Morgen gegen Iserlohn: Die Eisbären wollen über 60 Minuten ihr Spiel durchziehen

Morgen Abend geht es für die Eisbären Berlin mit dem sechsten Heimspiel in der laufenden PENNY DEL-Saison weiter. Dann erwarten die Eisbären die Iserlohn Roosters in der Arena am Ostbahnhof (Bully: 18:30 Uhr). Jene Sauerländer, bei denen man im ersten Duell am Seilersee deutlich unterging. Mit 2:5 verlor man bei den Roosters, kassierte dabei satte vier Gegentore in eigener Unterzahl. Mit dem Spiel dort konnte man also überhaupt nicht zufrieden sein, weshalb Coach Serge Aubin nun natürlich eine Reaktion auf das erste Duell in Iserlohn erwartet:

Ja, ich denke schon. Wir sind immer noch dabei, unsere Identität als Team aufzubauen und volle 60 Minuten an einem Strang zu ziehen. Wenn ich über Düsseldorf nachdenke, die letzten 20 Minuten war ich erfreut über unser Spiel. Und nun ist es Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Morgen Abend sind wir zu Hause, Iserlohn spielt echt gut. Aber im Endeffekt müssen wir unser Hockey spielen. Und das intensiv, direkt ins Gesicht und 60 Minuten lang.

Aubin spricht das große Problem der Hauptstädter in dieser Saison an. Sie spielen zu selten über 60 Minuten ihr Spiel durch, weshalb ihnen viele Punkte verloren gehen. Vor allem auswärts ist das den Eisbären bisher auf die Füße gefallen, gewann man doch bisher nur ein Spiel auf fremden Eis. Und das war in Krefeld, was jetzt nicht wirklich überraschend kam. Aber ansonsten zeigen die Eisbären zwei verschiedene Gesichter – einmal das Heim-Gesicht und einmal das Auswärts-Gesicht. Während man zu Hause noch ungeschlagen ist und dort auch mal nicht so gute Auftritte dennoch erfolgreich abschloss, schafft man es auswärts einfach nicht, erfolgreich zu sein. Hofft Serge Aubin deswegen morgen auf den Heimvorteil?

Nun, es ist auf jeden Fall wichtig, sich ordentlich um sein Zuhause zu kümmern. Und offensichtlich fühlen wir uns zu Hause wohl. Aber ich möchte, dass wir ein gutes Team werden, egal ob zu Hause oder auswärts. Wir wissen, was wir zu tun haben. Unsere Heimstatistik ist sehr gut, die wollen wir natürlich auch behalten. Und das setzen wir hoffentlich morgen Abend fort.

Um diese Serie aber mit dem sechsten Heimsieg im sechsten Heimspiel auch fortzusetzen, ist es vor allem sehr wichtig, von der Strafbank wegzubleiben. Das hat das erste Duell am Seilersee eindrucksvoll bewiesen. Parker Tuomie weiß das auch und sagte daher vor dem Spiel gegen die Mannschaft von Jason O’Leary:

Das Wichtigste ist, dass man gegen Iserlohn sehr diszipliniert spielt. Die haben natürlich ein sehr starkes Powerplay und auch drei, vier Spieler, die oben bei den Punkten mit dabei sind, auf die müssen wir natürlich aufpassen. Wir müssen von der Strafbank wegbleiben und so viel wie möglich Fünf-gegen-Fünf spielen. Ich glaube, dass wir in Iserlohn nicht genug Druck gemacht haben, vor allem nicht von Anfang an. Jetzt müssen wir einfach einen besseren Start erwischen.

Einen besseren Start zu erwischen, ist schon einmal ein guter Ansatz. Nur dann muss man es endlich schaffen, dieses Spiel über die gesamte Spielzeit durchzuziehen. Zu oft hat man von den Eisbären zuletzt nur ein oder zwei gute Drittel gesehen, was in dieser Liga einfach nicht ausreicht, um erfolgreich zu sein. Daher Kai Wissmann mit der einfachen Marschroute für morgen Abend:

Ja, wir müssen einfach schauen, dass wir 60 Minuten unser Spiel spielen. Nicht 20, nicht 40, sondern 60 Minuten. Dann haben wir eine sehr gute Chance, drei Punkte zu holen.

Doch ausgerechnet vor dem Spiel gegen Iserlohn plagen Trainer Serge Aubin erstmals Personalprobleme. Aus Düsseldorf brachte man mit Mark Olver und Haakon Hänelt zwei verletzte Stürmer mit. Die Beiden werden erst einmal für die nächsten Spiele ausfallen.
Deswegen beorderten die Eisbären Youngster Sebastian Streu vom Kooperationspartner Lausitzer Füchse zurück in die Hauptstadt. Und dann wäre da ja auch noch der neue Stürmer Zach Boychuk, welcher die Spielgenehmigung rechtzeitig heute erhalten hat und somit morgen sein Debüt für die Eisbären feiern wird. Was hat denn Zach Boychuk über die Eisbären zu berichten?

Ich habe nur Gutes über die Eisbären gehört und freue mich sehr, hier zu sein. Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Die Eisbären arbeiten auf NHL-Niveau. Sie sind wirklich top organisiert.

Und auf was dürfen sich die Eisbären-Fans bei ihrem neuen Stürmer freuen? Was sind seine Stärken?

Ich sehe Schnelligkeit als eine meiner Stärken. Ich mag es, schnell zu spielen, meine Mitspieler in Szene zu setzen und viele Torschüsse abzugeben.

Trotz starkem Auftritt in Spiel Eins nicht belohnt: Eisbären wollen auf eigenem Eis den Ausgleich in der Serie erzielen

Nach 70:08 Minuten war das erste von maximal sieben Viertelfinalspielen zwischen dem Serienmeister Red Bull München und Rekordmeister Eisbären Berlin gestern Abend beendet. Mit 2:3 n.V. verloren unsere Jungs dieses Spiel (Spielbericht unseres Fanclub-Mitgliedes Steffi), doch auch ein Sieg der Hauptstädter wäre definitiv möglich gewesen. Am Ende machte eine Kleinigkeit den Unterschied aus. Beide Teams hatten in der Verlängerung die Möglichkeit, in Überzahl die Entscheidung zu erzwingen. Berlin tat dies nicht, München dagegen nutzten sein Powerplay blitzschnell. Bully in der Angriffszone, die Zuordnung in der Berliner Defensive stimmte für einen Augenblick nicht, die Scheibe kam zu Justin Shugg und der versenkte die schwarze Hartgummischeibe im Tor von Eisbären-Goalie Kevin Poulin. An dessen Reaktion, er feuerte seinen Schläger übers Eis, sah man, wie groß die Enttäuschung und der Frust der Eisbären über den Spielausgang war. Man war so nah dran, dem großen Favoriten das Heimrecht zu entreißen, am Ende musste man sich dem Titelverteidiger aber doch geschlagen geben.

Reißt Kevin Poulin morgen nach Spielende die Hände vor Freude in die Luft oder fliegt wie nach Spiel Eins der Schläger übers Eis? (Foto: EisbaerenSektion Nord/Christian)

Doch das ist Schnee von gestern, daran dürfen die Eisbären nicht zurück denken. Woran sie aber sehr gerne denken und anknüpfen dürfen, ist die starke Leistung, die sie gestern in München gezeigt haben. Dass dort der Vorrundenzweite und CHL-Finalist gegen den Hauptrundenneunten spielte, welcher sich nur dank eines famosen Endspurtes überhaupt die Chance auf das Viertelfinalticket offen hielt, war jedenfalls nicht zu sehen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, zwar mit mehr Schüssen der Hausherren, aber es kommt eben nicht immer auf die Anzahl der Schüsse an. Am Ende ist es wichtig, wie viele hochkarätige Torchancen sich beide Mannschaften herausgespielt haben und da waren beide gleich gut. Es sei nur an die Powerplaychance der Berliner im ersten Drittel erinnert, als Florian Kettemer und Colin Smith die Abwehr des Meister mit ihrem Doppelpass komplett nass machten und Kettemer das 1:0 eigentlich schon mustergültig auf dem Schläger serviert bekommen hatte. Aber da hinten steht ja noch dieser Danny Aus den Birken zwischen den Pfosten, seines Zeichen Torhüter und Spieler des Jahres. Seine sensationeller Save war ein Beleg für diese Auszeichnung.

Aber eben an dieser Szene sah man, dass die Eisbären sich derzeit keinesfalls vor den Münchnern verstecken müssen. Sie spielten über 70 Minuten hoch konzentriert, gingen keinem Zweikampf aus dem Weg, standen hinten sehr kompakt und ließen nicht viele hochkarätige Chancen der Gastgeber zu. Und nach vorne setzte man immer wieder Nadelstiche und ärgerte den dreimaligen Deutschen Meister immer wieder.

Die dritte Playoff-Serie zwischen diesen beiden Teams in Folge könnte endlich den so lang ersehnten Erfolg für die Eisbären bringen. Denn in den bisherigen zwei Playoff-Serien setzte sich stets München durch. Aber: Es gewann immer das Team die Serie, welches Spiel Eins verlor. In den beiden Jahren zuvor gewannen die Eisbären jeweils in München und klauten das Heimrecht, am Ende schieden sie dennoch immer aus. Geht diese Serie in diesem Jahr so weiter, dann erreichen die Berliner das Halbfinale.

Will nach drei Titeln in Folge mit München nun seine persönlich vierte Meisterschaft mit den Eisbären gewinnen: Florian Kettemer (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und so unglaubwürdig ist das nicht. Das hat die Partie gestern Abend deutlich gemacht. München tat sich schwer gegen selbstbewusste Eisbären, welche seit der Februar-Pause ein komplett anderes Team sind. Was auch immer in der Pause passiert ist, es hat anscheinend Wunder gewirkt. Die Mannschaft wirkt wie ausgewechselt und macht den Fans wieder viel Spaß. Spaß, den haben sie auch im Team wieder gefunden und zudem sei man auch außerhalb der Eisfläche enger zusammengerückt, wie Florian Kettemer, einer der Aktivposten im ersten Spiel der Viertelfinalserie, gestern verlauten ließ. Man wolle den Fans wieder tolles Eishockey zeigen, das tun sie in den letzten Spielen definitiv und es lässt hoffen. Darauf, dass die Saison doch noch ein unvorhergesehenes Ende nimmt. So, wie es damals beim ERC Ingolstadt war, denn mit deren Meisterschaft hatte damals nun auch wirklich keiner gerechnet.

Aber noch ist es viel zu früh von Titeln zu sprechen. Es ist gerade einmal Spiel Eins von möglichen

So wollen wir die Eisbären morgen Abend ganz oft sehen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

sieben gespielt und morgen Abend geht die Serie mit Spiel Zwei wieder von vorne und bei Null los. Und dann werden die Eisbären darauf brennen, vor heimischer Kulisse den Ausgleich in der Serie herzustellen. Mit den Fans als siebter Mann im Rücken ist das auch definitiv möglich. Zumal, wenn man genauso starkes Eishockey wie gestern Abend in München spielt. Nur dann sollte man die eine entscheidende Strafe weniger nehmen. Oder aber einfach das eine Powerplay mehr nutzen. Egal wie, Hauptsache man gewinnt Spiel Zwei und macht aus der „Best-of-seven-Serie“ eine „Best-of-Five-Serie“. Und dann ist wirklich alles möglich.

0:7 gegen Mannheim: Der absolute Tiefpunkt der Saison ist erreicht – Fans fordern Trainer-Rauswurf

 

Ausgabe #23:

Puh, was soll man dazu noch sagen? Man hat ja damit rechnen können, dass es gegen die Adler Mannheim eine Niederlage setzen würde, aber dass diese gleich so hoch ausfallen würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Doch am Ende verloren die Eisbären Berlin in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof gegen den Spitzenreiter der DEL sage und schreibe mit 0:7 (0:2,0:2,0:3). Es war die fünfte Niederlage in Folge und die siebte aus den letzten acht Spielen. Stefan Ustorf sprach nach dem Spiel beim Fantalk vom absoluten Tiefpunkt, welchen man nun erreicht hat. Und ein Ende dieser Misere ist keinesfalls abzusehen, denn nichts macht derzeit Hoffnung auf Besserung.

Und der Unmut der Fans machte sich vor allem im letzten Drittel deutlich. Schon vor dem Spiel gab es deutliche Pfiffe bei der Vorstellung von Trainer Stéphane Richer, im letzten Drittel wurde lautstark sein Rauswurf gefordert. Zudem können nach Meinung der Fans alle außer Kevin Poulin gehen, wenn gleich ich hier noch einmal explizit darauf hinweisen möchte, dass damit keinesfalls die jungen Spieler der Eisbären gemeint sind, viel mehr geht es um die etatmäßigen Leistungsträger, von denen in dieser Saison kaum etwas zu sehen ist und wo gerade jetzt in der so schwierigen Situation keiner mal das Heft des Handelns in die Hand nimmt und versucht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Viel mehr nimmt man die Ergebnisse regungslos hin. Was uns Fans dann im letzten Drittel auch nicht mehr interessierte, denn die Fankurve drehte sich um und schaute der Darbietung auf dem Eis nicht mehr länger zu, warum auch, die „Mannschaft“ auf dem Eis hatte sich ja bereits längst aufgegeben und sich ihrem Schicksal ergeben. Von Aufbäumen, Kampfgeist, Wille oder ähnlichem war jedenfalls nichts zu spüren. Und nach der Schlusssirene wurde den Spielern auch deutlich gemacht, dass sie sich schnellstmöglich vom Eis machen sollten, denn das Fass ist endgültig übergelaufen und die Eisbären enttäuschten einmal mehr ihre treuen Fans, die irgendwann auch einmal das Recht haben, ihren Unmut lautstark zu äußern. Und dass das nach einem 0:7 gegen den Erzrivalen Mannheim passiert, ist wohl mehr als verständlich.
Klar kannst du immer ein Spiel verlieren, auch gegen Mannheim, wenn denn die Leistung stimmt, aber die Spieler haben sich nach den Gegentoren aufgegeben und ihrem Schicksal ergeben und das ist in dieser Situation nicht akzeptabel. Kevin Poulin und die jungen Burschen konnten einem leid tun, denn die haben sich wenigstens noch den Hintern aufgerissen und alles gegeben, was man von den eigentlichen Leistungsträgern nicht behaupten kann, die verstecken sich weiterhin und hinken ihren eigentlichen Leistungen meilenweit hinterher.

Kommen wir aber mal zum Spiel, in welchem den Eisbären gleich zehn Spieler fehlten. Dadurch kam der erst 17-jährige Nino Kinder zu seinem DEL-Debüt. Auch Cedric Schiemenz stand wieder im Kader der Eisbären. Das Tor hütete erneut Kevin Poulin.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären spielten eigentlich kein schlechtes erstes Drittel, hatten am Ende des Auftaktdrittels mehr Torschüsse zu verbuchen und insgesamt fünf richtig dicke Möglichkeiten gehabt. Doch Maximilian Adam, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Marcel Noebels und Jamie MacQueen scheiterten entweder am starken Adler-Goalie Chet Pickard oder schossen hauchdünn am Mannheimer Tor vorbei. Die Eisbären hatten sich hier definitiv viel vorgenommen und das konnte man über weite Strecken des ersten Drittels auch sehen.
Umso überraschender, dass dann ausgerechnet Mannheim in Führung gehen sollte. Zehn Minuten waren gespielt, als Kevin Poulin den ersten Adler-Schuss noch abwehren konnte, der Puck danach im Gewühl vor dem Eisbären-Tor verschwand, aus welchem letztlich Garrett Festerling als Nutznießer hervor trat und die Scheibe im Berliner Tor versenken konnte – 0:1 (10.). Die Mannheimer Führung aus dem Nichts heraus.
Und wie so oft in letzter Zeit verunsicherte ein Gegentor die Eisbären komplett, die zwar weiterhin nach vorne aktiv waren und besagte Großchancen hatten, sich aber auch sehr unsicher zeigten und zu viele leichte Fehler machten. So konnte Mannheim relativ leicht und locker durch David Wolf auf 2:0 erhöhen (13.).
Das war schon komisch gewesen, die Eisbären machten eigentlich ein gutes Spiel, hatten Chancen, aber Mannheim eiskalt und effektiv vor dem Tor, eben im Stile einer Spitzen-Mannschaft, lagen hier mit 2:0 nach 20 Minuten vorne. Ja, eine Spitzen-Mannschaft waren auch mal die Eisbären, aber das ist gefühlt Ewigkeiten her.

Die Hauptstädter begannen das Mitteldrittel in Überzahl, wobei man dass auf dem Eis nicht wirklich merkte, denn sie konnten für keinerlei Gefahr sorgen. Generell war das ein eher harmloses Eisbären-Drittel, sie kamen nie wirklich ins Spiel, wirkten ideen- und lustlos, spielten nicht unbedingt als Mannschaft zusammen.
Mannheim fand im zweiten Drittel besser zu seinem Spiel und wurde nun deutlich stärker und machte

Foto: eisbaerlin.de/walker

mehr Druck auf das Eisbären-Tor. Und der Druck sollte sich genau zur Hälfte des Spiels auszahlen. Zwei-auf-Eins-Konter der Kurpfälzer, Ben Smith mit dem Querpass auf Luke Adam und der tunnelte Kevin Poulin – 0:3 (30.).
Was die Eisbären auch versuchten, es wirkte irgendwie planlos. Das waren alles nur so halbherzige Aktionen, die Jungs versuchten irgendwie etwas auf die Reihe zu bekommen, die Verunsicherung spielte da sicherlich auch eine Rolle und auch die vielen verletzten Spieler. Aber das darf nicht als Hauptgrund gelten, gerade dann müssen die übrig gebliebenen Leistungsträger sich mehr zeigen, dass Team führen und sie dazu anspornen, zu kämpfen. Aber die einzigen Spieler, die gekämpft haben, waren die Youngsters und Kevin Poulin. Der Rest wirkte einfach nur lust- und ratlos.
Und Mannheim? Da durfte selbst Denis Reul per Rückhand (!) treffen, was eigentlich schon alles über das Spiel aussagt, wenn ein Denis Reul sogar Tore schießen darf – 0:4 (37.).
Kurz darauf war dann übrigens die Partie von Louis-Marc Aubry beendet, der nach einem Stockschlag eine Spieldauer kassierte. Es sollte die letzte Aktion im Mitteldrittel sein, welches beim Stand von 0:4 aus Eisbären-Sicht zu Ende ging.

Das letzte Drittel begannen die Berliner mit zwei Mann weniger auf dem Eis und da sollte es erneut im Berliner Tor klingeln. Zunächst Poulin noch mit einem Big Save gegen Chad Kolarik, doch wenig später war erneut David Wolf der Torschütze, der in Überzahl auf 5:0 erhöhen konnte (42.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel war natürlich längst entschieden, die Stimmung in der Arena dafür umso besser. 41 Minuten lang wurde auf Trommeln, Fahnen, Banner und weitere Dinge verzichtet, um darauf aufmerksam zu machen, wie es in der Arena am Ostbahnhof in Zukunft aussehen könnte, wenn der Fanbogen nicht mehr ist. Umso lauter wurde es die letzten 19 Minuten und dabei war fast allen Fans der Spielstand egal, es wurde gesungen, gehüpft, gefeiert, die ganze Halle hüpfte und hatte Spaß. Wozu sich auch den Wochenendstart von einer Mannschaft, die als solche nicht mehr auftritt, vermiesen lassen. Dann wenigstens Spaß mit Freunden haben und feiern, was das Zeug hält.
Auf dem Eis gab es eh nichts mehr schönes zu bestaunen, viel mehr wurden die Adler-Tore, sechs und sieben lautstark bejubelt und nach dem 0:7 „nur noch drei“ skandiert. Man nahm das alles nur noch mit einer gehörigen Portion Humor, wenn gleich auch viel Wut mit dabei war, gerade als es gegen den Trainer/Sportdirektor Stéphane Richer ging.
Ben Smith (55./PP) und Brendan Mikkelsson (56.) sorgten für den Endstand von 0:7 in der Mercedes-Benz Arena. Das Grauen hatte endlich ein Ende gefunden und wir Fans wurden erlöst, die Spieler bekamen danach die volle Breitseite der Wut zu spüren und wurden förmlich vom Eis gebrüllt. In Berlin stehen harte Zeiten bevor.

Nur wird man jetzt endlich in der Chefetage der Eisbären reagieren? Jetzt, wo laut Stefan Ustorf der absolute Tiefpunkt erreicht ist? Wird man nun einen neuen Trainer präsentieren, evtl. noch einen neuen Spieler verpflichten? Würde ein Trainerwechsel oder ein Transfer überhaupt noch Sinn machen, wenn die „Mannschaft“ als solche längst nicht mehr auftritt und die Lustlosigkeit Spiel für Spiel deutlich heraus hängen lässt? Die einzigen Spieler, die sich gegen Mannheim richtig rein gehangen haben, waren die jungen Burschen und Goalie Kevin Poulin. Nino Kinder hätte beinahe in seinem ersten DEL-Spiel ein Tor erzielt, Maxi Adam verzog im ersten Drittel denkbar knapp. Und Kevin Poulin hielt, was zu halten war, man merkte ihm im Mitteldrittel nach den nächsten beiden Gegentreffern deutlich die Wut über seine Mitspieler an, sein Kopfschütteln in Richtung der Team-Kollegen sagte alles darüber aus, was er derzeit denkt. Es wäre ein Wunder, wenn Kevin Poulin sich das nächste Saison weiterhin an tun würde.
Zumal keiner weiß, ob es den längst überfälligen Umbruch im Eisbären-Team geben wird oder nicht.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und mit Umbruch ist nicht nur das Team auf dem Eis gemeint, auch das Team hinter dem Team sollte schleunigst ausgetauscht werden, denn die Herrschaften in der Führungsetage haben den Verein gegen die Wand gefahren und das über die letzten Jahre hinweg kontinuierlich und nun hat man es geschafft, den Verein an den absoluten Tiefpunkt zu bringen und daran trägt u.a. auch Stéphane Richer eine Hauptschuld mit. Er ist schließlich bestens dafür bekannt, Vereine gegen die Wand zu fahren, ich sage nur Hamburg Freezers. Nur sieht er anscheinend noch keine Schuld bei sich und auf die Frage, ob er denn mit den beiden Posten Trainer und Sportdirektor überfordert wäre, antwortete er bei der Pressekonferenz nach dem Spiel mit Nein. Mehr muss man dazu wohl auch nicht sagen. Er klammert sich immer noch an die positiven Dinge, wenn gleich er zu gab, dass er enttäuscht und sauer war nach dem Spiel, nicht von den jungen sondern von den erfahrenen Spielern, welche die Fehler gemacht haben. Aber er meinte auch, man hoffe nach wie vor auf die Rückkehr der Verletzten. Nur dass es dann auf einmal besser wird und die anderen wieder ihre Eishockey-Qualität wieder finden, glaubt er doch wohl selbst nicht ernsthaft.
Man würde sich wünschen, dass bei den Eisbären nun etwas passiert nach diesem Debakel. Aber wie bereits oben erwähnt, was würde das jetzt noch bringen? Die Saison ist eh im Eimer, wenn es ganz schlimm läuft, müssen wir uns die Pre-Playoffs noch an tun, aber dann ist diese Katastrophen-Saison endlich vorbei und dann MUSS man im Verein auf allen Ebenen aufräumen und ein rund erneuertes Team auf dem Eis und an der Bande und auf der Chefetage zusammenstellen. Denn sonst treibt man den Untergang des Traditionsklubs Eisbären Berlin weiter voran, wenn gleich man laut Stefan Ustorf bereits heute am absoluten Tiefpunkt angekommen ist.
Die einst ruhmreichen Eisbären Berlin, vor denen sich alle in der DEL fürchteten, sind jedenfalls Geschichte. Im Moment freut sich eher jeder Gegner darauf, gegen Berlin spielen zu dürfen. Und der Niedergang tut im Moment nur den Fans weh, aber nicht denjenigen, die das auf dem Eis zu verantworten haben. Da bekommt man eher das Gefühl, als wäre denen alles egal und sie hoffen, es ist bald Urlaub. Den Eindruck vermitteln jedenfalls ganz viele Spieler und das macht den treuen Eisbären-Fan einfach nur traurig.

3:4 n.P. in München: Eisbären mit starker kämpferischer Leistung, welche am Ende einen Punkt beim Meister bringt

Nach zwei Siegen in Folge hat es die Eisbären Berlin bereits wieder erwischt. Beim letzten Auswärtsspiel des Jahres verloren die Eisbären beim Deutschen Meister in der Final-Neuauflage mit 3:4 n.P. (1:0,2:2,0:1/0:0,0:1). 6.142 Zuschauer sahen ein packendes Eishockeyspiel in München, an deren Ende die Gäste zweimal zwei Tore vorne lagen, am Ende aber doch das Eis als Verlierer verließen. Aber immerhin sicherte man sich einen Punkt beim Meister und punktete somit zum dritten Mal in Folge.

Im 400. DEL-Spiel von Verteidiger Micki DuPont fehlten den Eisbären heute neben Mark Cundari, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Florian Kettemer und Mark Olver auch noch Jonas Müller und André Rankel. Somit die Eisbären also nur mit zwölf Stürmern und fünf Verteidigern. Im Tor stand wieder Kevin Poulin.

Hinein in ein erstes Drittel, was fast ausnahmslos den Hausherren gehörte. Die Eisbären hatten zwar früh in der Partie das erste Powerplay des Spiels, konnten dieses jedoch nicht nutzen. Danach zogen die Münchner ihr Spiel auf, machten jede Menge Druck, sodass es bei 5-gegen-5 wie ein Powerplay aussah. Kevin Poulin bekam einiges zu tun, entschärfte aber jede Münchner Torchance und ließ die Spieler der Gastgeber damit verzweifeln.
Und was machten die Eisbären? Die sorgten mit einem ihrer nur vier Torschüsse im Auftaktdrittel für die komplett überraschende Führung. Louis-Marc Aubry brachte die Scheibe vor das Tor, dort wurde sie von Münchens Verteidiger Andrew Bodnarchuk abgefälscht, landete schließlich am langen Pfosten bei Sean Backman, welcher zum 1:0 einnetzen konnte (15.). Was die Analyse von Hannes über Sean Backman nicht so alles auslösen kann, traf die Nummer 61 der Eisbären doch auch schon am Mittwoch beim Heimsieg gegen Bremerhaven.
Danach machten es die Eisbären besser, ließen kaum noch etwas zu und nahmen die 1:0-Führung mit in die Kabine.

Das zweite Drittel begann der Meister in Überzahl, aber München fand weiterhin keinen Weg vorbei an Kevin Poulin, das Powerplay war jetzt aber auch nicht so gefährlich. Wie man sein Überzahlspiel nutzt, machten dann die Hauptstädter vor. Marcel Noebels mit dem klasse Pass auf Sean Backman, welcher abzog, jedoch an Danny Aus den Birken scheiterte. James Sheppard nahm die Scheibe auf, zog nach links außen und spielte Aus den Birken aus, hob den Puck schlussendlich mit der Rückhand ins Tor – 2:0 (27.).
Das zweite Drittel bot nun Eishockey auf Augenhöhe, beide Mannschaften spielten sich Chancen heraus und konnten diese manchmal auch nutzen. So tauchte nämlich München in der 33. Spielminute auch erstmals an diesem Abend auf der Anzeigetafel auf. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Ryan Button spielte die Scheibe zu Andreas Eder, welcher kurz schaute und dann abzog – 2:1.
Frank Mauer hätte dann fünf Minuten vor der zweiten Pause beinahe das 2:2 erzielt, als er alleine vor Kevin Poulin auftauchte, doch der Berliner Goalie hatte etwas dagegen und entschärfte diese brenzlige Situation.
Fast im Gegenzug die Eisbären mit dem 3:1. James Sheppard zog Richtung Tor und dann auch ab, Jamie MacQueen stand goldrichtig, um den Abstauber am linken Pfosten eiskalt zu verwerten (36.).
Beide Teams dann noch einmal mit einem Powerplay. Während die Eisbären ihr Überzahlspiel nicht nutzen konnten, schlug Justin Shugg nach nur sechs Sekunden eiskalt zu – 3:2 (39.). Was zugleich auch der Pausenstand in München nach 40 Minuten war.

Auch das Schlussdrittel begannen die Eisbären in Unterzahl, welche sie trotz guter Münchner Chancen schadlos überstanden. München übernahm danach wieder mehr und mehr das Kommando, drängte vermehrt auf den Ausgleich, die Eisbären versuchten stets bei Entlastungsangriffen für Gefahr zu sorgen. Und Aubry hatte dabei sicherlich die dickste Möglichkeit, als er praktisch das halbleere Tor vor sich hatte nach einem Zuckerpass von Brendan Ranford, doch Aus den Birken war mit dem Schoner zur Stelle.
Die Eisbären nahmen weiter Strafen und sie hielten dem Münchner Druck bis drei Minuten vor der Schlusssirene Stand. Dann sorgte eine Kombination über Mark Voakes, Matt Stajan und Trevor Parkes für den mittlerweile verdienten 3:3-Ausgleich (57.). Es sollte hier also in die Verlängerung gehen.

Und in dieser beide Mannschaften mit guten Möglichkeiten, aber die beiden Goalies wollten es unbedingt zum absoluten Showdown kommen lassen. Und in diesem hatte Danny Aus den Birken am Ende das bessere Ende auf seiner Seite. Während auf Münchner Seite Michael Wolf und Trevor Parkes trafen, verwandelte bei den Eisbären einzig Sean Backman seinen Penalty. Somit kassierten die Eisbären im fünften Penaltyschießen der Saison die erste Niederlage.

Eine Niederlage, die der Mannschaft sicher weh tut. Da lieferst du beim Meister ein klasse Auswärtsspiel ab, trotz den ganzen Personalproblemen und führst zweimal mit zwei Toren. Und dann kannst du dich am Ende doch nur mit einem Punkt belohnen. Was aber eben auch an der Qualität des Meisters liegt, welcher vor allem im ersten und letzten Drittel gehörig Druck auf das Eisbären-Tor machte und sich am Ende die Verlängerung auch redlich verdiente. Denn was die Torschüsse und Chancen anging, war München klar im Vorteil. Penaltyschießen ist dann eben reine Glückssache und da hatten die Gastgeber heute eben mehr Glück als die Eisbären.
Andererseits hatten die Eisbären ihre Chancen, das Spiel zu gewinnen. Nur waren sie eben dann doch nicht in allen Situationen so eiskalt und effektiv wie bei den drei Toren. Aber wir sehen endlich wieder kämpfende Eisbären, die bis zum Ende alles geben und die einen Punkt beim Meister geholt haben, welcher am Ende noch Goldwert sein kann.

8:1-Gala in Spiel Drei: Die Eisbären geben die richtige Antwort auf Freitag und fegen Wolfsburg deutlich aus der Arena am Ostbahnhof

Ausgabe #30:

Das war mal ein Statement und die richtige Antwort auf die Schlacht vom Freitag in Wolfsburg. Die Eisbären Berlin haben Spiel Drei der Viertelfinalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg deutlich und hochverdient mit 8:1 (3:0,2:0,3:1) gewonnen und sich somit die 2:1-Führung in der Serie gegen die Niedersachsen geholt. In der ausverkauften Mercedes-Benz Arena hatte die arg dezimierte Mannschaft von Chefcoach Pavel Gross nicht den Hauch einer Chance gegen die Hausherren, die sich am Ende in einen Rausch spielten. Aber auch wenn sich so ein 8:1 schön liest, war es nur ein Sieg in einer Serie, in der man vier Siege zum weiterkommen braucht. Aber so ein hoher Sieg gibt dir natürlich Selbstvertrauen und regt den Gegner zum Nachdenken an.

Chefcoach Uwe Krupp konnte auf das selbe Personal wie in Wolfsburg zurückgreifen. Im Tor stand erneut Petri Vehanen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Hinein ins Spiel, wo die Hausherren bereits nach 51 Sekunden in Führung hätten gehen können. Doch Nick Petersen scheiterte bei einem Alleingang an Jerry Kuhn im Wolfsburger Tor. Fortan versuchten beide Mannschaften hinten kompakt zu stehen, man wollte dem Gegner nicht so viel Platz lassen. Daher waren Torraumszenen in den ersten Minuten auch eher Mangelware.
Sieben Minuten waren gespielt, da setzte sich Daniel Fischbuch auf der rechten Seite klasse durch, zog zum Tor und auch ab. Kuhn konnte nur prallen lassen und vor dem Tor lauerte Verteidiger Jens Baxmann, welcher keine größeren Probleme hatten, die Scheibe über die Linie zu bugsieren – 1:0.
Doch Wolfsburg ließ sich davon nicht beirren und hatte selbst Chancen. So Philipp Riefers, der Mitte des ersten Drittels frei vor Vehanen auftauchte, doch der Finne behielt in diesem Duell die Oberhand.
Dann zog Nick Petersen mal ab, sein Schuss ging jedoch an die Bande hinter dem Tor, sprang auf der anderen Seite wieder zurück. James Sheppard ahnte dies, nahm den Puck auf, drehte sich und vollendete überragend mit der Rückhand – 2:0 (11.).
Und nun hatten die Eisbären Lust auf Tore. Marcel Noebels mit dem Zuspiel in Richtung blaue Linie zu Danny Richmond, welcher nicht lange fackelte und die schwarze Hartgummischeibe ins Wolfsburger Tor drosch – 3:0 (14.).
Wolfsburg Coach Pavel Gross nahm daraufhin erst einmal eine Auszeit, um sein Team hier vor einem Debakel zu schützen.
Und Wolfsburg gab anschließend auch nicht auf, spielte weiter nach vorne und hatte auch noch zwei Überzahlspiele, wo sie zu Chancen kamen. Insgesamt hatten die Wolfsburger doppelt so viele Schüsse abgegeben wie die Eisbären (16:8), doch die Berliner zeigten sich vor dem Tor eben als die effektivere Mannschaft. So stand es nach 20 Minuten 3:0 an der Spree.

Im Mitteldrittel spielten die Berliner dann weiter offensiv, von Wolfsburg war relativ wenig zu sehen. Die

Foto: eisbaerlin.de/walker

Eisbären erspielten sich auch gute Chancen ,mussten jedoch bis zu 30. Spielminute auf Treffer Nummer Vier warten. Marcel Noebels hatte an der blauen Linie zu viel Zeit, fuhr in Position, um dann einen satten Schlagschuss loszulassen – 4:0.
Die Eisbären überstanden anschließend eine Unterzahl und legten praktisch kurz danach das fünfte Tor nach. Ex-Eisbär Jimmy Sharrow verstolperte den Puck vor dem eigenen Tor, André Rankel nahm das Geschenk dankend an und schoss den Puck unter die Latte ins Grizzlys-Tor – 5:0 (34.).
Die Partie war hier natürlich längst entschieden. Die Eisbären hatten schon ein wenig Spielfreude, Wolfsburg dagegen war komplett harmlos. Und die Niedersachsen hatten sogar Glück, dass es nach 40 Minuten nicht 0:7 stand. Denn Frank Hördler traf nur die Latte (37.) und Mark Olver scheiterte am Außenpfosten (38.). So lag Wolfsburg nach 40 Minuten mit 0:5 hinten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Wolfsburgs Goalie Jerry Kuhn wurde zu Beginn des letzten Drittels ausgewechselt. Felix Brückmann hütete von nun an das Tor der Autostädter. Das erste, was er zu sehen bekam, war der Wolfsburger Ehrentreffer. Conor Allen kam im Slot zum Abschluss und tunnelte Petri Vehanen – 5:1 (44.).
Doch die Antwort der Berliner sollte nur 25 Sekunden auf sich warten lassen. Felix Brückmann wollte den Puck von seinem Tor weg spielen, doch Rihards Bukarts kam ihm zuvor und spitzelte die Scheibe vorbei an Brückmann ins Tor – 6:1 (45.).
In Unterzahl hatten dann die Eisbären richtig gute Chancen, Marcel Noebels vergab dabei die beste, als er nur den Pfosten traf. Doch bei einer anschließenden doppelten Überzahl klingelte es erneut im Wolfsburger Tor. Thomas Oppenheimer hatte von der blauen Linie abgezogen, Felix Brückmann ließ nur zur Seite prallen und James Sheppard versenkte den Nachschuss im Tor – 7:1 (49.).
Für den Schlusspunkt an diesem Nachmittag sorgte dann die Nummer Acht der Eisbären. Nick Petersen tankte sich klasse durch, tauchte frei vor Brückmann auf und ließ dem deutschen Nationaltorhüter keine Chance – 8:1 (57.).
Danach waren die Gäste endlich erlöst und konnten das Eis verlassen, während die Eisbären ihren 8:1-Sieg feierten und damit ein Ausrufezeichen in dieser Serie setzten.

So antwortet man auf eine Niederlage in Wolfsburg. Die Eisbären haben den Wolfsburgern die

Foto: eisbaerlin.de/walker

Grenzen aufgezeigt und ihnen nicht den Hauch einer Chance gelassen. Im ersten Drittel versuchten die Gäste noch mitzuspielen und erarbeiteten sich auch Chancen, hatten sogar mehr Schüsse als die Eisbären abgegeben. Nur waren diese heute äußerst effektiv und spätestens nach dem 0:3 war die Messe hier gelesen. Wolfsburg hatte den Eisbären nichts mehr entgegenzusetzen und musste so am Ende mit einem Debakel die Heimreise antreten. Am Mittwoch geht es bereits weiter und dann wollen die Niedersachsen sicherlich Revanche nehmen.

Playoff-Stand: Eisbären Berlin vs. Grizzlys Wolfsburg 2:1 (4:1/2:5/8:1)

„Retro-Nacht“: Eisbären ehren die Olympia-Helden und gewinnen vor ausverkauftem Haus gegen Meister München

Ausgabe #27:

Die Eisbären Berlin sind erfolgreich aus der Olympia-Pause zurück gekommen. Am Mittwochabend setzte sich der DEL-Rekordmeister gegen den Titelverteidiger EHC Red Bull München knapp mit 3:2 (1:0,2:1,0:1) durch und wahrte somit alle Chancen auf Platz Zwei und die damit verbundene CHL-Qualifikation. Es war kein berauschendes Eishockey-Spiel gewesen, was aber angesichts der langen Unterbrechung und dem Fehlen der Münchner Olympia-Spieler auch kein Wunder war. Spannend war es dafür allemal.

Eisbären-Coach Uwe Krupp konnte im Spiel gegen den Tabellenführer auf die drei Olympia-Helden setzen. Dafür fehlten Blake Parlett, Florian Busch, Maximilian Franzreb und Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler. Im Tor stand die „finnische Wand“ Petri Vehanen.

Vor dem Spiel wurde es erst einmal laut in der Arena am Ostbahnhof, denn die deutschen Olympia-Helden auf beiden Seiten wurden von den Eisbären für ihren historischen Erfolg geehrt. Die Fans applaudierten lautstark und drückten so ihre Anerkennung für die gezeigte Leistung aus.

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Dann wurde es aber sportlich, Eisbären-Legende Denis Pederson mit dem ersten Bully bei der „Retro-Nacht“ der Eisbären Berlin. Man merkte beiden Mannschaften von Beginn die lange Pause an. So wirklich in den Rhythmus kam keines der beiden Teams. Noch am ehesten waren es die Eisbären, die im Auftaktdrittel besser zu ihrem Spiel fanden und so optisch gesehen auch die bessere Mannschaft in den ersten 20 Minuten waren.
Nach neun Minuten ergab sich für die Hausherren dann auch die Gelegenheit, das erste Mal an diesem Abend in Überzahl zu agieren und man war gespannt, ob man an DER Baustelle schlechthin während der dreiwöchigen Pause gearbeitet hatte oder eher nicht. Letzteres war der Fall, es war nach wie vor nicht schön anzusehen, wenn die Berliner mit einem Mann mehr agierten.
Die Eisbären die spielbestimmende Mannschaft, das stark ersatzgeschwächte Münchner Team versuchte mit Kontern für Gefahr zu sorgen. Petri Vehanen war aber stets zur Stelle. Doch die besseren Chancen erspielten sich die Gastgeber, welche in David Leggio jedoch ihren Meister fanden.
Bis zum zweiten Powerplay des Spiels. 16 Minuten waren gespielt, als München zum zweiten Mal in Unterzahl ran musste und dieses Mal klingelte es im Tor der Gäste. Thomas Oppenheimer hatte abgezogen und Torjäger Sean Backman fälschte die Scheibe ab, so dass Leggio diese nur zur Seite prallen ließ, wo James Sheppard lauerte und den Abstauber im Münchner Tor unterbrachte – 1:0 (17.).
Zum Ende des ersten Drittels dann München mal mit einem Mann mehr, aber die Eisbären standen gut und brachten das 1:0 souverän über die Zeit.

München begann das zweite Drittel besser und druckvoller, somit war der Ausgleich auch kein Wunder

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mehr. Petri Vehanen ließ kurz zuvor schon einen Schuss von Jon Matsumoto prallen, wenige Sekunden später tat er selbiges mit dem Schuss von Konrad Abeltshauser. Andreas Eder setzte bei beiden Versuchen jeweils zum Nachschuss an, beim ersten hatte er keinen Erfolg, beim zweiten schon – 1:1 (22.).
München wirkte danach aggressiver, hatte für ein paar Minuten deutlich die Oberhand und hätte durch Jerome Flaake eigentlich in Führung gehen müssen. Die Eisbären fielen in diesem Drittel zunächst vor allem durch zu viele Fehlpässe auf. Erst Mitte des Drittels wurde es etwas besser und die Eisbären traten auch wieder offensiv in Erscheinung.
Micki DuPont hätte dann sechs Minuten vor der zweiten Pause beinahe für die erneute Führung gesorgt, doch sein Schuss prallte nur ans Aluminium. Besser zielte Mark Olver nur eine Minute später, als er den Abpraller von Kai Wissmann erfolgreich verwerten konnte – 2:1 (35.)
Danach große Chancen auf beiden Seiten, doch beide Teams konnten diese nicht nutzen. Und dann die Eisbären mal wieder in Überzahl, diesmal sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und diese Chance ließen sich die Eisbären nicht entgehen, Thomas Oppenheimer mit dem Querpass auf Sean Backman, welcher 49 Sekunden vor der zweiten Drittelpause nur noch die Kelle hinhalten musste – 3:1 (40.). Zugleich auch der Pausenstand in Berlin nach 40 Minuten.

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Im letzten Drittel München in den ersten zehn Minuten gleich mit zwei Überzahlspielen und auch richtig guten und vor allem gefährlichen Chancen. Aber die Eisbären verteidigten mit allem was sie hatten und im Tor stand ja dann auch noch die „finnische Wand“ Petri Vehanen. München drängte auf den Anschlusstreffer, aber die Eisbären wehrten sich bisher erfolgreich dagegen.
Auch in der Schlussphase der Meister noch einmal in Überzahl, sogar in doppelter. Aber die Eisbären verteidigten weiterhin sehr stark, mussten aber nach einer Strafe gegen München bei 4-gegen-3 dann doch noch den Anschlusstreffer hinnehmen. Ex-Eisbär Mads Christensen setzte sich klasse vor dem Tor durch, spielte die Scheibe dann links rüber zu Ryan Button, welcher das leere Tor vor sich hatte – 3:2 (57.).
Mehr gelang den Gästen dann aber nicht mehr. Sie nahmen zwar ihren Torhüter raus, aber die Eisbären verteidigten das bis zum Ende äußerst geschickt und sicherten sich somit die drei Punkte gegen den Tabellenführer aus München.

Nein, diesmal war es kein Spektakel wie beim ersten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams in dieser Saison, als sich die Berliner mit 5:4 n.P. durchsetzen konnten. Aber spannend war es bis zur letzten Sekunde. Nach einiger Anlaufzeit fanden die Eisbären als Erstes besser ins Spiel und lagen folgerichtig mit 1:0 nach 20 Minuten vorne. München dann aber mit dem besseren Beginn im zweiten Drittel und dem folgerichtigen Ausgleich. Auch danach Red Bull aktiver und stärker, doch die Eisbären fanden zurück zu ihrem Spiel und lagen nach 40 Minuten mit 3:1 vorne. Im Schlussdrittel nahm der Druck von München zu, aber die Eisbären verteidigten das klasse bis zum Ende und mussten nur noch den Anschlusstreffer hinnehmen.

3:1-Heimsieg gegen Krefeld: Eisbären drehen mal wieder einen Rückstand in einen Sieg um

Ausgabe #18:

Man könnte fast meinen, die Eisbären Berlin fangen in der DEL-Saison 2017/2018 immer erst an zu spielen, wenn sie in Rückstand geraten. Denn auch beim Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine am Mittwochabend mussten die Berliner mal wieder in Rückstand geraten, um am Ende das Eis doch noch als Sieger zu verlassen. Mit 3:1 (0:0,1:1,2:0) setzten sich die Hauptstädter vor 9.608 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena gegen die Seidenstädter durch, beide Mannschaften boten den Zuschauern aber eher Eishockey-Magerkost.

Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp hatte mit einigen Personalsorgen zu kämpfen. Neben den bereits Langzeit-Ausfällen Frank Hördler und André Rankel gesellten sich heute auch noch Petri Vehanen, Danny Richmond und Florian Busch hinzu. Vehanen und Busch waren gestern bereits schon bekannt, Richmond kam heute frisch ins Lazarett hinzu. Bei Vehanen und Richmond besteht laut Uwe Krupp aber auch keine Hoffnung auf einen Einsatz am Freitag gegen Köln, wie der Berliner Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte („Beide werden nicht im Line-up stehen„). Immerhin kehrte Thomas Oppenheimer in den Kader zurück, in dem neben den o.g. Spielern auch noch die Youngsters Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler fehlten, da sie bei der U20-WM weilen. Im Tor stand heute wieder Marvin Cüpper, Maximilian Franzreb war der Backup auf der Bank.

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Das erste Drittel deutete schon an, dass das heute ein sehr zähes Spiel werden könnte. Zwar war dieses erste Drittel aufgrund weniger Unterbrechungen schnell vorbei, ein gutes Spiel bekamen die Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof aber nicht zu sehen. Beide Mannschaften machten hinten die Räume sehr eng und standen sehr kompakt, was eben kaum Platz für gute Torchancen ließ. Die Eisbären hatten zwar ein leichtes optisches Übergewicht, aber nach 20 Minuten stand es folgerichtig 0:0.

Ins Mitteldrittel kamen die Eisbären gut herein und machten ordentlich Druck auf das Krefelder Tor. Die Pinguine hatten ordentlich Mühe, dem Druck der Gastgeber stand zu halten. Jens Baxmann vergab in der 23. Spielminute die beste Chance, aber er scheiterte am Pfosten. Und wie das dann im Sport halt immer so ist, nutzt die eine Mannschaft vorne ihre Chancen nicht, wird sie hinten bestraft. So auch am Mittwochabend. Und es war die Top-Reihe der Pinguine, die für das Tor des KEV verantwortlich war. Daniel Pietta wurde im Slot frei gespielt, stand alleine vor Cüpper und konnte sich die Ecke praktisch aussuchen – 0:1 (28.).
Dieser Gegentreffer verunsicherte die Eisbären dann aber zusehends. Zwar erspielten sie sich auch

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fortan immer wieder gute Torchancen, aber in der Defensive sorgten sie nun für einige Fehler, die es Krefeld ermöglichte, sich beste Chancen herauszuspielen, welche sie aber zum Glück für die Eisbären nicht nutzen konnten. Entweder schossen die Pinguine am Tor vorbei oder aber der starke Marvin Cüpper war mal wieder zur Stelle. Man hätte sich nicht beschweren können, wenn man zwei oder drei Gegentore vom KEV kassiert hätte.
Ebenso wenig hätten sich die Krefelder über viele Gegentreffer der Eisbären beschweren können, die sich gute Chancen erspielten. Immerhin eine dieser Chancen nutzten die Hausherren noch im Mitteldrittel. Mark Olver setzte klasse hinter dem Tor nach, erkämpfte sich durch einen klasse Check den Puck, spielte diesen vor das Tor, wo ihn KEV-Goalie Patrick Klein direkt vor die Kelle von Nick Petersen abwehrte. Und die Nummer Acht der Eisbären sorgte 8,8 Sekunden vor der zweiten Drittelpause für das verdiente 1:1.

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Im letzten Drittel merkte man beiden Mannschaften an, dass sie den zweiten Treffer nachlegen wollten. Aber es waren die Eisbären, die ihren zweiten Treffer zuerst erzielten. Nick Petersen behauptete die Scheibe sehr gut, wartete hinter dem Tor auf den richtigen Moment und die Lücke, um den Pass auf James Sheppard zu spielen, welcher mühelos einschießen konnte – 2:1 (49.).
Nur zwei Minuten später jubelten die Eisbären erneut, Micki DuPont hatte das vermeintliche 3:1 erzielt. Dieser Treffer wurde aber nach Ansicht des Videobeweises wegen Torraumabseits nicht gegeben. Eine für mich falsche Entscheidung, denn Torraumabseits war da kaum zu erkennen und wenn war es minimal und nicht entscheidend dafür, dass die Scheibe ins Tor ging.
Somit war es also nicht die Vorentscheidung sondern es stand weiter nur 2:1 und Krefeld war weiterhin im Spiel. Folglich spannend waren auch die Schlussminuten, in den die Eisbären auf Konter lauerten und die Pinguine immer wieder Chancen auf den Ausgleich suchten. Zwei Minuten vor dem Ende nahm KEV-Coach Rick Adduono eine Auszeit, eine Minute später seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Nur das nutzten die Hausherren zum 3:1. Sven Ziegler bediente Marcel Noebels vor dem Tor und der netzte per Rückhand 26 Sekunden vor dem Ende ins leere Tor ein. Damit blieben die drei Punkte an der Spree.

Wenn du Meister werden willst, musst du auch solche Spiele gewinnen, in denen du nicht wirklich

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deine beste Leistung abrufst. Im Auftaktdrittel neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend, Chancen waren Mangelware. Im Mitteldrittel starteten die Eisbären furios, doch nach dem Rückstand wackelte die Defensive ein ums andere Mal. Da leistete man sich einfach zu viele leichtsinnige Fehler. Man hatte aber Glück, dass Krefeld aus den Fehlern kein Kapital schlagen konnte. Vorne belohnte man sich dann kurz vor der zweiten Pause dann aber doch noch mit dem Ausgleich, welcher angesichts der eigenen Chancen auch verdient war. Und im Schlussdrittel setzte sich dann eben die Klasse der Parade-Reihe um Backman-Sheppard-Petersen durch. Somit holten die Eisbären trotz einer über 60 Minuten nicht immer guten Leistung drei Punkte. Solche Spiele hatte man in den letzten Jahren noch reihenweise verloren. Nur da waren die Eisbären eben kein Spitzenteam, in diesem Jahr sind sie wieder eins, was sich eben auch an solchen Spielen zeigt. Man kann schlecht spielen und nimmt am Ende doch die drei Punkte mit.

Eisbären vs. Schwenningen: „Müssen von Beginn an hellwach sein“

Am ungewohnten Donnerstagabend empfangen die Eisbären Berlin die Schwenninger Wild  Wings zum Auftakt des 12. Spieltages. Es ist die Partie des Tabellenzweiten gegen den Tabellensiebten. Der aktuelle Tabellenplatz der Wild Wings verrät schon, dass man die Mannen von Chefcoach Pat Cortina nicht unterschätzen sollte. Zwar sind die Schwäne als Außenseiter in die DEL-Saison gegangen, doch bisher wusste Schwenningen mehr als zu überzeugen. Was auch den Eisbären nicht verborgen geblieben ist. Eisbären-Coach Uwe Krupp im Vorfeld der Partie (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 11.10.2017):

Schwenningen ist eine gefährliche Mannschaft, die schon einigen Favoriten in dieser Saison Punkte abgeknöpft hat. Sie stehen defensiv sehr gut, haben die wenigsten Gegentore kassiert und wir müssen von Beginn an hellwach sein.

Krupp hat es schon angesprochen, „von Beginn an hellwach sein„. Generell wird es wichtig sein, über 60 Minuten konzentriert zu Werke zu gehen und sein Spiel durchzuziehen. Am vergangenen Wochenende hatten die Eisbären sowohl in Iserlohn als auch gegen Augsburg so ihre Probleme mit der Konzentration. Da spielte man es zwischenzeitlich zu leichtsinnig, leistete sich zu viele Scheibenverluste und lud den Gegner zu Chancen ein. Und vor dem Tor fehlte vor allem gegen Augsburg die nötige Kreativität, um sich hochkarätige Chancen zu erarbeiten.
Gegen Schwenningen sollten die Berliner nun von der ersten Sekunde an hellwach sein, so einfach wie möglich spielen, sehr diszipliniert auftreten, hinten sehr kompakt stehen und vor dem Tor endlich wieder die Kreativität finden, um Schwenningen so vor große Probleme zu stellen. Was aber nicht einfach wird, stellen die Mannen von Cortina doch die beste Defensive der DEL mit nur 25 Gegentoren. Schwenningen hat sich aktuell von einem Außenseiter zu einem Pre-Playoff-Kandidat gemausert. Auch wenn wir noch früh in der Saison sind, aber wenn Schwenningen seine Leistungen so durchziehen kann, muss man sie im Kampf um Platz Zehn auf der Rechnung haben. Zwar stellen die Wild Wings neben der besten Defensive auch den zweitschlechtesten Sturm der Liga, aber das stellt derzeit kein Problem dar, da die Defensive das Prunkstück der Schwenninger ist.

Die Eisbären müssen morgen auf Kapitän André Rankel verzichten. Die Nummer 24 der Berliner hat sich einen Muskelfaseranrisses im Adduktorenbereich zugezogen und steht somit am Donnerstagabend nicht zur Verfügung. Für Rankel rückt Sven Ziegler in den Kader. Ob Verteidiger Jens Baxmann spielen kann, wird sich kurzfristig entscheiden. Gegen Augsburg fehlte Baxmann aufgrund eines Magen-Darm Infektes. Heute konnte er wieder mit der Mannschaft trainieren und könnte damit morgen Abend im Kader stehen.

Die Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena werden sicherlich auf mehr Tore hoffen, als sie bei den letzten beiden Duellen dieser Teams in der Hauptstadt zu sehen bekamen. Denn die letzten beiden Heimspiele gegen Schwenningen gewannen die Eisbären denkbar knapp mit 1:0. Für ein Spiel am Donnerstagabend dürften es dann doch schon etwas mehr Tore sein. Von den letzten sieben Heimspielen gegen Schwenningen gewannen unsere Jungs sechs.

Der Kader der Eisbären Berlin für das Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings am 12.10.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, Thomas Oppenheimer, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, James Sheppard, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Maximilian Adam, Charlie Jahnke (alle Weißwasser), Vincent Hessler (DNL), André Rankel (Adduktoren), Constantin Braun

Fünf Siege, zwei Niederlagen, Platz Zwei: Ein Saisonstart, der träumen lässt

Der erste Saisonmonat der neuen DEL-Saison ist vorbei und der Saisonstart lief für die Eisbären Berlin besser als erwartet. Aus sieben Spielen holte man fünf Siege und 15 Punkte bei einem Torverhältnis von 22:16-Toren. Damit steht man nach sieben Spieltagen Ende September auf Tabellenplatz Zwei. Ein Platz, den man in Berlin mit Sicherheit auch gerne am Ende der Hauptrunde einnehmen würde, denn dann hätte man die direkte Playoff-Qualifikation sicher und bis zum Halbfinale auch noch Heimrecht. So ein Saisonstart lässt die Fanszene in Berlin natürlich wieder träumen. Träumen von einer erfolgreichen Saison.

Was sowohl die Mannschaft als auch die Fans nach Jahren im Mittelmaß verdient hätten. Sieben Meisterschaften feierten die Eisbären Berlin. Die letzte davon im Jahre 2013. Es war zugleich der Titel-Hattrick und eben die letzte von sieben Meisterschaften. Danach folgten Jahre der Tristesse mit dem zweimaligen Ausscheiden in den Pre-Playoffs und einem Aus im Viertelfinale sowie dem Halbfinal-Aus in der vergangenen Saison. Daher wäre der nächste logische Schritt natürlich das Finale. Und um dieses Ziel zu erreichen krempelten die Eisbären im Sommer ihren Kader gehörig um. Lange hatten die Fans in Berlin auf diesen Umbruch gehofft, doch man musste bis in den Sommer 2017 warten, ehe er vollzogen wurde.

Und nach sieben Spieltagen lässt sich sagen, dass die Eisbären wieder eine Mannschaft mit Sieger-Gen auf dem Eis haben. Eine Mannschaft, die kein Spiel verloren gibt und bis zum Ende versucht, auch enge Spiele noch für sich zu entscheiden. Die Moral und den Siegeswillen hat man in der noch jungen Saison schon mehrfach gesehen und er führte die Eisbären eben zu fünf Siegen und aktuell auf Platz Zwei der Tabelle.

Dabei verlief der Saison-Auftakt überhaupt nicht nach Maß, gab man doch gegen Nürnberg zu Hause ein 2:0 noch aus der Hand. Vor allem die Art und Weise machte schon wieder Sorgen und erinnerte an die letzten Jahre. Die Eisbären hatten sehr stark begonnen, dann aber ebenso stark nachgelassen.
Zwei Tage später präsentierte man sich dann aber in Torlaune und fegte Bremerhaven mit 7:2 vom Eis. Was zunächst einmal deutlich klingt war harte Arbeit, denn 40 Minuten lang waren die Hausherren an der Küste die bessere Mannschaft. Im letzten Drittel nutzten die Berliner jedoch die Fehler der Bremerhavener eiskalt aus und zeigten da erstmals ihre neu gewonnene Qualität im Abschluss vorm gegnerischen Tor.
Es war der Auftakt einer vier Spiele andauernden Siegesserie. Am ersten Doppel-Heimspiel-Wochenende der Saison erkämpfte man sich zwei Arbeitssiege gegen Wolfsburg (2:1) und Straubing (3:1), konnte aber immer noch nicht über die vollen 60 Minuten überzeugen. Das stellten die Spieler aber auch selber fest und versprachen Besserung in den nächsten Spielen.
Und es sollte das erste Spiel kommen, in dem die Eisbären über die gesamte Spielzeit zu überzeugen wussten. In einem hochklassigen Spiel gegen die Kölner Haie setzte man sich mit 3:2 durch, weil man am Ende den unbedingten Willen hatte, dieses Spiel zu gewinnen und am Ende den Weg zum Sieg auch fand.
Diesem Sieg folgte jedoch der erste Dämpfer der neuen Saison, als man beim Meister in München mit 2:4 verlor und vor allem ab dem Mitteldrittel deutlich die Grenzen aufgezeigt bekommen hatte.
Auf diese Niederlage antworteten die Eisbären gestern Abend jedoch mit einem 3:2-Sieg in Ingolstadt, wo am Ende auch wieder der unbändige Siegeswille den Unterschied machte.

Feiernde Eisbären wollen die Fans in dieser Saison noch sehr oft sehen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Was bisher auffällt, die Neuzugänge haben das Team merklich verstärkt und tun den Eisbären richtig gut. Daher ist es wohl auch nicht überraschend, dass einer der insgesamt sieben Neuzugänge die interne Top-Scorer-Liste anführt, wenn gleich der Spieler dann doch eher überraschend ist. Es ist nämlich Verteidiger Danny Richmond, der bisher sieben Punkte (1 Tor/6 Vorlagen) gesammelt hat. Aber auch die anderen Neuzugänge konnten bisher punkten – Thomas Oppenheimer (2/3), Sean Backman (4/1), Mark Olver (1/3), Martin Buchwieser (1/2),James Sheppard (0/2) und Blake Parlett (1/1).
Aber auch ein Jens Baxmann erweist sich derzeit als „Tor-Monster“, hat er doch auch schon drei Tore auf dem Konto. Mal sehen, wie viele es noch werden bei unserer Nummer 29.

Was aber auch deutlich auffällt, ist die sehr starke Defensive. Nur 16 Gegentore mussten die Eisbären bisher hinnehmen, was zum einen der guten Verteidigungsarbeit geschuldet ist aber auch einem überragend haltenden Petri Vehanen zu verdanken ist. Der finnische Goalie hat schon so manche Parade in dieser Saison ausgepackt, wo man aus dem Staunen nicht mehr heraus kam.
22 erzielte Tore sind sicherlich kein schlechter Wert, aber es könnten natürlich auch durchaus mehr sein. Aber wenn man natürlich über eine derzeit so starke Verteidigung verfügt, dann ist es egal, wie viele Tore du vorne schießt. Hauptsache ist, du schießt ein Tor mehr als der Gegner und gewinnst das Spiel.

Aber auch wenn die Eisbären mit dem Saisonstart durchaus zufrieden sein können und damit bewiesen haben, dass mit ihnen wieder zu rechnen ist, haben sie immer noch einige Baustellen, die behoben werden müssen. Zum einen natürlich das leidige Thema „Powerplay“, wo man derzeit eine Quote von nur zwölf Prozent aufweist. Das ist für die Eisbären natürlich nicht akzeptabel, da muss man sich deutlich verbessern. Zwar findet man durchaus öfters in die Formation, findet da dann aber keine Lücke gegen sehr kompakt stehende Gegner.
Das Unterzahlspiel sah da schon deutlich besser aus, aber auch hier gibt es noch Luft nach oben. Aktuell steht man da bei einer Quote von 86,21 Prozent.
Und dann wäre da noch das Problem mit dem über 60 Minuten den Gameplan durchziehen. Das klappte bisher nur gegen Köln. Wenn es die Eisbären schaffen, über 60 Minuten ihr Spiel durchzuziehen, können sie jeden Gegner in der DEL schlagen. Aber bisher haben sie das durch ihre unglaubliche Moral und den unbändigen Siegeswillen wieder ausgeglichen. Wenn gleich Uwe Krupp es sicherlich auch lieber hat, wenn seine Spieler den Plan über 60 Minuten durchziehen.

Aber alles in allem kann man mit diesem Saisonstart mehr als zufrieden sein, war er doch nicht unbedingt so erwartet worden nach dem doch sehr großen Umbruch im Sommer. Aber die Neuzugänge wurden gut integriert und haben bisher schon bewiesen, dass sie eine echte Verstärkung für die Eisbären sein können. Die Mannschaft harmoniert sehr gut, tritt mannschaftlich geschlossen auf und kämpft bisher verbissen um jeden Punkt.
Daher verleitet dieser Start auf jeden Fall zum Träumen. Zum Träumen vom großen Ziel, dem achten Stern.