3:1 in Ingolstadt! Die Eisbären feiern den ersten Auswärtssieg der Saison – Maximilian Heim gelingt beim DEL-Debüt direkt das erste DEL-Tor

Die Eisbären Berlin haben den zweiten Sieg in der DEL in Folge eingefahren. Beim ERC Ingolstadt setzten sich die Berliner verdient mit 3:1 (0:0,2:0,1:1) durch und feierten damit den ersten Auswärtssieg in der noch jungen Saison. Youngster Maximilian Heim wird dieses Spiel besonders in Erinnerung bleiben. Er feierte heute Abend sein DEL-Debüt und krönte seine sehr starke Leistung auch noch mit seinem ersten DEL-Tor. Ganz stark, Maxi!

Eisbären-Coach Serge Aubin standen auch heute Peter Regin und Marco Nowak nicht zur Verfügung. Kapitän Frank Hördler und Jan Nijenhuis kehrten in den Kader zurück. Verteidiger Jonas Müller saß eine Sperre ab. Frank Hördler verteidigte zusammen mit Eric Mik. Julian Melchiori hatte den Allrounder Frank Mauer an seiner Seite. Morgan Ellis und Korbinian Geibel spielten wie am Mittwoch in der CHL zusammen. Eric Hördler war als siebter Verteidiger dabei. Fünf der sieben Spieler waren gelernte Verteidiger. Mauer und Eric Hördler halfen in der Defensive aus.
In der Offensive gab es nur eine Änderung im Vergleich zum Spiel gegen Mountfield. Rückkehrer Jan Nijenhuis rückte für Eric Hördler in die vierte Reihe zu Kevin Handschuh und Marco Baßler.
Und im Tor stand heute Tobias Ancicka. So sah also das letzte Aufgebot des Deutschen Meisters aus. Denn neben den bereits genannten Ausfällen fehlten auch Leo Pföderl, Brendan Guhle und Yannick Veilleux. Alle Drei haben noch nicht ein einziges Saisonspiel bestritten. Bei Pföderl sieht es dabei noch am besten mit einer Rückkehr aus. Bei Guhle und Veilleux sieht es dagegen eher noch nach längeren Pausen aus. Allen voran bei Veilleux, der sich in den letztjährigen Playoffs verletzte.

Die Ausgangslage war klar: Die Schanzer Panther gingen als Favorit in dieses Spiel. Die Mannschaft von Mark French hatte einen sehr starken Saisonstart und stand vor dem Spiel auf Platz zwei. Die Eisbären hingegen standen nur auf Platz 13. Am Sonntag hatte man gegen Düsseldorf den ersten Dreier der Saison eingefahren. Dennoch hinken die Eisbären den eigenen Erwartungen weit hinterher.

Für die Hauptstädter war es das fünfte Spiel in den letzten acht Tagen. Daher war auch heute wieder die große Frage, ob die Kraft für volle 60 Minuten reichen würde. Denn dieses Mammut-Programm absolvierten die Berliner zuletzt mit einem arg dezimierten Kader. Die Quittung dafür erhielt man am Mittwochabend im letzten Drittel, als man fünf Gegentreffer von Mountfield eingeschenkt bekam. Davor hatte man 40 Minuten überzeugend gespielt.

Foto: Ela on Tour

Heute brauchten die Berliner die ersten zwei Minuten, um im Spiel anzukommen. Die Hausherren kamen druckvoll aus der Kabine und setzten früh erste Akzente in der Partie. Danach zeigten sich aber auch die Berliner vor dem Ingolstädter Tor.
Die Schanzer hatten dann die ersten guten Chancen. Doch sowohl Jerome Flaake als auch Leon Hüttl vergaben aus aussichtsreichen Positionen. Den Panthern gehörte auch das erste Powerplay in diesem Spiel. Doch das Penaltykilling der Berliner funktionierte erneut gut und durch Frank Hördler hatte man sogar diese beste Chance in Unterzahl.
Es war ein munterer Beginn in der Saturn Arena. Beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone. Die Eisbären sogar mit einem Torschuss-Plus zur Mitte des ersten Drittels. Aber die dickste Chance gehörte Ingolstadt. Brian Gibbons steckte klasse durch zu Wojciech Stachowiak, der es gegen die Laufrichtung von Tobias Ancicka versuchte. Die Scheibe ging knapp am Tor vorbei.
Den Eisbären waren die Strapazen der letzten Tage nicht anzusehen. Die Berliner waren gut drin im Spiel und hatten selbst gute Offensivaktionen. So entwickelte sich eine sehr gut anzusehende DEL-Partie, in der es schön hin und her ging. Ein Duell auf Augenhöhe zwischen dem Zweiten und dem Dreizehnten in der Tabelle. Aber zu Saisonbeginn ist diese noch nicht so wirklich aussagekräftig.
Die Hauptstädter wirkten hellwach, vor allem auch defensiv, wo man immer wieder die Angriffe der Gastgeber durch geschickte Verteidigungsaktionen vereitelte. Torlos endete dieses gute erste Drittel in Oberbayern. Die Eisbären nahmen aber noch über eine Minute Überzahl mit ins Mitteldrittel.

Foto: Ela on Tour

Und dieses nutzten sie eiskalt aus. Kapitän Frank Hördler mit seiner ganzen Routine an der blauen Linie, wartete auf den entscheidenden Moment zum Schuss. Kevin Clark hielt die Kelle in den Schuss und zack führten die Eisbären in Ingolstadt – 1:0 nach 57 Sekunden im Mitteldrittel.
Die Eisbären liefen nun heiß und erhöhten in der 23. Spielminute auf 2:0. Morgen Ellis feuerte die Scheibe von der blauen Linie an die Bande hinter dem Tor. Von dort sprang sie zurück vor das Tor, wo Maximilian Heim lauerte und bei seinem DEL-Debüt das erste DEL-Tor erzielte. Was für ein DEL-Debüt!
Marco Baßler hatte wenig später das 3:0 auf dem Schläger, verpasste es aber knapp. Zu viel für den ERCI-Coach Mark French, der erstmal eine Auszeit nahm. Sein Team wirkte hier zu Beginn völlig von der Rolle.
Die Schanzer waren danach wieder besser drin im Spiel und auch gefährlich vor dem Berliner Tor. Doch entweder gingen die Schüsse vorbei oder aber Tobias Ancicka war zur Stelle. Der junge Berliner Goalie wusste erneut zu überzeugen. Wie auch schon am Dienstag gegen San José in den 30 Minuten, in denen er spielte.
Die Hauptstädter schafften es dann aber immer mehr, die Schanzer vom eigenen Tor fernzuhalten. Selbst fuhr man dann auch wieder Angriffe und sorgte dabei immer wieder für Gefahr. Michael Garteig verhinderte das 0:3 aus Ingolstädter Sicht.
Und auf Berliner Seite war es Tobias Ancicka, welcher mehrfach den Anschlusstreffer der Hausherren verhinderte. Einmal half aber auch das Aluminium für den Berliner Schlussmann. Insgesamt gesehen hätten die Schanzer den Anschlusstreffer verdient gehabt.
In der Schlussphase die Eisbären nochmal mit einer doppelten Überzahl. Julian Melchiroi und Giovanni Fiore vergaben aber die besten Chancen. Ingolstadt versuchte in der Zwischenzeit immer mehr zu provozieren, aber die Eisbären blieben cool und ließen sich nicht darauf ein. Die Berliner nahmen die 2:0-Führung mit in die Pause.

Foto: Ela on Tour

Die Eisbären gingen also wie am Mittwoch mit einer Führung ins letzte Drittel. Die große Frage war nun natürlich, ob diesmal die Kräfte halten würden? Zumal die Eisbären im letzten Drittel bisher nicht wirklich überzeugen konnten. Elf Gegentore im letzten Drittel in sechs Spielen macht Platz 14 in dieser Statistik. Hinzu kommen die fünf Gegentreffer vom CHL-Spiel gegen Mountfield.
Aber heute wirkten die Berliner sattelfest, ließen hinten wenig hochkarätige Chancen zu. Das war eine kompakte Mannschaftsleistung heute Abend.
Für die Vorentscheidung sorgten die Berliner dann in der 46. Spielminute. Manuel Wiederer schickte Michael Garteig mit der Rückhand in die falsche Ecke – 3:0. Das wirkte sehr abgezockt, wie die Eisbären hier heute nach vorne spielten.
Den Oberbayern fiel hier nicht wirklich viel ein, wie sie die Berliner Defensive mal knacken können. Und wenn was durchkam, dann bissen sie sich die Zähne an Tobias Ancicka aus. Der untermauerte seine Ambitionen als feste Nummer eins im Berliner Tor. Ein Torhüter-Problem, wie von vielen Fans prognostiziert, haben die Eisbären also definitiv nicht!
In den letzten fünf Minuten die Gastgeber nochmal mit einem Powerplay. In diesem zog deren Coach Mark French seinen Goalie, um mit zwei Mann mehr zum Anschlusstreffer zu kommen. Aber egal was die Panther versuchten, Tobias Ancicka war zur Stelle.
Zum Shutout reichte es am Ende aber doch nicht. Den ersten Schuss von Wayne Simpson parierte Ancicka noch sehr stark, den Rebound verhinderten seine Vorderleute nicht und so war es Jerome Flaake, welcher auf 1:3 verkürzte (58.).
Die Hausherren versuchte in der Schlussphase nochmal alles, aber die Eisbären verteidigten geschlossen das eigene Tor und fuhren den ersten Auswärtssieg der Saison ein.

Foto: Ela on Tour

Ein am Ende absolut verdienter Sieg. In den ersten zwei Minuten waren die Eisbären noch nicht im Spiel angekommen. Da machten die Schanzer enorm viel Druck. Doch je länger das Spiel dauerte, desto größer wurde das Selbstvertrauen der Berliner. Die zeigten anschließend eine sehr souveräne und vor allem sehr reife Leistung. Was schon erstaunlich ist, wenn man sich den arg dezimierten Kader anschaut, in dem viele Youngsters zum Einsatz kamen. Aber das fiel überhaupt nicht auf. Die Mannschaft wirkte hervorragend aufeinander abgestimmt und auch die Youngsters hatten ihren Anteil am souveränen Auswärtssieg in Oberbayern. Einen jungen Spieler will ich dann aber doch noch hervorheben: Maximilian Heim. Der absolvierte heute sein erstes DEL-Spiel und in diesem überzeugte er vollends. Das nicht nur wegen seines Tores, auch so zeigte Heim einige gute Aktionen. Trainer Serge Aubin hatte es noch vor dem Spiel gesagt: Die Personalnot ist eine Chance für die Jugend. Heute kann man sagen: Chance genutzt!

2:4 gegen Mannheim: Die Eisbären suchen weiter nach ihrer Form

Ausgabe #5:

Die Eisbären Berlin suchen weiter ihre Form. Gegen die Adler Mannheim verloren die Berliner verdient mit 2:4 (0:1,1:1,1:2). Erneut schaffte man es nicht, über 60 Minuten konstant seine Leistung abzurufen. Das Spiel der Eisbären ist weiterhin zu fehlerbehaftet. Und das Offensivspiel wirkt doch sehr ideenlos und auch ratlos.

Eisbären Trainer Serge Aubin veränderte sein Team im Vergleich zum München-Spiel gehörig. Juho Markkanen bekam den Start gegen Mannheim. In der Defensive probierte er zwei neue Pärchen. Morgan Ellis verteidigte heute mit Julian Melchiori zusammen und Jonas Müller mit Eric Mik. Nur Frank Hördler und Marco Nowak blieben zusammen. Korbinian Geibel war erneut der siebte Verteidiger. In der Offensive blieb nur die Reihe um Marcel Noebels, Kevin Clark und Zach Boychuk zusammen. Matt White bildete heute eine Reihe mit Manuel Wiederer und Giovanni Fiore. Seine beiden Reihenpartner aus dem München-Spiel, Frank Mauer und Peter Regin, stürmten heute mit Eric Hördler zusammen. Für Hördler Junior war es zugleich das Heim-Debüt. Bereits in Nürnberg am 1. Spieltag hatte er sein DEL-Debüt gegeben. In der nominell vierten Formation fand man die sehr talentierten Youngster Marcel Barinka, Bennet Roßmy und Jan Nijenhuis.

Foto: eisbaerlinde/walker

Soviel zur Aufstellung der Eisbären. Die Vorzeichen vor dem DEL-Klassiker waren klar: Beide Mannschaften konnten mit ihrem Saisonstart überhaupt nicht zufrieden sein. Das Spiel heute war das Duell des Tabellendreizehnten gegen den Tabellenzehnten. Alleine das sagte schon viel darüber aus, wie sehr beide Mannschaften aktuell ihren eigenen Erwartungen hinter hinken. Mannheim hatte im Vergleich zu den Eisbären aber bereits den ersten Drei-Punkte-Sieg eingefahren. Diesen wollten die Berliner ausgerechnet heute gegen den Erzrivalen holen. Doch einfach sollte es nicht werden. Zumal vor allem dann nicht, wenn man nach wie vor die Konstanz über 60 Minuten vermissen lässt. Denn das war bisher mit eines der Hauptprobleme der Berliner in dieser Saison.

Foto: eisbaerlinde/walker

Hinein ins Spiel, welches kein Abtasten benötigte. Die Zweikämpfe waren hart umkämpft, beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und sorgten dort auch für die ersten Abschlüsse. Es ging munter hin und her, beide suchten sofort den Abschluss und schossen die Torhüter früh im Spiel warm. Doch sowohl Juho Markkanen auf Berliner als auch Felix Brückmann auf Mannheimer Seite hatten mit den ersten Schüssen keinerlei Probleme.
Mannheim hatte dann das erste Powerplay. Bis drei Sekunden vor Ablauf der Strafzeit gegen Matt White hielt das Penaltykilling, doch dann schlug Borna Rendulic per Abstauber zu. Matthias Plachta hatte per Onetimer abgezogen, Markkanen parierte diesen Schuss, ließ ihn aber genau vor die Kelle von Rendulic prallen. Der ließ sich diese Chance nicht nehmen – 0:1 (7.).
Mannheim wirkte sicherer im Scheibenumgang, bei den Eisbären kamen erneut nicht alle Pässe sauber beim Gegenspieler an. So gab man leichtfertig immer wieder die Scheibe ab. Mannheims Angriffe wirkten durchdachter, während die der Berliner für mich so ein wenig hektisch wirkten.
Nach dem 0:1 liefen die Eisbären dem Spielgeschehen immer mehr hinterher. Das Spiel verlagerte sich mehr denn je ins Drittel der Eisbären, wo die Adler machen konnten, was sie wollten. So wirklich gestört wurden sie dabei nicht. Es schien fast so, als ob der Rückstand die Eisbären wieder gehemmt hätte, denn die ersten Minuten waren keinesfalls schlecht. Doch mit dem 0:1 verfiel man wieder in den alten Trott.
Die beste Phase nach dem Rückstand hatten die Hausherren im ersten Powerplay gut fünf Minuten vor dem Ende. Da fand an seine Formation, ließ die Scheibe laufen, hatte auch ein, zwei gute Chancen. Wenn man es besser ausgespielt hätte, wären da sicherlich mehr Chancen bei rum gekommen und vielleicht auch der Ausgleich. Aber man spielte es insgesamt zu umständlich, wenn gleich das Bemühen definitiv zu sehen war.
Die 1:0-Führung nach 20 Minuten ging absolut in Ordnung, da Mannheim den besseren und vor allem sicheren Eindruck machte. Juho Markkanen verhinderte schlimmeres. Die Schuss-Statistik von 6:13 sagte alles über dieses erste Drittel aus.

Foto: eisbaerlinde/walker

Im zweiten Drittel änderte sich rein gar nichts. Der Beginn plätscherte eher so vor sich hin. Chancen gab es keine zu sehen. Dafür jede Menge unnötige Scheibenverluste der Eisbären. Selbst den einfachsten Pass bekamen die Berliner plötzlich nicht mehr hin. Also eins war bereits früh im zweiten Drittel klar: Auch in diesem Spiel würde es keine Konstanz über die vollen 60 Minuten geben. Das Spiel der Eisbären wirkte ratlos. So wirklich einen Plan, wie sie spielen wollten, ließen sie nicht erkennen. Aus den Zweikämpfen ging man meist als Verlierer raus.
Ein Offenbarungseid war dann ein Powerplay Mitte des zweiten Drittels. Auch hier war kein Plan zu erkennen. Man kam nicht einmal in die Formation, verlor immer wieder die Scheibe. Bei einem Gegenangriff der Kurpfälzer war man eher Begleitschutz als dass man mal entscheidend in den Zweikampf ging.
Sieben Minuten vor der zweiten Pause gaben die Hausherren erst ihren zweiten Torschuss (!) im Mitteldrittel ab. Dieser führte aber zum Torerfolg. Die Eisbären gewannen in diesem Fall mal einen Zweikampf um den Puck. Frank Hördler sicherte letztendlich die Scheibe, Marcel Noebels nahm sie auf, spielte sie vor dem Tor quer zu Kevin Clark, welcher sich nicht lange bitten ließ – 1:1 (33.).
Der Treffer gab den Hauptstädter etwas Selbstvertrauen zurück. Jedenfalls waren sie offensiv nun wieder ein wenig präsenter und gaben Schüsse auf das Tor von Felix Brückmann ab. Damit sorgte man sogar für ein wenig Gefahr vor dem Adler-Gehäuse. Jonas Müller hatte dabei die beste Chance, als die Eisbären mal selbst die Scheibe im eigenen Drittel abfingen. Danach ging es schnell nach vorne, der Verteidiger wurde in Szene gesetzt und prüfte Brückmann. Der parierte diesen Schuss. Es war die beste Phase der Eisbären in diesem Drittel.
Und doch ging man in der 39. Spielminute erneut in Rückstand. Mannheim mit einem seiner seltenen Angriffe in den letzten Minuten. Denis Reul hatte abgezogen, die Scheibe blieb vor dem Tor hängen und landete plötzlich vor dem Schläger von Markus Eisenschmid. Der staubte erfolgreich ab – 1:2.
Den Berlinern wäre beinahe die schnelle Antwort gelungen. Kevin Clark wurde vor dem Tor frei gespielt, zielte aber etwas zu ungenau und so flog die Scheibe knapp über das Tor. Doch die letzten Minuten ließen wieder mehr auf einen erfolgreichen Ausgang hoffen. Mit 1:2 ging es in die Kabinen.

Foto: eisbaerlinde/walker

Dafür musste man aber den Schwung aus den letzten Minuten im zweiten Drittel mit in den Schlussabschnitt nehmen. Das klappte zwar nicht, aber dennoch war es jetzt ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Mannschaften versuchten aus einer sicheren Defensive heraus die Angriffe zu fahren. Während die Eisbären auf der Suche nach dem Ausgleich waren, wollten die Adler für die Vorentscheidung sorgen.
Die Richtung stimmte bei den Hausherren. Die Eisbären waren endlich im Spiel angekommen und Matt White hätte beinahe den Ausgleich erzielt, aber er scheiterte zweimal an Felix Brückmann. Kurz darauf prüfte auch Marcel Noebels den Adler-Schlussmann, welcher nun deutlich mehr zu tun bekam als zuvor im Spiel.
Mannheim bekam dann die Chance, die Führung in Überzahl auszubauen. Zunächst in einfacher Überzahl, wenig später sogar in doppelter Überzahl für volle zwei Minuten. Während man die einfache Unterzahl schadlos überstand, klingelte es bei der doppelten Unterzahl. Mannheim ließ die Scheibe gut laufen und Borna Rendulic erhöhte per Onetimer auf 1:3 (52.).
Nun war der Weg enorm weit, um hier im Duell der beiden Erzrivalen noch etwas Zählbares mitzunehmen. Doch ein wirkliches Aufbäumen war nicht zu sehen. Es wirkte sehr ideenlos, was die Eisbären nach vorne zeigten. Und wenn man dann noch Kevin Clark sieht, der sich mehr mit provozieren beschäftigt statt mit einer möglichen Aufholjagd, dann sagt das eigentlich schon alles aus. Der Trash-Talk ging auf der Strafbank noch weiter zwischen Clark und Korbinian Holzer. Diese Energie sollte er lieber in seine Leistung stecken und der Mannschaft helfen. Ja, er hat das erste Tor heute erzielt, aber in der Schlussphase hat er seiner Mannschaft damit eher einen Bärendienst erwiesen.
Eisbären-Trainer Serge Aubin versuchte nochmal alles. Auszeit und Torhüter raus. Mit Erfolg. Zach Boychuk wurde angespielt, drehte sich kurz und versenkte die Scheibe in der lange Ecke – 2:3 (59.). 81 Sekunden waren da noch auf der Uhr. Aubin zog erneut seinen Goalie, doch dann unterlief den Eisbären mal wieder ein Scheibenverlust, welchen die Adler zur Entscheidung ausnutzten. Nicolas Krämmer mit dem Empty-Net-Goal zum 2:4 (60.). Danach war das Spiel zu Ende und die Eisbären müssen weiter auf den ersten Dreier der Saison warten. 

Eine Niederlage, die man sich selbst zuzuschreiben hat. In den ersten Minuten noch gut angefangen, verunsicherte man direkt nach dem Gegentreffer und fand lange Zeit nicht mehr zurück ins Spiel. Der Ausgleich sorgte dann für neues Selbstvertrauen, welches die Mannheimer jedoch mit der erneuten Führung wieder zu Nichte machen. Im letzten Drittel waren die Eisbären zu Beginn erneut kurz wieder dran am Ausgleich, doch spätestens nach dem 1:3 wirkte es wieder sehr ratlos, was von den Berlinern kam. Die Mannschaft tritt aktuell nicht als solche auf und wirkt nach Gegentreffern arg verunsichert. Vier Niederlagen aus den ersten fünf Spielen und nur drei Punkte. Dazu in vier der fünf Spiele zwei oder weniger Tore erzielt. Der Saisonstart ist in die Hose gegangen. Die nächste Chance auf den ersten Drei-Punkte-Sieg hat man am Sonntag beim Heimspiel gegen Düsseldorf. Vielleicht das erste Spiel der Saison, wo man mal über 60 Minuten seine Leistung abrufen kann.

5:4 n.V. gegen Frankfurt! Die Eisbären verspielen eine 4:0-Führung und kommen mit einem blauen Auge davon

Ausgabe #4:

Die Eisbären Berlin haben den ersten Saisonsieg eingefahren. Gegen die Löwen Frankfurt setzte man sich mit 5:4 n.V. (2:0,2:0,0:4/1:0) durch. Doch darüber freuen dürfte sich keiner. Denn die Eisbären verspielten im letzten Drittel eine 4:0-Führung und retteten in der Verlängerung noch den Zusatzpunkt. Doch es hätten drei sein müssen.

Für die Partie gegen Aufsteiger Frankfurt änderte Trainer Serge Aubin das Line-up nur geringfügig. Juho Markkanen bekam den Start und somit sein DEL-Debüt. In der Offensive tauschten nur Jan Nijenhuis und Marcel Barinka die Reihen, Kevin Handschuh war nicht dabei, ansonsten blieb alles beim alten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Letztmals gegen eine Frankfurter DEL-Mannschaft spielten die Berliner am 12.03.2010. Damals noch gegen die Frankfurt Lions, welche man im letzten DEL-Vergleich mit 3:2 besiegen konnte. Heute folgte der erste Vergleich mit den Löwen Frankfurt in die DEL, welche mit zwei Siegen aus drei Spielen hervorragend in die Saison gestartet waren. Auf die leichte Schulter sollte man den Aufsteiger also nicht nehmen.
Die Partie begann recht flott, weil beide Mannschaften schnell die neutrale Zone überbrückten und den Weg Richtung Tor suchten. Die Eisbären hatten dabei die beste Chance durch Giovanni Fiore, welcher klasse freigespielt wurde, aber an Jake Hildebrand im Frankfurter Tor scheiterte. Doch auch die Löwen versteckten sich keinesfalls und spielten hier frech auf und störten immer wieder erfolgreich den Berliner Spielaufbau. So kamen auch die Gäste zu ihren ersten Abschlüssen, welche aber noch nicht gefährlich waren.
Kurz nach dem die Eisbären ein Powerplay ungenutzt ließen, schlugen sie doch noch zu. Marcel Noebels brachte die Scheibe auf das Tor, dort blieb sie hängen, doch Kevin Clark stand zum Abstauber parat – 1:0 (9.). Die erste Eisbären-Führung in dieser Saison.
Die Eisbären waren auch danach weiter gefährlich und hatten Chancen auf das 2:0. Hinten hatte man sich inzwischen besser auf die Frankfurter eingestellt und hielt die Löwen gut vom Tor fern. Auch bei der ersten Unterzahl funktionierte die Defensivarbeit im Penaltykilling gewohnt sehr gut, auch hier ließ man nichts von Frankfurt zu.
Erst rund drei Minuten vor der ersten Drittelpause konnte sich Frankfurt mal wieder im Angriffsdrittel festsetzen und kam dann auch zu zwei dicken Chancen. Carson McMillan stand frei vor Juho Markkanen und kam zweimal zum Abschluss. Zweimal parierte der finnische Goalie aber richtig stark. Und direkt im Gegenzug vergoldeten seine Vorderleute seine beiden Saves auch noch. Schneller Gegenangriff der Berliner über Julian Melchiori und Matt White, welcher die Scheibe allerdings verlor. Frank Mauer nahm sie auf, schaute kurz hoch und tunnelte Jake Hildebrand zum 2:0 (18.). Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die erste Drittelpause. Eine verdiente Führung, war es doch das bisher beste Drittel der Eisbären in der noch jungen Saison.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auch im zweiten Drittel die Eisbären am Drücker. Bedingt auch durch ein Powerplay konnte man sich im Frankfurter Drittel festsetzen und kam zu richtigen guten Chancen. Das Besondere daran: Jake Hildebrand musste für kurze Zeit mit einem Spieler-Schläger spielen (seinen Goalie-Stick hatte er bei einem Abwehrversuch verloren) und das hatten die Berliner Spieler natürlich gemerkt und erhöhten in dieser Phase auch den Druck. Doch Frankfurt und Jake Hildebrand überstanden diese brenzlige Situation ohne ein weiteres Gegentor.
Doch dem Berliner Dauerdruck konnten die Löwen nicht länger stand halten. 28 Minuten waren gespielt, da schlug es ein drittes Mal im Tor des Aufsteigers ein. Eric Mik hatte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Tor gebracht, Zach Boychuk hielt die Kelle in den Schuss und schon stand es 3:0 (28.).
Auch danach ging es nur in eine Richtung weiter. Powerplay der Hausherren, die fanden ihre Formation und ließen die Scheibe laufen. Marcel Noebels spielte die Scheibe zu Zach Boychuk an den linken Pfosten, der spielte sie direkt weiter zu Giovanni Fiore, welcher vor dem Tor lauerte. Fiore musste nur noch den Schläger lang machen und erhöhte so auf 4:0 (32.). Eine klasse Kombination!
Von Frankfurt war weiterhin nicht viel zu sehen. Die Eisbären hatten deren Top-Reihe um die Ex-Eisbären Dominik Bokk und Brendan Ranford sowie Carter Rowney komplett abgemeldet. Und schon hat man Frankfurt im Griff. In den ersten drei Spielen wirbelte diese Reihe die Gegner noch durcheinander, heute war von denen sehr wenig zu sehen. Und so ging auch die 4:0-Pausenführung der Eisbären absolut in Ordnung, auch in der Höhe.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Der Schlussabschnitt war keine zwei Minuten alt, da kam Frankfurt schnell vor das Berliner Tor. Magnus Eisenmenger war es letztendlich, welcher Juho Markkanen keine Chance ließ – 4:1 (42.).
Kurz darauf gab es dann mal einen Wechselgesang beider Fanlager, hatten doch beide bekanntlich denselben Erzrivalen – die Adler Mannheim. Für so etwas muss eben während des Spiels auch mal Zeit sein.
Nun aber zurück zum Spiel, wo die Hessen jetzt wieder präsenter waren. Frankfurt suchte nun wieder vermehrt den Weg Richtung Berliner Tor und dort dann auch den Abschluss. Und beinahe wären die Löwen auf zwei Treffer dran gewesen. Rylan Schwartz war durch gewesen und hatte das Eins-gegen-Eins gegen Juho Markkanen, doch der Berliner Goalie parierte diesen Schuss sehenswert.
Die Hessen hatten hier nun mehr vom Spiel und in Überzahl die Chance, weiter zu verkürzen. Doch die Eisbären überstanden diese Unterzahl schadlos, waren aber gewarnt, hier nicht weiter nachzulassen.
Doch Frankfurt ließ nicht nach und hatte erneut einen Alleingang. Bei Vier-gegen-Vier war es Dylan Wruck, der diesen diesmal nutzen konnte – 4:2 (52.). Begann jetzt die große Aufholjagd der Hessen? Dass sie das können, hatten sie ja erst zu Saisonbeginn in Wolfsburg bewiesen.
Konnte man die Eisbären für ihr Spiel in den ersten beiden Dritteln noch loben, musste man das letzte Drittel schon wieder kritisieren. Denn man nahm angesichts einer beruhigenden 4:0-Führung den Fuß vom Gas und ließ Frankfurt so wieder zurück ins Spiel kommen. Dabei verlangt Trainer Serge Aubin immer, die Konzentration über die gesamte Spieldauer hochzuhalten. Das war heute nicht der Fall.
Nach dem zweiten Treffer der Löwen waren die Sinne der Eisbären aber wieder geschärft und man kam selber mal wieder gefährlich vor das Tor. Und hinten war man nun auch wieder hellwach und hielt Frankfurt weitestgehend vom eigenen Tor fern.
Die Hessen versuchten am Ende nochmal alles. Trainer Gerry Fleming zog seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers und nahm zudem seine Auszeit. Mit Erfolg. 67 Sekunden vor dem Ende erkämpfte Frankfurt hier tatsächlich noch das 4:3. Brett Breitkreuz staubte erfolgreich ab.
Nun begann das große Zittern in der Arena am Ostbahnhof. Frankfurt weiterhin zu Sechst und am Drücker. Die Eisbären taten sich schwer, für Befreiung zu sorgen. Und 15,8 Sekunden vor dem Ende nahm das Drama seinen Lauf. Erneut war es Brett Breitkreuz, welcher per Abstauber erfolgreich war – 4:4. Die Eisbären hatten also tatsächlich eine 4:0-Führung gegen den Aufsteiger verspielt. Während der Gästeblock den Punktgewinn frenetisch bejubelte, gab es von den Eisbärenfans vereinzelt Pfiffe. Zu recht nach dem Schlussdrittel.

So ging es für die Eisbären wie bereits am Freitag in die Verlängerung. Und da nahm das Spiel doch noch ein versöhnliches Ende. Kevin Clark mit dem Pass auf Julian Melchiori, welcher alleine vor Hildebrand auftauchte und vor diesem die Nerven behielt. Nach 74 Sekunden in der Overtime bescherte der Verteidiger den Zusatzpunkt für die Eisbären.

Doch darüber freuen dürfte sich bei den Berlinern keine. Eher sollte man sich über einen verschenkten Punkt ärgern. Denn 40 Minuten lang hatte man die Löwen im Griff und führte auch in der Höhe verdient mit 4:0. Im Schlussdrittel folgte dann jedoch ein unerklärlicher Leistungsabfall. Man war nicht mehr konzentriert bei der Sache und ließ dadurch Frankfurt unnötigerweise wieder zurück ins Spiel kommen. Das darf dir als Meister gegen einen Aufsteiger, der definitiv nicht wie einer auftritt, nicht passieren. Da musst du das souverän und abgeklärt zu Ende spielen. Doch da mangelt es den Eisbären noch dran. An 60 Minuten konstanter Leistung. Aus diesem letzten Drittel wird man die Lehren ziehen müssen. Denn so etwas darf nicht nochmal passieren.

Fehlstart in Nürnberg: Offensiv ohne Ideen, Defensiv zu anfällig und zu viele Scheibenverluste

Die Eisbären Berlin sind mit einer Niederlage in die Mission Titelverteidigung gestartet. Am Sonntagnachmittag verloren die Berliner bei den Nürnberg Ice Tigers verdient mit 2:4 (0:0,1:2,1:2). Die Eisbären fanden nie zu ihrem System, fanden nach vorne keine Ideen und erwiesen sich hinten als zu anfällig. Zudem unterliefen zu viele Fehlpässe im Spielaufbau. So musste man die Heimreise aus dem Frankenland ohne Punkte antreten. 

Eisbären Head Coach Serge Aubin standen Brendan Guhle, Leo Pföderl Yannick Veilleux (alle verletzt) und Bennet Roßmy (Rookie-Camp in Los Angeles) nicht zur Verfügung. Dennoch hatte der Berliner Trainer ein volles Line-up zur Verfügung. Im Tor setzte Aubin auf Tobias Ancicka. Neuzugang Juho Markkanen nahm als Back-up auf der Bank Platz. Die Verteidiger-Pärchen bestanden aus Julian Melchiori/Eric Mik, Frank Hördler/Marco Nowak und Jonas Müller/Morgan Ellis. In der Offensive entschied sich Serge Aubin für folgende Angriffsreihen: Marcel Noebels, Zach Boychuk, Kevin Clark/Matt White, Peter Regin, Giovanni Fiore/Frank Mauer, Manuel Wiederer, Marcel Barinka/Jan Nijenhuis, Kevin Handschuh, Marco Baßler. Als 13. Stürmer war Eric Hördler mit dabei und somit wurde der Traum der Familie Hördler bereits im ersten Saisonspiel wahr. Papa Frank absolvierte erstmals ein Pflichtspiel mit Sohn Eric zusammen.

Foto: Fanatics Ost

Von Beginn an war viel Tempo drin im Spiel. Es entwickelte sich direkt eine hart umkämpfte Partie, in der die Eisbären Nürnberg zu Beginn mit aggressiven Forechecking immer wieder vor Probleme stellten. Vor allem auch deswegen, weil auch die Verteidiger immer wieder in der offensiven Zone mit auftauchten. Nürnberg wirkte dadurch etwas nervös und hektisch und leistete sich im ersten Drittel zu viele Scheibenverluste. Aber auch die Eisbären bekamen nicht jeden Pass an den Mitspieler und luden Nürnberg so ein, auch mal die ersten Angriffe zu fahren. Doch die erste richtig dicke Chance ließ auf beiden Seiten noch auf sich warten.
Fortan blieb es hart umkämpft. Es ging hin und her, beide Mannschaften suchten nach der Lücke in der Defensive. Schüsse gaben beide ab, aber für viel Gefahr sorgten diese eher selten. Die Eisbären ließen zudem eine Überzahl ungenutzt, kamen dabei nicht mal in die Formation, weil das Penaltykilling der Franken sehr gut funktionierte. So endeten die ersten 20 Minuten torlos.

In der 23. Spielminute gab es dann endlich die erste dicke Chance des Spiels. Die Eisbären erkämpften die Scheibe hinter dem Tor, brachten sie anschließend in den Slot, wo Manuel Wiederer zum Onetimer ausholte. Niklas Treutle war aber zur Stelle und parierte diesen Schuss.
Kurz darauf durfte das beste Penaltykilling der vergangenen Saison erstmals in der neuen Spielzeit ran. Und die Eisbären knüpften dabei nahtlos an die letzte Saison an und überstanden die erste Unterzahl ohne große Probleme.
Mitte der Partie mal eine erste kleine Drangphase der Hausherren, welche Marco Nowak nur per Haken stoppen konnte und so für die zweite Strafzeit der Eisbären sorgte. Die Franken waren im zweiten Powerplay des Spiels deutlich gefährlicher und kamen zu zwei, drei guten Chancen. Aber Tobias Ancicka war hellwach im Berliner Tor.
Als Berlin wieder komplett war, blieb Nürnberg trotzdem am Drücker. Die Eisbären ließen sich ins eigene Drittel rein drängen, Greg MacLeod hatte von der blauen Linie abgezogen und Ryan Stoa hielt die Kelle in den Schuss – 0:1 (33.).
Die Eisbären wirkten in diesem Mitteldrittel lange Zeit ideenlos Richtung Nürnberger Tor, doch als die Nürnberger einmal die Zuordnung vor dem eigenen Tor verloren, kam Kevin Clark vor dem Tor an die Scheibe. Er nahm sich die Zeit, guckte Treutle aus und sorgte für den Ausgleich – 1:1 (37.).
Doch das schockte die Franken überhaupt nicht. Kurz vor der zweiten Drittelpause kam Patrick Reimer auf der rechten Seite zum Abschluss und sorgte so für die 2:1-Pausenführung der Gastgeber. 16 Sekunden waren da noch auf der Uhr. Die Führung nach 40 Minuten war keinesfalls unverdient für die Ice Tigers, welche offensiv deutlich präsenter waren als die Hauptstädter. Wollte der deutsche Meister hier noch etwas Zählbares mit nach Hause nehmen, musste eine Steigerung im Schlussdrittel her.

Foto: Fanatics Ost

Doch der Weg wurde extrem weit. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Tim Fleischer brachte die Scheibe hoch zu Blake Parlett und der fackelte nicht lange – 1:3 (43.).
Die Eisbären wirkten auch im Schlussdrittel weiter ideenlos. Nach vorne ging so gut wie gar nichts und hinten stimmte die Zuordnung auch nicht immer. Nürnberg machte weiter Druck und war dem vierten Treffer deutlich näher als die Eisbären dem Anschlusstreffer.
Mit zunehmender Spieldauer im Schlussdrittel konzentrierten sich die Ice Tigers vermehrt auf die eigene Defensive. Es war ihnen klar, dass die Eisbären hier nochmal alles versuchen würden. Und die Berliner kamen auch ins Angriffsdrittel, doch da hatten sie nie viel Zeit mit der Scheibe, weil immer ein Nürnberger entscheidend stören konnte.
Sechs Minuten vor dem Ende sorgte Dane Fox bei angezeigter Strafe für die Entscheidung. Die Eisbären im eigenen Drittel immer zu weit weg vom Gegenspieler, Fox stand vor dem Tor vollkommen frei und hatte so keine große Mühe, die Scheibe an Ancicka vorbei zu bringen – 1:4 (54.).
Drei Minuten vor dem Ende kamen die Eisbären in Überzahl aber noch zum Anschlusstreffer. Zach Boychuk legte die Scheibe hoch zu Marco Nowak, der spielte sie rechts raus zu Marcel Noebels und der zog per Onetimer ab – 2:4 (57.). Zu mehr reichte es dann aber nicht mehr. Die Eisbären starteten also mit einer Niederlage in die neue Saison.

Und die war auch absolut verdient. War es im ersten Drittel noch ein ausgeglichenes Spiel, übernahm Nürnberg spätestens ab dem zweiten Drittel das Kommando. Die Franken wirkten immer einen Schritt schneller, sorgten für viel mehr Torgefahr als die Eisbären. Den Berlinern mangelte es an der nötigen Spielidee nach vorne. Zudem erwies man sich defensiv als zu anfällig. Und dazu leistete man sich auch noch zu viele Scheibenverluste. So war es am Ende kein Wunder, dass man das Spiel verloren hatte.

Eisbären Berlin: Sorgt der zweitbeste Angriff der vergangenen Saison erneut für viel Torgefahr?

Seit gestern läuft die neue PENNY-DEL-Saison. Heute Abend geht der 1. Spieltag weiter. Und am Sonntagnachmittag greift dann auch der amtierende Deutsche Meister in den Spielbetrieb ein. Das Ziel nach zwei Meisterschaften in Folge ist klar: Man will auch in dieser Saison wieder um den Titel mitspielen und dann den Titel-Hattrick perfekt machen. Dieses Ziel gehen die Hauptstädter mit einem stark veränderten Team an. Satte zwölf Spieler haben den Verein verlassen, ebenso viele Spieler sind aber auch neu dazu gestoßen. In unserem letzten Teil des Kader-Checks sind wir heute in der Offensive angekommen, welche wir einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Mit 194 Toren stellte das Team von Head Coach Serge Aubin den zweitbesten Angriff in der vergangenen Hauptrunde. Nur Finalgegner München erzielte zwei Tore mehr als Berlin. 173 Tore davon erzielte die Berliner Angreifer. 44 dieser 173 Tore erzielten sechs Stürmer, welche in der kommenden Spielzeit nicht mehr in der Hauptstadt spielen werden. Zwei dieser sechs Abgänge trafen zweistellig und hinterlassen in Berlin doch große Lücken.
Zum einen wäre da natürlich Blaine Byron zu nennen, welcher in der Hauptrunde auf 18 Tore und 24 Vorlagen kam. Seine 42 Scorerpunkte in nur 43 Spielen beweisen, wie wichtig er für die Eisbären war. In den Playoffs steigerte sich Byron nochmal deutlich und avancierte mit 14 Scorerpunkten (5 Tore/9 Assists) zum Playoff-Top-Scorer der Eisbären. Sein Abgang schmerzt die Eisbären besonders, doch die Verlockung in Schweden zu spielen, war dann für Byron doch größer, als mit Berlin erneut um die Meisterschaft zu spielen.
Er kam während der Hauptrunde, spielte sich sofort in die Herzen der Fans und hatte am Ende ebenso einen großen Anteil am Gewinn der Meisterschaft. Die Rede ist von Frans Nielsen, welcher seine Karriere beendet hat. In der Hauptrunde traf der Däne in 33 Spielen zwölfmal und bereitete zudem 15 weitere Treffer vor. In den Playoffs folgten nochmal sieben Scorerpunkte (4/3). Auch sein Abgang trifft die Eisbären hart.
Die restlichen vier Abgänge im Sturm hatten natürlich auch ihren Anteil an der Meisterschaft, doch schmerzt der Verlust der vier Spieler nicht so sehr wie der von Byron und Nielsen. Mark Zengerle kam in der Hauptrunde auf 18 Scorerpunkte (6/12). In den Playoffs kam er nur noch viermal zum Einsatz, wo er keinen Punkt verbuchte. Ihn wird man in der Liga weiterhin sehen, wechselte Zengerle doch nach Straubing.
Ebenso ein Wiedersehen geben wird es mit Sebastian Streu und Dominik Bokk. Streu kam in der Hauptrunde auf sieben (4/3) und in den Playoffs auf zwei Scorerpunkte (0/2). Ihn zog es nach Iserlohn an den Seilersee. Der während der Hauptrunde nachverpflichtete Bokk kam auf elf Scorerpunkte (3/8) in 14 Hauptrundenspielen. Drei Scorerpunkte (2/1) legte er in den Playoffs nochmal nach. Er wechselte zum Aufsteiger und DEL-Rückkehrer Frankfurt.
Der letzte Abgang ist Johan Södergran, welcher ebenso während der Saison nachverpflichtet wurde. In der Hauptrunde kam er in sieben Spielen auf vier Scorerpunkte (1/3). In fünf Playoff-Spielen legte er noch ein Tor und eine Vorlage nach. Ihn zog es wie Byron nach Schweden.

Über wie viele Tore werden sich die Spieler der Eisbären Berlin in dieser Saison freuen können? (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Den sechs Abgängen im Sturm stehen sieben Neuzugänge gegenüber. Die Neuzugänge sind ein Mix aus erfahrenen und jungen, talentierten Spielern. Mit Frank Mauer kommt ein Spieler zu den Eisbären, der weiß, wie man Deutscher Meister wird. Er wurde viermal in Folge Deutscher Meister – einmal mit Mannheim, dreimal mit München. In der vergangenen Saison brachte Mauer es in 43 Hauptrundenspielen auf 17 Scorerpunkte (5/12). Drei Vorlagen folgten dann noch in elf Playoff-Spielen. Mit ihm bekommen die Berliner enorm viel Erfahrung, die vor allem für die vielen jungen und talentierten Spieler im Kader der Eisbären von Vorteil sein kann.
Peter Regin ist der zweite erfahrene Neuzugang der Hauptstädter. Der Däne kam aus der Schweiz von Ambri-Piotta nach Berlin, wo er in der vergangenen Saison 23 Scorerpunkte (3/20) in 41 Spielen kam. Regin bringt die Erfahrung von 254 NHL-Spielen (Chicago, New York Islanders, Ottawa), zehn WM- und einer Olympia-Teilnahme mit. Er soll sozusagen die Lücke füllen, die Frans Nielsen hinterlassen hat.
Zwei junge und vor allem sehr talentierte Spieler konnten die Eisbären von direkten Konkurrenten verpflichten. Da wäre zum einen Marcel Barinka, welcher aus Köln nach Berlin kam. Mit 23 Scorerpunkten (11/12) in 48 Spielen war er der achtbester Scorer der Haie in der Hauptrunde. In der Hauptstadt will Barinka nun den nächsten Schritt in seiner Karriere machen.
Den will auch Jan Nijenhuis machen, welcher aus Wolfsburg nach Berlin gewechselt ist. Mit sechs Scorerpunkten (2/4) in 46 Hauptrundenspielen weist er dabei natürlich nicht die Statistiken eines Marcel Barinkas auf. Dennoch kann man sich in Berlin auf Nijenhuis freuen, das haben seine bisherigen Auftritte in der CHL durchaus gezeigt. Er ist schnell unterwegs und hatte dabei auch viel Zug zum Tor.
Die restlichen drei Neuzugänge sind aus der Kategorie Youngsters. Von den Eisbären Juniors sind Eric Hördler und Kevin Handschuh hoch zu den Profis gezogen worden. Hördler, der Sohn von Eisbären-Kapitän Frank Hördler, sammelte dabei in 35 DNL-Spielen 31 Scorerpunkte (15/16). Handschuh kam in 33 DNL-Spielen sogar auf 40 Scorerpunkte (17/23).
Maximilian Heim kam von den Jungadlern Mannheim in die Hauptstadt. Für die Jungadler kam er in elf DNL-Spielen auf fünf Scorerpunkte (2/3).
Alle drei Youngsters sollen behutsam aufgebaut und an das Profi-Niveau herangeführt werden. Sie werden sicherlich vermehrt Eiszeit beim Kooperationspartner Weißwasser erhalten. Aber wenn in die Berlin Personalnot bestehen sollte, wird sich Serge Aubin nicht davor scheuen, die jungen Spieler ins Line-up zu werfen.

Zu den sieben Neuzugängen gesellen sich noch zehn Stürmer, welche bereits in der vergangenen Saison für die Eisbären auf Torejagd gingen. Sieben der zehn Spieler trafen dabei zweistellig. Matt White (32/41) und Marcel Noebels (21/45) waren dabei die mit Abstand besten Scorer der Berliner.
Leo Pföderl (22/30), Kevin Clark (15/24), Zach Boychuk (22/12), Giovanni Fiore (19/15) und Yannick Veilleux 13/20) scorten ebenso regelmäßig. Leider fehlen Pföderl und Veilleux aktuell verletzungsbedingt. Wann sie zurückkehren werden, steht noch in den Sternen.
Einer, der sich im Verlaufe der letzten Saison immer mehr gesteigert hat, war Manuel Wiederer. Er hat in Berlin zurück zu alter Stärke gefunden und kam am Ende auf insgesamt 17 Scorerpunkte (9/8) inklusive Playoffs.
Bennet Roßmy (2/2) und Marco Baßler (1/3) kamen auf je vier Scorerpunkte. Wobei hier das Hauptaugenmerk klar auf Roßmy liegen dürfte, dem man eine ähnliche Karriere wie Lukas Reichel zutraut. Bei der U20-WM machte er erst kürzlich auf sich aufmerksam und aktuell weilt er beim Camp der Los Angeles Kings. Es würde nicht verwundern, sollte es Roßmys letzte Saison in Berlin sein, bevor er Reichel und Kai Wissmann in die NHL folgt.

Die Eisbären Berlin verfügen auf dem Papier wieder über eine sehr tief besetzte Offensive. Diese besteht aus einem Mix von erfahrenen und jungen, talentierten Spielern. Viel wird davon abhängen, ob Peter Regin und Frank Mauer die schmerzhaften Abgänge von Blaine Byron und Frans Nielsen auffangen können. Denn diese beiden Spieler werden der Offensive der Eisbären doch deutlich fehlen.
Mit Marcel Barinka und Jan Nijenhuis hat man zwei hoffnungsvolle Talente unter Vertrag genommen. Ihnen kann man durchaus zutrauen, zweistellig zu scoren. Barinka hatte das bereits in Köln getan.
Scoren Matt White, Marcel Noebels, Zach Boychuk und Co. auch in der neuen Saison wieder so zuverlässig, kann es für die Eisbären erneut eine torreiche Saison werden. In der letzten Saison war vor allem die Unberechenbarkeit der große Faustpfand der Hauptstädter. Denn es ging von allen vier Reihen Gefahr aus. Das ist auch in dieser Saison wieder möglich.
Allerdings hängt es natürlich auch davon ab, was mit Leo Pföderl und Yannick Veilleux passiert. Beide fehlen aktuell verletzungsbedingt und lt. Sportdirektor Stéphane Richer wird bei beiden Spielern von Woche zu Woche entschieden. Wann die beiden Leistungsträger also wieder auf Torejagd gehen können, ist derzeit noch unklar. Fakt ist, dass den Eisbären dadurch zwei enorm wichtige und gefährliche Angreifer fehlen werden.
Dass es aber auch ohne sie zu Toren reichen kann, hat die Vorbereitung gezeigt, wo die Eisbären bereits schon wieder schwer auszurechnen waren. Zach Boychuk war mit fünf Toren der Top-Torjäger in der Vorbereitung inklusive CHL. Matt White und Marcel Noebels folgten mit je drei Toren. Es scheint also fast so, als ob die da gebliebenen Stürmer nichts von ihrer Torgefahr eingebüßt haben.
Nun liegt es am Trainerteam um Serge Aubin, aus den 17 Stürmern eine torgefährliche Offensive zu formen. Wenn ihm das gelingt und Leo Pföderl und Yannick Veilleux schnellstmöglich zurückkehren, dann dürfte die Berliner Offensive wieder für Angst und Schrecken sorgen.

Pflichtsieg gegen Grenoble: Eisbären gewinnen mit 5:2 im stimmungsvollen Wellblechpalast

WalkersBärenNews – Saison 2022/2023 – #2

Pflichtaufgabe erfüllt: Die Eisbären haben auch das zweite Spiel gegen Grenoble gewonnen. Am Samstagabend gewannen die Berliner vor 2.554 Zuschauern im altehrwürdigen Wellblechpalast mit 5:2 (3:2,1:0,1:0) und sicherten sich somit die von Trainer Serge Aubin geforderten sechs Punkte gegen den französischen Außenseiter. Der machte es den Eisbären heute aber nicht so leicht wie noch beim 8:2-Kantersieg in Grenoble. Doch trotz einiger Wackler im ersten Drittel fuhren die Hauptstädter den so wichtigen Sieg ein und können damit weiterhin von der K.O.-Phase träumen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären spielten heute ohne Frank Mauer, weshalb es in der Offensive Umstellungen gab. Einzig die Reihe um Marcel Noebels, Zach Boychuk und Kevin Clark blieb zusammen. Giovanni Fiore und Marcel Barinka tauschten die Reihen. Fiore stürmte an der Seite von Peter Regin und Matt White. Barinka bildete die dritte Reihe mit Manuel Wiederer und Jan Nijenhuis. Letzterer ersetzte Mauer in der Formation. Die nominell vierte Reihe bestand heute aus Marco Baßler, Kevin Handschuh und Bennet Roßmy.
Während alle Verteidiger-Pärchen gleich blieben, gab es auf der Torhüterposition eine Änderung. Tobias Ancicka spielte heute von Beginn an, Juho Markkanen war als Back-up auf der Bank.

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Die Ausgangslage war klar: Wollten die Eisbären noch eine sichere Chance auf das Achtelfinale vor den beiden schweren Spielen gegen Mountfield aus Tschechien haben, musste das heutige Heimspiel gegen Grenoble gewonnen werden. Im „Hinspiel“ in Frankreich gab es einen klaren 8:2-Sieg.
Der Start war jedenfalls sehr vielversprechend. Von Beginn an die Eisbären druckvoll und mit viel Zug zum Tor. Die ersten gefährlichen Chancen hatte man sich dabei auch schon erarbeitet, doch Raphael Garnier im Tor von Grenoble war nicht zu überwinden. Erst als die Berliner in Überzahl waren, klingelte es im französischen Tor. Die Eisbären ließen die Scheibe gut laufen, über Zach Boychuk und Marco Nowak kam die Scheibe zu Marcel Noebels, welcher von rechts außen abzog. Die Scheibe ging am Ende irgendwie zwischen Grenier und dem Pfosten durch, vielleicht war es auch Kevin Clark, welcher die Scheibe entscheidend über die Linie stocherte. Deshalb wurde der Treffer von den beiden Hauptschiedsrichtern (Michael Tschernig und Lasse Kopitz) auch nochmal per Videobeweis überprüft und anschließend auch gegeben – 1:0 (4.). Als Torschütze wurde Noebels in der Halle durchgegeben.
Die Franzosen zeigten sich davon aber unbeeindruckt und wollten direkt den Ausgleich erzielen. Lediglich der Pfosten stand beim Schuss von Jere Rouhiainen im Weg. In der siebten Minute konnte aber auch der Pfosten nicht mehr helfen. Der Onetimer von Dylan Fabre schlug hinter Ancicka ein – 1:1.
Die Franzosen mit einer starken Reaktion nach dem guten Beginn der Eisbären. Den ersten Druck und das frühe 0:1 hatte Grenoble sehr gut weggesteckt und sich danach immer mehr Spielanteile erarbeitet. Das 1:1 war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient. Die Eisbären verloren mehr und mehr ihre Ordnung und handelten sich zudem Strafzeiten ein. Was dazu führte, dass Grenoble für 39 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Und die doppelte Überzahl nutzten die Franzosen auch eiskalt aus. Die Scheibe lief sehr gut, es wurde nach der Lücke gesucht, um den Schuss abzugeben. Dieser schlug dann an der Bande hinter dem Tor ein und sprang zurück vor das Tor, wo Ex-DEL-Profi Chad Nehring goldrichtig am linken Pfosten stand und Grenoble mit 2:1 in Führung brachte (12.). Angesichts der Spielanteile hatten sich die Franzosen dieses Ergebnis auch verdient.
Die Hausherren suchten nach einer Antwort und bekamen dafür auch ein Powerplay. Das sah zunächst nicht gut aus, doch dann kam die Scheibe links raus zu Zach Boychuk. Und der fackelte nicht lange und tunnelte Garnier zum 2:2 (15.). So schnell wie Boychuk abzog, konnte Garnier seine Schoner nicht zusammen bekommen.
Das Spiel war nun deutlich aufgeheizt und Grenoble nahm Strafen um Strafen. Da hatte Ex-Schiedsrichter Lars Brüggemann neben mir auf der Pressetribüne einiges zu notieren. Die Eisbären konnten sich immer wieder im Angriffsdrittel festsetzen und erspielten sich Chance um Chance. 44 Sekunden vor der ersten Drittelpause war es Kevin Clark, welcher vor dem Tor angespielt wurde und zum 3:2 traf (20.). Zu dem Zeitpunkt hatten die Hausherren ein doppeltes Powerplay. Mit diesem Spielstand ging es letztendlich auch in die Kabinen. Ein ereignisreiches und spektakuläres erstes Drittel lag hinter beiden Mannschaften.

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Zu Beginn des Mitteldrittels hatte Grenoble seinen Torhüter gewechselt. Jakub Stepanek stand fortan im Tor. Der Torhüter der Gäste hatte sich also geändert, an der Tatsache, dass vorrangig die Special Teams zum Einsatz kamen, hatte sich aber zunächst nichts geändert. Nun waren die Eisbären wieder in Unterzahl gefordert. Einmal wurde es gefährlich, aber die Hausherren überstanden die erste Unterzahl im zweiten Drittel schadlos.
Hinten nichts anbrennen lassen und vorne dann wieder eiskalt zugeschlagen. Grenoble kam nicht entscheidend in die Zweikämpfe und dann dachte sich Zach Boychuk, er zieht einfach mal per Rückhand ab. Damit hatte er Stepanek überrascht und auf 4:2 erhöht (24.). Wirklich hart war der Schuss jedenfalls nicht gewesen. Und vielleicht war auch hier wieder Kevin Clark noch dran, wie bereits beim 1:0. Aber auch hier wurde Boychuk als Torschütze genannt. Egal wer getroffen hatte, Hauptsache die Scheibe war drin.
Fortan war es vor allem eine hart umkämpfte Partie. Beide Mannschaften kämpften verbissen um jede Scheibe und jeden Zentimeter Eis. Die Eisbären wollten nachlegen, Grenoble zurück ins Spiel kommen. Durch viele Unterbrechungen fehlte in dieser Phase des Spiels so ein wenig der Rhythmus.
Zum Ende hin nahm die Partie nochmal ein wenig Fahrt auf und beide Mannschaften kamen auch zu Abschlüssen, aber es war definitiv kein Vergleich zu den ersten 20 Minuten. Viel interessanter war da schon die unvergleichlich grandiose Stimmung im Welli. Da war man sofort an die guten alten Zeiten erinnert, in denen der altehrwürdige Welli ständig bebte. So war es auch wieder heute. Absolute Gänsehaut-Stimmung. Mit einer souveränen 4:2-Führung für die Eisbären ging es schlussendlich in die zweite Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Drittel entwickelte sich zu Beginn ein offener Schlagabtausch. Beide suchten immer wieder den Weg Richtung Tor und kamen dort auch zum Abschluss. Inzwischen war die Partie wieder deutlich interessanter als es noch im Mitteldrittel der Fall war. Die Eisbären waren auf der Suche nach der Vorentscheidung, Grenoble hingegen wollte hier nochmal einen Fuß in das Spiel setzen und vielleicht doch noch etwas Zählbares mit nach Frankreich nehmen.
Doch die Eisbären standen defensiv sehr kompakt und ließen nicht viel zu. Aus einer sicheren Defensive heraus lauerten die Berliner auf Fehler der Franzosen und somit auf Konter. Marcel Noebels war Mitte des letzten Drittels durch und war schon vorbei an Stepanek, doch der machte sich lang und parierte den Schuss von Noebels.
In der Schlussphase drehte Grenoble nochmal auf, wollte hier unbedingt noch den dritten Treffer erzielen. In einem Powerplay knapp drei Minuten vor dem Ende nahm Grenobles Coach Jyrki Aho sogar noch seinen Goalie vom Eis. Die Franzosen versuchten es also fortan mit zwei Mann mehr, aber die Berliner Defensive stemmte sich gegen die Angriffe und konnte sich zudem auf Goalie Tobias Ancicka verlassen. Am Ende sorgte Zach Boychuk für die endgültige Entscheidung, als er alleine auf dem Weg Richtung leeren Tor war – 5:2, 23,2 Sekunden vor dem Ende. Dabei blieb es auch.

Und der Sieg war enorm wichtig im Kampf um einen Platz im Achtelfinale. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Mountfield Göteborg geschlagen hat und somit genau wie die Schweden neun Punkte auf dem Konto haben, während die Eisbären bei sechs Zählern stehen.
Nach starken Beginn und einer frühen Führung ließen die Eisbären genauso stark nach und lagen plötzlich hinten. Weil Grenoble frech auftrat und sich das 2:1 auch verdiente. Doch durch unnötige Strafzeiten brachten sich die Franzosen um ihren verdienten Lohn und lagen prompt mit 2:3 nach dem ersten Drittel hinten.
So spektakulär ging es danach aber nicht weiter. Beide Teams waren bemüht, doch am Ende waren es die Eisbären, welche durch den heute sehr starken Zach Boychuk für die Entscheidung im Schlussdrittel sorgten.

Die Eisbären Berlin in der Saison 2021/2022: Vom letzten Platz am 1. Spieltag zur neunten Meisterschaft am Ende der Saison

Am 04. Mai 2022 endete die PENNY DEL-Saison 2021/2022 mit dem erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft für die Eisbären Berlin. Geht man rein nach der Statistik, dann war das auch schon vor der Saison klar gewesen. Denn wenn der Hauptstadtclub Deutscher Meister wird, dann mindestens zweimal in Folge – 2005, 2006 – 2008,2009 – 2011, 2012, 2013 – 2021, 2022. Und wenn man diese Statistik weitergeht, dann steht also nächstes Jahr die zehnte Deutsche Meisterschaft an. Denn von 2011-2013 machten die Berliner sogar den Hattrick perfekt. Nächstes Jahr könnte man dieses Kunststück ein zweites Mal wiederholen. Doch bevor es in die neue Saison geht, steht uns erst einmal die Sommerpause bevor. Und bevor wir Euch in diese schicken, wollen wir natürlich noch einmal – wie Ihr es gewohnt seid – auf die vergangene Saison zurückblicken.

Die Eisbären sind als Titelverteidiger in die Spielzeit 2021/2022 gegangen und konnten für diese Saison das Gerüst des Meisterkaders nahezu zusammenhalten. Zwei Abgänge, die sicherlich schmerzten, war der von Ryan McKiernan in der Defensive und Lukas Reichel in der Offensive. Zwei Leistungsträger, welche einen enormen Anteil am Gewinn der achten Meisterschaft hatten, verließen die Berliner. McKiernan zog es nach Schweden (Rögle) und Reichel nach Übersee, wo die Chicago Blackhawks ihn gedraftet hatten.
Ein weiterer Abgang, der zumindest eine Lücke in die Offensive riss, war der von Kris Foucault nach Iserlohn. Die restlichen Abgänge (John Ramage, Thomas Reichel, Nino Kinder, Fabian Dietz, Mark Olver, Haakon Hänelt, PC Labrie) fielen nicht unbedingt ins Gewicht.
Denn allen Fans war klar, dass Sportdirektor Stéphane Richer schon für adäquaten Ersatz sorgen würde. Und so war es auch. In der Defensive zog er Morgan Ellis von Ligakonkurrent Ingolstadt und Nicholas B. Jensen von Düsseldorf an Land. In der Offensive wurden Manuel Wiederer (Deggendorf), Kevin Clark (Rapperswil), Yannick Veilleux (Laval Rocket), Bennet Roßmy (Lausitzer Füchse) und Blaine Byron (Ontario Reign) verpflichtet.

Damit hatte man einen guten Kader zusammen, um erneut die Deutsche Meisterschaft in Angriff zu nehmen. Die Eisbären wurden auch von den Experten als Titel-Kandidat genannt, schaute man aber rein auf das Personal, sah man vor Saisonbeginn die Adler Mannheim als am besten besetzt und somit Top-Favoriten auf den Gewinn der Meisterschaft. Das sollte sich jedoch mit den drei Nachverpflichtungen der Eisbären ändern. Durch die Transfers von Frans Nielsen, Dominik Bokk und Johan Södergran waren es auf einmal die Berliner, welche den am tiefsten besetzten Kader hatten und somit der Top-Favorit waren. Das lag aber natürlich auch am bisherigen Saisonverlauf, doch dazu später mehr.

Nichts zu holen gab es für die Eisbären Berlin in der diesjährigen CHL-Saison. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Vor dem Start der PENNY DEL ging es für die Hauptstädter zunächst in der Champions Hockey League (CHL) zur Sache. Auch in die CHL-Saison war man mit hohen Erwartungen gestartet, welche man jedoch bereits nach vier Spielen enttäuscht begraben musste. Denn die ersten vier Spiele gingen allesamt verloren. Vor allem die Gegentorflut gab Anlass zur Sorge, denn man kassierte gegen Tampere sechs und fünf Gegentore, gegen Skelleftea waren es jeweils fünf Gegentore in beiden Spielen. Mit 21 Gegentoren aus vier Spielen ging die Generalprobe für den Ligastart also in die Hose.

Vor dem ersten DEL-Spiel wurde das Meisterbanner unter die Hallendecke gezogen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und zum Saisonauftakt folgte gegen den Erzrivalen München beim 1:4 zugleich die fünfte Pflichtspielniederlage in Folge. Diese konnten die Eisbären zwar mit zwei Auswärtssiegen in Iserlohn (7:4) und in Bremerhaven (4:0) beenden. Doch stand man auf einmal vor einem anderen großen Problem. Denn kaum waren die Fans wieder in die Arena am Ostbahnhof zurückgekehrt, taten sich die Berliner enorm schwer, einen Heimsieg einzufahren. Inklusive der beiden CHL-Spiele verloren die Eisbären sechs Heimspiele in Folge. Dagegen schien man auswärts als unbesiegbar, wurden doch die ersten sieben Auswärtsspiele der Saison gewonnen. Das sorgte schon für Kopfzerbrechen bei den Eisbären-Verantwortlichen, doch das Trainerteam um Serge Aubin behielt stets die Ruhe und wies immer wieder daraufhin, dass die Mannschaft sich in einem Prozess befindet und man noch auf der Suche nach der Normalform ist. Warum es auswärts besser klappte als daheim, dafür hatte er allerdings auch keine Erklärung, behielt aber auch hier weiterhin die Ruhe.

Heimsiege waren zu Saisonbeginn eine Rarität. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und dann klappte es ja auch endlich mit Heimsiegen. Der 6:3-Erfolg gegen Lugano in der CHL machte den Anfang. In der DEL gewann man dann auch gegen Köln (6:3) und Ingolstadt (5:3). Nachdem man insgesamt sieben Pflichtspiele in Folge (DEL, CHL, Heim, Auswärts) gewann, wurde man von Schwenningen (1:3) auf eigenem Eis wieder ausgebremst.
Auswärts hatte es den Deutschen Meister dann auch erstmals erwischt. In Wolfsburg zog man beim 4:5 n.V. erstmals den Kürzeren auf fremden Eis. Beim 2:5 in Ingolstadt folgte die zweite Auswärtsniederlage in Folge und die erste nach regulärer Spielzeit. Bis zum Jahresende verlor man von den letzten fünf Auswärtsspielen aber nur noch eins – erneut in Wolfsburg (2:3 n.P.).
Zuhause feierte man in den restlichen elf Heimspielen bis zum Jahreswechsel acht Siege. Besonders eine Niederlage sorgte aber derweil für viel Gesprächsstoff – das 6:7 n.V. gegen Düsseldorf. Zum einen wegen der vielen Gegentore, zum anderen, weil man dieses Spiel trotz klarer Führung noch aus der Hand gegeben hatte.

Auswärts hatten die Eisbären-Fans diese Saison jede Menge Grund zum Jubeln. (Foto: Ela on Tour)

Doch inzwischen zeigte sich auch, dass mit den Eisbären dieses Jahr zu rechnen ist. Denn man kassierte nie mehr als zwei Niederlagen in Folge. Was eben an der enormen Auswärtsstärke der Berliner lag. Zudem punktete man zwischen den beiden Heimspielen gegen Nürnberg satte zwölf Spiele in Folge, gewann davon neun Spiele. Die Eisbären waren längst auf Platz eins der Tabelle angekommen. Den Platz sollte man auch nicht mehr abgeben.
Nach dem zweiten Heimspiel gegen Nürnberg gab es noch vier Spiele für die Eisbären bis zur Olympiapause zu absolvieren. Zwei davon gewann man (in Ingolstadt und in München), zwei davon verlor man (gegen München und in Mannheim). Mit der Niederlage gegen Nürnberg kassierte man erstmals drei Niederlagen in Serie. Als Erster ging man in die Länderspielpause. Aus dieser kam man mit fünf Siegen in Serie bestmöglich heraus. Dabei darf man aber nicht vergessen, das zwei dieser fünf Siege nach der Corona-Pause eingefahren wurden. Und zwar mit einem dezimierten Kader, was die Berliner aber nicht davon abhielt, mit 4:0 in Mannheim und 3:2 in Schwenningen zu gewinnen.

Bis zum Saisonende wechselten sich Licht und Schatten bei den Eisbären ab. Man hatte die Playoff-Teilnahme sicher, man war erneut für die CHL qualifiziert, man hatte das Heimrecht in der Tasche und am Ende auch den ersten Platz. Da ließ die Konzentration dann doch zu wünschen übrig. Zwei 2:1-Siege in Back-to-back-Spielen in München und Nürnberg folgten somit zum Ende der Hauptrunde zwei 3:6-Niederlagen gegen bzw. in Straubing. Aber das schärfte nur noch mehr die Sinne der Spieler und im letzten Hauptrundenspiel gegen Bietigheim fand man beim 5:1-Sieg zurück in die Erfolgsspur.

Als Erster gingen die Eisbären Berlin in die Playoffs und waren dort der Top-Favorit. Und doch gab es vor allem eine Baustelle, welche man die gesamte Saison über nicht in den Griff bekam, wenn gleich es zu Saisonende hin deutlich aufwärts ging. Das Powerplay, welches seit Jahren das Problemkind der Eisbären ist, war es auch in dieser Saison wieder. Mit einer Erfolgsquote von nur 18,02 Prozent war man in diesem Ranking nur auf Platz zwölf zu finden. Zu schlecht für eine Mannschaft, die das Ziel Meisterschaft hat.
Dafür stach bereits in der Hauptrunde das Penaltykilling hervor. Platz drei mit einer Erfolgsquote von 83,94 Prozent stand zu Buche. Zwischenzeitlich überstanden die Eisbären 32 Unterzahlspiele in Folge ohne Gegentor auf fremden Eis.

Kurzen Prozess machten die Eisbären Berlin im Viertelfinale mit den Kölner Haien. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im Viertelfinale ging es zunächst gegen die Kölner Haie, welche sich in den Pre-Playoffs gegen Ingolstadt durchgesetzt hatten. Die Berliner galten als der klare Favorit und setzten sich letztendlich auch in drei Spielen souverän gegen die Domstädter durch. Einzig in Spiel eins konnte es Köln eng gestalten und verlor nur denkbar knapp mit 1:2. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre für die Haie da einiges möglich gewesen. Die beiden anderen Ergebnisse fielen da schon deutlicher aus – 5:1 in Köln und 4:0 im entscheidenden dritten Spiel in Berlin.

Hart umkämpft ging es in der Halbfinalserie der Eisbären Berlin gegen die Adler Mannheim zur Sache. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im Halbfinale kam es zum ewig jungen DEL-Klassiker Eisbären Berlin vs. Adler Mannheim. Ein brisantes Detail aus Mannheimer Sicht war sicher dieses, dass die Kurpfälzer seit 20 Jahren auf einen Playoff-Seriensieg gegen die Eisbären warteten.
Spiel eins begann aus Berliner Sicht sehr gut und man führte schnell mit 2:0. Doch die Adler gaben nicht auf und glichen aus. Auch die erneute Berliner Führung konterten die Mannheimer und zwangen die Eisbären so in Spiel eins in die Verlängerung. Die große Chance für die Adler also, das Heimrecht direkt zu klauen. Doch Manuel Wiederer hatte etwas dagegen und schoss die Berliner in der Verlängerung zum ersten Sieg. Wiederer sollte sich im Verlauf der Serie zum Adler-Schreck entwickeln.
Spiel zwei gewannen die Berliner klar mit 6:3 und alles war angerichtet für den Finaleinzug auf eigenem Eis. Doch Mannheim zog den Kopf nochmal aus der Schlinge und gewann Spiel drei in Berlin mit 5:3. Auch Spiel vier holten sich die Mannheimer (4:3) und erzwangen so den ultimativen Showdown in der Hauptstadt. Doch dort erwiesen sich die Eisbären als zu abgezockt und gewannen mit 3:0 und zogen verdient ins Finale ein. Aber die Kurpfälzer hatten den Eisbären in dieser Serie alles abverlangt.

Das Bild der Saison: Deutscher Meister 2022 Eisbären Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären trafen nach fünf hart umkämpften Spielen in nur neun Tagen im DEL-Finale auf Red Bull München, welche vor dem ersten Finalspiel vier Tage frei hatten. Die Eisbären hingegen mussten keine 24 Stunden nach dem fünften Halbfinalspiel das erste Finalspiel bestreiten. Es war das erste von möglichen drei Back-to-back-Spielen für die Berliner, sollte die Finalserie über die volle Distanz von fünf Spielen gehen.
Die Eisbären schockten München in Spiel eins und lagen nach 21 Minuten mit 3:0 vorne. Doch dann ließ die Konzentration nach und man machte entscheidende Fehler, welche München ausnutzte und das Heimrecht dank eines 4:3-Sieges klaute.
In Spiel zwei erwischte München den besseren Start und ging in Führung. Doch die schnelle Antwort durch Leo Pföderl nur 35 Sekunden später war enorm wichtig gewesen. Frans Nielsen brachte die Berliner zu Beginn des letzten Drittels erstmals in Führung. Diese verteidigte man enorm leidenschaftlich, doch zwei Minuten vor dem Ende glich München doch noch aus. Es folgte die Verlängerung und dort ging es für die Hauptstädter um alles. Eine Niederlage wäre gleichbedeutend mit dem Matchpuck für München gewesen. Diesen hätten sie dann nur einen Tag später in der Hauptstadt verwerten können. Doch Frans Nielsen schockte ganz München in der 84. Spielminute und sicherte den Eisbären den 3:2-Sieg in der zweiten Verlängerung und brachte somit das Heimrecht zurück nach Berlin.
Nur einen Tag später ging die Serie also in der Hauptstadt wieder von vorne los und die Eisbären hatten diesmal den besseren Start durch Zach Boychuk, was München aber schnell konterte. Am Ende war es Dominik Bokk vor der zweiten Drittelpause gewesen, welcher den 2:1-Sieg sicherte und Berlin den Matchpuck bescherte.
Zwei Tage später konnten die Eisbären ihre herausragende Saison krönen und taten dies mit einer absoluten Machtdemonstration. Mit 5:0 wurde München in eigener Halle im entscheidenden Finalspiel gedemütigt. Matt White schoss die Eisbären nach einem zuvor nicht gegebenen Tor für München auf die Siegerstraße. Er sollte noch zwei weitere Male treffen und so den Hattrick schnüren. Leo Pföderl und Frans Nielsen erzielten die anderen beiden Tore. Der Rest war Ekstase pur.

Die Eisbären Berlin haben allen Widrigkeiten in den Playoffs getrotzt. Nach fünf Spielen in neun Tagen gegen Mannheim folgten nochmal vier Spiele in nur sechs Tagen gegen München inklusive einer zweimaligen Verlängerung. Doch die Eisbären zogen das gnadenlos durch und holten irgendwo immer wieder Kraft-Reserven raus. Auch die Ausfälle von Yannick Veilleux, Zach Boychuk und Blaine Byron konnten sie nicht stoppen. Weil diese Mannschaft unglaublich zusammenhielt und Jeder für jeden kämpfte. Hinten verteidigte man mit unglaublich viel Leidenschaft und unterstützte somit den alles überragenden Mathias Niederberger im Tor. Und in der Offensive schoss man die Tore immer genau zur richtigen Zeit. Dieser unbändige Wille, dieser Charakter in der Mannschaft, diese Leidenschaft, das alles und noch viel mehr führte am Ende zur erfolgreichen Titelverteidigung.

Was aber auch ein Schlüssel zum Erfolg war, waren die Special Teams. Denn die Eisbären haben es in den Playoffs geschafft, ihr Powerplay rechtzeitig in Form zu bringen. Auf einmal klappte es in Überzahl und man traf in zwölf Spielen elfmal, was einer Erfolgsquote von 26,19 Prozent entsprach. Damit hatte man in den Playoffs das beste Powerplay. Du kannst die ganze Hauptrunde über das schlechteste Powerplay haben. Wenn es in den Playoffs auf den Punkt da ist und funktioniert, hast du alles richtig gemacht.
Auch das Penaltykilling verbesserte sich im Vergleich zur Hauptrunde nochmal deutlich. In den Playoffs war man mit einer Erfolgsquote von 92,50 Prozent das zweitbeste Team. Man ließ in 40 Unterzahlspielen nur ganze drei Gegentore zu. Auch die Special Teams hatten also ihren entscheidenden Anteil an der neunten Meisterschaft.

Goalie Mathias Niederberger wird die Eisbären Berlin nach zwei gewonnenen Meisterschaften Richtung München verabschieden. (Foto: eisbaerlin.de/Netti und Jasmin)

Wer natürlich auch seinen Anteil am erneuten Gewinn der Meisterschaft hatte, war Goalie Mathias Niederberger. Er kam in den zwölf Playoff-Spielen auf eine Fangquote von überragenden 93,56 Prozent. Dazu feierte er drei Shutouts. Und das waren nicht irgendwelche, nein, er spielte jeweils in den entscheidenden Spielen im Viertelfinale, Halbfinale und Finale zu Null – 4:0 vs. Köln, 3:0 vs. Mannheim, 5:0 in München. Das musst du erst einmal schaffen.
Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch dazu, dass Niederberger im Halbfinale schwächelte und er somit auch ein Grund war, weshalb es zu Spiel fünf kam. Wenn du auf deine eigene Leistung aber so reagierst, dann zeugt das davon, was für ein Weltklasse-Keeper Mathias Niederberger ist. Insofern schmerzt sein Abgang nach dieser Saison natürlich enorm. Der deutsche Nationaltorhüter schließt sich ja wie bereits erwartet Finalgegner München an.

Ansonsten ist es natürlich wirklich sehr schwer, einzelne Spieler hervorzuheben. Denn die Meisterschaft war ein absoluter Team-Erfolg einer leidenschaftlich kämpfenden Mannschaft. Aber natürlich sind da die beiden Playoff-Top-Scorer Blaine Byron und Matt White (je 14 Punkte) zu nennen. Matt White hat sich mit seinem Hattrick in Spiel vier in München unsterblich gemacht. Byron hat in den Playoffs bewiesen, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann. Auch sein Abgang wird eine große Lücke in der Offensive hinterlassen.
Über Leo Pföderl (11 Scorerpunkte) und Marcel Noebels (10) braucht man nicht viele Worte verlieren. Die beiden deutschen Nationalstürmer liefern einfach immer ab, wenn es gefordert ist. Egal ob Hauptrunde oder Playoffs. Es ist enorm wichtig, dass man diese Beiden halten konnte.
Frans Nielsen hat bei seiner letzten Karriere-Station noch einmal bewiesen, was für ein Weltstar er ist. Er steuerte in den Playoffs nochmal sieben Scorerpunkte zur Meisterschaft zu. Gerade sein Siegtor in der zweiten Overtime in Spiel zwei in München wird für immer in Erinnerung bleiben.
Manuel Wiederer ist natürlich auch zu nennen, der nach schleppendem Saisonstart, womit aber zu rechnen war, im Verlauf der Saison immer stärker wurde und in den Playoffs zu einem entscheidenden Faktor wurde. Gerade in der Halbfinalserie gegen Mannheim, wo ihm drei Tore gelangen. Gut, dass man ihn in Berlin halten konnte.
Über Frank Hördler braucht man glaube ich nicht viele Worte verlieren. Was er geleistet hat, ist unbeschreiblich. Er hat mit den Eisbären seine neunte Meisterschaft gewonnen und wurde zurecht zum Playoff-MVP gewählt. Nun hat er nur noch einen einzigen Traum: Einmal mit seinem Sohn Eric zusammen für die Eisbären Berlin spielen.
Man könnte eigentlich alle Spieler aufzählen, aber das würde den Bericht sprengen. Doch zwei Spieler muss ich noch hervorheben und das sind ganz klar Kai Wissmann und Jonas Müller. Beide haben punktetechnisch ihre beste Hauptrunde der Karriere gespielt. Beide Verteidiger kamen auf 20 Scorerpunkte (4 Tore/16 Vorlagen). In den Playoffs legten beide Spieler nochmal eine Schippe drauf und kamen auf sieben (Wissmann) bzw. sechs Scorerpunkte (Müller). Vor allen die drei Tore von Jonas Müller in den Playoffs stechen dabei natürlich heraus.
Kai Wissmann hat in dieser Saison den nächsten Schritt in seiner Karriere gemacht und wurde dafür von Bundestrainer Toni Söderholm mit der Nominierung für die WM belohnt. Diese läuft ja aktuell und da bestätigt Wissmann seine Leistungen und sorgt auch in Finnland für Furore.

Zweimaliger Meistertrainer der Eisbären Berlin: Serge Aubin (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären Berlin sind gerade dabei, in eine neue Dynastie zu starten. Auch wenn viele (dazu zählt auch der Autor dieser Zeilen) Fans nicht gerade davon begeistert waren, als Sportdirektor Stéphane Richer damals Serge Aubin (Foto links) als neuen Trainer nach Berlin holte. Diese Investition hat sich mehr als gelohnt und Serge Aubin hat die Eisbären Berlin zusammen mit seinem Trainerteam um Co-Trainer Craig Streu zurück zu alter Stärke geführt. Ja, er hat sie sogar zurück an die nationale Spitze geführt. Aubin hatte seine Visionen, als er in die Hauptstadt kam. Diese setzte er bereits in der wegen Corona abgebrochenen Saison um. Bereits in der damaligen Saison hatte man den Eisbären gute Chancen eingeräumt, am Ende die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Das taten sie dann in der vergangenen Corona-Saison. Diesen Erfolg konnte Aubin in dieser Saison wiederholen und sein Ziel in der neuen Saison wird ganz klar die zehnte Deutsche Meisterschaft und der damit verbundene Hattrick sein.
Das Team dafür wird er zur Verfügung haben. Auch wenn man mit Niederberger, Byron oder Bokk wichtige Stützen im Team verlieren wird. Richer wird erneut für adäquaten Ersatz sorgen und dann werden die Eisbären auch in der nächsten Saison wieder die Gejagten sein. Denn der eingeschlagene Weg wird weiter verfolgt. Mit einem Mix aus erfahrenen und jungen, talentierten Spielern werden die Eisbären ihre Vorherrschaft in der PENNY DEL verteidigen wollen. Und ein anderes Ziel, welches Serge Aubin wichtig ist, hat er auch schon angedeutet: Man will in der CHL ein Wörtchen mitreden, wenn es in der KO-Phase um das Ganze geht. Man blickt also auch nach dem erneuten Gewinn der Meisterschaft in Berlin nur nach vorne. Der Weg dieser Mannschaft ist noch lange nicht beendet. Auch in der neuen Saison wird man wieder angreifen. Und dann werden wir am Ende der Saison 2022/2023 vielleicht von der zehnten Meisterschaft berichten. Zuzutrauen ist es den Eisbären Berlin allemal.

Doch bevor es in die neue Saison geht, verabschieden wir uns erstmal in die wohlverdiente Sommerpause. Wir bedanken uns bei Euch für die Treue während der Saison. Ihr seid einfach eine klasse Community und wir hoffen, Euch auch in der neuen Saison wieder hier begrüßen zu dürfen. Bis dahin wünschen wir Euch eine schöne Sommerpause und alles Gute. Bleibt gesund und vor allem negativ!

3:4 nach 3:0-Führung: Die Eisbären verlieren trotz kämpferischer Leistung Spiel eins

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #34:

Die Eisbären Berlin haben das erste Finalspiel gegen Red Bull München knapp mit 3:4 (2:0,1:3,0:1) verloren. Die Eisbären zeigten eine starke Leistung und führten nach 21 Minuten mit 3:0. Danach verließen sie aber zunehmend die Kräfte, während München den Druck erhöhte. Die Mannschaft von Don Jackson drehte am Ende die Partie und klaute damit das Heimrecht. Die Eisbären kämpften bis zum Ende aufopferungsvoll, wurden für den Einsatz aber nicht belohnt.

Keine 24 Stunden nach dem fünften und entscheidenden Halbfinalspiel gegen Mannheim mussten die Eisbären wieder antreten. Für dieses erste Finalspiel änderte Trainer Serge Aubin sein Personal überhaupt nicht. Es kam kein neuer Spiel in den Kader und auch die Reihen blieben zusammen. Warum sollte er auch was ändern, denn das gestrige Spiel war eine enorm starke Leistung der Berliner, vor allem in der Defensive. Genau daran galt es heute anzuknüpfen, um den ersten Sieg in der Finalserie zu holen.

Beide Teams trafen zum fünften Mal in dieser Saison aufeinander. Und das Heimrecht der Eisbären war rein statistisch gesehen kein gutes Omen. Denn in allen vier Hauptrundenduellen behielt stets die Gast-Mannschaft die Oberhand. Und auch eine weitere Statistik sprach gegen die Berliner: Von den bisherigen drei Playoff-Serien gewannen die Hauptstädter keine. Aber Serien sind dazu da, um gebrochen zu werden. Und so eine Finalserie wäre der perfekte Anlass dafür.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die große Frage war natürlich die, welche Mannschaft im Vorteil war. Die Eisbären, weil sie im Rhythmus drin waren oder aber München, weil sie vier Tage Pause hatten seit dem letzten Spiel.
München hatte auf jeden Fall einen Blitzstart, Trevor Parkes kam aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, Mathias Niederberger war aber zur Stelle. Nur wenige Sekunden später war es erneut Parkes, welcher gefährlich abfälschte. Da war noch keine Minute gespielt. Die Gäste vom Oberwiesenfeld waren vom ersten Wechsel an hellwach und übernahmen von Beginn an die Spielkontrolle. Für die Eisbären ging es daher erst einmal darum, die erste Welle von München zu überstehen.
Das taten sie und konnten sich nach rund fünf Minuten selbst erstmals im Münchner Drittel festsetzen und die ersten ein, zwei Schüsse abfeuern. Nun nahm die Partie an Fahrt auf und es ging rasant hin und her. Beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten immer wieder den Weg zum Tor und dort dann auch den schnellen Abschluss. Es entwickelte sich von Beginn an ein packender und spannender Playoff-Fight. Aber genau das war auch zu erwarten bei diesen beiden Mannschaften.
Die gefährlicheren Chancen hatten die Gäste. In der zwölften Spielminute kam Frederik Tiffels zweimal zum Abschluss und hatte dabei zu viel Platz, Mathias Niederberger war aber auf der Hut. Und im Gegenzug klingelte es im Münchner Tor. Kevin Clark hatte mal einen satten Schlagschuss ausgepackt und damit Henrik Haukeland keine Chance gelassen. Die Scheibe schlug unter der Latte ein – 1:0 (12.). Der erste Jubel-Orkan stürmte durch die Arena am Ostbahnhof. Das war genau der Start, den die Berliner haben wollten. Denn wenn man einem Rückstand hätte hinterher rennen müssen, hätte das nach der anstrengenden und kräfteraubenden Serie gegen Mannheim nur noch mehr Kraft gekostet. So konnten die Eisbären weiter an ihrem Spielplan festhalten.
Die Chance, die Führung direkt auszubauen, gab es nur kurze Zeit später, als München die erste Strafzeit der Partie kassierte. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten nutzten sie das Powerplay auch aus. Über Matt White und Kevin Clark kam die Scheibe von hinter dem Tor zu Zach Boychuk, ein Münchner Verteidiger wollte noch klären, doch die Scheibe kam direkt durch und Boychuk versenkte die Scheibe im langen Eck, gegen die Laufrichtung von Haukeland – 2:0 (15.).
Der Traumstart war endgültig perfekt. Und die große Frage, wie München darauf reagieren würde. Denn sie hatten sicherlich mit allem gerechnet, aber bestimmt nicht mit einem so schnellen Zwei-Tore-Rückstand. Den Eisbären konnte es nur recht sein, sie nahmen die Euphorie von gestern direkt mit ins erste Finalspiel und machten genau dort weiter, wo sie aufgehört haben. Und der Spielstand war Balsam für das Selbstvertrauen der Eisbären, welches dadurch immer größer wurde. Mit der 2:0-Führung ging es letztendlich auch in die erste Drittelpause.

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Das zweite Drittel begann gleich mit dem nächsten Eisbären-Tor. Ganze 43 Sekunden dauerte es, da stand es bereits 3:0. Und endlich scorte die Paradereihe wieder einmal im Zusammenspiel. Leo Pföderl war der Torschütze, Marcel Noebels und Blaine Byron die Vorbereiter. Wow, damit hatte keiner vor dem Spiel gerechnet! Gerade nachdem die Eisbären gestern noch spielen mussten und München seit vier Tagen spielfrei hatte.
München versuchte danach eine Antwort zu finden. Nur ihr Problem war, das Mathias Niederberger anscheinend genau zur richtigen Zeit seine Form und seine Sicherheit wieder gefunden hatte. Egal was bisher auf sein Tor kam, es war eine sichere Beute des deutschen Nationaltorhüters.
Die „Krake von Riga“ war auch gefordert, als es in der 26. Spielminute die erste Strafzeit gegen die Eisbären gab. Und es war gleich ein vierminütiges Unterzahlspiel, denn Kevin Clark kassierte wegen eines hohen Stocks gleich 2+2-Minuten. Die große Chance für München also, hier einen Fuß in die Partie zu bekommen. Und die Gäste setzten sich im Angriffsdrittel fest, brachten jede Scheibe zum Tor und sorgten für viel Gefahr vor Mathias Niederberger. Doch der Teufelskerl entnervte die Münchner Spieler reihenweise. Doch nach fast zwei Minuten Powerplay war dann auch der Berliner Schlussmann geschlagen – oder doch nicht? Die beiden Hauptschiedsrichter Marian Rohatsch und André Schrader entschieden auf dem Eis auf „kein Tor“, fuhren aber zur Sicherheit nochmal zum Videobeweis. Dort erkannten sie, dass die Scheibe nicht mit vollem Umfang über der Linie war und somit blieb die „On-Ice-Entscheidung“ bestehen. Was für ein Save von Mathias Niederberger also gegen Ex-Eisbär Austin Ortega! Ihn zu überwinden, schien heute fast unmöglich. Gerade auch mit der Verteidigung vor ihm. Manuel Wiederer zum Beispiel, welcher sich in einen Schuss warf, der ihm aber deutlich Schmerzen verursachte. Egal, es ist Playoff-Time. Da schütteln sich die Jungs kurz und weiter geht`s.
Aber neun Sekunden vor Ablauf der vierminütigen Unterzahl schlug es dann doch hinter Niederberger ein. Und der Anschlusstreffer war auch verdient. Patrick Hager war der Torschütze gewesen – 3:1 (30.).
München hatte nun neuen Mut geschöpft und merkte, dass das Spiel hier noch lange nicht verloren war. Erst recht nicht, als Patrick Hager acht Minuten vor der zweiten Drittelpause erneut traf – 3:2 (32.).
Sechs Minuten waren noch auf der Uhr, da ging die Partie wieder von vorne los. München war inzwischen die aktivere und bessere Mannschaft. Die Eisbären wirkten jetzt doch angeschlagen und ausgelaugt. Ben Smith stellte auf 3:3 (35.).
Nun war eine Reaktion der Hausherren gefordert. Nur die Frage war, wie viel Benzin noch im Tank war nach der anstrengenden Serie gegen Mannheim? Hatte man vielleicht sein Pulver schon in den ersten 21 Minuten verschossen? Was auf jeden Fall auffiel: Man hatte mit der Strafzeit gegen Kevin Clark seinen Spielplan verlassen und war von da an neben der Spur. Auch wenn man das Unterzahlspiel fast die vollen vier Minuten über super verteidigte. Am Ende war der Druck von München zu groß und das Gegentor eine Frage der Zeit. München war danach im Aufwind und krönte seine Aufholjagd mit dem Ausgleich. Die Eisbären waren nun auf der Suche nach einer Antwort, versuchten wieder Ruhe in ihr Spiel zu bekommen. Doch das fiel ihnen nicht so leicht. Was ihnen aber gelang: Sie hielten das 3:3 bis zum Drittelende und konnten so in der zweiten Drittelpause wieder die Akkus aufladen für das letzte Drittel.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Drittel mussten die Eisbären nach vier Minuten erneut in Unterzahl ran. Ein enorm wichtiges Unterzahlspiel für die Eisbären, die einen Rückstand in dieser Phase des Spiels unbedingt vermeiden wollten. Das schafften sie mit enorm viel Leidenschaft.
Die Partie lebte nun vor allem von der Spannung. Die Zweikämpfe wurden härter und intensiver. Beide Mannschaften wollten auf der einen Seite das evtl. entscheidende Tor erzielen, auf der anderen Seite aber auch den wohlmöglich entscheidenden Fehler vermeiden.
Mitte des letzten Drittels bot sich den Eisbären die Riesenchance zur erneuten Führung, als sie ein Powerplay hatten. Der doppelte Torschütze Patrick Hager musste wegen eines Beinstellens in die Kühlbox. Wenn es einen perfekten Zeitpunkt für ein Tor geben würde, dann wäre er genau in diesem Moment. Die Hauptstädter versuchten es auch, aber München ließ kaum etwas gefährliches zu und überstand die Unterzahl problemlos ohne Gegentor.
Die Zeit lief gnadenlos runter und bei jedem Angriff stockte den Fans in der Arena am Ostbahnhof, in der heute Abend übrigens 10.015 Zuschauer waren, der Atem. Jeder Schuss hätte die Entscheidung bringen können. Und 5:22 Minuten vor dem Ende schlug der Verteidiger des Jahres Zach Redmond eiskalt zu – 3:4 (55.). München hatte die Partie komplett gedreht.
Nun waren die Eisbären gefordert, noch einmal alles nach vorne zu werfen. Und das nur einen Abend nach dem fünften Spiel gegen Mannheim. Das Spiel gegen die Adler hatte genauso viel Kraft gekostet wie das heutige erste Finalspiel. Über Sinn und Unsinn der Ansetzung dieser Finalserie gibt es denke ich keine zwei Meinungen. Sie wird dieser Finalserie nicht gerecht. Aber das scheint den Herrschaften in der Führungsetage der PENNY DEL herzlich egal zu sein. Sie müssen ja nicht diesen Kraftaufwand betreiben. Der sportliche Wert dieser Finalserie stand bereits vor Beginn dieser nicht im Mittelpunkt. Denn sportlich fair würde diese Finalserie so oder so nicht entschieden werden. Und das schreibe ich nicht, weil die Eisbären einen 3:0-Vorsprung drohten, zu verspielen. Dass das passieren könnte, wenn München das Tempo anziehen würde, war wohl allen klar. Denn die Mannen von Coach Don Jackson hatten eben noch jede Menge Benzin im Tank nach vier Tagen frei.
Die Eisbären kämpften aber bis zum Ende, denn sie konnten nichts gegen die Ansetzung der PENNY DEL machen. Serge Aubin riskierte alles, nahm seine Auszeit und Goalie Mathias Niederberger vom Eis. Doch es half alles nichts. Die Eisbären verloren Spiel eins gegen München und gaben das Heimrecht somit an Red Bull ab. Damit stehen die Berliner am Sonntag am Oberwiesenfeld bereits gehörig unter Druck. Aber morgen können die Eisbären die Akkus wieder aufladen, um am Sonntag in München zurückzuschlagen. Denn so überlegen ist München definitiv nicht. Und wenn man bedenkt, wer eine Woche Pause hatte und wer gestern noch gespielt hat, dann können die Eisbären nach dem Spiel mit erhobenem Kopf und voller Stolz vom Eis gehen. Diese Serie ist noch lange nicht entschieden.

3:4 in Mannheim! Die Eisbären vergeben auch den zweiten Matchpuck – Showdown am Donnerstag in Berlin

Die Halbfinalserie zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim erlebt ihren ultimativen Showdown. Die Hauptstädter verloren Spiel vier in Mannheim knapp mit 3:4 (1:1,2:2,0:1) und vergaben damit auch den zweiten Matchpuck. Woran lag es? Mal wieder daran, dass man sein Spiel einfach nicht über 60 Minuten durchgezogen hat und aus seinen Chancen kein Kapital geschlagen hat. Nun muss man am Donnerstag zum Do-or-Die-Spiel in Berlin ran. 

Eisbären-Coach Serge Aubin änderte auch heute wieder seine Reihen und zudem auch sein Personal. In der Defensive kam Korbinian Geibel für Nicholas B. Jensen als nominell siebter Verteidiger ins Line-up. Morgan Ellis verteidigte weiter mit Jonas Müller, Kai Wissmann heute mit Kapitän Frank Hördler anstatt mit Jensen und Eric Mik nahm den Platz von Hördler neben Simon Després ein.
In der Offensive rückten Kevin Clark und Bennet Roßmy für Mark Zengerle und Sebastian Streu in den Kader. Die Paradereihe um Leo Pföderl, Blaine Byron und Marcel Noebels blieb zusammen. Clark rückte in die zweite Reihe zu Matt White und Frans Nielsen. Giovanni Fiore, Zach Boychuk und Dominik Bokk wurden komplett neu zusammengestellt und waren die dritte Formation. Und die nominell vierte Reihe bildeten heute Roßmy, Manuel Wiederer und Johan Södergran.
Im Tor stand auch heute wieder Mathias Niederberger. Tobias Ancicka nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Aubin hatte also wieder ordentlich rotiert. Das hatte er auch schon am Sonntag nach dem erfolgreichen Spiel in Mannheim getan. Darauf bei der Pressekonferenz angesprochen, warum er das denn gemacht hatte, meinte der Coach nur, dass er das während der Saison immer wieder gemacht hatte. Meistens hatte er damit auch Erfolg, am Sonntag war das eben mal nicht der Fall. Waren seine Umstellungen heute der Schlüssel zum Finaleinzug?

Foto: Ela on Tour

Mannheim musste auch heute wieder das Spiel gewinnen, um das Saisonende abzuwenden und ein alles entscheidendes fünftes Spiel in Berlin zu erzwingen. Die Eisbären waren dagegen weiterhin nur einen Schritt vom Finaleinzug entfernt.
Die Eisbären waren vom ersten Bully an sehr konzentriert, was aber auch für Mannheim galt. Beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten sofort den Weg Richtung gegnerisches Tor. Die Intensität war von Beginn an wieder hoch, beide Teams wussten, was zu tun ist, um heute erfolgreich zu sein.
Die Hausherren legten in der sechsten Spielminute vor. Die Eisbären gewannen zwar das Bully im eigenen Drittel, doch David Wolf setzte nach und passte die Scheibe zu Matthias Plachta, welcher Mathias Niederberger tunnelte – 0:1. Zum dritten Mal im vierten Spiel lagen die Berliner also hinten.
Die Kurpfälzer blieben danach sofort am Drücker, merkten, dass die Eisbären nach dem Gegentreffer verunsichert wirkten. Auch Mathias Niederberger, der ungewöhnlich viele Scheiben nach vorne prallen ließ.
Den Hauptstädtern bot sich aber kurz nach dem Powerbreak die Chance zum Ausgleich, denn Nigel Dawes, der dreifache Torschütze aus Spiel drei, kassierte die erste Strafzeit. Chancen waren auch da, aber Felix Brückmann bewies einmal mehr seine Extraklasse mit sensationellen Saves, vor allem gegen Leo Pföderl, als sein rechter Schoner im letzten Moment da war, um den Ausgleich zu verhindern. Das hätte eigentlich der Ausgleich sein müssen.
Die Berliner blieben auch danach am Drücker und suchten immer wieder den Weg Richtung Felix Brückmann. Man hatte sich also vom kurzen Schock des Rückstandes inzwischen gut erholt. Allerdings konnte man sich trotz viel Scheibenbesitz keine richtigen Chancen erspielen, weil die Adler hinten gut zu machten.
Mannheim schaute zum Ende hin mal wieder bei Niederberger vorbei und kam zu zwei gefährlichen Chancen. Doch das Tor machten die Eisbären. Manuel Wiederer scheiterte noch an Brückmann, Zach Boychuk stand aber goldrichtig für den Abstauber und stellte auf 1:1 (19.). Das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt.
9,5 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels kassierte Morgan Ellis aber noch die erste Strafzeit und sorgte dafür, dass die Eisbären mit einem Unterzahlspiel ins Mitteldrittel gehen würden.

Foto: Ela on Tour

Mannheim sorgte in Überzahl auch für Gefahr, aber die Eisbären überstanden die erste Unterzahl des Spiels ohne Gegentor. So holte man sich neues Selbstvertrauen für das zweite Drittel.
Fortan bestimmten Zweikämpfe das Spiel. Die Eisbären spielten ein sehr aggressives Forechecking und klauten den Mannheimern so immer wieder die Scheiben. Matt White prüfte auch zweimal Felix Brückmann. Die Eisbären waren in dieser Phase die Mannschaft, welche es mehr wollte, welche mehr für das Spiel tat. Aber Chancen gab es dennoch kaum zu sehen, weil beide Teams auf eine kompakte Defensive bedacht waren. Beide wollten zudem keine Fehler machen, denn der nächste Fehler hätte der entscheidende sein können. Daher war es auch ein sehr diszipliniertes Drittel bis hierhin.
Nach dem Powerbreak hatten die Hausherren aber mal eine erste kleine Drangphase im Mitteldrittel, wo sie auch zu Abschlüssen kamen. Doch Mathias Niederberger war stets zur Stelle.
Danach wieder die Eisbären am Drücker und daraus resultierte am Ende eine Strafzeit gegen Sinan Akdag. Die große Chance für die Berliner also, erstmals in Führung zu gehen. Und das taten sie auch. Die Scheibe lief sehr gut, Matt White kam zum Abschluss und vor dem Tor fälschte Kevin Clark wohl entscheidend ab – 2:1 (35.). Ein richtiger Riecher also, den Aubin da bewiesen hatte, als er sich für eine Rückkehr von Kevin Clark in den Kader entschied.
Doch Mannheim fand direkt eine Antwort. Tim Wohlgemuth wurde beim Abschluss per Haken entscheidend gestört, die beiden Hauptschiedsrichter entschieden auf Penalty. Und Borna Rendulic verwandelte diesen eiskalt, zog ganz weit rechts raus, eigentlich war die Chance schon vertan, doch Rendulic traf aus sehr spitzem Winkel – 2:2 (37.).
Die Partie ging also wieder von vorne los und Mannheim hatte sofort danach die Chance, die Partie in Überzahl wieder zu drehen. Morgan Ellis musste nach einem Check an der Bande gegen David Wolf erneut auf die Strafbank. Das Powerplay nutzen die Adler zwar nicht, aber gerade als die Eisbären wieder komplett waren, brachte Nigel Dawes die Scheibe von hinter der Torlinie auf das Tor, wo sie Kai Wissmann entscheidend abfälschte und ins eigene Tor lenkte – 2:3 (39.).
Bitter für die Eisbären, für die es eigentlich nach der Führung so gut aussah, aber Mannheim bewies Moral und schlug schnell zweimal zurück. Von dem Schock mussten sich die Hauptstädter erst einmal erholen. Doch das dauerte gar nicht lange. Kai Wissmann zog mit der Scheibe von der blauen Linie zum Tor und zog im entscheidenden Moment ab – 3:3, 14 Sekunden vor der zweiten Drittelpause. Ausgerechnet Wissmann, der eben noch der Pechvogel war. So stand es nach 40 Minuten 3:3 und es war alles offen. Dank einer Energieleistung vom Verteidiger mit der Nummer 6. Das Momentum war dadurch wieder auf Berliner Seite.

Foto: Ela on Tour

Für Spannung war also gesorgt und der Druck war weiter auf Mannheimer Seite. 20 Minuten blieben den Hausherren hier noch, um das Saisonende abzuwenden. Und die große Chance bot sich den Mannheimern nach 45 Minuten, da Morgan Ellis seine dritte Strafzeit nahm. Die musste er aber nehmen, sonst hätte Jason Bast die Scheibe im leeren Tor versenkt. Doch das Powerplay war nach nur einer Minute bereits beendet. Denn Jordan Swarz kassierte auch eine Strafzeit und sorgte dafür, dass die Eisbären danach auch für eine Minute ein Mann mehr waren. Aber die Eisbären konnten das nicht nutzen.
Die Zeit lief weiter runter und die Spannung stieg ins Unermessliche. Die Eisbären waren die aktivere Mannschaft, von Mannheim kam in dieser Phase zu wenig. Aber sie mussten etwas machen, denn sie brauchten unbedingt den Sieg. Und 7:15 Minuten vor dem Ende schlugen die Hausherren auch tatsächlich zu. David Wolf setzte klasse nach und eroberte die Scheibe. Mark Katic hatte von der blauen Linie abgezogen und Markus Eisenschmid fälschte entscheidend ab – 4:3 (53.).
War das das Tor zu Spiel fünf in Berlin? Auf jeden Fall hatte es sich nicht angedeutet, dieses Tor. Aber manchmal brauchst du auch das Glück im Abschluss und das hatten die Kurpfälzer in dieser Situation. Die Eisbären versuchten noch einmal alles, auch ohne Goalie. Aber die Mannen von Coach Bill Stewart verteidigten mit sehr viel Leidenschaft und warfen sich in alle Schüsse. So brachten sie das knappe 4:3 über die Zeit und glichen die Serie tatsächlich noch aus.

Es war eine Partie, welche beide Mannschaften hätten gewinnen können. Die Eisbären hatten mehr Chancen als Mannheim, doch den Kurpfälzern gelang am Ende der Lucky Punch mit einem abgefälschten Schuss. Das Tor fiel in einer Phase, in der man eigentlich das Gefühl hatte, dass wenn einer ein Tor erzielt, dann die Eisbären, die in der Phase die aktivere Mannschaft waren. Aber die Adler setzten einmal aggressiv nach und eroberten sich dadurch die Scheibe, welche kurze Zeit später abgefälscht den Weg vorbei an Mathias Niederberger fand. So sorgten die Kurpfälzer für das alles entscheidende Spiel fünf.
Was bleibt aus Eisbären-Sicht festzuhalten? Sie haben es nicht geschafft, über 60 Minuten ihr Spiel durchzuziehen. Im ersten Drittel fing man gut an, wirkte aber nach dem Rückstand komplett verunsichert. Im zweiten Drittel hatte man das Spiel gedreht und man dachte, das Momentum wäre jetzt auf Eisbären-Seite. Dem war aber nicht so, weil man innerhalb kürzester Zeit zwei Gegentore kassierte. Zwar fand man darauf eine Antwort und ging dank dem Ausgleich mit einem vermeintlich guten Gefühl ins letzte Drittel. Dort war man dann auch die spielbestimmende Mannschaft, machte aber zu wenig daraus. Nun steht man vorerst mit leeren Händen da und muss tatsächlich in das Entscheidungsspiel am Donnerstag vor eigenem Publikum. Das kann dann das Zünglein an der Waage sein, denn die Arena am Ostbahnhof wird ein Hexenkessel sein, den Mannheimern werden dann hoffentlich die Knie schlottern. Die Eisbären müssen dann vom ersten Bully weg ihr Spiel durchziehen und wenn möglich bereits im ersten Drittel deutlich machen, wer hier Herr im Hause ist. Diese so starke Saison darf am Donnerstag kein Ende finden. Nun liegt es an der Mannschaft, den Bock nochmal umzustoßen.

2:3 n.P.: Die Eisbären verspielen in Düsseldorf eine 2:0-Führung – Daniel Fischbuch bestraft seinen Ex-Verein für dessen Passivität

Die Eisbären Berlin haben am Sonntagnachmittag einen sicher geglaubten Auswärtssieg noch aus der Hand gegeben. Bei der Düsseldorfer EG verloren die Hauptstädter vor 6.059 Zuschauern im PSD Bank Dome mit 2:3 (1:0,1:0,0:2/0:0,0:1) n.P. Bis zur 57. Spielminute führten die Eisbären souverän mit 2:0, nichts deutete mehr auf eine Düsseldorfer Aufholjagd hin. Doch dann kam Daniel Fischbuch und bestrafte seinen Ex-Verein für dessen Passivität.

Head Coach Serge Aubin stellte vor dem Spiel in Düsseldorf seine Reihen um. Marcel Noebels und Blaine Byron bekamen mit Mark Zengerle einen neuen Reihenpartner. Manuel Wiederer, der gegen Wolfsburg noch in der Top-Formation spielte, war heute in der dritten Reihe mit Yannick Veilleux und Dominik Bokk zu finden. Veilleux und Bokk spielten am Freitag noch mit Zach Boychuk zusammen, der rückte heute eine Reihe hoch und bildete eine Angriffs-Formation mit Matt White und Kevin Clark. In dieser Reihe ersetzte er Frans Nielsen, welcher heute nicht dabei war. Und in der nominell vierten Reihe waren heute Johan Södergran, Sebastian Streu und Marco Baßler zu finden.
Die Verteidiger-Pärchen blieben gleich und im Tor bekam heute Tobias Ancicka den Vorzug vor Mathias Niederberger. Und wenn wir schon bei der Defensive sind: Nach Jonas Müller am Freitag mit seinem 400. DEL-Spiel gab es heute mit Eric Mik den nächsten Jubilar in den Reihen der Berliner. Der Verteidiger absolvierte sein 100. DEL-Spiel. Herzlichen Glückwunsch an beide Spieler zu den Meilensteinen.

Beide Mannschaften trafen zum vierten Mal in dieser Hauptrunde aufeinander. Bisher gewann stets die Gast-Mannschaft. Die DEG setzte sich mit 3:1 und 7:6 n.V. in der Hauptstadt durch, während Berlin im Rheinland mit 7:4 die Oberhand behielt. Gegen eine Fortsetzung dieser Serie hätten die Eisbären-Fans nichts einzuwenden.

Foto: Ela on Tour

Nach munteren Beginn, in dem es hin und her ging, durften die Berliner früh im Spiel zum ersten Mal in Überzahl ran. Und da wissen wir ja, dass das die noch einzig verbliebene Baustelle im Team des souveränen Tabellenführers ist. Nur auf Platz zwölf findet man das Überzahlspiel der Eisbären, eines Top-Teams eigentlich unwürdig. Auch dieses Überzahlspiel war ein weiterer Beweis dafür, dass man da noch jede Menge Arbeit rein stecken muss, damit das Powerplay in den Playoffs ein entscheidender Faktor sein kann.
Fortan die Eisbären die spielbestimmende Mannschaft, welche immer mit viel Speed ins Angriffsdrittel fuhr. Dort suchte man immer wieder den Abschluss, aber noch hielt Mirko Pantkowski sein Tor sauber. Die DEG kam selten vor das Berliner Tor, wenn das aber der Fall war, wurde es durchaus gefährlich. Doch die besseren Chancen hatten die Eisbären, wo Yannick Veilleux am Gestänge scheiterte.
Fünf Minuten vor dem Ende des ersten Drittels schlug es dann aber doch im Düsseldorfer Tor ein. Simon Després hatte von der blauen Linie abgezogen und zum 1:0 getroffen (15.). Zuvor ging ein Schuss der DEG an die Bande hinter dem Tor, Frank Hördler leitete den Angriff ein und über Kevin Clark kam die Scheibe zu Després, welcher nicht lange fackelte.
Düsseldorf bot sich zum Ende hin nochmal die Chance zum Ausgleich in Überzahl, doch das starke Penaltykilling der Eisbären schlug wieder zu und so überstanden die Hauptstädter die erste Unterzahl der Partie schadlos. So nahm die Mannschaft von Serge Aubin eine knappe 1:0-Führung mit in die Kabine. In einer bis hier hin engen und ausgeglichenen Partie. Beide Mannschaften hatten ihre Momente und Chancen.

Foto: Ela on Tour

Zu Beginn des zweiten Drittel hatten die Eisbären gleich die Chance in Überzahl nachzulegen. Man konnte sich zwar im Angriffsdrittel festsetzen, fand aber keine Lücke gegen die Düsseldorfer Defensive.
Fortan machten die Eisbären weiter gut Druck. Johan Södergran traf noch den Pfosten, aber wenig später erhöhten die Berliner auf 2:0. Matt White hatte abgezogen und Kevin Clark fälschte wohl entscheidend ab (27.).
Düsseldorf hatte jedoch nur eine Minute später die dicke Chance zum Anschlusstreffer. Jerry D’Amigo war auf und davon, bekam das Eins-gegen-Eins gegen Tobias Ancicka, doch im entscheidenden Moment rutschte dem DEG-Stürmer die Scheibe von der Kelle.
Die Hausherren ließen nicht nur diese Chance liegen, nein, auch das nächste Powerplay blieb ungenutzt. Weil das Penaltykilling der Eisbären wieder ganz stark verteidigte und die Schusswege zu machte.
Chancen liegen ließen aber auch die Eisbären, die hier durchaus hätten erhöhen können. So blieb es bei der 2:0-Führung für die Gäste, was weiter Spannung für den Schlussabschnitt garantierte. Denn noch war alles möglich in diesem DEL-Klassiker zwischen der DEG und den Eisbären.

Foto: Ela on Tour

Doch wer mit einem Sturmlauf der Hausherren im letzten Drittel rechnete, wurde zunächst enttäuscht. Es war ein relativ verhaltener Beginn in die letzten 20 Minuten. Und dann wären es beinahe die Eisbären gewesen, welche die Partie endgültig entschieden hätten. Denn Matt White traf nur die Latte – es war bereits der vierte Aluminiumtreffer der Berliner in dieser Partie. Wäre nur eine dieser vier Schüsse rein gegangen, wäre die Partie längst entschieden gewesen.
Fortan wurde die DEG aber immer offensiver. Nun versuchte Düsseldorf hier nochmal einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Und nach dem Powerbreak bot sich den Rheinländern auch die dicke Chane dazu, denn man hatte ein Überzahlspiel. Doch das große Problem der DEG? Sie trafen auf das derzeit beste Unterzahlspiel der Liga. Denn in den letzten zehn Spielen kassierten die Eisbären kein einziges Gegentor in Unterzahl.
Und so lief der Mannschaft von Harold Kreis die Zeit davon. Aber viel fiel den Düsseldorfern auch nicht ein. Die Eisbären standen hinten sehr kompakt und machten bereits die neutrale Zone zu, so dass es sehr schwer für die DEG war, überhaupt mal ins Angriffsdrittel zu kommen.
Doch bei angezeigter Strafe gegen Berlin schlug Düsseldorf zu. Die DEG kam da mal vor das Berliner Tor und der ehemalige Eisbär Daniel Fischbuch versenkte die Scheibe im Tor – 2:1 (57.).
Fast wie aus dem Nichts war die Spannung wieder zurück. Nicht wirklich viel deutete in dieser Phase auf den Anschlusstreffer der Hausherren hin. Aber so schnell kann es eben im Eishockey gehen. Und die DEG versuchte noch einmal alles. Trainer Harold Kreis nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und ihr ahnt es schon, die DEG glich hier tatsächlich noch aus. Erneut war es Daniel Fischbuch, welcher die Eisbären in der 59. Spielminute schockte – 2:2.
Die Berliner haben sich das selbst zuzuschreiben, denn man war zu passiv. Man dachte sich wahrscheinlich, dass man das 2:0 über die Zeit bringen würde. Statt vorne per Konter auf das 3:0 zu gehen, wollte man die Zeit locker runter spielen. Doch für diese Nachlässigkeit wurden sie zurecht bestraft. Beim Stand von 2:2 ging es hier tatsächlich in die Verlängerung.

Und dort bot sich der DEG ein Zwei-auf-Null, aber Tobias Eder scheiterte an Tobias Ancicka. Das Momentum gehörte nun natürlich der DEG, die Eisbären mussten sich erst einmal wieder sammeln. Dieser Doppelschlag hinterließ schon seine Spuren. Doch in der Overtime fiel die Entscheidung nicht, es ging also weiter ins Penaltyschießen.

Und dort krönte Düsseldorf seine Aufholjagd. Daniel Fischbuch und Alex Barta trafen als einzige Schützen. Natürlich zwei Ex-Berliner. Die DEG sicherte sich hier tatsächlich noch den Zusatzpunkt. Daniel Fischbuch also mit einem Hattrick in seinem 500. DEL-Spiel. Wahnsinn!

Eine bittere Niederlage, welche man sich selbst zuzuschreiben hatte. Bis zur 57. Spielminute führte man souverän mit 2:0, ließ hinten kaum noch etwas zu. Aber man machte eben auch nach vorne nicht mehr viel. Man spielte ein wenig zu passiv und ließ Düsseldorf so zurück ins Spiel kommen. Denn es war klar gewesen, wenn der DEG hier der Anschlusstreffer gelingen würde, dann wäre es nochmal eine andere Partie geworden. Zwar deutete gar nichts darauf hin, aber dennoch musst du die Konzentration bis zum Ende hochhalten. Und vorne hätte man einfach mit einem Konter für die Entscheidung sorgen müssen. Doch das taten die Berliner nicht und die DEG bekam nach dem Anschlusstreffer nochmal Oberwasser. Was dazu führte, dass die Hausherren dieses Spiel am Ende doch noch gewannen.
Die Eisbären, insbesondere das Trainerteam um Serge Aubin, werden ihre Schlüsse aus diesem Spiel ziehen. Gerade im Hinblick auf die Playoffs, wo dir so ein Spielverlauf nicht passieren darf. Die Eisbären müssen wieder mehr Schärfe in ihr Spiel bringen und die Konzentration hochhalten. Der vermeintlich sichere erste Platz nach der Hauptrunde sorgt doch so ein wenig für einen Schlendrian im Eisbärenspiel. Daran muss in den nächsten Wochen gearbeitet werden.