2:7! Eisbären kommen in Schwenningen unter die Räder – Lukas Reichel nach dem Spiel ratlos

Viertes Spiel, vierte Niederlage: Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin sieglos im MagentaSport Cup. Bei den Schwenninger Wild Wings setzte es eine derbe 2:7-Klatsche. Dabei bereitet vor allem die Leistung Kopfschmerzen. Denn verlieren kann man immer, aber es kommt auf das Wie an. Und das war keinesfalls zufriedenstellend. Am Ende blieben ratlose Eisbären-Spieler zurück.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Schwenningen konnte mit einem Sieg Platz Eins übernehmen und somit einen Riesenschritt Richtung Halbfinale machen. Die Eisbären hingegen wollten endlich den ersten Sieg im MagentaSport Cup feiern. Verteidiger Leon Gawanke dazu im Interview vor dem Spiel bei Magenta Sport:

Wir wollen jetzt endlich mal ein Spiel gewinnen. In Mannheim und München haben wir gute Spiele hingelegt. Wir brauchen so langsam mal drei Punkte. Ich denke, wir werden einfach da weitermachen, wo wir in München aufgehört haben. Wir haben über 60 Minuten gutes Eishockey gespielt. Das erste Drittel gegen Schwenningen haben wir verschlafen. Heute werden wir von Beginn an Vollgas über 60 Minuten geben und das Eis als Sieger verlassen.

Dieses Vorhaben mussten die Berliner aber mit einem arg dezimierten Kader angehen. Denn es fehlten Tobias Ancicka (vorsorglich in Quarantäne), John Ramage, Nino Kinder, Maxim Lapierre, Marcel Noebels und Neuzugang Kris Foucault, welcher noch nicht spielberechtigt war. Da Jacob Ingham wieder zurück nach Los Angeles gekehrt ist, saß DNL-Goalie Gion Ulmer als Backup auf der Eisbären-Bank.

Schon nach 16 Sekunden klingelte es im Berliner Tor

Das mit dem Vollgas klappte dann aber nicht. Denn wie im ersten Duell gegen Schwenningen im Wellblechpalast klingelte es bereits in der ersten Spielminute im Berliner Tor. Bullygewinn für die Hausherren durch Darin Olver, die Scheibe kam direkt auf die Kelle von Dylan Yeo, welcher abzog, dessen Schuss vor dem Tor noch abgefälscht und letztendlich hinter Geburtstagskind Matthias Niederberger einschlug – 0:1 nach gerade einmal 16 Sekunden.
So hatte man das sich bei den Berliner definitiv nicht vorgestellt. Aber auch danach setzte der „Hallo Wach„-Effekt nicht ein, die Eisbären taten sich mit dem aggressiven Forechecking der Hausherren enorm schwer, machten immer wieder Fehler im Spielaufbau. Die Wild Wings waren im Gegensatz zu den Hauptstädtern von der ersten Sekunde an hellwach.
Die Berliner hatten erst in der neunten Spielminute die ersten nennenswerten Torabschlüsse. Mark Olver nach Fehlpass seines Bruders Darin, doch der Eisbär schoss knapp am Tor vorbei. Und wenig später war es Lukas Reichel, welcher per Onetimer aus dem Slot scheiterte.
Schwenningen stand hinten weitestgehend sehr kompakt und machte es den Gästen so sehr schwer, ins Spiel zu finden. Irgendwie verrannten sich die Berliner immer wieder in Einzelaktionen, versuchten es zu oft mit dem Kopf durch die Wand.
Wenn es gefährlich wurde, dann vor dem Tor der Eisbären. Darin Olver mit dem Zuspiel von hinter dem Tor vor das selbige, Travis Turnbull mit dem Onetimer, Niederberger war aber zur Stelle. Danach folgte das erste Powerplay der Partie für die Eisbären, aber die Statistik stimmte in diesem Fall wie die Faust aufs Auge. Während Schwenningen in 21 Unterzahlspielen noch ohne Gegentreffer war, stand bei den Eisbären in 13 Überzahlspielen bisher auch die Null. Und das Powerplay bestätigte das nur. Man fand nicht einmal in die Formation, gab keinen einzigen Torschuss ab. Schwenningen entfachte im Penaltykilling mehr Druck als die Eisbären in Überzahl.
Selbiges Bild setzte sich auch in den restlichen Minuten des Auftaktdrittels fort, Tore sollten aber keine mehr fallen. So nahm Schwenningen eine verdiente 1:0-Pausenführung mit in die Kabine. Deren Stürmer und Ex-Eisbär Alex Weiß mit seinem Statement zum ersten Drittel bei Magenta Sport:

Wir waren hoch motiviert, da es unser erstes Spiel zu Hause ist. Wir wollten einen guten Eindruck nach der Niederlage in Mannheim hinterlassen, was uns bisher gut gelungen ist. Dass Berlin eine gute Mannschaft ist, weiß jeder. Es ist eine junge Mannschaft, die auch hungrig ist, mit vielen Spielern, die auch die Chance haben, nach drüben zu gehen. Die wollen sich beweisen.

Die Freude über Labries Ausgleich wehrte nur 14 Sekunden

Zu Beginn des zweiten Drittels mussten die Hauptstädter früh in Unterzahl ran. Schwenningen traf bei zehn Überzahlspielen bisher zweimal – beide Tore gelangen im Hinspiel in Berlin. Und auch in diesem Powerplay hätte es beinahe geklingelt, doch Troy Bourke scheiterte mit seinem Rückhandversuch vor dem Tor an Niederberger. Im Anschluss daran gab es eine kleine Rangelei, an deren Ende auf Seiten der Wild Wings Bourke und Tyler Spink sowie bei den Eisbären Mark Olver und Ryan McKiernan wegen unnötiger Härte in die Kühlbox mussten.
Die Eisbären waren in diesem Drittel aktiver als noch im ersten. Lukas Reichel mit der ersten guten Gelegenheit nach 25 Minuten, als er sich über links klasse durchsetzen konnte und zum Abschluss kam, aber Patrik Cerveny im SERC-Tor war zur Stelle. Es war der Beginn einer guten Phase der Berliner, in welcher die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin den Ausgleich erziele konnte. Jonas Müller mit dem Querpass an der blauen Linie auf Leon Gawanke. Die NHL-Leihgabe mit dem Schuss, PC Labrie fälschte diesen unhaltbar ab und schon stand es 1:1 (27.).
Sollte sich das Spiel von nun an drehen? Nein! Denn ganze 14 Sekunden hielt der neue Spielstand nur, dann stand es schon wieder 1:2 aus Berliner Sicht. Jamie MacQueen erkämpfte sich an der rechten Bande im Angriffsdrittel die Scheibe, spielte sie weiter zu Darin Olver und der sah Dylan Yeo. Der Verteidiger schaute kurz und schloss dann trocken ins rechte Eck ab (27.).
Zwei Minuten später das zweite Berliner Powerplay in diesem Spiel. Und in diesem war viel Bewegung drin, man erspielte sich auch gute Möglichkeiten. Doch Leon Gawanke (zweimal), Lukas Reichel und Parker Tuomie scheiterten mit ihren Versuchen. Auch danach die Eisbären weiterhin offensiv ausgerichtet und mit Abschlüssen. Nur fehlte es an den richtig dicken Chancen.
Und Schwenningen? Wenn die Hausherren vor dem Tor waren, wurde es brandgefährlich. Und zweimal sollten die Mannen von Coach Niklas Sundblad in diesem Drittel noch zuschlagen. Darin Olver und Travis Turnbull mit einem klasse Doppelpass, Letzterer konnte dann ungestört abschließen – 3:1 (36.).
Und als die Berliner wieder mal in Unterzahl ran mussten, setzte es auch noch das 4:1. Aber dort offenbarten sich wieder große Lücken. Colby Robak kam mit viel Speed über links ins Angriffsdrittel, ließ zwei Berliner Spieler relativ mühelos stehen, fuhr rum ums Tor, spielte die Scheibe dann vor das Tor, wo Troy Bourke zwischen zwei Berliner Spielern durch kam, welche zu große Abstände ließen und Bourke problemlos einschießen ließen. Da stimmte die Zuordnung überhaupt nicht. So gingen die Schwarzwälder mit einer Drei-Tore-Führung in die Kabine.

Im Schlussdrittel brechen die Eisbären erneut ein

Und Hoffnung machte die bisherige Statistik des dritten Drittels im MagentaSport-Cup nicht wirklich, denn 0:7 lautete die Bilanz der drei dritten Drittel gegen Schwenningen, in Mannheim und München. An dieser sollten die Berliner in den letzten 20 Minuten noch ausführlich arbeiten.
Ideenlos kamen die Gäste von der Spree zurück auf das Eis. Schwenningen standen hinten sehr kompakt und ließ nichts zu. Die Eisbären hatten aber auch nichts Kreatives parat, um da mal durchzukommen.
Es dauerte ein wenig, bis man dann doch mal irgendwie vor das Tor kam. Ryan McKiernan mit dem Schuss von der blauen Linie, Patrik Cerveny konnte diesen nicht parieren und PC Labrie setzte den Nachschuss an den Pfosten. Zwei Minuten später tankte sich Mark Olver über rechts klasse durch und zog vors Tor, dann lag die Scheibe frei und Haakon Hänelt war wohl als Letzter dran – 4:2 (47.).
Der Beginn einer Aufholjagd? Nein, denn die Eisbären waren nur wenige Sekunden später erneut in Unterzahl und Powerplay gegen Berlin liegt den Schwänen. Tyler Spink kam über rechts ins Angriffsdrittel, hatte viel freie Eisfläche vor sich, fuhr vor bis zum Bullykreis und zog ab. Sein Schuss schlug im langen Eck ein – 5:2 (48.).
Die Partie war damit entschieden und Jonas Müller fuhr einen harten Check gegen David Cerny. Das gefiel Christopher Fischer überhaupt nicht und er ging wie wild auf Müller los, streckte ihn letztendlich per Stockstich zu Boden. Vor den Augen des Linienrichters, der sich während der ekligen Aktion aber anscheinend lieber die umgebaute Helios-Arena anschaute. Denn hätte er hingeschaut, wäre Fischer nicht mit zwei Minuten davon gekommen. Müller kassierte wegen eines Kniechecks eine Spieldauer.
Da Schwenningen gerne gegen Berlin mit einem Mann mehr spielt, nutzten sie die fünf Minuten auch gleich richtig aus. Boasz Bassen wurde im Slot frei gespielt und konnte sich die Ecke aussuchen, so viel Platz und Zeit hatte er – 6:2 (51.).
Und Andreas Thuresson setzte dann den Schlusspunkt unter dieses Spiel. Zunächst stand ihm noch der Pfosten im Weg, wenig später stand er alleine vor Niederberger und ließ dem Berliner Schlussmann keine Chance – 7:2 (53.).
Kurz vor Schluss die Eisbären nochmal mit zwei Mann mehr und einem Onetimer von Leo Pföderl, welcher aber nicht rein ging. Somit endete das Duell im Schwarzwald 7:2 für die Gastgeber.

Ein ratloser Lukas Reichel

Vollgas über 60 Minuten? Davon war rein gar nichts zu sehen. Die Eisbären wollten heute endlich den ersten Sieg einfahren, am Ende wurde es ein Debakel. Weil man es erneut an allem vermissen ließ, was man zeigen muss, um ein Eishockeyspiel zu gewinnen. Die Abstände in der Defensive sind einfach zu groß, da verteilt man Geschenke an den Gegner, welcher diese dankend annimmt. Vor dem Tor fehlt es an der Kreativität, sich mal Chancen zu erspielen. Zudem fehlte es an Kampfgeist, Laufbereitschaft, und, und, und…
Ja, wir sind noch in der Vorbereitung und man nutzt diese gerne zum testen, um die beste Formation für den Ligastart zu finden. Das Problem? Ganze zwei Spiele hat man jetzt noch im MagentaSport Cup vor sich – gegen Mannheim und München. Gegen die beiden besten Teams der Liga. Dort sollte man unbedingt ein Erfolgserlebnis feiern. Denn das ist dringend nötig für das Selbstvertrauen. Weil, auch wenn wir hier nur ein Vorbereitungsturnier haben, so offenbart es doch schon die großen Probleme der Eisbären. Und wenn du in diesem durch ständige Niederlagen dein Selbstvertrauen verlierst, ist das auch nicht gut im Hinblick auf den Saisonstart. Insofern müssen die Verantwortlichen nun anfangen, an den vielen Baustellen zu arbeiten.
Zwar gibt man immer vor zu wissen, woran es liegt, nur umsetzen tun sie es dann in den darauffolgenden Spielen gar nicht oder aber nur über eine bestimmte Zeit. Und wenn man dann Lukas Reichel im Interview nach dem Spiel hört, dann sieht das verdammt danach aus, als ob man eigentlich gar nicht weiß, woran es liegt, dass es derzeit so läuft, wie es läuft:

Ich weiß nicht, was momentan los ist. Wir haben jetzt drei oder vier Spiele in Folge verloren. Wir machen einfach die Kleinigkeiten nicht richtig. Wir arbeiten hart und versuchen es, aber irgendwie klappt der letzte Pass vor dem Tor halt nicht. In der defensiven Zone klappt auch noch nicht alles. Wir nehmen die nächsten Spiele, um es einfach verbessern zu können. Und dann sehen wir, wie es in der Saison aussieht.

Hoffen wir mal, dass wir in den nächsten beiden Spielen die wahren Eisbären zu Gesicht bekommen und sie voller Elan und Tatendrang in die neue Saison starten. Auch wenn es im Moment schwer fällt, daran zu glauben. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt.

Ryan McKiernan: „Wir sind als Team zusammengewachsen“

Nein, der MagentaSport Cup ist bisher nicht das Turnier der Eisbären Berlin. Drei Spiele hat man absolviert, dreimal verließ man am Ende das Eis als Verlierer, hat bisher einen mickrigen Punkt sowie nur drei erzielte Tore auf dem Konto. Das hatte man sich in der Hauptstadt ganz anders vorgestellt, wollte man doch dieses Turnier gewinnen. Zwar hat man rein rechnerisch auch noch die Chance auf den Halbfinal-Einzug, aber leicht wird das nicht. Auf jeden Fall müssen die noch drei verbliebenen Gruppenspielen gegen Mannheim und München sowie in Schwenningen gewonnen werden. Und dann muss natürlich die Konkurrenz auch noch mitspielen.

Das bisher einzig Positive an diesem MagentaSport Cup aus Berliner Sicht ist sicherlich die deutlich sichtbare Leistungssteigerung vom Spiel Eins bis Spiel Drei. Gegen Schwenningen fand man überhaupt nicht in sein Spiel und kam dann auch relativ schnell von seinem Weg ab und ließ alles vermissen, was ein Eishockey-Spiel ausmacht und verlor somit am Ende verdient mit 1:5.
Gegen Mannheim zeigte man sich dann deutlich verbessert, doch am Ende stand auch da mit 0:3 eine Niederlage. Eine, die man aber hätte vermeiden können. Wenn, ja wenn man endlich die Disziplin in den Griff bekommt und sich nicht zu viele Strafzeiten einhandelt. Zudem war in Mannheim die Chancenverwertung ein weiteres Manko, weshalb man ohne Punkte blieb.
Gestern gegen München schien man daran gearbeitet zu haben, nutzte endlich seine Chancen und führte vor dem Schlussdrittel mit 2:0. Doch dann schwand wie schon in den letzten Dritteln gegen Schwenningen und Mannheim die Kraft und es hagelte Gegentore. Und das 2:2 kassierte man in Unterzahl nach einer vollkommen unnötigen Strafzeit gegen Constantin Braun. Da hätte er sich definitiv cleverer anstellen müssen. Und in der Overtime ließ dann auch noch die Konzentration beim entscheidenden Gegentreffer zu wünschen übrig, als München ungestört das Siegtor erzielen konnte, weil die Zuordnung in der Defensive überhaupt nicht stimmte.

Licht und Schatten also bisher, aber wie bereits angedeutet, gab es in den Spielen auch die positiven Dinge, welche sich von Spiel zu Spiel verbessert haben. Daher sprach Trainer Serge Aubin gestern nach dem Spiel auch davon, dass man in München sein bestes Spiel der bisherigen Vorbereitung bestritten hat (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 21.11.2020):

Betrachtet man nur das Ergebnis, ist es natürlich sehr enttäuschend. Wenn du im 3. Drittel mit zwei Toren führst, musst du den Sack zu machen. Ich denke aber, dass wir unser bisher bestes Spiel bestritten haben. Wir waren von Anfang an aggressiv gegen und geduldig mit dem Puck. Leider haben wir drei Minuten vor Ende des Spiels eine unnötige Strafe im Angriffsdrittel gezogen und dann das Gegentor bekommen. In der Verlängerung ist es dann immer auch ein bisschen ein Glücksspiel. Insgesamt haben wir heute vieles richtig gemacht.

Verteidiger Ryan McKiernan ging sogar noch weiter und sprach davon, dass man auf dieser Auswärtsreise als Team zusammengewachsen sei:

Natürlich sind wir nach dieser Niederlage enttäuscht, aber die beiden Spiele in Mannheim und auch heute waren die besten der bisherigen Vorbereitung. Wir haben gerade heute sehr strukturiert und schnell gespielt. Darauf können wir aufbauen. Auch wenn wir heute wirklich enttäuscht sind, war das ein riesen Schritt in die richtige Richtung. Wir sind auf dieser Auswärtsreise als Team zusammengewachsen.

Die nächste Chance, das zu beweisen, haben die Eisbären am Donnerstagabend, wenn es zum bisherigen Überraschungsteam der Gruppe B, den Schwenninger Wild Wings, geht. Will man den MagentaSport Cup immer noch gewinnen, muss die Aufholjagd da beginnen. Dafür bedarf es dann aber einer konzentrierten Leistung über die vollen 60 Minuten sowie einer fast perfekten Disziplin.

5:1 vs. Schwenningen: Tore, Schlägereien, Party-Stimmung und Heimrecht im Viertelfinale gesichert

Ausgabe #29:

Mein erster Gedanke zum Spiel gegen Schwenningen war dieser gewesen: „An einem Dienstag gegen Schwenningen, das kann ja wieder ein typischer, langweiliger Dienstagabend werden„. Und nach dem ersten Drittel sah ich mich auch noch bestätigt. Aber danach bekamen die 9.511 Zuschauer in der kläglich besuchten Mercedes-Benz Arena doch noch einiges zu bieten. Mit 5:1 (1:0,4:0,0:1) fegten die Eisbären Berlin den Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings aus der Arena am Ostbahnhof. Sechs Tore, schöne Schlägereien, 80 Strafminuten, eine für einen Dienstag überragende Partystimmung auf den Rängen gekrönt mit dem endgültigen sichern des Heimrechts im Viertelfinale. So ließ sich dieser Dienstagabend dann doch besser als erwartet aushalten und machte, entgegen aller Vermutungen, sogar schon Lust auf die bevorstehenden Playoffs. Welche die geilste Zeit des Jahres sind.

Bei den Eisbären kehrte Youngster Fabian Dietz zurück ins Line-up. Ansonsten blieb alles beim alten, so auch Justin Pogge im Tor.

Foto: eisbaerlin.de/netti

Die Ausgangslage war klar: Die Hausherren benötigten noch genau einen Punkt für das Heimrecht im Viertelfinale, während es für die Gäste maximal noch darum ging, den letzten Platz zu vermeiden. Das Spiel begann für einen Dienstag recht typisch. Kein schön anzusehendes Spiel, Fehlpässe auf beiden Seiten, aber auch Abschlüsse. Wenn gleich man die hundertprozentigen mit dem Fernglas suchen musste.
Dann aber mal ein Geistesblitz von Marcel Noebels, welcher die Scheibe quer rüber zu Leo Pföderl spielte. Die Nummer 93 nahm das Zuspiel humorlos an und hämmerte das Spielgerät ins Schwenninger Tor – 1:0 (9.).
Danach die Gäste aus dem Schwarzwald mit zwei ansehnlichen Angriffen, doch bei Justin Pogge war Endstation. Mehr interessantes passierte dann aber nicht mehr und wir näherten uns langsamen Schrittes der ersten Drittelpause. Zum Glück wollte man meinen, denn so richtig vom Hocker haute dieses Spiel niemanden in der Arena. Was aber zu erwarten war.

Aber das zweite Drittel entschädigte die Eisbären-Fans dann vollends. Die Hausherren zu Beginn in

Foto: eisbaerlin.de/netti

Überzahl, aus der kurze Zeit später eine doppelte wurde. Aber erst als die Schwäne wieder zu Viert waren, klingelte es erneut im Wild-Wings-Tor. Leo Pföderl hatte abgezogen, der scheidende Schwenninger Schlussmann Dustin Strahlmeier bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle und Austin Ortega stocherte so lange nach, bis der Puck im Tor war – 2:0 (23.).
Es lief immer noch die 23. Spielminute, als die Tor-Musik der Hauptstädter erneut ertönte. Landon Ferraro kam mit viel Tempo ins Angriffsdrittel, suchte sich die Ecke aus, visierte sie an und schloss mustergültig ab – 3:0, nur 45 Sekunden später.
Jetzt hatten die Berliner mal kurz so richtig Lust auf Tore und so legten sie schnell nach. Strahlmeier wollte einen Puck vor seinem Tor klären, was ihm aber nicht gelang. Marcel Noebels war zur Stelle, spielte die Scheibe in den Slot, wo Leo Pföderl der Abnehmer war – 4:0 (25.).
Nun ließen die Gäste die Fäuste sprechen und wir bekamen den ersten Fight zu sehen. Es sollte nicht der Letzte an diesem Abend gewesen sein. Die Eisbären nahmen fortan Tempo aus dem Spiel, aber als sie erneut in Überzahl waren, schlug mal wieder Youngster Lukas Reichel zu. Frank Hördler spielte die Scheibe zu Reichel, welcher mit dem Rücken zum Tor stand. Die Nummer 44 der Eisbären wählte den schwierigen Weg, er zog einfach mit der Rückhand ab und schaute überhaupt nicht, wohin er da zielte. Trotzdem schlug die Scheibe im Schwenninger Tor ein – 5:0 (35.).
Schwenningen antwortete nun immer wieder mit kleineren Nickligkeiten. Allen Fans in der Arena war klar gewesen, dass es heute noch ordentlich scheppern würde auf dem Eis. Doch zunächst einmal durften alle Beteiligten ihre Köpfe abkühlen und in den Kabinen verschwinden.

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Zum Schlussdrittel wechselte Wild-Wings-Coach Niklas Sundblad seinen Goalie. Dustin Strahlmeier nahm auf der Bank Platz, Michael Boehm stand fortan zwischen den Pfosten. Aber im letzten Drittel ging es mal wieder mit einem Fight weiter. Landon Ferraro schnappte sich Youngster Boaz Bassen und zeigte ihm mal, dass er sich besser nicht mit ihm oder irgendeinem anderen Eisbären anlegen sollte. Den Kampf verlor der Schwenninger eindeutig. Bassen hatte sich nämlich kurz zuvor mit John Ramage angelegt, sein Teamkollege Mark Fraser stürmte hinzu, was Ferraro zu viel war und so schnappte er sich Bassen und machte mit ihm kurzen Prozess. Unter tosendem Applaus der Eisbären-Fans, welche ihr Kommen an einem Dienstagabend inzwischen doch nicht bereut hatten.
Eine Minute hielten wir dann mal ohne Schlägerei durch, dann duellierten sich Ryan McKiernan und Ex-Eisbär Alex Weiß, der nach wie vor denkt, er wäre ein großer Fighter. Er hat es aber nach wie vor nicht drauf.
Ja, Eishockey wurde nebenbei auch noch gespielt und beide kamen auch zu Abschlüssen, aber das beherrschende Thema in den letzten 20 Minuten waren nun einmal die Schlägereien, welche sich eben bereits im Drittel zuvor angekündigt hatten. Mark Fraser war der nächste Schwenninger, der negativ auffiel. Er fuhr Youngster Fabian Dietz an der Bande übel zusammen, was ihm den Kontakt mit PC Labrie bescherte. Auf diesen hätte er sicherlich gerne verzichtet, denn dieses Duell verlor er eindeutig. Auch Labrie machte mit seinem Kontrahenten kurzen Prozess.
82 Sekunden fehlten Justin Pogge am Ende übrigens, um einen Shutout zu feiern. In Überzahl überwand Verteidiger Dylan Yeo den Berliner Goalie doch noch und sorgte somit für Schwenninger Ergebniskosmetik und den 5:1-Endstand. Mit diesem Sieg machten die Hausherren das Heimrecht im Viertelfinale endgültig perfekt. Die Fans feierten aber bereits das ganze Spiel über und sorgten für eine überragende Stimmung, was an einem Dienstag nicht normal ist. Vor allem nicht gegen Schwenningen.

Die Eisbären haben die Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten letztendlich souverän gemeistert.

Foto: eisbaerlin.de/netti

Nach anfänglichen Problemen fand man im zweiten Drittel besser ins Spiel und sorgte früh im Mitteldrittel für die Entscheidung. Das Powerplay steuerte zwei Treffer zum Sieg herbei, was Trainer Serge Aubin sehr freuen wird. Was ihm aber nicht gefallen haben dürfte, sind die Undiszipliniertheiten in Sachen Strafzeiten, denn da nehmen die Eisbären zuletzt eindeutig zu viele. „Gerade in den Playoffs muss man die Zahl drastisch verringern„, sagte Serge Aubin auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Aber er sagte eben auch, dass man manchmal seinen Mann stehen muss und heute war so ein Spiel. Denn die Schwenninger fingen schon ordentlich an zu provozieren und die Eisbären ließen nach langer Zeit mal wieder mehrfach die Fäuste fliegen und zeigten den Gästen, dass sie sich die Provokationen besser gespart hätten.
Ansonsten sollte man diesen Sieg nicht überbewerten, denn Schwenningen ist nur mit einer Rumpftruppe angetreten und war keinesfalls der Gradmesser für die Playoffs. Dort warten andere Kaliber auf die Eisbären. Aber mit diesen Fans im Rücken und dem Heimrecht im Viertelfinale ist gegen jeden Gegner das Halbfinale drin.

2:1 gegen Schlusslicht Schwenningen: PC Labrie entscheidet hart umkämpftes Spiel und sichert den Eisbären drei enorm wichtige Punkte im Kampf um Platz Vier

Ausgabe #23:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgspur: Am Sonntagabend gewannen die Berliner ihr Heimspiel gegen den Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings mit 2:1 (0:0,1:1,1:0) und sicherten sich somit den dritten Sieg in Folge. 13.623 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof sahen kein schönes Spiel, es war von viel Kampf und manchmal auch Krampf geprägt. Aber was am Ende zählt, sind die drei Punkte und die waren im Kampf um Platz Vier und dem damit verbundenen Heimrecht im Viertelfinale enorm wichtig.

Keine Änderung im Line-up der Hausherren, das beim Spitzenreiter in München siegreiche Team sollte es nun auch gegen Schlusslicht Schwenningen richten. Auch im Tor blieb alles beim alten, Justin Pogge hütete auch gegen die Mannschaft aus dem Schwarzwald das Berliner Gehäuse.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Spiel begann sehr ereignisarm. Beide Mannschaften waren auf eine sichere Defensive bedacht. Man wusste aber bereits vor dem Spiel, was einen erwarten würde. Entweder ein Torfestival oder aber ein mageres Spiel, was die Torausbeute angeht. Das ist immer so gegen Schwenningen und wird sich vermutlich auch nie ändern. Das bis ins erste Drittel hinein einzige Highlight war bis dato der Eisbären-Kulthit vor der Pre-Game-Show. Aus den Boxen dröhnte „Eisbär’n“ vom ehemaligen Eisbären-Spieler Kraig Nienhuis. Ach ja, das waren noch Zeiten…
Vielleicht würde sich ja etwas beim ersten Powerplay des Spiels ändern, die Eisbären hatten dieses Mitte des ersten Drittels. Aber mehr als ein Schuss von Ryan McKiernan, welcher von Lukas Reichel noch abgefälscht wurde und knapp am Pfosten vorbei ging, sprang nicht heraus.
Die Eisbären wirkten optisch überlegen, aber es fehlte so eine richtig hundertprozentige Torchance. Schwenningen stand gewohnt sicher und kompakt vor dem Tor, machte die Räume zu. Und nach vorne versuchten es die Schwäne jetzt auch nicht all zu oft. Die beiden Defensivreihen bestimmten also das erste Drittel. Deswegen war der torlose Spielstand nach 20 Minuten nun auch keine große Überraschung.

Schwenningen hatte zu Beginn des Mitteldrittels noch ein Powerplay und da wären sie beinahe in

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Führung gegangen, doch Patrick Cannone verpasste ein Zuspiel und konnte den Puck somit nicht im halbleeren Tor unterbringen.
Die Eisbären anschließend bemüht, aber immer wieder wurden sie von der Schwenninger Defensive in Empfang genommen und kamen so selten zu gefährlichen Abschlüssen. Wenn doch, dann war da ja immer noch Dustin Strahlmeier, seines Zeichens einer der besten Goalies in der Liga.
Es folgte die nächste Strafzeit gegen die Eisbären durch Geburtstagskind Frank Hördler, aber in Unterzahl hätte James Sheppard beinahe den Führungstreffer erzielt, doch setzte er seinen Konter über das Tor. Nachdem auch die Gäste noch eine Strafzeit kassierten, ging es für einen kurzen Moment mit 4-gegen-4 weiter, aber als die Eisbären komplett waren, war es erneut James Sheppard, der alleine vor Strahlmeier auftauchte, aber in ihm seinen Meister fand.
Die Strafen nahmen nun zu und Schwenningen wurde mutiger, navigierte sich dann doch mal Richtung Justin Pogge und Eisbären-Tor, wurde auf einmal richtig frech und kam zu Chancen. Und als die Mannschaft von Coach Niklas Sundblad in doppelter Überzahl war, erhöhten sie mehr und mehr den Druck, aber die Eisbären hielten gut dagegen. Dennoch schlug es bei einfacher Unterzahl hinter Pogge ein. Dylan Yeo hatte abgezogen, Pogge konnte nur prallen lassen und Markus Poukkula staubte ab – 0:1 (33.). Aber der Treffer wurde noch einmal per Videobweis überprüft, Justin Pogge hatte reklamiert, vermutlich ging der Puck an seine Maske. Aber die beiden Hauptschiedsrichter Gordon Schukies und Bastian Steingroß entschieden auf Tor.
Die Eisbären suchten fortan eine Antwort, während Schwenningen weiterhin frech aufspielte und immer mal wieder vor Pogge auftauchte. Aber eine Minute vor Ende des Mitteldrittels nahm Marcel Noebels die Geschichte in die Hand, fuhr einen Konter, ließ Verteidiger Colby Robak einfach mal eiskalt stehen und verlud dann auch noch Dustin Strahlmeier – 1:1 (39.). Somit stand es also auch nach 40 Minuten unentschieden, diesmal aber 1:1.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im Schlussdrittel wurde Dustin Strahlmeier dann mehr und mehr unter Beschuss genommen, es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, ehe der Führungstreffer für die Eisbären fallen würde. Und er fiel. Florian Kettemer hatte von der blauen Linie abgezogen und PC Labrie fälschte vor dem Tor unhaltbar für Strahlmeier ab – 2:1 (51.). Aber auch hier überprüften die Hauptschiedsrichter die Gültigkeit des Treffers. Dieses Mal ging es um einen vermeintlichen hohen Schläger von Labrie. Die Hauptschiedsrichter entschieden auf Tor. Eine durchaus strittige Entscheidung. Schwenningens Coach Niklas Sundblad sah es als hohen Stock an, auch Eisbären-Co-Trainer Craig Streu und PC Labrie stritten dies nicht entscheidend ab. Glück für die Eisbären, Pech für Schwenningen.
Schwenningen gab sich hier aber nicht geschlagen, erhöhte nochmal den Druck und warf alles in die Waagschale, wollte hier unbedingt den Ausgleich erzwingen. Trainer Sundblad nahm auch noch eine Auszeit und seinen Goalie vom Eis, aber es half alles nichts mehr. Die Eisbären brachten das knappe 2:1 über die Zeit.

Ein wichtiger Sieg im Kampf um Heimrecht im Viertelfinale. Nicht schön gespielt, aber sich 60 Minuten

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

an den Spielplan gehalten. Spiele gegen Schwenningen sind immer sehr speziell und nie die schönsten, aber am Ende haben die Eisbären einen Weg gefunden, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Sie haben sich von der kompakten Schwenninger Defensive nicht aus der Ruhe bringen lassen, blieben geduldig. Auch nach dem 0:1 verlor man nicht die Ruhe, hielt an seinem Spielplan fest und konnte die Partie letztendlich noch drehen. Heute hat man mehr Eishockey gearbeitet statt gespielt, aber am Ende fragt dich keiner, wie die drei Punkte zu Stande gekommen sind. Wichtig ist nur, dass es drei Punkte geworden sind.

Wochenende der Gegensätze: Am Freitag beim Spitzenreiter München und am Sonntag zu Hause gegen Schlusslicht Schwenningen

Am kommenden Wochenende erwarten die Eisbären Berlin zwei komplett unterschiedliche Aufgaben. Während man am Freitagabend beim Spitzenreiter EHC Red Bull München – welcher übrigens bei einem Sieg und einer zeitgleichen Niederlage der Augsburger Panther als erstes Team das Endrunden-Ticket lösen würde – zu Gast ist, erwartet man am späten Sonntagnachmittag mit den Schwenninger Wild Wings den Tabellenletzten in der heimischen Arena am Ostbahnhof. Man bekommt also zwei komplett unterschiedliche Spiele zu sehen. Und trotzdem werden beide Spiele enorm schwer, auch das Heimspiel gegen die Schwäne, denn gerade gegen die vermeintlich kleinen Gegner tun sich die Hauptstädter immer wieder sehr gerne schwer.

Doch das Ziel für beide Spiele sollte klar sein. Es müssen Siege her, am besten nach regulärer Spielzeit. Aktuell steht man mit 66 Punkten zwar auf dem vierten Platz in der Tabelle, welcher Heimrecht im Viertelfinale garantieren würde, doch sind die Verfolger aus Ingolstadt und Bremerhaven nur ganze drei Punkte zurück, und auch der Tabellensiebte hat nur sieben Punkte Rückstand. Rang Sieben würde übrigens Pre-Playoffs bedeuten, welche man in Berlin gerne vermeiden würde. Dafür bedarf es aber im Bestfall zwei Siege am Wochenende, um das Saisonziel nicht zu gefährden.

Und der Auftakt in dieses Wochenende könnte nicht schwieriger für die Eisbären sein. Man ist beim Liga-Primus München zu Gast, welcher zwar seinen Vorsprung an der Tabellenspitze in den letzten Wochen ordentlich eingebüßt hat, in den zurückliegenden zwei Spielen aber bewiesen hat, was für eine Qualität in dieser Mannschaft steckt. Immer wieder rannten sie Rückständen in Bremerhaven (zwischenzeitlich stand es sogar 0:3) und gegen Iserlohn hinterher, um dann am Ende die Partien doch noch zu drehen und 6:4 in Bremerhaven und 7:5 gegen Iserlohn zu gewinnen. Das zeigt auf der einen Seite die enorme Qualität und Moral der Mannschaft, aber es offenbart auch die defensiven Probleme im Team von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson. Das Ziel der Eisbären sollte also sein, genau diese Schwächen in der Münchner Abwehr auszunutzen und so eine Chance auf den Sieg zu haben. München ist schlagbar, aber sie können eben auch jeden noch so hohen Rückstand umdrehen. 60 Minuten konzentriert spielen und von der Strafbank fernbleiben muss daher die Devise für das Spiel in München lauten.

Beide Teams treffen zum letzten Mal in der diesjährigen Hauptrunde aufeinander, bisher steht es nach Siegen 2:1 für München. Zu Hause gewannen die roten Bullen mit 4:2 und in Berlin mit 5:3. Das zweite Duell in der Hauptstadt entschieden die Berliner vor drei Wochen mit 4:3 für sich.

Das komplette Kontrastprogramm erwartet die Berliner dann am Sonntag beim Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings. Bei denen geht es wohl nur noch darum, die Saison nicht als Tabellenletzter zu beenden. Mit den Pre-Playoffs werden die Mannen von Coach Niklas Sundblad nichts zu tun haben. Zwar war unter Sundblad ein kleiner Aufschwung zu erkennen, aber konnte auch er das Ziel zehnter Platz nicht realisieren. Theoretisch ist es zwar noch möglich, aber bei 17 Zählern Rückstand ist der Zug wohl abgefahren. Was Schwenningen aber trotzdem zu einem unangenehmen Gegner macht, ist die Tatsache, dass sie sich gegen Top-Teams enorm gut anstellen und teilweise genau in diesen Duellen ihr bestes Eishockey abrufen und so schon manch großen Gegner zu Fall gebracht haben. Unter anderem auch die Berliner, welche das erste Duell im Schwarzwald mit 4:5 verloren, sich dafür aber vergangenen Sonntag mit einem 5:3-Sieg revanchierten. 

Die beiden schweren Aufgaben muss das Team am Wochenende ohne ihren Chefcoach Serge Aubin absolvieren, welcher aufgrund eines Trauerfalls in seine Heimat reisen wird. Dennoch äußerte sich der Coach noch zur morgigen Partie (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 23.01.2020):

Das wird morgen eine große Herausforderung, gegen die beste Mannschaft der Liga. Wir glauben an uns. Ich möchte, dass wir rausgehen und selbstbewusstes, aber auch verantwortliches Eishockey in der Offensive und in der Defensive spielen.

Um in beiden Spielen erfolgreich zu sein, müssen die Jungs einfaches Eishockey spielen. Vor dem eigenen Tor so wenig wie möglich zu lassen, die Schusswege zu machen, um den Gegner zu ungefährlichen Schüssen von außen zu zwingen. Und vor dem gegnerischen Tor muss man eiskalt sein, jede sich bietende Chance muss im Netz landen. Man muss über 60 Minuten hoch konzentriert spielen, sich an den Gameplan halten und diszipliniert sein. Unnötige Strafen werden bitterböse bestraft und in dieser Saisonphase tut jeder verlorene Punkt doppelt weh. Wenn man sich an die genannten Punkte hält, sind zwei Siege möglich. Auch in München, gegen die man in den ersten drei Partien durchaus starke Leistungen gezeigt hat, aber am Ende sich nicht so abgezockt präsentierte wie München. Aber man war nah dran und vor allem auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter.

Die Eisbären können am Wochenende wieder auf Youngster Fabian Dietz zurückgreifen, welcher seine Knieverletzung überstanden hat und wieder fit ist. Somit fehlen nur noch Vincent Hessler, Florian Busch, Louis-Marc Aubry und Sean Backman.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel in München am 24.01.2020 um 19:30 Uhr:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Eric Mik, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Constantin Braun, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Marvin Cüpper, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Vincent Hessler (Hand), Louis-Marc Aubry (Knie), Sean Backman, Florian Busch

5:3! Marcel Noebels führt die Eisbären mit vier Vorlagen zum Auswärtssieg in Schwenningen

Ganz wichtiger Auswärtssieg für die Eisbären Berlin: Der Hauptstadtclub gewann sein Gastspiel am Sonntagnachmittag bei den Schwenninger Wild Wings vor 3.922 in der Helios-Arena mit 5:3 (3:2,1:1,1:0) und eroberte damit den erst am Freitag verlorenen vierten Platz wieder zurück. Somit sicherte man sich also drei wichtige Zähler im Kampf um Platz Vier, welcher ja das Saisonziel der Berliner ist. Bevor man diese aber einpacken konnte, musste man hart arbeiten, brachte den Sieg im Schlussdrittel aber souverän über die Zeit.

Das Team der Eisbären hatte zwar das selbe Personal zur Verfügung wie am Freitag im Heimspiel gegen Ingolstadt, aber bei den Reihen änderte Trainer Serge Aubin ein bisschen was. Zudem wechselte er auch auf der wichtigen Goalie-Position, brachte Sebastian Dahm statt Justin Pogge.

Die Aufgabe war trotz der klaren Unterschiede in der Tabelle keine einfache für die Eisbären, waren die Schwenninger doch zuletzt zu Hause vier Mal in Folge ungeschlagen und gewannen insgesamt fünf der letzten sieben Heimspiele. Die Siege erzielte man allesamt gegen Spitzenteams (Mannheim, München, Straubing, Berlin, Bremerhaven). Erst vergangenen Sonntag schlugen die Wild Wings auf heimischen Eis den Liga-Primus München mit 2:0. Die Eisbären sollten also gewarnt sein. Erst recht nach dem ersten Duell im Schwarzwald, welches die Berliner mit 4:5 verloren hatten. Eine zweite Niederlage in Folge bei den Schwänen setzte es zuletzt vor 19 Jahren!

Die Hausherren begannen wie erwartet sehr engagiert und druckvoll. Mit dem Selbstvertrauen aus den letzten Heimspielen. Ex-Eisbär Cedric Schiemenz versuchte vor dem Spiel zu erklären, warum sich Schwenningen gegen die Top-Teams leichter tut als gegen die vermeintlich kleineren Gegner. Er begründete das damit, dass man sich schwer tut, das Spiel selbst zu machen. Und da die Top-Teams das Spiel selbst machen, kann Schwenningen die einfachen Dinge tun, was ihnen leichter fällt.
Früh hatte die Mannschaft von Coach Niklas Sundblad die erste dicke Chance, welche jedoch Sebastian Dahm mit einem starken Reflex entschärfte. Dann aber nahmen sich die Hausherren selbst den Schwung, als sie in Person von Mark Fraser die erste Strafzeit der Partie kassierten. Doch das Penaltykilling der Gastgeber mit starker Arbeit, überstand das Powerplay der Berliner schadlos.
Die Eisbären brauchten einen Moment, kamen dann aber immer besser ins Spiel und gingen in der neunten Spielminute in Führung. Top-Scorer Marcel Noebels mit einem Sahne-Pass aus dem eigenen Drittel heraus in den Lauf von Leo Pföderl, welcher frei vor Goalie Dustin Strahlmeier auftauchte und diesem keine Chance ließ, eiskalt abschloss. Der Puck schlug über der Fanghand von Strahlmeier im Tor der Hausherren ein – 1:0. Jubiläum für Pföderl, denn es war sein 250. DEL-Scorerpunkt (138 Tore/112 Vorlagen). Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
Danach gab es wieder genügend Strafzeiten, die Eisbären zwischenzeitlich sogar mit zwei Mann weniger, aber nur für 15 Sekunden. Die Wild Wings hatten auch ihre Chancen, aber Sebastian Dahm war stets zur Stelle. Und dann vertändelten die Gastgeber die Scheibe im gegnerischen Drittel, Marcel Noebels schickte PC Labrie auf die Reise und der zog über links ins Angriffsdrittel, zog ab und die Scheibe schlug rechts oben im Knick ein – 2:0 in Unterzahl (12.)!
Eine beruhigende Führung beim Favoritenschreck, doch dieser gab nicht auf und kam in Überzahl zum Anschlusstreffer. Eine unübersichtliche Situation vor Dahm, Ex-Eisbär Alex Weiß kam zum Nachschuss, welcher jedoch am Tor vorbei gegangen wäre. Wenn, ja wenn nicht der Schlittschuh von Florian Kettemer im Weg gestanden und den Puck ins eigene Tor abgefälscht hätte – 2:1 (14.).
Und auf einmal stand es 2:2. Bully im Angriffsdrittel, auf einmal stand Alex Weiß wenige Meter frei vor dem Tor, zog ab und die Scheibe schlug am linken Torpfosten aus Torhütersicht ein und flog so schnell ans hintere Torgestänge und wieder raus, dass die beiden Hauptschiedsrichter Andre Schrader und Stephan Bauer noch einmal den Videobeweis bemühten, den Treffer danach aber folgerichtig gaben – 2:2 (16.).
Schwenningen danach mit der zweiten Luft, schnürte die Berliner in deren Drittel ein und hatte Chancen, aber ein drittes Mal sollte es hinter Sebastian Dahm nicht einschlagen. Dafür aber hinter Dustin Strahlmeier.
Powerplay für die Eisbären, Austin Ortega stand auf der linken Seite und passte die Scheibe hoch zur blauen Linie, wo Ryan McKiernan lauerte. Der verteilte sie weiter auf rechts zu Marcel Noebels, welcher James Sheppard am langen Pfosten stehen sah. Dieser setzte zum Schuss an, doch der rutschte ihm etwas ab. Der Puck rutschte durch an den langen Pfosten, wo Youngster Lukas Reichel lauerte und zum 3:2 einnetzte (19.). Was zugleich auch der Pausenstand war in diesem spektakulären Auftaktdrittel im Schwarzwald.

So unterhaltsam sollte es dann aber nicht mehr weitergehen. Jedenfalls, was die Tore angeht. Die Eisbären kamen engagiert aus der Kabine und setzten Schwenningen sofort unter Druck, wollten gleich noch ein Tor nachlegen. Die Hausherren hatten zu Beginn damit so ihre Probleme und kamen erst sechs Minuten nach Wiederbeginn zur ersten Chance im zweiten Drittel. Der Schuss von Dylan Yeo war dafür aber gleich einmal gefährlich, schlug aber zum Glück nicht hinter Dahm im Berliner Tor ein.
Mitte des zweiten Drittels kassierte John Ramage eine Strafe wegen Behinderung und ganze 26 Sekunden später sorgte Matt Carey für den erneuten Ausgleich. Alex Weiß mit dem Zuspiel auf Christopher Fischer, der steckte die Scheibe durch zu Carey, welcher einen Stellungsfehler in der Berliner Defensive nutzte und sich mühelos bis zum Tor durchtankte und dann eiskalt abschloss – 3:3 (31.).
Aber auch auf diesen Treffer hatte die Mannschaft von Trainer Serge Aubin die passende Antwort. James Sheppard mit dem Pass rechts raus auf Marcel Noebels, welcher die Scheibe wieder vor das Tor zurück spielte auf James Sheppard. Der sah links Leo Pföderl und der zog direkt ab, scheiterte aber am Pfosten. Aber ein richtiger Torjäger setzt nach und so netzte Pföderl per Hechtsprung zum 4:3 ein (36.). Der vierte Treffer der Eisbären an diesem Abend und zum vierten Mal war Marcel Noebels beteiligt. Bockstarker Auftritt der Nummer 92. Die Eisbären lagen also auch nach 40 Minuten mit einem Tor vorne.

Das Schlussdrittel begannen die Berliner nach einer Strafe kurz vor der zweiten Pause gegen James Sheppard in Unterzahl. Als auch noch PC Labrie die Kühlbox aufsuchte, war man für 42 Sekunden sogar in doppelter Unterzahl, überstand diese aber schadlos.
Als die Gäste von der Spree wieder komplett waren, hatten sie dann mal wieder ein Powerplay, in dem man zwei gute Möglichkeiten hatte. Im zweiten Überzahlspiel kurz darauf war man dann aber nicht mehr so gefährlich, ließ die Scheibe zwar gut laufen, aber der letzte finale Pass kam nicht an.
Ab Mitte des letzten Drittels hatten die Hauptstädter dann alles im Griff. Hinten ließ man nichts mehr zu, Schwenningen fand einfach kein Mittel gegen die gute Berliner Defensive. Und vorne konnte man immer wieder für Gefahr sorgen, verpasste es aber, für die Entscheidung zu sorgen. Und so ging wieder die Angst vor dem Verspielen einer Führung um. Ryan McKiernan hatte im Vorfeld auf dieses Thema angesprochen gesagt, dass der Grund dafür vielleicht ein bisschen die fehlende Konzentration sei, man aber vor allem Wege finden muss, solche Spiele am Ende noch zu gewinnen. Gerade in dieser Saisonphase. Heute fanden sie einen Weg und brachten die drei Punkte letztendlich souverän nach Hause.
Schwenningen nahm kurz vor Schluss den Goalie raus, riskierte noch einmal alles, was Landon Ferraro aber zur Entscheidung ausnutzte – 5:3 (59.).

Ein enorm wichtiger Sieg im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation und das Heimrecht im Viertelfinale. Die Eisbären haben trotz gutem Beginn der Schwenninger eine 2:0-Führung heraus geschossen und ließen sich dann auch nicht davon verunsichern, dass man das Spiel kurzeitig wieder her schenkte. Man fand auf die Ausgleichstreffer der Hausherren stets die passende Antwort und überstand auch deren Druckphasen, vor allem in Überzahl. Und als die Partie immer mehr dem Ende entgegen ging und die Eisbären ein ums andere Mal die Vorentscheidung verpasst hatte, fing man nicht wieder an zu zittern sondern spielte das sehr ruhig, sehr abgeklärt und sehr souverän zu Ende. Man hat also aus den letzten Spielen gelernt und genau das wollte Trainer Serge Aubin auch sehen.
Ein Sieg der gesamten Mannschaft, die heute bis zum Schluss alles für die drei Punkte gegeben hat und am Ende auch belohnt würde. Und doch muss man Marcel Noebels hervorheben, der heute an vier der fünf Treffer direkt beteiligt war, weil er vier Torvorlagen zum Auswärtssieg beisteuerte. Es ist der beste Marcel Noebels aller Zeiten!

Schlechte Chancenverwertung, schlechte Defensivleistung, schlechtes Powerplay: Eisbären kassieren beim Tabellenletzten Schwenningen die dritte Niederlage in Folge

Wir wollen uns defensiv verbessern. Wir wissen, dass wir vorne Qualität haben. Aber wir müssen die Gegentore abstellen.“ Das waren die Worte von Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann vor dem Spiel der Berliner am Sonntagabend bei den Schwenninger Wild Wings. Das Vorhaben war also da, aber an der Umsetzung sollte es am Ende deutlich hapern. Denn vor 3.239 Zuschauer in der Helios Arena verloren die Hauptstädter beim Tabellenletzten mit 4:5 (0:1,4:2,0:2) und mussten somit die dritte Niederlage in Folge hinnehmen. Und das zum ersten Mal in dieser Saison.

Bei den Eisbären gab es kleine Veränderungen im Vergleich zum Köln-Spiel. So tauschten zum Beispiel Mark Olver und Landon Ferraro die Reihen, während Fabian Dietz überzählig war. Für ihn spielte dieses Mal Sebastian Streu. Und im Tor bekam Maximilian Franzreb den Vorzug vor Sebastian Dahm.

Die Partie im Schwarzwald begann sehr verhalten und ohne größere Höhepunkte. Die Eisbären hatten mehr Scheibenbesitz, aus dem sie aber nichts machten. Die Hausherren konzentrierten sich zunächst auf die Defensive und hatten dann nach vier Minuten die erste Chance der Partie. Matt Carey wurde vor dem Tor angespielt, scheiterte aber an Franzreb.
Die Wild Wings lauerten auf Konter und die Eisbären gaben ihnen die Möglichkeit dazu. 3-auf-1-Konter der Hausherren, Boasz Bassen mit dem Abschluss, auch hier war Franzreb zur Stelle.
Es folgten die ersten beiden Strafzeiten der Partie. Zunächst kassierte Ex-EIsbär Alex Weiß eine Strafe, das Powerplay der Eisbären sollte aber nur vier Sekunden dauern, denn dann folgte ihm James Sheppard in die Kühlbox. Bei 4-gegen-4 hatten zunächst die Berliner gute Chancen, aber Ryan McKiernan vergab einen Onetimer von der blauen Linie und Maxim Lapierre scheiterte von der rechten Seite aus mit seinem Schuss an Dustin Strahlmeier im Schwenninger Tor.
Und was machte Schwenningen eigentlich bei 4-gegen-4? Sie schalteten schnell um, nutzten die Zuordnungsprobleme der Eisbären in der Defensive und gingen in Führung. Colby Robak kam auf der rechten Seite mit viel Speed ins Angriffsdrittel und schlenzte die Scheibe ins Berliner Tor – 0:1 (9.).
Kurz darauf der nächste Berliner Fehler, diesmal von Kai Wissmann. Matt Carey kam so zur Chance, aber hier war Franzreb erneut zur Stelle und verhinderte das schnelle zweite Gegentor.
Die Eisbären nun mit wütenden Angriffen, wollten den Ausgleich erzielen. Und sie kamen auch zu guten Möglichkeiten, nur das Problem war, dass man diese nicht nutzte. Austin Ortega scheiterte an Strahlmeier und Leo Pföderl traf nur die Latte. Die Eisbären waren ja bemüht und der Einsatz stimmte und man hatte die Möglichkeiten, nur fehlte es ihnen am Schussglück vor dem gegnerischen Tor.
Dafür leistete man sich hinten, genau wie Schwenningen übrigens, zu viele unnötige Abspielfehler. Kai Herpich kam nach einem Bock von Jonas Müller zu einer guten Chance, Franzreb war aber auf dem Posten. Dann missglückte ein Aufbaupass von John Ramage von hinter dem Tor, so dass Andreas Thuresson im Slot frei vor Franzreb stand, aber an diesem scheiterte.
Die Eisbären beendeten das erste Drittel in Überzahl und hatten da auch gute Chancen, aber man ging mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine.

35 Sekunden hatte man noch Powerplay zu Beginn des zweiten Drittels, aber diese verpufften ereignislos. Es war ein fahriger Beginn ins Mitteldrittel, beide Mannschaften weiterhin mit vielen Fehlern im Spielaufbau.
Erst so nach und nach fanden beide Mannschaften wieder zu ihrem Spiel und als das der Fall war, glichen die Berliner aus. Constantin Braun mit einem Sahnepass von links rüber auf rechts quer durch die gesamte Abwehr, Sebastian Streu war der Adressat auf der linken Seite und schloss eiskalt ab – 1:1 (24.). Das erste DEL-Tor der Nummer 81, herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zu diesem besonderen Jubiläum. Da wird sich der Co-Trainer und Papa Craig Streu sehr gefreut haben.
Die Eisbären wollten danach gleich nachlegen, kannten nur eine Richtung, aber die Chancenverwertung war keine gute. Dafür klappte es in Unterzahl ganz gut, denn da überstand man ein Powerplay der Wild Wings dank starken Penaltykilling schadlos.
Und dann ging es wieder Richtung Tor von Dustin Strahlmeier. Mark Olver tankte sich klasse durch, umkurvte Dustin Strahlmeier, bekam den Puck aber nicht über die Linie. Besser machte es kurz darauf Torjäger Leo Pföderl, der einen 2-auf-1-Konter mit Marcel Noebels eiskalt abschloss – 2:1 (32.).
Die Eisbären hatten hier nun alles im Griff, von Schwenningen ging keinerlei Gefahr aus und so dominierten die Berliner das Spiel im Mitteldrittel. Und drei Minuten vor der zweiten Drittelpause passte das Ergebnis dann auch zur Leistung. Austin Ortega mit einem klasse Pass auf Louis-Marc Aubry, welcher vor das Tor zog und Strahlmeier tunneln wollte. Das klappte jedoch nicht, aber Mark Olver war zur Stelle und staubte zum 3:1 ab (37.).
Die Vorentscheidung gegen harmlose Schwenninger? Nein, denn die waren plötzlich wieder drin im Spiel! Colby Robak nahm einen Querpass an der blauen Linie direkt und sein Onetimer schlug hinter Franzreb im Tor ein – 2:3 (38.).
Aus dem Nichts kam Schwenningen wieder heran und es sollte noch schlimmer kommen. Langer Pass der Schwenninger auf Troy Bourke, Maximilian Franzreb konnte sich nicht entscheiden, ob er aus dem Tor raus kommen sollte oder nicht. Bourke kam kurz an die Scheibe, Franzreb versuchte mit seinem Schläger zu klären, traf den Puck dabei aber so unglücklich, dass er den Puck ins eigene Tor lenkte – 3:3 (39.).
Unglaublich, auf einmal stand es hier wieder unentschieden und man musste sich fragen, wie das überhaupt passieren konnte. Denn eigentlich hatten die Eisbären alles im Griff, aber dann lies man es auf einmal locker angehen und schon stand es 3:3. Aber das Ende des spektakulären Drittels war dieses Tor noch nicht.
Denn für den Schlusspunkt sorgten die Gäste von der Spree. Youngster Sebastian Streu gewann das Bully im Angriffsdrittel, Ryan McKiernan zog von der rechten Seite aus ab, André Rankel hielt die Kelle in den Schuss und brachte die Eisbären mit seinem 246. DEL-Tor erneut in Führung – 4:3, 31,5 Sekunden vor der zweiten Drittelpause. So lagen die Berliner also nach 40 Minuten knapp vorne. Premieren-Torschütze Sebastian Streu sagte nach diesem Drittel im Interview bei Magenta Sport folgendes:

Mein erstes Tor hat sich ganz gut angefühlt, es war ein super Pass von Brauni. Wir haben dann ein bisschen nachgelassen und sie rankommen lassen. Das 4:3 war ein großes Tor kurz vor Schluss. Im dritten Drittel müssen wir weiter Gas geben. Es kann sein, dass wir es uns zu gemütlich gemacht haben. Vielleicht haben wir gedacht, ja 3:1, Drittel gleich zu Ende, lassen wir es einfach ausklingen. Dann haben sie zwei Tore gemacht, so schnell kann Eishockey gehen.

Man wusste also, dass man sich auch beim Tabellenletzten keine Nachlässigkeiten erlauben darf. Schließlich rufen die Wild Wings gerade gegen Spitzenteams ihre besten Leistungen ab, haben nicht ohne Grund in dieser Saison bereits Mannheim und Straubing zu Hause geschlagen und in München nur knapp verloren. Die Eisbären hätten also gewarnt sein müssen.
Der Fokus für das letzte Drittel sollte also klar gewesen sein und früh hatte man die dicke Chance zur abermaligen Führung. Mark Olver wurde klasse am langen Pfosten angespielt, schoss mit der Rückhand gegen die Laufrichtung von Dustin Strahlmeier, doch der fuhr seinen Schoner aus und parierte diesen Schuss sensationell.
Und dann waren sie wieder zur Stelle, die eiskalten und äußerst effektiven Schwenninger. Kai Wissmann bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle, sie ging durch zu Mirko Sacher, welcher auch von Frank Hördler nicht entscheidend gestört werden konnte und schlussendlich bei angezeigter Strafzeit per Rückhand zum 4:4 einnetzte (43.).
Die Eisbären danach bemüht und Schwenningen lauerte auf Konter. Aber dann bot sich den Eisbären eigentlich die Siegchance auf dem Silbertablett serviert. Drei Überzahlspiele in Folge gab es für die Eisbären, darunter 91 Sekunden lang ein 4-gegen-3, aber das Powerplay war heute eines der großen Probleme der Eisbären – neben der Abwehrschwäche und der vielen Fehlpässe im Spielaufbau. Bei 4-gegen-3 hatte man ja durch Leo Pföderl und John Ramage noch Chancen, aber die beiden normalen Überzahlspiele waren einfach nur harmlos. Man fand zwar schnell in die Formation, aber dann mangelte es an Kreativität, an guten Ideen, die kompakte Box der Wild Wings zu knacken. Die stellten die Schusswege stark zu und machten es den Eisbären so schwer. Aber wenn man in so einem Spiel bei so einem Spielstand drei Überzahlspiele in Folge bekommt und dann daraus nichts macht, braucht man sich nicht wundern, wenn man am Ende ohne Punkte die Heimfahrt antreten muss.
Denn Schwenningen hatte am Ende den Lucky Punch auf seiner Seite. Markus Poukkula behauptete die Scheibe an der Bande, spielte sie dann in den Lauf von Troy Bourke und der zog auf Höhe des rechten Bullykreises ab, visierte die lange Ecke an und genau da schlug der Puck ein – 4:5 (58.). Die Helios Arena stand Kopf und die Eisbären versuchten noch einmal alles. Auszeit und Torhüter raus, aber von einer Schlussoffensive kann nicht die Rede sein. Sie konnten nicht mehr den Ausgleich erzielen und mussten die dritte Niederlage in Folge einstecken. Und das mit 15 Gegentoren (plus des Gegentreffers im Penaltyschießen gegen Wolfsburg). Die Eisbären haben also aktuell ein Abwehrproblem.

Nein, verlieren müssen die Eisbären dieses Spiel nicht. Man hatte genügend Chancen (38:19-Torschüsse), man hatte genügend Powerplays, man hatte das Spiel im Mitteldrittel eigentlich klar im Griff und führte souverän 3:1, Schwenningen wirkte harmlos. Aber man machte die Schwäne unnötig wieder stark und ließ sie innerhalb kürzester Zeit zum 3:3 ausgleichen. Dann dachte man, man hätte das psychologisch wichtige 4:3 kurz vor der Pause erzielt, welches doch jetzt die nötige Sicherheit geben sollte für das Schlussdrittel. Aber weit gefehlt. Man lud Schwenningen zum 4:4 ein und ließ danach die Überzahlspiele sträflich liegen, wofür man kurz vor Schluss von Troy Bourke bitterböse bestraft wurde.
Was auffällt, die Eisbären leisten sich derzeit zu viele unnötige Fehler im Spielaufbau, haben viel zu große Lücken in der Defensive, laufen immer wieder in Konter und wirken nicht mehr so souverän und stabil wie noch vor einigen Wochen. Sie schaffen es nicht, mal über 60 Minuten konstant ein Spiel durchzuziehen, haben immer wieder Aussetzer und Schwächephasen dabei. So kannst du in dieser Liga nicht bestehen und das haben die Eisbären mit erstmals drei Niederlagen in Folge in dieser Saison auch gesehen. Sie müssen schleunigst wieder zurück zu ihrem Spiel finden, müssen defensiv wieder stabiler stehen, die unnötigen Fehler abstellen und dringend an ihrer Chancenverwertung sowie am Powerplay arbeiten.

Trainer Serge Aubin war nach dem Spiel sichtlich bedient:

Es ist nicht akzeptabel. Mit einem Ein-Tor-Vorsprung nach 40 Minuten muss man eigentlich mehr hier holen beim Letzten.

Den Spielern wird eine harte Trainingswoche bevorstehen, denn Trainer Serge Aubin wird die Fehler schonungslos aufarbeiten und ansprechen sowie im Training versuchen, diese abzustellen, damit die Niederlagenserie am Donnerstag gegen Düsseldorf ein Ende finden wird. Denn in dieser engen Liga darf man sich keine längeren Schwächephasen leisten, sonst rutscht man aus den oberen Plätzen heraus.

In Schwenningen und gegen Krefeld: Mit Verstärkung in den Hauptrunden-Endspurt

Die Länderspielpause in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist vorbei, morgen Abend geht es für die Eisbären Berlin wieder zurück auf das Eis. Der Hauptrunden-Endspurt wird mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings (Morgen, 19:30 Uhr)  eingeläutet. Fortgesetzt wird dieser mit dem enorm wichtigen Heimspiel am Sonntag gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um Platz Zehn, die Krefeld Pinguine (So., 17:00 Uhr). Zwei Spiele, in denen es für die Eisbären um sehr wichtige Punkte im Kampf um Platz Zehn geht. Dabei steht vor allem das Heimspiel gegen den KEV im Mittelpunkt, stehen die Seidenstädter doch aktuell nur fünf Zähler hinter den Eisbären.

Treffen am Sonntag zum Endspiel im Kampf um Platz Zehn aufeinander – Eisbären vs. Krefeld (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und diese Partie ist nicht nur sozusagen ein vorgezogenes Endspiel im Kampf um Platz Zehn, nein, es ist auch ein Krisen-Duell. Denn bei beiden Teams lief es zuletzt überhaupt nicht. Die Eisbären verloren neun der letzten zehn Ligaspiele, Krefeld kassierte gar acht Niederlagen in Folge. Selbstvertrauen haben beide Mannschaften nicht, aber beide wissen, was am Sonntag auf dem Spiel stehen wird. Vom Charakter her ist das ein Playoff-Spiel, spielerisch werden beide Teams aber sicher kein Playoff-Niveau erreichen können. Vor allem der Kampf wird im Mittelpunkt stehen.

Doch bevor es zu diesem Endspiel um Platz Zehn kommt, müssen die Hauptstädter am Freitagabend beim Tabellenletzten in Schwenningen ran. Dort sollten die Eisbären natürlich auch schon drei Punkte einfahren. Die Wild Wings haben nach einem kurzen Zwischenhoch inzwischen auch wieder zwei Niederlagen am Stück eingefahren. Und die Bilanz in eigener Halle gegen Berlin ist nicht gerade rosig, verlor der SERC doch zwölf der 14 Gastspiele gegen die Hauptstädter. Auf viele Tore sollten sich die Zuschauern auch nicht einstellen, fielen doch in den letzten vier Spielen in Schwenningen nur acht Treffer zwischen beiden Teams. Dreimal behielten die Eisbären die Oberhand (1:0 n.P., 2:1, 1:0), einmal Schwenningen (2:1).

Gerade in der entscheidenden Saisonphase lichtet sich das Eisbären-Lazarett. Die Verletzten-Misere in dieser Saison ist schon einfach unglaublich, wenn gleich sie nicht als Ausrede für die Katastrophen-Saison her halten darf und auch nicht tut, wie die Verantwortlichen immer wieder betonen. Zum Glück kann Trainer Stéphane Richer jedoch morgen auf drei Rückkehrer und einen Neuzugang zurückgreifen.
In der Defensive steht Florian Kettemer wieder zur Verfügung. Und im Sturm kehren Louis-Marc Aubry und James Sheppard zurück ins Line-up. Aber die Beiden sind nicht die einzigen Spieler, welche die Offensive verstärken. Auch Neuzugang Austin Ortega wird in Schwenningen sein DEL-Debüt feiern und dem Kader der Berliner mehr Tiefe verleihen.

Durch die vier Änderungen Kader werden die beiden Youngsters Maximilian Adam und Vincent Hessler wieder für Weißwasser auflaufen. Was vielen Fans sicherlich nicht unbedingt gefallen wird, dass man die jungen Spieler, die sich während der großen Personalprobleme so ins Zeug gelegt hatten, nun wieder zum Kooperationspartner abschiebt.

Doch egal, welche Spieler morgen Abend auflaufen werden. Das Ziel können nur drei Punkte sein. Die Eisbären stehen unter Druck, stecken in einer großen Krise, aus welcher sie nur mit positiven Ergebnissen wieder herauskommen können. Richer sagte im Vorfeld der Partie (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 14.02.2019):

Wir haben eine sehr intensive und gute Trainingswoche gehabt. Jetzt fangen unsere Playoffs an. Wir müssen uns auf jedes der letzten sieben Spiele wie auf ein Playoff-Spiel vorbereiten. Wir müssen morgen von der ersten Sekunde an mit dem Kopf da und bereit sein.

Reden konnten die Eisbären in dieser Saison schon viel, nur zu selten folgten den Worten am Ende auch taten und zurück blieben immer wieder enttäuschte Eisbären-Fans. Hat man während der Länderspielpause nun den Ernst der Lage verstanden und wird dementsprechend auftreten? Die Antwort darauf können die Jungs morgen ab 19:30 Uhr auf dem Eis der Helios-Arena geben.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings am 15.02.2019 um 19:30 Uhr:

Tor:

Kevin Poulin, Maximilian Franzreb

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Constantin Braun

Angriff:

Brendan Ranford, Charlie Jahnke, Austin Ortega, Jamie MacQueen, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Thomas Oppenheimer, Mark Olver, Marvin Cüpper, André Rankel, Mark Cundari, Jake Ustorf (alle verletzt)

Für das DNL-Team oder Weißwasser im Einsatz:

Tobias Ancicka, Thomas Reichel, Lukas Reichel, Cedric Schiemenz, Vincent Hessler, Maximilian Adam

1:3 gegen Schwenningen – Auch der Tabellenletzte gewinnt bei den Eisbären Berlin

 

Ausgabe #16:

Die sportliche Talfahrt der Eisbären Berlin geht weiter. 10.488 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof erlebten am Freitagabend die dritte Heimniederlage in Folge. Auch der Tabellenletzte Schwenninger Wild Wings durfte sich die drei Punkte mit ins Gepäck legen und aus der Hauptstadt mit nach Hause entführen. 1:3 (0:0,1:2,0:1) hieß es am Ende einer Partie, in der die Eisbären zwar 58-mal auf das Tor geschossen hatten – Schwenningen nur halb so oft – aber am Ende nur ein Treffer erzielen konnten. So kannst du in der DEL einfach keine Spiele gewinnen. 

Keine Änderungen im Team der Eisbären, jedenfalls keine gravierende. Denn lediglich der Back-up-Goalie war ein anderer, statt Maximilian Franzreb saß gegen Schwenningen Tobias Ancicka auf der Eisbären-Bank. Kevin Poulin hütete erneut das Berliner Tor. 

Foto: eisbaerlin.de/walker

Hinein ins Spiel, in dem man die Bemühungen der Eisbären sofort erkennen konnte. Aber eben auch die große Verunsicherung, die derzeit im Team angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen herrscht. Ja, sie suchten immer wieder den Weg zum Tor von Dustin Strahlmeier, ja, sie gaben auch jede Menge Torschüsse ab und versuchten so, die frühe Führung zu erzwingen. Aber die Schüsse, die sie abgaben, stellten selten eine größere Probe für den Wild-Wings-Goalie dar. Man spielte es nach wie vor zu umständlich, ließ weiterhin einen klaren Gameplan vermissen und ebenso leistete man sich erneut zu viele Scheibenverluste.
Schwenningen trat offensiv erstmals bei einem Powerplay in Erscheinung, wirklich für Gefahr konnten die Gäste jedoch nicht sorgen. Aber fortan suchten die Gäste immer mal wieder den Weg Richtung Kevin Poulin, konnten diesen aber ebenso wenig bezwingen wie die Eisbären Dustin Strahlmeier im Auftaktdrittel.
Dabei hatten die Berliner die große Möglichkeit zur Führung, als man 1:36 Minuten zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Aber da wurde die Verunsicherung erst recht deutlich, immer wieder spielten sich die Eisbären die Scheibe zu, keiner traute sich mal den Schuss zu nehmen, Ja, Schwenningen stand sehr gut, aber man hatte zwei Mann mehr auf dem Eis, da muss einfach mehr bei herausspringen. Und zudem vermisst man bei den Eisbären immer wieder einen Spieler, der dem Goalie mal die Sicht nimmt. So kannst du noch so viele Schüsse abgeben, wenn der Goalie die Schüsse kommen sieht, hat er selten größere Probleme.
Nach 20 Minuten stand es somit 0:0 zwischen Berlin und Schwenningen.

Im Mitteldrittel die Gäste aus Schwenningen in Überzahl und da klingelte es im Tor von Kevin Poulin.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Mirko Sacher mit dem Schuss von der blauen Linie, welcher im Berliner Tor einschlug – 0:1 (28.).
Aber die Führung hielt nur ganze 33 Sekunden, denn dann glichen die Eisbären bereits aus, wobei der Treffer erst noch überprüft werden musste. Über Jamie MacQueen und Sean Backman kam die Scheibe zu James Sheppard, welcher im zweiten Versuch den Puck im Wild Wings Tor unterbringen konnte – 1:1 (28.).
Fünf Minuten vor der zweiten Drittelpause hatte Mirko Höfflin das 1:2 auf dem Schläger, der Pfosten verhinderte den Einschlag im Berliner Tor. Aber eine Minute vor der zweiten Drittelpause schlug es dann erneut hinter Kevin Poulin ein. Jussi Timonen netzte eiskalt ein – 1:2 (39.).
Ja, die Eisbären betrieben auch in diesem Drittel viel Aufwand und brachten die Scheiben zum Tor. Nur es gibt solche und solche Chancen. Und die der Eisbären versprühten nur selten größere Gefahr, Schwenningen zeigte sich dagegen eiskalt vor dem Tor und führte daher nach 40 Minuten mit 2:1 in der Hauptstadt.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Zu Beginn des Schlussdrittels die Eisbären kurz mit einem 4-gegen-3-Powerplay, aber auch da wollte ihnen kein Treffer gelingen. Und Schwenningen konterte die Eisbären dann eiskalt aus, Ville Korhonen stand frei vor Poulin und sorgte für das 1:3 (45.).
Der Unmut der Eisbären-Fans wurde nun immer deutlicher und lauter. Die Eisbären waren nun noch mehr verunsichert und egal was sie versuchten, es ging schief. Wenn es einmal nicht läuft, dann aber so richtig. Schwenningen brauchte hier nicht mehr viel tun, um die drei Punkte mitzunehmen. Sie bekamen stattdessen sogar immer mal wieder die Gelegenheit zum Kontern, machten aber daraus nichts mehr. Somit blieb es am Ende beim 1:3 aus Berliner Sicht.

0:4 gegen Köln, 1:4 gegen Wolfsburg und nun 1:3 gegen Schwenningen. Nirgendwo anders ist es in der DEL momentan einfacher, drei Punkte zu holen als in Berlin. Die Eisbären verlieren das dritte Heimspiel in Folge und stehen nun bei 2:11-Toren in diesen drei Spielen. Das ist einfach zu wenig für die Ansprüche der Eisbären.
Ich will der Mannschaft ja nicht einmal vorwerfen, dass sie sich nicht bemühen würden. Sie haben sich schon bemüht, haben 58-mal auf das Tor geschossen. Nur muss man auch mal sehen, was das für Torschüsse waren. Dustin Strahlmeier hat die Scheibe zu oft gesehen, zu selten wurde ihm mal die Sicht genommen und der Schuss abgefälscht. So war das eine einfache Aufgabe für den Schwenninger Goalie.
Die Verunsicherung der Spieler ist deutlich zu sehen und zu spüren. Keiner der Spieler hat derzeit das nötige Selbstvertrauen, die sportliche Misere nagt an den Jungs. Aber nur sie selbst können sich da herausziehen. Nur im Moment wirkt das Spiel der Eisbären ratlos, ideenlos, harmlos. Die Gegner können sich zu leicht auf das Spiel der Eisbären einstellen, diese tun sich dann schwer, ihre Chancen zu nutzen, auch mal für Abpraller zu sorgen und, und, und. Es fehlt momentan an allen Ecken und Kanten, nur woher soll die Änderung im Spiel kommen, wenn man sich selbst solche Niederlagen noch schön redet. Wenn selbst der Kapitän André Rankel nach dem Spiel sagt, man habe das Spiel über 60 Minuten kontrolliert und einzig die Chancen nicht genutzt, dann ist das der falsche Ansatz. Erst wenn die Jungs zu ihren Fehler stehen, können sie auch was ändern. Wobei, wie oft haben wir in dieser Saison schon gehört, wir wissen woran es liegt und wir werden es abstellen, aber den Worten sind bisher nie bzw. nur ganz selten Taten gefolgt. Bleibt das so, dann stürzen die Eisbären in den nächsten Wochen weiter ab und purzeln irgendwann aus den Playoff-Rängen. Vielleicht wird man in der Hauptstadt ja dann mal wach und ändert endlich etwas.

Nach zwei ernüchternden Heimspielen in Folge: Finden die Eisbären gegen den Tabellenletzten Schwenningen wieder zurück in die Erfolgsspur?

0:4 gegen die Kölner Haie, 1:4 gegen die Grizzlys Wolfsburg. Das sind die Ergebnisse der letzten beiden Heimspiele der Eisbären Berlin. Doch nicht nur die Ergebnisse machen Anlass zur Sorge, nein, vor allem wie die Niederlagen zu Stande gekommen sind, bereitet den Fans der Eisbären Kopfzerbrechen. Fast schon lustlos schenkte man diese beiden Spiele her. Gegen Köln lieferte man über die vollen 60 Minuten eine mehr als peinliche Vorstellung ab, gegen Wolfsburg war man zumindest zu Beginn der Partie sehr engagiert, danach verzettelte man sich in Einzelaktionen und fand kein Mittel gegen die kompakte Defensive der Niedersachsen. Generell fehlt einem im Moment so ein richtiges System, welches die Eisbären bzw. deren Coach Clément Jodoin spielen lassen will. Selbst nach 26 Spieltagen, also genau zur Halbzeit der DEL-Hauptrunde, weiß keiner so recht, was die Eisbären eigentlich spielen wollen.

Daraus resultiert Platz Acht nach 26 Spielen, das Saisonziel direkte Playoff-Qualifikation am besten mit Heimrecht im Viertelfinale ist rein punktetechnisch nicht so weit weg, spielerisch aber trennen die Eisbären Welten von den Top-Teams da oben. Da ist in dieser Saison sogar Augsburg wesentlich stärker als die Eisbären. Die Fuggerstädter stehen aktuell da, wo die Eisbären gerne hin wollen und sich wohlmöglich auch sehen, nämlich auf Platz Zwei.

Morgen Abend startet für die Eisbären die zweite Saisonhälfte der Hauptrunde, welche mit einem Heimspiel gegen den Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings beginnt. Und keine Frage, diese Partie MUSS der EHC gewinnen. Zum einen, weil man sonst wichtige Punkte im Kampf um das Viertelfinale liegen lassen würde, zum anderen, weil man die Fans nach zwei desaströsen Heimauftritten in Folge mal wieder zufriedenstellen möchte. Denn nach dem Wolfsburg-Spiel gab es nach Spielende ein gellendes Pfeifkonzert und nicht erst seit diesem letzten Heimspiel fordern immer mehr Eisbären-Fans, dass der Trainer entlassen werden soll. Man sieht also, wie unzufrieden die Fans mit der bisherigen Saisonleistung der Eisbären sind. Von daher weiß auch der bei manchen Fans in Ungnade gefallene Clément Jodoin um die Wichtigkeit der morgigen Partie, welche ab 19:30 Uhr in der Mercedes-Benz Arena stattfindet (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 13.12.2018):

Morgen gibt es keine Wahl, wir müssen gewinnen. Jeder muss sein bestes Spiel spielen, jeder muss alles in die Waagschale werfen.

Die Worte sind gesprochen, nun heißt es für die Spieler, das morgen Abend auch in Taten umzusetzen. Sehr oft in dieser Saison hieß es nämlich schon, man werde die Fehler abstellen und im nächsten Spiel besser machen und nie passierte etwas oder aber nur sehr kurz.
Die Eisbären sollten einfach zurück zum einfachen Eishockey finden. Vor dem Tor sicher stehen und so wenig wie möglich zulassen. Vorne sollte man sich die bietenden Chancen auch eiskalt nutzen. Dann sollte man die leichtsinnigen Scheibenverluste abstellen, wieder mannschaftlich geschlossen über 60 Minuten für die drei Punkte kämpfen und von der Strafbank fernbleiben. Eigentlich die typischen Merkmale eines guten Eishockeyspiels, nur bei den Eisbären wurden diese zuletzt schmerzlich vermisst. Ebenso vermisst wurden einige etatmäßige Leistungsträger, die zuletzt nur das Trikot mit dem Eisbären-Kopf über das Eis spazieren fuhren. Auch von denen muss mehr kommen, will man das Saisonziel nicht aus den Augen verlieren.

Änderungen wird es im Team der Eisbären keine wichtige geben. Einzig auf der Back-up-Position ändert sich etwas. Tobias Ancicka sitzt statt Maximilian Franzreb auf der Bank und ist Back-up von Kevin Poulin. Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver fallen weiterhin verletzungsbedingt aus.

In dieser Saison trafen beide Mannschaften bereits zweimal aufeinander. Beide Male gewannen die Eisbären – in Schwenningen mit 1:0 n.P. und in Berlin mit 5:3. In Berlin gewannen die Wild Wings seit Rückkehr in die DEL nur zwei von elf Partien. Die letzten fünf Spiele in Berlin gingen allesamt an die Eisbären, welche dabei dreimal sogar ohne Gegentor blieben und insgesamt nur vier Gegentreffer kassierten.
Auf eigenem Eis waren die Eisbären bis zu den letzten beiden Heimspielen eigentlich sehr stark unterwegs, inzwischen hat man neun Spiele gewonnen und vier verloren, zwei davon wie gesagt zuletzt in Folge. Schwenningen hat auf fremden Eis nur zwei von 13 Saisonspielen gewonnen, ist mit fünf Punkten die zweitschlechteste Auswärtsmannschaft der DEL in dieser Saison.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings am 14.12.2018 um 19:30 Uhr:

Tor:

Kevin Poulin, Tobias Ancicka

Abwehr:

Maximilian Adam, Mark Cundari, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Frank Hördler

Angriff:

Brendan Ranford, Vincent Hessler, Jamie MacQueen, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Mark Olver (alle verletzt)

Für das DNL-Team, Weißwasser oder Hamburg im Einsatz:

Maximilian Franzreb, Konstantin Kessler, Jake Ustorf, Charlie Jahnke, Thomas Reichel, Cedric Schiemenz, Lukas Reichel