3:1 vs. Augsburg! Die Eisbären feiern einen glanzlosen Sieg

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #19:

Die Eisbären Berlin haben im zweiten Heimspiel des neuen Jahres den ersten Sieg eingefahren. Gegen die Augsburger Panther gewann man am Ende glanzlos mit 3:1 (0:1,1:0,2:0). Hatte man am Sonntag gegen Bietigheim das Spiel im letzten Drittel noch verloren, gewann man es heute dank zweier Tore in den letzten 20 Minuten. Doch zufrieden gewesen sein dürfte Coach Serge Aubin mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht komplett. 

Eisbären-Coach Serge Aubin hatte das selbe Personal zur Verfügung wie bei der 4:5-Niederlage nach Penaltyschießen am Sonntagnachmittag gegen Aufsteiger Bietigheim. Dennoch änderte er an den Reihenzusammenstellungen etwas. So kehrte Blaine Byron wieder in die Paradereihe mit Marcel Noebels und Leo Pföderl zurück. Seinen Platz in der zweiten Reihe zwischen Kevin Clark und Matt White nahm Mark Zengerle ein. Eine Belohnung für seine beiden Tore gegen Bietigheim. Die dritte Formation bildeten Giovanni Fiore, Manuel Wiederer und Yannick Veilleux. Und in der nominell vierten Reihe spielten Marco Baßler, Sebastian Streu und Eric Mik.
In der Defensive gab es nur eine Änderung: Simon Després verteidigte an der Seite von Kapitän Frank Hördler. Dort ersetzte er Eric Mik, welcher heute im Sturm aushalf. Das machte Després am Sonntag noch selbst. Und im Tor stand erstmals in diesem Jahr Stammgoalie Mathias Niederberger.

Natürlich wollten die Eisbären Wiedergutmachung betreiben, nach dem der Start ins neue Jahr gegen Bietigheim verpatzt wurde. Coach Aubin war auch keinesfalls zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft und dürfte daher heute eine Reaktion seiner Mannschaft erwartet haben.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Doch die Gäste aus Augsburg kamen gut rein ins Spiel und konnten sich sofort im Berliner Drittel festsetzen. Und nach wenigen Sekunden hatte Colin Campbell bereits die erste dicke Chance, als er im Slot angespielt wurde und zum Abschluss kam. Mathias Niederberger war aber zur Stelle und parierte dessen Schuss. Aber die Eisbären standen dem in nichts nach und hatten durch Sebastian Streu die erste gute Chance.
Direkt danach hatten die Berliner das erste Powerplay und da wäre beinahe das 1:0 gefallen. Die Scheibe trudelte Richtung rechten Pfosten, wo Marcel Noebels sie nur noch ins leere Tor hätte schieben müssen, doch das schaffte er nicht. Pech für die Hausherren, Glück für die Gäste, welche die Unterzahl schadlos überstanden.
Danach plätscherte das Spiel so ein wenig vor sich hin, typisch für einen Dienstagabend. Doch dann kam der AEV mal ins Angriffsdrittel, konnte die Scheibe dort auch behaupten, Matt Puempel wurde im Slot angespielt, nahm die Scheibe an, drehte sich einmal und zog dann ab und überwand Niederberger erstmals an diesem Abend – 0:1 (8.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auch im zweiten Heimspiel des neuen Jahres also ein Rückstand für die Eisbären. Und so wirklich eine Antwort darauf fanden die Berliner nicht. Weil sie auch nicht wirklich drin waren im Spiel, der Spielaufbau wirkte doch arg langsam, als ob die Spieler noch schwere Beine hätten. So richtig in Tritt kam man hier jedenfalls nicht und so konnte man bis hierhin auch noch keine Wiedergutmachung für das Bietigheim-Spiel betreiben. Die Panther hatten so auch keine großen Probleme, das eigene Tor zu verteidigen und der Spielstand spielte der Mannschaft von Coach Mark Pederson ja auch noch in die Karten.
Die Chance auf das zweite Tor bot sich den Gästen knapp acht Minuten vor der ersten Pause, als Marcel Noebels die erste Strafzeit der Eisbären kassierte. Unterzahl? Da kamen Erinnerungen an Sonntag hoch, als die Steelers mit drei Powerplaytoren im Schlussdrittel die Partie drehten. Doch diesmal überstand man die Unterzahl schadlos, außer zwei Schüssen von Torschütze Puempel kam nicht viel vom AEV in Überzahl.
Die Eisbären kamen auch weiterhin nicht ins Spiel, alleine der Spielaufbau bereitete ihnen schon große Probleme. Da fehlte es an der nötigen Kreativität, mal einen gelungenen Angriff aufzuziehen. Man konnte wieder vom typischen verschlafen des ersten Drittels sprechen. Und Augsburg merkte, dass hier was gehen könnte in der Hauptstadt und suchte immer wieder den Weg nach vorne und hatte da durchaus ein, zwei gefährliche Abschlüsse bei. Die Panther wirkten schneller, spritziger, agiler, man merkte ihnen die Lust auf Eishockey an. Selbiges ließen die Eisbären mal wieder vermissen. Muss wohl noch der Neujahrsblues sein. So führte der AEV hier nicht unverdient mit 1:0 nach 20 Minuten in Berlin.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im Mitteldrittel war die vierte Reihe verantwortlich für den Ausgleich. Marco Baßler setzte an der gegnerischen blauen Linie nach, über Sebastian Streu kam die Scheibe zu Eric Mik, welcher ins Drittel hinein fuhr und abzog. Gegen seinen Schlagschuss hatte Ex-Eisbären-Goalie Markus Keller keine Chance – 1:1 (23.).
Das Spiel der Hausherren wirkte schon besser und auch offensiver als noch im ersten Drittel. Hinten leistete man sich aber weiterhin Fehler und so hatte auch Augsburg seine Möglichkeiten. Aber so richtig vom Hocker riss diesen Spiel niemanden. Immerhin war es umkämpft, aber hochklassig keinesfalls.
Für einen kurzen Wachmacher sorgte dann Ex-Eisbär Henry Haase, als sein Schuss von der blauen Linie ans Aluminium ging. Auch ein Augsburger Powerplay kurz darauf sorgte nicht für mehr Action auf dem Eis. Man musste hier schon fast aufpassen, nicht einzuschlafen, so langweilig war dieses Spiel.
Fortan ging es hin und her, aber hochkarätige Chancen gab es erst zum Ende des Mitteldrittels zu sehen. Doch sowohl die Eisbären als auch Augsburg konnten diese nicht nutzen.
79 Sekunden vor der zweiten Drittelpause bot sich den Eisbären nochmal die Chance, in Überzahl für Torgefahr zu sorgen. Das schafften sie aber nicht und so stand es nach 40 Minuten 1:1-Unentschieden und die Eisbären nahmen noch 40 Sekunden Powerplay mit ins Schlussdrittel.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Doch Erfolg brachte das Überzahlspiel nicht mehr ein. Und so lebte dieses Spiel vor allem von der Spannung. Die Eisbären waren zu Beginn die aktivere Mannschaft, belagerten das Augsburger Tor, doch deren Defensive stand hinten sehr kompakt und ließ wenig zu. Aber durch das druckvolle Forechecking holten die Berliner eine Strafzeit heraus, welcher aber nur angezeigt wurde. Denn ausgesprochen wurde sie nicht. Simon Després spielte die Scheibe links raus zu Giovanni Fiore und der zog humorlos ab – 2:1 (46.).
Und jener Fiore war wenige Sekunden später schon wieder in Aktion, tankte sich klasse bis vor das Tor von Markus Keller durch, scheiterte aber im letzten Moment am Augsburger Schlussmann.
Nach dem Powerbreak konnten die Gäste in Überzahl agieren, da Manuel Wiederer auf der Strafbank Platz nehmen musste. Doch das Penaltykilling der Eisbären zeigte sich heute stark verbessert und überstand somit auch diese Situation ohne Gefahr und Gegentor.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Gäste aus der Fuggerstadt rannten in der Folgezeit nochmal an, wollten hier noch unbedingt den Ausgleich erzielen. Aber noch stand die Defensive der Eisbären sehr kompakt und alles was auf das Tor kam, war eine sichere Beute von Mathias Niederberger.
Die Gäste schwächten sich in der Schlussphase aber selbst, als Colin Campbell rund fünf Minuten vor dem Ende der Partie in die Kühlbox musste. Im Powerplay fanden die Berliner zwar die Formation, aber keine Idee, das Bollwerk der Augsburger mal zu knacken. Dafür hätte mehr Bewegung im Überzahlspiel sein müssen, doch das wirkte teilweise wie Stand-Hockey. So mussten die Eisbären noch zittern, denn sie ließen die Chance zur Vorentscheidung liegen.
Für die sorgte man dann 92 Sekunden vor dem Spielende, als Augsburg bereits seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen hatte. Yannick Veilleux hatte die Scheibe aus dem eigenen Drittel heraus im leeren Panther-Tor versenkt – 3:1 (59.). Damit war die Partie entschieden und die Eisbären fuhren die ersten drei Punkte im neuen Jahr ein.

Ein hartes Stück Arbeit war der Sieg aber schon. Die Eisbären kamen schlecht rein ins Spiel, liefen keine Schlittschuhe, wirkten immer einen Schritt langsamer und lagen somit folgerichtig mit 0:1 hinten. Im zweiten Drittel war es der vierten Reihe zu verdanken, dass man den Ausgleich erzielen konnte. Doch danach flachte die Partie weiter ab. Im Schlussdrittel sorgte Giovanni Fiore für die erstmalige Führung, welche man anschließend mit viel Einsatz und Leidenschaft vor dem eigenen Tor verteidigte und kurz vor dem Ende noch auf 3:1 ausbauen konnte. Ein am Ende glanzloser Sieg, der aber eben auch drei Punkte gebracht hat. Aber nach wie vor fehlt die Konstanz über 60 Minuten.

4:2 in Augsburg! Blaine Byron und Leo Pföderl führen die Eisbären Berlin zum siebten Auswärtssieg und Pflichtspielsieg in Serie

Die Eisbären Berlin sind weiterhin nicht aufzuhalten: Am Mittwochabend gewann der Deutsche Meister auch das siebte Auswärtsspiel in dieser Saison. Bei den Augsburger Panthern setzten sich die Hauptstädter am Ende verdient mit 4:2 (1:1,1:1,2:0) durch und feierten neben dem siebten Sieg auf fremden Eis auch den siebten Pflichtspielsieg in Serie.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin musste für das Spiel seine Sturmreihen umstellen. Das aber aus einem erfreulichen Grund, da Marcel Noebels aufgrund der bevorstehenden Geburt seines Kindes nicht zur Verfügung stand. So musste Aubin also die Top-Reihe verändern und das tat er mit Parker Tuomie. Die Reihe um Matt White, Zach Boychuk und Yannick Veilleux blieb zusammen. Dafür gab es auch in der dritten und vierten Reihe Änderungen. So stürmten Kevin Clark, Frans Nielsen und Manuel Wiederer zusammen. Und die nominell vierte Reihe bildeten Eric Mik, Sebastian Streu und Bennet Roßmy. Im Tor stand auch heute wieder Mathias Niederberger und auf der Bank nahm Tobias Ancicka Platz.
Kapitän Frank Hördler absolvierte heute sein 924. DEL-Spiel und zog damit mit Sven Felski gleich. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, „Nante“!

Die Eisbären kamen mit sechs Pflichtspielsiegen in Folge im Gepäck zu den Fuggerstädtern. Und dann hatte man ja auch noch sechs Auswärtssiege in den ersten sechs Auswärtsspielen vorzuweisen. Man wollte bei den Panthern also den siebten Auswärtssieg in Serie feiern. Aber Vorsicht war geboten, denn Augsburg feierte fünf Heimsiege in Serie. Eine Serie würde heute also reißen, das war bereits vor Beginn der Partie klar.
Von der ersten Sekunde an war viel Tempo drin und beide Mannschaften versuchten schnell die neutrale Zone zu überbrücken. Torchancen gab es aber zunächst keine, weil beide Defensivreihen die Räume vor dem Tor gut zu machten. Aber in der vierten Minute spielte Matt White Jonas Müller im hohen Slot klasse frei, doch sein Schuss verfehlte das Tor denkbar knapp.
Doch auch Augsburg kam kurz darauf zur ersten Chance. T.J. Trevelyan kam von links zum Abschluss, doch Mathias Niederberger machte die kurze Ecke zu. So richtig gefährlich war das dann aber doch nicht, weil Frans Nielsen den Passweg vor dem Tor gut zu stellte und Trevelyan so zum Schuss von außen gezwungen war.
Den ersten richtig starken Wechsel hatte dann die vierte Reihe der Eisbären. Mik, Streu und Roßmy machten ordentlich Druck und hätten auch beinahe das 1:0 erzielt, aber Markus Keller verhinderte den Rückstand mit einem klasse Kick-Save.
Die Eisbären kamen also dem Führungstreffer immer näher, doch den erzielte am Ende der Gastgeber. David Stieler mit dem klasse Pass auf Trevelyan, der hatte zu viel Platz und ließ Niederberger keine Chance – 0:1 (9.). Da stimmte für einen Moment die Zuordnung in der Berliner Defensive nicht und schon klingelte es im Kasten der Eisbären.
Die Eisbären ließen sich davon aber nicht beirren und spielten weiter nach vorne. Doch irgendwie sahen die Angriffe sehr hektisch aus, da fehlte es den Berlinern manchmal an der nötigen Ruhe. So kam man zu keiner wirklich hochkarätigen Chance.
Rund vier Minuten vor dem Ende trat Jubilar Frank Hördler erstmals in Erscheinung, allerdings negativ, da er die erste Strafzeit der Partie kassierte. Doch dann lud Markus Keller die Eisbären zum Ausgleich ein. Die Berliner mit dem Befreiungsschlag, die Scheibe sprang vor dem Tor unglücklich für Keller nach links und somit außerhalb des Trapezes. Dort darf der Goalie die Scheibe nicht spielen und statt ins sein Tor zurückzukehren, versuchte Keller Blaine Byron noch irgendwie zu stoppen. Doch der mit dem Bauerntrick und dem Ausgleich ins leere Tor – 1:1 (17.). Der dritte Shorthander von Byron in dieser Saison bereits, Wahnsinn!
Mehr passierte danach in diesem munteren ersten Drittel nicht mehr und so stand es nach 20 Minuten 1:1-Unentschieden. In einer sehr kurzweiligen und gut anzuschauenden Partie.

Relativ ruhig begann dafür dann das zweite Drittel, auch leicht zerfahren. Doch früh bot sich den Berlinern dann die Chance in Überzahl zu spielen. Blaine Byron narrte die ganze Augsburger Defensive und Adam Payerl stoppte ihn per Haken. Das Powerplay war ja zuletzt deutlich besser und Augsburg hatte das schlechteste Penaltykilling der Liga. Da musste es doch jetzt eigentlich mit der Führung klappten. Doch es waren die Panther, welche zweimal gefährlich zum Abschluss kamen. Als Chad Nehring die nächste Strafzeit kassierte, waren die Eisbären für 18 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis. Und die Eisbären gewannen das anschließende Bully und die fünf Stürmer versuchten auch alles, aber Markus Keller ließ keine Scheibe durch. In der einfachen Überzahl kamen die Hauptstädter nicht in die Formation, weil Augsburg das gut verteidigte. Die Eisbären ließen also eine große Chance zur erstmaligen Führung an diesem Abend ungenutzt.
Im Anschluss durfte dann mal wieder das Penaltykilling der Berliner ran, weil Frank Hördler sich für sein Jubiläumsspiel wohl viele Strafzeiten vorgenommen hatte. Auch die zweite Berliner Strafzeit kassierte der Kapitän des DEL-Rekordmeisters. Und dieses Mal klingelte es im Berliner Tor. Augsburg in der Formation, sie zogen die Berliner Box gut auseinander und so hatte Adam Payerl viel Platz und diesen nutze er eiskalt aus – 1:2 (28.).
Der Treffer sorgte für Rückenwind bei den Panthern, die direkt danach weiter Druck auf das Berliner Tor ausübten. Doch es waren die Berliner, welche rotzfrech zum Ausgleich kamen. Leo Pföderl behauptete ganz stark die Scheibe in der linken Bandenrundung, zog vor das Tor, scheiterte dort an Markus Keller, verwertete aber dann seinen eigenen Rebound extrem eiskalt – 2:2 (31.).
Die Top-Reihe scort eben auch ohne Marcel Noebels. Zweites Tor und zum zweiten Mal war einer aus dieser Reihe erfolgreich. Aber auch die vierte Reihe machte heute auf sich aufmerksam. Zwei-auf-Eins-Konter über Bennet Roßmy und Eric Mik, Letzterer kam zum Abschluss, doch er scheiterte an Markus Keller. Dennoch die nächste gelungene Aktion der jungen Formation.
In der 35. Spielminute Augsburg mit der dicken Chance zum 3:2, aber der Schuss von Niklas Länger von der blauen Linie ging an den linken Pfosten, tänzelte auf der Linie entlang und prallte auch noch an den rechten Pfosten. Kurz darauf die nächste Strafzeit für die Gäste, dieses Mal musste Yannick Veilleux auf die Strafbank. Doch ein weiterer Powerplaytreffer gelang den Hausherren nicht und so überstanden die Eisbären die Unterzahl ohne große Probleme.
In der Schlussphase setzten sich die Eisbären dann im Augsburger Drittel fest und sorgten nochmal für jede Menge Gefahr vor dem Tor von Markus Keller, nur belohnen konnten sie sich dafür nicht. Und so stand es auch nach 40 Minuten Unentschieden im altehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion.

Aus der Kabine kamen die Eisbären wild entschlossen und sorgten gleich in der Anfangsphase des Schlussdrittels für jede Menge Gefahr vor dem Tor der Hausherren. Dem Deutschen Meister war deutlich anzumerken, dass er hier den Führungstreffer erzielen wollte. Augsburg war zwar auch immer mal wieder nach vorne unterwegs, aber die Defensive der Eisbären verteidigte das sehr stark, blockte auch viele Schüsse.
Und so passierte am Ende das, was auch verdient war. Die Eisbären spielten die Scheibe tief, Blaine Byron kam an den Puck, zog von rechts vor das Tor, ließ noch einen Verteidiger aussteigen und schloss dann eiskalt ab – 3:2 (46.). Das neunte Saisontor des Neuzuganges und das siebte Auswärtsspiel in Serie, wo die Nummer 23 scort. Das nennt man dann wohl einen absoluten Glücksgriff auf dem Transfermarkt.
Und der Druck der Eisbären ließ nicht nach. Waren die ersten beiden Drittel noch ausgeglichen und auf Augenhöhe, so war das letzte Drittel bis hierhin eine klare Angelegenheit für die Hauptstädter. Doch acht Minuten vor dem Ende Jesse Graham mit dem Zuckerpass an den langen Pfosten auf Chad Nehring, der aus dieser dicken Chance zu wenig machte. Augsburg sendete also nochmal ein Lebenszeichen.
So blieb die Schlussphase hier natürlich äußerst spannend. Während die Eisbären für die Vorentscheidung sorgen wollten, war der AEV bemüht, den Ausgleich zu erzielen. Doch den Panthern lief die Zeit davon. Und die Eisbären ließen nun mehrfach die Entscheidung liegen. Matt White, Nicholas B. Jensen, Zach Boychuk – sie alle hatten das 4:2 auf dem Schläger.
Augsburg riskierte am Ende natürlich alles und nahm rund zwei Minuten vor dem Ende den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und natürlich nahm Coach Mark Pederson auch noch die Auszeit und wollte seine Jungs für die Schlussminute einstimmen. Augsburg kam tatsächlich noch zur Chance zum Ausgleich, aber Brad McClure scheiterte an Mathias Niederberger. Im Gegenzug die Eisbären mit der Entscheidung. Blaine Byron mit dem Zuspiel auf Leo Pföderl und auch die Nummer 93 schnürte den Doppelpack – 4:2 (60.). Das war der Schlusspunkt unter dieser munteren Partie.

Ein hart umkämpfter Sieg für die Eisbären, welchen sie sich im letzten Drittel verdient haben. Die ersten beiden Drittel war es noch ein Duell auf Augenhöhe, wo es ein munteres Hin und Her war. Augsburg legte immer vor, doch die Eisbären schlugen stets zurück. Und im Schlussdrittel zeigte man dann seine ganze Klasse und ging durch den Eis-Zauberer Blaine Byron erstmals in Führung. Mit der Führung im Rücken konnten die Berliner ihr Spiel aufziehen und verteidigten das bis zum Ende auch ganz stark. Zwar hatte Augsburg auch nochmal Chancen, aber die machte Mathias Niederberger zu Nichte und in den Schlusssekunden zog Leo Pföderl den Stecker mit dem 4:2. So stand am Ende der siebte Auswärtssieg und der siebte Pflichtspielsieg in Serie – dank Blaine Byron und Leo Pföderl!

5:6 n.P. in Augsburg: Generalprobe vorm Playoff-Start geht schief, aber Eisbären zeigen Comeback-Qualitäten

Die Generalprobe ist schief gegangen: Am letzten Spieltag der Hauptrunde verloren die Eisbären Berlin bei den Augsburger Panthern mit 5:6 n.P. (0:3,2:0,3:2/0:0,0:1). Somit blieb man an diesem Wochenende sieglos und geht mit denkbar ungünstigen Vorzeichen in die Playoffs. Ein Sieg hätte dem Selbstvertrauen gut getan, aber die Niederlage hatte man sich letztendlich selbst zuzuschreiben. Man fand erst im zweiten Drittel ins Spiel, nur da stand es schon 0:3. Letztendlich gibt zumindest die Comeback-Qualität der Eisbären Hoffnung für die Playoff-Serie gegen die Iserlohn Roosters. 

Jonas Müller sah das Spiel in Augsburg heute nochmal als guten Test an:

Heute ist nochmal ein guter Test gegen Augsburg. Wir haben zwar viele junge Spieler dabei, die sich da auch nochmal gut zeigen können und wir wollen trotzdem nochmal alles geben und zeigen wie wir spielen können und uns bereit machen für Dienstag.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin verzichtete wie bereits am Freitag auf Goalie Mathias Niederberger und Kapitän Frank Hördler. Heute wurde zudem auch noch Marcel Noebels geschont. Und so gab es in Augsburg erneut Änderungen in den Angriffsreihen. Sebastian Streu und Parker Tuomie bekamen heute Kapitän PC Labrie an die Seite, Mark Olver, der am Freitag noch zwischen Streu und Tuomie gespielt hatte, ersetzte Marcel Noebels in der Reihe mit Kris Foucault und Lukas Reichel. Nino Kinder und Fabian Dietz, welche gegen Mannheim noch eine Reihe mit Labrie bildeten, bekamen einen Debütanten in ihre Formation. Paul Reiner, eigentlich Verteidiger, spielte in der vierten Reihe. Auch in der Defensive gab es zwei Änderungen. Jonas Müller spielte an der Seite von John Ramage und Simon Després mit Ryan McKiernan. Gion Ulmer und Korbinian Geibel waren erneut im Line-up. Einige Änderungen also bei den Eisbären Berlin heute. Doch im Tor blieb alles beim alten, Tobias Ancicka hütete erneut das Berliner Tor.

Schongang der Eisbären

Die Ausgangslage war klar, sportlich ging es um nicht mehr viel. Augsburg hatte keine Chance mehr auf die Playoffs und Berlin war sicher Erster im Norden. Einzig im Gesamtranking der Liga ging es für die Eisbären noch um Platz Zwei, welcher nicht unwichtig in den Playoffs sein wird.
Und die Hausherren kamen schwungvoll in die Partie, wollten sich hier ordentlich aus dieser Saison verabschieden. Doch Tobias Ancicka ließ keinen Puck durch. Die Eisbären kamen nach rund drei Minuten erstmals vor das Augsburger Tor, Kris Foucault mit zwei guten Möglichkeiten und auch Youngster Korbinian Geibel mit einem Schuss von der blauen Linie.
Der erste Treffer fiel dann nach einem Fehler von Lukas Reichel. Konter der Eisbären, Reichel entschied sich für den Pass, der jedoch ins Leere ging. Drew LeBlanc marschierte über rechts ins Angriffsdrittel, sah, das Spencer Abbott zugestellt war und schloss alleine ab. Die Scheibe schlug im langen Eck ein – 0:1 (6.).
Auch fortan weiterhin ein munteres Spiel, in dem es hin und her ging. Beide Teams suchten immer wieder die Abschlüsse. Diese sollte es auch im ersten Powerplay der Fuggerstädter geben, als Mark Olver auf der Strafbank saß. Und schon klingelte es erneut im Berliner Tor. Augsburgs Top-Scorer David Stieler per Nachschuss zum 0:2 (10.) Die Berliner Defensive schaute dabei nur zu.
Augsburg blieb auch nach dem zweiten Treffer am Drücker, störte die Berliner immer wieder früh im Spielaufbau und kam meist als Sieger aus den Zweikämpfen an der Bande heraus. Die Eisbären hatte aber immer mal kleinere Phasen, wo sie sich im Augsburger Drittel aufhielten, ohne dabei jedoch eine hochkarätige Chance zu erspielen.
Diese erspielten sich die Hausherren, die sich äußerst effektiv und vor allem eiskalt vor dem Tor zeigten. Spencer Abbott mit dem Pass von hinter dem Tor hoch in den Slot, wo Danny Kristo der Nutznießer war – 0:3 (16.).
Die Eisbären vor allem in der Defensive heute nicht ganz bei der Sache. Da stimmte sehr oft die Zuordnung nicht, man war zu weit weg von den Gegenspielern. Und Augsburg nutzte das heute eben ganz stark aus. Aber es war eben auch der Tatsache geschuldet, dass man Verletzungen vor dem Playoff-Start vermeiden wollten. So endete das erste Drittel mit einem 0:3-Rückstand für die Eisbären.

Die Eisbären geben eine Antwort

Das zweite Drittel begann mit einer Strafzeit gegen die Hausherren, Danny Kristo musste in die Kühlbox. Für die Eisbären also die Chance in Überzahl zurück in dieses Spiel zu kommen. Und auswärts hat man ja das beste Powerplay der PENNY DEL. Das bewiesen sie hier auch. Simon Després schweißte die Scheibe ins lange Eck. Després und Giovanni Fiore spielten den Doppelpass und der Verteidiger schloss dann vom linken Bullykreis erfolgreich ab – 1:3 (23.).
Die Eisbären blieben auch danach am Drücker, fortan entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie. Die Eisbären arbeiteten am zweiten Tor. Und dieses gelang ihnen auch. Zwei-auf-Eins von Sebastian Streu und Parker Tuomie, Streu spielte die Scheibe rüber zu Tuomie und der netzte ein – 2:3 (28.). Hervorgegangen war ein gewonnener Zweikampf an der Bande in der neutralen Zone, Streu schnappte sich die Scheibe und der Rest ist bekannt. Die Hauptstädter waren wieder zurück im Spiel.
Augsburg tat sich schwer im Mitteldrittel und kam erst acht Minuten vor der zweiten Drittelpause mal zu einer längeren Phase im Berliner Drittel, an deren Ende Tobias Ancicka die Scheibe sicher parierte.
Direkt danach kassierte Marco Sternheimer die nächste Augsburger Strafzeit und den Eisbären bot sich nun also die zweite Powerplay-Chance. Würde es genau so enden wie das erste Überzahlspiel? Ein, zwei Chancen waren zwar da, aber diesmal konnte man das Powerplay nicht nutzen.
Matt White hätte dann beinahe das 3:3 erzielt, aber Markus „Krake“ Keller fuhr seine Fanghand auf und kratzte die Scheibe von der Linie. Ganz starker Save vom Augsburger Schlussmann! Gleiches galt im Gegenzug auch für Tobias Ancicka im Duell gegen Adam Payerl.
In den letzten zwei Minuten Augsburg dann nochmal mit einem Powerplay nach einer Strafzeit gegen Fabian Dietz. Doch Thomas Holzmann beendete dieses, nachdem er Jonas Müller angriff, der zuvor Drew LeBlanc hart aber nicht unfair in die Bande gecheckt hatte. Somit ging mit Vier-gegen-Vier weiter und einem anschließendem Berliner Powerplay für ganze 90 Sekunden.
Doch dieses Drittel endete dann erstmal mit einer 3:2-Führung für Augsburg. Aber Berlin hatte ja noch Überzahl zu Beginn des letzten Drittels. Sebastian Streu zuvor aber noch mit einer schonungslosen Analyse zu den ersten 40 Minuten:

Wir sind jetzt halbwegs aufgewacht. Wir haben uns nach dem ersten Drittel ordentlich was anhören können von unserem Trainer und das auch verdient. Wir haben jetzt die passende Antwort darauf gefunden und so müssen wir im dritten Drittel weitermachen. Das ist unsere Vorbereitung für die Playoffs, wir wollen mit einem Sieg in die Playoffs reingehen. Jeder hat das erste Drittel gesehen. Wenn es so in den Playoffs aussieht, dann sind wir in zwei Tagen schon fertig mit dieser Saison. 

Comeback der Eisbären

Das Powerplay hätte beinahe den Ausgleich gebracht, aber Matt White scheiterte an alter Wirkungsstätte am Pfosten.
Besser machte es Simon Sezemsky, der bei einem Konter von Danny Kristo angespielt wurde und Tobias Ancicka in der kurzen Ecke überwinden konnte – 2:4 (43.).
Die Chance zur Vorentscheidung hatte Augsburg in der 45. Spielminute, als Matt White für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Und Augsburg spielte das sehr geduldig, suchte die Lücke, welche David Stieler fand und Ancicka überwand – 2:5 (46.).
Die Vorentscheidung? Sechs Minuten sah es so aus, aber dann kamen Sebastian Streu und Kris Focault. Streu staubte ab, als ein Schuss von der blauen Linie vor dem Tor hängen blieb – 3:5 (52.). Und Foucault hatte auf der linken Seite viel Platz, kam zum Abschluss, Markus Keller parierte, traf aber den Schlittschuh von Verteidiger Steffen Tölzer und von dem ging die Scheibe ins Tor – 4:5 (54.). Auf einmal war hier also wieder Spannung drin. Und das ist ja dann auch eine gute Übung für die Playoffs, wenn man, egal wie es steht, bis zum Ende kämpft und das Spiel nicht verloren gibt.
Sechs Minuten vor dem Ende der Partie hatte Danny Kristo die dicke Chance zur nächsten Vorentscheidung, als er alleine auf Tobias Ancicka zu fuhr, doch der Berliner Goalie gewann dieses Duell.
Und zweieinhalb Minuten vor dem Ende die nächste dicke Augsburger Chance. Michael Clarke frei vor Ancicka, doch sein Schuss ging knapp links am Tor vorbei. Berlin warf alles nach vorne und somit öffneten sich die Räume vor dem Berliner Tor, was Augsburg zu Kontern nutzte.
Und in der letzten Minute, als Ancicka bereits sein Tor verlassen hatte, schlugen die Hauptstädter zu. Kai Wissmann hatte die Scheibe auf das Tor gebracht, dort wurde sie abgewehrt. Von links kam Matt White an die Scheibe, fand die Lücke und sorgte bei seinem Ex-Verein tatsächlich noch für den Ausgleich – 5:5, 35 Sekunden vor dem Ende.
Somit ging dieses Spiel in die Verlängerung. Damit hatte man nach dem ersten Drittel nicht unbedingt rechen können. Aber es spricht für die Comeback-Qualitäten der Berliner.

In der Overtime Augsburg mit einer unglücklichen Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Nun also die große Chance für die Eisbären zur Entscheidung. Doch die Berliner spielten das zu kompliziert und so ging es ins Penaltyschießen. Und dort hatte Augsburg die besseren Schützen. Spencer Abbott, Brad McClure und David Steiler trafen allesamt für die Panther, während bei den Eisbären nur Parker Tuomie traf. Somit nahm der AEV im letzten Saisonspiel den Zusatzpunkt mit und bedankte sich anschließend mit einer „LaOla-Welle“ vor der leeren Augsburger Fankurve und drehte eine Ehrenrunde im Curt-Frenzel-Stadion. Schöne Geste an die Fans zu Hause.

Diese Niederlage hat man sich letztendlich selbst zuzuschreiben. Denn im Auftaktdrittel war man komplett neben der Spur und lag folgerichtig mit 0:3 hinten. Von außen hätte man vermutet, man wolle sich schonen und keine unnötigen Verletzungen vor dem Playoff-Start riskieren. Doch der Auftritt im zweiten Drittel deutete dann was anderes an und auch Sebastian Streu sein Statement nach dem zweiten Drittel ließ durchblicken, dass man dieses Spiel doch nicht so einfach herschenken wollte. Das sah man nur leider nicht über die gesamte Spielzeit. Das erste Drittel war zum vergessen, das zweite Drittel war sehr gut und im letzten Drittel sah man dann eine Kombination aus Drittel Eins und Drittel Zwei. Augsburg zog erneut auf drei Tore davon, während die Berliner dann jedoch mit drei Toren noch die Verlängerung erreichten. Dort ließ man dann die dicke Chance in Überzahl liegen und zog im Penaltyschießen den Kürzeren.
Das Spiel hat auf jeden Fall gezeigt, dass man in jedem Spiel hellwach sein muss und vor allem defensiv sicher stehen muss. So ein Auftritt wie heute im ersten Drittel und zu Beginn im letzten Drittel am Dienstag gegen Iserlohn und die Saison kann ganz schnell zu Ende sein. Was aber natürlich Hoffnung macht, ist der Charakter der Mannschaft, die Comeback-Qualitäten gezeigt hat und sich so immerhin noch einen Punkt sicherte.
Ab Dienstag heißt es dann diese Leistung kontinuierlich über 60 Minuten und wenn nötig mehr abrufen.

5:3 gegen Augsburg: Das starke Powerplay rettet den Eisbären den Sieg gegen sehr starke Augsburger

Ausgabe #11:

Puh, das war ein hartes Stück Arbeit: Die Eisbären Berlin haben zum Auftakt der Verzahnungsrunde gegen die Augsburger Panther mit 5:3 (2:1,2:2,1:0) gewonnen und bauten damit ihre Tabellenführung in der Nordgruppe aus. Doch es war das erwartet schwere Spiel gegen ein Team aus dem Süden, welches den Eisbären spätestens nach dem 0:2 alles abverlangt hat. Augsburg scheiterte am Ende an der eigenen Chancenverwertung und den schlechten Special Teams.

Bei den Eisbären kehrten zwei Angreifer zurück ins Line-up. Giovanni Fiore und Fabian Dietz waren wieder einsatzbereit und so stellte Chefcoach Serge Aubin zwei Reihen um. Sebastian Streu wurde aus der dritten Reihe mit Parker Tuomie und Mark Olver herausgenommen, dafür rückte Giovanni Fiore in diese Formation. Streu rotierte in die vierte Reihe zu Haakon Hänelt und Rückkehrer Fabian Dietz. Nino Kinder war somit überzählig und Eric Mik stand als siebter Verteidiger im Kader. Im Tor stand natürlich Mathias Niederberger.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Alle haben auf diesen Vergleich zwischen Nord- und Süd-Teams gewartet. Die Experten schätzten die Süd-Teams stärker als die Nord-Teams ein und die ersten beiden Vergleiche bestätigten diesen Eindruck. Nun war man also gespannt darauf, ob auch im dritten Vergleich das Team aus dem Süden gegen das Team aus dem Norden die Oberhand behalten würde.
Und auch hier die Fuggerstädter mit einem sehr engagierten Beginn und ersten Akzenten vor dem Berliner Tor. Aber die Hausherren hatten ihrerseits früh die Chance zum ersten Überzahlspiel nach einer Strafe gegen Thomas Holzmann. Und dort wurde es drei, viermal brenzlig vor Markus Keller, doch die Scheibe wollte nicht über die Torlinie gehen. Bis acht Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Augsburg. Ryan McKiernan brachte die Scheibe auf das Tor, wo Rückkehrer Giovanni Fiore goldrichtig stand und zum 1:0 abfälschte (5.). Der perfekte Auftakt für die Eisbären.
Und der wurde noch besser. Konter der Hausherren, Parker Tuomie mit dem Schlagschuss, welcher unter der Latte einschlug. Das ging aber wohl zu schnell für die Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Aleksi Rantala, denn die zeigten erst auf Bully, dann auf Tor, dann auf Videobeweis, wo sie dann die Gültigkeit des Treffers sahen – 2:0 (6.). 32 Sekunden zwischen dem 1:0 und 2:0, so kann man mal in ein Spiel starten. Und vor allem in den Nord-Süd-Vergleich.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Diese beiden Treffer sorgten natürlich für ein noch größeres Selbstvertrauen der Eisbären, Augsburg wirkte erst einmal geschockt. Aber den Panthern bot sich in der neunten Spielminute die Chance zum Anschlusstreffer, nachdem Ryan McKiernan wegen Hakens in die Kühlbox musste. Das Problem nur? Die Fuggerstädter verfügen über das schlechteste Powerplay der DEL. Und das bestätigten sie hier auch. Erst zum Ende hin flogen mal zwei Scheiben auf das Tor, welche aber keine Gefahr für Mathias Niederberger darstellten.
Die Eisbären anschließend etwas zu fahrlässig, spielten das nicht mehr so konzentriert und so ließ man Augsburg hier ins Spiel zurückkommen. Die Panther setzten sich im Angriffsdrittel fest, brachten die Scheibe von links mal auf das Tor, wo T.J. Trevelyan am rechten Pfosten lauernd abstauben konnte – 2:1 (12.). Die Scheibe wurde vor dem Tor noch per Tip-abgefälscht, Mathias Niederberger konnte den Schuss noch parieren, gegen den Nachschuss von Trevelyan war er aber machtlos.
Die Hauptstädter wirkten beeindruckt, verzettelten sich anschließend in Einzelaktionen, während die Gäste aus Augsburg hier minütlich Selbstvertrauen tankten und immer besser ins Spiel hinein fanden. Und nach einem Konter drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels beinahe den Ausgleich erzielt hätten. Doch Frank Hördler störte Jaroslav Hafenrichter entscheidend, musste aber dafür in die Kühlbox. Das anschließende Powerplay sah besser als das erste aus, aber die Berliner standen sehr kompakt vor dem Tor, machten die Schusswege gut zu und so wurde auch das zweite Powerplay der Gäste nicht wirklich gefährlich. Und wenn doch was durchkam, war Mathias Niederberger zur Stelle.
Doch der Eindruck, der sich immer mehr festigte war der, dass Augsburg immer stärker wurde und die Eisbären nach ihrem Spielplan suchten. Den hatten sie nach dem 2:0 irgendwie verloren und bis zum Ende des Auftaktdrittels auch nicht mehr wieder gefunden. Was sie aber stattdessen machten, war Strafen ziehen. 46 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels kassierte Giovanni Fiore die dritte Strafzeit der Eisbären. Augsburg nun also mit der dritten Chance in Überzahl und aller guten Dinge sind ja bekanntlich Drei. Und wenn die Eisbären die Panther so einladen, kann man dann wirklich nein sagen? Eigentlich nicht, aber Spencer Abbott hatte das Pech, das sein Schuss nur den Pfosten traf. Der Ausgleich hier wäre längst verdient gewesen. Aber die Hausherren retteten sich und die knappe 2:1-Führung in die erste Drittelpause. Dort wurde es bestimmt laut, denn zufrieden sein konnte Headcoach Serge Aubin mit den letzten zehn Minuten nicht mehr.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zu Beginn des Mitteldrittels mussten die Eisbären aber erst einmal noch die Unterzahl überstehen. Das taten sie auch, aber es wurde auch nochmal brenzlig. Auch danach die Eisbären weiterhin zu sorglos, mit zu vielen Fehlern, womit man Augsburg immer wieder zu Chancen einlud. Das wirkte teils sehr konfus, was die Berliner da vor dem eigenen Tor spielten.
Aber sie hatten dann auch mal eine Konterchance durch Leo Pföderl, diese vergab er aber äußerst kläglich (23.). Doch ansonsten ging das Spiel meistens nur in eine Richtung – und zwar in die von Eisbären-Goalie Mathias Niederberger. Der Fakt, dass der Süden stärker als der Norden sei, verstärkte sich in diesem Moment immer mehr. Augsburg spielte, wie von Serge Aubin noch gewarnt, deutlich körperbetonter. Das war neu für die Eisbären, wurde doch im Norden bei weitem nicht so hart gespielt.
Die Eisbären hatten dann aber mal eine Verschnaufpause, als Wade Bergmann für zwei Minuten auf die Strafbank musste und die Eisbären das zweite Überzahlspiel der Partie hatten. Beim ersten war man ja erfolgreich. Aber auch da taten sich die Berliner sehr schwer, überhaupt mal in die Formation zu finden. Als man es dann mal schaffte und die Scheibe zu Ryan McKiernan brachte, zappelte der Puck im Augsburger Tor – 3:1 (27.). Das Überzahlspiel der Eisbären schien den Eisbären hier den Hintern zu retten. Denn die Erfolgsquote lag bis hierhin bei starken 100 Prozent.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Danach waren die Eisbären wieder besser drin im Spiel und hielten die Gäste vom eigenen Tor fern. Was aber nicht lange so bleiben sollte, denn Ryan McKiernan suchte erneut die Kühlbox auf. Augsburg also zum vierten Mal in Überzahl. Und dort sah es eigentlich so aus, als würden die Berliner auch diese Unterzahl überstehen, da sie das sehr aktiv verteidigten und immer wieder die Scheiben klauten. Doch kurz vor Ablauf der Strafe gegen McKiernan schlug Scott Valentine zu und verkürzte auf 3:2 (32.).
Augsburg musste sich also nur kurz schütteln nach dem 3:1. Fortan Augsburg wieder besser drin im Spiel und bei den Eisbären schlich sich der Schlendrian wieder ein. Scheibenverlust im eigenen Drittel, David Stieler mit dem Zuspiel auf Scott Valentine, welcher viel zu viel Platz hatte und zum Schlagschuss ansetzen konnte. Keine Chance für Mathias Niederberger, die Scheibe schlug hinter ihm im Tor ein – 3:3 (33.). 71 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Toren. Augsburg hatte sich für seinen sehr starken Auftritt hier an der Spree belohnt.
Und Augsburg weiter mit aggressivem Forechecking, was den Eisbären überhaupt nicht schmeckte. Weil sie es nicht gewohnt waren aus den Nord-Spielen und weil sie wohl doch nicht darauf eingestellt waren. Doch als die Eisbären einmal die Scheibe ergaunerten, machte sich Zach Boychuk auf den Weg, entschied sich jedoch gegen den Schuss. Als ein Augsburger die Scheibe blocken konnte, lag sie frei und Simon Després rauschte heran und zimmerte das Spielgerät in die Maschen – 4:3 (34.). 69 Sekunden lagen zwischen dem Augsburger Ausgleich und der erneuten Berliner Führung. Was für wilde Minuten in Berlin.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und die sollten weitergehen. Denn der Torschütze Després kassierte die nächste Strafe der Partie und ermöglichte den Panthern somit das nächste Powerplay. Michael Clarke kam im Slot an die Scheibe, hatte die dicke Chance zum Ausgleich, doch er scheiterte an Mathias Niederberger. Augsburg gab sich hier keinesfalls auf, wollte den Ausgleich erzwingen. Goalgetter Scott Valentine versuchte es von der blauen Linie, aber sein Schlenzer landete in den Armen von Mathias Niederberger. Die Berliner überstanden diese Unterzahl also schadlos.
Und die Fuggerstädter danach weiter offensiv ausgerichtet. Beinahe wäre dem AEV auch noch der erneute Ausgleich gelungen, aber T.J. Trevelyan scheiterte mit seinem Versuch aus dem Slot denkbar knapp. Sein Schuss ging rechts am Tor vorbei.
So endete ein wildes und hart umkämpftes zweites Drittel mit einer knappen 4:3-Führung für die Eisbären. Welche aber im letzten Drittel noch 20 harte Minuten vor sich hatten. Denn Augsburg erwies sich als der erwartet schwere Gegner, welcher hier alles rein warf, was er zur Verfügung hatte.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und Augsburg machte im Schlussdrittel weiter Druck, das Spiel gaben sie hier verständlich noch nicht verloren. Und ein Tor im Eishockey ist ja auch nicht viel. Aber dann wurde den Panthern der Schwung erst einmal für zwei Minuten genommen, als Simon Sezemsky wegen Hakens in die Kühlbox wanderte. Drittes Powerplay für die Berliner also, die ersten beiden Überzahlspiele wurden ja erfolgreich genutzt. Und auch das dritte war von Erfolg gekrönt. Kris Focault spielte den Pass von hinter dem Tor hoch an den rechten Bullykreis, wo Ryan McKiernan zum Onetimer ansetzte und seinen zweiten Treffer erzielte – 5:3 (45.).
Dieser Treffer beruhigte nun natürlich die Nerven der Hauptstädter. Die waren nun auch darum bemüht, Ruhe ins Spiel zu bekommen. Klappte nur nicht so ganz, denn Kai Wissmann suchte in der 46. Spielminute die Strafbank auf. Die Disziplin ließ in diesem Spiel arg zu wünschen übrig. Und so machte man sich das Leben auch unnötig schwer. Augsburg sorgte in diesem Powerplay auch für Gefahr, nur mangelte es am Zielwasser. Entweder gingen die Scheiben knapp am Tor vorbei und aber landeten an der Latte.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Sicherheit gab den Eisbären die Zwei-Tore-Führung aber nicht. Weiterhin unterliefen den Hausherren zu viele unnötige Scheibenverluste in der eigenen Zone, welche zu Chancen für Augsburg führten. Nicht auszudenken, was Mannheim, München und Ingolstadt mit diesen Geschenken gemacht hätten. Aber es ist davon auszugehen, dass diese sie dankend angenommen hätten.
Augsburg lief fortan weiter an, wollte hier den Anschlusstreffer erzielen. Die Eisbären mussten hart arbeiten vor dem eigenen Tor. Nach vorne bot ihnen sich dafür die Chance zum Kontern. Marcel Noebels tauchte dann auch mal alleine vor Markus Keller auf, vergab diese Chance zur Vorentscheidung aber.
Der Druck der Panther nahm zu, sie brachten nahezu jede Scheibe auf das Tor. Keine schlechte Entscheidung im Eishockey. Augsburgs Coach Tray Tuomie nahm in der Schlussphase auch noch seinen Goalie vom Eis und versuchte es fortan mit sechs Spielern. Der Druck wurde so nur noch stärker und die Eisbären schwammen hinten ordentlich. T.J. Trevelyan mit der letzten guten Möglichkeit 30,3 Sekunden vor dem Ende. Aber Mathias Niederberger sicherte sich den Puck und den Eisbären letztendlich auch den elften Heimsieg im 13. Heimspiel.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Aber dafür musste man hart arbeiten. Dabei sah es nach der 2:0-Führung nach einem scheinbar ruhigen Nachmittag für die Eisbären aus. Doch dann verlor man aus unerklärlichen Gründen den Faden, der Schlendrian erhielt Einzug ins Berliner Spiel und man ließ Augsburg somit zurück ins Spiel kommen. Deren Selbstvertrauen stieg stetig an und folgerichtig erzielten sie den Anschlusstreffer. Mit Glück rettete man den Vorsprung in die erste Drittelpause. Auch das 3:1 sorgte nicht für Beruhigung, ganz im Gegenteil, Augsburg antwortete mit zwei schnellen Toren und glich hochverdient aus. Das es am Ende nicht mit Punkten für Augsburg klappte, lag einzig und allein an deren Schwäche in den Special Teams. Wer aus sechs Überzahlspielen keinen Treffer erzielt und in drei Unterzahlspielen drei Gegentore kassiert, kann eben kein Spiel gewinnen. Dabei wäre ein Sieg der Augsburger hier definitiv im Bereich des Möglichen gewesen, denn der Auftritt der Augsburger nach dem 0:2 ließ sich mehr als sehen und war ein weiterer Indiz für die Stärke der Süd-Teams.
Die Eisbären können sich also bei ihrem starken Powerplay und Goalie Mathias Niederberger bedanken, dass man am Ende drei weitere Punkte eingefahren hat. Überzeugend war der Auftritt der Eisbären dabei aber nicht. Denn zu viele individuelle Fehler unterliefen den Eisbären immer wieder. Die Disziplin ließ arg zu wünschen übrig. Und an das körperbetonte Spiel wird man sich auch erst noch gewöhnen müssen. Jetzt beginnt die DEL-Saison so richtig und die Eisbären wissen, woran sie noch arbeiten müssen.

Morgen gegen Augsburg: Besonderes Spiel für Parker Tuomie und Matt White

Morgen Abend beginnt für die Eisbären Berlin der Vergleich mit den Teams aus der Süd-Gruppe. Zum Auftakt bekommt man es in der Arena am Ostbahnhof ab 17:00 Uhr mit den Augsburger Panther zu tun. Dann will man auch im 13. Heimspiel punkten. Von den ersten zwölf Heimspielen gewannen die Hauptstädter ja bekanntlich zehn und punkteten auch bei den beiden Niederlagen gegen die Grizzlys Wolfsburg.

Drüben im Süden wurde ein bisschen körperlicher gespielt, wie Headcoach Serge Aubin im Vorfeld des Spiels gegen die Fuggerstädter sagte:

In der Gruppe Süd scheint das Spiel etwas körperbetonter zu sein als im Norden. Wir sind aber bereit und konzentrieren uns auf unser Spiel. Wir sind selbstbewusst und wollen unser Spielsystem durchziehen. Auf uns wartet ein enger Spielplan, aber die anderen Teams haben das gleiche Programm vor sich. Wir schauen aber nur von Spiel zu Spiel. Die Regeneration wird in den nächsten Wochen wichtig sein, sowohl physisch als auch mental.

Aubin spricht das Selbstbewusstsein der Eisbären an, welches nach zuletzt vier Siegen in Serie definitiv groß ist. Und verstecken müssen sich die Berliner auch vor keinem Team. Die Offensive ist mit 98 Toren die beste der gesamten Liga, die Defensive mit 54 Gegentoren die zweitbeste. Man ist also sowohl vor dem gegnerischen Tor eiskalt, als auch sehr kompakt vor dem eigenen Tor. Und zudem sind die Berliner auch schwer auszurechen, denn nahezu von allen vier Angriffsreihen geht Torgefahr aus. Scort die eine Reihe mal nicht wie gewohnt, springt eben die andere Reihe in die Bresche. Was es für die Gegner äußerst unangenehm macht, weil du vor dem Spiel nie weißt, auf welche Reihe man heute besonders Acht geben muss.

Für zwei Spieler im Eisbären-Team ist das Duell mit Augsburg ein sehr besonderes. Parker Tuomie trifft auf seinen Vater Tray Tuomie, welcher Chefcoach der Fuggerstädter ist. Und Matt White schnürte einst für den AEV die Schlittschuhe und ging für die Panther auf Torejagd. Und das sehr erfolgreich, scorte er doch 91-mal in 102 Spielen. 38 Tore und 53 Assists stehen für White beim AEV zu Buche. Morgen will er für seinen neuen Verein gegen sein altes Team treffen.

Matt White über das Wiedersehen mit Augsburg:

Ich freue mich auf das Spiel gegen Augsburg. Es ist das erste Mal, dass ich innerhalb einer Liga gegen ein ehemaliges Team spiele. Ich habe dort immer noch viele Freunde. Zudem freue ich mich darauf, endlich auch gegen die Mannschaften aus dem Süden zu spielen. Die ersten vier bis fünf Minuten könnte es ein kleines Abtasten geben. Wir sind aber bereit und haben das Talent, diese Teams zu schlagen. Wir haben eine starke Mannschaft, in den letzten Spielen haben alle Reihen ihren Beitrag zum Erfolg geleistet und gepunktet. Das körperbetontere Spiel dieser Mannschaften müssen wir annehmen und dagegenhalten. Ansonsten müssen wir so auftreten wie zuletzt.

Parker Tuomie geht mit Zuversicht in das morgige Spiel und erzählt auch von einer Wette mit seinem Vater Tray:

Im ersten Teil der Saison haben wir bewiesen, dass wir sehr stark und als Team enorm zusammengewachsen sind. Wir setzen das Spiel, das Serge Aubin sehen will, immer besser um. Das müssen wir jetzt auch mit ins erste Spiel gegen die Süd-Teams nehmen. Die Trainings nach den freien Tagen waren wieder sehr gut. Darum bin ich mir sicher, dass wir am Sonntag erfolgreich sein werden.

Unser Spielplan bleibt unverändert, auch wenn die Teams aus dem Süden etwas härter spielen. Wir müssen bei unserer Spielweise bleiben, damit hatten wir bisher viel Erfolg. Wir dürfen uns nicht überraschen lassen, sollte es körperbetonter als bisher werden. Wir haben aber bereits bewiesen, dass auch wir physisch sehr stark spielen können. Wir müssen uns einfach darauf einstellen und bereit sein. Das werden wir sein. Auch wenn das Spiel schneller wird, können wir das in unseren Vorteil ummünzen, weil wir eine sehr schnelle Mannschaft sind.

Wir haben schon regelmäßigen Kontakt, aber wir verraten natürlich keinerlei Taktik oder Teaminterna. Wir haben aber eine kleine Wette abgeschlossen, wer am Sonntag gewinnen wird. Ich habe natürlich auf die Eisbären gesetzt.

Gute Nachrichten gibt es vom Personalsektor der Eisbären. Mit Giovanni Fiore und Fabian Dietz kehren zwei Stürmer in den Kader zurück und verleihen dem Kader von Serge Aubin noch mehr Tiefe vor den nun anstehenden anstrengenden Wochen mit vielen Spielen innerhalb kürzester Zeit. Mark Zengerle und PC Labrie fehlen dagegen noch.

Mit den Augsburger Panthern treffen die Eisbären Berlin morgen auf das zweitschwächste Team der Süd-Gruppe. Mit 27 Punkten und einem Punkte-Quotienten von 1,13 beendeten die Fuggerstädter die Süd-Phase als Gruppensechster. Der AEV stellt mit einer Erfolgsquote von nur 10,31 Prozent das schlechteste Powerplay der Liga. Einst waren die Panther dort das gefährlichste Team der DEL. Dafür sind die Panther mit 176 Strafminuten die derzeit fairste Mannschaft der PENNY DEL.
Im Sturm muss man vor allem auf Drew LeBlanc (7 Tore/10 Vorlagen) und David Stieler (6/11) aufpassen, welche mit je 17 Scorerpunkten die Top-Scorer der Panther sind. Dicht gefolgt von zwei Neuzugängen. Spencer Abbott kommt auf 15 Scorerpunkte (6/9), Daniel Kristo auf 13 (5/8).
Auf der Goalie-Position mussten die Panther zuletzt noch einmal reagieren, nachdem Stammgoalie Olivier Roy verletzungsbedingt ausfiel. Sie verpflichteten mit David Kickert einen alten Bekannten von Serge Aubin. 2017 gewann Kickert unter dem Chefcoach Serge Aubin den Meistertitel in Österreich. Morgen kommt es also zum Wiedersehen. Und Serge Aubin wird seinen Schützlingen sicher das ein oder andere Detail von David Kickert mitteilen, wie man ihm am besten überwinden kann.

Beide Mannschaften stehen sich erstmals seit dem 20.02.2020 wieder gegenüber. In der vergangenen DEL-Saison gewannen die Hauptstädter alle vier Duelle mit den Fuggerstädtern. In Berlin setzte man sich mit 3:2 und 4:0 durch, in Augsburg gewann man mit 2:1 und 5:3. 

5:3 nach 1:3! Leo Pföderl schießt die Eisbären mit einem Hattrick zum fünften Sieg in Folge

Heute waren sie nicht so gut„, waren die Worte von Eisbären-Chefcoach Serge Aubin nach dem Iserlohn-Spiel. Die Rede ist von der Top-Reihe der Eisbären Berlin, welche aus Marcel Noebels, James Sheppard und Leo Pföderl besteht. Heute folgte die Antwort der Top-Reihe und die hatte es in sich. Mit 5:3 (1:2,2:1,2:0) gewannen die Hauptstädter ihr Auswärtsspiel bei den Augsburger Panthern. Vor 5.278 Zuschauern im altehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion war Leo Pföderl mit drei Toren der Matchwinner. Marcel Noebels traf selbst einmal und legte zwei Tore auf, ebenso gelangen James Sheppard zwei Vorlagen. Mit dem fünften Sieg in Folge, was übrigens zum ersten Mal in dieser Saison geklappt hat, bauten die Berliner den Vorsprung auf Platz Fünf auf satte elf Zähler aus. Das Heimrecht im Viertelfinale ist also eigentlich nur noch reine Formsache.

Eisbären-Trainer Serge Aubin wechselte heute wieder den Torhüter. Justin Pogge kehrte ins Tor zurück, Sebastian Dahm musste wieder auf der Bank Platz nehmen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Die ersten drei Aufeinandertreffen mit Augsburg hatten die Eisbären gewonnen und auch das vierte Duell wollte man siegreich gestalten. Dementsprechend ging man engagiert zu Werke, störte den Augsburger Spielaufbau früh mit einem sehr aggressiven Forechecking. Aber die Panther fanden trotzdem einen Weg vor das Berliner Tor und kamen zu den ersten Abschlüssen der Partie. Und sie hatten auch die erste dicke Möglichkeit der Partie. 2-auf-1-Konter der Panther, Flip-Pass von der linken Seite von Sahir Gill an den langen Pfosten, wo Patrick McNeill lauerte, an die Scheibe kam und sie an den Pfosten setzte. Glück für die Eisbären.
Die fingen nun an, Strafzeiten zu kassieren. Jonas Müller war der erste Spieler, der in die Kühlbox musste. McNeill folgte auf Augsburger Seite nur wenige Sekunden später. Da aber auch Florian Kettemer auf Berliner Seite auf die Strafbank musste, hatten die Panther ein 4-gegen-3-Powerplay. Was zu einem 4-gegen-2-Powerplay wurde, denn Mark Olver blieb nach einem geblockten Schuss von Brady Lamb auf dem Eis liegen, hatte sichtlich starke Schmerzen und versuchte irgendwie wieder auf die Beine zu kommen und das Eis zu verlassen. Und was machten die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Andrew Wilk? Sie ließen weiterspielen, sehr zum Unmut der Berliner. Denn Augsburg nutzte das natürlich zur 1:0-Führung. AEV-Top-Scorer Drew LeBlanc mit dem Querpass von rechts auf Adam Payerl, Justin Pogge lag bereits auf dem Eis und so musste Payerl nur noch ins leere Berliner Tor einschießen (10.).
Es ging weiter mit den Strafen für die Eisbären, PC Labrie kassierte zwei Minuten wegen eines Late Hits. Zwar überstanden die Berliner das Unterzahlspiel schadlos, aber kaum war Labrie zurück klingelte es erneut im Tor. Wieder war es LeBlanc, der das Zuspiel gab und erneut war es Payerl, welcher per Onetimer von der blauen Linie auf 2:0 stellte (13.).
Wie war die Reaktion der Eisbären auf diesen Doppelschlag? Sie ließ nicht lange auf sich warten und war eiskalt. John Ramage mit dem Auge und dem Zuckerpass für Marcel Noebels am langen Pfosten, welcher per Tip-in auf 2:1 verkürzen konnte (14.).
Nun waren die Berliner besser im Spiel und hätten durch Austin Ortega beinahe den Ausgleich erzielt, aber er traf nur den Pfosten (17.). Danach nochmal Augsburg mit guten Möglichkeiten durch Scott Valentine und dann in Überzahl durch Payerl (2x) und Simon Sezemsky, aber es blieb bei der knappen 2:1-Führung der Hausherren. Eisbären-Verteidiger Florian Kettemer mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport:

Die Strafen machen unser Spiel kaputt. Wir müssen von der Strafbank weg bleiben. Wir wissen, dass die Zuschauer hier laut sind und die Schiedsrichter beeinflussen. Wir gehen Wechsel für Wechsel, wollen produzieren und Tore machen.

Und die Chance sollte sich ihnen bieten, denn man hatte fast volle zwei Minuten zwei Mann mehr auf

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

dem Eis. Dass man aber das drittschlechteste Powerplay der Liga hat, wurde heute wieder deutlich. Zwar ließ man die Scheibe gut laufen, aber das nützt alles nichts, wenn sich kein Spieler mal traut, den Schuss abzugeben. So ließ man diese Top-Chance ungenutzt liegen. Weil man es zu kompliziert spielte.
Es folgte das nächste, einfache Powerplay, aber da lief man in einen Konter. Drew LeBlanc blockte einen Schuss von John Ramage und machte sich alleine auf den Weg Richtung Justin Pogge. Diesem ließ er keine Chance und vollende eiskalt zum 3:1 in Unterzahl (27.).
Aber auch davon ließen sich die Eisbären nicht aus der Ruhe bringen, hielten weiterhin am Gameplan fest und spielten ruhig weiter. Es folgte ein Bully im Angriffsdrittel, welches an die Eisbären ging. Ryan McKiernan zog rechts an der Bande stehend ab und die Scheibe segelte an Freund und Feind vorbei ins Augsburger Tor – 3:2 (31.).
Es folgte die stärkste Phase der Berliner, welche Augsburg ins eigene Drittel drängten und mächtig Druck machten. Sie wollten hier unbedingt den Ausgleich erzielen und dieser sollte ihnen auch gelingen. John Ramage hatte von der blauen Linie abgezogen, Leo Pföderl „parkte“ vor dem Tor und fälschte den Puck unhaltbar für Ex-Eisbären-Goalie Markus Keller ab – 3:3 (34.).
Die Eisbären sorgten für Ruhe im Curt-Frenzel-Stadion, doch die Augsburger suchten nach einer Antwort und hatten im Mitteldrittel noch zwei richtig gute Möglichkeiten. Scott Kosmachuk scheiterte mit seinem Onetimer von der blauen Linie an Pogge, Adam Payerl scheiterte am Außenpfosten. So stand es nach 40 Minuten 3:3-Unentschieden.
Augsburgs Top-Scorer Drew LeBlanc, welcher an allen drei Toren des AEV beteiligt war, war mit dem Mitteldrittel nicht so zufrieden:

Wir müssen aufpassen, nicht zu viele Strafen zu nehmen. Das 5-gegen-3 war zu viel, das kostet zu viel Kraft.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Dementsprechend engagiert kamen die Hausherren aus der Kabine und setzten durch John Rogl und Scott Kosmachuk die ersten Duftmarken. Es entwickelte sich ein Spiel mit hohem Tempo, welches rauf und runter ging mit Chancen für beide Mannschaften. Die Intensität nahm noch mehr zu, die Zweikämpfe waren noch umkämpfter als ohnehin schon. Beide wollten den Sieg, den ersten Schritt in diese Richtung sollten die Eisbären machen.
Leo Pföderl kam mit viel Speed ins Angriffsdrittel, zog ab, doch die Scheibe ging an die Bande hinter dem Tor. Von dort sprang sie aber zurück und Pföderl reagierte blitzschnell und verwertete seinen eigenen Rebound – 4:3 (51.).
Die Berliner hatten das Spiel also komplett gedreht, Augsburg musste in der Schlussphase also kommen, um hier noch wichtige Zähler im Kampf um die Pre-Playoffs mitzunehmen. Aber sie kassierten eine Strafzeit, welche am Ende folgenschwer war. Denn dieses Mal nutzten die Berliner das Powerplay. Leo Pföderl kam an der rechten Bande an die Scheibe, zog vors Tor und schlenzte die Scheibe per Rückhand ins Tor, da sah Goalie Markus Keller gar nicht gut aus – 5:3 (54.).
Die Eisbären waren nun also auf die Siegerstraße eingebogen und ließen sich davon auch nicht mehr vertreiben. Augsburg versuchte zwar noch einmal alles, nahm auch den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und in der Schlussphase hatten sie auch nochmal ein, zwei gute Möglichkeiten, aber die Defensive der Eisbären um Goalie Justin Pogge ließ hier nichts mehr anbrennen und brachte das 5:3 über die Ziellinie.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Mal wieder haben die Eisbären einen Weg gefunden, ein Spiel zu gewinnen. Sie lagen durch einen Doppelschlag 0:2 zurück, fanden aber durch den 200. DEL-Scorerpunkt von Marcel Noebels schnell eine Antwort. Sie ließen sich dann auch nicht vom Weg abbringen, als sie eine doppelte Überzahl kläglich vergaben und wenig später einen Shorthander hinnehmen mussten. Sie behielten im Hexenkessel Curt-Frenzel-Stadion die Ruhe, denn das Stadion war entsprechend euphorisiert angesichts der überstandenen doppelten Unterzahl und dem Shorthander. Aber die Eisbären rissen sich zusammen, blieben von der Strafbank fern und fanden vorne einen Weg, Tore zu schießen. Und daran hatte heute mal wieder die Top-Reihe einen großen Anteil. Genau zur richtigen Zeit waren Noebels, Pföderl und Sheppard wieder da und führten die Eisbären zum fünften Sieg in Folge und zugleich auch fünften Auswärtssieg in Folge. Letzteres ist gefühlte Ewigkeiten her, um genauer zu sagen, es war in den Playoffs 2013, an deren Ende die siebte Meisterschaft stand.
Gutes Omen für die bevorstehenden Playoffs? Auf jeden Fall sollte keiner die Eisbären Berlin unterschätzen, sind die Berliner zur Zeit doch das heißeste Team der Liga und in den Playoffs ist dieser Mannschaft wirklich alles zuzutrauen. Sie finden derzeit immer einen Weg, Spiele zu gewinnen, egal wie das Spiel auch läuft. Alle vier Reihen können die Spiele entscheiden, man ist nicht mehr nur von einer Reihe abhängig. Der Kader scheint tief genug besetzt zu sein, die Reihen für die Playoffs gefunden und auf der Torhüter-Position verfügt man über ein starkes Torhüter-Duo mit Justin Pogge und Sebastian Dahm. Ja, beide haben durchaus noch Wackler dabei, aber sind die Leistungen zuletzt doch definitiv mehr gut als schlecht gewesen. Wenn gleich Justin Pogge wohl bei Trainer Serge Aubin die Nase im Kampf um die Nummer Eins im Tor vorne haben dürfte.
Doch diese Mannschaft versprüht so viel Spielfreude, sie harmonieren sehr gut zusammen, die Stimmung im Team ist super und mit jedem weiteren Sieg steigt das Selbstvertrauen. Die Eisbären scheinen gerade zur richtigen Zeit der Saison ihre Top-Form zu finden. Diese Mannschaft zu schlagen, wird alles andere als einfach. Nürnberg ist das nächste Team, was dies am Sonntag versuchen wird.

Augsburgs Stürmer Jakob Mayenschein mit seinem Fazit zum Spiel:

Wir haben nach dem 3:1 deutlich zu viele Strafen kassiert. Dadurch, dass wir zu viel Überzahl im ersten Drittel hatten, war es klar, dass sie im zweiten etwas kleinlicher pfeifen würden. Wir haben die Oberhand im zweiten Drittel verloren. Die Eisbären mit einer kämpferisch starken Leistung und am Ende mit mehr Körner als wird.

Und was sagte Matchwinner Leo Pföderl zum Spiel?

Die Augsburger haben auch gute Chancen gehabt, aber bei uns sind sie im letzten Drittel rein geflogen. Wir haben da vielleicht ein bisschen Glück gehabt. Wir haben uns nach dem ersten Drittel zusammengerissen. Was sind schon zwei Tore auswärts. Wir haben das dann gut gemacht und freuen uns über drei sehr schöne Auswärtspunkte. Wir wissen, dass wir über die Monate gut zusammen gewachsen und spielerisch besser geworden sind. Wir haben gegen die Mannschaften über uns gezeigt, dass wir mithalten und auch gewinnen können.

3:2 vs. Augsburg: Eisbären stecken zweimaligen Rückstand weg und erkämpfen sich die letzten drei Punkte des Jahres 2019

Ausgabe #18:

So kann das Jahr 2019 doch zu Ende gehen: Die Eisbären Berlin haben das letzte Spiel in diesem Jahr gewonnen und gehen so mit einem guten Gefühl ins neue Jahr 2020. Aber es war ein hartes Stück Arbeit, ehe die Eisbären-Fans in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof die drei Punkte gegen die Augsburger Panther bejubeln konnten. Am Ende stand ein knapper 3:2 (1:1,1:1,1:0)-Heimsieg gegen die Fuggerstädter, womit die Hauptstädter ihren vierten Platz verteidigten. Man liegt also, was die Platzierung in der DEL-Tabelle angeht, weiterhin im Soll. Was die Leistung betrifft ist aber nach wie vor noch Luft nach oben. Aber man braucht ja gute Vorsätze für das neue Jahr.

Überraschung vor dem Spiel der Berliner gegen die Fuggerstädter: Nach dem Heimspiel gegen Bremerhaven am Freitagabend hatte Trainer Serge Aubin noch gesagt, es würde kein Spieler aus dem Lazarett zurückerwartet und dann das – Leo Pföderl war wieder im Kader der Berliner. Was den Eisbären natürlich noch mehr Tiefe im Kader bescherte, was angesichts der dünnen Personaldecke und der vielen Spiele innerhalb kürzester Zeit enorm wichtig ist. Im Tor stand auch heute wieder Sebastian Dahm. Wie oft ich das in Zukunft noch schreiben kann, bleibt abzuwarten, denn die Berliner verpflichteten ja heute Goalie Justin Pogge, um auf der Torhüterposition noch mehr Tiefe zu haben. Persönlich finde ich diese Personalie nicht gut, vor allem Maximilian Franzreb gegenüber. Angesichts der Personalprobleme auf dem Spielersektor hätte man sich lieber da nach Verstärkung umsehen sollen. Aber nichtsdestotrotz heißen wir Justin Pogge herzlich Willkommen in der Hauptstadt und freuen uns auf sein Debüt im Eisbären-Trikot.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Ruhig begann das letzte Heimspiel des Jahres, beide Teams tasteten sich erst einmal ab und waren auf eine sichere und kompakte Defensive bedacht. Aber vom ersten Bully an war deutlich zu sehen, dass dieses Spiel über die gesamte Spielzeit hart umkämpft sein würde. Kein Puck wurde verloren gegeben, beide Teams mussten hart arbeiten. Was natürlich nicht immer schön anzusehen ist.
Nach vier Minuten bot sich den Hausherren die erste Chance, in Überzahl zu agieren. Aber das Powerplay war nicht wirklich gut und verpuffte somit ergebnislos. Dennoch waren die Eisbären nun die optisch gesehen überlegene Mannschaft, taten mehr für das Spiel und versuchten, das 1:0 zu erzielen. Und Augsburg? Die gingen plötzlich wie aus dem Nichts in Führung! Sieben Minuten waren gespielt, da zog Sahir Gill einfach mal vom linken Bullykreis aus ab, Adam Payerl hielt sein Arbeitsgerät in den Schuss und auf einmal lag der AEV vorne – 0:1.
Die Eisbären nun erst einmal geschockt, mussten sich erst einmal sammeln. Den Panthern spielte das Ergebnis natürlich in die Karten, konnten sie weiterhin aus einer kompakten Defensive heraus auf Fehler der Eisbären und somit auf Konter lauern, was ihnen aber nicht wirklich oft gelang. Gefühlt war der Treffer zum 0:1 der einzig nennenswerte Angriff der Panther. Aber die Eisbären sorgten noch im ersten Spielabschnitt für den Ausgleich. Ryan McKiernan hatte abgezogen, AEV-Goalie Olivier Roy bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle und Rückkehrer Leo Pföderl war zur Stelle. Er setzte nach, scheiterte, setzte erneut nach und kämpfte den Puck über die Torlinie – 1:1 (15.).
Im Anschluss der AEV nochmal mit einem Powerplay, was aber genauso erfolglos wie das der Eisbären war. Es ging also beim Stand von 1:1 in die erste Drittelpause.

Das Mitteldrittel begann sehr zäh. Es ging zwar hin und her, aber es gab nichts erwähnenswertes vor

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

den Toren zu berichten. Beide Mannschaften arbeiteten Eishockey anstatt es zu spielen, dementsprechend schwer war die Kost auf dem Eis für die Zuschauer in der Arena. Dazu kam noch, dass das Spiel der Eisbären in diesem Drittel auch nicht wirklich irgendjemanden vom Hocker riss, ganz im Gegenteil. Das Spiel der Gastgeber wirkte zerfahren, zu viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau, zu viele Fehler beim Passspiel, es wirkte alles sehr fahrig aus Berliner Sicht.
Und dann lud man Augsburg auch noch zu Chancen ein. T.J. Trevelyan marschierte im eigenen Drittel los, wurde überhaupt nicht angegriffen oder aber gestört, zog ins Angriffsdrittel, wo sich auch noch keiner für ihn verantwortlich sah und zog einfach ab. Mit Erfolg, sein Schuss schlug im Tor von Sebastian Dahm ein – 1:2 (32.).
Es folgte je ein Powerplay für beide Mannschaften, wir sparen uns dabei aber genauere Details, denn erneut war das von beiden Teams rein gar nichts. Aber umso schöner war das Ende der Strafzeit gegen die Eisbären. Denn Marcel Noebels startete zum Konter, als PC Labrie gerade von der Strafbank zurück aufs Eis kam. Er sah ihn auf der anderen Seite stehen, passte ihm die Scheibe zu und Labrie vollendete eiskalt – 2:2 (38.). Somit nahmen die Eisbären aus einem aus ihrer Sicht eher mäßigen Drittel doch noch ein Unentschieden mit in die Pause.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Was einmal klappt, klappt meistens auch zweimal – dachten sich jedenfalls die Eisbären. Ryan McKiernan nahm früh im Schlussdrittel eine Strafzeit, mit Ablauf dieser gingen die Eisbären erstmals in Führung. Austin Ortega zog zur Drittelmitte, ließ die Scheibe für Maxim Lapierre liegen, welcher zum Schuss ausholte und Roy im AEV-Kasten bezwingen konnte – 3:2 (43.).
Die Eisbären im Anschluss mit einem weiteren Überzahlspiel, in dem man sich auch ein, zwei Chancen erspielen konnte, aber das Penaltykilling war heute weitaus besser als das Powerplay.
Mitte des letzten Drittels Augsburg mal mit einer richtig guten Drangphase während eines Wechsels, da standen die Berliner ganz schön unter Druck und mussten ihr Tor mit allem, was sie hatten, verteidigten. Was ihnen auch gelang.
Zweieinhalb Minuten vor dem Spielende musste Kai Wissmann noch einmal in die Kühlbox, Augsburg bot sich in der Schlussphase also die Chance zum Ausgleich in Überzahl. In der letzten Minuten versuchten sie es sogar mit zwei Mann mehr, nachdem sie Goalie Roy zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen. Aber die Eisbären verteidigten das richtig stark und brachten das knappe 3:2 dank einer starken Defensive über die Zeit. Am Ende merkte man am Jubel der Spieler die Erleichterung über die drei Punkte heute Abend.

Es war kein schönes Spiel, aber am Ende zählen auch die hart erkämpften, dreckigen Siege. Denn

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

was letztendlich wichtig ist, sind die drei Punkte und wie diese zu Stande gekommen sind, darüber spricht morgen schon keiner mehr. Die Eisbären hatten mit Augsburg einen schweren Gegner vor der Brust, der es ihnen schwer machte, zu seinem eigentlichen Spiel zu finden. Und dann legten sie auch noch zweimal vor, was es noch schwerer machen sollte. Aber die Eisbären fanden, wie so oft in dieser Saison, einen Weg, auch dieses Spiel noch für sich zu entscheiden. Weil sie als Team zusammen gehalten haben und als ein solches auch gemeinsam für den Erfolg gekämpft haben. Sie haben nicht aufgegeben und immer zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Aus einem starken Penaltykilling heraus sind zwei enorm wichtige Treffer entstanden – der zum 2:2-Ausgleich von Labrie und der 3:2-Gamewinner von Lapierre.
Dass es nicht das schönste Spiel war, weiß auch die Mannschaft, aber gute Mannschaften zeichnet es aus, dass sie auch solche Spiele gewinnen, dass sie einen Weg finden, solche Spiele auch noch für sich entscheiden zu können. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass das alles derzeit mit einem dezimierten Kader passiert und dass noch Stammspieler fehlen, kann man dem neuen Jahr und dem Hauptrundenendspurt und den darauffolgenden Playoffs mit großer Hoffnung und Zuversicht entgegen blicken.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei Euch recht herzlich für Eure Treue und Unterstützung im abgelaufenen Jahr und freuen uns darauf, Euch auch im neuen Jahr wieder als treue Leser begrüßen zu dürfen. Wir wünschen Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und dass all Eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Reaktion auf Mannheim-Debakel gezeigt: Eisbären feiern gegen Augsburg zweiten 4:0-Heimsieg in Folge

Ausgabe #10:

Die Fans erwarteten eine Reaktion auf das 3:7-Debakel vom Freitagabend in Mannheim. Und die 11.423 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen eine sehr souveräne Vorstellung der Eisbären Berlin, welche die Augsburger Panther mit 4:0 (2:0,1:0,1:0) besiegten und damit den zweiten 4:0-Heimsieg in Folge feierten. Vor einer Woche hatte man ja bereits die Iserlohn Roosters mit dem selben Ergebnis auf die Heimreise Richtung Sauerland geschickt. Heute tat man selbiges mit den Fuggerstädtern, die hoffnungslos unterlegen waren und völlig verdient mit null Punkten und null Toren die Heimreise antraten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Hausherren traten mit dem selben Team an wie am Freitag in Mannheim. Heißt also auch, dass Stammgoalie Sebastian Dahm auch gegen Augsburg den Vorzug vor Back-up Maximilian Franzreb erhielt. Viele Fans hatten gedacht und vielleicht auch ein bisschen gehofft, dass man Franzreb, der im letzten Drittel in Mannheim das Tor hütete, den Start gegen Augsburg gönnen würde. Nichts wurde es und am Ende musste man über diese Entscheidung auch nicht weiter diskutieren, feierte der dänische Nationalgoalie doch seinen zweiten Heim-Shutout in Folge und gab daher erneut seine Tanzkünste auf dem Eis zum Besten. Ein sehr sympathischer Typ, dieser Sebastian Dahm.

Hinein in die Partie und vom ersten Bully an wurde deutlich, auf welcher Mission die Eisbären heute unterwegs waren. Sie wollten das Mannheim-Spiel vergessen machen. Da hatte man sich eine Auszeit vom Eishockey genommen, wie Trainer Serge Aubin heute auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte. Eine Auszeit nahmen sich die Eisbären diesmal aber nicht, ganz im Gegenteil. Sie dominierten dieses Spiel von der ersten Sekunde an und es entwickelte sich in den ersten 20 Minuten ein Spiel auf ein Tor. Die Eisbären erarbeiteten sich ein deutliches Chancenplus, aber die Scheibe wollte zunächst nichts ins von Markus Keller gehütete Augsburger Tor gehen.
Der Offensivdrang der Berliner wurde nach sechs Minuten aber erst einmal gestoppt, als Kai

Foto: eisbaerlin.de/walker

Wissmann wegen Haltens für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Aber die folgende Unterzahl überstanden die Eisbären schadlos und ohne große Mühe.
Danach verflachte die Partie etwas, aber schnell nahmen die Eisbären wieder Fahrt auf und dank ihres aggressiven Forecheckings kamen sie in der 13. Spielminute zum 1:0. Austin Ortega klaute den Augsburgern in deren Drittel die Scheibe, Marcel Noebels war mit gefahren, diesen sah Ortega, passte die Scheibe rüber zu Noebels und der hämmerte sie eiskalt ins Netz – 1:0.
Im Gegenzug waren die Panther beinahe zum Ausgleich gekommen, als Adam Payerl nach einem Schuss von T.J. Trevelyan nachgestochert hatte. Nach Ansicht des Videobeweises wurde aber auf „kein Tor“ entschieden, was auch die richtige Entscheiden gewesen war.
Fortan weiterhin die Eisbären im Vorwärtsgang und mit richtig guten Chancen, die beste vergab Frank Hördler, als er am Pfosten scheiterte. Auch danach zwei weitere Pfostenschüsse der Eisbären, die Scheibe wurde anschließend von der blauen Linie Richtung Tor gebracht und der heute sehr auffällige und starke Austin Ortega fälschte die Scheibe unhaltbar für Keller ab – 2:0 (17.).
Auch danach weitere gute Möglichkeiten für die Hauptstädter, doch an der 2:0-Pausenführung sollte sich nichts mehr ändern. Und diese war hochverdient und aus Augsburger Sicht äußerst schmeichelhaft.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auch ins Mitteldrittel fanden die Eisbären wieder stark hinein und kamen zu guten Torchancen. Markus Keller hatte alle Hände voll zu tun, ebenso seine Vorderleute. Die Eisbären machten gehörig Druck, das 3:0 sollte dann aber nach einem 2-auf-1-Konter fallen. Und dafür verantwortlich war die „Vater-Sohn-Kombination“. Die Panther zuvor mit einer vergebenen Chance und die Eisbären schalteten schnell um. Maxim Lapierre kam mit viel Speed über rechts ins Angriffsdrittel, sah Lukas Reichel links angerauscht kommen, spielte den Puck rüber und der Youngster vollendete im Stile eines gestandenen Profis (27.). Das achte Saisontor der Nummer 44 und das mit gerade einmal 17 Jahren, Wahnsinn!
Danach fand Augsburg besser ins Spiel und hatte bei einem Powerplay auch richtig gute Möglichkeiten. Da musste Sebastian Dahm sein Können unter Beweis stellen. Die Panther waren in diesem Drittel nun besser im Spiel als es noch im ersten Drittel der Fall gewesen war.
Mehr passierte im Mitteldrittel dann nicht mehr und so nahmen die Eisbären nach einem am Ende ausgeglichenem zweiten Drittel mit leichten Vorteilen für die Berliner eine 3:0-Führung mit in die Kabine.

Im letzten Drittel versuchten beide Mannschaften zu Beginn sich Chancen zu erspielen. Auf Seiten der

Foto: eisbaerlin.de/walker

Eisbären vergab Frank Hördler vor dem Tor eine richtig gute Chance, er wurde im Slot angespielt, hatte viel Platz, schoss aber knapp am Tor vorbei. Und auf Augsburger Seite hätte Marco Sternheimer beinahe die Einladung von Hördler angenommen. Er tauchte nach einem Fehlpass frei vor Dahm auf, scheiterte aber am Pfosten. Glück für die Eisbären.
Augsburg versuchte fortan noch einmal etwas am Spielstand zu ändern, wollte wenigstens den Ehrentreffer erzielen. Aber Sebastian Dahm hatte keine Lust, auf sein Tänzchen nach dem Spiel zu verzichten und so ließ er keine Scheibe der Panther durch.
Und die Eisbären sorgten dann in Überzahl (!) für den Schlusspunkt. 130 Sekunden vor dem Ende der Partie passte John Ramage die Scheibe quer rüber zu Kapitän André Rankel und der holte wie in seinem „Fangesang“ gefordert die Kelle raus und hämmerte das Spielgerät mit satten 134 Km/h ins Augsburger Tor – 4:0 (58.).
Danach war diese Partie zu Ende, die Eisbären feierten den siebten Heimsieg im achten Heimspiel, Sebastian Dahm gelang der zweite Heim-Shutout in Folge und die Eisbären besserten zudem ihre Heim-Bilanz gegen die Augsburger auf. Denn vier der letzten fünf Heimspiele hatte man gegen die Fuggerstädter noch verloren. Aber diese Augsburger Mannschaft ist definitiv nicht so stark wie noch in der vergangene Saison, als man bis ins Halbfinale gestürmt war, dort aber in einer packenden Serie am späteren Vizemeister München scheiterte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Aber zurück zu den Eisbären und dem heutigen Spiel. Das war eine sehr souveräne und solide Vorstellung, von der ersten bis zur letzten Sekunde. Vorne erspielte man sich eine Reihe richtig guter Torchancen, konnte davon vier auch nutzen. Man kreierte tolle Spielzüge und ließ Augsburg nicht den Hauch einer Chance. Hinten stand man sehr kompakt und ließ nicht viel von Augsburg zu. Als Augsburg am Ende auf den Anschlusstreffer drängte, verteidigte man als Team sehr stark und verhalf Sebastian Dahm zum zweiten Shutout in dieser Saison. Und auch in Überzahl konnte man wieder einen Treffer erzielen, in Unterzahl blieb man ohne Gegentor.
Dennoch sollte man jetzt nicht in Höhenflüge verfallen. Es war heute ein toller Sieg gegen ein allerdings auch sehr harmloses Augsburg. Von daher darf man sich über die drei Punkte und die Reaktion auf Freitag freuen, aber nun sollte man den Fokus wieder auf die nächsten Spiele richten und versuchen, solche Aussetzer wie in Mannheim nicht zu wiederholen.

Dank Sebastian Dahm, James Sheppard und Lukas Reichel: Erster Auswärtssieg der Saison für die Eisbären Berlin

Da ist er, der erste Auswärtssieg der noch jungen DEL-Saison. Nach zuvor vier Auswärtsniederlagen mit null Punkten in Folge, brachen die Eisbären Berlin am Freitagabend im Augsburger Curt-Frenzel-Stadion den Bann und fuhren die ersten drei Auswärtspunkte der Saison ein. Vor 5.175 Zuschauern setzten sich die Berliner mit 2:1 (1:0,1:0,0:1) bei den heimischen Panthern durch und verließen somit schon wieder das Tabellenende, sind jetzt aktuell Tabellenzwölfter. Matchwinner waren Goalie Sebastian Dahm, welcher 40 von 41 Augsburger Schüssen parierte, sowie die beiden Torschützen James Sheppard und Lukas Reichel. Reichel traf somit auch im dritten DEL-Spiel in Folge. Der Youngster hat also einen Lauf.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin setzte auf die gleichen Spieler wie beim 1:3 in Iserlohn, änderte lediglich etwas an den Reihen. Somit stand also auch in Augsburg Sebastian Dahm wieder im Tor.

Foto: Christian

Es war das Duell, in dem eine Serie enden würde. Denn während die Eisbären vor dem Spiel noch auswärts sieglos waren, warteten die Fuggerstädter noch auf den ersten Heimsieg dieser Saison. Das Spiel war in der Anfangsphase von Strafen auf beiden Seiten geprägt. Die Eisbären hatten zweimal die Möglichkeit, in Überzahl zu spielen, doch machten sie sich diese Chance relativ schnell zu Nichte. So ging es einmal für 36 Sekunden und einmal für 1:36 Minuten mit 4-gegen-4 und anschließender Unterzahl weiter. Tore fielen in diesen Situationen aber keine.
Der erste Treffer des Abends sollte sechs Minuten vor der ersten Drittelpause fallen. Sean Backman eroberte stark die Scheibe hinter dem gegnerischen Tor, spielte sie vor das Tor, wo James Sheppard lauerte und zum 1:0 einschießen konnte (14.).
Die Hauptstädter danach weiter vorwärts aktiv, wollten hier nachlegen. Hinten stand man kompakt, Augsburg wurde lediglich zweimal noch gefährlich, aber Berlin nahm die 1:0-Führung mit in die Kabine. Für James Sheppard war der Führungstreffer enorm wichtig, wie er im Pauseninterview bei Magenta Sport sagte:

Es war wichtig, mal das Führungstor zu erzielen. Gerade gegen ein Team, welches schwungvoll beginnt. Das hat uns Selbstvertrauen gegeben und den Schwung bei Augsburg raus genommen.

Die Mannen von Chefcoach Serge Aubin waren auch zu Beginn des Mitteldrittels weiterhin gut im

Foto: Christian

Spiel, ließen hinten nicht viel zu. Augsburg brauchte fünf Minuten, um sich mal im Berliner Drittel festsetzen zu können und für Gefahr zu sorgen. Ein guter Wechsel der Hausherren, eine starke Phase, aber Sebastian Dahm war der Spielverderber und hielt das 1:0 fest.
Und die Eisbären? Die erwiesen sich heute als eiskalt und effektiv vor dem Tor. Maxim Lapierre sicherte sich im Angriffsdrittel an der rechten Bande die Scheibe, spielte sie vor das Tor, wo Lukas Reichel im Slot jede Menge Platz hatte. Der Youngster behielt die Ruhe und Übersicht, versenkte die Scheibe eiskalt im AEV-Tor von Olivier Roy – 2:0 (27.).
Sheppard und PC Labrie hätten danach beinahe den dritten Treffer nachgelegt, scheiterten jedoch aus aussichtsreichen Positionen. Augsburg kam erst gegen Ende des zweiten Drittels wieder gefährlich vor das Berliner Tor. Daniel Schmölz tauchte frei vor Dahm auf, schoss jedoch vorbei. Dann noch einmal die Eisbären vor dem gegnerischen Tor mit zwei guten Chancen durch Marcel Noebels, aber auch er scheiterte im Abschluss.
Die letzten Szenen im Mitteldrittel gehörten dann den Hausherren, die noch einmal alles nach vorne warfen und sich im Berliner Drittel festsetzten. Aber T.J. Trevelyan scheiterte an Dahm, Matt Callahans Schuss wurde geblockt und Jaroslav Hafenrichter schoss knapp am Tor vorbei. Somit stand es nach 40 Minuten 0:2 aus Sicht der Fuggerstädter. AEV-Stürmer Marco Sternheimer mit seinem Fazit nach dem zweiten Drittel im Pauseninterview bei Magenta Sport:

Wir sind im ersten Drittel nicht so in Fahrt gekommen, wie wir wollten und wie wir uns es vorgenommen hatten. Ich fand, im zweiten Drittel haben wir gut angefangen, haben einen guten Start gehabt, gleich viele Chancen raus gespielt. Aber dann unterläuft uns eine Unachtsamkeit und das wird sofort bestraft.

Foto: Christian

Das letzte Drittel begann mit je einer guten Chance auf jeder Seite. Marcel Noebels scheiterte für die Eisbären an Olivier Roy, Daniel Schmölz für den AEV an Sebastian Dahm. Es ging zu Beginn hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss.
Die Eisbären dann mit der Chance, in Überzahl für die Vorentscheidung zu sorgen. Jakob Mayenschein mit der Strafe wegen Spielverzögerung, aber es waren die Panther, die in Unterzahl trafen. Drew LeBlanc und Sahir Gill mit dem 2-auf-1-Konter, LeBlanc legte quer rüber zu Gill, welcher keine große Mühe hatte, die Scheibe im halbleeren Berliner Tor zu versenken – 1:2 (45.).
Kurze Zeit später Augsburg mit einem Powerplay und da machten sie mächtig Druck, drängten auf den Ausgleich. Allen voran Matt Callahan, der immer wieder für Gefahr vor Dahm sorgte, aber die Belriner überstanden diese Unterzahl schadlos.
Die Gastgeber warfen alles nach vorne, erhöhten das Tempo, die Eisbären mussten nun richtig hart arbeiten, stemmten sich mit allem, was sie hatten, dagegen. Das ganze Team arbeitete jetzt sehr hart in der Defensive und Sebastian Dahm erwischte einen richtig guten Tag. Er ließ die Augsburger Spieler heute reihenweise verzweifeln, ließ einfach nichts mehr zu.
Nach vorne boten sich den Berliner nun Konterchancen, aber Sean Backman, Maxim Lapierre und James Sheppard konnten diese nicht nutzen.
Augsburg probierte alles, nahm den Goalie raus und nahm sechs Sekunden vor dem Ende des Spiels eine Auszeit. Und 33 Sekunden vor dem Ende hätte David Stieler auch beinahe den Ausgleich erzielt. Die Scheibe prallte von der Bande hinter dem Tor zurück vor das Tor, er zog aus spitzem Winkel ab und hatte das halbleere Tor vor sich, schoss jedoch drüber. Pech für Augsburg, Glück für die Eisbären, die dieses Spiel somit knapp mit 2:1 für sich entschieden.

Ein Sieg des Willens und der starken Teamleistung. Heute hat die Mannschaft ein ganz starkes

Foto: Christian

Teamspiel hingelegt, vom Torwart bis zu den Stürmern. Jeder hat für jeden gekämpft, jeder hat jeden unterstützt. Man hat sich auf das einfache Eishockey konzentriert, stand hinten sehr kompakt und ließ wenig hochkarätiges von Augsburg zu, vorne nutzte man seine Chancen mal durchaus effektiv. Und im letzten Drittel, als Augsburg nach dem Anschlusstreffer alles dran setzte, den Ausgleich zu erzielen, verteidigte man ganz stark und brachte so das 2:1 über die Zeit.
Genau so einen Sieg hat es mal gebraucht, es geht derzeit nicht ums schön spielen. Hauptsache, man gewinnt wieder Spiele und holt Punkte, um aus dem Tabellenkeller heraus zu kommen. Mit den Erfolgen wächst das Selbstvertrauen und wir werden schon bald wieder schöner herausgespielte Siege sehen. Aber letztendlich zählen nur die drei Punkte und diese hat man heute dank einer starken Teamleistung geholt. Sah auch Kapitän André Rankel so nach dem Spiel bei Magenta Sport:

Der Auswärtssieg war ganz wichtig für uns. Wir wollten heute unbedingt gewinnen, damit wir von der Diskussion weg kommen. Wir haben es geschafft. Wir haben über 60 Minuten sehr gut gespielt. Wir wussten, dass Augsburg kommen und Druck entfachen wird, aber wir haben gut dagegen gehalten. Wir haben die ersten 40 Minuten sehr, sehr gut gespielt. Und in den letzten 20 Minuten haben wir gut gegen gehalten.

Selbstbedienungsladen Arena am Ostbhanhof: Die Eisbären verlieren das vierte Heimspiel in Folge und bleiben dabei zum dritten Mal ohne eigenen Treffer

 

Ausgabe #26:

Es gab mal Zeiten, da waren die Eisbären extrem heimstark und die Arena am Ostbahnhof eine uneinnehmbare Festung. Doch das muss sehr lange her sein. Im Moment verkommt die Mercedes-Benz Arena viel mehr zu einem Selbstbedienungsladen, wo sich jeder Gegner drei Punkte mitnehmen kann. Am Sonntagnachmittag verloren die Eisbären Berlin auch das vierte Heimspiel in Folge. Die Augsburger Panther setzten sich vor ausverkauftem Haus mit 1:0 (0:0,1:0,0:0) durch und sorgten dafür, dass die Eisbären nun bei drei der vier Niederlagen ohne eigenen Treffer blieben und nur ganze zwei Tore (!) in den letzten vier Heimspielen geschossen haben. Und das ist einfach nur mehr als peinlich, gerade für eine Mannschaft, wie es die Eisbären mal waren bzw. sein wollen.

Bei den Eisbären kehrte Verteidiger Danny Richmond zurück in den Kader und nach zwei Spielen als Back-up auf der Bank kehrte Kevin Poulin zurück ins Bären-Tor.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Heimspiel gegen München hatten die Eisbären den Start komplett verschlafen und nach nicht einmal sieben Minuten schon mit 0:3 hinten gelegen. Heute klappte das schon besser, wenn gleich Augsburg dennoch den besseren Start hinlegte. Von Beginn an drückte der AEV aufs Tempo und hatte früh zwei richtig gute Chancen, doch Kevin Poulin war zur Stelle. Und auf der Gegenseite hatte Jamie MacQueen eine richtig gute Chance, welche Olivier Roy im AEV-Tor mit einem klasse Save zu Nichte machte.
Nach guten ersten zehn Minuten der Augsburger mit guten Chancen kamen die Eisbären in den letzten zehn Minuten besser ins Spiel hinein, versuchten auch, sich Chancen zu erspielen, aber die Panther-Defensive machte es den Eisbären schwer, drängte sie immer wieder nach außen und zwang sie somit auch zu Schüssen von außen, was dann kaum Gefahr brachte. Nur selten kamen die Eisbären von der blauen Linie oder im Slot zum Abschluss.
Torlos endeten die ersten 20 Minuten, statistisch gesehen mit mehr Torschüssen für die Eisbären, was aber keinesfalls Hochkaräter waren.

Augsburg kam bärenstark aus der Kabine und belagerte das Eisbären-Tor, Kevin Poulin konnte sich

Foto: eisbaerlin.de/walker

ein ums andere mal auszeichnen und verhinderte mehrfach den Rückstand, welcher inzwischen absolut verdient gewesen wäre.
Die Eisbären dann mal mit einem Powerplay und der Möglichkeit, sich vom Druck der Fuggerstädter zu befreien, klappte jedoch nur bedingt, denn das Powerplay war keinesfalls gut gewesen. Und kaum war Augsburg wieder komplett, klingelte es im Berliner Gehäuse. Thomas Holzmann mit dem Pass von rechts außen vor das Tor, wo Sahir Gill am langen Pfosten lauerte und zum 0:1 einnetzen konnte (29.).
Auch danach Augsburg weiter am Drücker, sie waren die aktivere Mannschaft und hatten richtig gute Chancen. Aber Kevin Poulin machte immer wieder eine klasse Figur und ließ die Panther-Spieler reihenweise verzweifeln.
Als Augsburg zum Drittelende hin in Überzahl war, hatten die Eisbären bei zwei Kontern ihre gefährlichsten Aktionen im Mitteldrittel. Aber Florian Busch und Jamie MacQueen scheiterten jeweils im Abschluss, der Erste scheiterte an Roy, der Zweite schoss knapp am Tor vorbei.
So blieb es beim 0:1 nach 40 Minuten und die Hausherren konnten sich bei ihrem Goalie bedanken, dass es nur ein Tor Rückstand war, denn Augsburg hätte hier gut und gerne 3:0 oder gar 4:0 führen können.

Foto: eisbaerlin.de/walker

So war aber für das Schlussdrittel noch alles offen und die Eisbären noch im Spiel. Und man merkte den Eisbären im Schlussdrittel auch an, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Sie berannten das Augsburger Tor, aber die Defensive der Panther war nur schwer zu knacken. Immer wieder warfen sich die Augsburger Spieler in die Schüsse. Wenn die Eisbären es doch einmal bis in die Drittelmitte schafften und zum Abschluss kamen, ging der Puck entweder knapp drüber oder vorbei oder landete im Fanghandschuh von Olivier Roy. Es war zum verzweifeln, die Eisbären gaben sich ja im letzten Drittel Mühe, mussten aber bei Augsburger Gegenangriffen immer wieder aufpassen, nicht das zweie Gegentor zu kassieren.
Und meistens versuchte man es vor dem Tor zu kompliziert, statt einfach zu spielen. Aber so ist das eben, wenn man in einer Krise steckt und es überhaupt nicht läuft. Dann denkt man zu viel nach und entscheidet sich instinktiv immer falsch. Hast du Scheiße am Schläger…
Egal, was die Eisbären auch versuchten, am Ende verteidigten die Augsburger das knappe 1:0 bis zum Spielende und nahmen die drei Punkte mit nach Hause.

Die Eisbären scheinen es zum Ende der Saison tatsächlich noch zu schaffen, die einst sicher geglaubte Pre-Playoff-Qualifikation noch zu verspielen. Mit der Niederlage  gegen die Panther rutschte man auf Platz Zehn ab und hat auf den Elften Krefeld nur noch fünf Zähler Vorsprung, der nächste Heim-Gegner sind übrigens die Pinguine, die können also schon einmal drei Punkte mehr einplanen, denn in Berlin gibt’s die Punkte gerade auf dem Silbertablett serviert. Wer will nochmal, wer hat noch nicht…
Zwei Drittel taten sich die Eisbären gegen eine starke Augsburger Defensive sehr schwer, kamen meistens nur von außen zum Abschluss und konnten so für keinerlei Gefahr sorgen. Im letzten Drittel drückte man dann noch einmal auf das Tempo und hatte durchaus gute Möglichkeiten, aber im Abschluss fehlt den Jungs momentan das nötige Quäntchen Glück. „Aber so ist das eben, wenn du im Tabellenkeller stehst„, so analysierte Martin Buchwieser das Spiel nach der Schlusssirene.
Dass Trainer Stéphane Richer nach dem Spiel auf der PK davon gesprochen hat, es war ein gutes Spiel zweier Mannschaften, lässt einen dann nur noch kopfschüttelnd zurück. Und auch die Tatsache, dass er darauf hofft oder viel mehr spekuliert, dass nach der Länderspielpause drei bis vier Spieler wieder zurückkommen und dann alles besser wird, lässt einen nur noch schmunzeln. Die verletzten Spieler werden nicht sofort wieder auf Betriebstemperatur sein und somit nur bedingt eine Verstärkung für die Eisbären darstellen. Aber in Berlin redet man sich derzeit ja alles schön und träumt vermutlich auch daran, dass man bei erfolgreicher Qualifikation für die Pre-Playoffs diese übersteht und dann in den Playoffs noch für Furore sorgen wird. Träume muss man haben, aber lassen wir die Verantwortlichen in der Eisbären-Etage mal weiter träumen und wecken sie dabei nicht auf.