Licht und Schatten am ersten DEL-Wochenende bei den Eisbären Berlin

Zwei Spieltage ist die neue Saison in der PENNY DEL schon wieder alt und die Eisbären Berlin haben ihre ersten beiden Spiele absolviert. Am 1. Spieltag traf man auf Red Bull München, gegen die man mit 1:4 verlor. Am 2. Spieltag war man am Seilersee zu Gast und gewann dort in einer turbulenten Partie mit 7:4 bei den Iserlohn Roosters. Somit stehen die Hauptstädter nach zwei Spieltagen punkt- und torgleich mit dem Gegner vom Sonntag, den Iserlohn Roosters, auf Platz Sechs in der DEL-Tabelle – mit drei Punkten und 8:8-Toren.

Dabei hätten es am Ende auch gut und gerne fünf oder sechs Zähler sein können. Denn auch gegen München war ein Sieg im Bereich des Möglichen. Auch gegen die Mannschaft von Coach Don Jackson zeigte man eine ansprechende Leistung, kam immer gut rein in die drei Drittel und ging auch früh im zweiten Drittel in Führung. Man erspielte sich gute Chancen, hatte auch den ein oder anderen Alleingang, welchen man aber eben nicht verwerten konnte. Bei einer besseren Chancenverwertung hätte man gegen München durchaus nach regulärer Spielzeit oder Verlängerung/Penaltyschießen gewinnen können.
Denn so viel besser waren die roten Bullen nun nicht, aber eben sehr effektiv vor dem Tor. Zwei Tore nach einem Bully im Angriffsdrittel und ein wichtiges Powerplaytor zum vorentscheidenden 3:1. München erwies sich am Ende als etwas abgezockter als die Berliner. Kleinigkeiten machten die Spieler und Trainer Serge Aubin daher nach dem Spiel als Hauptgründe für die Niederlage aus, aber man befindet sich eben auch noch in einem Prozess.

In Iserlohn war es dann natürlich ein Spiel, welches den Trainern graue Haare beschert haben dürfte. Dort ging es teilweise munter hin und her, die Defensive der Eisbären offenbarte dabei weiterhin ihre Probleme. Diese ziehen sich nun schon seit der CHL wie ein roter Faden durch das Spiel der Eisbären. Und Marcel Noebels sagte daher ja auch nach dem Spiel am Seilersee, dass es recht selten ist, dass man drei Punkte holt, wenn man auswärts vier Gegentore kassiert. Das kann nicht immer gut gehen, aber es zeigte eben auch die Moral und den Charakter der Mannschaft. Dreimal ging Iserlohn in Führung, dreimal kamen die Berliner zurück, welche aber vor allem im zweiten Drittel mal wieder mit ihrer Chancenverwertung gehadert haben dürften. Doch im letzten Drittel zeigten sie, welches Potential in dieser Mannschaft steckt und schossen mit vier Toren den ersten Saisonsieg noch souverän heraus.
Aber darauf darf man sich eben nicht immer verlassen, von daher wird man nun in der nächsten Zeit daran arbeiten, die Defensive in den Griff zu bekommen. Denn immer wieder einem Rückstand hinterher zu rennen kostet natürlich auch enorm viel Kraft und diese kann dir dann am Ende eines Spiels irgendwann ausgehen.

Die Verantwortlichen der Eisbären werden aus diesen beiden Spielen ihre Schlüsse ziehen, werden die positiven und negativen Dinge analysieren. Was gegen München und Iserlohn sicherlich schon gut lief, war das Penaltykilling, wenn gleich es in beiden Duellen jeweils ein Gegentor in Unterzahl setzte. Aber die Ansätze sind da und gerade gestern lobte Coach Serge Aubin auch explizit die Special Teams seiner Mannschaft.
Das man Tore schießen kann, wenn man seine Chancen besser nutzt, das bewies man gestern Abend am Seilersee, als im letzten Drittel endlich der Knoten platzte. Nur defensiv muss man seine Baustellen angehen und dort weniger Gegentore zu lassen. An den ersten beiden Spieltagen ließ man insgesamt 53 Torschüsse der Gegner zu. Dabei fiel vor allem gegen München auf, dass man die roten Bullen in diesem Spiel vor allem aus der gefährlichen Zone zum Abschluss kommen ließ. 47 Prozent ihrer Schüsse gab München aus dem Slot ab. Was natürlich auch schwer ist, München mit der Qualität der Spieler aus dem Slot fernzuhalten.
Gegen Iserlohn klappte das dann schon wesentlich besser und die Roosters gaben nur 28 Prozent ihrer Schüsse aus dem Slot ab. Da klappte die Defensivarbeit schon wesentlich besser, aber dennoch schlug es viermal hinter Tobias Ancicka ein. Die Eisbären wissen also, woran sie ansetzen müssen.

Was beim Donnerstagspiel auffiel: Während beim Gegner die Eiszeit relativ ausgeglichen verteilt wurde und kein Spieler auf mehr als 20 Minuten Eiszeit kam, waren es bei den Eisbären gleich drei Spieler – Morgen Ellis (21:42 Minuten), Blaine Byron (21:02) und Leo Pföderl (20:06).
Am Sonntag am Seilersee waren es dann schon fünf Spieler mit mehr als 20 Minuten Eiszeit – Marcel Noebels (23:06), Blaine Byron (22:16), Jonas Müller (22:08), Leo Pföderl (21:47) und Morgan Ellis (21:28). Da brachten es aber auch drei Sauerländer auf mehr als 20 Minuten Eiszeit.

Die Youngster bekamen unterschiedlich viel Eiszeit. Bennet Roßmy bekam gegen München 4:45 Minuten, in Iserlohn waren es dann nur noch 2:33 Minuten. Korbinian Geibel kam bei seinem einzigen Spiel in Iserlohn auf 1:25 Minuten. Eric Mik war gegen München mit 8:38 Minuten der Youngster mit der meisten Eiszeit, Sebastian Streu kam auf 6:21 Minuten. Streu war dann am Sonntag mit 11:22 Minuten deutlich mehr auf dem Eis als Mik (3:21 Minuten).

In Überzahl fiel auf, dass gegen München gleich fünf Spieler auf mehr als vier Minuten Eiszeit kamen – Nicholas B. Jensen (4:25), Giovanni Fiore, Zach Boychuk (beide 4:12), Matt White (4:10) und Mark Zengerle (4:02). Damit hatten sie deutlich mehr Powerplayzeit als Blaine Byron, der mit exakt drei Minuten die sechstmeiste Zeit in Überzahl auf dem Eis verbrachte.
Aber auch da rotierte Coach Serge Aubin, waren es am Sonntag in Iserlohn doch andere Spieler, welche die meiste Zeit in Überzahl auf dem Eis waren – Leo Pföderl, Blaine Byron (beide 2:50), Marcel Noebels (2:49) und Morgan Ellis (2:22).

Erfreulich zu sehen war, dass Kevin Clark in Iserlohn endlich sein erstes Tor für die Eisbären erzielte und zudem auch noch ein Tor vorbereitete. Die ersten beiden Scorerpunkte für den zu Beginn doch eher glücklosen Clark, aber Serge Aubin hatte es ja nach dem Spiel gegen München auf der Pressekonferenz gesagt, dass er sich da keine Sorgen macht, dass er seine Zeit brauchen wird, aber dann den Eisbären weiterhelfen wird.
Die drei besten Scorer an diesem Wochenende verwundern dagegen überhaupt nicht: Marcel Noebels mit vier (2 Tore/2 Assists), Matt White (2/1) und Leo Pföderl (1/2) mit je drei Scorerpunkten.

Ausbaufähig ist hingegen die Fangquote der beiden Goalies, was aber bei acht Gegentoren nicht verwundert. Mathias Niederberger kommt nach dem Spiel gegen München auf eine Quote von 85,71 Prozent, Tobias Ancicka auf 83,33 Prozent.

Aber noch sind wir ganz früh in der Saison und die Leistungskurve der Eisbären Berlin zeigt nach oben. Ob sie auch in den Spielen in Bremerhaven am Freitag und gegen Mannheim am Sonntag weiter steigen wird, werden wir am Wochenende beobachten.

7:4-Auswärtssieg am Seilersee: Matt White, Leo Pföderl und Marcel Noebels führen die Eisbären Berlin zum ersten Saisonsieg

Die Eisbären Berlin haben den ersten Saisonsieg eingefahren. Bei den Iserlohn Roosters setzten sich die Berliner in einer turbulenten Partie mit 7:4 (1:1,2:2,4:1) durch und holten damit die ersten drei Punkte der Saison. Den Trainern dürfte dieses Spiel nicht wirklich gefallen haben, denn welcher Trainer sieht schon gerne so ein Tor-Festival. Aber letztendlich zählen zunächst einmal die drei Punkte auf Berliner Seite, welche enorm wichtig waren für das Selbstvertrauen. 

Eisbären-Coach Serge Aubin änderte ein bisschen was am Line-up im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen München. Während die drei Verteidiger-Pärchen und die ersten beiden Angriffsreihen gleich blieben, bekamen Parker Tuomie und Kevin Clark in der dritten Reihe einen neuen Center. Gegen München war das noch Mark Zengerle, heute stelle Aubin Sebastian Streu als Center zwischen die beiden Außenstürmer. Zengerle war heute gar nicht im Kader und den Platz von Streu in Reihe Vier zwischen Bennet Roßmy und Manuel Wiederer nahm Allzweckwaffe Eric Mik ein, der am Donnerstag noch siebter Verteidiger war. Diese Position nahm heute Korbinian Geibel ein, welcher für Zengerle in den Kader rutschte. Und auch im Tor änderte Serge Aubin etwas, denn Tobias Ancicka spielte anstelle von Mathias Niederberger.

Brisanz war in diesem Spiel natürlich drin, trafen beide Mannschaften doch im Viertelfinale der letzten Saison aufeinander. Am Ende setzten sich die Hauptstädter mit 2:1-Siegen durch, weshalb Iserlohn natürlich noch eine offene Rechnung begleichen wollte. Diese betrifft das einzige Heimspiel im Viertelfinale, als man mit 0:6 unterging. Und die Sauerländer traten auch mit ordentlich Rückenwind an, gewannen die Jungs von Coach Brad Tapper am Freitagabend doch ihr erstes Saisonspiel mit 4:1. Die Eisbären hingegen kamen mit fünf Pflichtspielniederlagen in Folge (inklusive CHL) im Gepäck an den Seilersee.

Aber die Hauptstädter waren die Mannschaft, welche hier in der Offensive die ersten Akzente setzte. Marcel Noebels bereits in der ersten Minute mit einer guten Chance. Und drei Minuten später war Blaine Byron durch und lief alleine auf Andreas Jenike zu, doch er scheiterte am Iserlohner Schlussmann. Und nur wenige Augenblicke später war Luke Adam alleine durch, doch auch er scheiterte am Berliner Goalie Tobias Ancicka. Ein munterer Beginn am Seilersee also.
Und so ging es auch weiter. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor und auch den Abschluss. Zunehmend wurde es dann aber auch etwas ruppiger, zunächst vor dem Berliner Tor, wenig später vor dem Iserlohner Tor. Und bei der zweiten Situation kassierten beide Mannschaften auch eine Strafe. Sena Acolatse auf Roosters-Seite und Zach Boychuk auf Berliner Seite, somit ging es mit Vier-gegen-Vier weiter. Und als beide Teams wieder komplett waren, schlug „Mister 1:0“ wieder zu. Kris Foucault staubte ab und brachte Iserlohn in Führung (10.). Torsten Ankert war zuvor noch an Tobias Ancicka gescheitert, Foucault stand dann goldrichtig – wie letztes Jahr des Öfteren in Berlin.
Doch den Berlinern bot sich schnell die Chance zum Ausgleich, denn Joe Whitney kassierte die nächste Strafe für die Gastgeber und so die Eisbären mit dem ersten Powerplay in dieser Partie. Nur schafften es die Hauptstädter nicht, überhaupt mal einen gefährlichen Schuss abzugeben und somit überstand Iserlohn das Unterzahlspiel ohne große Probleme.
Was beim ersten Mal nicht klappt, funktioniert ja vielleicht beim zweiten Mal besser. Torsten Ankert mit der nächsten Strafe und die Berliner mit dem zweiten Überzahlspiel am Seilersee. Und da klingelte es tatsächlich. Leo Pföderl gab schon einen Schuss ab, der nicht rein ging. Die Berliner setzten nach und Kevin Clark glich mit seinem ersten Tor für die Eisbären aus – 1:1 (15.).
Nun zur Abwechslung aber mal ein Überzahlspiel für Iserlohn, Manuel Wiederer musste in die Kühlbox. Aber das Penaltykilling der Eisbären mit guter Arbeit, machte die Räume gut zu und überstand die Unterzahl somit schadlos. Es blieb beim 1:1 nach 20 Minuten.

Das zweite Drittel begann mit Überzahl für Iserlohn, da Frank Hördler mit Ablauf des ersten Drittels noch eine Strafzeit kassierte. Aber auch dieses Mal ein sehr starkes Penaltykilling der Gäste, die allerdings sieben Sekunden vor Ablauf der Strafe Sven Ziegler unsauber am Abschluss hinderten und ihm somit einen Penalty ermöglichten. Und dieser Penalty war die einzige Chance in Überzahl, aber der saß eben – 1:2 (22.), erneut ein Gegentor durch einen Ex-Eisbär.
Die Atmosphäre wurde nun richtig hitzig am Seilersee, was man aber kennt, dass sich die Iserlohner Fans bei jedem kleinen bisschen aufregen. Matt White kassierte jedenfalls die nächste Strafzeit und Iserlohn erneut in Überzahl. Dass von der Strafbank fernbleiben klappte bisher also überhaupt nicht. Aber immerhin überstand man dieses Unterzahlspiel ohne ein weiteres Gegentor.
Fortan die Eisbären darum bemüht, Druck auf das Tor von Andreas Jenike aufzubauen, um den Ausgleich zu erzielen. Sie störten Iserlohn früh im Spielaufbau, um die Scheibe zu ergattern. Chancen waren auch da, aber der Puck wollte einfach nicht ins Tor gehen.
Vielleicht aber mal in Überzahl, was ja schon einmal klappte. Kris Foucault musste auf Seiten der Hausherren auf die Strafbank. Aber das Powerplay spielten die Eisbären zu kompliziert. Doch mit Ablauf der Strafe zog Leo Pföderl von links ab und sorgte für „Ohne Schiri, habt ihr keine Chance„-Rufe am Seilersee – 2:2 (33.). Herrlich das Iserlohner Fachpublikum!
Dann mal wieder Überzahl für Iserlohn, Zach Boychuk suchte die Strafbank der Eisbären auf. Und Iserlohn nutzte das zur erneuten Führung aus. Eric Cornel mit dem 3:2, da sah Ancicka unglücklich aus (34.). Dem Spielverlauf entsprach der Spielstand natürlich nicht, aber die Eisbären haderten mal wieder mit ihrer Chancenverwertung. Zu diesem Zeitpunkt hatte man doppelt so oft auf das Tor geschossen, aber Iserlohn war eben effektiver vor dem Tor.
Doch dann schlugen die Eisbären zurück. Unübersichtliche Situation vor dem Iserlohner Tor, Marcel Noebels behielt als einziger Spieler die Übersicht und sorgte für das 3:3 (36.). Was auch verdient war.
Anschließend ging es munter hin und her, weite Tore sollten aber nicht fallen, obwohl die Eisbären in der letzten Minute nochmal zwei dicke Möglichkeiten hatten. Somit stand es nach 40 Minuten 3:3-Unentschieden, was für Iserlohn schmeichelhaft war. Aber da müssen sich die Eisbären selbst an die Nase fassen, wenn man seine Chancen so schlecht verwertet wie die Berliner heute Nachmittag.

Das letzte Drittel ging erst einmal zerfahren los, viele Unterbrechungen und zudem auch ein verhaltener Beginn beider Mannschaften. Beide Teams waren darauf bedacht, keine Fehler zu machen und so spielten sie auch. Großartige Torchancen bekam man nicht zu sehen, auch keine hitzigen Zweikämpfe. Da gab es in der Kabine wohl Ansagen von den Trainer Brad Tapper und Serge Aubin. Schüsse wurden zwar abgegeben, aber diese stellten die Goalie vor keine größeren Probleme.
Achteinhalb Minuten dauerte es bis zu ersten dicken Chance. Kapitän Frank Hördler hatte zunächst noch Probleme mit der Scheibenannahme an der blauen Linie, dann bekam er das Spielgerät doch noch unter Kontrolle, hatte das Auge für Matt White am rechten Pfosten und der sorgte für die erstmalige Berliner Führung an diesem Abend – 4:3 (49.).
Und nur 34 Sekunden später war es erneut Matt White, der traf. Er kam über rechts vor das Tor, wollte die Scheibe zu Zach Boychuk passen, der Puck kam aber zurück zu ihm und er netzte eiskalt ein – 5:3 (50.). Danach nahm Brad Tapper, der IEC-Coach, erstmal eine Auszeit. Das war schon ein Schock für die Hausherren, dieser blitzschnelle Doppelschlag des Deutschen Meisters.
Aber die Sauerländer mit der Antwort durch Sven Ziegler, welcher per Onetimer aus dem Slot auf 4:5 verkürzen konnte (51.).
Und die Chance zum Ausgleich bot sich den Hausherren, als Morgan Ellis eine Strafzeit kassierte und Iserlohn so ein Powerplay ermöglichte. Und das in einer entscheidenden Phase, in der die Roosters Morgenluft witterten. Aber die Eisbären standen gut in der Box und machten die Schusswege gut zu, so dass Iserlohn zu keiner gefährlichen Chance kam. Starkes Penaltykilling zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt in diesem Spiel.
Kaum komplett, hatte Leo Pföderl die dicke Chance auf das 6:4, doch er zielte zu genau, traf leider nur die Latte. Aber nun war hier wieder Feuer drin, seit den Toren war das wieder das Eishockeyspiel aus den ersten beiden Dritteln.
Und knapp vier Minuten vor dem Ende machte Marcel Noebels den Deckel auf diese Partie. Blaine Byron mit dem klasse Querpass auf Noebels und der zimmerte die Scheibe unter die Latte – 6:4 (57.). Damit sorgte die Nummer 92 erst einmal wieder für Ruhe am Seilersee, wo die Iserlohner Fans gehofft hatten, ihre Mannschaft nochmal zum Ausgleich zu supporten.
Der Deckel war drauf, Zach Boychuk sorgte dafür, dass er auch richtig verschlossen war. Er erhöhte mit dem Empty-Net-Goal auf 7:4 (58.). Damit war dann auch das Feuer wieder raus aus dem Spiel. Die Eisbären holten sich den ersten Saisonsieg und ließen den Seilersee verstummen.

Das war mal ein Spiel. Die Eisbären lagen dreimal hinten, sind dreimal zurückgekommen und haben das Spiel im letzten Drittel letztendlich dank des Doppelschlags von Matt White gewonnen. Man hat also am Ende doch noch einiges aus seinen Chancen gemacht, was dem Team Selbstvertrauen geben wird. Endlich hat man den ersten Pflichtspielsieg eingefahren, aber es sind weiterhin Baustellen vorhanden. Allen voran die Defensive, die man einfach nicht dicht bekommt. Auch im zweiten Saisonspiel kassiert man vier Gegentore, steht somit jetzt bei acht Gegentreffern nach zwei Spielen. Man schießt nicht in jedem Spiel und gegen jeden Gegner sieben Tore, von daher sollte man versuchen, den Laden hinten schleunigst dicht zu bekommen.
Positiv zu erwähnen sind definitiv Marcel Noebels (zwei Tore/zwei Vorlagen) und Leo Pföderl (1/3), welche je vier Scorerpunkte beisteuerten. Matt White kam auf drei Punkte (2/1) und Kevin Clark (1/1) sammelte seine ersten beiden Scorerpunkte im Trikot der Eisbären Berlin.

1:4-Niederlage zum Saisonstart: Eisbären hadern mit der Chancenverwertung – München erweist sich als enorm abgezockt

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #3:

Die Eisbären Berlin haben das erste Heimspiel in der neuen Saison der PENNY DEL verloren. Gegen Red Bull München setzte es am Ende eine 1:4 (0:0,1:2,0:2)-Niederlage. Das war natürlich nicht der erhoffte Start gewesen, zumal man damit jetzt bei fünf Pflichtspielniederlagen in Folge liegt. Aber auch gestern waren wieder gute Ansätze dabei, dominierte man phasenweise das Spiel und München, hatte jede Menge guter Torchancen. Doch mangelte es an der Chancenverwertung. Diese gelang München deutlich besser, weil sie am Ende einfach abgezockter agierten. Dennoch kann man auch aus dieser Partie positive Sachen mitnehmen.

Bei den Eisbären gab es gestern die Rückkehr von Verteidiger Morgan Ellis, der an der Seite von Jonas Müller verteidigte. Die übrigen Verteidiger-Pärchen blieben im Vergleich zur CHL-Partie in Schweden unverändert. Müller hatte da noch mit Eric Mik zusammen gespielt, der war heute siebter Verteidiger. Im Sturm gab es das Saison-Debüt des zuletzt gesperrten Parker Tuomie, welche eine Angriffsreihe mit Mark Zengerle und Kevin Clark bildete. Clark rotierte aus der Formation mit Marcel Noebels und Leo Pföderl heraus. Dort stürmte stattdessen Blaine Byron. Die Reihe White-Boychuk-Fiore blieb zusammen. Die nominell vierte Reihe bildeten Manuel Wiederer, Sebastian Streu und Bennet Roßmy. Und das Berliner Tor hütete wieder „die Krake von Riga“ Mathias Niederberger.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Was war das vor dem Spiel für ein Gefühl! Letzte Saison kam man hoch auf seinen Platz und schaute das Spiel und machte seine Notizen für den Spielbericht. Wenn man sich in der Arena umschaute, sah man eine gähnende Leere. Doch das war gestern anders. Die Arena am Ostbahnhof war wieder mit Leben gefüllt, der Support und die Fan-Gesänge waren wieder zurück und man hatte endlich wieder das typische Eishockey-Feeling zurück. Auch wenn die Arena noch nicht mit 14.200 Zuschauern ausverkauft war, so war es gestern wieder eine unglaubliche Stimmung. Gänsehaut-Feeling.

Und dieses setzte sich fort, als auf dem Videowürfel Bilder aller Meisterschaften gezeigt wurden. Zunächst die der ersten sieben und zum krönenden Abschluss noch die achte. Anschließend wurde das neue Meisterbanner unter das Hallendach gezogen. Da, wo jetzt acht Meisterbanner (!) hängen. DEL-Rekordmeister sind eben die Eisbären Berlin!

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Guter Beginn der Eisbären, die die ersten Minuten den Vorwärtsgang suchten und auch die Scheibe immer wieder gefährlich Richtung Münchner Tor brachten. Und damit provozierten sie auch gleich die erste Strafzeit der Partie, Zach Redmond bekam diese wegen Hakens. Aber es war Patrick Hager, der zunächst einmal einen Konter fuhr, Mathias Niederberger ausspielen wollte, doch der behielt die Ruhe und die Oberhand in diesem Duell. Die Eisbären kombinierten sich erst am Ende richtig klasse durch, Kevin Clark mit dem Onetimer am linken Pfosten, doch er bekam die Scheibe nicht an Danny Aus den Birken vorbei. Auch nach dem Powerplay brannte es noch ein-, zweimal lichterloh vorm Münchner Tor, leider ohne Erfolg für die Berliner.
Nun setzte sich aber auch mal München fest und suchte den gefährlichen Abschluss vor Mathias Niederberger. Aber auch die Jungs vom Oberwiesenfeld hatten bei ihren Versuchen noch kein Glück. Es war bis hierhin ein sehr kurzweiliges Eishockey-Spiel, bei dem es schnell hin und her ging.

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Und direkt nach dem Powerbreak macht es „Peng“ an der Münchner Latte, Leo Pföderl war auf und davon, doch das Aluminium verhinderte die Berliner Führung, welche inzwischen verdient gewesen wäre.
In der elften Spielminute dann aber ein Powerplay für München, Kai Wissmann musste wegen Haltens auf die Strafbank. Doch das Penaltykilling der Berliner mit einer klasse Leistung, ließ nicht einen gefährlichen Schuss der Gäste zu.
Dann wieder die Berliner in Überzahl, Patrick Hager brachte Mark Zengerle zu Fall und somit das zweite Powerplay der Eisbären in dieser Partie. Doch auch das konnte nicht so wirklich überzeugen, Matt White zwar mit zwei gefährlichen Zuspielen vor das Tor, aber da fand sich kein Abnehmer für.
Das Auftaktdrittel lief dann ruhig aus, es passierte nichts Aufregendes mehr und so ging es nach einem sehr ansehnlichen ersten Drittel beim Stand von 0:0 in die Kabinen. Was aus Berliner Sicht negativ auffiel: Die Bully-Statistik, welche 2:12 aussagte…

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56 Sekunden war das Mitteldrittel alt, da schepperte es erstmals in dieser Saison im Tor. Zach Boychuk traf per Onetimer zum 1:0 und die Arena fing an zu Beben (21.). Eben jener Boychuk hatte danach gleich die nächste Chance bei einem Zwei-auf-Eins-Konter auf Zuspiel von Matt White, doch dieses Mal ging die Scheibe nicht ins Netz.
München versuchte eine Antwort zu finden, aber Konny Abeltshausers Schuss landete sicher im Fanghandschuh von Mathias Niederberger, „der Krake von Riga“. Die weitaus besseren Chancen hatten in dieser Phase die Berliner. München hinten unsortiert, Giovanni Fiore mit freier Schussbahn, knapp daneben.
Aber wie es dann immer so ist, wenn du vorne deine Chancen nicht nutzt, trifft der Gegner. Zach Redmond ins kurze Eck zum 1:1 (25.).
Nun war es ein Duell auf Augenhöhe und beide Teams suchten den Weg in die Offensive. München wurde dann aber erst einmal ausgebremst, denn Maximilian Kastner kassierte die nächste Strafzeit für die Gäste, diesmal wegen Beinstellens. Powerplay also für die Hausherren, aber München machte die Räume ganz eng und ließ den Eisbären so überhaupt keinen Platz, weshalb auch dieses Überzahlspiel verpuffte.
Aber die Hauptstädter blieben am Drücker und setzten München immer wieder unter Druck, vor Danny Aus den Birken gab es immer wieder Phasen, wo es brenzlig wurde. Nur die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor der Münchner.
Dann mal wieder ein Überzahlspiel für München, weil die Eisbären zu viele Spieler auf dem Eis hatten. Kevin Clark saß die Strafzeit ab. Aber auch diese Überzahl war nicht von Erfolg oder großartigen Chancen gekrönt.

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Die Partie war weiter hart umkämpft, es ging immer wieder hin und her, mal kam die eine Mannschaft zum Abschluss, mal die andere. Beide waren auf der Suche nach der einen entscheidenden Lücke und München fand diese dann drei Minuten vor der zweiten Drittelpause. Yannic Seidenberg hatte nach einem gewonnenen Bully im Angriffsdrittel abgezogen und zum 1:2 getroffen. Die Scheibe schlug im langen Eck ein (37.).
Und es ging negativ weiter, Frank Hördler mit der nächsten Strafzeit und München mit einem Mann mehr auf dem Eis. Die Chance für die Gäste also direkt zum Nachlegen. Doch Matt White hatte in Unterzahl die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Danny Aus den Birken. Und kurz darauf war das Powerplay auch schon wieder vorbei, denn auch München konnte heute nicht zählen, hatte ebenfalls zu viele Spieler auf dem Eis. Wollten sie wohl heimlich daraus ein doppeltes Überzahlspiel machen, nene so geht das hier aber nicht. Austin Ortega, seines Zeichens Ex-Eisbär, saß diese Strafzeit ab. Somit ging es zunächst mit vier Spielern auf jeder Seite weiter und anschließend einem etwas mehr als einminütigem Powerplay für die Berliner. Und da hatte Matt White wieder die Chance, aber auch dieses Mal schlug die Scheibe nicht hinter Danny Aus den Birken ein. Somit nahm München eine knappe 2:1-Führung mit in die zweite Drittelpause, aber zu Beginn des Schlussdrittels hatten die Eisbären noch 22 Sekunden Überzahl.

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Und aus der Kabine kamen die Eisbären wie die Feuerwehr und sorgten für ordentlich Gefahr vor Danny Aus den Birken. Die Scheibe wollte aber nach wie vor nicht reingehen, egal, was die Eisbären auch versuchten. Danach wirkten die Eisbären aber etwas fahrig in der Defensive, was München Chancen ermöglichte.
Und Simon Després sorgte anschließend für die nächste Berliner Strafzeit, diese kassierte er wegen eines Ellbogenchecks. So nahm man sich also selbst den Rückenwind vom eigentlich guten Start ins letzte Drittel. Und Zach Redmond hatte gleich einmal die dicke Chance, aber Mathias Niederberger fuhr seine Schoner aus und parierte dessen Schuss. Gegen den Schuss von Yannic Seidenberg von der blauen Linie war aber dann auch er machtlos bzw. Yasin Ehliz, welcher den Schuss entscheidend abfälschte – 1:3 (45.).
Nun wurde es natürlich noch schwerer für die Eisbären gegen eine äußerst abgezockt auftretende Mannschaft von Don Jackson. Zumal den Eisbären immer mehr Stockfehler unterliefen, die Pässe nicht mehr ankamen oder aber man Probleme mit der Scheibenverarbeitung hatte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und München fing jetzt an vor dem Tor zu zaubern. Am Ende war es ausgerechnet Austin Ortega, welcher den Gehaltsverzicht nicht mitmachen wollte, der auf 1:4 stellte (48.). Was die Berliner Fans von ihm halten, bekam er bei Durchsage des Torschützens zu spüren – nämlich Pfiffe…
Das vierte Gegentor sorgte jedenfalls durchaus für einen Dämpfer auch beim Publikum, welches aber nun eben die Rückkehr ins Stadion feierte. Aber die Berliner hatten sich den Rückstand selbst zuzuschreiben, weil ihr Spiel nun zu fehlerbehaftet war. An fehlender Unterstützung von den Rängen mangelte es jedenfalls nicht.
Aber nach dem Powerbreak setzten sie sich nochmal im Münchner Drittel fest, Leo Pföderl kam auch zum Abschluss, doch er hatte kein Glück dabei. Doch solche Chancen waren in den letzten Minuten eher Mangelware. Zwar versuchte man Druck aufzubauen, doch die Münchner Defensive ist dafür zu erfahren, um sich in diesem Spiel nochmal die Butter vom Brot nehmen zu lassen.
Am Ende spürte man, wie groß der Frust bei den Eisbären war, als die Abstimmung hinter dem Tor zwischen Mathias Niederberger und Kai Wissmann überhaupt nicht funktionierte und er stattdessen mal eben Münchens Youngster Sebastian Cimmerman gegen den Bande drückte. Dafür kassierte er zurecht zwei Minuten.
Damit war die Messe hier natürlich gelesen, weil die Eisbären auch aus der besten Chance durch Manuel Wiederer, der alleine auf Aus den Birken zulief, nichts machten. So kassierte man eine am Ende auch verdiente Heimniederlage, weil sich die Gäste vom Oberwiesenfeld als zu abgezockt erwiesen und die Eisbären ihre Chancen in den entscheidenden Momenten nicht nutzen konnten und zudem zu viele Fehler noch drin hatten. Am Ende wurde die Mannschaft aber trotzdem von ihren Fans gefeiert.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Natürlich wäre gestern gegen München auch ein Sieg drin gewesen, dass zeigten auch die Stimmen nach dem Spiel auf der Pressekonferenz oder von den Spielern in der Mixed Zone. Den Knackpunkt machten die Berliner an der mangelnden Chancenverwertung aus. Coach Serge Aubin sah im Gegentor zum 1:3 das entscheidende Gegentor, von dem sich seine Mannschaft nicht mehr erholen sollte.
Eigentlich zeigten die Eisbären auch ein gutes Spiel, kamen stets stark in jedes Drittel rein und machten jede Menge Druck. Im Mitteldrittel belohnten sie sich auch mit dem frühen 1:0. Aber letztendlich fehlte den Hausherren die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Sie hatten beste Chancen, teilweise stark herausgespielt, teilweise aber auch Alleingänge, wo man dann vor dem Tor nicht die Nerven behielt und das Duell mit Danny Aus den Birken verlor. Aber in solchen Duellen gegen Spitzenteams muss man eben seine Chancen eiskalt nutzen und das taten die Berliner eben nicht. Gehen die Chancen rein, dann kann dieses Spiel auch für die Eisbären ausgehen.
Aber wie Serge Aubin so schön nach dem Spiel sagte, es war erst ein Spiel und es kommen noch viele weitere. Und nach wie vor befindet man sich noch in einem Prozess, der aber auch heute wieder Fortschritte zeigte. Zwar steht man jetzt bei fünf Pflichtspielniederlagen in Folge, aber es war nun auch nicht so, dass man in allen Spielen hoffnungslos unterlegen war. Es gab immer wieder Phasen, in denen die Eisbären das Spiel dominierten und beste Chancen hatten. So auch gestern. Und wenn man diese Chancen nutzt, dann werden auch wieder Siege eingefahren, das Selbstvertrauen steigt und man wird eine große Rolle in dieser Saison spielen.

Stéphane Richer: „Die Eisbären Berlin gehen immer in die Saison, um am Ende die Meisterschaft zu gewinnen“

v.l: Chefcoach Serge Aubin, Sportdirektor Stéphane Richer, GASAG-Vorstandsvorsitzender Georg Friedrichs, Kapitän Frank Hördler, Geschäftsführer Thomas Bothstede. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Morgen Abend beginnt die neue Saison in der PENNY DEL. Dann werden die Eisbären Berlin als Titelverteidiger in die neue Spielzeit starten. Und somit werden die beiden anderen Schwergewichte in der höchsten deutschen Spielklasse, Mannheim und München, die Eisbären jagen. Doch in dieser Saison haben die Eisbären noch einen Trumpf in der Hinterhand, welchen man letztes Jahr nicht hatte und trotzdem am Ende die achte Meisterschaft holen konnte. Geschäftsführer Thomas Bothstede äußerte sich auf der heutigen Saisoneröffnungspressekonferenz der Eisbären Berlin bei Hauptsponsor GASAG – an der neben ihm Trainer Serge Aubin, Kapitän Frank Hördler, Sportdirektor Stéphane Richer und der Vorstandsvorsitzende der GASAG, Georg Friedrichs, teilgenommen haben – wie folgt:

Es ist immer noch eine schwierige Situation. Und wir alle wissen was für uns mit das Wichtigste war, dass wir morgen wieder mit 6.450 Zuschauern spielen dürfen. Das hat sich tatsächlich geändert. Wir haben ca. 5.000 Dauerkarten verkauft. Es wird natürlich die ein oder andere Einzelkarte geben. Wir denken aber, dass wir sowohl morgen als auch natürlich dann gegen Mannheim definitiv ausverkauft sein werden.

Wie es war, ohne Fans zu spielen, davon konnte ich mich letzte Saison selbst überzeugen. Und es war definitiv nicht schön. Manchmal saß man oben auf der Pressetribüne, schaute runter auf die Eisfläche, hatte aber nicht die Emotionen dabei, welche man sonst bei einem Eishockeyspiel hat. Das ging auch der Mannschaft so, die zu Beginn sich immer selbst irgendwie motivieren musste, wie Kapitän Frank Hördler heute sagte. Er freut sich auf jeden Fall auf die Rückkehr der besten Fans der Liga (O-Ton: Thomas Bothstede):

Das ist das Highlight. Letztes Jahr war es am Anfang im ersten Drittel nicht immer ganz so einfach gewesen, in die Spiele reinzukommen. Dadurch dass die Hallen leer waren, musste man sich stark motivieren und ins Spiel finden. Aber in diesem Jahr haben wir wieder die Fans, die an unserer Seite stehen und uns nach vorne pushen. Wir sind heiß darauf, wieder einzulaufen und die Atmosphäre zu spüren. Es gibt ja auch ein paar bei uns, die die Eisbären noch nicht kennen. Und die werden morgen staunen.

Die Rückkehr der Fans in die Eisstadien ist natürlich das Thema in der morgen beginnenden neuen Saison. Aber natürlich muss man auch immer noch damit rechnen, dass sich daran etwas ändern kann. Ob nun positiv oder negativ. Das Gute daran ist aber, dass die Eisbären – Stand jetzt – auf keine finanzielle, staatliche Hilfe angewiesen sind, wie Thomas Bothstede heute bestätigte:

Man muss sehen, wie sich die Zuschauerzahl weiter entwickelt. Natürlich kann sie nach oben gehen, was wir alle hoffen. Aber, und das hoffen wir nicht und wünschen uns es auch nicht, es kann ja auch gegebenenfalls in die andere Richtung gehen. Das darf man in der heutigen Zeit auch nicht vergessen. Wir sind so aufgestellt, dass wir zunächst einmal nicht davon ausgehen, Gelder zu beantragen. Was aber nicht heißt, dass wir es dann nicht doch tun unter gewissen Voraussetzungen.

Blicken wir auf die neue Saison, muss natürlich die Frage gestellt werden, welches Saisonziel die Verantwortlichen der Eisbären Berlin ausgeben. Und dieses haben sie klar formuliert – der erneute Gewinn der Meisterschaft ist das Ziel. Sportdirektor Stéphane Richer dazu:

Die Eisbären Berlin gehen immer in die Saison, um die Meisterschaft zu gewinnen. Die Erfahrungen aus der letzten Saison haben wir gesammelt. Ich glaube, wenn man ohne Fans gewinnt, dann will man sofort in der nächsten Saison mit seinen Fans und den Sponsoren wieder die Meisterschaft gewinnen. Es war etwas ganz Besonders, die Meisterschaft zu gewinnen. Aber trotzdem war es schade, dass wir das alleine ohne unsere Fans und Partner feiern mussten. Es ist kein Geheimnis, dass sich viele andere Mannschaften auch sehr gut verstärkt haben und wir sind nicht alleine in der Liga. Es gibt wie immer viel Konkurrenz. Ich glaube, die DEL wird sehr eng, es wird kein einfaches Spiel. Aber trotzdem beginnen wir die Saison sehr positiv und freuen uns darauf.

Sieht das denn der Trainer Serge Aubin genauso, hat man den Kader, um erneut Deutscher Meister zu werden?

Ich bin davon überzeugt, dass wir den Kader haben, um die Meisterschaft zu gewinnen. Auf der Torhüter-Position sind wir mit Mathias Niederberger und Tobias Ancicka sehr solide und gut ausgerüstet. Die Verteidiger sind groß und stark. Im Sturm sind wir sehr dynamisch. Wir haben in der Vorbereitung gezeigt, dass wir Tore schießen können. Aber jeder Spieler wird gebraucht und die Spieler sind bereit.

Natürlich geben die Auftritte in der Champions Hockey League (CHL) Anlass zur Sorge, aber auch da gab es gute Auftritte, wie Kapitän Frank Hördler sagt:

Wenn wir die Champions League erstmal nach hinten schieben und die Vorbereitung anschauen: Die vier Spiele, die wir gemacht haben – den Dolomitencup und dann noch gegen Wolfsburg und Weißwasser. Aus meiner Sicht haben wir da sehr gut gespielt. Wir haben von Spiel zu Spiel weiter Fortschritte gemacht. In der Champions League mussten wir dann den nächsten Schritt gehen, den haben wir dann gemacht, als wir auswärts gefahren sind. Da haben wir zwei enge Spiele gehabt, die knapp waren, die auch anders rum hätten laufen können. Es war für uns ein guter Test, jetzt gegen eine Mannschaft wie München, die ähnlich spielen.

Und wie sieht Hördler das Problem in der Defensive? Schließlich schlug es in den vier CHL-Spielen satte 21-mal im Berliner Tor ein. Ist die Defensive der Eisbären stark genug, um erneut um den Titel in der PENNY DEL mitzuspielen?

Definitiv, die Verteidigung steht. Wir waren ein bisschen zu euphorisch und zu offensiv als Verteidiger. Wir wollten zu viel vorne mitmischen. Aber ich denke, wir haben das jetzt gesehen und gegen München wird es gleich der nächste Test sein, weil sie ähnlich spielen. Es muss mehr Struktur drin sein, dann sind wir gut gewappnet.

Frank Hördler baut nämlich vornehmlich auf die positiven Sachen in den Spielen. Denn da gab es auch Drittel, wo man die Gegner an die Wand gespielt hatte:

Wir haben eine gute Truppe, auch vom Charakter her. Wir haben auch in den Spielen gesehen, die wir gespielt haben, gerade die letzten beiden, dass wir nah dran waren. Wir hatten auch Drittel gehabt, wo wir den Gegner so unter Druck gesetzt haben, dass wir es hätten drehen können. Das sind die Sachen, auf die wir vertrauen. Die Truppe weiß, was sie kann. Jetzt haben wir die Chance, es morgen zu beweisen.

Also wird auch auf dem Personalsektor in Sachen Neuzugänge nichts mehr passieren, oder Stéphane Richer?

Im Moment ist da nichts in der Planung. Wir haben neun Ausländer unter Vertrag und wir dürfen nur mit neun spielen. Wir haben einen verletzten Spieler, aber der wird bald zurückkommen. Wie die Mannschaft steht, können wir die Saison anfangen. Kurzfristig gibt es keinen Plan, neue Spieler zu verpflichten.

Mit dem verletzten Spieler meint Richer Stürmer Yannick Veilleux. Das verriet Coach Serge Aubin auf die Frage, wer denn morgen gegen München auflaufen wird und in welchen Formationen er spielen lassen will:

Die finale Entscheidung kommt erst am Spieltag. Was aber jetzt schon feststeht, dass Yannick Veilleux morgen nicht spielen wird.

Aubin hat großen Respekt vor Gegner München. Es wird für seine Mannschaft gleich einmal ein sehr guter Test werden, wie er sagt:

Red Bull München ist zum Start der Saison natürlich direkt ein harter Brocken, eine der besten Mannschaften in der Liga. Sie spielen seit Jahren das gleiche System. Aber wir werden direkt wissen, wo wir stehen. Es wird ein enges und hartes Spiel, aber wir sind bereit.

Ein Spieler, der nach seiner abgesessenen Doping-Sperre morgen sein Comeback feiern wird, ist Stürmer Parker Tuomie. Natürlich wurde der Coach auch auf ihn angesprochen:

Er hat im Sommer hart gearbeitet, er ist bereit, freut sich auf den Saisonstart. Er wird in einer der ersten drei Reihen auf dem Flügel spielen.

Dann wird Tuomie auch erstmals mit den Neuzugängen zusammen spielen. Doch wie haben sich die neuen Spieler denn bisher ins Team integriert. Frank Hördler hat die Antwort parat:

Die Spieler, die bis jetzt bei uns da sind, die haben sich gut integriert. Sie wurden gut aufgenommen. Berlin ist für jeden Eishockeyspieler oder Sportler im Allgemeinen eine grandiose Stadt. Es gibt nicht einen Spieler, wo ich sagen würde, da müssten wir noch etwas unternehmen. Wir sind ein Team, eine Familie.

Die Nummer Sieben der Eisbären, der Kapitän der Berliner – er ist der erfolgreichste Spieler in der DEL-Historie. Ist das für Frank Hördler eine zusätzliche Motivation?

Motivation auf jeden Fall. Das hat gerade im letzten Jahr angefangen mit der Übernahme des Kapitänszeichen und dann auch noch mit einer tollen Saison und tollen Teamkollegen. Das ist dieses Jahr genauso. Ich habe tolle Jungs an meiner Seite, die mich überall unterstützen. Es ist eine Ehre, so lange für Berlin zu spielen.

Damit ist also alles angerichtet. Die neue Saison in der PENNY DEL beginnt morgen Abend mit dem Spitzenspiel gegen Red Bull München. Die Spieler sind heiß, der Coach ist heiß, die Fans sind heiß. Lasst uns gemeinsam die Arena morgen Abend rocken und München zeigen, wer hier der Deutsche Meister ist.

Kapitän Frank Hördler bekam von Georg Friedrichs ein goldenes Trikot für die achte Meisterschaft überreicht. Dieses tragen die Berliner nun nach jedem Sieg. (Foto: eisbaerlin.de)

Foto: eisbaerlin.de/walker

Ziel Titelverteidigung: Die Eisbären Berlin im Kader-Check

In zwei Tagen beginnt die neue Saison in der PENNY DEL. Die Eisbären Berlin starten in diese als Titelverteidiger. Mit acht Meisterschaften sind die Berliner nun wieder alleiniger DEL-Rekordmeister. Und Titel Nummer Neun ist das Ziel. das haben die Verantwortlichen der Hauptstädter vor Saisonbeginn auch mehrfach deutlich gemacht und werden das sicherlich auch nochmal morgen bei der Saisoneröffnungspressekonferenz tun. Schaut man sich aber zumindest die vier Spiele in der Champions Hockey League (CHL) an, muss man Zweifel an der erfolgreichen Titelverteidigung haben.

Ja, auch letztes Jahr lief die Vorbereitung alles andere als gut, aber sollte man nicht den Fehler machen, den Magenta-Sport-Cup mit der CHL zu vergleichen. Zudem wurde der Saisonstart letztes Jahr immer wieder verschoben, weshalb sich die Vorbereitung in die Länge zog. Dieses Jahr hatte man zwar weniger Sommerpause, dafür wusste man von Anfang an, auf welchen Tag man hinarbeitet. Das war zunächst die CHL, in welche man ebenfalls mit Ambitionen startete. Doch nach vier Spieltagen, vier Niederlagen, nur einem Punkt und einer Tordifferenz von 11:21-Toren steht die Mannschaft von Coach Serge Aubin vor dem Aus.

Daher gilt die volle Aufmerksamkeit nun dem DEL-Saisonstart übermorgen, wenn man mit Red Bull München auf einen Gegner trifft, der sich ebenfalls große Chancen auf den Gewinn der DEL-Meisterschaft ausrechnet. Die Roten Bullen haben wesentlich besser als die Eisbären in der Königsklasse abgeschnitten, konnten somit durch Erfolgserlebnisse also schon jede Menge Selbstvertrauen tanken. Genau dieses Gefühl eines Sieges fehlt den Eisbären vor dem Start, einzig bei den vier Vorbereitungsspielen zuvor konnte man das Eis dreimal als Sieger verlassen. Der letzte Pflichtspielsieg datiert noch vom alles entscheidenden Finale gegen Wolfsburg im Mai.

Um endlich wieder ein Spiel zu gewinnen, werden die Eisbären in dieser Trainingswoche an den Baustellen arbeiten. Diese wurden in den vier CHL-Spielen deutlich. Man muss an seinem Defensivverhalten arbeiten, man muss – was die Spieler selbst angesprochen haben – endlich von der Strafbank fernbleiben, man muss an seiner Chancenverwertung arbeiten und vor allem es wieder schaffen, sich 60 Minuten an sein System zu halten. In der CHL sah man meist nur ein oder zwei gute Drittel. Das reicht aber weder international noch national aus. Mit welchem Kader die Berliner den Saisonstart am Donnerstagabend gegen München angehen, schauen wir uns nun einmal genauer an.

Goalie Mathias Niederberger will erneut die Deutsche Meisterschaft gewinnen. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Im Tor blieb alles beim alten. Mathias Niederberger (Foto) und Tobias Ancicka bilden weiterhin das Torhüterduo in der Hauptstadt und damit ist man bestens aufgestellt. Niederberger ist die klare Nummer Eins, braucht er aber mal eine Pause, steht mit Ancicka ein hoffnungsvolles Talent bereit, welcher sein Können in der vergangenen Saison bereits deutlich unter Beweis gestellt hat.
Während Niederberger in 37 Spielen auf eine Fangquote von 92,2 Prozent kam und zudem sechs Shutouts feierte, wehrte Ancicka in 13 Spielen 91,7 Prozent aller Schüsse ab und feierte einen Shutout. Auch beim Gegentorschnitt lagen beide Goalies nicht weit auseinander – Niederberger 2,13 und Ancicka 2,34.
Beide Torhüter sind in der Lage, ein Spiel für ihre Mannschaft zu gewinnen. Mit Leon Hungerecker wurde noch ein neuer dritter Goalie verpflichtet, der in der vergangenen Saison in der DEL2 bei den Kassel Huskies das Tor hütete. Dort absolvierte der 23-jährige 18 Spiele, kam auf eine Fangquote von 91,2 Prozent, feierte drei Shutouts und hatte einen Gegentorschnitt von 2,43. Zuvor war Hungerecker in der Oberlinga (Braunlage/Timmendorf/Hamburg) und der DNL (Young Freezers) aktiv. Er wird die meiste Zeit wohl bei Kooperationspartner Lausitzer Füchse verbringen.

Hinterlässt eine große Lücke in der Defensive der Eisbären – Ryan McKiernan. (Foto: Ela on Tour)

In der Defensive hat man zwei Abgänge zu verzeichnen – John Ramage und Ryan McKiernan (Foto). Dabei ist vor allem der Verlust von Playoff-MVP McKiernan äußerst schmerzhaft und reißt eine Lücke in die Berliner Defensive. Doch mit Morgan Ellis (Ingolstadt) und Nicholas B. Jensen (Düsseldorf) hat man zwei namhafte Verteidiger verpflichtet, welche der Defensive der Eisbären mehr Tiefe verleihen sollen. Den Ausfall von McKiernan aufzufangen wird enorm schwer, aber mit Ellis und Jensen hat man nun zwei Spieler geholt, welche auch scoren können. Ellis kam in der vergangenen Saison auf 25 Scorerpunkte (5 Tore/20 Vorlagen), Jensen sogar auf 27 (6/21). Beide sollen das Offensivspiel der Eisbären beleben und vor dem Tor aufräumen, damit man nicht zu viele Gegentore schlucken muss.
Das Gerüst in der Defensive ist ansonsten gleich geblieben. Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller und Simon Després stehen weiterhin im Kader der Berliner. Hinzu kommt die Allzweckwaffe Eric Mik, der sowohl defensiv als auch offensiv spielen kann. Und dann hat man auch noch die Youngster Paul Reiner und Korbinian Geibel hochgezogen und mit einem Profivertrag ausgestattet.
Vom Papier her ist das also eine sehr gute Verteidigung, wenn gleich man erst noch sehen muss, wie man den Verlust von Ryan McKiernan kompensieren will. Und dass es bisher noch nicht so wirklich rund lief, hat man ja bereits gesehen. Daran wird man arbeiten müssen, will man im nächsten Jahr wieder um den Titel mitspielen.

Neuzugang Blaine Byron soll der Eisbären-Offensive mehr Tiefe verleihen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

In der Offensive gab es gleich acht Abgänge, wobei da der von Youngster Lukas Reichel am meisten schmerzt, bildete er doch die Top-Reihe mit Leo Pföderl und Marcel Noebels. Da muss man nun erst einmal einen adäquaten Ersatz finden, was in der CHL bisher noch nicht gelang. Dort stellte man Zach Boychuk in die Reihe, welcher dort auch schon in der letzten Saison mal spielte und wo es ganz gut funktionierte. Diesmal war das noch nicht der Fall. Und man stellte dann auch Neuzugang Kevin Clark in die Reihe, was bisher ebenfalls erfolglos war. Der 33-jährige Clark kam aus der Schweiz von Rapperswil an die Spree und will an seine guten alten DEL-Zeiten in Hamburg und Krefeld anknüpfen. In der Schweiz kam er vergangene Saison auf satte 46 Scorerpunkte (28/18).
Neben Lukas Reichel verließen auch noch dessen Bruder Thomas, Kris Foucault, Nino Kinder, Fabian Dietz, Mark Olver, Haakon Hänelt und PC Labrie den Hauptstadtclub. „Mister 1:0“-Foucault wird aufgrund seiner Tore auch fehlen, mit Labrie verliert man einen absoluten Publikumsliebling, mit Hänelt ein hoffnungsvolles Talent, mit Olver einen, der immer für Tore gut war und mit T. Reichel, Kinder und Dietz Spieler, welche sich in Berlin nicht durchsetzen konnte. Sie versuchen nun anderswo ihr Glück, um endlich in Fahrt zu kommen.
Neben Clark verpflichteten die Eisbären deshalb für den Angriff noch Manuel Wiederer, Yannick Veilleux, Blaine Byron (Foto) und Bennet Roßmy. Wiederer brach seine Zelte in San José ab und wechselte in die Oberliga nach Deggendorf, wo er vergangene Saison in zwölf Spielen vier Tore erzielte und sechs Treffer vorbereitete. Er hofft, dass er seine Karriere in Berlin wieder in Fahrt bringen und sich somit für die DEB-Auswahl und Olympia empfehlen kann.
Veilleux kommt aus der AHL von den Laval Rockets, wo er in der vergangenen Saison auf 19 Scorerpunkte (14/5) kam. Er weiß also, wo das Tor steht und würde diesen Torriecher nun auch gerne in Berlin zeigen wollen. In seiner Karriere war er neben der AHL auch in der ECHL aktiv.
Byron wurde von der Berlinern als bisher letzter Spieler verpflichtet. Der 26-jährige Kanadier kam über den Kooperationspartner der Eisbären, die Los Angeles Kings, in die Hauptstadt. Byron spielte für deren Farmteam Ontario Reign und trug dort das „A“ als Assistenzkapitän auf dem Trikot. Für Ontario kam er in der letzten Saison in 17 Spielen auf zwölf Scorerpunkte (6/6). Vorher war Byron für Springfield in der AHL aktiv. In Berlin soll er der Offensive nun mehr Tiefe verleihen.
Mit Roßmy steht ein junger Spieler im Kader der Eisbären, welcher letzte Saison noch für Kooperationspartner Lausitzer Füchse spielte. Durch seine Leistungen dort wurde er mit einem Vertrag beim Deutschen Meister belohnt. In 46 Spielen erzielte er 16 Scorerpunkte (6/10). Der 18-jährige fiel bei den vier CHL-Spielen bereits schon positiv auf und ließ dort schon mal sein Können aufblitzen. An ihm könnten wir in dieser Saison viel Freude haben.
Dazu haben die Eisbären noch ihre Torjäger Matt White, Marcel Noebels und Leo Pföderl in ihren Reihen. Gerade White legte in der CHL ja schon wieder ordentlich los. Hinzu kommen Mark Zengerle, Parker Tuomie (war in der CHL noch gesperrt), Giovanni Fiore und Zach Boychuk. Und mit Sebastian Streu hat man dann ja noch einen Youngster in den Reihen, der letzte Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.
Also auch in diesem Jahr verfügen die Berliner über einen sehr starken Angriff, der für viele Tore gut ist. Sie haben gute Torjäger und hoffnungsvolle Youngsters in ihren Reihen.

Am Ende der Saison soll der erneute Gewinn der DEL-Meisterschaft stehen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Wenn die Eisbären wieder zurück zu alter Stärke finden, gerade defensiv, und sie dann auch wieder vorne ihre Chancen eiskalt nutzen, ist mit den Berlinern auch in dieser Saison zu rechnen. Dafür müssen sie aber vor allem von der Strafbank fernbleiben und wieder anfangen, ihr System über 60 Minuten durchzuziehen. Sie müssen von Drittel zu Drittel, von Spiel zu Spiel denken. Genau an die Dinge, die sie in der vergangenem Saison so stark gemacht haben. Dort sprang am Ende der Titel raus, weil man diesen unglaublichen Willen im Team hatte. Wenn man diesen wieder zurück bekommt, ist auch in dieser Saison alles möglich. Um allerdings am Ende wieder auf dem DEL-Thron zu stehen, muss man den Erzrivalen Adler Mannheim schlagen, denn die Kurpfälzer haben sich im Sommer richtig gut verstärkt und gelten als Top-Favorit auf den Gewinn der DEL-Meisterschaft.

3:5 bei Skellefteå AIK: Die Eisbären verschlafen das erste Drittel, kommen im Mitteldrittel grandios zurück, können aber im dritten Drittel nicht daran anknüpfen und stehen vor dem Aus in der Champions Hockey League

Die Generalprobe für den DEL-Saisonstart gegen München ist schief gegangen. Die Eisbären Berlin haben auch das vierte Gruppenspiel in der Champions Hockey League (CHL) verloren und bleiben damit mit einem Punkt Tabellenletzter in ihrer Gruppe. Am Ende unterlag man in Schweden bei Skellefteå AIK mit 3:5 (0:2,3:1,0:2) und hatte sich die Niederlage mal wieder selbst zuzuschreiben. Denn wenn man das erste Drittel derart verschläft, wird es am Ende schwer, noch etwas Zählbares mitzunehmen. Dafür reichen ein sehr gutes Mitteldrittel und ein durchwachsenes letztes Drittel eben nicht aus. Weder international noch in der DEL. Die Eisbären haben also noch einige Baustellen zu beheben. 

Coach Serge Aubin hatte das selbe Personal wie in Tampere zur Verfügung, stellte aber ein bisschen um. In der Defensive bekam Jonas Müller mit Eric Mik einen neuen Partner an die Seite. Am Freitag war das noch Korbinian Geibel, der war heute siebter Verteidiger. Die beiden Top Reihen (Noebels/Pföderl/Clark – White/Boychuk/Fiore) blieben zusammen. Blaine Byron bekam die beiden Youngster Bennet Roßmy und Manuel Wiederer an seine Seite. Am Freitag waren es noch Eric Mik und Mark Zengerle. Während Mik wie bereits erwähnt wieder als Verteidiger spielte, rutschte Zengerle in die nominell vierte Reihe mit Sebastian Streu. Die Beiden waren die Angreifer Nummer Zehn und Elf in diesem Spiel. Im Tor begann heute Mathias Niederberger, welcher in Tampere noch auf der Bank saß.

Die Zielvorgabe war klar: Es musste ein Sieg nach regulärer Spielzeit her. Und das heute bei Skellefteå und auch in den nächsten beiden Duellen gegen den HC Lugano.
Aber die Schweden machten von Beginn an ordentlich Druck. Zwei Chancen wurden noch vergeben, die dritte saß dann aber. Rickard Hugg traf bei einem Zwei-auf-eins-Konter, entschied sich für den Abschluss und überwand Mathias Niederberger in der kurzen Ecke – 0:1 (2.). Ein denkbar schlechter Start für die Berliner, die es Skellefteå AIK aber auch zu einfach machten. Die Hausherren kamen zu einfach ins Angriffsdrittel, wurden nicht richtig angegriffen und bestraften das sofort.
Und die Eisbären fanden weiterhin überhaupt nichts ins Spiel, fanden die Zuordnung nicht und Skellefteå nutzt so etwas eiskalt aus. Adam Wilsby wurde am linken Bullykreis angespielt und sein Onetimer schlug im langen Eck ein – 0:2 (4.). Das ging für die Mannschaft von Serge Aubin einfach zu schnell.
Skellefteå mit einem aggressiven Forechecking, womit sie die Hauptstädter immer wieder zu Fehlpässen im Spielaufbau zwangen. Man hatte hier das Gefühl, als wären die Eisbären noch in der Kabine oder auf dem Weg zur Halle. Die Eisbären waren in allen Belangen unterlegen, waren läuferisch überhaupt nicht auf Augenhöhe mit den Gastgebern.
In der elften Minute hatte Filip Roos zu viel Platz im Angriffsdrittel, fuhr alleine auf Niederberger zu, doch der wehrte den Schuss ab. Roos ist übrigens Verteidiger von Beruf, war hinten aber überhaupt nicht beschäftigt und tauchte daher nun vorne alleine auf. Das sagte so ziemlich alles über das erste Drittel der Berliner aus…
Nur eine Minute später hatte Zach Boychuk mal eine Konterchance, aber er scheiterte an Strauss Mann. Nur wenige Augenblicke später kassierte Giovanni Fiore die erste Strafzeit der Partie. Powerplay also für die Gastgeber. Und die ließen die Scheibe gut laufen, setzten sich im Drittel der Eisbären fest und hatten auch gute Chancen. Einmal hatte man sogar das leere Tor vor sich, Rickard Hugg schaffte es aber nicht, die Scheibe im Tor zu versenken. Glück für die Berliner.
Als beide Teams nur vier Spieler auf dem Eis hatten, gab es die erste Drangphase der Berliner und auch eine dicke Chance durch Boychuck, der aber an Mann im Tor der Schweden scheiterte. Auf der Gegenseite stand Stefan Loibl auf einmal frei vor Niederberger, welcher den Schuss vom deutschen Nationalspieler aber entschärfen konnte.
So blieb es beim 0:2-Rückstand aus Sicht der Hauptstädter. Vor denen lagen nun noch 40 schwere Minuten, um doch noch eine Minimalchance auf das Achtelfinale in der CHL zu haben.

Im zweiten Drittel waren die Eisbären dann endlich anwesend und zeigten auch mal Gegenwehr. Nach einem gewonnenen Bully setzten sie gut nach und Bennet Roßmy kam zu einer guten Chance. Auch danach eine kleine Drangphase der Berliner. Doch das Tor machte Skellefteå. Stefan Loibl ließ Sebastian Streu alt aussehen, stand frei vor Niederberger und trickste diesen auch noch eiskalt aus – 0:3 (25.).
Doch die Eisbären machten unbeirrt davon weiter. Wieder setzten sie sich im Angriffsdrittel fest, die Scheibe kam hoch zu Nicholas B. Jensen, der einfach mal drauf hielt – 1:3 (25.). 52 Sekunden nach dem dritten Gegentor die perfekte Antwort der Berliner.
Und nur weitere 30 Sekunden später schlugen die Eisbären erneut zu. Nach einem gewonnenen Bully zog Jonas Müller ab, Giovanni Fiore fälschte ab und die Scheibe rutschte Strauss Mann durch die Schoner – 2:3 (26.). Robert Ohlsson, Coach von Skellefteå AIK, nahm daraufhin erst einmal eine Auszeit, um seine Spieler wieder wachzurütteln.
Auf einmal war hier wieder Spannung drin. Und die Chance zum Ausgleich bot sich, als Michael Kapla die erste Strafzeit für Skellefteå in diesem Spiel kassierte. Doch in Unterzahl hatten die Hausherren plötzlich die Konterchance, Rickard Hugg kam zum Abschluss, aber Mathias Niederberger war mit einem starken Save zur Stelle. Der war wichtig. Das Powerplay der Eisbären sorgte dagegen für keine große Gefahr.
Aber knapp sieben Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels glichen die Eisbären tatsächlich aus. Giovanni Fiore setzte sich klasse gegen drei Schweden durch, kämpfte auch im Fallen weiter. Matt White kam ihm zur Hilfe und er war es letztendlich, welcher anschließend die Lücke fand und Goalie Strauss Mann anschoss und zum 3:3 traf – (34.).
Nun zogen die Eisbären das Tempo richtig an und kamen zu dicken Chancen, um sogar erstmals in Führung zu gehen. Wahnsinn, wie die Eisbären auf einmal hier auftraten. Skellefteå war davon sicherlich auch erst einmal komplett überrascht, denn nach vorne ging gar nichts mehr von den Schweden.
Was aber auch auffiel, die Berliner waren läuferisch im zweiten Drittel da, nahmen die Zweikämpfe an und teilten auch mal Checks aus. Und nach vorne spielte man sehr stark, kreierte gute Chancen und konnte davon bis zu diesem Zeitpunkt sogar drei nutzen.
Und hinten stand man kompakt und ließ auch bei einer Drangphase der Hausherren zum Ende hin kaum etwas zu. Man zeigte sich also stark verbessert nach dem katastrophalen ersten Drittel. Und so verdiente man sich den Spielstand von 3:3 nach dem zweiten Drittel. auch wenn man in den Schlusssekunden noch einmal Glück hatte, als Skellefteå nur das Lattenkreuz traf.

Im letzten Drittel ging es hin und her, beide Teams suchten immer wieder den Weg in die Offensive. Die Hausherren waren es aber, welche in der 46. Spielminute erneut in Führung gingen. Oskar Nilsson hatte von der blauen Linie abgezogen und Adam Mascherin fälschte den Puck unhaltbar für Mathias Niederberger ab – 3:4 (46.).
Und nur wenige Sekunden später kassierte Matt White die nächste Strafzeit für die Eisbären. Skellefteå also mit der Chance, direkt im Powerplay nachzulegen, aber das Penaltykilling der Eisbären mit guter Arbeit. Und zudem hatte Leo Pföderl zweimal die große Chance in Unterzahl zum Ausgleich. Die Gäste gaben hier also weiterhin nicht auf.
Aber sie schwächten sich weiter, denn knapp sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit musste mit Frank Hördler der nächste Eisbär in die Kühlbox. Erneutes Unterzahlspiel also für die Eisbären. Doch aus diesmal überstanden sie dieses ohne große Mühe und hatten nun noch rund fünfeinhalb Minuten Zeit für den Ausgleich.
Doch so richtig konnte man sich nicht im Angriffsdrittel der Schweden festsetzen. Dann aber mal ein schönes Solo von Youngster Bennet Roßmy, der sich klasse bis vor das Tor tankte, aber im Abschluss kein Glück hatte. Aber Roßmy versuchte es mal.
Serge Aubin holte 42 Sekunden vor dem Ende seine Jungs nochmal zu sich, nahm die Auszeit, welche sein Co-Trainer Craig Streu führte. Der Coach suchte stattdessen das Gespräch mit Goalie Mathias Niederberger und gab ihm letzte Anweisungen.
Sieben Sekunden vor dem Ende sorgte Oskar Nilsson für die Entscheidung, er zog von der eigenen Grundlinie aus der Drehung heraus ab und entschied die Partie mit dem 5:3 endgültig. Damit verloren die Berliner auch das vierte Gruppenspiel in der CHL und haben somit nun kaum noch Chancen auf das Achtelfinale. Selbst zwei Siege zum Abschluss gegen den HC Lugano könnten nicht mehr reichen. Je nachdem wie Tampere und Skellefteå in den beiden Duellen spielen.

Erneut eine Niederlage, welche man sich selbst zuzuschreiben hat. In den ersten 20 Minuten war man gefühlt überhaupt nicht anwesend und das nutzte Skellefteå zur schnellen 2:0-Führung aus. Im Mitteldrittel hielt man endlich dagegen und kam zu Chancen, welche man am Ende auch nutzen konnte. Bei besserer Chancenverwertung wäre da sogar eine Führung nach 40 Minuten drin gewesen. Im letzten Drittel konnte man nicht wirklich an die zweiten 20 Minuten anknüpfen. Das Spiel war ausgeglichen, dann gelang den Hausherren der Führungstreffer und danach kam nicht mehr viel von den Eisbären. Zwar versuchte man es nochmal, aber so richtig überzeugend war das anschließend nicht mehr. Da hätte man sich ein Aufbäumen von den Leistungsträgern gewünscht, dass diese die Mannschaft nochmal pushen. Aber nichts passierte und dass es dann mit Bennet Roßmy ein Youngster war, der sich mal etwas traute, war letztendlich auch bezeichnend für das Spiel der Eisbären.
Und was für den Start in die DEL noch bedenklich stimmen sollte, ist die Defensivleistung. Denn man kassierte in vier CHL-Spielen satte 21 Gegentore. Das ist eines deutschen Meisters definitiv nicht würdig und könnte den Eisbären auch zum DEL-Start gegen Red Bull München zum Verhängnis werden. Denn bis zum Auftaktspiel am Donnerstag müssen die Berliner dringend an den Schwächen arbeiten. Und sie müssen es vor allem schaffen, 60 Minuten konstant ihr Spiel durchzuziehen. Machst du das nicht, hast du in jeder Liga der Welt Probleme. Vor allem aber international.
Dass das deutsche Eishockey international mithalten kann, beweisen die Adler Mannheim, Red Bull München und vor allem die Fischtown Pinguins Bremerhaven eindrucksvoll.

4:5 n.V in Tampere: Eisbären zeigen sich erneut verbessert, aber stehen am Ende nur mit einem Punkt da

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin sieglos in der Champions Hockey League (CHL). Am Freitagabend verlor man auch das dritte Gruppenspiel bei Tappara Tampere mit 4:5 n.V. (0:1,3:2,1:1/0:1) und steht somit nun vor dem Aus in der CHL. Da hilft am Ende auch der erste Punkt relativ wenig. Dabei hätten es durchaus drei Punkte werden können, führte man doch im Mitteldrittel bereits mit 3:1. Aber so gut die Offensive heute auch wahr, die Defensive offenbarte doch einige Lücken, was Tampere letztendlich eiskalt ausnutzte. Somit brachte man sich selbst um den Lohn einer an sich guten Leistung.

Die Eisbären mussten in Finnland auf Morgan Ellis und Yannick Veilleux verzichten. Dafür gab Verteidiger Nicholas B. Jensen sein Debüt im Eisbären-Trikot. Der Däne verteidigte an der Seite von Kai Wissmann. Im Sturm ließ Coach Serge Aubin seine neue Top-Reihe um Matt White, Zach Boychuk und Giovanni Fiore zusammen. Und im Tor stand heute Youngster Tobias Ancicka.

Es war ein hart umkämpfter Beginn in Tampere. Die Hausherren versuchten sich im Angriffsdrittel festzusetzen, doch die Berliner verteidigten vor ihrem Tor konsequent. Die Eisbären hatten dann durch Mark Zengerle auch die erste Chance der Partie, doch die Scheibe ging nicht ins Tor.
Man wollte von der Strafbank fernbleiben, nur kassierte man bereits in der fünften Spielminute die erste Strafzeit der Partie. Jonas Müller musste wegen eines Bandenchecks in die Kühlbox. Und das Powerplay der Finnen war bisher extrem gefährlich, was die Erfolgsquote von 41,7 Prozent auch bewies. Doch die Hauptstädter hatten sich gut darauf eingestellt und ließen nichts gefährliches zu.
Aber Tampere machte nun weiterhin Druck, drängte die Eisbären immer wieder ins eigene Drittel rein. Zwei Chancen ließen sie noch ungenutzt, weil Tobias Ancicka stark hielt, aber kurz darauf klingelte es dann doch im Berliner Tor. Santtu Kinnunen hatte vom rechten Bullykreis abgezogen, die Scheibe schlug im Winkel ein – 0:1 (11.).
Die Eisbären versuchten darauf, eine Antwort zu finden und suchten den Weg in die Offensive, wo sie auch den Abschluss suchten. Aber es brauchte schon ein Powerplay kurz vor der ersten Drittelpause, um gefährliche Chancen zu kreieren. Aber sowohl Giovanni Fiore als auch Matt White und Nicholas B. Jensen fanden keinen Weg vorbei an Goalie Christian Heljanko. So stand es nach 20 Minuten 0:1, aber man nahm noch 1:15 Minuten Überzahl mit ins zweite Drittel.

Und dort schlugen die Berliner direkt nach Wiederbeginn zu. Blaine Byron behauptete die Scheibe hinter dem Tor, spielte die Scheibe hoch zu Leo Pföderl, welcher ein halbleeres Tor vor sich hatte, da Christian Heljanko nicht so schnell rüber kam. Pföderl netzte eiskalt zum 1:1 ein (21.).
Und weiter nur die Eisbären im Vorwärtsgang. Man störte Tampere nun immer wieder früh im Spielaufbau und suchte anschließend selbst den Weg in die Offensive. Und für den starken Beginn ins zweite Drittel belohnte sich die Mannschaft von Serge Aubin auch. Die Berliner erkämpften sich im Angriffsdrittel die Scheibe, Zach Boychuk scheiterte noch mit seinem Schuss an Heljanko, doch Giovanni Fiore setzte mit der Rückhand nach und brachte die Berliner erstmals an diesem Abend in Führung – 2:1 (25.).
Diese wäre aber nur kurze Zeit später beinahe wieder egalisiert worden. Die Eisbären zwar in Überzahl, aber mit dem Fehler im Spielaufbau. Saku Salminen mit der Chance zum Ausgleich in Unterzahl, doch Tobias Ancicka war zur Stelle.
Als beide Mannschaften nur vier Spieler auf dem Eis hatten, klingelte es innerhalb von nur 23 Sekunden zweimal im Tor. Zunächst waren es die Eisbären, welche durch ein Solo von Nicholas B. Jensen schon beinahe das 3:1 erzielt hätten, doch am Ende war es Leo Pföderl, der den Rebound verwertete. Die finnischen Verteidiger waren sich nicht einig und so war Pföderl der Nutznießer in dieser Situation (31.).
Doch die prompte Antwort der Finnen sollte kommen. Kyle Platzer zog mit viel Speed über rechts Richtung Torlinie, zog damit einen Verteidiger auf sich und auch Goalie Ancicka machte eine Seite vom Tor auf. Platzer spielte den Querpass und Jukka Peltola hatte keine große Mühe, die Scheibe im leeren Tor zu versenken – 3:2 (32.).
Nun war Tampere zurück im Spiel und machte wieder ordentlich Druck. Die Eisbären überstanden zwar eine Unterzahl schadlos, doch praktisch mit Ablauf dieser glich Tappara zum 3:3 aus. Tobias Ancicka konnte den Schuss von der blauen Linie noch abwehren, allerdings nach links und da stand Joni Tuuola und der hämmerte den Puck zum Ausgleich ins Berliner Tor – 34 Sekunden vor der zweiten Drittelpause.
Die Eisbären gaben ihre Zwei-Tore-Führung also durch defensive Fehler ab und mussten sich so mit einem Unentschieden nach 40 Minuten begnügen.

Und im Schlussdrittel sollte es noch schlimmer kommen. Mal wieder wurde das Thema Disziplin zum Problem. Als Mark Zengerle und Simon Després auf der Strafbank saßen, schlug Tampere bei doppelter Überzahl zu. 13 Sekunden vor Ablauf der ersten Strafzeit war es Brady Austin, welcher an der blauen Linie an die Scheibe kam, ein paar Schritte nach vorne fuhr, kurz zögerte und dann im entscheidenden Moment abzog – 3:4 (47.).
Die Eisbären mussten nun also wieder einem Rückstand hinterherrennen und suchten den Weg nach vorne. Aber sie mussten auch hinten wieder wachsam sein, denn es folgte die zweite doppelte Unterzahl – diesmal saßen Blaine Byron und Leo Pföderl auf der Strafbank. Doch es ging aber gut und man überstand diese brenzlige Situation schadlos.
Und als Tamperes Goalie Christian Heljanko zwei Minuten wegen Beinstellens kassierte, waren es die Eisbären, welche die numerische Überlegenheit zu nutzen wussten. Leo Pföderl mit dem Pass von links in den Slot vor das Tor, wo Matt White die Scheibe entscheidend abfälschte und zum 4:4 ausglich (55.).
Danach waren die Eisbären sichtlich darum bemüht, dieses Spiel in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. Schließlich wären drei Punkte nach den beiden Niederlagen zum Start Goldwert gewesen, aber man musste sich mit einem Punkt nach 60 Minuten begnügen.

Und bei diesem einen Zähler blieb es auch, denn Tampere beendete das Spiel nach nur 43 Sekunden in der Verlängerung. Bei Drei-gegen-Drei hatte Otto Rauhala zu viel Platz im Berliner Drittel, zog ab und überwand Tobias Ancicka auf der Fanghandseite – 4:5 (61.). Somit bleibt Tampere ungeschlagen, während die Eisbären zwar den ersten Punkt eingefahren haben, aber weiter auf den ersten Sieg in der diesjährigen CHL warten.

Dabei wäre der heute – genau wie schon am Sonntag – definitiv möglich gewesen. Denn man zeigte erneut ein gutes Spiel, hatte vorne seine Chancen eiskalt genutzt und lag bereits mit 3:1 vorne. Aber durch Unachtsamkeiten vor dem eigenen Tor und der mangelnden Disziplin in Sachen Strafzeiten brachte man sich mal wieder um den Lohn der eigentlich guten Leistung. So wird es nun ganz schwer, die Gruppenphase noch zu überstehen. Dafür müssten jetzt schon drei Siege nach regulärer Spielzeit her und selbst dann ist ein Weiterkommen noch nicht sicher.
Leo Pföderl war nach dem Spiel zwar mit der kämpferischen Leistung zufrieden, sah aber auch ein, dass Tampere läuferisch und technisch einfach klar besser war. Er meinte auch, dass man am Sonntag einfach mal probieren sollte, nicht zu viele Strafen zu nehmen.
Die Strafen sah auch Coach Serge Aubin als Grund für die Niederlage an. Denn mit dem Einsatz und dem Powerplay war Aubin zufrieden.

Die Eisbären zu Gast in Tampere und bei Skellefteå: Nicholas B. Jensen feiert sein Debüt – Morgan Ellis und Yannick Veilleux werden geschont

Heute in einer Woche starten die Eisbären Berlin in die neue Saison der PENNY DEL. Dann beginnt die „Mission Titelverteidigung“, welche die Verantwortlichen der Berliner als Saisonziel ausgegeben haben. Doch bevor es in der Liga wieder ernst wird, stehen für die Hauptstädter erst einmal noch die beide Rückspiele in der Champions Hockey League (CHL) an. Morgen Abend treten die Eisbären bei Tappara Tampere an (Bully: 18:00 Uhr), am Sonntag ist man dann in Schweden bei Skellefteå AIK (Bully: 18:05 Uhr) zu Gast. Dann will man endlich die ersten Punkte in der diesjährigen CHL-Saison einfahren.

Dass es nicht einfach wird, wussten die Berliner bereits vor Beginn der CHL-Gruppenphase. Dass es dann auch wie erwartet schwer war, bekam man in den beiden Heimspielen zu spüren, aber hatte da vor allem gegen Skellefteå die große Chance auf den Sieg. Im Vergleich zum Tampere-Spiel hatte man sich da schon deutlich gesteigert. Auf eine erneute Verbesserung hofft derweil Coach Serge Aubin:

Wir hatten bisher eine gute Trainingswoche. Wir bauen auf unserem Spiel am Sonntag auf, dort hat mir unser Einsatz mehr gefallen als am Freitag. Jetzt geht es nach Tampere und Skellefteå. Es wird schwer, aber es ist eine gute Möglichkeit viel härter und besser zu spielen. Wir wurden vom ersten Spiel etwas überrascht, aber jetzt wissen wir, was uns erwartet. Wir werden bereit sein.

Mit 1:6 verloren die Eisbären ihr Heimspiel gegen Tampere, glaubt Jonas Müller deswegen, dass die Finnen die Berliner auf die leichte Schulter nehmen werden oder sorgen die Eisbären für den Überraschungseffekt?

Sie können natürlich so denken, es kann aber auch sein, dass sie denken, jetzt sind sie extra bereit, jetzt kommen sie raus wie die Feuerwehr. Ich glaube, dass es allgemein ein enges Spiel wird. Wenn wir so spielen, wie im ersten Drittel, dann wird es eng. Ich denke auch, dass wir gute Chancen haben, zu gewinnen.

Welche Lehren hat die Mannschaft denn gezogen nach den ersten beiden CHL-Spielen, wo man neben dem 1:6 gegen Tampere ja auch gegen Skellefteå mit 3:5 verlor, dabei aber bereits eine deutliche Leistungssteigerung zeigte, Jonas Müller?

Dass wir uns auf jeden Fall wenig Fehler erlauben dürfen, dass wir konstant das ganze Spiel durchspielen müssen. Gerade aus dem ersten Spiel, ich glaube das erste Drittel war noch ganz gut. Im zweiten Drittel waren wir komplett raus, das dürfen wir uns nicht erlauben. Dann passiert halt wieder so etwas wie beim letzten Spiel. Ich glaube, daraus haben wir gelernt und das wollen wir besser machen.

Welche Gedanken hat Zach Boychuk an die beiden Spielen in Skandinavien?

Die skandinavischen Länder, das sind Pflichtsiege für uns. Wir haben die ersten beiden Spiele verloren. Im ersten Spiel waren wir nicht gut, im zweiten kamen wir zurück und hatten die Chance zu gewinnen. Ich hoffe wir werden weiter mit jedem Spiel besser. 

Die Eisbären werden in dieser Woche auf jeden Fall viel Video geschaut und im Training die Fehler angesprochen haben. Welche Art von Training hat denn das Trainerteam diese Woche mit der Mannschaft gemacht, Serge Aubin?

Wir haben die Woche Powerplay und Unterzahl trainiert. Heute ging es eher ums Verfolgen und dass wir unsere blaue Linie wirklich halten. Wir haben gute Gegner und wenn man denen zu viel Zeit und Raum gibt, lassen sie uns dafür büßen. Wir wollen sichergehen, dass jeder weiß, wo er zu stehen hat und welche Rolle er einnimmt. Dann wird es viel schwerer sein, gegen uns zu spielen.

Man kann im Training sehen, dass der Wille bei den Spielern da ist. Kann man daher davon sprechen, dass sie sich Stück für Stück weiterentwickeln, Zach Boychuk?

Umso mehr wir zusammen spielen, umso besser werden wir als Team. Das Energielevel wurde diese Woche angezogen, wir haben Zweikämpfe trainiert und Powerplay. Wir sollten ein paar gute Dinge dieses Wochenende sehen. 

Nur wie kann man Tampere und Skellefteå schlagen, wie findet man deren Schwachstellen? Zach Boychuk hat eine Antwort dazu:

Man muss schlauer spielen. Gegen deutsche Teams ist eher Dump’n’Chase, eben eher nordamerikanisch. Die Finnen und Schweden versuchen stärker den Puck zu halten, kehren uns den Rücken zu und machen kleine Aktionen auf ihrer Seite. Ich denke das Gleiche könnten wir auch gegen sie machen. Wir können den Puck festhalten und mehr in den Forecheck gehen. Hoffentlich ziehen wir auch ein paar Strafen und können Überzahltore schießen. 

Für die Spiele in Finnland und Schweden können die Eisbären erstmals auf Neuzugang Nicholas B. Jensen zurückgreifen. Der Verteidiger dürfte mit einer großen Portion Selbstvertrauen zurückgekommen sein, schließlich hatte er sich mit der dänischen Nationalmannschaft für Olympia qualifiziert. Gibt es sonst noch Änderungen im Line-up, Serge Aubin?

Nicholas wird spielen, aber Ellis, Veilleux und Tuomie leider nicht, Das sind drei wichtige Jungs, die wir nicht dabei haben können, aber es ist eine Chance für andere Jungs zu zeigen was sie drauf haben.

Oder aber man hat eine Reihe, die zuletzt sehr gut zusammen harmoniert hat. Nämlich Zach Boychuk, Matt White und Giovanni Fiore. Doch woran liegt es, dass sich die drei so gut auf und neben dem Eis verstehen? Zach Boychuk hat die Antwort parat:

Wir sind wirklich gute Freunde privat, was auf dem Eis dann auch hilft. Als wir letztes Jahr zusammengepackt wurden, quasi direkt als ich nach Berlin gekommen bin, haben wir sofort dominiert. Wir haben uns „die beste dritte Reihe der Liga“ genannt. Wir sind alles nordamerikanische Spieler, wir spielen alle einen harten Forecheck und sind Zwei-Wege-Spieler. Hoffentlich bleibt die Chemie zwischen uns bestehen. 

Viele Fans sehen in der CHL weiterhin nur Vorbereitungsspiele, für die Mannschaft jedoch ist es ein Wettbewerb, für den man sich in der vergangenen Saison qualifiziert hat und in dem man weit kommen will. Die Spieler lieben diese internationalen Vergleiche, deswegen werden sie in den noch ausstehenden vier Spielen alles dafür geben, doch noch die Gruppenphase zu überstehen.
Dennoch liegt aber das Augenmerk auch schon auf dem Ligastart, wenn man es mit München zu tun bekommt. Wird man dann weitere Verbesserungen sehen, Jonas Müller?

Auf jeden Fall. Man hat glaube ich schon gesehen, dass es am Sonntag wesentlich besser war als am Freitag, auch konstanter. Auch wenn wir da unsere kleinen Hänger hatten, wo sie dann auch den Ausgleich gemacht haben und auch gewonnen haben. Aber ich glaube, dass Sonntag schon einen Schritt besser war und wir wollen es jetzt am Freitag nochmal ein bisschen besser machen und dann Sonntag auch nochmal. Ich glaube, dann sind wir auch gut bereit für das erste Spiel gegen München zu Hause.

Marcel Noebels: „Ich glaube nicht, dass wir uns verschlechtert haben, aber einfacher wird es auch nicht“

In neun Tagen beginnt die neue Saison in der PENNY DEL. Die Eisbären Berlin eröffnen die neue Spielzeit als Deutscher Meister mit einem Heimspiel gegen Red Bull München. Bis zum ersten Punktspiel absolvieren die Berliner aber noch zwei Spiele in der Champions Hockey League (CHL). Und zwar die Rückspiele bei Tappara Tampere (Freitag/18:00 Uhr) und bei Skellefteå AIK (Sonntag/18:05 Uhr). Dann werden die Eisbären darauf brennen, sich für die beiden Auftaktniederlagen in Berlin zu revanchieren. Gegen Tampere verlor man mit 1:6, gegen Skellefteå mit 3:5. Nimmt man die vier Vorbereitungsspiele mit, stehen die Hauptstädter bei drei Siegen und drei Niederlagen.

Ein guter Zeitpunkt also um mal bei Marcel Noebels nachzufragen, wie denn der Prozess von der letzten Saison zur neuen läuft, wie er die Entwicklung sieht. Dafür stand die Berliner Nummer 92 am Sonntag nach dem Spiel für ein Interview den Medienvertretern zur Verfügung:

Wir haben auf jeden Fall noch viel Arbeit, ganz klar. Wir haben jetzt sicherlich noch nicht die Abstimmung, die wir jetzt vielleicht am Ende der Saison hatten, aber das ist natürlich klar und völlig normal. Es gibt viele neue Jungs, die sich erstmal finden müssen, die sich ihre Rolle in der Mannschaft erarbeiten wollen. Manche sind auf der Suche, wo sie der Trainer einsetzt. Da spielen gerade viele Faktoren eine Rolle, die noch nicht ganz geklärt sind. Aber das ist völlig normal. Ich glaube heute war das sechste Spiel, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Ich glaube nicht, dass wir uns verschlechtert haben, aber einfacher wird es auch nicht.

Marcel Noebels im Interview nach dem Spiel gegen Skellefteå AIK. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Was man in den bisherigen Spielen sehen konnte, die Mannschaft hat sich stets von Spiel zu Spiel gesteigert und die Abläufe zwischen den Spielern liefen immer besser. Natürlich muss man da das Tampere-Spiel ausklammern, aber das wissen die Spieler selbst, dass an diesem Tag nicht viel zusammen lief und wie Kapitän Frank Hördler ja sagte, hatte man im Mitteldrittel ein bisschen den Kopf verloren. Da hatten die Finnen den Eisbären in 6:30 Minuten fünf Tore eingeschenkt. Aber das sind Rückschläge, welche man zu diesem Zeitpunkt der Saison einplant und worauf man anschließend reagieren kann. Das taten die Eisbären bereits zwei Tage später, als man das schwedische Top-Team Skellefteå über 40 Minuten im Griff hatte. Am Ende war es der mangelnden Chancenverwertung geschuldet, dass man auch dieses Spiel verlor. Und doch macht eben genau dieses Spiel Hoffnung auf bessere Ergebnisse am Wochenende beim Roadtrip nach Finnland und Schweden.

Wie sieht denn Marcel Noebels eigentlich das Potential der Neuzugänge?

Ich bin jetzt keiner, der eine Prognose vor dem ersten Spieltag abgibt. Was ich bis jetzt gesehen habe oder miterlebt habe, ist glaube ich, dass wir noch im Lernprozess sind. Wir haben noch viel, viel Arbeit vor uns, das ist ganz klar. Ich meine wir sind jetzt Ende August, da funktioniert vieles noch nicht, bei mir selbst auch nicht. Aber frage mich nochmal im Dezember, vielleicht weiß ich dann eine andere Antwort.

Dann wird „Noebi“ sicher noch einmal angesprochen, aber ich bin mir sicher, dass er dann eine andere, positivere Antwort geben wird. Denn man darf natürlich nicht vergessen, dass am ersten CHL-Wochenende mit Nicholas B. Jensen und Yannick Veilleux noch zwei Leistungsträger im Line-up fehlten. Mit diesen beiden Spielern werden die Eisbären noch tiefer besetzt sein und somit mehr Möglichkeiten besitzen. Mit dieser Truppe ist auch in der neuen Saison zu rechnen. Und wie Sportdirektor Stéphane Richer ja sagte, das Ziel ist die Titelverteidigung…

3:5 gegen Skellefteå: Eisbären zeigen deutliche Leistungssteigerung, verlieren aber am Ende doch unglücklich

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #2:

Die Eisbären Berlin haben auch das zweite CHL-Spiel der neuen Saison verloren. Zwei Tage nach dem Debakel gegen Tappara Tampere unterlag der Deutsche Meister Skellefteå AIK mit 3:5 (1:0,2:2,0:3), zeigte dabei aber eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Spiel am Freitag. Dass man am Ende aber doch als Verlierer vom Eis gegangen ist, war der mangelnden Chancenverwertung geschuldet. So sah es auch Trainer Serge Aubin, der zudem anmerkte, dass man das Spiel auch wegen individueller Fehler verloren hat. Da sprach er sicher Gegentor Eins und Zwei an. Aber er sah auch, dass seine Mannschaft einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Coach Serge Aubin hatte nach der 1:6-Klatsche gegen Tampere am Freitagabend das selbe Personal zur Verfügung, änderte aber die Reihen komplett. Einzig das Defensiv-Pärchen Morgan Ellis und Jonas Müller blieb zusammen. Ansonsten wurde das Duo Frank Hördler und Kai Wissmann getrennt. Hördler verteidigte an der Seite von Simon Després und Wissmann mit Eric Mik, welcher am Freitag noch im Angriff ausgeholfen hatte. Marcel Noebels und Leo Pföderl spielten gegen Tampere noch mit Zach Boychuk zusammen, heute war es Neuzugang Kevin Clark. Die Reihe Matt White-Blaine Byron-Kevin Clark wurde somit komplett auseinander gerissen, denn White bildete heute eine Formation mit Boychuk und Giovanni Fiore. Und Byron stürmte an der Seite von Mark Zengerle und Manuel Wiederer. Korbinian Geibel war siebter Verteidiger und Sebastian Streu und Bennet Roßmy die Angreifer Nummer Zehn und Elf.

Serge Aubin war mit der Spielweise seiner Mannschaft gegen Tampere zum CHL-Auftakt nicht zufrieden, meinte aber direkt danach, dass seine Mannschaft gut ist, wenn sie das umsetzt, was sie am besten kann. Am Freitag war aber das Problem, dass sich die Eisbären an den Gegner anpassen wollten und somit nicht sie selbst waren. Das sollten die Eisbären heute anders machen, um am Ende erfolgreich zu sein.

Eisbären belohnen sich für starken Beginn mit der frühen Führung

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Flotter Beginn beider Mannschaften, die schnell die neutrale Zone überbrückten und den Weg zum gegnerischen Tor suchten. Doch für den ersten Torjubel sorgten die Berliner in der dritten Spielminute. Auf Höhe der Mittellinie erkämpfte Sebastian Streu die Scheibe an der linken Bande, schaltete den Turbo ein und spielte den Querpass rechts raus, wo Bennet Roßmy die Scheibe stark erarbeitete. Matt White schoss einmal, setzte ein zweites Mal nach, die Spieler beider Mannschaften hatten die Scheibe kurz aus den Augen verloren, da lag sie auch schon im Tor. Von einem schwedischen Spieler prallte der Puck ins Tor – 1:0 (3.).
Kurz darauf das erste Powerplay für Skellefteå nach einer Strafe gegen Simon Després, doch das Penaltykilling der Hausherren überstand die erste Unterzahl der Partie schadlos.
Die Hauptstädter hatten also den gewünschten und erhofften Start, den man zwar auch am Freitag hatte, aber da eben kein Tor erzielte. Heute traf man aber früh im Spiel. Und man blieb am Drücker, spielte ein aggressives Forechecking und hatte weitere gute Möglichkeiten durch Kevin Clark und Giovanni Fiore. Das Spiel der Berliner sah sehr gut aus, hinten verteidigte man die Angriffe der Schweden sauber weg. Man merkte der Mannschaft von Serge Aubin, dass man sich nach der 1:6-Niederlage gegen Tampere definitiv etwas vorgenommen hatte. Und das setzte man bis hierhin sehr gut um und bestimmte das Spiel gegen das schwedische Top-Team von Skellefteå, die ja auch mit einer Niederlage im Gepäck (1:5 in Lugano) nach Berlin reisten. Was die Eisbären-Fans zwischendurch auch mit Applaus honorierten.
In der Folge häuften sich die Chancen für die Eisbären, aber sie konnten diese weiterhin nicht nutzen. Wie aus dem Nichts kam gegen Ende des ersten Drittels dann mal Skellefteå vor das Berliner Tor und traf durch Joakim Lindström nur das Aluminium. Da hatten die Eisbären Glück, wenn gleich der Ausgleich keinesfalls verdient gewesen wäre.
Mehr passierte danach nicht mehr und so nahmen die Eisbären eine verdiente 1:0-Führung mit in die Kabine. In diese wurden die Berliner mit großem Applaus von den Rängen verabschiedet. Diesen hatte sich die Mannschaft auch redlich verdient.

Skellefteå mit dem Doppelschlag, aber die Eisbären schlagen cool zurück

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zu Beginn des Mitteldrittels waren es erneut die Hauptstädter, welche das erste Tor erzielten. Matt White startete aus dem eigenen Drittel den Konter Richtung Gustaf Lindvall und blieb vor dem schwedischen Goalie eiskalt und erhöhte auf 2:0 (22.).
Doch nur eine knappe Minute später kam Skellefteå zum Anschlusstreffer. Allerdings mit gütiger Einladung der Eisbären, denn die hatten Abstimmungsprobleme durch Korbinian Geibel und Mathias Niederberger, Rickard Hugg sagte „danke“ und traf ins halbleere Berliner Tor – 2:1 (23.).
Und die kuriosen Tore gingen weiter. In der 25. Spielminute kam Stefan Loibl an die Scheibe, wurde im Angriffsdrittel nicht richtig angegriffen und zog per Rückhand ab. Der Puck ging am kurzen Pfosten rein, da sah Mathias Niederberger nicht gut aus – 2:2.
Die Eisbären geschockt? Keinesfalls! Denn die schlugen nur 42 Sekunden später wieder zurück. Zach Boychuk behauptete auf der linken Seite die Scheibe, spielte sie in den Slot, wo Giovanni Fiore nicht lange fackelte und die Berliner erneut in Führung brachte – 3:2 (25.).
Vier Tore in 3:23 Minuten, furioser Beginn ins zweite Drittel. So, wie auch am Freitag gegen Tampere, als die Finnen in 6:30 Minuten fünf Tore erzielten. Heute waren es vier und die auch noch gerecht verteilt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Hausherren spielten anschließend direkt weiter nach vorne und kreierten Torchancen, nur diese konnte man nicht nutzen. Aber die Reaktion auf die beiden schnelle Gegentore war großartig. Aber auch Skellefteå kam ab und zu mal vor das Berliner Tor, einmal war Albin Sundsvik durch, wurde aber rechtzeig vor dem Abschluss gestört. Doch optisch überlegen waren in diesen Minuten die Eisbären, die das Spiel nach der wilden Anfangsphase wieder gut beruhigt hatten.
Aber die Eisbären mussten dennoch immer hellwach sein, denn Skellefteå ist eine Spitzen-Mannschaft und immer für eine Chance und ein Tor gut. Und erneut war es Sundsvik, welcher diesmal auch zum Abschluss kam, aber Mathias Niederberger fuhr die Schoner aus.
Sieben Minuten vor der zweiten Drittelpause bot sich Skellefteå die Chance zum Ausgleich, als Kai Wissmann die zweite Strafzeit der Berliner in diesem Spiel kassierte und den Schweden somit das zweite Powerplay der Partie ermöglichte. Ein, zwei Chancen hatten die Gäste, aber auch das zweite Unterzahlspiel wurde von den Eisbären schadlos überstanden.
Skellefteå kam nun nochmal stark auf und Rickard Hugg mit dem Onetimer von der blauen Linie, welchen Mathias Niederberger entschärfte, dabei aber seine Maske verlor. Zum Ende des Mitteldrittels mussten die Eisbären ihre Führung also nochmal hartnäckig verteidigen. Doch für Entlastung sorgte die erste Strafzeit gegen Skellefteå vier Minuten vor der zweiten Pause. Oskar Nilsson ermöglichte den Eisbären das erste Powerplay der Partie. Doch dieses war nicht von Erfolg gekrönt, auch wenn Zach Boychuk (2x) und Matt White zu Chancen kamen.
So nahmen die Hausherren eine knappe aber verdiente 3:2-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Im letzten Drittel spielt Skellefteå seine Klasse aus

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Der erste Jubel im letzten Drittel brandete auf, aber der Grund dafür war kein Tor auf dem Eis sondern die Tatsache, dass Eisbären-Verteidiger Nicholas B. Jensen sich mit Dänemark für Olympia qualifiziert hatte. Diese Info sorgte in der Arena am Ostbahnhof für großen Applaus. Herzlichen Glückwunsch auch von uns zur erfolgreichen Olympia-Qualifikation!
Auf dem Eis war es Skellefteå, welches sehr engagiert und druckvoll zurück auf das Eis kam. Verständlich, lagen sie doch mit 2:3 hinten. Aber noch stand das Defensiv-Bollwerk der Eisbären sicher.
Bis zur 46. Spielminute, da spielte Adam Wilsby den Party-Crasher zum 3:3 (46.). Angesichts der Spielanteile im Schlussdrittel verdient.
Doch die Eisbären suchten dann auch mal wieder den Vorwärtsgang und beinahe wären sie erneut in Führung gegangen, doch Morgan Ellis traf nur den linken Pfosten. Fortan die Hausherren wieder drin im Spiel und mit guten Chancen, sie wollten die Führung zurück, doch Gustaf Lindvall stand im Weg.
Ebenso stand Mathias Niederberger mit einem klasse Fanghand-Save Rickard Hugg im Weg und bekam dafür großen Applaus von den Rängen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Doch knapp fünf Minuten vor dem Ende schlug es doch hinter Mathias Niederberger ein. Schneller Konter von Skellefteå und Albin Sundsvik schloss eiskalt ab – 3:4 (56.). Die Schweden hatten in dieser Szene das nötige Quäntchen Glück, was den Eisbären bei manchen Chancen fehlte.
Nun musste also die Schlussoffensive der Eisbären kommen, doch diese wurde etwas schwierig, denn zwei Minuten vor dem Ende kassierten die Hausherren eine Strafzeit und mussten so die letzten beiden Minuten in Unterzahl spielen. Kai Wissmann musste wegen Hakens in die Kühlbox. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, um eine Strafzeit zu kassieren. Die Eisbären versuchten trotzdem alles, nahmen rund 50 Sekunden vor dem Ende Goalie Mathias Niederberger vom Eis, doch das nutzten die Schweden zur Entscheidung. Rickard Hugg machte den Decker auf die Partie – 3:5 (60.).

Eine bittere Niederlage, weil das Spiel eben hätte so oder so ausgehen können. Die Eisbären spielten ein starkes erstes Drittel und führten dort auch verdient. Auch der Beginn des zweiten Drittels lief gut für die Berliner, doch dann brachten zwei individuelle Fehler Skellefteå zurück ins Spiel. Darauf fanden die Eisbären aber noch einmal eine Antwort. Doch im Schlussdrittel, als das Spiel auf des Messer Schneide stand, hatten die Schweden das bessere Ende und das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite und sicherten sich so den ersten Sieg.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Dennoch können die Eisbären viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen, machte man doch einen großen Schritt nach vorne, wie Coach Serge Aubin (siehe Foto links) nach dem Spiel resümierte. Aber er gab eben auch zu, dass die individuellen Fehler das Spiel durchaus entschieden haben.
Auch Giovanni Fiore fand es ein gutes Spiel, welches man zum Großteil auch in der Hand hatte. Aber man befindet sich eben auch in einem Prozess, das passiert nicht alles an einem Abend.
Marcel Noebels fand, dass es eine riesen Steigerung gewesen war, das Spiel dann aber durch Kleinigkeiten verloren wurde. Daraus muss man lernen und auch mal von der Strafbank wegbleiben.
Und Sebastian Streu fand es schade, dass man verloren hat, denn die Fans hätten sich den Sieg für ihre super Stimmung verdient gehabt. Aber das holen sie beim nächsten Mal nach, sagte Sebastian Streu nach dem Spiel im Interview.