Eisbären Berlin – Deutscher Meister 2021: Die Krönung einer außergewöhnlichen Saison


Acht lange Jahre mussten wir Eisbären-Fans auf die achte Deutsche Meisterschaft warten. Heute vor neun Tagen war es dann endlich wieder so weit. Mit einem 2:1-Heimsieg im alles entscheidenden dritten Finalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg kürten sich die Hauptstädter zum Deutschen Meister der PENNY DEL-Saison 2020/2021. Es war die Krönung einer außergewöhnlichen Saison, welche zweimal verschoben wurde, welche in zwei Gruppen stattfand und welche im Best-of-three-Modus ausgetragen wurde. Und natürlich einer Saison, in der das Herz in allen Stadien und Arenen in Eishockey-Deutschland fehlte: Die Fans konnten die Saison leider nur vor dem Fernseher verfolgen und so konnten die Berliner auch nicht mit ihren Fans die achte Meisterschaft feiern. Aber, das haben die Eisbären bereits versprochen, soll alles nachgeholt werden, wenn es wieder möglich ist. Die Gesundheit steht eben in diesen Zeiten ganz besonders an erster Stelle!

Mathias Niederberger nach dem 1:0-Heimsieg im Vorbereitungsspiel gegen München. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Das ich in meiner Saison-Analyse, welche ich nach jeder Saison geschrieben habe, heute über eine Meister-Saison berichten kann, damit habe ich zu Beginn der Vorbereitung nicht gerechnet. Denn die Vorbereitung war doch alles andere als gut, wenn gleich man da aber auch sagen muss, dass das Team, welches letztendlich in der Saison die Meisterschaft holte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht zusammen war und man u.a. von Leihspielern des Kooperationspartner Los Angeles Kings verstärkt wurde.
Bis zum Beginn des Magenta-Sport Cups, welcher als Saison-Vorbereitung dienen sollte und an dem nur acht DEL-Teams teilnahmen, standen fünf Vorbereitungsspiele für die Berliner auf dem Programm. Zweimal testete man gegen München und dreimal gegen DEL2-Teams. In Weißwasser und Kassel konnte man gewinnen, gegen München gewann man ein Spiel und verlor das andere und in Bad Nauheim setzte es in der Generalprobe vor dem Auftakt des Magenta-Sport Cups eine knappe 3:4-Niederlage n.P.

Zu Beginn des Vorbereitungsturnieres trafen die Eisbären im Wellblechpalast auf die Schwenninger Wild Wings und bekamen von denen eine Lehrstunde erteilt. Mit 1:5 ging man auf eigenem Eis unter. Auch die nächsten drei Spiele waren nicht von Erfolg gekrönt. In Mannheim setzte es ein 0:3, in München holte man beim 2:3 n.V. wenigstens den einzigen Punkt und in Schwenningen bekam man mit 2:7 erneut eins auf die Mütze. Die letzten beiden Heimspiele fielen Corona bedingt aus, was vielleicht auch gut war. Denn der Magenta-Sport Cup ließ schlimmes für die Saison erwarten.

Erstes Bully in der Saison 2020/2021. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Doch kurz vor dem Saisonstart schlugen die Verantwortlichen der Eisbären nochmal auf dem Transfermarkt zu und holten mit Giovanni Fiore, Matt White und Kris Foucault drei Spieler, welche im Saisonverlauf eine entscheidende Rolle einnehmen sollten. Und zum Auftakt der PENNY DEL-Saison wartete mit Bremerhaven ein Team, welches vor der Saison als Geheimfavorit galt, spielten die Bremerhavener doch einen sehr starken Magenta-Sport Cup und mussten sich erst im Finale dem EHC Red Bull München geschlagen geben. Doch die Eisbären kamen perfekt aus den Startlöchern und sicherten sich beim 3:2-Heimsieg die ersten drei Punkte der neuen Saison.

Was zu Beginn der Saison auffiel? Die Eisbären waren extrem heimstark, nur auswärts wollte nichts gelingen. Die ersten drei Auswärtsspiele gingen allesamt verloren, den ersten Auswärtssieg feierte man im vierten Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen (5:2), von den ersten sieben Auswärtsspielen gewann man nur deren zwei – beide in Krefeld, Spiel Zwei endete mit 6:1. Nur konnte man diese Siege nicht wirklich feiern, gewann zu dieser Zeit doch jedes Team gegen die Seidenstädter.
Dabei waren die Berliner schon im dritten Auswärtsspiel kurz davor, den ersten Sieg einzufahren. Mit 3:0 führte man bereits bei der DEG, am Ende verlor man mit 4:5 n.V.
Das erste Ausrufezeichen auswärts setzte man nur 24 Stunden nach dem 6:1-Sieg in Krefeld in Iserlohn, als man am Seilersee mit 4:1 gewann. Von da an lief es auch auswärts rund für die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin.

Jubelnde Eisbären gab es in den ersten acht Heimspielen der neuen Saison. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Zu Hause lief es wie geschmiert für die Eisbären, welche die ersten acht Heimspiele in Folge gewannen und dabei die volle Punktzahl einfuhren. Erst die Grizzlys Wolfsburg stoppten diese Heimserie im neunten Heimspiel der Saison, als man sich mit 3:2 n.P. durchsetzen konnte. Es war der Auftakt in die erste Niederlagenserie der Eisbären, denn es folgte eine weitere Niederlage in Bremerhaven und auch das zweite Heimspiel gegen die Niedersachsen ging mit 2:3 n.V. verloren. Doch im zweiten Duell in Bremerhaven zeigten die Eisbären ihre Krallen und gewannen verdient mit 5:1 an der Küste.
Es war der Auftakt einer vier Spiele andauernden Siegesserie zum Abschluss der Nordrunde, darunter auch ein 8:1-Kantersieg auf eigenem Eis gegen die Düsseldorfer EG. Zum Auftakt der Südrunde folgte der fünfte Sieg in Serie, mit 5:3 setzte man sich gegen die Augsburger Panther durch.

Die Spiele gegen Ingolstadt waren voller Nickligkeiten. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Der Auftakt in die Spiele gegen die Süd-Teams verlief sehr gut für die Eisbären, gewann man doch fünf der ersten sechs Spiele und verlor nur das Auswärtsspiel in Ingolstadt mit 3:4. Man wähnte sich auf dem richtigen Weg, fühlte sich gut gerüstet für die beiden Duelle gegen München, welche eine Saison mit Höhen und Tiefen gespielt hatten bis zu diesem Zeitpunkt. Doch in den beiden Duellen mit Ex-Eisbären-Trainer Don Jackson bekamen die Eisbären deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Am Oberwiesenfeld verlor man mit 1:4 und zu Hause gar mit 0:5. Auf einmal musste man die Eisbären vorerst aus dem Kreise der Titel-Favoriten herausnehmen, denn es war anzunehmen, dass im Halbfinale München als Gegner warten würde. Dass es am Ende alles anders kam, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Dazu aber später mehr.

Die Eisbären trafen danach zweimal in Folge auf ihren Angstgegner aus dem Magenta-Sport Cup, die Schwenninger Wild Wings. Während man zu Hause klar und deutlich mit 6:2 gewann, setzte es im Schwarzwald eine 2:4-Niederlage. Noch bitterer als die Pleite wog jedoch die Verletzung von Leo Pföderl, dessen Saison anschließend für beendet erklärt wurde. Ein herber Rückschlag für die Eisbären Berlin. Doch auch hier sollte alles anders kommen. Später mehr dazu.

Von den letzten vier Hauptrundenspielen gewannen die Eisbären zwei, darunter ein 4:1-Auswrtssieg beim Top-Favoriten Adler Mannheim. Die revanchierten sich aber mit einem 3:1-Sieg in der Hauptstadt. Zum Abschluss der Hauptrunde verlor man mit 5:6 n.P. bei den Augsburger Panthern und ging somit mit zwei Niederlagen in Folge ins Playoff-Viertelfinale gegen die Iserlohn Roosters.

Endstation Andreas Jenike, Iserlohn gewann Spiel Eins in Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort sollte Niederlage Nummer Drei folgen, denn die Sauerländer erzielten in der letzten Spielminute der regulären Spielzeit den 4:3-Siegtreffer in Berlin und fuhren mit dem Matchpuck zurück an den Seilersee. Dort erlebten die Mannen von Chefcoach Brad Tapper ihr blaues Wunder, denn die Eisbären fegten wie ein Orkan über den Seilersee, holten die Serie mit einem 6:0-Kantersieg noch einmal zurück nach Berlin.
Und in Spiel Drei legten die Roosters wieder los wie die Feuerwehr, führten bereits mit 2:0, doch die Eisbären spielten in den diesjährigen Playoffs ihr bestes Eishockey, wenn sie mit dem Rücken zur Wand standen. So drehte man das Spiel am Ende noch in einen 5:3-Heimsieg um und buchte somit das Ticket für das Halbfinale.

Hart umkämpft war die Halbfinalserie gegen Ingolstadt. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort wartete der ERC Ingolstadt, welcher im Viertelfinale die große Überraschung schaffte und den EHC Red Bull München mit 2:0-Siegen in die Sommerpause schickte. Ein ganz harter Brocken also, welcher da auf die Eisbären wartete, doch die bekamen unerwartete Hilfe. Denn Leo Pföderl wurde noch einmal untersucht, seine Verletzung stellte sich nun doch nicht mehr als so schlimm dar und somit konnte die Nummer 93 wieder eingreifen.
Aber auch gegen die Schanzer ging Spiel Eins mit 3:4 verloren. Weil ein Ex-Eisbär zur Höchstform auflief – Louis-Marc Aubry.
In Spiel Zwei mussten die Eisbären also wieder liefern, doch sie lagen nach 40 Minuten mit 1:2 hinten. Das Saisonende drohte, aber diese Mannschaft gab einfach nicht auf. Man glich aus und als alles schon nach Verlängerung aussah, kam Ryan McKiernan und hämmerte die Scheibe 63 Sekunden vor der Schlusssirene ins Eck. Bäääm, 1:1, Spiel Drei in Berlin!
Doch auch dort erwischten die Eisbären wie gegen Iserlohn den schlechteren Start, liefen erneut einem 0:2-Rückstand hinterher. Doch Rückstände und die Aussicht auf die frühzeitige Sommerpause machten die Eisbären nur noch stärker und sie schlugen eiskalt zurück. Mit 4:2 wurde Ingolstadt besiegt und so zog man ins DEL-Finale ein.

Der Fels in der Brandung in Spiel Drei gegen Wolfsburg: Mathias Niederberger. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dass dort am Ende dieser Saison zwei Teams aus dem Norden standen, hätten die Experten vor der Saison nicht gedacht, denn der Süden sollte ja viel stärker sein. Doch deren acht Teams waren bereits in der Sommerpause und so kämpften zwei Teams aus dem Norden um den DEL-Pokal. Die Eisbären Berlin trafen dabei auf ihren Angstgegner Grizzlys Wolfsburg. Denn alle vier Hauptrundenspiele hatte man gegen die Niedersachsen verloren, wenn gleich man aber auch sagen muss, dass drei dieser vier Spiele erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden wurden.
Und so ging auch Spiel Eins in die Verlängerung und dort schlug Wolfsburg eiskalt zu, 3:2-Auswärtssieg in Berlin. Die Grizzlys standen vor ihrer ersten deutschen Meisterschaft, während die Eisbären erneut Spiel Eins verloren. Doch auch dieses Mal zogen die Eisbären ihren Kopf aus der Schlinge und schlugen auswärts zurück. Mit 4:1 zeigte man den Wolfsburgern deutlich die Grenzen auf und machte deren Hoffnung, Meister auf eigenem Eis zu werden, zu Nichte.
Und in Berlin folgte dann die Krönung dieser Saison. Die Eisbären drehten zum dritten Mal eine Serie nach 0:1-Rückstand und kürten sich zum Deutschen Meister, zum achten Mal in der Vereinsgeschichte. Den Siegtreffer erzielte übrigens Leo Pföderl, der eigentlich gar nicht mehr spielen sollte. Am Ende erzielte er das Meistertor, solche Geschichten schreibt eben nur der Sport.

Der Jubel nach der Schlusssirene kannte dann natürlich keine Grenzen mehr und die Spieler der Eisbären Berlin feierten den Titelgewinn ausgelassen. Und Frank Hördler hatte als einziger schon richtig Routine darin, war es doch sein achter Meistertitel mit den Eisbären. Wahnsinn!

Der Wille und der Charakter dieser Mannschaft war unglaublich. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aber dieser Titelgewinn war nur möglich, weil diese Mannschaft während der Saison so unglaublich zusammengewachsen ist. Da kämpfte Jeder für jeden, kein Spiel wurde verloren gegeben. Die Jungs glaubten immer bis zum Ende des Spiels an die Chance zum Sieg. Der unbändige Siegeswille war immer da, der Charakter dieses Teams war unglaublich. Frank Hördler erzählte vor kurzem auch in einem Podcast, was das Geheimnis der Eisbären war. Diese hatten sich schon während der Spiele gegen die Süd-Teams in den Playoff-Modus versetzt und wussten so, was zu tun war, wenn man Spiel Eins verlor. Dann setzte das Teams alles daran, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen. Und das bereits in der Hauptrunde. Dieser Fakt stärkte die Eisbären so sehr, dass sie die drei Auftakt-Niederlagen in den Playoffs gut wegsteckten und eiskalt zurückschlugen.

Meistercoach Serge Aubin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Chefcoach Serge Aubin meinte daher auch, dass seine Mannschaft ihr bestes Eishockey spielte, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stand. Wahrscheinlich brauchten die Jungs immer dieses besondere Druckgefühl, dass man mit einer weiteren Niederlage in die Sommerpause müsste. Anders kann man die drei Niederlagen in Spiel Eins nicht erklären. Wie sie sich dann aber immer wieder in die Serie zurück kämpften, verdient aller größten Respekt. Sowohl die Spielers als auch das Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu. Denn die änderten jeweils nach Spiel Eins ihr System und führten die Eisbären somit letztendlich zur Meisterschaft. Am Ende braucht es natürlich auch Spieler, die dieses System perfekt umsetzen, die hatten die Eisbären und so wurde man am Ende verdient Deutscher Meister.

Weil man eben die perfekte Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern hatte. Denkt man nur mal an das Torhüter-Duo aus Mathias Niederberger und Tobias Ancicka, welche beide eine überragende Saison spielten. Beide hatte weit mehr als 90 Prozent Fangquote aufzuweisen, Niederberger feierte fünf Shutouts und der junge Ancicka einen. Wann immer Ancicka gebraucht wurde, war er da und bewies seine Extraklasse. Dem jungen Goalie steht eine große Zukunft bevor.
Und Mathias Niederberger feierte in den Playoffs noch seinen sechsten Shutout der Saison und avancierte im alles entscheidenden Finalspiel gegen Wolfsburg zum Matchwinner. Denn als die Niedersachsen im letzten Drittel alles nach vorne warfen, war Niederberger der Fels in der Brandung. Mit diesem Torhüter-Duo sind die Eisbären auch für die kommende Saison bestens aufgestellt.

Playoff-MVP Ryan McKiernan (rechts), hier bei einem Fan-Talk Anfang 2020. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

In der Defensive ragte natürlich der Playoff-MVP Ryan McKiernan heraus. In der Hauptrunde kam er schon auf 25 Scorerpunkte (7 Tore/18 Assists), doch in den Playoffs wurde er zum Playoff-Monster. Dort sammelte er nochmal zehn Scorerpunkte und traf erneut sieben Mal. Einfach eine Weltklasse Saison der Berliner Nummer 58. Man kann nur hoffen, dass er seinen Vertrag in Berlin verlängert. Die Verhandlungen laufen noch.
Seine punktemäßig beste Saison spielte Jonas Müller, welcher wie in der Vorsaison zwar auf 15 Scorerpunkte kam, damals aber 51 Spiele dafür benötigte, während es in dieser Saison nur 37 waren. Zudem waren es in der vergangenen Saison 15 Vorlagen, diesmal erzielte Müller sieben Tore selbst und bereitete acht weitere vor.
Frank Hördler spielte seine erste Saison als Kapitän und führte seine Eisbären gleich zur Meisterschaft. „Nante“ kam auf drei Tore und zehn Vorlagen in der Hauptrunde und nochmal einem Tor und drei Vorlagen in den Playoffs.
Abgerundet haben die starke Defensive Kai Wissmann, John Ramage und Simon Després. Hinzu kommt natürlich noch der junge Eric Mik, der auf vier Assists in der Saison kam und sowohl in der Defensive als auch der Offensive eingesetzt wurde.
Aus diesem Verbund haben die Eisbären bisher einzig John Ramage verabschiedet, welcher sich den Schwenninger Wild Wings angeschlossen hat. Der Großteil der Defensive bleibt aber zusammen und soll, Gerüchten zu Folge, mit Morgan Ellis aus Ingolstadt und Nicholas B. Jensen aus Düsseldorf verstärkt werden. Damit wäre die Verteidigung des Deutschen Meisters noch tiefer besetzt.

Die Offensive wird natürlich überragt von der deutschen Top-Reihe um Leo Pföderl, Lukas Reichel und Marcel Noebels, der erneut Spieler des Jahres in der Penny DEL geworden ist. In der Hauptrunde kam Noebels auf 42 Scorerpunkte (6 Tore/36 Vorlagen), in den Playoffs ließ er nochmal zehn Scorerpunkte (1/9) folgen. Leo Pföderl sammelte 37 Scorerpunkte und war mit 20 Toren der beste Torjäger der Berliner in der Hauptrunde. In den Playoffs kam er nochmal zu sechs Einsätzen, in denen er drei Tore erzielte, darunter das Meisterschaftstor, und zwei weitere Tore vorbereitete. Lukas Reichel kam auf 27 Scorerpunkte (10/17) in der Hauptrunde und fünf (2/3) in den Playoffs. Ob wir ihn nächste Saison noch in Berlin sehen, hängt von den Chicago Blackhawks ab.
Matt White (19/20), Kris Foucault (18/12) und der während der Hauptrunde nachverpflichtete Zach Boychuk (12/13) erwiesen sich als die erhofften Verstärkungen und wurden zu enorm wichtigen Leistungsträgern. White scorte in den Playoffs weitere zehnmal (7/3), Boychuk neunmal (3/6) und Foucault fünfmal (1/4). Kris Foucault erwies sich vor allem in der Hauptrunde als „Mister 1:0“, Matt White erzielte zusammen mit Ryan McKiernan in den Playoffs die wichtigen Tore und Zach Boychuk erwies sich als echte Waffe im Berliner Powerplay.
Giovanni Fiore kam in der Hauptrunde auf acht Tore und zwölf Vorlagen, in den Playoffs waren es nochmal ein Tor und drei Vorlagen. Auch er hat seinen Teil zum Gewinn der Meisterschaft beigetragen.
Mark Zengerle kam verletzungsbedingt nur auf 18 Hauptrundenspiele, in denen ihm zwei Tore und elf Vorlagen gelangen. In den Playoffs folgten nochmal fünf weitere Assists.
Mark Olver kam in der Hauptrunde auf drei Tore und 17 Torvorlagen, in den Playoffs folgten zwei weitere Tore. Doch seine Zeit in Berlin endet mit dem Gewinn der Meisterschaft. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert.

Sein Abgang tut der Fanszene besonders weh: PC Labrie (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Bei den Youngsters stachen vor allem Parker Tuomie und Sebastian Streu heraus, die eine richtig starke Saison gespielt haben. Auch Haakon Hänelt, Nino Kinder und Fabian Dietz bekamen ihre Eiszeit und konnten Akzente setzen. Dennoch endet die Zeit von Dietz in Berlin.
Ebenso wie die von Kris Foucault nach nur einem Jahr, gut möglich, dass man ihn vielleicht in Mannheim oder München wiedersehen wird. Auch Thomas Reichel, der Bruder von Lukas, wird nicht weiter in Berlin unter Vertrag stehen.
Ein Abgang schmerzt die Fanszene der Eisbären aber ganz besonders. Denn der Vertrag von PC Labrie wurde nicht verlängert. Ja, er war nie der große Scorer, aber alleine sein Auftreten auf dem Eis sorgte für den gehörigen Respekt beim Gegner auf dem Eis. Verletzungsbedingt kam Labrie in der Hauptrunde nur auf 19 Spiele, in denen er zwei Tore beisteuerte. In den Playoffs kam in neun Spielen nochmal ein Assist hinzu. Auch PC verabschiedet sich mit der Meisterschaft aus der Hauptstadt. Wir werden dich nie vergessen, PC!

 

Helden für die Ewigkeit! (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Die Eisbären Berlin haben sich die achte deutsche Meisterschaft gesichert. Manager Peter-John Lee und Sportdirektor Stéphane Richer haben dem Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu ein Team zur Verfügung gestellt, aus dem diese ein Meisterteam geformt haben. Sie haben aus vielen sehr guten Einzelspielern eine Mannschaft geformt, welche nie aufgab, welche immer an den Sieg glaubte, wo immer Jeder für jeden kämpfte und wo der Charakter einmalig war.
Bereits im letzten Jahr hätte man es schaffen können, Deutscher Meister zu werden, so Serge Aubin und Craig Streu. Doch Corona machte dieser Hoffnung einen Strich durch die Rechnung. Nun, ein Jahr später, haben die Beiden es tatsächlich geschafft und die Eisbären Berlin zur achten Deutschen Meisterschaft geführt. Ein Titel, der unter diesen Umständen ganz besonders ist. Ein Titel, der diese außergewöhnliche Saison gekrönt hat. Aber auch ein Titel, den man ohne seine Fans feiern musste. Hoffen wir, dass der Meistertitel 2021 als einziger in die Vereinsgeschichte eingeht, den man ohne seine Fans feiern musste. Denn mit uns Fans ist es dann doch schöner.

Aber eins bleibt für mindestes ein Jahr bestehen:

Alleiniger REKORDMEISTAAAAAAA!!!!

5:3 gegen Iserlohn! Furioses Mitteldrittel sorgt für die Entscheidung und den Einzug ins Playoff-Halbfinale

Die Reise in den diesjährigen Playoffs geht weiter: Am Samstagabend gewannen die Eisbären Berlin das alles entscheidende dritte Viertelfinalspiel gegen die Iserlohn Roosters mit 5:3 (0:2,4:1,1:0) und zogen damit ins Playoff-Halbfinale ein. Dort geht es gegen den ERC Ingolstadt. Dabei sah es nach 20 Minuten noch nicht danach aus, lagen die Berliner doch bereits mit 0:2 hinten. Aber dank eines furiosen Mitteldrittels setzten sich die Hauptstädter am Ende durchaus verdient durch.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin änderte diesmal nichts an seinen Reihen. Angesichts eines 6:0-Auswärtssieges kein Wunder. Somit hütete also auch im alles entscheidenden dritten Spiel Mathias Niederberger das Berliner Tor.

Und die Statistik sah vor dem Spiel nicht gut aus für die Hauptstädter, welche bisher alle drei entscheidenden Spiele einer „Best-of-Three-Serie“ verloren hatten. Iserlohn hingegen spielte erst einmal ein drittes Spiel in so einer Serie, gewann dieses aber.
Es war zunächst ein ruhiger Beginn an der Spree, doch dann wurden die Sauerländer aktiver. Und dafür belohnten sie sich. Marko Friedrich lauerte an der blauen Linie, stand auf einmal frei vor Niederberger und ließ diesem keine Chance – 0:1 (3.).
Die Berliner wirkten zu Beginn nicht ganz bei der Sache, legten nicht die benötigte Einstellung für so ein entscheidendes Spiel an den Tag. Iserlohn hingegen wollte es mehr. Die Hausherren hatten erst in der siebten Spielminute ihren ersten guten Wechsel. Fortan waren die Eisbären drin im Spiel, hatten jede Menge guter Torchancen, aber Andreas Jenike parierte einfach jeden Schuss.
Und plötzlich stand es 0:2. Alexandre Grenier brachte die Scheibe bei einem Entlastungsangriff vor das Tor, dort kam sie irgendwie zu Marko Friedrich, welcher von hinter der Torlinie abzog und den Schlittschuh von Mathias Niederberger traf. Friedrich stocherte nach und drin war die Scheibe (8.). Marko Friedrich gab seine Antwort auf die Aktionen der Eisbären-Fans vor dem Iserlohner Hotel, wo nachts wohl u.a. versteckte Wecker klingelten.
Die Eisbären also mit dem Rücken zur Wand, aber weiteren Angriffsbemühungen. Aber sämtliche Chancen ließen die Eisbären ungenutzt, weil eben Andreas Jenike bisher einen Sahne-Tag erwischte. Auch ein Powerplay ließen die Eisbären ungenutzt. Iserlohn tauchte anschließend nur noch selten vor dem Berliner Tor auf, wenn sie aber da waren, wurde es sofort brenzlig.
Iserlohn führte so dank ihrer Effizienz mit 2:0 nach dem ersten Drittel. Jonas Müller mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten:

Wir waren einfach in den Zweikämpfen noch nicht hart genug. Besonders in den ersten Minuten. Nach dem zweiten Tor haben wir uns einfach gesagt, dass wir härter spielen müssen und ich glaube, danach war es auch ein Stück besser. Wir haben es zum Ende noch ganz gut gemacht, haben viele Scheiben versucht, zum Tor zu bringen. Das müssen wir einfach weiter tun und die Zweikämpfe gewinnen.

Die Hauptstädter waren nun also gefordert und sie antworteten prompt. Bully im Berliner Drittel, Matt White stibitzte die Scheibe und machte sich über links auf die Reise Richtung Andreas Jenike. Sein Schuss schlug auf der Fanghandseite ein, Jenike war diesmal ohne Chance – 1:2 (21.).
Die Eisbären machten danach weiterhin viel Druck und hatten auch gleichmal zwei Powerplayspiele in Folge. Dabei sah das erste wesentlich besser aus und da hatte man richtig gute Chancen, allen voran Matt White. Der hatte sich anscheinend sehr viel vorgenommen.
Mitte der Partie schlug eben jener White erneut zu. John Ramage mit dem Schuss von rechts, Andreas Jenike parierte zwar die Scheibe, sie ging aber an die Bande hinter dem Tor und sprang auf der linken Seite wieder hervor. Dort lauerte Matt White und der hämmerte die Scheibe ins leere Iserlohner Tor, da kam Jenike nicht mehr rechtzeitig rüber – 2:2 (30.).
Und weiterhin nur die Eisbären im Vorwärtsgang. Mark Zengerle fuhr rum ums Tor, legte die Scheibe hoch auf Jonas Müller, welcher abzog. Sein Schuss rutschte Jenike durch und Matt White und Kris Foucault hechteten in den Torraum und schon lag der Puck zum dritten Mal im Iserlohner Tor. Torschütze war zum dritten Mal an diesem Abend Matt White – 3:2 (32.). Brad Tapper, der Trainer der Sauerländer, nahm nun erst einmal eine Auszeit, um seine Spieler wieder wachzurütteln.
Doch die Hauptstädter hatten nun richtig Lust und nur eine Minute später legte White für Foucault auf und der zog vom rechten Bullykreis ab und tunnelte den Iserlohner Schlussmann – 4:2 (33.).
Die Hausherren hatten die Partie hochverdient gedreht und eigentlich auch alles im Griff. Doch dann kassierte Frank Hördler eine vollkommen unnötige Strafzeit 24 Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels. Und das erste Powerplay nutzte Iserlohn eiskalt aus. Casey Bailey mit dem Onetimer vom linken Bullykreis 6,1 Sekunden vor der zweiten Drittelpause – 4:3 (40.). Diesen Schwung wollten die Roosters nun natürlich mit ins letzte Drittel nehmen, so Stürmer Taro Jentzsch:

Wie man gesehen hat, haben wir das zweite Drittel ein bisschen verschlafen, was eigentlich nicht passieren darf. Aber gut, dass wir jetzt noch einen Powerplaytreffer gemacht haben und jetzt wieder da sind, wo wir im ersten Drittel angefangen haben. Wir müssen jetzt genau das Gleiche machen wie im ersten Drittel. Wir haben nicht umsonst zwei Tore geschossen, wir haben denen kein Platz gegeben, unsere Chancen genutzt, auch wenn wir nicht viele hatten. 

Im letzten Drittel ging es zunächst einmal hin und her. Berlin wollte natürlich zur Vorentscheidung treffen, während Iserlohn das Spiel ausgleichen wollte. Die Partie war weiterhin hart umkämpft, beide Teams schenkten sich in den Zweikämpfen nichts. Das Spiel lebte besonders von der Spannung jetzt, war es doch ein „Do-or-Die-Spiel“ und das merkte man immer mehr.
Mitte des letzten Drittels bot sich den Eisbären die dicke Chance zur vermeintlichen Vorentscheidung. Casey Bailey musste auf die Strafbank und bescherte den Hausherren ein Powerplay. Doch die Berliner schafften es nicht, sich eine gefährliche Chance zu erspielen. Es war also weiter zittern angesagt. Jedoch nicht lange, denn Ryan McKiernan stibitzte acht Minuten vor dem Ende der Partie die Scheibe an der eigenen blauen Linie, schaltete den Turbo an und zog über rechts ins Angriffsdrittel, wo er Andreas Jenike mit seinem Schuss keine Chance ließ – 5:3 (52.). Bereits das vierte Tor des Playoff-Monsters!
Damit wurde der Weg für Iserlohn nun immer weiter, aber die Eisbären verteilten Einladungen in Form von unnötigen Strafzeiten. Kai Wissmann und Jonas Müller sorgten für ein zwischenzeitliches doppeltes Überzahlspiel der Roosters, in dem ihr Coach Brad Tapper dann auch noch seinen Goalie vom Eis nahm und seine Mannschaft somit drei Mann mehr waren. Doch außer einer dicken Chance von Casey Bailey, welche Mathias Niederberger sensationell entschärfte, kam nichts bei heraus.
Auch in der Schlussphase ließen die Eisbären in der Defensive nichts mehr anbrennen und sicherten sich so erstmals einen Sieg im entscheidenden dritten Spiel.

Der Grundstein für den Sieg wurde vor allem im zweiten Drittel gelegt. Da fanden die Eisbären eine Antwort auf das 0:2 nach den ersten 20 Minuten. Nein, sie hatten insgesamt gesehen kein schlechtes erstes Drittel gespielt, fanden nach dem 0:2 richtig gut ins Spiel, nur biss man sich an Andreas Jenike die Zähne aus. Doch ab dem zweiten Drittel fand Jenike kein Mittel mehr gegen die Offensive der Hausherren und prompt war das Spiel gedreht. Letztendlich war die Partie damit dann eigentlich auch durch, nur machten es die Eisbären durch ihre unnötigen Strafzeiten selbst nochmal spannend, was es gar nicht gebraucht hätte. Zum Glück gelang Iserlohn nur noch das 3:4, mehr aber nicht. Weil man es am Ende defensiv stark zu Ende spielte und Ryan McKiernan einen entscheidenden Konter zur Entscheidung nutzte. Nun gilt es den Fokus auf das erste Halbfinalspiel gegen Ingolstadt am Montagabend zu richten.

4:1 in Mannheim! Eisbären siegen dank starker Teamleistung beim besten Team der Liga

So kann man mal auf eine Niederlage in Schwenningen reagieren: Nur einen Tag nach dem 2:4 im Schwarzwald besiegten die Eisbären Berlin die Adler Mannheim in deren eigener Arena hochverdient mit 4:1 (2:0,1:0,1:1) und gaben damit die richtige Antwort auf die Niederlage 24 Stunden zuvor, aber vor allem auf die beiden doch recht deutlichen Klatschen gegen München. Heute war man nahe dran am perfekten Auswärtsspiel hatte Matt White nach Spielende gesagt. Und damit hatte er recht, denn der Auftritt der Berliner war bärenstark und schockte die Mannheimer sichtlich.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin musste verletzungsbedingt auf Leo Pföderl verzichten. Was genau die Berliner Nummer 93 hat, wird man spätestens Dienstag nach eingehenden Untersuchungen erfahren. So wurde die deutsche Top-Reihe auseinander gerissen, denn an der Seite von Marcel Noebels spielten Matt White und Zach Boychuk. Giovanni Fiore, der in Schwenningen noch mit White und Boychuk zusammenspielte, bildete eine Formation mit Lukas Reichel und Kris Foucault. Dadurch kam es zur Wiedervereinigung der Reihe um Mark Olver, Sebastian Streu und Parker Tuomie. Olver rotierte also aus der vierten Formation heraus, wo stattdessen Eric Mik an der Seite von Nino Kinder und Fabian Dietz spielte. Alle Sturmreihen wurden also durcheinander gewirbelt durch den Ausfall von Leo Pföderl. Und auch im Tor stand heute Mathias Niederberger, der gestern noch geschont wurde. Tobias Ancicka nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es war das Duell der beiden besten Teams in der diesjährigen Saison. Mannheim ging als Tabellenführer im Süden in dieses Spiel, die Eisbären als Erster im Norden. Auf dieses Duell hatte ganz Eishockey-Deutschland gewartet. Ein Duell, was viele sich auch als diesjähriges DEL-Finale vorstellen können.
Die Eisbären kamen top motiviert aus der Kabine und waren in der Anfangsphase leicht überlegen, hatten die ersten guten Abschlüsse. Und nach vier Minuten hatten sie auch gleich das erste Überzahlspiel in diesem Spiel, nachdem Thomas Larkin wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank musste. Das beste Powerplay war also im Einsatz. Ihnen gegenüber stand aber das beste Unterzahlspiel der Liga. Das erste Duell ging jedoch klar an das Penaltykilling der Adler, die nicht einen einzigen Torschuss zu ließen.
Fortan weiterhin die Eisbären im Vorwärtsgang. Mannheim kam bisher nicht nach vorne und auch zu keinem Torschuss, denn die Berliner Defensive stand sehr sicher. Den ersten Torschuss gaben die Kurpfälzer erst nach acht Minuten ab. Der Versuch von Florian Elias war aber zugleich die beste Chance des Spiels bis dahin. Mathias Niederberger war jedoch zur Stelle.
Doch Berlin war weiterhin die bessere Mannschaft und ging nach zehn Minuten in Führung. Fabian Dietz brachte die Scheibe zu Simon Després, der sie per Rückhand auf das Tor bringt. Nino Kinder fälschte sie noch ab, Dennis Endras bekam sie nicht unter Kontrolle und Fabian Dietz staubte zu seinem ersten Saisontor ab – 1:0.
Und noch in der selben Minute legten die Gäste einen nach. Zach Boychuk mit dem Sahne-Pass von rechts rüber auf links, durch zwei Verteidiger durch, auf Matt White, welcher problemlos zum 2:0 einschießen konnte. Was für ein Start der Eisbären! Zwei Tore innerhalb von nur 42 Sekunden.
Mannheim danach mit wütenden Angriffen, aber die Eisbären hielten dagegen. Die Zweikämpfe waren hart umkämpft. Die Eisbären hielten Mannheim weiterhin in Schach, die Adler bekamen in der Offensive nichts auf die Reihe, was an der starken Berliner Defensive lag.
Die Eisbären ärgerten Mannheim immer wieder mit ihrem aggressiven Forechecking, was sie wütend machte. Matthias Plachta griff Jonas Müller vor dem eigenen Tor unsauber von hinten an, was ihm zwei Minuten einbrachte. Das zweite Powerplay für die Eisbären also. Aber auch diesmal keine einzige Torchance für die Eisbären. Das Unterzahlspiel war das einzige, was in diesem Drittel gut lief bei den Adlern. Kaum waren die Mannheimer wieder komplett, konnten die Eisbären die Hausherren im eigenen Drittel festsetzen und hatten durch John Ramage eine dicke Chance. Dennis Endras rettete in höchster Not.
Die Eisbären nahmen eine hochverdiente 2:0-Pausenführung mit in die erste Drittelpause. Mannheim wirkte vom Auftritt der Berliner überrascht. Mannheims Verteidiger Thomas Larkin mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten:

Wir sind nicht gut genug. Wir müssen besser Schlittschuh laufen. Wir haben nicht unser Spiel gespielt und müssen unser Tempo finden.

Zu Beginn des Mitteldrittels musste man mit einem anderen Auftritt der Kurpfälzer rechnen. In der Kabine dürfte die Ansprache von Coach Pavel Gross deutlich gewesen sein. Und so kamen die Hausherren sehr engagiert und schwungvoll aus der Kabine. Mannheim war nun besser drin im Spiel, machten viel Druck, noch aber taten sie sich schwer, die kompakte Defensive der Berliner zu knacken. Jason Bast hatte dann mal eine richtig gute Chance, aber Mathias Niederberger war zur Stelle.
Fünf Minuten waren gespielt, als Zach Boychuk wegen Haltens die erste Strafzeit für die Eisbären kassierte. Nun also die große Chance für Mannheim zum Anschlusstreffer. Das Problem nur: Die Adler haben das zweitschlechteste Powerplay der Liga. Und das Penaltykilling der Hauptstädter ist in dieser Saison bekannt für seine unheimliche Stärke. Und mehr als ein Onetimer von Matthias Plachta kam so auch nicht dabei heraus.
Mannheim war aber in diesem Drittel deutlich besser drin im Spiel. Sie spielten wesentlich druckvoller, setzten die Eisbären mit ihrem aggressiven Forechecking früh unter Druck. Die Zweikämpfe wurden härter, die Nickligkeiten nahmen zu. Berlin ließ sich provozieren und so musste Simon Després wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Mannheim nun also erneut in Überzahl. Doch mehr als zwei Schüsse ließen die Eisbären nicht zu. Und die Schüsse waren für Mathias Niederberger kein Problem, die parierte er sicher.
Auch fortan Mannheim weiter im Vorwärtsgang. Sie kamen zu Abschlüssen, doch immer wieder war Niederberger zur Stelle. So eine richtig hundertprozentige Chance hatten die Hausherren aber nicht. Was aber auch an der starken Defensivarbeit der Eisbären lag, welche die gefährlichen Räume vor dem Tor zu machten.
Gegen Ende des Mitteldrittels kassierte David Wolf die erste Strafzeit gegen die Adler in diesem Drittel wegen eines unkorrekten Körperangriffes. Aber auch im dritten Unterzahlspiel die Mannheimer mit einem starken Penaltykilling.
Was in Überzahl heute nicht klappen wollte, funktioniert dafür bei Fünf-gegen-Fünf. Giovanni Fiore mit dem Schuss aus der Drehung, Dennis Endras konnte die Scheibe nicht kontrollieren und Parker Tuomie staubte ab – 3:0 (39.).
Zum Ende hin dann nochmal eine Strafzeit gegen die Eisbären. Mark Olver musste für zwei Minuten in die Kühlbox, Mannheim also in der letzten Spielminute nochmal in Überzahl. Aber es blieb dabei, dass in Sachen Special Teams das Penaltykilling bisher am Besten funktionierte.
So nahmen die Eisbären trotz eines besseren Auftritts der Adler eine souveräne 3:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.
Fabian Dietz mit seinem Fazit nach 40 Minuten und einen Ausblick auf das letzte Drittel:

Wir machen alles richtig. Die Kleinigkeiten zählen heute und da sind wir größtenteils dabei, die gut umzusetzen. Ich glaube, das ist heute ausschlaggebend. Wir haben 40 Minuten gut gespielt. Jetzt schauen wir, dass die letzten 20 Minuten auch noch gut laufen und wir das Ding mit nach Hause nehmen.

48 Sekunden hatte Mannheim zu Beginn des letzten Drittels noch Überzahl, wo Matthias Plachta zwei gute Chancen hatte, sie aber nicht nutzen konnte.
Doch die nächste Chance für ein Powerplay folgte zugleich. Kapitän Frank Hördler kassierte in der 44. Spielminute wegen eines Stockschlags die nächste Berliner Strafzeit. Die Disziplin ließ doch arg zu wünschen übrig. Aber bisher ging es ja zum Glück noch gut. Pavel Gross nahm vor dem Überzahlspiel eine Auszeit, um seine Jungs darauf einzuschwören. Er hatte das Spiel noch nicht abgeschenkt. Und Dennis Endras ging 30 Sekunden später auch noch vom Eis. Pavel Gross also mit dem „Don-Jackson-Move“, der gerne mal seinen Goalie einige Minuten vor dem Spielende vom Eis nimmt. Vielleicht war es aber auch eine Übung für die Playoffs von Pavel Gross, für ein entscheidendes Spiel in einer sehr kurzen Serie. Am Ende ging es jedoch schief, denn Matt White versenkte die Scheibe im verwaisten Mannheimer Tor – 4:0 in Unterzahl (45.).
Damit war das Spiel natürlich entschieden, aber die restliche Spielzeit wurde dann dafür genutzt, um in Sachen Härte ein Zeichen Richtung Playoffs zu setzen. Da waren dann schon einige harte Checks dabei, die beide Teams zu Ende fuhren. Da wollte man dem Gegner deutlich machen, was ihn in den Playoffs erwartet, wenn man erneut aufeinander treffen könnte.
Die Special Teams waren trotzdem noch im Dienst. Sinan Akdag mit der nächsten Strafzeit für die Adler, Powerplay für die Eisbären also. Was aber natürlich ohne Torerfolg blieb.
Mannheim dann auch nochmal mit einem Powerplay nach einer Strafe gegen Kai Wissmann. Und jetzt zappelte die Scheibe im Tor. Matthias Plachta mit dem Ehrentreffer für die Adler – 4:1 (57.).
Damit war die Partie hier durch und die Eisbären nahmen einen überraschend deutlichen Auswärtssieg beim Erzrivalen mit.

Ein Sieg aber, der hochverdient war. Denn man lieferte über 60 Minuten ein Top-Spiel ab und hielt das beste Team der Liga fast über die komplette Spielzeit vom Tor fern. Die Schüsse, die auf das Tor von Mathias Niederberger kamen, waren keine großen Torchancen. Das Gegentor kurz vor Schluss ist sicherlich ärgerlich, war aber zu dem Zeitpunkt egal. Viel mehr überzeugten die Berliner heute mit ihrer kämpferischen Leistung. Man spielte als Team zusammen, jeder half dem anderen und vor dem Tor erwies man sich – im Gegensatz zu gestern – als eiskalt. Vier Tore in Mannheim hat in dieser Saison noch kein Team geschossen.
Die Eisbären überzeugten mit einer starken Defensivarbeit, machten die Räume vor dem Tor zu und zwangen Mannheim so zu Schüssen von außen. Nach vorne schaltete man immer blitzschnell um und nutzte die sich bietenden Chancen effektiv aus. Das Penaltykilling erwischte einen starken Tag, auch wenn es am Ende doch noch einen Gegentreffer gab. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Partie bereits entschieden. Wenn man heute überhaupt etwas kritisieren möchte, dann das Powerplay, was heute überhaupt nicht gefährlich war. Weil aber auch das Penaltykilling der Mannheimer sehr stark war.
Auch die Reihenumstellungen und die kurze Pause vor dem Spiel schwächte die Hauptstädter überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, sie zeigten eine sehr starke Leistung und gaben ein Statement in Richtung Playoffs ab, wenn gleich Matt White von einem Statement nichts wissen wollte:

Es ist wirklich ein sehr gutes Auswärtsspiel gewesen, das war ganz nahe dran am perfekten Auswärtsspiel. Vor allen Dingen hat uns geholfen, dass wir früh gut ins Spiel gekommen sind mit den beiden Toren. Auch vom Schlittschuhlaufen her war das heute eine sehr gute Leistung und das hat durchaus einen Unterschied gemacht. Aber ein Statement war es nicht so kurz vor den Playoffs. Ich erwarte auch in den Playoffs solche Spiele mit viel Körper, mit viel Intensität.

Morgen gegen Augsburg: Besonderes Spiel für Parker Tuomie und Matt White

Morgen Abend beginnt für die Eisbären Berlin der Vergleich mit den Teams aus der Süd-Gruppe. Zum Auftakt bekommt man es in der Arena am Ostbahnhof ab 17:00 Uhr mit den Augsburger Panther zu tun. Dann will man auch im 13. Heimspiel punkten. Von den ersten zwölf Heimspielen gewannen die Hauptstädter ja bekanntlich zehn und punkteten auch bei den beiden Niederlagen gegen die Grizzlys Wolfsburg.

Drüben im Süden wurde ein bisschen körperlicher gespielt, wie Headcoach Serge Aubin im Vorfeld des Spiels gegen die Fuggerstädter sagte:

In der Gruppe Süd scheint das Spiel etwas körperbetonter zu sein als im Norden. Wir sind aber bereit und konzentrieren uns auf unser Spiel. Wir sind selbstbewusst und wollen unser Spielsystem durchziehen. Auf uns wartet ein enger Spielplan, aber die anderen Teams haben das gleiche Programm vor sich. Wir schauen aber nur von Spiel zu Spiel. Die Regeneration wird in den nächsten Wochen wichtig sein, sowohl physisch als auch mental.

Aubin spricht das Selbstbewusstsein der Eisbären an, welches nach zuletzt vier Siegen in Serie definitiv groß ist. Und verstecken müssen sich die Berliner auch vor keinem Team. Die Offensive ist mit 98 Toren die beste der gesamten Liga, die Defensive mit 54 Gegentoren die zweitbeste. Man ist also sowohl vor dem gegnerischen Tor eiskalt, als auch sehr kompakt vor dem eigenen Tor. Und zudem sind die Berliner auch schwer auszurechen, denn nahezu von allen vier Angriffsreihen geht Torgefahr aus. Scort die eine Reihe mal nicht wie gewohnt, springt eben die andere Reihe in die Bresche. Was es für die Gegner äußerst unangenehm macht, weil du vor dem Spiel nie weißt, auf welche Reihe man heute besonders Acht geben muss.

Für zwei Spieler im Eisbären-Team ist das Duell mit Augsburg ein sehr besonderes. Parker Tuomie trifft auf seinen Vater Tray Tuomie, welcher Chefcoach der Fuggerstädter ist. Und Matt White schnürte einst für den AEV die Schlittschuhe und ging für die Panther auf Torejagd. Und das sehr erfolgreich, scorte er doch 91-mal in 102 Spielen. 38 Tore und 53 Assists stehen für White beim AEV zu Buche. Morgen will er für seinen neuen Verein gegen sein altes Team treffen.

Matt White über das Wiedersehen mit Augsburg:

Ich freue mich auf das Spiel gegen Augsburg. Es ist das erste Mal, dass ich innerhalb einer Liga gegen ein ehemaliges Team spiele. Ich habe dort immer noch viele Freunde. Zudem freue ich mich darauf, endlich auch gegen die Mannschaften aus dem Süden zu spielen. Die ersten vier bis fünf Minuten könnte es ein kleines Abtasten geben. Wir sind aber bereit und haben das Talent, diese Teams zu schlagen. Wir haben eine starke Mannschaft, in den letzten Spielen haben alle Reihen ihren Beitrag zum Erfolg geleistet und gepunktet. Das körperbetontere Spiel dieser Mannschaften müssen wir annehmen und dagegenhalten. Ansonsten müssen wir so auftreten wie zuletzt.

Parker Tuomie geht mit Zuversicht in das morgige Spiel und erzählt auch von einer Wette mit seinem Vater Tray:

Im ersten Teil der Saison haben wir bewiesen, dass wir sehr stark und als Team enorm zusammengewachsen sind. Wir setzen das Spiel, das Serge Aubin sehen will, immer besser um. Das müssen wir jetzt auch mit ins erste Spiel gegen die Süd-Teams nehmen. Die Trainings nach den freien Tagen waren wieder sehr gut. Darum bin ich mir sicher, dass wir am Sonntag erfolgreich sein werden.

Unser Spielplan bleibt unverändert, auch wenn die Teams aus dem Süden etwas härter spielen. Wir müssen bei unserer Spielweise bleiben, damit hatten wir bisher viel Erfolg. Wir dürfen uns nicht überraschen lassen, sollte es körperbetonter als bisher werden. Wir haben aber bereits bewiesen, dass auch wir physisch sehr stark spielen können. Wir müssen uns einfach darauf einstellen und bereit sein. Das werden wir sein. Auch wenn das Spiel schneller wird, können wir das in unseren Vorteil ummünzen, weil wir eine sehr schnelle Mannschaft sind.

Wir haben schon regelmäßigen Kontakt, aber wir verraten natürlich keinerlei Taktik oder Teaminterna. Wir haben aber eine kleine Wette abgeschlossen, wer am Sonntag gewinnen wird. Ich habe natürlich auf die Eisbären gesetzt.

Gute Nachrichten gibt es vom Personalsektor der Eisbären. Mit Giovanni Fiore und Fabian Dietz kehren zwei Stürmer in den Kader zurück und verleihen dem Kader von Serge Aubin noch mehr Tiefe vor den nun anstehenden anstrengenden Wochen mit vielen Spielen innerhalb kürzester Zeit. Mark Zengerle und PC Labrie fehlen dagegen noch.

Mit den Augsburger Panthern treffen die Eisbären Berlin morgen auf das zweitschwächste Team der Süd-Gruppe. Mit 27 Punkten und einem Punkte-Quotienten von 1,13 beendeten die Fuggerstädter die Süd-Phase als Gruppensechster. Der AEV stellt mit einer Erfolgsquote von nur 10,31 Prozent das schlechteste Powerplay der Liga. Einst waren die Panther dort das gefährlichste Team der DEL. Dafür sind die Panther mit 176 Strafminuten die derzeit fairste Mannschaft der PENNY DEL.
Im Sturm muss man vor allem auf Drew LeBlanc (7 Tore/10 Vorlagen) und David Stieler (6/11) aufpassen, welche mit je 17 Scorerpunkten die Top-Scorer der Panther sind. Dicht gefolgt von zwei Neuzugängen. Spencer Abbott kommt auf 15 Scorerpunkte (6/9), Daniel Kristo auf 13 (5/8).
Auf der Goalie-Position mussten die Panther zuletzt noch einmal reagieren, nachdem Stammgoalie Olivier Roy verletzungsbedingt ausfiel. Sie verpflichteten mit David Kickert einen alten Bekannten von Serge Aubin. 2017 gewann Kickert unter dem Chefcoach Serge Aubin den Meistertitel in Österreich. Morgen kommt es also zum Wiedersehen. Und Serge Aubin wird seinen Schützlingen sicher das ein oder andere Detail von David Kickert mitteilen, wie man ihm am besten überwinden kann.

Beide Mannschaften stehen sich erstmals seit dem 20.02.2020 wieder gegenüber. In der vergangenen DEL-Saison gewannen die Hauptstädter alle vier Duelle mit den Fuggerstädtern. In Berlin setzte man sich mit 3:2 und 4:0 durch, in Augsburg gewann man mit 2:1 und 5:3. 

Serge Aubin vor dem Heimspiel gegen Köln: „Ich erwarte eine Antwort vom Team“

Zwei Spiele, zwei Siege: So lautet die bisherige Saison-Bilanz der Eisbären Berlin vor dem morgigen fünften Saisonspiel gegen die Kölner Haie. Mit den Domstädtern erwartet der Tabellenvierte der Gruppe Nord den Spitzenreiter dieser Gruppe. Während die Hauptstädter beide Heimspiele gewinnen konnten, haben auch die Haie ihre bisherigen drei Auswärtsspiele gewonnen (4:3 in Bremerhaven/5:4 n.P. in Wolfsburg und 7:2 in Krefeld). Eine Serie wird morgen Abend also enden. Bei den Eisbären hofft man darauf, dass es die der Kölner sein wird. Denn Trainer Serge Aubin erwartet eine Antwort auf das Iserlohn-Spiel vor zwei Tagen:

Für uns ist jedes Spiel wichtig und wir haben leider eine Möglichkeit zum Punkten in Iserlohn verpasst. Ich erwarte eine Antwort vom Team. Köln ist ein solides Team, sie haben einen tiefen Kader. Wir kennen ihren Goalie, er spielt den Puck sehr gut. Wir sind noch dabei sicherzustellen, dass wir unser volles Potential ausschöpfen können. Wir haben Respekt vor Köln, aber ich erwarte eine Antwort von uns, besonders zuhause. Wir wollen unsere Halle verteidigen und das Spiel gewinnen. 

In Iserlohn hatten die Berliner 2:5 verloren und in allen vier Unterzahlspielen ein Gegentor kassiert. Zuvor stellte man noch das beste Unterzahlspiel der Liga, was sich nach diesem Spiel natürlich drastisch verändert hat. Inzwischen hat man nur noch das neuntbeste Penaltykilling der gesamten Liga. Und mit Köln kommt morgen das aktuell beste Powerplay-Team nach Berlin. Kapitän Frank Hördler wurde nach dem heutigen Training gefragt, ob die Special Teams gerade in so einer verkürzten Saison von großer Bedeutung sind:

Ich denke, die Special Teams sind in jeder Saison wichtig, ob es eine lange ist, ob es eine kurze ist. Ich glaube, das hat man auch in den letzten Jahren gesehen, gerade wenn man in Unterzahl bei den Prozenten ganz oben steht, hat man eine gute Chance, am Ende auch in der Tabelle oben zu stehen. Dieses Jahr wird es sicherlich noch ein Stückchen wichtiger. 

Einer, der vor allem in Überzahl für Tore sorgen soll, ist Stürmer Matt White. Dieser hat bisher einen guten Streak mit sechs Punkten in vier Spielen vorzuweisen. Was hat White zur bisherigen Saison zu sagen:

Wir wollen ein paar Tore schießen, dafür sind wir da. Nach dem letzten Spiel müssen wir in allen drei Zonen besser werden. In der Offensive haben wir schon viele Chancen, aber müssen sie noch verwandeln. Sobald wir alle drei Zonen gut im Griff haben, werden die Tore dann auch fallen.

Dass Matt White bisher einer d e r Top-Neuzugänge ist, sieht man ja schon an seinen oben genannten Scorerpunkten. Matt White, welcher die DEL bereits aus seiner Zeit bei den Augsburger Panthern kennt, hat sich schon in Berlin eingelebt:

Ja, es war von Anfang an leicht, da ich bereits ein paar Jungs kannte, weil ich schon mit oder gegen sie gespielt habe. Es war ein einfacher Übergang, ich habe mich direkt wohl gefühlt. Alle haben mich super Willkommen geheißen.

Matt White ist also neu in der Hauptstadt. Mit den Kölner Haien kehren morgen aber zwei Spieler zurück, welche in der vergangenen Saison noch das Trikot der Eisbären trugen – Goalie Justin Pogge und Stürmer James Sheppard. Zudem kennt man in Berlin auch den Kölner Trainer Uwe Krupp sehr gut. Frank Hördler weiß daher auch schon, was die Eisbären morgen Abend erwarten wird:

Ja, wir haben ja lange zusammen mit Uwe trainiert und wissen, dass er die Mannschaft gut einstellen wird. Sie werden viel laufen, werden sehr geradlinig spielen. Er ist ja ein erfolgreicher Spieler gewesen und erfolgreicher Trainer. Ich denke es wird ein sehr schweres Spiel.

Die Eisbären müssen und wollen morgen Abend eine Antwort auf das 2:5 am Seilersee geben. Aber sie kämpfen zudem auch gegen ihre eigene Bilanz daheim gegen die Kölner Haie, welche in den letzten Jahren nicht so rosig aussah. Sechs der letzten neuen Heimspiele verloren die Berliner gegen die Domstädter. Die letzten beiden Spiele in der Arena am Ostbahnhof gingen in die Verlängerung, einmal siegte Berlin (3:2), einmal Köln (5:4).

Chefcoach Serge Aubin kann auf das selbe Personal zurückgreifen wie am Dienstagabend in Iserlohn. Magenta Sport überträgt ab 20:15 Uhr (Bully: 20:30 Uhr) live. Und wir berichten für Euch auf unseren sozialen Netzwerken über das Heimspiel der Eisbären Berlin gegen die Kölner Haie direkt aus der Mercedes-Benz Arena. 

Matthias Niederberger vor dem zweiten Saisonspiel in Wolfsburg: „Wir wollen uns stetig verbessern“

Der Auftakt am Freitagabend war sehr viel versprechend. Mit 3:2 gewannen die Eisbären Berlin das erste Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven und feierten damit einen gelungenen, aber nicht unbedingt erwarteten, positiven Saisonstart. Was vor allem auch an den drei erst vor kurzem verpflichteten Neuzugängen Kris Foucault, Giovanni Fiore und Matt White lag. Denn diese drei Jungs verliehen der Berliner Offensive mehr Tiefe und vor allem mehr Torgefahr. Trainer Serge Aubin unterstrich nach dem heutigen Training auch nochmal die Wichtigkeit dieser drei Stürmer:

Ich denke wir haben im letzten Spiel gesehen, dass sie schon sehr gut waren. Wir haben diese drei Jungs aus bestimmten Gründen geholt. Sie haben Ruhe und Erfahrung in das Lineup gebracht, das Überzahlspiel hat gut harmoniert. Auch in Unterzahl haben die Jungs viel richtig gemacht. Sie passen wirklich gut zum Rest der Gruppe. Mit der Rückkehr von Noebels, Müller und Espeland ist das Lineup tiefer und stärker, so dass wir die Eiszeiten besser managen können.

Eisbären-Coach Serge Aubin schwärmt von seinen drei Neuzugängen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aubin (siehe Foto links) spricht sie an, die Special Teams. Waren sie im MagentaSport-Cup noch eines der Sorgenkinder der Eisbären, so waren sie beim ersten Saisonspiel ein Faktor für den Auftaktsieg. Denn zwei der drei Treffer fielen in Überzahl. Und kein Wunder, dass mit Foucault und White zwei der drei neuen Stürmer die Tore in Überzahl erzielten. Und auch morgen Abend in Wolfsburg wird es auf die Special Teams ankommen. Und Kris Foucault kann sozusagen aus dem Nähkästchen plaudern, spielte er doch bereits für die Autostädter in der DEL. 

Der morgige Gegner Wolfsburg startete ebenso erfolgreich in die neue Saison, gewann nach Rückstand noch mit 4:1 gegen die Krefeld Pinguine und grüßt damit nach Spieltag Eins von ganz oben in der Tabelle. Das wollen die Eisbären morgen Abend natürlich ändern und selbst die Tabellenspitze erklimmen. Dabei werden sich die Berliner aber auf eine ganz andere Atmosphäre in Wolfsburg einstellen müssen als sonst. Denn sonst ist man es gewohnt, dort ein Heimspiel zu haben, wenn rund 1000 Fans die Mannschaft nach Wolfsburg begleiten. Aber durch Corona ist alles anders und man muss es morgen Abend ohne Fan-Unterstützung in Wolfsburg schaffen. Trainer Serge Aubin erwartet auf jeden Fall ein schweres Spiel bei der Mannschaft von Coach Pat Cortina:

Wir haben im ersten Spiel viele Dinge richtig gemacht, aber jetzt müssen wir auswärts ran. Natürlich gibt es einen kleinen Nachteil, weil wir erst am Spieltag fahren, aber das sind eben die Dinge, die wir dieses Jahr händeln müssen. Ich erwarte ein schweres Spiel, aber es sind einige Jungs zurück, also hoffentlich können wir das Tempo erhöhen und auch das zweite Spiel gewinnen. 

Aubin spricht es an, er kann auf Stefan Espeland, Jonas Müller und Marcel Noebels zurückgreifen, was dem Kader noch mehr Tiefe verleiht und die Eisbären noch unberechenbarer macht. Keine guten Nachrichten also für Wolfsburg. Denn die Eisbären scheinen gerade die perfekte Mischung gefunden zu haben, war aber Handlungsbedarf nach dem MagentaSport-Cup auch dringend nötig. Und mit Foucault, Fiore und White hat man wohl genau die richtigen Spieler verpflichtet. Nichtsdestotrotz ist man aber weiterhin auf der Suche nach einem Center, denn da gab es genügend Abgänge.

Einer, der neben den drei genannten Spielern aber auch seinen Anteil am Sieg gegen Bremerhaven hatte, war Goalie Matthias Niederberger, welcher 33 der 35 Schüsse parierte und so ebenfalls zum Matchwinner avancierte. Auch der Rückkehrer war mit dem Auftakt zufrieden, strebt aber weiter nach Verbesserung:

Man darf natürlich mit dem Einstand zufrieden sein, dass wir ein sehr gutes Spiel gegen Bremerhaven hatten und ein positives Ergebnis erzielt haben und die ersten drei Punkte gesammelt haben. Aber wir wollen uns, egal ob Sieg oder Niederlage, stetig verbessern und wir arbeiten auch stetig an Kleinigkeiten, Natürlich kann noch nicht alles nach einem echten Saisonspiel sitzen.

Eisbären-Torhüter Matthias Niederberger gibt Einblicke in seine Spielvorbereitung. (Foto: eisaberlin.de/jasmin und walker)

Genau das ist die Einstellung, die man braucht, um erfolgreich zu sein. Genau an der nötigen Einstellung mangelte es den Eisbären im Vorbereitungsturnier. Doch nun scheint man seine Sinne geschärft zu haben und ist voll fokussiert auf die neue Saison. Wenn gleich dabei sicher auch die Zwangspause durch die Corona-Quarantäne geholfen hat, weil man sich da noch mal sammeln und Kräfte tanken konnte. 

Auch gegen Wolfsburg wird es für die Hauptstädter ein sehr schweres Spiel, gehören die Niedersachsen doch stets zu den Playoff-Kandidaten in der Liga. Und auch die Grizzlies haben sich sehr gut verstärkt und sind auf dem Papier eine starke Truppe. Diese wird Berlin vor eine Herausforderung stellen. Doch die Verantwortlichen der Eisbären werden die Mannschaft bestens vorbereiten auf dieses Spiel. 

Doch wie bereitet sich eigentlich ein Torhüter auf so ein DEL-Spiel vor? Matthias Niederberger (siehe Foto links) mit seiner Antwort darauf:

 

Im Wesentlich schaue ich mir das gegnerische Powerplay an, weil das ist denke ich das Wichtigste. Da schaue ich mir die Tendenzen an. Ich gucke mir auch gerne mal an, wer der gefährlichste Torschütze ist und ob er eine bestimmte Tendenz hat und was der Gegner in der offensiven Zone macht. Aber nur grob, nicht im Detail, weil wenn man beginnt Dinge falsch zu antizipieren oder zu spekulieren, dann hat man da eher einen konträren Effekt. 

Alles ist vorbereitet für das zweite Saisonspiel der Eisbären Berlin bei den Grizzlys Wolfsburg. Los geht es morgen Abend um 20:30 Uhr (!) in der Autostadt. Magenta Sport überträgt wie gewohnt live.

Foucault, Fiore, White: Drei Hoffnungsträger für die Sturmflaute – Kommt noch ein Angreifer?

In zwei Tagen beginnt für die Eisbären Berlin die neue PENNY DEL-Saison mit einem Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Während die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch eines der Überraschungsteams beim abgelaufenen MagentaSport-Cup war, waren die Hauptstädter das Team, welches am meisten enttäuschte. Letzter Platz in der Gruppe B mit nur fünf Toren in vier Turnierspielen. So war die wohl größte Baustelle vor dem Saisonstart deutlich sichtbar.

Die Fanszene rief laut nach Verstärkungen in der Offensive und sie wurde erhört. Die Verantwortlichen um Stéphane Richer und Peter John Lee gingen nochmal auf Shopping-Tour und verpflichteten gleich drei neue Stürmer. Zwei davon schnupperten bereits DEL-Luft und wussten dabei durchaus zu überzeugen.
Nacheinander verpflichteten die Eisbären Kris Foucault, Giovanni Fiore und Matt White. Diese drei sind sozusagen zu Hoffnungsträgern für die Offensivbemühungen der Hauptstädter geworden.

Zunächst wechselte der 30-jährige Kanadier Kris Foucault von den Krefeld Pinguinen zu den Eisbären Berlin. In der DEL spielte Foucault drei Jahre in Wolfsburg, ein Jahr in Ingolstadt und wechselte erst nach der letzten Saison nach Krefeld, wo er aber relativ schnell wieder die Koffer packte und nach Berlin wechselte.
Ganz risikolos ist die Verpflichtung von Foucault nicht, hatte er doch in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Wenn er aber fit war und spielte, war er stets einer der besten Spieler seiner Mannschaft. So auch in der vergangenen Saison, als er alle 52 Hauptrundenspiele absolvierte und dabei starke 42 Scorerpunkte (16 Tore/26 Vorlagen) sammeln konnte.
Für Wolfsburg waren es insgesamt 59 Spiele mit 29 Toren und 21 Vorlagen. Diese Statistiken zeigen, wie gefährlich der Kanadier sein kann.
Vor seiner Zeit in der DEL war er vor allem in der AHL aktiv und wusste auch dort zu überzeugen. Insofern war es kein Wunder, dass Richer Foucault verpflichtete, als Krefeld ihn angeboten hatte. Sein Torriecher ist eben auch in Berlin bekannt.

Ein in Deutschland wohl nur Experten bekannter Stürmer ist Giovanni Fiore, welcher erstmals in Europa aktiv sein wird. Der 24-jährige Kanadier war vorher vor allem in der AHL auf Torejagd und wusste, wo das gegnerische Tor steht. Wenn gleich seine erfolgreichste Zeit bisher sicherlich die in der Juniorenliga war, als er den gegnerischen Teams reihenweise die Scheiben ins Netz hämmerte. Zuletzt war er für das AHL-Team Ontario Reign im Einsatz, dem Farmteam des Kooperationspartners Los Angeles Kings.
Auch in Fiore sieht Richer einen richtigen Goalgetter. Also genau jener, der den Berlinern im MagentaSport-Cup fehlte.

Und zu guter Letzt zauberten die Berliner auch noch Matt White aus dem Hut. Der 31-jährige US-Amerikaner ist den deutschen Fans vor allem aus seinen zwei Jahren in Augsburg bekannt. Dort verzückte er die AEV-Fans mit klasse Leistungen und schönen Toren. In seinem ersten Jahr bei den Panthern waren es in 52 Spielen 16 Tore und 26 Vorlagen. In seinem zweiten Jahr waren es in 50 Spielen sogar 22 Tore und 27 Vorlagen. In 14 Playoff-Spielen kamen nochmal vier Tore und fünf Vorlagen nochmal dazu.
Diese Leistungen machten die KHL auf White aufmerksam und diesem Lockruf konnte er nicht widerstehen. In seiner ersten Saison in Nizhnekamsk waren es 15 Tore und 19 Vorlagen in 60 Spielen, was ihn zum Top-Scorer seiner Mannschaft machten. Nach einem kurzen Gastspiel in Riga zog es White nun zurück in die DEL und zwar nach Berlin. In ihm sieht Richer einen top Offensivspieler, welcher zudem sehr gut in den Berliner Kader passen würde.

Mit Foucault, Fiore und White haben die Eisbären also drei Top-Stürmer verpflichtet, die wissen, wo das Tor steht. Jene Goalgetter, welcher man im MagentaSport-Cup schmerzlich vermisst hat. Mit den Dreien erhofft man sich nun wieder mehr Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor. Wie die drei Neuzugänge mit ihren neuen Kollegen harmonieren werden, wird man natürlich erst ab Freitagabend sehen.
So wichtig und gut diese Transfers auch sind, so bleibt dennoch ein Fragezeichen übrig. Denn mit James Sheppard, Louis-Marc Aubry und Maxim Lapierre hat man drei Center verloren- Keiner der drei neuen Angreifer ist aber gelernter Center. Da wird es interessant sein, wie es die Verantwortlichem lösen wollen, dass man drei starke Center verloren hat.

Doch Sorgen macht sich Sportdirektor Stéphane Richer nicht, der die drei Angreifer als enorm torgefährlich sieht und zudem wohl noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen möchte (Quelle: aktuelle Ausgabe der Eishockey News Nr. 51 vom 15.12.2020):

Lapierres Entscheidung, so plötzlich seine Karriere zu beenden, hat uns schon überrascht. Wir werden uns deshalb wahrscheinlich noch nach einem weiteren Stürmer umsehen. Wir müssen aber schauen, was im Moment noch möglich ist.

Also könnte in Sachen Nachverpflichtung bei den Eisbären noch etwas passieren. Was bis Freitag aber sicher nicht erfolgen wird und so wird das vorhandene Personal in das Auftaktspiel gegen Bremerhaven gehen. Und dort hat man gleich einmal einen enorm schweren Gegner vor der Brust. Schließlich gewann die Mannschaft von der Küste die ersten sieben Turnierspiele beim MagentaSport-Cup in Folge, ehe man erst im Finale von München gestoppt wurde. Aber auch dort wurde deutlich sichtbar, wie stark die Mannschaft von Thomas Popiesch in diesem Jahr sein wird.

Mehr zum Auftaktspiel der PENNY DEL-Saison lest Ihr dann morgen Abend bei uns hier im Blog.