3:4 gegen Nürnberg: Der dreifache Ryan Stoa schockt die Eisbären Berlin

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #20:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Sonntagnachmittag verloren. Gegen die Nürnberg Ice Tigers unterlag man am Ende knapp mit 3:4 (1:1,2:1,0:2) und steht nun im neuen Jahr schon bei zwei Heimniederlagen in drei Heimspielen. So richtig in den Griff bekommt man das Heim-Problem also auch 2022 nicht.

Eisbären-Coach Serge Aubin ließ die Angriffsreihen und Defensiv-Pärchen im Vergleich zum 7:4-Sieg in Düsseldorf unverändert. Einzig im Tor gab es eine Änderung. Tobias Ancicka bekam den Start, dafür nahm Stammgoalie Mathias Niederberger auf der Bank Platz. Coach Aubin standen auch heute gegen Nürnberg nur drei Reihen zur Verfügung. Vor dem ersten Bully gab es dann auch noch die Info vom Pressesprecher Leo Imme, dass sich neben Manuel Wiederer und Bennet Roßmy nun auch Yannick Veilleux mit dem Coron-Virus infiziert hat. Allen drei weiterhin gute Besserung und eine schnelle Genesung.

Beide Teams standen sich zum dritten Mal in dieser Saison gegenüber. Bisher gewann stets das Auswärtsteam. Berlin gewann mit 6:2 in Nürnberg, die Franken revanchierten sich dafür mit einem 3:1-Sieg in der Hauptstadt. Ging diese Serie heute so weiter? Aus Sicht der Eisbären hoffte man natürlich auf ein Ende der Serie.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Den Start verpennten die Berliner jedoch. Ganze 24 Sekunden waren gespielt, da gingen die Ice Tigers schon in Führung. Dane Fox kam über rechts ins Angriffsdrittel, passte die Scheibe scharf vor das Tor, wo Chris Brown lauerte und zum 0:1 einnetzte (1.). Scheint irgendwie in 2022 normal zu sein, dass die Eisbären immer in Rückstand geraten. Denn auch im vierten Spiel des neuen Jahres lag man mit 0:1 hinten.
Und die Franken blieben offensivfreudig. Der nächste Angriff rollte auf Tobias Ancicka zu, Greg MacLeod kam zum Abschluss, doch dieses Mal konnte Ancicka die Scheibe parieren. Die erste Minute war noch immer nicht abgelaufen.
Die Eisbären fanden dann so nach und nach ins Spiel und gaben auch die ersten Torschüsse ab, welche Niklas Treutle im Nürnberger Tor aber vor keine größeren Probleme stellten. Da auch die Franken weiterhin den Weg nach vorne suchten, entwickelte sich hier eine Partie auf Augenhöhe, in der es hin und her ging und welche hart umkämpft war.

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Vor dem ersten Powerbreak konnten sich die Eisbären erstmals richtig festsetzen im Nürnberger Drittel und Druck erzeugen. Gegen die Ice Tigers war eine Strafzeit angezeigt und sofort fanden die Berliner ihre Formation, konnten daraus aber noch kein Kapital schlagen. Die nächste Chance dazu bot sich dann aber, als die Strafe gegen Nicholas Welsh ausgesprochen wurde und die Eisbären das erste Powerplay des Spiels hatten. Man war zwar bemüht und Giovanni Fiore kam auch zu zwei guten Chancen, aber die beste Chance hatten die Gäste in Unterzahl, als Max Kislinger im Slot zum Abschluss kam, doch Tobias Ancicka fuhr die Schoner aus.
Danach die Hausherren aber weiter unterwegs Richtung Nürnberger Tor. Doch Mark Zengerle scheiterte nach klasse Vorarbeit von Matt White an Treutle und White scheiterte am Aluminium. Aber die Berliner näherten sich immer mehr an und der Ausgleich wäre inzwischen verdient gewesen. Und der fiel dann auch in der 13. Spielminute. Der Druck in dieser Phase wurde immer größer und am Ende war es Leo Pföderl, dem die Scheibe vor dem leeren Tor vor die Kelle fiel. Diese Chance ließ sich der ehemalige Nürnberger natürlich nicht nehmen – 1:1.
Auch nach dem Ausgleich waren die Berliner weiterhin die bessere Mannschaft und hatten rund vier Minuten vor der ersten Drittelpause die zweite Chance, in Überzahl zu agieren. Aber es bleibt dabei, das Powerplay der Eisbären bleibt ungefährlich in dieser Saison. Mit einem 1:1 ging es somit in die Kabinen. Aus Nürnberger Sicht dann doch schmeichelhaft, hatten die Berliner das Spiel doch inzwischen komplett im Griff und sich auch jede Menge Chancen erspielt, doch außer dem Tor von Leo Pföderl sprang dabei noch nicht viel Zählbares heraus. Aber die Richtung und der Einsatz stimmten.

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Im Mitteldrittel kassierten die Hauptstädter dann erst einmal die erste Strafzeit der Partie, Kapitän Frank Hördler nahm sich der Sache an und ging auf die Strafbank. Und da durfte er gleich einmal für vier Minuten Platz nehmen, denn er kassierte 2+2-Minuten wegen eines hohen Stocks. Aber das Penaltykilling wusste einmal mehr zu überzeugen und so überstand man die vier Minuten in Unterzahl relativ schadlos und vor allem ohne Gegentor. So etwas gebt einem Team dann auch noch mal Selbstvertrauen.
Und wie antwortet man auf ein vier minütiges Unterzahlspiel? Genau, mit einem Tor! Matt White klaute Ex-Eisbär Blake Parlett die Scheibe in der neutralen Zone, zog rechts raus, guckte sich Niklas Treutle aus und düpierte diesen, denn dem Nürnberger Goalie rutschte die Scheibe durch – 2:1 (28.).
Zwölf Sekunden später aber war das schon wieder Schnee von gestern. Denn Ryan Stoa war durch und ließ auf der Gegenseite Tobias Ancicka keine Chance – 2:2 (28.). Die direkte Antwort der Ice Tigers also.
Mitte des zweiten Drittels musste Ex-Ice-Tiger Leo Pföderl wegen eines Bandenchecks auf die Strafbank. Nürnberg also mit der nächsten Chance, in Überzahl erfolgreich zu sein. Was aber in vier Minuten schon nicht klappte, funktionierte erst recht nicht in zwei Minuten. Auch dieses Unterzahlspiel überstanden die Eisbären ohne Gefahr und Gegentor.

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Nürnberg ließ die Überzahlspiele liegen, die Eisbären trafen dagegen bei 5-5. Kai Wismann hatte die Scheibe an der blauen Linie bekommen und diese postwenden zurück Richtung Tor geschossen. Auf dem Weg dorthin hatte sie Sebastian Streu noch abgefälscht und so führten die Berliner wieder – 3:2 (35.). Der Treffer wurde von den beiden Hauptschiedstrichtern Lasse Kopitz und Aleksi Rantala aber noch einmal überprüft, dieser hielt er stand und fand Anerkennung.
Die Eisbären erhöhten danach nochmal den Druck und wollten gleich nachlegen, doch Nilas Treutle hatte etwas dagegen. In den letzten beiden Minuten des zweiten Drittels bot sich den Berlinern dann noch einmal die Chance, etwas an ihrer Powerplayquote zu ändern. Zwar konnten die Berliner durchaus für Gefahr sorgen, doch erneut sollte kein Treffer fallen. Dafür gab es zwei Sekunden vor der Drittelpause noch einmal ein paar Auseinandersetzungen vor dem Nürnberger Tor. Am Ende fanden sich Jonas Müller und Giovanni Fiore auf Berliner Seite sowie Ex-Eisbär Blake Parlett und Max Kislinger auf Seiten der Nürnberger in der Kühlbox wieder. Danach war aber erst einmal das Mitteldrittel vorbei und die Gemüter beider Mannschaften konnten sich erst einmal abkühlen.

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Im letzten Drittel hätte Matt White dann beinahe ein zweites Mal zugeschlagen, doch das Alumnium stand ihm erneut im Weg. Danach gab es viel Platz auf dem Eis, denn die Franken hatten ein 4-3-Powerplay, nach dem bei den Berlinern Jonas Müller und Leo Pföderl auf der Strafbank saßen. Bei den Franken saß nur Tyler Sheehy. Doch bisher wusste das Powerplay der Ice Tigers nicht zu überzeugen bzw. war das Penaltykilling der Hausherren sehr stark. Diesmal sah das Überzahlspiel der Franken schon deutlich besser aus und es sprangen sowohl bei 4-3 als auch 5-4 Chancen heraus, welche die Gäste jetzt auch zu nutzen wussten. Nach einem gewonnenen Bully hatte Nicholas Welsh abgezogen, am Ende war es erneut Ryan Stoa, welcher erfolgreich abstauben konnte – 3:3 (46.).
Es ist eben nicht immer schlau, so viele Strafen zu nehmen, denn irgendwann klingelt es dann auch im Tor. Dabei wollte man doch gerade Strafen vermeiden. Klappte nur heute nicht, denn Pföderl machte den „Strafbank-Hattrick“ perfekt. Eindeutig zu viele unnötige Strafzeiten jetzt wieder. Immerhin überstand man diese Unterzahl jetzt schadlos.

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Doch einen Spieler bekam man heute nicht in den Griff. Ryan Stoa traf bei 4-4 auf dem Eis zum dritten Mal und brachte die Franken zum zweiten Mal heute Nachmittag in Führung – 3:4 (51.).
Nun waren die Hausherren wieder gefordert, wollte man den dritten Sieg in Serie einfahren. Sie versuchten auch, eine Antwort zu finden, aber viel Raum gab Nürnberg nicht vor dem eigenen Tor. Aber wenn die Eisbären eins in dieser Saison auszeichnet, dann der Fakt, dass man irgendwie immer einen Weg findet, solche engen Spiel noch zu gewinnen. Doch dafür brauchte es jetzt auch mal eine Idee, denn die Zeit lief den Berliner davon. Aber das Defensiv-Bollwerk der Ice Tigers machte es den Eisbären auch sehr schwer. Nürnberg stand sehr kompakt und warf sich in jeden Schuss und blockte ebenso jenen Schuss. Der Einsatz der Franken war hier schon sehr vorbildlich. Und jeder Block wurde lautstark von der Nürnberger Bank gefeiert.
100 Sekunden vor dem Ende verließ Tobias Ancicka seinen Arbeitsplatz. Fortan versuchten sechs Eisbären, hier doch noch den Ausgleich zu erzielen. Doch das sollte nicht mehr klappen, denn Nürnberg brachte das 4:3 über die Zeit. 

Eine bittere Niederlage, die nicht hätte sein müssen. Denn man brauchte zwar erst den Weckruf durch das schnelle 0:1, war danach aber die deutlich bessere Mannschaft und hätte nach dem ersten Drittel eigentlich führen müssen. Tat man dank einer schlechten Chancenverwertung aber nicht. Im Mitteldrittel ging man zwar in Führung, schenkte diese aber nur zwölf Sekunden später wieder her. Auch die erneute Führung nach 40 Minuten konnte man nicht verteidigen, weil man am Ende zu viele Strafzeiten kassierte und Nürnberg das zum 3:3 ausnutzte. Am Ende war es dann ein Spiel, welches in jede Richtung hätte kippen können, doch Ryan Stoa sorgte mit seinem Hattrick für lange Gesichter bei den Eisbären Berlin.

4:5 n.P.! Aufsteiger Bietigheim schockt die Eisbären und gewinnt verdient in Berlin

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #18:

Das erste Heimspiel im neuen Jahr war nichts für schwache Nerven. Die reguläre Spielzeit und auch die fünf Minuten Verlängerung reichten nicht aus, um die Partie der wechselnden Führungen zu entscheiden. Am Ende musste das Penaltyschießen über den Sieger des Spiels der Eisbären Berlin und den Bietigheim Steelers entscheiden. Am Ende gewann der Aufsteiger verdient mit 5:4 n.P. (1:0,0:3;3:1/0:0,1:0).

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin musste auf Stürmer Frans Nielsen verzichten, weshalb es zu Umstellungen im Line-up kam. Die Paradereihe wurde auseinandergerissen, da Blaine Byron den Platz von Nielsen zwischen Matt White und Kevin Clark in der zweiten Reihe einnahm. Yannick Veilleux rückte daher hoch in die erste Reihe zu Marcel Noebels und Leo Pföderl. Veilleux stürmte am Dienstag in Köln noch in der dritten Formation an der Seite von Giovanni Fiore und Mark Zengerle. Dort kam heute Verteidiger Simon Després zum Einsatz, welcher das in dieser Saison schon ein paar Mal gemacht hatte und dort zu überzeugen wusste. Die vierte Reihe mit den Youngsters Sebastian Streu, Manuel Wiederer und Marco Baßler blieb zusammen. Die Verteidiger-Pärchen waren heute Morgan Ellis und Jonas Müller, Kai Wissmann und Nicholas B. Jensen sowie Eric Mik und Kapitän Frank Hördler. Und das Tor hütete heute Tobias Ancicka.

Es war ein Novum, denn erstmals trafen die Eisbären Berlin in einem Heimspiel der PENNY DEL auf den Aufsteiger Bietigheim Steelers. Zweimal trafen beide in Bietigheim in dieser Saison aufeinander, zweimal gewannen die Berliner (4:2/5:4 n.P.).
Doch auf die leichte Schulter sollte man die Steelers nicht nehmen, was diese beiden Duelle bereits gezeigt haben. Und der Aufsteiger ist derzeit richtig gut drauf, gewann zuletzt u.a. Mannheim und München und die letzten drei Spiele sogar in Folge.

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Und der Aufsteiger versteckte sich hier auch keinesfalls. Bietigheim suchte den Weg in die Offensive und setzte dort auch erste kleinere Akzente. Aber wie auch die Eisbären verstanden es die Steelers, hinten die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen und so nur Schüsse aus weniger gefährlichen Bereichen zu ermöglichen. So entwickelte sich von Beginn an eine Partie auf Augenhöhe, welche hart umkämpft war und es zunächst kaum Unterbrechungen gab, was dem Spielfluss gut tat.
Mitte des ersten Drittels hatte Brendan Ranford die erste dicke Chance, als Bietigheim konterte, aber Tobias Ancicka machte sich ganz lang und parierte mit einem ganz starken Save. Doch in der elften Minute konnte Ancicka nichts ausrichten, als sich C.J. Stretch klasse durch setzte, zwei Berliner Verteidiger stehen ließ und den Berliner Goalie durch die Schoner überwand – 0:1.

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Und die Führung war nicht mal unverdient, denn die Steelers legten hier einen richtig starken Auftritt hin, hatten keinerlei Respekt vor dem achtmaligen Deutschen Meister, welcher noch nicht so richtig im Spiel angekommen war und mit der Spielweise der Gäste so seine Probleme hatte. Vor dem eigenen Tor verteidigte Bietigheim ganz stark und machte den Eisbären so das Leben enorm schwer.
Auch weiterhin war Bietigheim die bessere Mannschaft, die hier einfaches Eishockey spielte und immer wieder gefährlich vor das Tor der Eisbären kam. So einfach, wie die Steelers manchmal durch kamen, so schwer taten sich die Hausherren, überhaupt mal in aussichtsreicher Position zum Abschluss zu kommen. Somit war die Führung der Steelers nach dem ersten Drittel absolut verdient.

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Und aus der Kabine kam Bietigheim wie die Feuerwehr, setzte sich sofort im Berliner Drittel fest und feuerte die ersten Schüsse ab. Das Geschehen beobachtete von ganz hinten Goalie Cody Brenner, welcher zu Beginn des zweiten Drittels das Tor der Gäste hütete. Sami Aittokallio hatte sich wohl verletzt, jedenfalls saß er nicht auf der Spielerbank.
Fünf Minuten war das Mitteldrittel alt, da kombinierte sich Bietigheim klasse vor das Tor, auf einmal stand Alexander Preibisch frei vor Tobias Ancicka und hatte dick große Chance auf das 2:0, doch der Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand. Dabei hätten sich die Eisbären nicht darüber beschweren können, wenn man hier mit zwei Toren hinten gelegen hätte. Denn der Auftritt der Berliner war nicht gut, es war kein Gameplan zu erkennen, die Kreativität vor dem Tor fehlte. Die Steelers wirkten spritziger, waren gefühlt immer einen Schritt schneller als die Hausherren.
Das änderte sich in der 29. Spielminute, denn da kombinierten sich die Berliner mal stark vor das Tor. Giovanni Fiore fing die Scheibe beim Spielaufbau der Gäste ab, spielte sie quer rüber zu Matt White, welche sie direkt weiter zu Mark Zengerle passte und der schloss eiskalt ab – 1:1 (29.).

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Sollte es nun ein besseres Spiel der Gastgeber werden? Erstmal nicht, denn Bietigheim schüttelte den Ausgleich ganz cool ab und spielte sofort weiter nach vorne und kam zu guten Chancen. Tobias Ancicka musste ein ums andere mal retten. Die nötige Sicherheit gab der Treffer den Eisbären jedenfalls nicht.
Dann kam die 34. Spielminute. Constantin Braun mit dem Querpass an der gegnerischen blauen Linie, doch den fing Leo Pföderl ab und zog auf und davon Richtung Cody Brenner. Dem Goalie der Steelers ließ Pföderl keine Chance und brachte die Eisbären erstmals an diesem Nachmittag in Führung – 2:1.
Und nur eine Minute später schlugen die Hausherren erneut zu. Die Eisbären hielten die Scheibe im Angriffsdrittel, Marco Baßler passte sie zu Sebastian Streu, der sah Mark Zengerle und der hatte heute richtig Lust auf Tore – 3:1 (35.).
Wie würden die Gäste auf diesen Doppelschlag der Eisbären reagieren? Zunächst einmal hatten sie die Chance zum Anschlusstreffer, als Yannick Veilleux in der 37. Spielminute die erste Strafzeit der Partie kassierte. Aber das Penaltykilling der Eisbären mit ganz starker Arbeit, so überstanden die Eisbären diese Unterzahl schadlos, während die Steelers eine große Chance vergaben. Doch die nächste Chance folgte sogleich. Marcel Noebels dachte sich, der Platz auf der Strafbank ist noch warm, da geh ich doch mal raus. Und im zweiten Powerplay kam Bietigheims Torjäger Riley Sheen zum Abschluss, doch Tobias Ancicka fuhr die Schoner aus und parierte dessen Schuss. So nahmen die Eisbären eine 3:1-Führung mit in die Pause, Bietigheim noch 52 Sekunden Powerplay.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Unterzahl zu Beginn des Schlussdrittels überstanden die Hauptstädter aber schadlos. Das Penaltykilling der Hausherren war dann aber fünf Minuten später wieder gefragt, als Yannick Veilleux zwei Minuten wegen eines Kniechecks erhielt und danach kurz mit Markus Kojo aneinander geriet, doch der Fight war vorbei, bevor er überhaupt richtig angefangen hatte. Und dieses Powerplay nutzten die Gäste aus. In der 46. Spielminute hämmerte Ex-Eisbär Constantin Braun die Scheibe von der blauen Linie ins Tor – 3:2. Ausgerechnet ein Ex-Eisbär sorgte hier also wieder für Spannung.
Die Eisbären versuchten sofort darauf zu antworten, nur an der Präzision im Abschluss haperte es. Aber die Eisbären waren hier jetzt bemüht, den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen. Doch man kassierte inzwischen wieder zu viele Strafzeiten, Marcel Noebels mit der nächsten und so hatte Bietigheim die Chance, in Überzahl erneut zuzuschlagen. Und das taten sie sofort. Riley Sheen traf auf Zuspiel von Constantin Braun und Evan Jasper – 3:3 (52.). Wenn man die ersten 30 Minuten zu Grunde legt, ein absolut verdienter Ausgleich.

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Die Partie ging also wieder von vorne los und das Momentum gehörte hier den Steelers, die – so ehrlich muss man sein – sich hier mindestens einen Zähler verdient hätten. Aber daran arbeiteten die Eisbären ganz hart, denn Kevin Clark mit der nächsten Strafzeit für die Berliner. Zweimal schlugen die Steelers im Schlussdrittel schon mit einem Mann mehr zu, folgte der dritte Streich? Deren zahlreich vertretene Fans feuerten sie jedenfalls mächtig an und sorgten für ein „Heimspiel“ von Bietigheim in der Hauptstadt. Wahnsinn! Ebenso Wahnsinn, wie Bietigheim Powerplay spielt. Die Eisbären wurden schwindelig gespielt, wussten nicht mehr, wo hinten und vorne ist und lagen nun 3:4 hinten. Riley Sheen wurde wieder alleine gelassen und machte das, was er am besten kann – Tore schießen (56.).
Wie würden die Eisbären darauf reagieren? Mit dem Ausgleich! Kai Wissmann hatte von der blauen Linie abgezogen und Leo Pföderl hielt die Kelle in den Schuss – 4:4 (57.).
Was war das hier jetzt für ein wildes Spiel, woran aber auch der Aufsteiger ganz großen Anteil hatte. Und die Eisbären hätten gewarnt sein sollen, hatten die Steelers doch gegen Mannheim zuletzt sogar 1:4 vor dem letzten Drittel hinten gelegen und am Ende noch mit 5:4 gewonnen. Ein Sieg in der Hauptstadt war auch heute möglich für Bietigheim. Doch über den Sieger sollte erst die Verlängerung entscheiden, denn nach 60 Minuten stand es 4:4-Unentschieden und diesen Punkt hatten sich die Gäste auf jeden Fall verdient. Aber natürlich auch die Eisbären, welche nach dem Dreierpack der Gäste noch einmal zurück schlugen.

In der Verlängerung bot sich den Eisbären die Chance zum ersten Powerplay, Evan Jasper musste in die Kühlbox. Serge Aubin reagierte sofort und nahm die Auszeit, um seine Jungs auf das bevorstehende Powerplay einzustimmen. Sollte das kränkelnde Powerplay hier tatsächlich für die Entscheidung sorgen? In diesem verrückten Spiel schien alles möglich zu sein. Nein, weil man es zu statisch spielte und außer zwei Chancen für Blaine Byron und Kevin Clark nicht viel bei rum kam. Bietigheim hatte durch Alexander Preibisch sogar noch die Chance auf den Shorthander, aber Tobias Ancicka machte die Schoner zu. Und so überstanden die Steelers diese Unterzahl schadlos. Die Verlängerung brachte keine Entscheidung und zum Penaltyschießen wollte Jalen Smereck nicht bleiben, er geriet mit Jonas Müller aneinander und kassierte wie Müller zwei Minuten wegen unnötiger Härte. Da sich Smereck aber nicht beruhigte und auf der Strafbank weiter rum meckerte, bekam er noch eine Disziplinarstrafe dazu. 

Und im Penaltyschießen trafen beide Steelers-Schützen, während beide Eisbären-Spieler vergaben. Bietigheim gewann somit sein erstes Gastspiel in der Hauptstadt mit 5:4 n.P. Und das absolut verdient. 

Was war das für ein Spiel: Der Aufsteiger forderte den Eisbären alles ab, war über weite Strecken die bessere Mannschaft und führte folgerichtig mit 1:0 nach dem ersten Drittel. Im Mitteldrittel waren die Steelers zunächst wieder die stärkere Mannschaft, aber individuelle Fehler sorgten für einen 1:3-Rückstand zur Pause. Doch mit der Moral, welche die Steelers an den Tag legten, war auch das für sie kein Problem, denn die Eisbären nahmen fleißig Strafzeiten und so kam Bietigheim mit drei Powerplaytreffern in Folge zurück ins Spiel. Die Eisbären retteten sich, so muss man es sagen, in die Verlängerung. Im Penaltyschießen hatten die Gäste das bessere Ende auf ihrer Seite und sicherten sich verdient die zwei Punkte.

Eisbären Berlin: Platz Eins zur Saisonhälfte, aber noch Luft nach oben

28 Spiele haben die Eisbären Berlin bis gestern absolviert und somit die erste Saisonhälfte hinter sich gebracht. Und nach dieser steht der Deutsche Meister mit 56 Punkten und einem Punktequotienten von 2 Punkten pro Spiel auf Platz eins der PENNY-DEL-Tabelle. Mit 100 Toren und 74 Gegentoren stellt man in beiden Kategorien die zweitbeste Mannschaft. Als einzige Mannschaft hat man einen Punktequotienten von zwei. Alles bestens also bei den Berlinern, könnte man meinen. Aber dem ist nicht so. Denn trotz Platz eins zur Halbzeit  gibt es auch beim Rekordmeister noch Verbesserungspotential.

Jubelnde Eisbären, ein Bild, an welches man sich vor allem auswärts in dieser Saison gewöhnt hat. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Besonders sticht dem Fan die Diskrepanz zwischen den Heim-Eisbären und Auswärts-Eisbären ins Auge. In der Arena am Ostbahnhof hat man bisher 16 Spiele absolviert, von denen man jedoch nur acht gewann. Von 48 möglichen Punkten holte man nur mickrige 26 Zähler. Auch die Torausbeute von 48:48-Toren ist eigentlich nicht die eines Spitzenreiters.
Doch die starke Auswärtsbilanz in dieser Saison hat den Berliner Platz eins beschert. Denn von bis jetzt 12 Auswärtsspielen gewann man satte zehn. Hier holte man 30 der möglichen 36 Punkte und weist eine Torausbeute von 52:26-Toren auf. Man stelle sich jetzt mal nur vor, wie weit die Eisbären der Konkurrenz in der Tabelle enteilt wären, würde man zuhause genauso aufspielen, wie man es auswärts tut.
In den zwölf Gastspielen erzielten die Berliner zehnmal vier oder mehr Treffer, nur in einem Spiel ging man nicht als Sieger vom Eis. Zuhause traf man in 16 Spielen nur in sechs Spielen viermal oder mehr – auch hier gab es dann nur eine Niederlage.
Die Torgefährlichkeit, welche die Hauptstädter auf gegnerischem Eis auszeichnet, ist ihnen in dieser Saison auf eigenem Eis bisher verloren gegangen. Chancen erspielt man sich zwar sowohl daheim als auch auswärts, doch die Effektivität ist auf fremden Eis deutlich besser. Was sich am Ende auch in der Gesamtwertung in Sachen Torschuss-Effizienz widerspiegelt, wo man mit einer Erfolgsquote von 10,19 Prozent nur auf Platz sieben zu finden ist.

Goalie Mathias Niederberger überzeugt auch in dieser Saison wieder mit konstanten Top-Leistungen. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Einen Platz besser ist man in der Wertung der Torhüter-Fangquote, wo man insgesamt 90,85 Prozent aller Schüsse abgewehrt hat. Mathias Niederberger hat dabei die meisten Einsätze bisher absolviert, stand in 21 Spielen im Tor und kommt in diesen auf eine Fangquote von 92,69 Prozent. Zudem feierte der Nationaltorhüter auch schon einen Shutout.
Einen Shutout in fünf Spielen feierte Back-up Tobias Ancicka, dessen Fangquote bei 87,97 Prozent steht. Und Leon Hungerecker kam zweimal zum Einsatz und kommt in diesen beiden Einsätzen auf eine Fangquote von 86,9 Prozent. Was aber nicht seiner Leistung geschuldet ist, denn in den beiden Spielen in Bietigheim (5:4 n.P.) und gegen Düsseldorf (6:7 n.V.) wurde der junge Goalie mehrfach von seinen Vorderleuten im Stich gelassen und gab mit zahlreichen Paraden seiner Mannschaft überhaupt erst die Chance, in den Spielen noch etwas Zählbares mitzunehmen.

Wenn man in den 28 Spielen bisher eins enorm kritisieren muss, dann ist es das Berliner Powerplay, wo man das zweitschlechteste Team ist. Nur 15,56 Prozent weist die Erfolgsquote der Berliner in Überzahl auf. Mit so einem Wert kann man eigentlich nicht Tabellenführer in der PENNY DEL sein.
Aber auch hier sieht man eine ähnliche Diskrepanz wie bei der Heim- und Auswärtsstatistik. Denn das Penaltykilling ist bisher das deutlich bessere Special Team, steht auf Platz acht und weist eine Erfolgsquote von 79,59 Prozent auf.

Torjubel: Über 100 Tore konnten die Eisbären und deren Fans bisher in dieser Saison schon jubeln. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wenn man 100 Saisontore bisher geschossen hat, zeigt das die unglaubliche Offensiv-Qualität, welche die Eisbären Berlin besitzen. Von daher auch nicht verwunderlich, dass man den zweit- und drittbesten Scorer der gesamten PENNY DEL in den eigenen Reihen hat. Matt White und Marcel Noebels kommen beide auf insgesamt 33 Scorerpunkte. Da White aber 13 Tore und 20 Vorlagen erzielte, ist er auf Platz zwei, während Noebels mit seinen zehn Toren und 23 Scorerpunkten auf Platz drei steht.
Neben den Beiden haben mit Leo Pföderl (12), Blaine Byron (11) und Giovanni Fiore (10) drei weitere Stürmer bereits doppelt getroffen. Die Offensive der Hauptstädter ist somit also schwer für die DEL-Konkurrenz auszurechnen.

So weit die statistischen Werte der ersten 28 Spieltage. Doch was sagen eigentlich die Verantwortlichen und Spieler zur ersten Saisonhälfte? Das haben wir gestern mal Trainer Serge Aubin und Stürmer Marcel Noebels nach dem Sieg gegen die Iserlohn Roosters gefragt:

Aubin ist vor allem mit der Auswärtsstärke zufrieden und sieht gerade bei den Special Teams noch Verbesserungspotential:

Natürlich bin ich zufrieden. Vor allem auswärts spielen wir sehr, sehr solide. Aber grundsätzlich kann man sagen, dass es ein Prozess ist, den wir durchlaufen. Wir wachsen immer weiter als Mannschaft zusammen. Die Saison ist aber trotzdem noch sehr, sehr lang, aber wir wissen, egal in welcher Situation, wie wir zu reagieren haben. Aber ich bin auch ganz ehrlich und muss zugeben, dass die Special Teams auch noch verbesserungswürdig sind.

Noebels hofft vor allem auf mehr Konstanz in den Auftritten der Eisbären, denn die ließ bisher doch arg zu wünschen übrig:

Es gibt viel Positives bisher, aber auch vieles, was wir in der zweiten Halbzeit noch verbessern müssen. Es ist auch wichtig, dass eine Mannschaft Spiele wie heute gewinnt, wo sie nicht gut spielt. Das haben wir in der Vergangenheit nicht so gut gemacht, da haben wir meistens verloren. Für die zweite Halbzeit ist es unheimlich wichtig, weil wir viel spielen. Jeder kennt die Tabelle, wie eng sie ist. Also ich glaube, bis zur Februar-Pause bzw. jetzt alleine bis ins neue Jahr kann man sich in der Tabelle schon so ein wenig orientieren, wo der Weg glaube ich hingeht. Da wo wir jetzt stehen, würde ich gerne bleiben bis zu den Playoffs. Wichtig ist glaube ich, dass wir in der zweiten Halbzeit viel konstanter werden. Viele Spiele werden enger jetzt. Auch eine Mannschaft, die um die Pre-Playoff-Plätze kämpft, verlangt einem alles ab und gerade da müssen wir lernen, in Zukunft auch solche Spiele zu gewinnen, so wie heute.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Eisbären Berlin in den ersten 28 Saisonspielen ihr Potential durchaus angedeutet, es aber eben noch nicht in allen Bereichen vollständig abgerufen haben. Und genau das dürfte die Konkurrenz in Angst und Schrecken versetzen. Denn wenn die Eisbären nun auch noch konstant gute Leistungen sowohl zuhause als auch auswärts abrufen und dann auch noch im Powerplay sich deutlich verbessern, dann geht auch in dieser Saison die Deutsche Meisterschaft nur über den DEL-Rekordmeister.

4:0 in Schwenningen! Solider Auftritt über 60 Minuten sichert drei Punkte in der Helios-Arena

Die Eisbären Berlin haben am Sonntagnachmittag ihr Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings verdient mit 4:0 (2:0,2:0,0:0) gewonnen und holten damit nach zwei Niederlagen in Serie wieder einen Sieg in der PENNY DEL. Giovanni Fiore mit zwei Toren und Mathias Niederberger mit einem Shutout stachen aus einer insgesamt sehr solide auftretenden Mannschaft heraus. 

Eisbären-Coach Serge Aubin musste heute auf Blaine Byron, Zach Boychuk und kurzfristig auch auf Frans Nielsen verzichten. Während die ersten beiden Spieler verletzungsbedingt fehlen, war der Grund für den Ausfall Nielsens ein erfreulicher: Seine Frau und er erwarten in Kürze ihr drittes Kind. Somit musste Aubin also die Reihen umstellen, konnte aber immerhin auf Kevin Clark zurückgreifen. Die erste Reihe blieb jedoch noch zusammen – Leo Pföderl, Marcel Noebels und Yannick Veilleux. In der zweiten Reihe bekam Matt White zwei neue Reihenpartner. Am Donnerstag stürmte er noch zusammen mit Frans Nielsen und Giovanni Fiore. Nielsen fehlte wie bereits erwähnt und Fiore wurde in einer anderen Reihe eingesetzt. White bekam heute Mark Zengerle und Rückkehrer Kevin Clark an die Seite gestellt. In Reihe drei fand man dann Fiore wieder, welcher eine Formation mit Sebastian Streu und Simon Després bildete. Després war aber nicht der einzige Verteidiger, der heute im Sturm aushalf. Auch Korbinian Geibel stürmte und zwar in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Marco Baßler.
Auch in der Defensive wurde damit umgestellt. Jonas Müller bildete heute ein Verteidiger-Pärchen zusammen mit Kai Wissmann, Frank Hördler verteidigte mit Nicholas B. Jensen und Eric Mik mit Morgan Ellis. Im Tor stand Mathias Niederberger. Serge Aubin wirbelte nach dem 6:7 n.V. fast alles durcheinander.

Die Eisbären wollten zurück in die Erfolgsspur finden, hatte man doch die letzten beiden Ligaspiele zu Hause in Folge verloren. Und auch das erste Aufeinandertreffen in Berlin gegen die Wild Wings ging mit 1:3 verloren. Für diese Niederlage wollten die Berliner sich sicherlich auch noch revanchieren.

Hinein ins Spiel, welches nicht mehr so war, wie noch vor kurzem. Denn es war das erste Geisterspiel für beide Mannschaften in dieser Saison. Und mit diesem Umstand gingen die Hauptstädter zunächst besser um. Von Beginn an waren die Eisbären am Drücker und setzten sich im Drittel der Hausherren fest. Man merkte den Berlinern an, dass sie etwas gut zumachen hatten.
Schwenningen gab den ersten Torschuss erst nach sechs Minuten ab. Mit John Ramage war es ein Ex-Eisbär, welcher Eisbären-Goalie Mathias Niederberger erstmals an diesem Nachmittag prüfte. Doch auch wenn die Berliner zu Beginn am Drücker waren, eine hochkarätige Chance war da aber noch nicht bei gewesen. Und diese hatte man auch nicht beim ersten Powerplay der Partie, was aber auch nicht verwundert, haben die Eisbären doch das zweitschlechteste Überzahlspiel der Liga. Warum das so ist, sah man hier ganz deutlich. Nicht eine Torchance konnte man sich erspielen, die Wild Wings überstanden diese Unterzahl somit schadlos.
Doch in der elften Spielminute klingelte es dann doch im Schwenninger Tor. Yannick Veilleux hatte von der blauen Linie abgezogen, Ex-Eisbär Marvin Cüpper konnte die Scheibe nur prallen lassen und Kapitän Frank Hördler setzte nach. Sein Schuss wäre eigentlich am Tor vorbei gegangen, aber Will Weber wollte mit seinem Schläger klären, doch er lenkte die Scheibe so ins eigene Tor – 1:0.
Fortan hatten beide Mannschaften Chancen, doch das Übergewicht hatten die Eisbären und die legten kurz vor Ende des ersten Drittels sogar noch nach. Giovanni Fiore zog vom rechten Bullykreis ab und fand die Lücke zwischen Marvin Cüpper und dem kurzen Pfosten – 2:0 (19.). Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die erste Drittelpause. Neben der Führung war für Trainer Aubin sicherlich auch der Fakt wichtig, dass hinten die „Null“ stand.

Damit hatte man ja am Donnerstag gegen Düsseldorf so seine Probleme, als man sieben Gegentreffer kassierte. Was aber dafür hervorragend gegen die DEG klappte, waren schnelle Tore nach Drittelbeginn. Und daran erinnerte man sich anscheinend zurück, denn nach nur 14 Sekunden legte Marcel Noebels für Leo Pföderl auf und der traf aus dem Slot heraus zum 3:0 (21.).
Der perfekte Start ins Mitteldrittel und mal wieder eine Drei-Tore-Führung. Würde sie im Vergleich zum Donnerstag heute wenigstens ausreichen, um am Ende den Sieg einzufahren? Denn gegen die DEG hatte man ja bekanntlich am Ende noch ein 4:1 verspielt.
Auf jeden Fall stand man heute defensiv kompakter, war nah dran am Mann und ließ nicht viel zu. Und wenn doch etwas durch kam, hatte man ja immer noch in Mathias Niederberger einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten. Nach vorne taten die Berliner in der Phase natürlich nicht mehr als nötig, man hatte die Lehren aus dem turbulenten Tor-Spektakel gegen die DEG gezogen, wo man bei der ganzen Offensive die Defensive doch arg vernachlässigt hatte.
Auch im ersten Unterzahlspiel der Partie zeigte sich die Berliner Defensive stark verbessert, ließ keine gefährliche Chance zu. Aber ebenso ungenutzt ließen die Eisbären kurz darauf ein eigenes Powerplay, auch wenn das schon etwas besser aussah als das erste Überzahlspiel.
Kurz vor Ende des Mitteldrittels musste die Berliner aber ein zweites Mal in Unterzahl ran, doch dort klaute Fiore die Scheibe im eigenen Drittel, nahm Tempo auf und zog mit viel Speed vor das Tor von Marvin Cüpper. Dem ehemaligen Berliner Goalie ließ er beim Abschluss keine Chance und tunnelte Cüpper zum 4:0 in Unterzahl (!). Mit dieser beruhigenden Führung ging es anschließend in die zweite Drittelpause. Heute machte jedenfalls nichts den Anschein, als würde das irgendwie noch schief gehen.

Das letzte Drittel begannen die Schwäne mit einem neuen Goalie. Joacim Eriksson stand nun im Tor und ersetzte Marvin Cüpper. An ihm lag es aber nicht, dass Schwenningen hier mit 0:4 hinten lag.
Die Wild Wings waren im letzten Drittel durchaus bemüht und hatten auch ihre Chancen, aber Mathias Niederberger ließ sich nicht überwinden. Auch nicht im dritten und vierten Unterzahlspiel der Partie. Wobei die Berliner auch hier nicht viel zu ließen, da das Penaltykilling wieder hervorragend funktionierte.
Auch danach stand Mathias Niederberger immer mal wieder im Mittelpunkt des Geschehens, doch die schlechteste Offensive der PENNY DEL bewies einmal mehr, warum das so ist. Beste Chancen blieben ungenutzt. So brachten die Eisbären das 4:0 am Ende souverän über die Zeit und konnten die drei Punkte mit in die Hauptstadt nehmen.

Und der Sieg war zu keiner Zeit gefährdet. Die Eisbären zeigten über 60 Minuten eine sehr solide Leistung, standen defensiv sehr kompakt und ließen wenig hochkarätige Chancen zu, vorne erwies man sich als kaltschnäuzig. Mathias Niederberger feierte seinen zweiten Shutout in dieser Saison.
Positiv zu erwähnen ist das Penaltykilling, denn alle vier Unterzahlspiele überstand man heute schadlos und gab in diesen auch wenig Chancen ab. Zudem erzielte man in Unterzahl einen Shorthander. Ein rundum solider und erfolgreicher Nachmittag also für die Eisbären Berlin in Schwenningen.

5:4 n.P. in Bietigheim! Sieg beim DEL-Debüt von Leon Hungerecker und erstes DEL-Tor von Bennet Roßmy

Die Eisbären Berlin bleiben nach der Deutschland-Cup-Pause weiterhin ungeschlagen: Bei Aufsteiger Bietigheim Steelers setzte sich der Deutsche Meister knapp mit 5:4 n.P. (2:2,1:0,1:2/0:0,1:0) durch und feierte damit den dritten Sieg im dritten Spiel nach der Pause. Doch bis man die zwei Punkte eingefahren hatte, musste man hart dafür arbeiten. Denn Bietigheim bot den Eisbären Paroli und ärgerte die Berliner immer wieder.

Und diese musste bei den Steelers arg ersatzgeschwächt antreten. Blaine Byron, Zach Boychuk, Kevin Clark und Marco Baßler fehlten. Dafür rückten die Youngsters Bennet Roßmy und Korbinian Geibel ins Line-up. Und auch im Tor bekam ein Youngster heute sein DEL-Debüt: Leon Hungerecker, welcher bereits das letzte CHL-Spiel erfolgreich bestritten hatte, durfte zum ersten Mal in der PENNY DEL ran.

Die Ausgangslage war natürlich klar: Bietigheim war als Aufsteiger und Tabellenletzter klarer Außenseiter gegen den Deutschen Meister und DEL-Rekordmeister aus Berlin. Aber die Eisbären-Fans wissen es, die Berliner tun sich gegen die kleinen Teams in der PENNY DEL gerne mal schwer.
Und so war es auch heute. Nach ruhigem Beginn legten die Steelers auf einmal los und überraschten die Hauptstädter mit zwei schnellen Toren. Die Eisbären verloren das Bully im Angriffsdrittel, Benjamin Zientek marschierte mit der Scheibe los, spielte sie links raus auf Alex Preibisch, welcher den Puck scharf vor das Tor spielte. Dort lauerte eben jener Zientek und der drückte die Scheibe irgendwie wohl mit der Schulter über die Linie. Der Treffer wurde aber nochmal überprüft und dort sah man dann eine Torhüterbehinderung, weshalb der Treffer aberkannt wurde. Pech für Bietigheim, Glück für die Eisbären.
Aber Bietigheim machte einfach weiter und Riley Sheen sorgte dann doch für das 1:0. Der erste Schuss wurde noch geblockt, die Scheibe fiel Sheen aber nochmal auf die Kelle und diesmal ließ er sich diese Chance nicht entgehen (6.).
Die Eisbären versuchten eine Antwort zu finden, aber die Steelers standen hinten sehr kompakt und machten es den Berlinern so schwer zum Abschluss zu kommen. Und Bietigheim spielte weiter offensiv nach vorne und hatte auch die besseren Chancen.
Und diese nutzten sie auch. Fehler der Eisbären im Spielaufbau durch Bennet Roßmy und Kapitän Frank Hördler, der so nicht passieren darf. Norman Hauner mit dem Querpass auf Brendan Ranford und der ließ Leon Hungerecker keine Chance – 0:2 (9.). Mal wieder ein Gegentor durch einen Ex-Eisbären.
Die Eisbären wirkten noch nicht richtig angekommen im Spiel und mussten nun gegen einen stark aufspielenden Aufsteiger dagegen halten. Und die spielten natürlich jetzt mit Rückenwind, was auch an der Rückkehr ihres Goalies Sami Aittokallio lag, ohne den die Talfahrt erst begann. Mit ihm als Rückhalt im Tor kann gegen den Deutschen Meister doch die Überraschung gelingen, mit dieser Einstellung spielten die Steelers jedenfalls.
Aber die Berliner fanden einen Zugang zum Spiel und stellten den Spielverlauf innerhalb von 44 Sekunden komplett auf den Kopf. In der 13. Spielminute erkämpften die Eisbären die Scheibe in der Bandenrundung nach gutem Forechecking. Die Scheibe kam in den Slot, wo Bennet Roßmy lauerte und zum 1:2 einschießen konnte. Das erste DEL-Tor des Youngsters. Herzlichen Glückwunsch dazu, Bennet!
Und besagte 44 Sekunden später war es Marcel Noebels, welcher einen Rebound vor dem Tor ausnutzen konnte. Simon Després hatte von der blauen Linie abgezogen, die Scheibe blieb vor dem Tor hängen und Noebels schoss den Puck per Rückhand ins Tor – 2:2 (14.).
Die Partie begann also wieder von vorne. Und Chancen gab es in den restlichen sechs Minuten auch nochmal, aber es blieb beim 2:2 nach dem ersten Drittel.

Im Mitteldrittel ging es zu Beginn hin und her mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Die Chance zur erneuten Führung bot sich dann den Hausherren, als Morgan Ellis die erste Strafzeit der Partie kassierte. Und das Penaltykilling der Eisbären gehört ja nun auch nicht zu den besten der Liga sondern eher zu den schlechteren (Platz 13), von daher drohte da schon ein wenig Gefahr jetzt. Zumal Bietigheim vier Powerplaytore in den letzten vier Spielen erzielte. Doch die Eisbären mit starker Arbeit im Penaltykilling, überstanden die Unterzahl somit ohne große Probleme.
Erst danach Bietigheim wieder mit einer gefährlichen Chance, doch die Scheibe ging nur ans Außennetz. Und dann zündete Leo Pföderl den Turbo, fuhr über die gesamte Eisfläche bis vor das Tor und dort düpierte er per Rückhand auch noch Sami Aittokallio – 3:2 (28.). Eine klasse Einzelleistung der Nummer 93. Und so hatten die Berliner das Spiel jetzt komplett gedreht.
Fortan versuchte Bietigheim zurück ins Spiel zu kommen, aber die Eisbären arbeiteten sehr hart vor dem eigenen Tor und gaben wenig Platz für gefährliche Abschlüsse. Diese hatten aber gelegentlich die Eisbären, doch nutzen konnten sie diese nicht. Kurz vor der zweiten Drittelpause mussten die Berliner aber nochmal zittern, denn Jonas Müller kassierte die zweite Strafzeit der Partie und ermöglichte Bietigheim das Powerplay zum Ende des Mitteldrittels. Und daraus wurden sogar 84 Sekunden doppelte Überzahl, da auch Kapitän Frank Hördler auf die Strafbank musste. Zwei enorm wichtige Verteidiger jetzt also in der Kühlbox. Eine knifflige Situation für die Berliner und den jungen Goalie Leo Hungerecker in seinem ersten DEL-Spiel. Und die Eisbären verteidigten das mit viel Herz und Leidenschaft und überstanden somit die doppelte Unterzahl. Das Penaltykilling zeigte sich heute also stark verbessert. Was Hoffnung für die nächsten Wochen macht. Das starke Unterzahlspiel sorgte hier aber erst einmal für die knappe 3:2-Pausenführung in der EgeTrans-Arena.

Im Schlussdrittel hieß es nun nochmal 20 Minuten volle Konzentration, um auch im dritten Spiel nach der Deutschland-Cup-Pause erfolgreich zu sein. Aber es standen noch einmal 20 harte Minuten bevor, denn Bietigheim würde mit den Fans im Rücken noch einmal alles nach vorne werfen. Das war den Eisbären natürlich klar. Und genau aus diesem Grund suchten die Eisbären selbst erst einmal den Weg in die Offensive, um das Spiel mit einem vierten Tor vorzuentscheiden. Doch Chancen gab es auf beiden Seiten erstmal keine, weil beide Mannschaften erst einmal defensiv kompakt stehen wollten.
In der 46. Spielminute fanden die Gastgeber dann aber die Lücke vor dem Tor. Ex-Eisbär Constantin Braun mit dem Querpass an der blauen Linie zu Riley Sheen, der zog direkt ab und die Scheibe schlug hinter Leo Hungerecker im Tor ein – 3:3.
Die Partie ging nun also erneut wieder von vorne los. Und sie war bis in die Schlussphase hinein ausgeglichen und hart umkämpft. Jetzt wollten natürlich beide Teams das Spiel für sich entscheiden und die drei Punkte holen. Für Bietigheim wären das natürlich drei enorm wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Und die Steelers hatten auch Mitte des letzten Drittels die Chance zu erneuten Führung, aber mal wieder ließ man ein Powerplay ungenutzt. Was aber auch am heute starken Penaltykilling der Berliner lag.
Knapp drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit setzten sich die Berliner im Angriffsdrittel fest. Leo Pföderl mit dem Zuspiel hoch zu Jonas Müller, der konnte ungestört in den Slot fahren und dort abziehen – 4:3 (58.). Da machte es Bietigheim den Eisbären zu leicht und Müller nahm diese „Einladung“ natürlich dankend an.
Bietigheim versuchte nun noch einmal alles und nahm Goalie Sami Aittokallio zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und diese Maßnahme führte zum Erfolg. Max Renner brachte die Scheibe von der blauen Linie auf das Tor, von dort sprang sie nach links, wo C.J. Stretch lauerte und die Scheibe mühelos im leeren Tor versenkte – 4:4 (59.).
Der Aufsteiger gab hier also einfach nicht auf und forderte den Eisbären alles ab. Damit verdienten sich die Steelers diesen einen Punkt auf jeden Fall. Denn es blieb beim 4:4 nach 60 Minuten und somit ging es in die Verlängerung. Die Steelers-Fans feierten diesen einen Punkt wie einen Sieg. Zu Recht, denn es war eine starke Leistung von Bietigheim.

Für die Berliner war es die dritte Verlängerung in dieser Saison. Die ersten beiden spielte man gegen Wolfsburg. Und beide verlor man am Ende. Es wurde also langsam mal Zeit für den ersten Sieg nach Verlängerung oder Penaltyschießen. Und die Eisbären begannen die Overtime auch noch in Überzahl, aber dass das für keinerlei Gefahr sorgt, ist ja hinlänglich bekannt.
Die Verlängerung sollte anschließend keine Entscheidung bringen, somit musste also das Penaltyschießen den Sieger ermitteln. Für dieses wechselte Bietigheim noch den Torhüter. Cody Brenner stand fortan im Tor. Und dort avancierten Leon Hungerecker mit drei Paraden und Matt White mit dem einzigen Treffer zu den Matchwinnern. Die Eisbären sicherten sich also den Zusatzpunkt.

Ein hartes Stück Arbeit war es gewesen, ehe der Auswärtssieg feststand. Die Eisbären kamen schlecht ins Spiel und lagen früh mit 0:2 hinten. Doch man blieb ruhig und geduldig und meldete sich dank eines Doppelschlags innerhalb von 44 Sekunden zurück im Spiel. Anschließend war man besser drin im Spiel, hatte mit Bietigheim aber einen Gegner vor der Brust, der den Berlinern alles abverlangte. Zweimal legten die Eisbären vor, zweimal schlugen die Steelers eiskalt zurück. Am Ende hatten die Eisbären aber das bessere Ende auf ihrer Seite, als sie die Lotterie Penaltyschießen gewannen.
Der Sieg war am Ende aber auch nur möglich, weil man vor allem im Penaltykilling heute zu überzeugen wusste. Und auch Leon Hungerecker war es zu verdanken, der einige Paraden dabei hatte und seiner Mannschaft so den Sieg erst ermöglichte.

5:2 nach 0:2-Rückstand gegen Bremerhaven: Die Eisbären finden dank einer starken Willensleistung zurück in die Erfolgsspur

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #9:

Die eine Woche Pause tat dem Deutschen Meister gut: Am Freitagabend gewannen die Eisbären Berlin mit 5:2 (0:1,2:1,3:0) gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven und rehabilitierten sich damit für die 1:3-Niederlage vor einer Woche gegen Schwenningen. Zu Beginn tat man sich noch schwer, doch am Ende setzte sich die Klasse und der Wille der Eisbären doch noch verdient durch. Wieder einmal leitete die Top-Reihe die Wende ein, denn das schnelle 1:2 war einer der Wendepunkte in diesem Spiel.

Bei den Eisbären hat sich im Vergleich zum Schwenningen-Spiel vor einer Woche ein bisschen was im Angriff geändert. Einzig die Top-Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron blieb zusammen. Matt White bekam in der zweiten Reihe zwei neue Sturmpartner. Frans Nielsen und Giovanni Fiore waren seine beiden Reihenkollegen. Zach Boychuk und Yannick Veilleux, gegen die Wild Wings noch in Reihe Zwei, spielten heute in der dritten Reihe zusammen mit Kevin Clark. Der spielte gegen Schwenningen noch mit Nielsen und Parker Tuomie in einer Reihe. Nielsen haben wir bereits angesprochen und Tuomie fand sich heute in der nominell vierten Reihe wieder. Dort spielte er in einer Formation mit Bennet Roßmy und Manuel Wiederer. Und auch in der Verteidigung gab es Änderungen. Simon Després war heute nicht dabei, dafür rückte Eric Mik wieder in die Defensive, wo er an der Seite von Frank Hördler verteidigte. Kai Wissmann spielte mit Nicholas B. Jensen zusammen und Jonas Müller mit Morgan Ellis. Im Tor stand erneut Mathias Niederberger.

So viel zum statistischen, vor dem Spiel wurde es erst einmal noch hoch emotional. Denn Stadionsprecher Uwe Schumann wurde vor dem Spiel für 30 Jahre bei den Eisbären Berlin geehrt. Mit einem emotionalen Einspieler auf dem Videowürfel und einem dem Anlass entsprechenden Feuerwerk in der Arena am Ostbahnhof. Herzlichen Glückwunsch Uwe und auf die nächsten 30 Jahre!

Foto: eisbaerlin.de/walker

Verhaltener Beginn in die Partie, vom Feuerwerk vor dem Spiel war im Spiel selbst noch nichts zu sehen. Beide waren erst einmal auf Vorsicht bedacht und wollten ruhig ins Spiel starten.
Das sollte sich in der fünften Minute ändern, als beide Mannschaften ihre ersten gefährlichen Chancen hatten. Zunächst war es Christian Wejse auf Seiten der Pinguine, welche vor Niederberger zum Abschluss kam, aber am Berliner Goalie scheiterte. Und direkt im Gegenzug die Doppel-Chance für die Hausherren, doch auch hier blieb der Goalie, in diesem Fall Brandon Maxwell, Sieger.
Nur eine Minute später Scheibenverlust der Berliner an der eigenen blauen Linie, Bremerhaven mit dem 2-auf-1 und Tim Lutz schloss diese Chance eiskalt alleine ab – 0:1 (6.).
Die Partie hatte nun also Fahrt aufgenommen und so stand auch bereits das erste Powerplay der Partie an. Bremerhaven kassierte die erste Strafzeit des Spiels, Phillip Bruggisser musste als Erster heute Abend in die Kühlbox. Die Eisbären fanden zwar ihre Formation, doch die Gäste von der Küste machten die Räume in der Box sehr eng und so fiel den Berlinern nicht viel ein, um sich mal eine gute Chance zu erspielen. So blieb das erste Überzahlspiel ungenutzt und auch eher ungefährlich.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel der Eisbären wirkte fahrig, zu viele individuelle Fehler, Probleme bei der Pass-Annahme, und so weiter. Und wenn sie mal Richtung Bremerhavener Tor fuhren, dann wirkte es relativ ideenlos. So hatten die Gäste keine große Mühe, die Eisbären vom Tor fernzuhalten und so spielte es Bremerhaven natürlich klar in die Karten, dass sie hier auch noch 1:0 führten. Denn so lange von den Eisbären nichts gefährlich kommt, muss man selbst wenig nach vorne versuchen. Und Bremerhaven machte das auch schlau, sie ließen die Berliner anrennen mit dem Wissen, den fällt sowieso nichts ein und wenn doch, dann verteidigen wir das hier locker weg. So konnten die Pinguine hier Kräfte sparen. Zwar kamen auch Schüsse von den Hausherren auf das Tor, doch zu selten waren diese auch wirklich gefährlich. Und wenn doch, dann war Brandon Maxwell zur Stelle.
Drei Minuten vor der ersten Pause mal eine gelungene Kombination der zweiten Reihe, am Ende kam Giovanni Fiore im Slot zum Abschluss, aber auch hier war der Fischtown-Goalie wieder der Sieger im Duell Eins-gegen-Eins. So endete das erste Drittel trotz optischen Übergewichts der Eisbären und auch dem deutlichen Chancenplus mit einem 0:1 aus Berliner Sicht. Doch die Qualität der Chancen ließ eben zu wünschen übrig, während Bremerhaven den einen Fehler der Eisbären im eigenen Drittel eiskalt bestrafte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im zweiten Drittel zeigte sich Bremerhaven sofort wesentlich offensivfreudiger, suchte vermehrt den Weg Richtung Berliner Tor und kam dort auch zu Abschlüssen. Anscheinend war deren Trainer Thomas Popiesch die defensive Spielweise dann doch zu riskant, weiß man doch, dass die Eisbären in jedem Spiel zu jeder Zeit ein bis zwei Gänge hochschalten können und es dann nur eine Frage der Zeit ist, bis es im gegnerischen Tor klingelt.
Die Eisbären suchten zwar wie im ersten Drittel auch den Weg zum Tor und da dann den Abschluss, aber weiterhin sorgten diese Schüsse für relativ wenig Gefahr. Schüsse zum Tor sind ja schön und gut, wenn du aber kaum Spieler hast, die dem Torhüter die Sicht nehmen, dann sind das zumeist harmlose Chancen.
Und Bremerhaven? Die zeigten den Eisbären, wie man effektiv seine Möglichkeiten nutzt. Jan Urbas schüttelte einen Berliner Spieler an der Bande mit einer einfachen Körpertäuschung ab, brachte die Scheibe auf das Tor und dort fälschte Ziga Jeglic unhaltbar für Mathias Niederberger ab – 0:2 (29.).
Die nächste Heim-Niederlage? Nicht mit den Eisbären! Die gaben die schnelle Antwort. Marcel Noebels setzte vor dem Tor entscheidend nach, als die Scheibe von der Bande hinter dem Tor wieder zurück vor das Tor sprang. Er drückte den Puck über die Linie und schon waren die Hauptstädter wieder zurück im Spiel – 1:2 (30.). Die Top-Reihe um Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron hauchte den Eisbären wieder Leben ein. Pföderl hatte am Tor vorbei geschossen, Byron schob die Scheibe weiter vor das Tor zu Noebels und der überwand Brandon Maxwell.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären danach weiterhin am Drücker und mit weiteren Chancen, aber Bremerhaven schaffte es immer wieder, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen und so machte man es den Eisbären enorm schwer, sich hochkarätige Chancen zu erspielen. Noch fiel es den Berlinern schwer, den Abwehrriegel der Gäste von der Küste zu knacken.
Hinten aber leistete man sich weiterhin zu viele individuelle Fehler und lud Bremerhaven so immer wieder zu Chancen ein. Glück für die Hausherren, dass die Gäste diese nicht verwerten konnten.
Zwei Minuten vor der zweiten Pause belohnten sich die Berliner dann aber für ihren Aufwand mit dem Ausgleich. Kevin Clark mogelte die Scheibe irgendwie an Brandon Maxwell vorbei – 2:2 (38.).
81 Sekunden vor der zweiten Drittelpause musste Frank Hördler auf die Strafbank und so musste nun also das Penaltykilling der Eisbären ran. Und es kam noch schlimmer, denn für 1:47 Minuten war es sogar eine doppelte Unterzahl, denn Jonas Müller folgte seinem Kapitän in die Kühlbox. Nun also nochmal eine brenzlige Situation für den Hauptstadt-Club. Diese überstand man bis zur zweiten Pause schadlos und so stand es nach 40 Minuten 2:2.

Foto: eisbaerlin.de/walker

39 Sekunden mussten die Eisbären zu Beginn des Schlussdrittels noch mit zwei Mann weniger überstehen, aber auch das schafften sie. Das sollte der Mannschaft von Coach Serge Aubin jetzt doch viel Rückenwind für die letzten 20 Minuten geben.
Tat es, denn in der 42. Spielminute drehten die Berliner das Spiel komplett. Giovanni Fiore tankte sich über rechts klasse Richtung Tor und düpierte dann Brandon Maxwell mit seinem Rückhand-Schuss – 3:2.
Fortan entwickelte sich ein munteres hin und her mit Chancen hüben wie drüben, die gefährlicheren Abschlüsse hatten aber die Hausherren zu bieten. Doch Bremerhaven gab nicht auf und so hatte auch Mathias Niederberger noch ordentlich zu tun. Jetzt war es endlich der Schlagabtausch, den man sich von Beginn an erhofft hatte. Beide machten deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten, die besseren Karten hatten aber aktuell die Gastgeber. Aber die ließen auch beste Chancen liegen, um hier für die mögliche Vorentscheidung zu sorgen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Aber hinten war man immer noch nicht sattelfest und so unterlief dann doch noch der ein oder andere Fehler, was Bremerhaven Chancen ermöglichte. Das Spiel stand jetzt also auf des Messers Schneide und hätte in jede Richtung kippen können. In die der Eisbären und der möglichen Entscheidung oder in die der Gäste und dem möglichen Ausgleich. Spannung war somit für die Schlussphase garantiert. Und am Ende kippte es in Richtung der Eisbären, Leo Pföderl bekam die Scheibe im Slot auf die Kelle, Brandon Maxwell lag bereits am Boden und so netzte die Nummer 93 zur Entscheidung ein – 4:2 (56.). Blaine Byron hatte ihn klasse in Szene gesetzt.
Knapp drei Minuten vor dem Ende riskierte Bremerhavens Coach Thomas Popiesch alles – Auszeit und Goalie raus. Das nutzten die Hausherren zur endgültigen Entscheidung. Giovanni Fiore machte den Deckel mit seinem zweiten Tor am heutigen Abend auf dieses Spiel drauf – 5:2 (59.).

Ein hart erarbeiteter Sieg der Eisbären, welcher aber am Ende durchaus verdient war. Die Berliner taten sich zu Beginn sehr schwer, den Abwehrriegel der Gäste zu knacken. Man hatte zwar das optische Übergewicht und auch deutlich mehr Schüsse zu verzeichnen, aber die Qualität der Chancen ließ zu wünschen übrig. Zudem leistete man sich zu viele individuelle Fehler im Spiel, wovon einer zum 0:1 führte. Auch im Mitteldrittel wurde es noch nicht wirklich besser und zudem lief man jetzt einem 0:2 hinterher. Doch schnell fand man die Antwort in Form der Top-Reihe. Von da an kam man immer besser ins Spiel und auch zum Ausgleich. Die zum Ende des zweiten und Beginn des letzten Drittels überstandene doppelte Unterzahl kann dann wohl als Knackpunkt der Partie angesehen werden. Denn das gab den Berlinern noch mehr Selbstvertrauen und Rückenwind, welchen man am Ende in drei weitere Tore umwandelte und damit den Heimsieg perfekt machte.

4:2 in Augsburg! Blaine Byron und Leo Pföderl führen die Eisbären Berlin zum siebten Auswärtssieg und Pflichtspielsieg in Serie

Die Eisbären Berlin sind weiterhin nicht aufzuhalten: Am Mittwochabend gewann der Deutsche Meister auch das siebte Auswärtsspiel in dieser Saison. Bei den Augsburger Panthern setzten sich die Hauptstädter am Ende verdient mit 4:2 (1:1,1:1,2:0) durch und feierten neben dem siebten Sieg auf fremden Eis auch den siebten Pflichtspielsieg in Serie.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin musste für das Spiel seine Sturmreihen umstellen. Das aber aus einem erfreulichen Grund, da Marcel Noebels aufgrund der bevorstehenden Geburt seines Kindes nicht zur Verfügung stand. So musste Aubin also die Top-Reihe verändern und das tat er mit Parker Tuomie. Die Reihe um Matt White, Zach Boychuk und Yannick Veilleux blieb zusammen. Dafür gab es auch in der dritten und vierten Reihe Änderungen. So stürmten Kevin Clark, Frans Nielsen und Manuel Wiederer zusammen. Und die nominell vierte Reihe bildeten Eric Mik, Sebastian Streu und Bennet Roßmy. Im Tor stand auch heute wieder Mathias Niederberger und auf der Bank nahm Tobias Ancicka Platz.
Kapitän Frank Hördler absolvierte heute sein 924. DEL-Spiel und zog damit mit Sven Felski gleich. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, „Nante“!

Die Eisbären kamen mit sechs Pflichtspielsiegen in Folge im Gepäck zu den Fuggerstädtern. Und dann hatte man ja auch noch sechs Auswärtssiege in den ersten sechs Auswärtsspielen vorzuweisen. Man wollte bei den Panthern also den siebten Auswärtssieg in Serie feiern. Aber Vorsicht war geboten, denn Augsburg feierte fünf Heimsiege in Serie. Eine Serie würde heute also reißen, das war bereits vor Beginn der Partie klar.
Von der ersten Sekunde an war viel Tempo drin und beide Mannschaften versuchten schnell die neutrale Zone zu überbrücken. Torchancen gab es aber zunächst keine, weil beide Defensivreihen die Räume vor dem Tor gut zu machten. Aber in der vierten Minute spielte Matt White Jonas Müller im hohen Slot klasse frei, doch sein Schuss verfehlte das Tor denkbar knapp.
Doch auch Augsburg kam kurz darauf zur ersten Chance. T.J. Trevelyan kam von links zum Abschluss, doch Mathias Niederberger machte die kurze Ecke zu. So richtig gefährlich war das dann aber doch nicht, weil Frans Nielsen den Passweg vor dem Tor gut zu stellte und Trevelyan so zum Schuss von außen gezwungen war.
Den ersten richtig starken Wechsel hatte dann die vierte Reihe der Eisbären. Mik, Streu und Roßmy machten ordentlich Druck und hätten auch beinahe das 1:0 erzielt, aber Markus Keller verhinderte den Rückstand mit einem klasse Kick-Save.
Die Eisbären kamen also dem Führungstreffer immer näher, doch den erzielte am Ende der Gastgeber. David Stieler mit dem klasse Pass auf Trevelyan, der hatte zu viel Platz und ließ Niederberger keine Chance – 0:1 (9.). Da stimmte für einen Moment die Zuordnung in der Berliner Defensive nicht und schon klingelte es im Kasten der Eisbären.
Die Eisbären ließen sich davon aber nicht beirren und spielten weiter nach vorne. Doch irgendwie sahen die Angriffe sehr hektisch aus, da fehlte es den Berlinern manchmal an der nötigen Ruhe. So kam man zu keiner wirklich hochkarätigen Chance.
Rund vier Minuten vor dem Ende trat Jubilar Frank Hördler erstmals in Erscheinung, allerdings negativ, da er die erste Strafzeit der Partie kassierte. Doch dann lud Markus Keller die Eisbären zum Ausgleich ein. Die Berliner mit dem Befreiungsschlag, die Scheibe sprang vor dem Tor unglücklich für Keller nach links und somit außerhalb des Trapezes. Dort darf der Goalie die Scheibe nicht spielen und statt ins sein Tor zurückzukehren, versuchte Keller Blaine Byron noch irgendwie zu stoppen. Doch der mit dem Bauerntrick und dem Ausgleich ins leere Tor – 1:1 (17.). Der dritte Shorthander von Byron in dieser Saison bereits, Wahnsinn!
Mehr passierte danach in diesem munteren ersten Drittel nicht mehr und so stand es nach 20 Minuten 1:1-Unentschieden. In einer sehr kurzweiligen und gut anzuschauenden Partie.

Relativ ruhig begann dafür dann das zweite Drittel, auch leicht zerfahren. Doch früh bot sich den Berlinern dann die Chance in Überzahl zu spielen. Blaine Byron narrte die ganze Augsburger Defensive und Adam Payerl stoppte ihn per Haken. Das Powerplay war ja zuletzt deutlich besser und Augsburg hatte das schlechteste Penaltykilling der Liga. Da musste es doch jetzt eigentlich mit der Führung klappten. Doch es waren die Panther, welche zweimal gefährlich zum Abschluss kamen. Als Chad Nehring die nächste Strafzeit kassierte, waren die Eisbären für 18 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis. Und die Eisbären gewannen das anschließende Bully und die fünf Stürmer versuchten auch alles, aber Markus Keller ließ keine Scheibe durch. In der einfachen Überzahl kamen die Hauptstädter nicht in die Formation, weil Augsburg das gut verteidigte. Die Eisbären ließen also eine große Chance zur erstmaligen Führung an diesem Abend ungenutzt.
Im Anschluss durfte dann mal wieder das Penaltykilling der Berliner ran, weil Frank Hördler sich für sein Jubiläumsspiel wohl viele Strafzeiten vorgenommen hatte. Auch die zweite Berliner Strafzeit kassierte der Kapitän des DEL-Rekordmeisters. Und dieses Mal klingelte es im Berliner Tor. Augsburg in der Formation, sie zogen die Berliner Box gut auseinander und so hatte Adam Payerl viel Platz und diesen nutze er eiskalt aus – 1:2 (28.).
Der Treffer sorgte für Rückenwind bei den Panthern, die direkt danach weiter Druck auf das Berliner Tor ausübten. Doch es waren die Berliner, welche rotzfrech zum Ausgleich kamen. Leo Pföderl behauptete ganz stark die Scheibe in der linken Bandenrundung, zog vor das Tor, scheiterte dort an Markus Keller, verwertete aber dann seinen eigenen Rebound extrem eiskalt – 2:2 (31.).
Die Top-Reihe scort eben auch ohne Marcel Noebels. Zweites Tor und zum zweiten Mal war einer aus dieser Reihe erfolgreich. Aber auch die vierte Reihe machte heute auf sich aufmerksam. Zwei-auf-Eins-Konter über Bennet Roßmy und Eric Mik, Letzterer kam zum Abschluss, doch er scheiterte an Markus Keller. Dennoch die nächste gelungene Aktion der jungen Formation.
In der 35. Spielminute Augsburg mit der dicken Chance zum 3:2, aber der Schuss von Niklas Länger von der blauen Linie ging an den linken Pfosten, tänzelte auf der Linie entlang und prallte auch noch an den rechten Pfosten. Kurz darauf die nächste Strafzeit für die Gäste, dieses Mal musste Yannick Veilleux auf die Strafbank. Doch ein weiterer Powerplaytreffer gelang den Hausherren nicht und so überstanden die Eisbären die Unterzahl ohne große Probleme.
In der Schlussphase setzten sich die Eisbären dann im Augsburger Drittel fest und sorgten nochmal für jede Menge Gefahr vor dem Tor von Markus Keller, nur belohnen konnten sie sich dafür nicht. Und so stand es auch nach 40 Minuten Unentschieden im altehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion.

Aus der Kabine kamen die Eisbären wild entschlossen und sorgten gleich in der Anfangsphase des Schlussdrittels für jede Menge Gefahr vor dem Tor der Hausherren. Dem Deutschen Meister war deutlich anzumerken, dass er hier den Führungstreffer erzielen wollte. Augsburg war zwar auch immer mal wieder nach vorne unterwegs, aber die Defensive der Eisbären verteidigte das sehr stark, blockte auch viele Schüsse.
Und so passierte am Ende das, was auch verdient war. Die Eisbären spielten die Scheibe tief, Blaine Byron kam an den Puck, zog von rechts vor das Tor, ließ noch einen Verteidiger aussteigen und schloss dann eiskalt ab – 3:2 (46.). Das neunte Saisontor des Neuzuganges und das siebte Auswärtsspiel in Serie, wo die Nummer 23 scort. Das nennt man dann wohl einen absoluten Glücksgriff auf dem Transfermarkt.
Und der Druck der Eisbären ließ nicht nach. Waren die ersten beiden Drittel noch ausgeglichen und auf Augenhöhe, so war das letzte Drittel bis hierhin eine klare Angelegenheit für die Hauptstädter. Doch acht Minuten vor dem Ende Jesse Graham mit dem Zuckerpass an den langen Pfosten auf Chad Nehring, der aus dieser dicken Chance zu wenig machte. Augsburg sendete also nochmal ein Lebenszeichen.
So blieb die Schlussphase hier natürlich äußerst spannend. Während die Eisbären für die Vorentscheidung sorgen wollten, war der AEV bemüht, den Ausgleich zu erzielen. Doch den Panthern lief die Zeit davon. Und die Eisbären ließen nun mehrfach die Entscheidung liegen. Matt White, Nicholas B. Jensen, Zach Boychuk – sie alle hatten das 4:2 auf dem Schläger.
Augsburg riskierte am Ende natürlich alles und nahm rund zwei Minuten vor dem Ende den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und natürlich nahm Coach Mark Pederson auch noch die Auszeit und wollte seine Jungs für die Schlussminute einstimmen. Augsburg kam tatsächlich noch zur Chance zum Ausgleich, aber Brad McClure scheiterte an Mathias Niederberger. Im Gegenzug die Eisbären mit der Entscheidung. Blaine Byron mit dem Zuspiel auf Leo Pföderl und auch die Nummer 93 schnürte den Doppelpack – 4:2 (60.). Das war der Schlusspunkt unter dieser munteren Partie.

Ein hart umkämpfter Sieg für die Eisbären, welchen sie sich im letzten Drittel verdient haben. Die ersten beiden Drittel war es noch ein Duell auf Augenhöhe, wo es ein munteres Hin und Her war. Augsburg legte immer vor, doch die Eisbären schlugen stets zurück. Und im Schlussdrittel zeigte man dann seine ganze Klasse und ging durch den Eis-Zauberer Blaine Byron erstmals in Führung. Mit der Führung im Rücken konnten die Berliner ihr Spiel aufziehen und verteidigten das bis zum Ende auch ganz stark. Zwar hatte Augsburg auch nochmal Chancen, aber die machte Mathias Niederberger zu Nichte und in den Schlusssekunden zog Leo Pföderl den Stecker mit dem 4:2. So stand am Ende der siebte Auswärtssieg und der siebte Pflichtspielsieg in Serie – dank Blaine Byron und Leo Pföderl!

6:3 gegen Ingolstadt! Die Eisbären Berlin feiern den sechsten Sieg in Folge, machen es am Ende aber nochmal unnötig spannend

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #8:

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur: Am Sonntagnachmittag gewann man gegen den ERC Ingolstadt verdient mit 6:3 (3:0,3:1,0:2) und feierte damit den sechsten Sieg in Serie. Dabei machten es die Hauptstädter am Ende nochmal unnötig spannend, weil man angesichts der deutlichen Führung etwas die Zügel schleifen ließ.

Bei den Eisbären stand vor allem das Debüt des Ex-NHL-Stars Frans Nielsen im Mittelpunkt. Und die große Frage war, in welcher Reihe würde der Däne spielen? Coach Serge Aubin stellte ihn in die dritte Reihe zwischen Kevin Clark und Parker Tuomie. Dort spielte vor einer Woche gegen Köln noch Sebastian Streu, welcher heute dafür in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Bennet Roßmy spielte. Für Nielsen musste natürlich ein Importspieler auf die Tribüne und heute traf es Giovanni Fiore. Ansonsten blieb das Berliner Team im Vergleich zum Spiel gegen die Domstädter am letzten Sonntag unverändert. Einzig auf der Position des Back-up-Goalies gab es noch eine Veränderung. Leon Hungerecker nahm auf der Bank Platz, während Mathias Niederberger erneut das Tor hütete.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären kamen mit fünf Siegen in Folge im Gepäck auf das Eis und hatten dementsprechend eine breite Brust und eine gehörige Menge an Selbstvertrauen aufgebaut. Und so gab man schon nach 25 Sekunden durch Leo Pföderl den ersten Schuss auf das Ingolstädter Tor ab. Da hatte Berlins Nummer 93 zu viel Platz auf der linken Seite.
Doch nur 30 Sekunden später musste man erst einmal Defensivarbeit verrichten, da Yannick Veilleux die erste Strafzeit der Partie kassierte. Das starke Berliner Penaltykilling war also das erste Mal an diesem Sonntagnachmittag gefragt. Aber auch da war das gesteigerte Selbstvertrauen der Hausherren zu sehen, die erst gegen Ende zwei gute Schüsse der Schanzer Panther zuließen.
Fortan entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften suchten den Weg in die Offensive, von Erfolg waren die Angriffe bis dato aber nicht gekrönt. Weil beide es verstanden, die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen.
In der achten Spielminute aber die Eisbären mal mit einem schnell vorgetragenen Angriff, welchen Leo Pföderl eiskalt abschloss. Die Eisbären eroberten die Scheibe vor dem eigenen Tor und dann zündete die Top-Reihe den Turbo. Blaine Byron rüber auf Marcel Noebels und der links raus auf Pföderl, welcher nicht lange fackelte – 1:0.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Kurz darauf die erste Strafzeit gegen Ingolstadt und das Berliner Powerplay kommt immer besser in Fahrt. Zach Boychuk muss ihn eigentlich schon machen, aber das übernahm dann Kevin Clark auf Zuspiel von eben jenem Boychuk – 2:0 (10.).
Die Berliner hatten also als erste Mannschaft den Schlüssel gefunden und kamen zu Torchancen, welche sie wieder effektiv zu nutzen wussten. Und sie machten einfach weiter. Erneut die Top-Reihe auf dem Eis, sie spielten die Panther vor dem eigenen Tor schwindelig und am Ende war es Blaine Byron, welcher auf Zuspiel von Leo Pföderl und Marcel Noebels einnetzte – 3:0 (12.).
Kaum hatten die Hauptstädter den Riegel geknackt, ging alles fast wie von allein. Gepaart mit dem Selbstvertrauen nach fünf Siegen in Serie marschierten die Eisbären also schon früh in dieser Partie Richtung sechstem Sieg in Folge.
Ingolstadt wehrte sich anschließend aber mal und kam zu zwei guten Chancen, doch zweimal war die „Krake von Riga“ Mathias Niederberger zur Stelle und wehrte beide Schüsse stark ab. Was aber auch nur möglich war, weil die Eisbären den Fuß vom Gas genommen hatten. Aber man musste ja fast damit rechnen, dass die Eisbären so loslegen würden, hatte Coach Serge Aubin doch noch vor dem Spiel gesagt, dass, wenn man über 60 Minuten so spielt wie in den ersten 20 Minuten in Lugano, man nicht aufzuhalten sein werde. Und genau das war bisher der Fall, gerade in der Phase, in der den Berlinern die drei Tore gelangen. Da wussten die Schanzer überhaupt nicht, wo hinten und vorne ist.
Aber dennoch hätten die Berliner schon mal mehr Gegenwehr zeigen können und Ingolstadt in dieser Phase das Spiel nicht überlassen sollen. Denn im Eishockey kann auch mal ein 3:0 schnell in die andere Richtung kippen. Und es wurde nicht besser, denn nun kassierte man auch noch eine Strafzeit und kam weiter nicht aus der Defensive heraus. Nicholas B. Jensen musste knapp zwei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels in die Kühlbox. Aber das nutzten die Eisbären zu einem Zwei-auf-Eins Konter, an dessen Ende die Berliner eine Strafzeit heraus holten und so war das Unterzahlspiel nach nur 16 Sekunden beendet. Folglich ging es mit 4-4 weiter, wo Ingolstadt aber ein kleines Powerplay aufzog. Dennoch passierte nichts mehr und so nahmen die Eisbären eine souveräne 3:0-Führung mit in die Kabine. Bis auf die letzten Minuten, in denen man Ingolstadt das Spiel so ein wenig überließ, konnte man mit der Leistung der Eisbären zufrieden sein.

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Und im Mitteldrittel belohnte sich die Mannschaft von Coach Doug Shedden dann auch. In der 24. Spielminute war es Brandon DeFazio, welcher den Anschlusstreffer für Ingolstadt erzielte – 3:1.
Und den Gästen bot sich direkt die Chance zum Nachlegen, denn Marcel Noebels musste nur wenige Sekunden später auf die Strafbank. Den Eisbären drohte so ein wenig das Spiel aus der Hand zu gleiten, welches man nach dem 3:0 eigentlich komplett im Griff hatte. Doch die Eisbären zeigten den Schanzern dann mal, wie man Unterzahl spiel. Konter der Hausherren, Blaine Byron eroberte im eigenen Drittel die Scheibe, passte sie rüber zu Leo Pföderl, welcher noch an Karri Rämö scheiterte, aber den Nachschuss verwertete Byron dann selbst – 4:1 (24.). Die Top-Reihe also am nächsten Tor beteiligt. Noebels sorgte für das Unterzahlspiel und Pföderl und Byron besorgten den Shorthander. Arbeitsteilung sozusagen.
Nun hatten die Hausherren die Zügel wieder fest in der Hand und legten weiter nach. Matt White, der Top-Torjäger der Eisbären, fehlte heute noch und so war er es, der auf 5:1 stellte (30.). Und es war erst die Hälfte der Partie vorüber.

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Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. Die Eisbären nahmen wieder Tempo heraus und Ingolstadt setzte kaum noch nach, wohl in dem Wissen, dass diese Partie hier verloren war. Denn sie hatten ja gesehen, was passiert, wenn die Eisbären ernst machen. Dann haben sie in der Tat keine Chance. Und wenn sie doch mal zu Chancen kamen, dann war da ja immer noch Mathias Niederberger zur Stelle. Während es also auf dem Eis eher ruhiger zur Sache ging, war auf den Rängen Party-Stimmung angesagt. Maskottchen „Bully“ heizte den Fans ein und so ging auch mal die „LaOla“ durch die Arena am Ostbahnhof. Und während diese durch das weite Rund schwappte, machten die Eisbären das halbe Dutzend voll. Zach Boychuk war der Torschütze. Den Treffer hatte er aber dem aggressiven Forechecking seiner Kollegen zu verdanken. Yannick Veilleux passte die Scheibe zu Matt White, der weiter zu Boychuk und der rein ins Glück – 6:1 (38.).
Mehr passierte im Mitteldrittel nicht mehr. Verabschiedet wurden die Eisbären mit viel Applaus. Verständlich, angesichts dieser Leistung heute. Wenn es einmal läuft, dann aber mal so richtig. Und was Selbstvertrauen mit einer Mannschaft macht, das sah man an den Eisbären heute eindeutig.

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Zum letzten Drittel kam Ingolstadt mit einem neuen Goalie zurück auf das Eis. Jonas Stettmer ersetzte Karri Rämö. Und der sah in der 44. Spielminute das zweite Tor seiner Mannschaft. Mirko Höfflin war der Torschütze gewesen – 6:2. Doch mehr als Ergebniskosmetik war das hier auch nicht.
Und die Eisbären? Hatten die noch Lust oder schonten die jetzt ihre Kräfte? Sie versuchten zu zaubern und das siebte Tor nachzulegen, doch Jonas Stettmer hatte etwas dagegen. Es war jetzt also nicht so, dass die Eisbären das Spielen einstellten. Nein, sie versuchten schon weiter nach vorne zu spielen. Vielleicht aber nicht mehr so mit dem Druck, als würde das Spiel noch nicht entschieden sein. Und hinten mussten sie auch noch aufpassen, denn Ingolstadt spielte weiter nach vorne und beschäftigte Mathias Niederberger immer mal wieder. Abschalten und das Spiel locker auslaufen lassen war hier also nicht drin für die Mannschaft von Coach Serge Aubin.

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Erst recht nicht, als den Gästen elf Minuten vor dem Ende das 6:3 gelang. Matt Bodie hatte im Slot zu viel Platz und bedankte sich mit dem dritten Treffer an diesem Nachmittag. Fing nun doch nochmal das große Zittern bei den Eisbären an? Erst einmal nicht, denn man bekam kurz darauf das nächste Powerplay und konnte so mal wieder für etwas Entlastung sorgen. Doch diesmal sorgte das Überzahlspiel für keinerlei Gefahr.
Anschließend die Eisbären wieder etwas mehr offensiv ausgerichtet, sie wollten das Spiel vom eigenen Tor fernhalten. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn Ingolstadt auch noch die Treffer Nummer vier und fünf erzielt hätte. Dann wäre das Spiel hier nochmal richtig spannend und dramatisch geworden. Doch die Schanzer versuchten nochmal alles, um vielleicht doch nochmal einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Aber das gelang ihnen nicht mehr und so gewannen die Eisbären am Ende verdient mit 6:3.

Heute hat man gesehen, dass die Eisbären nicht aufzuhalten sind, wenn sie ins Rollen kommen. Da war Ingolstadt hoffnungslos überfordert. Gerade die Top-Reihe um Marcel Noebels, Blaine Byron und Leo Pföderl war nicht in den Griff zu kriegen. Mit dieser Leistung und in dieser Form ist man ganz klar ein Meisterschaftsanwärter.
Aber, dieser ist man nicht, wenn man die Zügel so schleifen lässt, wie es die Berliner zwischendurch immer mal wieder getan haben. Da sorgte man wieder für Spannung, was total unnötig war. Auch wenn du 3:0 oder 6:1 führst, musst du konzentriert bleiben und einfach weiterspielen. Von daher kann man aus dem Spiel also zwei Sachen mitnehmen: Die erste, dass man, wenn man konzentriert spielt und sein Ding durchzieht, jeden Gegner schlagen kann und das deutlich. Die zweite, dass es genauso gut anders rum laufen kann, wenn man auch nur ein bisschen nachlässt.

Fünf Siege in Serie: Der Deutsche Meister kommt ins Rollen

Elf Spieltage sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert und die Eisbären Berlin haben den Kontakt zur Spitze endgültig hergestellt. Man steht nach elf Spielen mit 22 Punkten auf Platz Vier und liegt damit nur ganze zwei Zähler hinter Spitzenreiter München. Der Grund dafür sind drei Ligasiege in Serie, welche vorher noch nicht gelungen waren. Weil man eben den Heimfluch mit sich herum trug, doch seit vergangenem Dienstag ist dieser vorbei. Dort besiegte man in der Champions Hockey League (CHL) den HC Lugano mit 6:3. Auch in der DEL legte man den ersten Heimsieg hin, gegen Köln gewann man am Sonntag mit 5:3. Elf Tore zu Hause in nur zwei Spielen, zuvor waren es ganze vier in vier Spielen. Der Bann scheint also inzwischen gebrochen zu sein.

Was aber auch daran liegt, dass sich die Mannschaft immer besser aufeinander einstellt und einstimmt, immer besser zusammen harmoniert. Coach Serge Aubin sieht daher derzeit auch keinen Anlass, um irgendetwas zu ändern, weshalb ein Mark Zengerle weiterhin nur der Platz auf der Tribüne bleibt. Ein Wechsel scheint hier durchaus möglich zu sein, wenn gleich sich Zengerle in Berlin trotz der Umstände wohlfühlt und sich durch Leistungen weiterhin anbieten will. Aubin lobte nach dem Spiel gegen Köln seine Mannschaft und erklärte auch, warum derzeit kein Platz für Mark Zengerle im Kader ist:

Die Mannschaft spielt halt zur Zeit sehr gut und deswegen habe ich jetzt keine Änderungen am Line-up vorgenommen.

Fünf Spiele, fünf Siege, 25:12-Tore belegen die Aussage des Berliner Chef Coaches. Die Eisbären hatten auswärts kein Problem mit dem Tore schießen, das hatte man nur zu Hause. Weil man dort einfach zu kompliziert spielte, zu hektisch, zu selten den Schuss in der richtigen Situation abgab. Das änderte man gegen Lugano und gegen Köln und prompt klingelte es elf Mal im gegnerischen Tor. Mit jedem weiteren Tor steigt natürlich auch das Selbstvertrauen der Spieler und die Siegesserie lässt die Brust nur noch breiter werden.
Aubin hatte es immer wieder gepredigt, als man zu Hause Niederlagen kassierte. Immer wieder sagte er, man befinde sich noch im Prozess, es muss sich noch alles finden und jetzt sieht man, dass er damit Recht hatte. Wenn gleich natürlich auch nach wie vor noch nicht alles rund läuft, was aber nach erst elf gespielten Spielen auch kein Wunder ist. Aber man hat die Fehler angesprochen und diese Stück für Stück, Spiel für Spiel abgestellt und so konnte man die jüngste Erfolgsserie starten.

Und war man zu Beginn vielleicht noch zu sehr von der Top-Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Blaine Byron abhängig, so scort nun auch regelmäßig die zweite Reihe, welche am Sonntag Matt White, Zach Boychuk und Yannick Veilleux bildeten. Letzterer kommt immer besser in Fahrt und traf gegen die Haie gleich zweimal.
Doch nicht nur der Offensiv-Motor zu Hause kommt so langsam aber sicher ins laufen. Nein, auch das Powerplay war einer der Hauptgründe für den ersten DEL-Heimsieg in dieser Saison. Die in dieser Spielzeit bekannte Schwäche der Domstädter in Sachen Disziplin fiel ihnen in der Hauptstadt auf die Füße. Die zuvor in Überzahl äußerst harmlosen Eisbären schossen vier der fünf Tore gegen Köln in Überzahl. Zuvor waren es ganze drei Tore in zehn Spielen gewesen, womit man das schwächste Überzahlspiel der gesamten Liga hatte. Die Erfolgsquote lag bei unter zehn Prozent. Jetzt ist man auf Platz Dreizehn angekommen mit einer Erfolgsquote von 17,95 Prozent (7 Tore in 39 Überzahlsituationen).

Es ist kein Geheimnis, dass zwei gut funktionierende Special Teams mit spielentscheidend sein können. Das Penaltykilling der Berliner funktionierte bis dato schon sehr gut, nun also auch das Überzahlspiel. In Unterzahl sind die Berliner gar die drittbeste Mannschaft mit einer Erfolgsquote von 82,05 Prozent. Nur Mannheim und Wolfsburg sind noch besser, das aber auch deutlich.

Die Eisbären basteln also immer mehr an ihrer Meisterform, doch davon ist man natürlich noch ein gutes Stückchen entfernt. Denn noch immer hapert es an den punktgenauen Zuspielen zum Gegner, noch immer bringt man die Scheibe zu langsam aus dem eigenen Drittel. Was gegen Köln aber schon besser wurde.
Das sie viele Torschüsse abgeben, war bereits bekannt, doch führten diese eben bisher nur auswärts zum Erfolg. Jetzt aber hat es auch endlich mal zu Hause geklappt und das, obwohl man mit 31 Schüssen sieben weniger abgab, als das noch in Bietigheim und Nürnberg der Fall war. Aber die Qualität der Schüsse, gerade auf heimischen Eis, war eben deutlich besser als in den ersten vier Ligaspielen zu Hause.

Haben wir oben die beiden ersten Sturmreihen angesprochen, welche sich immer mehr warm schießen, so dürfen wir aber auch nicht andere Spieler vergessen, welche in der vergangenen Woche auf sich aufmerksam gemacht haben. So erzielte zum Beispiel ein Eric Mik gegen Köln sein erstes DEL-Tor. Ein Kai Wissmann legte in Nürnberg ein Drei-Punkte-Spiel (1 Tor/2 Vorlagen) hin. Was natürlich Goldwert ist für die Hauptstädter, dass von immer mehr Spielern Gefahr ausgeht, was es dem jeweiligen Gegner schwer macht, sich auf die Berliner einzustellen. Denn auch die dritte und vierte Reihe kann in einigen Wechseln immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen.
Und dann darf man ja auch nicht vergessen, dass mit Frans Nielsen jetzt auch noch ein echter NHL-Star kurz vor seinem Debüt bei den Eisbären steht. Mit ihm erhalten die Berliner noch mehr Tiefe im Kader, haben noch mehr Möglichkeiten, anzugreifen. Aber: Der Transfer erhöht auch den Konkurrenzkampf in der Offensive, ist Nielsen doch der zehnte Importspieler beim Hauptstadtclub. Neun dürfen allerdings nur auf dem Spielberichtsbogen stehen. Da wird im Training nun also hart gekämpft, um am Spieltag im Line-up zu stehen.

Den Trainer wird das freuen, denn so hat er nach wie vor hungrige Spieler im Kader, welche die Erfolgsserie am liebsten unendlich fortsetzen wollen. Die Chance auf Sieg Nummer Sechs in Folge besteht am Sonntagnachmittag, wenn der ERC Ingolstadt zu Gast ist. Morgen haben die Berliner spielfrei, somit können sie die Akkus nach dem gestrigen Auswärtssieg in Lugano zum Abschluss der CHL wieder aufladen.
Und am Sonntag hat man dann auch einen wohlmöglich noch lauteren siebten Mann hinter sich. Denn nachdem die Eisbären auf „2G“ umgestellt haben, können nun noch mehr Fans in die Arena am Ostbahnhof strömen. Dann kann aus der Arena wieder der altbekannte Hexenkessel werden, der den Gegnern das fürchten lehrt. Der Heimfluch ist besiegt und jetzt wird es Zeit, nicht nur die Siegesserie weiter auszubauen. Nein, jetzt wird es Zeit, eine Heimserie zu starten und die Arena am Ostbahnhof wieder zu einer uneinnehmbaren Festung zu machen.

Der sechste Streich auf fremdem Eis! Die Eisbären Berlin schießen Nürnberg in deren Arena mit 6:2 ab

Das halbe Dutzend an Auswärtssiegen ist voll: Die Eisbären Berlin haben auch bei den heimstarken Nürnberg Ice Tigers gewonnen. Am Ende setzte man sich deutlich mit 6:2 (1:1,3:0,2:1) durch und holte somit im sechsten Auswärtsspiel der Saison den sechsten Auswärtssieg. Dennoch sprach Kai Wissmann nach dem Spiel davon, dass es „kein 6:2-Spiel“ war.

Bei den Eisbären kehrte Kapitän Frank Hördler in den Kader zurück. Er nahm auch seinen gewohnten Platz neben Kai Wissmann ein. Ansonsten blieben die Sturmreihen wie in Bietigheim und gegen Lugano zusammen. In der Defensive gab es eine Änderung im Vergleich zum Bietigheim-Spiel. Simon Després, in Bietigheim noch siebter Verteidiger, spielte heute neben Nicholas B. Jensen. Dessen Partner beim Aufsteiger, Eric Mik, war dafür heute siebter Verteidiger. Und im Tor kehrte Mathias Niederberger zwischen die Pfosten zurück. Mark Zengerle und Korbinian Geibel, die am Dienstag noch gegen Lugano spielten, standen heute nicht im Kader.

Eine schwere Aufgabe wartete auf den Deutschen Meister, denn Nürnberg zeigte sich unter dem Duo Stefan Ustorf/Manuel Kofler stark verbessert und gewann zwei der drei Spiele unter deren Leitung. Zudem waren die Franken sehr heimstark, während die Eisbären mit dem Vereinsrekord von fünf Auswärtssiegen zum Saisonstart im Gepäck nach Nürnberg reisten.
Und der Start war überragend. Ganze 36 Sekunden waren gespielt, als Blaine Byron die Übersicht vor dem Tor behielt und die Scheibe über die Linie drückte – 1:0.
Ein rasanter Beginn in Nürnberg, beide Mannschaften waren offensiv ausgerichtet und schenkten sich keinen Zentimeter Eis, beide waren sofort physisch drin im Spiel. Beide Teams suchten auch immer wieder den Abschluss vor dem Tor. Immer wieder gab es Phasen, wo sich mal Nürnberg und mal Berlin im gegnerischen Drittel festsetzten.
Mitte des Auftaktdrittels eine gute Phase der Hausherren, wo sie Berlin stark unter Druck setzen konnten, sich aber nicht für den Aufwand belohnten. Aber Nürnberg machte fortan weiter und die Führung der Eisbären stand so auf wackeligen Beinen.
Sieben Minuten vor dem Ende war dann aber mal Zach Boychuk durch, scheiterte jedoch an Niklas Treutle. Da hätte er für eine vorerst beruhigende 2:0-Führung sorgen können. So war es aber weiterhin eine sehr interessante Partie, wo es hin und her ging und immer wieder Gefahr vor dem gegnerischen Tor gab.
Und gut drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels sorgte Gregor MacLeod für den Ausgleich, setzte immer wieder nach und netzte dann aus der Drehung heraus zum 1:1 ein (17.). Angesichts des Spielverlaufes ein verdienter Spielstand. Mit dem ging es übrigens auch in die erste Drittelpause.

Das zweite Drittel ging gleich so weiter. Es brannte sofort wieder vor beiden Toren. Gerade vor dem der Ice Tigers, die Eisbären nämlich früh mit einem richtig guten und druckvollem Wechsel. Doch Niklas Treutle ließ keine Scheibe durch. Auch nicht bei einem Alleingang von Matt White. Aber ja, Berlin und Alleingänge in dieser Saison, das wird wohl nichts mehr.
Und Nürnberg? Die waren nicht ganz so präsent wie die Eisbären vor dem Tor, aber nach acht Minuten im Mitteldrittel zog Daniel Schmölz aus der Drehung ab, doch sein Schuss klatschte an den Pfosten. Glück für die Berliner.
Doch die hatten hier deutlich mehr Spielanteile im zweiten Drittel. Und gut sieben Minuten vor dem Ende zog Kai Wissmann einfach mal vom rechten Bullykreis ab und sein Schlagschuss schlug hinter Treutle ein – 2:1 (33.). Und nur 57 Sekunden später zog Nicholas B. Jensen einfach mal ab, Treutle ließ die Scheibe nur prallen und Marcel Noebels staubte ab – 3:1 (34.). Ein Doppelschlag, der Nürnberg natürlich weh tat. Aber die Führung war nach dem Verlauf des zweiten Drittels verdient.
Und jetzt rollte der Auswärts-Express wieder los. Yannick Veilleux fuhr mit der Scheibe an der blauen Linie entlang, brachte sich in Schuss-Position und zog ab. Zach Boychuk fälschte vor dem Tor ab und schon stand es 4:1 für die Eisbären (36.).
Vier Minuten vor der zweiten Pause kassierten die Eisbären die erste Strafzeit der Partie, Nürnberg also mit der Chance in Überzahl, nochmal einen Fuß in die Partie hinein zu bekommen. Aber eigentlich auch schlau von den Eisbären, die erste Strafzeit erst bei einer sicheren Führung zu nehmen. Denn Nürnberg stellt das zweitschlechteste Powerplay der Liga – nur die Eisbären sind noch schlechter als die Ice Tigers. Nürnberg spielte zwar ein gutes Überzahl, aber es gelang ihnen eben kein Treffer. Und in so einem Spiel könnte dich ein gut funktionierendes Powerplay noch einmal zurück ins Spiel bringen.
Den Hausherren bot sich aber schnell die zweite Chance zum Anschlusstreffer. Die Eisbären mit der zweiten Strafzeit in diesem Drittel und erneut Powerplay für die Mannschaft von Interimstrainer Stefan Ustorf. Und auch dieses Überzahlspiel sah gut aus, aber die Eisbären nahmen eine souveräne 4:1-Führung mit in die Kabine.

30 Sekunden musste man aber im Schlussdrittel noch in Unterzahl überstehen. Aber das war kein Problem, Nürnberg konnte in dieser kurzen Zeit für keinerlei Gefahr sorgen.
Danach lief es aber besser für die Hausherren, die immer wieder den Abschluss suchten. So ganz wollte man das Spiel hier nicht abschenken. Aber egal was Nürnberg versuchte, Mathias Niederberger machte die Schotten dicht.
Und die Eisbären? Die kamen einmal vors Tor und trafen. Ex-Ice-Tiger Leo Pföderl schnappte sich die Scheibe, marschierte über die Eisfläche und vollendete aus ganz spitzem Winkel – 5:1 (46.). Damit war die Messe hier dann auch gelesen.
Die Franken kurz darauf mit dem dritten Powerplay der Partie, aber da merkte man dann schon, dass der fünfte Gegentreffer die letzten Hoffnungen auf etwas Zählbares in dieser Partie bei Nürnberg zerstört hatte.
Und bei den Eisbären klappte jetzt alles. Alleingang Matt White und im 13. Anlauf verwerteten die Berliner so etwas in dieser Saison auch mal – 6:1 (49.).
An so einem Abend muss es doch auch mit einem Powerplaytor klappen. Knapp vier Minuten vor dem Ende kassierte Nürnberg die erste Strafzeit der Partie und da es eine 2+2-Minuten-Strafzeit war, konnten die Berliner des Rest der Partie in Überzahl spielen. Und daraus wurde am Ende sogar eine zweiminütige doppelte Überzahl. Jetzt musste es doch klappen mit einem Tor des schlechtesten Powerplays der Liga. Chancen waren auch da, das Powerplay wurde gut aufgezogen, aber es bleibt eben eine Baustelle im Team der Eisbären. Auch, weil Gregor MacLeod eine Sekunde vor dem Ende in doppelter Unterzahl zum 6:2-Endstand traf. Mathias Niederbergers Reaktion darauf war eindeutig – der Schläger musste dran glauben. Das letzte Gegentor war eben einfach komplett unnötig.

Aber das war am Ende nur ein kleiner Schönheitsfleck. Denn letztendlich zählt der sechste Auswärtssieg in Folge. Das frühe Tor spielte den Eisbären dabei sicherlich in die Karten, wenn gleich es danach ein Duell auf Augenhöhe war und sowohl Nürnberg als auch die Eisbären ihre Chancen hatten. Auch im zweiten Drittel hätte es durchaus in die andere Richtung gehen können, wenn Daniel Schmölz statt des Pfosten das Tor getroffen hätte. Zu dem Zeitpunkt stand es nämlich noch 1:1. Aber dann kamen die drei verhängnisvollen Minuten für Nürnberg, wo die Zustimmung hinten nicht stimmte und die Berliner auf 4:1 davon zogen. Von diesem Dreifachschlag erholte sich Nürnberg dann nicht mehr, auch wenn sie es versuchten. Aber spätestens die beiden Gegentore im Schlussdrittel raubten Nürnberg die letzte Hoffnung. Dass bei den Eisbären dann auch endlich mal ein Alleingang verwertet wurde, machte diesen Abend rund. Das Gegentor bei doppelter Überzahl wird aber von Trainer Serge Aubin garantiert nochmal angesprochen.
Einen Spieler will ich aber noch hervorheben – Kai Wissmann! Der junge Verteidiger zeigte eine starke Partie und sammelte insgesamt vier Scorerpunkte. Neben seinem Tor bereitete er noch drei weitere Treffer. Das sollte natürlich nicht unerwähnt bleiben.
Mit dem sechsten Auswärtssieg in Serie sind die Eisbären nur noch einen Sieg vom DEL-Startrekord entfernt. Aber das nächste Ziel sollte am Sonntag jetzt erst einmal der erste DEL-Heimsieg gegen die Kölner Haie sein. Das Selbstvertrauen ist auf jeden Fall da, nach nun drei Pflichtspielsiegen in Serie.