2:1 nach 97:54 Minuten: Yannick Veilleux entscheidet das längste Finalspiel der DEL-Geschichte

WalkersBarenNews 2023/2024 – #41:

What a Game! Die Eisbären Berlin haben das dritte Finalspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 2:1 nach der zweiten Verlängerung gewonnen und sich somit das Heimrecht in der Finalserie gesichert. Es war erneut ein hart umkämpftes und spannendes Finalspiel, welches bis zum Ende auf des Messers Schneide stand. Am Ende hatten die Eisbären die besseren Nerven und schockten Hauptrundensieger Bremerhaven mit dem Tor von Yannick Veilleux in der 98. Spielminute.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste auf den verletzten Stürmer Marcel Noebels verzichten. Ty Ronning rückte für die Nummer 92 in die Reihe mit Zach Boychuk und Leo Pföderl. Maximilian Heim nahm Ronnings Platz in der Reihe mit Manuel Wiederer und Lean Bergmann ein. Dadurch bestand die vierte Reihe heute aus Yannick Veilleux, Patrice Cormier und Eric Hördler.
Dazu rückte Eric Mik ins Line-up und verteidigte zusammen mit Morgan Ellis. Korbinian Geibel war somit als siebter Verteidiger dabei.
Der Rest blieb beim alten, somit stand also auch wieder Jake Hildebrand im Tor.

Die Ausgangslage war klar: Der Sieger dieser Partie würde mit 2:1 in der Serie in Führung gehen. Bremerhaven würde das Heimrecht behalten, während die Eisbären mit einem Sieg genau dieses klauen könnten. Und ein Spiel drei in einer Best-of-Seven-Serie ist auch immer von enorm großer Bedeutung.

Ty Ronning sorgte für die 1:0-Führung der Eisbären im ersten Drittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Ty Ronning sorgt für die Pausenführung

Das Spiel begann aus Sicht der Berliner gar nicht gut, denn nach nur 22 Sekunden musste man bereits erstmals in Unterzahl ran. Doch wenn die Eisbären in den diesjährigen Playoffs etwas können, dann ist es Unterzahl spielen. Das stellten sie hier auch zu Spielbeginn wieder unter Beweis.
Bremerhaven hatte den erwartet besseren Start, aber viel Torgefahr konnten sie nicht entfachen. Was auch an der guten Defensive der Eisbären lag, die die gefährlichen Räume vor dem Tor gut zumachten.
Die Eisbären durften dann auch erstmals in Überzahl ran, aber da taten sie sich dann doch etwas schwer. Was generell in diesem Spiel auffiel war der Fakt, dass beide Defensivreihen darauf bedacht waren, keine Fehler zu machen. Viel mehr bestimmten Zweikämpfe das Spielgeschehen.
Drei Minuten vor der ersten Drittelpause fanden dann die Eisbären aber einmal die Lücke in der Pinguins-Defensive. Ty Ronning überwand Kristers Gudlevskis und sorgte für die erste Ekstase im Gästeblock – 1:0 (17.).
Diese Führung nahmen die Berliner mit in die Kabine und hätten dorthin beinahe auch eine Zwei-Tore-Führung mitnehmen können, aber in der Schlussphase vergab man noch zwei gute Chancen.

Ließ nur einen Scheibe durch: Goalie Jake Hildebrand (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Bremerhaven gleicht aus, die Eisbären lassen die Führung mehrmals liegen

Das Mitteldrittel begann dann mit einem doppelten Powerplay der Hausherren und das sie dort gefährlich sind, weiß man auch in Berlin. Die Eisbären verteidigten das zwar sehr stark, konnten den Einschlag aber nicht verhindern. Alex Friesen war zur Stelle und schloss eine starke Kombination mit dem 1:1 ab (22.).
Spielerisch war es danach kein gut anzusehendes Spiel, aber das muss es im Finale auch nicht. Beide Mannschaften kämpften verbissen um jeden Zentimeter Eis und fuhren die Zweikämpfe konsequent zu Ende. Die Eisbären hatten im Mitteldrittel das optische Übergewicht, konnten aber aus ihren durchaus vorhandenen Chancen kein Kapital schlagen. Man hatte durchaus mehrmals das 2:1 auf dem Schläger, aber Kristers Gudlevskis bewies einmal mehr seine absolute Klasse im Tor der Gastgeber.
Die Pinguins versuchten es zum Ende des zweiten Drittels dann auch nochmal, etwas Gefährliches zu kreieren, aber auch ihnen gelang kein weiteres Tor. So ging es beim Stand von 1:1 in die zweite Drittelpause.

Auch das dritte Finalspiel zwischen Bremerhaven und den Eisbären war hart umkämpft. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Bremerhaven drückt, aber kann nicht für die Entscheidung sorgen

Auch das Schlussdrittel begannen die Eisbären in Unterzahl. Aber erneut überstand man die Unterzahl ohne Gegentor. Bremerhaven drückte in den ersten zehn Minuten des letzten Drittels ordentlich, aber die Defensive der Berliner stand weiterhin sehr kompakt und ließ selten etwas Gefährliches zu. Alles, was auf das Tor kam, war eine sichere Beute von Goalie Jake Hildebrand.
Fortan weiterhin kein schönes Eishockey, das Spiel lebte viel mehr von der Spannung. Bei jedem Angriffs stockte den Fans in der ausverkauften Eisarena Bremerhaven der Atem. Und die Eisbären hatten zum Ende hin nochmal eine brenzlige Situation zu überstehen, denn man musste erneut in Unterzahl agieren. Die erste Minute überstand man ohne Gegentor und somit ging dieses dritte Finalspiel in die Verlängerung.

Die Eisbären drücken, treffen aber nicht

Dort mussten die Eisbären weiterhin in Unterzahl ran. Nichts Neues, war ja heute in jedem Drittel so, dass man mit einem Mann weniger auf das Eis kam. Außer zu Spielbeginn, das wäre dann aber auch sehr komisch gewesen.
Die Berliner waren in der ersten Overtime die gefährlichere Mannschaft, schafften es aber nicht, den entscheidenden Treffer zu erzielen. Egal, was man auch versuchte, Bremerhaven verteidigte es immer mit enorm viel Leidenschaft und einem starken Kristers Gudlevskis weg.
Die Hausherren hatten eigentlich nur kurz vor Ende mal eine gute Phase, in der sie Druck erzeugen konnten, aber die Eisbären überstanden diese ohne Gegentor. Und somit wurde dieses Spiel in die zweite Overtime geschickt. Man hat ja auch nichts Besseres zu tun an einem Sonntagabend in Bremerhaven.

Wurde zum Helden des dritten Finalspiels: Yannick Veilleux (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Yannick Veilleux sorgt für die Entscheidung

Auch in der zweiten Verlängerung waren die Eisbären die bessere und gefährlichere Mannschaft, aber die Scheibe wollte einfach nicht über die Linie. Bremerhaven kam selten vor das Tor von Jake Hildebrand, wenn, dann wurde es aber dort auch durchaus gefährlich.
Die Zeit lief runter und als sich alle Fans schon darauf einstellten, hier auch noch eine dritte Verlängerung zu sehen, kam der Auftritt von Yannick Veilleux. Der Stürmer suchte die Lücke und fand sie in der 98. Spielminute. Besser gesagt nach 97:54 Minuten, womit dieses Spiel offiziell zum längsten Finalspiel der DEL-Geschichte wurde – 2:1!

Der Rest war Ekstase pur: Auf dem Eis und auf den Rängen, wo sich die Fans freudetrunken in den Armen lagen und den zweiten Finalsieg feierten. Playoffs können so anstrengend sein, können so an den Nerven zerren. Das Spiel war definitiv nichts für schwache Nerven. Und am Ende, sind wir mal ehrlich, hätte es auch anders ausgehen können. Denn auch wenn die Eisbären die beiden Verlängerungen doch dominierten, hätte Bremerhaven nur einen erfolgreichen Schuss gebraucht, um das Heimrecht an der Küste zu behalten. Am Ende hatten aber die Eisbären das bessere und glücklichere Ende auf ihrer Seite.
Die große Frage nun wird natürlich die sein, wie Bremerhaven diesen Nackenschlag verkraften wird. Denn nun sind die Mannen von Coach Thomas Popiesch gefordert, denn das Heimrecht ist weg und sie müssen einmal in Berlin gewinnen. Die Eisbären haben nun alle Trümpfe in der eigenen Hand.

Matchpuck! Die Eisbären gewinnen mit 3:2 gegen Straubing und sind nur noch einen Sieg vom Einzug ins DEL-Finale entfernt

WalkersBarenNews 2023/2024 – #38:

Die Eisbären Berlin sind nur noch einen Sieg vom Einzug ins DEL-Finale entfernt. Die Hauptstädter gewannen Spiel drei der Halbfinalserie gegen die Straubing Tigers knapp mit 3:2  (2:1,1:1,0:0) und führen somit mit 3:0 in der Serie gegen die Niederbayern. Ein starkes Powerplay und eine geschlossene, kämpferische Defensiv-Leistung waren am Ende die Gründe für den erneut knappen Sieg gegen die Tigers.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte dasselbe Personal zur Verfügung wie in Spiel zwei in Straubing, veränderte aber die Reihen ein wenig. Marcel Noebels und Leo Pföderl bekamen Zach Boychuk als Center. Die Reihe Tobias Eder, Blaine Byron und Freddy Tiffels wurde komplett neu zusammengestellt. Yannick Veilleux und Patrice Cormier bekamen Ty Ronning an ihre Seite. Die nominell vierte Reihe blieb erneut zusammen – Lean Bergmann, Manuel Wiederer und Eric Hördler.
Die Defensiv-Pärchen blieben gleich und auch im Tor änderte Aubin nichts – warum auch. Jake „The Wall“ Hildebrand ist einfach in einer überragenden Form, dass er einfach spielen muss.

Die Ausgangslage war klar: Straubing stand mit dem Rücken zur Wand und wollte endlich den ersten Sieg in dieser Serie einfahren. In den ersten beiden Spielen waren sie über weite Strecken zwar die bessere Mannschaft, aber die effektivere Mannschaft waren die Berliner. Diese konnten sich heute mit einem weiteren Sieg bereits die ersten Matchpucks sichern. Eine große Frage stand aber vor dem Spiel: Welche Mannschaft hatte sich schneller vom Marathonspiel am Mittwochabend erholt, als die Entscheidung erst kurz vor Mitternacht fiel?

Erneut eine starke Choreo von der Hartmut Nickel Kurve! (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Verdiente Führung der Eisbären

Verhaltener Beginn in der Hauptstadt, aber damit war zu rechnen. Das Tempo war bei weitem auch nicht so hoch wie in Spiel zwei. Aber beide Teams waren bemüht, Momentum zu kreieren und suchten den Weg in die Offensive. Die Hausherren waren zu Beginn als das aktivere Team. Wenn es gefährlich wurde, dann vor dem Straubinger Tor. Aber auch die Niederbayern gaben ihre Schüsse ab, welche Jake Hildebrand aber vor keine größeren Probleme stellte.
Knappe acht Minuten waren gespielt, da unterlief den Tigers in Person von Stephan Daschner ein Fehler, welchen er nur noch per Strafe beheben konnten. Powerplay für die Eisbären also und die Chance zur Führung. Und die ließen sich die Berliner nicht entgehen, Ty Ronning ließ die Uber Arena ein erstes Mal beben – 1:0 (10.). Florian Bugl sah bei dem Gegentreffer sehr unglücklich aus, da ihm die Scheibe durch die Beine rutschte. Pech für Straubing, Glück für die Eisbären und der perfekte Start in Spiel drei.
Die Eisbären blieben auch in der Folge die aktivere Mannschaft, aber Straubing versteckte sich auch nicht. Erneut ein munteres Spiel, in dem es hin und her ging. Die gefährlicheren Chancen gehörten den Hausherren. Und so verwunderte es nicht, dass die Berliner bei einem Konter auf 2:0 stellten. Yannick Veilleux schloss humorlos ab – 2:0 (17.).
Die Antwort der Tigers ließ aber nicht lange auf sich warten. Cole Fonstad mit dem Anschlusstreffer nur 28 Sekunden nach dem Tor der Eisbären – 2:1 (18.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die erste Drittelpause. Nach verhaltenem Start nahm die Partie dann doch wieder Fahrt auf.

Tor für die Eisbären Berlin im Spiel gegen die Straubing Tigers! (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Eisbären nach dem 3:1 zu passiv

Früh im zweiten Drittel erneutes Überzahlspiel der Eisbären und wieder klingelte es im Straubinger Tor. Freddy Tiffels mit der Vorarbeit für Marcel Noebels und prompt stand es 3:1 (22.). Die Eisbären bis hierhin mit einer 100 Prozent-Quote im Powerplay.
Und das dritte Powerplay folgte direkt danach. Gerade die Special Teams können in den Playoffs ein entscheidender Faktor sein. Die Eisbären bewiesen es im heutigen Spiel. Das dritte Powerplay blieb dann aber ungenutzt.
Straubing suchte in der Folge nach einer Antwort, aber die Berliner Defensive stand ein weiteres Mal sehr kompakt und ließ kaum etwas der Tigers zu. Die Bemühungen der Mannschaft von Tom Pokel waren da, aber die Eisbären bis hierhin mit einem sehr souveränen und abgezockten Auftritt.
Nach dem Powerbreak bot sich den Niederbayern die Chance, in Überzahl erneut den Anschlusstreffer zu erzielen. Die Tigers konnten sich auch im Angriffsdrittel festsetzen, aber es fehlte das nötige Glück im Abschluss. Entweder stand Jake Hildebrand im Weg oder aber die Schüsse gingen am Tor vorbei.
Knapp sieben Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels zog Adrian Klein einfach mal von der rechten Seite ab und überraschte damit Jake Hildebrand in der langen Ecke – 3:2 (34.). So ein wenig hatte sich der Treffer in dieser Phase angedeutet, da die Eisbären zu passiv wirkten und Straubing immer aktiver wurde.
Und in der Schlussphase das nächste Powerplay für die Gäste aus Niederbayern, aus dem sogar ein doppeltes Überzahlspiel wurde für satte 81 Sekunden. Die XXL-Chance zum Ausgleich für Straubing. Die Tigers machten gehörig Druck und drängten auf den Ausgleich, aber die Eisbären verteidigten mit allem was sie hatten. Straubing wurde gefährlich, aber dank einer geschlossenen und vor allem kämpferischen Leistung überstand man diese brenzlige Situation ohne Gegentor. Die Stimmung in der Arena am Ostbahnhof danach sensationell, man hatte das Gefühl, das Dach hebt gleich ab. Gänsehaut-Atmosphäre in Berlin! Mit einer knappen 3:2-Führung ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Auch in Spiel drei war es eine hart umkämpfte Partie zwischen den Eisbären und Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären zittern sich zum Sieg

Zum 30. Mal gingen die Eisbären mit einer Führung ins letzte Drittel und gewannen bisher alle Spiele. Diese Serie durfte heute gerne so weitergehen.
Straubing war nun gefordert, während die Eisbären erst einmal abwarten konnten. So gestalteten sich die ersten Minuten des letzten Drittels auch ereignislos. Straubing war zwar bemüht, fand aber kein Mittel gegen die kompakte Berliner Defensive. Die Eisbären taten zunächst nicht mehr als nötig.
Nach rund sieben Minuten bekamen die Eisbären dann das nächste Powerplay und da hatte es ja heute schon zweimal geklingelt. Bisher der Unterschied in dieser Partie. Die Hausherren fanden in ihre Formation und ließen die Scheibe gut laufen, Straubing machte aber die Räume sehr eng und ließ den Eisbären so kaum Platz, um etwas Gefährliches zu kreieren. Nur einmal fand ein Schuss den Weg Richtung Tor, doch der landete am Ende nur am Aluminium.
Seit dem Powerplay waren die Hausherren wieder die aktivere Mannschaft, während von Straubing kaum noch etwas nach vorne kam. War der Tank nun doch leer bei den Tigers nach der kräftezehrenden Viertelfinalserie gegen Schwenningen und den ersten zwei hart umkämpften Halbfinalspielen gegen Berlin? Es schien fast so.
Die Zeit lief für die Eisbären und gegen Straubing, aber deren Moral hatte man ja bereits am Mittwochabend gesehen, als sie ebenfalls nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch einmal zurück in die Partie kamen. Und in den letzten fünf Minuten investierte Straubing auch wieder mehr in die Offensive. Wahrscheinlich hatte man sich die Kraft für die Schlussphase aufgehoben, um dann nochmal mit voller Kraft anzugreifen.
In den letzten zwei Minuten bot sich den Niederbayern die XXL-Chance zum Ausgleich. Die Eisbären kassierten eine Strafzeit, Straubings Trainer Tom Pokel zog sofort seinen Goalie vom Eis und nahm seine Auszeit. Die Tigers fortan mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Eine größere Chance würde Straubing hier nicht bekommen. Aber die Eisbären verteidigten es erneut mit enorm großer Leidenschaft und einem starken Jake Hildebrand weg. Somit retteten die Eisbären das 3:2 über die Zeit und sicherten sich drei Matchpucks! Great Job, Eisbären!

3:2-Sieg gegen Mannheim: 40 starke Minuten sorgen für den zweiten Sieg in der Viertelfinalserie gegen den Erzrivalen

WalkersBarenNews 2023/2024 – #34:

Die Eisbären Berlin haben den zweiten Sieg in der Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim eingefahren und damit erstmals die Führung übernommen. Am Ende setzte man sich knapp aber verdient mit 3:2 (2:0,1:0,0:2) gegen die Adler durch. Erneut war es eine hart umkämpfte Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Die Eisbären legten aber dank starker 40 Minuten den Grundstein für den zweiten Sieg in der Serie und fahren nun mit der Serienführung im Rücken in die Kurpfalz. Dort will man sich dann den Matchpuck sichern.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte das selbe Personal zur Verfügung wie beim Sieg in Mannheim am Mittwochabend. Im Tor stand erneut Jake Hildebrand. Auch die Verteidiger-Pärchen blieben allesamt gleich. Aber in der Offensive rotierte Aubin genauso wie er es am Mittwochabend in Mannheim während des Spiels getan hatte. So bekamen Marcel Noebels und Leo Pföderl Blaine Byron als Center der ersten Reihe. Zach Boychuk rotierte aus dieser Reihe raus und war nun der Center der zweiten Reihe zwischen Jaedon Descheneau und Frederik Tiffels. Ty Ronning, der in Mannheim noch zusammen mit Blaine Byron und Freddy Tiffels stürmte, bildete heute die dritte Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Lean Bergmann. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Tobias Eder, Yannick Veilleux und Eric Hördler.

Die Voraussetzungen waren klar: Der Sieger dieses Spiels würde die Serienführung übernehmen. Für die Eisbären wäre es die erstmalige in dieser Viertelfinalserie, Mannheim hingegen würde zum zweiten Mal in Führung gehen und hätte dann die Chance, am Sonntag vor den eigenen Fans den Matchpuck zu holen. Spannung war also garantiert in der Uber Arena.

Dreimal durften die Eisbären über Tore jubeln und am Ende dann auch noch über die 2:1-Serienführung gegen Mannheim. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Starker Auftakt für die Eisbären

Und die Partie war keine fünf Sekunden alt, da kassierten die Adler bereits die erste Strafzeit der Partie. Tom Kühnhackl musste in die Kühlbox und ermöglichte den Eisbären somit das sehr frühe erste Powerplay. Die Eisbären konnten diese Chance aber nicht nutzen, weil die Mannheimer ein sehr gutes Unterzahlspiel zeigten und die Passwege gut zu stellten.
Auch Mannheim bekam in der Folge sein Powerplay in der Anfangsphase, aber auch das Penalty Killing der Berliner lieferte ganz stark ab.
Was im ersten Drittel bereits auffiel war der Fakt, dass es erwartungsgemäß nach Abpfiff immer sehr nicklig zur Sache ging. Was aber spätestens seit Spiel zwei in Mannheim niemanden überraschen durfte. Die Eisbären behielten aber einen kühlen Kopf. Nicht so selbstverständlich, schließlich war man doch die Mannschaft mit den meisten Strafminuten der Hauptrunde.
Neun Minuten dauerte es, bis es zur ersten dicken Chance kam. Und diese gab es gleich auf beiden Seiten. Zunächst war es Ryan MacInnis gewesen, welcher nur den Pfosten traf. Und direkt im Gegenzug fuhren die Eisbären den Konter, Eric Hördler mit dem Auge für Yannick Veilleux, welcher Arno Tiefensee aussteigen ließ und zum 1:0 für die Eisbären traf (9.).
Mannheim versteckte sich hier aber nicht und kam auch immer wieder zu gefährlichen Aktionen im Offensivdrittel. Doch egal, was die Adler auch versuchten, Jake Hildebrand war immer wieder zur Stelle. Da auch die Eisbären immer wieder gefährliche Angriffe fuhren, entwickelte sich ein sehr munteres und abwechslungsreiches Spiel.
Als die Berliner erneut in Überzahl waren, schlugen sie eiskalt zu. Die Scheibe lief sehr gut, die Eisbären spielten das mit viel Ruhe und am Ende kam Kai Wissmann an die Scheibe. Der Kapitän guckte kurz und hämmerte das Spielgerät anschließend ins Netz – 2:0 (14.).
Kein Vergleich zu den ersten beiden Spielen, in denen die Berliner jeweils früh mit 0:2 hinten gelegen haben. Heute war das ein komplett anderer Auftritt, der sich im Spielstand widerspiegelte. Vor allem war man immer sehr nah am Mann, stellte immer wieder die Passwege gut zu und hatte generell eine sehr gute Raumaufteilung.
Mannheim hatte dann nochmal die Chance in Überzahl, aber auch hier die Eisbären mit einem ganz starken Unterzahlspiel. Somit blieb es bei der verdienten 2:0-Pausenführung nach dem ersten Drittel.

Durfte vorzeitig duschen gehen nach einer Spieldauer: Korbinian Holzer (Rechts/Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Spieldauer für Korbinian Holzer

Das Mitteldrittel begann dann etwas verhalten. Beide Mannschaften hatten zu Beginn noch nicht den Schwung aus Drittel eins in ihrem Spiel. Das änderte sich aber mit der ersten Chance, welche Freddy Tiffels hatte. Der Stürmer hatte sich klasse durch getankt und kam zum Abschluss, doch Arno Tiefensee war zur Stelle.
Für Korbinian Holzer war die Partie nach nicht einmal 24 Minuten beendet. Er durfte wegen eines Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich vorzeitig duschen gehen. Da auch Yannick Veilleux für zwei Minuten auf die Strafbank musste, hieß es zunächst 4-4 für zwei Minuten, ehe die Eisbären für drei Minuten einen Mann mehr auf dem Eis hatten. Bei 4-4 war Daniel Fischbuch dem Anschlusstreffer sehr nahe, aber erneut rettete das Aluminium für Jake Hildebrand. In Überzahl hatte dann aber auch Arno Tiefensee mal Glück, als Tobias Eder am Pfosten scheiterte. Doch nur wenige Augenblicke später schlug es dann doch hinter Tiefensee ein. Einen Schuss von Kai Wissmann konnte der Mannheimer Goalie nur prallen lassen, Blaine Byron war zur Stelle und staubte eiskalt zum 3:0 ab (28.).
Die Eisbären zeigten sich komplett verwandelt im Vergleich zu Spiel eins in Berlin. Nicht nur die Chancen, die sie kreierten und auch nutzten, waren hervorzuheben. Das gesamte Spiel der Eisbären war in sich schlüssig. Der puckführende Mannheimer Spieler wurde in der Regel immer von ein bis zwei Eisbären-Spielern früh unter Druck gesetzt, was es Mannheim schwer machte, in einen geordneten Spielaufbau zu kommen. Die Eisbären waren also immer sehr nahe dran am Gegner, genau das, was man am Sonntag noch vermissen ließ.
Dennoch war es klar, dass Mannheim so viel Qualität besitzt und auch zu Chancen kommen wird. Und in einem sehr guten Wechsel hatten die Adler richtig dicke Chancen, aber immer wieder war Jake Hildebrand zur Stelle. „Die Wand“ verhinderte mehrfach den Anschlusstreffer. So führten die Eisbären nach 40 Minuten mit 3:0. Und trotzdem war die Messe hier noch lange nicht gelesen, denn Mannheim würde in den letzten 20 Minuten nochmal kommen, das war allen klar.

Endstation Jake Hildebrand. Der Berliner Goalie avancierte am Ende zum Matchwinner in Spiel drei. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Am Ende wurde es noch einmal spannend

Und Mannheim hatte früh im Schlussdrittel ein Powerplay, in dem sie auch zuschlagen konnten. Ausgerechnet Leon Gawanke war es, welcher Jake Hildebrand zum ersten Mal an diesem Abend überwinden konnte – 3:1 (43.).
17 Minuten waren noch zu spielen, genug Zeit also für Mannheim, das Spiel noch zu drehen. Die Eisbären waren zwar bemüht, eine Antwort zu geben, aber die Mannheimer Defensive gab wenig ab im Schlussdrittel. Das Spiel verlagerte sich in der Folge immer mehr Richtung Berliner Tor. Jake Hildebrand rückte immer mehr in den Mittelpunkt des Geschehens und trotzdem blieb er stets ruhig in seinen Aktionen. Wer es auch versuchte, er fand seinen Meister in „Die Wand“. Ob Daniel Fischbuch oder Matthias Plachta. Jake war immer zur Stelle.
Mannheim erhöhte nochmal die Schlagzahl, aber die Defensive der Eisbären verteidigte mit sehr viel Leidenschaft und Hingabe. Da wurden Schüsse in Hülle und Fülle geblockt und somit blaue Flecken in Kauf genommen. Aber in den Playoffs sind Schmerzen egal.
Sieben Minuten waren noch auf der Uhr, als die Eisbären noch einmal eine Strafzeit kassierten. Und erneut schlug Mannheim Kapital daraus. Ryan MacInnis verkürzte auf 3:2 (53.). Und noch waren rund sieben Minuten zu spielen.
Die Spannung war zurück in Spiel drei und Mannheim versuchte noch einmal alles. Auszeit und Goalie raus. Sie gaben alles, aber die Eisbären verteidigten das sehr leidenschaftlich zu Ende. Am Ende durften die Berliner sogar zweimal über den Sieg jubeln, denn die beiden Hauptschiedsrichter wollten noch einmal 0,9 Sekunden spielen lassen. Und so kam es zu einem sehr kuriosen Bully, in dem die vier verteidigenden Spieler nahezu vor dem Tor parkten, während die sechs Adler-Spieler fast alle auf einer Linie standen. Brachte am Ende nur nichts, denn die Eisbären brachten das knappe 3:2 über die Zeit und führen somit mit 2:1 in der Serie.

6:3-Sieg am Oberwiesenfeld: Die Eisbären gewinnen auch das vierte Hauptrundenspiel gegen München!

WalkersBarenNews 2023/2024 – #31:

Die Eisbären Berlin haben ihr Bayern-Wochenende mit einem Sieg beendet. Beim amtierenden Deutschen Meister Red Bull München setzte sich der DEL-Rekordmeister am Ende verdient mit 6:3 (2:0,2:1,2:2) durch und feierte damit im vierten Hauptrundenspiel gegen München den vierten Sieg. Was für eine Ansage der Eisbären! Der Sieg war heute zu keiner Zeit gefährdet und die Berliner zeigten, dass man in den Playoffs nicht gerne gegen sie spielen will. Denn das heute war schon eine Playoff-taugliche Leistung der Hauptstädter.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute kurzfristig auf Marcel Noebels verzichten. Dadurch musste Aubin natürlich seine Reihen ändern. Marco Nowak, am Freitag in Straubing noch siebter Verteidiger, nahm den Platz neben Julian Melchiori in der Defensive ein. Dafür rückte Allrounder Eric Mik mal wieder in die Offensive und bildete dort zusammen mit Maximilian Heim und Eric Hördler die vierte Reihe.
Manuel Wiederer nahm den Platz von Noebels zwischen Zach Boychuk und Leo Pföderl ein. Die zweite Reihe bestand aus Freddy Tiffels, Blaine Byron und Jaedon Descheneau. Und in der dritten Reihe stürmten Yannick Veilleux, Patrice Cormier und Tobias Eder.
Im Tor stand heute Jake Hildebrand, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Die Ausgangslage vor dem Spiel sprach klar für die Eisbären, welche die ersten drei Hauptrundenduelle gegen München gewonnen hatten. Für die Gastgeber ging es aber heute noch um wichtige Punkte im Kampf um das Heimrecht im Viertelfinale. Für die Eisbären ging es derweil aber auch um wichtige Punkte und zwar im Kampf um Platz eins. Wer holte sich die wichtigen drei Punkte in diesem Prestige-Duell?

Ganze vier Alleingänge in Unterzahl ließen die Eisbären ungenutzt. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Drei Alleingänge der Eisbären in Unterzahl

Hinein ins Spiel, in dem zu Beginn gleich einmal die Special Teams gefragt waren. Während München sein Powerplay nicht nutzen konnte, schlugen die Eisbären eiskalt zu. Freddy Tiffels hatte einen Schuss von Jonas Müller unhaltbar für Mathias Niederberger im Münchner Tor abgefälscht und eine starke Anfangsphase der Berliner mit der frühen Führung gekrönt – 1:0 (5.).
Die Eisbären hatten im Vergleich zum Straubing-Spiel die Anfangsphase nicht verschlafen sondern waren vom ersten Bully weg hoch konzentriert. Zwar passte das mit der Disziplin heute noch nicht so, aber wenn man so ein bärenstarkes Unterzahl spielt wie die Eisbären, dann sieht man darüber auch mal hinweg. In Unterzahl hatten die Berliner nämlich gleich drei (!) Alleingänge, doch weder Manuel Wiederer noch Tobias Eder und Patrice Cormier konnten diese hochkarätigen Chancen nutzen. Unfassbar, wie aggressiv die Eisbären spielten, München dadurch zu Fehler zwangen und sich Top-Chancen erspielten – auch in Unterzahl!
Die Partie hatte hier definitiv Playoff-Charakter, was man auch an den Nickligkeiten zwischen beiden Mannschaften spürte. Die Atmosphäre wurde dann noch mehr aufgeheizt, als München in knapp zwei Minuten drei Strafzeiten kassierte. Den Eisbären war das aber egal, sie behielten einen kühlen Kopf und trafen in Überzahl zum 2:0. Zunächst traf Zach Boychuk nur die Latte, wenig später zielte Kapitän Kai Wissmann ganz genau (19.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die erste Pause, in welche die Berliner mit stehenden Ovationen ihrer eigenen Fans verabschiedet wurden. Was für eine starke Leistung in den ersten 20 Minuten!

Vorgeschmack auf die Playoffs, wo es auch sehr intensiv und ruppig zur Sache gehen wird. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

München hofft nur kurz

Die Hausherren hatten aber nicht vor, dieses Spiel hier bereits abzuschenken und kamen dementsprechend hoch motiviert aus der Kabine. Die Eisbären wussten sich zu Drittelbeginn nur mit Strafen zu helfen, was München ein doppeltes Powerplay ermöglichte. Und so eine Chance lässt sich der Deutsche Meister natürlich nicht entgehen. Chris DeSousa hauchte den Hausherren wieder Leben ein – 2:1 (25.).
München nun natürlich mit Rückenwind und nur 20 Sekunden später hatte Trevor Parkes die dicke Chance zum Ausgleich, aber Jake Hildebrand packte mal wieder einen sensationellen Save aus. Die Hoffnung der Münchner wurde dann wenig später schnell wieder gedämpft. Und zwar mit einem sehr kuriosen Tor von Freddy Tiffels, der die Scheibe von hinter dem Tor einfach mal aufs Tor brachte und auf einmal lag der Puck im Tor. Die ganze Szene war aus dem Gästeblock erst gar nicht richtig zu sehen, so wirklich jubeln tat auch kein Spieler. Aber nach Ansicht des Videobeweises wurde auf Tor entschieden – 3:1 (28.).
Der ehemalige Eisbären-Goalie durfte sich danach natürlich die Häme der Eisbären-Fans anhören, die ihn mit „Niederberger, Niederberger hey hey„-Sprechchören feierten.
Danach ein Spiel, welches hin und her wog. München inzwischen besser drin und auch gefährlich, aber sie bekamen in ihrem eigenen Powerplay heute die Berliner Alleingänge nicht in den Griff. Diesmal war wieder Manuel Wieder auf und davon, aber erneut scheiterte er an Niederberger. Sehr zur Verzweiflung der Berliner Fans.
Doch im Powerplay kurz vor der zweiten Drittelpause sorgten die Eisbären wieder für Jubel im Gästeblock. Kai Wissmann mit dem Auge für Tobias Eder und der erhöhte in München auf 4:1 (39.). Die Eisbären führten somit nach 40 Minuten mit drei Toren und ließen die Hausherren nur kurz hoffen. Mit so einer Leistung in den Playoffs hat es jedes Team gegen die Berliner sehr schwer – auch der aktuelle Tabellenführer Bremerhaven, deren Leistung man aber einfach auch mal anerkennen muss. Die spielen einfach eine überragende Saison!

Grandioser Support der Eisbären-Fans in München! (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären machen das halbe Dutzend voll

Aber zurück zu diesem Spiel, denn Bremerhaven kommt erst Freitag in die Hauptstadt. Und hier waren die drei Punkte noch nicht final eingetütet. Aber relativ früh im Schlussdrittel sorgten die Eisbären für Party-Stimmung bei den eigenen Fans. Die Berliner mit einem blitzsauberen Angriff, an deren Ende Yannick Veilleux auf 5:1 stellte (45.). Wow, was für eine Machtdemonstration der Eisbären!
Die heimischen Fans waren mit dem Auftritt ihrer Mannschaft überhaupt nicht zufrieden und zeigten gleich zweimal in dieser Partie ein Spruchband mit der Aufschrift „Wehrt Euch„. Da scheint einiges nicht so gut zu laufen in München, was man auch nach dem Spiel in Gesprächen mit Münchner Fans hörte. Da rechnet man bereits mit einem schnellen Playoff-Aus im Viertelfinale.
Ans Aufgeben dachte München aber noch lange nicht und rund neun Minuten vor dem Ende des Spiels verkürzte Patrick Hager in Überzahl auf 2:5 (51.). Ging hier doch noch etwas für München? Nein! Denn die Eisbären spielten das ziemlich abgezockt zu Ende, auch in Unterzahl. Und als München den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers zog, war es Julian Melchiori, welcher das halbe Dutzend voll machte – 6:2 (58.). Austin Ortega versuchte noch zu retten, ging aber nach hinten los. Störte uns aber nicht wirklich. Denn im Gästeblock war längst Party angesagt und nach dem sechsten Treffer sangen wir „Reißt die Hütte ab„. Braucht ja auch keiner mehr das Stadion, zieht München doch nach der Saison in den SAP Garden.
Aber die Eisbären „gönnten“ München noch das letzte Tor des Spiels. Trevor Parkes mit dem Schlusspunkt zum 6:3 aus Eisbären-Sicht. Die Berliner gaben somit die richtige Antwort auf das Straubing-Spiel und haben den Beweis abgeliefert, dass sie bereit sind für den ultimativen Showdown am Freitagabend. Dann kommt Bremerhaven zum Endspiel um Platz eins. Besser hätten es die Spielplangestalter nicht machen können. Kommt alle am Freitag in die Arena und unterstützt die Eisbären im ersten Endspiel der Saison.

Noch eine kleine Anmerkung: Freitag hatte ich die Verhältnisse in Straubing kritisiert und dafür über verschiedene Wege auch Zustimmung erhalten. Heute muss ich aber sagen, dass das Gastspiel in München total entspannt war. Auch vor dem Stadion schon, als man sich gemütlich mit Münchner-Fans unterhalten konnte. Die üblichen Gesänge gegeneinander während des Spiels gehören einfach dazu, aber auch nach dem Spiel hat man auf dem Heimweg sachlich das Spiel analysiert. So sollte Eishockey sein. Auch die Ordner und die Polizei waren hier deutlich entspannter als in Straubing. Schaut mal rüber nach München, liebe Straubinger, so geht Gastfreundschaft!

3:2 gegen Mannheim: Freddy Tiffels schießt die Eisbären zum Heimsieg gegen den Erzrivalen

WalkersBarenNews 2023/2024 – #26:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen die Adler Mannheim mit 3:2 (1:0,1:2,1:0) gewonnen und die Tabellenführung damit verteidigt. Am Ende musste man nochmal ordentlich um die drei Punkte zittern, aber die Berliner brachten das knappe 3:2 über die Zeit.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Team nur minimal im Vergleich zum Sieg in Düsseldorf. Jake Hildebrand kehrte zurück ins Tor, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz. Marco Nowak rückte für Michael Bartuli in den Kader und war als siebter Verteidiger dabei. Clemens Sager rückte dafür in die nominell vierte Reihe mit Maximilian Heim und Eric Hördler.

Es war mal wieder Zeit für den ewig jungen DEL-Klassiker zwischen Berlin und Mannheim. Die Kurpfälzer hatten in dieser Hauptrunde bisher zwei der drei Duelle gewonnen, darunter auch das erste Duell hier in der Hauptstadt. Für beide Teams ging es um wichtige Punkte. Für Mannheim im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation und für die Eisbären im Kampf um die Tabellenführung. Wer sollte sich heute im Duell der Erzrivalen durchsetzen?

Kassierte nach nur 22 Sekunden das 0:1: Felix Brückmann (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

1:0 nach 22 Sekunden

Traumstart für die Eisbären. Ganze 22 Sekunden waren erst gespielt, da klingelte es bereits im Tor von Felix Brückmann. Die Eisbären eroberten klasse die Scheibe, Yannick Veilleux spielte sie in den Slot, wo Lean Bergmann nicht lange fackelte – 1:0. Ausgerechnet Bergmann werden sie in Mannheim sagen…
Vom ersten Bully weg war sehr viel Intensität im Spiel. Kein Wunder, wenn diese beiden Mannschaften aufeinander treffen. Mannheim versteckte sich hier aber keinesfalls und wirkte vom frühen Gegentor auch nicht geschockt. Die Adler setzten auch ihre Akzente vor dem Berliner Tor und die waren nicht ungefährlich.
Insgesamt eine sehr schön anzuschauende Partie, in der es munter hin und her ging. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten in der Offensive schnell den Abschluss. Was die Defensivreihen aber nicht immer zuließen.
Was in diesem ersten Drittel auch auffiel? Es gab keine größeren Unterbrechungen. Was dem Spiel natürlich nur guttun konnte.
In der Schlussphase bot sich den Gästen aus der Kurpfalz die Chance zum Ausgleich, denn sie bekamen das erste Powerplay. In dieser Disziplin sind die Mannheimer jedoch die zweitschlechteste Mannschaft in der Liga, was sie hier auch unter Beweis stellten. Die Berliner überstanden die erste Unterzahl ohne größere Probleme. So nahmen die Hauptstädter die 1:0-Führung mit in die Kabine.

Jubel über das 2:1 von Yannick Veilleux. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Munterer Schlagabtausch im Mitteldrittel

Früh im Mitteldrittel bot sich den Eisbären die Chance in Überzahl nachzulegen, aber das gelang leider nicht, da man nicht für viel Torgefahr sorgen konnte. Fortan war es weiterhin eine hart umkämpfte Partie, in der es zwar hin und her ging, aber Torchancen waren Mangelware.
In der 27. Minute klingelte es dann aber zweimal am Pfosten. Zunächst hatte Freddy Tiffels ein Zuspiel von Tobias Eder an den Pfosten gesetzt. Die Scheibe ging anschließend an den Rücken von Felix Brückmann und von dort trudelte sie Richtung Torlinie. Yannick Veilleux setzte nach und traf auch den Pfosten. Und nur wenig später war es Lean Bergmann, der in Felix Brückmann seinen Meister fand. Was für ein Save vom Adler-Goalie, Wow!
Die Eisbären ließen also das zweite Tor liegen und fingen sich in Unterzahl dem Ausgleich. Mannheim nutzte mal ein Powerplay, Ryan MacInnis mit dem 1:1 (30.). Wer seine Chancen vorne nicht nutzt, wird eben hinten bestraft…
Mannheim wirkte danach aktiver und störte die Eisbären immer wieder früh im Spielaufbau. Diese hatten in dieser Phase damit durchaus Probleme.
Aber als die Berliner mal wieder vor das Tor kamen, arbeiteten sie die Scheibe hinein. Yannick Veilleux scheiterte mit dem ersten Versuch noch an Brückmann, setzte aber direkt erfolgreich nach – 2:1 (32.). Der Assist kam u.a. von Lean Bergmann, der sich heute anscheinend enorm viel vorgenommen hatte.
Doch Mannheim spielte weiter nach vorne und bekam viel zu viel Platz vor dem Berliner Tor. Die Zuordnung stimmte überhaupt nicht, was John Gilmour bestrafte – 2:2 (33.).
Die Eisbären aber kurz darauf wieder mit einem Mann mehr auf dem Eis. Doch diese Chance ließ man ungenutzt und konnte auch nicht wirklich für Gefahr sorgen.
Die Partie hatte inzwischen richtig Fahrt aufgenommen und Mannheim war der erwartet unbequeme Gegner. Beiden Teams unterliefen aber auch immer wieder Fehler, was die Gegner zu Chancen einlud. Mit dem Stand von 2:2 ging es aber erst einmal in die Kabinen. Noch war alles drin in diesem DEL-Klassiker.

Erlösender Jubel nach dem Treffer zum 3:2 durch Freddy Tiffels (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Freddy Tiffels erlöst die Eisbären

Die Eisbären machten zu Beginn des Schlussdrittels deutlich, dass sie hier das Spiel gewinnen wollten. Doch noch war Felix Brückmann nicht zu überwinden. Bis zur 48. Spielminute. Da fuhren die Eisbären mal einen Angriff mustergültig zu Ende. Über Tobi Eder und Blaine Byron kam die Scheibe in den Slot, wo Freddy Tiffels die Scheibe geradezu ins Tor hämmerte – 3:2. So einfach und schön kann Eishockey sein. Die Scheibe lief wie am Schnürchen und Tiffels vergoldete diesen Angriff. Einfach nur stark gespielt!
Von Mannheim war im Schlussdrittel nicht mehr so viel zu sehen wie noch im Mitteldrittel. Die Eisbären hielten die Adler gut vom eigenen Tor fern. Jedenfalls ließ man nicht mehr so viel zu wie im Drittel zuvor. Dennoch war natürlich Vorsicht geboten angesichts des Spielstandes. Denn ein Fehler und ein gelungener Angriff würde Mannheim ja zum Ausgleich genügen. Und die Eisbären sorgten selbst auch nicht für Ruhe, weil man seine Chancen ungenutzt ließ.
Mannheim sorgte in der Schlussphase dann wieder für deutlich mehr Gefahr vor dem Berliner Tor, wo es zwischenzeitlich lichterloh brannte. Die Eisbären gerieten hier gehörig unter Druck, doch noch hielt man diesem Stand.
Mannheim riskierte alles und nahm Goalie Felix Brückmann zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und Mannheim spielte auch nochmal mit viel Druck und wollte den Ausgleich erzielen, aber Jake Hildebrand ließ keine Scheibe mehr durch. Somit gewannen die Eisbären den ewigen DEL-Klassiker am Ende mit 3:2.

5:2 nach 0:2 in Frankfurt! Die Eisbären feiern den elften Auswärtssieg in Folge

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Löwen Frankfurt verdient mit 5:2 (0:2,3:0,2:0) gewonnen. Dabei bewiesen die Berliner einmal mehr Moral, denn man drehte am Ende einen 0:2-Rückstand nach dem ersten Drittel noch in einen Sieg und feierte damit am Ende den elften Auswärtssieg in Serie.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte nichts an seinem Team und vertraute dem selben Personal und den selben Reihen wie beim Heimsieg gegen Wolfsburg vor zwei Tagen. Somit stand heute auch wieder der ehemaliger Frankfurter Jake Hildebrand im Tor.

Beide Teams trafen zum dritten Mal in dieser Saison aufeinander. Bisher gewannen stets die Berliner. In Frankfurt setzte man sich mit 5:2 durch, in Berlin mit 3:1. Diese Serie wollten die Hauptstädter heute natürlich fortsetzen. Aber auch eine andere Serie, denn es winkte der elfte Auswärtssieg in Serie. Gingen beide Serien weiter oder endeten sie heute in der Eissporthalle Frankfurt?

Schockte die Eisbären mit dem frühen 1:0 – Maksim Matushkin (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Frankfurt geht mit dem ersten Angriff in Führung

Druckvoller Beginn der Berliner, die alle Scheiben Richtung Tor von Marvin Cüpper brachten. Die Hessen konnten sich nur selten mal aus dem eigenen Drittel befreien.
Doch mit dem ersten gelungenen Angriff schlugen die Löwen zu. Maksim Matushkin sorgte mit seinem 14. Saisontreffer (als Verteidiger!) für die überraschende Frankfurter Führung – 0:1 (6.).
Kurz darauf durfte das zweitbeste Powerplay der Liga ran. Die Eisbären mit der ersten Strafzeit und Frankfurt somit in Überzahl. Die Scheibe lief zwar gut, aber die Berliner überstanden die erste Unterzahl ohne größere Probleme.
Danach eine etwas hektische Partie. Beide Teams bekamen nicht so richtig Ruhe ins Spiel. Frankfurt hatte in dieser Phase zweimal die große Chance auf das 2:0, aber zweimal scheiterte Eugen Alanov an Jake Hildebrand.
Der Führungstreffer der Hessen hatte den Berlinern etwas den Schwung genommen. Fortan waren die Hessen definitiv besser drin im Spiel und hatten vorne auch ihre Möglichkeiten. Die Berliner waren mehr in der eigenen Defensive beschäftigt als ihnen lieb war.
Zum Ende des ersten Drittels hatten die Eisbären dann aber auch nochmal dicke Möglichkeiten für den Ausgleich, aber der wollte nicht fallen. Dafür fiel auf der Gegenseite das 0:2 durch Nathan Burns. Den ersten Schuss von Ville Lajunen konnte Hildebrand nicht festhalten und Burns verwertete den Abpraller (19.). So ging es anschließend in die erste Drittelpause. Die Eisbären standen vor einer extrem schweren Aufgabe in den folgenden 40 Minuten.

Brachte die Eisbären erstmals in Führung: Tobias Eder (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären drehen mit zwei Shorthandern das Spiel

Im Mitteldrittel bot sich den Berlinern aber die dicke Chance in Überzahl, den Anschlusstreffer zu erzielen. Aber die Eisbären spielten das mal wieder zu kompliziert. Frankfurt stand aber auch sehr kompakt vor dem eigenen Tor und machte die Räume eng.
Doch die Eisbären blieben dran, waren weiterhin bemüht und belohnten sich dann doch für den Aufwand. Patrice Cormier hatte abgezogen, Marvin Cüpper ließ die Scheibe nur prallen und Allrounder Eric Mik staubte erfolgreich ab – 1:2 (27.).
Beide Teams schenkten sich in der Folge nichts. Frankfurt wollte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellen, während die Eisbären weiterhin munter offensiv ausgerichtet und auf der Suche nach dem Ausgleich waren.
Die Aufholjagd wurde aber jäh gestoppt, als Ty Ronning wegen eines Cross-Checks eine Spieldauer kassierte und Frankfurt somit die Möglichkeit gab, fünf Minuten lang in Überzahl zu agieren. Und die Löwen mit richtig guten Chancen, aber Jake Hildebrand baute „die Wand“ wieder auf und brachte seine ehemaligen Kollegen so zur Verzweiflung.
Als die Eisbären ein weiteres Mal in Unterzahl waren, schlugen die Eisbären eiskalt zu. Manuel Wiederer erkämpfte die Scheibe und fuhr den Angriff. Vor dem Tor hatte er das Auge für Yannick Veilleux, welche das 2:2 erzielte (39.).
In der selben Unterzahl legten die Eisbären direkt das 3:2 nach. Frankfurt bekam die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Marcel Noebels legte sie in den Slot, wo Tobias Eder aus der Drehung erfolgreich abschloss – 3:2, nur 49 Sekunden später. Das Kuriose: Eder wollte eigentlich zum wechseln fahren, dann kam die Scheibe und er hämmerte sie einfach humorlos ins Netz.
Was für eine Moral der Eisbären und was für ein Ende im zweiten Drittel. Was für ein Spiel in Frankfurt, welches die Berliner mit zwei Shorthandern gedreht hatten.

Sorgte früh im Schlussdrittel für die Vorentscheidung und setzte am Ende auch den Schlusspunkt: Zach Boychuk (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Zach Boychuk beseitigt die letzten Zweifel

Nun waren die Gastgeber wieder gefordert, wollten sie etwas Zählbares in Frankfurt behalten. Doch der Weg wurde noch weiter. Konter der Eisbären über Zach Boychuk, welcher trocken abzog und Marvin Cüpper eiskalt tunnelte – 4:2 (45.).
Der elfte Auswärtssieg in Folge (!) rückte so immer näher. Zumal man defensiv wieder sehr kompakt stand und kaum mehr etwas von Frankfurt zuließ. Das war schon wieder sehr abgezockt, was die Eisbären inzwischen hier zeigten.
Frankfurt blieb weiterhin sehr bemüht, aber die Eisbären ließen die Angriffe der Hessen nach wie vor abprallen. Und so lief die Zeit gegen die Löwen. Die starteten dann aber doch noch mal eine Schlussoffensive und nahmen rund drei Minuten vor dem Ende Goalie Marvin Cüpper zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Das nutzten die Berliner durch Zach Boychuk zur endgültigen Entscheidung – 5:2 (58.). Damit war am Ende auch der elfte Auswärtssieg in Serie perfekt. Was für eine unglaubliche Serie auf fremden Eis!

1:3 gegen Mannheim: Die Eisbären verlieren gegen den Erzrivalen

WalkersBarenNews 2023/2024 – #15:

Die Eisbären Berlin haben den DEL-Klassiker gegen die Adler Mannheim am Ende verdient mit 1:3 (0:0,1:1,0:2) verloren. Dadurch endete nicht nur die Siegesserie der Berliner sondern man verlor auch die Tabellenführung. Ein gebrauchter Nachmittag für den Hauptstadtclub.

Eisbären-Trainer Serge Aubin nahm nur eine Änderung im Vergleich zum Spiel am Freitagabend in Iserlohn vor. Rayan Bettahar rotierte wieder raus aus dem Kader, dafür kehrte Michael Bartuli in den Kader zurück. Bartuli stürmte in der vierten Reihe an der Seite von Maximilian Heim und Manuel Wiederer. Eric Mik, welcher am Freitag noch in der Offemsive aushalf, nahm die Rolle des siebten Verteidigers ein. Diese hatte am Freitag noch Bettahar besetzt. Alles andere blieb beim unverändert. Somit stand auch heute wieder Jake Hildebrand im Tor.

Es war mal wieder Zeit für den DEL-Klassiker in der DEL, allerdings unter unterschiedlichen Voraussetzungen. Während die Berliner ganz oben in der Tabelle stehen, sind die Mannheimer aktuell nur Zehnter und kämpfen um die Pre-Play-Off-Teilnahme. Am Freitag gelang der erste Sieg unter dem neuen Chefcoach Dallas Eakins. In dieser Saison konnten beide Mannschaften je ein Spiel in der SAP-Arena gewonnen. Wer holte sich den Sieg im ersten Duell in der Mercedes-Benz Arena?

Hart umkämpft war das erste Drittel (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim die gefährlichere Mannschaft

Früh im Spiel bot sich den Hausherren die Chance, in Überzahl zu agieren. Doch die Eisbären taten sich schwer und fanden überhaupt nicht in ihre Formation, weshalb dieses Powerplay ungenutzt blieb.
Viel passierte in der Anfangsphase nicht. Beide Teams tasteten sich erst einmal ab. Das Spiel beider Mannschaften wirkte noch sehr fehlerbehaftet, weshalb noch kein richtiger Spielfluss aufkommen wollte.
Das Spiel war hart umkämpft, manchmal wirkte es aber auch so ein wenig verkrampft in den Zweikämpfen.
Mit zunehmender Spieldauer nahm die Partie aber so langsam Fahrt auf und beide Mannschaften wurden zielstrebiger in ihren Aktionen. Die Folge waren die ersten nennenswerten Abschlüsse auf beiden Seiten. Den Adlern gehörte die erste Großchance der Partie. Kris Bennett kam im Slot zum Abschluss, Jake Hildebrand war gerade noch mit seinem Schoner zur Stelle und verhinderte so den Rückstand.
Die Eisbären in der Folge mit dem nächsten Powerplay, aber auch dort taten sie sich schwer, selbst die Puckkontrolle wollte nicht gelingen. Es schien fast so, als würden die Eisbären noch auf der Suche nach ihrem Spiel sein. Volle 60 Minuten hatte man zuletzt aber auch eher selten von den Berlinern gesehen. Und doch standen zuletzt fünf Siege in Serie zu Buche.
Die Gäste in der Schlussphase mit einem Mann mehr und das Powerplay war wesentlich gefährlicher als das der Eisbären. Doch Kapital konnten die Adler daraus nicht schlagen. Torlos ging es anschließend in die erste Drittelpause. Auch, weil die Eisbären ein weiteres Powerplay kläglich liegen ließen. Knappe 40 Sekunden Powerplay nahm man aber noch mit ins Mitteldrittel.

Das Spiel wurde im zweiten Drittel zunehmend ruppiger. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim legt vor, Berlin gleich aus

Und dort wurde es dann doch mal gefährlich vor dem Adler-Tor, als Leo Pföderl knapp am Tor vorbei schoss. Die Berliner kamen engagiert aus der Kabine, hatten sich einiges vorgenommen. Doch schnell musste man wieder in Unterzahl ran. Und erneut wurde es gefährlich, aber Mannheim zeigte heute, warum sie die schlechteste Torschusseffizienz der gesamten Liga haben. Wäre die besser, hätte Mannheim längst mit 1:0 geführt.
Zur Abwechslung durften dann die Hauptstädter mal wieder ihr Powerplay üben. Diesmal fand man seine Formation und ließ die Scheibe gut laufen, aber der letzte Pass wollte einfach nicht ankommen. Durchaus etwas, was man aus diesem Spiel mit in die Trainingswoche nehmen muss.
Und weiter ging das muntere Special-Teams-Spiel. Diesmal durften wieder die Adler in Überzahl ran, doch dort hatten die Eisbären in Unterzahl die dicke Chance zur Führung. Aber Tobias Eder vergab den Zwei-auf-Eins-Konter. Im selben Powerplay schlugen die Adler dann aber eiskalt zu. Jordan Szwarz wurde nicht entscheidend am Pass gestört und Tyler Gaudet hatte zu viel Platz und konnte so problemlos einnetzen – 0:1 (32.).
Kurz darauf vergab Stefan Loibl in Unterzahl einen Konter. Das war die Riesenchance auf das 0:2. Es war der Beginn einer Phase, in der es hin und her ging. Und auf einmal jubelten die Berliner. Yannick Veilleux wurde im Slot klasse von Leo Pföderl angespielt und versenkte die Scheibe zum 1:1 im Mannheimer Tor – 1:1 (36.).
Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die Kabine. Noch war alles offen in Berlin im Duell der ewigen Erzrivalen.

Musste 85 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Gegentreffer hinnehmen: Eisbären-Goalie Jake Hildebrand (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim schockt die Eisbären kurz vor Schluss

Im letzten Drittel ging es weiter hin und her. Die Partie war weiterhin hart umkämpft. Beide Mannschaften schenkten sich in den Zweikämpfen nichts. Kris Bennett hatte dann gegen Mitte des letzten Drittels die dicke Chance zur erneuten Führung, aber er scheiterte mit seinem Alleingang an Jake „The Wall“ Hildebrand. Nur wenig später wurde es noch knapper, als ein Mannheimer Schuss an den Pfosten ging. Die Adler waren dem 2:1 in dieser Phase näher als die Eisbären.
Aber die Eisbären drehten danach wieder auf und wollten ihrerseits das Führungstor erzielen. Die 14.200 Zuschauer in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena sahen eine sehr spannende Partie, welche in beide Richtungen hätte ausschlagen können. Denn es ging auch in der Schlussphase weiter munter hin und her. Und bei jedem Angriff hielten die Zuschauern den Atem an. Immer wieder ging ein Raunen durch das weite Arenarund.
85 Sekunden vor dem Ende der Partie sorgte ausgerechnet Ex-Eisbär Daniel Fischbuch für die Vorentscheidung, als er Mannheim mit 2:1 in Führung brachte (59.). Für die endgültige Entscheidung sorgte David Wolf 42 Sekunden vor dem Ende, als er die Scheibe im leeren Berliner Tor unterbrachte – 1:3 (60.). So beendete der Erzrivale die Siegesserie der Eisbären Berlin. Am Ende keinesfalls unverdient, weil es die Eisbären nach wie vor nicht hin bekommen, mal über 60 Minuten ihr Spiel durchzuziehen.

3:2 n.V.! Blaine Byron entscheidet mit seinem Doppelpack das Spitzenspiel gegen Straubing

WalkersBarenNews 2023/2024 – #10

Die Eisbären haben das Spitzenspiel in der PENNY DEL gegen die Straubing Tigers verdient mit 3:2 n.V. (2:0,0:2,0:0,1:0) gewonnen und damit die Tabellenführung erfolgreich verteidigt und sogar ausgebaut. Im ersten Drittel waren die Berliner dominant, im zweiten Drittel erhielt der Schlendrian Einzug ins Berliner Spiel und im Schlussdrittel war man wieder die bessere Mannschaft. In der Verlängerung entschied man dann das Spitzenspiel für sich.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte das selbe Personal zur Verfügung wie am Freitag gegen Schwenningen. Zwei Änderungen am Line-up nahm Aubin aber vor. Maximilian Heim und Eric Hördler tauschten die Reihen. Heim stürmte in der zweiten Reihe an der Seite von Zach Boychuk und Marcel Noebels. Hördler spielte in der dritten Reihe zusammen mit Patrice Cormier und Yannick Veilleux. Und im Tor bekam Jonas Stettmer sein Heim-Debüt.

Beide Mannschaften trafen vor rund zwei Wochen bereits in Berlin aufeinander. Damals war es auch das Spitzenspiel des Spieltages. Mit dem besseren Ende für die Niederbayern nach Penaltyschießen (4:3 n.P.). Gab es heute die Revanche?

Vor Spielbeginn wurde es zunächst einmal sehr emotional. Es gab eine Schweigeminute für den am Wochenende verstorbenen Stürmer Adam Johnson, der in der vergangenen Saison noch in der PENNY DEL für Augsburg gespielt hatte. Unser aufrichtiges Beileid an die Familie und Freunde von Adam Johnson sowie ganz viel Kraft für diese sehr schwere Zeit!

Sorgte für die Führung nach 38 Sekunden: Blaine Byron (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Ein frühes und ein spätes Tor für die Eisbären

Die Eisbären legten einen Traumstart hin. Straubing bekam die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel und dann ging es ganz schnell. Blaine Byron tauchte frei vor Florian Bugl auf und überwand den jungen Tigers-Goalie nach nur 38 Sekunden – 1:0.
Danach war es eine sehr verhaltene Partie. Beide Teams beschnupperten sich erst einmal und waren darauf bedacht, hinten sicher zu stehen und keine Fehler zu machen. Das hatte Kapitän Kai Wissmann nach dem Freitagspiel auch gesagt, als er meinte, dass die Mannschaft das Spiel gewinnen würde, welche weniger Fehler macht und seine Chancen besser verwertet. Bis hierhin lief alles nach Plan für die Hausherren.
Mit zunehmender Spieldauer erarbeiteten sich die Berliner aber optische Vorteile, investierten mehr ins Offensivspiel als die Tigers. Diese blieben zunächst bei ihrer Spielweise, verstärkt über Konter zu kommen. Jonas Stettmer hatte in den ersten zehn Minuten einen relativ ruhigen Arbeitstag bei seinem ersten Heimspiel für die Eisbären in der PENNY DEL.
Die Hauptstädter brachten sich dann aber durch einige Turnover im eigenen Drittel in einem Wechsel selbst in die Bredouille und daraus resultierte die erste Strafzeit der Partie. Morgan Ellis musste wegen eines Beinstellens in die Kühlbox. Aber das Penalty Killing der Eisbären störte die Niederbayern früh im Spielaufbau und so blieben die Tigers weiterhin offensiv sehr harmlos.
Wenn es im ersten Drittel gefährlich wurde, dann vor dem Tor der Gäste. Aber der letzte Pass wollte den Eisbären nicht immer gelingen. Auch im ersten Powerplay der Berliner nicht. Die Scheibe lief zwar gut und man zog sein Passspiel auf, aber mal wieder wollte man es zu schön machen.
Doch noch war das erste Drittel ja nicht vorbei und die Eisbären hatten heute Bock auf frühe und späte Tore im Drittel. Acht Sekunden vor dem Ende hielt Yannick Veilleux die Kelle in einen Schoss von Patrice Cormier und schon stand es 2:0 (20.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die erste Drittelpause. Die Tigers brachten im ersten Drittel übrigens ganze zwei Torschüsse auf das Berliner Tor. Ein äußerst harmloser Auftritt der sonst so starken Niederbayern.

(Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Straubing schlägt eiskalt zurück

Im zweiten Drittel die Eisbären weiterhin offensiv ausgerichtet, während Straubing nun so langsam aber sicher auch anfing, mal offensiv in Erscheinung zu treten. Die Eisbären bekamen definitiv mehr in der eigenen Defensive zu tun als es noch im ersten Drittel der Fall war. Aber bis hierhin verteidigte man das alles sehr souverän weg.
Auch im ersten Unterzahlspiel des zweiten Drittels standen die Eisbären unter Druck, aber weiterhin verteidigte man das hervorragend weg. Auch Jonas Stettmer bis hierhin ohne Fehl und Tadel.
Offensiv hatten die Hausherren auch im Mitteldrittel ihre Chancen, spielten diese aber nicht sauber zu Ende. Es war ein deutlich ausgeglicheneres Drittel als das erste. Beide Mannschaften hatten ihre Phasen vor dem gegnerischen Tor. Straubing dabei deutlich gefährlicher als noch in den ersten 20 Minuten.
Die Gäste drängten in der Folge ordentlich auf den Anschlusstreffer, die Defensive der Berliner bekam immer mehr zu tun.
In einem Powerplay konnten die Eisbären mal für Entlastung sorgen und sich selbst im Angriffsdrittel festsetzen. Chancen zum 3:0 waren da, aber auch die Berliner konnten im zweiten Drittel ihre Chancen bisher nicht nutzen.
Als die Gäste wieder komplett waren, schlugen sie eiskalt zu. Joshua Samanski ließ Jonas Stettmer mit einem klasse Move keine Chance – 2:1 (37.). Der verdiente Anschlusstreffer für die Niederbayern.
Und es kam noch dicker für die Eisbären. Tim Brunnhuber glich tatsächlich für die Tigers aus – 2:2 (39.).
Die Eisbären hatten das 2:0 aus der Hand gegeben. Ein Spiel, welches man komplett im Griff hatte wurde plötzlich wieder spannend. Weil man vorne seine vorhandenen Chancen nicht gut zu Ende spielte und hinten deutlich anfälliger wurde.

(Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Keine Tore im Schlussdrittel

Die Eisbären früh im Schlussdrittel in Überzahl und der Chance zur schnellen Antwort auf den Straubinger Ausgleich. Marcel Noebels hatte die erneute Führung auf dem Schläger, aber Florian Bugl verhinderte diese mit einem sehr starken Save.
Doch die Hausherren bekamen direkt danach die nächste Chance, in Überzahl zu agieren. Aber die Eisbären spielten das zu umständlich und ließen somit auch das zweite Powerplay im Schlussdrittel ungenutzt.
Die Berliner waren aber die aktivere Mannschaft in den letzten 20 Minuten, investierten mehr ins Offensivspiel.
Straubing tauchte dann aber auch wieder vor dem Berliner Tor auf. Doch die Schüsse der Tigers waren eher harmlos und somit kein großes Problem für Jonas Stettmer. Die Chancen der Eisbären wirkten dagegen deutlich gefährlicher, aber nutzen konnten sie die Berliner auch nicht.
In der Schlussphase ließen die Gäste aus Niederbayern ein Powerplay ungenutzt. Die Crunchtime war inzwischen angebrochen und bei jedem Angriff hielten die 14.100 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena den Atem an. Die Eisbären waren dem Siegtreffer dabei sehr nahe, aber die Tigers retteten sich in die Verlängerung. Am Ende mehr als glücklich.

Dort belohnten sich die Eisbären mit dem Siegtreffer nach 62 Minuten. Blaine Byron eröffnete die Partie und er entschied sie am Ende auch – 3:2. Die Eisbären sicherten sich am Ende verdient den Sieg und die zwei Punkte. Damit baute man die Tabellenführung aus.

5:3! Marcel Noebels sorgt mit drei Toren für drei Punkte gegen Schwenningen

WalkersBarenNews 2023/2024 – #9

Die Eisbären Berlin haben am Freitagabend die Schwenninger Wild Wings mit 5:3 (0:1,2:1,3:1) besiegt und damit die Tabellenführung ausgebaut. Doch lange Zeit taten sich die Berliner sehr schwer. Erst in den letzten zehn Minuten drehten die Hausherren die Partie. Überragender Akteur: Marcel Noebels mit drei Toren!

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Ty Ronning und Leo Pföderl sein Line-up umstellen. Den Platz von Ronning in der Reihe mit Blaine Byron und Frederik Tiffels nahm Tobias Eder ein. Pföderls Platz neben Marcel Noebels und Zach Boychuk nahm Youngster Eric Hördler ein. Die Reihe Heim-Cormier-Veilleux blieb zusammen. Den Platz von Eder in der vierten Reihe nahm Verteidiger Eric Mik ein, der neben Manuel Wiederer und Michael Bartuli stürmte.
In der Defensive blieben die drei Verteidiger-Pärchen gleich, nur der siebte Verteidiger war neu. Marco Nowak rutschte durch die Ausfälle in den Kader. Im Tor stand Jake Hildebrand. Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Die Eisbären waren auf Wiedergutmachung aus, hatte man doch das erste Duell gegen die Wild Wings in dieser Saison klar verloren. In Schwenningen setzte es eine 1:4-Niederlage. Gab es heute die Revanche?

Die Eisbären taten sich im ersten Drittel sehr schwer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Spink-Brüder ärgern die Eisbären

Zunächst einmal mussten die Eisbären bereits nach 37 Sekunden die erste Strafzeit der Partie hinnehmen und demnach in Unterzahl agieren. Zwar überstanden die Berliner die Unterzahl ohne Gegentor, fingen sich dieses aber unmittelbar nach dem sie wieder vollzählig waren. Die Spink-Brüder spielten sich die Scheibe munter hin und her und am Ende war es Tyson, welcher zum 0:1 traf (3.).
Die Eisbären wirkten so ein wenig verschlafen zu Beginn der Partie, hatten noch kein richtiges Tempo in ihrem Spiel und fanden sich zumeist im eigenen Drittel wieder. Der Führungstreffer sorgte für noch mehr Selbstvertrauen bei der Mannschaft von Eisbären-Legende Steve Walker, der die Wild Wings derzeit trainiert.
Mit zunehmender Spieldauer fanden die Hausherren aber so allmählich Zugang zum Spiel und hatten durch Blaine Byron die dicke Chance zum Ausgleich, doch er scheiterte mit seinem Abschluss aus dem Slot heraus denkbar knapp.
Doch durch unnötige Strafen machte man sich das Leben selbst schwer. Yannick Veilleux musste als nächster Spieler in die Kühlbox. Aber in Unterzahl waren es Tobias Eder und Freddy Tiffels, welchen den Konter fuhren. Letzterer scheiterte an Joacim Eriksson.
Das Spiel der Eisbären wirkte in der Folge weiterhin sehr behäbig. Man war zwar bemüht, aber ein Mittel gegen die kompakte Schwenninger Defensive fand man so gut wie gar nicht. Dafür fand man zum dritten Mal den Weg auf die Strafbank. Veilleux nahm bereits zum zweiten Mal dort Platz. Zum Glück blieb die dritte Unterzahl in Folge ohne Gegentor.
Die Eisbären taten sich auch danach weiterhin sehr schwer und nahmen somit das 0:1 mit in die erste Drittelpause.

Im zweiten Drittel ging es teilweise ruppig zur Sache. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Noebels und Veilleux gleichen zweimal aus

Auch im zweiten Drittel wurde es zunächst nicht besser. Die Eisbären weiterhin zu fahrig im Spielaufbau und mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel. Die Worte, die Serge Aubin in der Pause gefunden hatte, schienen bisher nicht gefruchtet zu haben.
Im Powerplay sorgten die Hausherren dann aber mal für Gefahr vor Joacim Eriksson, doch auch dort ließ sich der Schwenninger Goalie nicht überwinden.
Als wieder Fünf-gegen-Fünf gespielt wurde, klingelte es letztendlich doch im Schwenninger Tor. Die Eisbären vergaben zunächst eine Chance, blieben dran und Zach Boychuk setzte Marcel Noebels in Szene – 1:1 (28.).
Der Ausgleichstreffer hatte den Hauptstädtern Rückenwind verliehen, denn fortan spielten die Eisbären wieder druckvolles Eishockey und drängten die Gäste ins eigene Drittel. Schwenningen stand aber weiterhin kompakt und machte die gefährlichen Räume vor dem Tor zu.
Im weiteren Verlauf des Mitteldrittels ging es munter hin und her. Die Partie hatte nun ordentlich Tempo drin und beide Mannschaften brachten die Scheiben auf das Tor. Einmal klirrte es sogar am Gestänge, doch da hatte Marco Nowak zu genau gezielt.
Besser zielten auf der Gegenseite dann aber die Gäste. Der zweite Spink wollte auch noch in der Hauptstadt treffen, Tylor Spink mit der erneuten Schwenninger Führung, er fälschte einen Schuss von Sebastian Uvira erfolgreich ab – 1:2 (36.).
Doch das letzte Wort im zweiten Drittel gehörte den Eisbären. In Überzahl war es Yannick Veilleux, welcher zum 2:2 einnetzte (40.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause. Zeit, um die erhitzten Gemüter zu beruhigen, denn inzwischen war hier ordentlich Feuer drin im Spiel.

„Man of the Match“: Marcel Noebels, der drei Tore erzielte (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Marcel Noebels dreht die Partie im Alleingang

Im Schlussdrittel passierte zu Beginn erstmal nicht viel, bis Alexander Karachun die Scheibe in der Rundung erkämpfte und Richtung Tor zog. Mit Erfolg, denn die Wild Wings gingen zum dritten Mal an diesem Abend in Führung – 2:3 (44.). Da wurde der Top-Torjäger der Gäste von Kai Wissmann nicht entscheidend am Abschluss gehindert. Dass Karachun Tore schießen kann, sollte sich auch bis nach Berlin herum gesprochen haben.
Die Eisbären mussten fortan also erneut einem Rückstand hinterherlaufen. Und wieder tat man sich schwer, mal gefährlich vor das Tor von Joacim Eriksson zu kommen. Den Eisbären war irgendwie die Leichtigkeit der vergangenen Wochen abhanden gekommen. Das fing mit dem zweiten Drittel im Bremerhaven-Spiel an. Seitdem wirkte das Berliner Spiel sehr behäbig und nicht so druckvoll wie in den ersten Saisonwochen.
Doch dann kam der Auftritt von Marcel Noebels, der von hinter dem Tor vor das Tor zog und so lange wartete, bis er die kleinste Lücke zwischen Pfosten und Eriksson fand. Den musst du so auch erstmal machen – 3:3 (50.). Den Gegentreffer wird sich Eriksson sicherlich noch ein paar Mal nach dem Spiel anschauen und darüber ärgern, wie der reingehen konnte.
Nun wechselte das Momentum auf Berliner Seite. Die Eisbären blieben am Drücker und gingen erstmals an diesem Abend in Führung. Ben Finkelstein hatte abgezogen und Marcel Noebels fälschte erfolgreich ab – 4:3 (53.). Hattrick von Marcel Noebels – WOW!
Auf einmal mussten die Gäste wieder mehr für das Spiel tun, wollten sie etwas Zählbares aus Berlin mit in den Schwarzwald nehmen. Doch Tylor Spink erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst mit einer vollkommen unnötigen Strafzeit in der Schlussphase der Partie. Die Unterzahl überstanden die Wild Wings zwar, doch die Eisbären blieben dran und sorgten für die Entscheidung. Tobias Eder blieb mit seinem ersten Versuch noch hängen, doch der zweite flog ins Tor – 5:3 (58.).
Am Ende also doch noch ein guter Ausgang für die Eisbären, die sich lange Zeit sehr schwer taten. Aber die Einzelaktion von Marcel Noebels zehn Minuten vor dem Ende der Partie wirkte wie eine Initialzündung für die Mannschaft, die im Anschluss noch zwei weitere Treffer erzielte und sich so doch noch die drei Punkte verdiente.

6:2 gegen München! Die Eisbären fegen den Deutschen Meister aus der Arena am Ostbahnhof

WalkersBarenNews 2023/2024 – #7

Die Eisbären Berlin haben das nächste Statement in der PENNY DEL gesetzt. Gegen den amtierenden Deutschen Meister Red Bull München setzten sich die Berliner hochverdient mit 6:2 (2:0,2:1,2:1) durch. Die Hauptstädter lieferten dabei ein nahezu perfektes Spiel ab, überzeugten sowohl defensiv als auch offensiv. Dazu brillierte man mit traumhaften Kombinationen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up nur ein bisschen. Maximilian Heim rückte in die dritte Reihe mit Patrice Cormier und Yannick Veilleux vor. Tobias Eder nahm Heim seinen Platz in der vierten Reihe ein. Dort spielte er zusammen mit Manuel Wiederer und Michael Bartuli, welcher für Eric Hördler in den Kader kam. Ansonsten blieb alles beim alten. So stand auch Jake Hildebrand wieder im Berliner Tor.

Für die Eisbären das nächste schwere Spiel an diesem Wochenende. Der deutsche Meister kam in die Hauptstadt und das mitten in einer schwächeren Phase. Denn München verlor seine letzten beiden Spiele ohne auch nur ein einziges Tor zu erzielen. Konnten die Eisbären die Krise in München vergrößern oder schlug der Meister in Berlin zurück?

(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären schlagen zweimal eiskalt zu

Munterer Beginn ins Spiel, beide Mannschaften versuchten schnell die neutrale Zone zu überbrücken und wollten dann schnell zum Abschluss kommen. Beide Defensivreihen verstanden es aber, kompakt vor dem Tor zu stehen und so sorgten die Schüsse für keine größere Gefahr vor den jeweiligen Torhütern. Manchmal ließen die Verteidiger aber auch erst gar keinen Abschluss zu.
Das Spiel war erwartungsgemäß vom ersten Bully weg hart umkämpft. Beide Teams wussten um die Wichtigkeit dieses Spiel, denn das beide Mannschaften Rivalen sind, ist kein großes Geheimnis.
Nachdem die Eisbären in der neutralen Zone die Scheibe erkämpfen konnten, ging es ganz schnell. Marcel Noebels und Zach Boychuk fuhren den Zwei-auf-Eins-Konter, Noebels mit dem Querpass für Boychuk, doch der scheiterte. Die erste dicke Möglichkeit in diesem Spiel gehörte den Eisbären.
Und nach dem Powerbreak schlugen die Berliner eiskalt zu. Julian Melchiori setzte klasse auf links nach, brachte die Scheibe hinter das Tor, wo Patrice Cormier stand die Scheibe schnell in den Slot spielte. Dort lauerte Yannick Veilleux und der ließ sich nicht zweimal bitten – 1:0 (10.). Wieder einmal war es der Forecheck, welcher zu einer Chance und in diesem Fall zur Führung führte.
Die Eisbären waren in dieser Phase die aktivere und bessere Mannschaft. Man hatte gut ins Spiel gefunden und setzte München immer wieder unter Druck. Die Red Bulls hatten in dieser Phase große Probleme mit dem druckvollen Spiel der Eisbären.
Ein Powerplay hätte München zurück ins Spiel bringen können und dort sind sie ja bekanntlich das beste Team der Liga. Doch davon war im ersten Überzahlspiel nicht viel zu sehen. Das Penalty Killing der Berliner mit großartiger Defensivarbeit, machte die gefährlichen Räume vor dem Tor zu. Nur einmal klappte ein Anspiel auf Nicolas Krämmer, welcher zum Abschluss kam, doch die Scheibe trudelte am Pfosten vorbei. Mehr kam nicht von München in Überzahl.
Man merkte den Gästen in einigen Situationen die Unsicherheit schon an. In bestimmten Situationen trafen die Spieler schlichtweg die falsche Entscheidung. Aber wenn es einmal nicht läuft, dann klappen selbst die simpelsten Dinge nicht. Und München befindet sich derzeit in so einer Phase.
Anders bei den Eisbären, die kurz vor der ersten Pause das zweite Tor nachlegten. Mal wieder schlug die Noebels-Boychuk-Pföderl-Reihe zu. Zach Boychuk war am Ende der Torschütze gewesen – 2:0 (19.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die Kabinen.

Der Moment, in dem Marcel Noebels zum 3:1 trifft. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Berlin kontert Münchens Anschlusstreffer und hat danach alles im Griff

Früh im zweiten Drittel hatten die Gäste vom Oberwiesenfeld die Chance in Überzahl zurück zu schlagen, und zwar gleich in doppelter. Zunächst musste Jonas Müller nach einem Check auf die Strafbank und nur 43 Sekunden später kassierte man wegen zu vieler Spieler die nächste Strafzeit. Und das bestraften die Gäste umgehend mit dem Anschlusstreffer. Ex-Eisbär Austin Ortega hatte die torlose Serie der Red Bulls beendet – 2:1 (23.).
Aber die Eisbären waren nicht lange geschockt. Bei Vier-gegen-Vier schlugen die Hausherren zurück. Unter gütiger Mithilfe von Nationaltorhüter Mathias Niederberger, welcher einen tief geschossenen Schuss falsch einschätzte und aus seinem Tor heraus kam, um die Scheibe hinter dem Tor aufzunehmen. Doch die Scheibe hatte zu viel Speed und sprang zurück vors Tor, wo Marcel Noebels das Geschenk dankend annahm – 3:1 (24.). Vermutlich ein verspätetes Geschenk von Niederberger zu Noebels seinem 500. DEL-Spiel…
Die Eisbären auch im zweiten Drittel wieder mit richtig starker Defensivarbeit, immer wieder störte man die Münchner Spieler im richtigen Zeitpunkt. Daraus resultierend war das schnelle Umschaltspiel der Eisbären, um sich vorne die nächsten Chancen zu erarbeiten. Wirklich schön anzusehen!
Und vorne nutzte man heute seine Chancen auch eiskalt. Tobias Eder behauptete die Scheibe hinter dem Tor, spielte sie vors Tor, wo Yannick Veilleux auf 4:1 erhöhte (30.). Die nächste wunderschöne Kombination, das Offensivspiel der Eisbären gefiel heute ebenso. Und vier Tore gegen den Deutschen Meister nach nicht einmal vollen 30 Minuten waren auch eine mehr als deutliche Ansage!
Das Spiel und das Ergebnis sorgten auf jeden Fall für Party-Stimmung in Berlin. Wechselgesänge wurden angestimmt und die ganze Arena machte mit. Eishockey-Herz was willst du an einem Sonntagnachmittag mehr?
Das Spiel ging in der Folge fast nur noch in eine Richtung und zwar in die des Münchner Tores. Die Gäste taten sich enorm schwer, mal etwas offensives zu kreieren. Die Eisbären hingegen hätten durchaus auf 5:1 erhöhen können.
In der Schlussphase kam München dann aber doch nochmal zu ein, zwei guten Möglichkeiten, doch Jake Hildebrand ließ keine weitere Scheibe durch. Somit blieb es beim 4:1 nach 40 Minuten.

(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären machen es deutlich

Das letzte Drittel begannen die Eisbären in Überzahl, doch diese konnten sie nicht zur endgültigen Entscheidung nutzen. Fortan aber die Eisbären weiterhin im Vorwärtsgang. Von München war weiterhin nicht viel zu sehen. Was aber auch daran lag, dass die Berliner nicht viel zu ließen.
Die Hausherren hatten im Schlussdrittel in Überzahl dann die dicke Chance zum 5:1, aber Ben Finkelsteins Kracher landete am Aluminium. Glück für Mathias Niederberger im Münchner Tor.
München konnte im letzten Drittel nicht mal mit einem Mann mehr für Gefahr vor dem Tor von Jake Hildebrand sorgen. Es war ein gebrauchter Tag, den München heute in Berlin erwischt hatte.
Die Eisbären hingegen hatten einen perfekten Tag erwischt, denn bei den Berlinern klappte in der Offensive fast alles. München bekam die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Blaine Byron bekam sie auf die Kelle serviert und netzte vom rechten Bullykreis aus ein – 5:1 (53.).
Der Schlusspunkt? Nein! Denn Zach Boychuk holte in Überzahl den Hammer raus und machte das halbe Dutzend gegen München (!) voll. Wahnsinn, was die Eisbären hier für ein Feuerwerk abfeuerten!
Und ihr wollt Deutscher Meister sein“ hallte es anschließend durch die Arena. Jaja, diesen Gesang durften sich die Eisbären in der letzten Saison mehrfach anhören. Für Mathias Niederberger kam es noch „schlimmer“, denn die Eisbären-Fans feierten ihren ehemaligen Goalie mit „Niederberger, Niederberger hey„-Rufen. Ein Eishockey-Fest für die Eisbären und ihre Fans!
Drei Minuten vor dem Ende durfte aber auch München nochmal jubeln. Markus Eisenschmid mit dem 6:2 (57.). Aber mehr als Ergebniskosmetik war das natürlich nicht. Am Ende blieb es beim mehr als deutlichen 6:2 für die Eisbären, welche damit ein dickes Ausrufezeichen setzten.