Eisbären Berlin – Deutscher Meister 2021: Die Krönung einer außergewöhnlichen Saison


Acht lange Jahre mussten wir Eisbären-Fans auf die achte Deutsche Meisterschaft warten. Heute vor neun Tagen war es dann endlich wieder so weit. Mit einem 2:1-Heimsieg im alles entscheidenden dritten Finalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg kürten sich die Hauptstädter zum Deutschen Meister der PENNY DEL-Saison 2020/2021. Es war die Krönung einer außergewöhnlichen Saison, welche zweimal verschoben wurde, welche in zwei Gruppen stattfand und welche im Best-of-three-Modus ausgetragen wurde. Und natürlich einer Saison, in der das Herz in allen Stadien und Arenen in Eishockey-Deutschland fehlte: Die Fans konnten die Saison leider nur vor dem Fernseher verfolgen und so konnten die Berliner auch nicht mit ihren Fans die achte Meisterschaft feiern. Aber, das haben die Eisbären bereits versprochen, soll alles nachgeholt werden, wenn es wieder möglich ist. Die Gesundheit steht eben in diesen Zeiten ganz besonders an erster Stelle!

Mathias Niederberger nach dem 1:0-Heimsieg im Vorbereitungsspiel gegen München. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Das ich in meiner Saison-Analyse, welche ich nach jeder Saison geschrieben habe, heute über eine Meister-Saison berichten kann, damit habe ich zu Beginn der Vorbereitung nicht gerechnet. Denn die Vorbereitung war doch alles andere als gut, wenn gleich man da aber auch sagen muss, dass das Team, welches letztendlich in der Saison die Meisterschaft holte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht zusammen war und man u.a. von Leihspielern des Kooperationspartner Los Angeles Kings verstärkt wurde.
Bis zum Beginn des Magenta-Sport Cups, welcher als Saison-Vorbereitung dienen sollte und an dem nur acht DEL-Teams teilnahmen, standen fünf Vorbereitungsspiele für die Berliner auf dem Programm. Zweimal testete man gegen München und dreimal gegen DEL2-Teams. In Weißwasser und Kassel konnte man gewinnen, gegen München gewann man ein Spiel und verlor das andere und in Bad Nauheim setzte es in der Generalprobe vor dem Auftakt des Magenta-Sport Cups eine knappe 3:4-Niederlage n.P.

Zu Beginn des Vorbereitungsturnieres trafen die Eisbären im Wellblechpalast auf die Schwenninger Wild Wings und bekamen von denen eine Lehrstunde erteilt. Mit 1:5 ging man auf eigenem Eis unter. Auch die nächsten drei Spiele waren nicht von Erfolg gekrönt. In Mannheim setzte es ein 0:3, in München holte man beim 2:3 n.V. wenigstens den einzigen Punkt und in Schwenningen bekam man mit 2:7 erneut eins auf die Mütze. Die letzten beiden Heimspiele fielen Corona bedingt aus, was vielleicht auch gut war. Denn der Magenta-Sport Cup ließ schlimmes für die Saison erwarten.

Erstes Bully in der Saison 2020/2021. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Doch kurz vor dem Saisonstart schlugen die Verantwortlichen der Eisbären nochmal auf dem Transfermarkt zu und holten mit Giovanni Fiore, Matt White und Kris Foucault drei Spieler, welche im Saisonverlauf eine entscheidende Rolle einnehmen sollten. Und zum Auftakt der PENNY DEL-Saison wartete mit Bremerhaven ein Team, welches vor der Saison als Geheimfavorit galt, spielten die Bremerhavener doch einen sehr starken Magenta-Sport Cup und mussten sich erst im Finale dem EHC Red Bull München geschlagen geben. Doch die Eisbären kamen perfekt aus den Startlöchern und sicherten sich beim 3:2-Heimsieg die ersten drei Punkte der neuen Saison.

Was zu Beginn der Saison auffiel? Die Eisbären waren extrem heimstark, nur auswärts wollte nichts gelingen. Die ersten drei Auswärtsspiele gingen allesamt verloren, den ersten Auswärtssieg feierte man im vierten Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen (5:2), von den ersten sieben Auswärtsspielen gewann man nur deren zwei – beide in Krefeld, Spiel Zwei endete mit 6:1. Nur konnte man diese Siege nicht wirklich feiern, gewann zu dieser Zeit doch jedes Team gegen die Seidenstädter.
Dabei waren die Berliner schon im dritten Auswärtsspiel kurz davor, den ersten Sieg einzufahren. Mit 3:0 führte man bereits bei der DEG, am Ende verlor man mit 4:5 n.V.
Das erste Ausrufezeichen auswärts setzte man nur 24 Stunden nach dem 6:1-Sieg in Krefeld in Iserlohn, als man am Seilersee mit 4:1 gewann. Von da an lief es auch auswärts rund für die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin.

Jubelnde Eisbären gab es in den ersten acht Heimspielen der neuen Saison. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Zu Hause lief es wie geschmiert für die Eisbären, welche die ersten acht Heimspiele in Folge gewannen und dabei die volle Punktzahl einfuhren. Erst die Grizzlys Wolfsburg stoppten diese Heimserie im neunten Heimspiel der Saison, als man sich mit 3:2 n.P. durchsetzen konnte. Es war der Auftakt in die erste Niederlagenserie der Eisbären, denn es folgte eine weitere Niederlage in Bremerhaven und auch das zweite Heimspiel gegen die Niedersachsen ging mit 2:3 n.V. verloren. Doch im zweiten Duell in Bremerhaven zeigten die Eisbären ihre Krallen und gewannen verdient mit 5:1 an der Küste.
Es war der Auftakt einer vier Spiele andauernden Siegesserie zum Abschluss der Nordrunde, darunter auch ein 8:1-Kantersieg auf eigenem Eis gegen die Düsseldorfer EG. Zum Auftakt der Südrunde folgte der fünfte Sieg in Serie, mit 5:3 setzte man sich gegen die Augsburger Panther durch.

Die Spiele gegen Ingolstadt waren voller Nickligkeiten. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Der Auftakt in die Spiele gegen die Süd-Teams verlief sehr gut für die Eisbären, gewann man doch fünf der ersten sechs Spiele und verlor nur das Auswärtsspiel in Ingolstadt mit 3:4. Man wähnte sich auf dem richtigen Weg, fühlte sich gut gerüstet für die beiden Duelle gegen München, welche eine Saison mit Höhen und Tiefen gespielt hatten bis zu diesem Zeitpunkt. Doch in den beiden Duellen mit Ex-Eisbären-Trainer Don Jackson bekamen die Eisbären deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Am Oberwiesenfeld verlor man mit 1:4 und zu Hause gar mit 0:5. Auf einmal musste man die Eisbären vorerst aus dem Kreise der Titel-Favoriten herausnehmen, denn es war anzunehmen, dass im Halbfinale München als Gegner warten würde. Dass es am Ende alles anders kam, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Dazu aber später mehr.

Die Eisbären trafen danach zweimal in Folge auf ihren Angstgegner aus dem Magenta-Sport Cup, die Schwenninger Wild Wings. Während man zu Hause klar und deutlich mit 6:2 gewann, setzte es im Schwarzwald eine 2:4-Niederlage. Noch bitterer als die Pleite wog jedoch die Verletzung von Leo Pföderl, dessen Saison anschließend für beendet erklärt wurde. Ein herber Rückschlag für die Eisbären Berlin. Doch auch hier sollte alles anders kommen. Später mehr dazu.

Von den letzten vier Hauptrundenspielen gewannen die Eisbären zwei, darunter ein 4:1-Auswrtssieg beim Top-Favoriten Adler Mannheim. Die revanchierten sich aber mit einem 3:1-Sieg in der Hauptstadt. Zum Abschluss der Hauptrunde verlor man mit 5:6 n.P. bei den Augsburger Panthern und ging somit mit zwei Niederlagen in Folge ins Playoff-Viertelfinale gegen die Iserlohn Roosters.

Endstation Andreas Jenike, Iserlohn gewann Spiel Eins in Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort sollte Niederlage Nummer Drei folgen, denn die Sauerländer erzielten in der letzten Spielminute der regulären Spielzeit den 4:3-Siegtreffer in Berlin und fuhren mit dem Matchpuck zurück an den Seilersee. Dort erlebten die Mannen von Chefcoach Brad Tapper ihr blaues Wunder, denn die Eisbären fegten wie ein Orkan über den Seilersee, holten die Serie mit einem 6:0-Kantersieg noch einmal zurück nach Berlin.
Und in Spiel Drei legten die Roosters wieder los wie die Feuerwehr, führten bereits mit 2:0, doch die Eisbären spielten in den diesjährigen Playoffs ihr bestes Eishockey, wenn sie mit dem Rücken zur Wand standen. So drehte man das Spiel am Ende noch in einen 5:3-Heimsieg um und buchte somit das Ticket für das Halbfinale.

Hart umkämpft war die Halbfinalserie gegen Ingolstadt. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dort wartete der ERC Ingolstadt, welcher im Viertelfinale die große Überraschung schaffte und den EHC Red Bull München mit 2:0-Siegen in die Sommerpause schickte. Ein ganz harter Brocken also, welcher da auf die Eisbären wartete, doch die bekamen unerwartete Hilfe. Denn Leo Pföderl wurde noch einmal untersucht, seine Verletzung stellte sich nun doch nicht mehr als so schlimm dar und somit konnte die Nummer 93 wieder eingreifen.
Aber auch gegen die Schanzer ging Spiel Eins mit 3:4 verloren. Weil ein Ex-Eisbär zur Höchstform auflief – Louis-Marc Aubry.
In Spiel Zwei mussten die Eisbären also wieder liefern, doch sie lagen nach 40 Minuten mit 1:2 hinten. Das Saisonende drohte, aber diese Mannschaft gab einfach nicht auf. Man glich aus und als alles schon nach Verlängerung aussah, kam Ryan McKiernan und hämmerte die Scheibe 63 Sekunden vor der Schlusssirene ins Eck. Bäääm, 1:1, Spiel Drei in Berlin!
Doch auch dort erwischten die Eisbären wie gegen Iserlohn den schlechteren Start, liefen erneut einem 0:2-Rückstand hinterher. Doch Rückstände und die Aussicht auf die frühzeitige Sommerpause machten die Eisbären nur noch stärker und sie schlugen eiskalt zurück. Mit 4:2 wurde Ingolstadt besiegt und so zog man ins DEL-Finale ein.

Der Fels in der Brandung in Spiel Drei gegen Wolfsburg: Mathias Niederberger. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Dass dort am Ende dieser Saison zwei Teams aus dem Norden standen, hätten die Experten vor der Saison nicht gedacht, denn der Süden sollte ja viel stärker sein. Doch deren acht Teams waren bereits in der Sommerpause und so kämpften zwei Teams aus dem Norden um den DEL-Pokal. Die Eisbären Berlin trafen dabei auf ihren Angstgegner Grizzlys Wolfsburg. Denn alle vier Hauptrundenspiele hatte man gegen die Niedersachsen verloren, wenn gleich man aber auch sagen muss, dass drei dieser vier Spiele erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden wurden.
Und so ging auch Spiel Eins in die Verlängerung und dort schlug Wolfsburg eiskalt zu, 3:2-Auswärtssieg in Berlin. Die Grizzlys standen vor ihrer ersten deutschen Meisterschaft, während die Eisbären erneut Spiel Eins verloren. Doch auch dieses Mal zogen die Eisbären ihren Kopf aus der Schlinge und schlugen auswärts zurück. Mit 4:1 zeigte man den Wolfsburgern deutlich die Grenzen auf und machte deren Hoffnung, Meister auf eigenem Eis zu werden, zu Nichte.
Und in Berlin folgte dann die Krönung dieser Saison. Die Eisbären drehten zum dritten Mal eine Serie nach 0:1-Rückstand und kürten sich zum Deutschen Meister, zum achten Mal in der Vereinsgeschichte. Den Siegtreffer erzielte übrigens Leo Pföderl, der eigentlich gar nicht mehr spielen sollte. Am Ende erzielte er das Meistertor, solche Geschichten schreibt eben nur der Sport.

Der Jubel nach der Schlusssirene kannte dann natürlich keine Grenzen mehr und die Spieler der Eisbären Berlin feierten den Titelgewinn ausgelassen. Und Frank Hördler hatte als einziger schon richtig Routine darin, war es doch sein achter Meistertitel mit den Eisbären. Wahnsinn!

Der Wille und der Charakter dieser Mannschaft war unglaublich. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aber dieser Titelgewinn war nur möglich, weil diese Mannschaft während der Saison so unglaublich zusammengewachsen ist. Da kämpfte Jeder für jeden, kein Spiel wurde verloren gegeben. Die Jungs glaubten immer bis zum Ende des Spiels an die Chance zum Sieg. Der unbändige Siegeswille war immer da, der Charakter dieses Teams war unglaublich. Frank Hördler erzählte vor kurzem auch in einem Podcast, was das Geheimnis der Eisbären war. Diese hatten sich schon während der Spiele gegen die Süd-Teams in den Playoff-Modus versetzt und wussten so, was zu tun war, wenn man Spiel Eins verlor. Dann setzte das Teams alles daran, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen. Und das bereits in der Hauptrunde. Dieser Fakt stärkte die Eisbären so sehr, dass sie die drei Auftakt-Niederlagen in den Playoffs gut wegsteckten und eiskalt zurückschlugen.

Meistercoach Serge Aubin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Chefcoach Serge Aubin meinte daher auch, dass seine Mannschaft ihr bestes Eishockey spielte, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stand. Wahrscheinlich brauchten die Jungs immer dieses besondere Druckgefühl, dass man mit einer weiteren Niederlage in die Sommerpause müsste. Anders kann man die drei Niederlagen in Spiel Eins nicht erklären. Wie sie sich dann aber immer wieder in die Serie zurück kämpften, verdient aller größten Respekt. Sowohl die Spielers als auch das Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu. Denn die änderten jeweils nach Spiel Eins ihr System und führten die Eisbären somit letztendlich zur Meisterschaft. Am Ende braucht es natürlich auch Spieler, die dieses System perfekt umsetzen, die hatten die Eisbären und so wurde man am Ende verdient Deutscher Meister.

Weil man eben die perfekte Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern hatte. Denkt man nur mal an das Torhüter-Duo aus Mathias Niederberger und Tobias Ancicka, welche beide eine überragende Saison spielten. Beide hatte weit mehr als 90 Prozent Fangquote aufzuweisen, Niederberger feierte fünf Shutouts und der junge Ancicka einen. Wann immer Ancicka gebraucht wurde, war er da und bewies seine Extraklasse. Dem jungen Goalie steht eine große Zukunft bevor.
Und Mathias Niederberger feierte in den Playoffs noch seinen sechsten Shutout der Saison und avancierte im alles entscheidenden Finalspiel gegen Wolfsburg zum Matchwinner. Denn als die Niedersachsen im letzten Drittel alles nach vorne warfen, war Niederberger der Fels in der Brandung. Mit diesem Torhüter-Duo sind die Eisbären auch für die kommende Saison bestens aufgestellt.

Playoff-MVP Ryan McKiernan (rechts), hier bei einem Fan-Talk Anfang 2020. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

In der Defensive ragte natürlich der Playoff-MVP Ryan McKiernan heraus. In der Hauptrunde kam er schon auf 25 Scorerpunkte (7 Tore/18 Assists), doch in den Playoffs wurde er zum Playoff-Monster. Dort sammelte er nochmal zehn Scorerpunkte und traf erneut sieben Mal. Einfach eine Weltklasse Saison der Berliner Nummer 58. Man kann nur hoffen, dass er seinen Vertrag in Berlin verlängert. Die Verhandlungen laufen noch.
Seine punktemäßig beste Saison spielte Jonas Müller, welcher wie in der Vorsaison zwar auf 15 Scorerpunkte kam, damals aber 51 Spiele dafür benötigte, während es in dieser Saison nur 37 waren. Zudem waren es in der vergangenen Saison 15 Vorlagen, diesmal erzielte Müller sieben Tore selbst und bereitete acht weitere vor.
Frank Hördler spielte seine erste Saison als Kapitän und führte seine Eisbären gleich zur Meisterschaft. „Nante“ kam auf drei Tore und zehn Vorlagen in der Hauptrunde und nochmal einem Tor und drei Vorlagen in den Playoffs.
Abgerundet haben die starke Defensive Kai Wissmann, John Ramage und Simon Després. Hinzu kommt natürlich noch der junge Eric Mik, der auf vier Assists in der Saison kam und sowohl in der Defensive als auch der Offensive eingesetzt wurde.
Aus diesem Verbund haben die Eisbären bisher einzig John Ramage verabschiedet, welcher sich den Schwenninger Wild Wings angeschlossen hat. Der Großteil der Defensive bleibt aber zusammen und soll, Gerüchten zu Folge, mit Morgan Ellis aus Ingolstadt und Nicholas B. Jensen aus Düsseldorf verstärkt werden. Damit wäre die Verteidigung des Deutschen Meisters noch tiefer besetzt.

Die Offensive wird natürlich überragt von der deutschen Top-Reihe um Leo Pföderl, Lukas Reichel und Marcel Noebels, der erneut Spieler des Jahres in der Penny DEL geworden ist. In der Hauptrunde kam Noebels auf 42 Scorerpunkte (6 Tore/36 Vorlagen), in den Playoffs ließ er nochmal zehn Scorerpunkte (1/9) folgen. Leo Pföderl sammelte 37 Scorerpunkte und war mit 20 Toren der beste Torjäger der Berliner in der Hauptrunde. In den Playoffs kam er nochmal zu sechs Einsätzen, in denen er drei Tore erzielte, darunter das Meisterschaftstor, und zwei weitere Tore vorbereitete. Lukas Reichel kam auf 27 Scorerpunkte (10/17) in der Hauptrunde und fünf (2/3) in den Playoffs. Ob wir ihn nächste Saison noch in Berlin sehen, hängt von den Chicago Blackhawks ab.
Matt White (19/20), Kris Foucault (18/12) und der während der Hauptrunde nachverpflichtete Zach Boychuk (12/13) erwiesen sich als die erhofften Verstärkungen und wurden zu enorm wichtigen Leistungsträgern. White scorte in den Playoffs weitere zehnmal (7/3), Boychuk neunmal (3/6) und Foucault fünfmal (1/4). Kris Foucault erwies sich vor allem in der Hauptrunde als „Mister 1:0“, Matt White erzielte zusammen mit Ryan McKiernan in den Playoffs die wichtigen Tore und Zach Boychuk erwies sich als echte Waffe im Berliner Powerplay.
Giovanni Fiore kam in der Hauptrunde auf acht Tore und zwölf Vorlagen, in den Playoffs waren es nochmal ein Tor und drei Vorlagen. Auch er hat seinen Teil zum Gewinn der Meisterschaft beigetragen.
Mark Zengerle kam verletzungsbedingt nur auf 18 Hauptrundenspiele, in denen ihm zwei Tore und elf Vorlagen gelangen. In den Playoffs folgten nochmal fünf weitere Assists.
Mark Olver kam in der Hauptrunde auf drei Tore und 17 Torvorlagen, in den Playoffs folgten zwei weitere Tore. Doch seine Zeit in Berlin endet mit dem Gewinn der Meisterschaft. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert.

Sein Abgang tut der Fanszene besonders weh: PC Labrie (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Bei den Youngsters stachen vor allem Parker Tuomie und Sebastian Streu heraus, die eine richtig starke Saison gespielt haben. Auch Haakon Hänelt, Nino Kinder und Fabian Dietz bekamen ihre Eiszeit und konnten Akzente setzen. Dennoch endet die Zeit von Dietz in Berlin.
Ebenso wie die von Kris Foucault nach nur einem Jahr, gut möglich, dass man ihn vielleicht in Mannheim oder München wiedersehen wird. Auch Thomas Reichel, der Bruder von Lukas, wird nicht weiter in Berlin unter Vertrag stehen.
Ein Abgang schmerzt die Fanszene der Eisbären aber ganz besonders. Denn der Vertrag von PC Labrie wurde nicht verlängert. Ja, er war nie der große Scorer, aber alleine sein Auftreten auf dem Eis sorgte für den gehörigen Respekt beim Gegner auf dem Eis. Verletzungsbedingt kam Labrie in der Hauptrunde nur auf 19 Spiele, in denen er zwei Tore beisteuerte. In den Playoffs kam in neun Spielen nochmal ein Assist hinzu. Auch PC verabschiedet sich mit der Meisterschaft aus der Hauptstadt. Wir werden dich nie vergessen, PC!

 

Helden für die Ewigkeit! (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Die Eisbären Berlin haben sich die achte deutsche Meisterschaft gesichert. Manager Peter-John Lee und Sportdirektor Stéphane Richer haben dem Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu ein Team zur Verfügung gestellt, aus dem diese ein Meisterteam geformt haben. Sie haben aus vielen sehr guten Einzelspielern eine Mannschaft geformt, welche nie aufgab, welche immer an den Sieg glaubte, wo immer Jeder für jeden kämpfte und wo der Charakter einmalig war.
Bereits im letzten Jahr hätte man es schaffen können, Deutscher Meister zu werden, so Serge Aubin und Craig Streu. Doch Corona machte dieser Hoffnung einen Strich durch die Rechnung. Nun, ein Jahr später, haben die Beiden es tatsächlich geschafft und die Eisbären Berlin zur achten Deutschen Meisterschaft geführt. Ein Titel, der unter diesen Umständen ganz besonders ist. Ein Titel, der diese außergewöhnliche Saison gekrönt hat. Aber auch ein Titel, den man ohne seine Fans feiern musste. Hoffen wir, dass der Meistertitel 2021 als einziger in die Vereinsgeschichte eingeht, den man ohne seine Fans feiern musste. Denn mit uns Fans ist es dann doch schöner.

Aber eins bleibt für mindestes ein Jahr bestehen:

Alleiniger REKORDMEISTAAAAAAA!!!!

6:3 in Köln: Zehn starke Minuten zu Spielbeginn ebnen den Weg zum Sieg

Viertes Spiel, vierter Sieg: Die Eisbären Berlin haben auch das letzte Duell gegen die Kölner Haie in der diesjährigen Hauptrunde gewonnen. In der LANXESS-arena setzten sich die Hauptstädter verdient mit 6:3 (4:1,0:1,2:1) durch und festigten damit die Tabellenführung in der Gruppe Nord. Den Grundstein zum Auswärtssieg legte man bereits in den ersten zehn Minuten. Danach kam man von seinem Spielplan ab und musste noch einmal bis ins letzte Drittel hinein zittern, ehe man den dritten Sieg in Serie klar machte.

Bei den Eisbären gab es im Vergleich zum 5:2-Heimsieg gegen Iserlohn nur eine personelle Veränderung. Youngster Tobias Ancicka stand in Köln zwischen den Pfosten, Stammgoalie Mathias Niederberger nahm auf der Bank Platz.

Köln kam schon nach wenigen Sekunden fast zur ersten Chance, als Jonathan Matsumoto frei vor Tobias Ancicka auftauchte, aber der Haie-Stürmer zögerte zu lange mit dem Abschluss und wurde anschließend zu weit nach außen gedrängt. Da war mehr drin für Köln in dieser Situation.
Danach aber die Hauptstädter im Vorwärtsgang. Wen wundert es, stellten die Berliner mit 84 Toren doch den besten Angriff in der Gruppe Nord und erzielten in 14 von 22 Spielen mindestens vier oder mehr Tore. Was für eine Statistik! Und die Offensive bekam dann in der fünften Spielminute auch die erste Chance zur Führung, als Jason Akeson die erste Strafzeit der Partie kassierte. Und das war eine der Schwachstellen der Domstädter zuletzt, kassierte man doch in den letzten fünf Spielen neun Gegentore in Unterzahl. Und auch heute dauerte es nicht lange. Simon Després mit dem Pass auf Ryan McKiernan, welcher abzog, Hannibal Weitzmann konnte den Schuss auf den kurzen Pfosten nicht parieren und Parker Tuomie setzte entscheidend nach und netzte per Rückhand ein – 1:0 (5.).
Köln wirkte geschockt und Marcel Müller lud die Berliner schnell zum zweiten Tor ein. Er wollte das Spiel von hinten heraus aufbauen, spielte den Fehlpass, Kris Foucault kam an die Scheibe und war frei vor Weitzmann, dem er mit seinem Rückhandschuss keine Chance ließ – 2:0 (7.).
So hatten sich das die Haie sicherlich nicht vorgestellt, die danach aber einen guten Wechsel hatten und auch zu zwei, drei Möglichkeiten kamen. Ein Erfolgserlebnis hätte den Hausherren in dieser Phase sehr gut getan.
Das hatten dann aber die Gäste von der Spree wieder. Der nächste Angriff rollte auf das Kölner Tor zu, Simon Després brachte die Scheibe Richtung Tor, Lukas Reichel kam zum Abschluss und danach entstand ein Gewühl vor Weitzmann, welcher auch nicht mehr die Übersicht hatte. Marcel Noebels dagegen schon, er stocherte den Puck über die Linie und düpierte damit die Kölner Haie – 3:0 (10.). Haie-Coach Uwe Krupp nahm daraufhin erst einmal eine Auszeit, um seine Mannschaft zu beruhigen.
Köln wirkte danach angeschlagen und die Eisbären machten weiterhin Druck, nur konnten sie kein weiteres Tor erzielen. Köln fing sich nach ein paar Minuten und kam nach einem Scheibenverlust der Berliner zum Anschlusstreffer. Jason Akeson schnappte sich die Scheibe, spielte sie zu James Sheppard, welcher für Freddy Tiffels abtropfen ließ und der hämmerte die Scheibe ins Netz – 3:1 (15.).
Gerade als man dachte, Köln hätte sich gefangen, stimmte die Zuordnung hinten überhaupt nicht. John Ramage fuhr hinter das Tor, spielte die Scheibe vor das Tor, wo Sebastian Streu ohne Mühe und Not auf 4:1 erhöhen konnte (19.).
Aber auch dieses Tor schüttelten die Haie ab und hätten kurz darauf beinahe erneut verkürzt, aber Dominik Tiffels und Jason Akeson scheiterten an Tobias Ancicka. So stand es nach 20 Minuten 4:1 für Berlin.

Das Mitteldrittel begann mit Strafen auf beiden Seiten, doch etwas Zählbares konnten beide Mannschaften in ihren je 20 Sekunden Powerplay nicht zu Stande bringen. Auch bei Vier-gegen-Vier waren Torraumszenen Mangelware.
Danach ging es hin und her, aber weiter mangelte es an Chancen. Die kamen erst in der 27. Spielminute, als Lukas Reichel klasse durchsteckte zu Matt White, welcher frei vor Weitzmann auftauchte, diesen tunneln wollte, aber an ihm scheiterte. Direkt im Gegenzug feuerte Marcel Barinka einen Schuss ab, traf jedoch nur die Latte. Am Aluminium schepperte es auch in der 31. Spielminute, als Jonathan Matsumoto in Überzahl nur den Außenpfosten traf.
Köln zeigte im Mitteldrittel deutliche mehr Gegenwehr und so war es im Mitteldrittel durchaus ein Spiel auf Augenhöhe. Köln kam auch immer wieder zu Abschlüssen vor dem Berliner Tor, die Haie hatten sogar ein optisches Übergewicht in den zweiten 20 Minuten.
Die Eisbären waren offensiv nur selten in Erscheinung getreten. Erst vier Minuten vor der zweiten Drittelpause wurde Matt White am langen Pfosten freigespielt, hatte zu viel Platz, schoss aber knapp am Tor vorbei.
Köln investierte mehr im zweiten Drittel und hatte in der Schlussphase noch einmal eine Chance in Überzahl, als Jonas Müller auf die Strafbank musste. Doch Ex-Eisbär James Sheppard hatte anscheinend keine Lust auf Überzahl, denn er beendete diese nach ganzen zwei Sekunden. Und so ging es mit Vier-gegen-Vier weiter. Aber Zach Boychuk tat den Domstädtern den Gefallen und folgte Müller in die Kühlbox. Köln nun also mit der großen Chance im Vier-gegen-Drei-Überzahlspiel, welche Jason Akeson nutzen konnte. Der Kölner Stürmer behauptete auf der linken Seite die Scheibe, hatte zu viel Platz, guckte sich die Ecke aus und schlenzte die Scheibe in den Winkel – 4:2 (38.).
Mehr passierte dann nicht mehr und Köln verdiente sich durch einen engagierten Auftritt im zweiten Drittel den Anschlusstreffer. Und da Zach Boychuk mit der Pausensirene erneut eine Strafzeit kassierte, konnte Köln das Schussdrittel in Überzahl beginnen.
Eisbären-Verteidiger und Ex-Köln-Spieler Simon Després mit seinem Fazit zum zweiten Drittel und seiner Rückkehr nach Köln:

Köln war besser im Spiel im zweiten Drittel. Ich erwarte noch ein ganz enges Ding im dritten Drittel. Wir müssen wieder etwas aggressiver, etwas wacher sein, um das Spiel im dritten Drittel zu gewinnen. Es ist schön für mich, nach Köln zurückzukommen. Ich hatte hier eine gute Zeit. Aber jetzt freue ich mich, bei den Eisbären Berlin zu sein, mit denen ich Deutscher Meister werden will.

Und das Powerplay zu Beginn des Schlussdrittels nutzten die Haie eiskalt aus. Freddy Tiffels mit dem Zuspiel von hinter dem Tor vor das Tor, wo Mike Zalewski lauerte und Tobias Ancicka ausspielte und die Scheibe im leeren Tor versenkte – 4:3 (41.).
Doch die Eisbären fanden direkt die Antwort. Sebastian Streu behauptete ganz stark die Scheibe, spielte sie zu Parker Tuomie, welcher vor Hannibal Weitzmann die Nerven behielt – 5:3 (43.).
Danach die Eisbären wieder im Vorwärtsgang, ließen Köln kaum noch vor das eigene Tor kommen. Wenn die Haie doch mal durchkamen, dann war immer ein Schläger oder ein Körper im Weg. Die Eisbären verteidigten das im letzten Drittel sehr gut. Und wenn doch mal ein Schuss bis auf das Tor ging, war ja immer noch Tobias Ancicka zur Stelle.
Erschwerend kam hinzu, dass sich die Hausherren dann auch selbst schwächten. Youngster Marcel Barinka kassierte zwei Minuten und die Eisbären fortan in Überzahl. Und da ließ Kapitän Frank Hördler ein Knaller von der blauen Linie los. Hannibal Weitzmann sah den Schuss überhaupt nicht kommen und die Scheibe rutschte ihm abgefälscht durch die Schoner – 6:3 (52.).
Damit war die Partie hier nun endgültig entschieden. Die Hausherren hatten zwar in den letzten zwei Minuten nochmal ein Powerplay, wo sie auch gute Chancen hatten, aber nutzen konnten sie diese nicht und wenn, wäre es auch nur noch Ergebniskosmetik gewesen. Am Ende setzten sich die Mannen von Headcoach Serge Aubin verdient mit 6:3 durch und beendeten damit auch eine Serie. Denn erstmals gewannen die Eisbären in dieser Saison ein Spiel, in dem sie drei oder mehr Gegentreffer kassierten. Zuvor war das sieben Mal der Fall, alle Spiele wurde anschließend verloren.

Ein Sieg, für den man im ersten Drittel oder besser gesagt in den ersten zehn Minuten den Grundstein gelegt hat. Danach hat man unerklärlicherweise das Eishockeyspielen eingestellt und war nicht mehr so konzentriert bei der Sache. So kam Köln nochmal zurück, aber immer zum richtigen Zeitpunkt schlugen die Eisbären eiskalt zu. So nahm man den Domstädtern jegliche Hoffnung auf Zählbares in diesem Spiel. Das erste Drittel war vor allem in den ersten zehn Minuten stark, das zweite Drittel war definitiv das schlechteste heute und im letzten Drittel zeigte man die richtige Reaktion auf Kölns Anschlusstreffer. Drei weitere wichtige Punkte im Kampf um die beste Platzierung im Hinblick auf die Spiele gegen die Teams aus dem Süden und die danach folgenden Playoffs.
Hervorheben muss man heute mal wieder die Reihe Sebastian Streu, Parker Tuomie und Mark Olver, welche insgesamt sechs Scorerpunkte sammelte. Tuomie traf zweimal, Streu einmal und gab zudem ein Assist, Olver bereitete zwei Tore vor. Was wichtig ist im Hinblick auf die schweren Spiele gegen die Süd-Teams, dass man nun also drei Reihen hat, die verlässlich scoren. Und die vierte Reihe um Haakon Hänelt, Nino Kinder und Eric Mik macht auch einen guten Job und ist immer für einen Treffer gut. Eine sehr ausgewogene Mischung also, welche Trainer Serge Aubin da hat.

Doch trotz des 6:3-Auswärtssieges war Stürmer Leo Pföderl keinesfalls zufrieden mit dem Auftritt der Eisbären:

Das war ein abartiges ‚Rumgegurke‘ heute. Das erste Drittel war noch okay. Das zweite war richtig schlecht von uns und im letzten haben wir es dann Gott sei Dank über die Zeit gebracht. Das man nach dem 3:0 zurückschaltet, ist glaub ich menschlich, aber es ist immer noch knapp. Es ist noch viel Eishockey zu spielen nach zehn Minuten und dass die Kölner bei Überzahl gefährlich sind, haben wir gewusst. Leider haben wir ein bisschen nachgelassen, aber zum Glück haben wir es noch über die Zeit gebracht.

Ebenso unzufrieden war Ex-Eisbär James Sheppard, was nach einer Niederlage aber normal ist:

Die ersten zehn Minuten waren hart, da ist Berlin aber richtig wie die Feuerwehr aus der Kabine gekommen und wir waren überhaupt nicht da, überhaupt nicht bereit. Das haben wir dann in den Griff bekommen, aber nichtsdestotrotz müssen wir es schaffen, in den nächsten Spielen 60 Minuten Eishockey zu spielen, sonst wird es schwer, Spiele zu gewinnen.

5:2 in Krefeld! Die Eisbären fahren mühelos den ersten Auswärtssieg der Saison ein

Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt: Die Eisbären Berlin haben den ersten Auswärtssieg der PENNY DEL-Saison 2020/2021 eingefahren. Bei den sieg- und punktlosen Krefeld Pinguinen feierten die Berliner einen ungefährdeten 5:2 (3:1,1:0,1:1)-Auswärtssieg und gewannen somit auch den zweiten Vergleich gegen die Seidenstädter, nachdem man das erste Aufeinandertreffen in der Hauptstadt mit 5:0 für sich entscheiden konnte. Nach zuvor drei vergeblichen Anläufen auf fremden Eis, hat es heute also endlich mit drei Punkten geklappt. Aber sind wir mal ehrlich, wenn nicht in Krefeld, wo sonst hätten die Eisbären den ersten Auswärtssieg einfahren sollen? Denn die Pinguine standen vor dem Spiel mit sieben Niederlagen und null Punkten am Tabellenende der Gruppe Nord. Heute kam Niederlage Nummer Acht dazu. Dass Krefeld kein Wort um die Vergabe der Playoffs mitsprechen wird, ist wohl allen klar. Dafür läuft dort einfach zu viel falsch im Verein. Aber das soll hier nicht Thema sein, sondern viel mehr das Spiel der Eisbären.

Und für dieses gab es Änderungen im Kader der Eisbären. Zum einen rückte Eric Mik in den DEL-Kader zurück, nachdem Leon Gawanke von den Winnipeg Jets zurück gerufen wurde. Und im Tor bekam Youngster Tobias Ancicka seinen zweiten Saisoneinsatz. Das erste Spiel hatte er unglücklich mit 0:1 n.P. in Wolfsburg verloren.

Verteidiger Jonas Müller gab die Marschroute für das Spiel in Krefeld raus:

Wir haben gut angefangen in Düsseldorf, aber auch stark nachgelassen. Es wird Zeit für den ersten Auswärtssieg. Wir dürfen nicht zu viele Strafzeiten nehmen. Wir müssen unser Spiel konstant durchziehen, dann werden wir das Spiel auch gewinnen.

Gesagt, getan. Das Spiel war gerade einmal elf Sekunden alt, da jubelten die Eisbären bereits zum ersten Mal an diesem Abend. Nach dem Bullygewinn chippte John Ramage die Scheibe tief, Ex-Eisbär Alex Trivellato erkämpfte die Scheibe an der linken Bandenrundung und wollte sie nach vorne auf einen Mitspieler passen. Doch sein Pass kam genau auf den Schläger von Kris Foucault, welcher viel Platz und Zeit hatte, Sergei Belov im Krefelder Tor auszuspielen und den Puck im halbleeren Tor zu versenken – 1:0 (1.). Blitzstart für die Eisbären also!
Die Eisbären machten also von Beginn an klar, dass sie heute endlich den ersten Auswärtssieg der Saison feiern wollen. Aber beinahe hätte Krefeld früh ausgeglichen. PC Labrie mit dem Fehlpass im eigenen Drittel, Martins Karsums bekam den Puck und wollte Ancicka umkurven, doch der Berliner Goalie behielt die Nerven.
Jener Karsums musste dann auch in die Kühlbox und die Berliner hatten das erste Powerplay. Und in diesem hatten zweimal Kris Foucault und einmal Lukas Reichel gute Möglichkeiten, aber sie führten noch nicht zum erhofften Torerfolg.
Danach Krefeld mit dem ersten Überzahlspiel, aber Gefahr brauchte man da nicht zu befürchten. Denn Krefeld stellt das schlechteste Powerplay und die Eisbären das beste Penaltykilling der Nord-Gruppe. Dementsprechend gibt es zum Überzahlspiel der Pinguine auch nichts zu sagen.
Krefeld tauchte selten vor Ancicka auf, wenn das aber mal der Fall war, so wie in Minute Zwölf, als Brett Olson frei im Slot zum Abschluss kam, war Ancicka zur Stelle.
Und die Eisbären betrieben Chancenwucher. Nino Kinder wollte Belov umkurven, scheiterte damit jedoch. Und ein Konter über Foucault und Ramage vergab Letzterer, seinen Schuss konnte Belov gerade so noch mit dem Schoner parieren.
Ramage fiel sehr oft im Auftaktdrittel auf. Zum einen durch seine Aktion direkt nach dem ersten Bully, dann durch die eben beschriebene Chance, aber auch durch zwei Strafzeiten. Die erste Strafe blieb noch unbestraft, die zweite leider nicht. Aus dem Nichts heraus Kristofers Bindulis mit dem Schuss vom rechten Bullykreis, der Schuss schlug abgefälscht hinter Ancicka ein – 1:1 (16.).
Die Eisbären schalteten dann mal kurz zwei, drei Gänge hoch und gaben die Antwort. Marcel Noebels spielte die Scheibe hoch an die blaue Linie, wo Kapitän Frank Hördler lauerte. Der spielte die Scheibe gerade runter vor das Tor, wo Leo Pföderl die Scheibe nur noch abfälschen musste – 2:1 (18.), sein 150. DEL-Tor! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum, Leo!
Und als Krefeld zum Ende hin noch einmal in Unterzahl ran musste, schlugen die Eisbären erneut zu. Zweimal scheiterte Kris Foucault mit seinen gefürchteten Onetimern vom rechten Bullykreis aus. Nach dem zweiten spielte er die Scheibe zurück hinter das Tor zu Mark Zengerle, welche den Puck vor das Tor zu Giovanni Fiore spielte. Und der hatte viel Platz und schoss ins lange Eck ein – 3:1 (20.). Das erste DEL-Tor von der Nummer 21!
Somit führten die Eisbären verdient mit 3:1 in Krefeld. Deren Stürmer Alexander Blank war nach dem ersten Drittel bedient:

Wir haben nach elf Sekunden unser erstes Tor kassiert, obwohl wir uns sehr viel vorgenommen haben für dieses Spiel. Aber wir sind eigentlich ganz gut zurückgekommen, haben das 1:1 im Powerplay geschossen. Wir haben eigentlich ganz gut gespielt, aber dann hat die Konzentration drei Minuten vor dem Ende aufgehört. Und das darf nicht passieren, dass wir drei Minuten vor Schluss da so zwei Tore kassieren und eine dumme Strafe machen. Da muss sich jeder Spieler mit sich selber beschäftigen, wie er das angeht, wie er sich vor dem Spiel vorbereitet. Aber eigentlich haben wir gut trainiert jetzt die Tage nach der Niederlage in Bremerhaven. Keine Ahnung, was da passiert ist, aber das müssen wir jetzt abstellen und die letzten 40 Minuten noch gut konzentrieren.

Und bereits nach sieben Sekunden im zweiten Drittel bot sich den Hausherren erneut die Chance, an der Überzahlquote etwas zu machen. Mark Zengerle musste wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank. Und das Powerplay sah auch ganz gut aus, aber Krefeld konnte keinen Nutzen daraus ziehen.
Doch fortan entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Man konnte fast sagen, es spielten die Eisbären gegen Sergei Belov. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf den Krefelder Torhüter zu. Bereits in der 23. Spielminute stand Foucault auf einmal frei vor ihm, aber er konnte parieren. Doch nur eine Minute später war auch der Krefelder Schlussmann geschlagen. Fiore kam mit viel Speed über links ins Drittel, machte den Bauerntrick und spielte die Scheibe in den Slot, wo Mark Olver lauerte und viel zu viel Platz hatte – 4:1 (24.).
Krefeld konnte sich in der Folgezeit bei Sergei Belov bedanken, dass man nach 40 Minuten nur mit 1:4 hinten lag. Denn die Eisbären ließen eine Reihe guter Chancen aus. Leo Pföderl, Lukas Reichel, Haakon Hänelt, Mark Zengerle – um mal nur einen Auszug der Chancen im Mitteldrittel zu nennen. Die Eisbären hätten bereits im zweiten Drittel die Weichen ganz klar auf Sieg stellen können. Aber selbst jetzt glaubte eigentlich niemand mehr an eine Krefelder Wiederauferstehung. Zu deutlich überlegen waren die Eisbären, zu sehr hatten sie das Spiel fest in der Hand.

Das letzte Drittel begannen die Eisbären dann in Unterzahl, aber beinahe wäre Matt White der Shorthander gelungen. Er war frei durch und hatte die Chance, aber Sergei Belov hatte etwas dagegen. Egal was Matt White heute versuchte, der Krefelder Schlussmann hatte das letzte Wort.
Aber in der 46. Spielminute war auch Krefelds Goalie wieder geschlagen. Den ersten Versuch von der blauen Linie konnte er noch parieren, gegen den Nachschuss von Lukas Reichel, welcher die Scheibe unter die Latte nagelte, war er aber machtlos – 5:1.
Danach machten die Eisbären nicht mehr als nötig, aber dennoch hatten sie das Spiel komplett im Griff. Weil, so hart es klingt, Krefeld im Moment einfach nicht DEL-tauglich ist. Auch wenn Krefeld fünf Minuten vor dem Ende noch das 2:5 durch Brett Olson erzielte, die Krefelder Fans können einem schon fast leid tun, bei dem, was da gerade in Krefeld abgeht. Bei einem Traditionsverein der DEL. Die Unruhe im Umfeld der Mannschaft scheint sich auf das Team auszuwirken, das in dieser Saison wohl mehr Kanonenfutter für die Konkurrenz ist als ein ernstzunehmender Gegner auf Augenhöhe. Die Eisbären jedenfalls siegten am Ende mit 5:2 und sicherten sich so die ersten drei Punkte auf fremden Eis, worüber man sich freuen darf, mehr aber auch nicht.

Denn dieser Sieg ist definitiv kein Gradmesser für die nächsten beiden Heimspiele gegen Köln und Bremerhaven. Da erwartet die Eisbären viel mehr Gegenwehr vom Gegner, da wird man nicht so viel Platz vor dem Tor haben und so oft frei vorm gegnerischen Goalie stehen. Da muss man dann wieder hart für den Sieg arbeiten. Daher braucht man diesen Sieg auch nicht wirklich analysieren, aber zumindest festhalten, dass die Eisbären das Spiel eben nicht auf die leichte Schulter genommen haben. Sie haben ihr Spiel 60 Minuten konstant durchgezogen und hatten jede Menge Chancen für einen höheren Sieg. Trainer Serge Aubin hat gesehen, dass von allen vier Reihen Torgefahr ausging. Aber wie gesagt, dieses Spiel ist kein Gradmesser für die Duelle gegen die anderen fünf Konkurrenten in dieser Gruppe.

Lukas Reichel mit seinem Statement zum Spiel in Krefeld:

Wir haben 60 Minuten gut konstant durchgespielt. Ich denke, wir hatten das Spiel auch über 60 Minuten unter Kontrolle. Wir können heute zufrieden sein. Wir haben viele Schüsse aufs Tor gebracht, wir hätten vielleicht noch ein paar Dinger mehr machen können. Wir können zufrieden sein und mit dem Bus nach Hause fahren. Es ist immer noch Luft nach oben. Wir wollen in jedes Spiel rein gehen und es gewinnen. Ich denke, wir können in unserer Gruppe den ersten Platz anvisieren.

Und Krefelds Torschütze Brett Olson mit einer schonungslosen Analyse nach der achten Niederlage im achten Spiel:

Das ist unser Hauptproblem in dieser Saison, dass wir viel zu viel Raum und Platz dem Gegner vor allem im Zentrum vor unserem Tor lassen. Und woran liegt das? Weil wir immer nur den Gegenspieler mit dem Puck im Auge haben und nicht die Mitspieler. Alle konzentrieren sich nur auf den Puck, sehen die Leute im Rücken nicht und die sind dann auf einmal frei vorm eigenen Goalie. Und so wird Sergei Belov auch im heutigen Spiel ganz oft allein gelassen und dann hat es schon wieder fünf Gegentore gegeben.

Serge Aubin vor dem Düsseldorf-Spiel: „Es ist Zeit für einen Auswärtssieg“

Die Eisbären Berlin und ihre zwei Gesichter: Zu Hause hat man bisher alle drei Heimspiele gewonnen, dabei alle neun Punkte eingesammelt und 13:2-Tore geschossen. Auswärts hat man dagegen beide Spiele verloren, nur einen Punkt geholt bei 2:6-Toren. Dabei ist es in dieser verkürzten Saison von enormer Bedeutung, sowohl zu Hause als auch auswärts Punkte zu holen. Gerade in der sehr engen Gruppe Nord, wo sich bis auf Krefeld alle anderen sechs Teams berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an den Playoffs machen können. Daher wechseln in der Nord-Gruppe auch ständig die Plätze und immer führt ein anderes Team die Tabelle an. Eisbären-Chefcoach Serge Aubin weiß auch um die Bedeutung der Auswärtsspiele, wie er gestern nach dem Training sagte:

Guter Punkt. Unsere Heimspiele waren gut, aber unsere Auswärtsspiele… Wenn ich an Wolfsburg denke, da sind wir schwach ins Spiel gekommen und es dauerte eine Weile, bis wir ins Spiel kamen. Es ist Zeit für einen Auswärtssieg. Wenn man auswärts spielt, muss man ein einfaches, aber hartes Spiel machen und von der Strafbank wegbleiben. Das erwarte ich also von dem Spiel am Montag.

Zu Hause haben die Eisbären bisher nichts anbrennen lassen und sind immer perfekt ins Spiel gekommen. Auswärts dagegen tut man sich schwer, ins Spiel zu finden. Wenn du dann einen schlechten Start hast und zudem ein Gegentor kassierst, wird es noch schwerer, das Selbstvertrauen für diese Partie auf fremden Eis wieder zu finden. Stürmer Mark Olver wurde gefragt, wie wichtig es ist, das Momentum nun auf der eigenen Seite zu behalten und dass man endlich den ersten Auswärtssieg der Saison einfährt. Dabei ging er eben auch auf die Startphase des Spiels ein:

Wir brauchen einen besseren Start ins Spiel, darauf kommt es an. Beim letzten Auswärtsspiel hatten wir einen schwierigen Start. Wir haben früh eine Strafe genommen und sie konnten ein Tor erzielen. Das hat ihnen viel Momentum gebracht. Wir müssen einfach einen besseren Start haben und dann unser System weiterspielen. Einfach selbstbewusst sein mit dem, was wir in der Kabine haben und wie wir als Team sind. 

Worauf es morgen Abend in Düsseldorf (18:30 Uhr/ISS-Dome) auch ankommen wird, sind die Special Teams. Denn vor dem Spiel in Iserlohn stellte man das beste Penaltykilling der Liga. Dann kam das Spiel am Seilersee und man kassierte in vier Unterzahlspielen vier Gegentore. Und mit der DEG trifft man morgen auf das beste Powerplayteam der Liga. Denn die Rheinländer haben neun Tore in 25 Überzahlsituationen erzielt. Serge Aubin auf die Frage, wie wichtig die Special Teams sind und wie wichtig es ist, dass man von der Strafbank weg bleibt:

Es wird sehr wichtig. Wir haben uns schon bewiesen, dass wir bei 5-gegen-5 ein ziemlich solides Spiel machen. In Special Teams Situationen können dann die talentierten Spieler ihre Fähigkeiten zeigen und haben mehr Zeit und Platz. Düsseldorf hat gute Leute, Barta, Fischbuch etc. Wir wollen sichergehen, ihnen nicht erst die Chance zu geben aufzuspielen. Für uns ist es wichtig, ein schnelles Spiel zu machen, 60 Minuten lang gut zu spielen und wenn es dann Zeit für Unterzahl wird, was im Spiel nun mal vorkommt, müssen wir herausfinden, wie wir das meistern können. Ich denke, das braucht kompletten Einsatz von allen. 

Dass man es in Unterzahl schon besser gemacht hatte als in Iserlohn, sah man bereits am Freitagabend beim Heimspiel gegen Köln, wo man diesmal ohne Gegentor blieb. Genau an diese Leistung muss man nun beim rheinischen Rivalen der Haie anknüpfen, um erstmals drei Punkte mit in die Hauptstadt zu nehmen. Einer, der dabei kräftig mithelfen will, ist Mark Olver. Der Stürmer steht aktuell bei einem Tor und vier Vorlagen. Drei Vorlagen gelangen ihm am Freitag gegen Köln. Wie zufrieden ist die Nummer 91 mit seiner bisherigen Leistung in der noch jungen Saison:

Natürlich bin ich das, aber das ist nicht alles. Wir müssen Spiele gewinnen. Das schlimmste ist es, nach einer Niederlage in die Kabine zu kommen. Das ist ein schreckliches Gefühl. Momentan geht es ums Gewinnen und darum, sich einen guten Platz in der Tabelle zu erarbeiten, um in die Playoffs zu kommen.