Fünf Siege in Serie: Der Deutsche Meister kommt ins Rollen

Elf Spieltage sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert und die Eisbären Berlin haben den Kontakt zur Spitze endgültig hergestellt. Man steht nach elf Spielen mit 22 Punkten auf Platz Vier und liegt damit nur ganze zwei Zähler hinter Spitzenreiter München. Der Grund dafür sind drei Ligasiege in Serie, welche vorher noch nicht gelungen waren. Weil man eben den Heimfluch mit sich herum trug, doch seit vergangenem Dienstag ist dieser vorbei. Dort besiegte man in der Champions Hockey League (CHL) den HC Lugano mit 6:3. Auch in der DEL legte man den ersten Heimsieg hin, gegen Köln gewann man am Sonntag mit 5:3. Elf Tore zu Hause in nur zwei Spielen, zuvor waren es ganze vier in vier Spielen. Der Bann scheint also inzwischen gebrochen zu sein.

Was aber auch daran liegt, dass sich die Mannschaft immer besser aufeinander einstellt und einstimmt, immer besser zusammen harmoniert. Coach Serge Aubin sieht daher derzeit auch keinen Anlass, um irgendetwas zu ändern, weshalb ein Mark Zengerle weiterhin nur der Platz auf der Tribüne bleibt. Ein Wechsel scheint hier durchaus möglich zu sein, wenn gleich sich Zengerle in Berlin trotz der Umstände wohlfühlt und sich durch Leistungen weiterhin anbieten will. Aubin lobte nach dem Spiel gegen Köln seine Mannschaft und erklärte auch, warum derzeit kein Platz für Mark Zengerle im Kader ist:

Die Mannschaft spielt halt zur Zeit sehr gut und deswegen habe ich jetzt keine Änderungen am Line-up vorgenommen.

Fünf Spiele, fünf Siege, 25:12-Tore belegen die Aussage des Berliner Chef Coaches. Die Eisbären hatten auswärts kein Problem mit dem Tore schießen, das hatte man nur zu Hause. Weil man dort einfach zu kompliziert spielte, zu hektisch, zu selten den Schuss in der richtigen Situation abgab. Das änderte man gegen Lugano und gegen Köln und prompt klingelte es elf Mal im gegnerischen Tor. Mit jedem weiteren Tor steigt natürlich auch das Selbstvertrauen der Spieler und die Siegesserie lässt die Brust nur noch breiter werden.
Aubin hatte es immer wieder gepredigt, als man zu Hause Niederlagen kassierte. Immer wieder sagte er, man befinde sich noch im Prozess, es muss sich noch alles finden und jetzt sieht man, dass er damit Recht hatte. Wenn gleich natürlich auch nach wie vor noch nicht alles rund läuft, was aber nach erst elf gespielten Spielen auch kein Wunder ist. Aber man hat die Fehler angesprochen und diese Stück für Stück, Spiel für Spiel abgestellt und so konnte man die jüngste Erfolgsserie starten.

Und war man zu Beginn vielleicht noch zu sehr von der Top-Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron abhängig, so scort nun auch regelmäßig die zweite Reihe, welche am Sonntag Matt White, Zach Boychuk und Yannick Veilleux bildeten. Letzterer kommt immer besser in Fahrt und traf gegen die Haie gleich zweimal.
Doch nicht nur der Offensiv-Motor zu Hause kommt so langsam aber sicher ins laufen. Nein, auch das Powerplay war einer der Hauptgründe für den ersten DEL-Heimsieg in dieser Saison. Die in dieser Spielzeit bekannte Schwäche der Domstädter in Sachen Disziplin fiel ihnen in der Hauptstadt auf die Füße. Die zuvor in Überzahl äußerst harmlosen Eisbären schossen vier der fünf Tore gegen Köln in Überzahl. Zuvor waren es ganze drei Tore in zehn Spielen gewesen, womit man das schwächste Überzahlspiel der gesamten Liga hatte. Die Erfolgsquote lag bei unter zehn Prozent. Jetzt ist man auf Platz Dreizehn angekommen mit einer Erfolgsquote von 17,95 Prozent (7 Tore in 39 Überzahlsituationen).

Es ist kein Geheimnis, dass zwei gut funktionierende Special Teams mit spielentscheidend sein können. Das Penaltykilling der Berliner funktionierte bis dato schon sehr gut, nun also auch das Überzahlspiel. In Unterzahl sind die Berliner gar die drittbeste Mannschaft mit einer Erfolgsquote von 82,05 Prozent. Nur Mannheim und Wolfsburg sind noch besser, das aber auch deutlich.

Die Eisbären basteln also immer mehr an ihrer Meisterform, doch davon ist man natürlich noch ein gutes Stückchen entfernt. Denn noch immer hapert es an den punktgenauen Zuspielen zum Gegner, noch immer bringt man die Scheibe zu langsam aus dem eigenen Drittel. Was gegen Köln aber schon besser wurde.
Das sie viele Torschüsse abgeben, war bereits bekannt, doch führten diese eben bisher nur auswärts zum Erfolg. Jetzt aber hat es auch endlich mal zu Hause geklappt und das, obwohl man mit 31 Schüssen sieben weniger abgab, als das noch in Bietigheim und Nürnberg der Fall war. Aber die Qualität der Schüsse, gerade auf heimischen Eis, war eben deutlich besser als in den ersten vier Ligaspielen zu Hause.

Haben wir oben die beiden ersten Sturmreihen angesprochen, welche sich immer mehr warm schießen, so dürfen wir aber auch nicht andere Spieler vergessen, welche in der vergangenen Woche auf sich aufmerksam gemacht haben. So erzielte zum Beispiel ein Eric Mik gegen Köln sein erstes DEL-Tor. Ein Kai Wissmann legte in Nürnberg ein Drei-Punkte-Spiel (1 Tor/2 Vorlagen) hin. Was natürlich Goldwert ist für die Hauptstädter, dass von immer mehr Spielern Gefahr ausgeht, was es dem jeweiligen Gegner schwer macht, sich auf die Berliner einzustellen. Denn auch die dritte und vierte Reihe kann in einigen Wechseln immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen.
Und dann darf man ja auch nicht vergessen, dass mit Frans Nielsen jetzt auch noch ein echter NHL-Star kurz vor seinem Debüt bei den Eisbären steht. Mit ihm erhalten die Berliner noch mehr Tiefe im Kader, haben noch mehr Möglichkeiten, anzugreifen. Aber: Der Transfer erhöht auch den Konkurrenzkampf in der Offensive, ist Nielsen doch der zehnte Importspieler beim Hauptstadtclub. Neun dürfen allerdings nur auf dem Spielberichtsbogen stehen. Da wird im Training nun also hart gekämpft, um am Spieltag im Line-up zu stehen.

Den Trainer wird das freuen, denn so hat er nach wie vor hungrige Spieler im Kader, welche die Erfolgsserie am liebsten unendlich fortsetzen wollen. Die Chance auf Sieg Nummer Sechs in Folge besteht am Sonntagnachmittag, wenn der ERC Ingolstadt zu Gast ist. Morgen haben die Berliner spielfrei, somit können sie die Akkus nach dem gestrigen Auswärtssieg in Lugano zum Abschluss der CHL wieder aufladen.
Und am Sonntag hat man dann auch einen wohlmöglich noch lauteren siebten Mann hinter sich. Denn nachdem die Eisbären auf „2G“ umgestellt haben, können nun noch mehr Fans in die Arena am Ostbahnhof strömen. Dann kann aus der Arena wieder der altbekannte Hexenkessel werden, der den Gegnern das fürchten lehrt. Der Heimfluch ist besiegt und jetzt wird es Zeit, nicht nur die Siegesserie weiter auszubauen. Nein, jetzt wird es Zeit, eine Heimserie zu starten und die Arena am Ostbahnhof wieder zu einer uneinnehmbaren Festung zu machen.

Die Eisbären Berlin nach sieben DEL-Spieltagen: Auswärts weiterhin stark und zu Hause ohne Sieg

So langsam lohnt sich schon einmal ein erster Blick auf die Tabelle der PENNY DEL. Sieben Spieltage sind absolviert und vorne findet man mit München und Mannheim die zwei Schwergewichte des deutschen Eishockeys. Dahinter kommen der Vizemeister Wolfsburg und Köln, auf Platz Fünf folgen bereits die Eisbären Berlin. Damit hat man in der dritten Saisonwoche mal wieder einen Sprung in der Tabelle gemacht. War man nach dem ersten Wochenende noch auf Platz Sechs, rutschte man in der Woche darauf auf Rang Neun ab. Und nun verbesserte man sich also wieder und machte einen großen Sprung auf Platz Fünf.

Das war aber auch nur möglich, weil die Hauptstädter in der vergangenen Woche zwei der drei Spiele auswärts bestritten haben. Denn da läuft es für die Mannschaft von Coach Serge Aubin nach wie vor wie geschmiert. Das 4:0 in Straubing und das 3:1 in Krefeld waren die Auswärtssiege Nummer drei und vier in dieser Saison. Und das in insgesamt vier Auswärtsspielen. 18:5-Tore zeigt die Statistik in den vier Gastspielen an. Aubin wurde nach dem Sieg am Sonntag in Krefeld gefragt, was denn seine Mannschaft auswärts derzeit so stark macht?

Ich würde sagen, heute war unser härtestes Auswärtsspiel, aber die Jungs sind stabil geblieben. Es ist ihnen wichtig und deshalb haben sie Wege gefunden. Wir wollen natürlich nicht zwei Spiele in Folge verlieren. Gute Teams finden einen Weg nach einer Niederlage wieder zurückzukommen und das haben die Jungs heute getan.

Während man auf fremden Eis weiterhin ungeschlagen und ohne Punktverlust ist, wartet man zu Hause auch nach dem dritten Heimspiel immer noch auf den ersten Sieg. Den beiden deutlichen Niederlagen gegen München (1:4) und Mannheim (0:3) folgte am Freitagabend eine knappe 2:3-Niederlage n.V. gegen Wolfsburg. Wobei man da sagen muss, dass man sich diese Niederlage selbst zuzuschreiben hat. Denn wer in der Verlängerung eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis kassiert, braucht sich nicht über die Pleite zu wundern.
Was man aber nach dem Spiel am Freitagabend gegen Wolfsburg merkte, war der Frust, der bei den Spielern enorm tief saß. Leo Pföderl wurde zum Beispiel darauf angesprochen, was man abstellen kann, weil man zu Hause immer so einen schwierigen Start hat?

Ach, das ist doch Schwachsinn. Letztes Jahr haben wir auswärts die ersten fünf Spiele verloren und dann haben wir auf einmal auswärts gewonnen und am Schluss waren wir Meister. Also 6. Spieltag oder 5. oder 7., keine Ahnung. Weiter geht´s. Wir gewinnen unsere Spiele schon.

Ja, ihre Spiele gewinnen die Eisbären. Aber eben zur Zeit nur auswärts. Weil man zu Hause irgendwie das Gefühl hat, dass sie irgendetwas blockiert. Zwar kommt man zu Chancen, man kommt immer wieder vor das gegnerische Tor, aber dann bekommt man den Eindruck, dass sie zu hektisch werden. Hier noch ein Pass, da noch ein Kringel, statt einfach geradlinig zu spielen. So wie auswärts eben. Die Statistik zu Hause spricht da Bände – 3:10-Tore. Chancen waren genügend da, satte 99 Torschüsse gaben die Berliner in den bisherigen drei Heimspielen ab. Die Ausbeute von drei Toren ist dann doch definitiv zu wenig.

Die Heim-Misere nennt Stürmer Yannick Veilleux gar inakzeptabel, wie er nach dem Spiel gegen Wolfsburg am Freitag sagte:

Bei dem Kader, den wir haben, ist es inakzeptabel bei drei Siegen und drei Niederlagen zu stehen. Besonders zu Hause zu verlieren, ist inakzeptabel.

Auswärts hat man bis 128 Torschüsse abgegeben und dabei satte 18 Tore erzielt. Man hat das Gefühl, auswärts tun sich die Berliner leichter als zu Hause. Jedenfalls spielen sie auf fremden Eis befreiter auf und nutzen ihre Chancen deutlich besser als zu Hause. Auch steht man auswärts defensiv besser als zu Hause.
Dabei kam man ja in den drei Spielen der vergangenen Woche auch zu Chancen aus der gefährlichen Zone vor dem Tor. Waren es in Straubing noch 29 Prozent aller Schüsse, welche man aus dem Slot abgab, waren es gegen Wolfsburg und in Krefeld bereits 38 Prozent. Aber nutzen konnte man die Chancen eben nur auf gegnerischem Eis. Daran muss man definitiv arbeiten.

Woran man aber auch arbeiten muss? Man ist zur Zeit zu sehr von einzelnen Spielern abhängig. Wenn Tore geschossen werden, dann sind es meistens nur die Spieler aus Reihe eins oder zwei. So auch in den letzten drei Spielen, als Blaine Byron (3 Tore/0 Assists), Leo Pföderl (1/2) und Marcel Noebels (0/3) wieder am besten scorten. Hinzu kommt Matt White mit zwei Toren und auch Yannick Veilleux, welcher zweimal in den drei Spielen traf. Doch die Last des Toreschießens verteilt sich derzeit noch auf zu wenige Schultern.

Bei den Special Teams besteht weiterhin Luft nach oben. Zwar erzielte man in Straubing zwei Überzahltreffer, doch in den beiden anderen Spielen blieb man ohne Tor. Dafür kassierte man gegen Wolfsburg und in Krefeld je ein Gegentor in Unterzahl. Der Gegentreffer gegen Wolfsburg war dabei spielentscheidend und die Strafzeit vollkommen unnötig. Denn da hatte man zuvor das Zählen vergessen und wurde dafür bitter böse bestraft.
Das Powerplay bleibt weiterhin ein Sorgenkind, auch trotz der zwei Treffer am Pulverturm. Mit einer Erfolgsquote von 13,64 Prozent stellt man mit Krefeld aktuell das schlechteste Überzahlspiel der Liga.
Dafür sieht es in Unterzahl besser aus. Das Penaltykilling der Eisbären belegt zur Zeit Rang sechs mit einer Erfolgsquote von 79,31 Prozent.

Schauen wir auf die Youngsters der Berliner. Da wäre zunächst einmal Eric Mik zu erwähnen, denn ihm gelangen zwei Torvorlagen in den letzten drei Spielen. Von der Eiszeit her spielte Mik in Straubing 8:29 Minuten, gegen Wolfsburg 16:25 Minuten (was da aber an der Verletzung von Nicholas B. Jensen lag) und in Krefeld 14:35 Minuten (da ersetzte er Jensen in der Verteidigung komplett). Sebastian Streu kam auf 8:52 Minuten (Straubing), 4:44 Minuten (Wolfsburg) und 11:52 Minuten (Krefeld.). Bennet Roßmy kam auf 4:57 Minuten (Straubing) und 2:57 Minuten (Wolfsburg). Gegen Krefeld war er nicht dabei, dafür spielte Korbinian Geibel. Und der kam auf 5:37 Minuten. Mik und Streu bekamen zudem Eiszeit in den Special Teams.

Auf der Torhüterposition bestritt Mathias Niederberger alle drei Spiele. In Straubing feierte er seinen ersten Shutout in dieser Saison. In den Spielen gegen Wolfsburg und Krefeld kassierte er vier Gegentore. Inzwischen ist die „Krake von Riga“ wieder bei starken 93,04 Prozent Fangquote angekommen und weist einen Gegentorschnitt von 1,97 Gegentoren pro Spiel auf.

Am kommenden Wochenende haben die Eisbären die Chance, ihren Heimfluch zu brechen. Dann ist die Düsseldorfer EG in der Arena am Ostbahnhof zu Gast. Am Sonntag reisen die Berliner zum Aufsteiger nach Bietigheim. Während die Serie am Freitag zu Hause bitte enden soll, darf die auswärts gerne immer so weiter gehen.

Immer wieder auswärts: Die Eisbären gewinnen auch das dritte Auswärtsspiel der Saison

Die Auswärts-Eisbären haben wieder einmal zugeschlagen. Bei den enorm heimstarken Straubing Tigers setzten sich die Eisbären Berlin mit 4:0 (1:0,0:0,3:0) durch und holten damit auch im dritten Auswärtsspiel der Saison den Sieg und drei Punkte. Durch den Sieg verbesserten sich die Berliner auf Platz Sechs in der Tabelle.

Eisbären-Coach Serge Aubin änderte den Kader auf zwei Positionen. Mathias Niederberger kehrte ins Tor zurück und nach drei Spielen auf der Tribüne kehrte Mark Zengerle ins Line-up zurück. Dafür musste Parker Tuomie zuschauen. Somit gab es auch Änderungen in den Angriffsreihen Zwei, Drei und Vier. Matt White und Zach Boychuk bekamen heute Kevin Clark an die Seite. Giovanni Fiore rotierte aus dieser Reihe heraus und bildete die dritte Formation mit Rückkehrer Mark Zengerle und Yannick Veilleux. Und in der vierten Reihe spielten Bennet Roßmy, Sebastian Streu und Manuel Wiederer.

Die Eisbären mussten sich auf einen Hexenkessel einstellen. Und zwei Heimspiele hatten die Tigers in dieser Saison dort auch schon gewonnen – gegen Mannheim und Ingolstadt. Also beides Top-Teams und mit den Berlinern kam das dritte Spitzenteam an den Pulverturm. Die Hauptstädter schwächten sich aber nach nur 56 Sekunden selbst, als Blaine Byron zwei Minuten wegen Spielverzögerung erhielt. Man nahm also früh die erste Strafzeit der Partie, dabei wollte man doch gerade das vermeiden. Aber die Eisbären hatten die dicke Chance in Unterzahl. Giovanni Fiore und Manuel Wiederer liefen einen Zwei-auf-Null, doch Wiederer vergab diese Riesenchance. Da muss man mehr draus machen, gerade wenn man sich so eine Chance in Unterzahl erarbeitet. Immerhin blieb aber das Unterzahlspiel ohne Gegentor.
Kaum wieder komplett waren es erneut die Gäste von der Spree, die zum Abschluss kamen. Nach einer schnellen Kombination kam Zach Boychuk zum Onetimer, dessen Schuss konnte Sebastian Vogl aber im letzten Moment am kurzen Pfosten stoppen.
Die Eisbären kamen gut rein in das Spiel, mal abgesehen von der Strafzeit, Straubing brauchte bis zur siebten Minute, um den ersten gefährlichen Abschluss auf das Tor von Mathias Niederberger abzugeben. In diesem Wechsel kamen sie aber gleich zu zwei, drei guten Chancen und einmal rettete in dieser Situation sogar der Pfosten für die Berliner.
Das Spiel nahm an Fahrt auf und die Eisbären hatten nach dem Powerbreak ihr erstes Powerplay. Doch gefährlich wurde es nicht und 49 Sekunden vor Ablauf der Strafe kassierte Yannick Veilleux die nächste Strafzeit für die Berliner. Eine aus der Kategorie unnötig. Somit ging es mit Vier-gegen-Vier und anschließendem Straubinger Powerplay weiter. In Überzahl fanden die Hausherren in die Formation und kamen auch zu zwei guten Chancen, aber Tore sollten keine fallen.
Fortan ging es weiter rauf und runter, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, aber beide Torhüter machten ihren Job bis hierhin sehr gut. Und auch die Special Teams bekamen heute viel Eiszeit, denn nun war wieder Straubing an der Reihe mit der nächsten Strafzeit. Dieses Mal nutzten die Hauptstädter die Überzahl. Leo Pföderl schoss von der blauen Linie, doch die Scheibe schlug an die Bande hinter dem Tor. Von dort brachte sie Marcel Noebels quer rüber zu Blaine Byron und der erzielte sein erstes DEL-Tor – 1:0 (16.).
Im restlichen Verlauf des ersten Drittels spielten die Berliner weiter ihr aggressives Forechecking und verdienten sich somit immer mehr die Führung. Diese nahm man auch mit in die erste Drittelpause.

Und ins Mitteldrittel nahmen die Eisbären den Schwung mit und setzten Straubing ordentlich unter Druck. Nur ein Tor sollte ihnen in dieser Phase nicht gelingen. Nach zwei Minute stoppte man sich dann selbst, als Giovanni Fiore auf die Strafbank musste. Da war es wieder, das leidige Thema mit den Strafzeiten. Aber auf das Penaltykilling war heute wieder Verlass – im Gegensatz zum Mannheim-Spiel – denn auch dieses Unterzahlspiel überstanden die Eisbären ohne größere Probleme.
Fiore kam anschließend auf das Eis zurück und stand kurze Zeit später komplett frei vor Sebastian Vogl. Marcel Noebels hatte ihn in Szene gesetzt. Aber da war selbst der Berliner Angreifer zu überrascht von, denn er vergab diese dicke Möglichkeit.
Es blieb weiterhin eine hart umkämpfte Partie, in der es hin und her ging. Straubing suchte nach der Lücke in der Berliner Defensive, um den Ausgleich zu erzielen. Aber die gab es nicht, weil die Eisbären hinten sehr kompakt standen und wenig Räume anboten.
Gegen Ende des zweiten Drittels gerieten dann Benedikt Schopper und Yannick Veilleux aneinander. Schopper setzte die ersten Schläge, Veilleux ließ sich nicht lange bitten und schlug zurück. Da Schopper diese Auseinandersetzung aber provoziert hatte, kassierte der Straubinger zwei Strafminuten extra und somit hatten die Eisbären ein Powerplay. Doch dieses sorgte für keinerlei Gefahr und so blieb es weiterhin beim knappen 1:0 für die Eisbären.
Und kurz vor der zweiten Pause gerieten mit Adrian Klein und Kai Wissmann erneut zwei Spieler aneinander. Diese kleine Auseinandersetzung sorgte anschließend für ein Vier-gegen-Vier auf dem Eis. Doch auch in dieser Situation fiel kein Tor und die Eisbären nahmen die knappe 1:0-Führung mit in die Kabine. Die Partie war inzwischen richtig aufgeheizt, was aber in Straubing nichts Neues ist.

Knappe 40 Sekunden ging es zu Beginn des letzten Drittels noch mit Vier-gegen-Vier weiter, aber auch da passierte nichts. Erst nach zwei Minuten im Schlussdrittel sorgte Jason Akeson für die erste gute Chance im letzten Drittel, doch sein Schuss ging nur an den Pfosten. Erneut Glück für die Berliner. Die hatten dann aber mal wieder die Chance, in Überzahl zu agieren. Einmal hatte es ja heute Abend schon geklappt, doch dieses Powerplay ließen die Eisbären ungenutzt. Aber Straubing hatte in Unterzahl die dicke Chance zum Ausgleich, konnte sie aber nicht nutzen, weil Leo Pföderl im entscheidenden Moment stören konnte.
Nur kurze Zeit später kassierten die Hausherren erneut eine Strafzeit, die Eisbären also mit dem nächsten Überzahlspiel. Und in so einem engen Spiel wäre es dann schon von Vorteil, wenn man mal mit einem Mann mehr auf dem Eis treffen würde. Denn dann wäre das schon eine Vorentscheidung gewesen. Gesagt, getan. Lange Zeit sah es so aus, als würde auch dieses Powerplay ohne Torerfolg bleiben. Doch da hatte man die Rechnung ohne den Kapitän gemacht, denn Frank Hördler wurde klasse von Blaine Byron und Marcel Noebels frei gespielt, hatte zu viel Platz im hohen Slot und netzte eiskalt ein – 2:0 (49.). Das zweite Tor und erneut ein Überzahltor. Man hatte also am großen Problem vom Mannheim-Spiel gearbeitet, denn da hatte man genügend Chancen in Überzahl, nur nutzen konnte man die nicht. Heute sah das dann schon ganz anders aus.
Straubing fiel anschließend wenig ein, es wirkte fast so, als hätte ihnen das zweite Gegentor die letzte Hoffnung genommen, hier doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Und spätestens sechs Minuten vor dem Ende war das Ding hier durch, der Deckel drauf auf der Partie. Matt White wurde am langen Pfosten angespielt, war komplett frei und hatte keine große Mühe, die Scheibe im halbleeren Tor zu versenken – 3:0 (54.).
Fünf Minuten vor dem Ende bot sich den Tigers aber nochmal die Chance für den Ehrentreffer, als Zach Boychuk auf die Strafbank musste. Und Morgan Ellis gab den Hausherren sogar die Chance, für 38 Sekunden mit zwei Mann mehr zu spielen. Marcel Brandt kam zum Abschluss, Mathias Niederberger parierte diesen Schuss aber sicher. Danach verließ Sebastian Vogl sein Tor und Straubing versuchte es mit drei Mann (!) mehr auf dem Eis, doch das sorgte für den vierten Streich der Eisbären. Blaine Byron eröffnete den Torreigen und beendete ihn auch mit seinem Empty-Net-Goal. Nach gewonnenem Bully im Drittel der Eisbären versenkte Byron die Scheibe mühelos im leeren Tor – 4:0 (57.). Mehr passierte danach nicht mehr und so feierten die Eisbären den dritten Auswärtssieg in Folge und zudem den zweiten Shutout auf fremden Eis in Serie. Nach Tobias Ancicka hat damit auch Mathias Niederberger seinen ersten Shutout in dieser Saison eingefahren und somit ein Statement nach seinem schwachen Saisonstart abgegeben.

Und der Sieg war keinesfalls unverdient. Die Eisbären haben das Hexenkessel am Pulverturm verstummen lassen. Wie in Bremerhaven zog man auch in Straubing über 60 Minuten seinen Gameplan durch. Man überraschte die Hausherren mit einem aggressiven Forechecking, was die Tigers vor Probleme stellte. Sie konnten so ihr gewohntes Offensivspiel nicht aufziehen. Und die Eisbären blieben geduldig und konnten vor allem heute endlich wieder in Überzahl treffen. Danach blieb man ruhig, behielt im hitzigen zweiten Drittel einen kühlen Kopf und bog dank dreier Tore im Schlussdrittel endgültig auf die Siegerstraße ein. Natürlich hatten die Eisbären diesmal auch das nötige Quäntchen Glück, wenn man die insgesamt drei Aluminiumtreffer der Straubinger bedenkt. Aber ansonsten haben es die Eisbären geschafft, die gefährlichen Räume vor dem Tor weitestgehend zuzumachen. Und somit sicherte man sich dank einer kompakten und starken Teamleistung weitere drei Punkte auswärts. Am Freitagabend folgt dann der dritte Anlauf zu Hause. Dann will man gegen Vizemeister Wolfsburg den ersten Heimsieg einfahren.

Licht und Schatten am ersten DEL-Wochenende bei den Eisbären Berlin

Zwei Spieltage ist die neue Saison in der PENNY DEL schon wieder alt und die Eisbären Berlin haben ihre ersten beiden Spiele absolviert. Am 1. Spieltag traf man auf Red Bull München, gegen die man mit 1:4 verlor. Am 2. Spieltag war man am Seilersee zu Gast und gewann dort in einer turbulenten Partie mit 7:4 bei den Iserlohn Roosters. Somit stehen die Hauptstädter nach zwei Spieltagen punkt- und torgleich mit dem Gegner vom Sonntag, den Iserlohn Roosters, auf Platz Sechs in der DEL-Tabelle – mit drei Punkten und 8:8-Toren.

Dabei hätten es am Ende auch gut und gerne fünf oder sechs Zähler sein können. Denn auch gegen München war ein Sieg im Bereich des Möglichen. Auch gegen die Mannschaft von Coach Don Jackson zeigte man eine ansprechende Leistung, kam immer gut rein in die drei Drittel und ging auch früh im zweiten Drittel in Führung. Man erspielte sich gute Chancen, hatte auch den ein oder anderen Alleingang, welchen man aber eben nicht verwerten konnte. Bei einer besseren Chancenverwertung hätte man gegen München durchaus nach regulärer Spielzeit oder Verlängerung/Penaltyschießen gewinnen können.
Denn so viel besser waren die roten Bullen nun nicht, aber eben sehr effektiv vor dem Tor. Zwei Tore nach einem Bully im Angriffsdrittel und ein wichtiges Powerplaytor zum vorentscheidenden 3:1. München erwies sich am Ende als etwas abgezockter als die Berliner. Kleinigkeiten machten die Spieler und Trainer Serge Aubin daher nach dem Spiel als Hauptgründe für die Niederlage aus, aber man befindet sich eben auch noch in einem Prozess.

In Iserlohn war es dann natürlich ein Spiel, welches den Trainern graue Haare beschert haben dürfte. Dort ging es teilweise munter hin und her, die Defensive der Eisbären offenbarte dabei weiterhin ihre Probleme. Diese ziehen sich nun schon seit der CHL wie ein roter Faden durch das Spiel der Eisbären. Und Marcel Noebels sagte daher ja auch nach dem Spiel am Seilersee, dass es recht selten ist, dass man drei Punkte holt, wenn man auswärts vier Gegentore kassiert. Das kann nicht immer gut gehen, aber es zeigte eben auch die Moral und den Charakter der Mannschaft. Dreimal ging Iserlohn in Führung, dreimal kamen die Berliner zurück, welche aber vor allem im zweiten Drittel mal wieder mit ihrer Chancenverwertung gehadert haben dürften. Doch im letzten Drittel zeigten sie, welches Potential in dieser Mannschaft steckt und schossen mit vier Toren den ersten Saisonsieg noch souverän heraus.
Aber darauf darf man sich eben nicht immer verlassen, von daher wird man nun in der nächsten Zeit daran arbeiten, die Defensive in den Griff zu bekommen. Denn immer wieder einem Rückstand hinterher zu rennen kostet natürlich auch enorm viel Kraft und diese kann dir dann am Ende eines Spiels irgendwann ausgehen.

Die Verantwortlichen der Eisbären werden aus diesen beiden Spielen ihre Schlüsse ziehen, werden die positiven und negativen Dinge analysieren. Was gegen München und Iserlohn sicherlich schon gut lief, war das Penaltykilling, wenn gleich es in beiden Duellen jeweils ein Gegentor in Unterzahl setzte. Aber die Ansätze sind da und gerade gestern lobte Coach Serge Aubin auch explizit die Special Teams seiner Mannschaft.
Das man Tore schießen kann, wenn man seine Chancen besser nutzt, das bewies man gestern Abend am Seilersee, als im letzten Drittel endlich der Knoten platzte. Nur defensiv muss man seine Baustellen angehen und dort weniger Gegentore zu lassen. An den ersten beiden Spieltagen ließ man insgesamt 53 Torschüsse der Gegner zu. Dabei fiel vor allem gegen München auf, dass man die roten Bullen in diesem Spiel vor allem aus der gefährlichen Zone zum Abschluss kommen ließ. 47 Prozent ihrer Schüsse gab München aus dem Slot ab. Was natürlich auch schwer ist, München mit der Qualität der Spieler aus dem Slot fernzuhalten.
Gegen Iserlohn klappte das dann schon wesentlich besser und die Roosters gaben nur 28 Prozent ihrer Schüsse aus dem Slot ab. Da klappte die Defensivarbeit schon wesentlich besser, aber dennoch schlug es viermal hinter Tobias Ancicka ein. Die Eisbären wissen also, woran sie ansetzen müssen.

Was beim Donnerstagspiel auffiel: Während beim Gegner die Eiszeit relativ ausgeglichen verteilt wurde und kein Spieler auf mehr als 20 Minuten Eiszeit kam, waren es bei den Eisbären gleich drei Spieler – Morgen Ellis (21:42 Minuten), Blaine Byron (21:02) und Leo Pföderl (20:06).
Am Sonntag am Seilersee waren es dann schon fünf Spieler mit mehr als 20 Minuten Eiszeit – Marcel Noebels (23:06), Blaine Byron (22:16), Jonas Müller (22:08), Leo Pföderl (21:47) und Morgan Ellis (21:28). Da brachten es aber auch drei Sauerländer auf mehr als 20 Minuten Eiszeit.

Die Youngster bekamen unterschiedlich viel Eiszeit. Bennet Roßmy bekam gegen München 4:45 Minuten, in Iserlohn waren es dann nur noch 2:33 Minuten. Korbinian Geibel kam bei seinem einzigen Spiel in Iserlohn auf 1:25 Minuten. Eric Mik war gegen München mit 8:38 Minuten der Youngster mit der meisten Eiszeit, Sebastian Streu kam auf 6:21 Minuten. Streu war dann am Sonntag mit 11:22 Minuten deutlich mehr auf dem Eis als Mik (3:21 Minuten).

In Überzahl fiel auf, dass gegen München gleich fünf Spieler auf mehr als vier Minuten Eiszeit kamen – Nicholas B. Jensen (4:25), Giovanni Fiore, Zach Boychuk (beide 4:12), Matt White (4:10) und Mark Zengerle (4:02). Damit hatten sie deutlich mehr Powerplayzeit als Blaine Byron, der mit exakt drei Minuten die sechstmeiste Zeit in Überzahl auf dem Eis verbrachte.
Aber auch da rotierte Coach Serge Aubin, waren es am Sonntag in Iserlohn doch andere Spieler, welche die meiste Zeit in Überzahl auf dem Eis waren – Leo Pföderl, Blaine Byron (beide 2:50), Marcel Noebels (2:49) und Morgan Ellis (2:22).

Erfreulich zu sehen war, dass Kevin Clark in Iserlohn endlich sein erstes Tor für die Eisbären erzielte und zudem auch noch ein Tor vorbereitete. Die ersten beiden Scorerpunkte für den zu Beginn doch eher glücklosen Clark, aber Serge Aubin hatte es ja nach dem Spiel gegen München auf der Pressekonferenz gesagt, dass er sich da keine Sorgen macht, dass er seine Zeit brauchen wird, aber dann den Eisbären weiterhelfen wird.
Die drei besten Scorer an diesem Wochenende verwundern dagegen überhaupt nicht: Marcel Noebels mit vier (2 Tore/2 Assists), Matt White (2/1) und Leo Pföderl (1/2) mit je drei Scorerpunkten.

Ausbaufähig ist hingegen die Fangquote der beiden Goalies, was aber bei acht Gegentoren nicht verwundert. Mathias Niederberger kommt nach dem Spiel gegen München auf eine Quote von 85,71 Prozent, Tobias Ancicka auf 83,33 Prozent.

Aber noch sind wir ganz früh in der Saison und die Leistungskurve der Eisbären Berlin zeigt nach oben. Ob sie auch in den Spielen in Bremerhaven am Freitag und gegen Mannheim am Sonntag weiter steigen wird, werden wir am Wochenende beobachten.

Ziel Titelverteidigung: Die Eisbären Berlin im Kader-Check

In zwei Tagen beginnt die neue Saison in der PENNY DEL. Die Eisbären Berlin starten in diese als Titelverteidiger. Mit acht Meisterschaften sind die Berliner nun wieder alleiniger DEL-Rekordmeister. Und Titel Nummer Neun ist das Ziel. das haben die Verantwortlichen der Hauptstädter vor Saisonbeginn auch mehrfach deutlich gemacht und werden das sicherlich auch nochmal morgen bei der Saisoneröffnungspressekonferenz tun. Schaut man sich aber zumindest die vier Spiele in der Champions Hockey League (CHL) an, muss man Zweifel an der erfolgreichen Titelverteidigung haben.

Ja, auch letztes Jahr lief die Vorbereitung alles andere als gut, aber sollte man nicht den Fehler machen, den Magenta-Sport-Cup mit der CHL zu vergleichen. Zudem wurde der Saisonstart letztes Jahr immer wieder verschoben, weshalb sich die Vorbereitung in die Länge zog. Dieses Jahr hatte man zwar weniger Sommerpause, dafür wusste man von Anfang an, auf welchen Tag man hinarbeitet. Das war zunächst die CHL, in welche man ebenfalls mit Ambitionen startete. Doch nach vier Spieltagen, vier Niederlagen, nur einem Punkt und einer Tordifferenz von 11:21-Toren steht die Mannschaft von Coach Serge Aubin vor dem Aus.

Daher gilt die volle Aufmerksamkeit nun dem DEL-Saisonstart übermorgen, wenn man mit Red Bull München auf einen Gegner trifft, der sich ebenfalls große Chancen auf den Gewinn der DEL-Meisterschaft ausrechnet. Die Roten Bullen haben wesentlich besser als die Eisbären in der Königsklasse abgeschnitten, konnten somit durch Erfolgserlebnisse also schon jede Menge Selbstvertrauen tanken. Genau dieses Gefühl eines Sieges fehlt den Eisbären vor dem Start, einzig bei den vier Vorbereitungsspielen zuvor konnte man das Eis dreimal als Sieger verlassen. Der letzte Pflichtspielsieg datiert noch vom alles entscheidenden Finale gegen Wolfsburg im Mai.

Um endlich wieder ein Spiel zu gewinnen, werden die Eisbären in dieser Trainingswoche an den Baustellen arbeiten. Diese wurden in den vier CHL-Spielen deutlich. Man muss an seinem Defensivverhalten arbeiten, man muss – was die Spieler selbst angesprochen haben – endlich von der Strafbank fernbleiben, man muss an seiner Chancenverwertung arbeiten und vor allem es wieder schaffen, sich 60 Minuten an sein System zu halten. In der CHL sah man meist nur ein oder zwei gute Drittel. Das reicht aber weder international noch national aus. Mit welchem Kader die Berliner den Saisonstart am Donnerstagabend gegen München angehen, schauen wir uns nun einmal genauer an.

Goalie Mathias Niederberger will erneut die Deutsche Meisterschaft gewinnen. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Im Tor blieb alles beim alten. Mathias Niederberger (Foto) und Tobias Ancicka bilden weiterhin das Torhüterduo in der Hauptstadt und damit ist man bestens aufgestellt. Niederberger ist die klare Nummer Eins, braucht er aber mal eine Pause, steht mit Ancicka ein hoffnungsvolles Talent bereit, welcher sein Können in der vergangenen Saison bereits deutlich unter Beweis gestellt hat.
Während Niederberger in 37 Spielen auf eine Fangquote von 92,2 Prozent kam und zudem sechs Shutouts feierte, wehrte Ancicka in 13 Spielen 91,7 Prozent aller Schüsse ab und feierte einen Shutout. Auch beim Gegentorschnitt lagen beide Goalies nicht weit auseinander – Niederberger 2,13 und Ancicka 2,34.
Beide Torhüter sind in der Lage, ein Spiel für ihre Mannschaft zu gewinnen. Mit Leon Hungerecker wurde noch ein neuer dritter Goalie verpflichtet, der in der vergangenen Saison in der DEL2 bei den Kassel Huskies das Tor hütete. Dort absolvierte der 23-jährige 18 Spiele, kam auf eine Fangquote von 91,2 Prozent, feierte drei Shutouts und hatte einen Gegentorschnitt von 2,43. Zuvor war Hungerecker in der Oberlinga (Braunlage/Timmendorf/Hamburg) und der DNL (Young Freezers) aktiv. Er wird die meiste Zeit wohl bei Kooperationspartner Lausitzer Füchse verbringen.

Hinterlässt eine große Lücke in der Defensive der Eisbären – Ryan McKiernan. (Foto: Ela on Tour)

In der Defensive hat man zwei Abgänge zu verzeichnen – John Ramage und Ryan McKiernan (Foto). Dabei ist vor allem der Verlust von Playoff-MVP McKiernan äußerst schmerzhaft und reißt eine Lücke in die Berliner Defensive. Doch mit Morgan Ellis (Ingolstadt) und Nicholas B. Jensen (Düsseldorf) hat man zwei namhafte Verteidiger verpflichtet, welche der Defensive der Eisbären mehr Tiefe verleihen sollen. Den Ausfall von McKiernan aufzufangen wird enorm schwer, aber mit Ellis und Jensen hat man nun zwei Spieler geholt, welche auch scoren können. Ellis kam in der vergangenen Saison auf 25 Scorerpunkte (5 Tore/20 Vorlagen), Jensen sogar auf 27 (6/21). Beide sollen das Offensivspiel der Eisbären beleben und vor dem Tor aufräumen, damit man nicht zu viele Gegentore schlucken muss.
Das Gerüst in der Defensive ist ansonsten gleich geblieben. Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller und Simon Després stehen weiterhin im Kader der Berliner. Hinzu kommt die Allzweckwaffe Eric Mik, der sowohl defensiv als auch offensiv spielen kann. Und dann hat man auch noch die Youngster Paul Reiner und Korbinian Geibel hochgezogen und mit einem Profivertrag ausgestattet.
Vom Papier her ist das also eine sehr gute Verteidigung, wenn gleich man erst noch sehen muss, wie man den Verlust von Ryan McKiernan kompensieren will. Und dass es bisher noch nicht so wirklich rund lief, hat man ja bereits gesehen. Daran wird man arbeiten müssen, will man im nächsten Jahr wieder um den Titel mitspielen.

Neuzugang Blaine Byron soll der Eisbären-Offensive mehr Tiefe verleihen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

In der Offensive gab es gleich acht Abgänge, wobei da der von Youngster Lukas Reichel am meisten schmerzt, bildete er doch die Top-Reihe mit Leo Pföderl und Marcel Noebels. Da muss man nun erst einmal einen adäquaten Ersatz finden, was in der CHL bisher noch nicht gelang. Dort stellte man Zach Boychuk in die Reihe, welcher dort auch schon in der letzten Saison mal spielte und wo es ganz gut funktionierte. Diesmal war das noch nicht der Fall. Und man stellte dann auch Neuzugang Kevin Clark in die Reihe, was bisher ebenfalls erfolglos war. Der 33-jährige Clark kam aus der Schweiz von Rapperswil an die Spree und will an seine guten alten DEL-Zeiten in Hamburg und Krefeld anknüpfen. In der Schweiz kam er vergangene Saison auf satte 46 Scorerpunkte (28/18).
Neben Lukas Reichel verließen auch noch dessen Bruder Thomas, Kris Foucault, Nino Kinder, Fabian Dietz, Mark Olver, Haakon Hänelt und PC Labrie den Hauptstadtclub. „Mister 1:0“-Foucault wird aufgrund seiner Tore auch fehlen, mit Labrie verliert man einen absoluten Publikumsliebling, mit Hänelt ein hoffnungsvolles Talent, mit Olver einen, der immer für Tore gut war und mit T. Reichel, Kinder und Dietz Spieler, welche sich in Berlin nicht durchsetzen konnte. Sie versuchen nun anderswo ihr Glück, um endlich in Fahrt zu kommen.
Neben Clark verpflichteten die Eisbären deshalb für den Angriff noch Manuel Wiederer, Yannick Veilleux, Blaine Byron (Foto) und Bennet Roßmy. Wiederer brach seine Zelte in San José ab und wechselte in die Oberliga nach Deggendorf, wo er vergangene Saison in zwölf Spielen vier Tore erzielte und sechs Treffer vorbereitete. Er hofft, dass er seine Karriere in Berlin wieder in Fahrt bringen und sich somit für die DEB-Auswahl und Olympia empfehlen kann.
Veilleux kommt aus der AHL von den Laval Rockets, wo er in der vergangenen Saison auf 19 Scorerpunkte (14/5) kam. Er weiß also, wo das Tor steht und würde diesen Torriecher nun auch gerne in Berlin zeigen wollen. In seiner Karriere war er neben der AHL auch in der ECHL aktiv.
Byron wurde von der Berlinern als bisher letzter Spieler verpflichtet. Der 26-jährige Kanadier kam über den Kooperationspartner der Eisbären, die Los Angeles Kings, in die Hauptstadt. Byron spielte für deren Farmteam Ontario Reign und trug dort das „A“ als Assistenzkapitän auf dem Trikot. Für Ontario kam er in der letzten Saison in 17 Spielen auf zwölf Scorerpunkte (6/6). Vorher war Byron für Springfield in der AHL aktiv. In Berlin soll er der Offensive nun mehr Tiefe verleihen.
Mit Roßmy steht ein junger Spieler im Kader der Eisbären, welcher letzte Saison noch für Kooperationspartner Lausitzer Füchse spielte. Durch seine Leistungen dort wurde er mit einem Vertrag beim Deutschen Meister belohnt. In 46 Spielen erzielte er 16 Scorerpunkte (6/10). Der 18-jährige fiel bei den vier CHL-Spielen bereits schon positiv auf und ließ dort schon mal sein Können aufblitzen. An ihm könnten wir in dieser Saison viel Freude haben.
Dazu haben die Eisbären noch ihre Torjäger Matt White, Marcel Noebels und Leo Pföderl in ihren Reihen. Gerade White legte in der CHL ja schon wieder ordentlich los. Hinzu kommen Mark Zengerle, Parker Tuomie (war in der CHL noch gesperrt), Giovanni Fiore und Zach Boychuk. Und mit Sebastian Streu hat man dann ja noch einen Youngster in den Reihen, der letzte Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.
Also auch in diesem Jahr verfügen die Berliner über einen sehr starken Angriff, der für viele Tore gut ist. Sie haben gute Torjäger und hoffnungsvolle Youngsters in ihren Reihen.

Am Ende der Saison soll der erneute Gewinn der DEL-Meisterschaft stehen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Wenn die Eisbären wieder zurück zu alter Stärke finden, gerade defensiv, und sie dann auch wieder vorne ihre Chancen eiskalt nutzen, ist mit den Berlinern auch in dieser Saison zu rechnen. Dafür müssen sie aber vor allem von der Strafbank fernbleiben und wieder anfangen, ihr System über 60 Minuten durchzuziehen. Sie müssen von Drittel zu Drittel, von Spiel zu Spiel denken. Genau an die Dinge, die sie in der vergangenem Saison so stark gemacht haben. Dort sprang am Ende der Titel raus, weil man diesen unglaublichen Willen im Team hatte. Wenn man diesen wieder zurück bekommt, ist auch in dieser Saison alles möglich. Um allerdings am Ende wieder auf dem DEL-Thron zu stehen, muss man den Erzrivalen Adler Mannheim schlagen, denn die Kurpfälzer haben sich im Sommer richtig gut verstärkt und gelten als Top-Favorit auf den Gewinn der DEL-Meisterschaft.

Meisterliche Stimmung im Welli: Eisbären-Fans sorgen für Eishockey-Feeling beim Trainingsauftakt

Darauf musste man sooooo lange warten. Fast eineinhalb Jahre waren die Eisbären Berlin und ihre Fans voneinander „getrennt“. Am Donnerstagabend kamen Beide im altehrwürdigen Wellblechpalast wieder zusammen. Trainer Serge Aubin bat zum ersten gemeinsamen Training der Mannschaft und 750 Fans schauten diesem zu und verwandelten den Wellblechpalast in einen Hexenkessel.

Die Mannschaft bedankt sich für den meisterlichen Empfang bei ihren Fans. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Als die Mannschaft um kurz vor 18 Uhr das heilige Eis des „Wellis“ betrat, dürften so manchem neuen Spieler der Eisbären die Knie geschlottert haben. Denn die Fans begrüßten die Hauptstädter frenetisch und stimmten „Deutscher Meister EHC“ an. Drei Monate nach dem Gewinn der achten deutschen Meisterschaft konnten die Fans ihre Helden also endlich feiern. Und die Spieler genossen das Bad in der Menge sichtlich und bedankten sich auch kurz darauf bei ihren Fans.

Manch einem Spieler dürfte es heute fast wie bei einem Spiel vorgekommen sein, so laut war es im „Welli“. Goalie Mathias Niederberger brachte es nach dem Spiel auf den Punkt:

Die haben so gute Stimmung gemacht, als wäre es fast wie ein Spiel gewesen. Es war wunderbar.

Stürmer Marcel Noebels war ebenso begeistert und geht davon aus, dass jetzt damit auch endlich der Staub von den Rängen ist:

Jeder weiß, wie wichtig die Fans für Berlin sind oder wie sehr wir sie brauchen. An so einem Tag wie heute ist es natürlich was besonderes. So laut war es glaube ich lange nicht mehr im Welli. Jetzt ist der Staub von den Tribünen auch wieder ab. Es kann so weitergehen.

„Noebi“ spricht es an, es war ein Jahr voller Trostlosigkeit. Die Jungs haben in der leeren Halle trainiert,

Szene vom Auftakttraining der Eisbären Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

wo sonst ein paar Fans immer zuschauen. Sie haben vor leeren Rängen in der Arena gespielt. Da, wo normalerweise 14.200 Fans sie lautstark supporten. Der einzige Vorteil, wie die Spieler selbst sagten, man hörte die Anweisungen vom Trainerteam und den Mitspielern deutlich besser.
Heute dürfte es mit der Kommunikation auf dem Eis schon deutlich schwieriger gewesen sein. Denn die Fans machten ordentlich Stimmung. Man merkte auch dem harten Kern an, wie lange sie auf diesen Moment verzichten mussten. Eineinhalb Jahre ohne ihre Eisbären, ohne den großartigen Support, heute konnten sie alles wieder raus lassen. Und so wurden Meister-Gesänge angestimmt, das Ost-Ost-Ost-Berlin, das „UFFTA“, natürlich wurden aber auch die Ligarivalen verhöhnt. Also alles so wie immer. Und es tat gut. Den Fans und den Spielern wie Trainern. Alle haben diesen Abend sichtlich genossen. Mathias Niederberger stand nach dem Training freudestrahlend da und bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Kurze Besprechung von Trainer Serge Aubin mit einigen Spielern. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aber dennoch stand auch heute harte Arbeit an, eine gute Stunde scheuchte Trainer Serge Aubin das Team zusammen mit Co-Trainer Craig Streu über das Eis. Mit dabei waren natürlich auch die Neuzugänge Morgan Ellis, Nicholas B. Jensen, Kevin Clark, Yannick Veilleux und Manuel Wiederer. Zudem trainierten auch Leon Gawanke und Lukas Reichel mit den Eisbären.
Unter den Augen der Eisbären-Legenden Sven Felski und André Rankel wurde das Passspiel trainiert, Zwei-auf-Eins- und Drei-auf-Zwei-Angriffe, Drei-gegen-Drei. Zudem wurde ein Penaltyschießen ausgetragen.

Heute war es das erste gemeinsame Mannschaftstraining, weshalb Goalie Mathias Niederberger über das Tempo doch etwas verwundert war:

Ich würde sagen, ein sehr positiver Eindruck. Ich finde, wir haben uns noch mal verstärkt, wir haben echt gute Jungs dazu bekommen. Wir hatten schon ein ziemlich gutes Tempo, dafür dass es das erste Mannschaftstraining war.

Auch Trainer Serge Aubin war mit dem ersten Training zufrieden:

Es war ja tatsächlich das erste Mal, dass wirklich das komplette Team auf dem Eis war. Manche Jungs waren mehr auf dem Eis davor, manche weniger. Für den größten Teil haben sie gute Arbeit geleistet. Sie waren aufmerksam und haben das getan, was sie am ersten Tag tun mussten. Offensichtlich werden wir darauf aufbauen.

Serge Aubin wurde am Rande des Auftakttrainings gefragt, ob noch etwas auf dem Transfermarkt passiert. Seine Antwort war vor allem im Hinblick auf die jungen Spieler eine sehr bemerkenswerte:

Wir sind immer auf der Suche, so ist es beim Eishockey. Aber nicht direkt jetzt. Lass uns anfangen und gucken, was wir haben. Die jungen Jungs haben seit letztem Jahr große Schritte gemacht, also wollen wir sie sehen und gucken, wo sie sind. Ich mag mein Team, also machen wir einfach weiter.

Das Team der Eisbären scheint gut besetzt, die Jungs sind alle bereit und zeigen gute Leistungen. Und das war heute erst der Anfang und dennoch sind die Jungs heiß auf die neue Saison. In der gilt es schließlich, den Titel zu verteidigen. Ist das auch das Ziel vom Trainer?

Meine Ziele verändern sich nicht. Für jeden Trainer ist das Ziel, das letzte Spiel der Saison zu gewinnen. Nichtsdestotrotz wird es schwer. Wir wissen, dass jeder gegen uns bereit sein wird, besonders in diesem Jahr. Es liegt an uns so zu spielen, wie wir können und so hart wie möglich zu spielen. Ich mag wo wir sind.

Der obligatorsiche Kreis der Mannschaft nach dem Training. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Wenn der Tag heute eins gezeigt hat: Die Mannschaft ist heiß auf die neue Saison und sie ist bereit, den Titel zu verteidigen. Die Neuzugänge werden die Eisbären noch stärker machen. Und wenn in der neuen Saison Zuschauer erlaubt sind, werden die Eisbären vor allem zu Hause noch schwerer zu schlagen sein. Denn wenn der siebte Mann zurück in der Arena am Ostbahnhof ist, wird die Arena wieder einem Hexenkessel gleichen. Und dort dann zu bestehen, wird für jedes Team enorm schwer. Und wenn man erst einmal Deutscher Meister geworden ist, dann will man dieses Gefühl jedes Jahr erneut erleben, nicht wahr Mathias Niederberger?

Das klingt richtig schön, Deutscher Meister EHC! Wer jetzt so eine Meisterschaft gewonnen hat – ich meine Franky der hat schon so einige gewonnen, der weiß genau wie sich das anfühlt – aber das ist schon was besonderes und wir versuchen natürlich alles, dass wir dieses Gefühl wieder erleben können.

Eisbären Berlin – Deutscher Meister 2021: Die Krönung einer außergewöhnlichen Saison


Acht lange Jahre mussten wir Eisbären-Fans auf die achte Deutsche Meisterschaft warten. Heute vor neun Tagen war es dann endlich wieder so weit. Mit einem 2:1-Heimsieg im alles entscheidenden dritten Finalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg kürten sich die Hauptstädter zum Deutschen Meister der PENNY DEL-Saison 2020/2021. Es war die Krönung einer außergewöhnlichen Saison, welche zweimal verschoben wurde, welche in zwei Gruppen stattfand und welche im Best-of-three-Modus ausgetragen wurde. Und natürlich einer Saison, in der das Herz in allen Stadien und Arenen in Eishockey-Deutschland fehlte: Die Fans konnten die Saison leider nur vor dem Fernseher verfolgen und so konnten die Berliner auch nicht mit ihren Fans die achte Meisterschaft feiern. Aber, das haben die Eisbären bereits versprochen, soll alles nachgeholt werden, wenn es wieder möglich ist. Die Gesundheit steht eben in diesen Zeiten ganz besonders an erster Stelle!

Mathias Niederberger nach dem 1:0-Heimsieg im Vorbereitungsspiel gegen München. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Das ich in meiner Saison-Analyse, welche ich nach jeder Saison geschrieben habe, heute über eine Meister-Saison berichten kann, damit habe ich zu Beginn der Vorbereitung nicht gerechnet. Denn die Vorbereitung war doch alles andere als gut, wenn gleich man da aber auch sagen muss, dass das Team, welches letztendlich in der Saison die Meisterschaft holte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht zusammen war und man u.a. von Leihspielern des Kooperationspartner Los Angeles Kings verstärkt wurde.
Bis zum Beginn des Magenta-Sport Cups, welcher als Saison-Vorbereitung dienen sollte und an dem nur acht DEL-Teams teilnahmen, standen fünf Vorbereitungsspiele für die Berliner auf dem Programm. Zweimal testete man gegen München und dreimal gegen DEL2-Teams. In Weißwasser und Kassel konnte man gewinnen, gegen München gewann man ein Spiel und verlor das andere und in Bad Nauheim setzte es in der Generalprobe vor dem Auftakt des Magenta-Sport Cups eine knappe 3:4-Niederlage n.P.

Zu Beginn des Vorbereitungsturnieres trafen die Eisbären im Wellblechpalast auf die Schwenninger Wild Wings und bekamen von denen eine Lehrstunde erteilt. Mit 1:5 ging man auf eigenem Eis unter. Auch die nächsten drei Spiele waren nicht von Erfolg gekrönt. In Mannheim setzte es ein 0:3, in München holte man beim 2:3 n.V. wenigstens den einzigen Punkt und in Schwenningen bekam man mit 2:7 erneut eins auf die Mütze. Die letzten beiden Heimspiele fielen Corona bedingt aus, was vielleicht auch gut war. Denn der Magenta-Sport Cup ließ schlimmes für die Saison erwarten.

Erstes Bully in der Saison 2020/2021. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Doch kurz vor dem Saisonstart schlugen die Verantwortlichen der Eisbären nochmal auf dem Transfermarkt zu und holten mit Giovanni Fiore, Matt White und Kris Foucault drei Spieler, welche im Saisonverlauf eine entscheidende Rolle einnehmen sollten. Und zum Auftakt der PENNY DEL-Saison wartete mit Bremerhaven ein Team, welches vor der Saison als Geheimfavorit galt, spielten die Bremerhavener doch einen sehr starken Magenta-Sport Cup und mussten sich erst im Finale dem EHC Red Bull München geschlagen geben. Doch die Eisbären kamen perfekt aus den Startlöchern und sicherten sich beim 3:2-Heimsieg die ersten drei Punkte der neuen Saison.

Was zu Beginn der Saison auffiel? Die Eisbären waren extrem heimstark, nur auswärts wollte nichts gelingen. Die ersten drei Auswärtsspiele gingen allesamt verloren, den ersten Auswärtssieg feierte man im vierten Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen (5:2), von den ersten sieben Auswärtsspielen gewann man nur deren zwei – beide in Krefeld, Spiel Zwei endete mit 6:1. Nur konnte man diese Siege nicht wirklich feiern, gewann zu dieser Zeit doch jedes Team gegen die Seidenstädter.
Dabei waren die Berliner schon im dritten Auswärtsspiel kurz davor, den ersten Sieg einzufahren. Mit 3:0 führte man bereits bei der DEG, am Ende verlor man mit 4:5 n.V.
Das erste Ausrufezeichen auswärts setzte man nur 24 Stunden nach dem 6:1-Sieg in Krefeld in Iserlohn, als man am Seilersee mit 4:1 gewann. Von da an lief es auch auswärts rund für die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin.

Jubelnde Eisbären gab es in den ersten acht Heimspielen der neuen Saison. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Zu Hause lief es wie geschmiert für die Eisbären, welche die ersten acht Heimspiele in Folge gewannen und dabei die volle Punktzahl einfuhren. Erst die Grizzlys Wolfsburg stoppten diese Heimserie im neunten Heimspiel der Saison, als man sich mit 3:2 n.P. durchsetzen konnte. Es war der Auftakt in die erste Niederlagenserie der Eisbären, denn es folgte eine weitere Niederlage in Bremerhaven und auch das zweite Heimspiel gegen die Niedersachsen ging mit 2:3 n.V. verloren. Doch im zweiten Duell in Bremerhaven zeigten die Eisbären ihre Krallen und gewannen verdient mit 5:1 an der Küste.
Es war der Auftakt einer vier Spiele andauernden Siegesserie zum Abschluss der Nordrunde, darunter auch ein 8:1-Kantersieg auf eigenem Eis gegen die Düsseldorfer EG. Zum Auftakt der Südrunde folgte der fünfte Sieg in Serie, mit 5:3 setzte man sich gegen die Augsburger Panther durch.

Die Spiele gegen Ingolstadt waren voller Nickligkeiten. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Der Auftakt in die Spiele gegen die Süd-Teams verlief sehr gut für die Eisbären, gewann man doch fünf der ersten sechs Spiele und verlor nur das Auswärtsspiel in Ingolstadt mit 3:4. Man wähnte sich auf dem richtigen Weg, fühlte sich gut gerüstet für die beiden Duelle gegen München, welche eine Saison mit Höhen und Tiefen gespielt hatten bis zu diesem Zeitpunkt. Doch in den beiden Duellen mit Ex-Eisbären-Trainer Don Jackson bekamen die Eisbären deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Am Oberwiesenfeld verlor man mit 1:4 und zu Hause gar mit 0:5. Auf einmal musste man die Eisbären vorerst aus dem Kreise der Titel-Favoriten herausnehmen, denn es war anzunehmen, dass im Halbfinale München als Gegner warten würde. Dass es am Ende alles anders kam, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Dazu aber später mehr.

Die Eisbären trafen danach zweimal in Folge auf ihren Angstgegner aus dem Magenta-Sport Cup, die Schwenninger Wild Wings. Während man zu Hause klar und deutlich mit 6:2 gewann, setzte es im Schwarzwald eine 2:4-Niederlage. Noch bitterer als die Pleite wog jedoch die Verletzung von Leo Pföderl, dessen Saison anschließend für beendet erklärt wurde. Ein herber Rückschlag für die Eisbären Berlin. Doch auch hier sollte alles anders kommen. Später mehr dazu.

Von den letzten vier Hauptrundenspielen gewannen die Eisbären zwei, darunter ein 4:1-Auswrtssieg beim Top-Favoriten Adler Mannheim. Die revanchierten sich aber mit einem 3:1-Sieg in der Hauptstadt. Zum Abschluss der Hauptrunde verlor man mit 5:6 n.P. bei den Augsburger Panthern und ging somit mit zwei Niederlagen in Folge ins Playoff-Viertelfinale gegen die Iserlohn Roosters.

Endstation Andreas Jenike, Iserlohn gewann Spiel Eins in Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort sollte Niederlage Nummer Drei folgen, denn die Sauerländer erzielten in der letzten Spielminute der regulären Spielzeit den 4:3-Siegtreffer in Berlin und fuhren mit dem Matchpuck zurück an den Seilersee. Dort erlebten die Mannen von Chefcoach Brad Tapper ihr blaues Wunder, denn die Eisbären fegten wie ein Orkan über den Seilersee, holten die Serie mit einem 6:0-Kantersieg noch einmal zurück nach Berlin.
Und in Spiel Drei legten die Roosters wieder los wie die Feuerwehr, führten bereits mit 2:0, doch die Eisbären spielten in den diesjährigen Playoffs ihr bestes Eishockey, wenn sie mit dem Rücken zur Wand standen. So drehte man das Spiel am Ende noch in einen 5:3-Heimsieg um und buchte somit das Ticket für das Halbfinale.

Hart umkämpft war die Halbfinalserie gegen Ingolstadt. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort wartete der ERC Ingolstadt, welcher im Viertelfinale die große Überraschung schaffte und den EHC Red Bull München mit 2:0-Siegen in die Sommerpause schickte. Ein ganz harter Brocken also, welcher da auf die Eisbären wartete, doch die bekamen unerwartete Hilfe. Denn Leo Pföderl wurde noch einmal untersucht, seine Verletzung stellte sich nun doch nicht mehr als so schlimm dar und somit konnte die Nummer 93 wieder eingreifen.
Aber auch gegen die Schanzer ging Spiel Eins mit 3:4 verloren. Weil ein Ex-Eisbär zur Höchstform auflief – Louis-Marc Aubry.
In Spiel Zwei mussten die Eisbären also wieder liefern, doch sie lagen nach 40 Minuten mit 1:2 hinten. Das Saisonende drohte, aber diese Mannschaft gab einfach nicht auf. Man glich aus und als alles schon nach Verlängerung aussah, kam Ryan McKiernan und hämmerte die Scheibe 63 Sekunden vor der Schlusssirene ins Eck. Bäääm, 1:1, Spiel Drei in Berlin!
Doch auch dort erwischten die Eisbären wie gegen Iserlohn den schlechteren Start, liefen erneut einem 0:2-Rückstand hinterher. Doch Rückstände und die Aussicht auf die frühzeitige Sommerpause machten die Eisbären nur noch stärker und sie schlugen eiskalt zurück. Mit 4:2 wurde Ingolstadt besiegt und so zog man ins DEL-Finale ein.

Der Fels in der Brandung in Spiel Drei gegen Wolfsburg: Mathias Niederberger. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dass dort am Ende dieser Saison zwei Teams aus dem Norden standen, hätten die Experten vor der Saison nicht gedacht, denn der Süden sollte ja viel stärker sein. Doch deren acht Teams waren bereits in der Sommerpause und so kämpften zwei Teams aus dem Norden um den DEL-Pokal. Die Eisbären Berlin trafen dabei auf ihren Angstgegner Grizzlys Wolfsburg. Denn alle vier Hauptrundenspiele hatte man gegen die Niedersachsen verloren, wenn gleich man aber auch sagen muss, dass drei dieser vier Spiele erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden wurden.
Und so ging auch Spiel Eins in die Verlängerung und dort schlug Wolfsburg eiskalt zu, 3:2-Auswärtssieg in Berlin. Die Grizzlys standen vor ihrer ersten deutschen Meisterschaft, während die Eisbären erneut Spiel Eins verloren. Doch auch dieses Mal zogen die Eisbären ihren Kopf aus der Schlinge und schlugen auswärts zurück. Mit 4:1 zeigte man den Wolfsburgern deutlich die Grenzen auf und machte deren Hoffnung, Meister auf eigenem Eis zu werden, zu Nichte.
Und in Berlin folgte dann die Krönung dieser Saison. Die Eisbären drehten zum dritten Mal eine Serie nach 0:1-Rückstand und kürten sich zum Deutschen Meister, zum achten Mal in der Vereinsgeschichte. Den Siegtreffer erzielte übrigens Leo Pföderl, der eigentlich gar nicht mehr spielen sollte. Am Ende erzielte er das Meistertor, solche Geschichten schreibt eben nur der Sport.

Der Jubel nach der Schlusssirene kannte dann natürlich keine Grenzen mehr und die Spieler der Eisbären Berlin feierten den Titelgewinn ausgelassen. Und Frank Hördler hatte als einziger schon richtig Routine darin, war es doch sein achter Meistertitel mit den Eisbären. Wahnsinn!

Der Wille und der Charakter dieser Mannschaft war unglaublich. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aber dieser Titelgewinn war nur möglich, weil diese Mannschaft während der Saison so unglaublich zusammengewachsen ist. Da kämpfte Jeder für jeden, kein Spiel wurde verloren gegeben. Die Jungs glaubten immer bis zum Ende des Spiels an die Chance zum Sieg. Der unbändige Siegeswille war immer da, der Charakter dieses Teams war unglaublich. Frank Hördler erzählte vor kurzem auch in einem Podcast, was das Geheimnis der Eisbären war. Diese hatten sich schon während der Spiele gegen die Süd-Teams in den Playoff-Modus versetzt und wussten so, was zu tun war, wenn man Spiel Eins verlor. Dann setzte das Teams alles daran, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen. Und das bereits in der Hauptrunde. Dieser Fakt stärkte die Eisbären so sehr, dass sie die drei Auftakt-Niederlagen in den Playoffs gut wegsteckten und eiskalt zurückschlugen.

Meistercoach Serge Aubin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Chefcoach Serge Aubin meinte daher auch, dass seine Mannschaft ihr bestes Eishockey spielte, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stand. Wahrscheinlich brauchten die Jungs immer dieses besondere Druckgefühl, dass man mit einer weiteren Niederlage in die Sommerpause müsste. Anders kann man die drei Niederlagen in Spiel Eins nicht erklären. Wie sie sich dann aber immer wieder in die Serie zurück kämpften, verdient aller größten Respekt. Sowohl die Spielers als auch das Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu. Denn die änderten jeweils nach Spiel Eins ihr System und führten die Eisbären somit letztendlich zur Meisterschaft. Am Ende braucht es natürlich auch Spieler, die dieses System perfekt umsetzen, die hatten die Eisbären und so wurde man am Ende verdient Deutscher Meister.

Weil man eben die perfekte Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern hatte. Denkt man nur mal an das Torhüter-Duo aus Mathias Niederberger und Tobias Ancicka, welche beide eine überragende Saison spielten. Beide hatte weit mehr als 90 Prozent Fangquote aufzuweisen, Niederberger feierte fünf Shutouts und der junge Ancicka einen. Wann immer Ancicka gebraucht wurde, war er da und bewies seine Extraklasse. Dem jungen Goalie steht eine große Zukunft bevor.
Und Mathias Niederberger feierte in den Playoffs noch seinen sechsten Shutout der Saison und avancierte im alles entscheidenden Finalspiel gegen Wolfsburg zum Matchwinner. Denn als die Niedersachsen im letzten Drittel alles nach vorne warfen, war Niederberger der Fels in der Brandung. Mit diesem Torhüter-Duo sind die Eisbären auch für die kommende Saison bestens aufgestellt.

Playoff-MVP Ryan McKiernan (rechts), hier bei einem Fan-Talk Anfang 2020. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

In der Defensive ragte natürlich der Playoff-MVP Ryan McKiernan heraus. In der Hauptrunde kam er schon auf 25 Scorerpunkte (7 Tore/18 Assists), doch in den Playoffs wurde er zum Playoff-Monster. Dort sammelte er nochmal zehn Scorerpunkte und traf erneut sieben Mal. Einfach eine Weltklasse Saison der Berliner Nummer 58. Man kann nur hoffen, dass er seinen Vertrag in Berlin verlängert. Die Verhandlungen laufen noch.
Seine punktemäßig beste Saison spielte Jonas Müller, welcher wie in der Vorsaison zwar auf 15 Scorerpunkte kam, damals aber 51 Spiele dafür benötigte, während es in dieser Saison nur 37 waren. Zudem waren es in der vergangenen Saison 15 Vorlagen, diesmal erzielte Müller sieben Tore selbst und bereitete acht weitere vor.
Frank Hördler spielte seine erste Saison als Kapitän und führte seine Eisbären gleich zur Meisterschaft. „Nante“ kam auf drei Tore und zehn Vorlagen in der Hauptrunde und nochmal einem Tor und drei Vorlagen in den Playoffs.
Abgerundet haben die starke Defensive Kai Wissmann, John Ramage und Simon Després. Hinzu kommt natürlich noch der junge Eric Mik, der auf vier Assists in der Saison kam und sowohl in der Defensive als auch der Offensive eingesetzt wurde.
Aus diesem Verbund haben die Eisbären bisher einzig John Ramage verabschiedet, welcher sich den Schwenninger Wild Wings angeschlossen hat. Der Großteil der Defensive bleibt aber zusammen und soll, Gerüchten zu Folge, mit Morgan Ellis aus Ingolstadt und Nicholas B. Jensen aus Düsseldorf verstärkt werden. Damit wäre die Verteidigung des Deutschen Meisters noch tiefer besetzt.

Die Offensive wird natürlich überragt von der deutschen Top-Reihe um Leo Pföderl, Lukas Reichel und Marcel Noebels, der erneut Spieler des Jahres in der Penny DEL geworden ist. In der Hauptrunde kam Noebels auf 42 Scorerpunkte (6 Tore/36 Vorlagen), in den Playoffs ließ er nochmal zehn Scorerpunkte (1/9) folgen. Leo Pföderl sammelte 37 Scorerpunkte und war mit 20 Toren der beste Torjäger der Berliner in der Hauptrunde. In den Playoffs kam er nochmal zu sechs Einsätzen, in denen er drei Tore erzielte, darunter das Meisterschaftstor, und zwei weitere Tore vorbereitete. Lukas Reichel kam auf 27 Scorerpunkte (10/17) in der Hauptrunde und fünf (2/3) in den Playoffs. Ob wir ihn nächste Saison noch in Berlin sehen, hängt von den Chicago Blackhawks ab.
Matt White (19/20), Kris Foucault (18/12) und der während der Hauptrunde nachverpflichtete Zach Boychuk (12/13) erwiesen sich als die erhofften Verstärkungen und wurden zu enorm wichtigen Leistungsträgern. White scorte in den Playoffs weitere zehnmal (7/3), Boychuk neunmal (3/6) und Foucault fünfmal (1/4). Kris Foucault erwies sich vor allem in der Hauptrunde als „Mister 1:0“, Matt White erzielte zusammen mit Ryan McKiernan in den Playoffs die wichtigen Tore und Zach Boychuk erwies sich als echte Waffe im Berliner Powerplay.
Giovanni Fiore kam in der Hauptrunde auf acht Tore und zwölf Vorlagen, in den Playoffs waren es nochmal ein Tor und drei Vorlagen. Auch er hat seinen Teil zum Gewinn der Meisterschaft beigetragen.
Mark Zengerle kam verletzungsbedingt nur auf 18 Hauptrundenspiele, in denen ihm zwei Tore und elf Vorlagen gelangen. In den Playoffs folgten nochmal fünf weitere Assists.
Mark Olver kam in der Hauptrunde auf drei Tore und 17 Torvorlagen, in den Playoffs folgten zwei weitere Tore. Doch seine Zeit in Berlin endet mit dem Gewinn der Meisterschaft. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert.

Sein Abgang tut der Fanszene besonders weh: PC Labrie (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Bei den Youngsters stachen vor allem Parker Tuomie und Sebastian Streu heraus, die eine richtig starke Saison gespielt haben. Auch Haakon Hänelt, Nino Kinder und Fabian Dietz bekamen ihre Eiszeit und konnten Akzente setzen. Dennoch endet die Zeit von Dietz in Berlin.
Ebenso wie die von Kris Foucault nach nur einem Jahr, gut möglich, dass man ihn vielleicht in Mannheim oder München wiedersehen wird. Auch Thomas Reichel, der Bruder von Lukas, wird nicht weiter in Berlin unter Vertrag stehen.
Ein Abgang schmerzt die Fanszene der Eisbären aber ganz besonders. Denn der Vertrag von PC Labrie wurde nicht verlängert. Ja, er war nie der große Scorer, aber alleine sein Auftreten auf dem Eis sorgte für den gehörigen Respekt beim Gegner auf dem Eis. Verletzungsbedingt kam Labrie in der Hauptrunde nur auf 19 Spiele, in denen er zwei Tore beisteuerte. In den Playoffs kam in neun Spielen nochmal ein Assist hinzu. Auch PC verabschiedet sich mit der Meisterschaft aus der Hauptstadt. Wir werden dich nie vergessen, PC!

 

Helden für die Ewigkeit! (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Die Eisbären Berlin haben sich die achte deutsche Meisterschaft gesichert. Manager Peter-John Lee und Sportdirektor Stéphane Richer haben dem Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu ein Team zur Verfügung gestellt, aus dem diese ein Meisterteam geformt haben. Sie haben aus vielen sehr guten Einzelspielern eine Mannschaft geformt, welche nie aufgab, welche immer an den Sieg glaubte, wo immer Jeder für jeden kämpfte und wo der Charakter einmalig war.
Bereits im letzten Jahr hätte man es schaffen können, Deutscher Meister zu werden, so Serge Aubin und Craig Streu. Doch Corona machte dieser Hoffnung einen Strich durch die Rechnung. Nun, ein Jahr später, haben die Beiden es tatsächlich geschafft und die Eisbären Berlin zur achten Deutschen Meisterschaft geführt. Ein Titel, der unter diesen Umständen ganz besonders ist. Ein Titel, der diese außergewöhnliche Saison gekrönt hat. Aber auch ein Titel, den man ohne seine Fans feiern musste. Hoffen wir, dass der Meistertitel 2021 als einziger in die Vereinsgeschichte eingeht, den man ohne seine Fans feiern musste. Denn mit uns Fans ist es dann doch schöner.

Aber eins bleibt für mindestes ein Jahr bestehen:

Alleiniger REKORDMEISTAAAAAAA!!!!

4:2 nach 0:2! Die Eisbären drehen das alles entscheidende Halbfinale gegen Ingolstadt und ziehen ins Finale ein!!!

Diese Mannschaft ist nicht zu stoppen: Gegen Iserlohn in Viertelfinal-Spiel Drei lag man zu Hause mit 0:2 zurück – am Ende ist man ins Halbfinale eingezogen. Am Mittwoch lag man in Halbfinal-Spiel Zwei in Ingolstadt vor dem letzten Drittel mit 1:2 zurück – am Ende erreichte man das alles entscheidende dritte Spiel in Berlin. Und dort lagen die Eisbären Mitte des Spiels erneut mit 0:2 zurück – am Ende stehen die Hauptstädter jedoch im Finale. Dank eines 4:2-Heimsieges gegen den ERC Ingolstadt geht die verrückte Reise der Eisbären Berlin durch die Playoffs noch weiter. Und egal ob nun Adler oder Grizzly im Finale, der Eisbär hat mächtig Hunger. Und wer den Eisbär ärgert, erhält die gerechte Strafe dafür. Da muss man nur in Iserlohn und Ingolstadt nachfragen.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin nahm keine Änderungen in den Reihen vor. Warum auch, gewann sein Team doch am Mittwoch Spiel Zwei dank einer enormen Willensleistung mit 3:2 in Ingolstadt und erkämpfte sich somit das alles entscheidende Spiel Drei in Berlin. So kam es also auch heute wieder zum Duell zwischen Mathias Niederberger und Michael Garteig. Letzterer hatte die Eisbären-Spieler am Mittwoch reihenweise entnervt, doch am Ende behielten die Berliner die Oberhand, weil sie dank Matt White und allen voran Ryan McKiernan, welcher Garteig sogar getunnelt hatte, den Ingolstädter Goalie doch noch bezwingen konnten. Wer würde heute das Spiel für seine Mannschaft gewinnen?

Die Auflösung darüber sollten die nun folgenden mindestens 60 Minuten Eishockey geben. Und in diese fanden die Gäste von Coach Doug Shedden besser rein. Ingolstadt mit einem sehr aggressiven Forechecking, setzten die Eisbären früh unter Druck. Petrus Palmu gab dann den ersten guten Schuss ab, aber Mathias Niederberger war zur Stelle.
Die Hausherren taten sich schwer gegen die Spielweise der Schanzer Panther, kamen erst nach sechs Minuten zur ersten richtig guten Chance. Ingolstadt mit dem Wechselfehler, Simon Després mit dem Pass aus dem eigenen Drittel auf Matt White, der hatte viel Platz auf der rechten Seite, kam zum Abschluss, doch Michael Garteig gewann dieses Duell. Direkt im Gegenzug konnte sich auch Mathias Niederberger gegen Wayne Simpson auszeichnen.
Fortan eine hart umkämpfte Partie, beide Teams konzentrierten sich zunächst auf die Defensive, wollten keine Fehler machen. Man merkte, dass es ein „Do-or-Die-Spiel“ war. Aber in diesen dürfen dir so unnötige Strafzeiten, wie sie Ingolstadt nahm, nicht passieren. Einmal gab es zwei Minuten wegen zu vieler Spieler auf dem Eis und das andere Mal wegen Spielverzögerung. Das Glück für Ingolstadt: Das Berliner Powerplay ist in den Playoffs bisher sehr harmlos, so auch heute. Und so hätte Frederik Storm in Unterzahl beinahe das 0:1 erzielt, doch scheiterte er nach einem Fehler der Eisbären mit seinem Rückhand-Versuch am Berliner Schlussmann. So stand es nach dem ersten Drittel 0:0.

Das zweite Drittel begann mit einem Ingolstädter Powerplay, für 28 Sekunden war es sogar ein doppeltes Überzahlspiel. Und wie man sein Überzahl eiskalt ausnutzt, zeigten die Schanzer. Zwei Sekunden vor Ablauf der ersten Berliner Strafzeit schlug mal wieder Louis-Marc Aubry zu. Den ersten Versuch konnte Mathias Niederberger noch parieren, gegen den Nachschuss war er jedoch machtlos – 0:1 (24.).
Die Eisbären waren überhaupt nicht anwesend, Ingolstadt dominierte das Spiel nach Belieben. Die Berliner wirkten, als stünden sie neben sich. Und nach einem katastrophalen Fehlpass von Mark Olver in der neutralen Zone stand Ryan Kuffner auf einmal frei vor Mathias Niederberger, welchem er keine Chance ließ und zum 0:2 einnetzte (28.).
Nachdem die ersten zehn Minuten klar der Mannschaft von Doug Shedden gehörten, schlugen die Eisbären Mitte der Partie zurück. Konter der Hausherren über Marcel Noebels, der aber nicht zu Lukas Reichel passte sondern die Scheibe hoch zu John Ramage legte. Der zog trocken ab und verkürzte auf 1:2 (31.).
Und nur drei Minuten später begann die Partie wieder von vorne. Die Eisbären im Angriffsdrittel, aus einem Gewühl kam die Scheibe in den Slot, wo Ryan McKiernan abzog und die Scheibe zum 2:2 im Tor versenkte (34.). Doch er versenkte nicht nur den Puck im Ingolstädter Tor, nein, beim Schussversuch checkte er auch noch Wayne Simpson, weshalb es im Anschluss auch noch zu kleineren Raufereien kam.
Die Eisbären waren also zurück im Spiel, weil sie weiterhin an sich glaubten. Wie bereits am Mittwoch in Ingolstadt. Fortan entwickelte sich ein munteres hin und her mit Chancen auf beiden Seiten, doch weitere Tore sollten nicht fallen. Auch nicht im nächsten Powerplay der Eisbären zum Ende des zweiten Drittels, auch wenn es da schon wesentlich besser aussah. Doch Michael Garteig ließ zunächst nichts zu, aber das Powerplay ging zu Beginn des Schlussdrittels noch kurz weiter. Die große Chance also für die Eisbären.

Doch in den 29 Sekunden Überzahl passierte nichts mehr und so blieb es beim Stand von 2:2. Erst als Ingolstadt wieder komplett war, hatten John Ramage und Zach Boychuk zwei gute Chancen, welche jedoch Michael Garteig zu Nichte machte.
Danach merkte man beiden Mannschaften an, dass sie hier keinen Fehler mehr machen wollten. Denn der eine entscheidende Fehler hätte das Saisonende bedeuten können. Dennoch suchten beide Teams aber auch immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor, wo sie dann auch zum Abschluss kamen.
Mit zunehmender Spieldauer nahm natürlich auch die Spannung und Dramatik in den Angriffen zu. Und Mitte des letzten Drittels waren es die Eisbären, welche die Gäste schockten. Zach Boychuk fand keine Anspielstation, marschierte daher alleine Richtung Ingolstädter Tor, spielte die Scheibe dann rüber zu Matt White und der hämmerte die Scheibe vom linken Bullykreis aus ins kurze Eck – 3:2 (50.).
Ingolstadt wollte darauf antworten, fuhr Angriffe und versuchte nach Abpfiff immer wieder zu provozieren, doch die Eisbären ließen sich nicht darauf ein. Klar, Ingolstadt versuchte nun alles, hoffte, daraus Strafen gegen die Eisbären zu ziehen und dann im Powerplay zuzuschlagen. Doch die Rechnung ging nicht auf.
Die letzte Chance hatten die Schanzer fünf Minuten vor dem Spielende, als John Ramage auf die Strafbank musste, doch das Penaltykilling zur richtigen Zeit mit einem klasse Job. Und so sorgten die Hausherren zwei Minuten vor der Schlusssirene für die endgültige Entscheidung. Simon Després fuhr so lange an der blauen Linie entlang, bis er die Lücke sah. Er zog ab, Giovanni Fiore hielt die Kelle in den Schuss und der Rest war Freude pur – 4:2 (58.). Damit war dieses Spiel und der Finaleinzug durch.
Ingolstadt versuchte zwar noch einmal alles: Torhüter raus, Auszeit, zudem hatten sie auch noch ein Powerplay und somit zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch einzig Petrus Palmu wurde nochmal gefährlich, aber sein Schuss ging nur an die Latte. Danach war das Spiel aus und die Eisbären bildeten eine riesige Jubeltraube im Torraum von Mathias Niederberger. Hoffen wir, dass es nicht die letzte der Saison war…

Der Sieg heute war auf jeden Fall wieder einer dank des unbändigen Glaubens der Mannschaft. Die Jungs geben nie auf. Sie waren mit dem ersten Drittel schon nicht zufrieden, standen in den ersten zehn Minuten des Mitteldrittels komplett neben sich und lagen mit 0:2 hinten. Doch was machten die Eisbären dann? Sie rissen sich zusammen, traten als Team, als Einheit auf und glichen innerhalb von nur drei Minuten zum 2:2 aus. Sie machten Ingolstadt deutlich, dass sie dieses Spiel hier gewinnen wollten, koste es, was es wolle. Und das setzten die Eisbären im Schlussdrittel auch um. Weil sie an sich glaubten, weil Jeder für Jeden kämpfte und die Berliner die Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielten. Das ist das Sieger-Gen, welches du in den Playoffs brauchst. Und es ist das Sieger-Gen, welches dich zur Meisterschaft führen kann. Der Traum vom achten Stern lebt mehr denn je. Jetzt holt ihn euch auch, Jungs!

4:1 in Mannheim! Eisbären siegen dank starker Teamleistung beim besten Team der Liga

So kann man mal auf eine Niederlage in Schwenningen reagieren: Nur einen Tag nach dem 2:4 im Schwarzwald besiegten die Eisbären Berlin die Adler Mannheim in deren eigener Arena hochverdient mit 4:1 (2:0,1:0,1:1) und gaben damit die richtige Antwort auf die Niederlage 24 Stunden zuvor, aber vor allem auf die beiden doch recht deutlichen Klatschen gegen München. Heute war man nahe dran am perfekten Auswärtsspiel hatte Matt White nach Spielende gesagt. Und damit hatte er recht, denn der Auftritt der Berliner war bärenstark und schockte die Mannheimer sichtlich.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin musste verletzungsbedingt auf Leo Pföderl verzichten. Was genau die Berliner Nummer 93 hat, wird man spätestens Dienstag nach eingehenden Untersuchungen erfahren. So wurde die deutsche Top-Reihe auseinander gerissen, denn an der Seite von Marcel Noebels spielten Matt White und Zach Boychuk. Giovanni Fiore, der in Schwenningen noch mit White und Boychuk zusammenspielte, bildete eine Formation mit Lukas Reichel und Kris Foucault. Dadurch kam es zur Wiedervereinigung der Reihe um Mark Olver, Sebastian Streu und Parker Tuomie. Olver rotierte also aus der vierten Formation heraus, wo stattdessen Eric Mik an der Seite von Nino Kinder und Fabian Dietz spielte. Alle Sturmreihen wurden also durcheinander gewirbelt durch den Ausfall von Leo Pföderl. Und auch im Tor stand heute Mathias Niederberger, der gestern noch geschont wurde. Tobias Ancicka nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es war das Duell der beiden besten Teams in der diesjährigen Saison. Mannheim ging als Tabellenführer im Süden in dieses Spiel, die Eisbären als Erster im Norden. Auf dieses Duell hatte ganz Eishockey-Deutschland gewartet. Ein Duell, was viele sich auch als diesjähriges DEL-Finale vorstellen können.
Die Eisbären kamen top motiviert aus der Kabine und waren in der Anfangsphase leicht überlegen, hatten die ersten guten Abschlüsse. Und nach vier Minuten hatten sie auch gleich das erste Überzahlspiel in diesem Spiel, nachdem Thomas Larkin wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank musste. Das beste Powerplay war also im Einsatz. Ihnen gegenüber stand aber das beste Unterzahlspiel der Liga. Das erste Duell ging jedoch klar an das Penaltykilling der Adler, die nicht einen einzigen Torschuss zu ließen.
Fortan weiterhin die Eisbären im Vorwärtsgang. Mannheim kam bisher nicht nach vorne und auch zu keinem Torschuss, denn die Berliner Defensive stand sehr sicher. Den ersten Torschuss gaben die Kurpfälzer erst nach acht Minuten ab. Der Versuch von Florian Elias war aber zugleich die beste Chance des Spiels bis dahin. Mathias Niederberger war jedoch zur Stelle.
Doch Berlin war weiterhin die bessere Mannschaft und ging nach zehn Minuten in Führung. Fabian Dietz brachte die Scheibe zu Simon Després, der sie per Rückhand auf das Tor bringt. Nino Kinder fälschte sie noch ab, Dennis Endras bekam sie nicht unter Kontrolle und Fabian Dietz staubte zu seinem ersten Saisontor ab – 1:0.
Und noch in der selben Minute legten die Gäste einen nach. Zach Boychuk mit dem Sahne-Pass von rechts rüber auf links, durch zwei Verteidiger durch, auf Matt White, welcher problemlos zum 2:0 einschießen konnte. Was für ein Start der Eisbären! Zwei Tore innerhalb von nur 42 Sekunden.
Mannheim danach mit wütenden Angriffen, aber die Eisbären hielten dagegen. Die Zweikämpfe waren hart umkämpft. Die Eisbären hielten Mannheim weiterhin in Schach, die Adler bekamen in der Offensive nichts auf die Reihe, was an der starken Berliner Defensive lag.
Die Eisbären ärgerten Mannheim immer wieder mit ihrem aggressiven Forechecking, was sie wütend machte. Matthias Plachta griff Jonas Müller vor dem eigenen Tor unsauber von hinten an, was ihm zwei Minuten einbrachte. Das zweite Powerplay für die Eisbären also. Aber auch diesmal keine einzige Torchance für die Eisbären. Das Unterzahlspiel war das einzige, was in diesem Drittel gut lief bei den Adlern. Kaum waren die Mannheimer wieder komplett, konnten die Eisbären die Hausherren im eigenen Drittel festsetzen und hatten durch John Ramage eine dicke Chance. Dennis Endras rettete in höchster Not.
Die Eisbären nahmen eine hochverdiente 2:0-Pausenführung mit in die erste Drittelpause. Mannheim wirkte vom Auftritt der Berliner überrascht. Mannheims Verteidiger Thomas Larkin mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten:

Wir sind nicht gut genug. Wir müssen besser Schlittschuh laufen. Wir haben nicht unser Spiel gespielt und müssen unser Tempo finden.

Zu Beginn des Mitteldrittels musste man mit einem anderen Auftritt der Kurpfälzer rechnen. In der Kabine dürfte die Ansprache von Coach Pavel Gross deutlich gewesen sein. Und so kamen die Hausherren sehr engagiert und schwungvoll aus der Kabine. Mannheim war nun besser drin im Spiel, machten viel Druck, noch aber taten sie sich schwer, die kompakte Defensive der Berliner zu knacken. Jason Bast hatte dann mal eine richtig gute Chance, aber Mathias Niederberger war zur Stelle.
Fünf Minuten waren gespielt, als Zach Boychuk wegen Haltens die erste Strafzeit für die Eisbären kassierte. Nun also die große Chance für Mannheim zum Anschlusstreffer. Das Problem nur: Die Adler haben das zweitschlechteste Powerplay der Liga. Und das Penaltykilling der Hauptstädter ist in dieser Saison bekannt für seine unheimliche Stärke. Und mehr als ein Onetimer von Matthias Plachta kam so auch nicht dabei heraus.
Mannheim war aber in diesem Drittel deutlich besser drin im Spiel. Sie spielten wesentlich druckvoller, setzten die Eisbären mit ihrem aggressiven Forechecking früh unter Druck. Die Zweikämpfe wurden härter, die Nickligkeiten nahmen zu. Berlin ließ sich provozieren und so musste Simon Després wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Mannheim nun also erneut in Überzahl. Doch mehr als zwei Schüsse ließen die Eisbären nicht zu. Und die Schüsse waren für Mathias Niederberger kein Problem, die parierte er sicher.
Auch fortan Mannheim weiter im Vorwärtsgang. Sie kamen zu Abschlüssen, doch immer wieder war Niederberger zur Stelle. So eine richtig hundertprozentige Chance hatten die Hausherren aber nicht. Was aber auch an der starken Defensivarbeit der Eisbären lag, welche die gefährlichen Räume vor dem Tor zu machten.
Gegen Ende des Mitteldrittels kassierte David Wolf die erste Strafzeit gegen die Adler in diesem Drittel wegen eines unkorrekten Körperangriffes. Aber auch im dritten Unterzahlspiel die Mannheimer mit einem starken Penaltykilling.
Was in Überzahl heute nicht klappen wollte, funktioniert dafür bei Fünf-gegen-Fünf. Giovanni Fiore mit dem Schuss aus der Drehung, Dennis Endras konnte die Scheibe nicht kontrollieren und Parker Tuomie staubte ab – 3:0 (39.).
Zum Ende hin dann nochmal eine Strafzeit gegen die Eisbären. Mark Olver musste für zwei Minuten in die Kühlbox, Mannheim also in der letzten Spielminute nochmal in Überzahl. Aber es blieb dabei, dass in Sachen Special Teams das Penaltykilling bisher am Besten funktionierte.
So nahmen die Eisbären trotz eines besseren Auftritts der Adler eine souveräne 3:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.
Fabian Dietz mit seinem Fazit nach 40 Minuten und einen Ausblick auf das letzte Drittel:

Wir machen alles richtig. Die Kleinigkeiten zählen heute und da sind wir größtenteils dabei, die gut umzusetzen. Ich glaube, das ist heute ausschlaggebend. Wir haben 40 Minuten gut gespielt. Jetzt schauen wir, dass die letzten 20 Minuten auch noch gut laufen und wir das Ding mit nach Hause nehmen.

48 Sekunden hatte Mannheim zu Beginn des letzten Drittels noch Überzahl, wo Matthias Plachta zwei gute Chancen hatte, sie aber nicht nutzen konnte.
Doch die nächste Chance für ein Powerplay folgte zugleich. Kapitän Frank Hördler kassierte in der 44. Spielminute wegen eines Stockschlags die nächste Berliner Strafzeit. Die Disziplin ließ doch arg zu wünschen übrig. Aber bisher ging es ja zum Glück noch gut. Pavel Gross nahm vor dem Überzahlspiel eine Auszeit, um seine Jungs darauf einzuschwören. Er hatte das Spiel noch nicht abgeschenkt. Und Dennis Endras ging 30 Sekunden später auch noch vom Eis. Pavel Gross also mit dem „Don-Jackson-Move“, der gerne mal seinen Goalie einige Minuten vor dem Spielende vom Eis nimmt. Vielleicht war es aber auch eine Übung für die Playoffs von Pavel Gross, für ein entscheidendes Spiel in einer sehr kurzen Serie. Am Ende ging es jedoch schief, denn Matt White versenkte die Scheibe im verwaisten Mannheimer Tor – 4:0 in Unterzahl (45.).
Damit war das Spiel natürlich entschieden, aber die restliche Spielzeit wurde dann dafür genutzt, um in Sachen Härte ein Zeichen Richtung Playoffs zu setzen. Da waren dann schon einige harte Checks dabei, die beide Teams zu Ende fuhren. Da wollte man dem Gegner deutlich machen, was ihn in den Playoffs erwartet, wenn man erneut aufeinander treffen könnte.
Die Special Teams waren trotzdem noch im Dienst. Sinan Akdag mit der nächsten Strafzeit für die Adler, Powerplay für die Eisbären also. Was aber natürlich ohne Torerfolg blieb.
Mannheim dann auch nochmal mit einem Powerplay nach einer Strafe gegen Kai Wissmann. Und jetzt zappelte die Scheibe im Tor. Matthias Plachta mit dem Ehrentreffer für die Adler – 4:1 (57.).
Damit war die Partie hier durch und die Eisbären nahmen einen überraschend deutlichen Auswärtssieg beim Erzrivalen mit.

Ein Sieg aber, der hochverdient war. Denn man lieferte über 60 Minuten ein Top-Spiel ab und hielt das beste Team der Liga fast über die komplette Spielzeit vom Tor fern. Die Schüsse, die auf das Tor von Mathias Niederberger kamen, waren keine großen Torchancen. Das Gegentor kurz vor Schluss ist sicherlich ärgerlich, war aber zu dem Zeitpunkt egal. Viel mehr überzeugten die Berliner heute mit ihrer kämpferischen Leistung. Man spielte als Team zusammen, jeder half dem anderen und vor dem Tor erwies man sich – im Gegensatz zu gestern – als eiskalt. Vier Tore in Mannheim hat in dieser Saison noch kein Team geschossen.
Die Eisbären überzeugten mit einer starken Defensivarbeit, machten die Räume vor dem Tor zu und zwangen Mannheim so zu Schüssen von außen. Nach vorne schaltete man immer blitzschnell um und nutzte die sich bietenden Chancen effektiv aus. Das Penaltykilling erwischte einen starken Tag, auch wenn es am Ende doch noch einen Gegentreffer gab. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Partie bereits entschieden. Wenn man heute überhaupt etwas kritisieren möchte, dann das Powerplay, was heute überhaupt nicht gefährlich war. Weil aber auch das Penaltykilling der Mannheimer sehr stark war.
Auch die Reihenumstellungen und die kurze Pause vor dem Spiel schwächte die Hauptstädter überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, sie zeigten eine sehr starke Leistung und gaben ein Statement in Richtung Playoffs ab, wenn gleich Matt White von einem Statement nichts wissen wollte:

Es ist wirklich ein sehr gutes Auswärtsspiel gewesen, das war ganz nahe dran am perfekten Auswärtsspiel. Vor allen Dingen hat uns geholfen, dass wir früh gut ins Spiel gekommen sind mit den beiden Toren. Auch vom Schlittschuhlaufen her war das heute eine sehr gute Leistung und das hat durchaus einen Unterschied gemacht. Aber ein Statement war es nicht so kurz vor den Playoffs. Ich erwarte auch in den Playoffs solche Spiele mit viel Körper, mit viel Intensität.

Tobias Ancicka: „Ich muss einfach weiter hart arbeiten und jede Chance nutzen“

Tobias Ancicka hat in der diesjährigen PENNY-DEL-Saison sein Debüt für die Eisbären Berlin gegeben. Gleich in seinem ersten DEL-Spiel in Wolfsburg am 22.12.2020 feierte der 20-jährige Youngster seinen ersten Shutout. In 65 Minuten konnten die Niedersachsen den Eisbären-Goalie nicht überwinden. Das gelang ihnen erst im Penalytschießen.
Seitdem kommt Tobias Ancicka auf zehn DEL-Spiele, in denen er eine sensationelle Fangquote von 93,04 Prozent sowie eine sehr starken Gegentorschnitt von 1,89 pro Spiel aufweist. Mit diesen Werten kann Ancicka natürlich sehr zufrieden sein. Wie er aber selbst sagt, wäre seine bisherige Leistung ohne die Hilfe seiner Vorderleute nicht möglich gewesen:

Ich muss natürlich auch ganz klar sagen, dass wir ein Team haben, das jedes Spiel defensiv hart arbeitet und die mir dabei helfen, jedes Spiel einen guten Job zu machen. Ohne die würde es nicht so gut aussehen.

Von den bisher zehn Spielen in dieser Saison begann Ancicka sieben Mal als Start-Goalie und wurde in den restlichen drei Partien für Mathias Niederberger eingewechselt. Bei seinen sieben Starts blieb er einmal ohne Gegentor, kassierte je zweimal ein und zwei Gegentore, einmal drei Gegentore und einmal sechs Gegentore. Bei seinen drei Einwechslungen waren es zweimal ein Gegentor und einmal zwei Gegentore.
Das alles sind Zahlen, die sich in seiner Debüt-Saison mehr als sehen lassen können. Und in allen Einsätzen hat Tobias Ancicka sein Können angedeutet und bewiesen, dass er in Zukunft ein sehr guter Goalie werden kann. Doch wo sieht er selbst noch Verbesserungspotential?

Ich muss einfach jedes Spiel weiter nutzen, so wie ich das bis jetzt gemacht habe. Natürlich kann ich immer irgendwo an Kleinigkeiten arbeiten. Ich habe hier mit Sebastian Elwing einen Torwarttrainer, der sehr, sehr gut ist und der mir in jedem Training Tipps gibt und weiter hilft. Ich muss einfach weiterhin hart arbeiten und jede Chance nutzen.

In Berlin bildet der 20-jährige Goalie ein Torhüter-Duo mit Mathias Niederberger. Der ehemalige Düsseldorfer Schlussmann gehört zu den besten Torhütern der DEL. Im Vergleich zu Niederberger weist Ancicka die bessere Fangquote und den besseren Gegentorschnitt auf. In 26 Spielen wehrte Niederberger 92,22 Prozent aller Schüsse ab und weist einen Gegentorschnitt von 2,14 auf. Was natürlich auch noch sehr gute Werte sind. Bei den Shutouts liegt Mathias Niederberger mit fünf deutlich vorne.
Wie versteht sich Ancicka aber mit seinem Goalie-Kollegen?

Ja na klar, er gibt mir viele Tipps, er hilft mir da unglaublich, auch im Training gibt er mir Tipps. Es ist natürlich gut für mich, dass ich da so einen guten Torhüter vor mir habe, wo ich auch viel abgucken kann.

Morgen Nachmittag wird Tobias Ancicka zu seinem elften Einsatz in dieser Saison kommen. Beim Duell im Schwarzwald gegen die Schwenninger Wild Wings bekommt er seinen achten DEL-Start. Auf der Bank wird dann aber nicht Mathias Niederberger als Back-up sitzen. Den Platz wird der Youngster Rihards Babulis einnehmen, da Niederberger für das Duell am Sonntag in Mannheim geschont werden soll. Aber mit Tobias Ancicka hat man einen gleichwertigen Ersatz im Tor stehen. Und am Mittwoch stand der 20-jährige auch schon im Tor gegen Schwenningen, ließ nur zwei Tore zu und zeigte jede Menge überragende Paraden. Das darf er morgen gerne wiederholen.