3:5 bei Skellefteå AIK: Die Eisbären verschlafen das erste Drittel, kommen im Mitteldrittel grandios zurück, können aber im dritten Drittel nicht daran anknüpfen und stehen vor dem Aus in der Champions Hockey League

Die Generalprobe für den DEL-Saisonstart gegen München ist schief gegangen. Die Eisbären Berlin haben auch das vierte Gruppenspiel in der Champions Hockey League (CHL) verloren und bleiben damit mit einem Punkt Tabellenletzter in ihrer Gruppe. Am Ende unterlag man in Schweden bei Skellefteå AIK mit 3:5 (0:2,3:1,0:2) und hatte sich die Niederlage mal wieder selbst zuzuschreiben. Denn wenn man das erste Drittel derart verschläft, wird es am Ende schwer, noch etwas Zählbares mitzunehmen. Dafür reichen ein sehr gutes Mitteldrittel und ein durchwachsenes letztes Drittel eben nicht aus. Weder international noch in der DEL. Die Eisbären haben also noch einige Baustellen zu beheben. 

Coach Serge Aubin hatte das selbe Personal wie in Tampere zur Verfügung, stellte aber ein bisschen um. In der Defensive bekam Jonas Müller mit Eric Mik einen neuen Partner an die Seite. Am Freitag war das noch Korbinian Geibel, der war heute siebter Verteidiger. Die beiden Top Reihen (Noebels/Pföderl/Clark – White/Boychuk/Fiore) blieben zusammen. Blaine Byron bekam die beiden Youngster Bennet Roßmy und Manuel Wiederer an seine Seite. Am Freitag waren es noch Eric Mik und Mark Zengerle. Während Mik wie bereits erwähnt wieder als Verteidiger spielte, rutschte Zengerle in die nominell vierte Reihe mit Sebastian Streu. Die Beiden waren die Angreifer Nummer Zehn und Elf in diesem Spiel. Im Tor begann heute Mathias Niederberger, welcher in Tampere noch auf der Bank saß.

Die Zielvorgabe war klar: Es musste ein Sieg nach regulärer Spielzeit her. Und das heute bei Skellefteå und auch in den nächsten beiden Duellen gegen den HC Lugano.
Aber die Schweden machten von Beginn an ordentlich Druck. Zwei Chancen wurden noch vergeben, die dritte saß dann aber. Rickard Hugg traf bei einem Zwei-auf-eins-Konter, entschied sich für den Abschluss und überwand Mathias Niederberger in der kurzen Ecke – 0:1 (2.). Ein denkbar schlechter Start für die Berliner, die es Skellefteå AIK aber auch zu einfach machten. Die Hausherren kamen zu einfach ins Angriffsdrittel, wurden nicht richtig angegriffen und bestraften das sofort.
Und die Eisbären fanden weiterhin überhaupt nichts ins Spiel, fanden die Zuordnung nicht und Skellefteå nutzt so etwas eiskalt aus. Adam Wilsby wurde am linken Bullykreis angespielt und sein Onetimer schlug im langen Eck ein – 0:2 (4.). Das ging für die Mannschaft von Serge Aubin einfach zu schnell.
Skellefteå mit einem aggressiven Forechecking, womit sie die Hauptstädter immer wieder zu Fehlpässen im Spielaufbau zwangen. Man hatte hier das Gefühl, als wären die Eisbären noch in der Kabine oder auf dem Weg zur Halle. Die Eisbären waren in allen Belangen unterlegen, waren läuferisch überhaupt nicht auf Augenhöhe mit den Gastgebern.
In der elften Minute hatte Filip Roos zu viel Platz im Angriffsdrittel, fuhr alleine auf Niederberger zu, doch der wehrte den Schuss ab. Roos ist übrigens Verteidiger von Beruf, war hinten aber überhaupt nicht beschäftigt und tauchte daher nun vorne alleine auf. Das sagte so ziemlich alles über das erste Drittel der Berliner aus…
Nur eine Minute später hatte Zach Boychuk mal eine Konterchance, aber er scheiterte an Strauss Mann. Nur wenige Augenblicke später kassierte Giovanni Fiore die erste Strafzeit der Partie. Powerplay also für die Gastgeber. Und die ließen die Scheibe gut laufen, setzten sich im Drittel der Eisbären fest und hatten auch gute Chancen. Einmal hatte man sogar das leere Tor vor sich, Rickard Hugg schaffte es aber nicht, die Scheibe im Tor zu versenken. Glück für die Berliner.
Als beide Teams nur vier Spieler auf dem Eis hatten, gab es die erste Drangphase der Berliner und auch eine dicke Chance durch Boychuck, der aber an Mann im Tor der Schweden scheiterte. Auf der Gegenseite stand Stefan Loibl auf einmal frei vor Niederberger, welcher den Schuss vom deutschen Nationalspieler aber entschärfen konnte.
So blieb es beim 0:2-Rückstand aus Sicht der Hauptstädter. Vor denen lagen nun noch 40 schwere Minuten, um doch noch eine Minimalchance auf das Achtelfinale in der CHL zu haben.

Im zweiten Drittel waren die Eisbären dann endlich anwesend und zeigten auch mal Gegenwehr. Nach einem gewonnenen Bully setzten sie gut nach und Bennet Roßmy kam zu einer guten Chance. Auch danach eine kleine Drangphase der Berliner. Doch das Tor machte Skellefteå. Stefan Loibl ließ Sebastian Streu alt aussehen, stand frei vor Niederberger und trickste diesen auch noch eiskalt aus – 0:3 (25.).
Doch die Eisbären machten unbeirrt davon weiter. Wieder setzten sie sich im Angriffsdrittel fest, die Scheibe kam hoch zu Nicholas B. Jensen, der einfach mal drauf hielt – 1:3 (25.). 52 Sekunden nach dem dritten Gegentor die perfekte Antwort der Berliner.
Und nur weitere 30 Sekunden später schlugen die Eisbären erneut zu. Nach einem gewonnenen Bully zog Jonas Müller ab, Giovanni Fiore fälschte ab und die Scheibe rutschte Strauss Mann durch die Schoner – 2:3 (26.). Robert Ohlsson, Coach von Skellefteå AIK, nahm daraufhin erst einmal eine Auszeit, um seine Spieler wieder wachzurütteln.
Auf einmal war hier wieder Spannung drin. Und die Chance zum Ausgleich bot sich, als Michael Kapla die erste Strafzeit für Skellefteå in diesem Spiel kassierte. Doch in Unterzahl hatten die Hausherren plötzlich die Konterchance, Rickard Hugg kam zum Abschluss, aber Mathias Niederberger war mit einem starken Save zur Stelle. Der war wichtig. Das Powerplay der Eisbären sorgte dagegen für keine große Gefahr.
Aber knapp sieben Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels glichen die Eisbären tatsächlich aus. Giovanni Fiore setzte sich klasse gegen drei Schweden durch, kämpfte auch im Fallen weiter. Matt White kam ihm zur Hilfe und er war es letztendlich, welcher anschließend die Lücke fand und Goalie Strauss Mann anschoss und zum 3:3 traf – (34.).
Nun zogen die Eisbären das Tempo richtig an und kamen zu dicken Chancen, um sogar erstmals in Führung zu gehen. Wahnsinn, wie die Eisbären auf einmal hier auftraten. Skellefteå war davon sicherlich auch erst einmal komplett überrascht, denn nach vorne ging gar nichts mehr von den Schweden.
Was aber auch auffiel, die Berliner waren läuferisch im zweiten Drittel da, nahmen die Zweikämpfe an und teilten auch mal Checks aus. Und nach vorne spielte man sehr stark, kreierte gute Chancen und konnte davon bis zu diesem Zeitpunkt sogar drei nutzen.
Und hinten stand man kompakt und ließ auch bei einer Drangphase der Hausherren zum Ende hin kaum etwas zu. Man zeigte sich also stark verbessert nach dem katastrophalen ersten Drittel. Und so verdiente man sich den Spielstand von 3:3 nach dem zweiten Drittel. auch wenn man in den Schlusssekunden noch einmal Glück hatte, als Skellefteå nur das Lattenkreuz traf.

Im letzten Drittel ging es hin und her, beide Teams suchten immer wieder den Weg in die Offensive. Die Hausherren waren es aber, welche in der 46. Spielminute erneut in Führung gingen. Oskar Nilsson hatte von der blauen Linie abgezogen und Adam Mascherin fälschte den Puck unhaltbar für Mathias Niederberger ab – 3:4 (46.).
Und nur wenige Sekunden später kassierte Matt White die nächste Strafzeit für die Eisbären. Skellefteå also mit der Chance, direkt im Powerplay nachzulegen, aber das Penaltykilling der Eisbären mit guter Arbeit. Und zudem hatte Leo Pföderl zweimal die große Chance in Unterzahl zum Ausgleich. Die Gäste gaben hier also weiterhin nicht auf.
Aber sie schwächten sich weiter, denn knapp sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit musste mit Frank Hördler der nächste Eisbär in die Kühlbox. Erneutes Unterzahlspiel also für die Eisbären. Doch aus diesmal überstanden sie dieses ohne große Mühe und hatten nun noch rund fünfeinhalb Minuten Zeit für den Ausgleich.
Doch so richtig konnte man sich nicht im Angriffsdrittel der Schweden festsetzen. Dann aber mal ein schönes Solo von Youngster Bennet Roßmy, der sich klasse bis vor das Tor tankte, aber im Abschluss kein Glück hatte. Aber Roßmy versuchte es mal.
Serge Aubin holte 42 Sekunden vor dem Ende seine Jungs nochmal zu sich, nahm die Auszeit, welche sein Co-Trainer Craig Streu führte. Der Coach suchte stattdessen das Gespräch mit Goalie Mathias Niederberger und gab ihm letzte Anweisungen.
Sieben Sekunden vor dem Ende sorgte Oskar Nilsson für die Entscheidung, er zog von der eigenen Grundlinie aus der Drehung heraus ab und entschied die Partie mit dem 5:3 endgültig. Damit verloren die Berliner auch das vierte Gruppenspiel in der CHL und haben somit nun kaum noch Chancen auf das Achtelfinale. Selbst zwei Siege zum Abschluss gegen den HC Lugano könnten nicht mehr reichen. Je nachdem wie Tampere und Skellefteå in den beiden Duellen spielen.

Erneut eine Niederlage, welche man sich selbst zuzuschreiben hat. In den ersten 20 Minuten war man gefühlt überhaupt nicht anwesend und das nutzte Skellefteå zur schnellen 2:0-Führung aus. Im Mitteldrittel hielt man endlich dagegen und kam zu Chancen, welche man am Ende auch nutzen konnte. Bei besserer Chancenverwertung wäre da sogar eine Führung nach 40 Minuten drin gewesen. Im letzten Drittel konnte man nicht wirklich an die zweiten 20 Minuten anknüpfen. Das Spiel war ausgeglichen, dann gelang den Hausherren der Führungstreffer und danach kam nicht mehr viel von den Eisbären. Zwar versuchte man es nochmal, aber so richtig überzeugend war das anschließend nicht mehr. Da hätte man sich ein Aufbäumen von den Leistungsträgern gewünscht, dass diese die Mannschaft nochmal pushen. Aber nichts passierte und dass es dann mit Bennet Roßmy ein Youngster war, der sich mal etwas traute, war letztendlich auch bezeichnend für das Spiel der Eisbären.
Und was für den Start in die DEL noch bedenklich stimmen sollte, ist die Defensivleistung. Denn man kassierte in vier CHL-Spielen satte 21 Gegentore. Das ist eines deutschen Meisters definitiv nicht würdig und könnte den Eisbären auch zum DEL-Start gegen Red Bull München zum Verhängnis werden. Denn bis zum Auftaktspiel am Donnerstag müssen die Berliner dringend an den Schwächen arbeiten. Und sie müssen es vor allem schaffen, 60 Minuten konstant ihr Spiel durchzuziehen. Machst du das nicht, hast du in jeder Liga der Welt Probleme. Vor allem aber international.
Dass das deutsche Eishockey international mithalten kann, beweisen die Adler Mannheim, Red Bull München und vor allem die Fischtown Pinguins Bremerhaven eindrucksvoll.

Lehrstunde zum CHL-Auftakt: Die Eisbären Berlin gehen gegen Tappara Tampere mit 1:6 unter.

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #1:

Nein, so hatten sich die Eisbären Berlin das erste Pflichtspiel der neuen CHL-Saison nicht vorgestellt. Bei der Rückkehr der Fans unterlagen die Berliner vor 2.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena Tappara Tampere deutlich mit 1:6 (0:0,0:5,1:1). Dabei wurden den Hauptstädtern deutlich die Grenzen aufgezeigt. Das Spiel verloren die Eisbären zwischen Minute 24 und 31, als die Finnen den Berlinern satte fünf Tore innerhalb von nur 6:30 Minuten einschenkten, vier davon innerhalb von 3:03 Minuten. Davon erholten sich die Hausherren nicht mehr.

Mathias Niederberger. (Foto:eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Für das erste Pflichtspiel der neuen Saison in der Champions Hockey League hatte Coach Serge Aubin mit ein paar Personalproblemen zu kämpfen. So fehlten u.a. Nichols B. Jensen (Nationalmannschaft), Yannick Veilleux (muskuläre Probleme) und Parker Tuomie (Doping-Sperre). Dafür standen fünf Neuzugänge im Kader für das Auftaktspiel gegen Tampere. Verteidiger Morgan Ellis bildete mit Jonas Müller ein Verteidiger-Gespann. Kevin Clark und Blaine Byron bildeten eine Reihe mit Matt White. Und Manuel Wiederer und Bennet Roßmy waren in der Youngster-Formation mit Sebastian Streu. Die spannendste Frage war natürlich die, wer den Platz von Lukas Reichel (Wechsel nach Chicago) in der Top-Formation mit Marcel Noebels und Leo Pföderl einnahm. Serge Aubin entschied sich wie erwartet für Zach Boychuk als Center zwischen den beiden deutschen Nationalspielern. Und in der dritten Formation sprang mal wieder Eric Mik im Sturm ein und spielte neben Giovanni Fiore und Mark Zengerle. Das Tor hütete Mathias Niederberger.

Doch das sollte es dann auch mit der Statistik gewesen sein, schließlich waren alle Fans in der Arena am Ostbahnhof heiß auf Eishockey. 538 Tage mussten die Eisbären und ihre Fans auf diesen Moment warten. Letztmals am 08. März 2020 absolvierten die Hauptstädter ein Spiel mit Fans. Es war das letzte Hauptrundenspiel der Saison 2019/2020, zwei Tage später wurde die Saison bekanntlich abgebrochen.
Doch auch zum Trübsal blasen waren wir nicht hier, wir wollten endlich wieder den Eishockey-Duft einatmen, die Mannschaft supporten und einfach unserer Leidenschaft nachgehen.

Guter Beginn der Eisbären, doch dann wurde Tampere immer stärker

Leo Pföderl beim Bully. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Hinein in das Spiel, wo in den ersten Minuten vor allem der Kampf das Spiel bestimmte. Beide Mannschaften wirken engagiert und gaben keinen Zweikampf verloren. Die Eisbären gaben durch Jonas Müller den ersten Torschuss der Partie ab. Es dauerte keine vier Minuten, ehe sich die Fans in der Arena am Ostbahnhof erstmals von ihren Sitzen erhoben: „Steht auf, wenn ihr Eisbären seid, hallte es durch die Arena„, ein lange vermisstes Flair, eins, welches Eishockey erst zu dem macht, was es eigentlich ausmacht. Da bekam man schon ein bisschen Gänsehaut auf der Pressetribüne.
Die Eisbären wirkten zu Beginn etwas besser, doch Tampere kam in der Folgezeit immer stärker nach vorne und gab die ersten Schüsse ab, welche Mathias Niederberger aber vor keine größeren Probleme stellten.
Das Spiel bot im ersten Drittel kaum hochkarätige Torchancen, weil beide Defensivreihen es verstanden, die Räume vor dem Tor eng zu machen und so die gefährlichen Schusswege wegnahmen.
Was beiden Team noch so ein wenig fehlte, war mal das schnelle Spiel vor das gegnerische Tor. Die Eisbären fuhren Mitte des ersten Drittels mal einen Zwei-auf-Eins-Konter, doch der Querpass wurde vor dem Tor von den Finnen abgefangen. Da wäre durchaus mehr drin gewesen.
Drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels kassierten die Eisbären die erste Strafzeit der Partie. Blaine Byron musste wegen eines hohen Stocks für zwei Minuten auf die Strafbank. Die erste Minute überstanden die Berliner problemlos, in der zweiten Minute wurde es nur einmal brenzlig, als Kristian Tanus eine gute Chance hatte und dem Klang nach das Aluminium traf.
Tampere bekam aber prompt das zweite Powerplay, denn mit Kevin Clark musste gleich der nächste Neuzugang in die Kühlbox. Er bekam die zwei Minuten wegen Hakens. Da hatten sich die beiden Neuzugänge aber schnell mit der „Eisbären-DNA“ infiziert, die ja bekanntlich gerne viele Strafen nehmen. Definitiv ein Problem, an dem die Eisbären weiter hart arbeiten müssen. Die erste Minute des zweiten Unterzahlspiels überstanden die Hausherren ohne Gegentreffer, nahmen aber noch rund eine Minute mit ins zweite Drittel. Torlos endeten somit also die ersten 20 Minuten in der Hauptstadt.

Die bitteren 6:30 Minuten

Angriff von Tappara Tampere. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Auch die zweite Minute des zweiten Unterzahlspiels überstanden die Eisbären ohne Gegentor und zeigten somit ein starkes Penaltykilling. Kaum komplett hatte Tyler Morley die dicke Chance zur Führung, er fuhr rum um Mathias Niederberger, bekam die Scheibe am Berliner Goalie aber nicht vorbei. Auf jeden Fall kam die Mannschaft von Coach Jussi Tapola hoch motiviert aus der Kabine. Die Finnen drängten in den ersten Minuten des zweiten Drittels gehörig aufs Tempo. Die Eisbären standen ordentlich unter Druck und so war es auch kein Wunder, als in der 24. Spielminute das 0:1 fiel. Torschütze war eben jener Tyler Morley, der kurz zuvor nicht an Mathias Niederberger vorbei kam. Diesmal klappte es für ihn besser.
Offensivaktionen waren von den Eisbären im Mitteldrittel bis dato keine zu sehen, die Berliner taten sich enorm schwer. Erst in der 27. Spielminute feuerte Morgan Ellis mal einen Schuss von der blauen Linie ab, doch dieser ging vorbei.
Eine Minute später schneller Angriff von Tampere, Petteri Puhakka zog von rechts ab, Mathias Niederberger rutschte der Puck irgendwie durch – 0:2 (28.).
Mitte der Partie wurde es etwas ruppiger, Marcel Noebels und Santtu Kinnunen gerieten hinter dem Berliner Tor aneinander und durften sich anschließend für zwei Minuten wegen unnötiger Härte auf der Strafbank abkühlen. 24 Sekunden später stand es bereits 0:3. Schneller Konter von Tampere, Querpass rechts raus auf Jukka Peltola und dessen Onetimer schlug im Berliner Tor ein. Keine Chance für Mathias Niederberger (29.).

Im zweiten Drittel wurde es zunehmend ruppiger. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Kurz darauf wurde es erneut ungemütlich auf dem Eis. Eine Strafe gegen die Eisbären war bereits angezeigt, als wenig später wieder ein paar Nettigkeiten untereinander ausgetauscht wurden und es weitere Strafzeiten gab. Leo Pföderl und Zach Boychuk mussten auf Berliner Seite raus, Mikael Seppälä auf finnischer Seite. Die Konsequenz war ein Vier-gegen-Drei-Powerplay für Tampere, an dessen Ende Tyler Morley per Onetimer auf 0:4 erhöhte (30.).
Nun wurde es bitter, Kai Wissmann ließ sich amateurhaft (sorry) ausspielen, ein weiterer Querpass von Tampere und schon stand es 0:5 (31.). Anton Levtchi netzte ein. Danach war Feierabend für Mathias Niederberger, Tobias Ancicka kam für ihn ins Tor. In 3:03 Minuten stellte Tampere von 1:0 auf 5:0. Das ging in dieser Phase deutlich zu einfach, da haben es die Eisbären Tampere deutlich zu leicht gemacht.
Danach wurde es ruhiger, Tampere musste ja auch nicht viel machen und die Eisbären mussten diesen Viererschlag erstmal verdauen. Doch die nächste Gefahr drohte schon wieder, als Blaine Byron wegen Beinstellens in die Kühlbox musste. In diesem Unterzahlspiel sah man die Verunsicherung der Eisbären deutlich. Die Finnen spielten das keinesfalls druckvoll und doch waren sie nicht vom Puck zu trennen. Weil die Berliner nur halbherzig störten und so nicht in Puckbesitz kommen konnten. Das einzig Positive war gewesen, dass man dieses Unterzahlspiel ohne ein weiteres Gegentor überstand. Aber nicht weil das eigene Penaltykilling so gut war sondern weil Tampere es wohl erst einmal gut sein lassen wollte mit dem Toreschießen. Schließlich hatte es im zweiten Drittel bereits ordentlich im Berliner Tor gescheppert.
In den letzten fünf Minuten plätscherte das Spiel dann nur so vor sich hin, Tampere spielte nach vorne und konnte sich die Scheibe problemlos hin und her spielen. Denn Gegenwehr der Eisbären suchte man vergebens. So darf man sich auf internationalem Niveau, ja eigentlich in keinem Spiel präsentieren. Doch man merkte den Eisbären hier deutlich an, dass die fünf Gegentreffer ihre Spuren hinterlassen hatten. Das Ziel für das letzte Drittel konnte daher eigentlich nur jenes sein, Selbstvertrauen für das zweite schwere Spiel an diesem Wochenende zu tanken. Dann ist Skellefteå zu Gast in Berlin. Und da bedarf es dann einer deutlich besseren Leistung, um in dieser „Todesgruppe“ noch eine Chance zu haben. Aber erst einmal standen heute noch 20 Minuten auf dem Programm und das bei einem Spielstand von 0:5.

Dem schnellen Ehrentreffer folgt nicht mehr viel

Zweikampf an der Bande. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Und im letzten Drittel klingelte es nach nur 86 Sekunden im finnischen Tor. Matt White wurde am linken Pfosten angespielt und schob die Scheibe im Fallen über die Linie – 1:5 (42.). Der erste Torjubel in der Arena am Ostbahnhof seit 538 Tagen! Gänsehaut!
Und die Eisbären waren weiter am Drücker, setzten sich im Drittel von Tampere fest und holten damit auch eine Strafe gegen die Finnen raus. Sami Moilanen musste wegen Beinstellens in die Kühlbox und die Eisbären mit dem ersten Powerplay der Partie. Giovanni Fiore tanzte sich dann mal klasse durch und kam auch zum Abschluss, doch die Scheibe ging leider nicht ins Tor. Mehr kam aber bei diesem Überzahlspiel nicht heraus, weil man es auch zu kompliziert spielte.
Anschließend war dann zur Abwechslung mal wieder das Penaltykilling der Eisbären an der Reihe, Bennet Roßmy musste wegen Haltens auf die Strafbank. Und Tampere machte in diesem Powerplay das halbe Dutzend voll, Waltteri Merelä mit dem sechsten Treffer der Finnen an diesem Abend – 1:6 (48.).
Danach passierte nicht mehr viel. Das Spiel lief aus, die Zeit runter, die Partie war längst entschieden. Und so feierten die Fans ihre Rückkehr ins Stadion und sangen bis zum Spielende.

Lehrstunde für die Eisbären

Neuzugang Blaine Byron im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Lehrstunde für die Eisbären Berlin! Nur in der Anfangsphase konnte man das Spiel offen halten und war für eine kurze Phase sogar die bessere Mannschaft. Doch mit zunehmender Spieldauer kam Tampere immer besser ins Spiel und vergab zum Ende des ersten Drittels auch noch zwei Powerplay-Chancen. Zu Beginn des Mitteldrittels kamen die Finnen hoch motiviert aus der Kabine und drängten die Berliner sofort ins eigene Drittel. Der Lohn war das schnelle 1:0. Das sorgte für noch mehr Selbstvertrauen bei Tampere und es folgten verheerende 3:03 Minuten aus Berliner Sicht. In dieser Zeit zog Tampere auf 5:0 davon und spielte mit den Eisbären Katz und Maus. Die Hausherren ergaben sich in dieser Phase ihrem Schicksal, hatten dem temporeichen Spiel der Finnen nichts mehr entgegenzusetzen, waren auch in den Zweikämpfen nicht präsent und verteidigten wie eine Schüler-Mannschaft. Auch Mathias Niederberger ließ sich davon anstecken und erwischte ebenfalls nicht den besten Abend. Nach dem 0:5 räumte er seinen Arbeitsplatz.
Das letzte Drittel war dann immerhin ein kleiner Erfolg für die Eisbären, denn man konnte schnell den Ehrentreffer erzielen, musste aber dann noch das sechste Gegentor hinnehmen.
Den Eisbären fehlte es letztendlich an allem, an Schnelligkeit, an der nötigen Zweikampfhärte, an der nötigen Disziplin. Man bekam von Tampere die Grenzen aufgezeigt.

Coach Serge Aubin im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Kapitän Frank Hördler meinte nach dem Spiel im Interview, dass Tampere im zweiten Drittel noch einmal einen Gang zugelegt hatte, es dann etwas ruppiger wurde und man ein bisschen den Kopf verloren hätte. Man hätte da dann cooler sein müssen.
Neuzugang Manuel Wiederer mangelte die fehlende Konstanz über 60 Minuten an. So viele schnelle Gegentore in einem Spiel hat er sicherlich schon mal bekommen, „aber es darf dir eben nicht passieren, weil ein Spiel dann außer Reichweite gerät“, so Wiederer
Coach Serge Aubin sagte nach dem Spiel, dass ihm der Einsatz seiner Mannschaft heute nicht gefallen hat. Er meinte, dass sie manchmal ein paar Wechsel gut hatten, aber dann… Doch Aubin blickte bereits nach vorne und sagte, er weiß wie gut die Mannschaft ist, wenn sie das tut, was sie am besten kann. Ob sie gegen die Schweden also wieder ihr anderes Gesicht zeigen, werden wir morgen sehen. Auf jeden Fall wird die Mannschaft eine Reaktion zeigen.

Morgen gegen Iserlohn: Die Eisbären wollen über 60 Minuten ihr Spiel durchziehen

Morgen Abend geht es für die Eisbären Berlin mit dem sechsten Heimspiel in der laufenden PENNY DEL-Saison weiter. Dann erwarten die Eisbären die Iserlohn Roosters in der Arena am Ostbahnhof (Bully: 18:30 Uhr). Jene Sauerländer, bei denen man im ersten Duell am Seilersee deutlich unterging. Mit 2:5 verlor man bei den Roosters, kassierte dabei satte vier Gegentore in eigener Unterzahl. Mit dem Spiel dort konnte man also überhaupt nicht zufrieden sein, weshalb Coach Serge Aubin nun natürlich eine Reaktion auf das erste Duell in Iserlohn erwartet:

Ja, ich denke schon. Wir sind immer noch dabei, unsere Identität als Team aufzubauen und volle 60 Minuten an einem Strang zu ziehen. Wenn ich über Düsseldorf nachdenke, die letzten 20 Minuten war ich erfreut über unser Spiel. Und nun ist es Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Morgen Abend sind wir zu Hause, Iserlohn spielt echt gut. Aber im Endeffekt müssen wir unser Hockey spielen. Und das intensiv, direkt ins Gesicht und 60 Minuten lang.

Aubin spricht das große Problem der Hauptstädter in dieser Saison an. Sie spielen zu selten über 60 Minuten ihr Spiel durch, weshalb ihnen viele Punkte verloren gehen. Vor allem auswärts ist das den Eisbären bisher auf die Füße gefallen, gewann man doch bisher nur ein Spiel auf fremden Eis. Und das war in Krefeld, was jetzt nicht wirklich überraschend kam. Aber ansonsten zeigen die Eisbären zwei verschiedene Gesichter – einmal das Heim-Gesicht und einmal das Auswärts-Gesicht. Während man zu Hause noch ungeschlagen ist und dort auch mal nicht so gute Auftritte dennoch erfolgreich abschloss, schafft man es auswärts einfach nicht, erfolgreich zu sein. Hofft Serge Aubin deswegen morgen auf den Heimvorteil?

Nun, es ist auf jeden Fall wichtig, sich ordentlich um sein Zuhause zu kümmern. Und offensichtlich fühlen wir uns zu Hause wohl. Aber ich möchte, dass wir ein gutes Team werden, egal ob zu Hause oder auswärts. Wir wissen, was wir zu tun haben. Unsere Heimstatistik ist sehr gut, die wollen wir natürlich auch behalten. Und das setzen wir hoffentlich morgen Abend fort.

Um diese Serie aber mit dem sechsten Heimsieg im sechsten Heimspiel auch fortzusetzen, ist es vor allem sehr wichtig, von der Strafbank wegzubleiben. Das hat das erste Duell am Seilersee eindrucksvoll bewiesen. Parker Tuomie weiß das auch und sagte daher vor dem Spiel gegen die Mannschaft von Jason O’Leary:

Das Wichtigste ist, dass man gegen Iserlohn sehr diszipliniert spielt. Die haben natürlich ein sehr starkes Powerplay und auch drei, vier Spieler, die oben bei den Punkten mit dabei sind, auf die müssen wir natürlich aufpassen. Wir müssen von der Strafbank wegbleiben und so viel wie möglich Fünf-gegen-Fünf spielen. Ich glaube, dass wir in Iserlohn nicht genug Druck gemacht haben, vor allem nicht von Anfang an. Jetzt müssen wir einfach einen besseren Start erwischen.

Einen besseren Start zu erwischen, ist schon einmal ein guter Ansatz. Nur dann muss man es endlich schaffen, dieses Spiel über die gesamte Spielzeit durchzuziehen. Zu oft hat man von den Eisbären zuletzt nur ein oder zwei gute Drittel gesehen, was in dieser Liga einfach nicht ausreicht, um erfolgreich zu sein. Daher Kai Wissmann mit der einfachen Marschroute für morgen Abend:

Ja, wir müssen einfach schauen, dass wir 60 Minuten unser Spiel spielen. Nicht 20, nicht 40, sondern 60 Minuten. Dann haben wir eine sehr gute Chance, drei Punkte zu holen.

Doch ausgerechnet vor dem Spiel gegen Iserlohn plagen Trainer Serge Aubin erstmals Personalprobleme. Aus Düsseldorf brachte man mit Mark Olver und Haakon Hänelt zwei verletzte Stürmer mit. Die Beiden werden erst einmal für die nächsten Spiele ausfallen.
Deswegen beorderten die Eisbären Youngster Sebastian Streu vom Kooperationspartner Lausitzer Füchse zurück in die Hauptstadt. Und dann wäre da ja auch noch der neue Stürmer Zach Boychuk, welcher die Spielgenehmigung rechtzeitig heute erhalten hat und somit morgen sein Debüt für die Eisbären feiern wird. Was hat denn Zach Boychuk über die Eisbären zu berichten?

Ich habe nur Gutes über die Eisbären gehört und freue mich sehr, hier zu sein. Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Die Eisbären arbeiten auf NHL-Niveau. Sie sind wirklich top organisiert.

Und auf was dürfen sich die Eisbären-Fans bei ihrem neuen Stürmer freuen? Was sind seine Stärken?

Ich sehe Schnelligkeit als eine meiner Stärken. Ich mag es, schnell zu spielen, meine Mitspieler in Szene zu setzen und viele Torschüsse abzugeben.

Trotz starkem Auftritt in Spiel Eins nicht belohnt: Eisbären wollen auf eigenem Eis den Ausgleich in der Serie erzielen

Nach 70:08 Minuten war das erste von maximal sieben Viertelfinalspielen zwischen dem Serienmeister Red Bull München und Rekordmeister Eisbären Berlin gestern Abend beendet. Mit 2:3 n.V. verloren unsere Jungs dieses Spiel (Spielbericht unseres Fanclub-Mitgliedes Steffi), doch auch ein Sieg der Hauptstädter wäre definitiv möglich gewesen. Am Ende machte eine Kleinigkeit den Unterschied aus. Beide Teams hatten in der Verlängerung die Möglichkeit, in Überzahl die Entscheidung zu erzwingen. Berlin tat dies nicht, München dagegen nutzten sein Powerplay blitzschnell. Bully in der Angriffszone, die Zuordnung in der Berliner Defensive stimmte für einen Augenblick nicht, die Scheibe kam zu Justin Shugg und der versenkte die schwarze Hartgummischeibe im Tor von Eisbären-Goalie Kevin Poulin. An dessen Reaktion, er feuerte seinen Schläger übers Eis, sah man, wie groß die Enttäuschung und der Frust der Eisbären über den Spielausgang war. Man war so nah dran, dem großen Favoriten das Heimrecht zu entreißen, am Ende musste man sich dem Titelverteidiger aber doch geschlagen geben.

Reißt Kevin Poulin morgen nach Spielende die Hände vor Freude in die Luft oder fliegt wie nach Spiel Eins der Schläger übers Eis? (Foto: EisbaerenSektion Nord/Christian)

Doch das ist Schnee von gestern, daran dürfen die Eisbären nicht zurück denken. Woran sie aber sehr gerne denken und anknüpfen dürfen, ist die starke Leistung, die sie gestern in München gezeigt haben. Dass dort der Vorrundenzweite und CHL-Finalist gegen den Hauptrundenneunten spielte, welcher sich nur dank eines famosen Endspurtes überhaupt die Chance auf das Viertelfinalticket offen hielt, war jedenfalls nicht zu sehen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, zwar mit mehr Schüssen der Hausherren, aber es kommt eben nicht immer auf die Anzahl der Schüsse an. Am Ende ist es wichtig, wie viele hochkarätige Torchancen sich beide Mannschaften herausgespielt haben und da waren beide gleich gut. Es sei nur an die Powerplaychance der Berliner im ersten Drittel erinnert, als Florian Kettemer und Colin Smith die Abwehr des Meister mit ihrem Doppelpass komplett nass machten und Kettemer das 1:0 eigentlich schon mustergültig auf dem Schläger serviert bekommen hatte. Aber da hinten steht ja noch dieser Danny Aus den Birken zwischen den Pfosten, seines Zeichen Torhüter und Spieler des Jahres. Seine sensationeller Save war ein Beleg für diese Auszeichnung.

Aber eben an dieser Szene sah man, dass die Eisbären sich derzeit keinesfalls vor den Münchnern verstecken müssen. Sie spielten über 70 Minuten hoch konzentriert, gingen keinem Zweikampf aus dem Weg, standen hinten sehr kompakt und ließen nicht viele hochkarätige Chancen der Gastgeber zu. Und nach vorne setzte man immer wieder Nadelstiche und ärgerte den dreimaligen Deutschen Meister immer wieder.

Die dritte Playoff-Serie zwischen diesen beiden Teams in Folge könnte endlich den so lang ersehnten Erfolg für die Eisbären bringen. Denn in den bisherigen zwei Playoff-Serien setzte sich stets München durch. Aber: Es gewann immer das Team die Serie, welches Spiel Eins verlor. In den beiden Jahren zuvor gewannen die Eisbären jeweils in München und klauten das Heimrecht, am Ende schieden sie dennoch immer aus. Geht diese Serie in diesem Jahr so weiter, dann erreichen die Berliner das Halbfinale.

Will nach drei Titeln in Folge mit München nun seine persönlich vierte Meisterschaft mit den Eisbären gewinnen: Florian Kettemer (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und so unglaubwürdig ist das nicht. Das hat die Partie gestern Abend deutlich gemacht. München tat sich schwer gegen selbstbewusste Eisbären, welche seit der Februar-Pause ein komplett anderes Team sind. Was auch immer in der Pause passiert ist, es hat anscheinend Wunder gewirkt. Die Mannschaft wirkt wie ausgewechselt und macht den Fans wieder viel Spaß. Spaß, den haben sie auch im Team wieder gefunden und zudem sei man auch außerhalb der Eisfläche enger zusammengerückt, wie Florian Kettemer, einer der Aktivposten im ersten Spiel der Viertelfinalserie, gestern verlauten ließ. Man wolle den Fans wieder tolles Eishockey zeigen, das tun sie in den letzten Spielen definitiv und es lässt hoffen. Darauf, dass die Saison doch noch ein unvorhergesehenes Ende nimmt. So, wie es damals beim ERC Ingolstadt war, denn mit deren Meisterschaft hatte damals nun auch wirklich keiner gerechnet.

Aber noch ist es viel zu früh von Titeln zu sprechen. Es ist gerade einmal Spiel Eins von möglichen

So wollen wir die Eisbären morgen Abend ganz oft sehen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

sieben gespielt und morgen Abend geht die Serie mit Spiel Zwei wieder von vorne und bei Null los. Und dann werden die Eisbären darauf brennen, vor heimischer Kulisse den Ausgleich in der Serie herzustellen. Mit den Fans als siebter Mann im Rücken ist das auch definitiv möglich. Zumal, wenn man genauso starkes Eishockey wie gestern Abend in München spielt. Nur dann sollte man die eine entscheidende Strafe weniger nehmen. Oder aber einfach das eine Powerplay mehr nutzen. Egal wie, Hauptsache man gewinnt Spiel Zwei und macht aus der „Best-of-seven-Serie“ eine „Best-of-Five-Serie“. Und dann ist wirklich alles möglich.

0:7 gegen Mannheim: Der absolute Tiefpunkt der Saison ist erreicht – Fans fordern Trainer-Rauswurf

 

Ausgabe #23:

Puh, was soll man dazu noch sagen? Man hat ja damit rechnen können, dass es gegen die Adler Mannheim eine Niederlage setzen würde, aber dass diese gleich so hoch ausfallen würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Doch am Ende verloren die Eisbären Berlin in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof gegen den Spitzenreiter der DEL sage und schreibe mit 0:7 (0:2,0:2,0:3). Es war die fünfte Niederlage in Folge und die siebte aus den letzten acht Spielen. Stefan Ustorf sprach nach dem Spiel beim Fantalk vom absoluten Tiefpunkt, welchen man nun erreicht hat. Und ein Ende dieser Misere ist keinesfalls abzusehen, denn nichts macht derzeit Hoffnung auf Besserung.

Und der Unmut der Fans machte sich vor allem im letzten Drittel deutlich. Schon vor dem Spiel gab es deutliche Pfiffe bei der Vorstellung von Trainer Stéphane Richer, im letzten Drittel wurde lautstark sein Rauswurf gefordert. Zudem können nach Meinung der Fans alle außer Kevin Poulin gehen, wenn gleich ich hier noch einmal explizit darauf hinweisen möchte, dass damit keinesfalls die jungen Spieler der Eisbären gemeint sind, viel mehr geht es um die etatmäßigen Leistungsträger, von denen in dieser Saison kaum etwas zu sehen ist und wo gerade jetzt in der so schwierigen Situation keiner mal das Heft des Handelns in die Hand nimmt und versucht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Viel mehr nimmt man die Ergebnisse regungslos hin. Was uns Fans dann im letzten Drittel auch nicht mehr interessierte, denn die Fankurve drehte sich um und schaute der Darbietung auf dem Eis nicht mehr länger zu, warum auch, die „Mannschaft“ auf dem Eis hatte sich ja bereits längst aufgegeben und sich ihrem Schicksal ergeben. Von Aufbäumen, Kampfgeist, Wille oder ähnlichem war jedenfalls nichts zu spüren. Und nach der Schlusssirene wurde den Spielern auch deutlich gemacht, dass sie sich schnellstmöglich vom Eis machen sollten, denn das Fass ist endgültig übergelaufen und die Eisbären enttäuschten einmal mehr ihre treuen Fans, die irgendwann auch einmal das Recht haben, ihren Unmut lautstark zu äußern. Und dass das nach einem 0:7 gegen den Erzrivalen Mannheim passiert, ist wohl mehr als verständlich.
Klar kannst du immer ein Spiel verlieren, auch gegen Mannheim, wenn denn die Leistung stimmt, aber die Spieler haben sich nach den Gegentoren aufgegeben und ihrem Schicksal ergeben und das ist in dieser Situation nicht akzeptabel. Kevin Poulin und die jungen Burschen konnten einem leid tun, denn die haben sich wenigstens noch den Hintern aufgerissen und alles gegeben, was man von den eigentlichen Leistungsträgern nicht behaupten kann, die verstecken sich weiterhin und hinken ihren eigentlichen Leistungen meilenweit hinterher.

Kommen wir aber mal zum Spiel, in welchem den Eisbären gleich zehn Spieler fehlten. Dadurch kam der erst 17-jährige Nino Kinder zu seinem DEL-Debüt. Auch Cedric Schiemenz stand wieder im Kader der Eisbären. Das Tor hütete erneut Kevin Poulin.

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Die Eisbären spielten eigentlich kein schlechtes erstes Drittel, hatten am Ende des Auftaktdrittels mehr Torschüsse zu verbuchen und insgesamt fünf richtig dicke Möglichkeiten gehabt. Doch Maximilian Adam, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Marcel Noebels und Jamie MacQueen scheiterten entweder am starken Adler-Goalie Chet Pickard oder schossen hauchdünn am Mannheimer Tor vorbei. Die Eisbären hatten sich hier definitiv viel vorgenommen und das konnte man über weite Strecken des ersten Drittels auch sehen.
Umso überraschender, dass dann ausgerechnet Mannheim in Führung gehen sollte. Zehn Minuten waren gespielt, als Kevin Poulin den ersten Adler-Schuss noch abwehren konnte, der Puck danach im Gewühl vor dem Eisbären-Tor verschwand, aus welchem letztlich Garrett Festerling als Nutznießer hervor trat und die Scheibe im Berliner Tor versenken konnte – 0:1 (10.). Die Mannheimer Führung aus dem Nichts heraus.
Und wie so oft in letzter Zeit verunsicherte ein Gegentor die Eisbären komplett, die zwar weiterhin nach vorne aktiv waren und besagte Großchancen hatten, sich aber auch sehr unsicher zeigten und zu viele leichte Fehler machten. So konnte Mannheim relativ leicht und locker durch David Wolf auf 2:0 erhöhen (13.).
Das war schon komisch gewesen, die Eisbären machten eigentlich ein gutes Spiel, hatten Chancen, aber Mannheim eiskalt und effektiv vor dem Tor, eben im Stile einer Spitzen-Mannschaft, lagen hier mit 2:0 nach 20 Minuten vorne. Ja, eine Spitzen-Mannschaft waren auch mal die Eisbären, aber das ist gefühlt Ewigkeiten her.

Die Hauptstädter begannen das Mitteldrittel in Überzahl, wobei man dass auf dem Eis nicht wirklich merkte, denn sie konnten für keinerlei Gefahr sorgen. Generell war das ein eher harmloses Eisbären-Drittel, sie kamen nie wirklich ins Spiel, wirkten ideen- und lustlos, spielten nicht unbedingt als Mannschaft zusammen.
Mannheim fand im zweiten Drittel besser zu seinem Spiel und wurde nun deutlich stärker und machte

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mehr Druck auf das Eisbären-Tor. Und der Druck sollte sich genau zur Hälfte des Spiels auszahlen. Zwei-auf-Eins-Konter der Kurpfälzer, Ben Smith mit dem Querpass auf Luke Adam und der tunnelte Kevin Poulin – 0:3 (30.).
Was die Eisbären auch versuchten, es wirkte irgendwie planlos. Das waren alles nur so halbherzige Aktionen, die Jungs versuchten irgendwie etwas auf die Reihe zu bekommen, die Verunsicherung spielte da sicherlich auch eine Rolle und auch die vielen verletzten Spieler. Aber das darf nicht als Hauptgrund gelten, gerade dann müssen die übrig gebliebenen Leistungsträger sich mehr zeigen, dass Team führen und sie dazu anspornen, zu kämpfen. Aber die einzigen Spieler, die gekämpft haben, waren die Youngsters und Kevin Poulin. Der Rest wirkte einfach nur lust- und ratlos.
Und Mannheim? Da durfte selbst Denis Reul per Rückhand (!) treffen, was eigentlich schon alles über das Spiel aussagt, wenn ein Denis Reul sogar Tore schießen darf – 0:4 (37.).
Kurz darauf war dann übrigens die Partie von Louis-Marc Aubry beendet, der nach einem Stockschlag eine Spieldauer kassierte. Es sollte die letzte Aktion im Mitteldrittel sein, welches beim Stand von 0:4 aus Eisbären-Sicht zu Ende ging.

Das letzte Drittel begannen die Berliner mit zwei Mann weniger auf dem Eis und da sollte es erneut im Berliner Tor klingeln. Zunächst Poulin noch mit einem Big Save gegen Chad Kolarik, doch wenig später war erneut David Wolf der Torschütze, der in Überzahl auf 5:0 erhöhen konnte (42.).

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Das Spiel war natürlich längst entschieden, die Stimmung in der Arena dafür umso besser. 41 Minuten lang wurde auf Trommeln, Fahnen, Banner und weitere Dinge verzichtet, um darauf aufmerksam zu machen, wie es in der Arena am Ostbahnhof in Zukunft aussehen könnte, wenn der Fanbogen nicht mehr ist. Umso lauter wurde es die letzten 19 Minuten und dabei war fast allen Fans der Spielstand egal, es wurde gesungen, gehüpft, gefeiert, die ganze Halle hüpfte und hatte Spaß. Wozu sich auch den Wochenendstart von einer Mannschaft, die als solche nicht mehr auftritt, vermiesen lassen. Dann wenigstens Spaß mit Freunden haben und feiern, was das Zeug hält.
Auf dem Eis gab es eh nichts mehr schönes zu bestaunen, viel mehr wurden die Adler-Tore, sechs und sieben lautstark bejubelt und nach dem 0:7 „nur noch drei“ skandiert. Man nahm das alles nur noch mit einer gehörigen Portion Humor, wenn gleich auch viel Wut mit dabei war, gerade als es gegen den Trainer/Sportdirektor Stéphane Richer ging.
Ben Smith (55./PP) und Brendan Mikkelsson (56.) sorgten für den Endstand von 0:7 in der Mercedes-Benz Arena. Das Grauen hatte endlich ein Ende gefunden und wir Fans wurden erlöst, die Spieler bekamen danach die volle Breitseite der Wut zu spüren und wurden förmlich vom Eis gebrüllt. In Berlin stehen harte Zeiten bevor.

Nur wird man jetzt endlich in der Chefetage der Eisbären reagieren? Jetzt, wo laut Stefan Ustorf der absolute Tiefpunkt erreicht ist? Wird man nun einen neuen Trainer präsentieren, evtl. noch einen neuen Spieler verpflichten? Würde ein Trainerwechsel oder ein Transfer überhaupt noch Sinn machen, wenn die „Mannschaft“ als solche längst nicht mehr auftritt und die Lustlosigkeit Spiel für Spiel deutlich heraus hängen lässt? Die einzigen Spieler, die sich gegen Mannheim richtig rein gehangen haben, waren die jungen Burschen und Goalie Kevin Poulin. Nino Kinder hätte beinahe in seinem ersten DEL-Spiel ein Tor erzielt, Maxi Adam verzog im ersten Drittel denkbar knapp. Und Kevin Poulin hielt, was zu halten war, man merkte ihm im Mitteldrittel nach den nächsten beiden Gegentreffern deutlich die Wut über seine Mitspieler an, sein Kopfschütteln in Richtung der Team-Kollegen sagte alles darüber aus, was er derzeit denkt. Es wäre ein Wunder, wenn Kevin Poulin sich das nächste Saison weiterhin an tun würde.
Zumal keiner weiß, ob es den längst überfälligen Umbruch im Eisbären-Team geben wird oder nicht.

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Und mit Umbruch ist nicht nur das Team auf dem Eis gemeint, auch das Team hinter dem Team sollte schleunigst ausgetauscht werden, denn die Herrschaften in der Führungsetage haben den Verein gegen die Wand gefahren und das über die letzten Jahre hinweg kontinuierlich und nun hat man es geschafft, den Verein an den absoluten Tiefpunkt zu bringen und daran trägt u.a. auch Stéphane Richer eine Hauptschuld mit. Er ist schließlich bestens dafür bekannt, Vereine gegen die Wand zu fahren, ich sage nur Hamburg Freezers. Nur sieht er anscheinend noch keine Schuld bei sich und auf die Frage, ob er denn mit den beiden Posten Trainer und Sportdirektor überfordert wäre, antwortete er bei der Pressekonferenz nach dem Spiel mit Nein. Mehr muss man dazu wohl auch nicht sagen. Er klammert sich immer noch an die positiven Dinge, wenn gleich er zu gab, dass er enttäuscht und sauer war nach dem Spiel, nicht von den jungen sondern von den erfahrenen Spielern, welche die Fehler gemacht haben. Aber er meinte auch, man hoffe nach wie vor auf die Rückkehr der Verletzten. Nur dass es dann auf einmal besser wird und die anderen wieder ihre Eishockey-Qualität wieder finden, glaubt er doch wohl selbst nicht ernsthaft.
Man würde sich wünschen, dass bei den Eisbären nun etwas passiert nach diesem Debakel. Aber wie bereits oben erwähnt, was würde das jetzt noch bringen? Die Saison ist eh im Eimer, wenn es ganz schlimm läuft, müssen wir uns die Pre-Playoffs noch an tun, aber dann ist diese Katastrophen-Saison endlich vorbei und dann MUSS man im Verein auf allen Ebenen aufräumen und ein rund erneuertes Team auf dem Eis und an der Bande und auf der Chefetage zusammenstellen. Denn sonst treibt man den Untergang des Traditionsklubs Eisbären Berlin weiter voran, wenn gleich man laut Stefan Ustorf bereits heute am absoluten Tiefpunkt angekommen ist.
Die einst ruhmreichen Eisbären Berlin, vor denen sich alle in der DEL fürchteten, sind jedenfalls Geschichte. Im Moment freut sich eher jeder Gegner darauf, gegen Berlin spielen zu dürfen. Und der Niedergang tut im Moment nur den Fans weh, aber nicht denjenigen, die das auf dem Eis zu verantworten haben. Da bekommt man eher das Gefühl, als wäre denen alles egal und sie hoffen, es ist bald Urlaub. Den Eindruck vermitteln jedenfalls ganz viele Spieler und das macht den treuen Eisbären-Fan einfach nur traurig.

3:4 n.P. in München: Eisbären mit starker kämpferischer Leistung, welche am Ende einen Punkt beim Meister bringt

Nach zwei Siegen in Folge hat es die Eisbären Berlin bereits wieder erwischt. Beim letzten Auswärtsspiel des Jahres verloren die Eisbären beim Deutschen Meister in der Final-Neuauflage mit 3:4 n.P. (1:0,2:2,0:1/0:0,0:1). 6.142 Zuschauer sahen ein packendes Eishockeyspiel in München, an deren Ende die Gäste zweimal zwei Tore vorne lagen, am Ende aber doch das Eis als Verlierer verließen. Aber immerhin sicherte man sich einen Punkt beim Meister und punktete somit zum dritten Mal in Folge.

Im 400. DEL-Spiel von Verteidiger Micki DuPont fehlten den Eisbären heute neben Mark Cundari, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Florian Kettemer und Mark Olver auch noch Jonas Müller und André Rankel. Somit die Eisbären also nur mit zwölf Stürmern und fünf Verteidigern. Im Tor stand wieder Kevin Poulin.

Hinein in ein erstes Drittel, was fast ausnahmslos den Hausherren gehörte. Die Eisbären hatten zwar früh in der Partie das erste Powerplay des Spiels, konnten dieses jedoch nicht nutzen. Danach zogen die Münchner ihr Spiel auf, machten jede Menge Druck, sodass es bei 5-gegen-5 wie ein Powerplay aussah. Kevin Poulin bekam einiges zu tun, entschärfte aber jede Münchner Torchance und ließ die Spieler der Gastgeber damit verzweifeln.
Und was machten die Eisbären? Die sorgten mit einem ihrer nur vier Torschüsse im Auftaktdrittel für die komplett überraschende Führung. Louis-Marc Aubry brachte die Scheibe vor das Tor, dort wurde sie von Münchens Verteidiger Andrew Bodnarchuk abgefälscht, landete schließlich am langen Pfosten bei Sean Backman, welcher zum 1:0 einnetzen konnte (15.). Was die Analyse von Hannes über Sean Backman nicht so alles auslösen kann, traf die Nummer 61 der Eisbären doch auch schon am Mittwoch beim Heimsieg gegen Bremerhaven.
Danach machten es die Eisbären besser, ließen kaum noch etwas zu und nahmen die 1:0-Führung mit in die Kabine.

Das zweite Drittel begann der Meister in Überzahl, aber München fand weiterhin keinen Weg vorbei an Kevin Poulin, das Powerplay war jetzt aber auch nicht so gefährlich. Wie man sein Überzahlspiel nutzt, machten dann die Hauptstädter vor. Marcel Noebels mit dem klasse Pass auf Sean Backman, welcher abzog, jedoch an Danny Aus den Birken scheiterte. James Sheppard nahm die Scheibe auf, zog nach links außen und spielte Aus den Birken aus, hob den Puck schlussendlich mit der Rückhand ins Tor – 2:0 (27.).
Das zweite Drittel bot nun Eishockey auf Augenhöhe, beide Mannschaften spielten sich Chancen heraus und konnten diese manchmal auch nutzen. So tauchte nämlich München in der 33. Spielminute auch erstmals an diesem Abend auf der Anzeigetafel auf. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Ryan Button spielte die Scheibe zu Andreas Eder, welcher kurz schaute und dann abzog – 2:1.
Frank Mauer hätte dann fünf Minuten vor der zweiten Pause beinahe das 2:2 erzielt, als er alleine vor Kevin Poulin auftauchte, doch der Berliner Goalie hatte etwas dagegen und entschärfte diese brenzlige Situation.
Fast im Gegenzug die Eisbären mit dem 3:1. James Sheppard zog Richtung Tor und dann auch ab, Jamie MacQueen stand goldrichtig, um den Abstauber am linken Pfosten eiskalt zu verwerten (36.).
Beide Teams dann noch einmal mit einem Powerplay. Während die Eisbären ihr Überzahlspiel nicht nutzen konnten, schlug Justin Shugg nach nur sechs Sekunden eiskalt zu – 3:2 (39.). Was zugleich auch der Pausenstand in München nach 40 Minuten war.

Auch das Schlussdrittel begannen die Eisbären in Unterzahl, welche sie trotz guter Münchner Chancen schadlos überstanden. München übernahm danach wieder mehr und mehr das Kommando, drängte vermehrt auf den Ausgleich, die Eisbären versuchten stets bei Entlastungsangriffen für Gefahr zu sorgen. Und Aubry hatte dabei sicherlich die dickste Möglichkeit, als er praktisch das halbleere Tor vor sich hatte nach einem Zuckerpass von Brendan Ranford, doch Aus den Birken war mit dem Schoner zur Stelle.
Die Eisbären nahmen weiter Strafen und sie hielten dem Münchner Druck bis drei Minuten vor der Schlusssirene Stand. Dann sorgte eine Kombination über Mark Voakes, Matt Stajan und Trevor Parkes für den mittlerweile verdienten 3:3-Ausgleich (57.). Es sollte hier also in die Verlängerung gehen.

Und in dieser beide Mannschaften mit guten Möglichkeiten, aber die beiden Goalies wollten es unbedingt zum absoluten Showdown kommen lassen. Und in diesem hatte Danny Aus den Birken am Ende das bessere Ende auf seiner Seite. Während auf Münchner Seite Michael Wolf und Trevor Parkes trafen, verwandelte bei den Eisbären einzig Sean Backman seinen Penalty. Somit kassierten die Eisbären im fünften Penaltyschießen der Saison die erste Niederlage.

Eine Niederlage, die der Mannschaft sicher weh tut. Da lieferst du beim Meister ein klasse Auswärtsspiel ab, trotz den ganzen Personalproblemen und führst zweimal mit zwei Toren. Und dann kannst du dich am Ende doch nur mit einem Punkt belohnen. Was aber eben auch an der Qualität des Meisters liegt, welcher vor allem im ersten und letzten Drittel gehörig Druck auf das Eisbären-Tor machte und sich am Ende die Verlängerung auch redlich verdiente. Denn was die Torschüsse und Chancen anging, war München klar im Vorteil. Penaltyschießen ist dann eben reine Glückssache und da hatten die Gastgeber heute eben mehr Glück als die Eisbären.
Andererseits hatten die Eisbären ihre Chancen, das Spiel zu gewinnen. Nur waren sie eben dann doch nicht in allen Situationen so eiskalt und effektiv wie bei den drei Toren. Aber wir sehen endlich wieder kämpfende Eisbären, die bis zum Ende alles geben und die einen Punkt beim Meister geholt haben, welcher am Ende noch Goldwert sein kann.

8:1-Gala in Spiel Drei: Die Eisbären geben die richtige Antwort auf Freitag und fegen Wolfsburg deutlich aus der Arena am Ostbahnhof

Ausgabe #30:

Das war mal ein Statement und die richtige Antwort auf die Schlacht vom Freitag in Wolfsburg. Die Eisbären Berlin haben Spiel Drei der Viertelfinalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg deutlich und hochverdient mit 8:1 (3:0,2:0,3:1) gewonnen und sich somit die 2:1-Führung in der Serie gegen die Niedersachsen geholt. In der ausverkauften Mercedes-Benz Arena hatte die arg dezimierte Mannschaft von Chefcoach Pavel Gross nicht den Hauch einer Chance gegen die Hausherren, die sich am Ende in einen Rausch spielten. Aber auch wenn sich so ein 8:1 schön liest, war es nur ein Sieg in einer Serie, in der man vier Siege zum weiterkommen braucht. Aber so ein hoher Sieg gibt dir natürlich Selbstvertrauen und regt den Gegner zum Nachdenken an.

Chefcoach Uwe Krupp konnte auf das selbe Personal wie in Wolfsburg zurückgreifen. Im Tor stand erneut Petri Vehanen.

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Hinein ins Spiel, wo die Hausherren bereits nach 51 Sekunden in Führung hätten gehen können. Doch Nick Petersen scheiterte bei einem Alleingang an Jerry Kuhn im Wolfsburger Tor. Fortan versuchten beide Mannschaften hinten kompakt zu stehen, man wollte dem Gegner nicht so viel Platz lassen. Daher waren Torraumszenen in den ersten Minuten auch eher Mangelware.
Sieben Minuten waren gespielt, da setzte sich Daniel Fischbuch auf der rechten Seite klasse durch, zog zum Tor und auch ab. Kuhn konnte nur prallen lassen und vor dem Tor lauerte Verteidiger Jens Baxmann, welcher keine größeren Probleme hatten, die Scheibe über die Linie zu bugsieren – 1:0.
Doch Wolfsburg ließ sich davon nicht beirren und hatte selbst Chancen. So Philipp Riefers, der Mitte des ersten Drittels frei vor Vehanen auftauchte, doch der Finne behielt in diesem Duell die Oberhand.
Dann zog Nick Petersen mal ab, sein Schuss ging jedoch an die Bande hinter dem Tor, sprang auf der anderen Seite wieder zurück. James Sheppard ahnte dies, nahm den Puck auf, drehte sich und vollendete überragend mit der Rückhand – 2:0 (11.).
Und nun hatten die Eisbären Lust auf Tore. Marcel Noebels mit dem Zuspiel in Richtung blaue Linie zu Danny Richmond, welcher nicht lange fackelte und die schwarze Hartgummischeibe ins Wolfsburger Tor drosch – 3:0 (14.).
Wolfsburg Coach Pavel Gross nahm daraufhin erst einmal eine Auszeit, um sein Team hier vor einem Debakel zu schützen.
Und Wolfsburg gab anschließend auch nicht auf, spielte weiter nach vorne und hatte auch noch zwei Überzahlspiele, wo sie zu Chancen kamen. Insgesamt hatten die Wolfsburger doppelt so viele Schüsse abgegeben wie die Eisbären (16:8), doch die Berliner zeigten sich vor dem Tor eben als die effektivere Mannschaft. So stand es nach 20 Minuten 3:0 an der Spree.

Im Mitteldrittel spielten die Berliner dann weiter offensiv, von Wolfsburg war relativ wenig zu sehen. Die

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Eisbären erspielten sich auch gute Chancen ,mussten jedoch bis zu 30. Spielminute auf Treffer Nummer Vier warten. Marcel Noebels hatte an der blauen Linie zu viel Zeit, fuhr in Position, um dann einen satten Schlagschuss loszulassen – 4:0.
Die Eisbären überstanden anschließend eine Unterzahl und legten praktisch kurz danach das fünfte Tor nach. Ex-Eisbär Jimmy Sharrow verstolperte den Puck vor dem eigenen Tor, André Rankel nahm das Geschenk dankend an und schoss den Puck unter die Latte ins Grizzlys-Tor – 5:0 (34.).
Die Partie war hier natürlich längst entschieden. Die Eisbären hatten schon ein wenig Spielfreude, Wolfsburg dagegen war komplett harmlos. Und die Niedersachsen hatten sogar Glück, dass es nach 40 Minuten nicht 0:7 stand. Denn Frank Hördler traf nur die Latte (37.) und Mark Olver scheiterte am Außenpfosten (38.). So lag Wolfsburg nach 40 Minuten mit 0:5 hinten.

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Wolfsburgs Goalie Jerry Kuhn wurde zu Beginn des letzten Drittels ausgewechselt. Felix Brückmann hütete von nun an das Tor der Autostädter. Das erste, was er zu sehen bekam, war der Wolfsburger Ehrentreffer. Conor Allen kam im Slot zum Abschluss und tunnelte Petri Vehanen – 5:1 (44.).
Doch die Antwort der Berliner sollte nur 25 Sekunden auf sich warten lassen. Felix Brückmann wollte den Puck von seinem Tor weg spielen, doch Rihards Bukarts kam ihm zuvor und spitzelte die Scheibe vorbei an Brückmann ins Tor – 6:1 (45.).
In Unterzahl hatten dann die Eisbären richtig gute Chancen, Marcel Noebels vergab dabei die beste, als er nur den Pfosten traf. Doch bei einer anschließenden doppelten Überzahl klingelte es erneut im Wolfsburger Tor. Thomas Oppenheimer hatte von der blauen Linie abgezogen, Felix Brückmann ließ nur zur Seite prallen und James Sheppard versenkte den Nachschuss im Tor – 7:1 (49.).
Für den Schlusspunkt an diesem Nachmittag sorgte dann die Nummer Acht der Eisbären. Nick Petersen tankte sich klasse durch, tauchte frei vor Brückmann auf und ließ dem deutschen Nationaltorhüter keine Chance – 8:1 (57.).
Danach waren die Gäste endlich erlöst und konnten das Eis verlassen, während die Eisbären ihren 8:1-Sieg feierten und damit ein Ausrufezeichen in dieser Serie setzten.

So antwortet man auf eine Niederlage in Wolfsburg. Die Eisbären haben den Wolfsburgern die

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Grenzen aufgezeigt und ihnen nicht den Hauch einer Chance gelassen. Im ersten Drittel versuchten die Gäste noch mitzuspielen und erarbeiteten sich auch Chancen, hatten sogar mehr Schüsse als die Eisbären abgegeben. Nur waren diese heute äußerst effektiv und spätestens nach dem 0:3 war die Messe hier gelesen. Wolfsburg hatte den Eisbären nichts mehr entgegenzusetzen und musste so am Ende mit einem Debakel die Heimreise antreten. Am Mittwoch geht es bereits weiter und dann wollen die Niedersachsen sicherlich Revanche nehmen.

Playoff-Stand: Eisbären Berlin vs. Grizzlys Wolfsburg 2:1 (4:1/2:5/8:1)

„Retro-Nacht“: Eisbären ehren die Olympia-Helden und gewinnen vor ausverkauftem Haus gegen Meister München

Ausgabe #27:

Die Eisbären Berlin sind erfolgreich aus der Olympia-Pause zurück gekommen. Am Mittwochabend setzte sich der DEL-Rekordmeister gegen den Titelverteidiger EHC Red Bull München knapp mit 3:2 (1:0,2:1,0:1) durch und wahrte somit alle Chancen auf Platz Zwei und die damit verbundene CHL-Qualifikation. Es war kein berauschendes Eishockey-Spiel gewesen, was aber angesichts der langen Unterbrechung und dem Fehlen der Münchner Olympia-Spieler auch kein Wunder war. Spannend war es dafür allemal.

Eisbären-Coach Uwe Krupp konnte im Spiel gegen den Tabellenführer auf die drei Olympia-Helden setzen. Dafür fehlten Blake Parlett, Florian Busch, Maximilian Franzreb und Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler. Im Tor stand die „finnische Wand“ Petri Vehanen.

Vor dem Spiel wurde es erst einmal laut in der Arena am Ostbahnhof, denn die deutschen Olympia-Helden auf beiden Seiten wurden von den Eisbären für ihren historischen Erfolg geehrt. Die Fans applaudierten lautstark und drückten so ihre Anerkennung für die gezeigte Leistung aus.

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Dann wurde es aber sportlich, Eisbären-Legende Denis Pederson mit dem ersten Bully bei der „Retro-Nacht“ der Eisbären Berlin. Man merkte beiden Mannschaften von Beginn die lange Pause an. So wirklich in den Rhythmus kam keines der beiden Teams. Noch am ehesten waren es die Eisbären, die im Auftaktdrittel besser zu ihrem Spiel fanden und so optisch gesehen auch die bessere Mannschaft in den ersten 20 Minuten waren.
Nach neun Minuten ergab sich für die Hausherren dann auch die Gelegenheit, das erste Mal an diesem Abend in Überzahl zu agieren und man war gespannt, ob man an DER Baustelle schlechthin während der dreiwöchigen Pause gearbeitet hatte oder eher nicht. Letzteres war der Fall, es war nach wie vor nicht schön anzusehen, wenn die Berliner mit einem Mann mehr agierten.
Die Eisbären die spielbestimmende Mannschaft, das stark ersatzgeschwächte Münchner Team versuchte mit Kontern für Gefahr zu sorgen. Petri Vehanen war aber stets zur Stelle. Doch die besseren Chancen erspielten sich die Gastgeber, welche in David Leggio jedoch ihren Meister fanden.
Bis zum zweiten Powerplay des Spiels. 16 Minuten waren gespielt, als München zum zweiten Mal in Unterzahl ran musste und dieses Mal klingelte es im Tor der Gäste. Thomas Oppenheimer hatte abgezogen und Torjäger Sean Backman fälschte die Scheibe ab, so dass Leggio diese nur zur Seite prallen ließ, wo James Sheppard lauerte und den Abstauber im Münchner Tor unterbrachte – 1:0 (17.).
Zum Ende des ersten Drittels dann München mal mit einem Mann mehr, aber die Eisbären standen gut und brachten das 1:0 souverän über die Zeit.

München begann das zweite Drittel besser und druckvoller, somit war der Ausgleich auch kein Wunder

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mehr. Petri Vehanen ließ kurz zuvor schon einen Schuss von Jon Matsumoto prallen, wenige Sekunden später tat er selbiges mit dem Schuss von Konrad Abeltshauser. Andreas Eder setzte bei beiden Versuchen jeweils zum Nachschuss an, beim ersten hatte er keinen Erfolg, beim zweiten schon – 1:1 (22.).
München wirkte danach aggressiver, hatte für ein paar Minuten deutlich die Oberhand und hätte durch Jerome Flaake eigentlich in Führung gehen müssen. Die Eisbären fielen in diesem Drittel zunächst vor allem durch zu viele Fehlpässe auf. Erst Mitte des Drittels wurde es etwas besser und die Eisbären traten auch wieder offensiv in Erscheinung.
Micki DuPont hätte dann sechs Minuten vor der zweiten Pause beinahe für die erneute Führung gesorgt, doch sein Schuss prallte nur ans Aluminium. Besser zielte Mark Olver nur eine Minute später, als er den Abpraller von Kai Wissmann erfolgreich verwerten konnte – 2:1 (35.)
Danach große Chancen auf beiden Seiten, doch beide Teams konnten diese nicht nutzen. Und dann die Eisbären mal wieder in Überzahl, diesmal sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und diese Chance ließen sich die Eisbären nicht entgehen, Thomas Oppenheimer mit dem Querpass auf Sean Backman, welcher 49 Sekunden vor der zweiten Drittelpause nur noch die Kelle hinhalten musste – 3:1 (40.). Zugleich auch der Pausenstand in Berlin nach 40 Minuten.

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Im letzten Drittel München in den ersten zehn Minuten gleich mit zwei Überzahlspielen und auch richtig guten und vor allem gefährlichen Chancen. Aber die Eisbären verteidigten mit allem was sie hatten und im Tor stand ja dann auch noch die „finnische Wand“ Petri Vehanen. München drängte auf den Anschlusstreffer, aber die Eisbären wehrten sich bisher erfolgreich dagegen.
Auch in der Schlussphase der Meister noch einmal in Überzahl, sogar in doppelter. Aber die Eisbären verteidigten weiterhin sehr stark, mussten aber nach einer Strafe gegen München bei 4-gegen-3 dann doch noch den Anschlusstreffer hinnehmen. Ex-Eisbär Mads Christensen setzte sich klasse vor dem Tor durch, spielte die Scheibe dann links rüber zu Ryan Button, welcher das leere Tor vor sich hatte – 3:2 (57.).
Mehr gelang den Gästen dann aber nicht mehr. Sie nahmen zwar ihren Torhüter raus, aber die Eisbären verteidigten das bis zum Ende äußerst geschickt und sicherten sich somit die drei Punkte gegen den Tabellenführer aus München.

Nein, diesmal war es kein Spektakel wie beim ersten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams in dieser Saison, als sich die Berliner mit 5:4 n.P. durchsetzen konnten. Aber spannend war es bis zur letzten Sekunde. Nach einiger Anlaufzeit fanden die Eisbären als Erstes besser ins Spiel und lagen folgerichtig mit 1:0 nach 20 Minuten vorne. München dann aber mit dem besseren Beginn im zweiten Drittel und dem folgerichtigen Ausgleich. Auch danach Red Bull aktiver und stärker, doch die Eisbären fanden zurück zu ihrem Spiel und lagen nach 40 Minuten mit 3:1 vorne. Im Schlussdrittel nahm der Druck von München zu, aber die Eisbären verteidigten das klasse bis zum Ende und mussten nur noch den Anschlusstreffer hinnehmen.

3:1-Heimsieg gegen Krefeld: Eisbären drehen mal wieder einen Rückstand in einen Sieg um

Ausgabe #18:

Man könnte fast meinen, die Eisbären Berlin fangen in der DEL-Saison 2017/2018 immer erst an zu spielen, wenn sie in Rückstand geraten. Denn auch beim Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine am Mittwochabend mussten die Berliner mal wieder in Rückstand geraten, um am Ende das Eis doch noch als Sieger zu verlassen. Mit 3:1 (0:0,1:1,2:0) setzten sich die Hauptstädter vor 9.608 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena gegen die Seidenstädter durch, beide Mannschaften boten den Zuschauern aber eher Eishockey-Magerkost.

Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp hatte mit einigen Personalsorgen zu kämpfen. Neben den bereits Langzeit-Ausfällen Frank Hördler und André Rankel gesellten sich heute auch noch Petri Vehanen, Danny Richmond und Florian Busch hinzu. Vehanen und Busch waren gestern bereits schon bekannt, Richmond kam heute frisch ins Lazarett hinzu. Bei Vehanen und Richmond besteht laut Uwe Krupp aber auch keine Hoffnung auf einen Einsatz am Freitag gegen Köln, wie der Berliner Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte („Beide werden nicht im Line-up stehen„). Immerhin kehrte Thomas Oppenheimer in den Kader zurück, in dem neben den o.g. Spielern auch noch die Youngsters Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler fehlten, da sie bei der U20-WM weilen. Im Tor stand heute wieder Marvin Cüpper, Maximilian Franzreb war der Backup auf der Bank.

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Das erste Drittel deutete schon an, dass das heute ein sehr zähes Spiel werden könnte. Zwar war dieses erste Drittel aufgrund weniger Unterbrechungen schnell vorbei, ein gutes Spiel bekamen die Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof aber nicht zu sehen. Beide Mannschaften machten hinten die Räume sehr eng und standen sehr kompakt, was eben kaum Platz für gute Torchancen ließ. Die Eisbären hatten zwar ein leichtes optisches Übergewicht, aber nach 20 Minuten stand es folgerichtig 0:0.

Ins Mitteldrittel kamen die Eisbären gut herein und machten ordentlich Druck auf das Krefelder Tor. Die Pinguine hatten ordentlich Mühe, dem Druck der Gastgeber stand zu halten. Jens Baxmann vergab in der 23. Spielminute die beste Chance, aber er scheiterte am Pfosten. Und wie das dann im Sport halt immer so ist, nutzt die eine Mannschaft vorne ihre Chancen nicht, wird sie hinten bestraft. So auch am Mittwochabend. Und es war die Top-Reihe der Pinguine, die für das Tor des KEV verantwortlich war. Daniel Pietta wurde im Slot frei gespielt, stand alleine vor Cüpper und konnte sich die Ecke praktisch aussuchen – 0:1 (28.).
Dieser Gegentreffer verunsicherte die Eisbären dann aber zusehends. Zwar erspielten sie sich auch

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fortan immer wieder gute Torchancen, aber in der Defensive sorgten sie nun für einige Fehler, die es Krefeld ermöglichte, sich beste Chancen herauszuspielen, welche sie aber zum Glück für die Eisbären nicht nutzen konnten. Entweder schossen die Pinguine am Tor vorbei oder aber der starke Marvin Cüpper war mal wieder zur Stelle. Man hätte sich nicht beschweren können, wenn man zwei oder drei Gegentore vom KEV kassiert hätte.
Ebenso wenig hätten sich die Krefelder über viele Gegentreffer der Eisbären beschweren können, die sich gute Chancen erspielten. Immerhin eine dieser Chancen nutzten die Hausherren noch im Mitteldrittel. Mark Olver setzte klasse hinter dem Tor nach, erkämpfte sich durch einen klasse Check den Puck, spielte diesen vor das Tor, wo ihn KEV-Goalie Patrick Klein direkt vor die Kelle von Nick Petersen abwehrte. Und die Nummer Acht der Eisbären sorgte 8,8 Sekunden vor der zweiten Drittelpause für das verdiente 1:1.

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Im letzten Drittel merkte man beiden Mannschaften an, dass sie den zweiten Treffer nachlegen wollten. Aber es waren die Eisbären, die ihren zweiten Treffer zuerst erzielten. Nick Petersen behauptete die Scheibe sehr gut, wartete hinter dem Tor auf den richtigen Moment und die Lücke, um den Pass auf James Sheppard zu spielen, welcher mühelos einschießen konnte – 2:1 (49.).
Nur zwei Minuten später jubelten die Eisbären erneut, Micki DuPont hatte das vermeintliche 3:1 erzielt. Dieser Treffer wurde aber nach Ansicht des Videobeweises wegen Torraumabseits nicht gegeben. Eine für mich falsche Entscheidung, denn Torraumabseits war da kaum zu erkennen und wenn war es minimal und nicht entscheidend dafür, dass die Scheibe ins Tor ging.
Somit war es also nicht die Vorentscheidung sondern es stand weiter nur 2:1 und Krefeld war weiterhin im Spiel. Folglich spannend waren auch die Schlussminuten, in den die Eisbären auf Konter lauerten und die Pinguine immer wieder Chancen auf den Ausgleich suchten. Zwei Minuten vor dem Ende nahm KEV-Coach Rick Adduono eine Auszeit, eine Minute später seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Nur das nutzten die Hausherren zum 3:1. Sven Ziegler bediente Marcel Noebels vor dem Tor und der netzte per Rückhand 26 Sekunden vor dem Ende ins leere Tor ein. Damit blieben die drei Punkte an der Spree.

Wenn du Meister werden willst, musst du auch solche Spiele gewinnen, in denen du nicht wirklich

Foto: eisbaerlin.de/walker

deine beste Leistung abrufst. Im Auftaktdrittel neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend, Chancen waren Mangelware. Im Mitteldrittel starteten die Eisbären furios, doch nach dem Rückstand wackelte die Defensive ein ums andere Mal. Da leistete man sich einfach zu viele leichtsinnige Fehler. Man hatte aber Glück, dass Krefeld aus den Fehlern kein Kapital schlagen konnte. Vorne belohnte man sich dann kurz vor der zweiten Pause dann aber doch noch mit dem Ausgleich, welcher angesichts der eigenen Chancen auch verdient war. Und im Schlussdrittel setzte sich dann eben die Klasse der Parade-Reihe um Backman-Sheppard-Petersen durch. Somit holten die Eisbären trotz einer über 60 Minuten nicht immer guten Leistung drei Punkte. Solche Spiele hatte man in den letzten Jahren noch reihenweise verloren. Nur da waren die Eisbären eben kein Spitzenteam, in diesem Jahr sind sie wieder eins, was sich eben auch an solchen Spielen zeigt. Man kann schlecht spielen und nimmt am Ende doch die drei Punkte mit.