Spitzenreiter! Eisbären erkämpfen drei Punkte in Ingolstadt

Der DEL-Rekordmeister grüßt von ganz oben in der DEL-Tabelle. Im vorgezogenen Spiel des 7. Spieltages setzten sich die Eisbären Berlin beim ERC Ingolstadt mit 3:2 (1:1,1:1,1:0) durch und eroberten somit zumindest für eine Nacht den ersten Tabellenplatz. 3.044 Zuschauer in der Saturn Arena sahen eine Partie auf Augenhöhe, welche die Eisbären am Ende dank einer klasse kämpferischen Leistung für sich entscheiden konnten.

Bei den Hauptstädtern gab es zwei Änderungen im Vergleich zum München-Spiel. Marvin Cüpper hütete statt Petri Vehanen das Bären-Tor und Verteidiger Frank Hördler fiel verletzt aus.

Die Eisbären fanden gut hinein in die Partie. Kapitän André Rankel mit der ersten Chance nach gerade einmal 35 Sekunden, doch sein Schuss rauschte knapp am rechten Pfosten vorbei.
Fortan war die Partie von vielen Strafzeiten geprägt, beide Mannschaften somit also auch mit der Chance, in Überzahl zu agieren. Die Eisbären sogar für knapp 90 Sekunden mit einem 4-gegen-3-Powerplay, in welchem sie durch Nick Petersen (2x), Micki DuPont und Jonas Müller auch richtig gute Chancen hatten.
Im ersten Powerbreak sagte Marcel Noebels im Interview bei Telekom Sport, dass es eine ausgeglichene Partie sei, beide Mannschaften wären gut eingestellt und man müsse einfaches Eishockey spielen, dann würde man hier zum Erfolg kommen. Zum Erfolg kamen aber kurz darauf die Schanzer Panther. Jamie MacQueen mit dem Fehlpass im Spielaufbau, Thomas Greilinger fing die Scheibe ab, tankte sich durch die die Eisbären-Defensive, tauchte frei vor Marvin Cüpper auf, spielte diesen aus und netzte ein zum 1:0 nach exakt zehn Minuten.
Kurze Zeit später die große Chance für die Eisbären zum schnellen Ausgleich, als sie erneut in Überzahl ran durften. Aber was bei 4-gegen-3 so gut klappte, funktionierte bei 5-gegen-4 auf einmal nicht mehr. Ingolstadt mit einem aggressiven Penaltykilling, die Eisbären fanden nicht in die Formation und gaben keinen Schuss ab.
Dann mal eine Phase, in der die Gastgeber für viel Gefahr sorgen konnten, es aber verpassten, nachzulegen. Und praktisch aus dem Nichts gelang den Eisbären der Ausgleich. Danny Richmond wurde im Slot klasse frei gespielt, kam zum Abschluss, Jochen Reimer konnte die Scheibe nicht festhalten und es entwickelte sich ein Gestocher vor seinem Tor, in welchem Sean Backman letztendlich den Überblick behielt und die Scheibe ins Tor arbeitete – 1:1 (16.). Schon der vierte Saisontreffer des Neuzugangs im siebten Saisonspiel.
Die Eisbären zum Ende noch einmal mit einem Powerplay, da Ex-Eisbär Laurin Braun in die Kühlbox musste. Und die Eisbären fanden auch in ihre Formation, aber sie kamen nicht zum Abschluss, weil Ingolstadt die Schusswege gut zustellte. Somit blieb es beim 1:1 nach 20 Minuten.

Ein paar Sekunden von dem Powerplay waren im Mitteldrittel noch auf der Uhr, aber die Eisbären ließen diese Überzahl ungenutzt. Dann mal wieder die Panther mit einem Überzahlspiel, doch Brandon Buck vergab die beste Chance, als er knapp am Tor vorbei schoss.
Es folgte der Auftritt von Nick Petersen, der sich klasse auf rechts durchsetze, vor das Tor zog und die Scheibe praktisch Jens Baxmann auflegte, welcher angerauscht kam und die Scheibe im Tor versenkte – 2:1 für Berlin (26.). Schon der dritte Treffer des Verteidigers in dieser Saison. „Baxi“ entwickelt sich wohl tatsächlich noch zum „Tor-Monster“.
Die Berliner Führung hielt jedoch nur gut eineinhalb Minuten. Bully im Berliner Drittel, die Eisbären nicht geordnet in der Defensive, David Elsner bekam die Scheibe und zog im rechten Bullykreis stehend direkt ab und versenkte das Spielgerät im Berliner Tor – 2:2 (27.).
Fortan beide Mannschaften mal wieder mit einem Powerplay, die Eisbären waren dabei deutlich gefährlicher. Micki DuPont hatte gleich dreimal die Chance zur erneuten Führung, konnte aber keine seiner drei Chancen nutzen.
Zum Ende des zweiten Drittels beide Teams noch einmal mit einer Drangphase, setzten den Gegner in deren Drittel fest, konnten sich aber für den Aufwand in dieser Phase nicht belohnen. Somit stand es nach 40 Minuten 2:2-Unentschieden.

Ins letzte Drittel starteten beide Mannschaften äußerst engagiert. Zunächst waren es die Eisbären, die sich im Ingolstädter Drittel festsetzen konnten und sich gute Chancen erarbeiteten. Danach war es der ERCI, der die Eisbären ganz schön unter Druck setzte.
Danach entwickelte sich eine Partie, welche hin und her wog, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das Tor, hinten versuchten beide sicher zu stehen und nicht den einen, entscheidenden Fehler zu machen.
Genau so ein Fehler unterlief dann aber den Eisbären neun Minuten vor dem Ende der Partie, als ihnen dieser Fehler im Spielaufbau passierte und Greg Mauldin die Chance ermöglichte, welche er jedoch nicht zu nutzen wusste.
Sechs Minuten vor dem Ende des Spiels erkämpften sich die Eisbären die Scheibe im Angriffsdrittel an der linken Bande, Mark Olver spielte den Querpass rüber zu Jamie MacQueen, welcher Maß nahm und den Puck im Ingolstädter Tor unterbringen konnte – 3:2 für die Eisbären (56.).
Ingolstadt reagierte nun mit wütenden Angriffen, wollten den Ausgleich mit aller Macht erzwingen. Aber die Eisbären standen sehr gut in der Defensive, ließen kaum mehr einen Hochkaräter der Schanzer zu und hatten sogar zwei Minuten vor dem Ende der Partie durch Daniel Fischbuch die Riesenchance zur Entscheidung, als die Nummer 77 der Berliner frei vor Reimer auftauchte, den Puck aber nicht im Tor versenken konnte. Am Ende blieb es beim 3:2 für die Eisbären.

Es war ein Duell auf Augenhöhe, in der jede Mannschaft immer mal wieder Phasen hatte, wo sie die andere in deren Drittel festsetzen konnte. Die Eisbären hatten diesen einen Tick mehr Willen, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Das sah man bei der Entstehung des Siegtreffer, als man sich die Scheibe an der Bande erkämpfte und edn Angriff letztendlich erfolgreich zu Ende spielte. Die Moral und der Siegeswille dieser Mannschaft bleibt einfach unheimlich und hat sie – zumindest für eine Nacht – auf Platz Eins der Liga gebracht.

Für Ex-Eisbär Laurin Braun war es ein komisches Gefühl, gegen seinen Ex-Club zu spielen, wie er im Interview nach der Partie bei Telekom Sport sagte:

Es war unangenehm, weil sie gewonnen haben. Aber wir haben noch drei andere Spiele gegen sie, die holen wir uns dann. Es war ein ausgeglichenes Spiel, es hätte auch für uns ausgehen können.

Eisbären-Goalie Marvin Cüpper sah ein gutes Spiel der Berliner über weite Strecken:

Es war ein gutes Spiel. Wir haben über die meiste Zeit gut gespielt. Wir haben ein schweres Spiel gewinnen können.

Zweiten Härtetest nicht bestanden: Eisbären verlieren 2:4 in München

Die Siegesserie der Eisbären Berlin ist gerissen. Nach vier Siegen in Folge setzte es vor 3.750 Zuschauern in der Olympia-Eishalle eine verdiente 2:4 (1:2,0:2,1:0) beim Deutschen Meister EHC Red Bull München. Das war zugleich die achte Niederlage in den letzten neun Gastspielen in München. Der Knackpunkt für diese Niederlage war mit Sicherheit das Mitteldrittel, in dem München das dominierende Team war und Berlin nicht den Hauch einer Chance ließ.

Ex-München-Stürmer Martin Buchwieser erwartete einen aggressiven Beginn der Hausherren, weshalb sich die Eisbären vor allem aufs kontern konzentrieren wollten. Und München begann auch wie erwart äußerst druckvoll und suchte sofort den Weg zum Berliner Tor von Petri Vehanen. Aber auch die Eisbären hielten gut dagegen und hatten wie München in den ersten zwei Minuten schon die ersten guten Abschlüsse zu verzeichnen.
Drei Minuten waren gespielt, da musste Münchens Patrik Hager auf die Strafbank und die Eisbären mit der Chance zur Führung in Überzahl. Sean Backman und Mark Olver hatten auch gute Chancen, aber insgesamt gesehen war das Penaltykilling der Gastgeber gut und so überstand München die Unterzahl schadlos. Und kaum war der Titelverteidiger wieder komplett, klingelte es auch schon im Tor der Eisbären. Yannic Seidenberg setzte sich auf der rechten Seite klasse durch, spielte die Scheibe vor das Tor, wo Frank Mauer lauerte und den Puck im Tor zum 1:0 versenken konnte (6.).
Nur zwei Minuten nach dem Führungstreffer der Hausherren München mit der Chance, in Überzahl nachzulegen. Jamie MacQueen musste in die Kühlbox und Seidenberg zog gleich mal direkt ab, aber Vehanen war zur Stelle. Danach aber waren die Eisbären die gefährlichere Mannschaft in diesem Münchner Powerplay. Martin Buchwieser erkämpfte im Angriffsdrittel die Scheibe und kam zum Abschluss, sein Schuss ging jedoch an den Pfosten. Und nur kurze Zeit später kam Danny Richmond zum Schuss, welcher aber knapp am Tor vorbei ging.
Und dann machten es die Eisbären wie München. Kaum waren sie komplett, glichen sie auch schon aus. Jens Baxmann zog von der blauen Linie ab, an seinem Hammer war Sean Backman wohl noch dran und so stand es 1:1 nach elf Minuten.
München danach aber direkt mit dem nächsten Powerplay und dieses Mal nutzten die Hausherren die numerische Überlegenheit aus. Yannic Seidenberg täuschte an der blauen Linie den Schuss an, passte stattdessen aber quer rüber zu Michael Wolf, der Maß nahm und die Scheibe ins Tor hämmerte – 2:1 (12.). Der 307. Treffer des DEL-Rekordtorschützen.
Aber auch vom erneuten Rückstand ließen sich die Eisbären nicht schocken und spielten weiter nach vorne. Nick Petersen setzte sich klasse auf der rechten Seite durch, legte die Scheibe rüber zu James Sheppard, welcher aus dem Slot jedoch denkbar knapp vergab. Und nur eine Minute später war es Thomas Oppenheimer, der vor dem Tor von David Leggio an die Scheibe kam, den Puck jedoch knapp über das Tor schoss.
Zum Ende des ersten Drittels noch einmal ein Powerplay für die Eisbären, in dem Mark Olver zwei gute Chancen hatte, aber München brachte das 2:1 über die Runden und führte somit in einem hochklassigen und sehr intensiven Spiel zur Pause.

Ins zweite Drittel starteten die Eisbären sehr druckvoll, sie wollten hier den Ausgleich erzielen. Nur hielt das nicht lange an, denn München übernahm fortan die Kontrolle über das Spiel und dominierte nach Belieben. Bei angezeigter Strafe hatte Jerome Flaake die Riesenchance zum 3:1, doch er traf nur das Außennetz, obwohl er das leere Tor vor Augen hatte. Im anschließenden Powerplay legte München dann aber doch nach. Keith Aucoin hatte abgezogen, Petri Vehanen konnte den Puck nur prallen lassen und Jason Jaffray staubte erfolgreich ab – 3:1 (25.).
München spielte fortan ohne Probleme, suchte immer wieder den Weg vor das Berliner Tor. Die Eisbären fanden überhaupt nicht ins Spiel, liefen den Hausherren fast immer nur hinterher. Auch in den Zweikämpfen hatten die Hauptstädter meist das Nachsehen. Mitte der Partie die Eisbären zwar noch einmal mit einem Überzahlspiel, aber auch da gelang ihnen gegen ein starkes Penaltykilling der Münchner nicht wirklich viel.
Und dann kassierte man auch noch ein äußerst unglückliches Gegentor. Nach einem Bully zog Florian Kettemer ab, Ex-Eisbär Mads Crhistensen hielt den Schläger in den Schuss und fälschte somit unhaltbar ab. Unglücklich, weil Vehanen den Puck mit der Brust parieren wollte, da Christensen die Scheibe aber abfälschte, ging die Scheibe durch die Schoner des Finnen, welcher daraufhin sofort einen hohen Stock reklamierte. Doch die beiden Hauptschiedsrichter Rohatsch und Schütz gaben den Treffer nach einer sehr langen Ansicht des Videobeweises – 4:1 (32.).
Danach ging Petri Vehanen vom Eis und Marvin Cüpper stand von nun an im Tor. Und Cüpper kassierte im weiteren Verlauf des Mitteldrittels keinen Gegentreffer mehr, obwohl München vor allem zum Ende hin noch einmal ordentlich Druck machte und den Eisbären kaum mehr eine Chance ließ. Das 4:1 war daher nach 40 Minuten auch in der Höhe in Ordnung. Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann sagte nach dem zweiten Drittel im Interview bei Telekom Sport, dass man „in diesem Drittel nicht gut im Spiel war und zu oft auf der Strafbank saß. Im letzten Drittel müsse man wieder einfacher spielen, um hier evtl. noch einmal zurück ins Spiel zu kommen.“

Das mit dem zu oft auf der Strafbank sitzen konnte man im Schlussdrittel zunächst aber noch nicht abstellen. Denn Louis-Marc Aubry kassierte in der 44. Spielminute eine Strafe wegen zu hohen Stocks. Das Münchner Powerplay war jedoch nicht wirklich gefährlich. Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. München versuchte sich an Traum-Kombination, welche man jedoch nicht vollenden konnte. Die Eisbären versuchten es zwar, nur zwingendes kam dabei nicht heraus.
Sieben Minuten vor dem Ende dann mal wieder eine große Chance für die Berliner, doch Marcel Noebels scheiterte nach einem klasse Zuspiel von Louis-Marc Aubry an David Leggio. Zwei Minuten später zappelte der Puck dann aber doch im Münchner Tor. Zunächst scheiterten die Eisbären mit einem 2-auf-1-Konter, doch Blake Parklett brachte die Scheibe von hinter dem Tor vor das Tor, wo der Puck von Münchner Spielern letztendlich ins Tor gelenkt wurde – 4:2 (55.).
Ging hier also noch was für die Eisbären? Nein, weil München hinten nicht mehr viel zu ließ und vor dem Berliner Tor Mads Christensen sogar noch das 5:2 auf dem Schläger hatte, aber scheiterte. Uwe Krupp probierte zwar noch einmal alles, nahm Marvin Cüpper vom Eis und eine Auszeit, um seinen Spielern neue Anweisungen mit auf den Weg zu geben für die Schlussphase der Partie. Doch München verteidigte mit allem, was sie hatten und hielten dem Berliner Druck stand und brachten das 4:2 über die Zeit.

Die Eisbären konnten das zweite Sechs-Punkte-Wochenende in Folge nicht perfekt machen. Im ersten Drittel war man dem Meister zwar leicht überlegen und lag eigentlich unglücklich hinten, aber spätestens ab dem zweiten Drittel verdiente sich München den Sieg. Denn da machten die Hausherren ordentlich Druck und führten auch in der Höhe verdient. Im Schlussdrittel plätscherte die Partie so vor sich hin und erst nach dem Anschlusstreffer von Blake Parlett wachten die Eisbären noch einmal auf und machten gehörig Druck, was am Ende aber nichts mehr nutzte. Eine, wenn man das erste Drittel betrachtet, vermeidbare Niederlage, welche am Ende jedoch in Ordnung geht, wenn man das ganze Spiel sieht. Sah auch Eisbären-Verteidiger Blake Parlett im Interview nach dem Spiel so:

Das war nicht unser bestes Spiel. München war im zweiten Drittel klar besser. Wir sind froh, dass wir wenigstens am Freitag die drei Punkte holen konnten.

Frank Mauer gab nach dem Sieg schon wieder eine Kampfansage an die Konkurrentzraus, als er meinte, man könne noch mehr zeigen als heute:

Im ersten Drittel war Berlin besser, da hatten wir Glück, dass wir mit 2:1 führten. Im zweiten Drittel haben wir das Spiel klar dominiert und im letzten Drittel plätscherte die Partie so vor sich hin. Da haben wir nicht so weiter gespielt, wie wir es eigentlich wollten. Ich denke, der Sieg geht in Ordnung, wir können aber noch mehr zeigen.

Vierter Sieg in Folge! Eisbären bestehen ersten Härtetest gegen Köln

Ausgabe #5:

Wir hatten das bevorstehende Wochenende als ersten echten Härtetest für die Eisbären Berlin beschrieben und nach dem Heimspiel gegen die Kölner Haie am Freitagabend lässt sich sagen, dass die Berliner Teil Eins bestanden haben. Vor nur 9.609 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena setzten sich die Hauptstädter mit 3:2 (1:0,1:2,1:0) gegen die Kölner Haie durch, beendeten damit die drei Spiele andauernde Niederlagenserie auf eigenem Eis gegen die Domstädter und feierte in der Liga den vierten Sieg in Folge. Beide Mannschaften boten den Zuschauern eine äußerst interessante Partie, welche am Ende mit den Eisbären den durchaus verdienten Sieger gefunden hatte.

Chefcoach Uwe Krupp konnte auf das selbe Team zurückgreifen, welches bereits das letzte Heimspiel gegen Straubing bestritten hatte. So stand also auch wieder die „finnische Wand“ Petri Vehanen im Tor der Hausherren.

Kampf um den Puck beim Bully zwischen Hospelt (weiß) und Aubry (blau). (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Das erste Drittel bot Eishockey auf höchstem taktischen Niveau. Beide Mannschaften versuchten hinten kompakt zu stehen und so gut wie keine Chancen zuzulassen. Die Schüsse, die durchkamen, stellten daher auch keine größere Herausforderung für die beiden Goalies – Petri Vehanen (Berlin) und Gustaf Wesslau – dar. Denn beide Defensivreihen machten die Räume sehr eng, weshalb es den Spielern schwer fiel, eine Lücke zu finden. Was durchaus interessant anzuschauen war. Sicherlich nicht für den Fan, der auf viel Action und Tore aus ist, aber auch so ein Spiel kann sehr spannend und hochklassig sein. Auch ohne viele Torchancen.
Doch die Eisbären, die in diesem Auftaktdrittel auch ein leichtes optisches Übergewicht hatten, fanden dann doch eine Lücke, welche sie zu nutzen wussten. Kapitän André Rankel legte die Scheibe quer in den Slot, wo Danny Richmond lauerte. Der schaute kurz hoch, visierte sein Ziel an, zog mit einem satten Handgelenkschuss ab und ließ Wesslau keine Chance bei seinem Knaller – 1:0 (15.). Die Eisbären nahmen somit also eine 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Das zweite Drittel begannen die Gäste aus Köln in Überzahl, da Jonas Müller bei den Eisbären auf der

Nickligkeiten gab es in dieser Partie immer mal wieder. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Strafbank saß. Und es dauerte nur 53 Sekunden, ehe die Haie die numerische Überzahl ausnutzten. Ex-NHL-Spieler Christian Ehrhoff brachte die Scheibe von der blauen Linie auf das Tor, wo Ben Hanowski stand und die Scheibe unhaltbar für Vehanen abfälschte – 1:1 (21.).
Es entwickelte sich ein zweites Drittel, wo beide Mannschaften immer wieder Phasen hatten, wo sie sich im gegnerischen Drittel festsetzen konnte. Mal waren es die Eisbären, mal Köln, das Spiel ging immer hin und her und keine  Mannschaft konnte sich wirklich auf Dauer einen Vorteil erarbeiten.
Mitte des zweiten Drittels waren es dann die Haie, die das Spiel drehen konnten und erstmals in Führung gingen. Nicolas Krämmer kam mit der Scheibe ins Angriffsdrittel, die beiden Eisbären-Verteidiger griffen ihn nicht wirklich an und ließen zwischen sich auch noch eine große Lücke, welche Krämmer sah, zum Schuss ausholte und die Scheibe über die Fanghand von vehanen im Berliner Tor versenkte – 1:2 (30.).
Kurz danach die Gäste mit der großen Chance, auf 3:1 zu erhöhen. Denn die Domstädter hatten erneut ein Powerplay, in welchem sie auch sehr stark spielten, aber die Eisbären überstanden dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und eines klasse haltenden Petri Vehanen die Unterzahl.
Kaum wieder komplett, fuhren die Eisbären einen Angriff. Jonas Müller zog von links ab, Nick Petersen hielt sein Arbeitsgerät in den Schuss und fälschte somit unhaltbar für Wesslau ab – 2:2 (33.).
Danach noch Chancen auf beiden Seiten, aber sowohl Vehanen als auch Wesslau ließen im zweiten Drittel keinen Treffer mehr zu. Beim Stand von 2:2 ging es für die Teams in die Kabinen.

Sean Backman erzielte den Siegtreffer gegen Köln. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im letzten Drittel merkte man beiden Mannschaften an, dass sie auf eine sichere Defensive bedacht waren und nicht den einen, entscheidenden Fehler machen wollten, der am Ende wohlmöglich die Partie entschieden hätte. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Eisbären aber nach vorne hin effektiver, taten mehr für das nächste Tor als Köln. Die Berliner hatten Mitte des letzten Drittels auch die Riesen-Möglichkeit zur Führung, aber Sean Backman traf in Überzahl nur den Pfosten.
Aber eben jener Backman versuchte es wenig später erneut und dieses Mal hatte er auch Erfolg. Sean Backman zog vor das Tor an den kurzen Pfosten, wo er eine klitzekleine Lücke entdeckte und den Puck per Schlittschuh ins Kölner Tor befördern konnte. Eine auch für die Hauptschiedsrichter unübersichtliche Situation, weshalb diese den Videobeweis zu Rate zogen, dort aber feststellten, dass keine Kickbewegung vorlag und das Tor somit korrekt erzielt wurde – 3:2 (54.).
Die Eisbären nun also wieder im Vorteil, Köln war jetzt gefordert. Und in der Schlussphase machten die Haie auch nochmal ordentlich Druck auf das Berliner Tor. Coach Cory Clouston nahm eine Auszeit und seinen Goalie vom Eis, Köln drängte in der letzten Minute auf den Ausgleich, aber die starke Berliner Defensive ließ nichts mehr zu und die Eisbären brachten das 3:2 über die Zeit.

Was für ein spannendes und hart umkämpftes Spiel. Berlin und Köln lieferten sich ein Duell auf

Die Eisbären feiern mit den Fans den vierten Sieg in Folge. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Augenhöhe, beide Mannschaften immer wieder mit Phasen, wo sie das Spiel kurz dominierten, sich aber keinen entscheidenden Vorteil erspielen konnten. Beide Mannschaften hätten das Spiel gewinnen können und dass das Spiel am Ende durch so ein „dreckiges“ Tor entschieden wurde, ist für Köln sicherlich hart, aber es zeigte eben auch wieder, dass die Eisbären für den Sieg alles tun und am Ende dafür auch belohnt wurden.
Defensiv war es wieder eine gute Vorstellung der Eisbären, einzig das Gegentor zum 1:2 hätte vermieden werden können. Vor dem Tor hat man in den richtigen Momenten zugeschlagen und am Ende das Spiel souverän über die Zeit gebracht.
Der Mannschaft ist zur Zeit alles zuzutrauen, sie harmoniert als Team sehr gut zusammen, jeder kämpft für jeden und die Eisbären geben kein Spiel verloren. Die Moral ist überragend und der Siegeswille nach wie vor unbändig. Mit jedem weiteren Sieg steigt auch das Selbstvertrauen der Mannschaft. Diese Mannschaft ist heiß auf Siege und das hat sie bisher in jedem Spiel gezeigt. Hinten zeigt man sich nicht so anfällig wie noch in der letzten Saison und vor dem Tor präsentiert man sich eiskalt und abgezockt, was letztendlich zu vier Siegen in Folge geführt hat. Und diese Serie muss ja noch lange nicht vorbei sein.

3:1-Heimsieg gegen Straubing: Eisbären machen Sechs-Punkte-Wochenende perfekt

Ausgabe #4:

Die Eisbären Berlin setzen ihre kleine Siegesserie fort. Am Sonntagnachmittag setzten sich die Hauptstädter vor nur 8.923 Zuschauern (in Wirklichkeit sah es nach noch weniger Zuschauern aus) in der Arena am Ostbahnhof mit 3:1 (0:0,2:1,1:0) gegen die Straubing Tigers durch und feierten somit den dritten Sieg in Serie, bauten damit ihr Punktekonto auf neun Zähler nach vier Spielen aus. Aber auch dieser Sieg musste wieder hart erkämpft werden.

Im Vergleich zum Freitagspiel gegen Wolfsburg gab es erneut keine Änderung, es stand also dieselbe Berliner Mannschaft auf dem Eis wie gegen den Vizemeister.

Straubings Goalie Dimitri Pätzold hatte in der Anfangsphase jede Menge zu tun, hielt seine Mannschaft da im Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Gegen Wolfsburg hatten die Eisbären den Start noch komplett verschlafen, das war gegen Straubing heute vollkommen anders. Die Eisbären kamen wild entschlossen aus der Kabine und begannen wie die Feuerwehr. Straubing sah sich zunächst in die Defensive gezwungen und mussten nach nur 85 Sekunden bereits die erste Strafe der Partie hinnehmen. Und das Powerplay der Eisbären sah durchaus gut aus, man erspielte sich auch gute Chancen, aber die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor von Dimitri Pätzold gehen.
Nach dem guten Start ließen es die Eisbären dann aber plötzlich ruhiger angehen. Man ließ Straubing ins Spiel kommen und auch die Niederbayern hatten in der Anfangsphase früh ihr erstes Überzahlspiel, welches ebenfalls sehr gut aussah, aber wo Petri Vehanen stets zur Stelle war.
Danach wurden Torchancen Mangelware, weil beide Mannschaften hinten kompakt standen und nicht mehr viel zuließen. Wenn etwas auf das Tor kam, waren beide Torhüter jeweils zur Stelle und hielten ihren Kasten sauber. Somit endete das erste Drittel torlos.

Knapp fünf Minuten waren im Mitteldrittel gespielt, da klingelte es erstmals im Berliner Tor. Steven

Mark Olver erzielte im Mitteldrittel das so wichtige 2:1. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Zalewski konnte sich auf der linken Seite zu einfach gegen Micki DuPont durchsetzen und spielte die Scheibe rüber zu Jeremy Williams. Jonas Müller versuchte noch, die Schussbahn zuzumachen, aber Williams kam trotzdem zum Schuss und fand die Lücke am kurzen Pfosten und brachte die Tigers somit in Führung – 0:1 (25.).
Aber die Eisbären fanden gut vier Minuten später eine Antwort auf den Rückstand. In Überzahl fing Louis-Marc Aubry hinter dem Tor einen Pass der Straubinger ab, kurvte um das Tigers-Tor, brachte die Scheibe in den Slot, wo Thomas Oppenheimer lauerte und das Spielgerät im halbleeren Tor unterbringen konnte – 1:1 (29.).
Und nur zwei Minuten später hatten die Eisbären die Partie komplett gedreht. Mark Olver hatte an der blauen Linie die Scheibe für Daniel Fischbuch liegen lassen, der brachte die Scheibe Richtung Tor, wo Mark Olver bereits wartete und mit einer kurzen Täuschung Dimitri Pätzold keine Chance ließ und zum 2:1 einschießen konnte (31.).
Beide Mannschaften hatten danach jeweils ein Überzahlspiel und somit die Chance zum Torerfolg. Aber beide Überzahlspiele waren nicht wirklich gefährlich und somit auch nicht erfolgreich.
In der letzten Minute des zweiten Drittels kochten die Gemüter dann noch einmal hoch. Zum einen gab es eine kleine Rauferei zwischen Spielern beider Mannschaften, wo jedoch nur ein Straubinger aber mit Mark Olver und Jonas Müller gleich zwei Eisbären auf die Strafbank mussten. Und nur 15 Sekunden später kassierte Eisbären-Goalie Petri Vehanen eine Zwei-Minuten-Strafzeit wegen eines Stockschlags. Was war passiert? Ein Straubinger Spieler geriet im Zweikampf mit Frank Hördler vor dem Berliner Tor ins Straucheln und brachte dabei Vehanen zu Fall. Der Finne fand das gar nicht toll und revanchierte sich mit einem Stockschlag, was ihm jedoch eine Strafe und den Eisbären eine doppelte Unterzahl einhandelte. Das letzte Drittel konnten die Niederbayern also mit einer doppelten Überzahl beginnen und das beim Spielstand von 2:1 für die Gastgeber.

Auf ihre finnische Wand im Tor können sich die Eisbären derzeit verlassen. Zu Recht durfte Petri Vehanen daher nach dem Spiel mit den Fans die Welle machen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

72 Sekunden waren im Schlussdrittel rum, da musste mit Danny Richmond der nächste Eisbär in die Kühlbox. Es wurde also nicht einfacher für die Eisbären. Und Straubing versuchte natürlich, die doppelte Überzahl zum Ausgleich zu nutzen. Die Tigers fanden auch in ihre Powerplay-Formation und ließen die Scheibe gut laufen, aber das Penalty-Killing der Eisbären leistete eine überragende Arbeit und auch Petri Vehanen bewies einmal mehr seine Extra-Klasse im Tor. Mit vereinten Kräften überstanden die Eisbären die ersten drei Minuten im letzten Drittel in Unterzahl. Und was machten die Eisbären, als sie wieder komplett waren? Richtig, sie erhöhten auf 3:1. In der 44. Spielminute spielte Florian Busch die Scheibe quer rüber zu Micki DuPont, welcher trocken abzog und Pätzold keine Chance ließ. Der 200. Scorerpunkt der Nummer 25. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.
Der Gegentreffer war natürlich ein Riesenschock für Straubing nach der langen Überzahl zuvor. Und man merkte der Mannschaft von Coach Bill Stewart auch den Frust darüber an, denn fortan hatten die Eisbären drei weitere Überzahlspiele, konnten den Sack aber nicht frühzeitig zubinden und mussten somit bis zum Ende noch um die drei Punkte zittern.
Denn knapp zwei Minuten vor dem Ende der Partie hatte Steven Zalewski in Unterzahl die Riesenchance zum Anschlusstreffer, scheiterte bei seinem Alleingang jedoch am überragenden Petri Vehanen, der in letzter Sekunde retten konnte.
Danach passierte dann aber nichts mehr und die Hausherren brachten das 3:1 über die Zeit und feierten somit einen am Ende hart erkämpften Sieg, dem man vor allem Petri Vehanen zu verdanken hatte.

Der nächste Arbeitssieg ist eingefahren. Und der Knackpunkt der Partie war definitiv die überstandene

Ein Bild, an dass man sich gewöhnen könnte. Die Eisbären feiern den zweiten Heimsieg in Folge mit den Fans. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

doppelte Unterzahl zu Beginn des Schlussdrittels. Macht Straubing da den Ausgleich, kann die Partie kippen und auch zu Gunsten der Niederbayern ausgehen. Aber wie die Eisbären in der doppelten Unterzahl in der Defensive gearbeitet haben, war schon echt erstaunlich. Und selbst wenn die Niederbayern mal zu Chancen in der doppelten Überzahl kamen, dann konnten sich die Eisbären immer noch auf ihren Weltklasse-Keeper Petri Vehanen verlassen. Der Finne hatte wieder einige sensationelle Paraden dabei und hielt seiner Mannschaft damit die Führung fest.
Ansonsten bleibt festzuhalten, dass wir auch heute wieder keine konstante Leistung der Eisbären über 60 Minuten gesehen haben. Man begann wie die Feuerwehr, ließ danach im ersten Drittel aber auch ordentlich nach. Da müssen die Eisbären einen Weg finden, über 60 Minuten ihre Leistung durchzuziehen. Aber ein dickes Lob muss man der Defensive heute aussprechen, die hinten sehr kompakt stand und Straubing nur wenige Hochkaräter bei 5-gegen-5 ermöglichte. Und wenn man dann doch mal eine große Chance zu ließ, dann stand da eben noch diese finnische Wand namens Petri Vehanen.

O Captain, My Captain – André Rankel schießt die Eisbären im letzten Drittel zum 2:1-Sieg gegen Wolfsburg

Ausgabe #3:

Das war ein hartes Stück Arbeit. Vor 9.431 Zuschauern (!) in der Mercedes-Benz Arena setzten sich die Eisbären Berlin gegen Schlusslicht Grizzlys Wolfsburg knapp mit 2:1 (0:1,0:0,2:0) durch und feierten somit den zweiten Sieg in Folge und zugleich den ersten Heimsieg der noch jungen DEL-Saison. Matchwinner war zum einen Kapitän André Rankel mit zwei Toren und zum anderen Goalie Petri Vehanen, der seine Mannschaft mit starken Paraden immer wieder im Spiel hielt.

Keine Veränderung im Team der Eisbären, Chefcoach Uwe Krupp konnte also wieder nahezu in Top-Besetzung spielen lassen.

Die Eisbären feiern den ersten Heimsieg. Danach sah es nach den ersten 20 Minuten aber überhaupt nicht aus. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wolfsburg begann äußerst aggressiv, machte sofort deutlich, dass sie nach zwei Niederlagen zum Auftakt auf Wiedergutmachung aus sind. Und so dauerte es auch nur ganze 54 Sekunden, ehe die Scheibe erstmals im Berliner Netz lag. Ex-Eisbär Alex Weiß brachte den Puck mit der Rückhand aufs Tor, Petri Vehanen ließ nur prallen und Brent Aubin schaltete am schnellsten, kam an den Puck und schoss ihn über den am Boden liegenden Finnen ins Tor – 0:1 (1.).
Was für ein Schock für die Hausherren und Wolfsburg machte hier weiter gehörig Druck. Nach gut vier Minuten bekamen die Niedersachsen das erste Powerplay zugesprochen, in diesem aber kamen sie nicht zum nächsten Torerfolg, da dass Unterzahlspiel der Berliner durchaus gute Arbeit leistete.
Kaum wieder vollzählig, sahen sich die Eisbären den nächsten Wolfsburger Angriffen ausgesetzt. Es war fast schon ein Wunder, dass sie hier nicht längst höher hinten lagen. Einzig und allein Petri Vehanen war es zu verdanken, dass es nach wie vor nur 0:1 stand. Was vor allem auffiel, wie oft die Wolfsburger alleine auf den finnischen Goalie zulaufen konnten. Das darf den Eisbären in dieser Häufigkeit einfach nicht passieren.
Die Eisbären überhaupt nicht drin im Spiel, defensiv ohne Zuordnung und dann kassierte Sean Backman knapp zwei Minuten vor der ersten Drittelpause auch noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen eines Checks gegen den Kopf und Nacken. Wolfsburg konnte diese numerische Überlegenheit bis zum Ende des Auftaktdrittels jedoch nicht ausnutzen und so stand es nach 20 Minuten 0:1 aus Berliner Sicht. Äußerst schmeichelhaft, zu überlegen war Wolfsburg.

Bekam ab dem zweiten Drittel deutlich mehr zu tun. Wolfsburgs Goalie Jerry Kuhn. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Zu Beginn des zweiten Drittels machten zunächst die Mannen von Chefcoach Pavel Gross weiter Druck, aber dann kamen auch die Eisbären besser ins Spiel und suchten den Weg in die Offensive, versuchten dort für Gefahr zu sorgen. Was Gross auffiel und ihn dazu brachte, nach 26 Minuten eine Auszeit zu nehmen.
Die Eisbären machten nun ordentlich Druck und suchten immer wieder den Abschluss. Aber egal, was sie auch versuchten, ein Wolfsburger Schläger oder aber Jerry Kuhn, der heute sein DEL-Debüt für Wolfsburg feierte, waren zur Stelle. Die Scheibe wollte einfach nicht über die Wolfsburger Torlinie gehen.
Und was machten die Niedersachsen im Mitteldrittel? Die waren längst nicht mehr so präsent wie noch in den ersten 20 Minuten, sorgten aber bei wenigen Kontern immer wieder für Gefahr. Und Ex-Eisbär Alex Roach, der vor allem durch ständiges provozieren auffiel, kassierte eine 2+10-Minuten-Strafe wegen Checks von Hinten.
Tore fielen im Mitteldrittel keine, somit stand es auch nach 40 Minuten weiterhin 0:1 aus Berliner Sicht.

Pure Erleichterung beim Torjubel der Eisbären nach dem 1:1-Ausgleich durch Rankel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Für das letzte Drittel hatten sich die Eisbären dann einiges vorgenommen und als Wolfsburg nach gut drei Minuten im Schlussabschnitt eine Strafe kassierte, bot sich den Eisbären in Überzahl die Chance zum Ausgleich. Ein klasse Pass von Nick Petersen auf den langen Pfosten, wo Kapitän André Rankel lauerte und die schwarze Hartgummischeibe problemlos im Tor von Jerry Kuhn unterbrachte – 1:1 (44.). Der Ausgleich war also gefallen und zu diesem Zeitpunkt auch mehr als verdient.
Knapp zwei Minuten später war Rankel schon wieder zur Stelle. Thomas Oppenheimer legte die Scheibe in den Slot, wo André Rankel angefahren kam und zum Schuss ausholte. Sein Schuss ging durch Jerry Kuhn’s Schoner und trudelte über die Linie – 2:1 (46.). Ein bisschen Glück muss man eben auch mal haben, jedoch war der Führungstreffer ebenso verdient wie der Ausgleich zuvor.
Auch danach nahmen die Eisbären den Fuß nicht vom Gaspedal, wollten weiter offensives Eishockey spielen und störten Wolfsburg mit aggressiven Forechecking schon früh in deren Drittel. Was den Niedersachsen sichtlich nicht schmeckte. Die letzte größere Chance der Wolfsburger gab es so sieben Minuten vor dem Ende der Partie zu verzeichnen, als Brent Aubin alleine auf Vehanen zu lief, im Finnen jedoch seinen Meister fand.
Letztendlich spielten die Eisbären das konsequent und souverän zu Ende, ließen hinten nicht mehr viel zu und hatten Pech, dass Aubry’s Schuss  30 Sekunden vor der Schlusssirene knapp am leeren Tor vorbei ging. Somit blieb es beim 2:1 nach 60 Minuten.

Petri Vehanen war einmal mehr der Fels in der Brandung. Folgerichtig wurde er nach dem Spiel von der Fankurve gefeiert. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wir warten immer noch auf das erste DEL-Spiel der Eisbären, in dem sie über 60 Minuten ihre Leistung konsequent durchziehen. Gegen Nürnberg und in Bremerhaven war es noch nicht der Fall gewesen und auch heute sahen wir wieder ein Spiel mit unterschiedlichen Dritteln. Im ersten Drittel waren die Eisbären überhaupt nicht bei der Sache, hinten stimmte die Zuordnung überhaupt nicht und man lud Wolfsburg förmlich zu Alleingängen ein. Im Mitteldrittel sollte es besser werden, da konnte man schon Druck auf das Wolfsburger Tor entfachen. Die Niedersachsen aber hielten mit allem, was sie hatten, dagegen. Im letzten Drittel mussten sich die Wolfsburger dem Druck der Eisbären dann aber doch geschlagen geben.
Die Berliner haben sich sozusagen von Drittel zu Drittel gesteigert und sicherten sich letztendlich den Sieg dank einer starken Moral und einem unbedingten Siegeswillen.

Erster Sieg an der Küste: 7:2-Kantersieg in Bremerhaven

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. So auch bei den Eisbären Berlin, die nach zwei vergeblichen Anläufen an der Küste diese heute erstmals als Sieger verließen. Am 02. Spieltag der DEL-Saison 2017/2018 feierten die Berliner einen deutlichen 7:2 (1:0,1:1,5:1)-Kantersieg bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven und gaben somit die richtige Antwort auf die Auftakt-Niederlage vom Freitagabend gegen Nürnberg. So klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war das Spiel dann aber doch nicht.

Die Eisbären traten mit dem selben Kader wie am Freitag an, heißt also auch, dass erneut Petri Vehanen das Berliner Tor hütete. Der finnische Torhüter sah ja am Freitag bei den letzten beiden Gegentreffern nicht wirklich gut aus.
Die Eisbären hatten sich für die Partie in Bremerhaven viel vorgenommen und das setzten sie auch gleich in die Tat um. Ganze 42 Sekunden waren gespielt, da hatten die rund 350 Eisbären-Fans unter den insgesamt 4.563 Zuschauern erstmals Grund zum Jubeln. Nick Petersen erkämpfte sich an der linken Bande den Puck, spielte ihn vor das Tor, wo Jamie MacQueen die Scheibe annahm und Ex-Eisbär Tomas Pöpperle im Kasten der Hausherren keine Chance ließ – 1:0.
Kurze Zeit später die große Chance für die Eisbären, in Überzahl gleich nachzulegen. Aber das Powerplay blieb weiter ausbaufähig.
Bremerhaven schockte der Rückstand nicht wirklich, sie spielten hier gut mit und hatten auch ihre Chancen. So in der siebten Spielminute, als Wade Bergmann und wenig später zweimal Mike Hoeffel an Petri Vehanen scheiterten.
Es entwickelte sich fortan ein munteres Spielchen, in dem es hin und her ging. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, Bremerhaven wirkte dabei etwas gefährlicher. Gefährlich wurde es für die Eisbären auch in der 15. Spielminute, als sie für 70 Sekunden zwei Mann weniger auf dem Eis waren. Und Bremerhaven machte ordentlich Druck, fand auch in die Formation, aber die Eisbären verteidigten das gut, blockten die Schüsse und am Ende war auch immer noch Petri Vehanen zur Stelle. Die Eisbären überstanden diese doppelte Unterzahl und nahmen das 1:0 somit in die erste Drittelpause.
Und über die Führung war Frank Hördler sehr glücklich, mit dem Spiel der Eisbären aber nicht, wie er im Interview bei Telekom Sport sagte:

Bremerhaven spielt mit sehr viel Druck, es wäre auch ein 1:1 oder 2:1 für Bremerhaven möglich gewesen. Wir müssen vorsichtig sein und weiter dran bleiben. Bremerhaven ist sehr gefährlich.

Und den Druck hielten die Gastgeber auch im Mitteldrittel aufrecht. Bei 4-4 auf dem Eis hatten die Hausherren ein 2-auf-1-Angriff, Jordan Owens nahm einen Pass direkt und schoss knapp am Tor vorbei. Und in der 26. Spielminute schickten die Pinguins Neuzugang Jan Urbas auf die Reise, der lief alleine auf Petri Vehanen zu, scheiterte aber am finnische Goalie.
Nur eine Minute später war Urbas diesmal für das Zuspiel von hinter dem Tor zuständig, sein Pass fand Chad Nehring vor dem Tor, aber der schoss knapp am Berliner Tor vorbei. Und wie dass dann immer so ist, wenn du deine Chancen vorne nicht nutzt, wirst du hinten bestraft. Und das taten die Eisbären. Louis-Marc Aubry ließ die Scheibe für Nick Petersen liegen, der zog ab, sein Schuss wurde noch abgefälscht und Aubry hielt letztendlich den Schläger in den Schuss und überwand Pöpperle zum 2:0 (27.). Ein Tor aus dem Nichts und zu dem Zeitpunkt auch nicht verdient.
Aber Bremerhaven spielte weiter nach vorne, ließ sich auch aus dem 0:2-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und wurde für den Aufwand in der 30. Spielminute auch endlich belohnt. Chad Nehring kam über rechts ins Angriffsdrittel, spielte den Puck quer rüber zu Mike Moore, welche auf 1:2 verkürzen konnte.
Die Eisbären wurden nach dem Gegentreffer etwas aktiver in Sachen Offensive, konnten aber Pöpperle nicht überwinden. Die letzte große Chance im zweiten Drittel hatten die Hausherren. Cody Lampl wurde auf links klasse freigespielt, hatte das leere Tor vor sich, traf den Puck aber nicht richtig und so ging die Scheibe knapp am Berliner Tor vorbei. Die Eisbären nahmen eine glückliche 2:1-Führung mit in die Kabine.

Bremerhaven hatte zu Beginn des letzten Drittels noch für 58 Sekunden einen Mann mehr auf dem Eis und somit die Chance zum Ausgleich. Und sie machten auch Druck und wollten den Treffer erzielen, aber das Überzahlspiel blieb ungenutzt.
Auf der Gegenseite sorgten die Eisbären dann für den alten Zwei-Tore-Abstand. Danny Richmond hatte von der blauen Linie abgezogen und Martin Buchwieser fälschte den Puck unhaltbar für Pöpperle ab – 3:1 (43.).
Bitte für Bremerhaven, die kurz zuvor noch die Chance auf den Ausgleich hatten. Und es sollte noch schlimmer für die Gastgeber kommen. 46 Sekunden nach dem 3:1 unterlief den Fischtowns ein Fehler im Aufbauspiel, James Sheppard setzte Sean Backman in Szene und der überwand Tomas Pöpperle eiskalt zum 4:1 (44.).
Diese beiden Treffer innerhalb weniger Sekunden schockten Bremerhaven, die danach deutlich zeigten, dass sie hier nicht mehr an die Wende glauben würden. Dennoch sorgten sie sieben Minuten vor dem Ende noch einmal für Hoffnung bei den eigenen Anhängern, als Wade Bergmann in Überzahl von der blauen Linie erfolgreich war – 2:4 (53.).
Es war aber nicht mehr als Ergebniskosmetik und am Ende fielen die Hausherren förmlich komplett auseinander. Bremerhaven mit einem erneuten Fehler im Aufbau, Florian Busch zog ab und diesmal war es Thomas Oppenheimer, der den Puck unhaltbar abfälschte – 5:2 (55.).
Als die Eisbären in der Schlussphase dann auch noch ein Powerplay hatten, schlug Daniel Fischbuch 58 Sekunden vor dem Ende zu. Frank Hördler hatte Fischbuch angespielt und die Nummer 77 der Eisbären zog direkt ab – 6:2 (60.).
Und 28 Sekunden später trug sich Neuzugang Sean Backman ein zweites Mal in die Torschützenliste ein. Backman kam über rechts ins Drittel, wurde nicht wirklich gestört und zog ab – 7:2 (60.). Der Schlusspunkt unter dieser sehr unterhaltsamen Partie am Sonntagnachmittag.

7:2 in Bremerhaven, was zunächst einmal sehr deutlich klingt, war ein hartes Stück Arbeit. Das frühe Tor gab den Eisbären nicht die nötige Sicherheit und fortan sah man sich dem Druck der Bremerhavener ausgesetzt, hatte aber Glück, dass die ihre Chancen nicht nutzten. Nicht umsonst hatte Frank Hördler nach dem ersten Drittel noch gesagt, man müsse hier extrem vorsichtig sein. Auch nach dem 0:2 aus Sicht der Gastgeber gaben diese nicht auf und konnten sich auch verdientermaßen mit dem 1:2 belohnen.
Knackpunkt der Partie war dann sicherlich die Anfangsphase des letzten Drittels. Da verpasste Bremerhaven den Ausgleich in Überzahl, während die Eisbären innerhalb von 46 Sekunden auf 4:1 davon zogen. Von dem Doppelschlag erholte sich Bremerhaven nicht mehr und fiel komplett auseinander. Man lud die Eisbären praktisch zum Tore schießen ein, die nahmen das natürlich dankend an. Auch wenn es Geschenke der Bremerhavener waren, die Tore musst du dann aber auch erst einmal so erzielen, wie es die Eisbären gemacht haben. Und das Tore schießen war in der letzten Saison ja noch ein großes Problem. Da nahm man auch solche Geschenke nicht immer an. Und wann hat man das letzte Mal fünf Eisbären-Tore in einem Drittel bestaunen dürfen?
Von daher freuen wir uns über den Sieg und die vielen Tore, verfallen aber auch nicht gleich in Euphorie angesichts des Kantersieges, denn das Spiel war doch 40 Minuten lang enger als es das Ergebnis vermuten lässt.

Stimmen zum Spiel:

Marian Dejdar (Fischtown Pinguins Bremerhaven):

Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Das Ergebnis spiegelt das Spiel nicht wider. Die Gegentore sind viel zu leicht gefallen. Wir haben gesehen, woran wir noch arbeiten müssen. Wir haben zwei Drittel gutes Eishockey gespielt, haben uns gute Chancen heraus gespielt. Gehen die rein, geht das Spiel vielleicht anders aus.

Sean Backmann (Eisbären Berlin):

So leicht war es nicht. Natürlich ist es wichtig, dass du als Stürmer Tore schießt. Grundsätzlich war das heute zufriedenstellend. Aber Bremerhaven war nicht so schlecht, wie es das Ergebnis aussagt.

2:4 nach 2:0 – Eisbären mit starkem Beginn, aber dann lassen sie ebenso stark nach und verlieren das Auftaktspiel verdient gegen Nürnberg

Ausgabe #2:

Die Vorfreude auf die neue Saison war riesig, die Euphorie im Umfeld der Eisbären Berlin groß. Und nach 20 Minuten war jene Euphorie unter den 10.884 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof auch noch deutlich gestiegen, denn da führten die Berliner nach einer sehr starken Leistung mit 2:0 gegen die Thomas Sabo Ice Tigers. Doch am Ende jubelten dann doch die Franken in der Hauptstadt, mit 2:4 (2:0,0:2,0:2) verloren unsere Jungs das Auftaktspiel der Saison nämlich und verpatzten somit den Start in die DEL-Saison 2017/2018.

Chefcoach Uwe Krupp konnte nahezu auf den kompletten Kader zurückgreifen. Lediglich Vincent Hessler, Sven Ziegler und Constantin Braun fehlten dem Berliner Trainer, alle Neuzugänge waren also mit dabei und feierten ihre Heim-Premiere in der DEL. Im Tor stand wie erwartete Stammgoalie Petri Vehanen.

Im ersten Drittel rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Tor von Andreas Jenike zu. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären begannen das erste Saisonspiel äußerst engagiert und hätten bereits nach 31 Sekunden in Führung gehen können, aber der Schuss vom neuen Verteidiger Blake Parlett ging nur an die Latte. Die Eisbären begannen hier sehr motiviert in diese Partie, spielten ein aggressives Forechecking und störten Nürnberg somit früh in deren Spielaufbau. Und die Hausherren sollten sich für diesen Aufwand auch früh belohnen. In der vierten Spielminute brachte Kapitän André Rankel die Scheibe vom rechten Bullykreis aus vor das Tor, wo Nürnbergs Neuzugang Tom Gilbert die Scheibe unglücklich ins eigene Tor abfälschte – 1:0. Der Kapitän also mit dem ersten Saisontreffer für die Eisbären.
Auch danach die Eisbären weiterhin am Drücker, Nürnberg hatte mit der Spielweise der Eisbären große Probleme. Aber einmal waren die Franken brandgefährlich. In der siebten Minute wurde Dane Fox am langen Pfosten angespielt, aber Petri Vehanen war mit einem Wahnsinns-Save zur Stelle und rettete die Führung.
Und diese bauten die Hausherren in der zwölften Minute aus. Berlin im Angriff, Nick Petersen vertändelte zwar die Scheibe, aber über Umwege kam das Spielgerät zu Jens Baxmann, welcher im Angriffsdrittel in Position lief und den Puck mit einem satten Schuss im Tor von Andreas Jenike versenken konnte – 2:0.
Danach nahmen die Eisbären den Fuß etwas vom Gaspedal, bestimmten das Spiel aber weiterhin und führten somit hochverdient mit 2:0 nach 20 Minuten. Die Fans in der Mercedes-Benz Arena verabschiedeten die Mannschaften mit ganz viel Applaus in die Kabine.

Kleine Meinungsverschiedenheit im Mitteldrittel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und in der Nürnberger Kabine muss es sehr laut geworden sein und man muss sich überlegt haben, wie man hier ins Spiel finden kann. Jedenfalls kamen die Franken hochmotiviert zurück auf das Eis und setzten die Eisbären direkt unter Druck. Yasin Ehliz traf nur die Latte (22.), Marco Pfleger (23.) und Taylor Aronson (25.) den Pfosten. Nürnberg hatte nun also ins Spiel gefunden und die Eisbären konnten von Glück reden, dass sie noch vorne lagen.
Dann folgte der Knackpunkt der Partie, was beide Trainer auch nach Spielende bei der Pressekonferenz als diesen ausmachten. Die Eisbären hatten hintereinander ein doppeltes und einfaches Überzahlspiel. 31 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, aber die Eisbären konnten diese große Gelegenheit zur Vorentscheidung nicht ausnutzen. Louis-Marc Aubry hatte dabei die beste Chance, doch er traf nur die Latte (30.).
Und so kam das, was sich längst angedeutet hatte. Nürnberg konnte sechs Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels verkürzen. Patrick Reimer mit einem Sahne-Pass auf Steven Reinprecht, der frei vor Vehanen auftauchte und den Puck per Rückhand im Tor versenkte – 2:1 (34.).
Und nur vier Minuten später war es Brandon Segal, der das Spiel wieder von vorne beginnen ließ – 2:2 (38.).
Nürnberg hatte in diesem Drittel also das Spiel ausgleichen können und das auch verdient. Beim etwas mehr Schussglück hätten die Mannen von Coach Rob Wilson hier auch führen können.

Jonas Müller (vorne) und Marcel Noebels versuchen den Pass des Nürnbergers zu verhindern. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären mussten in der Drittelpause einen Weg finden, um wieder zurück in diese Partie zu finden. Und die Eisbären kamen gut aus der Kabine, suchten sofort den Weg in die Offensive und hatten auch Chancen, aber kein Glück im Abschluss. Und Nürnberg? Die trafen mit der ersten Chance im Schlussdrittel und drehten die Partie komplett. Es lief die 45. Spielminute, als Taylor Aronson die Scheibe auf die linke Seite passte, wo Philippe Dupuis den Puck direkt nahm und Petri Vehanen am kurzen Pfosten irgendwie überwinden konnte – 2:3. Da sah der finnische Goalie der Eisbären nicht wirklich gut aus.
Danach weiterhin die Eisbären am Drücker, aber weiterhin ohne das nötige Glück im Abschluss. Und Nürnberg sorgte dann für die endgültige Entscheidung. Dane Fox kam über die linke Seite vor das Tor, wurde nicht angegriffen, zog ab und tunnelte Vehanen zum 2:4 (50.).
Danach spielten die Franken das clever zu Ende. Die Eisbären rannten zwar an, aber Nürnberg stand sehr sicher in der Defensive und ließ nichts mehr anbrennen. Und wenn doch was durch kam, war Andreas Jenike zur Stelle.
Beide Mannschaften noch mit einer Auszeit und Uwe Krupp nahm zudem noch Vehanen zu Gunsten eines sechsten Spieler vom Eis, aber auch das half nicht mehr. Am Ende setzten sich die Ice Tigers mit 4:2 in der Hauptstadt durch.

Eine bittere und unnötige Niederlage zum Saisonauftakt. Die Eisbären haben den besten Start, den man sich wünschen kann, verlieren dann aber im Mitteldrittel völlig den Faden und haben Glück, dass sie nicht schon nach 40 Minuten hinten liegen. Im Schlussdrittel hatte man sich dann zwar viel vorgenommen, aber manchmal versuchte man es mit der Brechstange, manchmal mit Einzelaktionen. Zudem unterliefen der Mannschaft zu viele Fehler im Aufbauspiel, was Nürnberg in die Karten spielte. Die Franken machten im letzten Drittel nicht viel fürs Spiel, trafen aber trotzdem zweimal und entschieden das Spiel somit für sich. Das macht eben eine Spitzen-Mannschaft aus. Sie macht in den richtigen Momenten die entscheidenden Tore. Heute war das Nürnberg und somit geht der Sieg der Gäste auch in Ordnung.

1:2 n.V. in Spiel Fünf: Playoff-Fight, Feueralarm, Klarer Punktsieg auf den Rängen, Saisonende

Ausgabe #31:

Aus und vorbei: Die DEL-Saison 2016/2017 ist für die Eisbären Berlin seit Sonntagabend beendet. Gut einen Monat später als noch während der Hauptrunde gedacht. Denn wer hätte noch zum Ende der Hauptrunde hin gedacht, dass unsere Jungs Anfang April noch Eishockey spielen würden? Wohl niemand, auch ich nicht. Und genau aus diesem Grund konnte man gestern Abend mit Stolz die Mannschaft in die Sommerpause verabschieden. Nicht für die Leistung in der Hauptrunde, über die sicherlich noch geredet werden muss. Nein, für die grandiosen Playoffs, in der die Mannschaft gezeigt hat, was alles möglich gewesen wäre. Letztendlich war München zwar die erwartete Nummer zu groß, aber man hat dem Top-Favoriten trotzdem alles abverlangt und vier von fünf Spielen knapp gehalten. Aber natürlich reichen je ein Treffer in vier von fünf Halbfinalspielen gegen München eben nicht aus, um ins Finale einzuziehen. Aber sie haben trotzdem alles gegeben, bis zum Ende mit viel Leidenschaft gekämpft und konnten so erhobenen Hauptes gestern Abend das Eis der Münchner Olympia-Eishalle verlassen.

Olympia-Eishalle München. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Unterstützt von rund 500 Fans in der ausverkauften Olympia-Eishalle in München entwickelte sich von Beginn an ein Playoff-Spiel auf höchstem Niveau. Beide Mannschaften begannen Spiel Fünf äußerst engagiert, machten von Beginn an viel Druck. Die Hausherren machten dabei aber mehr Druck und erarbeiteten sich in der Anfangsphase auch ein Chancenplus, jedoch war Petri Vehanen immer wieder zur Stelle. Wie so oft in dieser Saison.
Fortan schaffte es München, immer wieder Lücken in der Berliner Defensive zu finden und konnten so einen 3-auf-1- und einen 2-auf-1-Konter fahren, aber Bruno Gervais und Jonas Müller waren im entscheidenden Moment zur Stelle und verhinderten somit den Rückstand.
Aber auch die Eisbären schafften es mit zunehmender Spieldauer immer wieder vor das Tor der Gastgeber, aber es musste ein Fehler der Münchner herhalten, um hier in Führung zu gehen. Daryl Boyle wollte das Spiel aus dem eigenen Drittel von hinter dem Tor aufbauen, sein Pass fiel jedoch direkt vor den Schläger von Laurin Braun. Die Nummer Zwölf der Eisbären ließ sich dieses Geschenk nicht entgehen und zog trocken ab, sein Schuss schlug hinter Danny Aus den Birken im Tor ein – 1:0 (14.).
Nach dem 1:0 waren nun die Gäste aus der Hauptstadt besser im Spiel und wollten hier gleich nachlegen. Und in Überzahl hatte man auch die Chance dazu. Im Vergleich zu Spiel Vier von Freitag in Berlin sah das Powerplay auch schon deutlich besser aus, aber erfolgreich war es trotzdem nicht. Dennoch nahmen die Berliner eine 1:0-Pausenführung mit in die Kabine.

Zu Beginn des Mitteldrittels hatte München dann selbst die Chance, in Überzahl auszugleichen. Aber

Powerplay für die Eisbären und Frank Hördler versucht es von der blauen Linie. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

das Penaltykilling der Eisbären leistete gute Arbeit und so überstand man das beste Powerplay der Liga schadlos.
Dann die Riesenchance für die Eisbären, hier nachzulegen. Nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge bekam Konrad Abeltshauser eine Spieldauer, Berliner fortan also fünf Minuten in Überzahl. Und die Eisbären machten Dampf, erspielten sich gute Chancen. Bruno Gervais scheiterte am Pfosten, Spencer Machacek direkt im Nachschuss. Die Eisbären zwischenzeitlich sogar für 56 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, aber diese große Chance auf das 2:0 vergaben sie.
Das Spiel nahm immer mehr an Fahrt auf, wurde immer intensiver und eines Playoff-Spiels mehr als würdig. Mitte des Spiels folgte dann auch noch ein schöner kleiner Kampf zwischen Michael Wolf und Micki DuPont. Das Spiel bot eben alles, was ein Playoff-Spiel ausmacht. Aus Berliner Sicht einzig mit dem Manko, dass man nicht das 2:0 nachlegen konnte. Und so passierte eben das, was immer im Sport passiert, wenn man seine Chancen nicht nutzt.
Frank Mauer lief einen Konter und ließ freistehend vor Petri Vehanen dem finnischen Goalie keine Chance – 1:1 (33.). Das erste Mal, dass es an diesem Sonntagnachmittag mal laut wurde in dieser Halle. Ansonsten waren nämlich nur die 500 Eisbären-Fans zu hören. Heimspiel-Atmosphäre in der Olympia-Eishalle.
Gegen Ende des Drittels noch einmal ein Powerplay für unsere Jungs, aber auch dieses blieb ungenutzt, weshalb es nach 40 Minuten 1:1-Unentschieden stand.

Endstation Petri Vehanen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Hinein ins Schlussdrittel, wo beide Mannschaften gleich einmal die Chance hatten, in Überzahl das 2:1 zu erzielen. Beide Strafen resultierten aus einer Spielverzögerung, denn beide Mannschaften agierten nun mit einem aggressiven Forechecking, versuchten den Gegner so jeweils früh zu stören. Genutzt werden konnten die Überzahlspiele aber nicht, weiterhin stand es 1:1.
Dann lief die 48. Spielminute, als plötzlich eine Sirene in der Halle losging, man aber nicht wusste, was jetzt eigentlich passiert war. Das Spiel lief weiter, auf den Rängen wurde es unruhig und erneut ertönte die Sirene. Es war ein Feueralarm, der hinter dem Eisbären-Block ausgelöst wurde. Das Problem war nur, dass man die Ansagen in der Halle nicht wirklich verstand, die Tribüne hinter den Spielerbänken bereits geräumt wurde und wenig später auch die weiteren Blöcke, nur uns Berliner ließ man um Unklaren, was wir jetzt machen sollten. Auf meine Nachfrage bei einer Ordnerin, was wir nun tun sollten, meinte Sie nur „Keine Ahnung, wir bekommen keine Anweisung, weder die Ordner noch die Polizei“. Großes Kino, sämtliche Blöcke waren fast vollends geleert, nur der Gästeblock war zum Teil noch gefüllt. Mit der Krönung, dass man drin die Anweisung erhielt, die Halle zu verlassen, es vor den Blöcken gleichzeitig aber die Anweisung gab, alle wieder rein. Dafür, dass man in solchen Situationen die Ruhe bewahren muss, war das in München das reinste Chaos und nicht zu entschuldigen. Es hätte wer weiß was passieren können und der Notfallplan in München hat mehr als versagt, weil man weder die Ansagen über die Lautsprecher verstanden hatte noch von den Ordnern über den weiteren Vorgang informiert wurde. So etwas habe ich in etlichen Auswärtsfahrten, seit dem ich Fan bin – und das sind schon 22 Jahre – noch nicht erlebt. Ein Armutszeugnis für Red Bull München und deren Halle.
20 Minuten war die Partie unterbrochen, wir Berliner Fans nahmen es inzwischen mit Galgenhumor und forderten „Freibier für Alle“ und „Reißt die Hütte ab“. So nach und nach füllte sich die Arena wieder und es konnte weiter gespielt werden.
Fortan entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das Tor und wollten die Entscheidung erzwingen. Aber die größte Chance bot sich den Eisbären in den letzten zwei Minuten, als sie noch einmal in Überzahl agieren konnten. Und erneut konnten die Eisbären viel Druck erzeugen und sich auch Chancen erspielen, aber Danny Aus den Birken hielt seine Mannschaft im Spiel und rettete sie in die Verlängerung. Was ja in diesen Playoffs nichts Neues mehr für die Eisbären war.

Und in der Overtime entwickelte die Gastgeber dann doch schon einen ungeheuren Druck. Die Eisbären kamen zwar auch immer mal wieder vor das Tor von Aus den Birken, aber der Druck der Hausherren nahm schon sichtlich zu. Die Eisbären konnten sich aber noch einmal von dem Druck befreien und setzten München selbst noch einmal unter Druck, weshalb München sich nicht anders zu helfen wusste, als die Scheibe dreimal unerlaubt aus dem eigenen Drittel zu schießen. Da München daraufhin nicht wechseln durfte, nahm Coach Don Jackson eine Auszeit, um seiner Mannschaft eine Pause zu verschaffen.
70 Minuten waren gespielt, da kassierte Jonas Müller eine Strafe wegen Behinderung. Powerplay München, bisher überstanden die Eisbären die Unterzahlspiele alle schadlos. Aber dieses Unterzahlspiel sollte die Entscheidung bringen. München im Angriffsdrittel, mit dem Querpass auf den langen Pfosten, wo Michael Wolf lauerte und den Puck per Direktabnahme im Tor versenkte – 2:1 nach 71:16 Minuten. Vorbei war sie damit, die Saison der Eisbären Berlin. Aber noch nicht für uns Fans, denn was danach folgte, war großes Kino und nur ein erneuter Beweis, dass die Eisbären Berlin die geilsten Fans der Welt haben.

Die Partie endete gegen 19:45 am Sonntagabend in der Olympia-Eishalle und wir Fans standen noch bis 20:30 Uhr im Gästeblock und feierten die Eisbären für grandiose Playoffs, während sich die Blöcke der Münchner nach kurzer Feier mit der Mannschaft relativ schnell leerten. Unfassbar, dass man seine Halle nach dem Finaleinzug so schnell verlässt. Wir hätten den Finaleinzug gebührend gefeiert – IN DER ARENA! So war die Olympia-Eishalle fest in Berliner Hand und wir sangen und sangen und sangen. Immer weiter, ohne die Eisbären wollten wir die Heimreise nicht antreten. Und immer wieder kamen Spieler aus der Kabine und bedankten sich für die grandiose Unterstützung bei uns. Marcel Noebels, Micki DuPont und Charles Linglet kamen direkt vor den Block und ließen sich auch zu einer kurzen „La Ola“ überreden. Nicht selbstverständlich nach dem Saison-Aus, aber auch das sind eben die Eisbären. Und als wir immer noch nicht gehen wollten, kam Bruno Gervais direkt vor den Block. Er stand nicht auf dem Eis, nein, er kam direkt vor den Block und bedankte sich bei uns Fans für die grandiose Unterstützung, er meinte auch, wir seien die besten Fans der Welt und Berlin der beste Ort. Ob es Abschiedsworte der Nummer Drei waren? Man weiß es nicht, aber es war eine große Geste von Bruno Gervais.
Kurz nach 20:30 Uhr verließen wir sie dann doch, die Olympia-Eishalle in München. Mit einem weinenden (Saisonende) aber auch einem lachenden Auge, weil man mit Stolz in die Sommerpause gehen kann. Nicht wegen der Hauptrunde, nein, wegen der Playoffs, die uns alle so begeistert haben. Und die uns mehr als entschädigt haben für die grausame Vorrunde.

1:3 gegen München: Eisbären mit großem Kampf, doch am Ende entscheiden Kleinigkeiten das Spiel

Ausgabe #30:

War es das schon gewesen? Die Eisbären Berlin haben Spiel Vier in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena gegen den EHC Red Bull München mit 1:3 (1:0,0:2,0:1) verloren und liegen mit dem selben Ergebnis in der Halbfinalserie nun hinten. Am Sonntag kann München in eigener Halle den Sack zumachen und erneut ins DEL-Finale einziehen. Aber auch da werden es die Eisbären ihnen nicht leicht machen, so wie auch heute Abend vor 14.200 Zuschauern.

Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp musste heute auf Jens Baxmann, Barry Tallackson, Louis-Marc Aubry und Sven Ziegler verzichten. Im Tor stand erneut Petri Vehanen, der in Spiel Drei noch das letzte Drittel von der Bank aus anschauen durfte.

Zu Beginn der Partie waren beide Mannschaften auf eine sichere Defensive bedacht, ließen nicht wirklich viel zu. Dafür spielten beide ein aggressives Forechecking und versuchten so, den Gegner immer wieder früh im Spielaufbau zu stören. Mit zunehmender Spieldauer kam München immer wieder gefährlich vor das Eisbären-Tor, aber Petri Vehanen hielt sein Tor sauber. Auch eine Unterzahl überstandeb die Eisbären im Auftaktdrittel schadlos.
Nach der überstandenen Unterzahl fanden die Eisbären besser ins Offensivspiel und erarbeiteten sich auch Chancen. Und eine davon konnte Jonas Müller dreieinhalb Minuten vor der ersten Drittelpause nutzen. Micki DuPont gab ihm die Scheibe im eigenen Drittel und dann startete Müller zu seinem Sololauf, bei dem er die Münchner Spieler alt aussehen ließ, am Ende vor das Tor zog und dort die Scheibe an Danny Aus den Birken vorbei ins Tor spitzelte – 1:0 (17.). Ein sensationelles Tor der Nummer 18.
Am Ende waren es dann doch 20 ausgeglichene Minuten, in der beide Mannschaften gute Chancen hatten, aber es waren die Eisbären, die hier mit 1:0 nach dem ersten Drittel vorne lagen.

Es folgte das zweite Drittel, was eigentlich immer das schwache Drittel der Eisbären war. Aber heute war es das zunächst überhaupt nicht. Die Eisbären machten ordentlich Druck, suchten immer wieder den Weg vor das Tor von Danny Aus den Birken und erarbeiteten sich dabei richtig gute und vor allem gefährliche Chancen. Die Eisbären spielten eigentlich ein super zweites Drittel, machten viel Druck nach vorne und hatten klasse Torchancen, hinten standen sie relativ sicher und ließen von München nicht viel zu. Aber ihr größtes Manko: Sie nutzten keine der vielen Chancen und das sollte sich noch rächen.
Nach einer kurzen Verletzungs-Unterbrechung eines Linienrichters war ein kleiner Bruch im Spiel der Eisbären zu erkennen. Die Pause tat ihnen sichtlich nicht gut, denn plötzlich wachten die Gäste auf. Und viereinhalb Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels glichen die Münchner durch Jon Matsumoto aus. Unglücklich aus Berliner Sicht, die hier längst 3:0 führen müssten. Aber so ist es eben, wenn du deine Chancen vorne nicht nutzt, wirst du hinten bitter bestraft.
Und es sollte noch schlimmer kommen. Mads Christensen mit dem Pass in den Slot, wo Darin Olver zwar stand, die Scheibe aber nicht kontrollieren konnte. So kam Derek Joslin an die Scheibe und netzte sie mit der Rückhand im Berliner Tor ein – 1:2 (39.).
So gingen die Eisbären mit einem Rückstand aus einem Drittel, aus welchem sie nie und nimmer mit einem Rückstand gehen dürfen. Aber so ungerecht ist eben manchmal der Sport. Aber es zeigt halt auch, welche Klasse die Münchner Mannschaft hat.

Im Mitteldrittel lag es vor allem an der Chancenverwertung, dass die Eisbären hier hinten lagen. Und im letzten Drittel kam noch ein Punkt hin zu, der wie so oft in dieser Saison spielentscheidend war. Das miserable Powerplay. Ex-Eisbären-Verteidiger Richie Regehr handelte sich eine 2+2-Minuten-Strafe ein, Berlin also für vier Minuten (!) in Überzahl. Das muss doch jetzt die Chance zum Ausgleich sein. In eigener Halle mit der fantastischen Unterstützung der EHC-Fans. Aber wie so oft ließen die Eisbären diese Riesen-Chance verstreichen. Sie hatten große Probleme, überhaupt mal in die Powerplay-Formation zu kommen. In den vier Minuten brachten sie nicht einen gefährlichen Schuss auf das Tor von Danny Aus den Birken. Ein weiterer Grund, warum diese Partie heute verloren ging.
Fortan mussten aber auch die Eisbären noch einmal in Unterzahl ran und da warfen sie alles rein, was sie hatten. Mit Erfolg, sie überstanden das Powerplay der Gäste und konnte so gestärkt in die Schlussphase gehen. Und auch da versuchten die Eisbären alles mögliche, um hier noch den Ausgleich zu erzielen. Aber München verteidigte sein Tor mit allem, was sie hatten. Sie warfen sich in die Schüsse, sie brachten immer wieder einen Schläger dazwischen und am Ende sorgten sie auch noch für den Schlusspunkt unter der Partie.
Steve Pinizzotto marschierte alleine auf das verwaiste Berliner Tor zu, verfolgt von einem Berliner Spieler. Aber der gab mehr Begleitschutz als das er Pinizzotto noch einmal stören wollte. Da hätte man sich noch mal ein Zeichen der Eisbären gewünscht, dass sie Pinizzotto und München noch einmal zeigen, was sie am Sonntag in deren Halle erwarten wird. Aber so netzte Pinizzotto die Scheibe zum entscheidenden 1:3 ein und ließen München feiern sowie vom Finale träumen.

Viel kann man den Eisbären heute einfach nicht vorwerfen. Sie haben stark gekämpft, haben viel Leidenschaft gezeigt, haben auch nach dem bitteren 1:2 nicht die Köpfe hängen lassen und haben es weiter versucht. Aber letztendlich biss man sich an der Münchner Defensive die Zähne aus und konnte das Spiel daher nicht mehr drehen.
Am Ende lag es halt an Kleinigkeiten. Zum einen an der Chancenverwertung, denn im Mitteldrittel hätte man die Partie eigentlich vorentscheiden müssen, tat dies aber nicht. Zudem war auch die ungenutzte vierminütige Überzahl ein Knackpunkt in diesem Spiel, in dem die Eisbären nach der Verletzungs-Unterbrechung von ihrem Weg abkamen.

Ja, die Niederlage ist bitter und tut im ersten Moment sicher auch weh. Das hat man nach Spielende in vielen Gesichtern gesehen, da flossen einige Tränen. Weil man nicht weiß, ob das heute Abend das letzte Heimspiel der Saison war. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, warum sollten wir traurig sein? Wir stehen im Playoff-Halbfinale und damit hatte nun mal so gar keiner gerechnet. Auch ich persönlich nicht. Und wir haben im Viertelfinale Mannheim raus gehauen, was einer Meisterschaft gleicht. Das Halbfinale gegen München ist einfach nur noch Zugabe für diese so merkwürdige Saison. Und auch wenn sie am Sonntag zu Ende gehen sollte, dann kann man mit Stolz auf diese Playoffs zurückschauen, denn die machen Hoffnung für die Zukunft. Mit den richtigen Änderungen im Kader kann man in der nächsten Saison auch in der Hauptrunde so ein Eishockey spielen. Dass sie es können, haben sie in den Playoffs bewiesen und dennoch wird man am Ende auch noch einmal über die Hauptrunde sprechen. Aber so lange die Playoffs noch laufen und es noch theoretisch möglich ist, ins Finale einziehen, werden wir weiterkämpfen. Auch wenn der Kampf noch so aussichtslos erscheint.

1:5 in München – Eisbären kommen nach bisher schwächster Playoff-Leistung unter die Räder

Das hatten sich die Eisbären Berlin sicher ganz anders vorgestellt. In Spiel Drei der Halbfinalserie wollte man am Dienstagabend beim EHC Red Bull München zurückschlagen und sich das Heimrecht wieder zurück holen. Es endete jedoch in einem Desaster für die Berliner, die am Ende mit 1:5 (0:3,0:2,1:0) unter die Räder kamen. Wenn man überhaupt etwas Positives aus München mitnehmen konnte, dann den Fakt, dass man immerhin das letzte Drittel für sich entscheiden konnte. Darauf muss man aufbauen.

Während es bei den Eisbären keinerlei Änderungen im Vergleich zu Spiel Zwei gab, musste Münchens Coach Don Jackson auf Jason Jaffray und Deron Quint verzichten. Für die Beiden spielten Andreas Eder und Florian Kettemer.

Die Eisbären kamen richtig gut ins Spiel und machten sofort Druck auf das Tor der Gastgeber. In den ersten 30 Sekunden hatte Marcel Noebels gleich zwei richtig gute Chancen. München jedoch war auch nach nur 74 Sekunden erstmals gefährlich vor dem Berliner Tor.
Es ging weiter mit Chancen auf beiden Seiten. Mads Christensen tankte sich klasse durch, scheiterte am Ende jedoch an Petri Vehanen. Im Gegenzug dann mal ein schneller Gegenstoß der Berliner, wo Jens Baxmann das Tor nur knapp verpasste.
Sechs Minuten waren gespielt, da kassierte André Rankel die erste Strafzeit der Partie. Und dass München Powerplay spielen kann, sollte sich auch bis nach Berlin herum gesprochen haben. Dominik Kahun zog vor das Tor, die Berliner Verteidiger waren da zu weit weg, Kahun spitzelte die Scheibe rüber zu Michael Wolf, der den Puck im halbleeren Tor versenken konnte – 1:0 (6.).
Die nächste Strafe ließ nicht lange auf sich warten, diesmal erwischte es Nick Petersen. Und München mit einem ganz starken Powerplay, setzte sich die kompletten zwei Minuten im Berliner Drittel fest und erspielte sich richtig gefährliche Chancen. Aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl zum Glück schadlos.
Die beiden Unterzahlspiele haben dazu geführt, das München nun richtig stark im Spiel war und Berlin den Faden verlor. Mit aggressiven Forechecking störte man die Eisbären immer wieder im Spielaufbau, die fortan gehörige Probleme hatten.
Und mit einem Spieler hatten sie besonders Probleme – Dominik Kahun. Der kam zu leicht ins Angriffsdrittel und konnte sich dort auch viel zu einfach durchsetzen, spielte den Querpass auf Steve Pinizzotto, welcher den Puck im halbleeren Tor versenken konnte – 2:0 (11.).
Und vier Minuten später krönte jener Kahun dann sein klasse erstes Drittel. Nach zwei Vorlagen netzte er nun selbst ein. Und wieder machte man es München zu einfach. Kahun kam über rechts ins Drittel, hatte zu viel Platz und Zeit, konnte sich die Scheibe zurecht legen und versenkte sie im langen Eck – 3:0 (15.).
München nahm danach ein bisschen Tempo raus aus dem Spiel und Berlin war fortan bemüht, nach vorne was zu machen. Aber München machte hinten dicht und ließ nicht viel zu. Daher lagen die Hausherren nach 20 Minuten hochverdient mit 3:0 vorne.

Im zweiten Drittel das selbe Bild wie zu Spielbeginn. Die Eisbären kamen äußerst engagiert aus der Kabine und machten gleich Druck auf das Münchner Tor. Die beste Chance hatte Daniel Fischbuch, der jedoch an der Latte scheiterte. Dann gleich die nächste Chance für die Eisbären, die ihr erstes Überzahlspiel hatten. Aber lassen wir es, darüber Worte zu verlieren wäre einfach zu viel. Nur ein Wort dazu: Miserabel.
Kaum war München wieder komplett, erkämpfte sich der von der Strafbank kommende Steve Pinizzotto die Scheibe und schickte Keith Aucoin auf die Reise, welcher alleine vor Petri Vehanen am Finnen scheiterte.
München kombinierte sich vor das Berliner Tor, die Eisbären hingegen versuchten es mit Einzelaktionen oder Schüssen aus der zweiten Reihe. Als München dann wieder ein Überzahlspiel hatte, zeigte man den Eisbären, wie schnell man so ein Powerplay ausnutzen kann. Yannic Seidenberg hatte von der blauen Linie abgezogen, Bruno Gervais blockte die Scheibe, die dann vor Michael Wolf lag, welcher abzog und von Petri Vehanens Maske ging die Scheibe letztendlich über die Linie – 4:0 (30.). Ein unglücklicher Gegentreffer, der aber zum Gesamt-Auftritt der Eisbären passte.
Trotz der souveränen Führung schaltete München hier keinen Gang zurück, zog bei 5-gegen-5 sogar ein Powerplay auf, an deren Ende Maximilian Kastner nur den Pfosten traf.
Dann mal wieder die Berliner mit einem Powerplay, aber es folgte die Krönung des Abends. München erkämpfte sich die Scheibe an der blauen Linie, Frank Mauer und Brooks Macek mit einem 2-auf-0 in Unterzahl (!), Mauer quer auf Macek und der netzte ein – 5:0 (37.).
München nahm also eine beruhigende 5:0-Führung mit in die Kabine, Berlin war hier komplett von der Rolle und legte ein amateurhaftes Abwehr-Verhalten an den Tag, welches nicht Playoff-tauglich war.

Im letzten Drittel stand dann Marvin Cüpper für Petri Vehanen im Berliner Tor. Und der stand auch gleich einmal im Mittelpunkt. Denn Konrad Abeltshauser mit einem guten Schuss, den jener Cüpper parieren konnte. Wenig später Steve Pinizzotto mit einem Versuch aus dem Slot, den er knapp am Tor vorbei setzte.
47 Minuten waren gespielt, da tauchten die Eisbären mal wieder vor dem Münchner Tor auf und konnten anschließend jubeln. Kyle Wilson fuhr über rechts ins Angriffsdrittel, sah Laurin Braun am langen Pfosten und der hielt die Kelle hin und markierte den Anschlusstreffer – 5:1.
Danach eine Phase, in der sich beide Mannschaften Chancen erspielen konnten, die Torhüter standen jedoch sicher und ließen nichts durch.
Neun Minuten vor dem Ende Steve Pinizzotto mit einem klasse Move, stand plötzlich frei vor Cüpper, doch der parierte dessen Schuss. Und ein weiteres Mal zeigte Cüpper seine ganze Klasse. München mit einer klasse Kombination im Angriffsdrittel, an deren Ende Brooks Macek im Slot zum Schuss kam, doch Cüpper mit einem starken Save.
Mehr sollte im Schlussdrittel nicht mehr passieren, München brachte das 5:1 über die Zeit und ging damit erstmals in dieser Halbfinal-Serie in Führung.

Nun ja, dass war heute der schwächste Auftritt der Eisbären in den Playoffs. Obwohl es zu Beginn eigentlich nicht danach aus sah, da man gut aus der Kabine kam und sich auch gleich Chancen erarbeiten konnte. Doch zwei schnelle Strafzeiten und ein Gegentor in Unterzahl nahm die Eisbären aus der Partie, die danach komplett den Faden verloren und defensiv die Gegentore leichtfertig herschenkten. Das war insgesamt gesehen von der ganzen Mannschaft einfach zu wenig. Als Mannschaft spielte man nur selten zusammen, verrannte sich viel mehr in Einzelaktionen und in der Defensive stimmte die Zuordnung mehrfach nicht.
Aus diesem Spiel muss man jetzt die Lehren ziehen und am Freitag in Berlin wieder zurückschlagen. Gewinnt man, gleicht man die Serie aus und hat dann eine Best-of-Three-Serie vor sich. Verliert man, droht am Sonntagabend das Saisonende in München.

Playoff-Stand:

Red Bull München vs. Eisbären Berlin 2:1 (2:3 n.V./2:1/5:1)