Matthias Niederberger vor dem zweiten Saisonspiel in Wolfsburg: „Wir wollen uns stetig verbessern“

Der Auftakt am Freitagabend war sehr viel versprechend. Mit 3:2 gewannen die Eisbären Berlin das erste Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven und feierten damit einen gelungenen, aber nicht unbedingt erwarteten, positiven Saisonstart. Was vor allem auch an den drei erst vor kurzem verpflichteten Neuzugängen Kris Foucault, Giovanni Fiore und Matt White lag. Denn diese drei Jungs verliehen der Berliner Offensive mehr Tiefe und vor allem mehr Torgefahr. Trainer Serge Aubin unterstrich nach dem heutigen Training auch nochmal die Wichtigkeit dieser drei Stürmer:

Ich denke wir haben im letzten Spiel gesehen, dass sie schon sehr gut waren. Wir haben diese drei Jungs aus bestimmten Gründen geholt. Sie haben Ruhe und Erfahrung in das Lineup gebracht, das Überzahlspiel hat gut harmoniert. Auch in Unterzahl haben die Jungs viel richtig gemacht. Sie passen wirklich gut zum Rest der Gruppe. Mit der Rückkehr von Noebels, Müller und Espeland ist das Lineup tiefer und stärker, so dass wir die Eiszeiten besser managen können.

Eisbären-Coach Serge Aubin schwärmt von seinen drei Neuzugängen. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aubin (siehe Foto links) spricht sie an, die Special Teams. Waren sie im MagentaSport-Cup noch eines der Sorgenkinder der Eisbären, so waren sie beim ersten Saisonspiel ein Faktor für den Auftaktsieg. Denn zwei der drei Treffer fielen in Überzahl. Und kein Wunder, dass mit Foucault und White zwei der drei neuen Stürmer die Tore in Überzahl erzielten. Und auch morgen Abend in Wolfsburg wird es auf die Special Teams ankommen. Und Kris Foucault kann sozusagen aus dem Nähkästchen plaudern, spielte er doch bereits für die Autostädter in der DEL. 

Der morgige Gegner Wolfsburg startete ebenso erfolgreich in die neue Saison, gewann nach Rückstand noch mit 4:1 gegen die Krefeld Pinguine und grüßt damit nach Spieltag Eins von ganz oben in der Tabelle. Das wollen die Eisbären morgen Abend natürlich ändern und selbst die Tabellenspitze erklimmen. Dabei werden sich die Berliner aber auf eine ganz andere Atmosphäre in Wolfsburg einstellen müssen als sonst. Denn sonst ist man es gewohnt, dort ein Heimspiel zu haben, wenn rund 1000 Fans die Mannschaft nach Wolfsburg begleiten. Aber durch Corona ist alles anders und man muss es morgen Abend ohne Fan-Unterstützung in Wolfsburg schaffen. Trainer Serge Aubin erwartet auf jeden Fall ein schweres Spiel bei der Mannschaft von Coach Pat Cortina:

Wir haben im ersten Spiel viele Dinge richtig gemacht, aber jetzt müssen wir auswärts ran. Natürlich gibt es einen kleinen Nachteil, weil wir erst am Spieltag fahren, aber das sind eben die Dinge, die wir dieses Jahr händeln müssen. Ich erwarte ein schweres Spiel, aber es sind einige Jungs zurück, also hoffentlich können wir das Tempo erhöhen und auch das zweite Spiel gewinnen. 

Aubin spricht es an, er kann auf Stefan Espeland, Jonas Müller und Marcel Noebels zurückgreifen, was dem Kader noch mehr Tiefe verleiht und die Eisbären noch unberechenbarer macht. Keine guten Nachrichten also für Wolfsburg. Denn die Eisbären scheinen gerade die perfekte Mischung gefunden zu haben, war aber Handlungsbedarf nach dem MagentaSport-Cup auch dringend nötig. Und mit Foucault, Fiore und White hat man wohl genau die richtigen Spieler verpflichtet. Nichtsdestotrotz ist man aber weiterhin auf der Suche nach einem Center, denn da gab es genügend Abgänge.

Einer, der neben den drei genannten Spielern aber auch seinen Anteil am Sieg gegen Bremerhaven hatte, war Goalie Matthias Niederberger, welcher 33 der 35 Schüsse parierte und so ebenfalls zum Matchwinner avancierte. Auch der Rückkehrer war mit dem Auftakt zufrieden, strebt aber weiter nach Verbesserung:

Man darf natürlich mit dem Einstand zufrieden sein, dass wir ein sehr gutes Spiel gegen Bremerhaven hatten und ein positives Ergebnis erzielt haben und die ersten drei Punkte gesammelt haben. Aber wir wollen uns, egal ob Sieg oder Niederlage, stetig verbessern und wir arbeiten auch stetig an Kleinigkeiten, Natürlich kann noch nicht alles nach einem echten Saisonspiel sitzen.

Eisbären-Torhüter Matthias Niederberger gibt Einblicke in seine Spielvorbereitung. (Foto: eisaberlin.de/jasmin und walker)

Genau das ist die Einstellung, die man braucht, um erfolgreich zu sein. Genau an der nötigen Einstellung mangelte es den Eisbären im Vorbereitungsturnier. Doch nun scheint man seine Sinne geschärft zu haben und ist voll fokussiert auf die neue Saison. Wenn gleich dabei sicher auch die Zwangspause durch die Corona-Quarantäne geholfen hat, weil man sich da noch mal sammeln und Kräfte tanken konnte. 

Auch gegen Wolfsburg wird es für die Hauptstädter ein sehr schweres Spiel, gehören die Niedersachsen doch stets zu den Playoff-Kandidaten in der Liga. Und auch die Grizzlies haben sich sehr gut verstärkt und sind auf dem Papier eine starke Truppe. Diese wird Berlin vor eine Herausforderung stellen. Doch die Verantwortlichen der Eisbären werden die Mannschaft bestens vorbereiten auf dieses Spiel. 

Doch wie bereitet sich eigentlich ein Torhüter auf so ein DEL-Spiel vor? Matthias Niederberger (siehe Foto links) mit seiner Antwort darauf:

 

Im Wesentlich schaue ich mir das gegnerische Powerplay an, weil das ist denke ich das Wichtigste. Da schaue ich mir die Tendenzen an. Ich gucke mir auch gerne mal an, wer der gefährlichste Torschütze ist und ob er eine bestimmte Tendenz hat und was der Gegner in der offensiven Zone macht. Aber nur grob, nicht im Detail, weil wenn man beginnt Dinge falsch zu antizipieren oder zu spekulieren, dann hat man da eher einen konträren Effekt. 

Alles ist vorbereitet für das zweite Saisonspiel der Eisbären Berlin bei den Grizzlys Wolfsburg. Los geht es morgen Abend um 20:30 Uhr (!) in der Autostadt. Magenta Sport überträgt wie gewohnt live.

3:2! Matt White und Kris Foucault führen die Eisbären Berlin zum Auftaktsieg gegen die Fischtwon Pinguins Bremerhaven


Ausgabe #1:

286 lange Tage sind seit dem letzten Eishockeyspiel in der Mercedes-Benz Arena vergangen. Damals wie heute hieß der Gegner Fischtown Pinguins Bremerhaven und genau wie an jenem 08. März 2020 gewannen die Eisbären das Spiel. Am Frauentag mit 4:3, heute mit 3:2. Vor „ausverkauftem“ Haus (16 Pressevertreter und sechs Fotografen, mehr sind in Corona-Zeiten nicht erlaubt) sahen eine sehr spannende und hart umkämpfte Partie, in der noch nicht alles rund lief, aber am Ende die Eisbären als Sieger vom Eis gingen. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin hatte eine Rumpftruppe zur Verfügung, fehlten doch Jonas Müller, Stefan Espeland, Nino Kinder, Thomas Reichel, Sean Backman, Fabian Dietz und Marcel Noebels. Dafür standen die Neuzugänge Mathias Niederberger, Tobias Ancicka Leon Gawanke, Mark Zengerle, Parker Tuomie, Giovanni Fiore, Haakon Hänelt, Matt White und Kris Foucault im Kader.

Blitzstart der Eisbären, aber Bremerhaven schlägt zurück

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Einiges also neu im Berliner Team und dementsprechend engagiert gingen sie von der ersten Sekunde an zu Werke. Die Hausherren kamen wie die Feuerwehr aus der Kabine und hätten bereits nach 22 Sekunden in Führung gehen können. Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen, Fiore fälschte ab und lenkte die Scheibe so an die Latte. Und die erste Minute war noch nicht um. 48 Sekunden waren gespielt, als Maxime Fortunus die erste Strafzeit des Spiels wegen Beinstellens kassierte. Powerplay also für unsere Jungs, ein Sorgenkind im MagentaSport-Cup. So aber nicht heute. Man fand direkt die Formation und nach 121 Sekunden im Spiel fiel das 1:0. Über Ryan McKiernan und Matt White kam die Scheibe an den rechten Bullykreis zu Kris Foucault und der zog direkt ab. Sein Onetimer schlug hinter Bremerhavens neuem Goalie Brandon Maxwell ein – 1:0 (3.). Foucault machte also gleich im ersten Spiel das, wofür man ihn nach Berlin holte.
Bremerhaven hatte anfangs sichtlich Probleme mit dem aggressiven Forecheck der Eisbären und kam erst nach einem Fehler der Berliner zur ersten Chance durch Jan Urbas, der den Abschluss bei einem Zwei-auf-Eins-Konter suchte, doch scheiterte. Aber nun kamen die Gäste von der Küste immer besser ins Spiel und holten sich immer mehr Spielanteile. Das Spiel verlagerte sich nun mehr und mehr ins Berliner Drittel, doch die Defensive stand kompakt und die Kommunikation funktionierte reibungslos.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Mitte des ersten Drittel kassierten die Eisbären durch Sebastian Streu die erste Strafe wegen Haltens. Die Berliner also erstmals in Unterzahl und in Überzahl zeigte die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch, wie stark sie mit einem Mann mehr ist. Zwei Chancen blieben noch ungenutzt, aber die dritte saß dann. Niklas Andersen mit dem Zuspiel von links vors Tor, wo Carson McMillan per Tip-in zum 1:1 ausgleichen konnte – 1:1 (12.). John Ramage konnte ihn nicht entscheidend am Abschluss hindern.
Der Ausgleich gab Bremerhaven noch mehr Selbstvertrauen und die Gäste hatten das Spiel weiterhin im Griff, hatten auch Chancen, aber Matthias Niederberger ließ keinen weiteren Treffer mehr zu.
Nun wachten die Eisbären wieder auf und befreiten sich von der Umklammerung der Gäste von der Küste. Die Gastgeber tauchten jetzt auch wieder vor Brandon Maxwell auf, doch auch der Bremerhavener Goalie ließ nichts mehr zu. Zum Ende hin überstanden die Hauptstädter noch ein Unterzahlspiel und hatten durch John Ramage sogar eine Unterzahlchance, welche Brandon Maxwell im Nachfassen zu Nichte machte. So ging es leistungsgerecht mit 1:1 in die erste Drittelpause.

Ein Drittel ganz im Zeichen der Special Teams

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zu Beginn des zweiten Drittels ging es zunächst hin und her, Bremerhaven setzte die ersten beiden Schüsse ab, welche aber keine Gefahr für Matthias Niederberger dar stellten. Die Gäste setzten auch auf der Strafbank die ersten Akzente, kassierte Bremerhaven doch gleich zwei Strafen nacheinander. Das erste Powerplay war kaum abgeklungen, da wanderte der nächste Fischtown-Spieler in die Kühlbox. Dabei war das erste Überzahlspiel das gefährlichere der Eisbären. Mark Zengerle scheiterte vor dem Tor an Brandon Maxwell und John Ramage scheiterte gleich mit drei Versuchen. Dagegen war das zweite Powerplay eher unsauber gespielt und so war es Leo Pföderl, welcher erst elf Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Bremerhaven den ersten und einzigen Schuss im zweiten Powerplay des Mitteldrittels absetzen konnte.
Aber auch Bremerhaven kam in den zweiten 20 Minuten zu einem Powerplay und das war richtig gefährlich. Jan Urbas und Carson McMillan mit dicken Möglichkeiten, aber auf der Gegenseite auch Kapitän Frank Hördler, welcher in Unterzahl für die Eisbären eine große Chance hatte. Alle Chancen blieben jedoch ungenutzt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im Mitteldrittel waren es vor allem die Überzahlspiele, welche für Torgefahr sorgten. So auch beim nächsten Powerplay der Fischtowns, als deren Ex-Kollege Mark Zengerle auf die Strafbank wanderte. Dominik Uher scheiterte von rechts, Ziga Jeglic tankte sich vor das Tor und wollte Matthias Niederberger düpieren, scheiterte aber ebenso wie Maxime Fortunus mit seinem Versuch von der blauen Linie.
Das letzte Powerplay im zweiten Drittel gehörte dann den Hausherren und da klingelte es im Bremerhavener Tor. Eine Kombination der drei Neuzugänge Kris Foucault, Mark Zengerle und Matt White führte zur erneuten Berliner Führung. Mark Zengerle passte die Scheibe von hinter dem Tor hoch an den linken Bullykreis zu Matt White, welcher nicht lange fackelte und den Puck zum 2:1 im rechten Winkel versenkte (38.). Somit nahmen die Berliner eine knappe Führung mit in die Kabine.

Am Ende wurde nochmal gezittert

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Schlussdrittel begann mit 14 Sekunden Vier gegen Vier, danach hatte die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch noch gut eine Minute einen Mann mehr auf dem Eis, sollte daraus aber nichts machen.
Die erste dicke Chance im letzten Abschnitt hatten die Berliner. Ryan McKiernan mit dem Auge und dem Sahnepass von der blauen Linie vor das Tor, wo Kris Foucault lauerte, aber an Brandon Maxwell scheiterte.
Wenig später kassierte Frank Hördler die nächste Strafe der Partie und die Special Teams, welche heute viel Zeit bekamen, durften wieder ran. Dominik Uher und Miha Verlic hatten Möglichkeiten, konnten aber Matthias Niederberger nicht überwinden. Kaum wieder vollzählig, lief Hördler alleine auf Maxwell zu, aber der Aufschrei der Ticker-Tribüne schien ihn aus dem Tritt gebracht zu haben und ein Bremerhavener Spieler konnte in letzter Sekunde den Schläger dazwischen bekommen und spitzelte ihm die Scheibe von seiner Kelle.
Die Eisbären wollten in den letzten 20 Minuten für die Vorentscheidung sorgen, während Bremerhaven natürlich seine Chance auf den Ausgleich suchte. So entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, aber es waren die Berliner, welche der Vorentscheidung ein Stück näher kamen. Matt White mit dem klasse Zuspiel aus der linken Bandenrundung auf Leo Pföderl, welcher viel Zeit und Platz hatte. Pföderl zog ab und vollendete eiskalt durch die Schoner von Maxwell – 3:1 (52.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären konzentrierten sich nun auf die Defensive, weil ihnen klar war, was in der Schlussphase passieren würde: Bremerhaven rannte noch einmal an, machte noch einmal Druck und hatte drei Minuten vor dem Ende des Spiels auch nochmal eine Überzahlchance. John Ramage leistete sich einen Stockschlag und bekam dafür zwei Minuten von den Hauptschiedsrichtern Marc Iwert und Bastian Steingross. Und Powerplay ist eine Parade-Disziplin der Pinguins. Vladimir Eminger, Ziga Jeglic und zweimal Miha Verlic scheiterten mit besten Chancen. So blieb das Powerplay ungenutzt. Der Druck war aber am Ende so groß, dass Bremerhaven doch noch zuschlagen sollte. Goalie Brandon Maxwell war inzwischen vom Eis, als Niklas Andersen direkt nach einem gewonnenen Bully in der Angriffszone abzog und Matthias Niederberger damit überraschte – 3:2, 33,3 Sekunden vor der Schlusssirene.
Bremerhaven schnupperte nun wieder am Ausgleich und Thomas Popiesch rief seine Jungs 23,2 Sekunden vor dem Ende noch einmal zu sich, um ihnen letzte Anweisungen mit auf den Weg zu geben. Doch die Eisbären verteidigten das sehr leidenschaftlich. Sie warfen sich in die Schüsse und blockten die Versuche der Fischtown-Spieler und brachten so das knappe 3:2 über die Zeit. Somit landen die ersten drei Punkte auf dem Konto der Berliner.

Ein unerwarteter Auftaktsieg

Punkte, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hatte. Zum einen, weil man in der Vorbereitung große Probleme hatte, während Bremerhaven eine der großen Überraschungen im MagentaSport-Cup war. Zum anderen, weil die Berliner mit einer arg dezimierten Truppe antreten mussten. Es sprach also vieles vor dem Spiel für Bremerhaven. Aber die Eisbären kämpften von der ersten Sekunde an leidenschaftlich und als Team, zeigten großen Kampfgeist und unbändigen Willen. Dass sie heute das Eis im ersten Saisonspiel als Sieger verlassen wollten, wurde bereits in der ersten Spielminute deutlich.
Und dann wären da auch noch die drei Neuzugänge, welche erst vor kurzem verpflichtet wurden. Matt White avancierte mit drei Scorerpunkten (ein Tor/zwei Assists) zum Matchwinner, Kris Foucault sammelte zwei Scorerpunkte (1/1) und erzielte das erste Saisontor der Berliner. Und auch der Dritte im Bunde, Giovanni Fiore, wusste zu überzeugen und zeigte, dass er genau wie White und Foucault der Unterschiedspieler sein kann.
Klar, alles funktionierte noch nicht reibungslos, was aber im ersten Saisonspiel völlig normal ist. Aber im Vergleich zum MagentaSport-Cup zeigte sich die Defensive deutlich verbessert, die Mannschaft spielte als solche zusammen und kämpfte als Einheit um den Sieg und die drei Punkte. Und das Sorgenkind Special Teams war am Ende der Schlüssel zum Sieg. Zwei Powerplaytore sicherten am Ende drei enorm wichtige Punkte zu Beginn einer ganz besonderen Saison.

Kuriositäten am Rande des Spiels: 

In dieser Saison ist alles anders als sonst. Es sind keine Zuschauer in den Arenen der Liga, was dazu führt, dass man auf dem Eis die Gespräche der Spieler deutlich verstehen kann, was sicherlich auch mal ganz interessant ist. Angesichts der Corona-Pandemie sind die Spieler angehalten, auf Faustkämpfe zu verzichten. Wer die Handschuhe fallen lässt, darf duschen gehen. Ryan McKiernan wollte sich heute im ersten Drittel Niklas Andersen vorknöpfen, nachdem dieser nach Abpfiff noch zum Schuss ansetzte. Einer der beiden Hauptschiedsrichter brüllte ihm nur ein „No“ zu und man sah, wie schnell McKiernan sein Vorhaben sein ließ. 

Und Stadionsprecher Uwe Schumann muss sich auch noch an die neue Atmosphäre gewöhnen. Da brachte er mal eben die Tore durcheinander und wollte nach dem Treffer zum 2:1 den Eisbären diesen nicht zu gestehen und wollte „Eisbären eins“ sagen. Und nach der ersten Drittelpause wollte er die Fans auf den Gängen und an den Gastronomieeinrichtungen daran erinnern, dass das Spiel in Kürze weitergeht. Im fiel dann aber relativ schnell auf: „Ach ne, die haben ja geschlossen. Liebe Pressevertreter, kommt wieder rein, es geht in Kürze weiter.“ 

Diese Zeiten sind für alle ungewöhnlich, solche Momente bringen einen dann aber zum schmunzeln. Aber dennoch war die Botschaft der Eisbären Berlin während des ersten Saisonspiels deutlich:

Foto: eisbaerlin.de/walker

Vorhang auf! Die Eisbären starten gegen Bremerhaven in eine ganz besondere Saison

Szene aus dem letzten Heimspiel gegen Bremerhaven. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Es war der 08. März 2020, der letzte Hauptrundenspieltag der DEL-Saison 2019/2020. Die Eisbären Berlin empfingen am Frauentag die Fischtown Pinguins Bremerhaven und gewannen dieses Spiel mit 4:3. Die Fans in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof verließen selbige voller Vorfreude auf die Playoffs, in welchen man im Viertelfinale auf die Düsseldorfer EG treffen sollte. Wie wir heute wissen, sollte diese Serie nie beginnen und das Spiel gegen Bremerhaven das letzte für eine ganz lange Zeit gewesen sein.

Morgen schreiben wir den 18. Dezember 2020 und die neue PENNY-DEL-Saison beginnt so, wie die alte aufhörte. Mit einem Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Doch auch wenn es der selbe Gegner ist, ist alles andere nicht mehr so wie an jenem 52. Hauptrundenspieltag der vergangenen Saison. Denn das drum herum wird schmerzlich fehlen. Die Arena wird im Vergleich zum 08. März gähnend leer sein, denn aufgrund der COVID-19 Pandemie wird die neue Saison komplett ohne Zuschauer beginnen. Und dieser Zustand wird uns wohl noch eine ganze Weile begleiten. Auf diese ungewohnten Umstände hat man sich bei den Hauptstädtern eingestellt, wie Sportdirektor Stéphane Richer heute bei der Saisoneröffnungspressekonferenz sagte (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 17.12.2020):

Wir müssen in dieser Saison vor allem eines sein: flexibel. Es wird in diesem Jahr nichts so sein, wie wir es bisher kennen. Das hat der Magenta Sport Cup schon gezeigt. Ich denke, dass wir mit kurzfristigen Spielverlegungen und auch Absagen rechnen müssen.

Eine ungewohnte Saison

Nicht nur wir Fans müssen uns auf eine ungewohnte Situation einstellen, müssen wir doch auf die Besuche der Heimspiele schweren Herzens verzichten, wenn gleich die Gesundheit aller dabei im Vordergrund steht und somit diese Tatsache unumgänglich war. Auch die Mannschaften und Spieler werden sich auf eine andere Atmosphäre einstellen müssen. Denn das Salz in der Suppe, die Fans und deren Support, werden schmerzlich fehlen und aus dem Eishockeysport, wie wir ihn lieben, ein komplett anderes Spiel machen. Was sicherlich auch Einfluss auf die Spielausgänge nehmen wird, denn der typische Heimvorteil existiert jetzt nicht mehr. Da tut man sich dann vielleicht als Auswärtsmannschaft sogar leichter, weil man die Hexenkessel in Straubing oder am Seilersee jetzt nicht gegen sich hat.

Das so ein Geisterspiel ein komplett anderes Stadionerlebnis ist, habe ich beim ersten Heimspiel im MagentaSport-Cup gegen Schwenningen (1:5) hautnah mit erlebt. Man nimmt das Spiel ganz anders war, man ist viel mehr drin im Geschehen, weil man aber auch wirklich nahezu alle Gespräche auf dem Eis mitbekommt. Was an sich zwar auch mal interessant zu hören ist, aber meins wird es nicht werden. Die Stimmung ist dann doch das, was das Eishockey zum Gesamtpaket werden lässt. Und genau auf diese Stimmung müssen wir nun leider verzichten.

Überraschungen sind nicht ausgeschlossen

Dass so eine besondere Saison in Pandemie-Zeiten komplett anders verlaufen kann, als gewohnt, zeigte bereits der MagentaSport-Cup, als mit Bremerhaven und Schwenningen zwei Teams auftrumpften, denen man dass in dem Stil so nicht unbedingt zugetraut hätte. Bremerhaven gewann die ersten sieben Spiele in Folge und zeigte auch bei der Final-Niederlage gegen München (5:7) eine sehr starke Leistung. Und bei Schwenningen haben die Eisbären selbst miterlebt, wie gut die Wild Wings auf einmal sind. Das Team wurde komplett umgekrempelt und mischte die Gruppe B mit Berlin, Mannheim und München gehörig auf. Den Eisbären zogen sie mit 5:1 und 7:2 das Fell über die Ohren. Einzig das Corona-Virus stoppte die Mannschaft von Chefcoach Niklas Sundblad und machte einen möglichen Halbfinaleinzug zu Nichte.
Aber das Vorbereitungsturnier zeigte, dass am Ende dieser so besonderen Saison auch ein anderes Team als die üblichen Verdächtigen aus Mannheim oder München den DEL-Pokal in die Höhe stemmen könnten. Denn dieses Jahr spielen so viele Faktoren eine Rolle, welche in einer „normalen“ Saison nicht wirklich zum tragen kommen. Insofern wird uns eine enorm spannende und hochinteressante Saison bevor stehen, wo aber eins ganz im Vordergrund stehen wird: Die Gesundheit alle Spieler und Verantwortlichen, dass alle gesund durch die Saison kommen werden.

Fünf Spieler fehlen zum Saisonstart

Gesund ist auch das Stichwort, um auf das Personal für den Saisonauftakt zu schauen. Denn Trainer Serge Aubin stehen nicht alle Spieler zur Verfügung. Jonas Müller wird noch gesperrt fehlen, Marcel Noebels fehlt verletzungsbedingt und Fabian Dietz, Nino Kinder und Stefan Espeland fehlen allesamt aufgrund von Trainingsrückstand. Die kürzlich verpflichteten Stürmer Kris Foucault, Giovanni Fiore und Matt White sind somit bereit für das Heimspiel gegen die Mannschaft von der Küste.

Trainer Aubin tut sich ebenso schwer, einen Favoriten zu benennen:

In diesem Jahr ist es extrem schwierig, einen klaren Favoriten zu benennen. Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass sich die Situation bei jedem Club von heute auf morgen ändern kann. Das haben wir ja am eigenen Leib erfahren. In dieser Saison ist wirklich alles möglich. Natürlich auch für uns.

Geheimfavorit Bremerhaven?

Was man aber dennoch sagen kann, Bremerhaven wird eine enorm schwere Aufgabe zum Saisonstart. Was die Mannschaft von Coach Thomas Popiesch im MagentaSport-Cup gezeigt hat, begeisterte alle Fans und Experten gleichermaßen. 17 von 18 möglichen Punkten sammelte man in der Gruppenphase und im Halbfinale fegte man Mannheim mit 6:2 vom Eis. Vorsicht sollte also geboten sein. Vor allem, wenn man auf die Top-Scorer schaut, wo gleich drei Fischtown-Spieler die Top-3 belegen. Jan Urbas mit 15 Scorerpunkten gefolgt von Ziga Jeglic mit zwölf und Anders Krosgaard mit 10. Vor allem die Paradereihe um Urbas, Jeglic und Miha Verlic sorgte immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Verlic kam übrigens auf sieben Scorerpunkte und war einer von insgesamt sechs Bremerhavener Spielern in der Top-10 der Scorerwertung. Und auf der Goalie-Position verfügen sie über ein kongeniales Torhüter-Duo um den erfahrenen Tomas Pöpperle (in Berlin kein Unbekannter) und dem jungen Neuzugang Brandon Maxwell.
Aber insgesamt ist der Kader der Fischtown enorm stark und tief besetzt, von fast jeder Reihe geht Torgefahr aus und die Jungs legen einen unglaublichen Willen an den Tag, geben kein Spiel verloren und wenn sie es verlieren, dann ärgern sie sich am Ende maßlos.

Tipps über Bremerhaven und deren Spielweise konnte man sich bei den Eisbären aber bei zwei Neuzugängen holen, spielten doch Verteidiger Stefan Espeland und Stürmer Mark Zengerle letzte Saison noch im Pinguins-Trikot. Ab dieser Saison gehen beide jedoch für Berlin auf Tore- und Punktejagd.

Der Respekt vor Bremerhaven ist also groß, aber dennoch sind die Fischtowns gern gesehene Gäste in der Hauptstadt. Morgen Abend steigt das neunte Duell an der Spree, die bisherige Bilanz spricht mit 7:1-Siegen klar für die Eisbären, welche auch bei der einzigen Niederlage nach Verlängerung punkteten. 36:18 lautet die Tor-Bilanz in den Duellen zwischen Berlin und Bremerhaven in der Mercedes-Benz Arena. Morgen Abend peilen die Eisbären Sieg Nummer Acht an. 19:30 Uhr beginnt dieses Vorhaben, MagentaSport überträgt wie gewohnt live. Und auch ich werde Euch aus der Arena am Ostbahnhof auf dem Laufenden halten. Schaut also mal bei Facebook rein.

Foucault, Fiore, White: Drei Hoffnungsträger für die Sturmflaute – Kommt noch ein Angreifer?

In zwei Tagen beginnt für die Eisbären Berlin die neue PENNY DEL-Saison mit einem Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Während die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch eines der Überraschungsteams beim abgelaufenen MagentaSport-Cup war, waren die Hauptstädter das Team, welches am meisten enttäuschte. Letzter Platz in der Gruppe B mit nur fünf Toren in vier Turnierspielen. So war die wohl größte Baustelle vor dem Saisonstart deutlich sichtbar.

Die Fanszene rief laut nach Verstärkungen in der Offensive und sie wurde erhört. Die Verantwortlichen um Stéphane Richer und Peter John Lee gingen nochmal auf Shopping-Tour und verpflichteten gleich drei neue Stürmer. Zwei davon schnupperten bereits DEL-Luft und wussten dabei durchaus zu überzeugen.
Nacheinander verpflichteten die Eisbären Kris Foucault, Giovanni Fiore und Matt White. Diese drei sind sozusagen zu Hoffnungsträgern für die Offensivbemühungen der Hauptstädter geworden.

Zunächst wechselte der 30-jährige Kanadier Kris Foucault von den Krefeld Pinguinen zu den Eisbären Berlin. In der DEL spielte Foucault drei Jahre in Wolfsburg, ein Jahr in Ingolstadt und wechselte erst nach der letzten Saison nach Krefeld, wo er aber relativ schnell wieder die Koffer packte und nach Berlin wechselte.
Ganz risikolos ist die Verpflichtung von Foucault nicht, hatte er doch in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Wenn er aber fit war und spielte, war er stets einer der besten Spieler seiner Mannschaft. So auch in der vergangenen Saison, als er alle 52 Hauptrundenspiele absolvierte und dabei starke 42 Scorerpunkte (16 Tore/26 Vorlagen) sammeln konnte.
Für Wolfsburg waren es insgesamt 59 Spiele mit 29 Toren und 21 Vorlagen. Diese Statistiken zeigen, wie gefährlich der Kanadier sein kann.
Vor seiner Zeit in der DEL war er vor allem in der AHL aktiv und wusste auch dort zu überzeugen. Insofern war es kein Wunder, dass Richer Foucault verpflichtete, als Krefeld ihn angeboten hatte. Sein Torriecher ist eben auch in Berlin bekannt.

Ein in Deutschland wohl nur Experten bekannter Stürmer ist Giovanni Fiore, welcher erstmals in Europa aktiv sein wird. Der 24-jährige Kanadier war vorher vor allem in der AHL auf Torejagd und wusste, wo das gegnerische Tor steht. Wenn gleich seine erfolgreichste Zeit bisher sicherlich die in der Juniorenliga war, als er den gegnerischen Teams reihenweise die Scheiben ins Netz hämmerte. Zuletzt war er für das AHL-Team Ontario Reign im Einsatz, dem Farmteam des Kooperationspartners Los Angeles Kings.
Auch in Fiore sieht Richer einen richtigen Goalgetter. Also genau jener, der den Berlinern im MagentaSport-Cup fehlte.

Und zu guter Letzt zauberten die Berliner auch noch Matt White aus dem Hut. Der 31-jährige US-Amerikaner ist den deutschen Fans vor allem aus seinen zwei Jahren in Augsburg bekannt. Dort verzückte er die AEV-Fans mit klasse Leistungen und schönen Toren. In seinem ersten Jahr bei den Panthern waren es in 52 Spielen 16 Tore und 26 Vorlagen. In seinem zweiten Jahr waren es in 50 Spielen sogar 22 Tore und 27 Vorlagen. In 14 Playoff-Spielen kamen nochmal vier Tore und fünf Vorlagen nochmal dazu.
Diese Leistungen machten die KHL auf White aufmerksam und diesem Lockruf konnte er nicht widerstehen. In seiner ersten Saison in Nizhnekamsk waren es 15 Tore und 19 Vorlagen in 60 Spielen, was ihn zum Top-Scorer seiner Mannschaft machten. Nach einem kurzen Gastspiel in Riga zog es White nun zurück in die DEL und zwar nach Berlin. In ihm sieht Richer einen top Offensivspieler, welcher zudem sehr gut in den Berliner Kader passen würde.

Mit Foucault, Fiore und White haben die Eisbären also drei Top-Stürmer verpflichtet, die wissen, wo das Tor steht. Jene Goalgetter, welcher man im MagentaSport-Cup schmerzlich vermisst hat. Mit den Dreien erhofft man sich nun wieder mehr Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor. Wie die drei Neuzugänge mit ihren neuen Kollegen harmonieren werden, wird man natürlich erst ab Freitagabend sehen.
So wichtig und gut diese Transfers auch sind, so bleibt dennoch ein Fragezeichen übrig. Denn mit James Sheppard, Louis-Marc Aubry und Maxim Lapierre hat man drei Center verloren- Keiner der drei neuen Angreifer ist aber gelernter Center. Da wird es interessant sein, wie es die Verantwortlichem lösen wollen, dass man drei starke Center verloren hat.

Doch Sorgen macht sich Sportdirektor Stéphane Richer nicht, der die drei Angreifer als enorm torgefährlich sieht und zudem wohl noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen möchte (Quelle: aktuelle Ausgabe der Eishockey News Nr. 51 vom 15.12.2020):

Lapierres Entscheidung, so plötzlich seine Karriere zu beenden, hat uns schon überrascht. Wir werden uns deshalb wahrscheinlich noch nach einem weiteren Stürmer umsehen. Wir müssen aber schauen, was im Moment noch möglich ist.

Also könnte in Sachen Nachverpflichtung bei den Eisbären noch etwas passieren. Was bis Freitag aber sicher nicht erfolgen wird und so wird das vorhandene Personal in das Auftaktspiel gegen Bremerhaven gehen. Und dort hat man gleich einmal einen enorm schweren Gegner vor der Brust. Schließlich gewann die Mannschaft von der Küste die ersten sieben Turnierspiele beim MagentaSport-Cup in Folge, ehe man erst im Finale von München gestoppt wurde. Aber auch dort wurde deutlich sichtbar, wie stark die Mannschaft von Thomas Popiesch in diesem Jahr sein wird.

Mehr zum Auftaktspiel der PENNY DEL-Saison lest Ihr dann morgen Abend bei uns hier im Blog.

Unsere Meinung zum Thema Dauerkartenrückerstattung der Eisbären Berlin

In Deutschland bereitet man sich auf den nächsten harten Lockdown vor. In Eishockey-Deutschland blickt man derweil voller Spannung auf den Saisonstart am kommenden Donnerstag. Da angesichts der Corona-Pandemie die neue PENNY DEL-Saison wohl komplett ohne Zuschauer stattfinden wird, sind die Vereine aktuell dabei, das Thema der Dauerkartenrückerstattung anzugehen. So auch bei den Eisbären Berlin.

Dort hat man die Fans vor kurzem über drei verschiedene Möglichkeiten der Rückerstattung informiert. Zum einen kann man seine bereits bezahlte Dauerkarte in die neue Saison schieben und hätte somit also schon seine Dauerkarte für die übernächste Saison 2021/2022 sicher.
Zum zweiten kann man auf den gesamten Betrag verzichten und ihn an die Eisbären spenden. Als Dankeschön dafür erhält man ein exklusives Unterstützer-Trikot.
Und zum dritten bietet man den Fans an, sich das Geld komplett auszahlen zu lassen. Und genau dieser Punkt hat die Fanszene so richtig erzürnt. Denn wenn man sich dafür entscheidet, wird der Dauerkartenkaufvertrag mit den Eisbären Berlin aufgelöst und man verliert sämtliche Vorteile eines Dauerkarteninhabers. Wenn man sich dann für die Saison 2021/2022 wieder für eine Dauerkarte entscheiden würde, müsste man den kompletten Neukundenpreis zahlen und hätte keine weiteren Vorteile mehr. Man bekommt nicht den Frühbucher-Rabatt, man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Platz aus der Vorsaison und – ganz neu bei Dauerkarten für Neukunden – die Playoffs wären auch nicht mehr inklusive.
Von dieser neuen Regelung ausgenommen sind lediglich Fans, welche vor der Saison 2021/2022 für mindestens fünf Spielzeiten eine Dauerkarte bestellt haben. Wenn man dagegen nur vier Jahre Dauerkarten-Inhaber war, wird man wieder als Neukunde eingestuft.

Und genau d a s hat bei den Eisbären-Fans in den letzten Tagen für Unverständnis, Enttäuschung und Ablehnung in den sozialen Netzwerken gesorgt. Die FanMittler der Eisbären Berlin nehmen dies zum Anlass und wollen die Meinungen der Fans gebündelt sammeln und dem Ticketing der Eisbären Berlin zukommen lassen. Auch wir vom eisbaerlin.de-Fanclub haben uns dem Thema angenommen und unsere Meinung den FanMittlern übermittelt. Diese wollen wir Euch nicht vorenthalten:

Mit großer Ernüchterung haben wir die Infos der Eisbären zur DK-Rückabwicklung gelesen und müssen zugeben, dass wir sehr enttäuscht sind.

Corona ist für alle Beteiligten, euch als Eisbären aber auch uns als Fans, keine einfache Situation und sorgt für große Einschränkungen im öffentlichen Leben. Damit verbunden haben Fans, welche in Kurzarbeit sind, erhebliche finanzielle Probleme. Dass genau diese Fans ihre bezahlten Dauerkarten zurück fordern, ist mehr als verständlich. Wenn diese Fans dann aber keine fünf Jahre DK-Besitzer sind, werden sie dafür auch noch bestraft.

Was sich mit eurer bisherigen Strategie beißt, Fans für Dauerkarten zu begeistern. Jetzt entscheiden sie sich vor zwei, drei Jahren für eine DK und bekommen nun als „Dankeschön“ einen Tritt in den Hintern. Das man, wenn man das Geld zurück fordert, wieder als Neukunde gilt und jegliche Vorteile verliert, ist ehrlich gesagt ein Armutszeugnis.

Ja, auch ihr werdet wie jeder andere Club finanzielle Einbußen haben. Nur holt ihr euch das auf der ganz falschen Seite wieder zurück. Nämlich von euren treuesten Fans, die euch angeblich immer so viel bedeuten. Diese habt ihr in den letzten Jahren immer mehr verprellt und das gipfelt nun in dieser Entscheidung. Dadurch verliert ihr immer mehr Fans.

Was uns besonders sauer aufstößt: Warum habt ihr in diesem Thema nicht den Kontakt zu allen Fans gesucht und es stattdessen nur in einer kleinen Runde besprochen und diese dann auch noch vor vollendete Tatsachen gestellt?

Seit Jahren werbt ihr mit uns Fans als die besten, größten und tollsten. Aber genau denen tretet ihr immer mehr in den Hintern. Dass die Arena immer leerer wurde, hängt auch damit zusammen. Weil ihr den Fans immer mehr gezeigt habt, dass ihr sie nicht braucht. Und da reden wir vorrangig von der Fankurve. Von den Fans, die für die Stimmung sorgen, mit der ihr euch immer brüstet. Wenn ihr euer Vorhaben jetzt durchzieht, sorgt ihr immer mehr dafür, dass genau diese Stimmung immer mehr verstummt und die Fanszene der Eisbären Berlin ausstirbt.

Wir alle müssen durch diese Zeit durchkommen und schauen, wo wir bleiben. Dass ihr aber beim kleinsten Faktor ansetzt, zeigt, dass wir Fans euch nur noch ein Klotz am Bein seid.

In der Hoffnung auf eine für alle Seiten akzeptable Entscheidung verbleiben wir mit freundlichen Grüßen.