2:3 in Mannheim: Ein verschlafenes erstes Drittel sorgt für die dritte Niederlage in Folge

Nun hat es also auch die Eisbären Berlin erwischt: Erstmals in dieser Saison haben die Eisbären Berlin drei Spiele in Folge verloren. Am Sonntagnachmittag verlor man das Spitzenspiel der PENNY DEL bei den Adler Mannheim mit 2:3 (0:3,1:0,1:0). Dabei legten die Adler bereits im ersten Drittel den Grundstein für den Heimsieg. Die Eisbären starteten ab dem zweiten Drittel zwar die Aufholjagd, doch letztendlich reichte es nur zu zwei Toren. Damit blieben die Berliner erst zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Punkt auf fremden Eis.

Eisbären-Coach Serge Aubin standen erneut nur drei Reihen zur Verfügung. Es kam keiner der verletzten oder an Corona erkrankten Spieler zurück ins Line-up. Somit hatte Aubin das selbe Personal zur Verfügung wie bei der 2:3-Niederlage n.V. gegen München am Freitagabend. Und die Reihen ließ er auch unverändert. Auch im Tor blieb alles beim alten, Mathias Niederberger hütete beim DEL-Klassiker das Berliner Tor.

Beide Mannschaften standen sich zum dritten Mal in dieser Saison gegenüber. Beide Spiele fanden in der Hauptstadt statt, einmal gewannen die Eisbären (3:1) und einmal die Adler (3:0). Wer holte sich den Sieg beim ersten Aufeinandertreffen der Saison in der SAP-Arena?

Alles war vorbereitet für ein Spitzenspiel, denn es traf der Tabellenzweite auf den Tabellenersten. Zwei Top-Favoriten auf die deutsche Meisterschaft kreuzten am Sonntagabend die Schläger auf dem Eis in Mannheim. Und die Kurpfälzer hatten den besseren Start. Vom ersten Bully weg Mannheim mit viel Druck, man konnte sich direkt im Angriffsdrittel festsetzen und die ersten Schüsse auf Mathias Niederberger abfeuern. Der Berliner Goalie musste auch früh in höchster Not retten. Die Eisbären standen richtig unter Druck und mussten dann auch den Rückstand hinnehmen. David Wolf versuchte den Bauerntrick, scheiterte damit jedoch, aber Thomas Larkin kam am linken Pfosten an die Scheibe und netzte zum verdienten 1:0 ein (3.).
Den ersten guten Abschluss hatten die Eisbären erst nach rund fünf Minuten, als Sebastian Streu im Slot frei zum Schuss kam, aber an Felix Brückmann scheiterte. Danach kamen die Berliner immer besser ins Spiel und konnten weitere Schüsse auf das Mannheimer Tor abgeben. Nun war es das erwartete Spiel auf Augenhöhe. Denn auch die Adler kamen zu Chancen.
Es ging jetzt hin und her und das mit sehr hohem Tempo. Das Spitzenspiel nahm Fahrt auf und es kam auf beiden Seiten zu hochkarätigen Chancen. Doch die Adler waren es, die ihre nutzen konnten. Nicolas Krämmer schnappte sich die Scheibe an der eigenen blauen Linie, kam über rechts rein ins Angriffsdrittel, fuhr Richtung Mitte und zog ab. Mathias Niederberger hatte bei dem satten Handgelenkschuss keine Chance und so stand es nach 15 Minuten 0:2 aus Berliner Sicht.
Die Hauptstädter versuchten in der Folge eine Antwort zu finden, doch die Mannheimer Defensive stand hinten sehr kompakt und verteidigte alle Eisbären-Versuche souverän weg. Und vorne nutzten die Gastgeber ihre Chancen eiskalt, was aber auch daran lag, dass die Eisbären keine Zuordnung hatten und Mannheim immer wieder zu Überzahl-Angriffen kam. Tim Wohlgemuth erhöhte in der 20. Spielminute auf 3:0. Es roch ganz stark nach der dritten Niederlage in Folge, was es in dieser Saison bisher noch nie gab.

Der bisherige Auftritt der Eisbären gab wenig Hoffnung auf Besserung heute, aber ein Blick in die Statistik schon. Denn die letzten beiden Drittel gehören doch zu den besten der Berliner in dieser Saison. Und man begann das Mitteldrittel auch sehr druckvoll, hätte sich aber beinahe bei einem Scheibenverlust das vierte Gegentor eingefangen. Ruslan Iskhakov war auf und davon, wollte Mathias Niederberger austanzen, scheiterte aber am Berliner Goalie.
Aber es ging im zweiten Drittel genau so weiter wie im ersten. Mit sehr viel Platz in der Berliner Defensive, was Mannheim zu Chancen einlud. Mannheim spielte weiterhin unverändert stark. Vorne erarbeiteten sich die Adler die Chancen und hinten ließen sie wenig von den Eisbären zu, weil man nach wie vor sehr kompakt verteidigte. Und die Eisbären fanden kein Mittel, um dieses Bollwerk zu knacken.
Mitte des zweiten Drittels kassierten die Hausherren durch Ex-Eisbär Mark Katic die erste Strafzeit der Partie. Das zweitschlechteste Powerplay der PENY DEL durfte also ran. Am Freitag beim Heimspiel gegen München war man da ja noch zweimal erfolgreich gewesen. Muss aber eine Ausnahme gewesen sein, denn für Gefahr konnte man in Überzahl hier nicht sorgen. Zur Verteidigung muss man aber auch erwähnen, dass die Kurpfälzer das beste Unterzahlspiel der Liga haben.
Und das Penaltykilling der Adler durfte fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels noch einmal ran. Marcel Noebels scheiterte noch an Felix Brückmann, doch kurz vor Ablauf der Strafe traf Blaine Byron. Mark Zengerle hatte die Scheibe hoch an die blaue Linie gespielt, wo Kai Wissmann abzog. Byron hielt die Kelle in den Schuss und verkürzte auf 3:1 (37.).
Kurz vor Ende des Mitteldrittels musste dann aber mal das Unterzahlspiel der Eisbären ran, denn Morgan Ellis kassierte die erste Strafzeit der Eisbären. Doch dieses überstanden die Berliner problemlos und hatten durch Sebastian Streu sogar die beste Chance. Am Ende blieb es beim 3:1 nach 40 Minuten für Mannheim. Noch war also ein kleines Fünkchen Hoffnung da.

Und der Auftritt im zweiten Drittel war schon besser als im ersten, aber wollte man hier noch etwas Zählbares aus Mannheim mitnehmen, musste eine Leistungssteigerung her. Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte zu Beginn des Schlussdrittels was an seinen Angriffsreihen. Matt White ging in die Reihe zwischen Marcel Noebels und Leo Pföderl und Blaine Byron bildete jetzt eine Formation mit Giovanni Fiore und Kevin Clark zusammen.
Die Eisbären hatten sich auf jeden Fall einiges für den Schlussabschnitt vorgenommen und suchten immer wieder den Weg in die Offensive, wo sie aber auf eine nach wie vor sehr kompakte Adler-Defensive trafen. Was aber zu erwarten war, dass Mannheim sich vor allem auf die Defensive konzentrierte und auf Konter lauerte. Schließlich mussten die Eisbären hier kommen und das taten sie auch. Matt White setzte Marcel Noebels in Szene, doch der Pfosten rettete für Mannheim.
Die Zeit lief den Berlinern nun immer mehr davon und es mangelte ihnen an solch gefährlichen Chancen wie die von Noebels. Die Bemühung konnte man den Eisbären dabei aber nicht absprechen, doch die Adler verstanden es, ihr Tor zu verteidigen und ließen wenig zu. Gefordert wurde die Mannheimer Defensive aber rund vier Minuten vor dem Ende nochmal, als Sinan Akdag die dritte Strafzeit für die Hausherren kassierte. Das Powerplay mussten die Eisbären nun natürlich nutzen, sollte es hier noch mit Punkten in der Kurpfalz klappen. Doch man spielte es zu kompliziert, fand keine Anspielstation und konnte für keinerlei Gefahr vor Felix Brückmann sorgen. Da hatte man eine dicke Chance für den Anschlusstreffer vertan.
68 Sekunden vor dem Ende des Spiels nahmen die Eisbären die Auszeit, Co-Trainer Craig Streu gab die letzten Anweisungen. Goalie Mathias Niederberger blieb für die letzten Sekunden auf der Bank, die Eisbären versuchten es also jetzt mit sechs Spielern. Und verkürzten auf 2:3. Morgan Ellis brachte die Scheibe von der blauen Linie auf das Tor, dort entstand ein Gewühl, in dem Matt White die Übersicht behielt und den Anschlusstreffer erzielte. 50,4 Sekunden waren da noch auf der Uhr. Und beinahe wäre Leo Pföderl noch der Ausgleich gelungen, doch sein Solo entschärfte Felix Brückmann, der Mannheim damit den knappen 3:2-Sieg sicherte.

Das Spiel hat man im ersten Drittel verloren. Da konnten die Eisbären dem Druck der Mannheimer nicht stand halten und lagen mit 0:3 hinten. Im Mitteldrittel fand man dann einen Weg ins Spiel und konnte auch auf 1:3 verkürzen, aber so wirklich gut war das Drittel auch noch nicht. Im letzten Drittel warfen die Eisbären dann nochmal alles nach vorne und machten ordentlich Druck, doch mehr als der Anschlusstreffer von Matt White gelang den Berlinern dann nicht mehr. Somit beendet man das Wochenende der Spitzenspiele mit nur einem Punkt.
Wenn man etwas Positives mitnehmen will, dann den Fakt, dass man auch heute wieder in Überzahl getroffen und somit drei der vier Treffer an diesem Wochenende im Powerplay erzielt hat. Wenn man genau ist, eigentlich alle vier, denn das 2:3 fiel bei 6-5 auf dem Eis. Und auch von der Disziplin her war es mit nur einer Strafzeit ein gutes Zeichen.
Ansonsten wird das Trainerteam dieses Spiel aufarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Und einen großen Teil wird dabei garantiert das erste Drittel spielen, denn dort hat man eben diesen DEL-Klassiker heute verloren.

3:4 gegen Nürnberg: Der dreifache Ryan Stoa schockt die Eisbären Berlin

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #20:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Sonntagnachmittag verloren. Gegen die Nürnberg Ice Tigers unterlag man am Ende knapp mit 3:4 (1:1,2:1,0:2) und steht nun im neuen Jahr schon bei zwei Heimniederlagen in drei Heimspielen. So richtig in den Griff bekommt man das Heim-Problem also auch 2022 nicht.

Eisbären-Coach Serge Aubin ließ die Angriffsreihen und Defensiv-Pärchen im Vergleich zum 7:4-Sieg in Düsseldorf unverändert. Einzig im Tor gab es eine Änderung. Tobias Ancicka bekam den Start, dafür nahm Stammgoalie Mathias Niederberger auf der Bank Platz. Coach Aubin standen auch heute gegen Nürnberg nur drei Reihen zur Verfügung. Vor dem ersten Bully gab es dann auch noch die Info vom Pressesprecher Leo Imme, dass sich neben Manuel Wiederer und Bennet Roßmy nun auch Yannick Veilleux mit dem Coron-Virus infiziert hat. Allen drei weiterhin gute Besserung und eine schnelle Genesung.

Beide Teams standen sich zum dritten Mal in dieser Saison gegenüber. Bisher gewann stets das Auswärtsteam. Berlin gewann mit 6:2 in Nürnberg, die Franken revanchierten sich dafür mit einem 3:1-Sieg in der Hauptstadt. Ging diese Serie heute so weiter? Aus Sicht der Eisbären hoffte man natürlich auf ein Ende der Serie.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Den Start verpennten die Berliner jedoch. Ganze 24 Sekunden waren gespielt, da gingen die Ice Tigers schon in Führung. Dane Fox kam über rechts ins Angriffsdrittel, passte die Scheibe scharf vor das Tor, wo Chris Brown lauerte und zum 0:1 einnetzte (1.). Scheint irgendwie in 2022 normal zu sein, dass die Eisbären immer in Rückstand geraten. Denn auch im vierten Spiel des neuen Jahres lag man mit 0:1 hinten.
Und die Franken blieben offensivfreudig. Der nächste Angriff rollte auf Tobias Ancicka zu, Greg MacLeod kam zum Abschluss, doch dieses Mal konnte Ancicka die Scheibe parieren. Die erste Minute war noch immer nicht abgelaufen.
Die Eisbären fanden dann so nach und nach ins Spiel und gaben auch die ersten Torschüsse ab, welche Niklas Treutle im Nürnberger Tor aber vor keine größeren Probleme stellten. Da auch die Franken weiterhin den Weg nach vorne suchten, entwickelte sich hier eine Partie auf Augenhöhe, in der es hin und her ging und welche hart umkämpft war.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Vor dem ersten Powerbreak konnten sich die Eisbären erstmals richtig festsetzen im Nürnberger Drittel und Druck erzeugen. Gegen die Ice Tigers war eine Strafzeit angezeigt und sofort fanden die Berliner ihre Formation, konnten daraus aber noch kein Kapital schlagen. Die nächste Chance dazu bot sich dann aber, als die Strafe gegen Nicholas Welsh ausgesprochen wurde und die Eisbären das erste Powerplay des Spiels hatten. Man war zwar bemüht und Giovanni Fiore kam auch zu zwei guten Chancen, aber die beste Chance hatten die Gäste in Unterzahl, als Max Kislinger im Slot zum Abschluss kam, doch Tobias Ancicka fuhr die Schoner aus.
Danach die Hausherren aber weiter unterwegs Richtung Nürnberger Tor. Doch Mark Zengerle scheiterte nach klasse Vorarbeit von Matt White an Treutle und White scheiterte am Aluminium. Aber die Berliner näherten sich immer mehr an und der Ausgleich wäre inzwischen verdient gewesen. Und der fiel dann auch in der 13. Spielminute. Der Druck in dieser Phase wurde immer größer und am Ende war es Leo Pföderl, dem die Scheibe vor dem leeren Tor vor die Kelle fiel. Diese Chance ließ sich der ehemalige Nürnberger natürlich nicht nehmen – 1:1.
Auch nach dem Ausgleich waren die Berliner weiterhin die bessere Mannschaft und hatten rund vier Minuten vor der ersten Drittelpause die zweite Chance, in Überzahl zu agieren. Aber es bleibt dabei, das Powerplay der Eisbären bleibt ungefährlich in dieser Saison. Mit einem 1:1 ging es somit in die Kabinen. Aus Nürnberger Sicht dann doch schmeichelhaft, hatten die Berliner das Spiel doch inzwischen komplett im Griff und sich auch jede Menge Chancen erspielt, doch außer dem Tor von Leo Pföderl sprang dabei noch nicht viel Zählbares heraus. Aber die Richtung und der Einsatz stimmten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im Mitteldrittel kassierten die Hauptstädter dann erst einmal die erste Strafzeit der Partie, Kapitän Frank Hördler nahm sich der Sache an und ging auf die Strafbank. Und da durfte er gleich einmal für vier Minuten Platz nehmen, denn er kassierte 2+2-Minuten wegen eines hohen Stocks. Aber das Penaltykilling wusste einmal mehr zu überzeugen und so überstand man die vier Minuten in Unterzahl relativ schadlos und vor allem ohne Gegentor. So etwas gebt einem Team dann auch noch mal Selbstvertrauen.
Und wie antwortet man auf ein vier minütiges Unterzahlspiel? Genau, mit einem Tor! Matt White klaute Ex-Eisbär Blake Parlett die Scheibe in der neutralen Zone, zog rechts raus, guckte sich Niklas Treutle aus und düpierte diesen, denn dem Nürnberger Goalie rutschte die Scheibe durch – 2:1 (28.).
Zwölf Sekunden später aber war das schon wieder Schnee von gestern. Denn Ryan Stoa war durch und ließ auf der Gegenseite Tobias Ancicka keine Chance – 2:2 (28.). Die direkte Antwort der Ice Tigers also.
Mitte des zweiten Drittels musste Ex-Ice-Tiger Leo Pföderl wegen eines Bandenchecks auf die Strafbank. Nürnberg also mit der nächsten Chance, in Überzahl erfolgreich zu sein. Was aber in vier Minuten schon nicht klappte, funktionierte erst recht nicht in zwei Minuten. Auch dieses Unterzahlspiel überstanden die Eisbären ohne Gefahr und Gegentor.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Nürnberg ließ die Überzahlspiele liegen, die Eisbären trafen dagegen bei 5-5. Kai Wismann hatte die Scheibe an der blauen Linie bekommen und diese postwenden zurück Richtung Tor geschossen. Auf dem Weg dorthin hatte sie Sebastian Streu noch abgefälscht und so führten die Berliner wieder – 3:2 (35.). Der Treffer wurde von den beiden Hauptschiedstrichtern Lasse Kopitz und Aleksi Rantala aber noch einmal überprüft, dieser hielt er stand und fand Anerkennung.
Die Eisbären erhöhten danach nochmal den Druck und wollten gleich nachlegen, doch Nilas Treutle hatte etwas dagegen. In den letzten beiden Minuten des zweiten Drittels bot sich den Berlinern dann noch einmal die Chance, etwas an ihrer Powerplayquote zu ändern. Zwar konnten die Berliner durchaus für Gefahr sorgen, doch erneut sollte kein Treffer fallen. Dafür gab es zwei Sekunden vor der Drittelpause noch einmal ein paar Auseinandersetzungen vor dem Nürnberger Tor. Am Ende fanden sich Jonas Müller und Giovanni Fiore auf Berliner Seite sowie Ex-Eisbär Blake Parlett und Max Kislinger auf Seiten der Nürnberger in der Kühlbox wieder. Danach war aber erst einmal das Mitteldrittel vorbei und die Gemüter beider Mannschaften konnten sich erst einmal abkühlen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Drittel hätte Matt White dann beinahe ein zweites Mal zugeschlagen, doch das Alumnium stand ihm erneut im Weg. Danach gab es viel Platz auf dem Eis, denn die Franken hatten ein 4-3-Powerplay, nach dem bei den Berlinern Jonas Müller und Leo Pföderl auf der Strafbank saßen. Bei den Franken saß nur Tyler Sheehy. Doch bisher wusste das Powerplay der Ice Tigers nicht zu überzeugen bzw. war das Penaltykilling der Hausherren sehr stark. Diesmal sah das Überzahlspiel der Franken schon deutlich besser aus und es sprangen sowohl bei 4-3 als auch 5-4 Chancen heraus, welche die Gäste jetzt auch zu nutzen wussten. Nach einem gewonnenen Bully hatte Nicholas Welsh abgezogen, am Ende war es erneut Ryan Stoa, welcher erfolgreich abstauben konnte – 3:3 (46.).
Es ist eben nicht immer schlau, so viele Strafen zu nehmen, denn irgendwann klingelt es dann auch im Tor. Dabei wollte man doch gerade Strafen vermeiden. Klappte nur heute nicht, denn Pföderl machte den „Strafbank-Hattrick“ perfekt. Eindeutig zu viele unnötige Strafzeiten jetzt wieder. Immerhin überstand man diese Unterzahl jetzt schadlos.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Doch einen Spieler bekam man heute nicht in den Griff. Ryan Stoa traf bei 4-4 auf dem Eis zum dritten Mal und brachte die Franken zum zweiten Mal heute Nachmittag in Führung – 3:4 (51.).
Nun waren die Hausherren wieder gefordert, wollte man den dritten Sieg in Serie einfahren. Sie versuchten auch, eine Antwort zu finden, aber viel Raum gab Nürnberg nicht vor dem eigenen Tor. Aber wenn die Eisbären eins in dieser Saison auszeichnet, dann der Fakt, dass man irgendwie immer einen Weg findet, solche engen Spiel noch zu gewinnen. Doch dafür brauchte es jetzt auch mal eine Idee, denn die Zeit lief den Berliner davon. Aber das Defensiv-Bollwerk der Ice Tigers machte es den Eisbären auch sehr schwer. Nürnberg stand sehr kompakt und warf sich in jeden Schuss und blockte ebenso jenen Schuss. Der Einsatz der Franken war hier schon sehr vorbildlich. Und jeder Block wurde lautstark von der Nürnberger Bank gefeiert.
100 Sekunden vor dem Ende verließ Tobias Ancicka seinen Arbeitsplatz. Fortan versuchten sechs Eisbären, hier doch noch den Ausgleich zu erzielen. Doch das sollte nicht mehr klappen, denn Nürnberg brachte das 4:3 über die Zeit. 

Eine bittere Niederlage, die nicht hätte sein müssen. Denn man brauchte zwar erst den Weckruf durch das schnelle 0:1, war danach aber die deutlich bessere Mannschaft und hätte nach dem ersten Drittel eigentlich führen müssen. Tat man dank einer schlechten Chancenverwertung aber nicht. Im Mitteldrittel ging man zwar in Führung, schenkte diese aber nur zwölf Sekunden später wieder her. Auch die erneute Führung nach 40 Minuten konnte man nicht verteidigen, weil man am Ende zu viele Strafzeiten kassierte und Nürnberg das zum 3:3 ausnutzte. Am Ende war es dann ein Spiel, welches in jede Richtung hätte kippen können, doch Ryan Stoa sorgte mit seinem Hattrick für lange Gesichter bei den Eisbären Berlin.

7:4 in Düsseldorf: Eisbären verspielen 4:1-Führung, finden aber am Ende doch noch einen Weg, um das Spiel zu gewinnen.

Die Eisbären Berlin haben den zweiten Sieg in Serie eingefahren. Am Freitagabend setzten sich die Hauptstädter mit 7:4 (2:1,2:2,3:1) bei der Düsseldorfer EG durch und festigten damit die Tabellenführung in der PENNY DEL. Dabei verspielten die Berliner zwischenzeitlich eine 4:1-Führung, fanden am Ende aber doch noch einen Weg, um das Spiel für sich zu entscheiden.

Eisbären-Coach Serge Aubin musste auf Manuel Wiederer (Corona) und Yannick Veilleux (fühlte sich nicht gut) im Vergleich zum Augsburg-Spiel verzichten. Und so wurden die Angriffsreihen auch verändert und auf drei Reihen reduziert. Die Paradereihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron blieb zusammen. In der zweiten Reihe ersetzte Giovanni Fiore Kevin Clark und stürmte an der Seite von Matt White und Mark Zengerle. Die dritte Reihe bildeten Kevin Clark, Sebastian Streu und Marco Baßler. Eric Mik war als siebter Verteidiger dabei. Und im Tor stand Mathias Niederberger.

Zweimal trafen beide Teams in dieser Saison bisher aufeinander, zweimal gewann die DEG und das jeweils in Berlin – 1:3, 6:7 n.V.

Verhaltener Beginn im ISS-Dome, was sicher auch daran lag, dass die Eisbären angesichts von nur drei Reihen mit ihren Kräften haushalten wollten. Die DEG war die aktivere Mannschaft zu Beginn, etwas hochkarätiges sprang dabei aber nicht heraus außer ein paar Schüssen auf das Berliner Tor.
Die Gäste aus der Hauptstadt fanden dann aber auch ins Spiel und zeigten sich mal im Angriffsdrittel, wo man sich auch mehrmals festsetzen konnte, doch die DEG ließ ebenso wenig Platz für gefährliche Abschlüsse. Dennoch war es keine schlechte Partie, denn beide Teams waren offensiv ausgerichtet und spielten mit viel Tempo.
Die erste gefährliche Szene vor dem Tor gehörte den Hausherren. Die Rheinländer brachten die Scheibe vor das Berliner Tor, dort entstand eine unübersichtliche Situation, in der Carter Proft die Übersicht behielt und zum 1:0 einschießen konnte. Im dritten Spiel im neuen Jahr der dritte Rückstand der Eisbären.
Doch die Berliner schlugen nur zwei Minuten später eiskalt zurück. Kapitän Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen und Marco Baßler fälschte die Scheibe entscheidend ab – 1:1 (12.). Das erste Tor des Neuzuganges im Trikot der Eisbären.
Was einmal klappt, klappt auch zweimal. Frank Hördler zog aus identischer Position ab und dieses Mal war es Mark Zengerle, welcher vor dem Tor die Scheibe als letzter berührte – 2:1 (16.).
Die Gäste zeigten sich hier äußerst effektiv in den ersten 20 Minuten, denn die DEG hatte deutlich mehr Schüsse zu diesem Zeitpunkt abgegeben. Aber viel Gefahr konnten sie damit nicht erzeugen, während die Berliner zweimal gut vor dem gegnerischen Tor „parkten“ und so führte man hier nach 20 Minuten mit 2:1.

Im Mitteldrittel legten die Berliner gleich noch einen drauf. Kai Wissmann wurde im Angriffsdrittel angespielt, hatte zu viel Platz und Zeit, holte zum Schlagschuss aus und hämmerte die Scheibe ins Tor – 3:1 (23.).
Und jetzt waren die Berliner richtig gut drin, fingen die Scheibe ab, Blaine Byron kam über rechts zum Abschluss und schon stand es 4:1 (25.). Das ging jetzt alles zu schnell für die DEG. Und den Eisbären gab das natürlich noch mehr Selbstvertrauen, was bei so einer kurzen Bank wichtig war. Bei der DEG kamen dagegen die Gedanken zurück, welche man nach sechs Niederlagen in Folge mit sich rum trägt. Die Verunsicherung war zu spüren, was auch die Eisbären merkten und so versuchten sie, direkt nachzulegen. Sie dominierten das Spiel nun voll und ganz, Düsseldorf wurde immer weiter ins eigene Drittel rein gedrängt und geriet ins schwimmen.
Die DEG konnte sich dann zwar mal befreien, aber dennoch waren die Eisbären weiter am Drücker. Und rund sechs Minuten vor der zweiten Pause bot sich den Eisbären auch noch die Chance, in Überzahl nachzulegen. Aber das Powerplay ist ja d a s Sorgenkind der Berliner. Doch das sollte auch nur 44 Sekunden dauern, dann musste auch Kai Wissmann auf die Strafbank. Und das nun folgende 4-4 wusste die DEG für sich zu nutzen. Daniel Fischbuch kam über rechts zum Abschluss und düpierte Mathias Niederberger, denn die Scheibe rutschte dem Berliner Goalie durch die Schoner – 4:2 (35.).
Der Ex-Eisbär hauchte seiner DEG also nochmal neues Leben ein. Und die Chane zum dritten Tor bot sich den Hausherren ja auch direkt im Powerplay, denn rund 40 Sekunden hatte Düsseldorf dann noch einen Mann mehr auf dem Eis. Brenzlig wurde es zwar vor Niederberger, aber ein Tor sollte der DEG hier nicht gelingen. Das gelang ihnen dann aber bei angezeigter Strafzeit gegen Berlin. Tobias Eder war der Torschütze gewesen und auf einmal stand es nur noch 3:4 (37.).
Nicht nur den Eisbären gelang also hier der Doppelschlag, auch Düsseldorf schlug zweimal innerhalb kürzester Zeit zu und plötzlich war wieder Spannung im Spiel. Und nun war es die DEG, welche hier am Drücker war. Nun waren es die Eisbären, die jetzt erstmal unter Druck waren. So schnell kann es eben im Eishockey gehen. Die Berliner retteten die 4:3-Führung aber in die Drittelpause und konnten sich so noch einmal für das letzte Drittel sammeln. Denn da würde die DEG noch einmal alles nach vorne werfen und die Kraft-Frage würde wieder eine Rolle spielen.

Denn die DEG konnte ja mit vier Reihen spielen, während die Eisbären nur drei zur Verfügung hatten. Und es passierte das, was zu erwarten war. Ex-Eisbär Cedric Schiemenz ließ Morgan Ellis alt aussehen und netzte zum 4:4 ein (44.). Die Eisbären hatten leichtfertig ein 4:1 verspielt, obwohl man eigentlich alles im Griff hatte. Doch durch Nachlässigkeiten brachte man Düsseldorf wieder zurück ins Spiel und auf einmal war man wieder an das 6:7-Spiel in Berlin erinnert. Auch da vernachlässigten die Berliner ihre Defensive.
Die Eisbären versuchten danach eine Antwort zu finden und sorgten auch für Gefahr vor Hendrik Hane. Aber es fehlte ihnen noch das Glück im Abschluss. Doch die Richtung stimmte nun wieder. Und als Blaine Byron die Scheibe hatte und keine Anspielstation fand, zog er einfach mal ab. Mit Erfolg, die Scheibe schlug im Winkel ein – 5:4 (50.). Da trifft dann eben das Motto wieder zu: „Jede Scheibe auf das Tor ist eine gute!“. Angedeutet hatte sich das Tor aber nicht, doch das war den Eisbären relativ egal.
Nun hatten sich die Vorzeichen wieder geändert, denn jetzt musste Düsseldorf wieder eine Antwort finden und mehr ins Spiel investieren. Aber die Eisbären ließen hinten nicht mehr viel zu und vorne sorgten sie für die endgültige Entscheidung. Giovanni Fiore sah Matt White am linken Pfosten stehen und der schoss die Scheibe ins leere Tor – 6:4 (59.).
DEG-Coach Harold Kreis versuchte dennoch alles und nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Das nutzten jedoch die Berliner zum 7:4, Marcel Noebels mit dem Empty-Net-Goal (60.). So zogen die Eisbären nochmal den Kopf aus der Schlinge und sicherten sich die nächsten drei Punkte.

Mal wieder ein Spiel, in dem die Eisbären ihre zwei Gesichter und erneut nicht über 60 Minuten Konstanz zeigten. Die DEG fand besser ins Spiel und ging folgerichtig in Führung. Doch durch gnadenlose Effektivität drehten die Berliner noch im ersten Abschnitt das Spiel. Im Mitteldrittel hatte man dann vermeintlich alles im Griff, zog auf 4:1 davon, verpasste es im Anschluss aber, das Spiel zuzumachen. So brachte man Düsseldorf durch Nachlässigkeiten wieder zurück ins Spiel und die Rheinländer wussten das zu nutzen. Im Schlussdrittel glich die DEG tatsächlich zum 4:4 aus, aber die Eisbären bewiesen einmal mehr, dass sie auch in engen Spielen Wege finden, diese für sich zu entscheiden. Ein Talent, welches in den Playoffs noch wichtig werden könnte. Dennoch dürften Trainer Serge Aubin die Unkonzentriertheiten mitten im Spiel geärgert haben. Eine Reaktion zeigten seine Spieler dann aber im Schlussdrittel.

5:1! Matt White erlegt Bremerhaven mit drei Toren im Alleingang

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #17:

Die Eisbären Berlin haben das Heimspiel-Jahr 2021 mit einem weiteren Heimsieg abgeschlossen. Gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven setzten sich die Berliner deutlich mit 5:1 (1:0,1:0,3:1) durch und festigten damit ihre Tabellenführung. Angesichts des Ergebnisses würde man von einer klaren Sache für die Eisbären sprechen, doch das war es bei weitem nicht. Bremerhaven machte ein starkes Auswärtsspiel, nutzte aber seine Chancen nicht so effektiv wie die Berliner, die zudem auch noch mit Mathias Niederberger einen absoluten Teufelskerl im Tor hatten.

Eisbären-Coach Serge Aubin musste kurzfristig auf Top-Stürmer Blaine Byron verzichten, der sich nicht gut gefühlt hatte und somit geschont wurde. Yannick Veilleux vertrat ihn wie schon bei seinem letzten Ausfall in der Paradereihe mit Marcel Noebels und Leo Pföderl. Veilleux‘ Platz in der Formation mit Mark Zengerle und Giovanni Fiore nahm derweil Verteidiger Simon Després ein, der das ja auch schon in dieser Saison tat und sich in der Offensive pudelwohl fühlt. Die anderen beiden Angriffsreihen blieben unverändert. In der Defensive gab es jedoch Veränderungen. Morgan Ellis und Jonas Müller bildeten ein Duo, Kai Wissmann verteidigte an der Seite von Nicholas B. Jensen und Eric Mik spielte zusammen mit Kapitän Frank Hördler. Und im Tor stand Mathias Niederberger.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Von Beginn legten beide Mannschaften ein hohes Tempo an den Tag, überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten den Abschluss. Hochkarätige Chancen entstanden dabei aber nicht. Die Chance dazu bot sich Bremerhaven nach sechs Minuten, als Giovanni Fiore die erste Strafzeit der Partie kassierte. Und die Pinguins kamen auch zu zwei guten Chancen, eine davon fischte Mathias Niederberger sehenswert mit der Fanghand herunter. Dafür bekam er natürlich Applaus von den Rängen der Arena am Ostbahnhof. Die Eisbären überstanden die Unterzahl schadlos.
Kurz darauf bot sich dann den Hauptstädtern die Chance, in Überzahl in Führung zu gehen. Ross Mauermann musste bei den Gästen in die Kühlbox. Aber gefährlich wurden die Eisbären dabei nicht, kein Wunder bei dem Powerplay in diesem Jahr.
Insgesamt gesehen war es eine sehr hart umkämpfte Partie, was bei Duellen zwischen Berlin und Bremerhaven schon normal ist. Beide Mannschaften gaben keine Scheibe und keinen Zentimeter Eis verloren. Defensiv wurden die gefährlichen Räume sehr gut zugemacht, weshalb es wenig hochkarätige Chancen gab.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Den Eisbären bot sich sechs Minuten vor der ersten Drittelpause die zweite Chance, in Überzahl etwas gefährliches zu kreieren. Besser als das erste Powerplay sah es schon mal aus, doch trotz guter Möglichkeiten brachte es keinen Erfolg.
Drei Minuten vor der ersten Pause war Ziga Jeglic auf und davon, wollte Mathias Niederberger ausspielen, scheiterte jedoch und vergab die dicke Chance zur Führung. In dieser kurzen Phase waren die Gäste am Drücker und die Eisbären hatten große Probleme, sich mal von dem Druck zu befreien. Mathias Niederberger rückte in den Mittelpunkt des Geschehens, hielt sein Tor aber weiterhin sauber.
Selbiges galt aber nicht für Ex-Eisbären-Goalie Maximilian Franzreb, welcher 16,4 Sekunden vor der ersten Drittelpause doch noch durch Matt White bezwungen wurde. Ein Tor zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt – 1:0 (20.). 

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Gäste aus Bremerhaven kamen wild entschlossen aus der Kabine und wollten direkt den Ausgleich erzielen. Aber auch die Eisbären suchten den Weg vor das Tor von Franzreb. Doch das optische Übergewicht gehörte wieder der Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch.
Doch dann kassierte Bremerhaven die erste Strafzeit im zweiten Drittel und ermöglichte den Eisbären das erste Powerplay im Mitteldrittel. Aber auch das sorgte für keinerlei Gefahr. Viel mehr fielen die Berliner durch Fehlpässe auf, was es den Gästen von der Küste leicht machte, die nächste Unterzahl schadlos zu überstehen.
Bei 5-5 waren die Eisbären dafür heute eiskalt. Morgan Ellis bekam die Scheibe an die blaue Linie hoch gespielt, holte aus und hämmerte die Scheibe in den Winkel – 2:0 (29.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Fortan ging es weiter hart umkämpft zur Sache. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor und kamen dort auch zum Abschluss. Immer wieder sorgte man damit auch für Gefahr, was aber weniger an der Qualität der Chancen lag sondern viel mehr daran, dass die Scheiben unglücklich sprangen und so gefährlich für die Torhüter wurden.
Rund sieben Minuten vor der zweiten Pause war Bremerhaven mal wieder ein Mann mehr auf dem Eis. Aber auch diese Unterzahl überstanden die Eisbären ohne Gegentor und hatten durch Leo Pföderl bei einem Break sogar die beste Chance.
Direkt im Anschluss durfte mal wieder das Berliner Powerplay ran, doch nach 48 Sekunden hatte das schon wieder Feierabend, denn Kai Wissmann musste ebenso auf die Strafbank. Eine sehr fragwürdige Strafzeit. Vor allem auch deswegen, weil wenig später Leo Pföderl  vor dem gegnerischen Tor zu Boden gecheckt wurde, was aber keine Strafe nach sich zog. Zum Glück blieb das Bremerhavener Powerplay im Anschluss ungenutzt und die Eisbären nahmen die 2:0-Führung mit in die zweite Drittelpause. Dahin nahm man aber auch noch ein Unterzahlspiel, denn Jonas Müller musste 36 Sekunden vor dem Ende noch auf die Strafbank. Eine einheitliche Linie der Hauptschiedsrichter war hier jedenfalls nicht zu erkennen. 

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Berliner überstanden die Unterzahl zu Beginn des letzten Drittels jedoch schadlos und konnten daraus natürlich Kraft für die letzten 18 Minuten in diesem Spiel ziehen. Bremerhaven wiederum verpasste eine gute Möglichkeit, das Spiel nochmal spannend zu machen.
Doch danach versuchten die Gäste nochmal alles, suchten immer wieder den Abschluss, aber Mathias Niederberger war einfach nicht zu bezwingen. Während Bremerhaven auf der Suche nach dem Anschlusstreffer waren, wollten die Eisbären die Partie mit dem dritten Treffer vorentscheiden.
Rund sechs Minuten waren im letzten Drittel gespielt, da kassierten die Eisbären eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Wenn Bremerhaven hier also noch etwas Zählbares mitnehmen wollte, mussten sie fast schon dieses Powerplay nutzen. Taten sie, Ziga Jeglic verwandelte einen Penalty, welcher gegeben wurde, nachdem in einer unübersichtlichen Situation ein Eisbären-Spieler die Scheibe wohl im Torraum festgehalten haben soll. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl und eine einheitliche Linie hätte den beiden Hauptschiedsrichtern heute gut getan, denn so war Bremerhaven wieder im Spiel – 2:1 (49.).
Aber Matt White hatte die passende Antwort parat. Er zog vor das Tor und versenkte die Scheibe im langen Eck – 3:1 (50.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Doch die beiden Unparteiischen wollten hier noch was zu sagen haben, Yannick Veilleux kassierte die nächste Strafzeit wegen eines Bandenchecks, wie er im Eishockey nun mal vorkommt. Die Herren Andrew Wilk und Rainer Köttstorfer gucken aber anscheinend wenig Eishockey und sahen darin ein böses Foul…
Zum Glück überstanden die Hausherren diese Unterzahl ohne einen weiteren Gegentreffer.
Endgültig den Deckel auf diese Partie setzten die Eisbären rund vier Minuten vor dem Ende des Spiels. Kai Wissmann fuhr rum ums Tor, wollte den Bauerntrick machen, doch er scheiterte. Marcel Noebels kam an die Scheibe und schoss sie per Rückhand ins Tor – 4:1 (57.).
Wobei, vielleicht hatten Wilk und Köttstorfer ja noch eine Idee, wie man Bremerhaven zurück ins Spiel bringen kann!? Deren Trainer Thomas Popiesch nahm jedenfalls Goalie Franzreb vom Eis und versuchte es nun so. Half aber nicht, denn Matt White schnürte den Dreierpack – 5:1 (59.).
Jetzt war es aber wirklich durch und die Eisbären gewannen auch das letzte Heimspiel im Jahr 2021!

Ein am Ende hart erkämpfter Sieg, denn die Gäste von der Küste zeigten eine starke Partie, hatten immer wieder Phasen, in denen sie gute Chancen hatten. Aber Mathias Niederberger erwischte einen Sahne-Tag und war in diesen Situationen der Fels in der Brandung. Die Eisbären glänzten hingegen mit ihrer Chancenverwertung und schossen auch schon wieder Traumtore, allen voran natürlich Matt White. Der war natürlich mit seinen drei Toren der Matchwinner an diesem Nachmittag.

2:3 n.P.: Die Eisbären verlieren auch das dritte Duell gegen Wolfsburg

Mit vier Siegen in Folge im Gepäck waren die Eisbären in die Autostadt gereist. Mit der dritten Niederlage im dritten Spiel gegen die Grizzlys Wolfsburg trat man am Ende die Heimreise wieder an. Die Berliner unterlagen im Spitzenspiel mit 2:3 (0:1,2:0,0:1/0:0,0:1) n.P. den Niedersachsen. Am Ende machten mal wieder die Special Teams den Unterschied aus. Kassierte man bei der ersten Niederlagen in Wolfsburg noch vier Gegentreffer in Unterzahl, waren es heute zwei. Und die sorgten dafür, dass es in die Verlängerung ging, wo sich die Grizzlys im Penaltyschießen den Zusatzpunkt sicherten.

Eisbären-Coach Serge Aubin vertraute auf die selben vier Sturmreihen, welche das Heimspiel gegen Iserlohn gewonnen hatten. In der Defensive kehrte Morgan Ellis zurück ins Line-up. Er verteidigte an der Seite von Eric Mik. Dessen Partner am Sonntag, Simon Després, bildete heute ein Verteidiger-Pärchen zusammen mit Kapitän Frank Hördler. Kai Wissmann, welcher gegen die Roosters zusammen mit Hördler spielte, bildete heute ein Defensiv-Duo mit Jonas Müller. Und dessen Partner Nicholas B. Jensen war der nominell siebte Verteidiger. Im Tor stand erneut Mathias Niederberger, während Tobias Ancicka als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Zweimal trafen beide Mannschaften in dieser Saison bereits aufeinander – zweimal behielten die Niedersachen die Oberhand. Jeweils nach Verlängerung setzte sich Wolfsburg gegen Berlin durch. In der Hauptstadt feierte man einen 3:2-Sieg, zuhause gab es einen 5:4-Erfolg. Klappte es für die Eisbären also im dritten Anlauf endlich mit dem ersten Saisonsieg gegen Wolfsburg?

Von Beginn an war kein Abtasten angesagt. Beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten den Weg zum gegnerischen Tor. Die Eisbären waren dabei die bessere Mannschaft, konnten sich immer mal wieder im Angriffsdrittel der Hausherren festsetzen. Das Forechecking der Berliner war von Beginn an enorm und stellte Wolfsburg vor Probleme. Die Schüsse waren jedoch noch nicht von großer Gefahr geprägt, da diese vermehrt neben das Tor gingen.
Aber die Hauptstädter näherten sich dem Ziel immer mehr an, hatten das Spiel in der Autostadt bis hierhin auf jeden Fall klar im Griff. Die Mannschaft von Coach Mike Stewart fand bisher überhaupt nicht ins Spiel. Das sollte sich in der neunten Spielminute ändern. Kapitän Frank Hördler kassierte die erste Strafzeit der Partie und das nutzte Wolfsburg zur Führung. Nur acht Sekunden dauerte es, da zog Jordan Murray von der blauen Linie ab und überraschte Mathias Niederberger und die Eisbären – 0:1. Damit konnte man nicht rechnen, aber so schnell kann es im Eishockey eben gehen. Und Unterzahl in Wolfsburg kennen die Eisbären ja, dass das keine so gute Idee ist. Satte vier Gegentreffer setzte es im ersten Aufeinandertreffen in der Autostadt in Unterzahl. Erinnerungen wurden dadurch natürlich wach.
Die Eisbären danach weiterhin mit mehr Spielanteilen. Zwar brachte man die Scheiben immer wieder auf das von Chet Pickard gehütete Tor, aber die Schüsse stellten den Wolfsburger Goalie nur selten vor Probleme. Wolfsburg konzentrierte sich auf eine sichere Defensive und lauerte auf Fehler der Berliner, um dann schnell umzuschalten und zu kontern. Und diese Taktik ging bisher auf, denn durch das Überzahltor nahmen die Hausherren eine knappe 1:0-Führung mit in die Kabine.

Nur 43 Sekunden nach Wiederbeginn der Partie kassierten die Gastgeber die erste Strafzeit der Partie und ermöglichten den Eisbären so ihr erstes Powerplay heute Abend. Warum man da aber das zweitschlechteste Team der gesamten PENNY DEL ist, sah man in diesem Überzahlspiel eindrucksvoll.
Danach plätscherte die Partie so vor sich hin, es ging zwar hin und her, aber beide Defensivreihen ließen nichts zu. Doch dann unterlief den Wolfsburgern ein Fehler im eigenen Drittel, die Berliner konnten die Scheibe so im Angriffsdrittel halten, Simon Després mit dem klasse Zuspiel auf Marcel Noebels, welcher mit dem Rücken zum Tor stand und die Scheibe per Rückhand ins Tor schlenzte – 1:1 (27.).
Die Gastgeber suchten danach direkt eine Antwort und waren in dieser Phase die bessere Mannschaft und hatten auch mehr Abschlüsse als die Berliner. Doch man nahm sich selbst den Schwung, denn Ex-Eisbär Spencer Machacek kassierte die zweite Strafzeit der Grizzlys in diesem Spiel. Aber Gefahr brauchte man da nicht befürchten, denn das Powerplay bleibt eben das große Sorgenkind des Hauptstadtclubs.
Dafür nutzten sie heute eiskalt die Fehler der Niedersachsen aus. Gerrit Fauser mit dem Fehlpass hinter dem eigenen Tor, Kevin Clark schnappte sich die Scheibe, spielte sie in den Slot, wo Matt White lauerte und zum 2:1 einschoss (35.).
Fortan versuchten die Eisbären die Führung auszubauen, was Chet Pickard jedoch nicht zu ließ. So stand es nach 40 Minuten 2:1 für die Gäste.

Im letzten Drittel war es weiterhin ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, hinten sicher zu stehen und keine Fehler zu machen. In so einer engen Partie können dann die Special Teams entscheidend sein. Und sowohl Wolfsburg als auch Berlin hatten Mitte des letzten Drittels je 90 Sekunden Überzahl. Die Eisbären zeigten dabei im dritten Powerplay der Partie die besten Ansätze, konnten es aber nicht nutzen. Kurz vor dem Wolfsburger Powerplay hatte dann aber noch Kai Wissmann die dicke Chance bei 4-4, als er sich klasse durch tankte und zweimal zum Abschluss kam. Doch Chet Pickard behielt zweimal die Oberhand gegen den Berliner Verteidiger. Im anschließenden Powerplay hatten die Grizzlys zweimal die dicke Chance, doch Mathias Niederberger hielt zweimal sehr stark. Beim dritten Versuch war er dann aber der Unglücksrabe. Chris DeSousa setzte nach seinem ersten Schuss nochmal nach, schoss den Berliner Goalie von hinter dem Tor an und von Niederberger ging die Scheibe letztendlich über die Linie – 2:2 (48.). Das zweite Unterzahlspiel, das zweite Gegentor. Und wieder fühlte man sich an das erste Duell in der Autostadt erinnert.
Den Hausherren bot sich rund sechs Minuten vor dem Ende die dritte Möglichkeit in Überzahl. Wie in Drittel Eins musste Kapitän Frank Hördler auf die Strafbank. Dort saß er bei seiner ersten Strafzeit nur ganze acht Sekunden, dieses Mal nutzte er die kompletten zwei Minuten in der Kühlbox, denn das Penaltykilling der Eisbären funktionierte diesmal wesentlich besser.
Knapp vier Minuten vor dem Ende war dann aber mal das Powerplay der Berliner gefragt. Nun bot sich also den Gästen die Chance, in Überzahl die erneute Führung zu erzielen. Doch das Überzahlspiel der Eisbären war einfach zu ungefährlich.
1:49 Minuten waren noch auf der Uhr, als die Eisbären nochmal eine Strafzeit kassierten. Frans Nielsen sorgte dafür, dass Wolfsburg den Rest der regulären Spielzeit in Überzahl agieren konnte. Die dicke Möglichkeit für die Hausherren also, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Doch die Berliner kämpften bis zur letzten Sekunde und retteten sich in die Verlängerung.

Auch das dritte Duell der beiden Mannschaften ging also in die Overtime. Und Wolfsburg hatte noch elf Sekunden einen Mann mehr auf dem Eis und bisher ja beide Spiele für sich entschieden. Doch die elf Sekunden überstanden die Berliner ohne Probleme. Im Anschluss ging es bis 80 Sekunden vor dem Ende ohne Unterbrechung mit 4-4 weiter, erst danach spielte man im regulären 3-3-Format. Aber auch dort fiel keine Entscheidung und somit gingen beide Teams ins Penaltyschießen.

Während Wolfsburg alle drei Penaltys verwandelte, traf auf Seiten der Eisbären nur Matt White. Somit ging auch das dritte Duell gegen Wolfsburg verloren.

In einem hart umkämpften Spiel müssen sich die Eisbären also geschlagen geben. Zwar fing man besser an und war die bessere Mannschaft im ersten Drittel, dennoch lag man hinten. Im Mitteldrittel war es zwar ein Duell auf Augenhöhe, aber zwei Fehler der Grizzlys nutzte man eiskalt aus und führte so nach 40 Minuten mit 2:1. Im Schlussdrittel schlug Wolfsburg in Überzahl zu und glich somit das Spiel aus. Die Special Teams waren damit ein entscheidender Faktor, denn Wolfsburg traf beide Male mit einem Mann mehr, während sich die Berliner weiterhin enorm schwer tun, im Powerplay für Torgefahr zu sorgen. Wenn man da endlich anfängt, besser zu werden, kann man solche Spiele auch gewinnen. Das Penaltyschießen war am Ende eine Lotterie, die in beide Richtungen hätte gehen können. Die Eisbären wissen also, was sie aus diesem Spiel mitnehmen müssen: Weniger Strafzeiten nehmen und besseres Powerplay spielen.

Eisbären Berlin: Platz Eins zur Saisonhälfte, aber noch Luft nach oben

28 Spiele haben die Eisbären Berlin bis gestern absolviert und somit die erste Saisonhälfte hinter sich gebracht. Und nach dieser steht der Deutsche Meister mit 56 Punkten und einem Punktequotienten von 2 Punkten pro Spiel auf Platz eins der PENNY-DEL-Tabelle. Mit 100 Toren und 74 Gegentoren stellt man in beiden Kategorien die zweitbeste Mannschaft. Als einzige Mannschaft hat man einen Punktequotienten von zwei. Alles bestens also bei den Berlinern, könnte man meinen. Aber dem ist nicht so. Denn trotz Platz eins zur Halbzeit  gibt es auch beim Rekordmeister noch Verbesserungspotential.

Jubelnde Eisbären, ein Bild, an welches man sich vor allem auswärts in dieser Saison gewöhnt hat. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Besonders sticht dem Fan die Diskrepanz zwischen den Heim-Eisbären und Auswärts-Eisbären ins Auge. In der Arena am Ostbahnhof hat man bisher 16 Spiele absolviert, von denen man jedoch nur acht gewann. Von 48 möglichen Punkten holte man nur mickrige 26 Zähler. Auch die Torausbeute von 48:48-Toren ist eigentlich nicht die eines Spitzenreiters.
Doch die starke Auswärtsbilanz in dieser Saison hat den Berliner Platz eins beschert. Denn von bis jetzt 12 Auswärtsspielen gewann man satte zehn. Hier holte man 30 der möglichen 36 Punkte und weist eine Torausbeute von 52:26-Toren auf. Man stelle sich jetzt mal nur vor, wie weit die Eisbären der Konkurrenz in der Tabelle enteilt wären, würde man zuhause genauso aufspielen, wie man es auswärts tut.
In den zwölf Gastspielen erzielten die Berliner zehnmal vier oder mehr Treffer, nur in einem Spiel ging man nicht als Sieger vom Eis. Zuhause traf man in 16 Spielen nur in sechs Spielen viermal oder mehr – auch hier gab es dann nur eine Niederlage.
Die Torgefährlichkeit, welche die Hauptstädter auf gegnerischem Eis auszeichnet, ist ihnen in dieser Saison auf eigenem Eis bisher verloren gegangen. Chancen erspielt man sich zwar sowohl daheim als auch auswärts, doch die Effektivität ist auf fremden Eis deutlich besser. Was sich am Ende auch in der Gesamtwertung in Sachen Torschuss-Effizienz widerspiegelt, wo man mit einer Erfolgsquote von 10,19 Prozent nur auf Platz sieben zu finden ist.

Goalie Mathias Niederberger überzeugt auch in dieser Saison wieder mit konstanten Top-Leistungen. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Einen Platz besser ist man in der Wertung der Torhüter-Fangquote, wo man insgesamt 90,85 Prozent aller Schüsse abgewehrt hat. Mathias Niederberger hat dabei die meisten Einsätze bisher absolviert, stand in 21 Spielen im Tor und kommt in diesen auf eine Fangquote von 92,69 Prozent. Zudem feierte der Nationaltorhüter auch schon einen Shutout.
Einen Shutout in fünf Spielen feierte Back-up Tobias Ancicka, dessen Fangquote bei 87,97 Prozent steht. Und Leon Hungerecker kam zweimal zum Einsatz und kommt in diesen beiden Einsätzen auf eine Fangquote von 86,9 Prozent. Was aber nicht seiner Leistung geschuldet ist, denn in den beiden Spielen in Bietigheim (5:4 n.P.) und gegen Düsseldorf (6:7 n.V.) wurde der junge Goalie mehrfach von seinen Vorderleuten im Stich gelassen und gab mit zahlreichen Paraden seiner Mannschaft überhaupt erst die Chance, in den Spielen noch etwas Zählbares mitzunehmen.

Wenn man in den 28 Spielen bisher eins enorm kritisieren muss, dann ist es das Berliner Powerplay, wo man das zweitschlechteste Team ist. Nur 15,56 Prozent weist die Erfolgsquote der Berliner in Überzahl auf. Mit so einem Wert kann man eigentlich nicht Tabellenführer in der PENNY DEL sein.
Aber auch hier sieht man eine ähnliche Diskrepanz wie bei der Heim- und Auswärtsstatistik. Denn das Penaltykilling ist bisher das deutlich bessere Special Team, steht auf Platz acht und weist eine Erfolgsquote von 79,59 Prozent auf.

Torjubel: Über 100 Tore konnten die Eisbären und deren Fans bisher in dieser Saison schon jubeln. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wenn man 100 Saisontore bisher geschossen hat, zeigt das die unglaubliche Offensiv-Qualität, welche die Eisbären Berlin besitzen. Von daher auch nicht verwunderlich, dass man den zweit- und drittbesten Scorer der gesamten PENNY DEL in den eigenen Reihen hat. Matt White und Marcel Noebels kommen beide auf insgesamt 33 Scorerpunkte. Da White aber 13 Tore und 20 Vorlagen erzielte, ist er auf Platz zwei, während Noebels mit seinen zehn Toren und 23 Scorerpunkten auf Platz drei steht.
Neben den Beiden haben mit Leo Pföderl (12), Blaine Byron (11) und Giovanni Fiore (10) drei weitere Stürmer bereits doppelt getroffen. Die Offensive der Hauptstädter ist somit also schwer für die DEL-Konkurrenz auszurechnen.

So weit die statistischen Werte der ersten 28 Spieltage. Doch was sagen eigentlich die Verantwortlichen und Spieler zur ersten Saisonhälfte? Das haben wir gestern mal Trainer Serge Aubin und Stürmer Marcel Noebels nach dem Sieg gegen die Iserlohn Roosters gefragt:

Aubin ist vor allem mit der Auswärtsstärke zufrieden und sieht gerade bei den Special Teams noch Verbesserungspotential:

Natürlich bin ich zufrieden. Vor allem auswärts spielen wir sehr, sehr solide. Aber grundsätzlich kann man sagen, dass es ein Prozess ist, den wir durchlaufen. Wir wachsen immer weiter als Mannschaft zusammen. Die Saison ist aber trotzdem noch sehr, sehr lang, aber wir wissen, egal in welcher Situation, wie wir zu reagieren haben. Aber ich bin auch ganz ehrlich und muss zugeben, dass die Special Teams auch noch verbesserungswürdig sind.

Noebels hofft vor allem auf mehr Konstanz in den Auftritten der Eisbären, denn die ließ bisher doch arg zu wünschen übrig:

Es gibt viel Positives bisher, aber auch vieles, was wir in der zweiten Halbzeit noch verbessern müssen. Es ist auch wichtig, dass eine Mannschaft Spiele wie heute gewinnt, wo sie nicht gut spielt. Das haben wir in der Vergangenheit nicht so gut gemacht, da haben wir meistens verloren. Für die zweite Halbzeit ist es unheimlich wichtig, weil wir viel spielen. Jeder kennt die Tabelle, wie eng sie ist. Also ich glaube, bis zur Februar-Pause bzw. jetzt alleine bis ins neue Jahr kann man sich in der Tabelle schon so ein wenig orientieren, wo der Weg glaube ich hingeht. Da wo wir jetzt stehen, würde ich gerne bleiben bis zu den Playoffs. Wichtig ist glaube ich, dass wir in der zweiten Halbzeit viel konstanter werden. Viele Spiele werden enger jetzt. Auch eine Mannschaft, die um die Pre-Playoff-Plätze kämpft, verlangt einem alles ab und gerade da müssen wir lernen, in Zukunft auch solche Spiele zu gewinnen, so wie heute.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Eisbären Berlin in den ersten 28 Saisonspielen ihr Potential durchaus angedeutet, es aber eben noch nicht in allen Bereichen vollständig abgerufen haben. Und genau das dürfte die Konkurrenz in Angst und Schrecken versetzen. Denn wenn die Eisbären nun auch noch konstant gute Leistungen sowohl zuhause als auch auswärts abrufen und dann auch noch im Powerplay sich deutlich verbessern, dann geht auch in dieser Saison die Deutsche Meisterschaft nur über den DEL-Rekordmeister.

5:1 in Krefeld! Die Eisbären verteidigen dank einer souveränen Vorstellung die Tabellenführung

Nach einer Woche Pause sind die Eisbären Berlin mit einem Sieg in den Liga-Alltag zurückgekehrt. Bei den Krefeld Pinguinen setzten sich die Berliner verdient mit 5:1 (1:0,1:1,3:0) durch und feierten dabei den dritten Sieg in Serie. Damit bleiben die Hauptstädter weiterhin an der Tabellenspitze der PENNY DEL.

Eisbären-Coach Serge Aubin musste auf die Verteidiger Morgan Ellis und Korbinian Geibel sowie Stürmer Bennet Roßmy verzichten. Dafür kehrte Blaine Byron ins Line-up zurück und nahm natürlich sofort seinen angestammten Platz in der Paradereihe zwischen Marcel Noebels und Leo Pföderl ein. Yannick Veilleux, welcher Byron sehr stark vertreten hatte, rutschte daher in die dritte Reihe zu Mark Zengerle und Giovanni Fiore. Dort spielte in der Vorwoche noch Simon Després, der zurück in die Verteidigung rückte. Die zweite Reihe um Kevin Clark, Matt White und Frans Nielsen blieb ebenso zusammen wie die vierte Formation um Sebastian Streu, Marco Baßler und Manuel Wiederer.
In der Defensive gab es durch die Ausfälle auch Umstellungen. Kai Wissmann verteidigte an der Seite von Kapitän Frank Hördler. Dessen Partner gegen Köln, Nicholas B. Jensen, bildete ein Duo mit Jonas Müller, welcher letzten Freitag noch zusammen mit Kai Wissmann verteidigte. Erik Mik bildete das dritte Verteidiger-Pärchen zusammen mit Simon Després, welcher den Platz von Morgan Ellis einnahm. Und im Tor stand auch heute wieder Mathias Niederberger.

Die Eisbären kamen mit zwei Siegen und 7:1-Toren im Gepäck in die Seidenstadt und natürlich als neuer Tabellenführer. Den Platz an der Sonne hatte man am spielfreien Sonntag übernommen und wollte ihn in Krefeld gerne verteidigen. Und mit den Pinguinen hatte man noch eine Rechnung offen, gewann der KEV doch das letzte Aufeinandertreffen in der Hauptstadt mit 5:2. Das hatten die Berliner nicht vergessen, doch einfach sollte das nicht werden.

Die Eisbären fanden gut ins Spiel und waren von Beginn an konzentriert bei der Sache. Manuel Wiederer und Marcel Noebels scheiterten noch an Sergei Belov, doch der dritte Versuch saß dann aber. Die Berliner setzten hinter dem Tor gut nach, Mark Zengerle mit dem Pass in den hohen Slot auf Yannick Veilleux und der Torjäger hatte viel Zeit und Platz, was er eiskalt ausnutzte – 1:0 (5.).
Der Torschütze war auch der Hauptakteur in der nächsten Szene, denn da kassierte er die erste Strafzeit der Partie. Aber die Unterzahl überstanden die Hauptstädter problemlos.
Während das Penaltykilling also schon mal funktionierte, hatte man darauf gleich die Chance, auch mal das Powerplay zu testen. Und das war ja bisher eines der größten Sorgenkinder im Spiel der Eisbären. Dort stehen die Berliner nur auf dem 13. Platz im Überzahl-Ranking. Zwar blieb das Powerplay ungenutzt, aber dennoch sah das schon sehr viel versprechend aus, was die Eisbären da zeigten. Man fand die Formation und ließ die Scheibe auch sehr gut laufen, nur am Abschluss gab es noch was zu verbessern.
Die Eisbären waren die aktivere Mannschaft im ersten Drittel, man ließ hinten wenig zu und hatte vorne schon die ein oder andere Chance. Doch entweder stand Belov im Weg oder aber die Spieler vor ihm blockten die Schüsse weg. Krefeld verteidigte auf jeden Fall aufopferungsvoll, was dazu führte, dass es aus Krefelder Sicht beim 0:1 nach den ersten 20 Minuten blieb.

Für neun Sekunden war es zu Beginn des zweiten Drittels noch ein 4-4, danach hatte Krefeld für über eine Minute ein Powerplay, doch für Gefahr konnten die Pinguine in diesem nicht sorgen. Das schafften aber kurz darauf die Eisbären. Yannick Veilleux kam von der Strafbank zurück, bekam die Scheibe, zog ab und Sergei Belov dachte, er hätte die Scheibe sicher. Doch der Puck rutschte durch seine Schoner, Sebastian Streu roch den Braten und drückte die Scheibe über die Linie – 2:0 (22.).
Fortan ging es hin und her. Die Eisbären wollten noch einen Treffer nachlegen, während man Krefeld die Bemühungen nicht absprechen konnte. Doch Glück hatten die Pinguine vor dem gegnerischen Tor nicht. Auch nicht im dritten Powerplay der Partie, denn das Penaltykilling der Berliner war weiterhin sehr stark.
Nach eher ereignislosen Minuten wurde es erst kurz vor dem Ende des Mitteldrittels wieder spannend auf dem Eis. Das vierte Powerplay nutzte Krefeld nämlich. Eine klasse Kombination schloss Lucas Lessio aus dem Slot heraus ab. Er fand die Lücke zwischen Mathias Niederberger und dem kurzen Pfosten – 2:1 (39.). Dieser Treffer sorgte nun also nochmal für Spannung im letzten Drittel, denn da würden die Pinguine alles nach vorne werfen. Schließlich lag man hier nur einen Treffer in Rückstand.

Wer nun aber mit einer Offensivpower seitens der Gastgeber zu Beginn des letzten Drittels rechnete, der sah sich getäuscht. Beide Mannschaften kamen eher langsam rein in den Schlussabschnitt. Und Krefeld schwächte sich dann auch noch früh selbst, als man die nächste Strafzeit kassierte. Kai Wissmann und Frans Nielsen spielten den Doppelpass, Wissmann zog ab, traf jedoch nur die Bande hinter dem Tor. Von dort sprang die Scheibe aber direkt auf die Kelle von Frans Nielsen und der Ex-NHL-Star hatte keine großen Probleme, die Scheibe anschließend im Krefelder Tor zu versenken – 3:1 (45.).
Der denkbar schlechteste Start in die letzten 20 Minuten also für Krefeld, denn nun wurde es natürlich noch schwerer, hier etwas Zählbares gegen den Deutschen Meister und aktuellen Tabellenführer mitzunehmen. Und so ein richtiges Aufbäumen war auch nicht zu erkennen, was aber auch am schmalen Kader der Pinguine lag, welche hier nur mit drei Reihen antreten konnten. Es ging zwar rauf und runter, ohne jedoch hochkarätige Chancen auf beiden Seiten. Und endgültig entschieden war die Partie fünf Minuten vor dem Ende, als die Eisbären die Scheibe an der Bande erkämpften. Kevin Clark und Matt White spielten den Doppelpass und am Ende war es White, welcher auf 4:1 stellte (55.).
Und White hatte nun so richtig Lust auf Tore schießen. In der 58. Spielminute wurde er von Nielsen am langen Pfosten angespielt. Den ersten Schuss konnte Belov noch parieren, gegen den Nachschuss war der Krefelder Goalie dann aber machtlos – 5:1. Dabei blieb es dann bis zum Ende und die Eisbären fuhren so ohne große Mühe die nächsten drei Punkte auf fremden Eis ein.

Am Ende natürlich ein verdienter Sieg für die Eisbären, welche sich über die gesamten 60 Minuten an ihren Gameplan hielten. Hinten ließ man kaum etwas zu, während man vorne immer zum richtigen Zeitpunkt traf. Der Sieg war zu keiner Zeit gefährdet, weil man Krefeld eben nicht auf die leichte Schulter nahm, eine nahezu fehlerfreies Spiel hinlegte und Krefeld so kaum Chancen ermöglichte. Das Penaltykilling funktionierte auch heute wieder sehr gut – auch trotz des Gegentores. Und der Powerplaytreffer war sicherlich Balsam für die Seele, ist doch das Überzahlspiel weiterhin ein großes Problem der Eisbären.
Was aber zurzeit kein Problem mehr zu sein scheint, ist die Defensiv-Schwäche, welche man noch beim 6:7 n.V. gegen die DEG offenbarte. Seitdem gewann man alle drei Spiele und ließ nur ganze zwei Gegentore zu. In dieser Form sind die Eisbären nur schwer zu schlagen. Wenn man weiter an seinem Gameplan festhält, defensiv so wenig wie möglich zu lässt und vorne die sich bietenden Chancen eiskalt ausnutzt, hat es jedes Team der PENNY DEL schwer gegen den Tabellenführer.

6:7 n.V. gegen Düsseldorf: Während die Offensive heute brillierte, nahm sich die Defensive kurzerhand frei

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #13:

Spiele unter der Woche sind ja bei Eishockey-Fans eher unbeliebt, weil diese selten für Spektakel stehen. Am heutigen Donnerstagabend hatten aber sowohl die Eisbären Berlin als auch die Düsseldorfer EG Lust auf Spektakel. Vor 5.000 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof verloren die Eisbären ein munteres Scheibenschießen mit 6:7 n.V. (2:1,2:2,2:3/0:1) gegen die DEG. Während die Offensive heute brillierte, hatte sich die Defensive kurzerhand frei genommen. Am Ende verspielten die Berliner äußerst kläglich eine 4:1-Führung.

Eisbären-Coach Serge Aubin konnte im Heimspiel gegen die DEG wieder auf Neuzugang Marco Baßler zurückgreifen. Dafür fehlten weiterhin Blaine Byron, Kevin Clark und Zach Boychuk. Nach der enttäuschenden 1:3-Heimniederlage gegen Nürnberg am Sonntagabend stellte Aubin, der ansonsten das selbe Personal zur Verfügung hatte, seine Angriffsreihen komplett um. Marcel Noebels und Leo Pföderl stürmten heute zusammen mit Yannick Veilleux in der ersten Formation. Dort ersetzte er Frans Nielsen, welcher heute als Center der zweiten Reihe zwischen Matt White und Giovanni Fiore agierte. Mark Zengerle spielte auf dieser Position noch gegen Nürnberg, heute war Zengerle in der dritten Reihe zu finden, wo er zusammen mit den beiden Youngsters Manuel Wiederer und Sebastian Streu stürmte. Die nominell vierte Angriffsreihe bildeten Bennet Roßmy, Eric Mik und Marco Baßler. Die Defensiv-Pärchen blieben gleich, einzig Korbinian Geibel war heute als siebter Verteidiger im Kader. Gegen Nürnberg half er noch im Sturm aus. Und im Tor begann heute Youngster Leon Hungerecker, der damit seinen zweiten DEL-Start erhielt und den ersten auf heimischen Eis. Mathias Niederberger nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Beide Teams gingen mit Negativ-Erlebnissen in dieses Spiel. Die Berliner verloren wie bereits erwähnt am Sonntag zu Hause mit 1:3 gegen Nürnberg, während die DEG das „kleine“ Derby in Krefeld mit 3:6 verlor, sich dort aber nach einem zwischenzeitlichen 0:6-Rückstand noch stark ins Spiel zurück gekämpft hatte. Heute waren sozusagen beide Mannschaften auf Wiedergutmachung aus. Und die Eisbären wollten zudem sicherlich auch noch Revanche für das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften in Berlin, welches Düsseldorf mit 3:1 für sich entschieden hatte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und der Start war viel versprechend. Ganze 56 Sekunden waren gespielt, da ertönte erstmals die Tormusik in der Arena am Ostbahnhof. Marcel Noebels hatte zu viel Platz im Angriffsdrittel, guckte sich Mirko Pantkowski aus und zimmerte die Scheibe ins Düsseldorfer Netz – 1:0. Der perfekte Start für die Eisbären und genau den wollte man auch haben nach der Niederlage gegen die Franken und auch allgemein, weil man sich zuhause immer so schwer tut, ins Spiel zu finden.
Die Eisbären waren in der Anfangsphase die bessere Mannschaft. Aus einer sicheren Defensive heraus fuhren sie ihre Angriffe und als sie sich erstmals im Düsseldorfer Drittel festsetzen konnten, kassierte die DEG die erste Strafzeit der Partie und ermöglichte den Berlinern so das erste Überzahlspiel der Partie. Und man höre und staune, auch das Powerplay nutzten die Eisbären aus. Am Ende einer guten Kombination stand Marcel Noebels am rechten Pfosten komplett alleine und hatte keine große Mühe, die Scheibe im halbleeren Tor einzuschießen – 2:0 (7.). Veilleux war von seinem „Aufstieg“ wohl besonders beflügelt, denn die Nummer 38 hatte nach dem 1:0 auch das 2:0 von „Noebi“ vorbereitet. Ein guten Händchen hat er da gehabt, der Serge Aubin.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Hauptstädter glänzten in der Anfangsphase vor allem durch ihre gnadenlose Effektivität, drei Torschüsse, zwei Tore. Besser geht es fast gar nicht. Leon Hungerecker erlebte bis hierhin einen sehr ruhigen Arbeitstag und konnte sich so erst einmal an das Klima in der Mercedes-Benz Arena gewöhnen. Als er im weiteren Verlauf des ersten Drittels gebraucht wurde, war der junge Goalie zur Stelle und hielt sein Tor bis hierhin sauber.
Nach einem vergebenen Powerplay der Eisbären kamen die Rheinländer rund zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels mal vor das Berliner Tor, Alexander Ehl und Brendan O’Donnell spielten einen Doppelpass, Ehl kam dann im Slot zum Abschluss und überwand Leon Hungerecker zum ersten Mal an diesem Abend – 2:1 (18.). Mit diesem Spielstand ging es letztendlich auch in die erste Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Was hatte man den Eisbären heute eigentlich in den Pausentee bzw. den Tee vor Beginn des Spiels getan? Denn im zweiten Drittel waren die Berliner noch schneller als zu Beginn des Spiels. Giovanni Fiore tauchte nach klasse Zuspiel von Kai Wissmann alleine vor Mirko Pantkowski auf und ließ dem jungen DEG-Goalie keine Chance – 3:1 (21.).
Doch Düsseldorf zeigte sich keinesfalls davon geschockt und versuchte, eine Antwort zu finden. Aber sie fanden stets ihren Meister im gut aufgelegten Leon Hungerecker im Berliner Tor. Die Eisbären ließen sich in dieser Phase zu sehr hinten rein drücken, kamen teilweise gar nicht aus dem eigenen Drittel heraus.
Aber wenn die Eisbären heute eins konnten, dann war es gnadenlos effektiv zu sein. Mitten rein in die gute Düsseldorfer Phase fuhren die Berliner einen Zwei-auf-Eins-Konter, Leo Pföderl kam über rechts ins Angriffsdrittel, er spielte den Pass links rüber zu Marcel Noebels und der hatte heute sichtlich Bock auf Tore schießen, denn er traf bereits zum dritten Mal an diesem Abend – 4:1 (26.). Während „Noebi“ sein drittes Tor feiern konnte, jubelte Yannick Veilleux über seinen dritten Assist in diesem Spiel. Da scheint sich in Abwesenheit von Blaine Byron eine neue Paradereihe zu bilden. Serge Aubin dürfte es freuen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Was ihn aber nicht freuen dürfte, war die Unkonzentriertheit seiner Spieler. Im eigenen Drittel vertändelten die Berliner die Scheibe, Leon Hungerecker rettete noch zweimal, doch gegen den Schuss von Cedric Schiemenz war der junge Berliner Goalie machtlos – 4:2 (27.). Den Gegentreffer mussten sich seine Vorderleute ankreiden lassen, die ihren Goalie da gänzlich im Stich ließen. Und dass mit Schiemenz mal wieder ein Ex-Eisbär gegen die Berliner trifft, kennen wir nun auch schon mehr als uns recht ist.
Die Eisbären wirkten trotz ihrer eigentlich souveränen Führung irgendwie fahrig, leisteten sich zu viele Fehler im Spielaufbau und fanden einfach nicht zu ihrem Spiel. Düsseldorf spielte dagegen weiter nach vorne und versuchte, sich hier zurück ins Spiel zu kämpfen.
Knapp sieben Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels bot sich den Rheinländern die Chance in Überzahl auf ein Tor heranzukommen. Und das taten sie auch. Gewühl vor Leon Hungerecker und Victor Svensson behielt die Übersicht und verkürzte auf 4:3 (34.). Die Eisbären wurden für ihre Passivität im Spiel bestraft. Normalerweise sollte dir eine 4:1-Führung das nötige Selbstvertrauen geben und du das Spiel sicher nach Hause bringen. Aber das gelang den Eisbären hier nicht, die irgendwie hinten verunsichert wirkten. So effektiv man heute vorne war, so anfällig war man hinten.
Nun wachten die Eisbären aber mal wieder auf und hätten durch Leo Pföderl beinahe das 5:3 erzielt, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Solche Aktionen hatten die Berliner in den zweiten 20 Minuten kaum mal. Aber immerhin konnte man sich in der Schlussphase mal wieder im Düsseldorfer Drittel festsetzen, doch zu einem Tor sollte es nicht reichen. Auch wenn Frank Hördler nach einer guten Kombination nah dran war. So nahm man immerhin noch eine knappe 4:3-Führung mit in die zweite Drittelpause. Aber das Spiel war hier natürlich noch lange nicht durch.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Doch wenn die Eisbären immer so aus der Kabine kommen, wie es heute der Fall war, dann darf man hinten auch einmal mehr patzen. Ganze 22 Sekunden dauerte es nur im Schlussdrittel, da staubte Matt White erfolgreich ab – 5:3 (41.).
Gab dieser Treffer nun einmal das nötige Selbstvertrauen? Nein, denn die DEG schlug in Minute 45 eiskalt zurück. Die Zuordnung in der Berliner Defensive stimmt mal überhaupt nicht, Brendan O’Donnell hatte zu viel Platz auf der rechten Seite, konnte sich die Scheibe zu recht legen und Leon Hungerecker ausgucken – 5:4.
Aber die Eisbären hatten ja immer noch ihre Offensive in der Hinterhand, die ihnen heute das Spiel hätte retten können. Giovanni Fiore kam im Slot an die Scheibe und versenkte die Scheibe aus der Drehung heraus im Düsseldorfer Tor – 6:4 (48.). Eine starke Aktion von Fiore, der von White angespielt wurde, da aber noch mit dem Rücken zum Tor stand. Er drehte sich um die eigene Achse und schüttelte dabei auch noch einen DEG-Verteidiger ab und vollendete ganz stark.
Den 5.000 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof wurde auf jeden Fall einiges heute Abend geboten. Hoffen wir an dieser Stelle mal, dass es nicht das letzte Spiel mit Fans für eine lange Zeit war. Wenn gleich natürlich die Gesundheit aller hier definitiv im Vordergrund steht!

Foto: eisbaerlin.de/walker

Aber zurück zum Spiel, denn hier durfte man keinesfalls wegschauen. Knapp acht Minuten vor dem Ende schlug die DEG erneut zurück. Leon Hungerecker konnte den ersten Schuss nur prallen lassen, die DEG setzte nach und über Daniel Fischbuch und Victor Svensson kam die Scheibe in den Slot zu Paul Bittner, welcher auf 6:5 verkürzen konnte (52.). Hungerecker ärgerte sich anschließend über das Gegentor, aber ihm war heute überhaupt kein Vorwurf zu machen, denn zu oft wurde er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Das Spiel erinnerte an Hungereckers erstes DEL-Spiel am vergangenen Freitag in Bietigheim, als die Eisbären knapp mit 5:4 n.P. gewannen. Auch da wurde Hungerecker immer wieder alleine gelassen. Das sollte sich eigentlich nicht wiederholen.
Die DEG hatte nun wieder Hoffnung, hier doch noch was aus der Hauptstadt mit nach Düsseldorf zu nehmen. Die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis drückte nochmal auf das Tempo und setzte die Berliner unter Druck. Diese wiederum lauerten natürlich auf Fehler der DEG und wollten kontern, um diese wilde Achterbahnfahrt hier endgültig für sich zu entscheiden.
DEG-Coach Harold Kreis nahm zwei Minuten vor dem Ende des Spiels eine Auszeit und seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspieler vom Eis. Er ging sozusagen jetzt „All-in“. Und damit hatten sie Erfolg. Stephen MacAulay glich hier tatsächlich noch zum 6:6 aus (59.).
Geht noch mehr Dramatik? Ja! 70 Sekunden vor dem Ende kassierte Jonas Müller eine Strafzeit wegen Stockschlags und so mussten die Berliner in der Schlussphase tatsächlich noch einmal in Unterzahl ran. So rückte Leon Hungerecker wieder in den Brennpunkt. Das Spiel war hier definitiv nichts für schwache Nerven. Und der junge Berliner Goalie behielt in dieser Phase die Nerven und rettete seiner Mannschaft einen Punkt. Doch in der Verlängerung mussten die Eisbären noch 50 Sekunden in Unterzahl agieren.

Aber diese überstanden sie ohne Gegentor, auch weil Leon Hungerecker noch einmal einen starken Save dabei hatte. Und weiter ging es mit der Dramatik. Auf der einen Seite scheiterte Tobias Eder an Hungerecker, auf der anderen Seite scheiterte Leo Pföderl an Mirko Pantkowski. Beide hatten freie Bahn, doch fanden in den beiden Goalies jeweils ihren Meister. Leon Hungerecker parierte anschließend zwei weitere Alleingänge, Pantkowski einen. Wow, was für ein Spiel, was für eine Overtime.
Doch das bittere Ende kam 19,5 Sekunden vor dem Ende. Die Eisbären verloren im Angriffsdrittel die Scheibe, Daniel Fischbuch war auf und davon, doch statt selbst abzuschließen, legte er die Scheibe klasse zurück auf Brendan O’Donnell, welcher am Ende keine große Mühe hatte, die Scheibe im leeren Berliner Tor zu versenken – 6:7 (65.).

Eine Niederlage, die vollkommen unnötig war, die aber genauso verdient war. Wer eine 4:1-Führung so leichtfertig noch herschenkt, der braucht sich am Ende nicht über das Endergebnis beschweren. So stark die Offensive heute gespielt hat, so katastrophal, ja fast schon unterirdisch, trat die Berliner Defensive auf. Ein Fehler jagte den nächsten und so stehst du am Ende nur mit einem Punkt da.
Leon Hungerecker konnte einem leid tun. Er hielt, was zu halten war, wenn er aber keine Unterstützung seiner Vorderleute bekommt, dann kann auch er am Spielausgang nichts mehr ändern. Und in der Verlängerung hatte er nochmal drei, vier weitere Saves bei, am Ende musste aber auch er sich geschlagen geben.
Die drei Tore von Marcel Noebels und die drei Vorlagen von Yannick Veilleux? Die vermeintlich neue Paradereihe der Eisbären? Das war heute nur für die Statistik, zu weh tut diese Niederlage. Eine, welche man so nie und nimmer kassieren darf!

5:4 n.P. in Bietigheim! Sieg beim DEL-Debüt von Leon Hungerecker und erstes DEL-Tor von Bennet Roßmy

Die Eisbären Berlin bleiben nach der Deutschland-Cup-Pause weiterhin ungeschlagen: Bei Aufsteiger Bietigheim Steelers setzte sich der Deutsche Meister knapp mit 5:4 n.P. (2:2,1:0,1:2/0:0,1:0) durch und feierte damit den dritten Sieg im dritten Spiel nach der Pause. Doch bis man die zwei Punkte eingefahren hatte, musste man hart dafür arbeiten. Denn Bietigheim bot den Eisbären Paroli und ärgerte die Berliner immer wieder.

Und diese musste bei den Steelers arg ersatzgeschwächt antreten. Blaine Byron, Zach Boychuk, Kevin Clark und Marco Baßler fehlten. Dafür rückten die Youngsters Bennet Roßmy und Korbinian Geibel ins Line-up. Und auch im Tor bekam ein Youngster heute sein DEL-Debüt: Leon Hungerecker, welcher bereits das letzte CHL-Spiel erfolgreich bestritten hatte, durfte zum ersten Mal in der PENNY DEL ran.

Die Ausgangslage war natürlich klar: Bietigheim war als Aufsteiger und Tabellenletzter klarer Außenseiter gegen den Deutschen Meister und DEL-Rekordmeister aus Berlin. Aber die Eisbären-Fans wissen es, die Berliner tun sich gegen die kleinen Teams in der PENNY DEL gerne mal schwer.
Und so war es auch heute. Nach ruhigem Beginn legten die Steelers auf einmal los und überraschten die Hauptstädter mit zwei schnellen Toren. Die Eisbären verloren das Bully im Angriffsdrittel, Benjamin Zientek marschierte mit der Scheibe los, spielte sie links raus auf Alex Preibisch, welcher den Puck scharf vor das Tor spielte. Dort lauerte eben jener Zientek und der drückte die Scheibe irgendwie wohl mit der Schulter über die Linie. Der Treffer wurde aber nochmal überprüft und dort sah man dann eine Torhüterbehinderung, weshalb der Treffer aberkannt wurde. Pech für Bietigheim, Glück für die Eisbären.
Aber Bietigheim machte einfach weiter und Riley Sheen sorgte dann doch für das 1:0. Der erste Schuss wurde noch geblockt, die Scheibe fiel Sheen aber nochmal auf die Kelle und diesmal ließ er sich diese Chance nicht entgehen (6.).
Die Eisbären versuchten eine Antwort zu finden, aber die Steelers standen hinten sehr kompakt und machten es den Berlinern so schwer zum Abschluss zu kommen. Und Bietigheim spielte weiter offensiv nach vorne und hatte auch die besseren Chancen.
Und diese nutzten sie auch. Fehler der Eisbären im Spielaufbau durch Bennet Roßmy und Kapitän Frank Hördler, der so nicht passieren darf. Norman Hauner mit dem Querpass auf Brendan Ranford und der ließ Leon Hungerecker keine Chance – 0:2 (9.). Mal wieder ein Gegentor durch einen Ex-Eisbären.
Die Eisbären wirkten noch nicht richtig angekommen im Spiel und mussten nun gegen einen stark aufspielenden Aufsteiger dagegen halten. Und die spielten natürlich jetzt mit Rückenwind, was auch an der Rückkehr ihres Goalies Sami Aittokallio lag, ohne den die Talfahrt erst begann. Mit ihm als Rückhalt im Tor kann gegen den Deutschen Meister doch die Überraschung gelingen, mit dieser Einstellung spielten die Steelers jedenfalls.
Aber die Berliner fanden einen Zugang zum Spiel und stellten den Spielverlauf innerhalb von 44 Sekunden komplett auf den Kopf. In der 13. Spielminute erkämpften die Eisbären die Scheibe in der Bandenrundung nach gutem Forechecking. Die Scheibe kam in den Slot, wo Bennet Roßmy lauerte und zum 1:2 einschießen konnte. Das erste DEL-Tor des Youngsters. Herzlichen Glückwunsch dazu, Bennet!
Und besagte 44 Sekunden später war es Marcel Noebels, welcher einen Rebound vor dem Tor ausnutzen konnte. Simon Després hatte von der blauen Linie abgezogen, die Scheibe blieb vor dem Tor hängen und Noebels schoss den Puck per Rückhand ins Tor – 2:2 (14.).
Die Partie begann also wieder von vorne. Und Chancen gab es in den restlichen sechs Minuten auch nochmal, aber es blieb beim 2:2 nach dem ersten Drittel.

Im Mitteldrittel ging es zu Beginn hin und her mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Die Chance zur erneuten Führung bot sich dann den Hausherren, als Morgan Ellis die erste Strafzeit der Partie kassierte. Und das Penaltykilling der Eisbären gehört ja nun auch nicht zu den besten der Liga sondern eher zu den schlechteren (Platz 13), von daher drohte da schon ein wenig Gefahr jetzt. Zumal Bietigheim vier Powerplaytore in den letzten vier Spielen erzielte. Doch die Eisbären mit starker Arbeit im Penaltykilling, überstanden die Unterzahl somit ohne große Probleme.
Erst danach Bietigheim wieder mit einer gefährlichen Chance, doch die Scheibe ging nur ans Außennetz. Und dann zündete Leo Pföderl den Turbo, fuhr über die gesamte Eisfläche bis vor das Tor und dort düpierte er per Rückhand auch noch Sami Aittokallio – 3:2 (28.). Eine klasse Einzelleistung der Nummer 93. Und so hatten die Berliner das Spiel jetzt komplett gedreht.
Fortan versuchte Bietigheim zurück ins Spiel zu kommen, aber die Eisbären arbeiteten sehr hart vor dem eigenen Tor und gaben wenig Platz für gefährliche Abschlüsse. Diese hatten aber gelegentlich die Eisbären, doch nutzen konnten sie diese nicht. Kurz vor der zweiten Drittelpause mussten die Berliner aber nochmal zittern, denn Jonas Müller kassierte die zweite Strafzeit der Partie und ermöglichte Bietigheim das Powerplay zum Ende des Mitteldrittels. Und daraus wurden sogar 84 Sekunden doppelte Überzahl, da auch Kapitän Frank Hördler auf die Strafbank musste. Zwei enorm wichtige Verteidiger jetzt also in der Kühlbox. Eine knifflige Situation für die Berliner und den jungen Goalie Leo Hungerecker in seinem ersten DEL-Spiel. Und die Eisbären verteidigten das mit viel Herz und Leidenschaft und überstanden somit die doppelte Unterzahl. Das Penaltykilling zeigte sich heute also stark verbessert. Was Hoffnung für die nächsten Wochen macht. Das starke Unterzahlspiel sorgte hier aber erst einmal für die knappe 3:2-Pausenführung in der EgeTrans-Arena.

Im Schlussdrittel hieß es nun nochmal 20 Minuten volle Konzentration, um auch im dritten Spiel nach der Deutschland-Cup-Pause erfolgreich zu sein. Aber es standen noch einmal 20 harte Minuten bevor, denn Bietigheim würde mit den Fans im Rücken noch einmal alles nach vorne werfen. Das war den Eisbären natürlich klar. Und genau aus diesem Grund suchten die Eisbären selbst erst einmal den Weg in die Offensive, um das Spiel mit einem vierten Tor vorzuentscheiden. Doch Chancen gab es auf beiden Seiten erstmal keine, weil beide Mannschaften erst einmal defensiv kompakt stehen wollten.
In der 46. Spielminute fanden die Gastgeber dann aber die Lücke vor dem Tor. Ex-Eisbär Constantin Braun mit dem Querpass an der blauen Linie zu Riley Sheen, der zog direkt ab und die Scheibe schlug hinter Leo Hungerecker im Tor ein – 3:3.
Die Partie ging nun also erneut wieder von vorne los. Und sie war bis in die Schlussphase hinein ausgeglichen und hart umkämpft. Jetzt wollten natürlich beide Teams das Spiel für sich entscheiden und die drei Punkte holen. Für Bietigheim wären das natürlich drei enorm wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Und die Steelers hatten auch Mitte des letzten Drittels die Chance zu erneuten Führung, aber mal wieder ließ man ein Powerplay ungenutzt. Was aber auch am heute starken Penaltykilling der Berliner lag.
Knapp drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit setzten sich die Berliner im Angriffsdrittel fest. Leo Pföderl mit dem Zuspiel hoch zu Jonas Müller, der konnte ungestört in den Slot fahren und dort abziehen – 4:3 (58.). Da machte es Bietigheim den Eisbären zu leicht und Müller nahm diese „Einladung“ natürlich dankend an.
Bietigheim versuchte nun noch einmal alles und nahm Goalie Sami Aittokallio zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und diese Maßnahme führte zum Erfolg. Max Renner brachte die Scheibe von der blauen Linie auf das Tor, von dort sprang sie nach links, wo C.J. Stretch lauerte und die Scheibe mühelos im leeren Tor versenkte – 4:4 (59.).
Der Aufsteiger gab hier also einfach nicht auf und forderte den Eisbären alles ab. Damit verdienten sich die Steelers diesen einen Punkt auf jeden Fall. Denn es blieb beim 4:4 nach 60 Minuten und somit ging es in die Verlängerung. Die Steelers-Fans feierten diesen einen Punkt wie einen Sieg. Zu Recht, denn es war eine starke Leistung von Bietigheim.

Für die Berliner war es die dritte Verlängerung in dieser Saison. Die ersten beiden spielte man gegen Wolfsburg. Und beide verlor man am Ende. Es wurde also langsam mal Zeit für den ersten Sieg nach Verlängerung oder Penaltyschießen. Und die Eisbären begannen die Overtime auch noch in Überzahl, aber dass das für keinerlei Gefahr sorgt, ist ja hinlänglich bekannt.
Die Verlängerung sollte anschließend keine Entscheidung bringen, somit musste also das Penaltyschießen den Sieger ermitteln. Für dieses wechselte Bietigheim noch den Torhüter. Cody Brenner stand fortan im Tor. Und dort avancierten Leon Hungerecker mit drei Paraden und Matt White mit dem einzigen Treffer zu den Matchwinnern. Die Eisbären sicherten sich also den Zusatzpunkt.

Ein hartes Stück Arbeit war es gewesen, ehe der Auswärtssieg feststand. Die Eisbären kamen schlecht ins Spiel und lagen früh mit 0:2 hinten. Doch man blieb ruhig und geduldig und meldete sich dank eines Doppelschlags innerhalb von 44 Sekunden zurück im Spiel. Anschließend war man besser drin im Spiel, hatte mit Bietigheim aber einen Gegner vor der Brust, der den Berlinern alles abverlangte. Zweimal legten die Eisbären vor, zweimal schlugen die Steelers eiskalt zurück. Am Ende hatten die Eisbären aber das bessere Ende auf ihrer Seite, als sie die Lotterie Penaltyschießen gewannen.
Der Sieg war am Ende aber auch nur möglich, weil man vor allem im Penaltykilling heute zu überzeugen wusste. Und auch Leon Hungerecker war es zu verdanken, der einige Paraden dabei hatte und seiner Mannschaft so den Sieg erst ermöglichte.

6:3 gegen Ingolstadt! Die Eisbären Berlin feiern den sechsten Sieg in Folge, machen es am Ende aber nochmal unnötig spannend

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #8:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur: Am Sonntagnachmittag gewann man gegen den ERC Ingolstadt verdient mit 6:3 (3:0,3:1,0:2) und feierte damit den sechsten Sieg in Serie. Dabei machten es die Hauptstädter am Ende nochmal unnötig spannend, weil man angesichts der deutlichen Führung etwas die Zügel schleifen ließ.

Bei den Eisbären stand vor allem das Debüt des Ex-NHL-Stars Frans Nielsen im Mittelpunkt. Und die große Frage war, in welcher Reihe würde der Däne spielen? Coach Serge Aubin stellte ihn in die dritte Reihe zwischen Kevin Clark und Parker Tuomie. Dort spielte vor einer Woche gegen Köln noch Sebastian Streu, welcher heute dafür in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Bennet Roßmy spielte. Für Nielsen musste natürlich ein Importspieler auf die Tribüne und heute traf es Giovanni Fiore. Ansonsten blieb das Berliner Team im Vergleich zum Spiel gegen die Domstädter am letzten Sonntag unverändert. Einzig auf der Position des Back-up-Goalies gab es noch eine Veränderung. Leon Hungerecker nahm auf der Bank Platz, während Mathias Niederberger erneut das Tor hütete.

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Die Eisbären kamen mit fünf Siegen in Folge im Gepäck auf das Eis und hatten dementsprechend eine breite Brust und eine gehörige Menge an Selbstvertrauen aufgebaut. Und so gab man schon nach 25 Sekunden durch Leo Pföderl den ersten Schuss auf das Ingolstädter Tor ab. Da hatte Berlins Nummer 93 zu viel Platz auf der linken Seite.
Doch nur 30 Sekunden später musste man erst einmal Defensivarbeit verrichten, da Yannick Veilleux die erste Strafzeit der Partie kassierte. Das starke Berliner Penaltykilling war also das erste Mal an diesem Sonntagnachmittag gefragt. Aber auch da war das gesteigerte Selbstvertrauen der Hausherren zu sehen, die erst gegen Ende zwei gute Schüsse der Schanzer Panther zuließen.
Fortan entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften suchten den Weg in die Offensive, von Erfolg waren die Angriffe bis dato aber nicht gekrönt. Weil beide es verstanden, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen.
In der achten Spielminute aber die Eisbären mal mit einem schnell vorgetragenen Angriff, welchen Leo Pföderl eiskalt abschloss. Die Eisbären eroberten die Scheibe vor dem eigenen Tor und dann zündete die Top-Reihe den Turbo. Blaine Byron rüber auf Marcel Noebels und der links raus auf Pföderl, welcher nicht lange fackelte – 1:0.

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Kurz darauf die erste Strafzeit gegen Ingolstadt und das Berliner Powerplay kommt immer besser in Fahrt. Zach Boychuk muss ihn eigentlich schon machen, aber das übernahm dann Kevin Clark auf Zuspiel von eben jenem Boychuk – 2:0 (10.).
Die Berliner hatten also als erste Mannschaft den Schlüssel gefunden und kamen zu Torchancen, welche sie wieder effektiv zu nutzen wussten. Und sie machten einfach weiter. Erneut die Top-Reihe auf dem Eis, sie spielten die Panther vor dem eigenen Tor schwindelig und am Ende war es Blaine Byron, welcher auf Zuspiel von Leo Pföderl und Marcel Noebels einnetzte – 3:0 (12.).
Kaum hatten die Hauptstädter den Riegel geknackt, ging alles fast wie von allein. Gepaart mit dem Selbstvertrauen nach fünf Siegen in Serie marschierten die Eisbären also schon früh in dieser Partie Richtung sechstem Sieg in Folge.
Ingolstadt wehrte sich anschließend aber mal und kam zu zwei guten Chancen, doch zweimal war die „Krake von Riga“ Mathias Niederberger zur Stelle und wehrte beide Schüsse stark ab. Was aber auch nur möglich war, weil die Eisbären den Fuß vom Gas genommen hatten. Aber man musste ja fast damit rechnen, dass die Eisbären so loslegen würden, hatte Coach Serge Aubin doch noch vor dem Spiel gesagt, dass, wenn man über 60 Minuten so spielt wie in den ersten 20 Minuten in Lugano, man nicht aufzuhalten sein werde. Und genau das war bisher der Fall, gerade in der Phase, in der den Berlinern die drei Tore gelangen. Da wussten die Schanzer überhaupt nicht, wo hinten und vorne ist.
Aber dennoch hätten die Berliner schon mal mehr Gegenwehr zeigen können und Ingolstadt in dieser Phase das Spiel nicht überlassen sollen. Denn im Eishockey kann auch mal ein 3:0 schnell in die andere Richtung kippen. Und es wurde nicht besser, denn nun kassierte man auch noch eine Strafzeit und kam weiter nicht aus der Defensive heraus. Nicholas B. Jensen musste knapp zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels in die Kühlbox. Aber das nutzten die Eisbären zu einem Zwei-auf-Eins Konter, an dessen Ende die Berliner eine Strafzeit heraus holten und so war das Unterzahlspiel nach nur 16 Sekunden beendet. Folglich ging es mit 4-4 weiter, wo Ingolstadt aber ein kleines Powerplay aufzog. Dennoch passierte nichts mehr und so nahmen die Eisbären eine souveräne 3:0-Führung mit in die Kabine. Bis auf die letzten Minuten, in denen man Ingolstadt das Spiel so ein wenig überließ, konnte man mit der Leistung der Eisbären zufrieden sein.

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Und im Mitteldrittel belohnte sich die Mannschaft von Coach Doug Shedden dann auch. In der 24. Spielminute war es Brandon DeFazio, welcher den Anschlusstreffer für Ingolstadt erzielte – 3:1.
Und den Gästen bot sich direkt die Chance zum Nachlegen, denn Marcel Noebels musste nur wenige Sekunden später auf die Strafbank. Den Eisbären drohte so ein wenig das Spiel aus der Hand zu gleiten, welches man nach dem 3:0 eigentlich komplett im Griff hatte. Doch die Eisbären zeigten den Schanzern dann mal, wie man Unterzahl spiel. Konter der Hausherren, Blaine Byron eroberte im eigenen Drittel die Scheibe, passte sie rüber zu Leo Pföderl, welcher noch an Karri Rämö scheiterte, aber den Nachschuss verwertete Byron dann selbst – 4:1 (24.). Die Top-Reihe also am nächsten Tor beteiligt. Noebels sorgte für das Unterzahlspiel und Pföderl und Byron besorgten den Shorthander. Arbeitsteilung sozusagen.
Nun hatten die Hausherren die Zügel wieder fest in der Hand und legten weiter nach. Matt White, der Top-Torjäger der Eisbären, fehlte heute noch und so war er es, der auf 5:1 stellte (30.). Und es war erst die Hälfte der Partie vorüber.

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Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. Die Eisbären nahmen wieder Tempo heraus und Ingolstadt setzte kaum noch nach, wohl in dem Wissen, dass diese Partie hier verloren war. Denn sie hatten ja gesehen, was passiert, wenn die Eisbären ernst machen. Dann haben sie in der Tat keine Chance. Und wenn sie doch mal zu Chancen kamen, dann war da ja immer noch Mathias Niederberger zur Stelle. Während es also auf dem Eis eher ruhiger zur Sache ging, war auf den Rängen Party-Stimmung angesagt. Maskottchen „Bully“ heizte den Fans ein und so ging auch mal die „LaOla“ durch die Arena am Ostbahnhof. Und während diese durch das weite Rund schwappte, machten die Eisbären das halbe Dutzend voll. Zach Boychuk war der Torschütze. Den Treffer hatte er aber dem aggressiven Forechecking seiner Kollegen zu verdanken. Yannick Veilleux passte die Scheibe zu Matt White, der weiter zu Boychuk und der rein ins Glück – 6:1 (38.).
Mehr passierte im Mitteldrittel nicht mehr. Verabschiedet wurden die Eisbären mit viel Applaus. Verständlich, angesichts dieser Leistung heute. Wenn es einmal läuft, dann aber mal so richtig. Und was Selbstvertrauen mit einer Mannschaft macht, das sah man an den Eisbären heute eindeutig.

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Zum letzten Drittel kam Ingolstadt mit einem neuen Goalie zurück auf das Eis. Jonas Stettmer ersetzte Karri Rämö. Und der sah in der 44. Spielminute das zweite Tor seiner Mannschaft. Mirko Höfflin war der Torschütze gewesen – 6:2. Doch mehr als Ergebniskosmetik war das hier auch nicht.
Und die Eisbären? Hatten die noch Lust oder schonten die jetzt ihre Kräfte? Sie versuchten zu zaubern und das siebte Tor nachzulegen, doch Jonas Stettmer hatte etwas dagegen. Es war jetzt also nicht so, dass die Eisbären das Spielen einstellten. Nein, sie versuchten schon weiter nach vorne zu spielen. Vielleicht aber nicht mehr so mit dem Druck, als würde das Spiel noch nicht entschieden sein. Und hinten mussten sie auch noch aufpassen, denn Ingolstadt spielte weiter nach vorne und beschäftigte Mathias Niederberger immer mal wieder. Abschalten und das Spiel locker auslaufen lassen war hier also nicht drin für die Mannschaft von Coach Serge Aubin.

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Erst recht nicht, als den Gästen elf Minuten vor dem Ende das 6:3 gelang. Matt Bodie hatte im Slot zu viel Platz und bedankte sich mit dem dritten Treffer an diesem Nachmittag. Fing nun doch nochmal das große Zittern bei den Eisbären an? Erst einmal nicht, denn man bekam kurz darauf das nächste Powerplay und konnte so mal wieder für etwas Entlastung sorgen. Doch diesmal sorgte das Überzahlspiel für keinerlei Gefahr.
Anschließend die Eisbären wieder etwas mehr offensiv ausgerichtet, sie wollten das Spiel vom eigenen Tor fernhalten. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn Ingolstadt auch noch die Treffer Nummer vier und fünf erzielt hätte. Dann wäre das Spiel hier nochmal richtig spannend und dramatisch geworden. Doch die Schanzer versuchten nochmal alles, um vielleicht doch nochmal einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Aber das gelang ihnen nicht mehr und so gewannen die Eisbären am Ende verdient mit 6:3.

Heute hat man gesehen, dass die Eisbären nicht aufzuhalten sind, wenn sie ins Rollen kommen. Da war Ingolstadt hoffnungslos überfordert. Gerade die Top-Reihe um Marcel Noebels, Blaine Byron und Leo Pföderl war nicht in den Griff zu kriegen. Mit dieser Leistung und in dieser Form ist man ganz klar ein Meisterschaftsanwärter.
Aber, dieser ist man nicht, wenn man die Zügel so schleifen lässt, wie es die Berliner zwischendurch immer mal wieder getan haben. Da sorgte man wieder für Spannung, was total unnötig war. Auch wenn du 3:0 oder 6:1 führst, musst du konzentriert bleiben und einfach weiterspielen. Von daher kann man aus dem Spiel also zwei Sachen mitnehmen: Die erste, dass man, wenn man konzentriert spielt und sein Ding durchzieht, jeden Gegner schlagen kann und das deutlich. Die zweite, dass es genauso gut anders rum laufen kann, wenn man auch nur ein bisschen nachlässt.