Licht und Schatten am ersten DEL-Wochenende bei den Eisbären Berlin

Zwei Spieltage ist die neue Saison in der PENNY DEL schon wieder alt und die Eisbären Berlin haben ihre ersten beiden Spiele absolviert. Am 1. Spieltag traf man auf Red Bull München, gegen die man mit 1:4 verlor. Am 2. Spieltag war man am Seilersee zu Gast und gewann dort in einer turbulenten Partie mit 7:4 bei den Iserlohn Roosters. Somit stehen die Hauptstädter nach zwei Spieltagen punkt- und torgleich mit dem Gegner vom Sonntag, den Iserlohn Roosters, auf Platz Sechs in der DEL-Tabelle – mit drei Punkten und 8:8-Toren.

Dabei hätten es am Ende auch gut und gerne fünf oder sechs Zähler sein können. Denn auch gegen München war ein Sieg im Bereich des Möglichen. Auch gegen die Mannschaft von Coach Don Jackson zeigte man eine ansprechende Leistung, kam immer gut rein in die drei Drittel und ging auch früh im zweiten Drittel in Führung. Man erspielte sich gute Chancen, hatte auch den ein oder anderen Alleingang, welchen man aber eben nicht verwerten konnte. Bei einer besseren Chancenverwertung hätte man gegen München durchaus nach regulärer Spielzeit oder Verlängerung/Penaltyschießen gewinnen können.
Denn so viel besser waren die roten Bullen nun nicht, aber eben sehr effektiv vor dem Tor. Zwei Tore nach einem Bully im Angriffsdrittel und ein wichtiges Powerplaytor zum vorentscheidenden 3:1. München erwies sich am Ende als etwas abgezockter als die Berliner. Kleinigkeiten machten die Spieler und Trainer Serge Aubin daher nach dem Spiel als Hauptgründe für die Niederlage aus, aber man befindet sich eben auch noch in einem Prozess.

In Iserlohn war es dann natürlich ein Spiel, welches den Trainern graue Haare beschert haben dürfte. Dort ging es teilweise munter hin und her, die Defensive der Eisbären offenbarte dabei weiterhin ihre Probleme. Diese ziehen sich nun schon seit der CHL wie ein roter Faden durch das Spiel der Eisbären. Und Marcel Noebels sagte daher ja auch nach dem Spiel am Seilersee, dass es recht selten ist, dass man drei Punkte holt, wenn man auswärts vier Gegentore kassiert. Das kann nicht immer gut gehen, aber es zeigte eben auch die Moral und den Charakter der Mannschaft. Dreimal ging Iserlohn in Führung, dreimal kamen die Berliner zurück, welche aber vor allem im zweiten Drittel mal wieder mit ihrer Chancenverwertung gehadert haben dürften. Doch im letzten Drittel zeigten sie, welches Potential in dieser Mannschaft steckt und schossen mit vier Toren den ersten Saisonsieg noch souverän heraus.
Aber darauf darf man sich eben nicht immer verlassen, von daher wird man nun in der nächsten Zeit daran arbeiten, die Defensive in den Griff zu bekommen. Denn immer wieder einem Rückstand hinterher zu rennen kostet natürlich auch enorm viel Kraft und diese kann dir dann am Ende eines Spiels irgendwann ausgehen.

Die Verantwortlichen der Eisbären werden aus diesen beiden Spielen ihre Schlüsse ziehen, werden die positiven und negativen Dinge analysieren. Was gegen München und Iserlohn sicherlich schon gut lief, war das Penaltykilling, wenn gleich es in beiden Duellen jeweils ein Gegentor in Unterzahl setzte. Aber die Ansätze sind da und gerade gestern lobte Coach Serge Aubin auch explizit die Special Teams seiner Mannschaft.
Das man Tore schießen kann, wenn man seine Chancen besser nutzt, das bewies man gestern Abend am Seilersee, als im letzten Drittel endlich der Knoten platzte. Nur defensiv muss man seine Baustellen angehen und dort weniger Gegentore zu lassen. An den ersten beiden Spieltagen ließ man insgesamt 53 Torschüsse der Gegner zu. Dabei fiel vor allem gegen München auf, dass man die roten Bullen in diesem Spiel vor allem aus der gefährlichen Zone zum Abschluss kommen ließ. 47 Prozent ihrer Schüsse gab München aus dem Slot ab. Was natürlich auch schwer ist, München mit der Qualität der Spieler aus dem Slot fernzuhalten.
Gegen Iserlohn klappte das dann schon wesentlich besser und die Roosters gaben nur 28 Prozent ihrer Schüsse aus dem Slot ab. Da klappte die Defensivarbeit schon wesentlich besser, aber dennoch schlug es viermal hinter Tobias Ancicka ein. Die Eisbären wissen also, woran sie ansetzen müssen.

Was beim Donnerstagspiel auffiel: Während beim Gegner die Eiszeit relativ ausgeglichen verteilt wurde und kein Spieler auf mehr als 20 Minuten Eiszeit kam, waren es bei den Eisbären gleich drei Spieler – Morgen Ellis (21:42 Minuten), Blaine Byron (21:02) und Leo Pföderl (20:06).
Am Sonntag am Seilersee waren es dann schon fünf Spieler mit mehr als 20 Minuten Eiszeit – Marcel Noebels (23:06), Blaine Byron (22:16), Jonas Müller (22:08), Leo Pföderl (21:47) und Morgan Ellis (21:28). Da brachten es aber auch drei Sauerländer auf mehr als 20 Minuten Eiszeit.

Die Youngster bekamen unterschiedlich viel Eiszeit. Bennet Roßmy bekam gegen München 4:45 Minuten, in Iserlohn waren es dann nur noch 2:33 Minuten. Korbinian Geibel kam bei seinem einzigen Spiel in Iserlohn auf 1:25 Minuten. Eric Mik war gegen München mit 8:38 Minuten der Youngster mit der meisten Eiszeit, Sebastian Streu kam auf 6:21 Minuten. Streu war dann am Sonntag mit 11:22 Minuten deutlich mehr auf dem Eis als Mik (3:21 Minuten).

In Überzahl fiel auf, dass gegen München gleich fünf Spieler auf mehr als vier Minuten Eiszeit kamen – Nicholas B. Jensen (4:25), Giovanni Fiore, Zach Boychuk (beide 4:12), Matt White (4:10) und Mark Zengerle (4:02). Damit hatten sie deutlich mehr Powerplayzeit als Blaine Byron, der mit exakt drei Minuten die sechstmeiste Zeit in Überzahl auf dem Eis verbrachte.
Aber auch da rotierte Coach Serge Aubin, waren es am Sonntag in Iserlohn doch andere Spieler, welche die meiste Zeit in Überzahl auf dem Eis waren – Leo Pföderl, Blaine Byron (beide 2:50), Marcel Noebels (2:49) und Morgan Ellis (2:22).

Erfreulich zu sehen war, dass Kevin Clark in Iserlohn endlich sein erstes Tor für die Eisbären erzielte und zudem auch noch ein Tor vorbereitete. Die ersten beiden Scorerpunkte für den zu Beginn doch eher glücklosen Clark, aber Serge Aubin hatte es ja nach dem Spiel gegen München auf der Pressekonferenz gesagt, dass er sich da keine Sorgen macht, dass er seine Zeit brauchen wird, aber dann den Eisbären weiterhelfen wird.
Die drei besten Scorer an diesem Wochenende verwundern dagegen überhaupt nicht: Marcel Noebels mit vier (2 Tore/2 Assists), Matt White (2/1) und Leo Pföderl (1/2) mit je drei Scorerpunkten.

Ausbaufähig ist hingegen die Fangquote der beiden Goalies, was aber bei acht Gegentoren nicht verwundert. Mathias Niederberger kommt nach dem Spiel gegen München auf eine Quote von 85,71 Prozent, Tobias Ancicka auf 83,33 Prozent.

Aber noch sind wir ganz früh in der Saison und die Leistungskurve der Eisbären Berlin zeigt nach oben. Ob sie auch in den Spielen in Bremerhaven am Freitag und gegen Mannheim am Sonntag weiter steigen wird, werden wir am Wochenende beobachten.

Ryan McKiernan vor dem Wolfsburg-Spiel: „Auswärtsspiele sind etwas, an dem wir diese Saison arbeiten müssen“

Elf Spiele ist die PENNY DEL-Saison für die Berliner bereits alt und die Eisbären Berlin zeigen weiterhin ihre zwei Gesichter. Während man zu Hause alle bisherigen sechs Heimspiele gewinnen konnte und dabei auch noch keinen einzigen Punkt abgab, holte man aus den ersten fünf Auswärtsspielen gerade mal einen Sieg und mickrige fünf Punkte. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, wo man den einzigen Sieg einfuhr (Krefeld), dann weiß man, wie schlecht die Bilanz der Eisbären in dieser Saison auf fremden Eis ist. Morgen Abend bekommt man die nächste Chance, diese Statistik ein wenig aufzubessern. Ab 17:00 Uhr (Sport 1 überträgt live) ist man bei den Grizzlys Wolfsburg zu Gast. Und mit den Niedersachsen hat man noch eine Rechnung vom ersten Aufeinandertreffen in der Autostadt offen. Damals verloren die Berliner mit 0:1 n.P., die Niedersachsen sind also das einzige Team, gegen das die Eisbären in dieser Saison noch nicht getroffen haben. Das soll sich morgen natürlich ändern. Aber man weiß, dass es ein hartes Spiel wird, wie Trainer Serge Aubin heute sagte:

Ich denke, es wird ein hartes Spiel werden. Wir haben sie in letzter Zeit etwas beobachtet – sie arbeiten extrem hart und sie spielen sehr schnell. Aber wir sind definitiv ein anderes Team heute, als wir es waren, als wir das letzte Mal gegen sie gespielt haben. Wir müssen einfach ins Spiel gehen und versuchen auf dem aufzubauen, was wir im letzten Spiel gemacht haben und gucken, was passiert. Wir werden immer besser als Team, aber wir erwarten ein hartes Spiel.

Die Eisbären haben neben dem Auswärtsproblem aber noch ein zweites. Sie schaffen es in dieser Saison einfach nicht, über 60 Minuten ihr Spiel durchzuziehen. Es kommt immer wieder zu Phasen, in denen es nicht läuft und wo man im Spiel komplett den Faden verliert. Während man in den Heimspielen dann aber immer noch einen Weg zum Sieg gefunden hat, so fällt den Eisbären das auswärts ganz gewaltig auf die Füße. Und bisher hat man immer nur davon gesprochen, es besser machen zu wollen. Geklappt hat es bisher noch nicht. Auch nicht beim Heimspiel gegen Iserlohn am Donnerstagabend, als man im ersten Drittel auch komplett aus dem Spiel kam und einem Rückstand hinterher laufen musste. Dank einer starken Teamleistung sicherte man sich am Ende aber doch noch den Sieg und die drei Punkte. Ryan McKiernan wurde daher vor dem Duell in Wolfsburg gefragt, ob dieses Teamwork auch morgen wichtig sein wird:

Sehr wichtig. Auswärtsspiele sind etwas, an dem wir diese Saison arbeiten müssen, besonders wie wir in diese Spiele starten. Wir haben darüber diese Woche gesprochen und hoffen das im Spiel umsetzen zu können. Teamwork und die richtigen Sachen über 60 Minuten machen.

Die Auswärtsbilanz der Hauptstädter haben wir angesprochen, aber die Heimbilanz der Wolfsburger ist nicht viel besser. Sechs Heimspiele hat die Mannschaft von Trainer Pat Cortina bisher absolviert, nach zwei Siegen zum Auftakt setzte es zuletzt vier Niederlagen in Folge. Zwei Spiele gingen in der Verlängerung verloren und ein Spiel nach Penaltyschießen. Wolfsburg hat also nur in einem dieser sechs Heimspiele nicht gepunktet. Das war beim letzten Heimspiel vergangenen Sonntag gegen Bremerhaven der Fall, als man zum dritten Mal in Folge mit 1:2 auf eigenem Eis verlor. Torgefährlich sind sie auf eigenem Eis also aktuell auch nicht, die Grizzlies. Da muss es doch morgen mit einem Sieg in Wolfsburg klappen.
Wenn man sich die Statistik der letzten fünf Spiele beider Mannschaften gegeneinander anschaut, fällt auf, dass die letzten vier Spiele alle mit einem Tor Unterschied endeten. Zweimal siegten die Eisbären, zweimal Wolfsburg.

Schaut man sich die Statistiken der Wolfsburger an, fällt auf, dass sie schwer auszurechnen sind. Kein Spieler hat bisher zweistellig gescort. Die beiden Top-Scorer sind Matti Järvinen (4 Tore/4 Assists) und Max Görtz (2/6) mit je acht Scorerpunkten. Bei den Torhüter sind sowohl Dustin Strahlmeier als auch Chet Pickard aktuell bei unter 90 Prozent Fangquote. Bei Über- und Unterzahl reiht sich das Team im Mittelfeld der Liga ein. Bei der Torschusseffizienz sind die Grizzlies Vorletzter, bei den Strafminuten dafür auf Platz Eins als das fairste Team der Liga.