6:3 in Mannheim! Die Eisbären entscheiden die Partie innerhalb von 17 Sekunden und stehen kurz vorm Einzug ins Finale

Nur noch einen Sieg bis zum Finale! Die Eisbären Berlin haben Spiel zwei der Halbfinalserie bei den Adler Mannheim mit 6:3 (0:1,1:1,5:1) gewonnen und stellen in der Serie auf 2:0. Zwei Drittel war es ein Duell auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für die Mannheimer. Doch im Schlussdrittel sorgten 17 Sekunden für Schockstarre im Ufo. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin wechselte auf zwei Positionen. Einmal musste er tauschen, weil Yannick Veilleux verletzt ausfiel. Ihn ersetzte Johan Södergran, welcher den Platz von Veilleux in der Reihe neben Dominik Bokk und Blaine Byron einnahm. Und in der vierten Reihe ersetzte Mark Zengerle Bennet Roßmy. Alles andere blieb gleich. Auch im Tor, wo erneut Mathias Niederberger stand.

Die Vorzeichen waren klar: Mannheim musste gewinnen, sonst würde am Sonntag in Berlin das Saisonende drohen. Die Eisbären hingegen wollten sich den Matchpuck sichern, um am Sonntag vor den eigenen Fans den Finaleinzug zu feiern. Es stand also eine sehr spannende Partie bevor.

Foto: Ela on Tour

Vom ersten Bully an war die Intensität erwartungsgemäß hoch. Beide kamen sehr engagiert aus der Kabine und wollten dem Spiel sofort ihren Stempel aufdrücken. Die Eisbären wirkten dabei aktiver als die Kurpfälzer.
Doch die Hausherren hatten im ersten Powerplay die erste dicke Chance, als Borna Rendulic nur die Latte traf. Da hatten die Berliner Glück gehabt. Sowohl die erste als auch die zweite Unterzahl überstanden die Hauptstädter ohne Gegentor. Weil das Penalty Killing nach wie vor gute Arbeit leistete.
Nach den beiden Überzahlspielen hielten die Mannheimer den Druck aufrecht und drängten die Eisbären immer wieder ins eigene Drittel. Doch die Berliner Defensive ließ nicht viel zu. Dennoch war aller höchste Vorsicht geboten.
Die Chance, sich vom Druck der Adler mal zu befreien, hatten die Eisbären nach dem ersten Powerbreak, als man selbst das erste Powerplay hatte. Doch für Gefahr konnte man in diesem nicht sorgen, zu einfallslos war das erste Überzahlspiel. Und es kam noch bitterer. Jordan Swarz kam von der Strafbank zurück, wurde alleine auf die Reise geschickt und Swarz ließ sich diese hochkarätige Chance nicht entgehen – 0:1 (14.).
Die große Frage war nun, wie die Eisbären damit umgehen würden. Denn es war der erste Rückstand der Berliner in den diesjährigen Playoffs. In den vorherigen vier Spielen ging man stets in Führung. Die Chance zur sofortigen Antwort hatte man direkt danach, als man das zweite Powerplay des Spiels hatte. Aber das Penalty Killing der Hausherren war heute enorm aggressiv und dadurch auch effektiv.
Die Eisbären wirkten ein wenig ratlos, wie sie das Abwehr-Bollwerk der Kurpfälzer knacken sollten. Mannheim wirkte spielfreudiger, hatte mehr Tempo im Spiel und sorgten immer wieder für Gefahr vor Mathias Niederberger. Nicht dauerhaft, aber man schaute immer mal wieder vor dem Berliner Tor vorbei und setzte dort Duftmarken.
Rund 80 Sekunden vor der ersten Drittelpause die Eisbären nochmal mit einem Überzahlspiel, erneut saß Jordan Swarz in der Kühlbox. Nutzen konnte man dieses bis zur ersten Drittelpause aber nicht, nahm aber noch 39 Sekunden Powerplay mit ins zweite Drittel.

Foto: Ela on Tour

Doch auch die 39 Sekunden zu Beginn des Mitteldrittels blieben ungefährlich und so hatte Mannheim keine große Mühe, das Powerplay der Berliner erneut ohne Gegentor zu überstehen.
Kurz darauf durften die Hausherren wieder in Überzahl ran. Mannheim konnte für Gefahr sorgen, weil sie ihr Überzahlspiel nicht so hektisch aufzogen wie die Berliner. Aber Mathias Niederberger war der „Fels in der Brandung“ und hielt seine Mannschaft im Spiel. In dieser Phase sah es eher nach dem 2:0 für Mannheim als nach dem 1:1 aus. Zu harmlos traten die Berliner in Spiel zwei der Halbfinalserie auf.
Im zweiten Drittel ging es anschließend mit den Special Teams weiter. Jetzt waren wieder die Hauptstädter dran, die in Überzahl ran durften. Und dieses Powerplay war das bisher beste der Eisbären in diesem Spiel. Man sorgte gut für Gefahr vor Felix Brückmann, aber Mannheim überstand auch diese Unterzahl ohne Gegentor.
Doch diesmal blieben die Berliner am Drücker und setzten Mannheim weiter unter Druck. Johan Södergran leitete das Tor ein, fuhr rum ums Tor, brachte die Scheibe hoch zur blauen Linie, von wo sie Kai Wissmann Richtung Tor abfeuerte. Vor dem Tor sorgte Manuel Wiederer für Verkehr und staubte am Ende erfolgreich ab – 1:1 (28.). Schon wieder die Berliner Nummer 15, der entwickelt sich gerade zum Adler-Schreck. Aber auch Södergran ist hier zu erwähnen, der bisher keine Rolle in den Playoffs gespielt hat. Doch wenn er gefordert ist, dann liefert er auch. Die Tiefe im Berliner Kader ist eben enorm wichtig.
Nun waren die Gäste wieder drin im Spiel und sorgten auch immer mal wieder für Gefahr. Leo Pföderl vergab dabei die beste Chance.
Danach neutralisierten sich beide Mannschaften. Beide Defensivreihen ließen kaum etwas zu. Doch dann ein Turnover von Morgan Ellis in der eigenen Zone, Florian Elias stand so frei vor Niederberger und nahm die Einladung dankend an – 1:2 (37.). Ausgerechnet Elias, der bis zum Tor gerade einmal 2:35 Minuten Eiszeit von Bill Stewart bekam. Aber diese nutzte der Youngster effektiv und sorgte für die enorm wichtige Führung für Mannheim.
Kurz vor der zweiten Drittelpause hatten die Mannheimer nochmal ein Powerplay. Das waren einfach zu viele Strafzeiten heute. Die Eisbären überstanden die Unterzahl bis zum Ende des zweiten Drittels, mussten aber zu Beginn des Schlussdrittels noch 50 Sekunden in Unterzahl ran.

Foto: Ela on Tour

Aber diese überstanden die Eisbären und nahmen somit Selbstvertrauen mit ins letzte Drittel. Danach ging es hart umkämpft weiter. Mannheim war auf der Suche nach der Vorentscheidung, Berlin nach dem Ausgleich. Sechs Minuten waren im letzten Drittel gespielt, da bot sich den Eisbären die Chance, in Überzahl den Ausgleich zu erzielen. Bisher funktionierte das Powerplay aber noch überhaupt nicht. Und auch dieses Überzahlspiel war nicht grandios gespielt, doch vier Sekunden vor dem Ende schlug Blaine Byron zu. Marcel Noebels hatte abgezogen, Felix Brückmann ließ nur prallen, Frans Nielsen setzte nach, scheiterte jedoch und dann war es Byron, welcher ausgleichen konnte – 2:2 (48.).
Nun ging die Partie wieder von vorne los und der Druck lag auf Mannheimer Seite, denn die mussten heute eine Niederlage unbedingt vermeiden. Und die Hauptstädter blieben in der Phase danach gleich am Drücker. Man wollte das Momentum mit in die Schlussphase nehmen. Mannheim wackelte, denn der Druck der Berliner wurde nach dem Ausgleich größer. Felix Brückmann bekam jetzt ordentlich was zu tun. Blaine Byron und Zach Boychuk vergaben beste Chancen zur erstmaligen Eisbären-Führung.
Auch fortan waren die Eisbären die aktivere Mannschaft, die mehr für das Spiel taten und der Führung näher waren als die Hausherren. Und nur nochmal zur Erinnerung, die mussten heute gewinnen, wollten sie den Matchpuck der Eisbären verhindern.
Die waren dem Matchpuck fünf Minuten vor dem Ende aber sehr nahe. Kai Wissmann brachte die Scheibe ins Angriffsdrittel, verlor sie jedoch, aber Leo Pföderl war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und schockte ganz Mannheim – 3:2 (55.).
Nur 17 Sekunden später wurde es noch bitterer für Mannheim. Frank Hördler legte die Scheibe für Zach Boychuk auf und der sorgte endgültig für Ruhe im Ufo – 4:2 (55.). Bill Stewart nahm danach erstmal seine Auszeit, um seine Jungs nochmal wachzurütteln.
Rund vier Minuten vor dem Ende nahm Stewart seinen Goalie vom Eis und Byron entschied die Partie mit dem Empty-Net-Goal – 5:2 (57.).
5:2 an einem 22.04. in der SAP-Arena? Da war doch mal was? Genau, nur genau anders herum. Da lagen die Adler 5:2 vorne und verspielten es am Ende noch in der Verlängerung. Würde den Kurpfälzern auch so eine Aufholjagd gelingen? Das Problem? Viel Zeit blieb den Adlern nicht mehr und jedenfalls nicht so viel wie den Eisbären damals. Aber sie konnten nochmal verkürzen, Tim Wohlgemuth mit 3:5 (58.).
Felix Brückmann ging kurz danach wieder vom Eis, Mannheim also wieder zu Sechst auf dem Eis. Zach Boychuk sagte artig „Danke“ und erhöhte auf 6:3 (59.).
Damit war die Messe hier gelesen und der Matchpuck gesichert. Die Eisbären brachten das 6:3 über die Zeit.

Am Ende ein insgesamt verdienter Sieg für die Eisbären. Im ersten Drittel hatte man fünf gute Minuten, doch danach waren die Mannheimer die bessere Mannschaft. Auch im zweiten Drittel taten sich die Berliner schwer, erst nach dem Ausgleich riss man die Partie an sich und war dem 2:1 näher als Mannheim. Ein Fehler von Morgan Ellis sorgte jedoch für die Mannheimer Führung. So gingen die Hausherren mit einer Führung ins Schlussdrittel, doch dort kamen dann die verhängnisvollen 17 Sekunden. Die Eisbären hatten innerhalb dieser Zeit von 2:2 auf 4:2 gestellt und sich somit auf die Siegerstraße gebracht. Von dem Schock erholten sich die Mannheimer nicht mehr und die Berliner ließen noch zwei Empty-Net-Tore folgen.
Zwei Drittel lang war es ein Duell auf Augenhöhe, da hatten beide Mannschaften ihre guten Phasen. Doch im Schlussdrittel brach Mannheim innerhalb von 17 Sekunden ein. Davon erholten sich die Hausherren nicht mehr und die Eisbären sind stark genug, um so eine Führung nicht mehr aus der Hand zu geben. Dafür sind sie zu routiniert und zu abgezockt.
Jetzt winkt am Sonntag der Einzug ins Finale. Dennoch sollte man sich noch nicht zu sicher sein. Denn das Spiel hätte gerade in den ersten beiden Drittel Richtung Mannheim gehen können. Man sollte die guten Dinge aus dem Spiel mitnehmen und vor allem von Beginn an so spielen wie im letzten Drittel. Und man sollte die Strafbank meiden, dann kann es am Sonntag mit dem Finaleinzug klappen.

Siegtor nach 71:47 Minuten: Manuel Wiederer schießt die Eisbären Berlin zum ersten Sieg im Halbfinale gegen die Adler Mannheim

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #31:

Wir sind erst am Anfang der Halbfinalserie und bereits jetzt sind bei vielen Eisbären-Fans die Nerven durch. Denn der Hauptstadtclub gewann Spiel eins gegen die Adler Mannheim in einer an Dramatik nicht zu überbietenden Partie knapp mit 4:3 n.V. (2:1,1:1,0:1/1:0) und gingen somit mit 1:0 in der Halbfinalserie gegen den Erzrivalen in Führung. 2:0, 3:2, 3:3, 4:3 – besser hätte Hitchcock das Drehbuch dieses Spiels nicht schreiben können. Und da kommen noch maximal vier Teile hinzu. Aus Berliner Sicht würden aber bereits zwei reichen, sofern diese erfolgreich ausgehen…

Eisbären-Coach Serge Aubin änderte seinen Kader auf zwei Positionen. In der Verteidigung rückte Simon Després für Korbinian Geibel wieder in den Kader. Er bildete zusammen mit Kapitän Frank Hördler ein Verteidiger-Pärchen. Eric Mik, gegen Köln noch an Hördlers Seite, war heute siebter Verteidiger. Die beiden anderen Verteidiger-Pärchen blieben gleich – Morgan Ellis/Jonas Müller und Kai Wissmann/Nicholas B. Jensen.
In der Offensive kehrte Leo Pföderl zurück ins Line-Up, Kevin Clark blieb dafür nur der Platz auf der Tribüne. Pföderl kehrte in die Paradereihe mit Marcel Noebels und Zach Boychuk zurück. Gegen Köln spielte dort noch Dominik Bokk, welcher heute den Platz von Clark in der dritten Reihe neben Blaine Byron und Yannick Veilleux einnahm. Die zweite Reihe (Fiore/Nielsen/White) und die dritte Reihe (Wiederer/Streu/Roßmy) blieben unverändert. Ebenso die Position im Tor, wo der überragende Mathias Niederberger wieder stand.

Während der Hauptrunde gewannen beide Teams je zwei Spiele – und zwar je ein Heim- und ein Auswärtsspiel. Heute war es also das fünfte Aufeinandertreffen beider Mannschaften sowie der Beginn der insgesamt achten Playoff-Serie zwischen Berlin und Mannheim. Alle Beteiligten waren sich einig, von Spiel eins hing viel ab, wie die Serie am Ende ausgehen könnte. Eine Niederlage der Eisbären würde für enorm viel Druck am Freitag in Mannheim sorgen. Ein Sieg der Berliner würde das Heimrecht in Berlin behalten und für Druck in der Kurpfalz sorgen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auf jeden Fall war es ein anderer Start als der in die Viertelfinalserie gegen Köln. Die Domstädter waren damals eher auf zerstören aus als auf Eishockey spielen. Hier tasteten sich beide Teams zu Beginn erst einmal ab. Erst ein Wechselfehler und ein Turnover der Mannheimer sorgten für die erste dicke Chance für die Eisbären. Doch Zach Boychuk vergab diese denkbar knapp. Da wäre mehr drin gewesen.
Das erste Powerplay der Partie sorgte dann aber für die Berliner Führung. Ja, richtig gehört, Powerplaytor der Eisbären. Zach Boychuk setzte Giovanni Fiore in Szene und der überwand Felix Brückmann – 1:0 (8.). Ganze 30 Sekunden hatten die Hauptstädter dafür nur benötigt. Dein Powerplay kann noch so schlecht in der Hauptrunde gewesen sein. Wenn es zum Saison-Höhepunkt da ist und funktioniert, dann ist es genau zum richtigen Zeitpunkt da. Und das Tor war klasse herausgespielt, vor allem sehr einfach. Die Scheibe wurde tief gespielt, die Eisbären setzten direkt nach und Zach Boychuk sah schließlich Fiore im Slot stehen. Der Rest war grenzenloser Jubel auf und abseits des Eises.
Mannheim hätte aber direkt nach dem Powerbreak antworten können. Jonas Müller mit dem Fehler, Jason Bast war frei vor Mathias Niederberger, doch der Berliner Goalie bewies einmal mehr seine Extraklasse. Starker Save von der „Krake von Riga“!
Doch Ausflüge der Kurpfälzer ins Angriffsdrittel hatten eher Seltenheitswert in den ersten 20 Minuten. Die Eisbären dominierten das Spiel und setzten sich immer wieder im Mannheimer Drittel fest. Und der Druck wurde irgendwann zu groß, da schlug es erneut im Adler-Tor ein. Jonas Müller mit seinem dritten Tor in den Playoffs zum 2:0 (12.). Da bewirbt sich einer mit Nachdruck für die MVP-Krone der diesjährigen Playoffs. Ein Tor des absoluten Willens.
In der Schlussphase des ersten Drittels bot sich den Gästen die Chance zum Anschlusstreffer. Die Kurpfälzer hatten ihr erstes Powerplay. Daraus wurde sogar ein doppeltes Überzahlspiel für 53 Sekunden. Die Adler fanden direkt die Formation, ließen die Scheibe laufen und im Slot lauerte Andrew Desjardins, der zum 2:1 traf (18.). Das erste Gegentor für die Eisbären in den diesjährigen Playoffs in Unterzahl.
Da das Tor in doppelter Unterzahl fiel, hatten die Mannheimer noch ein einfaches Powerplay. Und Mannheim machte weiter Druck, wollte in dieser Situation natürlich den schnellen Ausgleich erzielen. Schüsse kamen auch auf das Berliner Tor, aber da stand ja immer noch Nationaltorhüter Mathias Niederberger, der ein ums andere Mal in höchster Not rettete. Die Hausherren überstanden die einfache Unterzahl ohne ein weiteres Gegentor und nahmen damit die knappe 2:1-Führung mit in die erste Drittelpause. Dabei hätte es auch 3:2 stehen können, denn als es mit 5-5 weiter ging hatten sowohl die Eisbären als auch Mannheim nochmal je eine dicke Chance.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Dass es am Ende überhaupt nochmal knapp wurde, lag an den unnötigen Strafzeiten der Eisbären, welche Mannheim erst wieder in die Partie zurückgebracht haben. Von daher war zu Beginn des zweiten Drittels klar, dass die Eisbären von der Strafbank fernbleiben mussten, um zurück zu ihrem bis dahin so erfolgreichen Spiel zu finden. Denn bis zur ersten Strafzeit hatten die Berliner alles im Griff und führten folgerichtig mit 2:0.
Das taten sie auch und doch mussten sie den Ausgleich hinnehmen. Jason Bast war es am Ende, der Mathias Niederberger alt aussehen ließ – 2:2 (23.). Auf einmal waren auch die rund 50 Mannheimer Fans wieder wach, die nach dem 0:2 komplett verstummt waren.
Die Eisbären waren danach so ein wenig auf der Suche zurück zu ihrem Spiel, während Mannheim Moral zeigte und das Momentum mit dem 2:2 auf seine Seite zog. Und nach einem Fehler der Berliner an der eigenen blauen Linie hatte Jordan Szwarz die dicke Chance zum 3:2 für Mannheim, doch er scheiterte an Niederberger. Den Eisbären drohte in dieser Phase so ein wenig das Spiel aus der Hand zu gleiten. Zumal sich die Fehler der Hauptstädter immer mehr häuften. Und das merkten die Mannheimer natürlich und wollten die Partie komplett drehen.
Die Eisbären fanden danach aber wieder ihre Ruhe und tasteten sich langsam wieder ran. Ja, ihnen unterliefen weiter Fehler, aber sie fanden zurück zu ihrem Spiel und hatten auch wieder Chancen. Und in der 34. Spielminute schlugen die Berliner eiskalt zurück. Yannick Veilleux schockte die Adler und sorgte für die erneute Berliner Führung – 3:2.
Die Hauptstädter schafften es jetzt wieder, Mannheim vom eigenen Tor fernzuhalten und suchten weiter den Weg in die Offensive. Man wollte noch vor der zweiten Pause den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellen. Nun war Mannheim wieder stark unter Druck und die Eisbären spielbestimmend. So schnell kann das in den Playoffs gehen. Die Eisbären konnten zwar kein weiteres Tor nachlegen, gingen aber trotzdem mit einem guten Gefühl in die Kabine.

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Für die letzten 20 Minuten war also Spannung garantiert. Mannheim kam sehr engagiert aus der Kabine und wollten den Ausgleich erzielen. Die Eisbären wurden somit ordentlich in der Defensive beschäftigt. Man selbst lauerte, wenn sich die Chance bot, auf Konter, um für eine vermeintliche Vorentscheidung zu sorgen.
Aber es waren die Mannheimer, welche zum 3:3 trafen. Korbinian Holzer hatte von der blauen Linie abgezogen, die Scheibe blieb vor Niederberger hängen, Tim Wohlgemuth konnte sie aufnehmen, sich sie so zurecht legen, dass das Tor leer war und zum Ausgleich einschießen (47.).
Die Partie ging nun also wieder von vorne los. Und der Ausgleich deutete sich irgendwie auch an, weil die Kurpfälzer im letzten Drittel bis dahin mehr für das Spiel taten. Das änderte sich mit dem Ausgleich aber. Denn nun waren auch die Hausherren wieder offensiv ausgerichtet und wollten erneut zurückschlagen. Die Eisbären erhöhten die Schlagzahl nun nochmal und setzten die Kurpfälzer immer stärker unter Druck. Doch noch hielt deren Goalie Felix Brückmann diesem Stand.
Es lief die 58. Spielminute, als Giovanni Fiore frei vor Brückmann auftauchte und ihn ausspielen wollte. Doch der Adler-Goalie parierte dessen Schuss und hielt seine Mannschaft somit im Spiel. Das war die Riesenchance zum Sieg in Spiel eins.
Doch die nächste bot sich in den letzten zwei Spielminuten. Borna Rendulic mit einem unsauberen Check gegen Yannick Veilleux an der Bande, welcher ihm zu recht eine Spieldauerdisziplinarstrafe einbrachte. Die Eisbären damit also für den Rest des letzten Drittels und dem Beginn einer möglichen Verlängerung in Überzahl. Chancen waren auch da, aber es blieb beim 3:3 und es ging tatsächlich in die Verlängerung.

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Diese begannen die Berliner aber mit dreiminütiger Überzahl. Eine bessere Chance bekommst du nicht, um das Spiel zu entscheiden. Und Sven Felski, den ich im Fahrstuhl in der Pause getroffen hatte, prophezeite, dass die Eisbären das Powerplay auch nutzen würden. Doch da lag er falsch, denn sie nutzten diese Riesenchance nicht. Insgesamt machte man zu wenig daraus, nur ein-, zweimal wurde es brenzlig vor Felix Brückmann.
Sechs Minuten war die Verlängerung alt, da kassierten die Eisbären eine Strafzeit wegen Beinstellens, Giovanni Fiore musste auf die Strafbank. Nun also für die Gäste die dicke Chance, um Spiel eins und das Heimrecht zu klauen. Doch das Penalty Killing war zur richtigen Zeit da und so überstand man diese Unterzahl schadlos.
Danach die Eisbären so richtig am Drücker. Man erspielte sich hier ein klares Übergewicht in der Verlängerung und hatte auch beste Chancen. Einzig das Glück im Abschluss fehlte bis hierhin. Mannheim konnte dem druckvollen Spiel der Berliner kaum etwas entgegensetzen und war nur in der eigenen Defensive beschäftigt. Und in der 72. Spielminute war es dann so weit. Manuel Wiederer schoss die Eisbären nach einem Bullygewinn ins Glück – 4:3. Sieg eins war eingetütet. Der Rest war grenzenloser Jubel in der Arena am Ostbahnhof. Und wir sprechen hier gerade einmal von Spiel eins der Halbfinalserie und die Nerven sind bei vielen Fans bereits jetzt durch.

Aber man machte es spannender als gedacht. Im ersten Drittel hatte man alles im Griff, führte verdient mit 2:0, ließ Mannheim aber durch unnötige Strafzeiten wieder ins Spiel kommen. Im Mitteldrittel belohnten sich die Kurpfälzer dann für eine engagierte Leistung und glichen aus. Die Eisbären wackelten, fielen aber nicht und gingen erneut in Führung. Im Schlussdrittel allerdings schlugen die Mannheimer wieder zurück und sorgten für die Verlängerung. Dort ließen die Hausherren erst eine Riesenchance in Überzahl ungenutzt, überstanden dann selbst eine Unterzahl, ehe Manuel Wiederer zum Hammer ausholte.
Damit krönte er seine heutige Leistung, denn vor dem Tor hatte er bereits zwei Tore vorbereitet. Drei Scorerpunkte im ersten Halbfinalspiel, kann gerne so weitergehen.
Die Eisbären werden ihre Lehren aus diesem Spiel ziehen, in dem bei weitem nicht alles rund lief. Die Schwankungen im Spiel werden sicherlich ein Thema sein, ebenso die Turnovers. Aber gleiches gilt ja auch für Mannheim. Beide Teams hatten Licht und Schatten in ihrem Spiel. Beide hatten ihre guten Phasen, beide haben Moral bewiesen. Am Ende hatten die Eisbären in Spiel eins das glücklichere Ende auf ihrer Seite. Doch das war eben nur Spiel eins, am Freitag folgt der zweite Teil der Halbfinalserie und dann wollen die Adler sicher Revanche nehmen.

4:0 gegen Köln: Die Eisbären Berlin ziehen ins Halbfinale ein!

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #30:

HALBFINALE! Die Eisbären Berlin haben auch das dritte Viertelfinalspiel gegen die Kölner Haie gewonnen. Mit 4:0 (1:0,1:0,2:0) setzten sich die Hauptstädter durch und zogen damit ungefährdet ins Halbfinale. Auch heute konnten die Haie den Eisbären nichts entgegensetzen und so setzten sich die Berliner hoch verdient in drei Spielen durch.

Eisbären-Coach Serge Aubin rotierte auch im dritten Viertelfinalspiel wieder. Diesmal blieben Simon Després in der Defensive und Leo Pföderl in der Offensive draußen. Dafür rutschten Korbinian Geibel und Kevin Clark in den Kader. Geibel war als siebter Verteidiger dabei und Clark spielte in der dritten Reihe an der Seite von Blaine Byron und Yannick Veilleux. Dort spielte am Sonntag noch Dominik Bokk. Der nahm heute den Platz von Pföderl in der Top-Reihe neben Marcel Noebels und Zach Boychuk ein. Und Im Tor stand erneut Mathias Niederberger.

Die Vorzeichen vor Spiel 3 waren klar: Ein Sieg der Eisbären würde den Halbfinaleinzug bedeuten. Ein Sieg der Kölner Spiel 4 am Ostersamstag. Aber alle Anzeichen sprachen für einen Sieg der Hauptstädter, die ja bereits als Favorit in diese Serie und die gesamten Playoffs gestartet waren.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und den besseren Start hatten einmal mehr die Eisbären. 2:35 Minuten waren gespielt, da blieb die Scheibe vor Justin Pogge liegen und Manuel Wiederer hämmerte sie ins Tor – 1:0 (3.). Das Tor war eine Kombination der vierten Reihe, denn die Assists gingen auf das Konto von Bennet Roßmy und Sebastian Streu. Secondary Scoring, in den Playoffs nochmal wichtiger als in der Hauptrunde.
Die Chance zum 2:0 ließen die Hauptstädter anschließend liegen, als man das erste Powerplay der Partie hatte, sich dabei aber wie erwartet schwer tat. Aber die Eisbären blieben bei gleicher Anzahl auf dem Eis am Drücker. Von Köln war rein gar nichts zu sehen. Dafür, dass es für die Haie hier um alles oder nichts ging, war das ganz schön wenig, was sie zeigten.
Mit zunehmender Spieldauer wurden auch die Zweikämpfe wieder härter und nickliger. Gerade die Domstädter fingen wieder an, ihre harte Gangart auszupacken. Auffällig vor allem Kapitän Moritz Müller, der wegen übertriebener Härte auch für das zweite Powerplay der Berliner sorgte. Dieses Überzahlspiel war deutlich zielstrebiger als das erste und sorgte auch ein-, zweimal für Gefahr vor dem Kölner Tor. Doch Tore fielen auch diesmal keine.
In der Schlussphase des Auftaktdrittels durften die Kölner dann mal Powerplay spielen, aber gegen das Penalty Killing der Eisbären ist derzeit kein Kraut gewachsen. Und beinahe hätte Giovanni Fiore einen Unterzahlkonter erfolgreich abgeschlossen. Doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. So blieb es beim verdienten 1:0 für die Hausherren nach 20 Minuten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das zweite Drittel begann mit einem frühen Powerplay für die Eisbären, doch erfolgreich war auch dieses nicht. Dafür dann aber das nächste. Zunächst war es noch ein 4-3-Überzahlspiel, welches die Eisbären nicht nutzen konnten, das 5-4 dann aber schon. Matt White scheiterte noch, doch Zach Boychuk verwertete den Abstauber zum 2:0 (28.).
Die Berliner stellten also Mitte des Spiels die Weichen auf Halbfinale. Die Frage war ja auch, wie diese Kölner Mannschaft das Spiel hier noch drehen wollte. Denn es kam nichts von den Haien, dafür umso mehr von den Eisbären. Die waren zwischendurch drückend überlegen, konnten aber ihre Chancen nicht nutzen. Weil man es am Ende auch zu schön spielen wollte. Statt dem letzten Pass wäre der Schuss dann die bessere Option gewesen.
Was machte eigentlich Pat Sieloff, welcher am Dienstag von Yannick Veilleux noch verhauen wurde? Diesmal versuchte er sich mit Giovanni Fiore anzulegen, was beiden Spielern je zehn Minuten einbrachte. Da keine zehn Minuten mehr zu spielen waren, durften beide Spieler vorzeitig in die Kabine, was Sieloff aber dazu nutzen wollte, um Fiore erneut zu provozieren. Diesmal wurde ein Fight jedoch rechtzeig verhindert. Das war bis zu diesem Zeitpunkt das einzige, was von der Mannschaft von Uwe Krupp kam. Gefahr für dieses Spiel und das Ergebnis bestand daher nicht.
Ein Powerplay hätte die Haie zurück ins Spiel bringen können, aber die Eisbären verteidigten mit Mann und Maus und ließen rein gar nichts zu. Bei einem 2-auf-1-Konter wäre man zudem beinahe selbst erfolgreich gewesen.
Bereits im zweiten Drittel deutete wenig auf eine Aufholjagd der Kölner hin. Uwe Krupp wirkte auch nicht so, als hätte er eine Lösung parat, wie seine Mannschaft hier nochmal einen Fuß in dieses Spiel und die Serie bekommen könnte. Zu überlegen waren die Eisbären. Das einzige, was Köln überhaupt Hoffnung machen konnte, war der Spielstand. Aber dafür mussten sie auch mal für Torgefahr sorgen. Doch zwei Tore in zwei Spielen zeigten deutlich, wo der Schuh der Kölner u.a. drückt. Das wurde nochmal im Powerplay kurz vor der zweiten Drittelpause deutlich. Mit einem 0:2-Rückstand aus Kölner Sicht ging es in die zweite Pause.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Drittel ging es für die Gäste nun um alles. Das Saisonende drohte. Und Köln kam engagiert aus der Kabine. Man wollte hier noch einmal alles versuchen und kam auch zu Abschlüssen. Aber Mathias Niederberger hielt sein Tor nach wie vor sauber. Ein Tor der Haie und die Partie wäre hier nochmal spannend geworden. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen, denn Zach Boychuk sorgte in der 45. Spielminute für die endgültige Entscheidung – 3:0.
Damit war auch so ein wenig die Luft raus aus der Partie. Die Eisbären ließen es von da an doch lockerer angehen. Köln wollte zwar, konnte aber nicht mehr zeigen. Auch die Domstädter wussten, dass deren Saison heute enden würde. Aber sie gaben immerhin nicht auf und kämpften bis zum Ende.
Uwe Krupp nahm rund sechs Minuten vor dem Ende seinen Goalie vom Eis, wollte also noch einmal alles riskieren. Aber das sorgte letztendlich für die Entscheidung. Giovanni Fiore versenkte die Scheibe im verwaisten Kölner Tor und ließ die Party in der Arena am Ostbahnhof vor fast 14.000 Zuschauern steigen – 4:0 (55.).
Denn damit stand endgültig fest, dass die Eisbären heute ins Playoff-Halbfinale einziehen würden. Und das letztendlich ungefährdet. Es blieb bis zum Ende beim 4:0-Heimsieg!

Ein absolut verdienter Sieg für die Eisbären, die das Spiel vom ersten Bully an im Griff hatten. Bei einer besseren Chancenverwertung, gerade im Mitteldrittel, wäre auch ein noch höherer Sieg möglich gewesen. Köln konnte den Eisbären heute und in der gesamten Serie nichts entgegensetzen, was sie auch nur ansatzweise hätte gefährden können. Zwei Tore in drei Viertelfinalspielen sprechen eine deutliche Sprache. Einzig David McIntyre konnte die „Krake von Riga“ überwinden. Wenn du die Eisbären schlagen willst, brauchst du aber gefährliche Sturmreihen und die hatte Köln in allen drei Spielen nicht.
Und bei den Eisbären zeigte sich einmal mehr, wie tief der Kader besetzt ist. Auch ohne Leo Pföderl schossen die Hauptstädter vier Tore. Zudem ebnete die vierte Reihe mit dem 1:0 den Weg zum Sieg und letztendlich ins Halbfinale. Und doch haben die Eisbären ihr komplettes Potential in allen drei Spielen noch nicht abgerufen, weil sie es nicht mussten. Im Halbfinale wird ihnen ein schwerer Gegner gegenüber stehen, der ihnen mehr abverlangen wird. Doch bis es soweit ist, können die Eisbären ihre Akkus wieder aufladen.

Siegesserie gerissen: Die Eisbären Berlin verlieren mit 2:3 bei den Augsburger Panthern

Im dritten Auswärtsspiel in fünf Tagen hat es die Eisbären Berlin dann doch noch erwischt: Vor 3.429 Zuschauern unterlag der Liga-Primus bei den Augsburger Panthern mit 2:3 (0:2,1:0,1:1). Damit kassierte man nach sieben Siegen in Serie erstmals wieder eine Niederlage, bleibt aber natürlich weiterhin ungefährdet Tabellenführer der PENNY DEL.

Head Coach Serge Aubin nahm genau eine Änderung am Kader vor. Und zwar in der Defensive. Nicholas B. Jensen wurde geschont, Morgan Ellis rückte für ihn ins Line-up. Der Verteidiger war extra nach Augsburg nachgereist, um sein Comeback zu geben. Ansonsten war in der Fuggerstadt das selbe Personal dabei wie in Mannheim und Schwenningen. Und im Tor gab es den vierten Einsatz in Folge für Tobias Ancicka. Die drei Starts zuvor konnte der junge Goalie gewinnen. Folgte heute der vierte Streich?

Die Eisbären machten gleich zu Beginn richtig viel Druck und setzten sich früh im Angriffsdrittel fest. Dabei sorgte man bereits für die ersten zwei gefährlichen Aktionen, aber zum Torerfolg reichte es noch nicht. Danach flachte die Partie doch etwas ab, beide Mannschaften tasteten sich erst einmal ab. Erst mit zunehmender Spieldauer nahm das Spiel an Fahrt auf und auch die Panther kamen zu ihren ersten beiden gefährlichen Aktionen (6./8. Minute). Mit der dritten schlugen sie zu. Wobei das Führungstor der Augsburger eher aus der Kategorie „glücklich“ entsprang. Niklas Länger zog ab, die Scheibe sorgte für einen Schlägerbruch bei Dominik Bokk, von dessen Arbeitsgerät der Puck letztendlich ins Tor flog – 0:1 (8.). Dieser kurioser Treffer war übrigens das erste DEL-Tor von Niklas Länger. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zu diesem Jubiläum.
Die Eisbären ließen anschließend ein Powerplay ungenutzt und konnten dabei auch für keinerlei Gefahr sorgen. Was in diesem ersten Drittel auffiel: Die Passgenauigkeit ließ bis hierhin zu wünschen übrig. Da waren doch einige Probleme bei der Puck-Annahme zu sehen. Was vielleicht auch der Eis-Qualität geschuldet war. Aber die Berliner blieben ruhig und spielten weiter sehr geduldig.
In der Schlussminute überschlugen sich dann noch einmal kurz die Ereignisse. Auf Berliner Seite kam Frans Nielsen frei vor Olivier Roy zum Abschluss, doch der Panther-Goalie parierte ganz stark. Das hätte der Ausgleich sein MÜSSEN. Dafür schlug Augsburg auf der Gegenseite zu. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht raus, Jesse Graham kam an die Scheibe und schoss ein zum 2:0, fünf Sekunden vor der ersten Drittelpause. Nun waren die Berliner gefordert.

Und die Eisbären kamen mit viel Dampf aus der Kabine. Serge Aubin dürfte die richtigen Worte gefunden haben. Yannick Veilleux war sofort „on Fire“ und hatte zwei gute Chancen, wovon er eine eigentlich nutzen muss. Das machte dann Manuel Wiederer, der die Kelle in einen Schuss von Simon Després hielt. Er fälschte die Scheibe so entscheidend ab, dass sie Roy durch die Schoner rutschte – nur noch 1:2 (25.).
Die Eisbären waren äußerst offensivfreudig zu Beginn des zweiten Drittels, durften dabei aber die Defensive nicht vernachlässigen. Denn Augsburg war bei seinen Angriffen durchaus gefährlich. Doch eher lag der Ausgleich in der Luft als das 3:1 für den AEV.
Aber je länger das Mitteldrittel lief, desto besser wurde Augsburg und so näherten sie sich nun doch eher dem 3:1 an. Sie bekamen dann auch die dicke Chance, um den dritten Treffer zu erzielen. Doch die Panther konnten das Powerplay nicht nutzen. Was aber auch nicht verwundert, war es doch das 22. Unterzahlspiel in Folge (!), welches die Eisbären auf fremden Eis ohne Gegentor überstanden.
In der Schlussphase des zweiten Drittels waren es dann wieder die Berliner, welche ordentlich Druck machten und den Ausgleich erzielen wollten. Das gelang ihnen aber nicht und so lag man auch nach 40 Minuten im Curt-Frenzel-Stadion hinten. Aber hier war noch lange nichts entschieden.

Für das Schlussdrittel hatten sich die Eisbären sicherlich viel vorgenommen, nur rannten sie bis dato erfolglos an. Denn Augsburg stand sehr kompakt hinten und machten die Räume geschickt zu, so dass die Berliner kaum für Gefahr sorgen konnten. Das gelang den Hauptstädtern erst, als sie in Überzahl waren. Doch der ehemalige Augsburger Matt White konnte Olivier Roy nicht überwinden.
Augsburg stemmte sich im Abstiegskampf mit allem was sie hatten dagegen. Für diesen leidenschaftlichen Einsatz gab es auch Applaus von den eigenen Fans.
Der Applaus wandelte sich in Pfiffe um, allerdings gegen die beiden Hauptschiedsrichter. Die AEV-Fans waren mit einer Strafzeit nicht einverstanden, aus welcher am Ende der Ausgleich der Eisbären resultierte. Dominik Bokk hatte das Auge für Zach Boychuk, spielte den Zuckerpass an den langen Pfosten und die Berliner Nummer 89 sorgte für den Ausgleich – 2:2 (53.).
Aber die Freude darüber hielt nicht lange, denn die Hausherren schlugen durch Scott Valentine zurück – 2:3, nur 78 Sekunden später (54.).
Den Eisbären lief die Zeit davon und knapp vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit schwächte man sich durch eine Strafzeit gegen Zach Boychuk selbst. Doch das Penaltykilling funktionierte einmal mehr sehr gut.
Gut eine Minute vor dem Ende ging Tobias Ancicka aus seinem Tor, Serge Aubin versuchte noch einmal alles und spielte mit sechs Spielern. Zudem nahm er auch seine Auszeit. Er wollte seine Jungs nochmal heiß machen für die letzten 44 Sekunden. Doch es half alles nichts mehr. Die Siegesserie war gerissen.

Die Eisbären taten sich heute sehr schwer mit einer hart kämpfenden Augsburger Mannschaft. Im ersten Drittel fand man noch gar nicht zu seiner Form und kassierte durch zwei individuelle Fehler zwei Gegentore. Im Mitteldrittel hatte man zu Beginn und am Ende jeweils gute Drangphasen, für die man sich mit dem Anschlusstreffer durch Manuel Wiederer belohnen konnte. Zwischendurch war aber Augsburg in den zweiten 20 Minuten immer wieder gefährlich. Im Schlussdrittel taten sich die Berliner gegen die kompakte Augsburger Defensive enorm schwer. Als man dann aber doch den Ausgleich erzielen konnte, folgte der Knackpunkt in diesem Spiel. Denn man ging nur 78 Sekunden später wieder in Rückstand. Von diesem Schock konnten sich die Eisbären nicht mehr erholen.
Nach sieben Siegen in Serie endete die Serie heute also. Weil man eben nicht über 60 Minuten zu seinem eigentlichen Spiel fand. Immer nur zwischendurch ließ man aufblitzen, zu was die Mannschaft zu leisten im Stande ist. Letztendlich war das aber dann zu wenig. Nun heißt es Mund abputzen und am Freitag gegen Wolfsburg eine neue Siegesserie starten. Und vor allem endlich den ersten Saisonsieg gegen die Niedersachsen einfahren.

Die Eisbären Berlin im Januar 2022: Ein Spiegelbild der Saison

Heute vor eine Woche haben die Eisbären Berlin das letzte Spiel vor der Olympiapause bestritten. Mit 3:1 setzte man sich beim EHC Red Bull München durch und feierte damit den ersten Saisonsieg gegen die Mannschaft von Ex-Eisbären-Trainer Don Jackson. Heute in 23 Tagen steht für die Hauptstädter erst das nächste Ligaspiel an, dann treffen die Berliner am Dienstag, den 22.02, in der Domstadt auf die Kölner Haie. Zeit für uns also mal die Spiele der Eisbären im Januar Revue passieren zu lassen.

Acht Partien hat die Mannschaft von Trainer Serge Aubin im abgelaufenen Monat absolviert und sie waren ein Spiegelbild der laufenden PENNY DEL-Saison. Vier Spiele bestritt man auf heimischen Eis, vier Spiele auf fremden Eis. Nur ein Heimspiel konnte man dabei gewinnen. Auswärts gewann man drei der vier Spiele. Was auch den bisherigen Saisonverlauf widerspiegelt.
Denn von den bisherigen 22 Heimspielen gewann man nur die Hälfte, also elf. Auswärts absolvierte man erst 18 Spiele, gewann davon aber satte 14 und blieb dabei nur zweimal ohne Punkte. Bei einem 2:5 in Ingolstadt und einem 2:3 in Mannheim. Die Niederlage in der Kurpfalz war zugleich die einzige auf fremden Eis im Januar.

Es ist schon unerklärlich diese Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen der Eisbären Berlin. Stürmer Matt White wurde dazu nach dem Auswärtsspiel vergangenen Sonntag in München gefragt, wie er sich diese Stärke auf fremden Eis erklärt:

Nun ich denke, das liegt an unserer intensiven Vorbereitung. Wir gehen da auf das fremde Eis. Das ist für die schwierig ohne eigene Fans. Also ich denke, dass uns das ein bisschen Vorteil verschafft. Das ist in dem Sinne ja kein richtiges Auswärtsspiel. Normalerweise, wenn das gegnerische Team das erste Tor schießt, ist deren Fangemeinde nicht da, um sie dann anzufeuern, ihnen die nötige Energie zu geben, um weiterzumachen. Und wenn wir das erste Tor machen, dann hört man nichts, die Energie bleibt also auf unserer Seite und bei unseren Jungs, die auf der Bank sitzen. Jeder leistet seinen Betrag, spielt sein Spiel und so funktioniert das.

Vielleicht kann man diese Begründung ja auch auf die Heimschwäche der Eisbären zurückführen. Denn zu Hause tun sich die Berliner in dieser Saison enorm schwer. Und auch wenn man noch den „Luxus“ hatte, vor Fans zu spielen. So richtig Stimmung kam dennoch nicht auf und so fehlte den Eisbären auch der „siebte Mann“, um ein Spiel noch einmal zu drehen. Immerhin konnte man in drei der vier Januar-Heimspiele punkten, verlor aber die beiden Duelle, wo es in die Verlängerung bzw. ins Penaltyschießen ging. Was auch so eine Schwäche der Eisbären ist, hat man doch nur eins von insgesamt sieben Spielen noch gewonnen, in denen es über die reguläre Spielzeit hinaus ging.

Was im Januar noch auffiel? Die Eisbären kamen fast immer schlecht ins Spiel, gerieten in fünf der acht Spiele in Rückstand und konnten nur zwei Spiele am Ende noch für sich entscheiden. In drei der vier Heimspiele lag man mit 0:1 hinten, nur gegen Augsburg konnte man am Ende noch gewinnen. Auswärts lag man in zwei Spielen mit 0:1 hinten und konnte nur das Gastspiel in Düsseldorf noch für sich entscheiden. Das zweite Spiel war das in Mannheim und da lag man nach den ersten 20 Minuten bereits mit 0:3 hinten. Da kam die Aufholjagd am Ende zu spät.

Und trotz der eher durchwachsenen Bilanz haben die Hauptstädter ihre Tabellenführung gefestigt und stehen weiterhin souverän an der Tabellenspitze. Nach 40 Spielen hat man 80 Punkte auf dem Konto und somit einen Punkte-Quotienten von 2,00. Mit 141 Toren stellt man die beste Offensive, mit 106 Gegentoren hat man die fünftbeste Defensive. Wobei diese Werte alle mit Vorsicht zu genießen sind, ist die Tabelle der PENNY DEL doch arg verzerrt und die Frage nach dem sportlichen Wert stellt sich mehr denn je. Während Köln und Düsseldorf bereits 42 Spiele absolviert haben, steht Iserlohn noch bei 33 Spielen. Und wenn die PENNY DEL Nürnberg trotz arger Corona- und Verletzungssorgen heute in Augsburg mit nur zwei Reihen antreten lässt, sagt das doch so ziemlich alles aus. Fairness wird in dieser Liga nicht groß geschrieben.

Kommen wir aber zurück zum sportlichen und da drehte vor allem ein Stürmer richtig auf. Vor dem Januar stand Mark Zengerle bei gerade einmal zwei Toren und drei Vorlagen. Alleine im Januar sammelte Zengerle acht Scorerpunkte (2 Tore/6 Vorlagen). Jener Zengerle, der zu Beginn der Saison noch des Öfteren von der Tribüne aus zu gucken musste und bei dem ein Wechsel nach Schwenningen im Raum stand. Scheint fast so, als wäre die Nummer neun endlich in dieser Saison angekommen.
Zum internen Top-Scorer reichte das aber nicht, denn den Platz schnappte sich Leo Pföderl mit neun Scorerpunkten (4/5). Aber auch Matt White (5/3), Blaine Byron und Marcel Noebels (je 3/4) wussten mit acht bzw. sieben Scorerpunkten zu überzeugen.
Auf dem deutschen Sektor sind sicherlich die beiden Tore von Manuel Wiederer erwähnenswert. Aber auch die fünf Scorerpunkte von Kai Wissmann (1/4) und Frank Hördler (0/5). Zudem scorte Neuzugang Marco Baßler erstmals im Trikot der Eisbären und das gleich dreifach (1/2).

Bei den Torhütern kam Mathias Niederberger fünfmal zum Einsatz, Tobias Ancicka dreimal. Niederberger punktete in vier der fünf Spiele, feierte dabei drei Siege. Ancicka punktete in zwei Spielen und feierte einen Sieg.

Was im Januar bzw. in den letzten vier Spielen immer besser funktionierte, war das Powerplay der Eisbären. Das große Sorgenkind der Berliner in dieser Saison. Satte fünf Tore erzielte man in den letzten vier Spielen in Überzahl, was die Eisbären mit einer Erfolgsquote von nun 16,67 Prozent auf Platz zwölf in der Liga verholfen hat. Da zeigt die Tendenz also definitiv weiterhin nach oben. Das Penaltykilling funktionierte dagegen weiterhin sehr gut, was Platz sechs mit einer Erfolgsquote von 80.42 Prozent auch unterstreicht.

Nach 40 Spielen stehen die Eisbären auf Platz Eins in der PENNY DEL und sind mit 14 Auswärtssiegen in 18 Auswärtsspielen das beste Team der Liga. Man könnte also meinen, dass man bei den Berlinern rundum zufrieden ist mit der bisherigen Saison. Dem ist nicht ganz so, wie Kapitän Frank Hördler nach dem Spiel in München im Interview sagte:

Von der Platzierung her sind wir ganz gut gestartet. Wir haben uns einen guten Platz erarbeitet, das muss man ja dazu sagen, das hat uns keiner geschenkt. Wir waren von Anfang an auswärts sehr, sehr gut und sehr solide und souverän. Trotz alledem glaube ich, dass wir in unserer Mannschaft immer noch Potential nach oben haben. Sei es das Powerplay, sei es bei 5-5. Aber nichtsdestotrotz haben wir eine grundsolide und tolle Basis und dadurch, dass wir auf einen Roadtrip gehen, wenn wir nach der Pause zurückkommen, wollen wir das natürlich weiterhin so verteidigen.

Nach der Olympiapause werden die Eisbären alles daran setzen, Platz Eins zu verteidigen, um als Erster in die Playoffs zu gehen. Die Frage ist nur, ob das wirklich so ein großer Vorteil für die Berliner ist. Denn die Heim-Bilanz sagt da was ganz anderes aus. Da wäre es fast schon ein Vorteil, wenn man als Fünfter in die Playoffs starten würde. Denn da hat man dann immer ein Auswärtsspiel mehr…

4:3 in Ingolstadt: Zwei Rückkehrer-Tore, Jubiläum von Marcel Noebels und ein angefressener Yannick Veilleux nach Spielende

Die Eisbären Berlin haben ihre drei Spiele andauernde Niederlagenserie beendet. Am Mittwochabend gewann der Deutsche Meister sein Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt mit 4:3 (3:1,1:1,0:1) und festigte damit die Tabellenführung. Beide Mannschaften boten eine hochklassige Partie, in der es in hohem Tempo hin und her ging. Am Ende waren die Berliner der durchaus verdiente Sieger.

Eisbären-Coach Serge Aubin konnte endlich wieder auf volle vier Reihen zurückgreifen, denn mit den beiden Stürmern Yannick Veilleux und Manuel Wiederer kehrten zwei Spieler zurück ins Line-up. Das führte dazu, dass Aubin alle vier Reihen umstellte. Die erste Reihe bildeten Marcel Noebels, Matt White und Leo Pföderl. In Reihe Zwei stürmte Rückkehrer Veilleux an der Seite von Mark Zengerle und Giovanni Fiore. Blaine Byron rotierte aus der Paradereihe in die dritte Formation, wo er zusammen mit dem zweiten Rückkehrer Wiederer und Kevin Clark spielte. Und die vierte Reihe war die Youngster-Formation, denn die bildeten Allrounder Eric Mik, Sebastian Streu und Marco Baßler.
In der Defensive blieb nur das Duo Frank Hördler/Simon Després zusammen. Morgan Ellis verteidigte heute an der Seite von Nicholas B. Jensen und Kai Wissmann mit Jonas Müller. Und zu guter Letzt gab es auch im Tor eine Änderung, denn Youngster Tobias Ancicka hütete das Berliner Tor.

Diese Mannschaft sollte die drei Spiele andauernde Niederlagenserie beenden. Einfach sollte das aber nicht werden, da es immer unbequem in Ingolstadt ist. Das haben die Berliner auch beim ersten Duell in der Saturn-Arena zu spüren bekommen, als man mit 2:5 verloren hatte. In der Hauptstadt feierte man dafür einen 6:3-Heimsieg.
Für die Schanzer war es das erste Spiel nach der Corona-Quarantäne. Davor setzte es auch für die Mannschaft von Trainer Doug Shedden drei Niederlagen in Serie. Wer würde also heute seine Serie beenden? Einiges sprach für Ingolstadt, tun sich die Berliner doch in dieser Saison gerade in den Spielen gegen die Top-5-Teams enorm schwer. Zehn Spiele gab es bisher gegen diese Teams, nur zwei davon konnte man für sich entscheiden. Ganze zehn Punkte von möglichen 30 Punkten wurden nur eingefahren. Es wurde also Zeit, diese Statistik etwas aufzubessern.

Und dafür taten sie auch gleich was. Keine drei Minuten waren gespielt, da hatte Kapitän Frank Hördler die Scheibe Richtung Tor gebracht, Rückkehrer Yannick Veilleux „parkte“ vor Danny Taylor und überwand diesen per Rückhand – 1:0. Der Traumstart für die Gäste und für Veilleux natürlich auch.
Die Eisbären erwiesen sich als effektiv und kaltschnäuzig, denn den eigentlich besseren Start hatten die Hausherren, die vom ersten Bully weg alle Scheiben auf das Berliner Tor brachten und Tobias Ancicka somit ordentlich beschäftigten. Und ein, zwei gute Chancen waren da auch dabei, doch Ancicka hielt sein Tor sauber.
Ingolstadt spielte weiter nach vorne und wollte die direkte Antwort. Aber sie hatten kein Glück im Abschluss. Das hatten dafür die Eisbären. Manuel Wiederer schoss von der rechten Bande einfach mal auf das Tor und alle dachten, die Scheibe wäre am Außennetz gewesen. War sie aber nicht, sie ging irgendwie am kurzen Pfosten durch und die Eisbären führten mit 2:0 (8.). Auch das zweite Tor wurde also von einem Rückkehrer erzielt. Wahnsinn!
Mitte des ersten Drittels war das Penaltykilling der Eisbären erstmals gefordert, Frank Hördler musste auf die Strafbank. Und das drittbeste Powerplay der PENNY DEL hatte dann sogar zwei Mann mehr auf dem Eis, da Nicholas B. Jensen seinem Kapitän folgte und die Panther so für 91 Sekunden ein 5-3-Powerplay hatten. Aber das Dreieck der Berliner stand sehr gut und ließ kaum etwas gefährliches der Schanzer zu. Bei einfacher Überzahl waren die Panther näher dran am Anschlusstreffer, aber die Gäste überstanden die Unterzahl schadlos. Dafür klingelte es, als man wieder komplett war. Matt Bodie tanzte über die ganze Eisfläche, wurde von den Eisbären nicht entscheidend gestoppt, passte die Scheibe links raus zu Jerome Flaake, welcher auf 1:2 verkürzen konnte (13.).
Jener Flaake sorgte dann aber für das erste Powerplay der Eisbären, als er wegen eines Beinstellens auf die Strafbank muss. Der Ingolstädter Torschütze hatte dabei aber Glück, dass es keine größere Strafe war, denn das sah schon ganz stark nach einem Kniecheck aus. Auf jeden Fall war das zweitschlechteste Powerplay im Einsatz. Aber das war in den letzten beiden Spielen schon besser und auch heute scorte es. Die Eisbären arbeiteten hart vor dem Tor, die Scheibe kam zu Marcel Noebels und der hatte das halbleere Tor vor sich – 3:1 (16.). Ein Jubiläumstor der Nummer 92, denn es war sein 100. DEL-Tor und zugleich sein 300. Scorerpunkt in der PENNY DEL! Herzlichen Glückwunsch, Noebi!
Die Hauptstädter also mit dem erhofften starken ersten Drittel und das gegen eine offensiv sehr gefährliche Ingolstädter Mannschaft. Aber die Berliner hatten eben mehr Glück im Abschluss als die Schanzer. Und so führte man hier nach 20 Minuten mit 3:1.

Im Mitteldrittel bot sich den Hausherren früh die Chance, in Überzahl zu verkürzen. Jonas Müller kassierte die nächste Berliner Strafzeit. Doch erneut das Penaltykilling mit starker Arbeit und so überstand man auch die nächste Unterzahl ohne Gegentor.
Kurz darauf durfte dann das Powerplay der Eisbären ran. Beim ersten Mal klingelte es ja im Ingolstädter Tor. Das zweite Überzahlspiel war diesmal aber nicht von Erfolg gekrönt, weil das Penaltykilling der Hausherren gute Arbeit leistete.
Fortan ging es hin und her, beide Teams suchten den Torabschluss, aber es ging wie im ersten Drittel weiter. Leo Pföderl kam an der blauen Linie an die Scheibe, fuhr ein Stück nach vorne und holte aus. Seine Fackel schlug hinter Danny Taylor ein – 4:1 (31.).
Eigentlich ein Duell auf Augenhöhe, beide Mannschaften hatten ihre Chancen, aber nur eine nutzte diese eiskalt aus. Und das waren eben die Berliner, die auswärts sowieso eine Macht sind. Und mit Ingolstadt hatte man ja bekanntlich auch noch eine Rechnung offen, waren die Schanzer doch eine von zwei Mannschaften (Mannheim ist das zweite Team), welches die Eisbären ohne Punkte in dieser Saison auf die Heimreise schickten.
Spätestens nach dem 4:1 hatten die Eisbären das Spiel aber komplett im Griff. Ingolstadt konnte kaum für Entlastung sorgen. Als es ihnen dann aber doch mal gelang, verkürzten sie aus dem Nichts auf 2:4. Davis Koch mit dem Anschlusstreffer fünf Minuten vor der zweiten Drittelpause.
Neue Hoffnung für die Hausherren? Nicht wirklich, denn direkt im nächsten Wechsel wurden die Schanzer von den Eisbären im eigenen Drittel festgespielt und stark unter Druck gesetzt. Einzig der Torerfolg war den Eisbären nicht gelungen, aber das war ein bockstarker Wechsel, der einen Treffer verdient gehabt hätte. Generell fiel auf, mit welch hohem Tempo die Berliner hier über die Eisfläche flitzten. Da hatten die Gastgeber so ihre Probleme, hinterher zu kommen. Auch nach 40 Minuten hielt die Zwei-Tore-Führung des Tabellenführers.

Und nach nur 36 Sekunden im Schlussdrittel hätte Yannick Veilleux für die Vorentscheidung sorgen können, als er frei vor Danny Taylor auftauchte. Doch der Ingolstädter Goalie parierte dessen Versuch und hielt seine Mannschaft so noch im Spiel.
In der Folgezeit ging es rauf und runter, doch beide Defensivreihen ließen nicht viel Hochkarätiges zu. Das Spiel blieb so weiter spannend, denn Ingolstadt war der Wille anzumerken, hier nochmal zurückzukommen, während die Eisbären natürlich auf der Suche nach der Entscheidung waren. Und die Chance dazu bekamen die Eisbären rund 13 Minuten vor dem Ende, als man das dritte Powerplay des Spiels hatte. Aber auch wenn man in den letzten drei Spielen viermal in Überzahl erfolgreich war, das Powerplay bleibt eine große Baustelle bei den Berlinern.
Ingolstadt konterte dann mal, eine Spezial-Disziplin der Schanzer und da schlugen sie eiskalt zu. Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry mit dem Querpass auf Wayne Simpson und der verkürzte neun Minuten vor dem Ende des Spiels auf 3:4 (51.). Und plötzlich war hier wieder richtig viel Spannung drin, denn nun war es nur noch ein Tor Vorsprung für die Eisbären.
Die Mannschaft von Doug Shedden witterte nun nochmal Morgenluft und investierte noch mehr als ohnehin schon, um hier doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Die Eisbären konnten sich in der Phase kaum noch in der Offensive zeigen. Viel mehr war man mit der eigenen Defensive beschäftigt, um dieses knappe 4:3 zu verteidigen. Und dann machte man es sich auch noch umso schwerer, weil man nach einem Wechselfehler eine Strafzeit in der Schlussphase kassierte. Bei diesem Spielstand eine so unnötige Strafzeit zu nehmen, wo man doch um die Stärke des Ingolstädter Powerplays weiß, ist brandgefährlich. Aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl ohne große Probleme.
Doug Shedden versuchte am Ende alles, nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und zudem seine Auszeit. Doch Chris Bourque sorgte am Ende dafür, dass der Vorteil weg war, denn er leistete sich einen völlig unnötigen Stockschlag gegen Manuel Wiederer, was Yannick Veilleux auf die Palme brachte. Auch nach der Schlusssirene war Veilleux nicht zu beruhigen und wollte sich Matt Bodie noch greifen, aber die beiden Hauptschiedsrichter gingen dazwischen. Der Frust von Veilleux war aber nachzuvollziehen, denn der Stockschlag von Bourque war absolut unnötig und auch Bodie teilte am Pfosten stehend nochmal aus. Letztendlich war das aber unwichtig, denn das wichtigste aus Sicht der Eisbären war der Sieg, den man über die Zeit brachte.

Und am Ende war es ein hart erkämpfter Arbeitssieg, der aber durchaus verdient war. Die Eisbären legten den Grundstein zum Sieg im ersten Drittel. Dort spielte Ingolstadt eigentlich nicht schlecht und hatte auch Chancen, aber die Tore erzielten die Eisbären. Die dominierten ab Mitte des zweiten Drittels das Spiel, verpassten es aber, für die Entscheidung zu sorgen. Im letzten Drittel kam Ingolstadt nochmal stark zurück und verkürzte folgerichtig auf 3:4. Doch dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung brachte man das knappe 4:3 über die Zeit.
Die Szenen nach der Schlusssirene lassen den Wunsch nach einer Playoff-Serie ganz laut werden. Yannick Veilleux würde es freuen…

Ziel Titelverteidigung: Die Eisbären Berlin im Kader-Check

In zwei Tagen beginnt die neue Saison in der PENNY DEL. Die Eisbären Berlin starten in diese als Titelverteidiger. Mit acht Meisterschaften sind die Berliner nun wieder alleiniger DEL-Rekordmeister. Und Titel Nummer Neun ist das Ziel. das haben die Verantwortlichen der Hauptstädter vor Saisonbeginn auch mehrfach deutlich gemacht und werden das sicherlich auch nochmal morgen bei der Saisoneröffnungspressekonferenz tun. Schaut man sich aber zumindest die vier Spiele in der Champions Hockey League (CHL) an, muss man Zweifel an der erfolgreichen Titelverteidigung haben.

Ja, auch letztes Jahr lief die Vorbereitung alles andere als gut, aber sollte man nicht den Fehler machen, den Magenta-Sport-Cup mit der CHL zu vergleichen. Zudem wurde der Saisonstart letztes Jahr immer wieder verschoben, weshalb sich die Vorbereitung in die Länge zog. Dieses Jahr hatte man zwar weniger Sommerpause, dafür wusste man von Anfang an, auf welchen Tag man hinarbeitet. Das war zunächst die CHL, in welche man ebenfalls mit Ambitionen startete. Doch nach vier Spieltagen, vier Niederlagen, nur einem Punkt und einer Tordifferenz von 11:21-Toren steht die Mannschaft von Coach Serge Aubin vor dem Aus.

Daher gilt die volle Aufmerksamkeit nun dem DEL-Saisonstart übermorgen, wenn man mit Red Bull München auf einen Gegner trifft, der sich ebenfalls große Chancen auf den Gewinn der DEL-Meisterschaft ausrechnet. Die Roten Bullen haben wesentlich besser als die Eisbären in der Königsklasse abgeschnitten, konnten somit durch Erfolgserlebnisse also schon jede Menge Selbstvertrauen tanken. Genau dieses Gefühl eines Sieges fehlt den Eisbären vor dem Start, einzig bei den vier Vorbereitungsspielen zuvor konnte man das Eis dreimal als Sieger verlassen. Der letzte Pflichtspielsieg datiert noch vom alles entscheidenden Finale gegen Wolfsburg im Mai.

Um endlich wieder ein Spiel zu gewinnen, werden die Eisbären in dieser Trainingswoche an den Baustellen arbeiten. Diese wurden in den vier CHL-Spielen deutlich. Man muss an seinem Defensivverhalten arbeiten, man muss – was die Spieler selbst angesprochen haben – endlich von der Strafbank fernbleiben, man muss an seiner Chancenverwertung arbeiten und vor allem es wieder schaffen, sich 60 Minuten an sein System zu halten. In der CHL sah man meist nur ein oder zwei gute Drittel. Das reicht aber weder international noch national aus. Mit welchem Kader die Berliner den Saisonstart am Donnerstagabend gegen München angehen, schauen wir uns nun einmal genauer an.

Goalie Mathias Niederberger will erneut die Deutsche Meisterschaft gewinnen. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Im Tor blieb alles beim alten. Mathias Niederberger (Foto) und Tobias Ancicka bilden weiterhin das Torhüterduo in der Hauptstadt und damit ist man bestens aufgestellt. Niederberger ist die klare Nummer Eins, braucht er aber mal eine Pause, steht mit Ancicka ein hoffnungsvolles Talent bereit, welcher sein Können in der vergangenen Saison bereits deutlich unter Beweis gestellt hat.
Während Niederberger in 37 Spielen auf eine Fangquote von 92,2 Prozent kam und zudem sechs Shutouts feierte, wehrte Ancicka in 13 Spielen 91,7 Prozent aller Schüsse ab und feierte einen Shutout. Auch beim Gegentorschnitt lagen beide Goalies nicht weit auseinander – Niederberger 2,13 und Ancicka 2,34.
Beide Torhüter sind in der Lage, ein Spiel für ihre Mannschaft zu gewinnen. Mit Leon Hungerecker wurde noch ein neuer dritter Goalie verpflichtet, der in der vergangenen Saison in der DEL2 bei den Kassel Huskies das Tor hütete. Dort absolvierte der 23-jährige 18 Spiele, kam auf eine Fangquote von 91,2 Prozent, feierte drei Shutouts und hatte einen Gegentorschnitt von 2,43. Zuvor war Hungerecker in der Oberlinga (Braunlage/Timmendorf/Hamburg) und der DNL (Young Freezers) aktiv. Er wird die meiste Zeit wohl bei Kooperationspartner Lausitzer Füchse verbringen.

Hinterlässt eine große Lücke in der Defensive der Eisbären – Ryan McKiernan. (Foto: Ela on Tour)

In der Defensive hat man zwei Abgänge zu verzeichnen – John Ramage und Ryan McKiernan (Foto). Dabei ist vor allem der Verlust von Playoff-MVP McKiernan äußerst schmerzhaft und reißt eine Lücke in die Berliner Defensive. Doch mit Morgan Ellis (Ingolstadt) und Nicholas B. Jensen (Düsseldorf) hat man zwei namhafte Verteidiger verpflichtet, welche der Defensive der Eisbären mehr Tiefe verleihen sollen. Den Ausfall von McKiernan aufzufangen wird enorm schwer, aber mit Ellis und Jensen hat man nun zwei Spieler geholt, welche auch scoren können. Ellis kam in der vergangenen Saison auf 25 Scorerpunkte (5 Tore/20 Vorlagen), Jensen sogar auf 27 (6/21). Beide sollen das Offensivspiel der Eisbären beleben und vor dem Tor aufräumen, damit man nicht zu viele Gegentore schlucken muss.
Das Gerüst in der Defensive ist ansonsten gleich geblieben. Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller und Simon Després stehen weiterhin im Kader der Berliner. Hinzu kommt die Allzweckwaffe Eric Mik, der sowohl defensiv als auch offensiv spielen kann. Und dann hat man auch noch die Youngster Paul Reiner und Korbinian Geibel hochgezogen und mit einem Profivertrag ausgestattet.
Vom Papier her ist das also eine sehr gute Verteidigung, wenn gleich man erst noch sehen muss, wie man den Verlust von Ryan McKiernan kompensieren will. Und dass es bisher noch nicht so wirklich rund lief, hat man ja bereits gesehen. Daran wird man arbeiten müssen, will man im nächsten Jahr wieder um den Titel mitspielen.

Neuzugang Blaine Byron soll der Eisbären-Offensive mehr Tiefe verleihen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

In der Offensive gab es gleich acht Abgänge, wobei da der von Youngster Lukas Reichel am meisten schmerzt, bildete er doch die Top-Reihe mit Leo Pföderl und Marcel Noebels. Da muss man nun erst einmal einen adäquaten Ersatz finden, was in der CHL bisher noch nicht gelang. Dort stellte man Zach Boychuk in die Reihe, welcher dort auch schon in der letzten Saison mal spielte und wo es ganz gut funktionierte. Diesmal war das noch nicht der Fall. Und man stellte dann auch Neuzugang Kevin Clark in die Reihe, was bisher ebenfalls erfolglos war. Der 33-jährige Clark kam aus der Schweiz von Rapperswil an die Spree und will an seine guten alten DEL-Zeiten in Hamburg und Krefeld anknüpfen. In der Schweiz kam er vergangene Saison auf satte 46 Scorerpunkte (28/18).
Neben Lukas Reichel verließen auch noch dessen Bruder Thomas, Kris Foucault, Nino Kinder, Fabian Dietz, Mark Olver, Haakon Hänelt und PC Labrie den Hauptstadtclub. „Mister 1:0“-Foucault wird aufgrund seiner Tore auch fehlen, mit Labrie verliert man einen absoluten Publikumsliebling, mit Hänelt ein hoffnungsvolles Talent, mit Olver einen, der immer für Tore gut war und mit T. Reichel, Kinder und Dietz Spieler, welche sich in Berlin nicht durchsetzen konnte. Sie versuchen nun anderswo ihr Glück, um endlich in Fahrt zu kommen.
Neben Clark verpflichteten die Eisbären deshalb für den Angriff noch Manuel Wiederer, Yannick Veilleux, Blaine Byron (Foto) und Bennet Roßmy. Wiederer brach seine Zelte in San José ab und wechselte in die Oberliga nach Deggendorf, wo er vergangene Saison in zwölf Spielen vier Tore erzielte und sechs Treffer vorbereitete. Er hofft, dass er seine Karriere in Berlin wieder in Fahrt bringen und sich somit für die DEB-Auswahl und Olympia empfehlen kann.
Veilleux kommt aus der AHL von den Laval Rockets, wo er in der vergangenen Saison auf 19 Scorerpunkte (14/5) kam. Er weiß also, wo das Tor steht und würde diesen Torriecher nun auch gerne in Berlin zeigen wollen. In seiner Karriere war er neben der AHL auch in der ECHL aktiv.
Byron wurde von der Berlinern als bisher letzter Spieler verpflichtet. Der 26-jährige Kanadier kam über den Kooperationspartner der Eisbären, die Los Angeles Kings, in die Hauptstadt. Byron spielte für deren Farmteam Ontario Reign und trug dort das „A“ als Assistenzkapitän auf dem Trikot. Für Ontario kam er in der letzten Saison in 17 Spielen auf zwölf Scorerpunkte (6/6). Vorher war Byron für Springfield in der AHL aktiv. In Berlin soll er der Offensive nun mehr Tiefe verleihen.
Mit Roßmy steht ein junger Spieler im Kader der Eisbären, welcher letzte Saison noch für Kooperationspartner Lausitzer Füchse spielte. Durch seine Leistungen dort wurde er mit einem Vertrag beim Deutschen Meister belohnt. In 46 Spielen erzielte er 16 Scorerpunkte (6/10). Der 18-jährige fiel bei den vier CHL-Spielen bereits schon positiv auf und ließ dort schon mal sein Können aufblitzen. An ihm könnten wir in dieser Saison viel Freude haben.
Dazu haben die Eisbären noch ihre Torjäger Matt White, Marcel Noebels und Leo Pföderl in ihren Reihen. Gerade White legte in der CHL ja schon wieder ordentlich los. Hinzu kommen Mark Zengerle, Parker Tuomie (war in der CHL noch gesperrt), Giovanni Fiore und Zach Boychuk. Und mit Sebastian Streu hat man dann ja noch einen Youngster in den Reihen, der letzte Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.
Also auch in diesem Jahr verfügen die Berliner über einen sehr starken Angriff, der für viele Tore gut ist. Sie haben gute Torjäger und hoffnungsvolle Youngsters in ihren Reihen.

Am Ende der Saison soll der erneute Gewinn der DEL-Meisterschaft stehen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Wenn die Eisbären wieder zurück zu alter Stärke finden, gerade defensiv, und sie dann auch wieder vorne ihre Chancen eiskalt nutzen, ist mit den Berlinern auch in dieser Saison zu rechnen. Dafür müssen sie aber vor allem von der Strafbank fernbleiben und wieder anfangen, ihr System über 60 Minuten durchzuziehen. Sie müssen von Drittel zu Drittel, von Spiel zu Spiel denken. Genau an die Dinge, die sie in der vergangenem Saison so stark gemacht haben. Dort sprang am Ende der Titel raus, weil man diesen unglaublichen Willen im Team hatte. Wenn man diesen wieder zurück bekommt, ist auch in dieser Saison alles möglich. Um allerdings am Ende wieder auf dem DEL-Thron zu stehen, muss man den Erzrivalen Adler Mannheim schlagen, denn die Kurpfälzer haben sich im Sommer richtig gut verstärkt und gelten als Top-Favorit auf den Gewinn der DEL-Meisterschaft.

Lehrstunde zum CHL-Auftakt: Die Eisbären Berlin gehen gegen Tappara Tampere mit 1:6 unter.

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #1:

Nein, so hatten sich die Eisbären Berlin das erste Pflichtspiel der neuen CHL-Saison nicht vorgestellt. Bei der Rückkehr der Fans unterlagen die Berliner vor 2.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena Tappara Tampere deutlich mit 1:6 (0:0,0:5,1:1). Dabei wurden den Hauptstädtern deutlich die Grenzen aufgezeigt. Das Spiel verloren die Eisbären zwischen Minute 24 und 31, als die Finnen den Berlinern satte fünf Tore innerhalb von nur 6:30 Minuten einschenkten, vier davon innerhalb von 3:03 Minuten. Davon erholten sich die Hausherren nicht mehr.

Mathias Niederberger. (Foto:eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Für das erste Pflichtspiel der neuen Saison in der Champions Hockey League hatte Coach Serge Aubin mit ein paar Personalproblemen zu kämpfen. So fehlten u.a. Nichols B. Jensen (Nationalmannschaft), Yannick Veilleux (muskuläre Probleme) und Parker Tuomie (Doping-Sperre). Dafür standen fünf Neuzugänge im Kader für das Auftaktspiel gegen Tampere. Verteidiger Morgan Ellis bildete mit Jonas Müller ein Verteidiger-Gespann. Kevin Clark und Blaine Byron bildeten eine Reihe mit Matt White. Und Manuel Wiederer und Bennet Roßmy waren in der Youngster-Formation mit Sebastian Streu. Die spannendste Frage war natürlich die, wer den Platz von Lukas Reichel (Wechsel nach Chicago) in der Top-Formation mit Marcel Noebels und Leo Pföderl einnahm. Serge Aubin entschied sich wie erwartet für Zach Boychuk als Center zwischen den beiden deutschen Nationalspielern. Und in der dritten Formation sprang mal wieder Eric Mik im Sturm ein und spielte neben Giovanni Fiore und Mark Zengerle. Das Tor hütete Mathias Niederberger.

Doch das sollte es dann auch mit der Statistik gewesen sein, schließlich waren alle Fans in der Arena am Ostbahnhof heiß auf Eishockey. 538 Tage mussten die Eisbären und ihre Fans auf diesen Moment warten. Letztmals am 08. März 2020 absolvierten die Hauptstädter ein Spiel mit Fans. Es war das letzte Hauptrundenspiel der Saison 2019/2020, zwei Tage später wurde die Saison bekanntlich abgebrochen.
Doch auch zum Trübsal blasen waren wir nicht hier, wir wollten endlich wieder den Eishockey-Duft einatmen, die Mannschaft supporten und einfach unserer Leidenschaft nachgehen.

Guter Beginn der Eisbären, doch dann wurde Tampere immer stärker

Leo Pföderl beim Bully. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Hinein in das Spiel, wo in den ersten Minuten vor allem der Kampf das Spiel bestimmte. Beide Mannschaften wirken engagiert und gaben keinen Zweikampf verloren. Die Eisbären gaben durch Jonas Müller den ersten Torschuss der Partie ab. Es dauerte keine vier Minuten, ehe sich die Fans in der Arena am Ostbahnhof erstmals von ihren Sitzen erhoben: „Steht auf, wenn ihr Eisbären seid, hallte es durch die Arena„, ein lange vermisstes Flair, eins, welches Eishockey erst zu dem macht, was es eigentlich ausmacht. Da bekam man schon ein bisschen Gänsehaut auf der Pressetribüne.
Die Eisbären wirkten zu Beginn etwas besser, doch Tampere kam in der Folgezeit immer stärker nach vorne und gab die ersten Schüsse ab, welche Mathias Niederberger aber vor keine größeren Probleme stellten.
Das Spiel bot im ersten Drittel kaum hochkarätige Torchancen, weil beide Defensivreihen es verstanden, die Räume vor dem Tor eng zu machen und so die gefährlichen Schusswege wegnahmen.
Was beiden Team noch so ein wenig fehlte, war mal das schnelle Spiel vor das gegnerische Tor. Die Eisbären fuhren Mitte des ersten Drittels mal einen Zwei-auf-Eins-Konter, doch der Querpass wurde vor dem Tor von den Finnen abgefangen. Da wäre durchaus mehr drin gewesen.
Drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels kassierten die Eisbären die erste Strafzeit der Partie. Blaine Byron musste wegen eines hohen Stocks für zwei Minuten auf die Strafbank. Die erste Minute überstanden die Berliner problemlos, in der zweiten Minute wurde es nur einmal brenzlig, als Kristian Tanus eine gute Chance hatte und dem Klang nach das Aluminium traf.
Tampere bekam aber prompt das zweite Powerplay, denn mit Kevin Clark musste gleich der nächste Neuzugang in die Kühlbox. Er bekam die zwei Minuten wegen Hakens. Da hatten sich die beiden Neuzugänge aber schnell mit der „Eisbären-DNA“ infiziert, die ja bekanntlich gerne viele Strafen nehmen. Definitiv ein Problem, an dem die Eisbären weiter hart arbeiten müssen. Die erste Minute des zweiten Unterzahlspiels überstanden die Hausherren ohne Gegentreffer, nahmen aber noch rund eine Minute mit ins zweite Drittel. Torlos endeten somit also die ersten 20 Minuten in der Hauptstadt.

Die bitteren 6:30 Minuten

Angriff von Tappara Tampere. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Auch die zweite Minute des zweiten Unterzahlspiels überstanden die Eisbären ohne Gegentor und zeigten somit ein starkes Penaltykilling. Kaum komplett hatte Tyler Morley die dicke Chance zur Führung, er fuhr rum um Mathias Niederberger, bekam die Scheibe am Berliner Goalie aber nicht vorbei. Auf jeden Fall kam die Mannschaft von Coach Jussi Tapola hoch motiviert aus der Kabine. Die Finnen drängten in den ersten Minuten des zweiten Drittels gehörig aufs Tempo. Die Eisbären standen ordentlich unter Druck und so war es auch kein Wunder, als in der 24. Spielminute das 0:1 fiel. Torschütze war eben jener Tyler Morley, der kurz zuvor nicht an Mathias Niederberger vorbei kam. Diesmal klappte es für ihn besser.
Offensivaktionen waren von den Eisbären im Mitteldrittel bis dato keine zu sehen, die Berliner taten sich enorm schwer. Erst in der 27. Spielminute feuerte Morgan Ellis mal einen Schuss von der blauen Linie ab, doch dieser ging vorbei.
Eine Minute später schneller Angriff von Tampere, Petteri Puhakka zog von rechts ab, Mathias Niederberger rutschte der Puck irgendwie durch – 0:2 (28.).
Mitte der Partie wurde es etwas ruppiger, Marcel Noebels und Santtu Kinnunen gerieten hinter dem Berliner Tor aneinander und durften sich anschließend für zwei Minuten wegen unnötiger Härte auf der Strafbank abkühlen. 24 Sekunden später stand es bereits 0:3. Schneller Konter von Tampere, Querpass rechts raus auf Jukka Peltola und dessen Onetimer schlug im Berliner Tor ein. Keine Chance für Mathias Niederberger (29.).

Im zweiten Drittel wurde es zunehmend ruppiger. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Kurz darauf wurde es erneut ungemütlich auf dem Eis. Eine Strafe gegen die Eisbären war bereits angezeigt, als wenig später wieder ein paar Nettigkeiten untereinander ausgetauscht wurden und es weitere Strafzeiten gab. Leo Pföderl und Zach Boychuk mussten auf Berliner Seite raus, Mikael Seppälä auf finnischer Seite. Die Konsequenz war ein Vier-gegen-Drei-Powerplay für Tampere, an dessen Ende Tyler Morley per Onetimer auf 0:4 erhöhte (30.).
Nun wurde es bitter, Kai Wissmann ließ sich amateurhaft (sorry) ausspielen, ein weiterer Querpass von Tampere und schon stand es 0:5 (31.). Anton Levtchi netzte ein. Danach war Feierabend für Mathias Niederberger, Tobias Ancicka kam für ihn ins Tor. In 3:03 Minuten stellte Tampere von 1:0 auf 5:0. Das ging in dieser Phase deutlich zu einfach, da haben es die Eisbären Tampere deutlich zu leicht gemacht.
Danach wurde es ruhiger, Tampere musste ja auch nicht viel machen und die Eisbären mussten diesen Viererschlag erstmal verdauen. Doch die nächste Gefahr drohte schon wieder, als Blaine Byron wegen Beinstellens in die Kühlbox musste. In diesem Unterzahlspiel sah man die Verunsicherung der Eisbären deutlich. Die Finnen spielten das keinesfalls druckvoll und doch waren sie nicht vom Puck zu trennen. Weil die Berliner nur halbherzig störten und so nicht in Puckbesitz kommen konnten. Das einzig Positive war gewesen, dass man dieses Unterzahlspiel ohne ein weiteres Gegentor überstand. Aber nicht weil das eigene Penaltykilling so gut war sondern weil Tampere es wohl erst einmal gut sein lassen wollte mit dem Toreschießen. Schließlich hatte es im zweiten Drittel bereits ordentlich im Berliner Tor gescheppert.
In den letzten fünf Minuten plätscherte das Spiel dann nur so vor sich hin, Tampere spielte nach vorne und konnte sich die Scheibe problemlos hin und her spielen. Denn Gegenwehr der Eisbären suchte man vergebens. So darf man sich auf internationalem Niveau, ja eigentlich in keinem Spiel präsentieren. Doch man merkte den Eisbären hier deutlich an, dass die fünf Gegentreffer ihre Spuren hinterlassen hatten. Das Ziel für das letzte Drittel konnte daher eigentlich nur jenes sein, Selbstvertrauen für das zweite schwere Spiel an diesem Wochenende zu tanken. Dann ist Skellefteå zu Gast in Berlin. Und da bedarf es dann einer deutlich besseren Leistung, um in dieser „Todesgruppe“ noch eine Chance zu haben. Aber erst einmal standen heute noch 20 Minuten auf dem Programm und das bei einem Spielstand von 0:5.

Dem schnellen Ehrentreffer folgt nicht mehr viel

Zweikampf an der Bande. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Und im letzten Drittel klingelte es nach nur 86 Sekunden im finnischen Tor. Matt White wurde am linken Pfosten angespielt und schob die Scheibe im Fallen über die Linie – 1:5 (42.). Der erste Torjubel in der Arena am Ostbahnhof seit 538 Tagen! Gänsehaut!
Und die Eisbären waren weiter am Drücker, setzten sich im Drittel von Tampere fest und holten damit auch eine Strafe gegen die Finnen raus. Sami Moilanen musste wegen Beinstellens in die Kühlbox und die Eisbären mit dem ersten Powerplay der Partie. Giovanni Fiore tanzte sich dann mal klasse durch und kam auch zum Abschluss, doch die Scheibe ging leider nicht ins Tor. Mehr kam aber bei diesem Überzahlspiel nicht heraus, weil man es auch zu kompliziert spielte.
Anschließend war dann zur Abwechslung mal wieder das Penaltykilling der Eisbären an der Reihe, Bennet Roßmy musste wegen Haltens auf die Strafbank. Und Tampere machte in diesem Powerplay das halbe Dutzend voll, Waltteri Merelä mit dem sechsten Treffer der Finnen an diesem Abend – 1:6 (48.).
Danach passierte nicht mehr viel. Das Spiel lief aus, die Zeit runter, die Partie war längst entschieden. Und so feierten die Fans ihre Rückkehr ins Stadion und sangen bis zum Spielende.

Lehrstunde für die Eisbären

Neuzugang Blaine Byron im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Lehrstunde für die Eisbären Berlin! Nur in der Anfangsphase konnte man das Spiel offen halten und war für eine kurze Phase sogar die bessere Mannschaft. Doch mit zunehmender Spieldauer kam Tampere immer besser ins Spiel und vergab zum Ende des ersten Drittels auch noch zwei Powerplay-Chancen. Zu Beginn des Mitteldrittels kamen die Finnen hoch motiviert aus der Kabine und drängten die Berliner sofort ins eigene Drittel. Der Lohn war das schnelle 1:0. Das sorgte für noch mehr Selbstvertrauen bei Tampere und es folgten verheerende 3:03 Minuten aus Berliner Sicht. In dieser Zeit zog Tampere auf 5:0 davon und spielte mit den Eisbären Katz und Maus. Die Hausherren ergaben sich in dieser Phase ihrem Schicksal, hatten dem temporeichen Spiel der Finnen nichts mehr entgegenzusetzen, waren auch in den Zweikämpfen nicht präsent und verteidigten wie eine Schüler-Mannschaft. Auch Mathias Niederberger ließ sich davon anstecken und erwischte ebenfalls nicht den besten Abend. Nach dem 0:5 räumte er seinen Arbeitsplatz.
Das letzte Drittel war dann immerhin ein kleiner Erfolg für die Eisbären, denn man konnte schnell den Ehrentreffer erzielen, musste aber dann noch das sechste Gegentor hinnehmen.
Den Eisbären fehlte es letztendlich an allem, an Schnelligkeit, an der nötigen Zweikampfhärte, an der nötigen Disziplin. Man bekam von Tampere die Grenzen aufgezeigt.

Coach Serge Aubin im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Kapitän Frank Hördler meinte nach dem Spiel im Interview, dass Tampere im zweiten Drittel noch einmal einen Gang zugelegt hatte, es dann etwas ruppiger wurde und man ein bisschen den Kopf verloren hätte. Man hätte da dann cooler sein müssen.
Neuzugang Manuel Wiederer mangelte die fehlende Konstanz über 60 Minuten an. So viele schnelle Gegentore in einem Spiel hat er sicherlich schon mal bekommen, „aber es darf dir eben nicht passieren, weil ein Spiel dann außer Reichweite gerät“, so Wiederer
Coach Serge Aubin sagte nach dem Spiel, dass ihm der Einsatz seiner Mannschaft heute nicht gefallen hat. Er meinte, dass sie manchmal ein paar Wechsel gut hatten, aber dann… Doch Aubin blickte bereits nach vorne und sagte, er weiß wie gut die Mannschaft ist, wenn sie das tut, was sie am besten kann. Ob sie gegen die Schweden also wieder ihr anderes Gesicht zeigen, werden wir morgen sehen. Auf jeden Fall wird die Mannschaft eine Reaktion zeigen.