4:1 in Spiel fünf! Die Eisbären Berlin sind zum zwölften Mal Deutscher Meister!

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #50:

Playoff-Finale-Endstand: 1:4 (3:7/1:5/1:5/4:3 n.V./1:4)

Was zum Jahreswechsel und auch zur Olympiapause noch unmöglich schien, ist am Ende doch Wirklichkeit geworden: Die Eisbären Berlin trotzten sämtlichen Verletzungspech und feierten nun doch noch ihre zwölfte deutsche Meisterschaft. Im fünften Finalspiel setzten sich die Hauptstädter mit 4:1 durch und sicherten sich damit zum dritten Mal in Folge die DEL-Meisterschaft. Eine, die das Prädikat Meisterstück erhält. Denn es war, neben 2012, die unerwartete Meisterschaft. Aber einmal mehr zeigte sich, dass die Eisbären eine echte Playoff-Mannschaft sind, gegen die es kaum möglich ist, vier Spiele in einer Serie zu gewinnen. Und gegen Serge Aubin kann man erst recht keine Playoff-Serie gewinnen, denn der Berliner Trainer feierte in seiner 15. Playoff-Serie mit den Eisbären den 15. Seriensieg. Was für unglaubliche Zahlen. Was für ein unglaublicher Trainer. Was für ein unglaubliches Team.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel vier am Donnerstagabend nur auf einer Position. Adam Smith und Mitch Reinke tauschten die Verteidigerpärchen. Smith verteidigte an der Seite von Jonas Müller, Reinke an der Seite von Niemeläinen. Alles andere blieb unverändert.

Die Ausgangslage war klar: Mannheim musste gewinnen, um Spiel sechs in der Hauptstadt zu erzwingen, während die Berliner heute den zweiten Matchpuck hatten, um die zwölfte deutsche Meisterschaft perfekt zu machen. Spielten die Kurpfälzer erneut den Party-Crasher oder sorgten die Eisbären für die Demütigung beim Erzrivalen? Denn wer will schon seinen Erzfeind in eigener Arena zusehen, wie er die Meisterschaft feiert.

Erzielte das wichtige 1:0 im ersten Drittel in Mannheim: Ty Ronning (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Ekstase in Mannheim, wo die Fans bereits vor dem ersten Bully alle standen. In der Kurpfalz waren die Adler-Fans heiß auf Finalspiel fünf. Und direkt war hier Feuer drin. Liam Kirk hatte die ersten beiden guten Abschlüsse, doch Zach Solow hatte die erste dicke Chance der Partie. Aber Jonas Stettmer blieb cool und fischte die Scheibe locker runter.
Die erwartete Mannheimer Drangphase blieb aus, weil die Eisbären den Spielaufbau der Adler durch ihr aggressives Forechecking früh störten. Dazu waren es die Mannen von Serge Aubin, welche hier dem 1:0 näher waren als die Hausherren. Diese hatten zwar auch ihre Abschlüsse, aber die der Eisbären waren in der ersten Phase des Spiels gefährlicher.
Danach entwickelte sich die erwartet hart umkämpfte Partie zwischen den beiden Erzrivalen. Den Adlern bot sich dann die erste Chance in Powerplay zu spielen, als Les Lancaster auf die Strafbank musste. Die Special Teams können in so einer Finalserie ein entscheidender Faktor sein. Und schon wurde es laut im Ufo, das muss man zugeben. Aber genauso schnell war es auch wieder ruhig, als man das erste Powerplay nicht nutzen konnte und sich beinahe noch den Shorthander gefangen hätte.
Eine Minute vor dem Ende des ersten Drittels wurde es dafür im Gästeblock laut. Freddy Tiffels eroberte ganz stark die Scheibe, brachte sie weiter zu Ty Ronning, welcher das wichtige 1:0 erzielte. Das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt für die Eisbären, denn diese Führung nahm der Titelverteidiger mit in die erste Drittelpause.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine überragende Vorstellung im Eisbären-Tor. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Der nächste Nackenschlag folgte unmittelbar nach Wiederbeginn. 77 Sekunden waren gespielt, da landete der Onetimer von Liam Kirk im leeren Adler-Tor – 2:0 (22.).
Mannheim hätte schnell eine Antwort finden können. Zweimal vergaben sie danach eine gute Chance, danach vertändelten sie ein Zwei-auf-null auf klägliche Weise. Die Eisbären waren wieder im Kopf der Kurpfälzer angekommen. Erst recht, als sie auch das nächste Unterzahlspiel ohne Gegentor überstanden.
Mannheim ließ aber nicht locker und hatte in dieser Phase für meinen Geschmack zu viele Spielanteile und Chancen, aber Jonas Stettmer bewarb sich mit Nachdruck für die MVP-Auszeichnung in den diesjährigen Playoffs. Die Eisbären liefen dem Spiel in diesen Momenten so ein wenig hinterher.
Das eine Zwei-Tore-Führung kein beruhigendes Polster ist, hatte man ja erst kürzlich in Spiel vier gesehen, als man am Ende noch eine 3:1-Führung verspielte. Und auch heute häuften sich in dieser Phase die Mannheimer Abschlüsse, doch bisher war kein vorbeikommen an Jonas Stettmer. Der Straubinger Junge wuchs einmal mehr über sich hinaus und wurde prompt von den eigenen Fans gefeiert.
Kurz vor der zweiten Drittelpause ließen die Eisbären dann aber die vermeintliche Vorentscheidung liegen und nahmen somit die 2:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Am Ende jubelten erneut die Eisbären Berlin. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel blieb der zu erwartende Ansturm der Hausherren aus, weil die Eisbären das hinten gut verteidigten und selbst nach vorne spielten, um für die endgültige Entscheidung in dieser Finalserie zu sorgen. Man hatte aus der verspielten 3:1-Führung von Spiel vier gelernt.
Ty Ronning versteckte sich in den letzten Spielen zunehmend, heute war der kleine Wirbelwind aber wieder voll da. Es lief der 44. Spielminute, da hämmerte die Nummer neun die Scheibe zum zweiten Mal an diesem Nachmittag ins Tor und schraubte das Ergebnis auf 3:0 hoch.
Mit diesem Treffer hatte man hier den Stecker aus der SAP-Arena gezogen – zumindest bei den meisten Adler-Fans. Im Gästeblock hingegen fingen bereits die Vorbereitungen zur Meisterparty an. Auch bei den Fans hatte man während dieser Seuchen-Saison bei weitem nicht mit dem erneuten Gewinn der Meisterschaft gerechnet. Auch der Schreiberling selbst oder aber wir als Podcast-Team haben niemals damit gerechnet, weil uns schlichtweg die Überzeugung fehlte, wie diese Mannschaft das noch schaffen will. Lange Zeit war es ja auch mehr als fraglich, ob man es überhaupt direkt in die Playoffs schaffen würde oder man nicht doch den ungeliebten Umweg über die Pre-Playoffs hätte gehen müssen. Doch die Eisbären fanden genau zur richtigen Zeit ihre Top-Form und beendeten die Hauptrunde mit starken fünf Siegen in Serie. Damit hatte man ein erstes Zeichen im Vorfeld der Playoffs an die Konkurrenz gesendet. In den Playoffs erwiesen sich die Berliner dann mal wieder als das allseits gefürchtete Playoff-Monster, welches erst Straubing, dann Köln und am Ende schließlich auch noch den Erzrivalen Mannheim aus dem Weg räumte und sich so am Ende die zwölfte Meisterschaft schnappte.
Aber nochmal zurück zum heutigen Spiel, wo Mannheim am Ende nochmal alles versuchte und Dallas Eakins auch seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Doch die Eisbären verteidigten das mit enorm viel Leidenschaft zu Ende und wollten ihrem Meister-Goalie die Krönung des Shutouts im entscheidenden Finalspiel ermöglichen. Er selbst arbeitete auch selbst daran, als er einen Penalty von Luke Esposito hielt. Was hat der Junge für Nerven, unglaublich! Am Ende wurde es ein 4:1-Auswärtssieg (Eric Mik traf ins leere Mannheimer Tor/Marc Michaelis machte in Überzahl den Shutout von Jonas Stettmer kaputt), welcher der Startschuss für eine lange Partynacht werden sollte. Die Eisbären krönten sich auf dem Eis des Erzrivalen Adler Mannheim und holten die dritte Meisterschaft in Folge. Eine bittere Demütigung für die Kurpfälzer, welche aber neidlos anerkennen müssen, dass die Eisbären Berlin ihnen in Sachen DEL-Titeln immer mehr enteilen. Die Adler-Fans zeigten nach der Schlusssirene ihre hässliche Seite, als sie den neuen Deutschen Meister ausbuhten. Anstand wird in der Quadratestadt eben klein geschrieben…

3:4 nach Verlängerung: Die Eisbären verspielen eine 3:1-Führung und lassen den ersten Matchpuck ungenutzt

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #49:

Playoff-Finale-Stand: 3:1 (7:3/5:1/5:1/3:4 n.V.)

Ist das bitter! Die Eisbären Berlin verlieren Spiel vier der Finalserie mit 3:4 nach der zweiten Overtime und verpassen damit die erste Chance, die erneute Titelverteidigung perfekt zu machen. Im letzten Drittel lag man bereits mit 3:1 vorne, doch dann drehten die Adler nochmal auf und erkämpften sich die Verlängerung. In dieser waren die Eisbären die dominante Mannschaft, konnten ihre Chancen aber nicht nutzen. Am Ende gelang Mannheim der goldene Treffer, der die Serie zurück nach Mannheim bringt.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf den gesperrten Kapitän Kai Wissmann verzichten. Dessen Platz neben Jonas Müller nahm Mitch Reinke ein. Den Platz von Reinke neben Adam Smith nahm Markus Niemeläinen ein, welcher durch den Ausfall von Wissmann zurück ins Line-up kam. Alles andere blieb unverändert. Warum auch etwas ändern, schließlich hatte dieses Team eine souveräne 3:0-Führung in der Finalserie herausgespielt.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären waren einen Sieg von der zwölften Meisterschaft entfernt. Mannheim musste gewinnen, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Gab es am Ende die große Party in der Hauptstadt oder spielten die Kurpfälzer den Party-Crasher?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

57 Sekunden war das Spiel alt, da hatte Ty Ronning den ersten Alleingang, scheiterte aber an Johan Mattsson, welcher heute für Maxi Franzreb im Tor stand. Aber auch Mannheim hatte direkt die erste gute Chance durch Matthias Plachta, aber auch Jonas Stettmer war von Beginn an hellwach.
Insgesamt war es ein munterer Beginn ins vierte Finalspiel. Kein Abtasten, beide Mannschaften suchten direkt den Weg vor das gegnerische Tor. Was aber auch zu erwarten war, schließlich musste Mannheim heute gewinnen, während die Eisbären den Sack vor den eigenen Fans zu machen wollte.
Die Gäste hatten früh das erste Powerplay im Spiel, doch die Eisbären überstanden dieses ohne größere Probleme. Mannheim blieb aber dran und war zu Beginn die aktivere Mannschaft. Doch die Berliner blieben konzentriert und ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen.
Trotzdem fanden die Hausherren noch nicht zu ihrem gewohnten Offensivspiel aus den ersten drei Spielen. Da half auch das erste Powerplay nicht.
Danach blieb es ein Duell auf Augenhöhe. Beide Teams schenkten sich nichts, die Zweikämpfe waren dementsprechend hart umkämpft. Aber man merkte dem Spiel an, was hier auf dem Spiel stand, weshalb beide Teams noch nicht ins letzte Risiko gingen.
Kurz vor Ende hatten die Berliner durch Marcel Noebels das 1:0 auf dem Schläger, als er frei vor Mattsson zum Abschluss kam, doch die Nummer 92 konnte diese dicke Chance nicht nutzen. So blieb es beim 0:0 nach spannenden 20 Minuten.

Les Lancaster (links) eröffnete Finalspiel vier mit dem 1:0 im zweiten Drittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im zweiten Drittel durften die Eisbären erneut in Überzahl ran und diesmal schlug es im Adler-Tor ein. „Connor McLancaster“ mit dem 1:0 für die Eisbären, welches das Arenadach abheben ließ (23.). Diese Torgefährlichkeit der Verteidiger ist brutal und findet man so in dieser Liga kein zweites Mal.
Nun waren die Gäste gefordert, wollten sie nicht in die vorzeitige Sommerpause gehen. Doch diese rückte immer näher, denn Liam Kirk legte das 2:0 nach (28.). Der Weg für Mannheim wurde also immer weiter, während die Eisbären dem 12. Titelgewinn sehr nahe kamen.
Die Kurpfälzer hatten Mitte des Spiels das nächste Powerplay und damit die große Chance auf den Anschlusstreffer, der das Spiel hier nochmal spannend machen würde. Und dieser fiel auch. Nicolas Mattinen mit dem trockenen Schuss von der blauen Linie zum 2:1 (32.).
Alexander Ehl hätte fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels das Spiel wieder von vorne beginnen lassen können, als er frei zum Abschluss kam. Jonas Stettmer war aber zur Stelle. Auf der Gegenseite hatte Marcel Noebels das halbleere Tor vor Augen, doch auch diese Chance ließ er ungenutzt.
Ebenso ungenutzt ließen die Hauptstädter in Powerplay in der Schlussphase des Mitteldrittels. Auch Andy Eder hatte das 3:1 auf der Kelle, scheiterte aber mit seinem Tip-in-Versuch an Mattsson. So blieb es bei der knappen 2:1-Führung nach 40 Minuten.

Pure Erleichterung nach dem 3:1 durch Markus Vikingstad. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des Schlussdrittels hatten beide Mannschaften je eine Minute lang Powerplay, konnten daraus aber kein Kapital schlagen.
Sieben Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da hob das Dach zum dritten Mal an diesem Abend ab. Markus Vikingstad stellte auf 3:1 und brachte seine Mannschaft noch näher an den DEL-Pokal ran (47.). Nun waren die Adler gefordert, wollten sie die Finalserie nochmal in die Kurpfalz bringen. Doch es fiel schwer daran zu glauben, wenn man alle bisherigen Spiele betrachtet. Doch sie bekamen nochmal die Chance auf dem Silbertablett serviert, denn Markus Niemeläinen musste nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf die Strafbank. Die Eisbären warfen alles rein und verteidigten das enorm leidenschaftlich, trotzdem kassierte man in der 53. Spielminute den 3:2-Anschlusstreffer durch Zach Solow, der erfolgreich abstaubte.
Nun war hier also wieder Spannung drin im vierten Finalspiel und Mannheim hatte weiterhin Powerplay, da das Tor noch innerhalb der ersten Strafzeit fiel. Und Mannheim hatte Blut geleckt und wollte in Überzahl den Ausgleich erzielen, scheiterte aber an Teufelskerl Jonas Stettmer im Berliner Tor. Die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne ein weiteres Gegentor.
Die Partie steuerte immer mehr auf ihren Höhepunkt und die Crunchtime zu. Die Stimmung war überragend und das auf beiden Seiten. Die Spannung war zum Greifen nah und nun begann sie, die Zeit des Fingernägelkauen. Vor allem deswegen, weil Mannheim nochmal die zweite Luft bekam und die Berliner ins eigene Drittel drängte. Hut ab vor der Moral der Mannschaft von Trainer Dallas Eakins, die Spiel vier zur spannendsten der gesamten Finalserie machten. Erst recht, als Alexander Ehl drei Minuten vor dem Ende zum 3:3 traf (57.). Dieser Treffer sorgte für pure Ekstase im Gästeblock, während der Treffer für die Eisbären-Fans ein Stimmungsdämpfer war.
Denn nun begann die Partie wieder von vorne und das Momentum war auf Seiten der Adler. Die Eisbären rannten in dieser Phase dem Spiel nur hinterher und wirkten angeknockt. Und beinahe hätte es den Lucky Punch durch die Adler gegeben, die nach Ablauf der Schlusssirene das vermeintliche 4:3 erzielten. Zum Glück für die Eisbären war die Zeit aber bereits abgelaufen, weshalb Spiel vier in die Verlängerung ging.

Ty Ronning konnte nicht glauben, dass die Eisbären in der ersten Overtime kein Tor erzielt haben trotz klarer Überlegenheit. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Dort entschied ein Tor über Meisterschaft und Sommerpause oder Spiel fünf in Mannheim. Spannender kann ein mögliches entscheidendes Finalspiel nicht sein. Die Eisbären waren zu Beginn die aktivere und gefährlichere Mannschaft und schnupperten mehrmals am Siegtreffer. Trainer Serge Aubin schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Jungs waren nun wieder deutlich besser drin im Spiel. Und die Overtime bestimmte letztendlich nur Berlin, was aber fehlte, war das erlösende Tor. Johan Mattsson ließ einfach keine Scheibe durch. Mannheim tauchte zwar auch ab und zu mal vor Jonas Stettmer auf, doch so gefährlich wie vor dem eigenen Tor wurde es nicht.
Zwei Minuten waren noch auf der Uhr, da hatten alle Eisbären-Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch das Gestänge rettete für Mannheim. Und so endete die erste Overtime torlos und die Nerven wurden hier weiter strapaziert.

Keine zwei Minuten waren in der zweiten Overtime gespielt, da war Jean-Sébastien Dea nah dran am 4:3, doch sein Schuss ging denkbar knapp am Pfosten vorbei. Wer vorne seine Chancen nicht nutzt, kassiert hinten einen. In der 84. Spielminute sorgte Luke Esposito für die Entscheidung und schickte die Serie zurück in die Kurpfalz. Dort haben die Berliner erneut die Chance, die Titelverteidigung perfekt zu machen.

5:1 in Spiel drei: Die Eisbären feiern den nächsten Kantersieg und sichern sich den Matchpuck

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #48:

Playoff-Finale-Stand: 0:3 (3:7/1:5/1:5)

Die Eisbären Berlin sind nur noch einen Schritt von der erneuten Titelverteidigung entfernt. Auch Spiel drei der Finalserie gewann der DEL-Rekordmeister bei den Adler Mannheim mit 5:1 und sicherte sich damit den Matchpuck. Auch in Spiel drei fand die Mannschaft von Trainer Dallas Eakins kein Gegenmittel gegen brutal effiziente und abgezockte Eisbären.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hat seine Top-Reihen gefunden und änderte daher nichts am Line-up. Warum auch, lief es doch in den ersten beiden Finalspielen hervorragend.

Die Ausgangslage war klar: Mannheim wollte und musste eine Reaktion zeigen, um nicht die dritte Niederlage in Folge zu kassieren. Die Eisbären hingegen wollten genau den dritten Sieg in Serie einfahren, um sich den Matchpuck zu sichern. Gaben die Adler heute ein Lebenszeichen in der Finalserie ab oder feierten die Eisbären im dritten Spiel den dritten Sieg?

Erneut konnten die Mannheimer Jonas Stettmer nur einmal überwinden. Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Spiel begann denkbar schlecht aus Eisbären-Sicht. 21 Sekunden waren gespielt, da war das Spiel für Kapitän Kai Wissmann nach einem Check gegen den Kopf von Maximilian Heim beendet. Da auch Dan Renouf mit auf die Strafbank musste, folgte das erste Powerplay der Kurpfälzer erst nach Ablauf der Strafe gegen die Nummer vier. Aber die Adler nahmen aus diesem Start viel Schwung mit und spielten druckvoll nach vorne. Marc Michaelis belohnte die Hausherren mit dem frühen 1:0 und sorgte so direkt für Hoffnung im Ufo (3.).
Die Eisbären schüttelten sich einen kurzen Moment, zogen danach aber ihren Gameplan strikt durch. So entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie auf Augenhöhe, in der es rasant hin und her ging. Die Eisbären fanden Mitte des ersten Drittels die Antwort durch Eric Mik – 1:1 (11.). Die Vorlage kam von Leo Pföderl, der damit seinen 30. Finalscorerpunkt einfuhr. Was für eine Statistik der Nummer 93!
Danach spielten beide Teams weiter offensiv nach vorne und kamen zu guten Chancen, doch sowohl Maximilian Franzreb auf Mannheimer Seite als auch Jonas Stettmer auf Berliner Seite ließen keine weiteren Scheiben ins Tor, weshalb es nach 20 Minuten 1:1 stand.

Les Lancaster erzielte am Ende den Gamewinner. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel drehten die Eisbären die Partie dann komplett. Im Anschluss an eine Drangphase brachte Torjäger Les Lancaster die Berliner erstmals an diesem Abend in Führung – 2:1 (25.).
Mannheim ließ in der Folge ein Powerplay ungenutzt und konnte auch danach weitere Chancen nicht nutzen, weil die Endstation immer wieder Jonas Stettmer hieß. Egal, was Mannheim versuchte, der Straubinger Junge war zur Stelle und ließ die Mannheimer Spieler reihenweise verzweifeln.
Und die Eisbären? Die erwiesen sich einmal mehr als äußerst effizient vor dem Tor und erhöhten vor der zweiten Drittelpause auf 3:1. Freddy Tiffels behauptete die Scheibe sehr stark, spielte sie dann mit der Hacke (!) weiter zu Leo Pföderl, welcher erneut Mik in Szene setzte. Der Verteidiger hatte heute Bock auf Toreschießen und erzielte bereits sein zweites Tor an diesem Abend. Mit einer Zwei-Tore-Führung ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Eric Mik schrieb DEL-Geschichte als erster Verteidiger, dem ein Hattrick in der Finalserie gelang. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel dominierten die Eisbären das Spiel weiterhin nach Belieben. Mannheim fiel nichts ein und musste hinten aufpassen, dass sie sich nicht das nächste Gegentor fingen. Unterstützung von den Rängen kam auch kaum noch, da sich viele Adler-Fans schon wieder auf den Heimweg gemacht hatten – wie in Spiel eins. Mitte des letzten Drittels gingen die nächsten Fans, als Eric Mik DEL-Geschichte schrieb. Die Nummer 12 erhöhte auf 4:1 und ist somit der erste Verteidiger, der einen Hattrick in einer DEL-Finalserie feierte (51.). Unglaublich, in diesen Playoffs funktioniert einfach alles. Mal treffen die Verteidiger, mal die Stürmer. Von allen vier Reihen geht große Gefahr aus. Jeder Spieler kann das Spiel entscheiden.
Nur 14 Sekunden später dachte sich Liam Kirk, dass hier auch mal ein Stürmer wieder treffen sollte und sorgte für den 5:1-Endstand (52.). Der Rest war Party pur im Gästeblock, während die noch da gebliebenen Adler-Fans ihre Mannschaft nochmal etwas feierten.
Aber was sagt man zu diesen Eisbären? Nach der Hauptrunde hatte niemand mit der erneuten Finalteilnahme gerechnet. Die Personalprobleme setzten sich in den Playoffs fort und am Ende fehlten satte fünf Spieler. Ausfälle, die eine Mannschaft normalerweise nicht wegstecken kann. Weil dort auch wichtige Leistungsträger dabei waren. Und heute fiel dann nach 21 Sekunden auch noch Wissmann aus und die Eisbären rannten einem 0:1-Rückstand hinterher. Beste Vorzeichen also für Mannheim, um den ersten Sieg in der Finalserie zu feiern. Aber da hatten sie die Rechnung ohne die Eisbären gemacht, welche erneut mit großer Leidenschaft kämpften und sich am Ende den Sieg auch redlich verdienten. Eric Mik hatten die Kurpfälzer sicherlich auch nicht auf ihrer Bingo-Karte, dass er heute gleich dreimal treffen würde.
Diese Mannschaft lässt sich von keinen Widrigkeiten stoppen und in jedem Spiel drückt ein anderer Spieler dem Spiel den Stempel auf. Das macht es Mannheim so schwer, ein Gegenmittel zu finden. Dieses muss Dallas Eakins am Donnerstag aber finden, denn bei einer weiteren Niederlage droht bereits die Vizemeisterschaft, während die Eisbären Berlin kurz vor dem Gewinn der 12. deutschen Meisterschaft stehen. Und das nach dieser Saison mit mehr Tiefen als Höhen. Nie war es für die DEL-Konkurrenz einfacher, die Eisbären vom Thron zu stoßen. Und am Ende nutzen sie nicht einmal das aus. Auch das spricht nicht gerade für die Konkurrenz, aber umso mehr für die Eisbären und vor allem für Trainer Serge Aubin. Der Berliner Trainer steht vor seiner 15. erfolgreichen Playoff-Serie. Auch das wäre eine Serie für die Ewigkeit.

5:1 in Spiel zwei! Die Eisbären demütigen Mannheim erneut

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #47:

Playoff-Finale-Stand: 2:0 (7:3/5:1)

Auch Spiel zwei geht an die Eisbären Berlin: Vor den eigenen Fans setzte sich der Titelverteidiger und DEL-Rekordmeister verdient mit 5:1 durch und führt in der Finalserie nun mit 2:0. Die Eisbären überzeugten erneut durch gnadenlose Effektivität vor dem Tor, während Mannheim zum einen an Jonas Stettmer scheiterte, zum anderen mal wieder seine Nerven nicht im Griff hatte. Der PENNY DEL droht erneut eine einseitige Finalserie, weil Mannheim bisher alles andere als ein würdiger Finalgegner ist.

Eisbären-Trainer Serge Aubin vertraute dem selben Team wie in Finalspiel eins, welches Mannheim in eigener Arena gedemütigt hat.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären hatten nach dem Auftaktsieg die große Chance auf den zweiten Sieg in der Finalserie. Aber Mannheim musste eine Reaktion auf das 3:7 in der eigenen Arena zeigen. Damit war auf jeden Fall auch zu rechnen. Aber reichte es, um das Heimrecht wieder in die Kurpfalz zu holen oder fuhren die Berliner den zweiten Sieg ein?

Starke Choreo der Hartmut-Nickel-Kurve vor Spiel zwei der Finalserie. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Adler starteten druckvoll ins Spiel und hatten auch schon bei einem Zwei-auf-eins-Konter eine gute Chance, doch Jonas Stettmer war zur Stelle. Generell fiel auf, dass Mannheim die Scheiben schnell auf das Tor brachte. Aber für den ersten Treffer sorgten die Hausherren durch Manuel Wiederer, der einmal mehr die Effektivität der Berliner unter Beweis stellte – 1:0 (3.). Zudem auch wieder ein Beweis für das Secondary Scoring, wo eben nicht alles nur an Ty Ronning hängt, wie noch im Vorjahr. Das macht die Mannschaft von Trainer Serge Aubin in diesem Jahr so schwer auszurechnen.
Was aber auch auffiel: Die Eisbären liefen in den ersten fünf Minuten zweimal in einen Mannheimer Konter, was dir gegen eine Mannschaft wie Mannheim nicht so oft passieren darf. Zum Glück war Jonas Stettmer beide Male hellwach.
Mannheim war zu Beginn die aktivere Mannschaft, was aber auch Freitag schon der Fall gewesen war. Aber auch da erwiesen sich die Eisbären als die effektivere Mannschaft. Im Laufe des ersten Drittels war es aber ein Duell auf Augenhöhe, in denen beide Teams ihre offensiven Momente hatten.
In der Schlussphase wurde es dann erstmals ruppig, denn Ty Ronning und Kris Bennett tauschten „Nettigkeiten“ aus. Wenn es spielerisch nicht klappt, muss man eben den Top-Scorer der Eisbären versuchen auszuschalten. Auch Dan Renouf versuchte sich einen Partner zum kämpfen zu suchen, weil auch er für nichts anderes im Team von Dallas Eakins zuständig ist. Die Eisbären nahmen die 1:0-Führung anschließend mit in die erste Drittelpause.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine starke Vorstellung im Berliner Tor. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

2:25 Minuten dauerte es im ersten Drittel, ehe die Eisbären trafen. Im zweiten Drittel dauerte es ganze acht Sekunden länger, ehe Liam Kirk seine klasse Einzelleistung mit dem Tor zum 2:0 abschloss (23.).
Mannheim wollte kurz darauf die schnelle Antwort geben und hatte auch zwei Top-Chancen, aber Jonas Stettmer hatte bisher auch im zweiten Duell mit Maximilian Franzreb klar die Nase vorne. Der Straubinger Junge wächst in den Playoffs einmal mehr über sich hinaus.
Aber auch die Eisbären hatten in der Folge beste Chancen, welche sie nicht nutzen konnten. Es entwickelte sich in dieser Phase ein munteres Spiel, in dem es rasant hin und her ging. Zudem wurden die Zweikämpfe auch immer hart umkämpfter.
Mannheim bekam Mitte des zweiten Drittels ein Powerplay, aber auch in diesem gelang ihnen nicht der Anschlusstreffer. Der Berg für die Kurpfälzer wurde also immer steiler, wollte man die Finalserie heute noch ausgleichen. Doch sie hatten das große Problem, dass mit Jonas Stettmer ein Teufelskerl im Berliner Tor stand, der die Adler-Spieler reihenweise zur Verzweiflung brachte.
Währenddessen wuchs auch der Frust bei den Mannheimer Spielern, was in einer Disziplinarstrafe für Nicolas Mattinen mündete, der einfach so lange unsportlich agierte bis es den Hauptschiedsrichtern zu viel wurde. Wundern musste sich darüber keiner, denn das gehört zum Gameplan von Dallas Eakins, der selbst in Mannheim nicht bei allen Fans beliebt ist. Und für diese Spielweise hat er auch das richtige Personal im Kader. Zum Glück behielten die Eisbären ihre Nerven und konzentrierten sich auf das Wesentlich und das war Eishockey. Die 2:0-Führung nahm man mit in die zweite Drittelpause.

Leo Pföderl (vorne) stellte im Schlussdrittel auf 3:0.(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel gab es diesmal kein frühes Eisbären-Tor zu bejubeln. Was angesichts des Spielstandes aber auch nicht schlimm war. Mannheim war gefordert, hier eine Reaktion zu zeigen. Doch bisher war wenig von den Kurpfälzern zu sehen. Was aber auch an einer starken Berliner Defensive lag, die wenig zuließ.
Leo Pföderl sorgte dann aber für die endgültige Entscheidung. In der 47. Spielminute fuhr er rein ins Angriffsdrittel, zog einfach mal ab und überwand Maximilian Franzreb zum dritten Mal an diesem Abend – 3:0.
Die Kurpfälzer hatten zwar nochmal ein Powerplay und somit die Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Aber auch in diesem lief wenig bei Mannheim zusammen. Die Adler wirkten in den bisherigen zwei Spielen nicht finalwürdig – mal vom letzten Drittel in Spiel eins abgesehen. Aber auch das war nur möglich, weil die Eisbären den Fuß vom Gaspedal genommen hatten. Bisher dominierten die Berliner diese Finalserie deutlich, was Leo Pföderl auch nochmal unterstreichen wollte. Sein Hammer schlug hinter Franzreb ein – 4:0 (54.). Nur zehn Sekunden später erhöhte Eric Hördler sogar auf 5:0 (54.).
Die Arena am Ostbahnhof glich inzwischen einem Partyhaus, während es im Gästeblock sehr ruhig wurde. Das einzige Ziel, was die Eisbären nun noch haben konnten, war die Serie, die seit vier Spielen lief. Denn in den letzten vier Finalspielen traf man jeweils sieben Mal, heute waren es auch schon wieder fünf Tore.
Mannheim fiel nur noch durch Provokationen von Dan Renouf und Luke Esposito auf, deren Hauptaufgabe das zu sein scheint. Denn Eishockey spielten beide Spieler hier nicht.
Mannheim durfte in der Schlussphase nochmal Powerplay spielen und Dallas Eakins zog direkt seinen Goalie. Warum auch immer, das wird sein Geheimnis bleiben. Denn das Spiel war längst entschieden. Daran änderte der Ehrentreffer durch Zach Solow auch nichts mehr – 5:1 (58.). Die Eisbären gewinnen damit auch Spiel zwei in beeindruckender Manier und es fehlt aktuell der Glaube daran, dass diese Berliner Mannschaft viermal in den nächsten fünf Spielen gegen diese Mannheimer verlieren soll. Zu eindeutig dominiert die Mannschaft von Trainer Serge Aubin diese Finalserie. Der halbe Weg auf dem Weg zur erneuten Titelverteidigung ist gemacht, der zweite Teil wird aber genauso schwer. Aber die Eisbären haben alles in der eigenen Hand.

7:3-Sieg! Die Eisbären demütigen Mannheim im ersten Finalspiel in eigener Arena

Playoff-Finale-Stand: 0:1 (3:7)

Die Eisbären Berlin setzten direkt im ersten Finalspiel ein dickes Ausrufezeichen und sichern sich damit das Heimrecht. In der SAP-Arena setzten sich die Berliner hochverdient mit 7:3 (3:0,2:0,2:3) bei den Adler Mannheim durch und haben damit direkt einmal ihre Titel-Ambitionen untermauert. Gerade die ersten 40 Minuten waren pure Dominanz und gnadenlose Effektivität. Dagegen hatte die Mannschaft von Dallas Eakins kein Gegenmittel und muss jenes nun bis zu Spiel zwei am Sonntagnachmittag entwickeln, um nicht den nächsten Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft zu erleiden.

Eisbären-Trainer Serge veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel sechs der Halbfinalserie bei den Kölner Haien überhaupt nicht und vertraute somit dem selben Line-up, welches den Finaleinzug perfekt gemacht hatte.

Die Ausgangslage war klar: Es war Spiel eins der Finalserie und beide Teams wollten direkt die erste Duftmarke setzen. Während es für die Eisbären kein Neuland mehr war, absolvierten die Kurpfälzer ihr erstes Endspiel seit 2019. Setzte sich am Ende die Final-Erfahrung der Eisbären durch oder konnte Mannheim sein erstes Heimspiel für sich entscheiden?

Liam Kirk erzielte das erste und das letzte Tor in Mannheim. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war es eine sehr intensive und hart umkämpfte Partie. Was aber auch zu erwarten war, schließlich geht es ab sofort um die deutsche Meisterschaft in der PENNY DEL. Die Adler hatten früh im Spiel das erste Powerplay, machten aber direkt Bekanntschaft mit dem drittbesten Penalty Killing der Playoffs, welches nichts Gefährliches zu ließ.
Special Teams können in dieser Finalserie von enormer Bedeutung sein und sie sollten es auch direkt im ersten Drittel werden. Denn die Eisbären nutzten im Gegensatz zu Mannheim ihr erstes Powerplay. Die Scheibe wurde auf das Tor gebracht, blieb dort hängen und am Ende war es Liam Kirk, welcher zum 1:0 traf (8.).
Die Berliner legten genau den Start hin, den man sich gewünscht hatte. Mannheim war zwar äußerst aktiv in Sachen Torschüsse, doch diese wurden eher aus ungefährlichen Positionen abgegeben und stellten Jonas Stettmer daher auch vor keine großen Probleme.
Diese bekamen aber so langsam aber sicher die Hausherren. Maximilian Franzreb konnte den ersten Schuss nur prallen lassen und Jean-Sébastien Dea staubte erfolgreich ab – 2:0 (11.). Trotz 12:4-Torschüssen nach 14 Minuten stand es hier 0:2, was einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit der Eisbären in den Playoffs unter Beweis stellte.
Und diese agierten im ersten Drittel äußerst effektiv, denn kurz vor der ersten Drittelpause nutzten sie auch noch einen Konter durch Marcel Noebels und Les Lancaster aus. Letzterer netzte erfolgreich ein zum 3:0 (19.). Danach war dieses Auftaktdrittel zu Ende und alle Fans rieben sich verwundert die Augen. Denn man hatte ja mit allem gerechnet, aber definitiv nicht mit so einem ersten Drittel.

Spiele zwischen Mannheim und Berlin sind immer sehr hitzig. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Mitteldrittel war dann pure Dominanz der Eisbären, welche das so einfach aussehen ließen, wie sie Gegner und Puck laufen ließen. Das sah nicht einmal nach großer Anstrengung aus, wie man hier das Spiel dominierte. Von Mannheim kam erschreckend wenig für ein Finalspiel und vor allem für ein Heimspiel. Was die Eisbären aber überhaupt nicht interessierte, da sie sich nur auf sich konzentrierten. Der heute sehr auffällige Dea ließ die Scheibe stark durch zu Freddy Tiffels, welcher Ty Ronning in Szene setzte. Der kleine Wirbelwind erhöhte anschließend auf 4:0 (35.).
Nur 70 Sekunden später legten die Eisbären direkt das fünfte Tor nach. Wieder ließ Franzreb die Scheibe nur prallen, was Markus Vikingstad dankend annahm – 5:0 (36.).
Damit war Finalspiel eins bereits nach 40 Minuten entschieden, denn das die Kurpfälzer hier noch einmal zurück ins Spiel kommen würden, war doch eher unwahrscheinlich.

Im letzten Drittel kamen auch die Adler Mannheim zum Torerfolg und konnten Jonas Stettmer dreimal überwinden. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Dass Mannheim aber noch einmal alles versuchen würde, war jedoch klar. Und so verwunderte das schnelle Anschlusstor nach 42 Minuten auch nicht wirklich. Kris Bennett ließ die eigenen Fans zum ersten Mal in dieser Finalserie jubeln – 5:1.
Kurz darauf kam dann schon eine sehr diskutable Szene im dritten Drittel. Kai Wissmann fuhr einen durchaus harten Check gegen Leo Gawanke und bekam dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe für einen Check gegen die Bande. Puh, auch nach mehrmaligen Anschauen kann ich da keine Spieldauer erkennen. Ja, der Check war hart, aber Gawanke hatte kurz zuvor noch den Puck und somit geht Wissmann erwartungsgemäß in den Zweikampf. Der Mannheimer Verteidiger schien damit jedoch nicht gerechnet zu haben und hatte daher keine Körperspannung, was den Aufprall durchaus spektakulär aussehen ließ. Dafür Wissmann aber zum Duschen zu schicken, ist für mich eine sehr harte Entscheidung.
Zum Glück überstanden die Eisbären die fünfminütige Unterzahl ohne Gegentor, was aber auch an Teufelskerl Jonas Stettmer lag, der einmal mehr ein überragendes Spiel zeigte.
Kurz nach dem die Berliner wieder komplett waren, schlug es aber doch noch hinter Stettmer ein. Alexander Ehl verkürzte auf 2:5 (48.).
Ging hier nun doch noch was für die Hausherren? Die Eisbären ließen es im Schlussdrittel etwas zu ruhig angehen und stellten das Offensivspiel fast komplett ein. Und Dallas Eakins ging früh All-in und zog rund fünf Minuten vor dem Ende des dritten Drittels seinen Goalie, der inzwischen Mattson hieß, vom Eis. 16 Sekunden später fälschte Mitch Reinke einen Schuss von John Gilmour unglücklich ab und schon stand es nur noch 5:3 (56.).
Eakins nahm kurz darauf erneut seinen Goalie vom Eis, weil was einmal klappt, klappt ja auch zweimal. Aber nicht mit Marcel Noebels, der die Scheibe einfach mal blind auf das leere Tor brachte und auf 6:3 stellte (57.). Danach war auch wieder Ruhe im „Ufo“, die Hoffnung war ganz schnell wieder verflogen. Erst recht, als Liam Kirk auch noch den nächsten Empty-Netter nachlegte – 7:3 (58.).
Damit eröffnete der Brite das Spiel und beendete es auch. Und viel wichtiger: Er setzte die Serie der Eisbären fort, die nun im vierten Spiel in Folge sieben Tore in einem Finalspiel erzielt haben. Ein Rekord für die Ewigkeit, den wohl keine Mannschaft mehr knacken wird. Außer vielleicht die Eisbären selbst, denn was die in den Playoffs für gnadenloses Eishockey spielen, ist fast schon beängstigend. Die ersten 40 Minuten waren eine reine Machtdemonstration des Titelverteidigers. Aber ebenso waren die letzten 20 Minuten Warnung genug, dass man gegen Mannheim über 60 Minuten sein Spiel durchziehen muss, egal wie hoch man auch führt. Aber nach diesem Spiel ist bereits klar, dass in auch in dieser Saison der Meistertitel erneut nur über die Eisbären Berlin führt. Damit hätte man im Verlaufe der Hauptrunde auch nicht mit gerechnet.

4:2-Heimsieg gegen Mannheim: Die Eisbären feiern den vierten Sieg in Serie und haben die direkte Playoff-Qualifikation vor Augen

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #37:

Die Siegesserie der Eisbären Berlin geht auch gegen den Erzrivalen weiter. Gegen die Adler Mannheim feierten die Berliner am Ende einen verdienten 4:2-Heimsieg und gewannen damit auch das vierte Spiel in Folge. Die Hauptstädter scheinen also tatsächlich rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt ihre Top-Form zu erreichen, welche sie zur einer sehr unbequemen Mannschaft in den Playoffs macht.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up erneut nicht. Warum auch, hatte dieses Team doch zuletzt mehr als überzeugt und vor allem beim 1:0-Auswärtssieg in Köln mit großer Leidenschaft begeistert. Mit diesem Team will man es nun auch direkt ins Viertelfinale schaffen und den Umweg Pre-Playoffs vermeiden.

Wo wir bei der Ausgangslage wären. Während die Mannheimer bereits das Heimrecht für das Viertelfinale sicher hatten und nur noch um die Platzierungen spielten, ging es für die Eisbären um wichtige Punkte im Kampf um Platz sechs. Vor dem Spiel lag man zwei Zähler vor dem Konkurrenten aus Bremerhaven, welcher heute zeitgleich in Nürnberg ran musste. Bei einem Sieg der Eisbären und einer Niederlage der Pinguins, würde bereits heute Abend die direkte Viertelfinal-Qualifikation feststehen. Gab es am Ende Grund zum Feiern oder steht am Sonntag der absolute Showdown im Heimspiel gegen München bevor?

Kai Wissmann sorgte für die frühe 1:0-Führung. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Intensiver Beginn in den DEL-Klassiker. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und sorgten bereits in der Anfangsphase für die ersten gefährlichen Abschlüsse. Beide Goalies mussten also vom ersten Bully weg hellwach sein.
Sieben Minuten waren gespielt, da erklang zum ersten Mal an diesem Abend „Viva la vida“. Eric Hördler behauptete überragend die Scheibe im Zweikampf, spielte sie dann hoch zum Kapitän Kai Wissmann, welcher zu viel Zeit und Platz hatte und die Scheibe im Mannheimer Tor versenkte – 1:0.
Die Antwort der Kurpfälzer ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Justin Schütz stellte auf 1:1 (9.). Kurz zuvor hatten die Berliner die Chance zum 2:0 ungenutzt gelassen. Was für ein Auftakt in das Duell der beiden Erzrivalen.
Die Eisbären zeigten im ersten Drittel schöne Kombinationen, welche an die letzten Jahre erinnerten und welche wir in dieser Saison bisher noch nicht so häufig zu sehen bekamen. Auch heute waren die Eisbären wieder konzentriert bei der Sache und fingen die Aufbaupässe der Adler ab.
Während die Eisbären am 2:1 arbeiteten, fiel es auf der anderen Seite. Mannheim fuhr den gefühlt zweiten Angriff und stocherte am Ende die Scheibe zum 2:1 über die Linie. Marc Michaelis war der Torschütze (15.).
Im ersten Powerplay der Partie hatten die Hausherren die Chance zum Ausgleich, spielten es am Ende aber zu ungenau und so verpuffte diese Chance. So lag man nach dem ersten Drittel mit 1:2 hinten, obwohl man die aktivere Mannschaft war. Die Adler erwiesen sich bis hierhin aber als die effektivere Mannschaft.

Der neue Torjäger Les Lencaster (rechts) sorgte für die 3:2-Führung. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im zweiten Drittel waren die Eisbären die Mannschaft, welche das Spiel bestimmten und auf das 2:2 drängten. Man spielte es sehr geduldig und wurde dafür belohnt. Yannick Veilleux sorgte nach 24 Minuten für den erneuten Ausgleich.
Mitte des zweiten Drittels wurden dann natürlich auch „Zärtlichkeiten“ ausgetauscht. Leon Gawanke rammte Manuel Wiederer so lange den Schläger in den Rücken, bis es dem Berliner Stürmer reichte. Aber natürlich gab es für beide nur fünf Minuten wegen Fighting. Warum auch dem Mannheimer Verteidiger zwei Minuten wegen Verursachung des Fights geben. Typisch Andre Schrader mal wieder…
In der Folge mussten die Eisbären zweimal nacheinander in Unterzahl ran, überstanden aber beide Unterzahlspiele dank einer überragenden Leidenschaft. Das war ganz starke Teamarbeit von allen Spielern inklusive Jonas Stettmer auf dem Eis.
In den letzten vier Minuten des zweiten Drittels durften die Eisbären dann für vier Minuten mit einem Mann mehr ran. Und das nutzten die Berliner durch ihren neuen Torjäger Les Lancaster aus und drehten die Partie wieder zurück – 3:2 (38.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Zeigte auch heute wieder eine sehr starke Leistung: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim kam wild entschlossen aus der Kabine und wollte den Ausgleich erzielen, aber Jonas Stettmer war hellwach und hielt sein Tor sauber. Die Eisbären kamen aber relativ schnell auch wieder ins Spiel und drängten ihrerseits auf das vierte Tor.
Die Partie lebte im Schlussdrittel vor allem von der Spannung. Rund neun Minuten vor dem Ende des dritten Drittels durften die Mannheimer erneut in Überzahl ran und hatten somit die Chance zum Ausgleich. Doch erneut spielten die Eisbären ganz stark in Unterzahl und überstanden auch diese schadlos und konnten somit weiterhin vom wichtigen Heimsieg gegen den Erzrivalen träumen.
Es stand nun eine extrem spannende Schlussphase bevor. Mannheim machte hinten auf, um hier noch einen Zähler zu sichern. Das wollten die Berliner mit ihren Kontern jedoch verhindern. Als Mannheim den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, nutzten das die Eisbären durch Marcel Noebels zur Entscheidung – 4:2 (58.). Damit feierten die Berliner den vierten Sieg in Serie und behielten die Pole Position im Kampf um Platz sechs gegenüber Bremerhaven. Der Traum von der direkten Playoff-Qualifikation lebt mehr denn je.

5:8 in Mannheim! Die Eisbären erneut mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel und mangelnder Disziplin

So haben sich das die Eisbären Berlin sicherlich nicht vorgestellt: Einen Abend vor Heiligabend kassiert der DEL-Rekordmeister eine derbe 5:8-Niederlage beim Erzrivalen Adler Mannheim. Die zweite in der Höhe auf fremden Eis in Folge. Und erneut hat man sich gefühlt wieder selbst geschlagen. Zu viele Fehler und unnötige Strafzeiten in den falschen Momenten werden von einem Top-Team wie es Mannheim nun mal ist, eiskalt bestraft. Von einem Top-Team sind die Eisbären derzeit meilenweit entfernt und das Interview von Freddy Tiffels nach dem Spiel lässt zudem tief blicken und erahnen, dass derzeit alles andere als eitel Sonnenschein in der Kabine der Eisbären herrscht

Eisbären-Trainer Serge Aubin stand heute Stürmer Manuel Wiederer nicht zur Verfügung. Dessen Platz neben Lean Bergmann und Andreas Eder nahm Verteidiger Les Lancaster ein. Der verteidigte gegen Köln noch an der Seite von Adam Smith, das tat heute Norwin Panocha. Ansonsten gab es nur noch eine weitere Änderung und die gab es im Tor: Jake Hildebrand stand im Tor, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es war wieder Zeit für den DEL-Klassiker zwischen Berlin und Mannheim. Dieses Duell hat bereits unzählige Geschichten geschrieben – sowohl auf als auch neben dem Eis. Auch in dieser Saison gab es schon wieder einigen Gesprächsstoff. In den ersten beiden Aufeinandertreffen in dieser Saison gewann stets das Heimteam. An das erste Duell in Mannheim hatten die Berliner jedoch keine guten Erinnerungen, kam man doch mit 1:7 unter die Räder. Konnte man sich dafür heute revanchieren oder gab es die nächste Niederlage in der Kurpfalz?

Das Bild zum ersten Drittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Nach gerade einmal 1:54 Minuten gab es die erste Schlägerei und natürlich war Yannick Veilleux involviert, der besonders „beliebt“ in Mannheim ist. Tobias Fohrler war sein Kontrahent und am Ende durften beide für fünf Minuten in die Kühlbox. Damit war natürlich zu rechnen heute nach der Vorgeschichte. Beide gerieten abseits des Spielgeschehens aneinander und lieferten sich eine handfeste Schlägerei. Vermutlich hatte man sich Veilleux absichtlich ausgesucht, wundern würde es mich nicht, so wie Fohrler danach auf der Mannheimer Bank gefeiert wurde.
Spielerisch setzten die Hauptstädter das erste Highlight. Die Eisbären konnten sich im Angriffsdrittel festsetzen und gingen durch Blaine Byron vermeintlich in Führung. Doch der Treffer wurde aberkannt, da eine klare Kick-Bewegung vorlag und somit zurecht aberkannt wurde.
Aber die Eisbären waren die spielbestimmende Mannschaft und sorgten immer wieder für Gefahr vor Maximilian Franzreb. Doch das 1:0 gelang den Hausherren. Konter der Adler, Jake Hildebrand konnte den ersten Schuss nicht parieren und wusste für einen Moment nicht, wo die Scheibe ist. Zach Solow wusste es und drückte sie über die Linie (13.). Zu diesem Zeitpunkt hatte sich dieser Treffer nicht angedeutet.
Aber es sollte noch schlimmer kommen. Mannheim nahm den Schwung des Führungstreffers mit, setzte sich im Drittel der Eisbären fest und erhöhte auf 2:0. Leo Gawanke hatte von der blauen Linie abgezogen und Maximilian Heim erfolgreich abgefälscht (15.).
Wie reagierten die Eisbären auf diesen Doppelschlag der Adler? Mit dem Anschlusstreffer nur 14 Sekunden später. Leo Pföderl mit der Rückhand von hinter dem Tor an den Schoner von Franzreb, wovon der Puck letztendlich ins Tor ging – 2:1 (15.).
Wenn Eisbären-Spiele derzeit eins nicht sind, dann langweilig. 13 Tore in Ingolstadt, sieben Tore gegen Köln und hier auch schon wieder drei nach noch nicht mal einem kompletten Drittel. Und es war ja noch lange nicht Schluss. Nun waren wieder die Kurpfälzer dran. Zach Solow behauptete die Scheibe ganz stark, brachte sie dann rüber zu Kris Bennett, der auf 3:1 stellte (17.).
Ein Wechselfehler der Eisbären (der dritte in Serie) sorgte für das erste Powerplay der Adler, welches Nicolas Mattinen zu nutzen wusste – 1:4 (19.). Puh, nach gutem Start fielen die Eisbären komplett auseinander und lagen deutlich hinten. Gefühlt war jeder Adler-Schuss ein Tor, weshalb das nächste Debakel in Mannheim drohte.

Kein schöner Anblick für Eisbären-Fans: Jubelnde Adler-Spieler (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des zweiten Drittels hatten die Eisbären noch Powerplay, aber das man dieses nicht nutzen konnte, braucht man in dieser Saison auch nicht extra erwähnen. Danach hatten die Adler ein Powerplay und die Chance auf 5:1 davonzuziehen. Doch Lean Bergmann und Blaine Byron fuhren den Angriff und Letzterer verkürzte per Shorthander auf 4:2 (23.).
Es ging weiter mit den Strafzeiten, diesmal waren wieder die Adler an der Reihe und die Eisbären durften erneut in Überzahl ran. Für 53 Sekunden war es sogar ein doppeltes Powerplay, welches die Berliner zwar nicht nutzen konnten, aber eine Sekunde nachdem Mannheim wieder zu viert war, schlug Liam Kirk in einfacher Überzahl zu – 4:3 (28.).
Danach waren wieder die Adler ein Mann mehr auf dem Eis und dort schlugen sie zum 5:3 zu. Gewühl vor Jake Hildebrand und Matthias Plachta behielt die Übersicht (30.). Acht Tore zur Hälfte des Spiels, den Fans wurde hier einiges geboten einen Tag vor Heiligabend. Die beiden Trainer dürften derweil graue Haare bekommen haben bei dem Spielverlauf.
Die Eisbären hatten danach ihre Nerven nicht im Griff und kassierten weiterhin fleißig Strafen. Jonas Müller durfte vorzeitig duschen gehen nach einem unnötigen Check gegen die Bande. Die Spieldauer hatte er sich auch mehr als verdient. Trainer Serge Aubin dürften die Disziplinlosigkeiten seiner Mannschaft aber überhaupt nicht gefallen haben. Denn man kämpfte sich zurück ins Spiel, nahm sich durch dumme Strafzeiten aber selbst wieder raus aus dem Spiel.
Denn Mannheim wusste dieses Powerplay zu nutzen. Anthony Greco machte das halbe Dutzend voll und erzielte den dritten Powerplay-Treffer an diesem Abend – 6:3 (33.). Und noch waren über drei Minuten Powerplay auf der Uhr. Und daher war ein weiterer Treffer vorprogrammiert, Justin Schütz stellte auf 7:3 (34.). Mehr Gegentreffer kassierte man in den fünf Minuten zum Glück nicht.
Aber es war bereits das zweite Auswärtsspiel in Folge mit je vier Gegentoren in Unterzahl, was für eine Spitzenmannschaft einfach zu schlecht ist. Das beste an dem zweiten Drittel war die Schlusssirene, was einer Erlösung für die Eisbären-Fans gleich kam.

Zu Beginn des Spiels lieferten sich Tobias Fohrler und Yanncik Veilleux eine wilde Schlägerei. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Für das Schlussdrittel gab es eigentlich nur die Hoffnung, dass es nicht zweistellig in Mannheim wird. Denn das wäre die Höchststrafe für die Eisbären-Fans.
Die Berliner hatten früh im dritten Drittel das nächste Powerplay, konnten dieses aber nicht nutzen, um zu verkürzen. Die Eisbären blieben aber danach weiterhin bemüht und spielten offensiv nach vorne. Man wollte zumindest das Schlussdrittel für sich entscheiden, um wenigstens noch ein kleines positives Erfolgserlebnis zu haben.
Liam Kirk arbeitete daran, denn er traf zum zweiten Mal an diesem Abend in Überzahl – 7:4 (52.). Kurz zuvor liefen die Adler aber mit zwei Mann alleine auf das Berliner Tor zu, in Unterzahl, was einfach nicht geht. Zum Glück trafen die Mannheimer nur den Pfosten, das wäre die Krönung an diesem Abend gewesen.
In der Schlussphase hatten die Eisbären das nächste Powerplay und in diesem erzielten sie tatsächlich ihr drittes Powerplaytor. Eine klasse Kombination schloss Mitch Reinke mit dem Treffer zum 7:5 ab (56.).
Ging hier also doch noch was? Nein, weil man sich wieder selbst um die Aufholjagd brachte. Lean Bergmann mit der Strafzeit, welche die Schlussoffensive der Berliner verhinderte. Es passte zum gesamten Spielverlauf, denn wann immer man drauf und dran war, nahm man sich selbst durch unnötige Strafen aus dem Spiel. Immerhin kassierte man keinen weiteren Gegentreffer in Unterzahl.
Den kassierte man dann aber kurz vor Spielende, als Alexander Ehl die Scheibe im leeren Berliner Tor unterbrachte. Somit verloren die Berliner das zweite Auswärtsspiel in Folge mit 5:8. Mal wieder hat man sich am Ende selbst geschlagen, wie bereits in Ingolstadt. Aus diesem Spiel müssen die Eisbären ihre Lehren ziehen und es in Zukunft endlich besser machen. Und vor allem sollte man so langsam aber sicher wieder anfangen zu punkten, denn die Teams hinter den Eisbären rücken immer näher, während man für die Teams vor sich mittlerweile ein Fernglas braucht.

4:3-Sieg nach 1:3-Rückstand: Ty Ronning sorgt für Ekstase in der Arena am Ostbahnhof

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #14:

Was für ein Spiel: Die Eisbären Berlin haben den DEL-Klassiker gegen die Adler Mannheim mit 4:3 n.V. (1:2,0:1,2:0/1:0) gewonnen. 40 Minuten tat man sich sehr schwer gegen effektive Mannheimer. Doch im Schlussdrittel spielten nur noch die Eisbären und feierten am Ende einen verdienten Sieg in der Verlängerung. Siege gegen Mannheim schmecken immer besonders gut! Gerade nach so einem Spielverlauf.

Eisbären-Trainer Serge Aubin setzte heute wieder Norwin Panocha als siebten Verteidiger ein und ließ somit Moritz Kretzschmar draußen. Ansonsten blieb die Defensive unverändert. Jake Hildebrand hütete erneut das Berliner Tor.
In der Offensive blieb einzig die Reihe um Andreas Eder, Markus Vikingstad und Lean Bergmann zusammen. In der ersten Reihe bekamen Ty Ronning und Freddy Tiffels heute Leo Pföderl als Center an die Seite gestellt. Die zweite Reihe wurde komplett neu zusammengestellt und bestand aus Yannick Veilleux, Jean-Sébastian Dea und Liam Kirk. Und die nominell vierte Reihe bildeten Eric Hördler, Matej Leden und Marcel Noebels.

Die Ausgangslage war klar: Nach dem 1:7 am dritten Spieltag in Mannheim wollten die Eisbären Revanche nehmen. Das aber rein auf sportliche Art und Weise, denn keiner wollte mehr so ein Skandalspiel erleben wie an jenem Freitagabend in der Kurpfalz. Da rückte das Sportliche und auch das erste DEL-Tor von Max Penkin in den Hintergrund. Konzentrierten sich beide Mannschaften heute lieber auf das Sportliche und boten den Zuschauern in der Uber Arena ein klasse Eishockeyspiel oder gab es die nächste Schlacht zwischen den beiden Erzrivalen?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen den Eisbären und Mannheim. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Zumindest begann das Spiel ganz normal und ohne Schlägerei nach dem ersten Bully. Ein Fortschritt zum ersten Spiel in Mannheim. Kein Fortschritt war das schnelle Gegentor nach nur 25 Sekunden. Lukas Kälble mit der kalten Dusche für die Eisbären – 0:1 (1.).
Die Hausherren hatten aber unmittelbar danach das erste Powerplay und somit die Chance zum schnellen Ausgleich, man konnte dieses aber nicht nutzen, weil Mannheim das insgesamt gut weg verteidigte.
Danach war es das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen den beiden Erzrivalen. Beide Mannschaften standen defensiv sehr kompakt und ließen wenig zu. Mitte des ersten Drittels war es aber Lean Bergmann, der mal den Turbo zündete und die Lücke in der Adler-Defensive aufriss. Er fand Markus Vikingstad und der ließ die Arena am Ostbahnhof erstmals an diesem Abend beben – 1:1 (10.).
Aber Mannheim war keinesfalls geschockt und schlug im Stile einer Spitzenmannschaft direkt zurück. Max Penkin war der Torschütze. Jener Penkin also, der im ersten Duell sein erstes DEL-Tor überhaupt erzielt hatte. Das 2:1 war sein zweites Saisontor. Die Eisbären scheinen dem Youngster also zu liegen.
Man merkte beiden Mannschaften an, dass es hier um viel mehr als nur um drei Punkte ging. Jeder Check wurde zu Ende gefahren, um jede Scheibe verbissen gekämpft. Beide Mannschaften hatten ihre Phasen in der Offensive. Nach 20 Minuten führten die Adler mit 2:1 in Berlin.

Erzielte auch im zweiten Spiel gegen die Eisbären ein Tor: Youngster Max Penkin. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären waren zu Beginn des Mitteldrittels sichtlich bemüht, sich Torchancen zu erspielen. Mannheim machte aber die gefährlichen Räume gut zu und es den Berliner so schwer. Auch ein Powerplay konnte man in dieser Anfangsphase nicht nutzen. Doch die Berliner blieben weiter dran, während Mannheim sich eher auf Konter konzentrierte.
Erstmals für Gefahr sorgten die Kurpfälzer nach dem Powerbreak, als sie in Überzahl agierten. Mannheim setzte sich im Angriffsdrittel fest und kam auch zu Chancen, welche Jake Hildebrand jedoch allesamt zunichte machte. Aber just in dem Moment, als die Berliner wieder vollzählig waren, schlug es hinten ein. Anthony Greco hatte zum 1:3 getroffen (31.).
Das Problem lag auf der Hand: Mannheim nutzte seine Chancen effektiv, die Eisbären hingegen nicht. Nach einem feinen Pass auf Liam Kirk kam der zum Abschluss, Johan Mattsson war jedoch zur Stelle. Ein Mannheimer Spieler rutschte aus und Freddy Tiffels war durch, überlegte vor dem Tor jedoch zu lange. Die Kaltschnäuzigkeit fehlte den Eisbären in dieser Partie, aber auch generell in letzter Zeit.
Auch mit einem weiteren Powerplay zum Ende des zweiten Drittels fand man keinen Weg an Mattsson vorbei, weshalb es nach 40 Minuten 1:3 stand.

Markus Vikingstad (rechts) düpierte die Mannheimer mit seinem Solo im Schlussdrittel zum 3:3. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären hatten also einen weiten Weg vor sich, wollten sie hier noch etwas Zählbares mitnehmen. Aber Mannheim schaffte es weiterhin, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen. So zwang man die Berliner zu Schüssen von außen, was natürlich für weniger Gefahr vor Mattsson sorgte.
In der 48. Spielminute fand man dann aber die Lücke und konnte auf 2:3 verkürzen. Leo Pföderl brachte die Hoffnung zurück nach Berlin.
Und in der 50. Spielminute eskalierte die Arena am Ostbahnhof komplett, als Markus Vikingstad die Adler-Spieler wie Slalomstangen benutzte und am Ende auch Johan Mattsson alt aussehen ließ – 3:3!
Mannheim verlor daraufhin mal kurz die Nerven – wie sollte es auch anders sein. Anthony Greco und Eric Mik lieferten sich eine kurze aber heftige Schlägerei, welche Mik für sich entscheiden konnte. Kurz darauf die Eisbären mit einem Mann mehr und der großen Chance, das Spiel zu drehen. Mannheim wirkte angeknockt und konnte sich kaum noch befreien. Aber die Berliner ließen diese Chance ungenutzt.
Doch hier lag inzwischen der Führungstreffer für die Hauptstädter in der Luft. Diese hatten das Schlussdrittel komplett im Griff gegen einen wankenden Tabellenführer, der hier erst in den letzten Minuten auch mal wieder für Torgefahr vor Jake Hildebrand sorgte.
In der Folge sollte kein weiterer Treffer mehr fallen, weshalb beide Mannschaften nach 60 Minuten einen Punkt sicher hatten. Dank einer Leistungssteigerung im Schlussdrittel verdienten sich die Eisbären diesen auch redlich, bei besserer Chancenverwertung wären sogar drei Punkte möglich gewesen. Aber dennoch Hut ab vor der Moral und dem Kampfgeist dieser Mannschaft!

Und dieses Spiel hatte noch nicht den Höhepunkt erreicht: Es lief die 62. Spielminute, Mannheim scheiterte an Jake Hildebrand, die Eisbären fuhren den Konter und Ty Ronning sorgte für den nächsten Jubel-Orkan in der Arena am Ostbahnhof – 4:3! Und dieser Sieg war am Ende dank des Schlussdrittels auch mehr als verdient, da von Mannheim nichts mehr kam. Ganz starke Leistung, Jungs!

1:7 in Mannheim: Das Ende der Serien – Verletzung von Luke Esposito überschattet den DEL-Klassiker

Ein gebrauchter Abend für die Eisbären Berlin: Der DEL-Rekordmeister verlor sein Auswärtsspiel bei den Adler Mannheim deutlich mit 1:7 (0:1,0:5,1:1) und musste damit die erste Niederlage der noch jungen Saison hinnehmen. Vom ersten Bully weg war viel Feuer drin im Spiel, welches während des Spiels in Schlägereien und unsauberen Aktionen mündete. Mit Ty Ronning und Luke Esposito mussten zwei Spieler vorzeitig verletzungsbedingt das Spiel beenden. Vor allem den Mannheimer Esposito hatte es nach einem üblen Check von Yannick Veilleux äußerst hart erwischt. Gute Besserung an dieser Stelle! Und für die Verantwortlichen der Eisbären gilt es, dieses Spiel so schnell wie möglich aufzuarbeiten, um es am Sonntagnachmittag in Bremerhaven wieder besser zu machen. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste mit Marcel Noebels unter der Woche den nächsten langfristigen Ausfall verkraften. Für den Nationalstürmer rückte Matej Leden ins Line-up und bildete zusammen mit Manuel Wiederer und Eric Hördler die vierte Reihe. Die erste Reihe bestand aus Ty Ronning, Leo Pföderl und Freddy Tiffels. Yannick Veilleux, Blaine Byron und Liam Kirk stürmten zusammen in der zweiten Reihe. Einzig die dritte Reihe um Andreas Eder, Markus Vikingstad und Lean Bergmann blieb zusammen.
In der Defensive gab es lediglich eine Veränderung im Tor, wo Jonas Stettmer seinen ersten Saisoneinsatz bekam. Jake Hildebrand nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es war mal wieder Zeit für den DEL-Klassiker schlechthin. Während Mannheim zu Beginn dieser Geschichte stets die Nase vorne hatte, hat sich das Blatt inzwischen deutlich Richtung Berlin gedreht, welche die letzten zwölf Duelle in Folge gegen die Kurpfälzer gewannen. Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre für jeden Adler-Fan, verloren die Mannheimer auch die letzten sieben Playoff-Serien in Serie. Konnten die Eisbären diese Serie heute fortsetzen oder gelang Mannheim der lang ersehnte Sieg gegen die Berliner?

Der Auftakt in eine skandalöse Partie. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Direkt nach dem ersten Bully forderte Lean Bergmann Matthias Plachta zum Fight auf, der hatte aber keine Lust und so nahm Luke Esposito die „Einladung“ an. Nebenbei „trafen“ sich auch Dan Renouf und Yannick Veilleux zum Kampf. Alle genannten Spieler durften sich danach erst einmal für fünf Minuten auf der Strafbank abkühlen. Was für ein Start, da gibt es wohl noch einige offene Rechnungen.
Danach wurde aber auch Eishockey gespielt und es ging munter hin und her mit guten Abschlüssen auf beiden Seiten, bis sich Leon Gawanke und Blaine Byron in die Haare bekamen.
Für das erste spielerische Highlight sorgten dann die Adler, die das 1:0 erzielten. Nick Mattinen hatte von oben abgezogen und Zach Solow entscheidend abgefälscht (8.).
Mannheim hatte Vorteile im ersten Drittel, die Eisbären suchten noch nach der Lücke in der Adler-Defensive.
Die Partie war zudem auch weiter sehr intensiv und hart geführt, warum die PENNY DEL in so einem Spiel dann aber Roman Gofman als Hauptschiedsrichter ansetzt, bleibt ihr Geheimnis. Wirklich im Griff hatten er und sein Kollege Martin Frano das Spiel nicht. Darüber durften sie dann in der ersten Drittelpause nachdenken, denn beim Stand von 1:0 ging es in die Kabinen.

Max Penkin erzielt sein erstes DEL-Tor und avanciert mit 16 Jahren zum jüngsten Torschützen in der DEL-Geschichte. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

In dieser blieb auch Ty Ronning, der nach einer unsauberen Aktion von Kris Bennett nicht weiterspielen konnte. Da wollte Bennett die Nummer neun nur verletzen und die Hauptschiedsrichter haben es nur mit zwei Minuten belegt – unglaublich. Somit ist auch der Scoring-Streak von Ty Ronning beendet. Aber das ist nur eine Randnotiz. Hoffen wir, dass Ronning nicht schlimmer verletzt ist. 
Zurück zum Spiel, wo die Eisbären nach einem Wechselfehler in Unterzahl ran mussten und durch Kristian Reichel das 0:2 kassierten (23.). Bitterer Start ins Mitteldrittel für den Meister.
Danach wurde es leider unschön: Yannick Veilleux mit einem brutalen Check gegen Luke Esposito, der den Hit überhaupt nicht sehen kam und regungslos auf dem Eis liegen blieb. Er musste mit einer Trage vom Eis gefahren werden. An dieser Stelle gute und schnelle Genesung an Esposito! Und Veilleux dürfte sehr lange aus dem Verkehr gezogen werden und das – auch aus Berliner Sicht – vollkommen zu Recht. Da hatte er mal wieder seine Nerven nicht im Griff.
In der fünfminütigen Überzahl erhöhte Marc Michaelis auf 3:0 (29.), was aber nur eine Randnotiz war, denn alle Gedanken waren bei Luke Esposito. Man merkte es dem Spiel und der Stimmung auch an, das dieser Check bei allen noch tief saß.
Dieses Spiel hatte dann aber doch noch eine schöne Anekdote: Jonas Müller mit dem Scheibenverlust und der erst 16-jährige Max Penkin war auf und davon und verlud Jonas Stettmer – 0:4 (35.). Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum, Max!
Für die Eisbären ein komplett gebrauchter Abend, denn Kristian Reichel stellte in Unterzahl auf 5:0 (37.). Und Zach Solow machte das halbe Dutzend voll – 6:0 (38.) Aber dieses Spiel konnte man nicht mehr unter normalen Gesichtspunkten betrachten und daran hatten auch die beiden Hauptschiedsrichter ihren großen Anteil daran, die das Spiel nicht im Griff hatten und es so aus dem Ruder laufen ließen. Was aber die Aktion von Veilleux nicht entschuldigen soll und darf, denn das war grob unsportlich. Mit einem deutlichen 0:6-Rückstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Erzielte das 7:0: Ex-Eisbär Maximilian Heim. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Was man von den Eisbären aber noch erwarten konnte, war Gegenwehr. Nur diese sah man beim schnellen 0:7 durch Ex-Eisbär Maximilian Heim so gar nicht (42.).
Fortan die Eisbären durchaus auf der Suche nach dem Anschlusstreffer, aber ihr ehemaliger Goalie Maximilian Franzreb hatte etwas dagegen. Auf der Gegenseite wollten die Adler nun aber auch weitere Tore erzielen und den Erzrivalen so richtig demütigen. Doch Jonas Stettmer legte im Schlussdrittel noch zwei sensationelle Paraden hin.
2:10 Minuten vor dem Ende der Partie gelang Markus Vikingstad immerhin noch der Ehrentreffer in diesem sehr denkwürdigen Spiel – 1:7. Danach war die Partie aber beendet und die Eisbären sowie deren Fans erlöst. Und dennoch wird man an dieses Spiel noch sehr lange zurückdenken. Somit endete auch die zwölf Spiele andauernde Siegesserie der Berliner gegen Mannheim.

6:2 in Mannheim: Die Eisbären machen den Sweep und damit den erneuten Finaleinzug perfekt!

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #52:

Halbfinalspiel 4 (Endstand: 0:4)

Es ist vollbracht: Die Eisbären Berlin stehen erneut im Finale der PENNY DEL und greifen damit ab dem 17. April in der Finalserie nach dem elften Stern. Auch in Spiel vier war es eine Machtdemonstration in der Halbfinalserie gegen den Erzrivalen Adler Mannheim. Am Ende gewann man in der SAP Arena deutlich und verdient mit 6:2 (2:0,1:1,3:1) und löste damit das Finalticket. Der Gegner steht noch nicht fest und entscheidet sich zwischen dem ERC Ingolstadt und den Kölner Haien. Egal, wer der Gegner wird, er wird auf einen extrem starken Gegner treffen. Das hat die Halbfinalserie einmal mehr bewiesen. Denn man schickt Mannheim nicht mal nebenbei mit einem „Sweep“ in die Sommerpause. Aber in Mannheim weiß man nun ein weiteres Mal, dass viele gute Einzelspieler noch lange kein gutes Team ausmachen, welches am Ende auch wieder um den Titel spielen kann. Denn das ist eigentlich jedes Jahr der Anspruch in der Kurpfalz.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf den gesperrten Stürmer Zach Boychuk (vier Spiele Sperre) verzichten. Für ihn rückte Maxim Schäfer ins Line-up. Den Platz von Boychuk in der Reihe neben Lean Bergmann und Marcel Noebels nahm Blaine Byron ein. Dessen Platz in der vierten Reihe nahm Schäfer ein, der zusammen mit Eric Hördler und Manuel Wiederer stürmte.
Alles andere blieb unverändert. Somit war Jonas Stettmer auch heute Abend nicht fit. Aber mit Jake Hildebrand hatten die Eisbären ja einen weiteren überragenden Goalie im Kader, der in dieser Serie mit zu den Matchwinnern gehörte.

Rückte in der Halbfinalserie ins Tor und war am Ende einer der Matchwinner: Goalie Jake Hildebrand (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Für Mannheim ging es heute um alles und das merkte man vom ersten Bully an. Die Adler kamen wild entschlossen aus der Kabine und bauten von Beginn an Druck auf. Die Adler belagerten das Berliner Tor, doch die Eisbären-Defensive blieb wie in den Spielen zuvor auch diesmal wieder sehr ruhig und machte die Räume sehr gut zu. Die Berliner schauten sich die Anfangsphase erst einmal an, schalteten dann aber selbst auf Angriff um und ließen Mannheim direkt spüren, dass auch heute Abend nichts zu holen sein wird.
Allen voran die Reihe um Ty Ronning, Leo Pföderl und Freddy Tiffels lieferte anschließend und spielte die Mannheimer Defensive ein ums andere Mal schwindelig. Ronning eroberte dank eines überragenden Forechecks die Scheibe, spielte sie umgehend weiter zu Tiffels, welcher Pföderl in Szene setzte. Und die Nummer 93 hatte zu viel Platz und hatte ja im vergangenen Spiel seinen Torriecher wieder gefunden. Daran knüpfte er nahtlos an und schockte Mannheim mit dem 1:0 (12.).
Fortan die Eisbären weiter am Drücker und mit dicken Chancen für weitere Tore. Mannheim wusste gar nicht, wie ihnen geschah. Und so war es nur eine Frage der Zeit, ehe die Hauptstädter das 2:0 nachlegten. Ronning und Tiffels machten mit Mannheim, was sie wollten, am Ende netzte Tiffels ein – 2:0 (19.). Dabei blieb es bis zum Ende des ersten Drittels und Mannheim konnte sich glücklich schätzen, nur mit zwei Treffern im Rückstand zu liegen. Angesichts der brutalen Leistung der Eisbären, die nochmal eine Schippe drauf packten heute.

Er scort und scort und scort: Ty Ronning, der mittlerweile 23. Spiele in Folge gepunktet hat. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im Mitteldrittel suchten die Adler, wie eigentlich bereits in der ganzen Serie, nach einem Mittel gegen das Abwehrbollwerk der Eisbären. Die spielten das hier wieder sehr cool runter und legten in der 28. Spielminute das 3:0 nach. Und es war klar, dass auch der dritte Spieler der Paradereihe auch noch treffen musste. Ty Ronning mit dem dritten Treffer und dem 23. Spiel in Folge mit einem Scorerpunkt. Seit gestern wissen wir ja auch sein Geheimnis, es lag an der nicht gewaschenen Unterhose.
So ganz kampflos wollten sich die Adler hier aber dann doch nicht in die Sommerpause verabschieden. Powerplay Mannheim, die Scheibe lief sehr gut und am Ende war es mal wieder Austin Ortega, der zum 3:1 traf (31.).
Mannheim hatte somit wieder Hoffnung und versuchte weiterhin den Eisbären unter die Haut zu gehen. Das führte aber nur zu Strafzeiten, welche die Eisbären aber nicht in Tore ummünzen konnten. So blieb es bei einer Zwei-Tore-Führung, die noch nicht für ausreichend Ruhe sorgte. Denn im Eishockey hat man schon sehr viel erlebt. Vor allem in Mannheim. Gegen Berlin. Mit dem besseren Ausgang für die Eisbären. Daran erinnern sie sich heute noch ungern in Mannheim zurück. Ob der Schampus immer noch kalt steht oder was ist damit eigentlich damals passiert? Und was mit den Meister-Caps und Meister-Shirts? Das interessiert mich ja schon länger…

Lean Bergmann traf zweimal in Mannheim und wurde daher am Ende zu Recht von den eigenen Fans gefeiert. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Aber ich schweife ab vom Spiel und das war in der Tat noch lange nicht vorbei. Erst recht nicht nach dem Traumstart der Adler, die durch Kristian Reichel nach nur 55 Sekunden auf 3:2 verkürzten (41.).
Auf einmal waren auch die Fans im „Ufo“ wieder da und träumten noch vom „Wunder von Mannheim“. Dabei gibt es das doch bereits, denkt einfach an das 6:5 n.V. zurück.
Ein neues Wunder sollte auch nicht kommen, denn Mannheims Liebling Lean Bergmann sorgte für Ruhe in Mannheim – 4:2 (48.).
Damit war der Widerstand der Hausherren gebrochen, aber die Eisbären hatten nun so richtig Bock. Olivier Galipeau hatte abgezogen, Arno Tiefensee konnte nicht festhalten und Tiffels staubte eiskalt ab – 5:2 (54.).
Doch einen hatten die Eisbären noch. Eine Minute später wollte Lean Bergmann sich nochmal in Erinnerung bringen und machte das halbe Dutzend voll – 6:2 (55.). Ein Lachen konnte sich die Nummer zehn anschließend nicht verkneifen. Lean Bergmann hat also auch in dieser Serie wieder geliefert, wo aber war eigentlich Leon Gawanke? Hatte er vor der Halbfinalserie nicht von offenen Rechnungen gesprochen? Sind noch mal vier neue dazu gekommen, hoffentlich verlierst du den Überblick nicht, Leon!
Danach waren die Adler und ihre Fans erlöst. Die Eisbären schickten die Adler mit dem 6:2-Sieg und der zwölften Niederlage gegen den Erzrivalen in Folge (!) in die Sommerpause. Das und ein Sweep im Halbfinale – mehr Demütigung geht nicht und dann auch noch im Ufo.

Gemeinsam ins Finale: Die Eisbären Berlin und ihre Fans. Gemeinsam für und mit Tobi! (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Während die Adler-Fans ihre Mannschaft in die Sommerpause verabschiedeten, feierten die mitgereisten Berliner Fans zusammen mit der Mannschaft den erneuten Finaleinzug. Bis die Finalserie losgeht, haben die Eisbären aber nochmal über eine Woche Pause. Keine guten Aussichten für Köln und Ingolstadt. Denn der Rekordmeister ist in den Playoffs nochmal deutlich stärker geworden, von jeder Sturmreihe geht Torgefahr aus. Die Defensive lässt kaum etwas Gefährliches zu und dann hat man hinten mit Jonas Stettmer und Jake Hildebrand ein überragendes Goalie-Duo. Und vorne überragen natürlich Ty Ronning, Leo Pföderl und Freddy Tiffels. Aber auch die anderen Stürmer haben bewiesen, dass sie wissen, wo das Tor steht.
Eins steht bereits jetzt fest und da wiederhole ich mich gerne: Egal, wer am Ende der Finalgegner der Eisbären Berlin wird, er hat eine enorm schwere Aufgabe vor der Brust. Acht von neun Playoff-Spielen gewonnen. Dazu die längere Regenerationszeit im Vergleich zu Köln und Ingolstadt. Und im Moment fehlt mir einfach der Glaube, dass ein Team die Eisbären in einer Serie viermal schlägt.
Und das soll auch nicht überheblich oder arrogant klingen. Aber die Eisbären haben sich in den Playoffs nochmal erheblich gesteigert und sind lt. Trainer Serge Aubin noch lange nicht am Maximum angekommen. Egal, wer der Gegner wird: Freuen wir uns auf eine erneut spannende und hart umkämpfte Finalserie. Einen hat man bereits jetzt aber schon sehr stolz gemacht: Tobi Eder feiert oben im Himmel den Finaleinzug seiner Kollegen. Das war auch für dich, Tobi!

Zum Schluss noch ein großes Dankeschön an die Adler Mannheim. Auch wenn in diesem Spielbericht ein paar Spitzen gefallen sind, danke für eine sehr spannende und hart umkämpfte Halbfinalserie. Irgendwann werden auch wir mal wieder das Nachsehen gegen euch haben, so lange freuen wir uns aber noch über unseren Lauf gegen Euch und freuen uns bereits jetzt schon riesig auf die Duelle in der neuen Saison. Denn diese sind immer von enorm viel Leidenschaft geprägt – auf und neben dem Eis!