3:1-Sieg in Krefeld: Viel Geduld, 40 Minuten diszipliniert gespielt und mal wieder ein überragender Kevin Poulin im Tor

Die Eisbären Berlin bleiben in der Erfolgsspur. Am Freitagabend gewannen die Hauptstädter ihr Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen verdient mit 3:1 (1:1,1:0,1:0) und feierten somit den dritten Ligasieg in Folge. Und der Auftritt der Berliner macht Mut für die nächsten Wochen, dass es in der Liga nun endlich weiter nach oben geht. Alles ist zwar noch nicht in Ordnung, aber die Mannschaft arbeitet weiter hart und belohnt sich nun auch endlich dafür. 

Die Eisbären mussten weiter auf sechs verletzte Spieler verzichten. Zudem musste Verteidiger Mark Cundari als überzähliger Importspieler auf die Tribüne, da Trainer Clément Jodoin Kevin Poulin zurück ins Tor stellte. Zudem gab Verteidiger Frank Hördler beim 112. DEL-Duell zwischen den Pinguinen und den Eisbären sein Saison-Debüt. Die Nummer Sieben der Eisbären meinte vor dem Spiel, man müsse wieder „mehr Selbstvertrauen ins Spiel rein bekommen und ins Rollen kommen, dann klappt es auch auswärts wieder„.

Am Selbstvertrauen arbeiteten die Gäste von der Spree hier aber nicht. Nach einer Phase des Abtastens zu Beginn des Spiels fing mal wieder das Strafen sammeln der Eisbären an. Florian Kettemer kassierte die erste Strafzeit wegen Beinstellens. Ganze 21 Sekunden dauerte das Powerplay der Seidenstädter nur. Schnelle Kombination, von Chad Costellos Schlittschuh kam die Scheibe zu Jacob Berglund und der ließ Kevin Poulin keine Chance – 0:1 (5.).
Nur wenige Augenblicke später kassierte Jamie MacQueen die nächste Strafe der Eisbären und Debütant Frank Hördler gesellte sich dann auch noch zu ihm, so dass Krefeld für 25 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Das ganze wiederholte sich in der selben Überzahl erneut, so dass Krefeld nochmals für 25 Sekunden zwei Spieler mehr auf dem Eis hatte. Nur verpasste es Krefeld, in dieser Phase das zweite und dritte Tor nachzusetzen. Sie setzten sich zwar im Eisbären-Drittel fest, nur machten die Eisbären die Schusswege gut zu und so überstanden die Berliner diese Unterzahlsituationen schadlos.
Als dann zur Abwechslung mal 5-gegen-5 gespielt wurde, schlugen die Eisbären eiskalt zu. Micki DuPont spielte die Scheibe zu Marcel Noebels in die Rundung, der drehte sich kurz und passte die Scheibe ohne zu gucken per Rückhand vor das Tor, wo Louis-Marc Aubry angerauscht kam und die Scheibe links oben versenkte – 1:1 (14.).
Mehr gab es vom Auftaktdrittel auch nicht zu erzählen, Spielfluss kam selten auf, was an den vielen Strafen lag (10 Minuten Krefeld/14 Minuten Eisbären) und auch daran, dass beiden so ein wenig das nötige Konzept fehlt, um die Defensive des Gegner mal zu durchbrechen. Die Eisbären hatten zum Schluss hin noch einmal ein Überzahlspiel, welches zum Ende hin sogar noch zu einem doppelten wurde. Und das beste Powerplay der Liga (!) setzte sich fest, machte Druck und drängte die Pinguine ins eigene Drittel, nur nutzen konnten sie es noch nicht.

Aber man hatte noch ganze 48 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis zu Beginn des zweiten Drittels. Allerdings konnten die Berliner da keine wirkliche Gefahr erzeugen.
Die nächste Chance sollte aber sogleich folgen. Krefeld in der 23. Spielminute mit der nächsten Strafe. Und die Eisbären fanden in ihre Formation, ließen die Scheibe richtig gut und schnell laufen, spielten tolle Pässe, richtig gefährliche Chancen entstanden dabei jedoch nicht. Als dann mal numerische Gleichheit auf dem Eis herrschte, mal beide Mannschaften mit guten Möglichkeiten. Zunächst brachte Daniel Pietta die Scheibe vor das Tor, wo ein Kollege zum Abschluss kam, doch Kevin Poulin war mal wieder zur Stelle. Auf der Gegenseite die Eisbären mit zwei richtig guten Möglichkeiten, aus der letzten nahmen sie noch eine Strafe gegen Krefeld mit und konnten also zum dritten Mal in diesem Drittel in Überzahl agieren. Und auch dieses Mal lief die Scheibe sehr gut und Jamie MacQueen hatte die beste Chance in diesem Powerplay, als er von Sean Backman am langen Pfosten angespielt wurde, jedoch an Patrick Klein scheiterte.
Was in Überzahl nicht klappte, gelang dann bei voller Spieler-Anzahl auf dem Eis. Danny Richmond kam mit Tempo über links ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe rüber zu Brendan Ranford und der fackelte nicht lange – 2:1 (31.).
In der Folgezeit zur Abwechslung mal die Eisbären mit einem doppelten Überzahlspiel, welches bei langem aber nicht so gut aussah wie die einfachen Überzahlspiele.
Bei 4-gegen-4 auf dem Eis jubelten die Pinguine und deren Fans über den vermeintlichen Ausgleich. Phillip Bruggisser hatte abgezogen, Kevin Poulin parierte den Puck irgendwie, die Scheibe flog hoch in die Luft und bei einem Zweikampf zwischen Micki DuPont und Kirill Kabanov ging die Scheibe letztendlich ins Berliner Tor. Die erste Entscheidung der beiden Hauptschiedsrichter Hoppe und Bjälkander auf dem Eis hieß „kein Tor„. Der Videobeweis hatte verschiedene Einstellungen, bei der einen dachte man, die Scheibe wurde ins Tor „gefahren“, bei der anderen dachte man, Kabanov hatte das Schlägerblatt noch dran. Die Hauptschiedsrichter blieben daher bei ihrer Entscheidung „kein Tor„.
So lagen die Hauptstädter mit 2:1 nach 40 Minuten in Krefeld vorne. Youngster Charlie Jahnke mit seinem Statement zum Spielverlauf nach 40 Minuten:

Es ist ein schnelles Spiel mit vielen Strafen. Wir müssen aufpassen, dass wir von der Strafbank fernbleiben. Und wir müssen mehr aus unseren Chancen im Powerplay machen. Ansonsten ist es bisher ein gutes Spiel von uns, weiter so.

Im Schlussdrittel hätte Marcel Noebels früh die Weichen auf Sieg stellen können. Patrick Klein konnte einen Schuss von der blauen Linie nur prallen lassen, Marcel Noebels nahm die Scheibe auf und hatte das leere Tor vor sich, schaffte es dann aber tatsächlich, die Scheibe an den Pfosten zu schießen.
Dann mal wieder ein Powerplay der Eisbären und das sah heute durchaus sehr gut aus, weil sie es mit viel Geduld spielten, sich die Scheibe immer wieder sehr gut zuspielten, um die Lücke in der Krefelder Defensive zu finden. Diese fand Danny Richmond erst kurz vor Ablauf der Strafe, doch sein Kracher von der blauen Linie fand leider nicht den Weg ins Tor.
Zehn Minuten vor dem Ende der Partie wurde James Bettauer am rechten Pfosten mit einem Pass von hinter dem Tor angespielt, zog direkt ab, Kevin Poulin, welcher bereits auf dem Weg in die andere Ecke war, bekam die Fanghand noch rechtzeitig hoch und verhinderte so den möglichen Ausgleich der Hausherren.
Es war der Beginn einer guten Phase des KEV, welcher weitere gute Möglichkeiten kreierte, aber drei weitere Male in Poulin seinen Meister fand.
Als die Gäste dann in Überzahl waren, war eine weitere Strafe angezeigt. Die Eisbären spielten die Scheibe aber nicht hektisch zu einem Krefelder, nein, sie spielten es mit viel Geduld und 6-gegen-4 auf dem Eis weiter. Und das wurde auch belohnt. James Sheppard an den kurzen Pfosten zu Jamie MacQueen, der weiter an den langen Pfosten, wo Sean Backman lauerte und zum 3:1 einnetzen konnte (51.).
Damit sorgten die Eisbären hier natürlich für die Vorentscheidung. Krefeld danach weiterhin bemüht, den Anschlusstreffer zu erzielen. Aber die Defensive der Eisbären stand heute sehr gut, blockte viele Schüsse und machte immer wieder die Schusswege zu. Und wenn Krefeld doch durch kam, ja dann war da ja immer noch dieser Teufelskerl Kevin Poulin, der 13 Sekunden vor dem Ende noch einmal einen Big Save hatte, als er erneut blitzschnell die Fanghand bei einem Krefelder Schuss direkt vor dem Tor hoch bekam und erneut für großes Staunen bei den Pinguinen sorgte. Danach war die Partie vorbei und die Eisbären feierten den dritten Ligasieg in Folge.

Die Eisbären scheinen so langsam aber sicher in Fahrt zu kommen. Auch wenn noch nicht alles rund läuft, so war das Spiel heute ein Schritt in die richtige Richtung – wenn man das erste Drittel mal ausklammert. Denn da kassierten die Eisbären erneut zu viele Strafzeiten, was Trainer Clément Jodoin nicht erfreut haben dürfte. Umso mehr dürfte es den Coach aber gefreut haben, wie gut die Berliner in Unterzahl standen und gearbeitet haben. Und darüber, dass man in den nächsten beiden Dritteln nur noch je eine Strafe kassierte.
Auch das Powerplay der Eisbären sah sehr vielversprechend aus. Sie fanden gut in ihre Formation, ließen die Scheibe schnell und flüssig laufen, versuchten so die Krefelder Verteidigung immer wieder aus der Position zu bringen. Schön zu sehen, mit wie viel Geduld die Eisbären das spielten, immer wieder auf den richtigen Moment zum Abschluss warteten.
Insgesamt ein guter, kämpferischer Auftritt der Eisbären, die in den letzten drei Ligaspielen nur ganze zwei Gegentore kassiert haben. Ein Beleg für die gute Defensivarbeit und den Glücksbringer im Tor, Kevin Poulin, welcher seinen Rekord weiter ausbaut. Fünf DEL-Spiele, fünf Siege. Diese Serie kann am Sonntag gerne so weitergehen.

Das letzte Wort gehört Kapitän André Rankel:

Es war ein hartes Spiel. Viele Strafzeiten auf beiden Seiten. Aber wir haben gut in Unterzahl gespielt und ich glaube deshalb auch verdient gewonnen. Wir haben es klar und deutlich angesprochen. Die ganze Saison haben wir schon Probleme mit zu vielen Strafminuten. Wir haben das in der Drittelpause nochmal angesprochen, dass wir 5-gegen-5 spielen und unser Spiel durchziehen müssen. Bei 5-gegen-5 sind wir die bessere Mannschaft. Der Torwart ist extrem wichtig. Wie er uns in den wichtigen Situationen im Spiel hält, dass ist sehr, sehr wichtig für uns und gibt den Spielern extra Selbstvertrauen.

4:1 – Eisbären gewinnen letztes CHL-Heimspiel gegen Neman Grodno

 

Ausgabe #6:

Im fünften CHL-Gruppenspiel hat es dann doch noch mit einem Sieg für die Eisbären Berlin geklappt. Gegen das weißrussische Team HC Neman Grodno setzten sich die Berliner vor 4.110 Zuschauern in der spärlich besuchten Mercedes-Benz Arena mit 4:1 (1:1,2:0,1:0) durch und versöhnten die Fans wenigstens im letzten Gruppenspiel in der Eishockey-Königsklasse noch mit einem Sieg. Auch wenn es um nichts mehr ging, waren die Hauptstädter doch nach vier Niederlagen aus vier Spielen bereits vor dem Spiel gegen Grodno ausgeschieden.

So konnte Eisbären-Chefcoach Clément Jodoin heute ein wenig mit den jungen Spielern experimentieren, stellte Maximilian Franzreb ins Tor und zudem kam Verteidiger Frank Hördler zu seinem Saison-Debüt.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Ganze fünf Sekunden war das Spiel erst alt, da kassierten die Gäste die erste Strafzeit der Partie. Früh in der Partie also die Chance für die Eisbären, in Überzahl in Führung zu gehen. Aber außer einem Schuss von Sean Backman kam nicht viel bei rum.
Auf der Gegenseite bekam auch Grodno schnell das erste Powerplay zugesprochen, aber auch hier überstand das Team in Unterzahl selbige schadlos.
Fortan entwickelte sich eine schnelle Partie, in der es hin und her ging. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, nur hatten sie damit lange keinen Erfolg. Erst nach 15 Spielminuten gab es erstmals Grund zum Jubeln für die meistens Fans in der Arena am Ostbahnhof. Florian Busch hatte abgezogen, James Sheppard nachgesetzt und dann entstand ein Gewühl vor dem weißrussischen Tor, in dem Brendan Ranford die Übersicht behielt und den Puck zum 1:0 über die Linie brachte. Der Treffer wurde jedoch erst nach Ansicht des Videobeweises gegeben.
Allerdings währte die Freude über das Führungstor nicht mal zwei Minuten. Grodno kam in der 17. Spielminute zum verdienten 1:1-Ausgleich durch Anton Yeliseyenko.
So war auch der Spielstand nach den ersten 20 Minuten. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe und von daher ging der Spielstand in Ordnung.

Das zweite Drittel begannen die Hausherren in Überzahl, nur konnten sie diese nicht nutzen. Dann

Foto: eisbaerlin.de/walker

folgte wohl eine spielentscheidende Szene, denn die Eisbären mussten für über eineinhalb Minuten eine doppelte Überzahl überstehen. Grodno war auch bemüht, diese große Chance zu nutzen, erspielte sich auch Chancen, nur wollte die Scheibe an Maximilian Franzreb einfach nicht vorbei. Nach dem Spiel machte der Gäste-Coach die fehlende Qualität seine Spieler dafür als Ursache aus.
Und wie es nun mal im Sport so ist, nutzt du deine Chancen vorne nicht, wirst du hinten bestraft. So erging es heute auch Grodno. Micki DuPont hatte von der blauen Linie abgezogen, James Sheppard hielt sein Arbeitsgerät in den Schuss und schon lagen die Berliner wieder vorne – 2:1 (32.).
Und nur 85 Sekunden später schloss Marcel Noebels eine Kombination über Mark Cundari und André Rankel zum 3:1 ab (33.).
In den letzten vier Minuten die Berliner noch einmal in Unterzahl nach einer 2+2-Minuten-Strafe gegen Mark Cundari, auch hier versuchte Grodno Druck aufzubauen und sich festzusetzen, aber nach dem Spiel wurde noch einmal erläutert, dass Grodno auch in der heimischen Liga zur Zeit große Probleme mit dem Toreschießen hat. Den Beweis dafür legten sie heute ab.
So lagen die Gäste aus Grodno nach 40 Minuten mit 1:3 hinten und das nicht, weil die Eisbären so viel besser waren. Nein, die Eisbären konnten ihre Chancen aufgrund der besseren Qualität der Spieler eben nutzen.

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Im Schlussdrittel war die Partie schnell entschieden. Keine zwei Minuten waren gespielt, als Florian Kettemer die Scheibe auf das Tor brachte, Colin Smith hielt mal eben die Kelle hin und schon stand es 4:1 (42.). So einfach kann Eishockey manchmal sein. Wenn, ja wenn man einen Spieler vor dem Tor parkt und der dann seinen Schläger entscheidend in den Schuss hält.
Damit war die Partie hier natürlich durch. Beide Mannschaften noch einmal mit einem Überzahlspiel, aus dem aber nichts mehr resultieren sollte. Die Eisbären taten nicht mehr als nötig, Grodno tat nicht mehr als es konnte. Clément Jodoin verhalf den jungen Spielern zu Eiszeit, welche ihn dabei auch überzeugten.
Am Ende also feierten die Eisbären einen ungefährdeten 4:1-Heimsieg im letzten CHL-Gruppenspiel und verabschiedeten sich von den eigenen Fans aus der Champions Hockey Leagua (CHL). Das letzte Gruppenspiel findet ja bekanntlich nächste Woche in Grodno statt.

Nun ja, was will man jetzt großartig Worte über ein Spiel verlieren, deren Bedeutung gleich null war.

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Vielmehr war es für das Trainerteam ein Testspiel auf Pflichtspielbasis, in dem man viel testen und experimentieren konnte. So bekamen die Youngsters Maximilian Franzreb, Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler viel Eiszeit und konnten sich so dem Trainerteam der Eisbären präsentieren. Und Clément Jodoin war schließlich zufrieden mit den jungen Spielern.
Zudem hob er auf der PK nach dem Spiel hervor, dass die Tore auf die ersten drei Reihen verteilt waren, was immer ein gutes Zeichen ist. Die erste und dritte Reihe war für je ein Tor verantwortlich und die zweite gleich für zwei.
Was mir ansonsten noch positiv auffiel, war die Tatsache, dass die Eisbären endlich mal gemerkt haben, wie wichtig es ist, im Slot einen Spieler zu parken, welcher dann die Schüsse entscheidend abfälscht. Heute gelang das gleich zweimal und führte eben zu zwei Toren. So einfach kann Eishockey manchmal sein.
Hoffen wir, dass die Eisbären Selbstvertrauen aus diesem Spiel und dem Sieg mit in die Liga nehmen und dort mal eine Siegesserie starten können.

Ein gutes Drittel reicht nicht: Eisbären gehen beim Tabellenführer Düsseldorf mit 1:5 unter

Auch die Eisbären Berlin konnten den Tabellenführer nicht stürzen. Vor 7.741 Zuschauern im stimmungsvollen ISS-Dome unterlagen die Eisbären der noch ungeschlagenen Düsseldorfer EG mit 1:5 (1:0,0:3,0:2) und kassierten somit die zweite Niederlage im zweiten Auswärtsspiel in Folge. Der Auswärts-Trip endet erst am Freitagabend. 

Trainer Clément Jodoin musste gleich auf sechs Leistungsträger verzichten. Unter der Woche wurde zudem die Ausfalldauer von Kai Wissmann (4-6 Wochen) und Jonas Müller (6-8 Wochen bekannt).
Hinein ins 108. DEL-Spiel zwischen den Rheinländern und den Hauptstädtern. Beide Mannschaften suchten sofort den Weg in die Offensive und kamen gleich zu den ersten Abschluss-Möglichkeiten. Das erste Tor sollte dann aber den Gästen aus der Hauptstadt gelingen. Martin Buchwieser mit dem Schuss von der blauen Linie, DEG-Goalie Fredrik Pettersson Wentzel ließ den Puck prallen und Jason Jaspers schnappte sich die Scheibe und netzte sie ein – 1:0 (5.).
Zwei Minuten später mal eine gute Drangphase der DEG, welche die Eisbären dank einer guten Defensivarbeit jedoch schadlos überstanden. Ebenso schadlos überstanden die Berliner die erste Unterzahl nach einer Strafe gegen Florian Kettemer, obwohl die DEG dabei durchaus gefährlich war, doch Maximilian Franzreb hielt die Führung fest.
Das erste Drittel zeigte eine gute Leistung der Eisbären in der Defensive, die es dem Tabellenführer sehr schwer machten, sich viele Chancen zu kreieren. Dafür versuchten die Eisbären mit schnellen Gegenzügen aus der Verteidigung heraus für Gefahr zu sorgen. So u.a. in der 15. Spielminute, als die Eisbären einen Angriff stark verteidigten, dann schnell den Konter einleiteten, Florian Kettemer zog über rechts ins Angriffsdrittel, spielte die Scheibe vor das Tor, wo Brandon Ranford eine richtig gute Chance hatte.
Nach 20 Minuten nahmen die Berliner die 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause. André Rankel mit seinem Fazit zum ersten Drittel bei Telekom Sport:

Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt, geradliniger als die letzten Spiele. Wir haben mehr Druck beim Forechecking entfachen können, dadurch sind wir schneller aus der eigenen Zone heraus gekommen. So haben wir uns das vorgestellt.

Das Mitteldrittel begann mit einer guten Möglichkeit für die Eisbären. Louis-Marc Aubry mit dem Pass von hinter dem Tor auf Marcel Noebels, welcher freie Schussbahn hatte, jedoch am DEG-Goalie scheiterte.
Anschließend kassierten Colin Smith und Kevin Marshall je zwei Minuten, es ging 4-gegen-4 auf dem Eis weiter, doch da zogen die Eisbären fast schon ein Powerplay auf. Doch kurz vor Ablauf der beiden Strafen vertändelte Mark Cundari den Puck an der gegnerischen blauen Linie, DEG-Top-Scorer Bernhard Ebner zog auf und davon und wurde am Ende unsauber von Cundari gestoppt. Philip Gogulla trat zum Penalty an, scheiterte jedoch am Pfosten.
An den Pfosten klatschte auch der Schuss von Marco Nowak von der blauen Linie. Es war die stärkste Phase der DEG, welche nach einer Strafe gegen Micki DuPont fortan auch in Überzahl waren. Und dort sorgten sie schnell für den Ausgleich. Ein Schuss von der blauen Linie blieb vor dem Tor hängen, Braden Pimm schaltete am schnellsten und sorgte für den verdienten Ausgleich – 1:1 (27.).
Es folgte die nächste Strafe gegen die Eisbären, dieses Mal traf es Marcel Noebels und erneut klingelte es im Gehäuse von Maximilian Franzreb. Alex Barta mit dem Versuch von der rechten Seite, Philip Gogulla hielt die Kelle in den Schuss und schon führte Düsseldorf – 1:2 (30.).
Dann zur Abwechslung mal kein Powerplay, dafür aber eine Traum Kombination der Hausherren. Und zwar von der vierten Reihe der DEG (!). Lukas Laub leitete den Angriff ein, spielte die Scheibe zu Manuel Strodel, der weiter zu Bernhard Ebner, der direkt weiter zu Lukas Laub, welcher diese klasse Kombination eiskalt abschloss – 1:3 (32.).
Die DEG drehte das Spiel innerhalb von 4:42 Minuten. Und die Eisbären? Die hatten durch Florian Kettemer noch einmal eine gute Chance, doch sein Schuss von der blauen Linie ging nur an den Pfosten.
Die DEG zum Ende hin nochmal mit zwei Überzahlspielen, welche sie aus Eisbären-Sicht zum Glück nicht nutzen konnten. So stand es nach 40 Minuten 1:3 und es sollte ein weiter Weg für die Eisbären werden, hier nochmal zurück zu kommen. Torschütze Lukas Laub sagte zum starken Düsseldorfer Mitteldrittel folgendes bei Telekom Sport:

Wir haben in der Drittelpause geredet. Das erste Drittel war nicht gut genug. Schön, dass wir Powerplaytore schießen können. Wir müssen den Schwung mit ins dritte Drittel nehmen.

Im letzten Drittel waren die Eisbären von Beginn an bemüht, hier noch einmal zurück zu kommen. Die DEG lauerte auf Fehler der Eisbären, um zu kontern. Aber zunächst waren es die Eisbären, die Akzente in der Offensive setzen konnten. Micki DuPont mit einem klasse Aufbaupass aus dem eigenen Drittel heraus auf Jamie MacQueen, welcher sich klasse durch tankte, aber am DEG-Keeper scheiterte. Kurze Zeit später fälschte Marcel Noebels einen Schuss von der blauen Linie gefährlich ab, das war es dann aber auch schon mit dem Aufbäumen der Eisbären.
Sie zeigten sich weiterhin bemüht, aber ohne die hundertprozentigen Chancen. Und Düsseldorf? Die erzielten mit wenig Aufwand im Schlussdrittel zwei weitere Treffer. Neun Minuten vor dem Ende kam Jaedon Deschenau über rechts Richtung Berliner Tor, spielte Maximilian Franzreb aus und fand die Lücke zwischen Goalie und Pfosten – 1:4 (51.).
Nach einer überstandenen Unterzahl klingelte es erneut im Tor des jungen Berliner Goalies und bei diesem Gegentreffer machte auch Franzreb eine unglückliche Figur. Patrick Buzas zog von rechts einfach mal ab und der Puck ging irgendwie an Franzreb vorbei ins Tor – 1:5 (57.). Was zugleich der Schlusspunkt war und der DEG den Start-Rekord von sieben Siegen in sieben Spielen zum Auftakt einer Saison bescherte. Respekt dafür an Düsseldorf.

Die zweite Niederlage in Folge und sie war am Ende klar verdient. Auch wenn sie in der Art und Weise nach dem ersten Drittel nicht zu erwarten war. Denn da spielten die Eisbären gutes Eishockey, standen hinten sehr gut und unterstützten ihren Goalie, nach vorne ging auch einiges und man sorgte für Gefahr. Aber ab dem zweiten Drittel kassierte man wieder zu viele Strafen und gab das Spiel so aus der Hand. Die Weisheit „Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele“ trifft in dieser Saison zu oft auf die Eisbären zu. Daran MUSS das Trainerteam der Berliner arbeiten, denn so kann es nicht weitergehen. Aber wie oft haben wir das in dieser Saison schon schreiben müssen, passiert ist seit dem nichts, obwohl die Spieler eigentlich wissen, woran es liegt. Siehe Florian Kettemer seine Worte nach dem Spiel bei Telekom Sport:

Es ist jetzt mehrere Spiele so. Wir spielen ein gutes erstes Drittel und führen. Aber dumme Strafen verbauen uns am Ende den Sieg. Wir haben nach dem ersten Drittel verdient mit 1:0 geführt. Aber die Strafen killen uns. Wir müssen das Spiel analysieren, die Strafen ansprechen und dann geht es am Freitag bereits weiter.

4:3-Sieg gegen Iserlohn dank Jamie MacQueen, doch Trainer Clément Jodoin war nicht so richtig zufrieden mit seiner Mannschaft

 

Ausgabe #4:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur. Am Freitagabend fuhr der DEL-Rekordmeister vor 9.430 Zuschauern in der sehr schlecht besuchten Mercedes-Benz-Arena den dritten Ligasieg in Folge ein. Die Iserlohn Roosters wurden mit 4:3 (0:0,2:1,2:2) nach Hause geschickt. Jamie MacQueen avancierte mit einem Hattrick zum Matchwinner, dennoch gibt es noch viel Luft nach oben im Spiel der Hauptstädter, was auch Coach Clément Jodoin nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären fanden gut ins Spiel, spielten von Beginn an sehr druckvolles Eishockey und setzten die Mannen von Coach Rob Daum sofort unter Druck. Man merkte den Eisbären an, dass sie sich hier etwas vorgenommen hatten. Früh in der Partie ergab sich auch gleich die Möglichkeit in Überzahl zu agieren, man fand auch seine Formation und erspielte sich gute Möglichkeiten, nur wollte die schwarze Hartgummischeibe die Torlinie des von Sebastian Dahm gehüteten Tores nicht überqueren.
Nach der guten Anfangsphase gab es dann aber unerklärlicherweise einen Bruch im Spiel der Hausherren, die Pässe kamen nicht mehr an, man leistete sich zu viele individuelle Fehler im Spielaufbau und lud Iserlohn so zu Alleingängen ein. Das brachte Trainer Jodoin auf die Palme, denn er sah keinen Grund, warum den Berlinern Turnover unterliefen. Alleine sechs bis sieben zählte der neue Coach, was überhaupt nicht in Ordnung für ihn war.
Torlos endeten die ersten 20 Minuten.

Was die unnötigen Puckverluste angeht, diese wurden im Mitteldrittel „etwas besser“ (O-Ton Clément

Foto: eisbaerlin.de/walker

Jodoin). Doch die erste Chance gehörte den Gästen vom Seilersee. Evan Trupp kam zu einfach ins Berliner Drittel, scheiterte dann jedoch an Maximilian Franzreb, der den verletzten Kevin Poulin im Berliner Tor ersetzte.
Das Offensivspiel der Eisbären hakte ein wenig und so war es keinesfalls ein Wunder, dass eine Einzelaktion zum 1:0 führen musste. Die Hausherren in Überzahl, auch da lief nicht unbedingt viel zusammen, dachte sich anscheinend auch Jamie MacQueen. Micki DuPont baute das Powerplay von hinten auf, spielte die Scheibe zu James Sheppard, welcher MacQueen in Szene setzte, der zog das Tempo an, ließ die Iserlohner Verteidiger stehen und umkurvte zu guter Letzt auch noch Sebastian Dahm im IEC-Gehäuse (27.). Eine ganze starke Aktion der Nummer 17.
Die Führung hielt jedoch nur ganze 46 Sekunden. Die Gäste mit der schnellen Antwort, Justin Florek war am Ende derjenige, der die Scheibe im Tor unterbringen konnte – 1:1 (28.).
Schockte die Eisbären aber nicht, die kurze Zeit später einen guten Wechsel hatten, sich im Iserlohner Drittel festsetzen konnten und gute Möglichkeiten herausspielten. Einzig am Abschluss war noch zu feilen.
Als Florian Kettemer nach 33 Minuten in die Kühlbox musste, bewies Maximilian Franzreb seinen Kritikern, warum er ein guter Goalie ist. Die Roosters mit einem bärenstarken Powerplay und richtig guten Chancen. Franzreb musste ein ums andere Mal eingreifen und parierte die Schüsse glänzend. Da hatten die Eisbären viel Glück gehabt und mussten sich bei Franzreb bedanken.
Dann sollte der Schlüsselmoment folgen, so machte es jedenfalls IEC-Coach Rob Daum nach dem Spiel auf der PK aus. Danny Richmond mit einem Sahne-Pass auf Jamie MacQueen, erneut kam es zum Duell MacQueen vs. Dahm, erneut tanzte MacQueen Dahm aus und schon lagen die Eisbären mit 2:1 vorne (39.). Was zugleich auch der Pausenstand war.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Ins letzte Drittel wären die Gastgeber beinahe mit einem Paukenschlag gestartet. Florian Busch, welcher sein Saison-Debüt feierte, mit dem Zuspiel auf Brandon Ranford, doch dessen Schuss landete nur am Pfosten. Ranford hatte auch die nächste große Chance, nach Zuspiel von Kumpel Colin Smith hatte die neue Nummer 10 der Eisbären das leere Tor vor sich, brachte den Puck aber nicht im selbigen unter. Smith machte es anschließend besser. Kai Wissmann mit einem satten Schuss von der blauen Linie, Dahm ließ den Puck prallen und der landete direkt vor dem Arbeitsgerät von Colin Smith, welcher dankend annahm – 3:1 (46.).
Die Eisbären kurz darauf mit einer doppelten Überzahl, der Treffer sollte aber erst bei einfacher Überzahl fallen. Jamie MacQueen und James Sheppard mit einem Doppelpass, MacQueen zog dann ab und hämmerte den Puck ins Iserlohner Tor, der Hattrick war perfekt und die Eisbären lagen 4:1 vorne (51.).
Das sollte doch die Entscheidung gewesen sein, dachten vermutlich alle in der Arena am Ostbahnhof. Leider auch die Mannschaft, die Iserlohn auf einmal und völlig ohne Grund wieder ins Spiel kommen ließ. Was Coach Jodoin wütend machte. Er fand das nicht gut, dass man Iserlohn unnötig wieder hat ins Spiel kommen lassen und den jungen Goalie Maximilian Franzreb im Stich ließ. So geschehen bei eigener Überzahl. Jon Matsumoto fing einen Aufbaupass der Eisbären ab, kam frei zum Abschluss und ließ Franzreb keine Chance – 4:2 (52.).
Viereinhalb Minuten vor dem Ende wurde die Partie wieder spannend. Jon Matsumoto mit dem Schuss von außen, Franzreb pariert, die Scheibe lag aber frei. Matsumoto stocherte nach und brachte die Scheibe Richtung Torlinie, wo Justin Florek lauerte und zum 4:3 einnetzen konnte (56.). Da müssen die Eisbären entscheidender eingreifen, Franzreb unterstützen und die Scheibe raus bringen.
Zum Glück sollte es der letzte Treffer der Partie gewesen sein, wenn gleich Iserlohn am Ende noch einmal alles probierte, auch ohne Goalie, aber die Eisbären brachten das 4:3 über die Zeit.

Ein enorm wichtiger Sieg und enorm wichtige drei Punkte, gerade aus dem Grund, weil jetzt drei schwere Auswärtsspiele in Folge anstehen. Sah auch Clément Jodoin so, der es als äußerst wichtige drei Punkte ansah. Er war sehr froh über die drei Punkte und über Maxi Franzrebs ersten Ligasieg mit den Eisbären. Aber die angesprochenen Turnovers machen ihm zu Recht Sorgen. Die Eisbären fingen stark an und auf einmal und ohne Grund lief ihr Spiel nicht mehr rund und es häuften sich die unnötigen Puckverluste.
Im Mitteldrittel musste man sich dann bei Goalie Franzreb bedanken, dass er beim Stand von 1:1 mehrfach glänzend parieren konnte und den Eisbären so die Chance gab, kurz vor Drittelende selbst in Führung zu gehen. Diese konnte man im Schlussdrittel ausbauen und wähnte sich bereits auf der Siegerstraße. Und damit machte man das Spiel wieder spannend, denn die Konzentration ließ nach und man brachte Iserlohn zurück ins Spiel, was Trainer Jodoin sehr sauer machte. Die Jungs werden sich nach diesem Spiel einiges vom Trainer angehört haben müssen.
Goalie Maximilian Franzreb brachte es nach dem Spiel auf den Punkt, als er in der Mixed-Zone sagte, „wir können besser spielen über 60 Minuten, aber die Saison ist noch lang und wenn wir jetzt anfangen, nach hinten heraus immer besser zu spielen, sollte es am Ende ein gutes Ergebnis geben„.

Uwe Krupp: „München hat ein paar Kleinigkeiten besser gemacht als wir“

Sean Backman (zweifacher Torschütze gegen München):

Ich denke, beide Mannschaften hatten Phasen, in denen sie besser waren als das andere Team. München hat aus unseren Fehlern Kapital geschlagen und sich so am Ende durchgesetzt. Aber ich mochte unseren Widerstand im dritten Drittel. Wir lagen mit drei Toren hinten, andere Teams hätte das zurückgeworfen, aber unser Team hat viel Charakter, also war es gut, dass wir uns zurück gekämpft haben. 

Nick Petersen (zweifacher Torschütze gegen München):

Ein 2:0-Vorsprung in der Serie wäre großartig gewesen, aber München ist ein gutes Team. Sie sind gut raus gekommen, haben ihre Chancen genutzt, vor allen Dingen in Überzahl. Wir haben nicht unser bestes Eishockey gespielt, vor allen Dingen in Drittels Eins und Zwei. Danach haben wir einen Anschub bekommen. Es war aufregend, wir hatten die Chance auszugleichen, aber das Spiel haben wir schon im zweiten Drittel verloren. 

Martin Buchwieser (Stürmer Eisbären Berlin):

Nachdem wir die zwei Überzahlgegentore gekriegt haben und dann das 3:1, waren wir eigentlich am 3:2 dran, kriegen dann aber leider das 4:1. Dann ist es gegen so eine Mannschaft einfach schwer. Zum Schluss sind wir zwar noch einmal ran gekommen, aber die Mannschaft ist einfach zu gut, dass man so einen Rückstand aufholt. 

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin):

München ist gut gestartet und hat aus ihren Chancen Kapital geschlagen. Wir sind dann besser ins Spiel gekommen nach dem ersten Drittel und haben auch die Torchancen gehabt, haben aber leider nicht die Tore gemacht. So sind wir der Führung immer etwas hinterher gelaufen. Und am Ende im letzten Drittel hat sich München darauf verlassen, das Ergebnis zu verwalten und dadurch sind wir noch einmal heran gekommen. München hat ein paar Kleinigkeiten besser gemacht als wir und die kleinen Fehler, die wir gemacht haben, besser ausgenutzt. 

Don Jackson (Trainer EHC Red Bull München):

Kompliment an die Mannschaft, wie wir heute gestartet sind. Hochkonzentriert und fokussiert, besonders in den ersten zwei Dritteln. Aber am Ende war es wieder ein enges Spiel, mit dem besseren Ende für uns.

Uwe Krupp (links) und Don Jackson (rechts) bei der Pressekonferenz. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Uwe Krupp: „Wir fahren nicht nach Nürnberg, um zu verlieren“

Marcel Noebels im Interview nach dem Spiel (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Marcel Noebels (Stürmer Eisbären Berlin/Torschütze zum 2:2):

Zunächst glaube ich, war es ein wichtiges Spiel für uns. Wir haben uns das Leben leider nochmal schwer gemacht. Wir haben 4:2 geführt. Zwei Fehler, die nicht passieren dürfen in so einer Situation. Aber wir haben zurück gekämpft, wir haben uns nicht beeindrucken lassen. Wir haben unser Spiel weiter gespielt in der Verlängerung und ja, ich glaube zu Recht gewonnen heute. Wir haben trotzdem ein gutes Spiel gemacht, haben uns zurückgefunden. Wir sind nicht eingebrochen, was auch ein Charakter zeigt. Ein wichtiger Sieg in so einer Best-of-Three-Serie.

André Rankel (Stürmer und Kapitän Eisbären Berlin):

Wir haben einen Weg gefunden zu gewinnen. Wir waren das ganze Spiel über die bessere Mannschaft, haben das Spiel dominiert. Wir hatten dann zwei Minuten drin, wo wir ein bisschen den Faden verloren haben und die haben dann zwei Tore geschossen. Aber wir sind gut zurückgekommen, haben Moral gezeigt und am Ende noch gewonnen. 

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin):

Beide Mannschaften kämpfen um jeden Zentimeter. Nürnberg war heute hier, um das Spiel zu gewinnen. Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt. Wir haben mehr investiert als im letzten Spiel in Nürnberg und wir waren besser im Spiel. Wir hatten am Ende auch eine gute Führung, aber Nürnberg ist eine gute Mannschaft, die noch einmal einen Weg gefunden hat, das Spiel auszugleichen. Für uns ging es in der Overtime wieder darum, einen Weg zu finden und den hat die Mannschaft wieder gefunden. Wir fahren nicht nach Nürnberg, um zu verlieren. 

Rob Wilson (Trainer Thomas Sabo Ice Tigers):

Es war wieder ein sehr hartes Spiel. Die Eisbären sind ins erste Drittel besser gestartet. Es stand nur 1:0, darauf wollten wir aufbauen. Wir haben dann ein besseres zweites Drittel gespielt, haben zwei schnelle Tore geschossen und hatten die Führung, welche dann wieder gewechselt hat. Im letzten Drittel konnten die Eisbären auch zwei schnelle Tore schießen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie nochmal zurückgekommen ist. Wir hatten auch die ein oder andere Chance in der Verlängerung, aber die Eisbären wurden dann belohnt.

Uwe Krupp (links) und Rob Wilson (rechts) bei der Pressekonferenz. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Uwe Krupp: „Spiel Drei ist immer sehr wichtig in einer Best-of-Seven-Serie“

Louis-Marc Aubry (Stürmer Eisbären Berlin):

Es war ein knappes Spiel. Harte Zweikämpfe, physisch und eng. Nicht viele Torchancen, nur Versuche, die Pucks ins Netz zu bringen. Ein schwieriges Spiel, aber wir sind glücklich, dass wir uns durchgesetzt haben. Nürnberg spielt gutes Hockey. Wir müssen einfach so weitermachen wie bisher. Es steht 2:1, also ist erst die Hälfte geschafft. Wir brauchen noch zwei weitere Siege und bis dahin ist noch ein weiter Weg. Es ist noch keine Zeit zum Ausruhen. Wir müssen in zwei Tagen wieder frisch und bereit sein. 

Nick Petersen (Stürmer Eisbären Berlin):

Es war ein großer Sieg für uns heute. Jeder hat hart gearbeitet heute. Es war ein ausgeglichenes und hart umkämpftes Spiel. Wir sind sehr glücklich über den Sieg heute. 

Jens Baxmann Verteidiger Eisbären Berlin):

Wir hätten das Spiel nach dem 3:1 natürlich auch sehr gerne durchgebracht. Es ist uns leider nicht gelungen. Man hat gesehen, wie eng beide Mannschaften beieinander sind und dass es eine sehr, sehr enge Serie ist. Das war in der Hauptrunde schon so, da lag nur ein Punkt zwischen beiden Teams. Es sind beides gute Teams und heute hatten wir das bessere Ende. 

Uwe Krupp: (Trainer Eisbären Berlin)

Spiel Drei ist natürlich immer ein sehr wichtiges Spiel in jeder Best-of-Seven-Serie. Wir sind natürlich froh, dass wir das Spiel heute Abend für uns entscheiden konnten. Beide Mannschaften kämpfen um jeden Zentimeter. Es ist wirklich eine sehr enge Angelegenheit. Im letzten Spiel hatte Nürnberg den Break in der Overtime, heute waren wir an der Reihe. Jetzt heißt es erholen und in zwei Tagen geht es weiter. 

Rob Wilson (Trainer Thomas Sabo Ice Tigers):

Es war ein hartes Spiel. Man sieht, wie sehr beide Mannschaften den Sieg wollen. Beide spielen sehr hart. Wir müssen uns jetzt wieder sortieren. Wir haben uns vorher gesagt, dass wir ein Spiel hier in Berlin gewinnen müssen. Das war wohl nicht für heute bestimmt. 

Uwe Krupp (links) und Rob Wilson (rechts) bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de)

Frank Hördler: „Wir haben die Kleinigkeiten heute richtig gemacht“

Frank Hördler im Interview nach Spiel Eins. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Der erste Schritt Richtung Finale ist gemacht. Mit 5:1 setzten sich die Eisbären Berlin am Donnerstagabend in der Arena am Ostbahnhof gegen die Thomas Sabo Ice Tigers durch und liegen somit nun mit 1:0 in der Halbfinalserie vorne. Doch so klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war das Spiel bei weitem nicht. Viel mehr waren die Nürnberger vom Pech verfolgt und die Eisbären machten immer zum richtigen Zeitpunkt ihre Tore. Einen Treffer erzielte Frank Hördler, welcher den Schlüssel zum Sieg wie folgt beschrieb:

Der Schlüssel zum Erfolg kurz und knapp: Solide stehen, nach vorne viel arbeiten und die Chancen nutzen. Und wir hatten relativ viele Chancen. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet. Nürnberg steht sehr kompakt in der neutralen Zone und ich denke, wir haben das sehr gut überbrückt und uns gut festgesetzt in deren Drittel. Wir haben dadurch auch viele Chancen kreiert und sind auch gut zum Tor gegangen. Wir haben die Kleinigkeiten heute richtig gemacht. 

Thomas Oppenheimer fand die Höhe des Sieges nicht wirklich wichtig, für Ihn zählte einzig und allein der Sieg an sich:

Das Ergebnis ist mir nicht so wichtig. Der Sieg ist aber enorm wichtig. Wenn du mit einem Sieg in die Serie startest, tut das jedem gut und gibt uns noch mehr ein gutes Gefühl für das nächste Spiel. 

Jamie MacQueen fand, dass der Spielplan voll aufgegangen ist:

Sie haben sehr, sehr große Verteidiger und einen sehr guten Torhüter. Von daher war der Plan, dass wir den Puck haben und hinter die Verteidiger bringen wollten. Dadurch wollten wir unsere Chancen kreieren und dieser Plan ist voll aufgegangen. 

Marcel Noebels fand den Sieg ein wenig zu hoch: 

Im Endeffekt ein bisschen zu hoch. Die letzten beiden Tore kann man glaube ich weg lassen. Im Endeffekt haben wir ein bisschen Glück gehabt. Vor allem im zweiten Drittel, da war Nürnberg ganz schön am Drücker. Da haben wir keins kassiert und im Gegenzug machen wir ein ganz wichtiges Tor. Dann steht’s 2:0 und von da an hatten wir das Spiel eigentlich unter Kontrolle. 

Eisbären-Coach Uwe Krupp war mit 50 Minuten der Partie zufrieden:

In den ersten zehn Minuten waren wir etwas nervös, wir haben den ein oder anderen Konter zugelassen. Aber mit dem ersten Tor kam ein bisschen Sicherheit in unser Spiel und dann sind wir eigentlich die gesamten 50 Minuten marschiert und haben unser Spiel gespielt. Heute haben wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Nürnberg hat Pfosten und Latte getroffen. 

Patrick Köppchen haderte nach dem Spiel mit der Chancenverwertung seiner Nürnberger Mannschaft:

Wir hatten einen offenen Schlagabtausch. Wir haben unsere Chancen nicht ganz so genutzt, wie wir es hätten wollen. Berlin ist eine tolle Mannschaft, das haben sie die ganze Saison unter Beweis gestellt. Es ist nur ein Spiel und die Serie hat erst angefangen. 

Rob Wilson, Trainer der Franken, war nicht wirklich zufrieden mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft gespielt hat:

Ich war nicht wirklich froh darüber, wie wir gespielt haben. Die Schiedsrichter haben einen guten Job gemacht, sie haben das Spiel laufen lassen. Wir haben entscheidende Fehler zu falschen Zeiten gemacht. Und in den Playoffs wird sowas bestraft.

Uwe Krupp (links) und Rob Wilson (rechts) bei der Pressekonferenz nach Spiel Eins. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Martin Buchwieser: „Sind mit einem blauen Auge davon gekommen“

Martin Buchwieser (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Das Ende der Viertelfinalserie zwischen den Eisbären Berlin und den Grizzlys Wolfsburg bot noch einmal alles, was diesen tollen Sport so ausmacht. Spannung bis zum Ende, ständige Führungswechsel, eine furiose Schlussphase, drei Videobeweise, strapazierte Nerven. Zum Glück mit dem besseren Ende für die Eisbären, aber dennoch muss man der Wolfsburger Mannschaft für ihren Willen, ihre Moral und ihren Kampfgeist ein Riesen Kompliment aussprechen. Trotz der dünnen Personaldecke haben sie es bis zum Ende versucht und den Eisbären einen großen Kampf geliefert. 

Am Ende überwog bei den Eisbären natürlich die Freude über den Sieg und das Weiterkommen. Stürmer Martin Buchwieser meinte, man sei noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen:

Wir lagen drei Minuten vor Schluss zwei Tore vorne. Es ist bitter, wenn man es dann so spannend macht, aber ja, wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Wir haben nicht mehr ganz so konsequent gespielt in den letzten zehn Minuten, aber die Konzentration war schon noch da. Aber es waren einfach zwei blöde Gegentore Wir sind als Mannschaft gut zurück gekommen und haben verdient gewonnen.

Stürmer Marcel Noebels haderte mit der Leistung in den letzten fünf Minuten, welche einfach nicht ausreichend ist, um ein Spiel zu gewinnen:

Für uns Spieler und Trainer war es leider so ein Spiel, wo man sagen muss, dass es nicht so in unsere Karten gespielt hat am Ende. Die letzten fünf Minuten waren einfach nicht gut genug, um zu gewinnen. Nach dem 5:3 haben wir uns schon ein bisschen zu sicher gefühlt. Aber Wolfsburg hat Comeback-Qualitäten und das haben sie wieder gezeigt. Sie haben unsere Fehler eiskalt ausgenutzt und deshalb mussten wir Extra-Schichten schieben, haben aber glücklicherweise in der Overtime gewonnen. 

Siegtorschütze Rihards Bukarts fand es einfach nur wichtig, dass das Team am Ende den Sieg eingefahren hat:

Am Ende haben wir gewonnen und das ist das Wichtigste. Wir haben die Serie zu Hause beenden können und nun ein paar Tage zum ausruhen. Es war ein guter Job der Jungs, wie wir nach dem 1:3 zurückgekommen sind. Es war ein großer Sieg für uns, welcher uns in Zukunft helfen wird. 

Eisbären-Coach Uwe Krupp war sichtlich erleichtert, dass seine Mannschaft die Serie für sich entschieden hat, denn er sah eine sehr enge Serie zwischen Berlin und Wolfsburg:

Ich freue mich riesig für meine Jungs für den Sieg heute und den Gewinn der Serie. Jeder hat gesehen, wie Wolfsburg sich verkauft hat und wie gut sie gespielt haben in der Serie. Da war kein einziges Spiel dabei, wo ich das Gefühl hatte, wir waren dominant über 60 Minuten. Selbst das 8:1 war ein Spiel, dass erst mit einigen Toren entschieden wurde. Wir haben gesehen und wussten, dass Wolfsburg immer wieder eine Mannschaft ist, die die Möglichkeit hat zurückzukommen. Das haben sie auch heute wieder unter Beweis gestellt. Umso mehr freut mich, dass wir einen Weg gefunden haben. Manchmal gibt es Spiele, da musst du zeigen, dass du Spiele 1:0 oder 2:1 gewinnen kannst. Und du musst auch zeigen, dass du Spiele 6:5 oder 7:6 gewinnen kannst. Und in dieser Serie haben wir, glaube ich, beide Gesichter gezeigt. Es ist eine Top-Leistung, aber es geht jetzt weiter und der Blick ist auf das Halbfinale gerichtet. 

Pavel Gross, der sein letztes Spiel als Wolfsburg-Coach absolvierte, sprach seiner Mannschaft großen Respekt aus:

Wenn man die fünf Spiele sieht, muss man sagen, Berlin war optisch die bessere Mannschaft und ist verdient weiter gekommen. Trotzdem möchte ich sehr viel Respekt zeigen und aussprechen vor unserer Mannschaft. Wir wussten, dass wir Top-Leute draußen hatten. Das ist aber Playoff-Zeit, ich nehme es nicht als Ausrede. Unsere Jungs haben gute Arbeit geleistet, sie haben immer geackert und sind auch heute zweimal zurückgekommen. Traurig ist, du schießt sechs Tore hier und du gehst mit leeren Händen nach Hause. Aber das ist Eishockey, Berlin hat eine starke Mannschaft. Aber wir können trotzdem stolz darauf sein. Nicht jedes Jahr ist ein super Jahr. Dieses Jahr hat es nicht geklappt. 

Uwe Krupp (links) und Pavel Gross (rechts) bei der Pressekonferenz nach dem fünften Viertelfinalspiel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Jens Baxmann: „Haben die richtige Antwort gegeben“

Foto: eisbaerlin.de/walker

Jens Baxmann:

Ich glaube, wir haben die richtige Antwort gegeben. Wir haben das ganze Spiel diszipliniert gespielt. Wolfsburg hatte eine sehr, sehr kleine Bank. Nach dem 4:0, 5:0 denke ich mal, dass die Wolfsburger auch einen Gang raus genommen haben, um sich für das nächste Spiel zurückzuhalten. Wir sind eine Mannschaft, die auf dem Boden bleib,. Da wird jetzt keiner durchdrehen, weil wir ein paar Tore mehr geschossen haben. Wenn wir gut spielen und unsere Leistung zeigen, sowie diszipliniert sind, werden wir auch in Wolfsburg eine Chance haben, das Spiel zu gewinnen. 

 

Danny Richmond:

Der Sieg war durchaus verdient. Wir haben auch gut gespielt in Spiel Zwei in Wolfsburg, allerdings haben wir da zu viele Strafzeiten bekommen. Das wollten wir nicht mehr machen und das ist uns gelungen. Playoffs ist immer eine Frage des Momentums. Das ist gerade auf unserer Seite und deshalb müssen wir bei unserem Spielplan bleiben. Man darf Wolfsburg aber nie und nimmer unterschätzen. Das ist eine Mannschaft mit Erfahrung. 

Marcel Noebels:

Nach dem letzten Spiel wussten wir, was wir ändern müssen. Wir haben zu viele Strafzeiten im letzten Spiel genommen, zu viele unnötige Strafzeiten. Heute haben wir es ganz gut hinbekommen, diszipliniert zu spielen, einfach zu spielen. Das war der Spielplan von Anfang an. Wir haben hinten raus gut gespielt und vorne unsere Chancen genutzt.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Uwe Krupp:

Es war ein wichtiges Spiel. In den Playoffs ist es immer wichtig, dass du dein Heimvorteil so lange wie möglich halten kannst. Das Ergebnis ist etwas zweitrangig. Wichtig war, dass wir heute gewonnen haben. 

Björn Krupp:

Ich glaube, acht Gegentore sind ein bisschen zu viel. Wir wussten sofort, dass Berlin bereit sein wird heute. Ich glaube, wir müssen alle mal in den Spiegel gucken und Mittwoch unser Spiel zeigen. 

Pavel Gross:

Ich gratuliere Uwe und seiner Mannschaft zu dem Sieg. Und in zwei Tagen geht’s weiter.