Serge Aubin vor dem Heimspiel gegen Köln: „Ich erwarte eine Antwort vom Team“

Zwei Spiele, zwei Siege: So lautet die bisherige Saison-Bilanz der Eisbären Berlin vor dem morgigen fünften Saisonspiel gegen die Kölner Haie. Mit den Domstädtern erwartet der Tabellenvierte der Gruppe Nord den Spitzenreiter dieser Gruppe. Während die Hauptstädter beide Heimspiele gewinnen konnten, haben auch die Haie ihre bisherigen drei Auswärtsspiele gewonnen (4:3 in Bremerhaven/5:4 n.P. in Wolfsburg und 7:2 in Krefeld). Eine Serie wird morgen Abend also enden. Bei den Eisbären hofft man darauf, dass es die der Kölner sein wird. Denn Trainer Serge Aubin erwartet eine Antwort auf das Iserlohn-Spiel vor zwei Tagen:

Für uns ist jedes Spiel wichtig und wir haben leider eine Möglichkeit zum Punkten in Iserlohn verpasst. Ich erwarte eine Antwort vom Team. Köln ist ein solides Team, sie haben einen tiefen Kader. Wir kennen ihren Goalie, er spielt den Puck sehr gut. Wir sind noch dabei sicherzustellen, dass wir unser volles Potential ausschöpfen können. Wir haben Respekt vor Köln, aber ich erwarte eine Antwort von uns, besonders zuhause. Wir wollen unsere Halle verteidigen und das Spiel gewinnen. 

In Iserlohn hatten die Berliner 2:5 verloren und in allen vier Unterzahlspielen ein Gegentor kassiert. Zuvor stellte man noch das beste Unterzahlspiel der Liga, was sich nach diesem Spiel natürlich drastisch verändert hat. Inzwischen hat man nur noch das neuntbeste Penaltykilling der gesamten Liga. Und mit Köln kommt morgen das aktuell beste Powerplay-Team nach Berlin. Kapitän Frank Hördler wurde nach dem heutigen Training gefragt, ob die Special Teams gerade in so einer verkürzten Saison von großer Bedeutung sind:

Ich denke, die Special Teams sind in jeder Saison wichtig, ob es eine lange ist, ob es eine kurze ist. Ich glaube, das hat man auch in den letzten Jahren gesehen, gerade wenn man in Unterzahl bei den Prozenten ganz oben steht, hat man eine gute Chance, am Ende auch in der Tabelle oben zu stehen. Dieses Jahr wird es sicherlich noch ein Stückchen wichtiger. 

Einer, der vor allem in Überzahl für Tore sorgen soll, ist Stürmer Matt White. Dieser hat bisher einen guten Streak mit sechs Punkten in vier Spielen vorzuweisen. Was hat White zur bisherigen Saison zu sagen:

Wir wollen ein paar Tore schießen, dafür sind wir da. Nach dem letzten Spiel müssen wir in allen drei Zonen besser werden. In der Offensive haben wir schon viele Chancen, aber müssen sie noch verwandeln. Sobald wir alle drei Zonen gut im Griff haben, werden die Tore dann auch fallen.

Dass Matt White bisher einer d e r Top-Neuzugänge ist, sieht man ja schon an seinen oben genannten Scorerpunkten. Matt White, welcher die DEL bereits aus seiner Zeit bei den Augsburger Panthern kennt, hat sich schon in Berlin eingelebt:

Ja, es war von Anfang an leicht, da ich bereits ein paar Jungs kannte, weil ich schon mit oder gegen sie gespielt habe. Es war ein einfacher Übergang, ich habe mich direkt wohl gefühlt. Alle haben mich super Willkommen geheißen.

Matt White ist also neu in der Hauptstadt. Mit den Kölner Haien kehren morgen aber zwei Spieler zurück, welche in der vergangenen Saison noch das Trikot der Eisbären trugen – Goalie Justin Pogge und Stürmer James Sheppard. Zudem kennt man in Berlin auch den Kölner Trainer Uwe Krupp sehr gut. Frank Hördler weiß daher auch schon, was die Eisbären morgen Abend erwarten wird:

Ja, wir haben ja lange zusammen mit Uwe trainiert und wissen, dass er die Mannschaft gut einstellen wird. Sie werden viel laufen, werden sehr geradlinig spielen. Er ist ja ein erfolgreicher Spieler gewesen und erfolgreicher Trainer. Ich denke es wird ein sehr schweres Spiel.

Die Eisbären müssen und wollen morgen Abend eine Antwort auf das 2:5 am Seilersee geben. Aber sie kämpfen zudem auch gegen ihre eigene Bilanz daheim gegen die Kölner Haie, welche in den letzten Jahren nicht so rosig aussah. Sechs der letzten neuen Heimspiele verloren die Berliner gegen die Domstädter. Die letzten beiden Spiele in der Arena am Ostbahnhof gingen in die Verlängerung, einmal siegte Berlin (3:2), einmal Köln (5:4).

Chefcoach Serge Aubin kann auf das selbe Personal zurückgreifen wie am Dienstagabend in Iserlohn. Magenta Sport überträgt ab 20:15 Uhr (Bully: 20:30 Uhr) live. Und wir berichten für Euch auf unseren sozialen Netzwerken über das Heimspiel der Eisbären Berlin gegen die Kölner Haie direkt aus der Mercedes-Benz Arena. 

Karriereende! Ex-Eisbären-Kapitän André Rankel hängt die Schlittschuhe an den Nagel

Das Jahr 2020 ist einfach ein grausames Jahr Es fing an mit dem Saisonabbruch der DEL-Saison 2019/2020 in Folge der Corona-Pandemie, weshalb das Playoff-Viertelfinale zwischen den Eisbären Berlin und der Düsseldorfer EG nicht stattfinden konnte. Es folgte das Ende einer Eisbären-Legende nach 17 Jahren beim Hauptstadtclub. Ex-Kapitän André Rankel bekam von den Berlinern nach der abgebrochenen Saison keinen neuen Vertrag mehr und war seitdem auf Vereinssuche. Damals grübelte die Fanszene der Eisbären darüber, wohin es André nun ziehen könnte. Doch wie wir seit Montag wissen, wird es die ewige Nummer 24 der Eisbären nirgendwo mehr hinziehen, außer in den Ruhestand. Denn André Rankel hat seine Karriere beendet. Besser gesagt, er musste sie beenden. Verletzungsbedingt. Rankel dazu (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 30.11.2020):

Es ist natürlich sehr schade, dass ich meine Karriere heute beenden muss. Ich hätte gerne noch 2-3 Jahre Eishockey gespielt, leider macht da meine Schulter nicht mehr mit. Eishockey war ein großer Teil meines Lebens bisher und hat mich sehr geprägt.

Dieser Schritt ist ihm sichtlich nicht leicht gefallen, aber seine Gesundheit geht eben vor und wie er in der neuesten Ausgabe des Eishockey-Podcasts „Bend your Knees“ von Ex-Eisbären-Pressesprecher Daniel Goldstein und dem ewigen „Hooligan“ Stefan Ustorf erzählte, war es auch der Rat der Ärzte, dass seine Schulter dem Eishockeysport nicht mehr standhalten würde.

So endet also die Eishockey-Karriere des André Rankel auf denkbar ungünstige Weise. Er konnte sich wegen des Saisonabbruchs nicht mal mehr von den Eisbären-Fans verabschieden. Aber das wird sicherlich in irgendeiner Form nachgeholt werden, wenn wir wieder in die Arena am Ostbahnhof dürfen und sein Trikot unter das Hallendach gezogen wird. Schon jetzt bekommt man Gänsehaut, wenn man an diesen Moment denkt. Irgendwann wird es so weit sein…

André Rankel verabschiedet sich von der Eishockey-Bühne (Eisbären/City-Press)

Dass André Rankel überhaupt so lange bei den Eisbären Berlin bleiben würde, damit hatte im Jahre 2003 sicherlich keiner gerechnet. Weder die damals Verantwortlichen der Eisbären als auch ich, der damals in sein achtes Jahr als Eisbären-Fan ging. Sozusagen habe ich die Zeit von André bei den Eisbären komplett miterlebt. Die ganzen 17 Jahre.
Insgesamt 865 Spiele hat Rankel für die Berliner absolviert, davon waren 148 Playoff-Spiele mit bei. In dieser Zeit gewann Rankel mit den Eisbären alles, was es zu gewinnen gab. Siebenmal feierte er die Deutsche Meisterschaft mit den Eisbären, einmal den Pokalsieg und einmal die European Trophy. 247-mal durften wir über Tore von André Rankel jubeln, weitere 268 Treffer bereitete Rankel vor. Er kommt somit also auf 515 Scorerpunkte. Das bringt ihn auf Platz Drei der internen Scorer-Wertung des Hauptstadtclubs hinter den beiden anderen Legenden Steve Walker und Sven Felski. Seine 247 Tore bringen ihn sogar auf Platz Eins der internen Torschützenliste.

Beeindruckende Zahlen also, welche André Rankel aufzuweisen hat. Aber wie bereits eingangs erwähnt, dass er so lange bei den Eisbären spielen würde, damit hatte keiner gerechnet. Denn André kam damals vom Lokalrivalen Berlin Capitals und damit hast du generell erst einmal einen schlechten Stand in Berlin-Hohenschönhausen. Du musst dir das Vertrauen der Fans erarbeiten, damit sie dich hier dulden. Eisbären-Legende Hartmut Nickel machte es Rankel auch nicht leicht, wie André kurz nach Bekanntgabe seines Abgangs von den Eisbären im Interview mit Daniel Goldstein erzählte:

Ich war das erste Jahr hier, ich war der Junge aus dem Westen. Ich hatte es nicht leicht bei ihm, ich hatte wirklich ein Jahr lang zu kämpfen. Und irgendwann kam der Punkt, wo er anscheinend was in mir gesehen hat, was jetzt zudem geführt hat, weshalb wir jetzt hier sitzen.

Wenn du Hartmut von dir überzeugen kannst, dann ist das wohl die halbe Miete, um bei den Eisbären Karriere zu machen. Dabei brachte Rankel ausgezeichnete Statistiken mit nach Berlin-Hohenschönhausen. Beim Lokalrivalen kam er in der DNL-Mannschaft auf 90 Spiele, in denen er 69 Tore erzielte und 64 weitere Treffer vorbereitete. Für die Profi-Mannschaft der Capitals kamen dann nochmal zwölf Hauptrundenspiele hinzu, in denen er viermal traf und sechs Treffer vorbereitete. In den Playoffs kamen erneut zwölf Spiele dazu, dabei traf er dreimal und gab vier Torvorlagen.
Mit André Rankel bekam man also einen jungen Stürmer, der wusste, wo das gegnerische Tor steht, der sich aber auch nicht zu schade war, den Mitspielern die Tore aufzulegen.

In Berlin wurde André Rankel Teil der goldenen 85er-Generation, welche am Ende maßgeblich an sieben Meisterschaften beteiligt war. Wenn gleich natürlich die erste Meisterschaft immer noch die ist, mit der die schönsten Erinnerungen verknüpft sind. Schließlich hatte man es so lange versucht, in Berlin endlich den DEL-Pokal in die Höhe stemmen zu dürfen. 2005 war es endlich so weit und Rankel war bereits Teil des DEL-Kaders der Berliner. In dieser Saison gelangen ihm fünf Tore und drei Vorlagen in der Hauptrunde sowie zwei weitere Assists in den Playoffs.
Doch so richtig durch startete Rankel erst in der Saison 2006/2007, als ihm zwölf Tore und 15 Vorlagen in 52 Hauptrundenspielen gelangen. Danach traf er nur noch in zwei Jahren nicht zweistellig. Dreimal traf er 20-mal oder sogar mehr.

Seine punktbesten Saisons spielte er 2009/2010 und 2012/2013. Bei der zuerst genannten Saison waren es 25 Tore und 22 Vorlagen, in jener Saison, als die Eisbären einen neuen Hauptrundenrekord aufstellten. Am Ende scheiterte man dann aber im Viertelfinale in fünf Spielen an den Augsburger Panthern. Eine Niederlage, an der Rankel sehr lange zu knabbern hatte, wie er im Podcast bei Goldi und Usti sagte:

Was ich damals gar nicht verstanden haben und wo ich echt lange gebraucht habe, war die Niederlage damals gegen Augsburg in den Playoffs. Die hat mich echt mitgenommen. Weil wir haben glaube ich den Punkte-Rekord in der DEL gemacht in diesem Jahr. Wir waren so gut als Mannschaft. Dass wir da einen Weg gefunden haben, diese Serie zu verlieren, das hat mich echt lang gewurmt. Obwohl Augsburg auch sehr, sehr gut Eishockey gespielt hat. Aber wir haben uns in der Serie eher selbst geschlagen als dass Augsburg uns geschlagen hat.

In der anderen Saison stand am Ende die siebte und bis heute letzte Deutsche Meisterschaft für die Eisbären Berlin. Es war nach zuvor zwei Saisons als Assistent-Kapitän die erste Saison mit dem „C“ als Kapitän auf der Brust und es sollte seine punktbeste Saison werden. In 48 Hauptrundenspielen traf er 20-mal und bereitete 34 Tore vor, was am Ende 54 Scorerpunkte machte. In den Playoffs waren es anschließend in 13 Spielen nochmal 14 Punkte (vier Tore/zehn Vorlagen).

Neben den sieben Meisterschaften, dem Pokal- und European-Trophy-Sieg stand für ihn aber auch noch eine persönliche Auszeichnung. In der Saison 2010/2011 wurde er mit 18 Scorerpunkten (9/9) in zwölf Spielen zum MVP der Playoffs gewählt. Also zum wertvollsten Spieler der Playoffs. Auch das kann ihm keiner mehr nehmen.

Acht Jahre lang trug André Rankel das „C“ auf der Brust und war in dieser Zeit Führungsspieler, Leistungsträger und für die jungen Spieler im Team immer Ansprechpartner. In dieser Zeit ist er nie als unfairer Spieler aufgefallen und doch wird ihm bei den Fans der Straubing Tigers immer eins nachhängen: Nachdem er in den Playoffs im Vorjahr noch zum MVP gewählt wurde, blieben die Playoffs 2012 für André Rankel in keiner guten Erinnerung. Denn nach einem harten Check in Straubing sperrte ihn die DEL für zehn Spiele, weshalb er für den Rest der Playoffs nicht mehr zur Verfügung stand und die sechste Meisterschaft von außen mit anschauen musste.

Mit André Rankel verlieren die Eisbären Berlin eine Identifikationsfigur, einen Spieler, der sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat und der großen Anteil an sieben Meisterschaften hatte. Aber auch einen insgesamt sehr sympathischen Menschen, mit dem man auch jede Menge Spaß haben konnte. Das hat man bei zahlreichen Interviews gesehen, aber wir vom eisbaerlin.de-Fanclub können das auch ganz genau erzählen. Denn es gab vor gut zehn Jahren mal Fanclub-Treffen mit Spielern der Eisbären Berlin. Der damalige Eisbären-Pressesprecher Daniel Goldstein wies uns Frank Hördler und André Rankel zu. Es sollte ein Treffen von maximal zwei Stunden werden, so Daniel, doch es wurden mehrere Stunden. Weil die Atmosphäre so locker war und man sich als ganz normale Menschen unterhalten konnte und nicht als Fan und Spieler.
So wurde an dem Tag mit den Jungs über Gott und die Welt geredet, natürlich auch über Eishockey und deren Karrieren. Es wurde sich aber beim Tischtennis auch sportlich betätigt und wir können Euch sagen, sie spielen auch Tischtennis ganz gut. Von „Nante“ (Spitzname von Frank Hörder) waren sogar die Kinder mit bei. Und als eine Vase zu Bruch ging, kam von „Nante“ nur die Frage, ob es seine Kinder waren. Als wir sagten, nein, meinte er ganz trocken: „Gut, dann ist es ja auch nicht schlimm!
Humor hatten sie also beide.

Unser Fanclub-Mitglied Eisbaerlin Buschi hat uns auch noch ihre Erinnerung an den damaligen Tag mit Hördler und Rankel zugeschickt:

Mit großer Bestürzung habe ich zur Kenntnis genommen, dass ein ganz großer im Eishockey verletzungsbedingt aufhört, Andre Rankel.

Als Spieler und auch als Mensch habe ich Andre Rankel sehr geschätzt. 
Nur zu gern erinnere ich mich an unsere Fanclub Fete gemeinsam mit Andre Rankel und Frank Hördler. Es war ein fantastisches Erlebnis, welches ich nie vergessen werde. Wir haben gemeinsam Tischtennis gespielt, gegrillt und natürlich wurde sich über die aktuellen Themen in unserem schönen Sport ausgetauscht. Das Highlight war der Stuhlkreis um die Feuertonne.
Schade, dass der Verein uns diese Möglichkeit, sich mit Spielern in den Fanclubs zu treffen, in den darauffolgenden Jahren nicht mehr ermöglicht hat.

Im „Bend your Knees“ Podcast wurde André Rankel abschließend auch noch nach seinem All-Star-Team gefragt. Im Tor konnte er sich nicht zwischen Rob Zepp und Petri Vehanen entscheiden. Zwei Torhüter, welche große Fußstapfen in Berlin hinterlassen haben. Vor den Goalies verteidigen Frank Hördler und Jens Baxmann, beides Mitglieder der legendären und goldenen 85er-Generation der Eisbären Berlin.
Und im Sturm, ja, im Sturm da kommt man eben einfach nicht an der ebenso legendären „RUM-Reihe“ vorbei – André Rankel, Stefan Ustorf und T.J. Mulock, die damals alles kurz und klein schossen und die Eisbären zur Meisterschaft. Dagegen kamen auch die NHL-Stars wie Erik Cole, Claude Giroux oder Danny Briere nicht gegen an. Alles auch super geniale Spieler, aber für Rankel waren es eben seine Reihenpartner.

Eisbären-Geschäftsführer Peter-John Lee ließ es sich natürlich nicht nehmen, auch noch ein paar Worte über die ewige Nummer 24 zu sagen:

Mit André Rankel beendet eines der größten Aushängeschilder der Eisbären-Geschichte seine aktive Laufbahn. Ich möchte mich bei André dafür bedanken, dass er in den vergangenen 17 Jahren ein großer Teil der Eisbären war. Mit zu erleben, wie er als Person reifte und sich zu einem absoluten Top Eishockeyprofi entwickelte, war einfach großartig. Er war immer das perfekte Beispiel eines Vorbilds und Teamplayers. Nicht überraschend führte er uns acht Jahre als Kapitän an. André kam als 17-jähriges Talent zu uns, wurde dank seiner harten Arbeit ein absoluter Leistungsträger und hatte großen Anteil an allen sieben Meisterschaften der Eisbären. Bis heute ist André ein Paradebeispiel der guten Jugendarbeit hier in Berlin.

Mir bleibt nun nur noch eins übrig:

Ich wünschen Dir, lieber André, alles erdenklich gute für Deine neue berufliche Herausforderung, was auch immer Du jetzt machen wirst. Ich danke Dir für wunderschöne und ereignisreiche 17 Jahre in Berlin. Für mich persönlich warst Du immer ein Vorbild und ich habe Dich sehr gerne spielen sehen. Deine Entwicklung vom sehr jungen André zum gestanden Mann mit zu erleben, war einfach nur toll. Du hast das Spiel der Eisbären Berlin über Jahre geprägt und warst eines der Aushängeschilder des Vereins. Dir wurde ein Gesang zu Teil, welcher in den 90er-Jahren eigentlich nur Derek Mayer verdient hatte (… hol die Kelle raus), aber genau das sollte Dir zeigen, welchen Standpunkt Du in der Berliner Fanszene hattest und immer haben wirst. Wir Fans der Eisbären werden Dich nie vergessen und immer mit einem Lächeln im Gesicht an unsere Nummer 24 zurückdenken. Und ich persönlich denke immer wieder an jenen Abend zurück, als Franky und Du bei uns zu Besuch wart. Wie wir immer wieder von Dir, aber auch von Franky, hörten, war es auch für euch ein Abend mit prägender Erinnerung. Vielleicht trifft man sich ja in dieser Formation in Zukunft noch einmal.
Bis dahin alles Gute Dir und Deiner Familie! Bleibt vor allem gesund!

Serge Aubin: „Heute hat keiner seinen Job gemacht“

Bei den Eisbären Berlin ist man mit dem Ziel, das Turnier zu gewinnen, in den MagentaSport Cup gegangen. Vier Spiele später kann man sich von diesem Ziel verabschieden. Denn mit nur einem Punkt, 5:18-Toren und vier Niederlagen in vier Spielen stehen die Berliner abgeschlagen auf dem letzten Platz der Gruppe B.
Hatte man in den Spielen gegen Mannheim und München noch deutliche Leistungssteigerungen im Vergleich zum 1:5-Debakel im ersten Spiel gegen Schwenningen gesehen, sah man gestern ein Rückfall in genau jene Zeit vom ersten Duell mit den Schwarzwäldern. Dabei hatte Verteidiger Ryan McKiernan noch von einem großen Schritt nach dem Spiel in München gesprochen und auch davon, dass man auf dem Auswärtstrip als Team zusammengewachsen wäre.

Davon war gestern Abend definitiv nichts zu sehen. Und so stand den Spielern und Verantwortlichen des Hauptstadtclubs nach einer derben 2:7-Klatsche die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Youngster Lukas Reichel machte das auch deutlich bei seinem Interview direkt nach dem Spiel in Schwenningen bei Magenta Sport:

Ich weiß nicht, was momentan los ist. Wir haben jetzt drei oder vier Spiele in Folge verloren. Wir machen einfach die Kleinigkeiten nicht richtig. Wir arbeiten hart und versuchen es, aber irgendwie klappt der letzte Pass vor dem Tor halt nicht. In der defensiven Zone klappt auch noch nicht alles. Wir nehmen die nächsten Spiele, um es einfach verbessern zu können. Und dann sehen wir, wie es in der Saison aussieht.

Auch Trainer Serge Aubin fand an dieser Partie überhaupt nichts gutes, sondern viel mehr das schlechteste Spiel der bisherigen Vorbereitung (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 26.11.2020):

Die fehlenden Spieler dürfen keine Ausrede für diese Partie sein. Heute hat keiner seinen Job gemacht. Das war mit Abstand unser schwächstes Spiel bisher.

Kapitän Frank Hördler tat vor allem Goalie und gestrige Geburtstagskind Matthias Niederberger leid:

Zu dem Spiel gibt es nichts Gutes zu sagen. Mir tut es für Mathias Niederberger leid, dass er heute an seinem Geburtstag so oft im Stich gelassen wurde.

Das Positive am MagentaSport Cup? Es ist nur ein Vorbereitungsturnier, wo man verschiedene Systeme und weitere Sachen ausprobieren kann, um bestmöglich für die Saison vorbereitet zu sein. Das Negative am MagentaSport Cup? Bisher dürften die Eisbären mit ganz wenig Selbstvertrauen, dafür aber ganz vielen Baustellen aus diesem Turnier heraus gehen.
Offensiv ist man sehr harmlos, stellt mit Chaos-Klub Krefeld den schwächsten Angriff des Turniers (fünf Tore), defensiv stellt man mit 18 Gegentoren die schlechteste Abwehr des Turniers.
Man stellt das schlechteste Überzahl- und Unterzahlspiel.
Defensiv fehlt zu oft die Zuordnung, das gleicht viel mehr einem wildem Hühnerhaufen. Man lässt sich auch viel zu leicht von den gegnerischen Spielern überlaufen, Stichwort Schnelligkeit. In den Laufduellen haben die Eisbären meistens deutliche Nachteile. Zu oft können die gegnerischen Spieler ungestört zum Abschluss kommen, alleine vor den bemitleidenswerten Goalies auftauchen. Diese muss man aus der Kritik rausnehmen. Denn die wurden in den bisherigen Spielen immer wieder im Stich gelassen und bekamen so die Bude voll gehauen.
Vor dem Tor fehlt es an Kreativität, mal eine kompakte Defensive auszuhebeln, um gefährliche Torchancen zu kreieren. Im Spielaufbau fehlt es an Spielwitz, an einem echten Leader, der das Team in solchen Phasen wach rüttelt. Vor dem Tor an einem echten Torjäger, der auch mal aus keiner Chance ein Tor macht. Vielleicht hat man diesen ja mit Kris Foucault jetzt verpflichtet.
Das Powerplay ist seit einigen Jahren d a s Sorgenkind der Eisbären. Den Gegnern dürfte es inzwischen egal sein, wenn man eine Strafzeit gegen die Eisbären kassiert, so harmlos ist das Überzahlspiel der Berliner inzwischen geworden. Eins gefürchtet für seine unglaubliche Wucht in Überzahl, sind die Eisbären in Überzahl mehr zu „Eisbärchen“ verkommen, die keine Angst und Schrecken mit einem Mann mehr verbreiten. Weil man kein richtiges System erkennt, was man eigentlich spielen will. Zudem fehlt ein echter Blueliner, welcher im Powerplay für Gefahr von der blauen Linie sorgt. So wie früher Richie Regehr oder Derrick Walser. Mit Stefan Espeland hatte man auf einen so genannten Blueliner gehofft. Aber auch der aus Bremerhaven nach Berlin gekommene Defender sucht noch nach seiner Form. Wie eigentlich die gesamte Mannschaft.

Von daher ist es ganz gut, dass man nun noch zwei Spiele hat, um die ganzen Sachen abzustellen, welche im Moment nicht laufen. Und bessere Gegner als Mannheim und München kannst du in diesen beiden Duellen nicht haben. Denn die zeigen dir deine Fehler gnadenlos auf und nutzten diese schonungslos aus. Aber genau in diesen beiden Spielen müssen sich die Eisbären das so dringend benötigte Selbstvertrauen für den Ligastart in drei Wochen gegen Bremerhaven holen. Damit man mit einem guten Gefühl in die neue DEL-Saison startet.