2:3 n.P. gegen Ingolstadt: Eisbären kassieren zweite Niederlage nach Penaltyschießen in Folge

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #25:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Dienstagabend gegen den ERC Ingolstadt knapp verloren. Am Ende hieß es 2:3 n.P. Zwei Drittel lang enttäuschten die Eisbären ihre Fans. Erst im letzten Drittel wurde es besser, zum Sieg reichte es am Ende aber nicht mehr.

Frans Nielsen kehrte für das erste von fünf Spielen in acht Tagen zurück ins Line-up der Mannschaft von Head Coach Serge Aubin. Er bildete zusammen mit Matt White und Kevin Clark die zweite Reihe. In der Top-Formation gegen die Schanzer standen heute Marcel Noebels, Zach Boychuk und Dominik Bokk. Noebels bekam somit zwei neue Reihenpartner, nachdem er am Sonntag in Düsseldorf noch Blaine Byron und Mark Zengerle an seiner Seite hatte. Byron fand man heute in Reihe drei, wo er an der Seite von Yannick Veilleux und Manuel Wiederer stürmte. Und Zengerle rückte in die nominell vierte Reihe, wo zudem noch Sebastian Streu und Johan Södergran zu finden waren. Marco Baßler war als 13. Stürmer im Kader.
In der Defensive blieben alle drei Verteidiger-Pärchen gleich: Morgan Ellis/Eric Mik; Kai Wissmann/Jonas Müller; Simon Després/Frank Hördler. Einzig zwischen den Pfosten gab es in der Verteidigung eine Änderung. Mathias Niederberger kehrte zurück ins Tor, Tobias Ancicka nahm auf der Bank Platz.

Beide Mannschaften trafen zum vierten und letzten Mal in der Hauptrunde aufeinander. Bisher gewannen die Eisbären zwei der drei Duelle. Das erste Spiel in Berlin gewann man mit 6:3, zudem gewann man das zweite Aufeinandertreffen in Ingolstadt mit 4:3. Den ersten Vergleich bei den Schanzern hatte man noch mit 2:5 verloren.

Während die Eisbären nach wie vor an der Tabellenspitze thronen, ging es für die Gäste aus Ingolstadt um wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Playoffs. Und vor allem wollten die Schanzer endlich zurück in die Erfolgsspur finden, denn die letzten drei Ligaspiele verlor die Mannschaft von Trainer Doug Shedden in Folge. Insgesamt neun der letzten zehn Spiele verlor der ERCI. Aber auch die Hauptstädter verloren zwei der letzten drei Spiele. Während das bei den Eisbären eher ein Ausrutscher zu sein scheint, ist es bei Ingolstadt bereits eine handfeste Krise. Und ein Ende dieser ist kaum in Sicht. Vielleicht wurde es ja heute an der Spree besser.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Ein Spektakel war jedenfalls nicht zu erwarten, war es doch eines dieser ungeliebten Dienstagsspiele. Dementsprechend leer war auch die Arena am Ostbahnhof. Und das erste Drittel bewies gleich einmal, wie langweilig Dienstagsspiele sein können. Kein Spielfluss, kein Tempo, viele Stockfehler, kaum Torchancen, wenig Körpereinsatz. Manchmal wirkte es wie ein Testspiel in Vorbereitung auf die neue Saison. Dass es für Ingolstadt um wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs ging merkte man jedenfalls nicht.
Die Eisbären waren die aktivere Mannschaft. Sie verbrachten mehr Zeit im Angriffsdrittel als die Schanzer. Nur hatten sie das Problem, dass die Pässe nicht sauber gespielt wurden und es so des Öfteren Probleme bei der Scheibenannahme gab. Manchmal stellte selbst der Pass zum Mitspieler die Spieler vor eine Herausforderung. Nein, vom Hocker riss dieses Spiel hier wahrlich niemanden.
Als man sich schon mit einem 0:0 nach 20 Minuten anfreunden wollte, schlugen die Gäste hier eiskalt zu. Colton Jobke hatte einfach mal von der blauen Linie abgezogen, Chris Bourque hielt die Kelle in den Schuss und schon stand es 0:1 (18.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die Kabinen. Nun waren die Eisbären gefordert, hier mal ein, zwei Gänge hochzuschalten und zum Eisbären-Eishockey zu finden. Denn bis hierhin war das noch gar nichts, was sie hier zeigten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Doch zu Beginn des Mitteldrittels war davon noch nicht viel zu sehen. Eher war es Ingolstadt, welche offensiv in Erscheinung traten, da aber auch nicht für so viel Gefahr sorgen konnten. Hinten standen die Mannen von Coach Doug Shedden sehr kompakt und ließen kaum Räume für die sonst so starke Eisbären-Offensive. Den Berlinern mangelte es heute an allem, was sie in dieser Saison bisher so ausgezeichnet hatte. Vorne spielte man es zu kompliziert, ließ jegliche Spielfreude und jeglichen Spielwitz vermissen. Man fand einfach keinen Schlüssel gegen die Defensive des ERCI, auch nicht in Überzahl. Wobei das jetzt ehrlich gesagt nicht überraschte, denn das ist und bleibt das große Sorgenkind der Eisbären in dieser Saison.
Die Eisbären versuchten fortan alles, konnten sich auch im Drittel der Panther festsetzen, nur mangelte es dann an der nötigen Bewegung. Die Scheibe lief zwar, aber die Spieler nicht. Und vor dem Tor „parkte“ auch kein Spieler, um dem Ingolstädter Goalie mal die Sicht zu nehmen. Aber warum auch, Schüsse kamen ja eh selten auf das Tor von Kevin Reich. Und wenn, waren sie eine sichere Beute des Ingolstädter Goalies.

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Mit zunehmender Spieldauer wurden aber auch die Schüsse der Eisbären etwas präziser und gefährlicher, doch noch hielt Reich seinen Kasten sauber. Das galt aber nicht für Mathias Niederberger. Ingolstadt mit dem ersten Powerplay in diesem Spiel. Die Schanzer fanden schnell in ihre Formation, die Scheibe lief sehr gut, Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry setzte Justin Feser in Szene und dessen Onetimer passte ganz genau – 0:2 (33.). Der erste Gegentreffer seit zehn Spielen ohne Gegentor in Unterzahl. Passte irgendwie zu diesem Auftritt heute.
Wie kompliziert man ein Überzahlspiel aufziehen kann, zeigten kurz darauf die Eisbären. Die Scheibe lief und wurde hin und her gepasst. Das war es dann aber auch, denn das Wichtigste hatte man vergessen – den Abschluss.
Dass es heute irgendwie nicht rund lief, sah man an einer Szene in der 37. Spielminute. Die Eisbären eroberten im eigenen Drittel mal die Scheibe und konnten zum schnellen Konter ansetzen. Die Eisbären fuhren ein 3-auf-2, normalerweise hätte Matt White die Scheibe schnell verteilt, doch er versuchte es alleine und verrannte sich dabei. So vergab man leichtfertig eine gute Chance. Irgendwie verzettelten sich die Eisbären heute mehr in Einzelaktionen anstatt es mal als Team zu versuchen.
Ein weiter Beleg für den schlechten Auftritt der Berliner? Kurz vor der zweiten Drittelpause konnten sich die Panther mal im Angriffsdrittel festsetzen und sich die Scheibe munter hin und her passen. Die Eisbären ließen das auch zu, störten sie überhaupt nicht dabei und ließen sie in Ruhe passen. Nein, der Auftritt heute war eines Tabellenführers unwürdig. So ging man mit einem verdienten 0:2-Rückstand in die zweite Drittelpause.

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Das Schlussdrittel begann mit einem Powerplay für Ingolstadt. Gefahr war also angesagt, doch die Eisbären überstanden dieses Unterzahlspiel schadlos. Das sollte nun neue Motivation und neues Selbstvertrauen für die letzten 20 Minuten geben. Und beinahe hätten die Eisbären auch sofort die Aufholjagd gestartet. Simon Després hatte das vermeintliche 1:2 erzielt. Doch die beiden Hauptschiedsrichter Andrew Wilk und Rainer Köttstorfer gaben das Tor nach Ansicht des Videobeweises nicht, da der Torhüter behindert wurde. Ärgerlich aus Sicht der Hausherren, denn das wäre der perfekte Auftakt in die letzten 20 Minuten gewesen.
Doch der Anschlusstreffer wurde nur verschoben. Bei 4-gegen-4 auf dem Eis fuhr Dominik Bokk mal über rechts ins Angriffsdrittel und zog einfach mal aus dem Handgelenk ab. Mit Erfolg, sein Schuss schlug über der Stockhandseite von Kevin Reich ein – 1:2 (47.). Gut, bei 123 Km/h war der aber auch nicht wirklich zu halten. Und in diesem Fall war eine Einzelaktion endlich mal erfolgreich.
Nun waren die Eisbären drin im Spiel und hielten den Druck aufrecht. Die Schüsse waren nun auch deutlich gefährlicher als noch zuvor. Aber hinten musste man aufpassen, dass man die Konzentration hoch hielt. Denn einmal wäre ein Patzer in der Defensive bestraft worden, doch Mathias Niederberger rettete in höchster Not.
Vorne bot sich den Hauptstädtern kurz nach dem Powerbreak die große Chance zum Ausgleich. Louis-Marc Aubry musste wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank und ermöglichte seinem Ex-Verein somit ein Powerplay. Das Überzahlspiel sah schon etwas besser aus, man ließ die Scheibe schnell laufen, fand aber keine Lücke, um den gefährlichen Schuss anzusetzen. So überstanden die Schanzer diese brenzlige Situation und hielten weiterhin die knappe 2:1-Führung.
Aber die Berliner machten weiter ordentlich Druck und setzten sich im Angriffsdrittel fest. Mit Erfolg, denn in der 54. Spielminute klingelte es zum zweiten Mal an diesem Abend im Ingolstädter Tor. Mark Zengerle spielte die Scheibe an der blauen Linie rüber zu Marcel Noebels, welcher per Onetimer abzog. In diesen hielt Zach Boychuk die Kelle rein und glich somit verdient zum 2:2 aus.
Nachdem man am Sonntag noch ein 0:2 verspielt hatte, holte man heute selbst ein 0:2 auf. Und nun liefen die Eisbären richtig heiß und nahmen Kevin Reich unter Beschuss. Ingolstadt konnte nur ganz selten mal für Entlastung sorgen. Vieles sprach jetzt für den nächsten Heimsieg der Eisbären. Doug Shedden wollte seiner Mannschaft nochmal ein wenig Entlastung verschaffen und nahm 66 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Das verhalf seiner Mannschaft zum Punktgewinn in der Hauptstadt. Und zudem nahm Ingolstadt noch 1:39 Minuten Powerplay mit in die Verlängerung.

Dort bot sich den Schanzern also die Riesenchance für den Zusatzpunkt. Doch die Eisbären bewiesen einmal mehr, wie stark sie im Penaltykilling sind. Sie überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor. Fortan setzten sich die Berliner im Angriffsdrittel fest und Ingolstadt stark unter Druck. Kevin Clark hatte den Siegtreffer auf dem Schläger, scheiterte aber an Kevin Reich. Und so musste wie bereits am Sonntag in Düsseldorf das Penaltyschießen für die Entscheidung sorgen. Durchaus keine Parade-Disziplin der Hauptstädter. Das hat man in Düsseldorf erst wieder schmerzlich erfahren müssen.

Das Penaltyschießen war ein Spiegelbild des Spiels. Die Eisbären führten diesmal mit 2:0, doch Ingolstadt glich zum 2:2 aus. Matt White und Dominik Bokk hatten bis dahin sehr sehenswert für Berlin getroffen, Frederik Storm und Chris Bourque glichen jedoch für die Schanzer aus. Und dann kam es, wie es kommen musste. Dave Warsofsky versenkte den entscheidenden Penalty, während Matt White an Kevin Reich scheiterte.

Mit 40 Minuten Verspätung waren die Eisbären im Spiel angekommen. Zwei Drittel lang taten sich die Berliner schwer, fanden nicht zu ihrem Spiel, verzettelten sich zu oft in Einzelaktionen und ließen die Spielfreude und den Spielwitz der letzten Wochen vermissen. Ingolstadt war hier aber keinesfalls besser als die Eisbären, viel mehr waren sie gleich schlecht, dennoch führten sie nach 40 Minuten mit 2:0. Weil sie ihre wenigen Chancen eben effektiv nutzten. Erst im Schlussdrittel sah man endlich wieder Eisbären-Eishockey und prompt traf man zweimal und glich zum 2:2 aus. Danach war der Sieg zum greifen nah, man konnte seine Überlegenheit aber nicht ausnutzen. So musste am Ende das Penaltyschießen über den Sieg entscheiden. Das gleicht ja immer einer Glücks-Lotterie, in der diesmal Ingolstadt das bessere Ende auf seiner Seite hatte.
Für die Eisbären war es damit die zweite Niederlage in Folge und ein weiterer Beweis dafür, dass ein Eishockeyspiel 60 Minuten dauert. Zwei Drittel lang bot man den 4.835 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof Magerkost. Ein starkes Drittel sicherte am Ende zwar noch den einen Punkt, doch zu mehr reichte es eben nicht mehr. Head Coach Serge Aubin wird seine Schlüsse aus diesem Spiel ziehen. Ausgerechnet so kurz vor den Playoffs fangen die Eisbären an zu schwächeln. Natürlich geht es für die Gegner zurzeit um wichtige Punkte, während die Eisbären vermeintlich den Hauptrundensieg schon in der Tasche haben. Vielleicht fehlen den Jungs da die letzten, entscheidenden Prozente, um die Spiele für sich zu entscheiden. 

4:3 in Ingolstadt: Zwei Rückkehrer-Tore, Jubiläum von Marcel Noebels und ein angefressener Yannick Veilleux nach Spielende

Die Eisbären Berlin haben ihre drei Spiele andauernde Niederlagenserie beendet. Am Mittwochabend gewann der Deutsche Meister sein Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt mit 4:3 (3:1,1:1,0:1) und festigte damit die Tabellenführung. Beide Mannschaften boten eine hochklassige Partie, in der es in hohem Tempo hin und her ging. Am Ende waren die Berliner der durchaus verdiente Sieger.

Eisbären-Coach Serge Aubin konnte endlich wieder auf volle vier Reihen zurückgreifen, denn mit den beiden Stürmern Yannick Veilleux und Manuel Wiederer kehrten zwei Spieler zurück ins Line-up. Das führte dazu, dass Aubin alle vier Reihen umstellte. Die erste Reihe bildeten Marcel Noebels, Matt White und Leo Pföderl. In Reihe Zwei stürmte Rückkehrer Veilleux an der Seite von Mark Zengerle und Giovanni Fiore. Blaine Byron rotierte aus der Paradereihe in die dritte Formation, wo er zusammen mit dem zweiten Rückkehrer Wiederer und Kevin Clark spielte. Und die vierte Reihe war die Youngster-Formation, denn die bildeten Allrounder Eric Mik, Sebastian Streu und Marco Baßler.
In der Defensive blieb nur das Duo Frank Hördler/Simon Després zusammen. Morgan Ellis verteidigte heute an der Seite von Nicholas B. Jensen und Kai Wissmann mit Jonas Müller. Und zu guter Letzt gab es auch im Tor eine Änderung, denn Youngster Tobias Ancicka hütete das Berliner Tor.

Diese Mannschaft sollte die drei Spiele andauernde Niederlagenserie beenden. Einfach sollte das aber nicht werden, da es immer unbequem in Ingolstadt ist. Das haben die Berliner auch beim ersten Duell in der Saturn-Arena zu spüren bekommen, als man mit 2:5 verloren hatte. In der Hauptstadt feierte man dafür einen 6:3-Heimsieg.
Für die Schanzer war es das erste Spiel nach der Corona-Quarantäne. Davor setzte es auch für die Mannschaft von Trainer Doug Shedden drei Niederlagen in Serie. Wer würde also heute seine Serie beenden? Einiges sprach für Ingolstadt, tun sich die Berliner doch in dieser Saison gerade in den Spielen gegen die Top-5-Teams enorm schwer. Zehn Spiele gab es bisher gegen diese Teams, nur zwei davon konnte man für sich entscheiden. Ganze zehn Punkte von möglichen 30 Punkten wurden nur eingefahren. Es wurde also Zeit, diese Statistik etwas aufzubessern.

Und dafür taten sie auch gleich was. Keine drei Minuten waren gespielt, da hatte Kapitän Frank Hördler die Scheibe Richtung Tor gebracht, Rückkehrer Yannick Veilleux „parkte“ vor Danny Taylor und überwand diesen per Rückhand – 1:0. Der Traumstart für die Gäste und für Veilleux natürlich auch.
Die Eisbären erwiesen sich als effektiv und kaltschnäuzig, denn den eigentlich besseren Start hatten die Hausherren, die vom ersten Bully weg alle Scheiben auf das Berliner Tor brachten und Tobias Ancicka somit ordentlich beschäftigten. Und ein, zwei gute Chancen waren da auch dabei, doch Ancicka hielt sein Tor sauber.
Ingolstadt spielte weiter nach vorne und wollte die direkte Antwort. Aber sie hatten kein Glück im Abschluss. Das hatten dafür die Eisbären. Manuel Wiederer schoss von der rechten Bande einfach mal auf das Tor und alle dachten, die Scheibe wäre am Außennetz gewesen. War sie aber nicht, sie ging irgendwie am kurzen Pfosten durch und die Eisbären führten mit 2:0 (8.). Auch das zweite Tor wurde also von einem Rückkehrer erzielt. Wahnsinn!
Mitte des ersten Drittels war das Penaltykilling der Eisbären erstmals gefordert, Frank Hördler musste auf die Strafbank. Und das drittbeste Powerplay der PENNY DEL hatte dann sogar zwei Mann mehr auf dem Eis, da Nicholas B. Jensen seinem Kapitän folgte und die Panther so für 91 Sekunden ein 5-3-Powerplay hatten. Aber das Dreieck der Berliner stand sehr gut und ließ kaum etwas gefährliches der Schanzer zu. Bei einfacher Überzahl waren die Panther näher dran am Anschlusstreffer, aber die Gäste überstanden die Unterzahl schadlos. Dafür klingelte es, als man wieder komplett war. Matt Bodie tanzte über die ganze Eisfläche, wurde von den Eisbären nicht entscheidend gestoppt, passte die Scheibe links raus zu Jerome Flaake, welcher auf 1:2 verkürzen konnte (13.).
Jener Flaake sorgte dann aber für das erste Powerplay der Eisbären, als er wegen eines Beinstellens auf die Strafbank muss. Der Ingolstädter Torschütze hatte dabei aber Glück, dass es keine größere Strafe war, denn das sah schon ganz stark nach einem Kniecheck aus. Auf jeden Fall war das zweitschlechteste Powerplay im Einsatz. Aber das war in den letzten beiden Spielen schon besser und auch heute scorte es. Die Eisbären arbeiteten hart vor dem Tor, die Scheibe kam zu Marcel Noebels und der hatte das halbleere Tor vor sich – 3:1 (16.). Ein Jubiläumstor der Nummer 92, denn es war sein 100. DEL-Tor und zugleich sein 300. Scorerpunkt in der PENNY DEL! Herzlichen Glückwunsch, Noebi!
Die Hauptstädter also mit dem erhofften starken ersten Drittel und das gegen eine offensiv sehr gefährliche Ingolstädter Mannschaft. Aber die Berliner hatten eben mehr Glück im Abschluss als die Schanzer. Und so führte man hier nach 20 Minuten mit 3:1.

Im Mitteldrittel bot sich den Hausherren früh die Chance, in Überzahl zu verkürzen. Jonas Müller kassierte die nächste Berliner Strafzeit. Doch erneut das Penaltykilling mit starker Arbeit und so überstand man auch die nächste Unterzahl ohne Gegentor.
Kurz darauf durfte dann das Powerplay der Eisbären ran. Beim ersten Mal klingelte es ja im Ingolstädter Tor. Das zweite Überzahlspiel war diesmal aber nicht von Erfolg gekrönt, weil das Penaltykilling der Hausherren gute Arbeit leistete.
Fortan ging es hin und her, beide Teams suchten den Torabschluss, aber es ging wie im ersten Drittel weiter. Leo Pföderl kam an der blauen Linie an die Scheibe, fuhr ein Stück nach vorne und holte aus. Seine Fackel schlug hinter Danny Taylor ein – 4:1 (31.).
Eigentlich ein Duell auf Augenhöhe, beide Mannschaften hatten ihre Chancen, aber nur eine nutzte diese eiskalt aus. Und das waren eben die Berliner, die auswärts sowieso eine Macht sind. Und mit Ingolstadt hatte man ja bekanntlich auch noch eine Rechnung offen, waren die Schanzer doch eine von zwei Mannschaften (Mannheim ist das zweite Team), welches die Eisbären ohne Punkte in dieser Saison auf die Heimreise schickten.
Spätestens nach dem 4:1 hatten die Eisbären das Spiel aber komplett im Griff. Ingolstadt konnte kaum für Entlastung sorgen. Als es ihnen dann aber doch mal gelang, verkürzten sie aus dem Nichts auf 2:4. Davis Koch mit dem Anschlusstreffer fünf Minuten vor der zweiten Drittelpause.
Neue Hoffnung für die Hausherren? Nicht wirklich, denn direkt im nächsten Wechsel wurden die Schanzer von den Eisbären im eigenen Drittel festgespielt und stark unter Druck gesetzt. Einzig der Torerfolg war den Eisbären nicht gelungen, aber das war ein bockstarker Wechsel, der einen Treffer verdient gehabt hätte. Generell fiel auf, mit welch hohem Tempo die Berliner hier über die Eisfläche flitzten. Da hatten die Gastgeber so ihre Probleme, hinterher zu kommen. Auch nach 40 Minuten hielt die Zwei-Tore-Führung des Tabellenführers.

Und nach nur 36 Sekunden im Schlussdrittel hätte Yannick Veilleux für die Vorentscheidung sorgen können, als er frei vor Danny Taylor auftauchte. Doch der Ingolstädter Goalie parierte dessen Versuch und hielt seine Mannschaft so noch im Spiel.
In der Folgezeit ging es rauf und runter, doch beide Defensivreihen ließen nicht viel Hochkarätiges zu. Das Spiel blieb so weiter spannend, denn Ingolstadt war der Wille anzumerken, hier nochmal zurückzukommen, während die Eisbären natürlich auf der Suche nach der Entscheidung waren. Und die Chance dazu bekamen die Eisbären rund 13 Minuten vor dem Ende, als man das dritte Powerplay des Spiels hatte. Aber auch wenn man in den letzten drei Spielen viermal in Überzahl erfolgreich war, das Powerplay bleibt eine große Baustelle bei den Berlinern.
Ingolstadt konterte dann mal, eine Spezial-Disziplin der Schanzer und da schlugen sie eiskalt zu. Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry mit dem Querpass auf Wayne Simpson und der verkürzte neun Minuten vor dem Ende des Spiels auf 3:4 (51.). Und plötzlich war hier wieder richtig viel Spannung drin, denn nun war es nur noch ein Tor Vorsprung für die Eisbären.
Die Mannschaft von Doug Shedden witterte nun nochmal Morgenluft und investierte noch mehr als ohnehin schon, um hier doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Die Eisbären konnten sich in der Phase kaum noch in der Offensive zeigen. Viel mehr war man mit der eigenen Defensive beschäftigt, um dieses knappe 4:3 zu verteidigen. Und dann machte man es sich auch noch umso schwerer, weil man nach einem Wechselfehler eine Strafzeit in der Schlussphase kassierte. Bei diesem Spielstand eine so unnötige Strafzeit zu nehmen, wo man doch um die Stärke des Ingolstädter Powerplays weiß, ist brandgefährlich. Aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl ohne große Probleme.
Doug Shedden versuchte am Ende alles, nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und zudem seine Auszeit. Doch Chris Bourque sorgte am Ende dafür, dass der Vorteil weg war, denn er leistete sich einen völlig unnötigen Stockschlag gegen Manuel Wiederer, was Yannick Veilleux auf die Palme brachte. Auch nach der Schlusssirene war Veilleux nicht zu beruhigen und wollte sich Matt Bodie noch greifen, aber die beiden Hauptschiedsrichter gingen dazwischen. Der Frust von Veilleux war aber nachzuvollziehen, denn der Stockschlag von Bourque war absolut unnötig und auch Bodie teilte am Pfosten stehend nochmal aus. Letztendlich war das aber unwichtig, denn das wichtigste aus Sicht der Eisbären war der Sieg, den man über die Zeit brachte.

Und am Ende war es ein hart erkämpfter Arbeitssieg, der aber durchaus verdient war. Die Eisbären legten den Grundstein zum Sieg im ersten Drittel. Dort spielte Ingolstadt eigentlich nicht schlecht und hatte auch Chancen, aber die Tore erzielten die Eisbären. Die dominierten ab Mitte des zweiten Drittels das Spiel, verpassten es aber, für die Entscheidung zu sorgen. Im letzten Drittel kam Ingolstadt nochmal stark zurück und verkürzte folgerichtig auf 3:4. Doch dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung brachte man das knappe 4:3 über die Zeit.
Die Szenen nach der Schlusssirene lassen den Wunsch nach einer Playoff-Serie ganz laut werden. Yannick Veilleux würde es freuen…

2:5 in Ingolstadt: Mit null Punkten und 4:10-Toren verabschieden sich die Eisbären Berlin in die Länderspielpause

Im neunten Auswärtsspiel haben die Eisbären Berlin das Eis erstmals ohne Punkte verlassen. Beim ERC Ingolstadt unterlagen die Berliner verdient mit 2:5 (1:1,1:3,0:1) und verabschieden sich somit mit zwei Niederlagen und null Punkten in die Länderspielpause. Sicherlich nicht das, was die Eisbären sich vorgestellt haben, aber mit so einer Leistung punktest du in der PENNY DEL gegen kein Team.

Eisbären-Coach Serge Aubin hatte dasselbe Personal wie gegen Krefeld zur Verfügung, änderte aber dennoch auf zwei Positionen. So kehrte Mathias Niederberger zurück ins Tor, während Eric Mik heute mal wieder im vierten Sturm aushelfen durfte. Er ist eben der Mann für Alles bei den Berlinern.

Die Eisbären waren natürlich auf Wiedergutmachung aus, hatte man doch am Donnerstagabend sein Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine mit 2:5 verloren. So wollte man sich natürlich nicht in die nun folgende Länderspielpause verabschieden und wollte mit einem Sieg in Ingolstadt in die Pause gehen.
Doch einfach sollte die Partie bei den Schanzern nicht werden und so entwickelte sich auch von Beginn an eine hart umkämpfte Partie, in der Torchancen zu Beginn eher Mangelware waren. Weil beide Teams es verstanden, die Räume vor dem eigenen Tor zuzustellen und so gab es natürlich wenig Platz, um sich mal gute Möglichkeiten zu erspielen. So entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, in der beide Teams sich zunächst einmal auf die Defensive konzentrierten.
In der 12. Spielminute gelang den Schanzern dann aber mal ein gelungener Abschluss. Nach gewonnenem Bully im Angriffsdrittel hatte Matt Bodie abgezogen, Mathias Niederberger ließ nur prallen und Davis Koch staubte erfolgreich ab – 0:1. Der Neuzugang spielte vor kurzem noch in der DEL 2, jetzt trifft er in der DEL gegen den Deutschen Meister. Aber das scheint zur Zeit ja auch relativ einfach zu sein, siehe das Krefeld-Spiel.
Die Eisbären setzten sich fortan zwar mal fest im Ingolstädter Drittel, nur für Gefahr konnte man nicht sorgen, weil die Panther eben auch stark vor dem eigenen Tor verteidigten. Aber eben auch, weil es dem Offensivspiel der Berliner derzeit an der nötigen Kreativität fehlt, solche Abwehr-Bollwerke auch mal zu knacken.
90 Sekunden vor der ersten Drittelpause dann aber mal ein genialer Pass von Jonas Müller von hinter dem Tor vor das Tor, wo Morgan Ellis lauerte und eiskalt zum 1:1 einnetzte (19.). Zwei Verteidiger besorgen den Ausgleich, besser kann man die derzeitige Offensivschwäche der Eisbären nicht beschreiben. Und Ellis traf zudem gegen seinen Ex-Verein. Aber auch damit kennen sich die Berliner ja bestens aus, denn normalerweise sind es ehemalige Berliner Spieler, die regelmäßig gegen die Eisbären treffen. Dieses Tor sorgte aber erst einmal für einen Pausenstand von 1:1.

Ins zweite Drittel kam Ingolstadt besser hinein. Von Beginn an die Schanzer Panther druckvoll und mit guten Chancen. Aber sowohl Fabio Wagner als auch Samuel Soramies konnten Ingolstadt für den Aufwand nicht mit der Führung belohnen. Von den Eisbären kam in diese Phase kaum etwas nach vorne.
Danach die Eisbären aber wieder offensiv ausgerichtet, aber Ingolstadt verstand es weiterhin sehr gut, die Räume vor dem eigenen Tor zuzumachen und so war es für die Berliner sehr schwer, sich mal eine hochkarätige Chance zu erarbeiten. Der Druck war zwar da, aber eben ohne nennenswerte Chancen.
Nach dem zweiten Powerbreak mussten die Eisbären erstmals in Unterzahl ran, Nicholas B. Jensen musste wegen Beinstellens für zwei Minuten in die Kühlbox. Berlin und Penaltykilling? Waren zuletzt nicht wirklich die besten Freunde. Und heute auch nicht so richtig. Wayne Simpson mit dem Querpass auf Chris Bourque, der zog direkt ab, doch Jerome Flaake fing die Scheibe vor dem Tor ab und schob sie dann ganz stark über die Linie – 1:2 (30.). Mathias Niederberger machte sich vergeblich lang und so lagen die Eisbären erneut hinten und mal wieder war es ein Gegentor in Unterzahl. Man weiß, woran man in der Länderspielpause dringend arbeiten muss. Besser gesagt sollte man mal der Sache auf den Grund gehen, warum das Penaltykilling derzeit eins der größten Probleme der Eisbären ist, funktionierte das doch eigentlich ganz gut in dieser Saison. Bis zum Wolfsburg-Spiel vor einer Woche, als man vier Gegentreffer in vier Unterzahlspielen kassierte. Die Serie setzte sich in den ersten beiden Unterzahlspielen zu Hause gegen Straubing fort.
Und Ingolstadt legte sofort das dritte Tor nach. 75 Sekunden nach dem 2:1 war es diesmal Chris Bourque selbst, der die schlechte Zuordnung in der Berliner Defensive bestrafte – 1:3 (32.). Und die Führung war eben insgesamt gesehen auch absolut verdient, weil Ingolstadt ein gutes Spiel, sowohl offensiv als auch defensiv, machte.
Bei Kevin Clark entlud sich rund sieben Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels der Frust, als er von Matt Bodie gecheckt wurde. Clark rächte sich sofort mit einem Cross-Check und so durften beide im Anschluss an eine kleine Rauferei für vier Minuten auf der Strafbank Platz nehmen. Das darauf folgende 4-4 nutzen die Hausherren zum 4:1 durch Daniel Pietta (35.).
Doch 44 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels sendeten die Eisbären ein kleines Lebenszeichen. Yannick Veilleux düpierte Kevin Reich am kurzen Pfosten und verkürzte auf 2:4 (40.).
Und nur acht Sekunden später kassierte Kevin Reich eine Zwei-Minuten-Strafe und ermöglichte den Eisbären so das erste Powerplay des Spiels. So war man für den Rest des Mitteldrittels und dann zu Beginn des Schlussdrittels ein Mann mehr auf dem Eis. In die Kabine nahm man neben dem Überzahlspiel aber auch einen 2:4-Rückstand mit.

Dieses Powerplay sollte man aber nun nutzen, wollte man hier noch etwas Zählbares aus Ingolstadt mit in die Hauptstadt nehmen. Doch die Berliner ließen diese Chance ungenutzt und hatten nun noch rund 18 Minuten Zeit, um das Spiel zu drehen oder aber zumindest noch die Verlängerung zu erreichen.
Doch da hatte man die Rechnung ohne Ingolstadt gemacht, denn die ließen die Eisbären komplett alt aussehen. Wojciech Stachowiak entwischte allen Berliner Spielern und ließ Mathias Niederberger ebenso alt aussehen – 2:5 (46.). Das zehnte Gegentor an diesem Wochenende, was einer Spitzen-Mannschaft unwürdig ist. Ebenso einem Titel-Kandidaten. Und erst recht einem amtierenden Deutsche Meister, der innerhalb kürzester Zeit komplett von der Spur abgekommen ist.
Nach dem dritten Powerbreak durfte man zwar nochmal in Überzahl ran, aber auch das ist ein großes Problem der Berliner in dieser Saison. Wobei, das zieht sich ja nun auch schon über einige Jahre. Wie gerne erinnert man sich da an die Jahre unter Pierre Pagé zurück, als man „Torpedo-Eishockey“ spielte und ein gefürchtetes Powerplay hatte.
Immerhin überstanden die Eisbären in der Schlussphase mal eine Unterzahl, was ja derzeit auch Seltenheitswert hat. Mehr gab es zum Schlussdrittel aber nicht mehr zu sagen, da Ingolstadt das 5:2 souverän über die Zeit brachte und die Eisbären somit die zweite 2:5-Niederlage in Folge kassierten.

Die Pause kommt für die Eisbären Berlin vermutlich genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn mit null Punkten und 4:10-Toren verabschieden sich die Berliner in die Deutschland-Cup-Pause. Aber noch viel schlimmer: Auch spielerisch wussten die Eisbären in der zurückliegenden Woche mit Niederlagen gegen Wolfsburg, Krefeld und nun Ingolstadt nicht zu überzeugen. Auch der Sieg gegen Straubing war nur dank eines Kraft-Aufwandes möglich. Die Offensive präsentiert sich derzeit äußerst harmlos, allen voran die Top-Reihe um Marcel Noebels und Leo Pföderl, welche ohne Blaine Byron nicht mehr so stark ist wie mit ihm. Defensiv wirken die Eisbären unkonzentriert und zumeist ohne Zuordnung. Das Penaltykilling ist aktuell ein richtig großes Sorgenkind, ebenso das Powerplay. Es gibt einige Baustellen, an denen das Trainerteam um Serge Aubin und Craig Streu nach der Pause arbeiten müssen. Denn die Eisbären spielen aktuell nicht wie ein Deutscher Meister. Und der erste Gegner nach der Länderspielpause ist kein Geringerer als der Liga-Primus aus Mannheim. In der Form gibt es dort eine derbe Niederlage. Hoffen wir mal, dass den Eisbären die Pause gut tun wird und man nach der Pause wieder andere Eisbären zu sehen bekommt. 

6:3 gegen Ingolstadt! Die Eisbären Berlin feiern den sechsten Sieg in Folge, machen es am Ende aber nochmal unnötig spannend

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #8:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur: Am Sonntagnachmittag gewann man gegen den ERC Ingolstadt verdient mit 6:3 (3:0,3:1,0:2) und feierte damit den sechsten Sieg in Serie. Dabei machten es die Hauptstädter am Ende nochmal unnötig spannend, weil man angesichts der deutlichen Führung etwas die Zügel schleifen ließ.

Bei den Eisbären stand vor allem das Debüt des Ex-NHL-Stars Frans Nielsen im Mittelpunkt. Und die große Frage war, in welcher Reihe würde der Däne spielen? Coach Serge Aubin stellte ihn in die dritte Reihe zwischen Kevin Clark und Parker Tuomie. Dort spielte vor einer Woche gegen Köln noch Sebastian Streu, welcher heute dafür in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Bennet Roßmy spielte. Für Nielsen musste natürlich ein Importspieler auf die Tribüne und heute traf es Giovanni Fiore. Ansonsten blieb das Berliner Team im Vergleich zum Spiel gegen die Domstädter am letzten Sonntag unverändert. Einzig auf der Position des Back-up-Goalies gab es noch eine Veränderung. Leon Hungerecker nahm auf der Bank Platz, während Mathias Niederberger erneut das Tor hütete.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären kamen mit fünf Siegen in Folge im Gepäck auf das Eis und hatten dementsprechend eine breite Brust und eine gehörige Menge an Selbstvertrauen aufgebaut. Und so gab man schon nach 25 Sekunden durch Leo Pföderl den ersten Schuss auf das Ingolstädter Tor ab. Da hatte Berlins Nummer 93 zu viel Platz auf der linken Seite.
Doch nur 30 Sekunden später musste man erst einmal Defensivarbeit verrichten, da Yannick Veilleux die erste Strafzeit der Partie kassierte. Das starke Berliner Penaltykilling war also das erste Mal an diesem Sonntagnachmittag gefragt. Aber auch da war das gesteigerte Selbstvertrauen der Hausherren zu sehen, die erst gegen Ende zwei gute Schüsse der Schanzer Panther zuließen.
Fortan entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften suchten den Weg in die Offensive, von Erfolg waren die Angriffe bis dato aber nicht gekrönt. Weil beide es verstanden, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen.
In der achten Spielminute aber die Eisbären mal mit einem schnell vorgetragenen Angriff, welchen Leo Pföderl eiskalt abschloss. Die Eisbären eroberten die Scheibe vor dem eigenen Tor und dann zündete die Top-Reihe den Turbo. Blaine Byron rüber auf Marcel Noebels und der links raus auf Pföderl, welcher nicht lange fackelte – 1:0.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Kurz darauf die erste Strafzeit gegen Ingolstadt und das Berliner Powerplay kommt immer besser in Fahrt. Zach Boychuk muss ihn eigentlich schon machen, aber das übernahm dann Kevin Clark auf Zuspiel von eben jenem Boychuk – 2:0 (10.).
Die Berliner hatten also als erste Mannschaft den Schlüssel gefunden und kamen zu Torchancen, welche sie wieder effektiv zu nutzen wussten. Und sie machten einfach weiter. Erneut die Top-Reihe auf dem Eis, sie spielten die Panther vor dem eigenen Tor schwindelig und am Ende war es Blaine Byron, welcher auf Zuspiel von Leo Pföderl und Marcel Noebels einnetzte – 3:0 (12.).
Kaum hatten die Hauptstädter den Riegel geknackt, ging alles fast wie von allein. Gepaart mit dem Selbstvertrauen nach fünf Siegen in Serie marschierten die Eisbären also schon früh in dieser Partie Richtung sechstem Sieg in Folge.
Ingolstadt wehrte sich anschließend aber mal und kam zu zwei guten Chancen, doch zweimal war die „Krake von Riga“ Mathias Niederberger zur Stelle und wehrte beide Schüsse stark ab. Was aber auch nur möglich war, weil die Eisbären den Fuß vom Gas genommen hatten. Aber man musste ja fast damit rechnen, dass die Eisbären so loslegen würden, hatte Coach Serge Aubin doch noch vor dem Spiel gesagt, dass, wenn man über 60 Minuten so spielt wie in den ersten 20 Minuten in Lugano, man nicht aufzuhalten sein werde. Und genau das war bisher der Fall, gerade in der Phase, in der den Berlinern die drei Tore gelangen. Da wussten die Schanzer überhaupt nicht, wo hinten und vorne ist.
Aber dennoch hätten die Berliner schon mal mehr Gegenwehr zeigen können und Ingolstadt in dieser Phase das Spiel nicht überlassen sollen. Denn im Eishockey kann auch mal ein 3:0 schnell in die andere Richtung kippen. Und es wurde nicht besser, denn nun kassierte man auch noch eine Strafzeit und kam weiter nicht aus der Defensive heraus. Nicholas B. Jensen musste knapp zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels in die Kühlbox. Aber das nutzten die Eisbären zu einem Zwei-auf-Eins Konter, an dessen Ende die Berliner eine Strafzeit heraus holten und so war das Unterzahlspiel nach nur 16 Sekunden beendet. Folglich ging es mit 4-4 weiter, wo Ingolstadt aber ein kleines Powerplay aufzog. Dennoch passierte nichts mehr und so nahmen die Eisbären eine souveräne 3:0-Führung mit in die Kabine. Bis auf die letzten Minuten, in denen man Ingolstadt das Spiel so ein wenig überließ, konnte man mit der Leistung der Eisbären zufrieden sein.

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Und im Mitteldrittel belohnte sich die Mannschaft von Coach Doug Shedden dann auch. In der 24. Spielminute war es Brandon DeFazio, welcher den Anschlusstreffer für Ingolstadt erzielte – 3:1.
Und den Gästen bot sich direkt die Chance zum Nachlegen, denn Marcel Noebels musste nur wenige Sekunden später auf die Strafbank. Den Eisbären drohte so ein wenig das Spiel aus der Hand zu gleiten, welches man nach dem 3:0 eigentlich komplett im Griff hatte. Doch die Eisbären zeigten den Schanzern dann mal, wie man Unterzahl spiel. Konter der Hausherren, Blaine Byron eroberte im eigenen Drittel die Scheibe, passte sie rüber zu Leo Pföderl, welcher noch an Karri Rämö scheiterte, aber den Nachschuss verwertete Byron dann selbst – 4:1 (24.). Die Top-Reihe also am nächsten Tor beteiligt. Noebels sorgte für das Unterzahlspiel und Pföderl und Byron besorgten den Shorthander. Arbeitsteilung sozusagen.
Nun hatten die Hausherren die Zügel wieder fest in der Hand und legten weiter nach. Matt White, der Top-Torjäger der Eisbären, fehlte heute noch und so war er es, der auf 5:1 stellte (30.). Und es war erst die Hälfte der Partie vorüber.

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Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. Die Eisbären nahmen wieder Tempo heraus und Ingolstadt setzte kaum noch nach, wohl in dem Wissen, dass diese Partie hier verloren war. Denn sie hatten ja gesehen, was passiert, wenn die Eisbären ernst machen. Dann haben sie in der Tat keine Chance. Und wenn sie doch mal zu Chancen kamen, dann war da ja immer noch Mathias Niederberger zur Stelle. Während es also auf dem Eis eher ruhiger zur Sache ging, war auf den Rängen Party-Stimmung angesagt. Maskottchen „Bully“ heizte den Fans ein und so ging auch mal die „LaOla“ durch die Arena am Ostbahnhof. Und während diese durch das weite Rund schwappte, machten die Eisbären das halbe Dutzend voll. Zach Boychuk war der Torschütze. Den Treffer hatte er aber dem aggressiven Forechecking seiner Kollegen zu verdanken. Yannick Veilleux passte die Scheibe zu Matt White, der weiter zu Boychuk und der rein ins Glück – 6:1 (38.).
Mehr passierte im Mitteldrittel nicht mehr. Verabschiedet wurden die Eisbären mit viel Applaus. Verständlich, angesichts dieser Leistung heute. Wenn es einmal läuft, dann aber mal so richtig. Und was Selbstvertrauen mit einer Mannschaft macht, das sah man an den Eisbären heute eindeutig.

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Zum letzten Drittel kam Ingolstadt mit einem neuen Goalie zurück auf das Eis. Jonas Stettmer ersetzte Karri Rämö. Und der sah in der 44. Spielminute das zweite Tor seiner Mannschaft. Mirko Höfflin war der Torschütze gewesen – 6:2. Doch mehr als Ergebniskosmetik war das hier auch nicht.
Und die Eisbären? Hatten die noch Lust oder schonten die jetzt ihre Kräfte? Sie versuchten zu zaubern und das siebte Tor nachzulegen, doch Jonas Stettmer hatte etwas dagegen. Es war jetzt also nicht so, dass die Eisbären das Spielen einstellten. Nein, sie versuchten schon weiter nach vorne zu spielen. Vielleicht aber nicht mehr so mit dem Druck, als würde das Spiel noch nicht entschieden sein. Und hinten mussten sie auch noch aufpassen, denn Ingolstadt spielte weiter nach vorne und beschäftigte Mathias Niederberger immer mal wieder. Abschalten und das Spiel locker auslaufen lassen war hier also nicht drin für die Mannschaft von Coach Serge Aubin.

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Erst recht nicht, als den Gästen elf Minuten vor dem Ende das 6:3 gelang. Matt Bodie hatte im Slot zu viel Platz und bedankte sich mit dem dritten Treffer an diesem Nachmittag. Fing nun doch nochmal das große Zittern bei den Eisbären an? Erst einmal nicht, denn man bekam kurz darauf das nächste Powerplay und konnte so mal wieder für etwas Entlastung sorgen. Doch diesmal sorgte das Überzahlspiel für keinerlei Gefahr.
Anschließend die Eisbären wieder etwas mehr offensiv ausgerichtet, sie wollten das Spiel vom eigenen Tor fernhalten. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn Ingolstadt auch noch die Treffer Nummer vier und fünf erzielt hätte. Dann wäre das Spiel hier nochmal richtig spannend und dramatisch geworden. Doch die Schanzer versuchten nochmal alles, um vielleicht doch nochmal einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Aber das gelang ihnen nicht mehr und so gewannen die Eisbären am Ende verdient mit 6:3.

Heute hat man gesehen, dass die Eisbären nicht aufzuhalten sind, wenn sie ins Rollen kommen. Da war Ingolstadt hoffnungslos überfordert. Gerade die Top-Reihe um Marcel Noebels, Blaine Byron und Leo Pföderl war nicht in den Griff zu kriegen. Mit dieser Leistung und in dieser Form ist man ganz klar ein Meisterschaftsanwärter.
Aber, dieser ist man nicht, wenn man die Zügel so schleifen lässt, wie es die Berliner zwischendurch immer mal wieder getan haben. Da sorgte man wieder für Spannung, was total unnötig war. Auch wenn du 3:0 oder 6:1 führst, musst du konzentriert bleiben und einfach weiterspielen. Von daher kann man aus dem Spiel also zwei Sachen mitnehmen: Die erste, dass man, wenn man konzentriert spielt und sein Ding durchzieht, jeden Gegner schlagen kann und das deutlich. Die zweite, dass es genauso gut anders rum laufen kann, wenn man auch nur ein bisschen nachlässt.

4:2 nach 0:2! Die Eisbären drehen das alles entscheidende Halbfinale gegen Ingolstadt und ziehen ins Finale ein!!!

Diese Mannschaft ist nicht zu stoppen: Gegen Iserlohn in Viertelfinal-Spiel Drei lag man zu Hause mit 0:2 zurück – am Ende ist man ins Halbfinale eingezogen. Am Mittwoch lag man in Halbfinal-Spiel Zwei in Ingolstadt vor dem letzten Drittel mit 1:2 zurück – am Ende erreichte man das alles entscheidende dritte Spiel in Berlin. Und dort lagen die Eisbären Mitte des Spiels erneut mit 0:2 zurück – am Ende stehen die Hauptstädter jedoch im Finale. Dank eines 4:2-Heimsieges gegen den ERC Ingolstadt geht die verrückte Reise der Eisbären Berlin durch die Playoffs noch weiter. Und egal ob nun Adler oder Grizzly im Finale, der Eisbär hat mächtig Hunger. Und wer den Eisbär ärgert, erhält die gerechte Strafe dafür. Da muss man nur in Iserlohn und Ingolstadt nachfragen.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin nahm keine Änderungen in den Reihen vor. Warum auch, gewann sein Team doch am Mittwoch Spiel Zwei dank einer enormen Willensleistung mit 3:2 in Ingolstadt und erkämpfte sich somit das alles entscheidende Spiel Drei in Berlin. So kam es also auch heute wieder zum Duell zwischen Mathias Niederberger und Michael Garteig. Letzterer hatte die Eisbären-Spieler am Mittwoch reihenweise entnervt, doch am Ende behielten die Berliner die Oberhand, weil sie dank Matt White und allen voran Ryan McKiernan, welcher Garteig sogar getunnelt hatte, den Ingolstädter Goalie doch noch bezwingen konnten. Wer würde heute das Spiel für seine Mannschaft gewinnen?

Die Auflösung darüber sollten die nun folgenden mindestens 60 Minuten Eishockey geben. Und in diese fanden die Gäste von Coach Doug Shedden besser rein. Ingolstadt mit einem sehr aggressiven Forechecking, setzten die Eisbären früh unter Druck. Petrus Palmu gab dann den ersten guten Schuss ab, aber Mathias Niederberger war zur Stelle.
Die Hausherren taten sich schwer gegen die Spielweise der Schanzer Panther, kamen erst nach sechs Minuten zur ersten richtig guten Chance. Ingolstadt mit dem Wechselfehler, Simon Després mit dem Pass aus dem eigenen Drittel auf Matt White, der hatte viel Platz auf der rechten Seite, kam zum Abschluss, doch Michael Garteig gewann dieses Duell. Direkt im Gegenzug konnte sich auch Mathias Niederberger gegen Wayne Simpson auszeichnen.
Fortan eine hart umkämpfte Partie, beide Teams konzentrierten sich zunächst auf die Defensive, wollten keine Fehler machen. Man merkte, dass es ein „Do-or-Die-Spiel“ war. Aber in diesen dürfen dir so unnötige Strafzeiten, wie sie Ingolstadt nahm, nicht passieren. Einmal gab es zwei Minuten wegen zu vieler Spieler auf dem Eis und das andere Mal wegen Spielverzögerung. Das Glück für Ingolstadt: Das Berliner Powerplay ist in den Playoffs bisher sehr harmlos, so auch heute. Und so hätte Frederik Storm in Unterzahl beinahe das 0:1 erzielt, doch scheiterte er nach einem Fehler der Eisbären mit seinem Rückhand-Versuch am Berliner Schlussmann. So stand es nach dem ersten Drittel 0:0.

Das zweite Drittel begann mit einem Ingolstädter Powerplay, für 28 Sekunden war es sogar ein doppeltes Überzahlspiel. Und wie man sein Überzahl eiskalt ausnutzt, zeigten die Schanzer. Zwei Sekunden vor Ablauf der ersten Berliner Strafzeit schlug mal wieder Louis-Marc Aubry zu. Den ersten Versuch konnte Mathias Niederberger noch parieren, gegen den Nachschuss war er jedoch machtlos – 0:1 (24.).
Die Eisbären waren überhaupt nicht anwesend, Ingolstadt dominierte das Spiel nach Belieben. Die Berliner wirkten, als stünden sie neben sich. Und nach einem katastrophalen Fehlpass von Mark Olver in der neutralen Zone stand Ryan Kuffner auf einmal frei vor Mathias Niederberger, welchem er keine Chance ließ und zum 0:2 einnetzte (28.).
Nachdem die ersten zehn Minuten klar der Mannschaft von Doug Shedden gehörten, schlugen die Eisbären Mitte der Partie zurück. Konter der Hausherren über Marcel Noebels, der aber nicht zu Lukas Reichel passte sondern die Scheibe hoch zu John Ramage legte. Der zog trocken ab und verkürzte auf 1:2 (31.).
Und nur drei Minuten später begann die Partie wieder von vorne. Die Eisbären im Angriffsdrittel, aus einem Gewühl kam die Scheibe in den Slot, wo Ryan McKiernan abzog und die Scheibe zum 2:2 im Tor versenkte (34.). Doch er versenkte nicht nur den Puck im Ingolstädter Tor, nein, beim Schussversuch checkte er auch noch Wayne Simpson, weshalb es im Anschluss auch noch zu kleineren Raufereien kam.
Die Eisbären waren also zurück im Spiel, weil sie weiterhin an sich glaubten. Wie bereits am Mittwoch in Ingolstadt. Fortan entwickelte sich ein munteres hin und her mit Chancen auf beiden Seiten, doch weitere Tore sollten nicht fallen. Auch nicht im nächsten Powerplay der Eisbären zum Ende des zweiten Drittels, auch wenn es da schon wesentlich besser aussah. Doch Michael Garteig ließ zunächst nichts zu, aber das Powerplay ging zu Beginn des Schlussdrittels noch kurz weiter. Die große Chance also für die Eisbären.

Doch in den 29 Sekunden Überzahl passierte nichts mehr und so blieb es beim Stand von 2:2. Erst als Ingolstadt wieder komplett war, hatten John Ramage und Zach Boychuk zwei gute Chancen, welche jedoch Michael Garteig zu Nichte machte.
Danach merkte man beiden Mannschaften an, dass sie hier keinen Fehler mehr machen wollten. Denn der eine entscheidende Fehler hätte das Saisonende bedeuten können. Dennoch suchten beide Teams aber auch immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor, wo sie dann auch zum Abschluss kamen.
Mit zunehmender Spieldauer nahm natürlich auch die Spannung und Dramatik in den Angriffen zu. Und Mitte des letzten Drittels waren es die Eisbären, welche die Gäste schockten. Zach Boychuk fand keine Anspielstation, marschierte daher alleine Richtung Ingolstädter Tor, spielte die Scheibe dann rüber zu Matt White und der hämmerte die Scheibe vom linken Bullykreis aus ins kurze Eck – 3:2 (50.).
Ingolstadt wollte darauf antworten, fuhr Angriffe und versuchte nach Abpfiff immer wieder zu provozieren, doch die Eisbären ließen sich nicht darauf ein. Klar, Ingolstadt versuchte nun alles, hoffte, daraus Strafen gegen die Eisbären zu ziehen und dann im Powerplay zuzuschlagen. Doch die Rechnung ging nicht auf.
Die letzte Chance hatten die Schanzer fünf Minuten vor dem Spielende, als John Ramage auf die Strafbank musste, doch das Penaltykilling zur richtigen Zeit mit einem klasse Job. Und so sorgten die Hausherren zwei Minuten vor der Schlusssirene für die endgültige Entscheidung. Simon Després fuhr so lange an der blauen Linie entlang, bis er die Lücke sah. Er zog ab, Giovanni Fiore hielt die Kelle in den Schuss und der Rest war Freude pur – 4:2 (58.). Damit war dieses Spiel und der Finaleinzug durch.
Ingolstadt versuchte zwar noch einmal alles: Torhüter raus, Auszeit, zudem hatten sie auch noch ein Powerplay und somit zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch einzig Petrus Palmu wurde nochmal gefährlich, aber sein Schuss ging nur an die Latte. Danach war das Spiel aus und die Eisbären bildeten eine riesige Jubeltraube im Torraum von Mathias Niederberger. Hoffen wir, dass es nicht die letzte der Saison war…

Der Sieg heute war auf jeden Fall wieder einer dank des unbändigen Glaubens der Mannschaft. Die Jungs geben nie auf. Sie waren mit dem ersten Drittel schon nicht zufrieden, standen in den ersten zehn Minuten des Mitteldrittels komplett neben sich und lagen mit 0:2 hinten. Doch was machten die Eisbären dann? Sie rissen sich zusammen, traten als Team, als Einheit auf und glichen innerhalb von nur drei Minuten zum 2:2 aus. Sie machten Ingolstadt deutlich, dass sie dieses Spiel hier gewinnen wollten, koste es, was es wolle. Und das setzten die Eisbären im Schlussdrittel auch um. Weil sie an sich glaubten, weil Jeder für Jeden kämpfte und die Berliner die Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielten. Das ist das Sieger-Gen, welches du in den Playoffs brauchst. Und es ist das Sieger-Gen, welches dich zur Meisterschaft führen kann. Der Traum vom achten Stern lebt mehr denn je. Jetzt holt ihn euch auch, Jungs!

1:0 gegen Ingolstadt! Nur ein Tor, dafür aber insgesamt 115 Strafminuten

Ausgabe #12:

Puh, das war ein hartes Stück Arbeit: Den Eisbären Berlin ist die Revanche gegen den ERC Ingolstadt geglückt. Zwei Tage nach der knappen 3:4-Niederlage in Ingolstafdt setzten sich die Hauptstädter ebenfalls knapp mit 1:0 (1:0,0:0,0:0) durch und feierten somit im zweiten Duell gegen die Schanzer Panther den ersten Sieg. Für die Entscheidung sorgte Ryan McKiernan, welcher das erste Drittel aber nicht mehr auf dem Eis beenden sollte. Zudem war auch Goalie Mathias Niederberger ein Matchwinner, der alle 29 Ingolstädter Torschüsse abwehren konnte. 

Headcoach Serge Aubin nahm keine Veränderungen im Vergleich zum ersten Duell bei den Schanzern vor. Es spielten die selben Verteidigerpärchen und Sturmreihen wie beim 3:4 in Ingolstadt vor 48 Stunden. Im Tor stand somit auch heute wieder Mathias Niederberger. Da hatte sein Gegenüber Doug Shedden beim zweiten Aufeinandertreffen innerhalb von zwei Tagen getauscht. Dort nahm der überragende Michael Garteig auf der Bank Platz, während Back-up Nicolas Daws das Panther-Tor hütete.

Kapitän Frank Hördler hatte die Marschroute für heute Abend ausgegeben:

Wir wissen, was im letzten Spiel passiert ist und ich glaube, dass wir jetzt auch in die richtige Spur gekommen sind. Wir haben im letzten Drittel gezeigt, was wir spielen können und sind damit auch erfolgreich gewesen. Jetzt müssen wir das von der ersten Minute an machen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und so starteten die Eisbären auch gleich. Mark Olver mit dem Zuspiel von rechts vors Tor, wo Parker Tuomie zum Abschluss kam, aber knapp vorbei zielte. Direkt im Gegenzug der erste gefährliche Abschluss der Schanzer Panther. Und da war noch nicht mal eine Minute gespielt, sondern gerade einmal 30 Sekunden.
Danach wirkte es wie eine Kopie von Mittwoch, als die Taktik die ersten 30 Minuten dominierte. Aber nach drei Minuten zappelte die Scheibe plötzlich im Schanzer Tor. Ryan McKiernan hatte von der blauen Linie einfach mal drauf gehalten, getreu dem Motto jede Scheibe zum Tor ist eine gute – 1:0. Parker Tuomie hatte sich klasse durchgetankt, legte die Scheibe dann rüber auf Mark Olver, welcher sie weiter zu McKiernan spielte und der vollendete diesen klasse Angriff der Hausherren.
Und die Eisbären weiter hellwach. Zwei-auf-Eins-Konter über Leo Pföderl und Marcel Noebels, Letzterer zog per Onetimer ab und es machte „Peng“ am Aluminium. Glück für Nicolas Daws, da waren die Eisbären dem 2:0 nahe. Auch, weil Pföderl den Rebound beinahe verwertet hätte.
Aluminium treffen können wir auch, dachten sich die Gäste. Mathias Niederberger mit dem Fehlpass, David Elsner auf Wojciech Stachowiak, welcher direkt abzog, aber an der Latte scheiterte.
Doch das war nur mal ein kleines Lebenszeichen der Schanzer Panther, welche ansonsten ungewohnt unsicher auftraten. Immer wieder rutschten sie weg, immer wieder hatten sie Probleme bei der Scheibenannahme, Nicolas Daws suchte bei einem Schuss vergeblich die Scheibe. Vermutlich ließen sie sich diesmal selbst von ihren Neon-grünen Trikots blenden. Schön anzusehen sind die nämlich nicht, nur mal so nebenbei…
Mitte des ersten Drittels kassierte Ingolstadt dann auch noch die erste Strafzeit der Partie und gab den Eisbären so die Chance zum ersten Überzahlspiel. Aber das Penaltykilling der Gäste machte den Eisbären das Leben enorm schwer. Sie fanden nicht in die Formation und so wurde es auch nicht gefährlich.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das wurde es aber, als Marcel Noebels plötzlich frei vor dem Tor stand und wohl selbst überrascht war, wieviel Platz er da eigentlich hatte. So vergab er eine denkbar große Chance zum 2:0.
Die Partie war in den ersten 20 Minuten vor allem von hoher Intensität und harter Arbeit im Zweikampf geprägt. Beide mussten viel investieren und je länger das erste Drittel dauerte, umso körperlicher wurde das Spiel. Ingolstadt wollte nun vermehrt auf den Körper spielen, doch die Eisbären hielten dagegen und ließen sich davon nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil, sie waren die Mannschaft, die sich auf das Eishockey spielen konzentrierte und dabei auch immer wieder zu guten Chancen kam. Nur fehlte ihnen noch das Glück vor dem Tor.
Zwei Minuten vor dem Ende passierte das, worauf Ingolstadt heute aus war. Brandon DeFazio hatte einzig und allein die Absicht, Sebastian Streu unsauber per Ellbogen in die Bande zu checken. Das tat er, Streu blieb auf dem Eis liegen und DeFazio machte Bekanntschaft mit Ryan McKiernan. Die beiden lieferten sich einen schönen Schlagabtausch, nachdem für beide Spieler Feierabend war. McKiernan und DeFazio bekamen beide eine Spieldauer wegen Handschuh ausziehen, DeFazio zudem aber auch eine wegen des Checks gegen Kopf oder Nacken. McKiernan sammelte 34 Strafminuten, DeFazio satte 59 in dieser Szene – was zugleich neuer (negativer) DEL-Rekord ist. Auf dem Weg vom Eis herunter wurde DeFazio von der Eisbären-Bank mit dem „F-Wort“ verabschiedet. Die Berliner waren folgerichtig sauer über diese üble Aktion von DeFazio.
Die Eisbären nun also mit fünf Minuten Powerplay, wovon die ersten zwei bereits zum Ende des ersten Drittels ereignislos verstrichen.

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Drei Minuten standen zu Beginn des Mitteldrittels noch auf der Powerplayuhr der Hausherren, aber sie schafften es einfach nicht, in die Formation zu kommen. Und Kris Foucault beendete die Überzahl dann auch 50 Sekunden vor dem Ende, als er selbst eine Strafzeit kassierte. So waren es für 50 Sekunden Vier-gegen-Vier und danach hatten die Panther noch 70 Sekunden Powerplay. Und bereits bei Vier-gegen-Vier hatte Morgan Ellis die dicke Chance zum Ausgleich, doch Mathias Niederberger konnte seinen Onetimer abwehren. Mehr Gefahr konnten die Gäste aber auch nicht entfachen und so blieb es weiter beim knappen 1:0 für die Hauptstädter.
Die Intensität war weiterhin enorm, die Zweikämpfe weiterhin hart umkämpft und sehr nah an der Grenze. Immer wieder gerieten die Spieler nach Abpfiff aneinander. Da hatte sich sehr viel aufgestaut nach dem üblen Check von Brandon DeFazio. Das hatten die Eisbären nicht vergessen, während Ingolstadt diese Linie trotzdem fortsetzte.
Die Eisbären fortan mit einem weiteren Powerplay, aber das war heute eines der Sorgenkinder. Das Penaltykilling nahm den Berlinern sämtlichen Spaß an ihrer Parade-Disziplin. Einzig ein Onetimer von Marcel Noebels landete am Pfosten. Mehr gelang den Hauptstädtern mit einem Mann mehr nicht.
Danach wurde es mal wieder kurz kuschelig auf dem Eis, Kris Foucault und Colton Jobke hatten sich was zu sagen. Die Diskussion durften sie für zwei Minuten auf der Strafbank fortsetzen. Ein Spielfluss war so nicht wirklich möglich.

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Es ging anschließend hin und her, aber beide Defensivreihen standen sehr kompakt, machten die Räume eng und so waren Torchancen Fehlanzeige. So ein richtiger Eishockey-Leckerbissen war das hier natürlich nicht, aber die Partie lebte vor allem von seiner Intensität.
Knapp fünf Minuten vor dem Ende bot sich Ingolstadt die Chance zum Ausgleich, als Simon Després auf die Strafbank wanderte und Ingolstadt das Powerplay ermöglichte. Aber auch das war nichts halbes und nichts Ganzes, höchstens am Anfang sah das noch vielversprechend aus. Doch es war bisher nicht das Spiel der Special Teams.
Ingolstadt hatte aber gleich nochmal die Chance und das war deutlich besser. Da war mehr Zug drin und durch ihre ständigen Querpässe zogen die Schanzer die Box der Eisbären immer wieder auseinander. Nur beim Abschluss fehlte Ingolstadt das nötige Quäntchen Glück. So führten die Hausherren auch nach 40 Minuten weiterhin mit 1:0.

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Die Hauptstädter kamen schwungvoll aus der Kabine und setzten Ingolstadt stark unter Druck. Dabei kam man auch zu gefährlichen Abschlüssen, aber es blieb dabei, das Zielwasser wurde vor dem Spiel nicht getrunken.
Was auch im letzten Drittel nicht fehlen durfte, waren Nettigkeiten zwischen beiden Mannschaften. Morgan Ellis kniete über Fabian Dietz und wischte ihm mehrfach eine ins Gesicht, „Dietzi“ wehrte sich, die Folge waren je zwei Strafminuten wegen unnötiger Härte. Nachdem sich Kapitän Frank Hördler 57 Sekunden später zu Fabian Dietz auf die Strafbank gesellte, hatte Ingolstadt die große Chance, bei Vier-gegen-Drei auszugleichen. Und die Mannschaft von Chefcoach Doug Shedden wurde in Überzahl auch gefährlich, nur hatten sie heute ein Problem: Mathias Niederberger war in Top-Form und ließ die Schanzer Panther reihenweise verzweifeln.
Zur Abwechslung dann mal wieder ein Powerplay für die Hausherren nach einer Strafe gegen Petrus Palmu. Nur da blieb es dabei, dass das Powerplay der Eisbären heute nicht funktionieren wollte.
Funktionieren wollte auch das 2:0 nicht, als Matt White auf der rechten Seite per Onetimer zum Abschluss kam. Sein Schuss ging denkbar knapp am Tor von Nicolas Daws vorbei.

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Daws fuhr anschließend rum um sein Tor, Fabian Dietz fuhr ihn über den Haufen und musste dafür für zwei Minuten in die Kühlbox. Solche Strafzeiten musst du in so engen Spielen natürlich vermeiden. Doch das Penaltykilling war heute sehr stark von den Eisbären. Sie verteidigten mit allem, was sie zur Verfügung hatten und ließen kaum eine gefährliche Chance zu. Man wollte Mathias Niederberger heute mehr unterstützen, hatte Parker Tuomie nach dem Spiel am Mittwoch in Ingolstadt gesagt. Das setzte man heute definitiv in die Tat um. Zudem erwischte der Berliner Goalie heute aber auch einen Sahne-Tag.
Ingolstadts Trainer Doug Shedden versuchte in der Schlussphase noch einmal alles und nahm 104 Sekunden vor dem Ende seine Auszeit, um sein Team noch einmal für die letzten Minuten einzustimmen und letzte Anweisungen zu geben, wie man hier doch noch den Ausgleich erzielen könnte. Zudem nahm er seinen Goalie Nicolas Daws zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis.
Doch das brachte ihnen nichts mehr, denn die Defensive der Eisbären zeigte den Panther-Angreifern die Zähne und brachte das 1:0 über die Zeit. Somit feierte man im Rückspiel einen knappen 1:0-Heimsieg und Mathias Niederberger durfte seinen vierten Shutout dieser Saison bejubeln.

Das war ein hartes Stück Arbeit, denn mit Eishockey hatte das wenig zu tun. Im ersten Drittel waren die Eisbären die klar bessere Mannschaft, verpassten es nur, eine höhere Führung herauszuschießen. Nach der Spieldauer gegen McKiernan und DeFazio ging der Spielfluss verloren. Das Spiel war fortan mehr unterbrochen und die Strafzeiten auf beiden Seiten bestimmten das Spiel. Dabei musste man bei den Eisbären feststellen, dass das Powerplay überhaupt nicht funktionierte. Dafür umso besser das Penaltykilling. Denn dort verteidigten die Berliner leidenschaftlich und sorgten am Ende dafür, dass man das 1:0 über die Zeit brachte. Satte 115 Strafminuten sprechen am Ende eine deutliche Sprache für ein sehr nickliges Spiel. Wenn sich die beiden Mannschaften in den Playoffs nochmal wieder sehen sollten, könnten die Nickligkeiten eine Fortsetzung finden…

Frank Hördler vor dem „Rückspiel“ gegen Ingolstadt: „Die letzten beiden Spiele haben uns gezeigt, was wir investieren müssen“

Gestern Abend verloren die Eisbären Berlin ihr erstes Auswärtsspiel im Süden beim ERC Ingolstadt knapp mit 3:4. Doch bereits morgen Abend bietet sich der Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin die Chance zur Revanche. Denn dann kommt es um 19:30 Uhr zum „Rückspiel“ in der Mercedes-Benz Arena. Und zu Hause sind die Berliner in dieser Saison ja besonders stark, punkteten in jedem Heimspiel und gewannen elf der bisherigen 13 Heimspiele. Gegen die Schanzer soll morgen Heimsieg Nummer Zwölf folgen.

Doch mit welchen Erwartungen geht denn eigentlich Kapitän Frank Hördler in das Spiel, vor allem im Rückblick auf gestern?

Wir wissen, was im letzten Spiel passiert ist und ich glaube, dass wir jetzt auch in die richtige Spur gekommen sind. Wir haben im letzten Drittel gezeigt, was wir spielen können und sind damit auch erfolgreich gewesen. Jetzt müssen wir das von der ersten Minute an machen.

Zu Hause kamen die Berliner ja bis jetzt immer wie die Feuerwehr aus der Kabine und zeigten dem Gegner sofort, wer hier der Herr im Hause ist. Das wird man sicherlich auch morgen Ingolstadt vom ersten Bully an zeigen wollen. Dennoch erwartet Top-Scorer Marcel Noebels ein enges Spiel:

Es wird wieder ein enges Spiel. Natürlich wollen wir diesmal die Punkte bei uns lassen, aber ich denke, dass wir viel Positives aus dem letzten Spiel mitnehmen können und an der ein oder anderen Schraube noch ein bisschen drehen müssen, um dann auch erfolgreich zu sein.

Die Eisbären konnten das Schlussdrittel in Ingolstadt für sich entscheiden und werden morgen Abend versuchen, dieses Momentum beizubehalten und gut in das Spiel zu starten. Wie bereits angedeutet, kamen die Eisbären bisher immer stark aus der Kabine. Daher zweifelt Frank Hördler auch nicht daran, dass das morgen erneut so sein wird:

Wir hatten ja in den letzten Spielen gegen den Norden ja auch gute Starts und ich glaube genau zu diesem Punkt müssen wir wieder zurückkommen. Das werden wir auch und wie schon gesagt, haben wir im letzten Spiel gemerkt, dass alle Mannschaften jetzt in Richtung Playoffs gehen und es sehr intensiv wird. Alle kommen gut raus aus der Kabine und so müssen wir auch anfangen.

Auf eine Sache wird es gegen Ingolstadt und sicherlich generell in den nächsten Spielen ankommen: Strafzeiten vermeiden. In Ingolstadt hat man das Spiel letztendlich auch aufgrund mangelnder Disziplin verloren. Das will man nun abstellen, wie Marcel Noebels sagt:

Ja natürlich wissen wir, dass wir unsere Strafzeiten mindern müssen, um erfolgreich zu sein. Ich glaube es ist immer schwierig, wenn man in der Box sitzt, Spiele zu gewinnen. Wir haben unsere Lehren daraus gezogen und hoffen natürlich darauf, die Kleinigkeiten zu bessern und auch anders zu machen. Dazu gehört natürlich auch weniger Strafzeiten und wenn wir die Chancen haben, müssen wir auch eiskalt zu schlagen.

„Back-to-back-Spiele“ sind in der DEL in der Regel nur in den Playoffs an der Tagesordnung, doch in dieser so besonderen Saison wird es diese Spiele öfters geben. Und bereits morgen erwarten die Eisbären erneut den ERC Ingolstadt. Frank Hördler wurde deshalb darauf angesprochen, ob es für ihn so etwas wie ein Seriengefühl jetzt ist:

Im Allgemeinen jedes Spiel was wir jetzt haben, werden bis zu den Playoffs eine Steigerung bieten, hereinzukommen. Und uns auch daran gewöhnen, was auf uns zukommt, das ist gut, das brauchen wir auch. Aber ich glaube, dass die letzten beiden Spiele uns gezeigt haben, was wir investieren müssen und das werden wir machen.

Auf die Mannschaft von Trainer Doug Shedden trifft man morgen Abend zum vorerst letzten Mal, doch in den Playoffs könnten beide Mannschaften erneut die Schläger auf dem Eis kreuzen. Das ist Marcel Noebels durchaus bewusst und er weiß auch um die Stärke des ERCI, doch sagt er auch, dass sich die Eisbären vor niemandem verstecken müssen, wenn sie ihre Leistung über 60 Minuten abrufen:

Es ist eine Mannschaft, die dieses Jahr nicht ohne Grund in der Südgruppe überzeugt hat und auch gut spielt. Qualität ist da definitiv vorhanden, aber ich glaube, dass wir uns auf uns fokussieren müssen und wir unser Spiel spielen sollen. Über 60 Minuten haben andere Mannschaften Schwierigkeiten gegen uns zu gewinnen. Wir sind gestern sehr gut zurück gekommen und haben nochmal Charakter gezeigt, wichtig ist aber, dass wir es schaffen, das über das ganze Spiel zu spielen, dann wird es schwer für den anderen. Egal ob Ingolstadt oder sonst wer.

Die Spieler sind nun zu Wort gekommen, doch was konnte Headcoach Serge Aubin in so kurzer Zeit überhaupt optimieren?

Nun ich denke, wenn man all diese Spiele in so kurzer Zeit spielen muss, und das sind schon eine ganze Menge, dann kommst du schon an deine mentalen Grenzen. Das ist nicht nur physisch herausfordernd. Wir müssen sicher stellen, dass wir auch geistig fit bleiben. Die Ereignisse von gestern Abend müssen uns ganz frisch im Gedächtnis bleiben. Und ehrlich gesagt erwarte ich von uns, dass wir am Freitag noch härter arbeiten. Wir hatten ein paar gute Momente, aber wir brauchen mehr.

Doch wie kann man Ingolstadt im zweiten Vergleich besiegen, welche Stärken braucht man dafür?

Ich denke, unser Wetteifer. Der wird noch um einiges stärker sein. Unser Support wird besser sein. Wir werden diese Jungs richtig als Team angreifen. Ich denke, gestern Abend waren wir an mancher Stelle ein wenig zu zerstreut. Das kann schon mal passieren, aber das ist etwas, was wir ausmerzen können. Und ich erwarte, dass wir das morgen Abend in den Griff bekommen.

Eine Reihe, welche gestern zwar Chancen hatte, aber nicht unbedingt ihr bestes Spiel zeigte, war die Top-Reihe um Noebels, Pföderl und Reichel. Serge Aubin wurde daher gefragt, wie wichtig es sei, dass diese Jungs Ingolstadt morgen zeigen, dass man sie nicht immer aus dem Spiel nehmen kann?

Na klar, ich denke, wenn wir erfolgreich sein wollen, dann müssen unsere besten Spieler unsere besten Spieler sein. Das geht ja wohl jedem Team so. Die letzten Spiele war es ein wenig härter für sie. Aber sie haben uns schon durch die ganze Saison getragen. Ohne Zweifel weiß ich, dass sie bereit sein werden. Wir machen einfach mal weiter, es ist eine lange Saison und so ist das Hockey manchmal.

Wie zu Beginn bereits erwähnt, sind die Eisbären zu Hause nach 60 Minuten noch ungeschlagen, verloren die beiden Spiele gegen Wolfsburg erst in der Verlängerung bzw. im Penaltyschießen. Diese Serie würde Serge Aubin gerne fortsetzen:

Ja, aber eigentlich möchte ich nicht erst in die Overtime kommen, ich möchte das in den ersten 60 Minuten erledigt haben. Wenn wir mit unserem vollen Potential in unserem eigenen Haus spielen, dann sollten wir das hinbekommen. Aber dafür brauchen wir Jeden.

3:4 in Ingolstadt: Ausgerechnet Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry bricht nach 30 torlosen Minuten den Bann und bringt Ingolstadt auf die Siegerstraße

Beim ersten Auswärtsspiel im Süden ist die fünf Spiele andauernde Siegesserie der Eisbären Berlin gerissen. Beim ERC Ingolstadt unterlag der DEL-Rekordmeister mit 3:4 (0:0,1:3,2:1) und verlor dabei erstmals in dieser Saison ein Spiel, in dem man weniger als fünf Gegentore kassierte. Dabei deutete in den ersten 30 Minuten nicht viel auf ein Tor-Festival hin. Doch ausgerechnet Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry brach den Bann und Ingolstadt auf die Siegerstraße. 

Für die Eisbären war es das erste Auswärtsspiel im Süden seit über einem Jahr. Dementsprechend groß war auch die Vorfreude bei Kapitän Frank Hördler:

Wir haben uns gut darauf vorbereitet. Wir hatten auch schon einen guten Gegner mit Augsburg, Wir waren schon immer eine ganze Liga und es macht Spaß, die anderen jetzt auch zu sehen.

Eine Änderung gab es im Kader der Hauptstädter im Vergleich zum 5:3-Heimsieg gegen Augsburg. Haakon Hänelt fehlte bei den Eisbären, dafür rückte Nino Kinder zurück ins Line-up. Im Tor vertraute Headcoach Serge Aubin wieder auf Stammgoalie Mathias Niederberger.

Es war das Duell zwischen der besten und drittbesten Offensive in der DEL. Die Eisbären hatten vor der Partie 103 Tore erzielt und waren damit das erste Team, welches die 100er-Marke in dieser Saison knacken konnte. Die Schanzer Panther standen vor dem Spiel bei 88 Toren. Und auch so sollte es vom Papier her ein Top-Spiel werden, traf doch der Zweite aus dem Süden auf das Top-Team aus dem Norden. Es war also alles angerichtet für ein Spitzenspiel, nun lag es an den Spielern, das auch auf dem Eis zu zeigen.
Und nach nur 61 Sekunden durften die Gäste aus Berlin auch gleich einmal ihre Powerplay-Formation auf das Eis schicken, nach dem Wayne Simpson zwei Minuten wegen eines hohen Stocks kassierte. In dieser Disziplin sind die Berliner das zweitbeste Team der Liga, was sie aber hier noch nicht beweisen konnten. Ingolstadt ließ keinen Schuss der besten Offensive in Überzahl zu.
Die erste dicke Chance hatten die Eisbären dann aber kurz danach, als die Scheibe Richtung Tor gebracht wurde und Zach Boychuk die Kelle in den Schuss hielt. Michael Garteig reagierte mit der Stockhand blitzschnell und verhinderte dank dieses sensationellen Reflex den frühen Rückstand in dieser Partie.
Fortan die Hauptstädter weiterhin im Vorwärtsgang, Ingolstadt brauchte bis zur siebten Spielminute, ehe man die erste Chance in diesem Spiel hatte. Doch direkt im Gegenzug kassierten die Schanzer durch Mirko Höfflin die zweite Strafzeit der Partie, der wegen Beinstellens die Kühlbox aufsuchen musste.
Das zweite Überzahlspiel sah dann zwar schon leicht besser aus, aber auch dieses Mal schaffte es die Mannschaft von Coach Doug Shedden, die Räume vor dem Tor eng zu machen und den Eisbären so keine Chance zu bieten.
Keine Chance war auch das Motto der folgenden Minuten. Zwar überbrückten beide Teams schnell die neutrale Zone und kamen zu Abschlüssen, eine hochkarätige Torchance sprang dabei aber nicht heraus. Beide Teams hatten also den Offensivmotor noch nicht hochgefahren sondern ließen ihn zu Beginn noch auf kleiner Flamme laufen.
Die Chance auf mehr offensive Aktionen bot sich den Hausherren dann gegen Ende des ersten Drittels, als die Eisbären durch Zach Boychuk wegen eines Stockschlags die erste Strafzeit der Partie kassierten. Und auswärts lief das Penaltykilling der Hauptstädter nicht wirklich gut, in dieser Disziplin war man die drittschlechteste Mannschaft der gesamten PENNY DEL. Doch hier funktionierte das Unterzahlspiel perfekt und so überstanden die Eisbären diese Unterzahl ohne größere Probleme.
Torlos endeten die ersten 20 Minuten der beiden Offensiv-Spezialisten, welche im Auftaktdrittel eher in der Defensive mit starkem Stellungsspiel brillierten.

Das zweite Drittel begann mit je vier Spielern auf beiden Seiten, nachdem die Spieler auf dem Eis mit der Schlusssirene des ersten Drittels noch ein paar Nettigkeiten austauschten. Ben Marshall auf Ingolstädter und John Ramage auf Berliner Seite saßen auf der Strafbank. Doch auch mit mehr Platz gab es keine großartigen Torchancen zu bestaunen, dafür drei Icings der Schanzer Panther.
Danach die Hauptstädter weiterhin im Vorwärtsgang und sie näherten sich auch so langsam an. Leo Pföderl mit zwei richtig guten Abschlüssen, doch Michael Garteig zeigte, dass er ein sehr guter Goalie ist.
Aber auch Ingolstadt suchte fortan vermehrt den Weg Richtung Berliner Tor und kamen zu den ersten guten Möglichkeiten. Beide Teams waren nun also auf der Suche nach dem Führungstor.
Doch beide Mannschaften machten es sich gegenseitig schwer, dieses zu erzielen. Denn beide Teams neutralisierten sich nahezu, das Spiel war von der Taktik geprägt und man lauerte auf den einen entscheidenden Fehler. Wenn mal etwas gehen könnte in solchen Spielen, dann in Überzahl. Und als Ryan McKiernan Mitte der Partie in die Kühlbox wanderte, bot sich den Hausherren die Chance. Und in der 31. Spielminute brach ausgerechnet Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry den Bann. Ben Marshall mit dem langen Aufbaubass aus dem eigenen Drittel heraus, Aubry lauerte an der gegnerischen blauen Linie und war der Berliner Defensive entwischt. So tauchte er alleine vor Mathias Niederberger auf und düpierte diesen mit dem Schuss über die Stockhandseite – 0:1.
Den Eisbären bot sich aber schnell die Chance zum Ausgleich, als Morgan Ellis auf die Strafbank musste und die Berliner nun ihrerseits mit einem Mann mehr auf dem Eis waren. Marcel Noebels hatte dann auch tatsächlich zwei dicke Chancen. Zuerst scheiterte er per Onetimer an Michael Garteig, dann hatte er freie Schussbahn, aber Garteig kam so weit raus, dass er Noebels damit überraschte und seinen Schuss parieren konnte.
Und Ingolstadt? Den gelang auf einmal alles. Schneller Angriff der Schanzer Panther eingeleitet durch Simon Schütz, der die Scheibe zu Wojciech Stachowiak passte, welcher per Handgelenkschuss abzog. Die Scheibe flog abgefälscht durch Frank Hördler ins Berliner Tor, da konnte Mathias Niederberger nicht mehr reagieren – 0:2 (36.).
Dann schwächten sich die Berliner erneut selbst, Jonas Müller kassierte zwei Minuten wegen eines hohen Stocks. Ingolstadt also erneut in Überzahl, dank guter Arbeit an der Bande erkämpften die Schanzer die Scheibe und Mirko Höfflin war am Ende der Abnehmer im Slot – 0:3 (37.).
Die Gäste aus Berlin hatten aber noch eine Antwort in diesem Drittel parat. Konter der Berliner, Kris Foucault mit dem Schuss, Garteig ließ nur prallen und Parker Tuomie rauschte heran – 1:3 (39.). So gingen die Eisbären mit einem Hoffnungsschimmer in die zweite Drittelpause.

Top motiviert kamen die Gäste zurück aus der Kabine und wollten hier sofort verkürzen, doch Michael Garteig gab den Spielverderber, denn er vernagelte sein Tor mit allem, was er zur Verfügung hatte.
Ingolstadt lauerte auf seine Chancen, welche sie nach einem Fehler der Eisbären im Spielaufbau bekamen. Ingolstadt kam an die Scheibe, spielte sie vor das Tor zu Tim Wohlgemuth, welcher zu viel Platz hatte und per Onetimer zum 4:1 einnetzte (46.).
Ingolstadt spielte das natürlich in die Karten. Denn nun konnten sie sich auf ihre Defensive konzentrieren und aus dieser heraus die schnellen Gegenzüge starten. Einen von Wayne Simpson konnten die Eisbären nur unsauber stoppen, weshalb er einen Penalty zugesprochen bekam. Doch dort vertändelte er die Scheibe beim Move-Versuch und vergab somit die endgültige Entscheidung.
Die letzte Chance, hier nochmal zurück ins Spiel zu kommen, bot sich den Eisbären acht Minuten vor dem Ende der Partie, als Fabio Wagner wegen Behinderung für zwei Minuten auf die Strafbank wanderte. Und dort schlugen die Berliner eiskalt zu. Lukas Reichel wurde am langen Pfosten angespielt, scheiterte zunächst noch mit seinem Onetimer an Michael Garteig, doch der Youngster setzte kniend nach und verkürzte auf 2:4 (53.).
Die Hoffnung war also wieder zurück bei den Eisbären und das Powerplay durfte kurze Zeit später erneut ran. Und eine bessere Chance als Vier-gegen-Drei kannst du nicht bekommen. Die Eisbären hatten sie für 90 Sekunden. Kris Foucault und Leo Pföderl vergaben gute Chancen, aber Ryan McKiernan zimmerte die Scheibe von der blauen Linie rein – nur noch 3:4 (55.).
Nun war es also wieder eine komplett offene Partie, die Eisbären waren hier wieder nah dran und Ingolstadt standen noch fünf harte Minuten bevor. Denn die Eisbären würden nun alles nach vorne werden, das war den Schanzern klar. Dadurch bekamen die Hausherren aber natürlich Platz zum kontern, was sie auch taten, aber Wayne Simpson und Ben Marshall vergaben die Chance zur Entscheidung.
Und die Eisbären schwächten sich in den letzten zwei Minuten selbst, als Frank Hördler zu oft den Stockschlag tätigte und dafür zu Recht auf die Strafbank musste. Kurz zuvor hatte Mathias Niederberger sein Tor verlassen. Nun hieß es also statt Überzahl Unterzahl. Das spielte den Schanzern in die Karten, denn sie spielten das souverän zu Ende und brachten das 4:3 über die Zeit.

30 Minuten sah es nicht nach dem Tor-Spektakel aus, dann schraubte Ingolstadt innerhalb weniger Minuten das Ergebnis auf 3:0 hoch und bog somit auf die Siegerstraße ein. Beide verteidigten das bis dahin ausgesprochen stark und ließen die gegnerischen Stürmer verzweifeln. Ingolstadt fand dann aber ein Weg, die kompakte Berliner Defensive irgendwie zu knacken und spielte sich in dieser Phase in einen Rausch. Berlin schlug zwar im Mitteldrittel nochmal zurück, nahm den Schwung aber nicht mit ins letzte Drittel. Da kassierte man das 1:4 und musste weiter anrennen. An Michael Garteig biss man sich danach weiterhin die Zähne aus. In der Schlussphase schaffte man es dann zwar nochmal, ihn zweimal zu bezwingen, doch zu mehr reichte es am Ende nicht mehr, weil man sich die unnötige Strafzeit durch Frank Hördler einhandelte und somit aller Chancen beraubte.
Parker Tuomie mit seiner Analyse zum Spiel in Ingolstadt oder wie er es sagt: Iserlohn…

Es ist natürlich kein schönes Gefühl. Iserlohn ist eine sehr starke Mannschaft, wir wussten das auch von vornherein, dass die sehr viel Firepower haben, schnelle Verteidiger, generell sehr schnelle Spieler. Wir waren drauf vorbereitet, aber Ingolstadt hat das heute einfach besser gemacht und damit verdient gewonnen. Wenn man vier Tore zulässt, dann wird es immer schwer. Vor allem gegen eine starke Mannschaft wie Ingolstadt muss man defensiv einfach besser sein. Wir müssen jetzt in zwei Tagen einen besseren Job machen, Mathias zu helfen.

6:2 gegen Ingolstadt: Eisbären zeigen Reaktion und kehren nach Schützenfest zurück auf Platz Vier

Ausgabe #25:

Dieser Sieg tut der Eisbären-Seele so richtig gut: Vor 12.508 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof gewannen die Berliner das Heimspiel am Sonntagnachmittag gegen den ERC Ingolstadt mit 6:2 (3:1,2:1,1:0) und betrieben somit Wiedergutmachung für die bittere Heimniederlage vom Freitagabend gegen Straubing, als man mit 1:2 verlor und damit den Kampf um Platz Drei erst einmal aufgeben musste. Stattdessen rutschte man von Platz Vier auf Platz Fünf zurück, welchen man heute aber gleich wieder verließ und sich Platz Vier von Bremerhaven wieder zurückholte. Weil die Eisbären eine richtig starke, kämpferische Leistung boten und Ingolstadt am Ende in allen Belangen überlegen war. Durch den Sieg baute man sein Polster auf den Siebten Ingolstadt zudem auf neun Punkte aus, womit man der direkten Playoff-Qualifikation immer näher kommt.

Bei den Eisbären gab es im Vergleich zum Straubing-Spiel keine Änderung beim Personal, alle Spieler, die am Freitag dabei waren, waren es auch heute gegen Ingolstadt. Justin Pogge erhielt erneut den Vorzug vor Sebastian Dahm im Tor.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Dass sich die Hausherren viel vorgenommen hatten, merkte man schon im ersten Wechsel. Und nach 57 Sekunden zappelte die Scheibe bereits zum ersten Mal im von Jochen Reimer gehüteten Panther-Tor. Jonas Müller hatte von der blauen Linie abgezogen und Maxim Lapierre fälschte vor dem Tor unhaltbar ab – 1:0 (1.).
Traumstart der Eisbären, welcher ihnen natürlich in die Karten spielte, denn so war die Last von der Freitag-Niederlage vorerst genommen und man konnte befreit aufspielen. Ingolstadt kam erst so nach und nach ins Spiel und zu Chancen, aber es musste ein Powerplay her, um endgültig im Spiel anzukommen. Mike Collins mit dem Zuspiel von hinter dem Tor in den Slot, wo Kris Foucault lauerte und per Onetimer ausglich – 1:1 (11.).
Die Eisbären kurz danach erneut in Unterzahl, für die Schanzer also die nächste Chance zum Tor. Aber es kam ganz anders. Denn die Berliner trafen in Unterzahl! Über Ryan McKiernan und Florian Kettemer kam die Scheibe zu Lapierre, welcher im ersten Versuch noch an Reimer scheiterte, im zweiten dann aber eiskalt war – 2:1 (12.).
Die Eisbären brauchten heute nicht viele Chancen, um zu treffen. Das nächste Beispiel war das 3:1. Die Hausherren zur Abwechslung mal in Überzahl, Lukas Reichel auf Maxim Lapierre, welcher die Scheibe nicht richtig unter Kontrolle bekam. PC Labrie war aber zur Stelle und netzte ein – 3:1 (17.).
So endete ein sehr interessantes und kurzweiliges Auftaktdrittel, in dem die Eisbären ihre Chancen eiskalt nutzten und sich auch nicht vom zwischenzeitlichen Ausgleich der Panther aus der Ruhe bringen ließen.

Das zweite Drittel begann mit einer vierminütigen Überzahl für die Eisbären, nach dem Dustin Friesen

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

mit der Schlusssirene noch 2+2-Minuten wegen eines hohen Stocks gegen Leo Pföderl kassierte. Lange Zeit taten sich die Eisbären mit einem Mann schwer, aber auch, weil Ingolstadt stark in Unterzahl verteidigte und die Schusswege gut zu machte. Aber in der letzten Minute des Powerplays klingelte es dann doch noch. James Sheppard marschierte einmal über die gesamte Eisfläche, wollte dann auch noch Reimer umkurven, was jedoch nicht klappte. Beim Klärungsversuch der Panther landete die Scheibe direkt auf der Kelle von McKiernan, welcher nicht lange fackelte und abzog – 4:1 (24.). In seinem 100. DEL-Spiel beschenkte sich die Berliner Nummer 58 also selbst. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zum Jubiläum!
Die Eisbären danach weiter im Vorwärtsgang, wollten weiter nachlegen, aber es sollte ihnen zunächst nicht gelingen. Dann mussten sie mal wieder in Unterzahl ran, weil James Sheppard heute Gefallen daran gefunden hatte, in der Kühlbox zu sitzen. Und die Mannschaft von Trainer Doug Shedden machte ordentlich Druck, aber an Justin Pogge im Eisbären-Tor war kein vorbeikommen. Als die Berliner wieder vollzählig waren, sorgten sie für den nächsten Treffer.
Und erneut war James Sheppard der Vorlagengeber, Adressat war diesmal Top-Scorer Marcel Noebels, welcher den Pass problemlos verwerten konnte – 5:1 (33.).
Es wirkte alles so spielerisch leicht von den Eisbären, sie hatten heute richtig Spaß am Spiel und die Jungs spielten und kämpften als Mannschaft zusammen. Da störte auch der schnelle Anschlusstreffer der Gäste nur 26 Sekunden nach dem 5:1 nicht. Ex-Eisbär Darin Olver legte quer rüber, Brett Findlay sagte danke und stellte auf 5:2 (34.). Haben sich die Schanzer schön bei den Eisbären abgeschaut, denn aus dem selben Spielzug entstand kurz zuvor das Tor von „Noebi“.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Alle waren bester Laune, die Stimmung war ausgelassen, doch dann kippte sie und es wurde richtig hitzig. Im Mittelpunkt die beiden Hauptschiedsrichter Stephan Bauer und Lasse Kopitz. Youngster Fabian Dietz fuhr einen Check gegen Dustin Friesen, welcher daraufhin auf dem Eis liegen blieb, jedoch nichts davon getragen hatte. Für mich sah dieser Check jetzt nicht wirklich hart und unsauber aus, aber Bauer und Kopitz wollten da einen unerlaubten Körperangriff gesehen haben und schickten Dietz mit einer Spieldauer zum Duschen. Friesen hatte sichtlich nichts davon getragen und trotzdem gab es für Dietz die Spieldauer. Warum jener Friesen für seine Aktion gegen Pföderl, welcher danach geblutet hatte, mit 2+2 davon kam, wird deren Geheimnis bleiben. Aber die Leistung der beiden Hauptschiedsrichter reihte sich nur in die zuletzt gezeigten Leistungen der Unparteiischen ein, welche so kurz vor den Playoffs angesichts ihrer Leistung massiv in der Kritik stehen. Heute sah man, warum.
Nun war hier ordentlich Feuer drin, Checks wurden zwar vorher auch schon kräftig gefahren, aber nun hatte man sich immer wieder in der Wolle und tauschte Nettigkeiten aus. So auch schon nach dem Check von Dietz, als sich eine kleine aber kräftige Schlägerei entwickelte.
Die Eisbären überstanden die große Strafe, welche nach einer Strafe gegen Ingolstadts Wayne Simpson für zwei Minuten unterbrochen wurde, dank eines starken Penaltykillings schadlos und nahmen eine Drei-Tore-Führung mit in die Kabine.

So spektakulär und aufregend ging es im letzten Drittel nicht mehr weiter. Ingolstadt begann den

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

letzten Abschnitt mit einem neuen Torhüter. Timo Pielmeier ersetzte Jochen Reimer. Richtiger Spielfluss kam im letzten Drittel selten auf, weil die Partie durch Strafzeiten immer wieder unterbrochen wurde. So zog sich das letzte Drittel auch ein bisschen wie ein Kaugummi in die Länge.
Ingolstadt versuchte es zwar nochmal, aber die Eisbären ließen hinten nichts zu. Die Cleverness und Abgezocktheit, welche am Freitag noch fehlte, war heute wieder da und so ließ man Ingolstadt keine Chance mehr.
Für den letzten Höhepunkt und zugleich Schlusspunkt sorgte der kleine Wirbelwind Austin Ortega, welcher einen Ingolstädter Aufbaupass abfing, alleine auf Pielmeier zu fuhr und eiskalt per Rückhand abschloss – 6:2 (59.). Damit waren die drei Punkte gegen den direkten Konkurrenten im Sack und zudem beendete man eine sieben Spiele andauernde Serie. Denn in den letzten sieben Duellen zwischen diesen beiden Mannschaften gewann stets das Auswärtsteam. Heute war es mal wieder das Heimteam.

So eine Reaktion wünscht sich wohl jeder Trainer nach der bitteren Niederlage zwei Tage zuvor gegen Straubing, nach der die Enttäuschung groß war. Bei allen Beteiligten. Und das merkte man heute vom ersten Bully an und schon nach 57 Sekunden konnten die Eisbären in Führung gehen. Dass Ingolstadt dann zum Ausgleich kam, geschenkt. Denn die Eisbären hielten an ihrem Gameplan fest, behielten die Ruhe, spielten weiter nach vorne und waren vor allem heute vor dem Tor eiskalt. Sie ließen nicht viele Chancen liegen, sondern zeigten eine klasse Chancenverwertung. Das viel kritisierte Powerplay war heute zweimal erfolgreich und auch in Unterzahl lieferte man eine klasse Leistung, traf sogar einmal.
Serge Aubin sagte es nach dem Spiel auf der Pressekonferenz vollkommen richtig, man solle sich einprägen, wie man dieses Spiel heute gewonnen hat. „Mit viel, viel harter Arbeit über die gesamte Mannschaft hinweg„, sagte der Chefcoach und lobte dabei explizit alle Spieler. „Aber was vor allem wichtig war, dass die Mannschaft um jeden Zentimeter auf dem Eis gekämpft hat. Und zwar von der ersten bis zur vierten Reihe„, ergänzte Aubin.
In der Pause kann man nun die Akkus wieder aufladen und sich dann auf die heiße Phase der Saison vorbereiten. Dann muss man an den kleinen Baustellen, welche man noch hat, arbeiten, um bestmöglich vorbereitet in die letzte Saisonphase zu gehen. Das Spiel sollte dabei als Videomaterial dienen, denn wenn sie so in den nächsten Wochen spielen, kann die Saison noch lange gehen. Und wer weiß, vielleicht feiern wir dann im April die achte Meisterschaft in der Hauptstadt. Dann heißt es wirklich wieder so wie heute während des Warm-ups: „Dickes B oben an der Spree…“

Bayrisches Wochenende: Die Eisbären sind heiß auf die beiden wegweisenden Heimspiele gegen Straubing und Ingolstadt

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) biegt auf die Zielgerade der diesjährigen Hauptrunde ein und somit kommen wir dem Höhepunkt einer jeden Saison immer näher. Die Playoffs stehen vor der Tür und für die Eisbären Berlin bietet das kommende Wochenende gleich einmal die beste Gelegenheitdafür, für den Saisonhöhepunkt zu proben. Denn man trifft am Freitagabend (19:30 Uhr) auf die Straubing Tigers, ihres Zeichens Tabellendritter mit sieben Punkten Vorsprung auf die Eisbären, und am Sonntagnachmittag auf den ERC Ingolstadt (17:00 Uhr), ihres Zeichens Tabellensechster mit acht Punkten Rückstand auf die Berliner. Für die Hauptstädter also zwei enorm wichtige Heimspiele, in denen man wichtige Punkte im Kampf um Heimrecht im Viertelfinale einfahren, mit Straubing aber sogar im Falle eines Sieges dem Dritten näher kommen kann. Mit zwei Siegen würde man dem Saisonziel näher kommen, mit zwei Niederlagen aber würde dieses noch einmal in große Gefahr geraten.

Aber die Eisbären wissen um die große Bedeutung der Spiele am Freitag und Sonntag, wollen beide Spiele siegreich gestalten und damit nach dem Sieg in München ein weiteres Zeichen in Richtung Playoffs setzen. Dennoch blicken die Berliner laut Trainer Serge Aubin nicht auf die Tabelle (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 30.01.2020):

Ich weiß, ich wiederhole mich hier, aber die Tabelle interessiert uns derzeit nicht wirklich. Wir konzentrieren uns komplett auf uns und unser Spiel. Morgen ist natürlich eine gute Gelegenheit, um uns gegen ein Team, das über uns steht zu beweisen. Wir konzentrieren uns derzeit vor allem darauf, Eishockeyspiele zu gewinnen.

Verteidiger Frank Hördler äußerte sich nach dem letzten Heimspiel gegen Schwenningen auch über den morgigen Gegner Straubing und da merkte man schon, wie groß der Respekt vor den Niederbayern ist:

Wenn man sich die Tabelle anguckt, ist jedes Spiel wichtig. Weil von unten drücken sie und von oben sieht man so langsam ein bisschen Licht. Was wir wissen ist, dass Straubing eine unheimlich gute Mannschaft ist, das haben sie über die ganze Saison bewiesen. Jeder kleinste Fehler wird genutzt von denen. Ich glaube, und das wissen wir auch, da müssen wir von Anfang an da sein.

Den Respekt haben sich die Jungs von Chefcoach Tom Pokel auch redlich verdient, spielen sie doch die beste Hauptrunde ihre DEL-Geschichte. Die Niederbayern werden dieses Jahr im Viertelfinale mit dabei sein und dort könnten sie für jeden Gegner zum großen Stolperstein werden. Wenn man bei den Tigers überhaupt etwas bemängeln muss, dann vielleicht den Fakt, dass das beste Heimteam der DEL das schlechteste Auswärtsteam aus den Top-6 der Tabelle sind. Von daher wollen die Niederbayern sich natürlich Heimrecht im Viertelfinale sichern. Aufpassen müssen die Eisbären vor allem auf das kongeniale Sturm-Duo Michael Connolly (35 Punkte) und Jeremy Williams (32 Punkte) aufpassen.
Es ist das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der diesjährigen Hauptrunde, in den Playoffs könnten sich die Schläger beider Teams aber erneut kreuzen. Bisher spricht die Bilanz für Berlin, die sich mit 5:2 auf heimischen Eis und 2:1 am Pulverturm durch setzten. Das erste Spiel in Straubing ging mit 3:5 verloren. In Berlin haben die Tigers vier der letzten fünf Spiele verloren und warten seit 14 Spielen auf einen Dreier in der Hauptstadt.
Mit einem Heimsieg könnten die Eisbären den Rückstand auf Straubing auf vier Zähler verkürzen, bei einer Niederlage wächst der Rückstand aber auf zehn Punkte an.

So ein Sechs-Punkte-Spiel wird auch das zweite Heimspiel an diesem Wochenende gegen den ERC Ingolstadt, welcher sich noch Chancen auf Heimrecht im Viertelfinale ausrechnet. Bei acht Punkten bedarf es aber eines Sieges in der Hauptstadt, um diese Chance am Leben zu halten. Die Schanzer spielen so ein bisschen eine Achterbahn-Saison, so richtig einzuschätzen ist die Mannschaft von Coach Doug Shedden nicht. Mal sind sie richtig stark, dann aber im nächsten Spiel wieder schlecht. In den letzten drei Spielen zeigten die Panther wieder ihr schlechtes Gesicht, verloren dreimal in Folge mit 1:4.
Aber in Berlin fühlten sie sich zuletzt pudelwohl, gewannen dreimal in Folge in der Hauptstadt. So auch das erste Duell in dieser Saison, was mit 5:4 n.P. an den ERCI ging. In Ingolstadt gewannen die Eisbären mit 4:2 und 4:1.

Bei den zuletzt dreimal in Folge siegreichen Eisbären wird sich im Vergleich zum Schwenningen-Spiel nichts ändern. Heißt also auch, dass weiterhin Vincent Hessler, Florian Busch, Louis-Marc Aubry und Sean Backman fehlen werden.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Straubing Tigers am 31.01.2020 um 19:30 Uhr:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Constantin Braun, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Marvin Cüpper, Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Vincent Hessler (Hand), Louis-Marc Aubry (Knie), Sean Backman, Florian Busch