Serge Aubin vorm Wolfsburg-Spiel: „Nur weil wir die letzten zwei Spiele verloren haben, verfallen wir nicht in Panik“

Vorhang auf zu Runde Zwei zwischen den Eisbären Berlin und den Grizzlys Wolfsburg sowie den Fischtown Pinguins Bremerhaven. Vergangene Woche traf man bereits auf beide Mannschaften und zog jeweils den Kürzeren. In der kommenden Woche hat man nun die Möglichkeit, es besser zu machen, denn man trifft zu Hause erneut auf Wolfsburg und auswärts muss man in Bremerhaven ran. Den Auftakt zur zweiten Runde macht das Heimspiel morgen Abend gegen die Niedersachsen (Bully: 20:30 Uhr). Wie ist vor dem Rückspiel gegen Wolfsburg die Gefühlslage bei Headcoach Serge Aubin?

Ich fühle mich gut. Wir haben gutes Hockey gespielt. Nur weil wir die letzten zwei Spiele verloren haben, verfallen wir nicht in Panik. Können wir uns verbessern? Auf jeden Fall! Morgen Abend ist eine gute Möglichkeit dafür. 

Morgen Abend bietet sich dem Hauptstadtclub die letzte Möglichkeit, Wolfsburg in der Hauptrunde zu besiegen. Alle drei bisherigen Duelle gingen verloren, zweimal zog man dabei im Penaltyschießen den Kürzeren. Wie muss man also spielen, um die Mannschaft aus der Autostadt endlich in die Knie zu zwingen. Jonas Müller hat die Antwort parat:

Wir müssen einfach hart spielen. Wolfsburg ist auch eine Mannschaft, die sehr hart spielt, sie sind sehr aggressiv, spielen auch kompakt vor dem Tor und sind defensiv auch gut. Wir müssen einfach viele Pucks zum Tor bringen, dann wird da auch mal einer reinrutschen. Man hat es ja im letzten Spiel gesehen, da hat Wolfsburg Pucks zum Tor gebracht und da ist dann auch einer abgefälscht bei uns ins Tor gegangen. Solche Sachen müssen wir auch machen, mehr Pucks zum Tor und Strafen weg lassen. 

Wolfsburg ist die einzige Mannschaft aus der Gruppe Nord, gegen die die Eisbären noch nicht gewonnen haben. Die Tatsache, dass mit Mark Zengerle, PC Labrie und Giovanni Fiore gleich drei Stammspieler fehlen werden, macht es nicht besser. Wegen der Ausfälle der drei Stürmer holten die Berliner Youngster Nino Kinder von Kooperationspartner Weißwasser zurück an die Spree. Und dann wäre da ja auch noch das Debüt vom neuen Verteidiger Simon Després. Welche Erwartungen hat Trainer Serge Aubin an die beiden Jungs?

Die gute Sache an Nino ist, dass er das ganze Jahr schon bei uns war und wir wissen, was wir von ihm erwarten können. Eishockey ist ein Spiel voller Möglichkeiten und die jungen Spieler haben jetzt die Möglichkeit zu zeigen, was sie können, während ein paar Jungs verletzt sind. Dass wir Simon haben, wird uns helfen. Er hat eine Zeit lang nicht gespielt, aber er hat gut auf dem Eis ausgesehen. Er bringt Erfahrung und Größe mit und wir sind glücklich ihn zu haben.

Der neue Verteidiger Simon Després wird nach langer Zeit ohne Spiel mal wieder ein Eishockeyspiel absolvieren. Man hofft bei den Eisbären darauf, dass Després dem Team und vor allem der Defensive der Berliner noch mehr Tiefe verleihen wird. Després selbst ist aber erst einmal glücklich, überhaupt wieder spielen zu können:

Für mich persönlich ist es sehr aufregend. Ich freue mich Teil der Organisation zu sein. Ich habe mich jeden Tag für dieses erste Spiel vorbereitet und es ist eine aufregende Zeit. Es ist schon eine Weile her, dass ich ein professionelles Eishockeyspiel gemacht habe, fast ein Jahr, aber ich fühle mich gut und ausgeruht. Ich werde morgen mein Bestes geben, um dem Team zu helfen zu gewinnen.

Nach der langen Zeit ohne ein Spiel wird es sicherlich eine Weile dauern, bis sich der 29-jährige Kanadier wieder an das Gefühl, auf dem Eis zu stehen, gewöhnt und zu seinem Spiel zurückfindet. Da wird es natürlich ein paar Wechsel dauern, bis er das Gefühl zurückbekommt:

Ja, logischerweise versuche ich nicht zu viel zu machen. Einfach versuchen, meine Position zu spielen. Die erste Option, den Puck zu passen, ist wahrscheinlich die beste Option. Ich weiß wie man Eishockey spielt, ich verdiene mir damit meinen Lebensunterhalt. Deshalb mache ich mir nicht zu viele Sorgen, mein Timing zurück zu bekommen, aber logischerweise werde ich versuchen, so fokussiert und scharfsinnig wie nur möglich zu sein. Besonders bei einem Spiel um 20:30 Uhr, spät am Abend. Es wird aufregend sein und cool werden, wieder zurück in Action zu sein. 

Auch wenn die Eisbären gerade in der Offensive angesichts der drei Ausfälle der Schuh drückt, so hat man ja immer noch die Geheimwaffe aus der Verteidigung. Jonas Müller entwickelt sich in dieser Saison mehr denn je zu einem richtigen Torjäger. Vier Saisontore stehen bisher auf dem Konto des Verteidigers aus Karlshorst. Sieht er sich jetzt als stürmender Verteidiger?

Ich würde jetzt nicht sagen stürmender Verteidiger. Ich glaube, dass meine Rolle auch mit John Ramage zusammenhängt, wir stehen defensiv einfach ganz gut. Wir sind in Unterzahl immer drauf. Bei Fünf-gegen-Fünf kassieren wir wenig Gegentore und ich glaube, das ist auch erst einmal unsere Aufgabe, dass wir hinten sicher stehen. Wenn dann vorne auch mal einer rein rutscht, dann freut man sich natürlich. 

Generell lobt Jonas Müller alle Verteidiger im Team der Eisbären, alle machen einen guten Job. Zumindest bei Fünf-gegen-Fünf. In Unterzahl muss man daran noch arbeiten:

Alle Verteidiger sind bei Fünf-gegen-Fünf gut, da haben wir noch nicht so viele Gegentore kassiert. Wir müssen einfach mit den Strafzeiten aufpassen. In Unterzahl bekommen wir immer zu viele Gegentore, weil wir einfach zu viele Strafzeiten nehmen.

Nach den vielen Abgängen im letzten Jahr, worunter auch einige Führungsspieler waren, zählt Jonas Müller nun selbst zu den Führungsspielern in Team des DEL-Rekordmeisters. Sieht er sich auch selbst als so einer?

Ich versuche immer mein Bestes zu geben, um mich auch irgendwie zu steigern. Ich will als Führungsspieler auch vorangehen. Klar, ich bin jetzt nicht der Spieler, der viel redet oder in der Kabine jetzt mal eine große Ansage macht oder so, aber ich will es eigentlich auf dem Eis zeigen, dass ich sicher bin und keiner an mir vorbeikommt. Das gibt dem Team auch Sicherheit.

Nach den beiden Niederlagen gegen Wolfsburg und in Bremerhaven ist der Vorsprung der Eisbären an der Tabellenspitze der Gruppe Nord zusammen geschmolzen. Nur noch fünf Zähler sind es bis zum Zweiten aus Bremerhaven. Ist das Spiel gegen Wolfsburg also jetzt ein richtungsweisendes, Simon Després?

Ja, es ist ein wichtiges Spiel. Alle Gruppenspiele sind wichtig. Wir wollen oben bleiben. Wir sind ein topplatziertes Team in der Liga. Wir gehen in jedes Spiel mit der Erwartung zu gewinnen. Ich möchte Teil eines Teams sein, das jeden Abend erwartet zu gewinnen. Es ist Zeit ernst zu werden und zu performen und ein paar Hockeyspiele zu gewinnen. 

2:3 n.P.! Gegen Angstgegner Wolfsburg endet die Heimserie trotz Dauer-Druck der Eisbären

Ausgabe #7:

Im neunten Spiel ist es dann doch passiert: Die Eisbären Berlin verlieren ihr Heimspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg mit 2:3 n.P. (1:1,0:0,1:1/0:0,0:1) und kassieren somit die erste Heimniederlage der laufenden Saison. Immerhin punktete man aber auch im neunten Heimspiel, was aber nur ein schwacher Trost sein wird. Denn eigentlich darfst du dieses Spiel nicht verlieren, denn das war streckenweise Einbahnstraßen-Eishockey, was die Eisbären zeigten. Nur fanden sie eben kaum ein Gegenmittel gegen dass zu erwartende Abwehr-Bollwerk der Wolfsburger.

Im Line-up der Eisbären gab es im Vergleich zum letzten Spiel in Köln (6:1) zwei Änderungen. Zum einen rotierte Youngster Tobias Ancicka wieder als Back-up zurück auf die Berliner Bank. Dort saß in der Domstadt noch Rihards Babulis. Zum anderen fehlte Stürmer PC Labrie aufgrund muskulärer Probleme. Für ihn kehrte Haakon Hänelt nach überstandener Knieprellung zurück in den Kader. Daher stellte Trainer Serge Aubin auch zwei Sturmreihen leicht um. In die Formation mit Kris Foucault und Mark Zengerle rückte Mark Olver, Parker Tuomie rotierte aus dieser Reihe raus und spielte stattdessen an der Seite von Fabian Dietz und Sebastian Streu. Dort, wo eigentlich Labrie gespielt hätte. Hänelt stand als 13. Stürmer im Berliner Line-up.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Selbstvertrauen war vor dem Spiel auf beiden Seiten groß. Berlin kam mit einer Serie von fünf Siegen in Folge ins Duell gegen die Wolfsburger, welche sogar sechs Spiele am Stück für sich entschieden. Das sah man beiden Mannschaften auch vom ersten Bully weg an. Sofort war das Tempo hoch, die Partie intensiv und die Zweikämpfe hart umkämpft. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und kamen zu ersten Abschlüssen. Doch die beiden Defensivreihen zeigten in der Anfangsphase das, was sie zuletzt auszeichnete: Starke Arbeit vor dem eigenen Tor. Nicht ohne Grund kassierten Berlin und Wolfsburg nur je vier Gegentreffer in den letzten vier Spielen.
Die Eisbären übernahmen dann so langsam das Kommando und auf einmal hatte Giovanni Fiore zu viel Platz. Doch sein Schuss ging nur an den Pfosten (5.). In dieser Phase waren die Eisbären aber am Drücker und das 1:0 war nur eine Frage der Zeit. In Spielminute Acht sollte es fallen. Eric Mik hatte von der blauen Linie abgezogen, doch die Scheibe ging nur an die Bande hinter dem Tor. Von dort sprang sie aber direkt zurück vor den rechten Pfosten, wo Matt White lauerte und zum 1:0 abstauben konnte.
Als die Berliner durch Mark Zengerle die erste Strafzeit der Partie kassierten, schlugen die Niedersachsen in Überzahl zu. Dabei sah das Powerplay bis zu diesem Zeitpunkt jetzt nicht wirklich gefährlich aus. Aber auf einmal zogen die Grizzlies ab, Mathias Niederberger wehrte den Schuss ab, doch von Anthony Rech aus rutschte die Scheibe irgendwie ins Tor – 1:1 (12.).
Wolfsburg kam danach besser rein ins Spiel und suchte öfters den Weg vor das Berliner Tor. Als Kapitän Frank Hördler die zweite Strafzeit der Partie kassierte, schrillten bei den Hauptstädtern die Alarmglocken. Würde Wolfsburg auch das zweite Überzahlspiel nutzen? Nein, denn mehr als zwei Schüsse kamen nicht bei heraus und nach 75 Sekunden war das Powerplay auch beendet. Mathis Olimb kassierte eine Strafzeit wegen Stockschlags und so ging es für 45 Sekunden noch mit Vier-gegen-Vier weiter, danach aber hatten die Berliner 75 Sekunden lang Powerplay. Und da nahmen sie das Tor von Chet Pickard richtig unter Beschuss. Zach Boychuk (2), Frank Hördler, Leo Pföderl und Lukas Reichel vergaben beste Chancen. Die Führung lag mehrfach in der Luft, nur konnten die Berliner aus ihren Chancen kein Kapital schlagen.
So stand es nach 20 intensiven Minuten 1:1-Unentschieden, was für Wolfsburg angesichts der Berliner Schlussoffensive jedoch äußerst schmeichelhaft war.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Mitteldrittel begann mit Strafen für Jonas Müller und Spencer Machacek, die sich wohl noch kurz über alte Geschichten während ihrer gemeinsamen Eisbären-Zeit austauschten und evtl. nicht einer Meinung waren. Im darauffolgenden Vier-gegen-Vier stand Kris Foucault plötzlich frei vor Chet Pickard, wollte ihn umkurven, wurde dabei aber so weit nach außen gedrängt, dass der Winkel dann zu spitz war und er die Chance nicht nutzen konnte.
In der 26. Spielminute ertönte bereits die Tor-Musik in der Arena am Ostbahnhof, weil alle dachten, die Eisbären hätten getroffen. Kai Wissmann mit dem Zuckerpass von rechts runter an den linken Pfosten, wo Mark Zengerle das leere Tor vor sich hatte. Eine sichere Kiste also. Denkste! Zengerle schaffte es nicht, die Scheibe im Tor unterzubringen, er schoss sie auf de Schoner von Pickard. Unglaublich!
Auch danach Einbahnstraßen-Eishockey in der Mercedes-Benz Arena. Wolfsburg spielte erwartet sehr defensiv, parkte den Bus vor dem eigenen Tor und stellte die Berliner so vor große Probleme Die liefen immer und immer wieder an. Aber sie verzweifelten an dem Abwehr-Bollwerk der Niedersachsen. Man gab zwar jede Menge Schüsse ab, aber die entschärfte entweder Chet Pickard im Grizzlys-Tor oder aber die Verteidiger blockten die Schüsse vorher bereits weg oder aber die Scheibe gingen am Tor vorbei. Den Eisbären fehlte das Gegenmittel, um diese Defensive zu knacken.
Und Wolfsburg? Die hätten kurz vor der zweiten Drittelpause beinahe selbst das 2:1 erzielt. Max Görtz hatte abgezogen, Mathias Niederberger war bereits geschlagen, doch der Pfosten rettete für die Eisbären. So stand es auch nach 40 Minuten 1:1-Unentschieden.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im letzten Drittel bot sich den Gästen früh die Chance in Überzahl, nachdem Ryan McKiernan zwei Minuten wegen Behinderung kassierte. Anthony Rech und Garrett Festerling scheiterten jedoch an Mathias Niederberger. Gegen Letzteren packte der Berliner Goalie einen starken Save mit dem Schoner aus.
Danach weiterhin das selbe Bild von anrennenden Eisbären gegen defensiv kompakt stehende Wolfsburger. Sie fanden einfach kein Schlüssel zum Erfolg. Und Wolfsburg? Die kamen in der 47. Minute per Zwei-auf-Eins-Konter vor das Berliner Tor, scheiterten jedoch. Doch nur eine Minute später zappelte die Scheibe im Berliner Tor. Max Görtz wollte die Scheibe von rechts außen in den Slot bringen, dabei traf er die Kelle eines Berliners und von dort ging die Scheibe über Mathias Niederberger hinweg ins Tor – 1:2 (48.).
Danach die Hausherren mit wütenden Angriffen, aber leider kopflos. Ihnen fehlten die nötigen Ideen, um die Wolfsburger Defensive mal in Gefahr zu bringen. Die Schüsse, die durch kamen, stellten Chet Pickard vor keine großen Probleme. Um den starken Wolfsburger Goalie zu überwinden muss man sich schon deutlich mehr einfallen lassen.
Die Zeit lief den Berlinern davon und sie versuchten es immer weiter. Matt White vergab den Onetimer fünf Minuten vor dem Spielende. Nur eine Minute später bekam Parker Tuomie die Scheibe, fuhr in den hohen Slot und zog ab. Der Schuss schlug hinter Pickard ein, weil ihm vor dem Tor die Sicht von Kris Foucault genommen wurde – 2:2 (56.).
Danach versuchten es die Eisbären weiter, aber die Partie sollte in die Verlängerung gehen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Dort hatten die Eisbären zwei dicke Chancen. Matt White scheiterte mit seinem Alleingang am überragenden Chet Pickard. Dieser entnervte dann auch noch Zach Boychuk bei dessen Versuch. Wolfsburg wurde zum Ende der Overtime nochmal gefährlich, doch keine der beiden Mannschaften sollte ein Tor erzielen. Es ging also ins Penaltyschießen. So wie bereits beim ersten Duell der beiden Teams in der Autostadt.

Dort hatten die Niedersachsen bereits das bessere Ende. Und auch heute erwiesen sich die Grizzlies als nervenstärker. Pekka Jormakka und Sebastian Furchner überwanden Mathias Niederberger, bei den Eisbären traf nur Matt White. So nahm Wolfsburg hier durchaus glücklich den Zusatzpunkt mit und beendete die Heimserie und generell die Siegesserie der Eisbären Berlin. Dagegen setzt Wolfsburg seine nun sieben Spiele andauernde Siegesserie fort.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Wie eingangs des Spielberichts schon erwähnt, diese Niederlage war vermeidbar. Die Eisbären dominierten das Spiel, verbrachten deutlich mehr Zeit in der Offensive als die defensiv eingestellten Niedersachsen. Nur wenn man es in 65 Minuten nicht hinbekommt, das Abwehr-Bollwerk der Autostädter zu knacken, dann braucht man sich nicht wundern, wenn man am Ende nur mit einem statt mit der erhofften drei Punkte da steht.
Dabei dürfte es die Eisbären nicht gewundert haben, wie Wolfsburg hier gespielt hat, war doch damit zu rechnen. Schließlich spielt Wolfsburg diese Saison aus einer sehr kompakten Defensive heraus und unternimmt nur wenig nach vorne. Und wenn die Eisbären dann die besten Chancen – ich sage nur Mark Zengerle und das leere Tor – die Wolfsburg ihnen ja zwischendurch auch gab, nicht nutzen und man selbst hinten echt dreckige Tore kassieren, dann stehst du am Ende eben mit leeren Händen oder in diesem Fall mit nur einem Punkt da. Der Ansatz nach vorne zu spielen war ja richtig, nur in manchen Momenten versuchte man es mit dem Kopf durch die Wand, drehte lieber noch eine Runde oder verlangsamte das Spiel, statt die Wolfsburger Defensive mit schnellem Passspiel aus der Formation zu bringen.
Am Ende war es also eine Mischung aus fehlendem Glück vor dem Tor, der fehlenden Kreativität aber auch einem starken Schlussmann namens Chet Pickard. Die Chance zum ersten Saisonsieg gegen Wolfsburg bietet sich den Berlinern gleich nächste Woche Montag nochmal, wenn die Mannschaft von Chefcoach Pat Cortina erneut in der Hauptstadt vorbeischaut. Bis dahin können die Eisbären einen Plan schmieden, wie man diese Defensive knackt.

Immer wieder auswärts: Die Eisbären verpennen das erste Drittel und verlieren das Spiel auf der Strafbank

Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Eisbären Berlin und Auswärtsspiele – das will in dieser Saison einfach nicht zusammenpassen. Auch bei den Grizzlys Wolfsburg setzte es eine Niederlage, am Ende unterlag man der Mannschaft von Chefcoach Pat Cortina mit 4:6 (0:3,1:1,3:2). Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Mal wieder verpennte man auswärts das erste Drittel, mal wieder kassierte man zu viele unnötige Strafzeiten und daraus resultierend zu viele Gegentore in Unterzahl und dann wachte man wieder einmal zu spät auf, um das Spiel hier noch zu drehen. So kannst du in dieser Liga keine Spiele gewinnen.

Eine Änderung im Line-up der Hauptstädter. Im Tor setzte Trainer Serge Aubin wie bereits beim ersten Duell in der Autostadt auf Tobias Ancicka. Dort zeigte der Youngster eine starke Leistung und blieb in 65 Minuten ohne Gegentor. Erst im Penaltyschießen konnte Wolfsburg Ancicka bezwingen.

Die Eisbären wollten einen besseren Start als zuletzt auf fremden Eis hinlegen. Und im ersten Wechsel dachte man auch, dass das klappen würde. Man setzte durch Marcel Noebels den ersten guten Schuss ab und setzte sich sofort im Drittel der Hausherren fest. Doch das war nur ein Strohfeuer, denn auch die Grizzlies legten gut los und zogen es vor allem durch.
Nach einem rasanten Beginn mit Chancen auf beiden Seiten waren es die Niedersachsen, welche mit 1:0 in Führung gingen. Und dem Tor ging ein Abstimmungsfehler der Eisbären voraus. Tobias Ancicka fuhr hinters Tor, obwohl er es nicht gemusst hätte. Er spielte die Scheibe direkt auf die Kelle eines Wolfsburgers, welcher die Scheibe schnell quer passte, wo Pekka Jormakka problemlos ins leere Tore einschießen konnte (5.).
Dann kam das zweite Problem der Eisbären zum Vorschein – die zu vielen unnötigen Strafzeiten. Kai Wissmann handelte sich in der neunten Spielminute die erste wegen eines Stockschlags ein. Und die Wolfsburger sorgten zuletzt nicht für Angst und Schrecken in Überzahl, erzielten nur einen Powerplaytreffer in den letzten sechs Spielen. Aber die Eisbären sind bekannt dafür, Aufbauarbeit zu leisten. Ancicka konnte einen ersten Schuss noch parieren, ließ die Scheibe aber ungünstig prallen. So kam die Scheibe letztendlich zu Jormakka, welcher im Verbund mit Parker Tuomie zusammen die Scheibe über die Linie beförderte – 0:2 (9.).
Und die Eisbären verteilten weiterhin Einladungen. Tuomie mit der zweiten Strafzeit wegen Hakens und Wolfsburg mit dem zweiten Powerplaytreffer. Die Niedersachsen behaupten die Scheibe hinter dem Tor, Pekka Jormakka mit dem Zuspiel in den hohen Slot, wo Anthony Rech zu viel Zeit und Platz hatte und zum 3:0 einschießen konnte (12.).
Die Eisbären wirkten mit dem Wolfsburger Spiel überfordert, waren immer einen Schritt langsamer und verloren die meisten Zweikämpfe. Und sie nahmen weiterhin zu viele Strafzeiten. Fabian Dietz marschierte als dritter Spieler in den ersten 20 Minuten in die Kühlbox. Und Wolfsburg kam problemlos in die Formation, konnte sich die Scheibe leicht und locker hin und her spielen, weil im Unterzahlspiel der Eisbären keine Bewegung drin war. Man stand nur da und schaute zu, so kannst du in der DEL nicht auftreten. Wolfsburg kam zwar zu keinem weiteren Tor, doch legten die Hausherren die Probleme der Eisbären mehr als deutlich offen.
Die Gäste aus der Hauptstadt hatten zum Ende hin auch mal ein Powerplay, doch da konnte man nur in der ersten Minuten für viel Druck und Gefahr sorgen. Die zweite Powerplay-Formation war danach einfach zu schwach, um Wolfsburg in Gefahr zu bringen. So führten die Niedersachsen nach dem ersten Drittel mit 3:0. Angesichts von 18:7-Schüssen für die Mannschaft von Chefcoach Pat Cortina auch hochverdient.

Im zweiten Drittel zeigten sich die Berliner deutlich verbessert, sie liefen mehr Schlittschuh, suchten den Abschluss und sie nahmen die Zweikämpfe an. In der 23. Spielminute hatte man den ersten guten Wechsel, in dem man sich zwei, drei gute Chancen erarbeitete. Und kurz darauf gab es das erste Powerplay im Mitteldrittel, doch außer ein, zwei Schüssen kam nichts bei heraus.
Dennoch waren die Eisbären nun aktiver und deutlich offensiv ausgerichteter. Doch die Schüsse, die sie jetzt auch abgaben, waren teilweise zu ungenau platziert oder aber waren kein Problem für Chet Pickard im Tor der Grizzlies.
Mitte des zweiten Drittels sah man die Verbesserung der Eisbären auch im ersten Unterzahlspiel des Mitteldrittels. Da kämpfte man geschlossen und verteidigte sein Tor stark, ließ nichts gefährliches der Gastgeber zu.
Und als sechs Minuten vor der zweiten Pause eine Strafe gegen Wolfsburg angezeigt war, konnten die Eisbären für kurze Zeit mit sechs Mann spielen. Und das nutzten sie eiskalt aus. Im ersten Versuch scheiterte Leo Pföderl noch an Pickard, doch den Rebound schnappte sich Mark Zengerle, der sich einmal drehte und die Scheibe quer rüber zu Pföderl passte. Und der fackelte nicht lange – 1:3 (34.). Mal wieder ein Tor, an dem die deutsche Top-Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Lukas Reichel beteiligt war. Pföderl mit dem 38. Saisontor der Eisbären, zum 33. Mal war diese Reihe beteiligt.
Und die Berliner wollten nachlegen. Giovanni Fiore mit einem Onetimer von rechts, aber Pickard fuhr die Schoner aus und parierte diesen Schuss sensationell. Und im Gegenzug schickte Ryan Button Matti Järvinen mit einem Zuckerpass auf die Reise, der tauchte frei vor Tobias Ancicka auf, doch der Berliner Youngster behielt in diesem Duell die Oberhand.
Wolfsburg bekam dann das zweite Powerplay in diesem Drittel. Und dort ließen die Wolfsburger die Scheibe gut laufen, suchten die Lücke zum Schuss und Sebastian Furchner fand sie. Er wurde hinter dem Tor angespielt, fuhr Richtung Torlinie und zog dann auf der Torlinie stehend aus unmöglichen Winkel ab. Die Scheibe ging am kurzen Pfosten über der Schulter von Ancicka ins Netz – 1:4 (38.). Der dritte Gegentreffer in Unterzahl für die Eisbären.
Somit lag man auch nach 40 Minuten mit drei Toren hinten. Kris Foucault mit der einfachen Marschroute für das letzte Drittel im Interview bei Magenta Sport:

Wir müssen es einfach halten und die Scheiben zum Tor bringen. Das ist der Weg zum Sieg.

Doch das letzte Drittel begann erst einmal mit druckvollen Wolfsburgern, die hier auf der Suche nach der endgültigen Entscheidung waren. Aber die Eisbären fanden dann doch wieder den Weg vor das Tor und kamen zu guten Chancen durch Zach Boychuk und Parker Tuomie, nur von Erfolg waren diese nicht gekrönt.
Aber die Eisbären machten weiter, betrieben viel Aufwand und belohnten sich in Spielminute 47. Marcel Noebels mit dem Zuspiel auf Jonas Müller und der mit dem Handgelenkschuss von der blauen Linie zum 2:4.
Die Eisbären setzten also die Worte von Kris Foucault im Pauseninterview um und brachten die Scheiben zum Tor. Und eine Minute nach dem 2:4 lag die Scheibe erneut im Tor. Ryan McKiernan hatte von der blauen Linie abgezogen und Mark Zengerle staubte ab. Leider erzielte er das Tor per Kickbewegung mit dem Schlittschuh, weshalb die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Gordon Schukies den Treffer nach Ansicht des Videobeweises nicht gaben.
Wolfsburg sorgte fortan immer wieder für Entlastungsangriffe und holte dadurch auch die nächste Strafe gegen die Eisbären raus, Frank Hördler musste wegen Stockschlags für zwei Minuten in die Kühlbox. Und erneut nutzten die Grizzlies das Powerplay. Spencer Machacek hatte vor dem Tor abgezogen, Ancicka parierte den ersten Schuss, aber Machacek setzte wild nach und stocherte den Puck letztendlich über die Linie – 2:5 (52.). Sehr zum Unmut von PC Labrie und Ryan McKiernan, die ihrem Frust Luft machten. Mit der Folge, dass sich beide eine Strafzeit wegen übertriebener Härte einhandelten, bei Wolfsburg aber nur Machacek raus musste. Wolfsburg also mit dem nächsten Powerplay. Und eben lief es ja gut, auch wenn der Treffer nochmal per Videobeweis überprüft wurde, aber anschließend auch gegeben wurde.
Dieses Überzahlspiel blieb zwar ungenutzt, aber direkt mit Ablauf der Strafe gegen McKiernan zog Max Görtz vom linken Bullykreis ab. Die Scheibe wurde noch abgefälscht und schlug hinter Ancicka ein – 2:6 (55.).
Das Spiel war nun natürlich entschieden, aber die Eisbären bekamen in der Schlussphase noch zwei Überzahlspiele, welche sie auch prompt nutzten. Im ersten war es Ryan McKiernan, der mit seinem Schuss von der blauen Linie Erfolg hatte – 3:6 (59.). Und im zweiten zog erneut McKiernan ab, diesmal hielt Giovanni Fiore den Schläger in den Schuss und fälschte so unhaltbar für Pickard ab – 4:6 (60.). Was zugleich der Schlusspunkt war. Die Eisbären verlieren erneut auswärts und bescheren den Wolfsburgern mal wieder einen Heimsieg.

Die Eisbären bleiben auf gegnerischem Eis weiterhin harmlos. In Wolfsburg setzte im sechsten Auswärtsspiel die fünfte Niederlage. Und diese war verdient, denn man verpennte das erste Drittel komplett, obwohl die ersten beiden Wechsel noch recht gut aussahen. Aber danach war man mit dem Wolfsburger Spiel komplett überfordert und kassierte zudem wieder unnötige Strafzeiten. Das mit den Strafen zog sich dann durch das ganze Spiel, weshalb man am Ende vier Gegentreffer in Unterzahl kassierte. Das ist einfach unterirdisch, was die Eisbären da im Penaltykilling zeigen. Zwar bäumte man sich ab dem zweiten Drittel nochmal auf, aber wie bereits erwähnt, nahm man sich mit den Strafen selbst die Chance auf Punkte in Wolfsburg.
Immer wieder sprechen die Eisbären vor den Spielen, man will endlich über 60 Minuten den Spielplan durchziehen, zudem von der Strafbank fernbleiben. Und immer wieder klappt es dann nicht und wenn sie darauf angesprochen werden, können sie es selbst nicht beantworten, warum es so ist. Auch heute wieder, als Kai Wissmann nach dem Spiel im Interview bei Magenta Sport war:

Ich denke, das erste Drittel und der Start waren natürlich ein bisschen scheiße von uns. Da haben wir teilweise gepennt, auch ich, wo ich dann die Strafzeit nehme. Auch in dem Moment davor, dass darf gar nicht so passieren, da müssen wir auch nicht die Strafe nehmen. Und dann war natürlich auch unser Unterzahlspiel heute nicht gut genug. Wir haben sehr viele Gegentore in Unterzahl bekommen. Ich denke, ab dem zweiten Drittel haben wir bei Fünf-gegen-Fünf eigentlich gut gespielt, aber wir müssen es halt schaffen, das über 60 Minuten zu machen. Wenn wir wüssten, woran es liegt, würden wir es ändern. Es ist ja nicht so, dass wir es auswärts hergeben wollen. Wir wollen auswärts genauso spielen wie zu Hause, aber bisher klappt es einfach nicht.

Ryan McKiernan vor dem Wolfsburg-Spiel: „Auswärtsspiele sind etwas, an dem wir diese Saison arbeiten müssen“

Elf Spiele ist die PENNY DEL-Saison für die Berliner bereits alt und die Eisbären Berlin zeigen weiterhin ihre zwei Gesichter. Während man zu Hause alle bisherigen sechs Heimspiele gewinnen konnte und dabei auch noch keinen einzigen Punkt abgab, holte man aus den ersten fünf Auswärtsspielen gerade mal einen Sieg und mickrige fünf Punkte. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, wo man den einzigen Sieg einfuhr (Krefeld), dann weiß man, wie schlecht die Bilanz der Eisbären in dieser Saison auf fremden Eis ist. Morgen Abend bekommt man die nächste Chance, diese Statistik ein wenig aufzubessern. Ab 17:00 Uhr (Sport 1 überträgt live) ist man bei den Grizzlys Wolfsburg zu Gast. Und mit den Niedersachsen hat man noch eine Rechnung vom ersten Aufeinandertreffen in der Autostadt offen. Damals verloren die Berliner mit 0:1 n.P., die Niedersachsen sind also das einzige Team, gegen das die Eisbären in dieser Saison noch nicht getroffen haben. Das soll sich morgen natürlich ändern. Aber man weiß, dass es ein hartes Spiel wird, wie Trainer Serge Aubin heute sagte:

Ich denke, es wird ein hartes Spiel werden. Wir haben sie in letzter Zeit etwas beobachtet – sie arbeiten extrem hart und sie spielen sehr schnell. Aber wir sind definitiv ein anderes Team heute, als wir es waren, als wir das letzte Mal gegen sie gespielt haben. Wir müssen einfach ins Spiel gehen und versuchen auf dem aufzubauen, was wir im letzten Spiel gemacht haben und gucken, was passiert. Wir werden immer besser als Team, aber wir erwarten ein hartes Spiel.

Die Eisbären haben neben dem Auswärtsproblem aber noch ein zweites. Sie schaffen es in dieser Saison einfach nicht, über 60 Minuten ihr Spiel durchzuziehen. Es kommt immer wieder zu Phasen, in denen es nicht läuft und wo man im Spiel komplett den Faden verliert. Während man in den Heimspielen dann aber immer noch einen Weg zum Sieg gefunden hat, so fällt den Eisbären das auswärts ganz gewaltig auf die Füße. Und bisher hat man immer nur davon gesprochen, es besser machen zu wollen. Geklappt hat es bisher noch nicht. Auch nicht beim Heimspiel gegen Iserlohn am Donnerstagabend, als man im ersten Drittel auch komplett aus dem Spiel kam und einem Rückstand hinterher laufen musste. Dank einer starken Teamleistung sicherte man sich am Ende aber doch noch den Sieg und die drei Punkte. Ryan McKiernan wurde daher vor dem Duell in Wolfsburg gefragt, ob dieses Teamwork auch morgen wichtig sein wird:

Sehr wichtig. Auswärtsspiele sind etwas, an dem wir diese Saison arbeiten müssen, besonders wie wir in diese Spiele starten. Wir haben darüber diese Woche gesprochen und hoffen das im Spiel umsetzen zu können. Teamwork und die richtigen Sachen über 60 Minuten machen.

Die Auswärtsbilanz der Hauptstädter haben wir angesprochen, aber die Heimbilanz der Wolfsburger ist nicht viel besser. Sechs Heimspiele hat die Mannschaft von Trainer Pat Cortina bisher absolviert, nach zwei Siegen zum Auftakt setzte es zuletzt vier Niederlagen in Folge. Zwei Spiele gingen in der Verlängerung verloren und ein Spiel nach Penaltyschießen. Wolfsburg hat also nur in einem dieser sechs Heimspiele nicht gepunktet. Das war beim letzten Heimspiel vergangenen Sonntag gegen Bremerhaven der Fall, als man zum dritten Mal in Folge mit 1:2 auf eigenem Eis verlor. Torgefährlich sind sie auf eigenem Eis also aktuell auch nicht, die Grizzlies. Da muss es doch morgen mit einem Sieg in Wolfsburg klappen.
Wenn man sich die Statistik der letzten fünf Spiele beider Mannschaften gegeneinander anschaut, fällt auf, dass die letzten vier Spiele alle mit einem Tor Unterschied endeten. Zweimal siegten die Eisbären, zweimal Wolfsburg.

Schaut man sich die Statistiken der Wolfsburger an, fällt auf, dass sie schwer auszurechnen sind. Kein Spieler hat bisher zweistellig gescort. Die beiden Top-Scorer sind Matti Järvinen (4 Tore/4 Assists) und Max Görtz (2/6) mit je acht Scorerpunkten. Bei den Torhüter sind sowohl Dustin Strahlmeier als auch Chet Pickard aktuell bei unter 90 Prozent Fangquote. Bei Über- und Unterzahl reiht sich das Team im Mittelfeld der Liga ein. Bei der Torschusseffizienz sind die Grizzlies Vorletzter, bei den Strafminuten dafür auf Platz Eins als das fairste Team der Liga.

Matthias Niederberger vor dem zweiten Saisonspiel in Wolfsburg: „Wir wollen uns stetig verbessern“

Der Auftakt am Freitagabend war sehr viel versprechend. Mit 3:2 gewannen die Eisbären Berlin das erste Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven und feierten damit einen gelungenen, aber nicht unbedingt erwarteten, positiven Saisonstart. Was vor allem auch an den drei erst vor kurzem verpflichteten Neuzugängen Kris Foucault, Giovanni Fiore und Matt White lag. Denn diese drei Jungs verliehen der Berliner Offensive mehr Tiefe und vor allem mehr Torgefahr. Trainer Serge Aubin unterstrich nach dem heutigen Training auch nochmal die Wichtigkeit dieser drei Stürmer:

Ich denke wir haben im letzten Spiel gesehen, dass sie schon sehr gut waren. Wir haben diese drei Jungs aus bestimmten Gründen geholt. Sie haben Ruhe und Erfahrung in das Lineup gebracht, das Überzahlspiel hat gut harmoniert. Auch in Unterzahl haben die Jungs viel richtig gemacht. Sie passen wirklich gut zum Rest der Gruppe. Mit der Rückkehr von Noebels, Müller und Espeland ist das Lineup tiefer und stärker, so dass wir die Eiszeiten besser managen können.

Eisbären-Coach Serge Aubin schwärmt von seinen drei Neuzugängen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aubin (siehe Foto links) spricht sie an, die Special Teams. Waren sie im MagentaSport-Cup noch eines der Sorgenkinder der Eisbären, so waren sie beim ersten Saisonspiel ein Faktor für den Auftaktsieg. Denn zwei der drei Treffer fielen in Überzahl. Und kein Wunder, dass mit Foucault und White zwei der drei neuen Stürmer die Tore in Überzahl erzielten. Und auch morgen Abend in Wolfsburg wird es auf die Special Teams ankommen. Und Kris Foucault kann sozusagen aus dem Nähkästchen plaudern, spielte er doch bereits für die Autostädter in der DEL. 

Der morgige Gegner Wolfsburg startete ebenso erfolgreich in die neue Saison, gewann nach Rückstand noch mit 4:1 gegen die Krefeld Pinguine und grüßt damit nach Spieltag Eins von ganz oben in der Tabelle. Das wollen die Eisbären morgen Abend natürlich ändern und selbst die Tabellenspitze erklimmen. Dabei werden sich die Berliner aber auf eine ganz andere Atmosphäre in Wolfsburg einstellen müssen als sonst. Denn sonst ist man es gewohnt, dort ein Heimspiel zu haben, wenn rund 1000 Fans die Mannschaft nach Wolfsburg begleiten. Aber durch Corona ist alles anders und man muss es morgen Abend ohne Fan-Unterstützung in Wolfsburg schaffen. Trainer Serge Aubin erwartet auf jeden Fall ein schweres Spiel bei der Mannschaft von Coach Pat Cortina:

Wir haben im ersten Spiel viele Dinge richtig gemacht, aber jetzt müssen wir auswärts ran. Natürlich gibt es einen kleinen Nachteil, weil wir erst am Spieltag fahren, aber das sind eben die Dinge, die wir dieses Jahr händeln müssen. Ich erwarte ein schweres Spiel, aber es sind einige Jungs zurück, also hoffentlich können wir das Tempo erhöhen und auch das zweite Spiel gewinnen. 

Aubin spricht es an, er kann auf Stefan Espeland, Jonas Müller und Marcel Noebels zurückgreifen, was dem Kader noch mehr Tiefe verleiht und die Eisbären noch unberechenbarer macht. Keine guten Nachrichten also für Wolfsburg. Denn die Eisbären scheinen gerade die perfekte Mischung gefunden zu haben, war aber Handlungsbedarf nach dem MagentaSport-Cup auch dringend nötig. Und mit Foucault, Fiore und White hat man wohl genau die richtigen Spieler verpflichtet. Nichtsdestotrotz ist man aber weiterhin auf der Suche nach einem Center, denn da gab es genügend Abgänge.

Einer, der neben den drei genannten Spielern aber auch seinen Anteil am Sieg gegen Bremerhaven hatte, war Goalie Matthias Niederberger, welcher 33 der 35 Schüsse parierte und so ebenfalls zum Matchwinner avancierte. Auch der Rückkehrer war mit dem Auftakt zufrieden, strebt aber weiter nach Verbesserung:

Man darf natürlich mit dem Einstand zufrieden sein, dass wir ein sehr gutes Spiel gegen Bremerhaven hatten und ein positives Ergebnis erzielt haben und die ersten drei Punkte gesammelt haben. Aber wir wollen uns, egal ob Sieg oder Niederlage, stetig verbessern und wir arbeiten auch stetig an Kleinigkeiten, Natürlich kann noch nicht alles nach einem echten Saisonspiel sitzen.

Eisbären-Torhüter Matthias Niederberger gibt Einblicke in seine Spielvorbereitung. (Foto: eisaberlin.de/jasmin und walker)

Genau das ist die Einstellung, die man braucht, um erfolgreich zu sein. Genau an der nötigen Einstellung mangelte es den Eisbären im Vorbereitungsturnier. Doch nun scheint man seine Sinne geschärft zu haben und ist voll fokussiert auf die neue Saison. Wenn gleich dabei sicher auch die Zwangspause durch die Corona-Quarantäne geholfen hat, weil man sich da noch mal sammeln und Kräfte tanken konnte. 

Auch gegen Wolfsburg wird es für die Hauptstädter ein sehr schweres Spiel, gehören die Niedersachsen doch stets zu den Playoff-Kandidaten in der Liga. Und auch die Grizzlies haben sich sehr gut verstärkt und sind auf dem Papier eine starke Truppe. Diese wird Berlin vor eine Herausforderung stellen. Doch die Verantwortlichen der Eisbären werden die Mannschaft bestens vorbereiten auf dieses Spiel. 

Doch wie bereitet sich eigentlich ein Torhüter auf so ein DEL-Spiel vor? Matthias Niederberger (siehe Foto links) mit seiner Antwort darauf:

 

Im Wesentlich schaue ich mir das gegnerische Powerplay an, weil das ist denke ich das Wichtigste. Da schaue ich mir die Tendenzen an. Ich gucke mir auch gerne mal an, wer der gefährlichste Torschütze ist und ob er eine bestimmte Tendenz hat und was der Gegner in der offensiven Zone macht. Aber nur grob, nicht im Detail, weil wenn man beginnt Dinge falsch zu antizipieren oder zu spekulieren, dann hat man da eher einen konträren Effekt. 

Alles ist vorbereitet für das zweite Saisonspiel der Eisbären Berlin bei den Grizzlys Wolfsburg. Los geht es morgen Abend um 20:30 Uhr (!) in der Autostadt. Magenta Sport überträgt wie gewohnt live.

2:1 n.V. in Wolfsburg! Marcel Noebels schießt die Eisbären zum wichtigen Auswärtssieg – Heimrecht im Viertelfinale so gut wie sicher

Top-Scorer Marcel Noebels brachte es vor dem Spiel auf den Punkt, als er über die bittere Niederlage gegen Düsseldorf und das heutige Spiel in Wolfsburg sprach:

Gegen Düsseldorf war es ein Geduldsspiel. Am Ende des Tages haben wir einen Fehler zu viel gemacht. Es war ein Spiel mit Playoff-Charakter. Hätten wir unsere Chancen genutzt, hätten wir besser dastehen können. Wir haben etwas gut zu machen. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Wenn wir unseren Spielplan durchziehen, haben wir eine gute Chance, hier als Eisbären Berlin das Spiel zu gewinnen.

Dass er dann ausgerechnet für den Auswärtssieg in der Autostadt sorgte, rundete dieses Statement natürlich ab. Denn der Top-Scorer der Eisbären schoss seine Mannschaft vor 4.503 Zuschauern in der Arena Wolfsburg in der 63. Spielminute zum 2:1-Sieg bei den Grizzlys Wolfsburg. Mit diesen zwei Punkten und der gleichzeitigen Niederlage der DEG in Bremerhaven bauten die Berliner ihren Vorsprung auf die Rheinländer wieder auf sechs Punkte aus. Da die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis nur noch maximal sechs Zähler holen kann, reicht den Eisbären also ein einziger Punkt, um das Heimrecht im Viertelfinale auch rein rechnerisch sicher zu machen. Dafür haben sie jetzt noch drei Spiele Zeit. Und durch den Sieg von Bremerhaven kommen nun auch die Pinguins wieder als möglicher Gegner der Eisbären im Viertelfinale in Frage, denn die Mannschaft von der Küste hat nur noch einen Zähler Rückstand auf die DEG. Somit könnte das letzte Hauptrunden-Heimspiel der Eisbären in einer Woche zur Generalprobe für das Viertelfinale werden, denn da trifft man ja bekanntlich auf die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven.

Bei den Eisbären gab es eine Änderung im Vergleich zur 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG vom Freitagabend. Youngster Fabian Dietz sollte Spielpraxis beim Kooperationspartner Lausitzer Füchse sammeln. Ansonsten blieb alles beim alten, so auch im Tor, wo erneut Justin Pogge zwischen den Pfosten stand.

Foto: ela on tour/britta

Wolfsburgs Chefcoach Pat Cortina hatte im Vorfeld der Partie davon gesprochen, dass er ein hartes Playoff-Spiel erwarten würde, in der beide Mannschaften ihr bestes Eishockey spielen wollen. Und die erste Minute des Spiels gab schon mal einen Vorgeschmack auf dieses Spiel. Die Eisbären mit dem ersten guten Angriff. Jonas Müller hatte von der blauen Linie abgezogen, Felix Brückmann im Wolfsburger Tor konnte nicht parieren und Leo Pföderl setzte am linken Pfosten nach, leider erfolglos. Direkt im Gegenzug Nick Jones mit einem Kracher von der blauen Linie, welcher am Pfosten des Berliner Tores landete.
Von Beginn an hatte die Partie also Fahrt aufgenommen, die Intensität stimmte und die neutrale Zone wurde schnell überbrückt. Im Laufe der ersten 20 Minuten erspielten sich die Niedersachsen ein Übergewicht. Mit einem aggressiven Forechecking störten sie immer wieder früh den Spielaufbau der Eisbären. Hinten standen die Grizzlys sehr kompakt und ließen wenig von Berlin zu. Und nach vorne waren schon einige gute Möglichkeiten der Wolfsburger dabei. Neben dem Pfostenschuss von Jones war die Chance von Fabio Pfohl noch mit die beste. Er setzte sich auf links klasse durch, kam zum Abschluss, aber Justin Pogges Fanghand schnallte blitzschnell hoch und im zweiten Versuch hatte der Berliner Goalie die Scheibe auch sicher in der Fanghand.
Die Eisbären hatten dann in der Schlussphase noch einmal die Chance in Überzahl, aber außer einem Onetimer von Austin Ortega, welchen Felix Brückmann sicher parieren konnte, kam nicht dabei heraus. Weil den Eisbären in der Powerplay-Formation auch die Bewegung fehlte, das war zu statisch und glich eher Stand-Hockey.
Mit dem Spielstand nach 20 Minuten konnte man aus Berliner Sicht sicherlich noch mit am besten leben, Wolfsburg dagegen hätte die Führung eigentlich verdient gehabt. Von den Eisbären musste ab dem zweiten Drittel also eine Leistungssteigerung kommen.

Und die sollte im Mitteldrittel auch kommen, zunächst jedoch musste man ein Unterzahlspiel

Foto: ela on tour/britta

überstehen. Ryan McKiernan wanderte in die Kühlbox, doch das Penaltykilling der Hauptstädter funktionierte sehr gut. Nachdem dann auch noch James Sheppard auf die Strafbank musste, waren die Hausherren für 33 Sekunden lang mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch die Berliner standen sehr gut in der Box, machten die Schusswege gut zu und überstanden somit diese brenzlige Situation schadlos.
Insgesamt nahm man in diesem Drittel zu viele Strafen. Ryan McKiernan ging erneut auf die Strafbank, aber wieder ein starkes Penaltykilling und beinahe die Führung in Unterzahl. Die Eisbären aggressiv in Unterzahl, Top-Scorer Marcel Noebels erkämpfte im gegnerischen Drittel stark die Scheibe, spielte sie rüber zu James Sheppard, welcher zum Abschluss kam, aber an Felix Brückmann scheiterte.
Mitte des zweiten Abschnitts folgte dann zur Abwechslung mal das erste Überzahlspiel der Eisbären in diesem Drittel. Und dieses sah deutlich besser aus als das erste, es war mehr Bewegung drin in der Formation der Gäste, sie kamen auch zu Abschlüssen, welche jedoch am Tor vorbei gingen. Marcel Noebels und Leo Pföderl verpassten das Tor knapp, Austin Ortega wollte zweimal einen Pass direkt nehmen, aber er schlug beide Mal über den Puck.
Doch das Powerplay gab den Eisbären einen Schub, auch die überstandenen Unterzahlspiele. Fortan die beste Phase der Berliner in diesem Spiel. Sie drängten Wolfsburg ins eigene Drittel und machten mächtig Druck. Sie hatten viel Zug zum Tor und kamen zu guten Chancen, einzig das Tor wollte ihnen nicht gelingen.
Als James Sheppard dann Fabio Pfohl per Beinstellen zu Fall brachte, entschieden die beiden Hauptschiedsrichter André Schrader und Marc Iwert auf Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Berlins Nummer 88. Aber auch hier ein sehr aggressives Forechecking der Eisbären, sie machten es den Autostädtern sehr schwer. Dennoch kamen die Mannen von Chefcoach Pat Cortina im Verlaufe der fünfminütigen Überzahl zu guten Möglichkeiten, aber Brent Aubin und Garrett Festerling scheiterten mit den besten Chancen am starken Justin Pogge.
Als sich alle schon auf die zweite Drittelpause einstimmten, passierte es doch noch. Die Eisbären vertändelten im eigenen Drittel den Puck, bekamen ihn nicht raus, Brent Aubin mit dem Querpass rüber zu Mathis Olimb, welcher kurz schaute, das Tor anvisierte, abzog und eiskalt vollendete – 1:0 (40.). Der Führungstreffer mit Ablauf des zweiten Drittels, weshalb die beiden Hauptschiedsrichter nochmal zum Videobeweis fuhren, um zu schauen, ob der Treffer noch in der regulären Spielzeit fiel. Dem war so und so nahmen die Hausherren eine wichtige 1:0-Führung mit in die Kabine. Ein Rückstand zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für die Eisbären, dessen Marschroute im letzten Drittel nun klar gewesen sein dürfte.

Foto: ela on tour/britta

Und die Chance zur Antwort bot sich früh im Schlussdrittel, als man gleich ein Powerplay hatte. Doch dort war es zunächst Ex-Eisbär Spencer Machacek, der eine gute Unterzahlchance für die Hausherren hatte. Kurz vor Ablauf des Überzahlspiels hatten die Eisbären dann aber doch noch eine richtig dicke Chance. John Ramage mit einem scharfen Pass vor das Tor, Youngster Lukas Reichel hielt die Kelle in den Pass und lenkte die Scheibe so an den Pfosten. Glück für die Gastgeber.
Die Eisbären nahmen aber weiterhin Strafen, aber auch das Penaltykilling war nach wie vor überragend, so überstand man auch das nächste Unterzahlspiel. Trotzdem sollte man sich so viele Strafen in Zukunft einfach nicht leisten, kosten sie doch zu viel Kraft und die Kräfte werden in den Playoffs benötigt.
Die Eisbären gaben nicht auf, spielten weiter nach vorne, aber Leo Pföderl scheiterte an Felix Brückmann, ebenso Landon Ferraro mit seinem Onetimer. Letzterer hatte aber Sekunden später die nächste Chance und diesmal saß sein Onetimer. André Rankel und Maxim Lapierre erkämpften die Scheibe hinter dem Tor, spielten sie in den Slot, wo Ferraro lauerte und eiskalt einnetzte – 1:1 (53.). Die Erleichterung war beim Jubel von Landon Ferraro deutlich zu sehen, er jubelte lautstark und befreiend Richtung Gästeblock.
Die Eisbären nun weiter am Drücker und Wolfsburg lud sie zu einer doppelten Überzahl ein, nachdem Mathias Olimb und Alexander Johansson kurz nacheinander in die Kühlbox wanderten. 1:34 Minuten hieß es nun doppelte Überzahl für die Eisbären und die Berliner nahmen eine Auszeit. Co-Trainer Craig Streu mit den letzten Anweisungen für dieses so wichtige Powerplay. Und da hatten die Eisbären dicke Möglichkeiten, aber auch großes Pech. Immer wieder stand Felix Brückmann im Weg. Es war zum verzweifeln. Zweimal hatte man Brückmann bereits geschlagen, aber da rettete jeweils der Pfosten für den Wolfsburger Goalie. Marcel Noebels hatte zweimal abgefeuert, zweimal traf er innerhalb weniger Sekunden nur das Aluminium.
Das 1:1 war für die Niedersachsen nun äußerst glücklich und schmeichelhaft. Aber auch den Hausherren bot sich exakt zwei Minuten vor dem Spielende noch einmal die Überzahlchance nach einer vollkommen unnötigen Strafzeit gegen John Ramage. Aber auch hier das Penaltykilling der Eisbären mit einem guten Job, so stand es nach 60 Minuten wie bereits am Freitagabend 1:1 und erneut musste die Verlängerung die Entscheidung bringen.

Und da war es in der 63. Spielminute Top-Scorer Marcel Noebels, welcher für die Entscheidung und den enorm wichtigen Zusatzpunkt sorgte. Leo Pföderl kam über rechts ins Angriffsdrittel, spielte den Querpass auf Marcel Noebels. Der nahm die Scheibe an, schaute und wartete kurz, zog dann ab und die Scheibe schlug im kurzen Eck ein – 2:1. Der Jubel der Eisbären und deren Fans war entsprechend riesengroß, sicherte man sich damit doch so wie gut wie sicher das Heimrecht im Viertelfinale.

Die Eisbären wollten eine Antwort auf Freitag geben und nach zwei Niederlagen in Folge zurück in die

Foto: ela on tour/britta

Erfolgsspur finden. Das ist ihnen gelungen, wenn gleich das erste Drittel noch nicht darauf hin deutete. Da waren die Wolfsburger die bessere Mannschaften, hatten mehr vom Spiel, mehr Chancen und ließen hinten kaum etwas zu. Da hatten unsere Jungs Glück, dass es noch unentschieden stand. Aber ab dem zweiten Drittel fand man hinein ins Spiel, wurde immer stärker und erarbeitete sich gute Möglichkeiten. Den Schock des Rückstandes mit der Pausensirene steckte man dann auch gut weg und im letzten Drittel spielte man immer weiter, drängte auf den Ausgleich und ließ sich auch nicht von den zahlreichen Paraden von Felix Brückmann oder aber den drei Pfostentreffern aus der Ruhe bringen, blieb geduldig und kam hochverdient zum Ausgleich. Weil man im Vergleich zum Düsseldorf-Spiel Geduld bewies. Ebenso in der Verlängerung, als Marcel Noebels den wichtigen Siegtreffer erzielte.
Mal wieder also ein Sieg der gesamten Mannschaft, welche geschlossen für den Sieg kämpfte. Justin Pogge hielt die Berliner vor allem im ersten Drittel im Spiel. Und das Penaltykilling der Eisbären hatte ebenso großen Anteil am Sieg, denn dieses leistete großartige Arbeit in den zahlreichen Unterzahlspielen. Trotzdem sollte man sich angewöhnen, die Strafbank in der nächsten Zeit verstärkt zu vermeiden. In den Playoffs kann jede Strafzeit das Spiel entscheiden. Und nicht immer kann man sich dann auf das starke Penaltykilling verlassen.

Ständige Führungswechsel und ein aberkanntes Tor von Marcel Noebels: Am Ende der wilden Achterbahnfahrt gegen die Grizzlys Wolfsburg stand die zweite Heimniederlage für die Eisbären Berlin in dieser Saison fest

Ausgabe #11:

12.601 Zuschauer fanden am ersten Advent den Weg in die Mercedes-Benz Arena am Ostbahnhof und sie bekamen für ihr Geld ordentlich was geboten. Sie wurden Teil einer irren Achterbahnfahrt zwischen den Eisbären Berlin und den Grizzlys Wolfsburg. Eine Partie mit ständigen Führungswechseln und einer höchst umstrittenen Entscheidung im abschließenden Penaltyschießen. Am Ende dieses Spiels siegten die Niedersachsen knapp mit 6:5 n.P. (2:3,2:2,1:1/0:0,1:0) und fügten den Hauptstädtern somit die erst zweite Niederlage im neunten Heimspiel dieser Saison zu.

Keine Änderung im Team von Chefcoach Serge Aubin, der also auf das selbe Team setzen konnte, welches am Freitagabend souverän mit 4:1 bei den Krefeld Pinguinen gewann. So stand also Sebastian Dahm auch heute gegen die Autostädter im Tor. Aubin äußerte sich nach dem Spiel zu den wenigen Einsatzzeiten von Back-up Maximilian Franzreb und meinte kurz zusammengefasst, dass Dahm derzeit einfach zu gut spiele und der Spielplan nicht so hektisch ist, um einen Wechsel im Tor vorzunehmen und der Däne zudem fit wirke. Eins sei bereits vorweg genommen. Franzreb sollte heute noch zum Einsatz kommen, mehr dazu aber im nun folgenden Spielbericht.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel begann sehr verhalten von beiden Mannschaften. Beide versuchten hinten sicher zu stehen und nicht viel zuzulassen. Dementsprechend harmlos waren die ersten Schussversuche beider Mannschaften. In der Anfangsphase deutete also noch nicht viel auf das folgende Tor-Spektakel hin.
In der siebten Spielminute kassierten die Eisbären in Person von Louis-Marc Aubry die erste Strafzeit der Partie, die Nummer 41 musste wegen Hakens für zwei Minuten in die Kühlbox. Dort nahm er aber nur für ganze sechs Sekunden Platz, denn dann klingelte es bereits im Tor von Sebastian Dahm, der also nach zwei Shutouts auf heimischen Eis in Folge mal wieder einen Puck aus dem Tor holen musste. Garrett Festerling wurde im Slot bedient, zog per Rückhand ab und überwand Dahm im Eisbären-Tor – 0:1 (7.).
Die Eisbären geschockt? Keinesfalls, denn nur 83 Sekunden später holte Frank Hördler von der blauen Linie zu einem satten Schlagschuss aus und glich sehr schnell zum 1:1 aus (8.). Das Zuspiel kam übrigens von Torjäger Leo Pföderl, welcher vor dem Spiel von den Fans zum „Spieler des Monats“ November gekürt wurde.
Nun waren die Eisbären richtig gut drin im Spiel, sie hatten dieses Gegentor als Weckruf gebraucht und bestürmten nun das Wolfsburger Tor. Ein Schuss nach dem anderen flog jetzt auf das von Chet Pickard gehütete Tor, einmal war der Goalie bereits geschlagen, aber bei Austin Ortegas Schuss rettete der Pfosten für Pickard. Dem Druck der Hausherren konnten die Niedersachsen aber nicht lange Stand halten. Leo Pföderl mit dem Zuspiel auf Ryan McKiernan, welcher Top-Scorer Marcel Noebels im Slot stehen sah, ihn anspielte und „Noebi“ tanzte Pickard eiskalt aus – 2:1 (15.).
Die Eisbären hatten das Spiel also gedreht und eigentlich nun auch im Griff, aber ein Fehler hinter dem eigenen Tor führte zum Ausgleich. Puckverlust hinter dem Tor, Lucas Lessio kam so an die Scheibe, bediente Alexander Johansson vor dem Tor und der ließ Dahm keine Abwehrchance – 2:2 (17.).
Wie reagierten die Berliner auf diesen Ausgleich der Wolfsburger? Mit wütenden Angriffen auf das Tor der Mannschaft von Trainer Pat Cortina. Und 55 Sekunden vor der ersten Drittelpause sollte es auch zum dritten Mal hinter Pickard einschlagen. Die Eisbären setzten immer wieder nach, Austin Ortega zog mit der Scheibe hinter das Tor, bediente Landon Ferraro am kurzen Pfosten und der schloss diesen klasse Angriff eiskalt ab – 3:2 (20.). So nahmen die Eisbären eine knappe aber keinesfalls unverdiente Führung mit in die Kabine. Eine Führung dank des enormen Willens der Berliner.

Ins zweite Drittel fanden die Eisbären besser hinein und setzten sich gleich einmal im Wolfsburger

Foto: eisbaerlin.de/walker

Drittel fest, nur ein weiterer Torerfolg sollte ihnen nicht gelingen. Dieser gelang dann aber Wolfsburg bei Vier gegen Vier auf dem Eis. Gerrit Fauser brachte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Eisbären-Tor, Nicholas Jones hielt die Kelle in den Schuss und fälschte somit unhaltbar für Dahm ab – 3:3 (26.).
Nur 43 Sekunden später jubelten die Wolfsburger erneut und die Eisbären protestierten. Vor Sebastian Dahm kam es zum Gewühl und plötzlich lag die Scheibe im Tor. Die beiden Hauptschiedsrichter Aleksi Rantala und Kilian Hinterdobler fuhren zum Videobeweis und entschieden nach Ansicht dessen, dass der Puck regulär ins Tor ging und von Dahm nicht gesichert wurde. Sehr zum Unmut der Eisbären-Fans. Erneut war Jones der Torschütze gewesen – 3:4 (27.).
Nach dem vierten Gegentreffer reagierte Trainer Serge Aubin und nahm Sebastian Dahm vom Eis, brachte für ihn Back-up Maximilian Franzreb. Seine Begründung nach dem Spiel war diese gewesen, dass er ein Zeichen setzen, den Schwung wechseln und das Momentum ändern wollte.
Und mit dieser Maßnahme hatte er auch sofort Erfolg. Die Eisbären ließen das erneute Führungstor nicht lange unbeantwortet und schlugen nach Zuspiel von James Sheppard durch Marcel Noebels schnell zurück – 4:4 (28.). Das bereits zehnte Saisontor der Nummer 92, der bisher eine richtig gute Saison spielt.
Noch nicht einmal die Hälfte war hier rum gewesen und es schepperte schon achtmal in den Toren. Und es ging weiter rauf und runter, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss vor dem Tor. Und diesmal waren es die Eisbären, die das Spiel wieder zurück drehten. Lukas Reichel behauptete hinter dem Tor richtig stark die Scheibe, sah dann vor dem Tor seinen „Papa“ Maxim Lapierre stehen, setzte diesen in Szene und die Nummer 40 hatte keine große Mühe, zum 5:4 einzuschießen (33.).
Danach die Hausherren noch einmal mit einer Chance in Überzahl, wo es ja zuletzt sehr gut lief, aber heute sah das doch eher dürftig aus und so blieb es beim 5:4 nach 40 Minuten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Schlussdrittel begannen die Hauptstädter noch in Unterzahl, aber das Penaltykilling mit einem guten Job, überstand diese Unterzahl schadlos. Danach zog Wolfsburg das Tempo an und machte deutlich, dass sie dieses Spiel noch lange nicht her geschenkt hatten. Anthony Rech, der Top-Scorer der Grizzlys mit der dicken Chance zum Ausgleich, das Aluminium rettete für die Eisbären.
Die Partie wog hin und her, beide Mannschaften immmer wieder mit Zug zum Tor, die Wolfsburger wirkten leicht aktiver und besser. Und nach einem Puckverlust der Eisbären kamen die Niedersachsen tatsächlich zum erneuten Ausgleich. Anthony Rech bediente Gerrit Fauser und der netzte zum 5:5 ein (51.).
Danach wollten beide Mannschaften den entscheidenden Treffer erzwingen, beide nochmal mit guten Chancen und die Berliner nochmal mit einer Schlussoffensive, aber nach 60 Minuten stand es weiterhin 5:5 und es ging somit in die Verlängerung.

Zu Beginn scheiterten Maxim Lapierre auf Berliner und Anthony Rech auf Wolfsburger Seite jeweils am Schlussmann der gegnerischen Mannschaft. Zwei Minuten vor Ablauf kassierten die Eisbären dann in Person durch John Ramage eine Strafzeit und mussten somit den Rest der Verlängerung in Unterzahl ran. Die dicke Chance zur Entscheidung also für die Mannschaft von Coach Pat Cortina und Wolfsburg machte nun auch richtig Druck. Aber die Eisbären überstanden dank eines starken Penaltykilling diese brenzlige Situation und retteten sich somit ins Penaltyschießen.

Und dieses sollte auch nach dem Spiel noch für Gesprächsstoff sorgen, aber der Reihe nach. Lukas Reichel war der erste Schütze und er wollte Chet Pickard austanzen, klappte leider nicht ganz. Auf der Gegenseite fand Anthony Rech in Maximilian Franzreb seinen Meister. Nun war Leo Pföderl an der Reihe und auch der Torjäger wollte Pickard verladen, klappte ebenso nicht so ganz. Auf der Gegenseite hatten die Eisbären dann Riesenglück, als der Penalty von Lucas Lessio nur an den Pfosten ging. Es folgte Marcel Noebels und der schaffte es, Chet Pickard zu verladen und die Scheibe im Tor zu versenken. Die Arena am Ostbahnhof stand Kopf, alles jubelte, aber auf dem Eis gab es wilde Proteste der Grizzlys, allen voran von deren Goalie Chet Pickard, der wie wild mit der Kelle rum fuchtelte. Die beiden Hauptschiedsrichter fuhren mal wieder zum Videobeweis und wollen dann da erkannt haben, dass Pickard den Puck berührt hatte, als Noebels ihn an ihm vorbei legte und gaben schließlich das Tor nicht. Die Emotionen in der Arena am Ostbahnhof kochten nun richtig hoch. Auf der Gegenseite verwandelte dann auch noch Garrett Festerling für Wolfsburg und sicherte den Gästen den Zusatzpunkt. Die Fans quittierten dies mit einem gellenden Pfeifkonzert und „Schieber„-Rufen und die Eisbären-Bank forderte aus Protest auch hier einen Videobeweis. So nahm ein turbulentes Spiel ein durchaus bitteres Ende mit fadem Beigeschmack, denn für mich war es ein reguläres Tor von Marcel Noebels. Dieser konnte es auch nach dem Spiel beim Interview in der Mixed-Zone noch immer nicht ganz fassen, dass dieses Tor aberkannt wurde.

Und so verließen die Eisbären also erst zum zweiten Mal in dieser Saison das heimische Eis als Verlierer. Und der einheitliche Tenor der Mannschaft war nach dem Spiel dieser, dass man diese drei Punkte und den Sieg auch nicht verdient gehabt hätte. Man habe einfach nicht sein bestes Spiel abgeliefert, stand in der Defensive nicht sicher, leistete sich zu viele und vor allem unnötige Puckverluste, war meistens immer einen Schritt langsamer als die Wolfsburger und so kommt am Ende eben eine Niederlage wie diese heute heraus. „Man konnte aus dem Spiel nicht viel positives mitnehmen„, sagte zum Beispiel Verteidiger John Ramage nach dem Spiel im Fan-Talk.
Und genau das muss man den Eisbären hoch anrechnen. Sie stellen sich nach diesem Spiel und dieser bitteren Schiedsrichterentscheidung nicht hin und suchen die Schuld bei den beiden Hauptschiedsrichtern sondern hadern lieber mit der eigenen Leistung und geloben Besserung für die Zukunft. Genau so muss es sein. Die eigene Leistung hinterfragen, im Training daran arbeiten, im nächsten Spiel die Fehler abstellen und zurück zum Spielplan finden, damit es gegen die Kölner Haie wieder etwas wird mit dem nächsten Heimsieg. Die Domstädter werden auf jedenfalls auf eine Eisbären-Mannschaft treffen, die auf Wiedergutmachung aus sein wird.

4:1 zum Saisonstart gegen Wolfsburg: Die Eisbären siegen für Hartmut Nickel

WalkersBaerenNews 2019/2020, #2:

So kann man in eine neue Saison starten: Die Eisbären Berlin haben das erste DEL-Spiel unter der Regie vom neuen Chefcoach Serge Aubin gewonnen. Mit 4:1 (1:0,3:0,0:1) gewannen die Berliner ihr Heimspiel vor 12.715 Zuschauern in der gut besuchten Mercedes-Benz Arena gegen die Grizzlys Wolfsburg. Doch waren es nicht nur irgendwelche drei Punkte, nein, es war ein Sieg für Papa Bär, Hartmut Nickel. Vor dem Spiel wurde noch einmal an ihn gedacht, mit einer Schweigeminute und einem höchst emotionalen Videoclip, der wohl bei allen Fans in der Arena für Gänsehaut gesorgt hat und das ein oder andere Tränchen kullern ließ. Bei mir war es jedenfalls so. Hartmut, wir werden dich nie vergessen! Und seit heute heißt die Fankurve „Hartmut Nickel Kurve„, Hartmut wird also immer bei uns sein.

Foto: privat/block 412 und jasmin

Nun versuchen wir den schwierigen Übergang zum ersten Saisonspiel der Eisbären. Die Hausherren mussten auf Kai Wissmann, Vincent Hessler, André Rankel und Florian Busch verzichten. Dagegen feierten Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, Maxim Lapierre, PC Labrie und John Ramage ihr DEL-Debüt. Ihr erstes DEL-Spiel im Eisbären-Dress bestritten derweil Sebastian Dahm, Ryan McKiernan und Leo Pföderl.

1. Drittel:

Hinein in ein munteres und sehr interessantes erstes Saisonspiel. Die Eisbären fanden gut ins Spiel, spielten ein aggressives Forechecking und setzten Wolfsburg damit früh im Spielaufbau unter Druck. Die Eisbären erspielten sich auch gute Möglichkeiten, aber der Puck wollte nicht über die Linie.
Wolfsburg brauchte eine Weile, ehe sie im Spiel ankamen, aber dann spielten sie ordentlich mit und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem es hin und her ging. Aber das Tor sollte den Hausherren gelingen. James Sheppard brachte die Scheibe ins Angriffsdrittel, passte sie weiter zu Florian Kettemer. Der Verteidiger brachte den Puck von hinter dem Tor vor das Tor, wo Marcel Noebels im Slot lauerte und zum 1:0 und dem ersten Eisbären-Tor in der Saison 2019/2020 einschießen konnte (9.)
Danach Chancen hüben wie drüben, beide immer wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor, aber sowohl Sebastian Dahm als auch Chet Pickard entschärften die Möglichkeiten und so nahmen die Eisbären eine 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/walker und Jasmin

2. Drittel:

Wolfsburg kam eigentlich gut aus der Kabine, aber dann waren es erneut die Eisbären, die vorne nachlegen konnten. Sean Backman brachte den Puck vor das Tor, wo Spencer Machacek, seines Zeichen Ex-Eisbär, die Scheibe unglücklich ins eigene Tor abfälschte – 2:0 (22.).
Es war der Auftakt zu furiosen Minuten in Berlin. Wolfsburg konnte dem Tempo der Eisbären nicht mehr folgen und drohte unter die Räder zu kommen. In der 24. Spielminute marschierte Neuzugang PC Labrie alleine auf Pickard zu und ließ diesem keine Chance, versenkte den Puck eiskalt im Wolfsburger Tor – 3:0.
Hoffnung auf den Anschlusstreffer hatten die Niedersachsen, als Florian Kettemer die erste Strafzeit der Partie kassierte. Aber Brent Aubin verlor die Scheibe an der blauen Linie, Maxim Lapierre nahm das Spielgerät mit auf die Reise Richtung Pickard. Der neue Wolfsburger Goalie hatte auch diesem Alleingang nichts entgegenzusetzen und musste den Puck zum vierten Mal an diesem Abend aus dem Netz holen – 4:0 (29.).
Danach ließen es die Eisbären ruhiger angehen und schauten sich mal an, was die Niedersachsen noch so drauf haben. Und die hatten durchaus ihre Chancen. Aber Anthony Rech und Wade Bergman mussten erstaunt zusehen, wie stark der neue Berliner Goalie eigentlich ist. Den Alleingang von Rech entschärfte er äußerst stark und den Schuss von der blauen Linie von Bergman fischte der ehemalige Iserlohner Goalie sensationell aus der Luft und hielt seinen Arbeitsplatz somit auch nach 40 Minuten sauber. Mit großem Beifall von den Rängen endeten dann die zweiten 20 Minuten.

Foto: eisbaerlin.de/walker und Jasmin

3. Drittel:

Im Schlussdrittel ließen es die Eisbären dann deutlich ruhiger angehen. Sie tauchten zwar immer mal wieder vor Chet Pickard auf, aber letztendlich ohne die letzte Entschlossenheit, was bei einer 4:0-Führung auch nicht wirklich verwunderlich war. Hinten versuchte man, sicher zu stehen und vorne lauerte man auf seine Chancen.
Und Wolfsburg? Sie versuchten noch einmal alles, aber sie stellten immer wieder fest, dass Sebastian Dahm kein schlechter Goalie ist. Aber einmal konnten sie ihn dann doch bezwingen. In Überzahl kam Brent Aubin zum Abschluss, sein Puck ging irgendwie an Dahms Fanghand vorbei ins Tor – 4:1 (54.). Schade, den Shutout hätte er sich verdient gehabt.
Weitere Tore sollten dann keine mehr fallen. Aber eine bemerkenswerte Szene gab es dann doch noch. Fünf Minuten vor dem Spielende holte Wolfsburgs Wade Bergman Eisbären-Youngster Lukas Reichel äußerst unsanft von den Beinen, die Hauptschiedsrichter Stephan Bauer und Daniel Piechaczek entschieden auf „Late Hit“. Maxim Lapierre verteidigte seinen Reihenpartner und erzählte Wade Bergman, dass er nicht viel von dieser Aktion hielt. Starke Aktion von Lapierre, der heute übrigens in Abwesenheit von André Rankel das „C“ auf dem Trikot trug.

Foto: eisbaerlin.de/walker und Jasmin

Fazit:

Eine sehr souveräne Vorstellung der Eisbären, die ersten drei Punkte sind eingefahren und inklusive Vorbereitung feierte man heute bereits den fünften Sieg in Folge. Das „System Aubin“ greift immer mehr und die Spieler verstehen es immer besser. Und noch viel wichtiger, sie setzen es auch sehr gut um. Die Anfangsphase war schon beeindruckend, wie aggressiv die Eisbären da Wolfsburg unter Druck setzten. Und auch die ersten zehn Minuten des zweiten Drittels waren sehr beeindruckend, da ließ man Wolfsburg nur staunend zurück und überrollte sie förmlich.
Vor dem gegnerischen Tor nutzte man seine Chancen eiskalt und hinten ließ man sehr wenig zu, wenn doch, dann war da immer noch dieser Teufelskerl Sebastian Dahm im Tor zur Stelle. Die Youngsters machten einen sehr guten Eindruck, ebenso die Neuzugänge. Es war ein rundum gelungener Auftakt für die Eisbären, der Lust auf mehr macht.

Foto: eisbaerlin.de/walker und jasmin

3. Sieg in Folge: Eisbären gewinnen mit 4:2 gegen Wolfsburg

Je näher der Saisonstart rückt, desto besser kommen die Eisbären Berlin in Fahrt. Nach vier Niederlagen zu Beginn der Saison-Vorbereitung, gewann der Hauptstadtclub jetzt drei Spiele in Folge. Dem 5:4-Heimsieg gegen Pardubice vom Freitagabend im „Welli“ folgte heute Nachmittag in Halle ein 4:2 (0:2,2:0,2:0)-Sieg gegen den direkten Liga-Rivalen Grizzlys Wolfsburg.

Wie bereits am Freitag nach dem Spiel angekündigt, ließ Trainer Serge Aubin das selbe Personal ran. Lediglich im Tor setzte er diesmal auf Maximilian Franzreb statt Neu-Goalie Sebastian Dahm.

Nur den Start in die einzige Vorbereitungspartie gegen einen direkten Konkurrenten dürfte sich Aubin komplett anders vorgestellt haben. Denn keine fünf Minuten war das Spiel alt, da lag Berlin bereits mit 0:2 hinten. Wade Bergman hatte in der dritten Minute für das 0:1 gesorgt, sein Schuss wurde von Leo Pföderl unhaltbar für Franzreb abgefälscht. Kurz darauf war Ex-Eisbär Spencer Machacek auf und davon, fand jedoch in Franzreb seinen Meister. Doch in der fünften Minuten klingelte es dann wie bereits erwähnt zum zweiten Mal im Bären-Käfig. Ryan Button mit dem Querpass vors Tor, wo Brent Aubin nur noch sein Arbeitsgerät hinhalten musste – 0:2.
Ein Schock für die Eisbären also, die sich erst einmal sammeln mussten, dann aber so nach und nach besser ins Spiel fanden, sich nur noch nicht auf der Anzeigetafel verewigen konnten. So führten die Niedersachsen mit 2:0 nach dem ersten Drittel.

Den besseren Start ins Mitteldrittel hatten dann die Eisbären. In der 22. Minute zog Constantin Braun von der blauen Linie ab und hatte damit Erfolg, Felix Brückmann war da ohne Chance – 1:2.
Als die Eisbären dann in Unterzahl ran mussten, fing Austin Ortega einen Pass ab, schickte Maxim Lapierre auf die Reise und der ließ dem Wolfsburger Schlussmann keine Chance – 2:2 (29.).
Die Eisbären hatten sich diesen Ausgleich verdient, hätten aber beinahe auch das zweite Drittel mit einem Rückstand abgeschlossen. Doch Armin Wurms Schuss prallte nur an den Pfosten (38.), somit blieb es beim 2:2-Unentschieden nach 40 Minuten.

Das letzte Drittel begann etwas schleppend, aber dann waren es die Eisbären, die das erste Ausrufezeichen setzen konnten. Marcel Noebels kam zum Abschluss, sein Schuss wurde nur prallen gelassen und Florian Busch war letztendlich der Nutznießer, sorgte für die erstmalige Eisbären-Führung an diesem Nachmittag – 3:2 (46.).
Und Mitte des Schlussdrittels legten die Eisbären nach einem gewonnenen Bully nach. Mark Olver wurde angespielt, zog ab und überwand Brückmann auf der Fanghand-Seite – 4:2 (50.).
Damit war den Grizzlys der Zahn gezogen und die Eisbären brachten das 4:2 über die Zeit, feierten somit ihren dritten Sieg in Folge und holten sich mit dem Sieg gegen den DEL-Auftaktgegner gleich einmal eine gehörige Portion Selbstvertrauen.

Und sie bewiesen Moral, nach dem man den Start völlig verpennt hatte. Schnell lag man 0:2 zurück, aber man behielt die Ruhe und kämpfte sich zurück ins Spiel, welches man am Ende auch noch komplett drehen konnte. Ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten ist immer wichtig und wird dem Trainerteam neue Erkenntnisse gebracht haben.
Was auch heute wieder sichtbar wurde: Neuzugang Maxim Lapierre könnte ein enorm wichtiger Spieler in der neuen Saison werden, erzielte auch heute wieder ein Tor und bereitete ein weiteren Treffer vor. Und Youngster Lukas Reichel sammelte seinen nächsten Assistpunkt. Auf ihn freue ich mich in der neuen Saison mal so richtig, er hat richtig viel Potential.

2:3 in Wolfsburg: Ex-Eisbär Spencer Machacek schockt die Eisbären 73 Sekunden vor dem Ende des Spiels

Eine Reaktion haben die Eisbären Berlin auf das 0:7 gegen die Adler Mannheim vom Freitagabend in der Arena am Ostbahnhof gezeigt, der Befreiungsschlag und das Ende der Niederlagenserie ist der Mannschaft jedoch nicht geglückt. Am Sonntagnachmittag verloren die Hauptstädter vor 4.143 Zuschauern in der EisArena Wolfsburg mit 2:3 (2:1,0:0,0:2) und kassierten somit die sechste Niederlage in Folge sowie die achte Niederlage aus den letzten neun Spielen. Man muss mehr denn je um die Pre-Playoff-Teilnahme zittern.

Die Eisbären mussten heute neben den bereits bekannten Ausfällen auch noch kurzfristig auf Stammgoalie Kevin Poulin verzichten. Für ihn rückte Maximilian Franzreb zwischen die Pfosten, Tobias Ancicka saß als Backup auf der Bank. Martin Buchwieser kehrte in den Kader zurück.

Verteidiger Jonas Müller sagte vor dem Spiel bei Magenta Sport:

Wir spielen nicht genug als Team zusammen. Es sind immer individuelle Fehler, die sofort bestraft werden. Wir müssen jeder einen Schritt zu legen. Wir müssen mehr Pucks zum Tor bringen, wir müssen einen Schritt schneller als die Wolfsburger sein, wir müssen mehr Schüsse blocken.

Es war ein Duell der Gegensätze. Während die Eisbären am Freitag in heimischer Arena gegen Mannheim mit 0:7 unter die Räder kamen, gewann Wolfsburg mit dem selben Ergebnis in Nürnberg. Die Niedersachsen feierten somit den zweiten Sieg in Folge, während es für die Berliner die fünfte Pleite in Serie setzte.
Dennoch starteten die Eisbären besser ins Spiel. Sie suchten sofort den Weg zum Wolfsburger Tor, stoppten sich dann aber selbst durch eine Strafe gegen Jamie MacQueen. Im darauf folgenden Powerplay hatte Ex-Eisbär Spencer Machacek die beste Chance, er scheiterte jedoch am Pfosten.
Kaum war MacQueen wieder zurück auf dem Eis, lief er auf Jerry Kuhn im Grizzly-Tor zu, doch der Wolfsburger Schlussmann konnte diesen Schuss abwehren.
In der sechsten Spielminute schlossen die Eisbären aber einen schnellen Angriff mustergültig ab. Louis-Marc Aubry passte die Scheibe rüber zu Sean Backman, der spielte sie weiter auf den links mitgelaufenen Maximilian Adam, welcher die Scheibe annahm und trocken abzog, sein Schuss ging am kurzen Pfosten ins Tor – 1:0 für die Eisbären durch das erste DEL-Tor von Maximilian Adam. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an die Nummer Fünf der Berliner.
Die Eisbären waren gut drin im Spiel, hatten Chancen, aber auch Wolfsburg zeigte sich präsent vor dem Berliner Tor. Und sie sollten auch zum Ausgleich kommen. Björn Krupp hatte von der blauen Linie abgezogen und nur den Pfosten getroffen, den Abpraller verwertete anschließend Ex-Eisbär Petr Pohl – 1:1(10.).
Und die Niedersachsen wollten nachlegen, hatten kurz darauf eine gute Drangphase, in welcher die Eisbären ordentlich ins schwimmen gerieten und Machacek die beste Chance hatte, Maximilian Franzreb parierte aber ganz stark.
Während die Eisbären in den letzten Wochen nach Gegentoren förmlich auseinander fielen, spielten sie heute weiter nach vorne und belohnten sich auch. Sean Backman behielt die Scheibe so lange am Schläger, bis Micki DuPont am langen Pfosten in Position gelaufen war. Dann ein punktgenauer Pass auf die Nummer 25 und DuPont musste nur den Schläger hinhalten und schon stand es 2:1 für die Eisbären (16.).
Zum Ende hin noch einmal Überzahl für die Eisbären, welche sie mit ins zweite Drittel nahmen. Torschütze Maximilian Adam mit seinem Statement nach dem ersten Drittel, aus dem die Eisbären eine 2:1-Führung mit in die Kabine nahmen:

Ich bin glücklich, dass er endlich mal rein gegangen ist. Wir sind sehr gefährlich, laufen mehr, bringen mehr Scheiben zum Tor und stehen hinten sehr kompakt.

Das Mitteldrittel begannen die Gäste dann mit einem Mann mehr, aber das Powerplay war nichts erwähnenswert. Was auch nicht weiter verwunderlich war, traf man doch in den letzten sieben Spielen nur einmal im Powerplay. Daran sollte sich übrigens auch heute nichts ändern, diese Statistik wurde ausgebaut.
Im zweiten Drittel sollte dann nicht so viel passieren. Die Eisbären waren weiterhin offensiv bemüht, wollten nachlegen und ließen hinten kaum etwas von den Gastgebern zu, standen weiter sehr kompakt und unterstützten Maximilian Franzreb.
Als Wolfsburg nach 28 Minuten mal wieder in Überzahl ran durfte, kamen sie zu drei richtig guten Möglichkeiten, aber Franzreb ließ die schwarze Hartgummischeibe nicht durch.
Fünf Minuten vor der zweiten Pause mal die Eisbären mit einem Mann mehr, einmal wurden sie gefährlich, ansonsten blieb auch diese Überzahl harmlos.
Zwei gute Chancen hatte das zweite Drittel dann aber doch noch zu bieten. Für beide Teams je eine. Zunächst scheiterte Marcel Noebels mit einem Onetimer aus dem Slot an Jerry Kuhn. Und fünf Sekunden vor der zweiten Pause stimmte einmal die Zuordnung bei den Eisbären nicht, Daniel Sparre kam über links frei zum Schuss, Franzreb war zur Stelle und hielt die 2:1-Führung nach 40 Minuten fest.

Im letzten Drittel plätscherte die Partie dann zunächst nur so vor sich hin. Beide Mannschaften traten offensiv kaum in Erscheinung. Wolfsburg konnte irgendwie nicht mehr zeigen und bei den Eisbären hätte man sich gewünscht, sie würden auf das dritte Tor spielen, aber nach vorne ging bei den Eisbären fast gar nichts im Schlussdrittel.
Dann merkte Wolfsburg, dass von den Eisbären nicht mehr viel kam und wurde wieder aktiver. In der 46. Spielminute setzte sich Jeremy Welsh klasse durch, tauchte frei vor Franzreb auf, welcher dessen Schuss jedoch parieren konnte.
Nur zwei Minuten später zappelte der Puck dann aber doch im Tor der Hauptstädter. Christoph Höhenleitner kam über links zum Abschluss, Franzreb ließ die Scheibe nach vorne prallen, wo Marius Möchel stand und dieses Geschenk dankend annahm – 2:2 (48.).
Wolfsburg anschließend mit einem Überzahlspiel und der Chance zum nachlegen, doch das Powerplay war äußerst harmlos. Gefährlicher wurde es dann sieben Minuten vor dem Ende, als Wade Bergmann nur den Pfosten traf. Glück für die Eisbären.
In der Schlussphase war es eine vom Kampf geprägte Partie, beide Teams wollten das Spiel nicht verloren geben, es ging hin und her, ohne jedoch hochkarätige Torchancen zu kreieren.
Und als man sich schon gedanklich auf die Verlängerung einstellte und voller Vorfreude über den ersten Eisbären-Punkt seit vier Spielen war, schlugen die Grizzlies eiskalt zu. Jeremy Welsh fuhr mit der Scheibe rum ums Tor, passte sie vor das Tor, wo Spencer Machacek lauerte und eiskalt vollendete – 2:3 (59.). 73 Sekunden waren noch auf der Uhr, als der Ex-Eisbär die Eisbären komplett schockte.
Danach Wolfsburg mit einem aggressiven Forechecking, sie versuchten die Eisbären im eigenen Drittel festzusetzen, damit sie nicht die Möglichkeit bekamen, ihren Goalie vom Eis zu nehmen. Was auch klappte, erst 18 Sekunden vor der Schlusssirene konnte Franzreb vom Eis, nach vorne ging für die Eisbären nichts mehr und so stand man am Ende erneut mit leeren Händen da.

Diese Niederlage tut mal so richtig weh. Denn dass arg ersatzgeschwächte Eisbären-Team zeigte über zwei Drittel eine gute Partie, stand hinten kompakt und ließ nur wenig von Wolfsburg zu. Setzte vorne immer wieder selbst Akzente und konnte endlich auch einmal effektiv die Chancen nutzen. Man konnte mal wieder 1:0 in Führung gehen und ließ sich auch vom 1:1 nicht aus der Ruhe bringen, sondern legte das 2:1 nach. Im Mitteldrittel hielt man Wolfsburg schlau vom eigenen Tor fern, machte aber selbst nach vorne nicht zu viel, was aber erst einmal nicht schlimm war, führte man doch noch mit 2:1.
Aber im letzten Drittel hatte man dann das Gefühl, man wolle dieses 2:1 bis zum Ende verteidigen. Nach vorne passierte kaum noch etwas und hinten hoffte man darauf, dass Wolfsburg weiter eher ungefährlich blieb. Aber die Niedersachsen bemerkten das und wurden auf einmal aktiver und setzten die Eisbären unter Druck, was letztendlich zum 2:2 führte.
Danach war es ein offenes Spiel, ein hart umkämpftes, wo beide Mannschaften keinen Puck verloren geben wollten. Und dann passten die Eisbären doch einmal nicht auf, Jeremy Welsh entwischte den Eisbären, Spencer Machacek wurde nicht ausreichend vor dem Tor gestört und schon brachte man sich erneut um einen Punktgewinn, welcher so wichtig gewesen wäre. Für das Punktekoto und vor allem für das arg leidende Selbstvertrauen.
Doch nach dem eigentlich nicht schlechten Spiel muss man nun eher befürchten, dass das Ende die Spieler wieder herunterziehen wird. Denn das Ende wird ihnen vermutlich mehr in den Köpfen hängen bleiben als die guten und positiven Momente davor. Sie waren so nah dran an einem Punktgewinn und dann werden sie doch noch kurz vor Ende geschockt.
Aber das haben sie sich halt auch selbst zuzuschreiben. Denn man darf ein 2:1 im Eishockey nicht einfach verwalten. Da muss man auf das 3:1 spielen, muss versuchen nachzulegen, vor allem gegen einen Gegner, der nach dem 7:0 in Nürnberg heute nun wirklich keine große Angst verbreitete. Aber die Eisbären taten dies nicht, wollten das Ergebnis über die Zeit schaukeln und dass das in der jetzigen Phase, in der sich die Eisbären befinden, nicht klappen kann, hätte ihnen klar sein müssen. Ja, das Spiel heute war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber letztendlich stehst du am Ende doch wieder mit null Punkten da.
Die Eisbären müssen das Ende nun schleunigst aus den Köpfen bekommen und sich an die guten Sachen erinnern und diese versuchen, in Nürnberg beim nächsten direkten Konkurrenten im Kampf um Platz Zehn am Freitag erneut so umzusetzen, nur dann aber bitte bis zum Ende alles geben und nach vorne spielen.

Goalie Maximilian Franzreb mit seiner ehrlichen Analyse nach dem Spiel:

Wir haben eigentlich ein gutes Auswärtsspiel gemacht, aber das Glück hat am Ende gefehlt, dafür müssen wir härter arbeiten. Wir haben es im letzten Drittel nicht mehr geschafft, vor ihr Tor zu kommen, so wie noch im ersten und zweiten Drittel. Uns hat am Ende die Kraft gefehlt. Beim 2:2 sehe ich nicht gut aus, da lasse ich den Puck nach vorne prallen. Wir müssen die positiven Sachen mitnehmen und Freitag wieder angreifen.