste nach 65 Minuten Spielzeit das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Sollte die schwarze Serie der Eisbären heute enden? Schließlich hatte man alle vier vorherigen Verlängerungen bzw. Penaltyschießen verloren.
Und heute war es endlich so weit. Matt White und Kris Foucault trafen für die Eisbären, Luke Adam nur für Nürnberg. Somit blieb der Zusatzpunkt in der Hauptstadt.

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Ein Sieg, mit dem man bis zum 1:3 nicht unbedingt rechnen konnte. Die Eisbären taten sich enorm schwer, leisteten sich zu viele Fehler und wirkten unkonzentriert. Nürnberg, für die es hier um nichts mehr ging, war sehr engagiert und wollte sich anständig aus dieser Saison verabschieden. Die Eisbären hingegen nahmen eine Schonhaltung ein, was aber wohl auch den Experimenten von Trainer Serge Aubin geschuldet war, der immer mal wieder die Reihen umstellte. Es gilt schließlich nach dem bitteren Saisonende für Torjäger Leo Pföderl die besten Reihen für die bevorstehenden Playoffs zu finden. Ob er fündig geworden ist, wird nur er selbst wissen.
Was man aber sagen muss: Wenn die Eisbären gefordert werden, dann liefern sie auch. Und das wurden sie auch nach dem 1:3. Da schalteten die Eisbären mal kurz auf Offensive um und glichen innerhalb von nur zwei Minuten zum 3:3 aus. Nur, um danach wieder ihre Schonhaltung anzunehmen und Nürnberg das Spiel zu überlassen. Die Franken konnten nur daraus nichts machen und so musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen, wo die Eisbären das bessere Ende auf ihrer Seite hatten. Das war dann aber auch schon das Beste an diesem doch sehr zähen Spiel.

Erneut 3:1! Matt White führt die Eisbären zum Auswärtssieg in Nürnberg

Erfolgreicher Roadtrip für die Eisbären Berlin: Nur einen Tag nach dem Sieg bei den Straubing Tigers setzten sich die Hauptstädter auch bei den Nürnberg Ice Tigers mit 3:1 (1:0,0:1,2:0) durch. Damit feierten die Berliner den dritten Sieg in Folge mit insgesamt 7:2-Toren. Die Mannschaft legt zur Zeit also den Fokus auf die Defensive. Die Tor-Maschine tritt also derzeit kürzer. Aber wie heißt es so schön: „Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften.

Im Vergleich zum Straubing-Spiel gestern Nachmittag änderte Trainer Serge Aubin sein Team nur auf einer Position. Mathias Niederberger kehrte zwischen die Pfosten zurück, Back-up Tobias Ancicka nahm nach seiner sehr starken Leistung am Pulverturm wieder auf der Bank Platz. Aber es wird gewiss nicht sein letzter Auftritt in der diesjährigen Hauptrunde der PENNY DEL gewesen sein. Auch der „harte Hund“ von gestern, John Ramage, war mit dabei. Die Berliner Nummer 55 bekam gestern zweimal einen Schläger ins Gesicht und musste genäht werden. Zudem lieferte er sich auch noch einen Faustkampf mit Kael Mouillierat.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Nürnberg war als Gruppenletzter im Süden der Außenseiter, Berlin als Erster im Norden der klare Favorit. Und für beide Mannschaften war es eine große Herausforderung, waren doch beide gestern noch im Einsatz. Aber sowohl Nürnberg als auch die Eisbären gingen mit einem Erfolgserlebnis ins Spiel, denn die Ice Tigers setzten sich mit 3:1 gegen Bremerhaven durch, während die Berliner ebenfalls 3:1 in Straubing gewannen.

Abtasten war aber nicht angesagt. Beide Teams kamen schwungvoll in die Partie, den Franken gehörte aber die Anfangsphase. Sie entwickelten viel Zug zum Tor, doch die Berliner Defensive machte wie schon in den letzten beiden Spielen die Räume hinten zu. Erstmals brenzlig wurde es nach sieben Minuten, als Jonas Müller die Scheibe in der eigenen Zone nicht unter Kontrolle bekam, Daniel Schhmölz die Scheibe weiter zu Luke Adam spielte, doch der  diese dicke Möglichkeit vergab.
Aber direkt im Gegenzug wurden auch die Berliner zweimal gefährlich, Matt White kam dem Torerfolg dabei sehr nahe, doch er traf mit seinem Schuss nur das Außennetz. Nun waren die Hauptstädter gut drin und hatten ebenfalls Zug zum Tor entwickelt. Daraus resultierte die erste Strafzeit des Spiels für Nürnberg. Andrej Bires musste wegen Behinderung auf die Strafbank. Ihm folgte Marcus Weber nur 32 Sekunden später wegen eines Stockschlags. Somit die Berliner für 88 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und das nutzten sie aus. Mark Olver mit dem Querpass vom linken Pfosten auf den rechten Pfosten, wo Matt White per Onetimer erfolgreich war – 1:0 (11.). Das darauffolgende einfache Überzahlspiel konnten die Berliner aber nicht nutzen. Dennoch nahmen sie aus dieser Situation die Führung mit.
Nürnberg musste sich erst einmal sammeln, kam dann aber in der 14. Minute durch Youngster Roman Kechter zu einer richtig guten Chance, doch der Nürnberger Stürmer vergab denkbar knapp. Gleiches galt für Chris Brown, welcher nach Zuspiel von Luke Adam zweimal an Mathias Niederberger scheiterte. Nürnberg arbeitete also am Ausgleich.
In den restlichen Minuten ging es hin und her, doch beide Mannschaften arbeiteten sehr stark in der Defensive und so kamen auch keine weiteren Torchancen mehr heraus. Die Eisbären nahmen also eine knappe 1:0-Führung mit in die Kabine.
Ex-Eisbär Julius Karrer mit seinem Fazit zu den ersten 20 Minuten:

Wenn wir da die unnötige Strafe sein lassen, dann spielen wir hier ein gutes erstes Drittel. Wir bringen die Scheiben tief, sind hart in den Zweikämpfen, geben den Berliner nicht allzu viel Platz im eigenen Drittel. Wir sind mittendrin im Spiel.

Das zweite Drittel begann mit einer dicken Chance für die Eisbären durch Zach Boychuk, welcher alleine vor Niklas Treutle auftauchte, aber am Nürnberger Schlussmann scheiterte. Ganze 14 Sekunden war das Mitteldrittel da erst alt.
Fortan entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch zwischen zwei offensiv ausgerichteten Mannschaften. Ein so gravierender Unterschied, wie es die Tabelle hätte vermuten lassen, war definitiv nicht zu sehen. Eher war es ein Duell auf Augenhöhe, was vor allem natürlich auch an Nürnberg lag, die hier nicht wie ein Gruppenletzter spielten. Und die Eisbären spielten halt einfach so weiter wie zuletzt.
Sechs Minuten waren gespielt, als sich Luke Adam die nächste unnötige Strafzeit leistete, als er den Schläger gegen Jonas Müllers Gesicht drückte. Die zwei Minuten kassierte Adam vollkommen zurecht. Aber das Penaltykilling der Franken mit richtig guter Arbeit, die Ice Tigers ließen die Eisbären erst gar nicht in die Formation kommen. Und so hatte die unnötige Aktion von Luke Adam keine weiteren Folgen für die Franken.
Anschließend ging es hart umkämpft weiter. Beide Mannschaften gaben keinen Zweikampf verloren, kämpften verbissen um jede Scheibe. Beide investierten enorm viel in dieses Spiel. Was nicht selbstverständlich war, angesichts des „Back-to-back-Spiels“.
Aber Nürnberg schwächte sich erneut. Andrew Bodnarchuk mit der nächsten Strafzeit wegen Beinstellens. Das Powerplay sah dann schon etwas besser aus, aber nach einem Scheibenverlust der Eisbären Nürnberg mit einem Konter. Frank Hördler konnte Timo Walther nur unfair stoppen und so musste der Berliner Kapitän ebenfalls in die Kühlbox. Und es kam noch schlimmer für die Eisbären, denn auch Marcel Noebels musste wenig spät vom Eis. So hatten die Franken vorerst ein Vier-gegen-Drei-Powerplay und danach zwei Mann mehr auf dem Eis. Die dicke Chance zum Ausgleich also, denn man hatte für 80 Sekunden die zwei Mann mehr auf dem Eis. Und da schlugen die Hausherren zu. Luke Adam behauptete auf rechts die Scheibe, wartete auf den richtigen Zeitpunkt zum Pass in den Slot, wo Daniel Schmölz lauerte und zum 1:1 traf (35.).
Die Berliner danach noch in einfacher Unterzahl, wo Matt White die erneute Führung hätte erzielen müssen. Dreimal kam er zum Abschluss, zweimal war er dabei sogar vollkommen frei vor Niklas Treutle. Doch er konnte den Nürnberger Schlussmann einfach nicht überwinden.
Die Intensität wurde fortan immer höher, die Zweikämpfe waren hart umkämpft. Beide wollten hier den Führungstreffer erzielen. Und Lukas Reichel war kurz vor Ende der zweiten Pause nah dran, doch sein Schuss ging denkbar knapp am Tor vorbei. So stand es nach 40 sehr unterhaltsamen Minuten 1:1-Unentschieden.
Doch Leo Pföderl war keinesfalls zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft:

Zähe Nummer. Es geht ganz gut auf und ab. Es ist eng. Es muss alles besser werden bei uns. Von hinten bis vorne. Wir spielen eigentlich nicht das, was wir spielen wollen.

Und besagter Leo Pföderl übernahm dann einfach mal Verantwortung. Marcel Noebels mit dem klasse Pass auf Pföderl, der mit Speed durch zwei Nürnberger Spieler hindurch und zum Abschluss mit dem perfekten Schlenzer ins lange Eck – 2:1 (43.).
Direkt im nächsten Angriff kam Jonas Müller aus ähnlicher Position zum Abschluss, doch sein Schuss ging nur an den Pfosten. Da hätten die Eisbären innerhalb von nur einer Minute auf die Siegerstraße einbiegen können.
Bei Nürnberg sorgte im Schlussdrittel vor allem Roman Kechter immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Mathias Niederberger. Doch dem Youngster wollte einfach kein Treffer gelingen.
Der gelang dann aber Matt White in der 50. Spielminute, als er die Scheibe im Laufduell gegen David Trinkberger durch einen Sprint eroberte und vor dem Tor eiskalt blieb – 3:1 (50.).
Die Vorentscheidung in der Partie. Nürnberg konnte den Eisbären nicht mehr viel entgegensetzen. Die Berliner hatten das Spiel nach dem dritten Tor komplett im Griff und spielten weiter nach vorne, wollten das vierte Tor nachlegen. Doch egal was die Eisbären auch versuchten, der Puck wollte einfach kein weiteres Mal über die Torlinie gehen. Was aber angesichts des beruhigenden Spielstandes nicht weiter schlimm war.
Zwei Minuten vor dem Ende des Spiels nahm Ice-Tigers-Coach Frank Fischöder seinen Goalie Niklas Treutle vom Eis. Nürnberg versuchte es nun also mit sechs Feldspielern. Und 75 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit nahm er auch noch seine Auszeit, um seinen Jungs letzte Anweisungen zu geben. Doch die Eisbären erneut mit enorm starker Defensivarbeit. Sie machten die Schusswege zu und drängten die Nürnberger auf die Außenseite, wo dann natürlich keine gefährliche Torchance entstehen konnte. So brachten die Hauptstädter das 3:1 souverän über die Zeit und feierten damit den zweiten Auswärtssieg in Folge.

Erneut ein Sieg dank einer geschlossenen Teamleistung. Die Eisbären haben auch heute wieder leidenschaftlich über 60 Minuten gekämpft, haben keine Scheibe verloren gegeben und am Ende erneut einen Weg gefunden, ein enges Spiel für sich zu entscheiden – wie schon gegen Ingolstadt und Straubing. Aus dem ersten Drittel nahm man eine Führung mit, obwohl Nürnberg dort durchaus leichte Vorteile hatte. Im Mitteldrittel musste man dann den überfälligen Ausgleich hinnehmen, verpasste es im Anschluss aber sofort nachzulegen. Das tat man dann im Schlussdrittel mit zwei Toren zum Sieg. Wer weiß, was sich die Jungs in der Kabine vor dem letzten Drittel gesagt haben. Denn so wirklich zufrieden war man anscheinend nicht mit den ersten 40 Minuten, wenn man Leo Pföderls Statement nach dem zweiten Drittel hört. Aber das zeichnet die Berliner eben aus. Sie geben sich erst zufrieden, wenn sie führen und die Spiele gewinnen. Und dieser unbändige Siegeswille kann in den Playoffs Goldwert sein und zum erhofften achten Stern führen.

Giovanni Fiore vorm Auswärts-Doppelpack: „Wir sind bereit ihnen zu zeigen, warum wir an erster Stelle stehen“

Es geht weiter Schlag auf Schlag: Gestern Abend spielten die Eisbären Berlin noch in der Arena am Ostbahnhof gegen den ERC Ingolstadt (1:0), morgen Nachmittag tritt man bei den Straubing Tigers an (Bully: 14:30 Uhr) und zum Abschluss des Roadtrips ist man bei den Nürnberg Ice Tigers zu Gast. Drei Spiele innerhalb von vier Tagen also. Für die Spieler zwar eine Herausforderung, aber die Jungs spielen lieber als dass sie trainieren. Doch wie bereitet man sich am besten auf solch einen Roadtrip vor, Fabian Dietz?

Viel trinken, viel essen, vor allem gutes Essen und schauen, dass wir viel schlafen. Ich hoffe, dass wir dann alle gut regeneriert sind.

Sein Sturm-Kollege Giovanni Fiore ergänzte noch, dass die Spieler mit der aktuellen Situation sehr glücklich sind:

Einfach für die Spiele vorbereitet sein. Es ist eine spaßige Zeit, wir spielen viel Eishockey. Was könnten wir uns mehr wünschen als Spiele direkt hintereinander und einen Auswärtstrip? Wir sind glücklich damit.

Drei Spiele haben die Eisbären bisher gegen die Süd-Teams absolviert und dabei durchaus mitbekommen, wie körperlich im Süden gespielt wird. Doch die Berliner hielten bisher gut dagegen und ließen sich dadurch auch nicht aus der Ruhe bringen. Was aktuell aber noch fehlt, ist ein Auswärtssieg im Süden. Dazu hat man jetzt zweimal innerhalb von zwei Tagen die Chance. Doch wie muss man an die Spiele herangehen, wie will man Straubing und Nürnberg besiegen. Serge Aubin mit seiner Antwort kurz vor der Abfahrt gen Süden:

Wir müssen ein sehr einfaches Spiel spielen. Einfach und effektiv. Wir müssen hart spielen und brauchen jeden Einzelnen. Es fühlt sich an, als ob wir erst vor fünf Minuten auf dem Eis standen und nun sind wir hier und steigen gleich in den Zug ein, um in den Süden zu fahren, um zwei Spiele direkt nacheinander zu spielen. Es ist viel Eishockey in einer kurzen Zeit, also denke ich, dass wir mental fokussiert bleiben und jeden im Team nutzen müssen. Einfach ein einfaches, effektives und hartes Spiel machen.

Was derzeit natürlich nicht stattfindet, ist Training. Momentan finden die Spiele in einem sehr kurzen Rhythmus statt. Wie kann das Trainerteam in dieser Zeit auf die Spieler einwirken, wie bereitet man sich in so einer Zeit auf die Spiele vor, welche praktisch im Zwei-Tage-Rhythmus jetzt stattfinden. Serge Aubin dazu:

Natürlich werden wir viel Arbeit auf der Zugfahrt machen. Ich denke, jedes Team bringt etwas eigenes mit. Manche Teams sind schneller, manche physisch stärker, weshalb wir uns schnell auf die unterschiedlichen Spielstile einstellen müssen. Wir bereiten uns dafür seit August vor. Wir müssen einfach schlau sein. Wir müssen hart arbeiten, wenn es Zeit wird, hart zu arbeiten und schlau sein, wenn es Zeit wird, schlau zu sein. Wir werden den Jungs eine kleine Vorschau von dem geben, was auf uns zukommt, aber wir bleiben auf dem Weg, den wir bisher gehen, egal gegen wen wir spielen.

Die ersten drei Duelle gegen Augsburg und Ingolstadt haben gezeigt, mit welcher Intensität es jetzt zur Sache geht. Erwartet man denn in Straubing und Nürnberg die selbe hohe Intensität wie zuletzt, Giovanni Fiore?

Ja, wenn man auf die Tabelle guckt, stehen wir in der Nordgruppe ganz oben und die Teams wollen uns schlagen, was wir ihnen nicht übel nehmen können. Wir sind bereit aufzukreuzen und ihnen zu zeigen, wieso wir an erster Stelle stehen.

Auch Fabian Dietz erwartet eine ähnliche Partie wie gegen Ingolstadt:

Also im Endeffekt denke ich, dass die Südgruppe nochmal einen Tick härter spielt als die Nordgruppe. Deswegen müssen wir jetzt für jedes Spiel ready sein, für alles was kommt. Vor allem jetzt geht es in Richtung Playoffs und wir wollen auch für die Playoffs bereit sein.

„Dietzi“ spricht die Playoffs schon mal an. Mitte April ist es soweit, dann geht die diesjährige DEL-Saison in ihre entscheidende Phase. Auch Chefcoach Serge Aubin hat die Playoffs bereits im Blick und weiß, worauf es jetzt ankommt in einer Phase, mit Spielen an fast jedem zweiten Tag:

Wir kommen in die Phase der Saison, wo es wirklich ernst wird. Man kann die Ziellinie sehen. Innerhalb der nächsten drei Wochen spielen wir viel Eishockey und dann ist die Hauptrunde so gut wie vorbei. Und dann geht’s los, besonders wegen der Best-of-three-Serien in diesem Jahr. Wir starten in die Playoffs nur zwei Tage nach dem letzten Hauptrundenspiel. Wir müssen aufmerksam bleiben und die Jungs bereiten sich genau darauf vor. Es gibt mehrere Bereiche, auf die wir uns vorbereiten. Nun lernen wir Spiele direkt nacheinander zu spielen, was wir dieses Jahr bisher nicht mussten. Das ist sehr anstrengend für die Jungs, aber auch sehr bereichernd, wenn man es richtig macht.

Was die Mannschaft in den Playoffs erwartet, haben sie gestern hautnah erlebt. Mit so viel Intensität und Zweikampfhärte sowie vielen Nickligkeiten wird man auch in der Endrunde rechnen müssen. Gestern Abend siegte man in diesem Spiel mit Playoff-Charakter mit 1:0. Weil die Mannschaft zusammen gehalten und Jeder für jeden gekämpft hat. Sind das die Spiele, für die man als Spieler lebt und aus denen man noch mehr Momentum mitnehmen kann, Giovanni Fiore?

Ja und Nein. Leben wir für solche Spiele? Natürlich würden wir lieber mit ein paar mehr Toren gewinnen wollen, aber letzten Endes lieben wir es auch, solche Spiele zu machen. Das sind Spiele, von denen man als Kind träumt, die engen Siege zum Ende hin oder in Overtime. Der Sieg war super für unser Selbstvertrauen, aber jetzt konzentrieren wir uns auf die Auswärtsspiele und versuchen so viele Punkte wie möglich mitzunehmen.

„Dietzi“ ergänzte noch:

Auf jeden Fall. Das gibt der ganzen Mannschaft nochmal einen Ruck. Man weiß auch, dass man solche engen Spiele gewinnen kann, ein 1:0 ist auch nicht typisch für Eishockey. Man braucht jeden in der Mannschaft und Jeder muss sich auf jeden verlassen können.

Was in den ersten drei Spielen, aber eigentlich generell in dieser Saison auffällt, ist die Tatsache, dass die jungen Spieler hart arbeiten und genau das umsetzen, was Coach Serge Aubin von ihnen verlangt. Machen die Spiele denn jetzt besonders Spaß, wenn man bedenkt, dass es bald in die Playoffs geht, Fabian Dietz?

Natürlich macht es Spaß und es ist auch wichtig für das Team. Ich glaube, dass gibt auch Energie für das Team. Natürlich freut sich auch jeder auf die Playoffs und ich glaube, so langsam kann an sich auch auf die Playoffs einstellen von der Spielweise her.

Mit Straubing trifft man morgen Nachmittag auf den Tabellenfünften, welcher dringen Punkte im Kampf um die Playoffs benötigt. Und die Niederbayern sind heiß, gewannen sie doch alle bisherigen drei Duelle gegen die Nord-Teams und blieben bei ihren letzten beiden Auftritten in Düsseldorf und Krefeld stets ohne Gegentor (je 4:0). Die Mannschaft von Coach Tom Pokel ist also genau zum richtigen Zeitpunkt der Saison voll da. Dennoch können die Tigers bisher nicht an ihre Rekordsaison aus dem Vorjahr anknüpfen.
Straubing vergibt aktuell zu viele Chancen, hat nur eine Torschusseffizienz von 9,06 Prozent, was sie zum viertschlechtesten Team in Sachen Chancenverwertung macht. Bei den Special Teams sind die Tigers das drittbeste Unterzahlteam (85,59 Prozent), aber nur das achtbeste Powerplayteam (18,56 Prozent). Mit einer durchschnittlichen Fangquote von 90,09 Prozent liegt das Torhüter-Duo Sebastian Vogl/Matt Robson ligaweit nur auf dem achten Platz.
Bei den Niederbayern geht auch durch die Defensive Torgefahr aus. Marcel Brandt ist mit 19 Scorerpunkten (5 Tore/14 Assists) drittbester Scorer seines Teams. Auch Sena Acolatse (6/4) und Brandon Gormley (2/8) punkteten zweistellig.
Im Sturm sind es sechs Spieler, welche zweistellig scorten. Darunter Andreas Eder mit 20 Scorerpunkten (9/11) und Antoine Laganiére mit 19 (6/13)

Mit Nürnberg trifft man dann am Montagabend auf den abgeschlagenen Tabellenletzten der Gruppe Süd. In den Kampf um die Playoffs wird die Mannschaft vom neuen Sportdirektor Stefan Ustorf nicht mehr eingreifen können.
Statistisch gesehen findet man die Franken auch stets in den unteren Regionen der jeweiligen Rubrik. Die Special Teams funktionieren überhaupt nicht, das Powerplay ist das drittschlechteste (16,13 Prozent) und das Penaltykilling das viertschlechteste (76,36 Prozent).
Das Torhüter-Duo Niklas Treutle/Ilya Sharipov ist von den Werten her das zweitschlechteste der gesamten PENNY DEL (Fangquote: 88,64 Prozent).
Auch in Sachen Chancenverwertung stehen die Ice Tigers auch nur auf dem zwölften Platz (8,11 Prozent).
Das Team von Coach Frank Fischöder lebt vor allem von seinen drei Angreifern Luke Adam, Daniel Schmölz und Brett Pollock. Adam kam bisher auf 23 Scorerpunkte (6/17), Schmölz auf 20 (10/10) und Pollock auf 18 (9/9).
Das bisher einzige Heimspiel in der Verzahnungsrunde gewann Nürnberg mit 7:3 gegen Iserlohn. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man die Ice Tigers also trotzdem nicht. Auch wenn sie anschließend in Köln (3:6) und Düsseldorf (1:4) ohne Punkte blieben.

Beim Roadtrip nicht dabei sind PC Labrie, Sebastian Streu, Kris Foucault und Mark Zengerle. Die Eisbären müssen also mit einem ausgedünnten Kader diesen Auswärts-Doppelpack angehen. Doch die Mannschaft hat gezeigt, wie sie zusammenrücken kann, wenn Spieler ausfallen. Wenn man daran anknüpft, steht einem erfolgreichen Auswärtstrip nichts im Wege.