Der sechste Streich auf fremdem Eis! Die Eisbären Berlin schießen Nürnberg in deren Arena mit 6:2 ab

Das halbe Dutzend an Auswärtssiegen ist voll: Die Eisbären Berlin haben auch bei den heimstarken Nürnberg Ice Tigers gewonnen. Am Ende setzte man sich deutlich mit 6:2 (1:1,3:0,2:1) durch und holte somit im sechsten Auswärtsspiel der Saison den sechsten Auswärtssieg. Dennoch sprach Kai Wissmann nach dem Spiel davon, dass es „kein 6:2-Spiel“ war.

Bei den Eisbären kehrte Kapitän Frank Hördler in den Kader zurück. Er nahm auch seinen gewohnten Platz neben Kai Wissmann ein. Ansonsten blieben die Sturmreihen wie in Bietigheim und gegen Lugano zusammen. In der Defensive gab es eine Änderung im Vergleich zum Bietigheim-Spiel. Simon Després, in Bietigheim noch siebter Verteidiger, spielte heute neben Nicholas B. Jensen. Dessen Partner beim Aufsteiger, Eric Mik, war dafür heute siebter Verteidiger. Und im Tor kehrte Mathias Niederberger zwischen die Pfosten zurück. Mark Zengerle und Korbinian Geibel, die am Dienstag noch gegen Lugano spielten, standen heute nicht im Kader.

Eine schwere Aufgabe wartete auf den Deutschen Meister, denn Nürnberg zeigte sich unter dem Duo Stefan Ustorf/Manuel Kofler stark verbessert und gewann zwei der drei Spiele unter deren Leitung. Zudem waren die Franken sehr heimstark, während die Eisbären mit dem Vereinsrekord von fünf Auswärtssiegen zum Saisonstart im Gepäck nach Nürnberg reisten.
Und der Start war überragend. Ganze 36 Sekunden waren gespielt, als Blaine Byron die Übersicht vor dem Tor behielt und die Scheibe über die Linie drückte – 1:0.
Ein rasanter Beginn in Nürnberg, beide Mannschaften waren offensiv ausgerichtet und schenkten sich keinen Zentimeter Eis, beide waren sofort physisch drin im Spiel. Beide Teams suchten auch immer wieder den Abschluss vor dem Tor. Immer wieder gab es Phasen, wo sich mal Nürnberg und mal Berlin im gegnerischen Drittel festsetzten.
Mitte des Auftaktdrittels eine gute Phase der Hausherren, wo sie Berlin stark unter Druck setzen konnten, sich aber nicht für den Aufwand belohnten. Aber Nürnberg machte fortan weiter und die Führung der Eisbären stand so auf wackeligen Beinen.
Sieben Minuten vor dem Ende war dann aber mal Zach Boychuk durch, scheiterte jedoch an Niklas Treutle. Da hätte er für eine vorerst beruhigende 2:0-Führung sorgen können. So war es aber weiterhin eine sehr interessante Partie, wo es hin und her ging und immer wieder Gefahr vor dem gegnerischen Tor gab.
Und gut drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels sorgte Gregor MacLeod für den Ausgleich, setzte immer wieder nach und netzte dann aus der Drehung heraus zum 1:1 ein (17.). Angesichts des Spielverlaufes ein verdienter Spielstand. Mit dem ging es übrigens auch in die erste Drittelpause.

Das zweite Drittel ging gleich so weiter. Es brannte sofort wieder vor beiden Toren. Gerade vor dem der Ice Tigers, die Eisbären nämlich früh mit einem richtig guten und druckvollem Wechsel. Doch Niklas Treutle ließ keine Scheibe durch. Auch nicht bei einem Alleingang von Matt White. Aber ja, Berlin und Alleingänge in dieser Saison, das wird wohl nichts mehr.
Und Nürnberg? Die waren nicht ganz so präsent wie die Eisbären vor dem Tor, aber nach acht Minuten im Mitteldrittel zog Daniel Schmölz aus der Drehung ab, doch sein Schuss klatschte an den Pfosten. Glück für die Berliner.
Doch die hatten hier deutlich mehr Spielanteile im zweiten Drittel. Und gut sieben Minuten vor dem Ende zog Kai Wissmann einfach mal vom rechten Bullykreis ab und sein Schlagschuss schlug hinter Treutle ein – 2:1 (33.). Und nur 57 Sekunden später zog Nicholas B. Jensen einfach mal ab, Treutle ließ die Scheibe nur prallen und Marcel Noebels staubte ab – 3:1 (34.). Ein Doppelschlag, der Nürnberg natürlich weh tat. Aber die Führung war nach dem Verlauf des zweiten Drittels verdient.
Und jetzt rollte der Auswärts-Express wieder los. Yannick Veilleux fuhr mit der Scheibe an der blauen Linie entlang, brachte sich in Schuss-Position und zog ab. Zach Boychuk fälschte vor dem Tor ab und schon stand es 4:1 für die Eisbären (36.).
Vier Minuten vor der zweiten Pause kassierten die Eisbären die erste Strafzeit der Partie, Nürnberg also mit der Chance in Überzahl, nochmal einen Fuß in die Partie hinein zu bekommen. Aber eigentlich auch schlau von den Eisbären, die erste Strafzeit erst bei einer sicheren Führung zu nehmen. Denn Nürnberg stellt das zweitschlechteste Powerplay der Liga – nur die Eisbären sind noch schlechter als die Ice Tigers. Nürnberg spielte zwar ein gutes Überzahl, aber es gelang ihnen eben kein Treffer. Und in so einem Spiel könnte dich ein gut funktionierendes Powerplay noch einmal zurück ins Spiel bringen.
Den Hausherren bot sich aber schnell die zweite Chance zum Anschlusstreffer. Die Eisbären mit der zweiten Strafzeit in diesem Drittel und erneut Powerplay für die Mannschaft von Interimstrainer Stefan Ustorf. Und auch dieses Überzahlspiel sah gut aus, aber die Eisbären nahmen eine souveräne 4:1-Führung mit in die Kabine.

30 Sekunden musste man aber im Schlussdrittel noch in Unterzahl überstehen. Aber das war kein Problem, Nürnberg konnte in dieser kurzen Zeit für keinerlei Gefahr sorgen.
Danach lief es aber besser für die Hausherren, die immer wieder den Abschluss suchten. So ganz wollte man das Spiel hier nicht abschenken. Aber egal was Nürnberg versuchte, Mathias Niederberger machte die Schotten dicht.
Und die Eisbären? Die kamen einmal vors Tor und trafen. Ex-Ice-Tiger Leo Pföderl schnappte sich die Scheibe, marschierte über die Eisfläche und vollendete aus ganz spitzem Winkel – 5:1 (46.). Damit war die Messe hier dann auch gelesen.
Die Franken kurz darauf mit dem dritten Powerplay der Partie, aber da merkte man dann schon, dass der fünfte Gegentreffer die letzten Hoffnungen auf etwas Zählbares in dieser Partie bei Nürnberg zerstört hatte.
Und bei den Eisbären klappte jetzt alles. Alleingang Matt White und im 13. Anlauf verwerteten die Berliner so etwas in dieser Saison auch mal – 6:1 (49.).
An so einem Abend muss es doch auch mit einem Powerplaytor klappen. Knapp vier Minuten vor dem Ende kassierte Nürnberg die erste Strafzeit der Partie und da es eine 2+2-Minuten-Strafzeit war, konnten die Berliner des Rest der Partie in Überzahl spielen. Und daraus wurde am Ende sogar eine zweiminütige doppelte Überzahl. Jetzt musste es doch klappen mit einem Tor des schlechtesten Powerplays der Liga. Chancen waren auch da, das Powerplay wurde gut aufgezogen, aber es bleibt eben eine Baustelle im Team der Eisbären. Auch, weil Gregor MacLeod eine Sekunde vor dem Ende in doppelter Unterzahl zum 6:2-Endstand traf. Mathias Niederbergers Reaktion darauf war eindeutig – der Schläger musste dran glauben. Das letzte Gegentor war eben einfach komplett unnötig.

Aber das war am Ende nur ein kleiner Schönheitsfleck. Denn letztendlich zählt der sechste Auswärtssieg in Folge. Das frühe Tor spielte den Eisbären dabei sicherlich in die Karten, wenn gleich es danach ein Duell auf Augenhöhe war und sowohl Nürnberg als auch die Eisbären ihre Chancen hatten. Auch im zweiten Drittel hätte es durchaus in die andere Richtung gehen können, wenn Daniel Schmölz statt des Pfosten das Tor getroffen hätte. Zu dem Zeitpunkt stand es nämlich noch 1:1. Aber dann kamen die drei verhängnisvollen Minuten für Nürnberg, wo die Zustimmung hinten nicht stimmte und die Berliner auf 4:1 davon zogen. Von diesem Dreifachschlag erholte sich Nürnberg dann nicht mehr, auch wenn sie es versuchten. Aber spätestens die beiden Gegentore im Schlussdrittel raubten Nürnberg die letzte Hoffnung. Dass bei den Eisbären dann auch endlich mal ein Alleingang verwertet wurde, machte diesen Abend rund. Das Gegentor bei doppelter Überzahl wird aber von Trainer Serge Aubin garantiert nochmal angesprochen.
Einen Spieler will ich aber noch hervorheben – Kai Wissmann! Der junge Verteidiger zeigte eine starke Partie und sammelte insgesamt vier Scorerpunkte. Neben seinem Tor bereitete er noch drei weitere Treffer. Das sollte natürlich nicht unerwähnt bleiben.
Mit dem sechsten Auswärtssieg in Serie sind die Eisbären nur noch einen Sieg vom DEL-Startrekord entfernt. Aber das nächste Ziel sollte am Sonntag jetzt erst einmal der erste DEL-Heimsieg gegen die Kölner Haie sein. Das Selbstvertrauen ist auf jeden Fall da, nach nun drei Pflichtspielsiegen in Serie.

Schwer verdauliche Kost: Die Eisbären besiegen Nürnberg in einem sehr zähen Spiel mit 4:3 n.P.

Ausgabe #16:

Das war ein sehr zähes Spiel: Die Eisbären Berlin haben ihr vorletztes Hauptrunden-Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers mit 4:3 n.P. (1:1,0:1,2:1/0:0,1:0) gewonnen. Überzeugend war der Auftritt der Berliner dabei nicht, aber am Ende zählen dann nur die zwei Punkte, welche man eingefahren hat. Die Lehren aus diesem Spiel werden die Verantwortlichen schon ziehen.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte für das Spiel gegen die Franken wieder auf PC Labrie zurückgreifen, welcher in der vierten Reihe zusammen mit Nino Kinder und Fabian Dietz spielte. Dafür war Eric Mik heute siebter Verteidiger. Ansonsten blieb alles beim alten, warum sollte Aubin nach dem Coup in Mannheim auch großartig was ändern? Wenn gleich die Ausfälle von Leo Pföderl, Mark Zengerle und Haakon Hänelt sehr schmerzen. Im Tor stand übrigens auch heute wieder Mathias Niederberger.

In Schwenningen absolvierte er sein 900. DEL-Spiel für die Eisbären Berlin. Die Rede ist natürlich von Kapitän und Legende Frank Hördler. Heute vor dem Spiel gegen Nürnberg wurde „Nante“ (so einer seiner Spitznamen) für sein Jubiläum von Manager Peter-John Lee geehrt. Auf dem Cube lief ein Video mit Szenen aus seiner Karriere und dazu Stimmen von ehemaligen oder aktuellen Mitspielern.

Tiefschlaf der Eisbären zu Beginn

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und die Berliner schwelgten zu Beginn anscheinend noch in Erinnerungen, denn nach nur 19 Sekunden schlug es bereits hinter Mathias Niederberger im Tor ein. Den ersten Schuss konnte der Eisbären-Goalie noch parieren, die Scheibe ging zurück in den Slot, wo Tom Gilbert abzog und zum 0:1 traf. Sehr zur Enttäuschung von Niederberger. Denn er hatte sich den Start sicherlich ganz anders vorgestellt. Doch seine Vorderleute waren noch im Tiefschlaf, was sich auch danach fortsetzte, als es einen Fehlpass nach dem nächsten zu bestaunen gab. Die Eisbären waren komplett von der Rolle in den Anfangsminuten.
Hoffnung auf Besserung versprach das erste Überzahlspiel nach vier Minuten, als Brett Pollock wegen Beinstellens in die Kühlbox musste. Aber auch dort wurde es nicht besser, Kris Focuault mit dem einzigen gefährlichen Schuss mit Ablauf der Strafe.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Eisbären taten sich schwer in einem Spiel, in dem es letztendlich für beide um nichts mehr ging. Die Berliner waren sicher Erster im Norden und für die Champions Hockey League (CHL) qualifiziert, die Franken hatten mit der Vergabe der Playoff-Tickets nichts mehr zu tun. Scheinbar konnte sich die Mannschaft von Coach Frank Fischöder besser für dieses Spiel motivieren. Den Eisbären fehlte es an Schnelligkeit, sie bewegten die Beine nicht richtig, es fehlte die nötige Spritzigkeit, zu oft versprang die Scheibe und ein Fehler reihte sich an den nächsten.
Nürnberg, die hier keinesfalls ein Top-Spiel ablieferten, waren einfach hellwach und lauerten auf die Fehler der Eisbären und stibitzten ihnen die Scheiben immer wieder weg.
So Mitte des ersten Drittels näherten sich die Hausherren mal dem Tor an. Kris Foucault zunächst mit dem Bauerntrick, doch Niklas Treutle war auf der Hut und parierte diese Versuch. Der anschließende Onetimer aus dem Slot von Foucault ging am Tor vorbei. Aber den Gastgebern bot sich gut fünf Minuten vor der ersten Drittelpause die nächste Chance, als Patrick Reimer auf die Strafbank wanderte und den Eisbären das zweite Powerplay bescherte. Und dieses Überzahlspiel war schon deutlich gefährlicher als das erste und es brannte auch mal lichterloh vor Niklas Treutle. Und für 44 Sekunden hatte man dann sogar zwei Mann mehr auf dem Eis, als Tom Gilbert seinem Kapitän folgte. Jetzt musste es doch mit dem Ausgleich klappen. Und so war es dann auch. Die Eisbären mit dem ruhigen und geduldigen Spielaufbau, Jonas Müller spielte die Scheibe an der blauen Linie rüber zu Ryan McKiernan und der sorgte für das 1:1 (17.).
Die darauffolgende einfache Überzahl blieb dann aber ungenutzt, auch, weil man es verpasste, einen Spieler vor das Tor zu stellen, um Niklas Treutle die Sicht zu nehmen. Aber immerhin nahm man das 1:1 aus diesem Powerplay mit.
Nun waren die Eisbären aber besser drin im Spiel und hatten auch den Zug zum Tor der Franken. Das 1:1 hatte ihnen sichtlich Aufwind gegeben. Doch den nahm man sich in der letzten Spielminute selbst wieder, als Simon Després die erste Strafzeit der Eisbären kassierte. Die ersten 40 Sekunden der Unterzahl überstanden die Berliner schadlos und so stand es nach zähen ersten 20 Minuten 1:1-Unentschieden.

Schwere Kost im Mitteldrittel

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und auch die restlichen 80 Sekunden zu Beginn des zweiten Drittels überstanden die Eisbären ohne große Probleme. Dennoch erwischten die Franken wieder den aktiveren Beginn und hatten Zug zum Tor von Mathias Niederberger, ohne jedoch eine hochkarätige Torchance herauszuspielen. Diese hatte dann Luke Adam nach vier Minuten, als die Zuordnung in der Eisbären-Defensive nicht stimmte und er frei vor Niederberger zum Abschluss kam, doch der Berliner Goalie parierte diesen Schuss sicher.
Die Eisbären wirkten zu Beginn des Mitteldrittels wieder etwas fahrig, nicht ganz bei der Sache, während Nürnberg durchaus fokussiert war. Wohl auch deswegen stellte Serge Aubin seine Reihen etwas um.
Nach acht Minuten dann die Chance für die Eisbären einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Strafe gegen Tom Gilbert und Powerplay. Aber auch das rüttelte die Berliner nicht wach. Ganz im Gegenteil, Fehler von Frank Hördler, Tyson McLellan zündete den Turbo und wollte Mathias Niederberger ausspielen. Schaffte er aber nicht, denn Niederberger gewann dieses Eins-gegen-Eins-Duell. Machtlos war er aber neun Minuten vor der zweiten Pause, als Tom Gilbert seinen Kapitän Patrick Reimer auf die Reise schickte, der kam mit viel Speed über rechts ins Angriffsdrittel, zog vom Bullykreis aus ab und die Scheibe ging über der Stockhand von Niederberger ins Tor – 1:2 (31.).

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Und die Chance zum dritten Tor bot sich den Franken nur wenig später, als Parker Tuomie in die Kühlbox musste. Powerplay für Nürnberg also. Aber diese Chance ließen die Ice Tigers ungenutzt.
Die Eisbären taten sich nach vorne schwer, kamen erst in der Schlussphase mal zu guten Chancen durch Lukas Reichel und John Ramage. Nur von Erfolg gekrönt waren diese nicht.
Zweieinhalb Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels meldete sich PC Labrie zurück im Dienst und durfte dafür für zwei Minuten in die Kühlbox. Das nächste Nürnberger Powerplay stand nun an. Aber auch dieses änderte nichts am Spielausgang in einem ganz schwachen DEL-Spiel, welches niemanden von den Sitzen riss. Nürnberg nahm eine 2:1-Führung mit in die Kabine, weil sie mehr investierten als die Eisbären.

Nach dem 1:3 werden die Eisbären kurz wach

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im letzten Drittel ging die Schonkost weiter. Es ging zwar hin und her, aber das Tempo war nicht gerade hoch und viel Gefahr vor den Toren gab es auch nicht. Es wirkte ein wenig wie ein Trainingsspiel. Dabei stehen wir so kurz vor den Playoffs, wo das Niveau ein komplett anderes ist. Und dieses werden die Eisbären mit Sicherheit auch erreichen, wenn es in die Endrunde der PENNY DEL geht. Dann werden wir ganz andere Berliner sehen als es heute der Fall war.
Das Spiel heute konnte man vergessen. Sechs Minuten war das letzte Drittel alt, da erhöhte Timo Walther auf 3:1 für Nürnberg. Die Berliner mit mangelhafter Zuordnung hinten und Walther schlenzte die Scheibe per Handgelenkschuss ins Eck.
Die Entscheidung? Noch nicht, denn nur eine Minute später sorgte Sebastian Streu für neue Hoffnung bei den Eisbären. Simon Després hatte von der blauen Linie abgezogen und Streu fälschte den Schuss entscheidend ab – 2:3 (47.). 31 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Toren.

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Und plötzlich waren die Eisbären hellwach. Kris Focuault behauptete hinter dem Tor die Scheibe, passte sie hoch zu Lukas Reichel und dessen Onetimer schlug im Nürnberger Tor ein – 3:3 (48.).
Gerade, als man drohte einzuschlafen, fielen die drei Tore und man musste auf der Pressetribüne wieder eine aufrechte Haltung einnehmen, man hätte sonst was verpassen können.
Fortan waren die Hausherren die aktivere Mannschaft und von Nürnberg kam in der Phase nicht mehr so viel. Die Eisbären wollten direkt noch einen Treffer nachlegen, was ihnen jedoch nicht gelang.
Danach beruhigte sich die Partie wieder und man konnte wieder eine etwas entspanntere Position im Stuhl einnehmen.
Gegen Ende hin wurde die Mannschaft von Coach Frank Fischöder wieder aktiver und sorgte immer wieder für Gefahr vor Mathias Niederberger. Aber auch, weil das Defensivverhalten der Berliner heute äußerst dürftig war. Wenn du in den Playoffs so verteidigst, ist nach zwei Spielen bereits Saisonende. Bestraft wurde das heute aber nicht und so ging es beim Stand von 3:3 in die Verlängerung.

Erster Sieg nach Verlängerung/Penaltyschießen

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

In der Verlängerung hatten beide Mannschaften durchaus die Chance, die Partie zu entscheiden, allen voran die Eisbären, sie taten es aber nicht. Und so musste nach 65 Minuten Spielzeit das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Sollte die schwarze Serie der Eisbären heute enden? Schließlich hatte man alle vier vorherigen Verlängerungen bzw. Penaltyschießen verloren.
Und heute war es endlich so weit. Matt White und Kris Foucault trafen für die Eisbären, Luke Adam nur für Nürnberg. Somit blieb der Zusatzpunkt in der Hauptstadt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Ein Sieg, mit dem man bis zum 1:3 nicht unbedingt rechnen konnte. Die Eisbären taten sich enorm schwer, leisteten sich zu viele Fehler und wirkten unkonzentriert. Nürnberg, für die es hier um nichts mehr ging, war sehr engagiert und wollte sich anständig aus dieser Saison verabschieden. Die Eisbären hingegen nahmen eine Schonhaltung ein, was aber wohl auch den Experimenten von Trainer Serge Aubin geschuldet war, der immer mal wieder die Reihen umstellte. Es gilt schließlich nach dem bitteren Saisonende für Torjäger Leo Pföderl die besten Reihen für die bevorstehenden Playoffs zu finden. Ob er fündig geworden ist, wird nur er selbst wissen.
Was man aber sagen muss: Wenn die Eisbären gefordert werden, dann liefern sie auch. Und das wurden sie auch nach dem 1:3. Da schalteten die Eisbären mal kurz auf Offensive um und glichen innerhalb von nur zwei Minuten zum 3:3 aus. Nur, um danach wieder ihre Schonhaltung anzunehmen und Nürnberg das Spiel zu überlassen. Die Franken konnten nur daraus nichts machen und so musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen, wo die Eisbären das bessere Ende auf ihrer Seite hatten. Das war dann aber auch schon das Beste an diesem doch sehr zähen Spiel.

Erneut 3:1! Matt White führt die Eisbären zum Auswärtssieg in Nürnberg

Erfolgreicher Roadtrip für die Eisbären Berlin: Nur einen Tag nach dem Sieg bei den Straubing Tigers setzten sich die Hauptstädter auch bei den Nürnberg Ice Tigers mit 3:1 (1:0,0:1,2:0) durch. Damit feierten die Berliner den dritten Sieg in Folge mit insgesamt 7:2-Toren. Die Mannschaft legt zur Zeit also den Fokus auf die Defensive. Die Tor-Maschine tritt also derzeit kürzer. Aber wie heißt es so schön: „Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften.

Im Vergleich zum Straubing-Spiel gestern Nachmittag änderte Trainer Serge Aubin sein Team nur auf einer Position. Mathias Niederberger kehrte zwischen die Pfosten zurück, Back-up Tobias Ancicka nahm nach seiner sehr starken Leistung am Pulverturm wieder auf der Bank Platz. Aber es wird gewiss nicht sein letzter Auftritt in der diesjährigen Hauptrunde der PENNY DEL gewesen sein. Auch der „harte Hund“ von gestern, John Ramage, war mit dabei. Die Berliner Nummer 55 bekam gestern zweimal einen Schläger ins Gesicht und musste genäht werden. Zudem lieferte er sich auch noch einen Faustkampf mit Kael Mouillierat.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Nürnberg war als Gruppenletzter im Süden der Außenseiter, Berlin als Erster im Norden der klare Favorit. Und für beide Mannschaften war es eine große Herausforderung, waren doch beide gestern noch im Einsatz. Aber sowohl Nürnberg als auch die Eisbären gingen mit einem Erfolgserlebnis ins Spiel, denn die Ice Tigers setzten sich mit 3:1 gegen Bremerhaven durch, während die Berliner ebenfalls 3:1 in Straubing gewannen.

Abtasten war aber nicht angesagt. Beide Teams kamen schwungvoll in die Partie, den Franken gehörte aber die Anfangsphase. Sie entwickelten viel Zug zum Tor, doch die Berliner Defensive machte wie schon in den letzten beiden Spielen die Räume hinten zu. Erstmals brenzlig wurde es nach sieben Minuten, als Jonas Müller die Scheibe in der eigenen Zone nicht unter Kontrolle bekam, Daniel Schhmölz die Scheibe weiter zu Luke Adam spielte, doch der  diese dicke Möglichkeit vergab.
Aber direkt im Gegenzug wurden auch die Berliner zweimal gefährlich, Matt White kam dem Torerfolg dabei sehr nahe, doch er traf mit seinem Schuss nur das Außennetz. Nun waren die Hauptstädter gut drin und hatten ebenfalls Zug zum Tor entwickelt. Daraus resultierte die erste Strafzeit des Spiels für Nürnberg. Andrej Bires musste wegen Behinderung auf die Strafbank. Ihm folgte Marcus Weber nur 32 Sekunden später wegen eines Stockschlags. Somit die Berliner für 88 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und das nutzten sie aus. Mark Olver mit dem Querpass vom linken Pfosten auf den rechten Pfosten, wo Matt White per Onetimer erfolgreich war – 1:0 (11.). Das darauffolgende einfache Überzahlspiel konnten die Berliner aber nicht nutzen. Dennoch nahmen sie aus dieser Situation die Führung mit.
Nürnberg musste sich erst einmal sammeln, kam dann aber in der 14. Minute durch Youngster Roman Kechter zu einer richtig guten Chance, doch der Nürnberger Stürmer vergab denkbar knapp. Gleiches galt für Chris Brown, welcher nach Zuspiel von Luke Adam zweimal an Mathias Niederberger scheiterte. Nürnberg arbeitete also am Ausgleich.
In den restlichen Minuten ging es hin und her, doch beide Mannschaften arbeiteten sehr stark in der Defensive und so kamen auch keine weiteren Torchancen mehr heraus. Die Eisbären nahmen also eine knappe 1:0-Führung mit in die Kabine.
Ex-Eisbär Julius Karrer mit seinem Fazit zu den ersten 20 Minuten:

Wenn wir da die unnötige Strafe sein lassen, dann spielen wir hier ein gutes erstes Drittel. Wir bringen die Scheiben tief, sind hart in den Zweikämpfen, geben den Berliner nicht allzu viel Platz im eigenen Drittel. Wir sind mittendrin im Spiel.

Das zweite Drittel begann mit einer dicken Chance für die Eisbären durch Zach Boychuk, welcher alleine vor Niklas Treutle auftauchte, aber am Nürnberger Schlussmann scheiterte. Ganze 14 Sekunden war das Mitteldrittel da erst alt.
Fortan entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch zwischen zwei offensiv ausgerichteten Mannschaften. Ein so gravierender Unterschied, wie es die Tabelle hätte vermuten lassen, war definitiv nicht zu sehen. Eher war es ein Duell auf Augenhöhe, was vor allem natürlich auch an Nürnberg lag, die hier nicht wie ein Gruppenletzter spielten. Und die Eisbären spielten halt einfach so weiter wie zuletzt.
Sechs Minuten waren gespielt, als sich Luke Adam die nächste unnötige Strafzeit leistete, als er den Schläger gegen Jonas Müllers Gesicht drückte. Die zwei Minuten kassierte Adam vollkommen zurecht. Aber das Penaltykilling der Franken mit richtig guter Arbeit, die Ice Tigers ließen die Eisbären erst gar nicht in die Formation kommen. Und so hatte die unnötige Aktion von Luke Adam keine weiteren Folgen für die Franken.
Anschließend ging es hart umkämpft weiter. Beide Mannschaften gaben keinen Zweikampf verloren, kämpften verbissen um jede Scheibe. Beide investierten enorm viel in dieses Spiel. Was nicht selbstverständlich war, angesichts des „Back-to-back-Spiels“.
Aber Nürnberg schwächte sich erneut. Andrew Bodnarchuk mit der nächsten Strafzeit wegen Beinstellens. Das Powerplay sah dann schon etwas besser aus, aber nach einem Scheibenverlust der Eisbären Nürnberg mit einem Konter. Frank Hördler konnte Timo Walther nur unfair stoppen und so musste der Berliner Kapitän ebenfalls in die Kühlbox. Und es kam noch schlimmer für die Eisbären, denn auch Marcel Noebels musste wenig spät vom Eis. So hatten die Franken vorerst ein Vier-gegen-Drei-Powerplay und danach zwei Mann mehr auf dem Eis. Die dicke Chance zum Ausgleich also, denn man hatte für 80 Sekunden die zwei Mann mehr auf dem Eis. Und da schlugen die Hausherren zu. Luke Adam behauptete auf rechts die Scheibe, wartete auf den richtigen Zeitpunkt zum Pass in den Slot, wo Daniel Schmölz lauerte und zum 1:1 traf (35.).
Die Berliner danach noch in einfacher Unterzahl, wo Matt White die erneute Führung hätte erzielen müssen. Dreimal kam er zum Abschluss, zweimal war er dabei sogar vollkommen frei vor Niklas Treutle. Doch er konnte den Nürnberger Schlussmann einfach nicht überwinden.
Die Intensität wurde fortan immer höher, die Zweikämpfe waren hart umkämpft. Beide wollten hier den Führungstreffer erzielen. Und Lukas Reichel war kurz vor Ende der zweiten Pause nah dran, doch sein Schuss ging denkbar knapp am Tor vorbei. So stand es nach 40 sehr unterhaltsamen Minuten 1:1-Unentschieden.
Doch Leo Pföderl war keinesfalls zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft:

Zähe Nummer. Es geht ganz gut auf und ab. Es ist eng. Es muss alles besser werden bei uns. Von hinten bis vorne. Wir spielen eigentlich nicht das, was wir spielen wollen.

Und besagter Leo Pföderl übernahm dann einfach mal Verantwortung. Marcel Noebels mit dem klasse Pass auf Pföderl, der mit Speed durch zwei Nürnberger Spieler hindurch und zum Abschluss mit dem perfekten Schlenzer ins lange Eck – 2:1 (43.).
Direkt im nächsten Angriff kam Jonas Müller aus ähnlicher Position zum Abschluss, doch sein Schuss ging nur an den Pfosten. Da hätten die Eisbären innerhalb von nur einer Minute auf die Siegerstraße einbiegen können.
Bei Nürnberg sorgte im Schlussdrittel vor allem Roman Kechter immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Mathias Niederberger. Doch dem Youngster wollte einfach kein Treffer gelingen.
Der gelang dann aber Matt White in der 50. Spielminute, als er die Scheibe im Laufduell gegen David Trinkberger durch einen Sprint eroberte und vor dem Tor eiskalt blieb – 3:1 (50.).
Die Vorentscheidung in der Partie. Nürnberg konnte den Eisbären nicht mehr viel entgegensetzen. Die Berliner hatten das Spiel nach dem dritten Tor komplett im Griff und spielten weiter nach vorne, wollten das vierte Tor nachlegen. Doch egal was die Eisbären auch versuchten, der Puck wollte einfach kein weiteres Mal über die Torlinie gehen. Was aber angesichts des beruhigenden Spielstandes nicht weiter schlimm war.
Zwei Minuten vor dem Ende des Spiels nahm Ice-Tigers-Coach Frank Fischöder seinen Goalie Niklas Treutle vom Eis. Nürnberg versuchte es nun also mit sechs Feldspielern. Und 75 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit nahm er auch noch seine Auszeit, um seinen Jungs letzte Anweisungen zu geben. Doch die Eisbären erneut mit enorm starker Defensivarbeit. Sie machten die Schusswege zu und drängten die Nürnberger auf die Außenseite, wo dann natürlich keine gefährliche Torchance entstehen konnte. So brachten die Hauptstädter das 3:1 souverän über die Zeit und feierten damit den zweiten Auswärtssieg in Folge.

Erneut ein Sieg dank einer geschlossenen Teamleistung. Die Eisbären haben auch heute wieder leidenschaftlich über 60 Minuten gekämpft, haben keine Scheibe verloren gegeben und am Ende erneut einen Weg gefunden, ein enges Spiel für sich zu entscheiden – wie schon gegen Ingolstadt und Straubing. Aus dem ersten Drittel nahm man eine Führung mit, obwohl Nürnberg dort durchaus leichte Vorteile hatte. Im Mitteldrittel musste man dann den überfälligen Ausgleich hinnehmen, verpasste es im Anschluss aber sofort nachzulegen. Das tat man dann im Schlussdrittel mit zwei Toren zum Sieg. Wer weiß, was sich die Jungs in der Kabine vor dem letzten Drittel gesagt haben. Denn so wirklich zufrieden war man anscheinend nicht mit den ersten 40 Minuten, wenn man Leo Pföderls Statement nach dem zweiten Drittel hört. Aber das zeichnet die Berliner eben aus. Sie geben sich erst zufrieden, wenn sie führen und die Spiele gewinnen. Und dieser unbändige Siegeswille kann in den Playoffs Goldwert sein und zum erhofften achten Stern führen.

Giovanni Fiore vorm Auswärts-Doppelpack: „Wir sind bereit ihnen zu zeigen, warum wir an erster Stelle stehen“

Es geht weiter Schlag auf Schlag: Gestern Abend spielten die Eisbären Berlin noch in der Arena am Ostbahnhof gegen den ERC Ingolstadt (1:0), morgen Nachmittag tritt man bei den Straubing Tigers an (Bully: 14:30 Uhr) und zum Abschluss des Roadtrips ist man bei den Nürnberg Ice Tigers zu Gast. Drei Spiele innerhalb von vier Tagen also. Für die Spieler zwar eine Herausforderung, aber die Jungs spielen lieber als dass sie trainieren. Doch wie bereitet man sich am besten auf solch einen Roadtrip vor, Fabian Dietz?

Viel trinken, viel essen, vor allem gutes Essen und schauen, dass wir viel schlafen. Ich hoffe, dass wir dann alle gut regeneriert sind.

Sein Sturm-Kollege Giovanni Fiore ergänzte noch, dass die Spieler mit der aktuellen Situation sehr glücklich sind:

Einfach für die Spiele vorbereitet sein. Es ist eine spaßige Zeit, wir spielen viel Eishockey. Was könnten wir uns mehr wünschen als Spiele direkt hintereinander und einen Auswärtstrip? Wir sind glücklich damit.

Drei Spiele haben die Eisbären bisher gegen die Süd-Teams absolviert und dabei durchaus mitbekommen, wie körperlich im Süden gespielt wird. Doch die Berliner hielten bisher gut dagegen und ließen sich dadurch auch nicht aus der Ruhe bringen. Was aktuell aber noch fehlt, ist ein Auswärtssieg im Süden. Dazu hat man jetzt zweimal innerhalb von zwei Tagen die Chance. Doch wie muss man an die Spiele herangehen, wie will man Straubing und Nürnberg besiegen. Serge Aubin mit seiner Antwort kurz vor der Abfahrt gen Süden:

Wir müssen ein sehr einfaches Spiel spielen. Einfach und effektiv. Wir müssen hart spielen und brauchen jeden Einzelnen. Es fühlt sich an, als ob wir erst vor fünf Minuten auf dem Eis standen und nun sind wir hier und steigen gleich in den Zug ein, um in den Süden zu fahren, um zwei Spiele direkt nacheinander zu spielen. Es ist viel Eishockey in einer kurzen Zeit, also denke ich, dass wir mental fokussiert bleiben und jeden im Team nutzen müssen. Einfach ein einfaches, effektives und hartes Spiel machen.

Was derzeit natürlich nicht stattfindet, ist Training. Momentan finden die Spiele in einem sehr kurzen Rhythmus statt. Wie kann das Trainerteam in dieser Zeit auf die Spieler einwirken, wie bereitet man sich in so einer Zeit auf die Spiele vor, welche praktisch im Zwei-Tage-Rhythmus jetzt stattfinden. Serge Aubin dazu:

Natürlich werden wir viel Arbeit auf der Zugfahrt machen. Ich denke, jedes Team bringt etwas eigenes mit. Manche Teams sind schneller, manche physisch stärker, weshalb wir uns schnell auf die unterschiedlichen Spielstile einstellen müssen. Wir bereiten uns dafür seit August vor. Wir müssen einfach schlau sein. Wir müssen hart arbeiten, wenn es Zeit wird, hart zu arbeiten und schlau sein, wenn es Zeit wird, schlau zu sein. Wir werden den Jungs eine kleine Vorschau von dem geben, was auf uns zukommt, aber wir bleiben auf dem Weg, den wir bisher gehen, egal gegen wen wir spielen.

Die ersten drei Duelle gegen Augsburg und Ingolstadt haben gezeigt, mit welcher Intensität es jetzt zur Sache geht. Erwartet man denn in Straubing und Nürnberg die selbe hohe Intensität wie zuletzt, Giovanni Fiore?

Ja, wenn man auf die Tabelle guckt, stehen wir in der Nordgruppe ganz oben und die Teams wollen uns schlagen, was wir ihnen nicht übel nehmen können. Wir sind bereit aufzukreuzen und ihnen zu zeigen, wieso wir an erster Stelle stehen.

Auch Fabian Dietz erwartet eine ähnliche Partie wie gegen Ingolstadt:

Also im Endeffekt denke ich, dass die Südgruppe nochmal einen Tick härter spielt als die Nordgruppe. Deswegen müssen wir jetzt für jedes Spiel ready sein, für alles was kommt. Vor allem jetzt geht es in Richtung Playoffs und wir wollen auch für die Playoffs bereit sein.

„Dietzi“ spricht die Playoffs schon mal an. Mitte April ist es soweit, dann geht die diesjährige DEL-Saison in ihre entscheidende Phase. Auch Chefcoach Serge Aubin hat die Playoffs bereits im Blick und weiß, worauf es jetzt ankommt in einer Phase, mit Spielen an fast jedem zweiten Tag:

Wir kommen in die Phase der Saison, wo es wirklich ernst wird. Man kann die Ziellinie sehen. Innerhalb der nächsten drei Wochen spielen wir viel Eishockey und dann ist die Hauptrunde so gut wie vorbei. Und dann geht’s los, besonders wegen der Best-of-three-Serien in diesem Jahr. Wir starten in die Playoffs nur zwei Tage nach dem letzten Hauptrundenspiel. Wir müssen aufmerksam bleiben und die Jungs bereiten sich genau darauf vor. Es gibt mehrere Bereiche, auf die wir uns vorbereiten. Nun lernen wir Spiele direkt nacheinander zu spielen, was wir dieses Jahr bisher nicht mussten. Das ist sehr anstrengend für die Jungs, aber auch sehr bereichernd, wenn man es richtig macht.

Was die Mannschaft in den Playoffs erwartet, haben sie gestern hautnah erlebt. Mit so viel Intensität und Zweikampfhärte sowie vielen Nickligkeiten wird man auch in der Endrunde rechnen müssen. Gestern Abend siegte man in diesem Spiel mit Playoff-Charakter mit 1:0. Weil die Mannschaft zusammen gehalten und Jeder für jeden gekämpft hat. Sind das die Spiele, für die man als Spieler lebt und aus denen man noch mehr Momentum mitnehmen kann, Giovanni Fiore?

Ja und Nein. Leben wir für solche Spiele? Natürlich würden wir lieber mit ein paar mehr Toren gewinnen wollen, aber letzten Endes lieben wir es auch, solche Spiele zu machen. Das sind Spiele, von denen man als Kind träumt, die engen Siege zum Ende hin oder in Overtime. Der Sieg war super für unser Selbstvertrauen, aber jetzt konzentrieren wir uns auf die Auswärtsspiele und versuchen so viele Punkte wie möglich mitzunehmen.

„Dietzi“ ergänzte noch:

Auf jeden Fall. Das gibt der ganzen Mannschaft nochmal einen Ruck. Man weiß auch, dass man solche engen Spiele gewinnen kann, ein 1:0 ist auch nicht typisch für Eishockey. Man braucht jeden in der Mannschaft und Jeder muss sich auf jeden verlassen können.

Was in den ersten drei Spielen, aber eigentlich generell in dieser Saison auffällt, ist die Tatsache, dass die jungen Spieler hart arbeiten und genau das umsetzen, was Coach Serge Aubin von ihnen verlangt. Machen die Spiele denn jetzt besonders Spaß, wenn man bedenkt, dass es bald in die Playoffs geht, Fabian Dietz?

Natürlich macht es Spaß und es ist auch wichtig für das Team. Ich glaube, dass gibt auch Energie für das Team. Natürlich freut sich auch jeder auf die Playoffs und ich glaube, so langsam kann an sich auch auf die Playoffs einstellen von der Spielweise her.

Mit Straubing trifft man morgen Nachmittag auf den Tabellenfünften, welcher dringen Punkte im Kampf um die Playoffs benötigt. Und die Niederbayern sind heiß, gewannen sie doch alle bisherigen drei Duelle gegen die Nord-Teams und blieben bei ihren letzten beiden Auftritten in Düsseldorf und Krefeld stets ohne Gegentor (je 4:0). Die Mannschaft von Coach Tom Pokel ist also genau zum richtigen Zeitpunkt der Saison voll da. Dennoch können die Tigers bisher nicht an ihre Rekordsaison aus dem Vorjahr anknüpfen.
Straubing vergibt aktuell zu viele Chancen, hat nur eine Torschusseffizienz von 9,06 Prozent, was sie zum viertschlechtesten Team in Sachen Chancenverwertung macht. Bei den Special Teams sind die Tigers das drittbeste Unterzahlteam (85,59 Prozent), aber nur das achtbeste Powerplayteam (18,56 Prozent). Mit einer durchschnittlichen Fangquote von 90,09 Prozent liegt das Torhüter-Duo Sebastian Vogl/Matt Robson ligaweit nur auf dem achten Platz.
Bei den Niederbayern geht auch durch die Defensive Torgefahr aus. Marcel Brandt ist mit 19 Scorerpunkten (5 Tore/14 Assists) drittbester Scorer seines Teams. Auch Sena Acolatse (6/4) und Brandon Gormley (2/8) punkteten zweistellig.
Im Sturm sind es sechs Spieler, welche zweistellig scorten. Darunter Andreas Eder mit 20 Scorerpunkten (9/11) und Antoine Laganiére mit 19 (6/13)

Mit Nürnberg trifft man dann am Montagabend auf den abgeschlagenen Tabellenletzten der Gruppe Süd. In den Kampf um die Playoffs wird die Mannschaft vom neuen Sportdirektor Stefan Ustorf nicht mehr eingreifen können.
Statistisch gesehen findet man die Franken auch stets in den unteren Regionen der jeweiligen Rubrik. Die Special Teams funktionieren überhaupt nicht, das Powerplay ist das drittschlechteste (16,13 Prozent) und das Penaltykilling das viertschlechteste (76,36 Prozent).
Das Torhüter-Duo Niklas Treutle/Ilya Sharipov ist von den Werten her das zweitschlechteste der gesamten PENNY DEL (Fangquote: 88,64 Prozent).
Auch in Sachen Chancenverwertung stehen die Ice Tigers auch nur auf dem zwölften Platz (8,11 Prozent).
Das Team von Coach Frank Fischöder lebt vor allem von seinen drei Angreifern Luke Adam, Daniel Schmölz und Brett Pollock. Adam kam bisher auf 23 Scorerpunkte (6/17), Schmölz auf 20 (10/10) und Pollock auf 18 (9/9).
Das bisher einzige Heimspiel in der Verzahnungsrunde gewann Nürnberg mit 7:3 gegen Iserlohn. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man die Ice Tigers also trotzdem nicht. Auch wenn sie anschließend in Köln (3:6) und Düsseldorf (1:4) ohne Punkte blieben.

Beim Roadtrip nicht dabei sind PC Labrie, Sebastian Streu, Kris Foucault und Mark Zengerle. Die Eisbären müssen also mit einem ausgedünnten Kader diesen Auswärts-Doppelpack angehen. Doch die Mannschaft hat gezeigt, wie sie zusammenrücken kann, wenn Spieler ausfallen. Wenn man daran anknüpft, steht einem erfolgreichen Auswärtstrip nichts im Wege.