Klappt es im dritten Anlauf? Die Eisbären wollen den ersten Saisonsieg gegen Wolfsburg einfahren

Die Eisbären Berlin schweben derzeit auf einer richtigen Erfolgswelle. Souveräner Tabellenführer in der Gruppe Nord, fünf Siege in Serie sowie die unglaubliche Heimserie mit acht Siegen in acht Spielen. Und doch gibt es in dieser PENNY DEL-Saison noch ein Team in der Gruppe Nord, gegen welches die Hauptstädter noch nicht gewinnen konnten. Gegen die Grizzlys Wolfsburg, welche man morgen Abend ab 20:30 Uhr in der Arena am Ostbahnhof empfängt, hat man beide bisherigen Duelle in der Autostadt verloren. Das erste ging denkbar knapp mit 0:1 n.P. verloren, beim zweiten wurde es mit 4:6 schon deutlicher.

Morgen Abend soll der erste Sieg gegen die Niedersachsen eingefahren werden, aber der Respekt ist riesengroß, denn nicht nur die Eisbären befinden sich derzeit in einer Siegesserie. Headcoach Serge Aubin erwartet ein schweres Spiel gegen die Grizzlies:

Ich erwarte ein schwieriges und sehr enges Spiel gegen Wolfsburg. Die Grizzlys befinden sich in guter Verfassung. Sie haben uns in den ersten beiden Spielen einige Schwierigkeiten bereitet. Aber auch wir sind gerade sehr gut drauf. Alle vier Reihen harmonieren, die Defensive steht kompakt und unser Über- und Unterzahlspiel funktioniert zurzeit. Wenn wir wie zuletzt auftreten und unser Spiel über die komplette Spieldauer spielen, ist es schwer uns zu schlagen. Wir dürfen keine unnötigen Strafen nehmen, Wolfsburg hat ein gutes Powerplay.

Während die Berliner fünf Spiele in Serie gewonnen haben, startete Wolfsburg seine Siegesserie ausgerechnet beim 6:4 gegen die Eisbären. Inklusive diesem Spiel stehen die Niedersachsen bei sechs Siegen in Serie. Die letzten drei Spiele gingen über die reguläre Spielzeit hinaus, zweimal fiel die Entscheidung dabei in der Overtime, einmal im Penaltyschießen. Neun Tore erzielten die Mannen von Headcoach Pat Cortina in den letzten vier Spielen nur. Normalerweise keine Ausbeute, mit der du alle Spiele gewinnst. Wenn du aber selbst nur vier Gegentreffer kassiert hast, dann schon. Wolfsburg ist also richtig gut drauf.

In der Gruppe Nord stellen die Autostädter mit 45 Treffern den zweitschlechtesten Angriff, mit 41 Gegentoren aber auch die zweitbeste Defensive der Gruppe Nord. Wolfsburg steht also zunächst einmal sehr kompakt vor dem eigenen Tor, um Gegentore zu vermeiden. Daher suchen die Niedersachen seltener den Weg in die Offensive. Vermutlich getreu dem Motto „Offensive gewinnt Spiele, Defensive Meisterschaften“. Die Eisbären erwartet morgen Abend also eine sehr schwere Aufgabe, vor allem defensiv. Was aber auch für Wolfsburg gilt, denn auch die Eisbären kassierten nur vier Gegentreffer in den letzten vier Spielen. Viele Tore kann man morgen also nicht wirklich erwarten.

Unter den drei Top-Scorern der Grizzlies befinden sich mit Max Görtz (5 Tore/10 Assists) und Matti Järvinen (4/10) zwei Neuzugänge an der Spitze der internen Scorer-Wertung. Gefolgt werden sie von einem ehemaligen Eisbären-Stürmer. Spencer Machacek (9/2) ist der drittbeste Scorer der Niedersachsen. Mit den neun Toren ist er zugleich mit Abstand der beste Torschütze der Wolfsburger. Auf ihn sollten die Eisbären also gehörig aufpassen. 

Vermeiden sollten die Eisbären auch unnötige Strafzeiten, stellt Wolfsburg doch mit einer Erfolgsquote von 23,61 Prozent das viertbeste Powerplay der Liga. In Unterzahl steht Wolfsburg nur auf Platz Neun (80 Prozent). Viele Überzahlspiele werden die Berliner aber wohl nicht bekommen, ist Wolfsburg doch die zweitfairste Mannschaft der gesamten Liga. Dagegen hapert es bei den Niedersachsen mit der Effektivität vor dem gegnerischen Tor. Da liegt man mit nur 7,92 Prozent Erfolgsquote auf Rang Elf. 

Auf die Special Teams hofft auch Eisbären-Stürmer Kris Foucault, welcher auf die derzeitige Stärke in Überzahl verweist:

Wir wollen unsere Siegesserie ausbauen und die der Grizzlys beenden. Unsere beiden bisherigen Spiele in Wolfsburg waren nicht unsere besten Partien, das wollen wir jetzt ändern. Unsere Special Teams funktionieren zurzeit gut, das müssen wir fortsetzen und weiter darauf aufbauen. Es ist gut fürs Momentum, wenn du in Überzahl triffst, oder in der Unterzahl kein Tor des Gegners zulässt.

Doch die Eisbären strotzen nur so vor Selbstvertrauen. Angesichts von fünf Siegen in Serie kein Wunder. Und jetzt, wo man auch die Probleme auswärts abstellen konnte, läuft es sowieso bestens in der Hauptstadt. Daher wollen die Eisbären ihre Siegesserie auch ausbauen. Leo Pföderl glaubt, dass die Eisbären aktuell nur sehr schwer zu schlagen sind:

Wir wissen, dass Wolfsburg gut drauf ist, aber wir schauen nur auf uns und wollen so spielen wie zuletzt. Wir haben durch die Bank eine gute Truppe und man merkt immer mehr, wie die Rädchen ineinandergreifen. Wir sind über die Wochen immer besser geworden. Wenn wir so weitermachen, jeder seine Rolle ausfüllt und Gas gibt, bin ich mir sicher, dass wir schwer zu schlagen sind.

Im Kader der Eisbären gibt es kaum eine Veränderung. Auf der Back-up Position kehrt Youngster Tobias Ancicka wieder ins Line-up zurück. Nino Kinder spielt weiter in Weißwasser und Haakon Hänelt fehlt nach wie vor verletzungsbedingt. Neuzugang Simon Després befindet sich noch in Quarantäne.

Ob die Siegesserie der Eisbären in der Liga und auf heimischen Eis weitergeht, und ob Stürmer Marcel Noebels seinen Scoring-Streak auf 16 Spiele ausbaut, werden wir morgen ab 20:30 Uhr verfolgen können. Wir sind für Euch wieder live vor Ort und berichten über unsere bekannten Social-Media-Kanäle.

6:1 in Köln! Die Siegesserie der Eisbären Berlin geht auf beeindruckende Art und Weise weiter – Erster Scorerpunkt in der DEL für Eric Mik

Es läuft bei den Eisbären Berlin: Der Hauptstadtclub hat sein Auswärtsspiel am Freitagabend bei den Kölner Haien deutlich gewonnen. Mit 6:1 (4:1,1:0,1:0) setzten sich die Berliner in der LANXESS arena durch und feierten damit den fünften Sieg in Folge. Somit wurde also auch die Tabellenführung in der Gruppe Nord ausgebaut. Die Formkurve der Eisbären kennt also weiterhin nur einen Weg – steil nach oben.

Das Selbstvertrauen steigt damit auch immer weiter. Selbstvertrauen, welches man sich vor allem letzte Woche holte, als man innerhalb von 24 Stunden zwei Auswärtssiege in Folge in Krefeld und Iserlohn feierte. Lukas Reichel wurde daraufhin vor dem Spiel noch einmal angesprochen:

Ja, für uns waren die Spiele sehr wichtig. Einfach mal wieder auswärts ein Spiel zu gewinnen. Und dann auch noch zwei gleich hintereinander. Wir wollen auswärts weiter so spielen, wie die letzten zwei Auswärtsspiele. Wir haben immer einen Weg gefunden, ein Spiel zu gewinnen und ich hoffe, das machen wir heute wieder.

Es trafen die beiden formstärksten Teams der letzten fünf Spiele aufeinander. Köln und Berlin gewannen vier der letzten fünf Spiele. Da Köln bei der einzigen Niederlage in diesem Zeitraum auch noch punktete, holten sie satte 13 Zähler au diesen fünf Spielen. Berlin holte starke zwölf Zähler.

Beide Teams zuletzt also mit guten Leistungen, doch den Hausherren merkte man den Aufwind zu Beginn mehr an. Köln kam couragiert aus der Kabine und legte gut los. Die Folge war das frühe 1:0 durch Youngster Julian Chrobot in der vierten Spielminute. Eric Mik bekam die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Sebastian Uvira legte sie von hinter dem Tor vor das Tor, wo Chrobot im Slot lauerte und per Onetimer abzog. Sein erster DEL-Treffer. Unter gütiger Mithilfe von Ryan McKiernan, der ihn einen kurzen Augenblick aus den Augen verloren hatte.
Die Eisbären brauchten ein bisschen, um in dieser Partie anzukommen. Aber mit zunehmender Spieldauer wurden sie immer besser und aktiver. Mark Olver hatte in der neunten Spielminute die erste gute Chance für die Eisbären, doch er verzog denkbar knapp.
Die Gäste von der Spree hatten dann das erste Powerplay und das zelebrierten sie in 15 Sekunden. Frank Hördler mit dem Pass von der blauen Linie rechts runter auf Marcel Noebels, der quer rüber auf Zach Boychuk, welcher die Scheibe nur abtropfen ließ und Lukas Reichel war der Nutznießer, schoss am rechten Pfosten stehend ein – 1:1 per „Tic Tac Toe“ (11.).
Nun nahmen die Eisbären Fahrt auf, Köln verlor irgendwie den Faden und das nutzten die Gäste eiskalt aus. Matt White brachte den Puck von rechts auf das Tor, Giovanni Fiore fing die Scheibe vor Justin Pogge ab, fuhr um den Kölner Goalie rum und schob eiskalt ein – 2:1 (16.).
68 Sekunden später jubelten die Mannen von Headcoach Serge Aubin erneut. Mark Olver brachte die Scheibe über links ins Angriffsdrittel, spielte den Querpass auf Leo Pföderl, welcher eiskalt abschloss – 3:1 (17.).
Der Doppelschlag saß und schockte Köln. Doch die Haie waren noch nicht erlöst. Einen hatten die Berliner noch. Dank eines aggressiven Forechecking erkämpften sich die Hauptstädter die Scheibe, Eric Mik wurde über links auf die Reise geschickt, er spielte die Scheibe durch zu Matt White welcher vor dem Tor die Nerven bewahrte und Justin Pogge düpierte – 4:1, 49 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels. Der erste Scorerpunkt für Eric Mik in der DEL! Die Eisbären nahmen also eine deutliche 4:1-Führung mit in die erste Drittelpause. Angesichts einer Schussstatistik von 20:6 auch mehr als verdient.
Debüt-Torschütze Julian Chrobot mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten bei Magenta Sport:

Wir haben vorne gut gearbeitet, defensiv hatten wir einige Lücken und da ging einfach zu viel Richtung unser Tor. Da müssen wir einfach schauen, dass wir das in den nächsten 20 Minuten hinten besser machen.

Köln hatte sich auch etwas vorgenommen für das zweite Drittel. Aber die Hauptstädter traten hier weiterhin sehr selbstbewusst auf. Sie spielten erneut ein sehr aggressives Forechecking, wirkten sehr scheibensicher und machten hinten dicht.
Vorne bewiesen sie ihre Kaltschnäuzigkeit vor Justin Pogge. Zweites Powerplay für die Eisbären, zweites Tor. Und erneut eine traumhafte Kombination. Marcel Noebels spielte die Scheibe rechts runter auf Lukas Reichel, der die Übersicht behielt und Zach Boychuk auf der linken Seite frei stehen sah. Er spielte den Querpass und Boychuk netzte ein – 5:1 (26.).
Danach zwei Überzahlspiele für Köln in Folge, aber das erste verpuffte harmlos. Im zweiten sah es dann schon besser aus, doch James Sheppard und Frederik Tiffels vergaben die besten Möglichkeiten.
Die Eisbären standen hinten sehr kompakt, machten die gefährlichen Schusswege zu und wann immer sie vorm Kölner Tor auftauchten, wurde es gefährlich. Die Scheibe lief sehr gut, die Pässe kamen an, die Kombinationen saßen. Ein rund um perfekter Auftritt der Berliner.
Leo Pföderl hätte drei Minuten vor der zweiten Pause das halbe Dutzend vollmachen können. Er wurde von Mark Zengerle auf die Reise geschickt, stand frei vor Justin Pogge, legte sich die Scheibe auf die Rückhand, doch Pogge rettete in höchster Not.
Nach 40 Minuten stand es somit 5:1 für sehr souverän auftretende Eisbären. Das Selbstvertrauen war dieser Mannschaft deutlich anzusehen.

Im Schlussdrittel machten die Eisbären gleich weiter. Frühes Powerplay, das dritte in diesem Spiel. Und aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Die Scheibe lief wieder sehr gut, Kris Foucault wurde am linken Bullykreis frei gespielt, nahm Maß und zimmerte den Puck ins Netz – 6:1 (43.).
Danach verflachte die Partie. Köln weiterhin bemüht, aber ohne ein Gegenmittel gegen starke Eisbären. Die Berliner machten nicht mehr als nötig im letzten Drittel. Angesichts des Spielstandes kein Wunder. Ein viertes Powerplay ließ man anschließend ungenutzt. Auch das wird man verkraften können.
Köln versuchte es in der Folgezeit nochmal und hatte auch noch zwei, drei gute Möglichkeiten, aber die Eisbären ließen hier nichts mehr zu und feierten somit den fünften Sieg in Folge. Zudem war es der dritte Auswärtssieg in Serie und zugleich der dritte 6:1-Sieg in den letzten vier Spielen. Wahnsinn!

Die Eisbären sind nicht zu stoppen. Nach holprigen Beginn und etwas schleppenden gut zehn Minuten nahmen die Berliner spätestens nach dem Ausgleich in Überzahl Kurs auf den dritten Auswärtssieg in Serie. Danach zogen sie ihr Spiel über die restlichen 50 Minuten durch. Hinten stand man kompakt, im Spielaufbau zeigte man sich sehr Scheibensicher und auch die Pässe saßen. Vor dem gegnerischen Tor zeigte man teilweise traumhafte Kombinationen. Gepaart mit der nötigen Ruhe am Puck war es ein sehr starkes Auswärtsspiel, welches die Eisbären in der Domstadt ablieferten.
Hervorheben muss man heute sicherlich Zach Boychuk, der sich immer besser ins Berliner Team einfügt und mit drei Scorerpunkten (ein Tor/zwei Assists) brillierte. Auch White sammelte drei Scorerpunkte (1/2). Und Marcel Noebels seine unglaubliche Serie geht auch im 15. Spiel (!) weiter. Der Kerl ist unglaublich und auf bestem Wege, erneut Spieler des Jahres in der PENNY DEL zu werden. Aber natürlich gilt auch dem ganzen Team das große Lob, denn das war ein bärenstarkes Auswärtsspiel bei zuletzt sehr starken Kölner Haien.

6:1! Die Eisbären feiern gegen Krefeld den achten Heimsieg im achten Heimspiel – Marcel Noebels stellt neuen Eisbären-Rekord auf

Ausgabe #6:

Die Heimserie geht weiter: Auch das achte Heimspiel haben die Eisbären Berlin gewonnen. Gegen den Tabellenletzten der Gruppe Nord, Krefeld Pinguine, setzten sich die Hauptstädter mit 6:1 (2:0,1:1,3:0) durch und festigten damit die Tabellenführung. Große Probleme hatten die Eisbären dabei nicht, wenn gleich man im zweiten Drittel zu Beginn eine Drangphase der Pinguine überstehen musste. Danach nahm jedoch alles seinen Lauf, so, wie es vorher vermutet wurde.

Im Line-up der Eisbären gab es zwei Änderungen. Verteidiger Stefan Espeland hatte die Eisbären bekanntlich auf eigenen Wunsch verlassen und schloss sich Red Bull Salzburg an. Und im Sturm kehrte Mark Olver nach überstandener Verletzung zurück in den Berliner Kader. Im Tor stand erneut Mathias Niederberger.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Hinein ins Spiel, in dem Krefeld nach vier Minuten durch Nikita Shatsky die erste Strafzeit des Spiels wegen eines hohen Stocks kassierte. Und dieses Powerplay nutzten die Hausherren zur Führung aus. Matt White hatte abgezogen, Giovanni Fiore fälschte so ab, dass Ex-Eisbären-Goalie Marvin Cüpper nur prallen lassen konnte und „Mister 1:0“ Kris Foucault netzte im vierten Duell gegen die Seidenstädter zum dritten Mal zum 1:0 ein. Die Nummer 98 staubte per Rückhand ab – 1:0 (5.).
Die Eisbären waren offensiv ausgerichtet, überbrückten schnell die neutrale Zone und machten auch das, was sie in den letzten beiden Auswärtsspielen bereits erfolgreich umsetzten. Sie brachten die Scheibe zum Tor, denn das ist ein gutes Mittel im Eishockey, um Erfolg zu haben.
Von Krefeld kam nicht wirklich viel, ein, zwei Mal tauchten sie vor Mathias Niederberger auf, doch so wirklich gefährlich wurde es nicht. Einzig bei einem Tip-in-Versuch von Martin Schymainski wurde es kurz gefährlich, aber er kam nicht richtig an den Puck ran.
Und als der Druck der Eisbären zu groß war und Krefeld sich nur mit einem Icing behelfen konnte, schlugen die Berliner gegen ausgelaugte Pinguine zu. Nach Bullygewinn spielte Marcel Noebels die Scheibe zum völlig freistehenden Jonas Müller, welcher ein paar Schritte fuhr und aus dem hohen Slot per sattem Handgelenkschuss abschloss – 2:0 (13.). Durch die Vorlage steht „Noebi“ nun bei 14 Spielen in Folge mit einem Scorerpunkt. Wahnsinn!
Die Krefelder machten es den Hausherren viel zu leicht, vor das Tor und zu Abschlüssen zu kommen. Nur waren die Eisbären noch nicht so torhungrig vor dem Tor, sonst hätte man diese Einladungen dankend angenommen. Zum Ende hin nochmal ein Powerplay für die Berliner, in denen Lukas Reichel und Marcel Noebels gute Chancen hatten, aber es blieb nach 20 Minuten beim 2:0 für die Berliner.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das zweite Drittel begann mit einer frühen Strafe für Marcel Noebels wegen Beinstellens. Und Krefeld war bockstark mit einem Mann mehr. Arthur Tyanulin und Kristofers Bindulis scheiterten an Mathias Niederberger. Tyanulin versuchte dann noch den „Lacrosse-Move“, scheiterte damit aber ebenso, doch Martin Schymainski war für den Abstauber am langen Pfosten da – 2:1 (23.).
Die Pinguine wirkten wie ausgewechselt, die Eisbären dachten sich anscheinend, dass das hier mit angezogener Handbremse schon klappen würde, zu einfach war das Auftaktdrittel. Doch so sollte man nie an ein Spiel herangehen, denn dann geht es schief. Krefeld war präsent, ging meist als Sieger aus den Zweikämpfen hervor und kam zu leicht an den Eisbären vorbei und so zu Chancen.
Zwischendurch tauchten aber auch mal die Eisbären vor Marvin Cüpper auf und da schepperte es in Minute 26 das erste Mal am Pfosten. Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen, Sebastian Streu hielt die Kelle in den Schuss und lenkte den Puck so an den Pfosten.
Direkt im Anschluss musste Rückkehrer Mark Olver wegen Behinderung für zwei Minuten auf die Strafbank und da pennten die Berliner gehörig. Martins Karsums wurde frei gespielt und plötzlich standen zwei Krefelder völlig frei vor dem Berliner Tor. Nur ein Verteidiger stand noch im Weg, Karsums hätte den Pass suchen müssen, probierte es jedoch selbst. So vergab er diese Riesenchance zum Ausgleich.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Mitte des zweiten Drittels fanden die Eisbären ihre Beine wieder und hielten sich wieder einigermaßen an den Gameplan. Frank Hördler mit einem Sahne-Pass aus dem eigenen Drittel direkt in den Lauf von Marcel Noebels, welcher Cüpper verladen wollte, doch auch er scheiterte am Aluminium.
Als die Eisbären kurz darauf ein weiteres Überzahlspiel hatten, schlug Youngster Lukas Reichel zu. Marcel Noebels spielte ihn am rechten Pfosten an, alle rechneten mit dem Pass, doch „Luki“ war rotzfrech und tunnelte den Ex-Eisbären-Goalie, der da ziemlich verdutzt aus der Wäsche guckte – 3:1 (33.).
Es folgte gleich die nächste Strafzeit gegen die Mannschaft von Neu-Coach Clark Donatelli und auch da hatten die Hausherren Chancen durch Leo Pföderl (2x), Zach Boychuk, Mark Zengerle und Frank Hördler, aber die Scheibe wollte kein viertes Mal ins Krefelder Tor.
Auch in der 40. Spielminute nicht, als es zum dritten Mal im zweiten Drittel am Pfosten schepperte. Parker Tuomie hatte sich klasse durchgetankt, aber auch er traf nur das Aluminium. Dennoch nahmen die Eisbären eine Zwei-Tore-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Für das letzte Drittel hatten sich die Eisbären dann wieder mehr vorgenommen. Sie kamen druckvoll aus der Kabine und wollten gleich nachsetzen. Und ihnen wurde die Chance zum 4:1 auf dem Silbertablett serviert. 1:43 Minuten hatten die Hauptstädter zwei Mann mehr auf dem Eis, doch diese Chance vergaben sie kläglich. Die Formation stand, aber es wurde zu oft der Pass gespielt statt mal zu schießen. Da ließ man die Vorentscheidung liegen. Man hatte zwar Abschlüsse, aber da waren keine hundertprozentigen Chancen dabei.
Aber in der 46. Spielminute klingelte es dann doch im Krefelder Tor. John Ramage mit dem klasse Zuspiel auf links rüber zu Matt White, welche vor das Tor zog und die Scheibe locker und lässig durch die Schoner von Marvin Cüpper schob – 4:1.
Zwei Minuten später hätte Krefeld beinahe wieder einen Fuß in der Tür gehabt, als Lucas Lessio frei vor Niederberger auftauchte. Doch der fuhr die Schoner aus und parierte diese große Chance.
Krefeld hatte in den letzten zehn Minuten noch einmal ein Powerplay, welches aber für keinerlei Gefahr sorgte.
In den Schlussminuten machten die Berliner das Ergebnis dann deutlich. 13 Sekunden dauerte das Powerplay der Eisbären, Marcel Noebels mit dem Zuspiel auf links außen, wo Zach Boychuk keine große Mühe hatte, die Scheibe im Tor zu versenken – 5:1 (58.).
Aber auch das war noch nicht der Schlusspunkt, denn der Kapitän machte das halbe Dutzend voll, er nagelte den Puck 29 Sekunden vor dem Ende unter die Latte – 6:1. Danach war Krefeld erlöst.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Berliner haben die Pflichtspielaufgabe souverän gelöst. Im ersten Drittel hatten die Hausherren das Spiel im Griff, bekamen aber auch Einladungen der Krefelder Defensive verteilt. Im zweiten Drittel nahm man dann die Pinguine auf die leichte Schulter, wohl im Gedanken an das Auftaktdrittel. Da machten die Seidenstädter die ersten Minuten einen richtig guten Eindruck, aber dann nahmen die Eisbären wieder das Kommando in die Hand und erzielten im richtigen Moment das 3:1. Drei Aluminiumtreffer verhinderten letztendlich eine Vorentscheidung im zweiten Drittel. Für die sorgte man dann im Schlussdrittel, als man engagiert raus kam, von Krefeld nicht mehr viel zu ließ und vorne noch dreimal treffen sollte.
Was bleibt sonst noch hängen? Sechs Tore, sechs verschiedene Torschützen aus drei Reihen plus zwei Verteidiger-Tore. Marcel Noebels, der jetzt 14 Spiele in Folge gescort hat, ist seit heute neuer Rekordhalter der Eisbären und löst Steve Walker und Sean Backman ab. Er sammelte genauso wie John Ramage drei Torvorlagen. Und dann drei Powerplaytore, die beweisen, dass das Powerplay der Berliner immer mehr in Fahrt kommt, aber dennoch weiterhin Luft nach oben hat.
Mit dem vierten Sieg in Serie steigt natürlich auch das Selbstvertrauen, aber jetzt muss man diesen Streak Aufrecht erhalten.

Zweiter Auswärtssieg innerhalb von 24 Stunden: Die Eisbären gewinnen mit 4:1 am Seilersee

So langsam läuft es doch auch auswärts für die Eisbären Berlin: Und das sollte der Konkurrenz Angst machen, denn vorher waren die Eisbären ja nur zu Hause eine Macht. Jetzt scheint man aber auch endlich auswärts den Schlüssel zum Siegen gefunden zu haben. Dem 6:1-Sieg in Krefeld gestern Abend folgte heute gleich der nächste Erfolg. Am Seilersee gewann man in einer sehr intensiven Partie mit 4:1 (1:0,0:0,3:1) bei den Iserlohn Roosters und festigte mit dem dritten Auswärtssieg der Saison die Tabellenführung in der Gruppe Nord.

Im Vergleich zum Spiel in der Seidenstadt gab es keine Änderungen im Berliner Kader. Das selbe Personal spielte in den selben Formationen wie gegen Krefeld. Somit stand also auch wieder Mathias Niederberger im Tor. 

Es trafen zwei Welten aufeinander. Während Iserlohn mit 50 Toren nach Düsseldorf und den Eisbären (je 51 Tore) die drittbeste Offensive der Gruppe Nord stellte, kamen die Eisbären mit der Empfehlung der zweitbesten Defensive der Gruppe Nord (33 Gegentore), nur Bremerhaven war besser (29). Zudem feierten die Berliner bereits drei Shutouts – Ligabestwert in dieser Saison. Vorsicht war aber für die Eisbären geboten, denn Iserlohn stellte zwar mit 348 Torschüssen die wenigsten Abschlüsse der gesamten Liga, war aber mit einer Erfolgsquote von 14,1 Prozent in Sachen Effektivität das beste Team der gesamten PENNY DEL.

Beide Mannschaften arbeiteten von Beginn an hart in den Zweikämpfen. Es war vom ersten Bully an eine sehr intensive Partie geprägt von hohem Tempo und Abschlüssen auf beiden Seiten. Iserlohn nahm dann früh in der dritten Spielminute die erste Strafzeit der Partie und in Überzahl schlugen die Eisbären eiskalt zu. Die erste Chance konnten die Hausherren noch parieren, die zweite nutzte Zach Boychuk aber. Er wurde im Slot angespielt, zog ab und traf halbhoch über die Stockhandseite – 1:0 (4.). Marcel Noebels hatte seine Aktien an dem Tor, weshalb er nun auch im 13. Spiel in Folge scorte. Unglaublich!
Die Eisbären waren hier gut drin, waren bereit, spielten ein aggressives Forechecking. Sie hatten aus dem ersten Spiel gelernt, als man den Start komplett verschlafen hatte. Aber man lernte eben nicht in Sachen Disziplin, denn ab Spielminute Acht sammelten die Eisbären drei Strafen in Folge, weshalb sie einmal für 1:38 Minuten und noch mal kurz für 22 Sekunden mit zwei Mann weniger auf dem Eis waren. Und das Iserlohner Überzahlspiel ist das zweitbeste der Liga und war im ersten Aufeinandertreffen am Seilersee viermal erfolgreich. Und beim ersten doppelten Powerplay war der Druck der Roosters auch enorm hoch und sie drängten auf den Ausgleich, aber sie bissen sich immer wieder an der starken Berliner Defensive und deren Goalie Mathias Niederberger die Zähne aus. Das zweite doppelte Unterzahlspiel überstanden die Eisbären schadlos und kaum waren sie wieder komplett, waren sie selbst wieder in der Offensive präsent und gefährlich.
Aber auch die Hausherren kamen zu Chancen, die beste hatte Brody Sutter, der mit einer Fackel aus dem Slot an Mathias Niederberger scheiterte. Die Sauerländer hatten nun eine richtig gute Phase, aber diese hatte auch Mathias Niederberger und das über das gesamte erste Drittel.
Zum Ende hin waren es die Eisbären, welche am Drücker waren, doch ein Tor gelang der Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin nicht, dafür zogen sie 11,4 Sekunden vor dem Ende die zweite Strafzeit gegen Iserlohn. So nahm man eine 1:0-Führung und zudem noch ein Powerplay mit in die Kabine.

1:49 Minuten stand zu Beginn des zweiten Abschnitts noch auf der Powerplayuhr und da hatte Giovanni Fiore die dicke Chance. Ein Schuss von der blauen Linie von Ryan McKiernan wurde vor dem Tor geblockt, auf einmal lag die Scheibe bei Fiore, welcher per Rückhand abschloss. Das Tor war halboffen, aber Andreas Jenike kam in letzter Sekunde noch an die Scheibe und bewahrte sein Team vor dem Zwei-Tore-Rückstand.
Die Eisbären machten ein starkes Auswärtsspiel. Hinten standen sie sehr kompakt und ließen kaum etwas zu, vorne spielten sie sehr einfaches Eishockey, denn sie brachten fast jede Scheibe auf das Tor. Immer wieder machten sie viel Druck und drängten die Hausherren ins eigene Drittel ein, nur belohnten sie sich nicht dafür.
Iserlohn kam in der 26. Spielminute mal zu einer guten Chance, als Joe Whitney mit viel Speed über links ins Angriffsdrittel kam, abzog und Mathias Niederberger prüfte. Dieser parierte den ersten Schuss, doch der Puck flog hoch in die Luft, im zweiten Versuch hatte der Berliner Goalie die Scheibe sicher.
Danach beide Mannschaften mit einem weiteren Powerplay. Zunächst hatten die Eisbären einen Mann mehr auf dem Eis, aber außer einer guten Chance durch den sehr auffälligen Zach Boychuk sprang nicht bei heraus. Im selben Überzahlspiel entstand auch noch das anschließende Powerplay für die Hausherren, aber die Eisbären verteidigten das sehr stark und ließen nichts zu.
Es blieb eine sehr intensive Partie, in der mal wieder Iserlohn zu einer guten Möglichkeit kam. Ryan Johnston tankte sich bis zum Slot durch, scheiterte dann aber per Rückhand an Niederberger. Die Eisbären gönnten sich eine kurze Verschnaufpause, zogen zum Ende hin aber nochmal das Tempo an und kamen zu Chancen durch Matt White und Giovanni Fiore, welcher heute auch sehr auffällig und gut spielte. Aber beide Chancen blieben ungenutzt, so dass die Eisbären auch nach 40 Minuten knapp mit 1:0 am Seilersee führten.

Im Schlussdrittel bot sich den Eisbären früh die Möglichkeit, in Überzahl nachzulegen. Ganze neun Sekunden dauerte es nur, bis Torsten Ankert in die Kühlbox musste. Marcel Noebels und Kris Foucault scheiterten aber an Andreas Jenike. Und auf der Gegenseite stand Casey Bailey plötzlich frei vor Mathias Niederberger, aber der lenkte die Scheibe über das Tor.
Danach kassierten Matt White und Kai Wissmann innerhalb von 37 Sekunden zwei Strafzeiten, die Sauerländer also mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und sechs Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen White schlug Iserlohn bei doppelter Überzahl zu. DEL-Top-Scorer Joe Whitney wollte eigentlich den Querpass auf den langen Pfosten spielen, aber vom liegenden Ryan McKiernan ging die Scheibe letztendlich über die Torlinie – 1:1 (45.).
Die Roosters also zurück im Spiel und es stellte sich nun die Frage nach der Kraft der Eisbären, welche gestern Abend ja noch in Krefeld spielten. Würde Iserlohn, das eine Woche spielfrei hatte, jetzt die Kraftreserven ausspielen und die drei Punkte holen? Nein, denn die Eisbären hatten noch genügend Sprit im Tank und konnten die Partie so für sich entscheiden.
Nach einem vergebenen Powerplay der Eisbären und weiteren vergebenen Chancen auf beiden Seiten, war es das nächste Powerplay der Hauptstädter im Schlussdrittel, welches den Erfolg bringen sollte. Kapitän Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen, die Scheibe ging gerade durch ins lange Eck – 2:1 (54.).
Und damit noch nicht genug. Zwei Minuten später kam Giovanni Fiore mit viel Speed über links ins Angriffsdrittel, wartete so lange, bis er eine Lücke fand, zog ab und schlenzte die Scheibe ins Eck, ein Traumtor und die Belohnung für seinen starken Auftritt heute – 3:1 (56.).
Iserlohns Coach Jason O’Leary riskierte alles und nahm zweieinhalb Minuten vor dem Ende seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Das nutzten aber die Eisbären in Person von Leo Pföderl zur endgültigen Entscheidung – 4:1 (58.). Pföderl baut seinen gestern erst aufgestellten DEL-Rekord also weiter aus, traf somit auch im neunten Spiel in Folge. Zudem scorte er im zehnten Spiel in Folge, Marcel Noebels steht jetzt sogar bei 13 Spielen in Folge mit einem Scorerpunkt.

Das war eine bärenstarke Leistung der Berliner. Von der ersten bis zur letzten Sekunden haben sie vor allem gekämpft, waren in den Zweikämpfen präsent, standen hinten sehr kompakt und machten vor allem die gefährlichen Schusswege zu, so dass man Iserlohn wenig hundertprozentige Chancen gab. Das Penaltykilling machte auch einen sehr guten Job, beim Gegentor kam halt Unglück durch den abgelenkten Schuss hinzu. Aber dass man überhaupt so viel in Unterzahl ran musste, wird Trainer Serge Aubin nicht gefallen haben. Der einzige Kritikpunkt in diesem Spiel heute.
Denn vorne machte man früh das 1:0 und in der Schlussphase genau in den richtigen Momenten die Tore. Und es muss nicht immer die Top-Reihe sein, die solche Spiele entscheidet. Nein, heute sind mir besonders Zach Boychuk und Giovanni Fiore positiv aufgefallen. Beide haben ein starkes Spiel abgeliefert, haben viel gearbeitet und ihr zweites (Boychuk) bzw. viertes (Fiore) Saisontor erzielt. Damit krönten sie ihre starken Leistungen.
Stark ist auch mal wieder das Stichwort für Mathias Niederberger, der wann immer er gebraucht wurde, zur Stelle war. Der vierte Shutout wäre ihm heute sicherlich lieber gewesen, aber der Sieg der Mannschaft steht dann auch für den Goalie ganz klar im Vordergrund.

Richtig angefressen war Iserlohns Stürmer Marko Friedrich nach dem Spiel:

Bescheidene Leistung von unserer Mannschaft. Berlin hat gestern gespielt, wir müssen eigentlich annehmen, dass die heute müde sind. Und dass wir mit disziplinierten und hartem Eishockey denen keinen Zugriff aufs Spiel geben, aber es war genau umgekehrt. So dürfen wir nicht auftreten. Wir waren immer einen Schritt zu langsam, die Intensität hat im ersten Drittel gefehlt, so einfach darf man es den Berlinern hier nicht machen. Wir spielen hier zu Hause, wir sind frisch, wir hatten eine lange Woche ohne Spiel und ja wir müssten hier eigentlich raus kommen wie die Feuerwehr.

Anders war die Stimmung beim Berliner Chefcoach Serge Aubin, der im Interview bei Magenta Sport voll des Lobes war:

Ich denke, wir haben ein stabiles Spiel heute gespielt, wirklich clever. Im ersten Drittel hatten sie einige Möglichkeiten. Aber vom zweiten Drittel an waren wir wirklich stark, hätten eigentlich noch mehr in Führung gehen müssen. Aber ihr Torwart war auch echt gut. Dann haben sie natürlich dieses Powerplaytor gemacht. Aber wir haben dann trotzdem einen guten Job gemacht. Wir haben es verdient, dieses knappe Spiel zu gewinnen. Wir sind mit unserem Powerplay zurück gekommen, ein tolles Tor. Und die Jungs haben sich dann routiniert um den Rest gekümmert.

Es ist toll, es passt alles zusammen, die Jungs funktionieren gut als Team. Und wir können auswärts gewinnen, und gestern und heute war ein guter Schritt vorwärts.

6:1 in Krefeld! Eisbären feiern zweiten Auswärtssieg der Saison

In Krefeld fühlen sich die Eisbären am Wohlsten. Denn in der Seidenstadt gelang den Hauptstädtern der zweite Auswärtssieg der Saison. Am Donnerstagabend setzten sich die Eisbären Berlin mit 6:1 (2:0,4:0,0:1) bei den Krefeld Pinguinen durch und holten sich so die Punkte Nummer sechs, sieben und acht auf fremden Eis. Wirklich in Gefahr geriet der Sieg der Eisbären dabei nicht, wenn gleich die Pinguine zu mindestens im ersten Drittel auf Augenhöhe waren. Danach wirkte es aber eher wie ein Trainingsspiel, wo die Berliner nicht wirklich gefordert wurden.

Headcoach Serge Aubin gab die Marschroute vor dem Spiel aus:

Wir wollen simpel spielen, hart spielen, von der Strafbank weg bleiben. Und das wollen wir über 60 Minuten durchziehen. Es gab eine Menge Spiele, wo wir nur 30, 40 oder manchmal 50 Minuten gut gespielt haben. Aber wir brauchen 60 Minuten, um ein Eishockeyspiel zu gewinnen.

Während die Eisbären auswärts enorm schwach sind, war es bei Krefeld die Heimschwäche. Acht Spiele, acht Niederlagen und null Punkte standen für die Seidenstädter bisher zu Buche. Heute wollten die Pinguine diese Serie beenden und die ersten Punkte einfahren. Und so schlecht sah das Eishockey der Hausherren in den ersten 20 Minuten nicht aus. Es war jetzt kein Eishockey-Leckerbissen, dafür leisteten sich beide Mannschaften zu viele leichte Fehler im Spielaufbau, aber ein klarer Unterschied zwischen dem Tabellenletzten und Tabellenzweiten war definitiv nicht zu erkennen. Lediglich im Abschluss vor dem Tor erwiesen sich die Gäste aus Berlin als effektiver.
Lange dauerte es bis zur ersten klaren Chance. Auf einmal stand Justin Volek frei vor Mathias Niederberger, aber er war wohl selbst überrascht, wie frei er da auf einmal war und vergab diese Riesenchance. Eiskalt dagegen waren die Eisbären bei ihrer ersten großen Chance. Parker Tuomie legte die Scheibe auf rechts zurück auf Mark Zengerle, welcher die Scheibe direkt weiter zu Tuomie passte, der bereits hinter dem Tor lauerte. Die Nummer Zehn der Eisbären fuhr rum ums Tor, visierte die lange Ecke an und brachte die Eisbären in Führung – 1:0 (10.).
Die Gäste von der Spree danach spielbestimmend, druckvoll, sie wollten das zweite Tor gleich nachlegen. Aber Krefeld gab sich nicht auf und nutzte beinahe einen Fehler der Eisbären aus. Die Hausherren mit einem Zwei-auf-Eins, Frank Hördler blieb lange stehen und stoppte den Angriff der Pinguine, welche zu verspielt waren. Aber dann rutschte ihm die Scheibe doch noch durch und Alexander Blank stand frei vor Niederberger, an welchem er jedoch scheiterte.
Wie man Fehler eiskalt bestraft, zeigten dann die Berliner. Krefeld mit dem Puckverlust, Matt White zündete über links den Turbo und schloss stark ab – 2:0 (15.).
Es folgte das erste Powerplay für die Eisbären und da ist man mit 29,7 Prozent auswärts richtig stark. Doch hier sah das Überzahlspiel nur in Minute Eins gut aus, in Minute Zwei ließ Krefeld nichts zu und hatte kurz vor Ablauf der Strafzeit gegen Leon Niederberger selbst die Chance durch Lucas Lessio, welcher aber mit seinem Bauerntrick scheiterte.
Kurz vor Ende des ersten Drittels kassierten die Gastgeber die zweite Strafzeit der Partie gegen Alexander Blank. Die erste Phase des Powerplays konnten die Eisbären jedoch nicht nutzen, nahmen aber noch über eine Minute mit ins Mitteldrittel.
Zwar führten die Eisbären mit 2:0, aber Krefeld versteckte sich hier keinesfalls, lag bei den Schüssen (14:9) sogar vorne. Aber vor dem Tor waren die Berliner eben effektiver.

1:22 Minuten stand noch auf der Powerplayuhr und es sah auch nicht schlecht aus, was die Eisbären da zeigten, nur fehlte ihnen das nötige Quäntchen Glück vor dem Tor. Doch das stellte sich relativ schnell ein. Marcel Noebels mit dem Querpass an der gegnerischen blauen Linie auf Lukas Reichel. Der zog Richtung Tor, wurde aber nach außen gedrängt. Der Youngster setzte zum Bauerntrick an und schob die Scheibe im halbleeren Krefelder Tor ein, da Torhüter Sergei Belov zuvor schon zu weit aus seinem Tor draußen war und so nicht mehr rechtzeitig rüber kam – 3:0 (23.).
Die Gäste aus Berlin hatten nun richtig Bock auf Eishockey und Tore. Und mal wieder eine Traum-Kombination der deutschen Top-Reihe. Lukas Reichel kam über links ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe vor zu Marcel Noebels, welcher selbst hätte abschließen können, doch er spürte den Atem von Leo Pföderl im Nacken, spielte die Scheibe in den Slot, wo eben jener Pföderl lauerte und zum 4:0 einschoss (26.). Für die Nummer 93 das achte Spiel in Folge mit einem Tor, was zugleich einen neuen Berliner DEL-Rekord bedeutet. Den hielten zuvor Steve Walker und Sean Backman.
Und dann gab es auch noch eine Premiere zu bejubeln. Denn Zach Boychuk erzielte sein erstes DEL-Tor auf Zuspiel von Ryan McKiernan. Giovanni Fiore hatte die Scheibe stark im Angriffsdrittel behauptet, spielte sie rüber zu McKiernan, welcher Boychuk am langen Pfosten stehen sah und die Nummer 89 musste nur noch die Kelle hin halten – 5:0 (31.).
Krefeld danach mit der besten Phase des zweiten Drittels und drei, vier guten Möglichkeiten. Mehr war von den Pinguinen – oder sollten wir nach diesem zweiten Drittel eher Pinguinchen sagen? – nicht zu sehen.
Dafür von den Eisbären. Kai Wissmann feuerte mal eine Fackel ab, leider stand die Latte im Weg. Nur eine Minute später ein Wechselfehler des KEV und die Eisbären mit dem Zwei-auf-Null. PC Labrie schloss diesen Konter sehenswert selbst ab, zog von links auf rechts und netzte eiskalt per Rückhand ein – 6:0 (35.).
Zum Ende hin die ersten beiden Strafzeiten für die Eisbären in diesem Spiel. Im ersten Überzahlspiel hatte Brett Olson die dicke Chance zum Ehrentreffer. Er wollte Mathias Niederberger ausspielen, doch der fuhr den Schoner aus. Auf der Gegenseite Giovanni Fiore in Unterzahl mit dem selben Move, aber auch hier war der Goalie, in diesem Fall Sergei Belov, Sieger. Vier Sekunden vor der zweiten Drittelpause gab es die zweite Strafe gegen die Eisbären, weshalb sie das Schlussdrittel in Unterzahl begannen.
Nach gutem ersten Drittel war das zweite Drittel eins zum vergessen für Krefeld.

Doch gefährlich wurde das Powerplay der Gastgeber nicht, eher hatte Marcel Noebels in Unterzahl die beste Chance. Doch viele Chancen sollten es im Schlussdrittel nicht mehr werden für die Eisbären, die erwartungsgemäß ein paar Gänge runter schalteten und nicht mehr taten als nötig. Das schwere Auswärtsspiel in Iserlohn war da schon im Hinterkopf, denn dort wird die Berliner definitiv mehr Gegenwehr erwarten als es in Krefeld heute der Fall war.
Krefeld hatte in der 45. Spielminute ein weiteres Überzahlspiel und dieses Mal schlugen sie zu. Arthur Tyanulin mit dem Hammer aus dem hohen Slot, keine Chance für Mathias Niederberger im Bären-Käfig – 6:1 (46.).
Krefeld anschließend bemüht, weitere Tore zu erzielen, aber die Eisbären standen hinten kompakt und ließen nicht viel zu. Und wenn etwas durchkam, war Mathias Niederberger zur Stelle. So auch bei einem Zwei-auf-eins gegen Tyanulin.
Die Eisbären bekamen dann auch nochmal ein Überzahlspiel, in welchem sie aber für keinerlei Gefahr sorgen konnten. Man musste sich aber auch nicht anstrengen, der Spielstand war dafür zu eindeutig, als das man hier noch Kräfte verschwenden musste.
In der Schlussphase wurden die Eisbären offensiv nochmal aktiver, aber sie konnten das siebte Tor nicht mehr erzielen. Auch nicht Leo Pföderl, nach einer Sahne-Vorarbeit von Lukas Reichel. So blieb es am Ende beim verdienten und nie gefährdeten 6:1-Auswärtssieg der Eisbären Berlin.

20 Minuten hielten die Seidenstädter gut mit, lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe mit dem DEL-Rekordmeister. Doch im zweiten Drittel fiel Krefeld auseinander, da nutzten die Eisbären jeden Fehler gnadenlos aus und legten einige Traum-Kombinationen hin, wofür die deutsche Top-Reihe natürlich verantwortlich war. Da stellten die Eisbären die Weichen auf den zweiten Auswärtssieg der Saison. Im Schlussdrittel machte man nicht mehr als nötig und schonte die Kräfte für die schwere Partie morgen Abend am Seilersee. Denn so schön der zweite Sieg in Krefeld auch war, es wird endlich Zeit für den ersten „echten“ Auswärtssieg der Saison.

Youngster Lukas Reichel sprach nach dem Spiel im Interview bei Magenta Sport über das Spiel, seine Reihe und ob man sich für Traum-Kombinationen auch schon mal selbst abfeiert:

Ja, ich würde sagen, wir können zufrieden sein. Es gab natürlich ein paar Fehler, die sonst daheim, wenn wir unser Topspiel machen, jetzt nicht passieren. Aber ich denke, wir können zufrieden sein und morgen ist das nächste Spiel. Wir haben offensiv gut Druck gemacht, wir haben immer weiter viele Schüsse aufs Tor gebracht und auch die Tore geschossen. Mathias hat auch wieder einen super Job gemacht. Leider kein zu Null, aber ich denke, für ihn war es auch ein gutes Spiel.

Ja, wir verstehen uns gut. Und klar, wenn wir es schön raus spielen, feiern wir uns auch ein bisschen. Aber wir wollten weitermachen, immer weitermachen, weil es kann auch irgendwann nach hinten losgehen und dann kann es sein, dass wir nicht mehr die schönen Tore machen. Deswegen immer weitermachen und weiter ackern, dass es immer so weiter geht.

Schauen wir noch auf einige statistische Fakten zu diesem Spiel:

-> Leo Pföderl erzielte im achten Spiel in Folge ein Tor – Neuer DEL-Rekord für die Eisbären Berlin
-> Leo Pföderl scorte im neunten Spiel in Folge
-> Marcel Noebels sogar im zwölften Spiel in Folge
-> Erstes DEL-Tor für Zach Boychuk
-> 50. DEL-Assist für Kai Wissmann

Der siebte Streich! Die Eisbären erkämpfen sich gegen Düsseldorf den siebten Heimsieg im siebten Heimspiel

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin eine Macht in der Arena am Ostbahnhof. Auch die Düsseldorfer EG musste die Heimreise ohne Punkte antreten, denn die Eisbären gewannen nach 60 Minuten mit 4:2 (1:1,1:0,2:1) gegen die Rheinländer und feierten damit den siebten Heimsieg im siebten Heimspiel nach regulärer Spielzeit. Damit holte man also die Punkte 19,20 und 21 auf heimischen Eis und bleibt weiterhin ohne Punktverlust in Berlin. Und das gegen eigentlich auswärtstarke Düsseldorfer, die jetzt nach zuvor fünf Auswärtssiegen in Folge die zweite Niederlage auf gegnerischem Eis in Serie hinnehmen mussten. Die Frage bei den Eisbären ist also nach wie vor die, warum es zu Hause läuft und auswärts nicht, darauf wusste auch Youngster Sebastian Streu im Vorfeld der Partie keine Antwort:

Es ist schwer zu sagen. Natürlich ist es immer ein bisschen einfacher, heim zu spielen, aber das ist auch keine Ausrede, dass wir auswärts scheiße spielen dürfen. Wir haben uns noch lange nach dem Spiel hingesetzt und ich glaube, wir haben das jetzt auf die Reihe bekommen, dass wir das nächste Auswärtsspiel wie die Eisbären spielen.

Foto: Holli

Normalerweise ist der Monat Oktober bei den Eisbären und ihren Fans der „Pink in the Rink“-Monat. Dann spielen die Eisbären in pinken Trikots, um auf den Kampf gegen den Brustkrebs aufmerksam zu machen. Dieses Jahr ist durch Corona aber alles anders und die DEL konnte erst im Dezember starten. Doch dennoch ließen es sich die Eisbären nicht nehmen, auch in dieser verkürzten und so komischen Saison die „Pink in the Rink“-Aktion durchzuziehen und so traten sie heute gegen Düsseldorf in ihren pinken Jerseys an.
Stadionsprecher Uwe Schumann fand vor dem ersten Bully noch einmal rührende Worte, um auf den Kampf gegen den Brustkrebs aufmerksam zu machen und schickte starke Worte in Richtung medizinisches Fachpersonal, welche tagtäglich diesen Kampf gegen den Brustkrebs aufnehmen. Abgerundet wurde dieses Statement durch ein eindrucksvolles Feuerwerk, welches die Arena am Ostbahnhof noch nicht gesehen hat.
Dem Dank schließen wir uns natürlich an und wir wollen ihn an dieser Stelle auch noch ausweiten und auch dem medizinischen Fachpersonal danken, welches seit einem Jahr den Kampf gegen Corona auf sich nimmt. Ihr alle seid die wahren Helden unserer Gesellschaft und dieses Feuerwerk war auch für Euch!

Foto: Holli

Dieses Feuerwerk brannten die Teams anschließend aber nicht auf dem Eis ab. Torraumszenen waren zu Beginn eher Mangelware. Zwar wurden Schüsse abgegeben, aber diese waren nicht von Zielwasser geprägt und gingen am Tor vorbei. Und dann ging es bei den Eisbären mal wieder los, das alte Problem mit der Disziplin. Stefan Espeland nahm die erste Strafzeit der Partie wegen Behinderung. Und die Rheinländer stellen das drittbeste Powerplay der PENNY DEL, zudem sind sie mit zehn Powerplaytreffern auswärts das beste Team in Überzahl. Doch davon war nicht wirklich viel zu sehen. Lediglich ein Pfostentreffer von Mathias From kam bei heraus, zu mehr reichte es nicht, denn die Eisbären verteidigten das sehr gut. Kein Wunder, stellen sie doch zu Hause das beste Penaltykilling der Liga. Die DEG konnte sogar für 13 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren (Kai Wissmann wegen Stockcheck), aber überzeugend war das Powerplay bisher nicht.
Was machten eigentlich die Eisbären hier außer Strafzeiten sammeln? Sie nahmen eine Einladung von Kyle Cumiskey an. Der DEG-Verteidiger mit dem Fehlpass hinter dem Tor direkt auf den Schläger von Kris Foucault, welcher direkt vor das Tor zog, aber mit seinem ersten Versuch an Mirko Pantkowski scheiterte. Doch die Nummer 98 der Eisbären verwertete seinen eigenen Rebound zum neunten Saisontor – 1:0 (10.).
Direkt im Gegenzug hätte die DEG beinahe ausgeglichen. Ken-André Olimb wurde vor dem Tor angespielt, der Stürmer setzte die Scheibe aber aus der Drehung an den Pfosten. Erneut Glück für die Eisbären. Und das Aluminium-Pech der Rheinländer setzte sich aus dem Krefeld-Spiel fort.
Die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis dominierte das Spiel, suchte immer wieder den Weg vor das Berliner Tor, während von den Eisbären wenig zu sehen war. Das einzige, wo die Eisbären auffielen, war im Strafen nehmen. Kai Wissmann mit seiner zweiten und der insgesamt dritten der Partie, diesmal wegen Spielverzögerung. Und auch dieses Powerplay war jetzt nicht wirklich gefährlich, aber dann nahm sich Verteidiger Nicholas Jensen mal ein Herz und fuhr von Coast to Coast über die gesamte Eisfläche und zog ab. Sein Schuss ging an die Bande hinter dem Tor, sprang zurück und Jensen nutzte seinen eigenen Rebound zum verdienten 1:1 (16.).
Anschließend mal die Berliner mit einem Mann – und für 25 Sekunden sogar mit zwei Mann – mehr auf dem Eis gegen das schlechteste Penaltykilling der Liga. Aber die Eisbären schafften es nicht mal in die Formation, brachten nichts gefährliches zu Stande und so überstand Düsseldorf die erste Unterzahl des Spiels schadlos.
So endete das erste Drittel 1:1-Unentschieden. Verteidiger Jonas Müller war nicht wirklich zufrieden mit den ersten 20 Minuten:

Wie immer die Strafzeiten. Wir nehmen die letzten Spiele oder allgemein zu viele Strafzeiten, da kommen wir schlecht in unseren Rhythmus rein. Wir wissen, dass wir bei Fünf-gegen-Fünf gut sind, dass wir da auch Jeden schlagen können, aber wenn wir ständig in Unterzahl spielen, ist es halt schwierig für uns. Wir müssen einfach mehr unsere Beine bewegen, ich glaube, wir laufen noch ein bisschen hinterher. Wir müssen mehr Pucks zum Tor bringen, die Beine bewegen und Zweikämpfe gewinnen.

Foto: Holli

Irgendwie klappte das mit der Disziplin aber immer noch nicht. Denn es dauerte ganze 25 Sekunden, da wanderte Zach Boychuk wegen Beinstellens in die Kühlbox. Aber das Penaltykilling erneut mit starker Arbeit, einzig ein Schuss von Alexander Barta kam durch, doch der war kein Problem für Niederberger.
Die Hausherren wirkten in diesem Drittel auf jeden Fall zielstrebiger als noch in den ersten 20 Minuten. Sie suchten nun vermehrt den Weg in die Offensive und vor das Tor. Kris Foucault fiel zweimal durch klasse Einzelaktionen auf, doch beide Male scheiterte er an Mirko Pantkowski. Auch Marcel Noebels prüfte den noch ungeschlagenen DEG-Goalie, aber auch die Nummer 92 der Eisbären fand in Pantkowski seinen Meister.
Aber Mitte des zweiten Drittels war auch der Düsseldorfer Schlussmann geschlagen. Die Top-Reihe der Eisbären fuhr einen Zwei-auf-Eins-Angriff. Lukas Reichel kam über rechts ins Angriffsdrittel, wartete lange mit dem Querpass auf Marcel Noebels, der konnte aber nicht abschließen, da Pantkowski bereits auf dem Boden lag. Doch in einer Sturmreihe spielen drei Spieler und der dritte im Bunde, Leo Pföderl, lauerte im Slot, wurde von Noebels angespielt und schoss die Scheibe ins leere Tor ein – 2:1 (30.). Somit geht der Scoring-Streak von Noebels und Pföderl weiter. Noebels scorte jetzt im elften (3 Tore/13 Assists), Pföderl im achten Spiel in Folge (8/3).
Die Eisbären hatten das Spiel im Griff, standen hinten sehr kompakt und machten die gefährlichen Schusswege zu. Der DEG fiel nichts ein, wie sie diesen Abwehrriegel knacken könnten. Nach vorne versuchten die Eisbären immer wieder Angriffe zu fahren, doch diese endeten stets bei Mirko Pantkowski.
Das Spiel lebte hier von der Spannung, denn ein Eishockey-Leckerbissen war es definitiv nicht. Mit 2:1 führten die Berliner nach 40 Minuten an der Spree. Spannung für das Schlussdrittel war also garantiert.

Foto: Holli

Im letzten Drittel merkte man beiden Teams an, dass sie hier nach vorne spielen wollten. Die Eisbären wollten den nächsten Treffer nachlegen, die DEG dagegen zum Ausgleich kommen. Dementsprechend offensiv spielten beide Mannschaften von Beginn an im Schlussdrittel. Aber zunächst waren es die Eisbären, die einen Konter zum 3:1 ausnutzten. Mark Zengerle und Kris Foucault fuhren diesen, Zengerle legte quer rüber auf Foucault und der netzte zum zweiten Mal heute Abend und insgesamt zehnten Mal in dieser Saison ein (45.).
In der Phase danach waren die Eisbären druckvoll, sie wollten hier gleich noch einen weiteren Treffer nachlegen. Mirko Pantkowski im Düsseldorfer Tor hatte jedoch etwas dagegen und ließ einfach keinen weiteren Puck durch. Dann wurde Düsseldorf immer stärker und die Eisbären zogen sich zurück. Düsseldorf suchte immer wieder den Weg vor das Berliner Tor und drängte Berlin ins eigene Drittel ein.
Und für diesen Aufwand sollte sich die Mannschaft von Chefoach Harold Kreis belohnen. Alexander Karachun hatte von der blauen Linie abgezogen, Matt Carey hielt die Kelle in den Schuss und schon wurde es hier noch einmal spannend – 3:2 (53.).
Und Düsseldorf hatte nun nochmal Oberwasser, drängte weiter auf den Ausgleich. Die Eisbären konnten sich kaum noch befreien und für Entlastung sorgen. Die Schlinge zog sich zu und Mathias Niederberger musste ein ums andere mal retten. Düsseldorf war nah dran am Ausgleich, doch als Harold Kreis seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, unterlief der DEG im Berliner Drittel ein Fehler und Matt White machte sich mit der Scheibe auf den Weg Richtung leerem Düsseldorfer Tor, wo er den Puck letztendlich zum 4:2 versenken sollte (59.).
Damit war diese Partie entschieden und der siebte Heimsieg in Folge eingefahren.

Doch davor stand ein hartes Stück Arbeit, welches die Eisbären verrichten mussten. 40 Minuten machten sie es vor allem defensiv sehr gut, ließen kaum etwas zu, machten vor allem die gefährlichen Schusswege zu. So kam Düsseldorf in den ersten zwei Dritteln gerade einmal zu neun Torschüssen. Aber im Schlussdrittel waren es dann deren 19, weil die Eisbären das Eishockeyspielen einstellten und Düsseldorf wieder stark machten. Am Ende hatte man Glück, dass die DEG nicht mehr den Ausgleich erzielt hatte und man selbst ins leere Tor traf.
Es bleibt festzuhalten, dass man auch heute sein Spiel nicht über 60 Minuten durchgezogen hat, aber zu Hause ging das ja bis jetzt noch immer gut. Die Disziplin war zumindest für 20:25 Minuten erneut ein großes Problem der Berliner, danach kassierte man aber keine weitere Strafzeit. Da hat man also ab der zweiten Minute im zweiten Drittel deutlich an der Disziplin gearbeitet. Und dann hat man heute natürlich zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht. Das 1:0 nach einer überstandenen doppelten Unterzahl, das 2:1 nach einer sensationellem Kombination der deutschen Top-Reihe und das 3:1 zu Beginn des letzten Drittels, als man dachte, man würde damit Ruhe rein bekommen. Aber am Ende musste man noch einmal zittern, ehe Matt White mit seinem Empty-Net-Goal für die Beruhigung der Nerven sorgte.
Hervorzuheben sind sicherlich Goalie Mathias Niederberger, welcher im letzten Drittel den Sieg festhielt, Stürmer Kris Foucault mit seinem Doppelpack und einmal mehr die Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Lukas Reichel, die immer mehr zur Lebensversicherung der Eisbären wird. Und der Scoringstreak von Noebels (elf Spiele) und Pföderl (acht Spiele) hält also weiterhin an.
Aber dennoch müssen die Eisbären dringend daran arbeiten, Konstanz in ihr Spiel zu bekommen. Denn einmal mehr hat es sich bestätigt, dass man zu Hause solche Spiele noch gewinnt, auswärts es aber nicht hinbekommt. Ob es nun wirklich besser läuft, wie Sebastian Streu eingangs erwähnte, wird sich nächste Woche zeigen, wenn man Donnerstag in Krefeld und Freitag in Iserlohn antreten muss.

Immer wieder auswärts: Die Eisbären verpennen das erste Drittel und verlieren das Spiel auf der Strafbank

Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Eisbären Berlin und Auswärtsspiele – das will in dieser Saison einfach nicht zusammenpassen. Auch bei den Grizzlys Wolfsburg setzte es eine Niederlage, am Ende unterlag man der Mannschaft von Chefcoach Pat Cortina mit 4:6 (0:3,1:1,3:2). Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Mal wieder verpennte man auswärts das erste Drittel, mal wieder kassierte man zu viele unnötige Strafzeiten und daraus resultierend zu viele Gegentore in Unterzahl und dann wachte man wieder einmal zu spät auf, um das Spiel hier noch zu drehen. So kannst du in dieser Liga keine Spiele gewinnen.

Eine Änderung im Line-up der Hauptstädter. Im Tor setzte Trainer Serge Aubin wie bereits beim ersten Duell in der Autostadt auf Tobias Ancicka. Dort zeigte der Youngster eine starke Leistung und blieb in 65 Minuten ohne Gegentor. Erst im Penaltyschießen konnte Wolfsburg Ancicka bezwingen.

Die Eisbären wollten einen besseren Start als zuletzt auf fremden Eis hinlegen. Und im ersten Wechsel dachte man auch, dass das klappen würde. Man setzte durch Marcel Noebels den ersten guten Schuss ab und setzte sich sofort im Drittel der Hausherren fest. Doch das war nur ein Strohfeuer, denn auch die Grizzlies legten gut los und zogen es vor allem durch.
Nach einem rasanten Beginn mit Chancen auf beiden Seiten waren es die Niedersachsen, welche mit 1:0 in Führung gingen. Und dem Tor ging ein Abstimmungsfehler der Eisbären voraus. Tobias Ancicka fuhr hinters Tor, obwohl er es nicht gemusst hätte. Er spielte die Scheibe direkt auf die Kelle eines Wolfsburgers, welcher die Scheibe schnell quer passte, wo Pekka Jormakka problemlos ins leere Tore einschießen konnte (5.).
Dann kam das zweite Problem der Eisbären zum Vorschein – die zu vielen unnötigen Strafzeiten. Kai Wissmann handelte sich in der neunten Spielminute die erste wegen eines Stockschlags ein. Und die Wolfsburger sorgten zuletzt nicht für Angst und Schrecken in Überzahl, erzielten nur einen Powerplaytreffer in den letzten sechs Spielen. Aber die Eisbären sind bekannt dafür, Aufbauarbeit zu leisten. Ancicka konnte einen ersten Schuss noch parieren, ließ die Scheibe aber ungünstig prallen. So kam die Scheibe letztendlich zu Jormakka, welcher im Verbund mit Parker Tuomie zusammen die Scheibe über die Linie beförderte – 0:2 (9.).
Und die Eisbären verteilten weiterhin Einladungen. Tuomie mit der zweiten Strafzeit wegen Hakens und Wolfsburg mit dem zweiten Powerplaytreffer. Die Niedersachsen behaupten die Scheibe hinter dem Tor, Pekka Jormakka mit dem Zuspiel in den hohen Slot, wo Anthony Rech zu viel Zeit und Platz hatte und zum 3:0 einschießen konnte (12.).
Die Eisbären wirkten mit dem Wolfsburger Spiel überfordert, waren immer einen Schritt langsamer und verloren die meisten Zweikämpfe. Und sie nahmen weiterhin zu viele Strafzeiten. Fabian Dietz marschierte als dritter Spieler in den ersten 20 Minuten in die Kühlbox. Und Wolfsburg kam problemlos in die Formation, konnte sich die Scheibe leicht und locker hin und her spielen, weil im Unterzahlspiel der Eisbären keine Bewegung drin war. Man stand nur da und schaute zu, so kannst du in der DEL nicht auftreten. Wolfsburg kam zwar zu keinem weiteren Tor, doch legten die Hausherren die Probleme der Eisbären mehr als deutlich offen.
Die Gäste aus der Hauptstadt hatten zum Ende hin auch mal ein Powerplay, doch da konnte man nur in der ersten Minuten für viel Druck und Gefahr sorgen. Die zweite Powerplay-Formation war danach einfach zu schwach, um Wolfsburg in Gefahr zu bringen. So führten die Niedersachsen nach dem ersten Drittel mit 3:0. Angesichts von 18:7-Schüssen für die Mannschaft von Chefcoach Pat Cortina auch hochverdient.

Im zweiten Drittel zeigten sich die Berliner deutlich verbessert, sie liefen mehr Schlittschuh, suchten den Abschluss und sie nahmen die Zweikämpfe an. In der 23. Spielminute hatte man den ersten guten Wechsel, in dem man sich zwei, drei gute Chancen erarbeitete. Und kurz darauf gab es das erste Powerplay im Mitteldrittel, doch außer ein, zwei Schüssen kam nichts bei heraus.
Dennoch waren die Eisbären nun aktiver und deutlich offensiv ausgerichteter. Doch die Schüsse, die sie jetzt auch abgaben, waren teilweise zu ungenau platziert oder aber waren kein Problem für Chet Pickard im Tor der Grizzlies.
Mitte des zweiten Drittels sah man die Verbesserung der Eisbären auch im ersten Unterzahlspiel des Mitteldrittels. Da kämpfte man geschlossen und verteidigte sein Tor stark, ließ nichts gefährliches der Gastgeber zu.
Und als sechs Minuten vor der zweiten Pause eine Strafe gegen Wolfsburg angezeigt war, konnten die Eisbären für kurze Zeit mit sechs Mann spielen. Und das nutzten sie eiskalt aus. Im ersten Versuch scheiterte Leo Pföderl noch an Pickard, doch den Rebound schnappte sich Mark Zengerle, der sich einmal drehte und die Scheibe quer rüber zu Pföderl passte. Und der fackelte nicht lange – 1:3 (34.). Mal wieder ein Tor, an dem die deutsche Top-Reihe um Marcel Noebels, Leo Pföderl und Lukas Reichel beteiligt war. Pföderl mit dem 38. Saisontor der Eisbären, zum 33. Mal war diese Reihe beteiligt.
Und die Berliner wollten nachlegen. Giovanni Fiore mit einem Onetimer von rechts, aber Pickard fuhr die Schoner aus und parierte diesen Schuss sensationell. Und im Gegenzug schickte Ryan Button Matti Järvinen mit einem Zuckerpass auf die Reise, der tauchte frei vor Tobias Ancicka auf, doch der Berliner Youngster behielt in diesem Duell die Oberhand.
Wolfsburg bekam dann das zweite Powerplay in diesem Drittel. Und dort ließen die Wolfsburger die Scheibe gut laufen, suchten die Lücke zum Schuss und Sebastian Furchner fand sie. Er wurde hinter dem Tor angespielt, fuhr Richtung Torlinie und zog dann auf der Torlinie stehend aus unmöglichen Winkel ab. Die Scheibe ging am kurzen Pfosten über der Schulter von Ancicka ins Netz – 1:4 (38.). Der dritte Gegentreffer in Unterzahl für die Eisbären.
Somit lag man auch nach 40 Minuten mit drei Toren hinten. Kris Foucault mit der einfachen Marschroute für das letzte Drittel im Interview bei Magenta Sport:

Wir müssen es einfach halten und die Scheiben zum Tor bringen. Das ist der Weg zum Sieg.

Doch das letzte Drittel begann erst einmal mit druckvollen Wolfsburgern, die hier auf der Suche nach der endgültigen Entscheidung waren. Aber die Eisbären fanden dann doch wieder den Weg vor das Tor und kamen zu guten Chancen durch Zach Boychuk und Parker Tuomie, nur von Erfolg waren diese nicht gekrönt.
Aber die Eisbären machten weiter, betrieben viel Aufwand und belohnten sich in Spielminute 47. Marcel Noebels mit dem Zuspiel auf Jonas Müller und der mit dem Handgelenkschuss von der blauen Linie zum 2:4.
Die Eisbären setzten also die Worte von Kris Foucault im Pauseninterview um und brachten die Scheiben zum Tor. Und eine Minute nach dem 2:4 lag die Scheibe erneut im Tor. Ryan McKiernan hatte von der blauen Linie abgezogen und Mark Zengerle staubte ab. Leider erzielte er das Tor per Kickbewegung mit dem Schlittschuh, weshalb die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Gordon Schukies den Treffer nach Ansicht des Videobeweises nicht gaben.
Wolfsburg sorgte fortan immer wieder für Entlastungsangriffe und holte dadurch auch die nächste Strafe gegen die Eisbären raus, Frank Hördler musste wegen Stockschlags für zwei Minuten in die Kühlbox. Und erneut nutzten die Grizzlies das Powerplay. Spencer Machacek hatte vor dem Tor abgezogen, Ancicka parierte den ersten Schuss, aber Machacek setzte wild nach und stocherte den Puck letztendlich über die Linie – 2:5 (52.). Sehr zum Unmut von PC Labrie und Ryan McKiernan, die ihrem Frust Luft machten. Mit der Folge, dass sich beide eine Strafzeit wegen übertriebener Härte einhandelten, bei Wolfsburg aber nur Machacek raus musste. Wolfsburg also mit dem nächsten Powerplay. Und eben lief es ja gut, auch wenn der Treffer nochmal per Videobeweis überprüft wurde, aber anschließend auch gegeben wurde.
Dieses Überzahlspiel blieb zwar ungenutzt, aber direkt mit Ablauf der Strafe gegen McKiernan zog Max Görtz vom linken Bullykreis ab. Die Scheibe wurde noch abgefälscht und schlug hinter Ancicka ein – 2:6 (55.).
Das Spiel war nun natürlich entschieden, aber die Eisbären bekamen in der Schlussphase noch zwei Überzahlspiele, welche sie auch prompt nutzten. Im ersten war es Ryan McKiernan, der mit seinem Schuss von der blauen Linie Erfolg hatte – 3:6 (59.). Und im zweiten zog erneut McKiernan ab, diesmal hielt Giovanni Fiore den Schläger in den Schuss und fälschte so unhaltbar für Pickard ab – 4:6 (60.). Was zugleich der Schlusspunkt war. Die Eisbären verlieren erneut auswärts und bescheren den Wolfsburgern mal wieder einen Heimsieg.

Die Eisbären bleiben auf gegnerischem Eis weiterhin harmlos. In Wolfsburg setzte im sechsten Auswärtsspiel die fünfte Niederlage. Und diese war verdient, denn man verpennte das erste Drittel komplett, obwohl die ersten beiden Wechsel noch recht gut aussahen. Aber danach war man mit dem Wolfsburger Spiel komplett überfordert und kassierte zudem wieder unnötige Strafzeiten. Das mit den Strafen zog sich dann durch das ganze Spiel, weshalb man am Ende vier Gegentreffer in Unterzahl kassierte. Das ist einfach unterirdisch, was die Eisbären da im Penaltykilling zeigen. Zwar bäumte man sich ab dem zweiten Drittel nochmal auf, aber wie bereits erwähnt, nahm man sich mit den Strafen selbst die Chance auf Punkte in Wolfsburg.
Immer wieder sprechen die Eisbären vor den Spielen, man will endlich über 60 Minuten den Spielplan durchziehen, zudem von der Strafbank fernbleiben. Und immer wieder klappt es dann nicht und wenn sie darauf angesprochen werden, können sie es selbst nicht beantworten, warum es so ist. Auch heute wieder, als Kai Wissmann nach dem Spiel im Interview bei Magenta Sport war:

Ich denke, das erste Drittel und der Start waren natürlich ein bisschen scheiße von uns. Da haben wir teilweise gepennt, auch ich, wo ich dann die Strafzeit nehme. Auch in dem Moment davor, dass darf gar nicht so passieren, da müssen wir auch nicht die Strafe nehmen. Und dann war natürlich auch unser Unterzahlspiel heute nicht gut genug. Wir haben sehr viele Gegentore in Unterzahl bekommen. Ich denke, ab dem zweiten Drittel haben wir bei Fünf-gegen-Fünf eigentlich gut gespielt, aber wir müssen es halt schaffen, das über 60 Minuten zu machen. Wenn wir wüssten, woran es liegt, würden wir es ändern. Es ist ja nicht so, dass wir es auswärts hergeben wollen. Wir wollen auswärts genauso spielen wie zu Hause, aber bisher klappt es einfach nicht.

Sechster Heimsieg im sechsten Heimspiel! Auch Iserlohn muss die Heimreise ins Sauerland ohne Punkte antreten

Ausgabe #5:

Reisen nach Berlin lohnen sich für Touristen eigentlich. Reisen für Eishockey-Mannschaften aber aktuell nicht. Denn nach Köln, Bremerhaven (je 2x) und Krefeld waren die Iserlohn Roosters die vierte Mannschaft, welche es versuchte, in Berlin zu gewinnen. Aber auch die Sauerländer wurden mit null Punkten nach Hause Richtung Seilersee geschickt. Die Arena am Ostbahnhof bleibt also weiterhin eine uneinnehmbare Festung. Mit 4:2 (1:2,2:0,1:0) setzten sich die Eisbären gegen Iserlohn durch und bauten damit ihre beeindruckende Heimserie aus. Sechs Heimspiele, sechs Heimsiege, 18 Punkte. Wenn man nun auch noch auswärts so eine Serie starten würde, dann könnte es in dieser Saison weit gehen. Aber dafür muss man auch anfangen, endlich über 60 Minuten konstant zu spielen. Denn auch heute waren wieder Phasen dabei, in denen Trainer Serge Aubin nicht zufrieden war. 

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Bei den Eisbären kehrte PC Labrie ins Line-up zurück, zudem gab Neuzugang Zach Boychuk sein Debüt im Eisbären-Trikot. Haakon Hänelt, Nino Kinder und Mark Olver fehlten dafür. Sebastian Streu rückte aufgrund der Personalsorgen in den Kader der Eisbären, vorher war er für Kooperationspartner Lausitzer Füchse aktiv. Daher kam es auch zu Änderungen in den Reihen-Zusammenstellungen. So blieben in der Defensive Jonas Müller und John Ramage sowie in der Offensive die Reihe um Leo Pföderl, Marcel Noebels und Lukas Reichel zusammen, alles andere wurde oder musste umgestellt werden. Im Tor stand heute wieder Mathias Niederberger.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Hinein ins Spiel, wo der Neuzugang Zach Boychuk nach nicht einmal zwei Minuten seinen ersten Wechsel im Trikot der Eisbären hatte, aber da noch keine Akzente setzen konnte.
Die Anfangsphase war von vielen Zweikämpfen an der Bande geprägt, Torraumszenen gab es nicht zu bestaunen, da tasteten sich die beiden Mannschaften erst einmal noch ab.
Als Jonas Müller und Joe Whitney in der fünften Spielminute aneinander gerieten und für zwei Minuten auf die Strafbank mussten, ging es mit Vier-gegen-Vier auf dem Eis weiter. Und da bekam Leo Pföderl plötzlich im Angriffsdrittel die Scheibe, kurvte vors Tor und zog dann blitzschnell ab – 1:0 (6.).
Die Eisbären danach mit einem guten Forecheck, sie wollten sofort nachlegen und setzten Iserlohn unter Druck. Kris Foucault und Giovanni Fiore hatten gute Chancen, aber Andreas Jenike im Iserlohner Tor hatte etwas gegen ein weiteres Gegentor.
Danach war es das aber mit Eisbären-Offensive. Iserlohn wurde nun immer aktiver und kam immer öfters ins Drittel der Eisbären. Als Ryan Johnston an die Scheibe kam, fuhr er bis zum rechten Bullykreis wurde nicht angegriffen und zog per trockenem Handgelenkschuss ab – 1:1 (9.)
Mitte des ersten Drittels kassierte Jonas Müller die nächste Strafzeit wegen Stockschlags. Allerdings pfiffen die beiden Hautschiedsrichter Gordon Schukies und Bastian Steingross die Strafe relativ spät, weshalb Müller auch verwundert war. Den Sauerländern war es aber egal, die können Powerplay und das zeigten sie auch. Joe Whitney zog rechts stehend von hinter der Torlinie einfach mal vor das Tor, wurde dabei aber auch überhaupt nicht gestört und zog dann blitzschnell ab – 1:2 (11.).
Noch in der selben Minute gewannen die Roosters ein Bully und ein Onetimer durch Casey Bailey von der blauen Linie schlug hinter Mathias Niederberger ein. Doch die Hauptschiedsrichter fuhren zum Videobeweis und gaben den Treffer anschließend wegen einer visuellen Behinderung des Torhüters im Torraum nicht. Glück für die Eisbären, die in dieser Phase des Spiels gar nicht wussten, was hier gerade passierte.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Eisbären hatten dann aber mal Zeit zur Befreiung, als sie ihr erstes Überzahlspiel hatten. Doch dieses war einfach zu statisch, da fehlte die Bewegung, keiner bot sich mal für den Pass an. So sprang lediglich ein Onetimer von Matt White heraus, welcher ins Fangnetz ging. Bezeichnend für das Powerplay.
Wie man ein Powerplay spielt, zeigten anschließend die Gäste vom Seilersee. Diese fanden in die Formation, ließen die Scheibe laufen und kamen zu Chancen durch Robert Raymond, Alexandre Grenier und Brody Sutter. Nur ein Tor gelang den Roosters nicht, aber so spielt man Powerplay.
Erst in den letzten beiden Minuten die Eisbären nochmal mit Chancen durch Frank Hördler, Leo Pföderl und Kai Wissmann Alle vorbereitet von Marcel Noebels. Und 13,4 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels war Zach Boychuk bereits durch, wurde dann aber noch per Stockschlag von Ryan Johnston gestört, weshalb dieser auf die Strafbank musste. Die Eisbären also nochmal mit einem Überzahlspiel für wenige Sekunden, aber man nahm den 1:2-Rückstand mit in die Kabine.

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Und dort muss es mächtig laut geworden sein, denn die Hausherren kam wie ausgewechselt zurück auf das Eis. Zunächst hatten sie ja noch das Powerplay und dort gab es schon zwei gute Möglichkeiten durch Ryan McKiernan und Matt White.
Fortan ging es fast ausnahmslos in eine Richtung und zwar links von uns. Da musste man auf der Pressetribüne schon mal kurz den Kopf nach rechts drehen, wenn eine Unterbrechung war, damit man keinen steifen Hals bekam. Die Eisbären dominierten dieses Mitteldrittel nach Belieben. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf Andreas Jenike zu. In einem Wechsel scheiterten Lukas Reichel an Jenike und Giovanni Fiore und Zach Boychuk am Pfosten.
Die Eisbären traten komplett anders auf, spielten ein aggressives Forechecking, fuhren jeden Check zu Ende. Fragt mal bei Marko Friedrich nach, der gleich zweimal von Ryan McKiernan zusammengefahren wurde. Da musste sich der Iserlohner erstmal kräftig schütteln.
Das Einzige was bisher nicht stimmte, war der Ertrag des Aufwandes, den die Eisbären betrieben. Auch Marcel Noebels hatte eine dicke Chance, aber sein Schuss ging zunächst an Jenikes Schoner und von dort aus an den Pfosten. Doch irgendwann musste der Druck ja belohnt werden. In der 32. Spielminute war es endlich so weit. Mark Zengerle kam über rechts ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe per Rückhand zurück auf Kris Foucault und der zog humorlos ab – 2:2.
Auch danach weiterhin enormer Druck der Eisbären. Sie schossen aus allen Lagen. Sie zauberten sich manchmal sogar vor das Tor. Iserlohn konnte sich kaum noch befreien. Und letztendlich nur mit Fouls helfen. Lukas Reichel wollte Jenike umkurven, dieser stellte ihm die Beine und folglich gab es ein Überzahlspiel für die Eisbären. In diesem fackelten die Berliner nicht lange und nach zwei vergebenen Chancen hämmerte Ryan McKiernan das Spielgerät in die Maschen – 3:2 (34.).
Die Eisbären waren top motiviert, sie hatten das Spiel komplett im Griff, wirkten aber manchmal sogar etwas über motiviert. Deshalb musste PC Labrie nach einem harten Bandencheck auch zu Recht in die Kühlbox. Doch die Eisbären stellten das starke Iserlohner Powerplay kalt und hatten durch Matt White sogar die beste Chance, aber die Nummer 97 verzog knapp.
Nach einer Strafe gegen Marko Friedrich beendeten die Eisbären erneut das Drittel in Überzahl und konnten dieses im letzten fortsetzen. Dann mit einer 3:2-Führung im Rücken.

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Und dort hatten Kris Foucault und Matt White gute Möglichkeiten, aber die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor gehen. Auch nicht zwei Minuten später, als mal wieder die Noebels-Reichel-Pföderl-Reihe auf dem Eis war. Die drei Jungs sorgten immer wieder für Gefahr vor Andreas Jenike, so auch diesmal. Luki mit dem Zuspiel in den Slot auf Leo, aber auch er fand in Jenike seinen Meister.
Iserlohn schwächte sich dann im Schlussdrittel durch Strafen selbst beim Vorhaben, hier noch etwas Zählbares mitzunehmen. Beim ersten Powerplay lief die Scheibe zwar, aber man fand nicht die Lücke zum Abschluss. Beim zweiten Überzahlspiel sah es besser aus und da hatte man auch Chancen. Mark Zengerle kam mit Zug zum Tor, scheiterte aber mit seinem Rückhandschuss an Jenike, für den Nachschuss war leider keiner da. Und mit Ablauf der Strafe kam Leo Pföderl nochmal zum Abschluss, aber ihr ahnt es schon, auch hier war wieder einmal Andreas Jenike der Sieger.
Richtig gefährlich drohte es eigentlich erst vier Minuten vor dem Ende des Spiels zu werden. Frank Hördler kassierte eine Strafzeit und das Iserlohner Powerplay ist gefürchtet, das wissen vor allem die Eisbären ganz gut. Aber nur einmal musste man kurz die Luft anhalten, nämlich als Brody Sutter vor dem Tor den Tip-in versuchte, die Scheibe aber knapp am Tor vorbei ging. Sonst war es ein starkes Penaltykilling der Berliner.
In der 59. Spielminute sorgten die Hauptstädter für die Entscheidung. Parker Tuomie hatte von der blauen Linie abgezogen, Andreas Jenike konnte die Scheibe nur prallen lassen und Mark Zengerle stand genau da, wo ein Stürmer stehen muss – 4:2.
Iserlohn nahm anschließend noch den Goalie vom Eis, doch dieser kehrte wenige Sekunden später nach einer Strafe gegen Iserlohn wieder zurück auf das Eis. Am 4:2 änderte sich bis zur Schlusssirene nichts mehr.

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Zwei Ziele hatten die Eisbären vor dem Spiel: Zum einen den nächsten Heimsieg und zum anderen, endlich über 60 Minuten konstant sein Spiel durchzuziehen. Ziel Eins hat man geschafft, Ziel Zwei leider nicht. Diesmal waren es gut 45 Minuten, in denen man überzeugen konnte. Man fand gut rein ins Spiel und ging auch in Führung, aber danach verlor man mal wieder den Faden und Iserlohn konnte das Spiel mühelos drehen. Und die Roosters hatten Pech, dass das 3:1 nur kurze Zeit nach dem 2:1 aberkannt wurde. Wenn die Sauerländer hier mit zwei Toren vorne gewesen wären, wer weiß, vielleicht wäre das Spiel am Ende anders ausgegangen. Aber so haben sich die Eisbären in der Kabine zusammengesetzt und kamen zu Drittel Zwei wie ausgewechselt zurück auf das Eis. Fortan sah man Kampfgeist, es wurden Checks zu Ende gefahren, man zeigte gute Kombinationen und auch kleine Zaubereien. Und hinten verteidigte man sehr stark, ließ kaum noch etwas zu. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung sicherte man sich so am Ende verdient die nächsten drei Punkte auf heimischen Eis.
Zach Boychuk feierte also gleich im ersten Spiel einen Sieg mit den Eisbären. Er zeigte bereits gute Ansätze und wurde sowohl in Über- als auch Unterzahl eingesetzt und war somit in spielentscheidenden Situationen auf dem Eis. An ihm werden wir noch viel Freude haben. Je mehr die Jungs zusammen trainieren, desto besser werden seine Leistungen auf dem Eis.

3:5 in Düsseldorf! Ex-Eisbär Alex Barta schießt die Eisbären mit drei Toren im Alleingang ab

Die Eisbären Berlin zeigen weiterhin ihre zwei Gesichter: Zu Hause ist man nach wie vor ungeschlagen, auswärts hingegen steht aktuell erst ein Sieg zu Buche – und der in Krefeld, wo aktuell jeder gewinnt. Bei der Düsseldorfer EG wollte man endlich einen „richtigen“ Auswärtssieg einfahren, aber am Ende stand man beim 3:5 (2:2,0:2,1:1) erneut mit leeren Händen da. 

Im Kader der Eisbären fehlten heute PC Labrie (verletzt) und Neuzugang Zach Boychuk (Quarantäne). Fabian Dietz stürmte anstelle von Labrie. Im Tor stand wieder Ex-DEG-Keeper Mathias Niederberger.

Beide Mannschaften dürften vor dem Spiel viel Selbstvertrauen gehabt haben. Die Rheinländer gewannen die letzten fünf Spiele in Folge und punkteten in den letzten sieben Spielen, die Berliner hingegen gewannen die letzten drei Spiele in Serie und punkteten in den letzten fünf Spielen. Doch den besseren Start legten die Gastgeber hin. 65 Sekunden waren erst gespielt, da jubelten die Düsseldorfer bereits. Alexander Barta kam über rechts ins Angriffsdrittel, hatte zu viel Platz und zog auf Höhe des Bullykreises ab. Sein Schuss schlug im langen Eck ein – 0:1 (2.).
Aber die Eisbären schlugen früh zurück. Es lief die vierte Spielminute, als Kris Foucault die Scheibe im Angriffsdrittel eroberte, mit ihr rum ums Tor fuhr, vor das Tor zog und dort zu viel Platz hatte. Er zog ab und tunnelte DEG-Goalie Mirko Pantkowski – 1:1.
Von Beginn an war es ein schnelles Siel, welches hin und her ging. Die DEG wirkte zu Beginn offensiv aktiver, hatte mehr Zug zum Tor. Aber die Eisbären waren die effektivere Mannschaft, waren eiskalt vorm DEG-Tor. Die Rheinländer mit dem Fehlpass im gegnerischen Drittel. Marcel Noebels spielte die Scheibe zu Leo Pföderl und der machte sich auf die Reise Richtung Mirko Pantkowski, kam über rechts ins Angriffsdrittel, zog auf links rüber und tunnelte den DEG-Goalie per Rückhand – 2:1 (9.).
Nur wenige Augenblicke später hätte es beinahe erneut im Düsseldorfer Tor eingeschlagen, aber der Pfosten half der DEG. Im Gegenzug machte sich Alexander Barta aus dem eigenen Drittel auf die Reise, kurvte über die gesamte Eisfläche, zog über rechts ins Angriffsdrittel und zog wieder ab, diesmal flach und erneut schlug der Puck hinter Mathias Niederberger ein – 2:2 (10.).
Zwei Minuten später schepperte es erneut am Gestänge des DEG-Tores. Fabian Dietz hatte abgezogen, aber auch er scheiterte am Aluminium. Danach ging es weiter rauf und runter, aber weitere Tore fielen nicht. So stand es nach 20 munteren Minuten 2:2-Unentschieden im ISS-Dome. Bemerkenswert: 81 Prozent aller abgegebenen Schüsse der Eisbären kamen aus dem gefährlichen Slot-Bereich.
Doppel-Torschütze Alex Barta mit seinem Fazit zu den ersten 20 Minuten bei Magenta Sport:

Ich denke, dass wir ganz gut rein gekommen sind, sind früh in Führung gegangen. Aber hinten wissen wir, dass die Berliner gefährlich sind in der Offensive und da haben wir schlechte Entscheidungen getroffen. Es ist ein bisschen unnötig, dass es 2:2 steht. Ich glaube, dass Berlin offensiv ein bisschen mehr hatte, trotzdem müssen wir das besser verteidigen.

Das Mitteldrittel begannen die Hausherren in Überzahl. Und da ist die DEG das fünftbeste Überzahlteam der Liga, die Eisbären haben aber das fünftbeste Penaltykilling der Liga und sogar das beste der Gruppe Nord. Doch außer zwei Schüssen von Matthias From kam nichts bei rum, die Eisbären überstanden die Unterzahl also schadlos.
Dann wurde es zweimal bitter für die Hauptstädter. Zunächst humpelte Mark Olver verletzt in die Kabine und kurze Zeit später klingelte es erneut im Berliner Tor. Tobias Eder hatte trocken abgezogen und Düsseldorf zum zweiten Mal an diesem Abend in Führung geschossen – 2:3 (24.).
Kurz darauf das erste Powerplay für die Eisbären, in dem auch Haakon Hänelt Eiszeit bekam. Nur kam dabei nichts Zählbares bei raus. Ein Powerplay zum Vergessen. Und das traf auf das gesamte Mitteldrittel zu. Denn von den Eisbären war nichts zu sehen. Nach vorne fehlten einfach die Ideen und hinten musste man die DEG-Angriffe verteidigen. Mit dem aggressiven Spielstil der Gastgeber hatten die Mannen von Chefcoach Serge Aubin große Probleme.
Sieben Minuten vor der zweiten Drittelpause musste dann auch Youngster Tobias Ancicka erstmals hinter sich greifen. Er stand inzwischen im Tor und konnte den Hammer von Nicholas Jensen nicht parieren – 2:4 (33.).
Von den Eisbären sah man eigentlich nur drei Minuten vor der zweiten Pause nochmal eine gute Chance. Mark Zengerle kam bei einem Zwei-auf-Ein-Konter zum Abschluss, scheiterte aber an Mirko Pantkowski. So lag man verdient mit 2:4 nach 40 Minuten im ISS-Dome hinten. Kapitän Frank Hördler war im Interview bei Magenta Sport mit den ersten beiden Drittel überhaupt nicht zufrieden:

Das erste Drittel lief auch nicht so, wie wir es wollten. Ich glaube, wir laufen zwar schon, aber nicht richtig. Wir sind eigentlich immer in der falschen Position und dann sind es so Kleinigkeiten, wo wir gleich von Düsseldorf bestraft werden.

Fürs Schlussdrittel hatten sich die Eisbären dann nochmal etwas vorgenommen und Matt White kam nach bereits 34 Sekunden zur ersten vielversprechenden Chance, doch sein Schuss ging knapp rechts vorbei. Die Eisbären wirkten präsenter als im Mitteldrittel, waren offensiv deutlich öfters zu sehen und wollten hier noch einmal herankommen.
Und sie belohnten sich für den guten Beginn. Jonas Müller bekam die Scheibe an der blauen Linie, zog ab und traf zum 3:4 aus Berliner Sicht (45.). Sein erstes Saisontor und sein erstes Tor seit dem 02. Januar 2019 gegen Iserlohn.
Auch danach die Berliner weiter am Drücker. Aber vor dem Tor manchmal zu ungenau im Passspiel. Die DEG kam erst Mitte des letzten Drittels wieder zu guten Chancen, aber Alexander Karachun vergab zweimal und Daniel Fischbuch einmal. Der DEG bot sich nun auch Platz, wollten die Eisbären doch mit aller Macht noch den Ausgleich und die Verlängerung erzwingen.
Und der Druck der Eisbären nahm auch zu und sie drängten die Rheinländer ins eigene Drittel, aber es fehlte an Genauigkeit vor dem Tor und beim Passspiel. Trainer Serge Aubin nahm 45 Sekunden vor dem Ende Goalie Tobias Ancicka zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und 39 Sekunden vor dem Ende zudem eine Auszeit. Aber die DEG spielte ein aggressives Forechecking und zwang die Eisbären zum Scheibenverlust im eigenen Drittel, welchen Alex Barta mit seinem dritten Treffer an diesem Abend bestrafte – 3:5 (60.). Damit war die Partie entschieden und die Eisbären stehen weiterhin bei nur einem Auswärtssieg.

Auch das zweite Spiel haben die Eisbären in Düsseldorf verloren. Und es war eine verdiente Niederlage, weil man es über 60 Minuten nicht schaffte, sein Spiel durchzuziehen. Man lief zu wenig Schlittschuhe, man zeigte wenig Zweikampfhärte, man war zumeist einen Schritt langsamer und meist in einer völlig falschen Position. Im letzten Drittel bäumte man sich zwar nochmal auf, aber letztendlich war auch das zu wenig, weil die DEG in den letzten zehn Minuten auch nicht mehr viel gefährliches zu ließ. Dass man zudem auch noch mit Mark Olver und Haakon Hänelt zwei Stürmer verletzungsbedingt verlor, passte zum gesamten Abend, den man durchaus als gebraucht bezeichnen kann.

Jonas Müller zog nach dem Spiel bei Magenta Sport folgendes Fazit:

Ich glaube, wir sind zeitweise einfach zu wenig gelaufen, haben nicht gut foregecheckt, haben dem Gegner viel Zeit gelassen. Dadurch ist Düsseldorf gut ins Spiel gekommen. Gerade im zweiten Drittel waren wir lange in der eigenen Zone und hatten wenig Chancen. Ich glaube wir hatten zehn Schüsse in den ersten beiden Dritteln und das ist eindeutig viel zu wenig. Wir sind ein Team, wir haben alle nicht gut zusammen gearbeitet und das wollen wir nächstes Spiel auf jeden Fall besser machen.

Besser gelaunt war dagegen DEG-Torschütze Tobias Eder:

Ich denke, dass wir insgesamt wieder 60 Minuten lang ziemlich konstant gespielt haben. Wir haben es den Berlinern sehr schwer gemacht. Und ja, ich denke, der Sieg geht auch so in Ordnung. Wir wussten, dass Berlin aggressiv kommt, da haben wir ein bisschen Schwierigkeiten gehabt, haben uns aber in der Drittelpause gefangen. Ab dem zweiten Drittel hat es dann viel besser ausgeschaut.

2:0 gegen Bremerhaven! Nicht schön gespielt, aber zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht

Ausgabe #4:

Die Eisbären Berlin bleiben auch im fünften Heimspiel der PENNY DEL-Saison 2020/2021 ungeschlagen. Am Donnerstagabend gewannen die Berliner ihr Heimspiel gegen den Tabellenführer der Gruppe Nord, die Fischtown Pinguins Bremerhaven, mit 2:0 (0:0,0:0,2:0) und eroberten nach dem fünften Heimsieg im fünften Heimspiel zugleich die Tabellenführung. Zudem war es der dritte Sieg in Folge, aber danach sah es im Mitteldrittel überhaupt nicht aus. Denn da konnte man sich bei Goalie Mathias Niederberger bedanken, dass man es überhaupt mit einem 0:0 in die Kabine schaffte. Am Ende aber jubelten die Eisbären über drei Punkte und Mathias Niederberger über seinen bereits dritten Shutout der Saison. 

Im Vergleich zum Köln-Spiel gab es keine personellen Veränderungen im Kader der Eisbären. Dafür tauschte Trainer Serge Aubin in den Sturmreihen ein kleines bisschen. So rutschte Giovanni Fiore in die Reihe mit Matt White und Mark Zengerle. Kris Foucault rotierte aus dieser Reihe raus und stürmte dafür heute mit Mark Olver und Parker Tuomie. Im Tor vertraute Aubin wieder auf Stammgoalie Mathias Niederberger.

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Die Eisbären legten offensiv los und hatten in der ersten Minute schon den Drang zum Tor von Ex-Eisbär Tomas Pöpperle entwickelt. Aber sowohl Matt White als auch Ex-Bremerhaven-Stürmer Mark Zengerle verpassten im Slot zwei Zuspiele denkbar knapp. Ryan McKiernan scheiterte wenige Augenblicke später von der blauen Linie an Pöpperle. Man merkte den Eisbären sofort an, dass sie hier das Spiel gewinnen wollten. Bremerhaven war zunächst gar nicht anwesend.
Erstmals in Erscheinung traten die Gäste von Trainer Thomas Popiesch in der fünften Spielminute, als Mitch Wahl und McKiernan mal kurz aneinander gerieten und sich dafür anschließend für zwei Minuten auf der Strafbank abkühlen durften. Bei Vier-gegen-Vier hatte Leo Pföderl mit einem Onetimer die Chance zur Führung, Pöpperle war aber zur Stelle.

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Mitte des ersten Drittels tauchte auf einmal Verteidiger Jonas Müller in der Offensive auf, tankte sich klasse vor das Tor, doch sein Schuss ging knapp am linken Pfosten vorbei.
Danach wurde Bremerhaven immer stärker, das Forechecking wurde aggressiver und die Eisbären wurden stark unter Druck gesetzt. Und in der 14. Spielminute schepperte es am rechten Berliner Torpfosten. Nach einem Fehlpass von John Ramage kam Ziga Jeglic auf der linken Seite an die Scheibe, spielte sie quer rüber auf Mike Moore, doch sein Onetimer ging nur an den Pfosten. Glück für die Eisbären!
Fortan war Bremerhaven hier spielbestimmend, von den Eisbären kam nicht mehr so viel nach vorne. Dafür waren sie nun hinten gefordert und mussten in der Defensive alles geben, um das Tor zu verteidigen. Das gelang und so stand es nach 20 Minuten 0:0 in der Arena am Ostbahnhof.

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Auch ins Mitteldrittel fanden die Hausherren zunächst gut, Mark Zengerle schoss knapp am Tor vorbei. Aber danach das selbe Bild wie im ersten Drittel. Bremerhaven am Drücker, die Gäste von der Küste spielten weiterhin sehr offensiv und setzten die Eisbären immer wieder unter Druck. Die Berliner wussten teilweise gar nicht, wie ihnen geschieht. Sie wirkten überfordert mit dem Spiel der Bremerhavener.
Früh im Mitteldrittel ein Powerplay für die Fischtown Pinguins, sie fanden die Formation und gaben Schüsse ab, aber die Eisbären überstanden die Unterzahl dank Mathias Niederberger schadlos.
Von den Eisbären kam nichts im zweiten Drittel, lediglich Fehlpässe und zudem sah man große Probleme, wenn man sich vom Bremerhavener Dauerdruck befreien wollte. Sie wirkten ratlos und fanden kein Mittel gegen das Forechecking der Gäste.

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In der 28. Spielminute gab Kai Wissmann mal ein Berliner Lebenszeichen ab, als er von der blauen Linie abzog, allerdings harmlos und kein Problem für Tomas Pöpperle. Danach fiel nur noch Jonas Müller durch einen vollkommen übertrieben Check gegen den Kopf- und Nackenbereich auf, welcher ihm zu Recht 2+10-Minuten an Strafe brachte. Und im folgenden Powerplay hatten die Eisbären großes Glück und konnten sich bei Mathias Niederberger bedanken, aber auch für das nicht vorhandene Zielwasser der Mannschaft von Thomas Popiesch. Ziga Jeglic, Jan Urbas, Maxime Fortunus, Ross Mauermann – sie alle hatten in diesem Überzahlspiel die Chance zur Führung.
Es ging danach weiter in eine Richtung. Auf Fehler der Eisbären folgten Chancen für Bremerhaven. Mathias Niederberger war hier der einzige Eisbär mit Normalform. Ohne ihn hätte man längst 0:2, 0:3 hinten gelegen.
In den letzten zwei Minuten nochmal Powerplay für Bremerhaven, in welchem die Eisbären nach einem Fehler von den Gästen mal die dicke Chance hatten. PC Labrie tauchte auf einmal alleine vor Pöpperle auf, doch er vergab diese Riesenchance. So blieb es beim aus Berliner Sicht sehr schmeichelhaften 0:0 nach 40 Minuten. Angesichts von 19:3-Torschüssen für Bremerhaven kann man wohl definitiv von schmeichelhaft sprechen.

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Im letzten Drittel hatten sich die Eisbären wieder mehr vorgenommen und Parker Tuomie hatte die erste Chance, aber sein Schuss ging knapp am Gehäuse vorbei. In der 47. Spielminute klingelte es aber im Bremerhavener Tor. Fehler im Spielaufbau der Gäste, Marcel Noebels schnappte sich die Scheibe an der blauen Linie, zog Richtung Tor, scheiterte aber mit seinem ersten Versuch an Pöpperle. Dem Bremerhavener Goalie rutschte die Scheibe durch, Noebels roch den Braten und setzte erfolgreich nach – 1:0.
Danach wirkten die Eisbären weiterhin sehr engagiert in der Offensive. Bremerhaven konnte nicht ans zweite Drittel anknüpfen, hatte mit dem überraschenden Rückstand erst einmal zu kämpfen. Die Eisbären hingegen wirkten deutlich verbessert im Vergleich zum zweiten Drittel.

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Acht Minuten vor dem Ende bot sich den Hausherren die Chance zur Entscheidung, denn man hatte ein Überzahlspiel. Man fand zwar in die Formation, aber lediglich ein Onetimer von Kris Foucault fand die Lücke, doch Pöpperle war zur Stelle.
In der Schlussphase wurden die Gäste wieder aktiver, aber die Eisbären standen hinten sehr kompakt, ließen wenig zu. Wenn doch etwas durchkam, war Mathias Niederberger zur Stelle.
In den letzten zwei Minuten nahmen die Gäste ihren Goalie Tomas Pöpperle zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und nahmen wenig später auch eine Auszeit. Aber egal, was Bremerhaven versuchte, die Defensive der Hauptstädter ließ nichts mehr zu. Und das verwaiste Tor nutzte Leo Pföderl zur endgültigen Entscheidung – 2:0, 44,8 Sekunden vor dem Ende des Spiels.

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Ein wichtiger Sieg gegen den Tabellenführer der Gruppe Nord, welchen man als Arbeitssieg bezeichnen kann. Man hatte gut angefangen und Chancen gehabt, dann aber den Faden komplett verloren. Bremerhaven wurde minütlich stärker und drängte die Eisbären immer mehr ins eigene Drittel. Mit dem Druck kamen die Berliner nicht klar und so dachte man, es wäre nur eine Frage der Zeit, bis Bremerhaven in Führung gehen würde. Aber dank einem überragenden Mathias Niederberger zwischen den Pfosten rettete man sich in die zweite Drittelpause. In der Pause konnte man sich nochmal sammeln und für das letzte Drittel einstimmen. Am Ende ging es dann nochmal gut und man hat das wichtige 1:0 erzielt.
Aber trotz des Sieges und der drei Punkte weiß man im Lager der Blau-Weiß-Roten, dass so eine Leistung sich nicht wiederholen darf. Nicht ohne Grund sagte Marcel Noebels, dem der Gamewinner gelang, nach dem Spiel, dass zwei Drittel nicht gut spielen normalerweise eine Niederlage in dieser Liga bedeuten. Man habe auch nicht so gespielt, wie man es sich vorgestellt hat. Man war im Lager der Eisbären trotz des Sieges also selbstkritisch. Und das ist auch gut so. Man nimmt das Spiel nicht einfach so hin und sagt sich, man hat doch gewonnen, was will man mehr. Man weiß, dass es nicht das war, was man zeigen wollte und das ist eigentlich neben dem Spielausgang das Positivste an diesem Spiel gegen Bremerhaven.
Die Mannschaft hat immer noch Luft nach oben und hat immer noch teilweise unerklärliche Aussetzer im Spiel. Diese sorgen dann für Chancen des Gegners, welche dieser heute zum Glück nicht ausgenutzt hat. Aber immer geht so etwas nicht gut und daran müssen und werden die Eisbären arbeiten. Dann ist in dieser Corona-Saison einiges möglich. Dafür muss man aber endlich Konstanz in die eigene Leistung bringen und auch mal über einen längeren Zeitraum seine Leistung bringen. Denn es ist kein Geheimnis, dass die Süd-Gruppe stärker eingeschätzt wird als die Nord-Gruppe. Und um am Ende der Saison ein Wörtchen mitzureden im Kampf um den Silberpokal, müssen sich die Hauptstädter strecken. Aber so lange sie sich nach Siegen nicht zufrieden hinstellen und sagen alles ist gut, kann man weiter vom achten Stern träumen.