0:3 gegen Mannheim: Mangelnde Chancenverwertung der Eisbären und die Special Teams entscheiden den DEL-Klassiker

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #4:

Zweites Heimspiel, zweite Niederlage: Auch gegen den zweiten Top-Favoriten auf die Meisterschaft verloren die Eisbären Berlin ihr Heimspiel. Am Ende stand eine 0:3 (0:1,0:0,0:2)-Niederlage gegen die Adler Mannheim, welche damit ihren zweiten Sieg in Serie feierten und die zwei Spiele andauernde Siegesserie der Berliner wieder beendeten. Die Gründe für die Niederlage waren schnell ausgemacht: Die Chancenverwertung und die Special Teams.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin änderte im Vergleich zum 4:0-Auswärtssieg in Bremerhaven am Freitagabend nichts am Line-up, er schickte also die selben drei Verteidiger-Pärchen und vier Angriffsreihen auf das Eis wie an der Küste. Warum auch etwas ändern, schließlich bezeichnete Aubin dieses Spiel als das bisher beste in dieser Saison inklusive der vier CHL-Spiele. Auch im Tor veränderte Aubin nichts, Tobias Ancicka erhielt zum dritten Mal in Folge den Vorzug vor Stammgoalie Mathias Niederberger. Der saß nicht mal auf der Bank, dort nahm Youngster Leon Hungerecker Platz. Niederberger hatte eine leichte Verletzung und wurde deshalb geschont.

Foto: eisbaerlin.de/walker

So traten beide Mannschaften nicht mit ihrer etatmäßigen Nummer Eins an, denn bei den Adlern fehlte ja auch weiterhin Stammgoalie Dennis Endras. Felix Brückmann vertrat ihn, aber wie auch Tobias Ancicka ist er ein sehr guter Ersatz und kann Spiele für seine Mannschaft gewinnen. Ancicka tat das zum Beispiel die letzten beiden Male in Iserlohn und Bremerhaven, am Freitag sogar zu Null. Und Brückmann gewann den Mannheimern das Spiel am Freitagabend gegen Nürnberg.
Die Eisbären liefen heute zum ersten Mal in ihrem neuen Sondertrikot auf, in schwarz mit goldenen Namen und Trikotnummern. Das Spiel begann erwartungsgemäß hart umkämpft, es wurde um jeden Zentimeter Eis gekämpft. In der dritten Spielminute hatte dann aber mal Matt White einen Geistesblitz, steckte den Puck im Angriffsdrittel durch zu Zach Boychuk, der frei vor Brückmann auftauchte, aber knapp daneben schoss. Die erste gute Chance der Partie gehörte also dem Deutschen Meister.
Fortan bestimmte weiterhin der Kampf die Partie, beide Mannschaften suchten auch immer wieder den Abschluss, die Eisbären hatten dabei ein leichtes Chancenplus, gefährliche Top-Chancen waren jedoch noch nicht dabei.

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Die Chance dazu bot sich den Berlinern aber Mitte des ersten Drittels, als Philip Rosa-Preto die erste Strafzeit der Partie kassierte. Er spielte die Scheibe unerlaubt über das Plexiglas und handelte sich damit zwei Minuten wegen Spielverzögerung ein. Powerplay also für die Hausherren. Doch da konnten die Berliner sich keine richtig gute Chance erspielen und so stand es weiterhin 0:0 an der Spree.
Dann die Adler mit dem ersten Powerplay nach einer Strafe gegen Kai Wissmann wegen eines Stockschlags. Mannheim zunächst mit Problemen, in die Aufstellung zu kommen. Als sie aber drin waren, wurde Lean Bergmann am linken Bullykreis frei gespielt und überwand Ancicka – 0:1 (16.).
Die letzten Minuten waren weiterhin vom Kampf geprägt, die Eisbären versuchten eine Antwort auf den Rückstand zu finden, doch das gelang ihnen bis zum Drittelende nicht mehr, weshalb sie mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine gingen. Es war kein schlechtes erstes Drittel, eher eins auf Augenhöhe, aber Mannheim nutzte eben sein einziges Powerplay, die Berliner eben nicht.

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Das zweite Drittel begann relativ ruhig, es ging zwar hin und her, aber ohne nennenswerte Chancen. Nach vier Minuten wurde es dann mal kurz etwas ruppig, als Nicholas B. Jensen und Valentino Klos aneinander gerieten und sich beide dafür für zwei Minuten auf der Strafbank abkühlen durften. 16 Sekunden später folgte Klos auch noch Sinan Akdag, die Eisbären nun also mit einem 4-gegen-3-Powerplay. Aber die Eisbären konnten auch daraus kein Kapital schlagen und den Ausgleich erzielen.
Doch die Richtung stimmte jetzt, die Eisbären versuchten weiterhin offensiv präsent zu sein und sich Chancen zu erarbeiten. Die beste vergab Manuel Wiederer der auf einmal viel Platz im Slot hatte, aber auch er hatte nicht das nötige Quäntchen Glück im Abschluss.
32 Minuten war die Partie alt, da fuhr Marcel Noebels alleine auf Felix Brückmann zu, legte sich die Scheibe nochmal auf die Rückhand, doch er scheiterte am Mannheimer Schlussmann. Eine weitere Chance zum Ausgleich wurde vergeben, doch die nächste bot sich kurz darauf, als Mannheim durch Jason Bast die nächste Strafzeit der Partie kassierte, er musste wegen Stockschlags in die Kühlbox. Die

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Eisbären rannten an, spielten sich die Scheibe zu, aber es wirkte etwas zu verspielt. Mannheim ließ aber auch wenig Platz für einen guten und gefährlichen Abschluss. Und wenn doch mal Platz da war, kam von irgendwo ein Mannheimer Schläger her und blockte den Berliner Schuss. Zum Ende hin wurde es dann aber doch ein-, zweimal brenzlig vor dem Tor von Felix Brückmann, doch dieses schien heute irgendwie wie vernagelt.
Es war ja nicht so, dass sich die Berliner keine Chancen im Mitteldrittel erspielten, aber vor dem Tor waren sie meist zu hektisch und vergaben somit immer wieder gute Möglichkeiten. Der Ausgleich wäre dabei längst verdient gewesen. Mannheim lauerte vermehrt auf Konter, sonst waren sie in der Offensive kaum zu sehen. Der Spielstand sprach ja auch noch für die Kurpfälzer. So führte die Mannschaft von Coach Pavel Gross auch nach 40 Minuten mit 1:0 in Berlin. Aber noch war alles drin für die Berliner.

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Auch im letzten Drittel weiterhin das selbe Bild. Die Eisbären rannten an, aber bisher vergeblich. Und Mannheim lauerte weiter auf Konter und Fehler der Eisbären. Ein 2:0 würde die Partie hier wohl entscheiden. Aber die Berliner waren dem Ausgleich hier definitiv näher als die Mannheimer dem 2:0.
Den Kurpfälzern bot sich dann aber die Chance zur Vorentscheidung, als Kai Wissmann wegen eines Stockschlags auf die Strafbank musste. Und die Adler nutzten das eiskalt aus. Mannheim in der Formation, die Scheibe lief gut und am Ende nagelte Matthias Plachta die Scheibe unter die Latte – 0:2 (48.). Erneut führte also eine Wissmann-Strafe zu einem Tor.
Was den Gegentreffer zudem noch ärgerlicher machte war der Fakt, dass den Eisbären das doch eigentlich bekannt hätte sein müssen. Diesen Spielzug spielen die Adler fast immer in Überzahl. Querpass auf Plachta und der zimmert den Puck ins Netz. So auch heute wieder.

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Dass das heute wohl nichts mehr werden würde, sah man wenig später auf der Gegenseite. Marcel Noebels wurde vor dem Tor klasse angespielt, er kam auch zum Abschluss, doch der Puck ging knapp rechts vorbei. Vielleicht klappte es ja mit einem Mann mehr auf dem Eis, Lean Bergmann musste nämlich auf die Strafbank. Aber nein, auch da klappte es wieder nicht mit einem Tor für die Hausherren.
Egal, was man auch danach versuchte. Chancen waren da, aber entweder stand Brückmann im Weg, ein Mannheimer Spieler oder aber man war einfach zu verspielt und vergab die Chance.
Und gut fünf Minuten vor dem Ende nahm man sich wohl auch die letzte Chance für einen Treffer. Leo Pföderl kassierte im Offensivdrittel eine Strafzeit, bezeichnend für das Berliner Spiel. Pavel Gross nahm daraufhin erst einmal eine Auszeit, auch er merkte, dass seine Spieler zuletzt unter Druck standen. Und wohlmöglich wollte er ihnen letzte Anweisungen für die endgültige Entscheidung geben.
Aber diese Unterzahl überstanden die Hausherren schadlos. Dafür vergab man vorne weiter munter seine Chancen. Blaine Byron war durch, aber auch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Nein, den Eisbären sollte heute kein eigener Treffer gelingen. So verlor man auch das zweite Saison-Heimspiel gegen einen Top-Favoriten, diesmal Mannheim. Am Ende sogar mit 0:3, weil Korbinian Holzer den Schlusspunkt mit dem Empty-Net-Goal setzte (60.).

Eine Niederlage, welche überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Denn die Eisbären waren die bessere Mannschaft, erspielten sich gute Chancen, nur konnten sie diese eben nicht nutzen. Entweder stand ihnen Felix Brückmann im Weg oder die Mannheimer Spieler blockten den Schuss oder man schoss denkbar knapp vorbei oder aber man war einfach zu hektisch vor dem Mannheimer Tor. Den Adlern reichten zwei Überzahlspiele und ein Empty-Net-Goal zum Auswärtssieg in Berlin. Doch mit Ruhm haben sich die Adler nicht bekleckert, eher war es der mangelnden Chancenverwertung der Eisbären geschuldet und dem guten Überzahlspiel der Mannheimer. Das war ja vor dem Spiel noch ein Sorgenkind, da standen die Kurpfälzer am Ende der Tabelle. Aber ein Top-Team gewinnt eben auch solche Spiele und überzeugt am Ende dann doch durch die Effektivität in den entscheidenden Momenten. 

Simon Després vor dem Duell gegen Mannheim: „Es wird ein aufregender Kampf und endet hoffentlich mit einem Sieg für uns“

Es kommt wieder einmal zum DEL-Klassiker zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim. Heute Nachmittag um 14:00 Uhr beginnt dieses Top-Spiel in der Mercedes-Benz Arena. Die Berliner gehen als Vierter in das Spiel, die Adler als Neunter. Während die Hauptstädter zuletzt zwei Siege in Serie einfahren konnten, feierten die Kurpfälzer am Freitag mit einem 3:2 gegen Nürnberg den ersten Saisonsieg. Das erste Spiel hatten die Mannheimer in Straubing mit 2:4 verloren. Am 2. Spieltag war die Mannschaft von Coach Pavel Gross spielfrei. Was erwartet Berlins Coach Serge Aubin von diesem Spiel?

Schweres Spiel. Immer wenn man gegen Mannheim spielt, wird es sehr intensiv. Wir müssen einfach volle 60 Minuten spielen, das machen, was wir gut können und uns bewusst sein, was auf uns zukommt. Einfach weitermachen wie bisher.

Und am besten an die letzten beiden Spiele anknüpfen. Denn da holten die Eisbären ihre ersten beiden Pflichtspielsiege in dieser Saison und zeigten sich deutlich verbessert. Das Spiel gegen Bremerhaven nannte Aubin daher auch als das bisher beste Saisonspiel inklusiver der CHL-Duelle. Den Eisbären ist die Herausforderung bewusst, vor der sie heute stehen, aber dennoch wollen sie auch gegen Mannheim den nächsten Sieg einfahren. Simon Després dazu:

Wir hatten zwei Auswärtssiege und wollen am Ball bleiben. Es ist definitiv eine Herausforderung gegen Mannheim. Wir müssen den Gegner respektieren. Sie sind seit Jahren ein Top-Team der Liga. Es wird ein aufregender Kampf und endet hoffentlich mit einem Sieg für uns. 

Es wäre der erste Heimsieg der Berliner in dieser Saison. In der CHL setzte es zwei Niederlagen und auch der Liga-Auftakt gegen München wurde verpatzt. Umso heißer sind die Eisbären nun auf das Spiel gegen den Erzrivalen. Diese Spiele sind immer sehr besonders und dann den ersten Heimsieg der noch jungen Saison ausgerechnet gegen Mannheim zu feiern, hätte schon etwas. Aber wie werden die Hauptstädter das Spiel angehen? Genauso wie in Bremerhaven oder wird man etwas verändern? Simon Després hat die Antwort darauf:

Wir nehmen auf jeden Fall die guten Dinge mit und übertragen sie auf das Mannheim-Spiel. Ich denke Mannheim ist ein anderes Kaliber als Bremerhaven. Es wird auf jeden Fall kein einfaches Spiel, kein 4 gegen 0 Spiel. Hoffentlich wird es das, aber ich denke eher nicht. Es wird eng und wir müssen um jedes Stück Eis kämpfen.

Die Kurpfälzer gelten als d e r Top-Favorit in der neuen Saison. Die Adler haben sich enorm verstärkt, gefühlt jeder Top-Spieler wechselte nach Mannheim. Dementsprechend hoch sind daher auch die Erwartungen in Mannheim – sowohl beim Team und den Verantwortlichen als auch im Umfeld bei den Fans. Doch noch sind die Mannheimer nicht in Bestbesetzung, da noch einige Spieler ausfallen. Dennoch steht den Eisbären morgen ein sehr starker Gegner gegenüber. Aber machen sich die Mannheimer auch so ihre Gedanken vor dem Spiel in Berlin, werden sie sich über irgendetwas Sorgen machen müssen in Bezug auf das Spiel in Berlin, Simon Després?

Wir haben einen heiß gelaufenen Torhüter momentan, ebenso gute Stürmer und unsere Defensive fügt sich zusammen. Insgesamt sind wir ein solides Team. Wir sind die amtierenden Meister und das wollen sie uns wegnehmen. Gegen jedes Team müssen wir unseren Titel verteidigen.

Allen voran sollten die Adler auf die neue Paradereihe der Berliner aufpassen. Denn Marcel Noebels, Blaine Byron und Leo Pföderl laufen derzeit richtig heiß und finden immer besser zueinander, was keine guten Aussichten für die Mannheimer sind. Hinzu kommt auch noch die starke zweite Reihe mit Matt White, Zach Boychuk und Giovanni Fiore, die auch immer für ein Tor gut sind. Dazu hat man am Freitag auch noch einen starken Stürmer mit Yannick Veilleux dazu bekommen, der sein Können angedeutet hat. Und die Eisbären verfügen derzeit auch noch über starke Special Teams, gerade in Sachen Penaltykilling. Da dürfte es den Berlinern entgegen kommen, dass Mannheim nach zwei Spielen das schlechteste Powerplay der Liga hat, denn die Adler haben bisher alle sechs Überzahlspiele nicht nutzen können. 

Auf jeden Fall erwartet uns heute ein absolutes Top-Spiel in der PENNY DEL. Die Fans freuen sich riesig auf dieses Duell, aber auch die Spieler sind heiß auf Mannheim, wie Tobias Ancicka vor dem Spiel sagte:

Man hat die letzten Jahre gesehen, Berlin gegen Mannheim ist schon ein besonderes Spiel. Es hat schon einige historische Momente hervorgebracht. Ich glaube, die Jungs sind heiß, die Jungs wollen jetzt endlich auch mal zu Hause gewinnen, auch gegen so ein Team wie Mannheim natürlich. Wir sind heiß und wir freuen uns. 

Lasst uns den Mannheimern zeigen, wer hier Herr im Hause ist und wer Deutscher Meister ist! Es wird Zeit für den ersten Heimsieg in dieser Saison und die Voraussetzungen dafür stehen gut. 

1:3 gegen Mannheim: Die Eisbären mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel

Ausgabe #17:

Spiel Zwei geht an die Adler Mannheim: Die Kurpfälzer haben sich für die 1:4-Niederlage gegen die Eisbären Berlin auf eigenem Eis revanchiert. Die Kurpfälzer setzten sich am Freitagabend verdient mit 3:1 (0:0,1:2,0:1) an der Spree durch. Die Mannheimer konnten ihre Leistung über 60 Minuten abrufen, die Eisbären hingegen hatten über die gesamte Spielzeit einige Defizite in ihrem Spiel, welche es nun aufzuarbeiten gilt.

Bei den Eisbären war im Hinblick auf die Playoffs Schonung angesagt. Um genauer zu sein wurden Goalie Mathias Niederberger und Kapitän Frank Hördler geschont. Dafür debütierten Goalie Gion Ulmer und Verteidiger Korbinian Geibel. Was gleichbedeutend mit Reihenumstellungen war. Marcel Noebels stürmte zusammen mit Lukas Reichel und Kris Foucault, Matt White und Zach Boychuk bekamen heute Giovanni Fiore an die Seite. Die anderen beiden Reihen vom Nürnberg-Spiel blieben unverändert. In der Defensive spielte Eric Mik anstatt Frank Hördler an der Seite von Kai Wissmann und Youngster Geibel war nominell siebter Verteidiger.

Der Innenpfosten verhindert die Führung der Eisbären

Die große Frage vor diesem Spiel war diese, wie es beide angehen würden. Wollte man nochmal eine Duftmarke setzen oder doch lieber Kräfte schonen im Hinblick auf den Playoff-Start am Dienstagabend? Die Eisbären mussten nicht unbedingt, Mannheim vielleicht schon. Schließlich hatten die Kurpfälzer das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison mit 1:4 verloren. Nur war eben die Frage, ob Mannheim diese Revanche um jeden Preis wollte, zumal die Adler zuletzt auch etwas schwächelten und sich in Krefeld zu einem 1:0-Sieg n.P. mühten.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Der Beginn der Hauptstädter war auf jeden Fall vielversprechend. Im Vergleich zum Mittwoch-Spiel gegen Nürnberg war man von der ersten Sekunde an hellwach. Man spielte sofort nach vorne und hatte durch Fabian Dietz auch die erste gute Chance aus dem Slot heraus. Nur wenige Augenblicke später war es noch enger, als Parker Tuomie sich klasse durchtankte, aber nur den Innenpfosten traf. Da waren die Berliner der Führung sehr nahe.
Aber Mannheim versteckte sich hier keinesfalls und spielte auch nach vorne und so war in der Anfangsphase schon jede Menge los und es ging hin und her, dass alles mit hohem Tempo. Die neutrale Zone wurde schnell überbrückt. Die Zweikämpfe wurden angenommen. Beide Mannschaften nahmen das Spiel also ernst.
Fortan Mannheim griffiger, setzte die Eisbären mit aggressivem Forechecking früh unter Druck, zwangen sie so zu Fehlpässen und sorgten auch immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Tobias Ancicka. Doch der Berliner Youngster bestätigte seine bisher gezeigten Leistungen und hielt seinen Kasten sauber.

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Nach dem Powerbreak konnten sich die Eisbären von dem Druck der Adler befreien und selbst wieder Akzente in der Offensive setzen. Etwas mehr Platz auf dem Eis gab es dann rund acht Minuten vor dem Ende des ersten Drittels, als Jonas Müller und Brendan Shinnimin für zwei Minuten auf die Strafbank mussten. Daraus wurde dann eine Vier-gegen-Drei-Überzahl für Mannheim nach einer weiteren Strafzeit gegen Giovanni Fiore. 36 Sekunden lang war dieses Powerplay und Mannheim nun mit der Chance zur Führung. Sinan Akdag hatte eine gute Chance mit einem Schuss von der blauen Linie, aber Tobias Ancicka war zur Stelle. Das darauffolgende Fünf-gegen-Vier war schnell beendet, nachdem Andrew Desjardins für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Nun also wieder Vier-gegen-Vier und anschließend über eine Minute Überzahl für die Gastgeber. Diese brachte nicht viel ein, doch nur wenig später folgte gleich das nächste Powerplay für die Eisbären und diesmal sogar über volle zwei Minuten. Denis Reul musste auf die Strafbank. Aber die Berliner spielten das einfach zu kompliziert, bekamen auch hier keinen gefährlichen Schuss zu Stande.
So endete ein unterhaltsames erstes Drittel torlos, aber langweilig war es keinesfalls. Es bot richtig Unterhaltung, das Duell der beiden Erzrivalen und DEL-Rekordmeister.

Mannheimer Doppelschlag schockt die Eisbären

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Das zweite Drittel begann mit der Führung für Mannheim. Drei-auf-Zwei-Konter der Kurpfälzer, nachdem Giovanni Fiore mit seinem Schuss im Angriffsdrittel hängen geblieben war. Thomas Larkin war am Ende der Torschütze. Die Scheibe kam so schnell wieder aus dem Tor heraus, dass der Videobeweis her musste. Dort sah man aber, dass der Puck eindeutig drin war – 0:1 (22.). Nur 18 Sekunden später hielt Brendan Shinnimin seine Kelle in den Schuss von Sinan Akdag und fälschte die Scheibe so unhaltbar für Tobias Ancicka ab – 0:2 (23.). Erneut war Akdag der Vorlagengeber. Mannheim mit dem Doppelschlag innerhalb von nur 18 Sekunden.
Die Eisbären nun stark unter Druck, denn Mannheim gaben diese beiden Tore sichtlich Aufwind und so drängten sie die Hausherren ins eigene Drittel und wollten die Unsicherheit der Berliner nun natürlich gnadenlos ausnutzen. Die Eisbären wirkten von der Rolle, ließen sich überlaufen und luden Mannheim wie John Ramage zu Chancen ein. Er bekam die Scheibe vor dem eigenen Tor nicht richtig gestoppt und so ging sie durch zu einem Mannheimer Spieler, der diese dicke Chance aber vergab. Aufwachen hieß es nun für die Hauptstädter!

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Doch die versuchten nun auch mal in der Offensivzone den Zauberpass, was natürlich schief ging und Mannheim einen Drei-auf-Eins-Konter ermöglichte. Und die Kurpfälzer spielten das auch sehr schön und per „One-Touch-Hockey“, doch am Ende war es dann doch etwas zu verspielt von Mannheim. Die Adler konnten sich das aber erlauben, führten sie doch mit 2:0 und hatten hier alles im Griff.
Die Eisbären taten sich auch weiterhin sehr schwer und leisteten sich weiterhin zu viele unnötige Fehler im Spielaufbau. Mannheim machte weiter Druck nach vorne und wollte die Eisbären hier heute abschießen. Sozusagen Revanche nehmen für das 1:4 vom Sonntag.
Dann aber mal die große Chance für die Eisbären, zurück ins Spiel zu kommen, als man ein Vier-gegen-Drei Powerplay hatte. Simon Després saß bei den Eisbären auf der Strafbank, Brendan Shinnimin und Sean Collins bei den Adlern. Doch auch da wollte nicht wirklich viel gelingen. Einzig Zach Boychuk hatte dann mal eine gute Möglichkeit, aber zu mehr reichte es dann auch nicht. Das war in diesem zweiten Drittel eindeutig zu wenig von den Hausherren.

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Rund fünf Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels erkämpften die Eisbären an der eigenen blauen Linie die Scheibe und fuhren einen Drei-auf-Eins-Konter, diesen spielten sich mustergültig zu Ende und Mark Olver verkürzte auf 1:2 (36.). John Ramage und Parker Tuomie nahmen den Adler-Spieler mit einem Doppelpass aus dem Spiel, spielten dann den Querpass auf Olver und der sorgte für das Tor.
Und gleich darauf folgte die große Chance zum Ausgleich, als Mannheim durch Brendan Shinnimin in Unterzahl geriet. Powerplay also für die Eisbären und dort hatte sie gute Chancen. Lukas Reichels Schuss ging hauchdünn am Pfosten vorbei, Zach Boychuk traf nur das Aluminium und PC Labrie vergab mit Ablauf der Strafe die letzte gute Möglichkeit. Der Ausgleich war hier durchaus möglich gewesen.
In der Schlussminute dann mal wieder ein Beispiel in Sachen unnötige Strafzeiten: Mark Olver wurde schon ermahnt von den Schiedsrichtern, arbeitete jedoch weiter unsauber mit dem Stock und kassierte dafür zu Recht zwei Minuten. Doch nach nur 50 Sekunden war das Adler-Powerplay schon wieder Geschichte, Markus Eisenschmid folgte Olver in die Kühlbox und so ging es mit Vier-gegen-Vier und anschließendem Powerplay für die Eisbären weiter. Das aber erst im letzten Drittel.

Mannheim lässt nichts mehr anbrennen

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Doch diese Chance blieb ungenutzt. Aber die Eisbären danach am Drücker, was Mannheim zu drei Icings zwang. Die Hausherren wollten hier den Ausgleich erzielen. Und Mannheim zu Beginn so ein wenig mit der „Hans-Zach-Taktik“, die Scheiben hinten nur rauszuspielen.
Mannheim fing sich dann aber relativ schnell wieder und suchte nun auch wieder den Weg vors Tor. Und hatte nach rund sechs Minuten das erste Überzahlspiel im letzten Drittel. Fabian Dietz musste auf die Strafbank und gab den Adlern so die Chance zur möglichen Vorentscheidung. Und die Kurpfälzer nutzten das Powerplay. David Wolf von der blauen Linie zum 1:3 (47.).

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Die Eisbären danach bemüht, aber sie spielten es nicht zu Ende. Der Fehlerteufel war nach wie vor im Spiel der Eisbären und die Mannheimer Defensive ließ auch kaum eine Lücke. Nach vorne lauerten die Mannen von Chefcoach Pavel Gross auf Konter, um das Spiel endgültig zu entscheiden.
Oder aber sie nutzen einfach erneut ihr Powerplay, denn neun Minuten vor dem Ende der Partie kassierte Matt White die nächste Strafzeit für die Berliner im Schlussdrittel. Und eben klappte es ja mit einem Tor durch David Wolf. Doch diesmal klappte es nicht, weil das Penaltykilling der Eisbären gute Arbeit leistete.
Danach die Eisbären nach vorne ausgerichtet, aber die Zuspiele kamen nicht an. Entweder versprang die Scheibe oder aber ein Mannheimer Schläger war vorher am Puck. Die Adler-Defensive ließ kaum etwas zu. Sie blockten die Schüsse vor Dennis Endras und ließen die Eisbären damit verzweifeln. Diese waren zwar bemüht, fanden aber kein Mittel gegen das Abwehr-Bollwerk der Mannheimer.
Zur Krönung folgte dann zwei Minuten vor dem Ende auch noch eine Strafe wegen zu vieler Spieler für die Eisbären. Passte zum heutigen Abend. Doch am Spielausgang änderte dieses Unterzahlspiel nicht mehr und so siegten die Mannheimer mit 3:1 in Berlin.

Eine Niederlage, welche verdient war. Weil Mannheim in jedem Drittel seine Leistung abrief und gute Phasen hatte. Die guten Phasen der Eisbären überstanden sie schadlos mit Ausnahme des Anschlusstores beim Konter. Ansonsten spielten die Adler dass sehr abgezockt und routiniert über die gesamte Spielzeit. Die Eisbären hingegen hatten wie bereits erwähnt ihre guten Phasen, nur waren diese zu wenig und zudem leistete man sich eindeutig zu viele Fehler im Spielaufbau. Die Puckannahme war ein großes Problem, die Scheibenkontrolle ebenso, viele kleine Dinge funktionierten heute nicht so richtig, weshalb das große Ganze auch nicht so klappte wie noch am Sonntag in Mannheim.
Dieses Spiel wird mit Sicherheit nochmal die Problemstellen der Berliner vorm Playoff-Start offengelegt haben. Wozu auch das Powerplay zählt, welches zur Zeit unter Ladehemmung leidet. Inwiefern Serge Aubin diese Partie aber auch für Experimente nutzte und ob diese für den Spielausgang verantwortlich waren, wird nur der Chefcoach selbst wissen. Letztendlich wird man aber ein Spiel gegen den Erzrivalen nicht einfach so abschenken und so bleibt die Hoffnung, dass am Sonntag bei der Generalprobe in Augsburg die Eisbären wieder ihr anderes Gesicht zeigen. Nämlich ihr Playoff-Gesicht. Denn in dieser Saison kann jede Niederlage schmerzlich sein, denn mit zwei Niederlagen ist deine Saison zu Ende. Nun also heißt es, die Partie aufzuarbeiten und am Dienstag dann mit Vollgas in die Playoffs zu starten. Und für den Start natürlich das nötige Selbstvertrauen am Sonntag in Augsburg abholen. Damit wir am nächsten Wochenende nicht bereits in die Sommerpause müssen.

4:1 in Mannheim! Eisbären siegen dank starker Teamleistung beim besten Team der Liga

So kann man mal auf eine Niederlage in Schwenningen reagieren: Nur einen Tag nach dem 2:4 im Schwarzwald besiegten die Eisbären Berlin die Adler Mannheim in deren eigener Arena hochverdient mit 4:1 (2:0,1:0,1:1) und gaben damit die richtige Antwort auf die Niederlage 24 Stunden zuvor, aber vor allem auf die beiden doch recht deutlichen Klatschen gegen München. Heute war man nahe dran am perfekten Auswärtsspiel hatte Matt White nach Spielende gesagt. Und damit hatte er recht, denn der Auftritt der Berliner war bärenstark und schockte die Mannheimer sichtlich.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin musste verletzungsbedingt auf Leo Pföderl verzichten. Was genau die Berliner Nummer 93 hat, wird man spätestens Dienstag nach eingehenden Untersuchungen erfahren. So wurde die deutsche Top-Reihe auseinander gerissen, denn an der Seite von Marcel Noebels spielten Matt White und Zach Boychuk. Giovanni Fiore, der in Schwenningen noch mit White und Boychuk zusammenspielte, bildete eine Formation mit Lukas Reichel und Kris Foucault. Dadurch kam es zur Wiedervereinigung der Reihe um Mark Olver, Sebastian Streu und Parker Tuomie. Olver rotierte also aus der vierten Formation heraus, wo stattdessen Eric Mik an der Seite von Nino Kinder und Fabian Dietz spielte. Alle Sturmreihen wurden also durcheinander gewirbelt durch den Ausfall von Leo Pföderl. Und auch im Tor stand heute Mathias Niederberger, der gestern noch geschont wurde. Tobias Ancicka nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es war das Duell der beiden besten Teams in der diesjährigen Saison. Mannheim ging als Tabellenführer im Süden in dieses Spiel, die Eisbären als Erster im Norden. Auf dieses Duell hatte ganz Eishockey-Deutschland gewartet. Ein Duell, was viele sich auch als diesjähriges DEL-Finale vorstellen können.
Die Eisbären kamen top motiviert aus der Kabine und waren in der Anfangsphase leicht überlegen, hatten die ersten guten Abschlüsse. Und nach vier Minuten hatten sie auch gleich das erste Überzahlspiel in diesem Spiel, nachdem Thomas Larkin wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank musste. Das beste Powerplay war also im Einsatz. Ihnen gegenüber stand aber das beste Unterzahlspiel der Liga. Das erste Duell ging jedoch klar an das Penaltykilling der Adler, die nicht einen einzigen Torschuss zu ließen.
Fortan weiterhin die Eisbären im Vorwärtsgang. Mannheim kam bisher nicht nach vorne und auch zu keinem Torschuss, denn die Berliner Defensive stand sehr sicher. Den ersten Torschuss gaben die Kurpfälzer erst nach acht Minuten ab. Der Versuch von Florian Elias war aber zugleich die beste Chance des Spiels bis dahin. Mathias Niederberger war jedoch zur Stelle.
Doch Berlin war weiterhin die bessere Mannschaft und ging nach zehn Minuten in Führung. Fabian Dietz brachte die Scheibe zu Simon Després, der sie per Rückhand auf das Tor bringt. Nino Kinder fälschte sie noch ab, Dennis Endras bekam sie nicht unter Kontrolle und Fabian Dietz staubte zu seinem ersten Saisontor ab – 1:0.
Und noch in der selben Minute legten die Gäste einen nach. Zach Boychuk mit dem Sahne-Pass von rechts rüber auf links, durch zwei Verteidiger durch, auf Matt White, welcher problemlos zum 2:0 einschießen konnte. Was für ein Start der Eisbären! Zwei Tore innerhalb von nur 42 Sekunden.
Mannheim danach mit wütenden Angriffen, aber die Eisbären hielten dagegen. Die Zweikämpfe waren hart umkämpft. Die Eisbären hielten Mannheim weiterhin in Schach, die Adler bekamen in der Offensive nichts auf die Reihe, was an der starken Berliner Defensive lag.
Die Eisbären ärgerten Mannheim immer wieder mit ihrem aggressiven Forechecking, was sie wütend machte. Matthias Plachta griff Jonas Müller vor dem eigenen Tor unsauber von hinten an, was ihm zwei Minuten einbrachte. Das zweite Powerplay für die Eisbären also. Aber auch diesmal keine einzige Torchance für die Eisbären. Das Unterzahlspiel war das einzige, was in diesem Drittel gut lief bei den Adlern. Kaum waren die Mannheimer wieder komplett, konnten die Eisbären die Hausherren im eigenen Drittel festsetzen und hatten durch John Ramage eine dicke Chance. Dennis Endras rettete in höchster Not.
Die Eisbären nahmen eine hochverdiente 2:0-Pausenführung mit in die erste Drittelpause. Mannheim wirkte vom Auftritt der Berliner überrascht. Mannheims Verteidiger Thomas Larkin mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten:

Wir sind nicht gut genug. Wir müssen besser Schlittschuh laufen. Wir haben nicht unser Spiel gespielt und müssen unser Tempo finden.

Zu Beginn des Mitteldrittels musste man mit einem anderen Auftritt der Kurpfälzer rechnen. In der Kabine dürfte die Ansprache von Coach Pavel Gross deutlich gewesen sein. Und so kamen die Hausherren sehr engagiert und schwungvoll aus der Kabine. Mannheim war nun besser drin im Spiel, machten viel Druck, noch aber taten sie sich schwer, die kompakte Defensive der Berliner zu knacken. Jason Bast hatte dann mal eine richtig gute Chance, aber Mathias Niederberger war zur Stelle.
Fünf Minuten waren gespielt, als Zach Boychuk wegen Haltens die erste Strafzeit für die Eisbären kassierte. Nun also die große Chance für Mannheim zum Anschlusstreffer. Das Problem nur: Die Adler haben das zweitschlechteste Powerplay der Liga. Und das Penaltykilling der Hauptstädter ist in dieser Saison bekannt für seine unheimliche Stärke. Und mehr als ein Onetimer von Matthias Plachta kam so auch nicht dabei heraus.
Mannheim war aber in diesem Drittel deutlich besser drin im Spiel. Sie spielten wesentlich druckvoller, setzten die Eisbären mit ihrem aggressiven Forechecking früh unter Druck. Die Zweikämpfe wurden härter, die Nickligkeiten nahmen zu. Berlin ließ sich provozieren und so musste Simon Després wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Mannheim nun also erneut in Überzahl. Doch mehr als zwei Schüsse ließen die Eisbären nicht zu. Und die Schüsse waren für Mathias Niederberger kein Problem, die parierte er sicher.
Auch fortan Mannheim weiter im Vorwärtsgang. Sie kamen zu Abschlüssen, doch immer wieder war Niederberger zur Stelle. So eine richtig hundertprozentige Chance hatten die Hausherren aber nicht. Was aber auch an der starken Defensivarbeit der Eisbären lag, welche die gefährlichen Räume vor dem Tor zu machten.
Gegen Ende des Mitteldrittels kassierte David Wolf die erste Strafzeit gegen die Adler in diesem Drittel wegen eines unkorrekten Körperangriffes. Aber auch im dritten Unterzahlspiel die Mannheimer mit einem starken Penaltykilling.
Was in Überzahl heute nicht klappen wollte, funktioniert dafür bei Fünf-gegen-Fünf. Giovanni Fiore mit dem Schuss aus der Drehung, Dennis Endras konnte die Scheibe nicht kontrollieren und Parker Tuomie staubte ab – 3:0 (39.).
Zum Ende hin dann nochmal eine Strafzeit gegen die Eisbären. Mark Olver musste für zwei Minuten in die Kühlbox, Mannheim also in der letzten Spielminute nochmal in Überzahl. Aber es blieb dabei, dass in Sachen Special Teams das Penaltykilling bisher am Besten funktionierte.
So nahmen die Eisbären trotz eines besseren Auftritts der Adler eine souveräne 3:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.
Fabian Dietz mit seinem Fazit nach 40 Minuten und einen Ausblick auf das letzte Drittel:

Wir machen alles richtig. Die Kleinigkeiten zählen heute und da sind wir größtenteils dabei, die gut umzusetzen. Ich glaube, das ist heute ausschlaggebend. Wir haben 40 Minuten gut gespielt. Jetzt schauen wir, dass die letzten 20 Minuten auch noch gut laufen und wir das Ding mit nach Hause nehmen.

48 Sekunden hatte Mannheim zu Beginn des letzten Drittels noch Überzahl, wo Matthias Plachta zwei gute Chancen hatte, sie aber nicht nutzen konnte.
Doch die nächste Chance für ein Powerplay folgte zugleich. Kapitän Frank Hördler kassierte in der 44. Spielminute wegen eines Stockschlags die nächste Berliner Strafzeit. Die Disziplin ließ doch arg zu wünschen übrig. Aber bisher ging es ja zum Glück noch gut. Pavel Gross nahm vor dem Überzahlspiel eine Auszeit, um seine Jungs darauf einzuschwören. Er hatte das Spiel noch nicht abgeschenkt. Und Dennis Endras ging 30 Sekunden später auch noch vom Eis. Pavel Gross also mit dem „Don-Jackson-Move“, der gerne mal seinen Goalie einige Minuten vor dem Spielende vom Eis nimmt. Vielleicht war es aber auch eine Übung für die Playoffs von Pavel Gross, für ein entscheidendes Spiel in einer sehr kurzen Serie. Am Ende ging es jedoch schief, denn Matt White versenkte die Scheibe im verwaisten Mannheimer Tor – 4:0 in Unterzahl (45.).
Damit war das Spiel natürlich entschieden, aber die restliche Spielzeit wurde dann dafür genutzt, um in Sachen Härte ein Zeichen Richtung Playoffs zu setzen. Da waren dann schon einige harte Checks dabei, die beide Teams zu Ende fuhren. Da wollte man dem Gegner deutlich machen, was ihn in den Playoffs erwartet, wenn man erneut aufeinander treffen könnte.
Die Special Teams waren trotzdem noch im Dienst. Sinan Akdag mit der nächsten Strafzeit für die Adler, Powerplay für die Eisbären also. Was aber natürlich ohne Torerfolg blieb.
Mannheim dann auch nochmal mit einem Powerplay nach einer Strafe gegen Kai Wissmann. Und jetzt zappelte die Scheibe im Tor. Matthias Plachta mit dem Ehrentreffer für die Adler – 4:1 (57.).
Damit war die Partie hier durch und die Eisbären nahmen einen überraschend deutlichen Auswärtssieg beim Erzrivalen mit.

Ein Sieg aber, der hochverdient war. Denn man lieferte über 60 Minuten ein Top-Spiel ab und hielt das beste Team der Liga fast über die komplette Spielzeit vom Tor fern. Die Schüsse, die auf das Tor von Mathias Niederberger kamen, waren keine großen Torchancen. Das Gegentor kurz vor Schluss ist sicherlich ärgerlich, war aber zu dem Zeitpunkt egal. Viel mehr überzeugten die Berliner heute mit ihrer kämpferischen Leistung. Man spielte als Team zusammen, jeder half dem anderen und vor dem Tor erwies man sich – im Gegensatz zu gestern – als eiskalt. Vier Tore in Mannheim hat in dieser Saison noch kein Team geschossen.
Die Eisbären überzeugten mit einer starken Defensivarbeit, machten die Räume vor dem Tor zu und zwangen Mannheim so zu Schüssen von außen. Nach vorne schaltete man immer blitzschnell um und nutzte die sich bietenden Chancen effektiv aus. Das Penaltykilling erwischte einen starken Tag, auch wenn es am Ende doch noch einen Gegentreffer gab. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Partie bereits entschieden. Wenn man heute überhaupt etwas kritisieren möchte, dann das Powerplay, was heute überhaupt nicht gefährlich war. Weil aber auch das Penaltykilling der Mannheimer sehr stark war.
Auch die Reihenumstellungen und die kurze Pause vor dem Spiel schwächte die Hauptstädter überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, sie zeigten eine sehr starke Leistung und gaben ein Statement in Richtung Playoffs ab, wenn gleich Matt White von einem Statement nichts wissen wollte:

Es ist wirklich ein sehr gutes Auswärtsspiel gewesen, das war ganz nahe dran am perfekten Auswärtsspiel. Vor allen Dingen hat uns geholfen, dass wir früh gut ins Spiel gekommen sind mit den beiden Toren. Auch vom Schlittschuhlaufen her war das heute eine sehr gute Leistung und das hat durchaus einen Unterschied gemacht. Aber ein Statement war es nicht so kurz vor den Playoffs. Ich erwarte auch in den Playoffs solche Spiele mit viel Körper, mit viel Intensität.

Ryan McKiernan: „Wir sind als Team zusammengewachsen“

Nein, der MagentaSport Cup ist bisher nicht das Turnier der Eisbären Berlin. Drei Spiele hat man absolviert, dreimal verließ man am Ende das Eis als Verlierer, hat bisher einen mickrigen Punkt sowie nur drei erzielte Tore auf dem Konto. Das hatte man sich in der Hauptstadt ganz anders vorgestellt, wollte man doch dieses Turnier gewinnen. Zwar hat man rein rechnerisch auch noch die Chance auf den Halbfinal-Einzug, aber leicht wird das nicht. Auf jeden Fall müssen die noch drei verbliebenen Gruppenspielen gegen Mannheim und München sowie in Schwenningen gewonnen werden. Und dann muss natürlich die Konkurrenz auch noch mitspielen.

Das bisher einzig Positive an diesem MagentaSport Cup aus Berliner Sicht ist sicherlich die deutlich sichtbare Leistungssteigerung vom Spiel Eins bis Spiel Drei. Gegen Schwenningen fand man überhaupt nicht in sein Spiel und kam dann auch relativ schnell von seinem Weg ab und ließ alles vermissen, was ein Eishockey-Spiel ausmacht und verlor somit am Ende verdient mit 1:5.
Gegen Mannheim zeigte man sich dann deutlich verbessert, doch am Ende stand auch da mit 0:3 eine Niederlage. Eine, die man aber hätte vermeiden können. Wenn, ja wenn man endlich die Disziplin in den Griff bekommt und sich nicht zu viele Strafzeiten einhandelt. Zudem war in Mannheim die Chancenverwertung ein weiteres Manko, weshalb man ohne Punkte blieb.
Gestern gegen München schien man daran gearbeitet zu haben, nutzte endlich seine Chancen und führte vor dem Schlussdrittel mit 2:0. Doch dann schwand wie schon in den letzten Dritteln gegen Schwenningen und Mannheim die Kraft und es hagelte Gegentore. Und das 2:2 kassierte man in Unterzahl nach einer vollkommen unnötigen Strafzeit gegen Constantin Braun. Da hätte er sich definitiv cleverer anstellen müssen. Und in der Overtime ließ dann auch noch die Konzentration beim entscheidenden Gegentreffer zu wünschen übrig, als München ungestört das Siegtor erzielen konnte, weil die Zuordnung in der Defensive überhaupt nicht stimmte.

Licht und Schatten also bisher, aber wie bereits angedeutet, gab es in den Spielen auch die positiven Dinge, welche sich von Spiel zu Spiel verbessert haben. Daher sprach Trainer Serge Aubin gestern nach dem Spiel auch davon, dass man in München sein bestes Spiel der bisherigen Vorbereitung bestritten hat (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 21.11.2020):

Betrachtet man nur das Ergebnis, ist es natürlich sehr enttäuschend. Wenn du im 3. Drittel mit zwei Toren führst, musst du den Sack zu machen. Ich denke aber, dass wir unser bisher bestes Spiel bestritten haben. Wir waren von Anfang an aggressiv gegen und geduldig mit dem Puck. Leider haben wir drei Minuten vor Ende des Spiels eine unnötige Strafe im Angriffsdrittel gezogen und dann das Gegentor bekommen. In der Verlängerung ist es dann immer auch ein bisschen ein Glücksspiel. Insgesamt haben wir heute vieles richtig gemacht.

Verteidiger Ryan McKiernan ging sogar noch weiter und sprach davon, dass man auf dieser Auswärtsreise als Team zusammengewachsen sei:

Natürlich sind wir nach dieser Niederlage enttäuscht, aber die beiden Spiele in Mannheim und auch heute waren die besten der bisherigen Vorbereitung. Wir haben gerade heute sehr strukturiert und schnell gespielt. Darauf können wir aufbauen. Auch wenn wir heute wirklich enttäuscht sind, war das ein riesen Schritt in die richtige Richtung. Wir sind auf dieser Auswärtsreise als Team zusammengewachsen.

Die nächste Chance, das zu beweisen, haben die Eisbären am Donnerstagabend, wenn es zum bisherigen Überraschungsteam der Gruppe B, den Schwenninger Wild Wings, geht. Will man den MagentaSport Cup immer noch gewinnen, muss die Aufholjagd da beginnen. Dafür bedarf es dann aber einer konzentrierten Leistung über die vollen 60 Minuten sowie einer fast perfekten Disziplin.

Trotz 0:3 in Mannheim: Die Eisbären sind trotzdem zufrieden mit der Leistung

Zwei Spiele haben die Eisbären Berlin bisher im Magenta Sport Cup absolviert, zweimal stand man am Ende mit leeren Händen da. Während man aber beim 1:5 gegen Schwenningen vollkommen zu recht verlor, war die Leistung beim 0:3 gegen Mannheim gestern deutlich besser, so dass man dieses Spiel sogar hätte gewinnen können. Wenn, ja wenn man die Disziplin endlich in den Griff bekommt und man zudem an der Chancenverwertung arbeitet.

Alleine vier Strafen im ersten Drittel sind einfach zu viel. Auch wenn man diese allesamt dank starken Penaltykilling überstanden hatte, kann so etwas nicht lange gut gehen. Und so war es im Schlussdrittel die fünfte Strafzeit, welche die Adler auf die Sieger- und die Berliner auf die Verliererstraße brachte.
Dabei hatte man selbst genug gute Möglichkeiten, um ein Tor zu erzielen, hatte vor allem im Mitteldrittel phasenweise deutlich mehr vom Spiel als Mannheim, doch letztendlich fehlte es am Glück im Abschluss, aber auch an der nötigen Kreativität, um das Mannheimer Abwehrbollwerk zu knacken.

Doch trotz allem war man mit dem Auftritt in der Kurpfalz gestern Abend zufrieden. Co-Trainer Craig Streu hatte am Ende viel Positives gesehen (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 19.11.2020):

Am Ende steht zwar ein 0:3 auf der Anzeigentafel, aber wir haben heute sehr viel Positives gesehen. In der Defensive haben wir vieles richtig gemacht, nach vorne fehlte jedoch das Durchsetzungsvermögen ein bisschen und wir haben unserer Chancen nicht genutzt. Insgesamt war das Spiel aber in Ordnung.

Einer, der nach Verletzung endlich wieder mitspielen konnte, war Stürmer Leo Pföderl, welcher zum einen natürlich sehr glücklich über seine Rückkehr aufs Eis war, zum anderen beim Spiel dann aber den Unterschied bei den Kleinigkeiten sah:

Im Großen und Ganzen war es ein gutes Spiel von uns und wir können zufrieden sein. Nach dem Spiel gegen Schwenningen war es auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Am Ende waren es dann Kleinigkeiten, die zu den Gegentoren geführt haben. Persönlich bin sehr glücklich, dass ich heute wieder spielen konnte. Ich habe mich sehr gut gefühlt.

Und mit Jacob Ingham absolvierte gestern ein Spieler sein erstes Profispiel in seiner Karriere. Der 20-jährige Goalie, welcher aktuell von den Los Angeles Kings ausgeliehen ist, fand, dass am Ende mehr drin gewesen wäre:

Das war mein erstes Profispiel überhaupt, weswegen ich zu Beginn ein bisschen nervös war. Das hat sich aber schnell gelegt und ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben. Insgesamt war das heute eine gute Leistung, viel besser als zuletzt gegen Schwenningen, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Heute war mehr drin.

Ob man an den besagten Kleinigkeiten und vor allem an der Disziplin und der Chancenverwertung gearbeitet hat, werden wir bereits morgen Nachmittag um 17:00 Uhr sehen, wenn man beim EHC Red Bull München zu Gast ist. Viel Zeit war dafür natürlich nicht, um daran im Training zu arbeiten, aber man wird es zumindest angesprochen haben.

0:3 in Mannheim: Eisbären zeigen sich deutlich verbessert im Vergleich zum Schwenningen-Spiel, stehen aber am Ende doch wieder mit leeren Händen da

Nach dem 1:5-Debakel gegen die Schwenninger Wild Wings wollten die Eisbären Berlin Wiedergutmachung betreiben. Am Donnerstagabend gab es die Gelegenheit dazu, denn man trat beim Erzrivalen Adler Mannheim an. Man zeigte sich zwar deutlich verbessert, doch offenbarte das 0:3 (0:0,0:0,0:3) am Ende zwei Baustellen im Eisbären-Team – die Disziplin in Sachen Strafzeiten und das Toreschießen. Die fünfte Strafzeit im Spiel führte letztendlich zur Vorentscheidung und die mangelnde Chancenverwertung sorgte dafür, dass man das Spiel nicht mehr drehen konnte. Bis zum Saisonstart der PENNY DEL, welcher heute auf den 17.12 festgelegt wurde, gibt es also noch einiges zu tun beim Hauptstadtclub.

Geburtstagskind Jonas Müller, der heute 25 Jahre jung wurde (Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle) hatte natürlich einen Wunsch für das Auswärtsspiel in der Kurpfalz und sagte zudem, was im Vergleich zum ersten Duell gegen Schwenningen (1:5) besser werden muss:

Ein Sieg ist der Wunsch, drei Punkte wären optimal. Wir haben uns in dem Spiel nicht gut genug unterstützt. Wir haben uns gut vorbereitet, wollen die Sachen vom Videostudium umsetzen und besser machen. Die Kommunikation hat nicht gestimmt, wir sind immer mit zwei Mann auf einen Spieler rauf.

Für das Spiel in Mannheim setzte Trainer Serge Aubin auf den 20-jährigen Youngster Jacob Ingham, welcher für Mathias Niederberger zwischen die Pfosten rückte. Auch Stürmer Leo Pföderl kehrte in den Kader zurück und spielte in der ersten Reihe zusammen mit Lukas Reichel und Marcel Noebels.
Verletzungsbedingt fehlten die Stürmer Maxim Lapierre und Nino Kinder. Mit Fabian Dietz war ein weiterer Angreifer für Kooperationspartner Lausitzer Füchse im Einsatz.

Vom ersten Bully an war das Tempo hoch und beide Teams legten sofort den Vorwärtsgang Richtung gegnerisches Tor ein. Beide Teams waren also von Beginn an hellwach. Das waren sie beim ihrem jeweils ersten Spiel gegen München bzw. Schwenningen nicht, denn da lag man bereits früh zurück.
Das hatten die Eisbären also schon besser gemacht, was aber erneut nicht gut lief, war die Disziplin. Insgesamt vier Strafen kassierte man im Auftaktdrittel, weshalb man acht der insgesamt 20 Minuten im ersten Drittel auf der Strafbank saß.
Doch in diesen Unterzahlspielen zeigte man eine ganz starke Leistung, die Box vor dem Tor stand sehr gut und machte es den Gastgebern schwer, zu richtig guten Chancen zu kommen. Weil man die Schusswege klug zu machte und die Adler so zu Schüssen von außen zwang. Wenn es gefährlich wurde, dann allen voran durch Matthias Plachta, aber Jacob Ingham zeigte eine klasse Leistung. Die Eisbären zeigten sich also deutlich verbessert im Vergleich zum Auftaktspiel gegen Schwenningen, als man in vier Unterzahlspielen zwei Gegentreffer kassierte.
Bei Fünf-gegen Fünf zeigten sich die Gäste von der Spree aber auch mal in der Offensive und versuchten, Schüsse abzugeben. Aber wie Berlin stand auch Mannheim sehr kompakt in der Defensive. Bei gleicher Spieleranzahl war es ein Duell auf Augenhöhe. Lediglich in der 14. Spielminute hatten die Adler einen richtig starken Wechsel und gute Chancen durch Cody Lampl, welcher die Scheibe vor dem Tor stehend an den Pfosten abfälschte, Matthias Plachta und Marc Michaelis, an deren Ende Jacob Ingham wieder sehr stark zur Stelle war.
Zum Ende hin noch einmal ein starkes Penaltykilling der Eisbären, welche Mannheim überhaupt nicht in die Formation kommen lassen haben. Mit der Schlusssirene war es dann aber David Wolf, welcher eine Strafe wegen Stockschlags kassierte und den Eisbären so ein Überzahlspiel zu Beginn des zweiten Drittels bescherte.

Und da fanden die Gäste auch ihre Formation, doch auch Mannheim machte die Box vor dem Tor und somit die Schusswege stark zu.
Anschließend weiterhin ein sehr hohes Tempo auf beiden Seiten, die neutrale Zone wurde schnell überbrückt. Und als die Eisbären in Überzahl waren, hätte es beinahe erstmals an diesem Abend geklingelt. Aber Leon Gawanke scheiterte zunächst mit seinem Versuch von der blauen Linie und wenig später auch mit seinem Versuch aus dem Slot, als er frei gespielt wurde und die dicke Chance zur Führung hatte.
Optisch gesehen hatten die Berliner ein Übergewicht in den ersten zehn Minuten. Das änderte sich aber nach dem Powerbreak, als die Mannheimer wieder das Gaspedal fanden und nach vorne spielten. Aber weiterhin standen die Eisbären defensiv sehr kompakt und ließen Schüsse wenn überhaupt nur von außen zu. Und wenn doch mal was durchkam, wurde der Schuss rechtzeitig geblockt.
Die letzten Minuten des zweiten Drittels waren dann ausgeglichen und so stand es auch nach 40 Minuten 0:0. Ein Spiel, was vor allem Verteidiger Kai Wissmann Spaß machte, wie er im Pauseninterview bei Magenta Sport sagte:

Es macht einen Riesenspaß, großer Kampf von Beiden. Wir unterstützen uns viel besser gegenseitig. Wenn mal ein Spieler einen Zweikampf verliert, kommt der nächste zur Hilfe.

Zu Beginn des letzten Drittel bot sich dann den Eisbären die gute Chance zum 1:0, als Mark Zengerle Parker Tuomie auf Reisen schickte. Der Neuzugang mit der Nummer Zehn täuschte kurz an, ums Tor herum zu fahren, zog dann aber vor das Tor und kam per Rückhand zum Abschluss, doch Felix Brückmann war auf dem Posten.
Die Eisbären hatten nach dem ersten Drittel keine Strafzeit mehr kassiert, hatten sich da also deutlich verbessert, doch das sollte nur bis zur 47. Spielminute so bleiben. Leon Gawanke kassierte wegen Haltens die fünfte Strafzeit der Hauptstädter in dieser Partie und diese war letztendlich spielentscheidend. Denn im fünften Powerplay schlugen die Mannheimer eiskalt zu. Markus Eisenschmid hatte vom linken Bullykreis aus abgezogen, Jacob Ingham konnte die Scheibe nicht unter Kontrolle bringen und David Wolf staubte dankend ab – 0:1 (48.)
Mannheim wollte nun natürlich nachlegen und sollte dies vier Minuten später auch tun. Denis Reul schoss von links oben Richtung Tor, Jacob Ingham ließ den Schuss erneut nur prallen und diesmal war es Lean Bergmann, der da stand, wo ein Torjäger nun einmal stehen muss – 0:2 (52.).
Danach die Eisbären sichtbar am Drücker, sie wollten nun unbedingt den Anschlusstreffer erzielen, um noch einmal einen Fuß in die Tür zu setzen. Aber die Mannheimer Defensive stand weiterhin sehr kompakt und ließ kaum etwas gefährliches zu. Den Eisbären mangelte es in dieser Phase an der nötigen Kreativität, um dieses Bollwerk zu knacken.
EHC-Coach Serge Aubin riskierte am Ende alles, nahm 75 Sekunden vor der Schlusssirene auch noch Goalie Ingham zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch das nutzten die Adler zur endgültigen Entscheidung. David Wolf mit einem aggressiven Forechecking gegen Leon Gawanke, erkämpfte so an der Bandenrundung hinter dem Berliner Tor die Scheibe, spielte sie weiter zu Matthias Plachta, welcher keine große Mühe mehr hatte, die Scheibe im verwaisten Berliner Tor unterzubringen – 0:3, 29 Sekunden vor dem Ende des Spiels.

Somit verlieren die Eisbären also auch Spiel Zwei des MagentaSport-Cups. Und doch kann man diesem Spiel mehr positive als negative Dinge abgewinnen. Die Jungs haben eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Schwenningen-Spiel gezeigt. Sie waren von der ersten Sekunde an hellwach, standen defensiv sehr kompakt und machten die Schusswege gut zu. In Unterzahl stand man auch bis zum fünften Unterzahlspiel sehr gut, ließ kaum etwas gefährliches zu. Und bei Fünf-gegen-Fünf war man auf Augenhöhe, in manchen Phasen aber sogar besser als Mannheim. Insofern kann man daraus Positives mitnehmen.
Was aber negativ zu erwähnen ist, ist mal wieder die Sache mit der Disziplin. Alleine im ersten Drittel saß man von 20 Minuten satte acht auf der Strafbank. Danach war man deutlich disziplinierter, kassierte im Schlussdrittel dann aber doch wieder eine Strafe, welche letztendlich spielentscheidend sein sollte.
Und der zweite Fakt, welcher negativ anzumerken ist: Nach den beiden Gegentoren innerhalb von gut fünf Minuten warf man zwar alles nach vorne, doch mangelte es an den nötigen Ideen, an der nötigen Kreativität, um das Abwehrbollwerk um Goalie Felix Brückmann zu knacken. Nach zwei Spielen und 120 Minuten steht somit ein mickriges Tor nur zu Buche, was darauf schließen lässt, dass man bei den Eisbären vielleicht nochmal in der Offensive nachlegen sollte. Denn ein Neuzugang würde dem jungen Team der Eisbären durchaus gut zu Gesicht stehen. Etwas hergeben sollte der Markt in diesen schwierigen Corona-Zeiten ja.

Verteidiger Leon Gawanke fand, dass man fast 50 Minuten ganz gut defensiv gestanden hat:

Ich denke, dass wir heute 60 Minuten ordentliches Eishockey gespielt haben. Natürlich gibt es noch einige Sachen zu verbessern. Auf Dauer geht das mit den Strafzeiten nicht gut. Über 50 Minuten haben wir defensiv ganz gut gestanden. Dann bekommst du zwei Gegentore in fünf Minuten und verlierst das Spiel.

19.04. – Der Tag an dem die Eisbären zum ersten und fünften Mal deutscher Meister wurden

Heute vor 15 Jahren (19. April 2005) wurde Papst Benedikt XVI. gewählt und wir sprachen damals untereinander schon scherzhaft vom „Papst“ Pagé, sollte das dritte Spiel der Finalserie der Eisbären gegen die Adler Mannheim im Welli durch die Hausherren gewonnen werden.

Am späten Abend und fünf Tore (vier für die Eisbären und eins für Mannheim) später bebte der Wellblechpalast und der Freudentaumel begann:

(gefilmt aus dem F-Block des Wellblechpalastes)

Weitere Impressionen zu dieser Meisterschaft und den folgenden sechs findet Ihr z.B. auf Twitter unter dem offiziellen Hashtag der Eisbären: #meistajahre

Die unvergessene erste Meisterschaft führte dazu, dass wir unseren eisbaerlin.de-FanClub gründeten. Bald starteten wir unseren Blog, in dem unser FanClub-Chef Walker seit mehr als einem Jahrzehnt seine Heimspiel-Berichte als WalkersBärenNews und viele weitere Berichte schreibt.

Danke sehr, Cheffe für alles an dieser Stelle!

Einen Bericht schrieb Walker einen Tag nach dem Gewinn des fünften Meistertitels, welchen die Eisbären am 19.04.2011 in Wolfsburg holten:

5:4 – Constantin Braun schießt die Eisbären zum Titel!

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Dieses Wort war wohl gestern Abend das meist benutzte Wort der Eisbärenfans gewesen. Mit einem 5:4 haben die Berliner im dritten Finalspiel in Wolfsburg ihren fünften Titelgewinn perfekt gemacht. Einen Titel, der, wenn man die ganze Saison betrachtet, eher unerwartet war. Doch am Ende zeigten die Hauptstädter wieder ihre Klasse und sicherten sich doch noch den Pott gegen das beste Vorrundenteam der Saison.

Auch das dritte Finalspiel zwischen diesen beiden Teams war hart umkämpft gewesen. Die Wolfsburger, bei denen Ex-Eisbär Daniar Dshunussow im Tor stand, gaben noch einmal alles für ihren großen Traum. Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch auf hohem Niveau.
John Laliberte brachte Wolfsburg nach neun Minuten mit 1:0 in Führung. Die dritte Wolfsburger Führung im dritten Finalspiel – sie sollte wieder ein schlechtes Omen sein. Denn praktisch im Gegenzug glich Mads Christensen zum 1:1 aus (10.). Doch erneut John Laliberte ließ die Wolfsburger von einem vierten Spiel in Berlin träumen – 2:1 (19.).

Im Mitteldrittel spielten die Eisbären dann ihre Klasse aus und drehten die Partie. Zunächst gelang Tyson Mulock in der 23. Minute der 2:2-Ausgleich. Dann legte Florian Busch in der 32. Minute das 3:2 für Berlin nach. Die Eisbären waren also nur noch 20 Minuten vom fünften DEL-Titel entfernt.

Aber Wolfsburg gab sich auch im Schlussdrittel nicht auf und versuchte weiterhin sein Glück. Norm Milley gelang in der 41. Minute der 3:3-Ausgleich. Zwei Minuten später aber eine entscheidende Szene. Derrick Walser lief in Unterzahl (!) alleine Richtung Dshunussow und vollendete zum 4:3.
Wer nun dachte, es sei die Entscheidung gewesen, der hatte die Rechnung ohne die tapfer kämpfenden Wolfsburger gemacht. Denn diese kamen nur zwei Minuten nach dem erneuten Rückstand schon wieder zurück – Kai Hospelt mit dem 4:4 (45.).
Nun war es ein Spiel auf des Messer´s Schneide. Beide Teams wollten die Entscheidung. Und für diese sorgte in der 57. Minute Verteidiger Constantin „Tine“ Braun, der die Eisbären mit seinem Treffer zum 5:4 zum fünften Titel in den letzten sieben Jahren schoss.

Nach der Schlusssirene gab es kein Halten mehr auf dem Eis und auf den Rängen des gut gefüllten Gästeblocks. Auch in der O2 World beim Public Viewing war nach der Schlusssirene die Hölle los. Gegen 3:00 Uhr kam dann auch die Mannschaft noch in die O2 World, um mit weit mehr als 1000 Eisbärenfans die Deutsche Meisterschaft zu feiern.
Dass der Pokal dabei schon lädiert war, war allen egal. In Wolfsburg mussten die Berliner mal kurz den Pokal wieder befestigen, da dieser auf wackligen Füßen stand. Und im letzten Jahr hatte ich mich noch über Hannover aufgeregt, die mit dem Pokal nicht vorsichtig umgegangen waren und er auch kaputt war. Nun machten es die Eisbären den Scorpions also nach…

Das Original ist hier zu finden: http://eisbaerlin.blogspot.com/2011/04/54-constantin-braun-schiet-die-eisbaren.html

 

4:3 n.V. gegen Mannheim: Austin Ortega führt die Eisbären zum Heimsieg gegen den Erzrivalen

Ausgabe #26:

Es gibt Siege, die schmecken Eisbären-Fans besonders gut. Richtig gut. Solche Siege wie gegen den Erzrivalen aus Mannheim nämlich und wenn man deren Fans dann auch noch den Sonderzug kaputt macht, ist es umso schöner. Heute Mittag war mal wieder einer dieser Tage. Die Adler Mannheim waren zu Gast in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena und wurden mit einer Niederlage Richtung Kurpfalz geschickt. Am Ende setzten sich die Eisbären Berlin mit 4:3 n.V. (1:1,2:1,0:1/1:0) gegen die Adler Mannheim durch und verteidigten damit souverän ihren vierten Platz in der DEL-Tabelle. Und sie setzten eine Duftmarke in Richtung Playoffs, wo man sich ja erneut treffen könnte. Wenn es nach Jonas Müller geht, dann am liebsten im Finale, wie er nach dem Spiel in der Mixed-Zone sagte.

Die Stimmung war gigantisch, auf beiden Seiten war die Unterstützung riesengroß. Die Eisbären wurden von ihren Fans lautstark unterstützt, die Adler hatten 1.100 Fans im Rücken, welche die Gäste ebenfalls lautstark supporteten. Aber es gab heute auch diesen einen Moment, in der die Arena am Ostbahnhof komplett still war. Das war vor dem ersten Bully, als es eine Schweigeminute für Dynamo-Legende „Hanne“ Frenzel gab, welcher diese Woche im Alter von 91 Jahren verstorben war. Ruhe in Frieden „Hanne“, wir werden Dich nie vergessen! Nach der Schweigeminute schallte Ihm zu Ehren ein sehr lautes „Dynamo“ durch der Arena!

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Ab da war dann aber wieder Stimmung auf beiden Seiten, der DEL-Klassiker war gestartet. Und die Gäste aus Mannheim erwischten den besseren Start, waren von Beginn an hellwach und dominierten die ersten Minuten. Sie suchten sofort den Weg Richtung Tor von Eisbären-Goalie Justin Pogge und gaben die ersten Schüsse des Spiels ab. Und dann bekamen sie innerhalb kürzester Zeit auch zwei Powerplays in Folge zugesprochen. Das zweite gar vier Minuten lang. Und dann ist es klar, dass man eine Top-Mannschaft wie Mannheim nicht gänzlich in Überzahl aus dem Spiel nehmen kann. Und so gingen die Kurpfälzer auch verdient im zweiten Überzahlspiel in Führung. Der Druck war einfach zu groß und Top-Scorer Borna Rendulic verwertete ein Zuspiel von Ex-Eisbär Mark Katic per Onetimer zum 0:1 (13.).
70 Sekunden lang konnten sich die Adler-Fans über die Führung ihrer Mannschaft freuen, dann schlugen die Hausherren eiskalt zu. Mark Olver kam an die Scheibe, zog ab und diese flog über die Fanghand von Adler-Goalie Johan Gustafsson ins Netz – 1:1 (14.). Die etwas überraschende Antwort der Berliner, aber den Fans war es egal.
Zum Ende hin die Eisbären dann mal in Überzahl und kurz vor der Pause sogar mit zwei Mann mehr. Nun waren die Hausherren kräftig am Drücker und hatten dicke Chancen, aber entweder war Johan Gustafsson zur Stelle oder seine Vorderleute retteten für den bereits geschlagenen Keeper. So endete ein hochinteressantes erstes Drittel mit Playoff-Charakter 1:1. Ein Drittel, welches Lust auf mehr machte,

Und im Mitteldrittel fanden diesmal die Eisbären besser ins Spiel, sie kamen zu guten Chancen. Einzig

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

an der Chancenverwertung mangelte es mal wieder. Und Mannheim? Die kamen einmal vors Tor und schon klingelte es wieder. Die Kurpfälzer konterten die Berliner aus. Phil Hungerecker mit dem Querpass auf Rendulic, welcher erneut zum Onetimer ausholte und Justin Pogge keine Chance ließ – 1:2 (24.).
Wieder Mannheim also vorne, aber die Eisbären hielten weiter gut dagegen und kamen erneut zurück. Kai Wissmann hatte von der blauen Linie abgezogen, statt die Scheibe abzufälschen, blieb sie vor PC Labrie liegen. Also drehte sich der bullige Stürmer kurz und zog ab, mit Erfolg, denn er netzte zum 2:2 ein (28.).
Die Partie wurde nun immer intensiver, die Zweikämpfe nahmen zu und beide Mannschaften ließen immer wieder ihre Klasse aufblitzen. Youngster Tim Stützle war auf einmal auf und davon, stand alleine vor Pogge, aber an diesem scheiterte er dann doch. Im Gegenzug jubelten die Eisbären auf dem Eis, aber es war nicht klar, ob es die Führung war. Denn es ging zum Videobeweis, nach welchem man dann aber auf Tor entschieden hatte. Rückkehrer Louis-Marc Aubry hatte abgezogen, Gustafsson konnte nicht festhalten und Austin Ortega war für den Rebound zur Stelle, schaltete am schnellsten und schob die Scheibe ins Mannheimer Tor – 3:2 (31.).
Danach entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, es ging immer wieder rauf und runter mit Chancen für beide Mannschaften. Die beste aber hatten die Eisbären, als Ryan McKiernan am Pfosten scheiterte. So nahmen die Eisbären also eine knappe 3:2-Führung mit ins Schlussdrittel.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Auch im Schlussdrittel beide Mannschaften auf Augenhöhe. Aber dann zeigten sich die Unterschiede im Powerplay, einer Schwachstelle in der Berliner Mannschaft. Sie hatten zunächst das Überzahlspiel, aber mehr als ein Onetimer von Labrie war nicht drin. Kurz darauf die Mannheimer mit einem Mann mehr auf dem Eis und da zappelte der Puck mal wieder im Berliner Gehäuse. Und auch dieses Tor fiel nach dem Muster der ersten beiden Adler-Treffer: Querpass, Onetimer, Tor. Diesmal legte Joonas Lehtivuori für Matthias Plachta auf und der drosch die Scheibe ins Berliner Tor – 3:3 (51.).
Nun hatte Mannheim wieder Selbstvertrauen getankt und Borna Rendulic wollte seinen Hattrick, nur ihm stand die Latte im Weg. Was die Hauptschiedsrichter aber noch einmal per Videobeweis überprüften, dann aber bei ihrer „One-Ice-Entscheidung“ blieben.
Die Partie ging nun in die Crunch-Time und Mannheim erneut in Überzahl. Und der Druck war enorm, aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl trotz guter Chancen der Adler schadlos.
Die letzte Möglichkeit in der regulären Spielzeit hatten aber die Hausherren durch Maxim Lapierre, welcher frei vor Gustafsson auftauchte, aber am Mannheimer Schlussmann scheiterte. Somit nahmen beide Mannschaften einen Punkt mit und in der Verlängerung ging es nun um den für beide Teams wichtigen Zusatzpunkt.

Und da hatten die Eisbären gleich zu Beginn gute Möglichkeiten, aber das alte leidige Thema der

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Chancenverwertung war wieder aktuell. Dann kassierte Mannheims Top-Scorer Borna Rendulic eine Strafe und die Eisbären nun also mit 4-gegen-3 auf dem Eis. Powerplay für die Eisbären, eine Disziplin, wo sie in früheren Jahren mal für Angst und Schrecken sorgten. Aber seit Jahren ist es das Problemkind der Hauptstädter.
Aber ausgerechnet heute klappte es und dann auch noch in der Verlängerung. Top-Scorer Marcel Noebels mit dem Querpass und der kleine Wirbelwind Austin Ortega holte zum Schuss aus und beendete mit diesem das Spiel, denn die Scheibe flog ins Mannheimer Tor – 4:3 (63.).
Was folgte war riesengroßer Jubel auf dem Eis und den Rängen. Es war eben ein Sieg gegen Mannheim und diese schmecken bekannterweise sehr süß.

Und dieser Sieg war nicht unverdient, er war ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Diese fand schwer rein ins Spiel und hatte große Probleme mit den Gästen aus Mannheim, welche dann auch in Führung gingen. Aber die Eisbären blieben ruhig und kamen zum Ausgleich, welcher zu diesem Zeitpunkt natürlich glücklich war. Doch ab dem Mitteldrittel waren sie richtig da und zeigten Mannheim, was in ihnen steckt. Sie steckten die neuerlichen Rückstand weg und drehten die Partie. Auch der erneute Ausgleich der Adler im Schlussdrittel störte die Eisbären nicht, welche in der Verlängerung sich den enorm wichtigen Zusatzpunkt sicherten.
Der Einsatz, die Moral, der Wille, der Kampfgeist, das zusammen als Team kämpfen – all das war heute da. Jeder hat für Jeden gekämpft, alle vier Reihen können ein Spiel entscheiden, es muss nicht immer die vermeintliche Top-Reihe um Noebels, Sheppard und Pföderl sein. Und das macht die Eisbären so schwer auszurechnen, was gerade im Hinblick auf die Playoffs goldwert sein kann. Dass man nicht von dieser einen Reihe abhängig ist, sondern dass jede Reihe dem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. Die Reise der Eisbären Berlin in der Saison 2019/2020 kann also noch sehr lange gehen.

In Krefeld und gegen Mannheim: Hinein in den Hauptrunden-Endspurt

Jetzt geht es in die Crunch-Time der diesjährigen Hauptrunde der DEL-Saison 2019/2020. Mit dem Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen morgen Abend startet für die Eisbären Berlin das zehn Spiele umfassende Restprogramm bis zum Ende der Hauptrunde. Es wird mal wieder eines dieser Wochenenden der Gegensätze sein. Schließlich trifft man am Wochenende neben dem Kellerkind Krefeld am Sonntagmittag auch noch auf das Top-Team der Adler Mannheim. Das werden also zwei komplett unterschiedliche Spiele werden, denn für Krefeld geht es nicht mehr wirklich um die Playoffs und Mannheim kämpft genau wie Berlin noch um jeden Punkt im Kampf um die bestmögliche Ausgangsposition für die bevorstehenden Playoffs.

Serge Aubin hat dennoch großen Respekt vor dem morgigen Gegner Krefeld (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 13.02.2020):

Krefeld ist eine offensiv sehr gefährliche Mannschaft. Sie brauchen nicht viele Chancen, um Tore zu erzielen. Ich freue mich wirklich darauf, unser Team zu sehen, wie es eine sehr solide defensive Partie abliefert, sehr viel Schlittschuh läuft und den Gegner unter Druck setzt.

Beide Mannschaften werden morgen Abend zum letzten Mal in dieser Saison aufeinander treffen. Bisher spricht die Bilanz mit 2:1-Siegen für Berlin, welche das erste Heimspiel mit 6:2 und das erste Gastspiel in der Seidenstadt mit 4:1 gewannen, dafür aber im zweiten Heimspiel an der Spree von den Pinguinen mit 5:1 abgeschossen wurden. Da ist also noch eine Rechnung offen, welche man mit großer Wahrscheinlichkeit begleichen möchte.
Man darf gespannt sein, wie Krefeld in dieses Spiel gehen wird, geht es doch für sie eigentlich um rein gar nichts mehr angesichts von 14 Punkten Rückstand auf Platz Zehn, welcher für die Pre-Playoffs berechtigen würde. Die Eisbären hingegen werden klar fokussiert in dieses Spiel gehen, geht es doch darum, im Kampf mit Bremerhaven und Düsseldorf Platz Vier und das damit verbundene Heimrecht im Viertelfinale abzusichern. Geht man also mit der nötigen Konzentration in dieses Spiel, nimmt Krefeld auch wirklich ernst und hält 60 Minuten konstant an seinem Gameplan fest, dann sollten die drei Punkte im Gepäck mit zurück in die Hauptstadt reisen.
Aufpassen und in den Griff bekommen müssen die Eisbären vor allem die beiden Angreifer Chad Costelle (46 Scorerpunkte) und Daniel Pietta (42). Wenn die Eisbären diese beiden Spieler aus dem Spiel nehmen, dann sollte es mit dem Sieg klappen.

Das komplette Gegenteil wird dann die Partie am Sonntagmittag (Achtung: Bully um 13:15 Uhr!!!) gegen den Erzrivalen Adler Mannheim werden. Dort wird man eine mehr als hart umkämpfte Partie auf Playoff-Niveau erleben. Beide Mannschaften kämpfen um wichtige Punkte und werden diese nicht kampflos herschenken. Alleine schon aus diesem Grund wird uns da ein hochinteressantes Spiel mit Playoff-Charakter erwarten. Aber natürlich auch aufgrund der Geschichte dieser beiden Traditionsvereine, denn es ist kein Geheimnis, dass sich Berlin und Mannheim auf keinen Fall mögen. Was für noch mehr Würze in diesem ohnehin schon wichtigen Spiel sorgen wird.
In diesem Duell kann man durchaus davon ausgehen, dass das Aufeinandertreffen am Sonntag noch nicht das letzte in dieser Saison sein wird. In den Playoffs könnten sich die Wege dieser beiden Mannschaften durchaus erneut kreuzen. Und die bisherige Hauptrunden-Bilanz spricht mit 2:1-Siegen für Mannheim. Die Adler gewannen beide Heimspiele (4:1/7:3), verloren dafür aber das erste Spiel in Berlin deutlich mit 5:1. Sie werden am Sonntag also auf Wiedergutmachung aus sein.
Bei den Kurpfälzern muss man natürlich auf jede Menge Spieler aufpassen, denn sie verfügen über richtig gute Spieler in ihren Reihen. Zum Beispiel Verteidiger Mark Katic mit satten 31 Scorerpunkten oder aber den Stürmern Borna Rendulic (42), Ben Smith (41), Andrew Desjardins, Jan-Mikael Järvinen (beide 38) und Matthias Plachta (37).
Vorsicht ist also geboten, aber gleiches gilt natürlich auf für Mannheim, denn die Eisbären verfügen aktuell über die Top-Reihe Leo Pföderl, James Sheppard und Marcel Noebels, die im Moment alles kurz und klein schießt.

Gucken wir in die Statistik, sind Punkte morgen Abend in Krefeld definitiv garantiert. Denn seit September 2015 traten die Eisbären nur einmal die Heimreise ohne Punkte im Gepäck an. Und auch Punkte gegen Mannheim sind im Bereich des Möglichen, haben die Berliner doch seit 2017 viermal zu Hause fünf oder sogar mehr Treffer gegen die Kurpfälzer erzielt. Die Aussichten auf dieses Wochenende sehen also schon einmal gut aus, nun liegt es an den Spielern, diese auch in Punkte umzuwandeln.

Und im Hinblick auf die Schlussphase der diesjährigen DEL-Hauptrunde ist es von enormer Bedeutung, dass Stürmer Louis-Marc Aubry wieder zur Verfügung steht. Er wird dem Kader noch mehr Tiefe verleihen und den Berlinern noch mehr Möglichkeiten in der Offensive geben. Sie sind also noch schwerer auszurechnen als ohnehin schon.
Weiterhin fehlen werden hingegen Vincent Hessler, Florian Busch, Sean Backman und Constantin Braun. Dafür kehrt Goalie Marvin Cüpper am Samstag nach seiner Leihe zu Kooperationspartner Weißwasser zurück in die Hauptstadt.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen am 14.02.2020:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Marvin Cüpper, Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Constantin Braun (Knie), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch