100:28 Minuten Eishockey-Wahnsinn – Dienstag Showdown in Mannheim

Ausgabe #28:

Dieses Eishockey-Spiel werden die 14.008 Zuschauer, welche heute Nachmittag in der Mercedes-Benz Arena anwesend waren, wohl nicht so schnell vergessen. Was nach zehn Minuten nach einem weiteren souveränen Heimsieg aussah, endete am Ende in einem wahren Eishockey-Krimi, welcher zu Beginn der dritten Overtime nach insgesamt 100:28 Minuten sein Ende fand. Marcel Noebels erzwang mit seinem Treffer in der 101. Minute Spiel Sieben und schickte die Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim somit endgültig in den absoluten Showdown am Dienstagabend in der SAP-Arena (Bully: 20:00 Uhr).

Keine Änderungen im Line-up der Eisbären, Chefcoach Uwe Krupp vertraute also der selben Mannschaft, welche am Freitag Spiel Fünf in Mannheim verloren hatte.

Die Ausgangslage war klar. Berlin musste gewinnen, Mannheim konnte gewinnen, musste es aber nicht zwingend. Und die Partie begann aus Berliner Sicht hervorragend. Nick Petersen fuhr auf das Adler-Tor zu und konnte nur unfair gestoppt werden. Es gab Penalty für die Eisbären, welchen Petersen stark verwandelte. Er lief ganz locker und ruhig an, guckte den Mannheimer Goalie aus und versenkte die Scheibe rechts unten – 1:0 (3.).
Und die Eisbären machten weiterhin Druck und konnten in Überzahl (!) nachlegen. Im Nachsetzen versenkte Marcel Noebels die Scheibe zum 2:0 im Tor von Drew MacIntyre (7.).
Und nun waren die Eisbären richtig im Rausch, bei Mannheim flatterten die Nerven und sie waren zu undiszipliniert. Die Folge war eine doppelte Überzahl für die Eisbären, die sie auch noch ausnutzten. Nick Petersen zog ab und legte sein zweites Tor am heutigen Nachmittag nach – 3:0 (10.). Der Treffer wurde jedoch erst nach Ansicht des Videobeweises gegeben.
Was für ein bärenstarker Auftakt der Eisbären, die Mannheim hier schwindelig spielten. Mannheim war sichtlich frustriert und kassierte weiterhin Strafzeiten. Aber das folgende Powerplay konnten die Bären nicht nutzen, nahmen aber trotzdem eine scheinbar beruhigende 3:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Es war eine hart umkämpfte Partie zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und zu Beginn des zweiten Drittel die Eisbären weiterhin in doppelter Überzahl. Aber diesmal spielten sie es zu kompliziert, passten wieder zu viel und konnten nicht wirklich für Gefahr sorgen. Insgesamt hatte man fast dreieinhalb Minuten zu Beginn des Mitteldrittels Überzahl, erst doppelt, danach einfach. Aber diese Riesenchance zur Vorentscheidung konnte man nicht nutzen.
Dann aber mal die Mannheimer mit zwei Überzahlspielen in Folge. Das erste konnten die Adler nicht nutzen, das zweite dann aber schon. Carlo Colaiacovo zog von der blauen Linie ab und vor dem Tor lauerte Torjäger Chad Kolarik und fälschte die Scheibe unhaltbar für Petri Vehanen ab – 3:1 (29.).
Und dieses Tor gab den Kurpfälzern sichtlich Auftrieb. Mannheim machte hier nun gehörig Druck, setzten die Eisbären immer wieder in deren Drittel fest. Von den Eisbären kam im Mitteldrittel nicht mehr so viel nach vorne. Stattdessen lud man die Gäste mit unnötigen individuellen Fehler zu Chancen ein. Einen davon nutzte sie relativ schnell nach dem Anschlusstreffer zum zweiten Tor aus. Mal wieder war es Alex Roach, der die Scheibe nicht sauber aus dem eigenen Drittel spielen konnte, Matthias Plachta sagte „Danke“ und versenkte die Scheibe im Tor der Eisbären – 3:2 (31.).
Kurz darauf wieder ein Powerplay für die Eisbären, da unterlief ihnen jedoch der nächste haarsträubende Fehlpass und Matthias Plachta mit der großen Chance zum Ausgleich. Aber Petri Vehanen war hoch konzentriert und half seiner Mannschaft im Mitteldrittel mehrfach. Denn der Druck der Mannschaft von Sean Simpson nahm mehr und mehr zu, aber auch immer wieder luden die Eisbären mit unglaublichen Fehlern die Adler zu Chancen ein. Hätte man dahinten nicht den glänzend aufgelegten Petri Vehanen im Tor gehabt, hätte man schon längst nicht mehr geführt. Mit Hängen und Würgen rettete man sich in die zweite Drittelpause.

Im letzten Drittel entwickelte sich zu Beginn eine Partie, die hin und her ging, beide suchten immer wieder den Weg in die Offensive und versuchten sich Chancen zu erspielen. Mitte des letzten Drittels dann die nächste Strafzeit gegen die Eisbären und die folgende Überzahl nutzten die Mannheimer dann zum Ausgleich. Garrett Festerling sah Matthias Plachta im Slot stehen, spielte ihn an und der Torjäger erzielte sein zweites Tor an diesem Nachmittag – 3:3 (51.).
Unglaublich, Mannheim hatte hier tatsächlich ein 0:3 aufgeholt und ausgeglichen. Fortan war es ein Spiel auf des Messers Schneide, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor, aber überwinden konnte man die beiden Torhüter in der weiteren regulären Spielzeit nicht mehr und somit hieß es Verlängerung in Spiel Sechs.

Und in der ersten Verlängerung hatten beide Mannschaften immer wieder Phasen, wo sie sich festsetzen konnten und Chancen erspielten. Die Eisbären sogar mit der großen Chance, in Überzahl das Spiel zu entscheiden. Aber man spielte es einfach zu kompliziert, wobei man aber auch sagen muss, dass die Mannheimer Box sehr gut stand und es den Eisbären sehr schwer machte. Aber dennoch hätte man statt der vielen Pässe einfach mal den Abschluss suchen müssen, denn jeder Schuss zum Tor kann für Gefahr sorgen. Auch nach 80 Minuten stand es in der Arena am Ostbahnhof 3:3-Unentschieden.

Der Eis-Krimi ging in die zweite Verlängerung. Und diesmal waren es die Mannheimer, die ein Powerplay zugesprochen bekamen und in diesem für die Entscheidung hätten sorgen können. Aber auch hier gilt, dass die Abwehrarbeit der Eisbären sehr stark war und man somit die Unterzahl schadlos überstand. Fortan waren die Eisbären schon die Mannschaft, die den Sieg mehr wollte und mehr nach vorne investierte, ohne dabei jedoch Glück im Abschluss zu haben. Und hinten musste man trotzdem immer wieder aufpassen, denn ein Fehler hätte hier das Aus in der Serie bedeutet.
80 Sekunden vor dem ende der zweiten Verlängerung erneut eine Strafe gegen Mannheim. Also wieder die große Chance für die Eisbären, das Spiel hier zu entscheiden. Und die Eisbären versuchten auch in diesem Powerplay Druck aufzubauen, aber bis zum Ende der zweiten Verlängerung sollte ihnen nichts Gutes gelingen. Somit ging also auch die zweite Verlängerung torlos zu Ende.

Und wir machten mit der dritten Verlängerung weiter, wo die Eisbären noch 40 Sekunden in Überzahl agieren konnten. Frank Hördler spielte die Scheibe an der blauen Linie rüber zu Charles Linglet auf die rechte Seite, der fuhr ein paar Schritte und zog dann ab. Marcel Noebels fälschte entscheidend ab und sorgte somit nach 100:28 Minuten für die Entscheidung in diesem Eishockey-Krimi. Die Spieler jubelten erleichtert auf dem Eis und auf den Rängen brachen alle Dämme. Die Nerven der Fans waren sichtlich angespannt, am Ende brannte ein Riesen-Jubel über das 4:3 auf. Der Rest war Erleichterung pur und bei manchen Fans flossen sogar Freuden-Tränen. Eishockey-Herz, was willst du mehr. Vor allem, wenn das Spiel am Ende diesen Ausgang nimmt.

So langsam aber sicher haben sich die Nerven der Fans und auch der Spieler sicherlich wieder gelegt. Aber was war das bitte für eine Achterbahnfahrt der Gefühle? Da führst du nach zehn Minuten schon mit 3:0 und hast Mannheim bereits am Abgrund. Dann hast du zu Beginn des Mitteldrittels dreieinhalb Minuten Powerplay (auch doppeltes) und kannst für die Vorentscheidung sorgen. Aber die Jungs konnten das nicht nutzen und so brachte man Mannheim vor allem durch eigene unnötige Fehler wieder zurück in die Partie. Es sei an dieser Stelle nur Alex Roach sein erneuter Fehlpass erwähnt, der mal wieder zu einem Gegentor geführt hat. Korrigiert mich, falls ich falsch liege, aber Roach hat danach wohl die Quittung von Uwe Krupp bekommen. Denn auf dem Eis habe ich die Nummer Vier danach nicht mehr gesehen. Oder vielleicht habe ich ihn auch nur übersehen.
Man verspielte also ein 3:0 auf sehr leichtfertige Art und Weise und machte so einen mehr als angeschlagenen Gegner wieder stark. Aber dennoch war die Moral der Mannschaft nach dem bitteren Ausgleich im Schlussdrittel intakt, die Mannschaft zerbrach an dem Ausgleichstreffer nicht und kämpfte stattdessen mannschaftlich weiter. Am Ende hat man dank der großen Moral und dank des großen Kampfgeistes das Spiel doch noch gewonnen. Ein Spiel, welches man eigentlich schon nach zehn Minuten gewonnen hatte.

Nun kommt es also zum absoluten Showdown am Dienstagabend in Mannheim. Spiel Sieben in der Viertelfinalserie. Wenn man dort so auftritt, wie die ersten zehn Minuten heute, kann man den großen Coup schaffen. Leistet man sich jedoch wieder diese unnötigen Fehler wie heute in Drittel Zwei, wird es sehr schwer mit dem Halbfinal-Einzug. Aber eins werden wir auf jeden Fall sehen. Eine Eisbären-Mannschaft, die bis zum Umfallen kämpfen wird. Diese Viertelfinalserie bekommt das, was sie verdient – Spiel 7!

Playoff-Stand:

Eisbären Berlin vs. Adler Mannheim 3:3 (3:4 n.V./6:3/2:3/6:1/1:3/4:3 n.V.)

1:3 in Spiel Fünf: Mannheim holt sich den Matchpuck, Eisbären offensiv ohne Ideen

Konstanz war für die Eisbären Berlin schon in der Hauptrunde ein großes Problem. Und es setzt sich auch in den Playoffs fort. Zwei Tage nach der 6:1-Gala gegen die Adler Mannheim auf eigenem Eis setzte es für die Hauptstädter eine bittere, aber verdiente, 1:3-Niederlage in Spiel Fünf bei den Kurpfälzern, die sich damit den Matchpuck sicherten.

Chefcoach Uwe Krupp nahm keine Änderungen im Vergleich zum Mittwoch-Spiel vor, sein Gegenüber Sean Simpson wechselte u.a. auf der Torhüterposition. Drew MacIntyre ersetzte Dennis Endras im Adler-Gehäuse.

Von Beginn an entwickelte sich eine sehr intensive Partie, welche hohes Tempo hatte. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg in die Offensive, trafen da dann jedoch auf sehr kompakte Defensivreihen. Es dauerte bis zur fünften Spielminute, ehe Sinan Akdag die erste gute Chance für die Hausherren hatte. Diese hatten dann vier Minuten später ihr erstes Powerplay der Partie und da waren sich durchaus gefährlich. Zweimal Luke Adam (einmal an den Außenpfosten) und Chad Kolarik mit guten Chancen in Überzahl, aber ohne Glück im Abschluss.
Kaum waren die Eisbären wieder komplett, durften sie in Überzahl ran. Aber sie konnten für keinerlei Gefahr sorgen. Ganz im Gegenteil, Brent Raedeke hatte bei einem 2-auf-1-Konter die beste Chance in Unterzahl.
Nachdem die Adler wieder komplett waren, setzten sie zu einer kleinen Drangphase an, in der u.a. David Wolf eine gute Chance nicht verwerten konnte. Die Eisbären wussten sich zwischenzeitlich nicht anders zu helfen und griffen zu unerlaubten Weitschüssen, was dazu führte, dass sie nicht wechseln durften.
Kurz vor Ende des ersten Drittel noch einmal eine Chance für die Gäste, doch Charles Linglet sein Schuss flog knapp am Adler-Tor vorbei. Es war erst der dritte Schuss der Eisbären auf das Mannheimer Tor, die im ersten Drittel elf Schüsse auf Petri Vehanen abfeuerten.

Auch das zweite Drittel begann mit einem hin und her, auch waren beide Defensivreihen wieder auf eine kompakte Abwehr bedacht. Und erneut dauerte es fünf Minuten, bis Mannheim die erste gute Chance des zweiten Drittels hatte. Aber Chad Kolarik fand in Petri Vehanen seinen Meister.
Kurz darauf die Eisbären mal wieder in Überzahl, aber für Gefahr konnten sie nicht sorgen, da die Adler mit einem aggressiven Penaltykilling die Unterzahl schadlos überstanden. Kaum wieder komplett setzte Mannheim wie bereits im ersten Drittel zu einer Drangphase an, wo die Eisbären deutliche Probleme hatten, sich ordentlich zu befreien. Petri Vehanen stand in dieser Zeit immer wieder im Mittelpunkt.
Von den Eisbären kam nach vorne relativ wenig, Florian Busch mal mit freier Schussbahn, doch Drew MacIntyre wehrte den Schuss zur Seite ab.
Mannheim gegen Ende des Mitteldrittel noch einmal mit einem 4:3- und 5:4-Powerplay, aber auch die Hausherren konnten ihre numerische Überlegenheit nicht nutzen. Somit stand es auch nach 40 Minuten weiterhin 0:0.

Zu Beginn des letzten Drittels Mannheim noch 14 Sekunden in Überzahl, nutzen konnten sie diese aber nicht. Wenig später die nächste Chance für Mannheim in Überzahl zu agieren. Brent Raedeke mit der besten Chance, aber Petri Vehanen mit einem Riesen-Stockhand-Save.
Dann Marcus Kink mit der nächsten Mannheimer Chance, doch Vehanen verkürzte gekonnt den Winkel. Es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, ehe die Adler hier treffen würden. Dass dieser Treffer dann aber aus einem individuellen Fehler der Eisbären entstand, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Alex Roach eigentlich mit viel Zeit im Spielaufbau, aber er vertändelte die Scheibe, Luke Adam kam an die Scheibe und hämmerte sie maß genau ins Berliner Tor – 1:0 (46.). Die verdiente Führung der Hausherren.
Und Mannheim legte nur vier Minuten später nach. David Wolf zog von der blauen Linie ab und Garrett Festerling hielt die Kelle vor dem Tor hinein – 2:0 (50.).
Das Brett, dass die Eisbären hier bohren mussten, wurde immer dicker und dicker. Und nach vorne ging nicht viel bei den Eisbären, die einfach kaum ein Mittel fanden, um die kompakte Adler-Defensive mal zu knacken. Kein Wunder, dass die Schussstatistik nach weitaus mehr als 50 Minuten ganze neun Schüsse der Eisbären nur verzeichnete. Nick Petersen feuerte den zehnten Schuss ab, nachdem die Eisbären durch einen Fehler der Adler in Scheibenbesitz kamen.
Die Eisbären wachten nun auf und wollten hier noch einmal alles geben. Julian Talbot erkämpfte sich im Angriffsdrittel den Puck, zog vor das Tor und dort dann ab. MacIntyre konnte den ersten Schuss abwehren, aber Talbot setzte erfolgreich nach – 2:1 (54.).
Und nur eine Minute später wäre den Gästen hier beinahe der Ausgleich gelungen. Zunächst Charles Linglet mit dem Schuss von der blauen Linie, wobei ihm der Schläger zerbrach. Nick Petersen setzte noch einmal nach. Und wenige Augenblicke später Jamie MacQueen mit der Riesenchance im Slot stehend, aber Mannheims Goalie Drew MacIntyre parierte auch diesen Schuss.
Uwe Krupp riskierte alles und nahm knapp eine Minute vor dem Spielende Petri Vehanen zu Gunsten eines sechsten Feldspieler vom Eis. Berlin rannte auch an, aber Mannheim verteidigte weiterhin sehr stark. Als Mannheim sich befreien konnte, sorgte Carlo Colaiacovo mit einem Heber von der Mittellinie ins verwaiste Berliner Tor für die endgültige Entscheidung – 3:1, 44 Sekunden vor dem Spielende.

Nach 40 Minuten hatten man durchaus berechtigte Hoffnungen, dass die Eisbären hier den so dringend benötigten Auswärtssieg einfahren könnten. 0:0 hatte es gestanden und auch wenn Mannheim das Chancenplus auf seiner Seite hatte, so fehlte es an den richtigen Hochkarätern. Die Eisbären standen zudem relativ kompakt hinten und ließen auch nicht viele große Chancen zu. Aber ein Fehler im letzten Drittel sorgte für das vorentscheidende 0:1, wenn gleich das Tor zu diesem Zeitpunkt sich auch ankündigte, da der Mannheimer Druck zu nahm. Dennoch ist es bitter, durch einen Fehler in Rückstand zu geraten. Das 0:2 war dann praktisch die Entscheidung, auch wenn man noch einmal verkürzen konnte.
So sicher die Eisbären hinten die meiste Zeit standen, so ideenlos waren sie vor dem gegnerischen Tor. Man rannte zwar immer wieder an, aber fand keinen Weg durch die kompakte Defensive der Adler. Die machten es den Eisbären mit einem aggressiven Forechecking immer wieder schwer. Aber vom Spielaufbau und der Offensivleistung her waren die Eisbären im Vergleich zum Mittwochspiel nicht wieder zu erkennen.
Nun bleibt es weiterhin dabei, die Eisbären müssen einmal auswärts gewinnen. Aber erstmal müssen sie am Sonntag auf eigenem Eis für den Serienausgleich sorgen. Da muss dann wieder eine Leistung wie am Mittwoch her. Auf eigenem Eis hatte man bisher ja noch keine Probleme mit den Adlern. Anders sieht es dagegen in Mannheim aus, wo man jetzt seit drei Jahren nicht mehr gewonnen hat und heute die 15. Niederlage in Folge kassierte. Vielleicht kann man diese Negativserie diese Saison ja noch beenden.

Playoff-Stand:

Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin 3:2 (4:3 n.V./3:6/3:2/1:6/3:1)

Was für eine Antwort: Die Eisbären schießen Mannheim mit 6:1 aus der Arena am Ostbahnhof und gleichen die Viertelfinalserie aus

Ausgabe #27:

Was für ein Eishockey-Abend, den die 12.121 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof am Mittwochabend erlebt haben. Die Eisbären Berlin haben Spiel Vier der Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim klar und deutlich mit 6:1 (1:1,3:0,2:0) gewonnen und die Serie somit zum 2:2 ausgeglichen. Das Spiel war schon so etwas wie eine Macht-Demonstration der Eisbären, die die perfekte Antwort auf das schlechte Spiel vom Sonntag gegeben haben.

Chefcoach Uwe Krupp musste auf Kai Wissmann, Spencer Machacek, Barry Tallackson und Sven Ziegler verzichten. Im Tor stand erneut Petri Vehanen.

Hinein ins Spiel Vier, welches von Beginn an hart umkämpft war. Beide Mannschaften nahmen jeden Zweikampf ernst und wollten keinen Puck verloren geben. Bereits nach 53 Sekunden kassierten die Gäste die erste Strafzeit des Spiels, die Eisbären fortan also in Überzahl. Doch das konnten die Hausherren nicht nutzen und auch so nicht wirklich für Gefahr sorgen.
Das Spiel ging hin und her, beide Mannschaften kamen immer wieder zum Abschluss. Auch in Überzahl durften beide sich probieren, aber nur die Kurpfälzer wussten die numerische Überlegenheit auszunutzen. Wenn gleich Mannheim zum Zeitpunkt des Führungstores eigentlich nicht mehr in Überzahl hätte spielen dürfen, nur übersahen die beiden Hauptschiedsrichter ein klares Foul der Adler, die kurz darauf das 1:0 markierten. Ryan MacMurchy war das so ziemlich egal und erzielte den Mannheimer Führungstreffer nach 17 Minuten.
Ganze 29 Sekunden konnte sich der mitgereiste Adler-Anhang nur über die Führung freuen. Nick Petersen fuhr ins Angriffsdrittel, passte die Scheibe rüber zu Charles Linglet, welcher Dennis Endras keine Chance ließ und das 1:1 erzielte (18.).
Dank der direkten Antwort der Eisbären ging es mit einem Stand von 1:1 in die erste Drittelpause.

Auch im Mitteldrittel die Eisbären schnell mit der Chance, in Überzahl ein Tor zu erzielen. Und das Powerplay sah diesmal auch deutlich besser aus, aber Bruno Gervais, Micki DuPont und Charles Linglet konnten ihre Chancen allesamt nicht nutzen.
Aber die Eisbären machten auch danach bei 5-gegen-5 weiter Druck, wollten hier unbedingt in Führung gehen. Laurin Braun traf mit seinem Schuss nur das Außennetz. Aber wenige Sekunden später schlug der Puck auf der richtigen Seite des Netzes ein. Louis-Marc Aubry kam im Slot zum Abschluss und düpierte damit die Adler-Abwehr – 2:1 (26.).
Drei Minuten später zappelte die Scheibe erneut im Adler-Gehäuse. Julian Talbot und Marcel Noebels scheiterten jeweils an Dennis Endras, Kapitän André Rankel staubte dann jedoch ab und traf ins halbleere Mannheimer Tor – 3:1 (29.).
Mannheim dann mal mit einer guten Phase in Überzahl, aber nutzen konnten sie ihre Chancen nicht. Die Eisbären nutzten ihre Chancen im Mitteldrittel hingegen eiskalt. Laurin Braun mit der Chance, traf jedoch nur die Latte. Der Puck prallte zurück ins Spielfeld und „Lolle“ staubte selber ab und konnte auf 4:1 erhöhen (37.).
Nach einem klasse zweiten Drittel, in dem die Eisbären ihre Chancen eiskalt nutzten, manche aber auch noch liegen ließen, stand es 4:1 für die Hausherren.

Im letzten Drittel ging es zunächst wieder hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das Tor des Gegners. Aber es blieb dabei, wenn eine Mannschaft traf, dann waren es die Eisbären. Laurin Braun fing einen Pass der Gäste ab und marschierte Richtung Adler-Tor, wo er dann zum Schlagschuss ausholte und den Puck ins Tor von Dennis Endras hämmerte – 5:1 (46.).
Mannheim versuchte sich fortan zwar immer wieder in der Offensive, aber die Eisbären verteidigten das sehr souverän und ließen nicht viel zu. Wenn doch etwas durch kam, hatte man hinten ja noch Petri Vehanen im Tor. Nach vorne machten die Hausherren nicht mehr als nötig und dennoch konnten sie noch einmal nachlegen. Vier Minuten vor dem Ende legte Darin Olver per klasse Schlagschuss das 6:1 nach und machte somit das halbe Dutzend voll (56.).
Rein Tore-technisch war die Partie damit gelaufen, aber Einer wollte noch etwas Aufmerksamkeit bekommen. David Wolf erwies sich mal wieder als schlechter Verlierer und ließ seinem Frust freien Lauf und ging auf Alex Roach los. Für Wolf, der nicht das erste Mal in seiner Karriere austickte, war die Partie anschließend beendet.
Die Eisbären konnten somit in den letzten Minuten noch einmal ihr Powerplay üben und man zog dieses auch gut auf, aber am Abschluss muss man noch arbeiten. Am Ende blieb es beim hochverdienten 6:1-Sieg für die Eisbären.

Das war mal eine dicke Ansage der Eisbären, die Mannheim mit einer Packung wieder zurück in die Kurpfalz schickten. Und es war die richtige Antwort auf die schlechte Leistung vom Sonntag. Der schlechtesten Leistung der diesjährigen Playoffs folgte also die beste Leistung. Und die Eisbären haben gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Im zweiten Heimspiel der zweite Kantersieg, während Mannheim bei seinen beiden Heimspielen immer bis zum Schluss um den Sieg kämpfen musste. Bisher sind die Eisbären in dieser Serie die bessere Mannschaft und umso mehr tut die bittere Niederlage aus Spiel Eins noch weh. Denn so würde man jetzt mit 3:1 vorne liegen. Aber wenn die Eisbären die Euphorie und die Spielfreude von heute mit in Spiel Fünf nach Mannheim nehmen, dann ist dort der benötigte Auswärtssieg drin. Wenn man in Mannheim in Führung gehen kann, wird der Druck für die Adler größer und dass sie ihre Nerven nicht im Griff haben, hat David Wolf heute eindrucksvoll bewiesen. Der Druck liegt jetzt bei Mannheim, denn bei einer Niederlage am Freitag droht am Sonntag in der Hauptstadt das Aus. Und die heutige Niederlage sitzt sicherlich sehr tief bei der Mannschaft von Sean Simpson.

2:3 in Spiel Drei: Verdiente Niederlage für offensivschwache Eisbären bei aggressiven Mannheimern

Die Eisbären Berlin haben Spiel Drei der Viertelfinalserie bei den Adler Mannheim verloren. Vor 13.600 Zuschauern in der ausverkauften SAP-Arena unterlagen unsere Jungs verdient mit 2:3 (1:2,0:1,1:0). Damit übernahmen die Kurpfälzer wieder die Führung in der Serie gegen die Eisbären, die damit am Mittwoch auf eigenem Eis schon ein wenig unter Druck stehen.

Die Eisbären heute ohne Alex Roach, Spencer Machacek, Barry Tallackson und Sven Ziegler. Dafür rückte Kyle Wilson in den Kader. Petri Vehanen hütete das Berliner Tor.

Die Hausherren starteten sehr engagiert und setzten die Eisbären früh unter Druck. Luke Adam hatte nach nur 16 Sekunden die erste gefährliche Szene für Mannheim. Die Adler stellten die Eisbären mit ihrem aggressiven Forechecking vor einige Probleme. Die erste richtige Chance hatte Mannheim nach drei Minuten, als Brent Raedeke per Direktabnahme aus dem Slot die Führung nur knapp verpasste.
Drei Minuten später machte es Raedeke dann jedoch besser. Christoph Ullmann mit einem klasse Zuspiel auf Raedeke, welcher auf der linken Seite lauerte und Petri Vehanen überwand – 1:0 (6.).
Zwei Minuten später Mannheim mit der Chance, in Überzahl das nächste Tor zu erzielen. Das Powerplay war auch sehr stark, aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl schadlos. Aber der Mannheimer Druck war schon immens, nach zwölf Minuten zeigte die Statistik 15:1-Schüsse für Mannheim an.

(Foto: Niklas/eisbaerlin.de)

Aber meistens ist Statistik auch nur Schall und Rauch, das dachte sich jedenfalls Louis-Marc Aubry, der die Mannheimer Verteidiger wie Slalom-Stangen stehen ließ und Dennis Endras zur Krönung die Scheibe auch noch durch die Schoner schob – 1:1 (12.). Das nennt man dann wohl Effektivität, wenn der zweite Schuss im Spiel bereits sitzt. Dass der Ausgleich aber nicht verdient war, darüber brauchen wir nicht reden. Ein glücklicher Zwischenstand für die Eisbären.
Danach war es eine ausgeglichene Partie, in der es hin und her ging, jedoch ohne die richtig großen Torchancen. Die hatte Mannheim dann erst wieder zum Ende des Auftaktdrittels, als man ein 4-gegen-3-Powerplay hatte. Carlo Colaiacovo mit einem Zucker-Pass auf Chad Kolarik, welcher viel Platz und Zeit hatte, diesen auch nutzte und die Adler erneut in Führung schoss – 2:1 (19.).
Angesichts von 20:4-Schüssen für die Kurpfälzer war die Führung hochverdient für Mannheim nach 20 Minuten, aus Eisbären-Sicht fast schon schmeichelhaft.

Das sollte sich auch in Drittel Zwei nicht wirklich ändern. Wieder waren es die Mannheimer, die aktiver zu Beginn waren. Die Eisbären waren zwar bemüht, aber es fehlte ihnen an den nötigen Ideen, die kompakte Adler-Defensive zu knacken. Das war einfach zu wenig, was von unseren Jungs da nach vorne kam.
Charles Linglet probierte es dann mal in der 25. Spielminute, schoss jedoch knapp über das Tor. Direkt im Gegenzug umkurvte Mathieu Carle das Berline Tor, zog vor das Tor und traf dann nur die Latte. Glück für die Berliner.
Acht Minuten waren im Mitteldrittel gespielt, da jubelten die Heim-Fans ein drittes Mal an diesem Nachmittag. Wenn ein Stürmer in der Defensive versucht, auszuhelfen, kann das meistens nur nach hinten los gehen. Darin Olver wollte einen Pass im Slot abfangen, schaffte das jedoch nicht wirklich und so kam der Puck zu Luke Adam, welcher die Chance eiskalt ausnutzte – 3:1 (28.).
Auch fortan die Mannheimer mit den besseren Chancen. Daniel Sparre mit dem Versuch aus dem Slot, doch Petri Vehanen war zur Stelle. Sinan Akdag probierte es von Linksaußen, erneut war der finnische Goalie zur Stelle. Bei den Eisbären probierte es mal Nick Petersen, aber auch er scheiterte am Goalie des Gegners.
Mannheim hatte dann vier Minuten vor der zweiten Pause noch einmal ein Powerplay, in dem jedoch die Eisbären die größte Chance hatte. Kyle Wilson fuhr alleine auf Dennis Endras zu, traf jedoch nur den Pfosten. Pech für die Eisbären, Glück für Mannheim.
Die Hausherren dann noch einmal mit einer Drangphase zum Ende hin, aber es blieb beim 3:1 für die Adler nach 40 Minuten, was angesichts von 35:9-Torschüssen mehr als verdient war.

(Foto: Niklas/eisbaerlin.de)

Mannheim konzentrierte sich im letzten Drittel vor allem auf die Defensive, lauerte nach vorne eigentlich nur auf Konter, um die Partie endgültig zu entscheiden. Die Eisbären rannten zwar immer wieder an und man konnte ihnen das Bemühen auch nicht absprechen, aber sie fanden kein wirkliches Mittel gegen Mannheims-Abwehrbollwerk. Es mangelnde an Ideen, um da mal einen Weg durch zu finden. Es musste dann schon eine Einzelaktion her, um mal gefährlich zum Abschluss zu kommen. Daniel Fischbuch setzte sich klasse durch, fand jedoch in Dennis Endras seinen Meister. Ebenso Nick Petersen, der eine richtig gute Chance hatte, aber diese nicht nutzen konnte.
In den letzten zehn Minuten machten die Eisbären mehr und mehr hinten auf, schließlich mussten zwei Tore aufgeholt werden. Und sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit konnte man tatsächlich verkürzen. Florian Busch setzte vor dem Tor mehrmals nach, erkämpfte sich somit die Scheibe und brachte sie im Adler-Tor unter. Ein Tor des unbändigen Willens der Nummer 26, das Tor wollte er unbedingt erzielen und er schaffte es auch – 3:2 (54.).
Mannheim fortan vor allem bei Kontern gefährlich. Brent Raedeke scheiterte bei einem 2-auf-1-Angriff an Petri Vehanen, Thomas Larkin schoss knapp am Berliner Tor vorbei.
90 Sekunden vor dem Ende nahm Uwe Krupp Petri Vehanen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, man wollte nun mit aller Macht den Ausgleich erzielen. Dabei verlor man jedoch den Überblick und stand plötzlich mit sechs Spielern auf dem Eis. Hatten wir diese Saison ja noch nicht so oft… Eine selten dämliche Strafe zum ungünstigsten Zeitpunkt nahm den Eisbären somit die Chance, hier vielleicht doch noch den Ausgleich zu erzielen. Dass dieser jedoch nicht verdient gewesen wäre, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Das fünfte Playoff-Spiel der Eisbären in dieser Saison war ihr bisher schlechtestes. Im ersten Drittel eigentlich nicht den Hauch einer Chance und trotzdem nur mit einem Tor zurück. Im Mitteldrittel weiterhin zu harmlos in der Offensive. Und im letzten Drittel wollte man es, je näher das Spielende kam, mit der Brechstange versuchen, was nur in den seltensten Fällen was nützt. Das einzig gute am Spiel war eigentlich das Ergebnis, welches bis zum Schluss knapp war und den Eisbären somit die Chance auf den Sieg gab. Nun muss man diese Partie schnellstmöglich abhaken und sich auf Mittwoch konzentrieren, wenn es mit Spiel 4 weitergeht. Da sollte man am Besten so wie Freitag spielen und nicht wie heute. Denn wenn man so wie heute spielt, holt sich Mannheim den Matchpuck.

Playoff-Stand:

Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin 2:1 (4:3 n.V./3:6/3:2)

6:3 in Spiel Zwei: Darin Olver und Julian Talbot führen die Eisbären zum ersten Sieg im Playoff-Viertelfinale gegen Mannheim

Ausgabe #26:

Die Eisbären Berlin haben die richtige Antwort auf die bittere 3:4-Niederlage n.V. aus Spiel Eins gegeben. Im zweiten Spiel der Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim gewannen die Berliner verdient mit 6:3 (2:2,1:1,3:0) in der Mercedes-Benz Arena. Endlich konnte man seine Überlegenheit in Tore ummünzen und seine Torchancen zudem eiskalt verwerten. Somit ist aus einer Best-of-Seven-Serie eine Best-of-Five-Serie geworden.

Chefcoach Uwe Krupp musste heute auf Alex Roach, Kyle Wilson, Barry Tallackson und Sven Ziegler verzichten. Im Tor stand wieder Stammgoalie Petri Vehanen.

Die Kurpfälzer erwischten einen perfekten Start und lagen bereits nach 57 Sekunden mit 1:0 in Führung. Chad Kolarik bediente Luke Adam und der überwand Petri Vehanen mit der ersten Chance des Spiels.
Die Gäste machten auch danach weiterhin viel Druck auf das Berliner Tor, fanden hier deutlich besser ins Spiel als die Eisbären. Die hatten enorme Probleme, zu ihrem Spiel zu finden. Was sich aber mit zunehmender Spieldauer ändern sollte. So allmählich fanden auch die Hauptstädter in dieses zweite Viertelfinale und kamen auch zu Torchancen.

Darin Olver, der hier Adler-Goalie Drew MacIntyre die Sicht nimmt, war mit zwei Toren einer der Matchwinner am heutigen Abend. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und in der 14. Spielminute brachten die Hausherren die Arena erstmals zum Beben. Nick Petersen fing einen Adler-Aufbaupass ab, setzte sich klasse durch und sah Darin Olver am langen Pfosten stehend, der im ersten Versuch noch scheiterte aber im zweiten Drew MacIntyre überwinden konnte – 1:1.
Aber die Kurpfälzer keinesfalls geschockt vom Ausgleich, im Gegenteil, die Mannheimer legten drei Minuten später wieder vor. Andrew Joudrey mit dem Schuss, Petri Vehanen parierte zwar, aber die Scheibe fiel genau vor die Kelle von Ronny Arendt, welcher keine großen Probleme hatte, den Puck im leeren Tor zu versenken – 1:2 (17.).
Aber auch die Eisbären wirkten nicht beeindruckt vom erneuten Rückstand und schlugen nur 65 Sekunden später zurück. Charles Linglet mit einem klasse Lauf über die ganze Eisfläche und dem Auge für den mitgelaufenen Nick Petersen, welcher den Pass von Linglet am langen Pfosten veredeln konnte – 2:2 (18.).
Mit diesem Spielstand ging es letztendlich auch in die erste Drittelpause. Einiges los im zweiten Duell zwischen den beiden Erzrivalen.

Ins zweite Drittel fanden nun die Hausherren besser. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Adler-Tor zu. Auch ein Powerplay hatten die Berliner in der Anfangsphase der zweiten 20 Minuten, aber nein, der Puck wollte einfach nicht ins Tor. Aber als die Kurpfälzer wieder komplett waren, zappelte die Scheibe dann doch im Tor der Gäste. Charles Linglet setzte diesmal Darin Olver in Szene und der brachte die Eisbären erstmals an diesem Abend in Führung – 3:2, der zweite Treffer der Nummer 40 der Eisbären (26.).
Die Eisbären danach mit einer guten Defensive, ließen nicht viel von den Gästen zu. Auch ein Unterzahlspiel überstand man schadlos, weil das Penaltykilling sehr gut funktionierte. Aber auch hier war es wie beim Tor der Eisbären in diesem Drittel. Das Powerplay konnte Mannheim nicht nutzen, nur Sekunden später glichen sie trotzdem aus. Die Mannheimer fingen einen Aufbaupass ab, Chad Kolarik zog ab, traf aber nur das Aluminium und von dort sprang die Scheibe direkt auf die Kelle von Mathias Plachta, welcher sich diese Chance natürlich nicht nehmen ließ und zum fünften Mal im Viertelfinale gegen Berlin traf – 3:3 (38.).
Eigentlich unverständlich, warum es nach 40 Minuten unentschieden stand. Hatten die Eisbären doch ein gutes Drittel gespielt und sich auch Chancen erarbeitet, diese aber bis auf eine nicht nutzen können. Und so nutzte Mannheim einen Fehler im Aufbauspiel zum Ausgleich, wenn gleich man natürlich auch hier wieder vom Scheibenglück reden musste, denn der Puck fiel von der Latte direkt auf den Schläger von Plachta.

Die Eisbären in der Powerplay-Formation. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im letzten Drittel ging es zu Beginn dann hin und her, beide suchten immer wieder den Weg vor das Tor, aber beide auch darauf bedacht, nicht den einen, entscheidenden Fehler zu machen. Denn es war schon klar, dass das Team die Partie wohl gewinnen würde, welches hier das nächste Tor erzielen würde. Und das erzielten die Gastgeber.
Florian Busch legte die Scheibe klasse zurück zu Daniel Fischbuch, welcher Maß nahm und das Spielgerät ins Tor der Adler zimmerte – 4:3 (49.).
Mannheim versuchte es nun natürlich mit wütenden Angriffen, aber immer wieder bissen sie sich die Zähne an der starken Defensive der Eisbären aus. Die Eisbären-Spieler verteidigten ihr Tor mit allem, was sie hatten, sie blockten die Schüsse, sie machten immer wieder die Schusswege zu. Und wenn doch was durchkam, war ja immer noch die finnische Wand zur Stelle. Und nach vorne versuchte man mit Kontern das Spiel zu entscheiden.
Und die Entscheidung gelang 99 Sekunden vor der Schlusssirene. Julian Talbot kam an den Puck und netzte ihn zum vorentscheidenden 5:3 ein (59.).
Mannheim in der Folgezeit noch mit einer Auszeit und zudem mit sechs Feldspielern, was Julian Talbot jedoch exakt eine Minute nach seinem Tor zum 5:3 zum zweiten Treffer an diesem Abend ausnutzen konnte – 6:3 (60.). Der Schlusspunkt unter einer starken Partie der Hausherren, welche am Ende verdient als Sieger das Eis verließen.

Die Eisbären sind wieder da und haben verdientermaßen ausgeglichen. Aber zu Beginn sah es erst einmal gar nicht danach aus, als ob das klappen würde. Denn der frühe Rückstand war natürlich ein Nackenschlag für die Hausherren und auch danach hatte man große Probleme, ins Spiel zu finden. Aber man biss sich rein und wurde immer stärker und erarbeitete sich richtig gute Chance, wovon man heute zum Glück auch einige nutzen konnte. Man ging mit den Rückschlägen heute immer richtig um und hatte immer die passende Antwort parat. Man verlor auch nicht die Ruhe nach dem unglücklichen 3:3, als es zu Beginn des letzten Drittels hin und her ging. Das 4:3 brachte die Eisbären dann auf die Siegerstraße und das 5:3 war letztendlich das entscheidende Tor am heutigen Abend.

Playoff-Stand:

Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin 1:1 (4:3 n.V./3:6)

3,5 Sekunden fehlen zum Auftaktsieg: Matthias Plachta schießt Mannheim mit vier Toren im Alleingang zum Sieg

Ist das bitter. 3,5 Sekunden haben am Ende gefehlt, um den so dringend benötigten Auswärtssieg einzufahren. Am Ende stehen die Eisbären Berlin mit hängenden Köpfen da, denn Spiel Eins der Viertelfinalserie bei den Adler Mannheim wurde am Dienstagabend mit 3:4 (1:0,0:2,2:1/0:1) n.V. verloren. Und der Sieg wäre auch noch verdient gewesen, boten die Eisbären doch eine sehr starke Partie und hatten Mannheim bereits am Abgrund. Bis Matthias Plachta kam.

Chefcoach Uwe Krupp musste auf Sven Ziegler, Kyle Wilson, Barry Tallackson, Constantin Braun und Alex Roach verzichten. Im Tor stand Petri Vehanen.

Und die Eisbären legten hier wie die Feuerwehr los. Die Eisbären sofort mit viel Zug zum Tor und guten Chancen. Nach 66 Sekunden zappelte die Scheibe dann auch erstmals im Tor. Jamie MacQueen fällt vor dem Tor noch aufs Eis, steht auf, nimmt sich den Puck und schießt ihn ins Tor – 1:0 (2.). Das vierte Tor des neuen Playoff-Monsters.
Beide Mannschaften gingen von Beginn an hier hohes Tempo, es ging rauf und runter und die Eisbären überraschten mit einem sehr starken Beginn.
Danach die Eisbären mit zwei Überzahlspielen in Folge und damit der großen Chance, die Führung auszubauen. Man hatte auch gute Chancen, vor allem Nick Petersen, der nur den Pfosten traf, aber man konnte die numerische Überlegenheit nicht ausnutzen.
Aber auch Mannheim fortan mit einem Powerplay, in dem Ryan MacMurchy nur die Latte traf und so den Ausgleich verpasste. In der Folgezeit die Eisbären mit 2-auf-1-Kontern, wo Louis-Marc Aubry an Dennis Endras scheiterte und Darin Olver nur den Pfosten traf.
In der Schlussphase die Kurpfälzer für 49 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, davon 25 Sekunden noch in Drittel Eins. Aber die Eisbären retteten sich in die erste Drittelpause.

Auch die restlichen Sekunden der doppelten Unterzahl und auch der anschließenden einfachen Unterzahl überstanden die Eisbären schadlos.
Im Mitteldrittel war das Tempo dann nicht mehr so hoch, beide Mannschaften versuchten sich nun vermehrt auf die Defensive zu konzentrieren. Die Eisbären dann mal mit einer guten Chance durch Aubry, nach der sich Florian Busch eine Strafzeit einhandelte. Dieses folgende Powerplay dauerte nur ganze sieben Sekunden. Daniel Richmond mit dem Querpass und Matthias Plachta mit der Direktabnahme ins Tor – 1:1 (25.).
Zwei Minuten später jubelten die Eisbären. Was war passiert? Bruno Gervais traf nur die Latte, die Scheibe flog im hohen Bogen zurück ins Spiel, die Adler-Verteidiger wussten für einen Moment nicht, wo die Scheibe ist. Aber Spencer Machacek, der den Puck sah und in Baseball-Manier ins Tor bugsierte. Leider war der Schläger dabei aber wohl zu hoch, weshalb der Treffer leider nicht gegeben wurde. Schwierige Entscheidung.
Die Eisbären fortan aktiver, mit mehr Aktionen in der Offensive. Mannheim tat sich schwer, wurde erst in den letzten sechs, sieben Minuten des Mitteldrittels wieder aktiver. Und auf einmal erspielten sich die Hausherren hier richtig gute Chancen. Brent Raedeke, Aron Johnson und Marcus Kink verpassten mehrfach das 2:1. Das fiel dann aber letztendlich doch noch und es hatte sich auch angedeutet. Luke Adam legte für Matthias Plachta auf, der hatte das halbleere Tor vor sich und brachte die Scheibe im Berliner Gehäuse unter – 1:2 (37.).
So nahmen die Kurpfälzer eine knappe Führung mit in die Pause.

Mannheim kam druckvoll aus der Kabine und wollte hier schnell das 3:1 nachlegen. Die Eisbären konnten sich nur mit unerlaubten Weitschüssen in den ersten drei Minuten befreien. Aber als man ein doppeltes Powerplay hatte, konnte man plötzlich ausgleichen. Nick Petersen mit dem Pass von hinter dem Tor vor das Tor, wo Charles Linglet die kleine Lücke am kurzen Pfosten sah und dahin durch traf – 2:2 (44.).
Die Eisbären waren nach dem Ausgleichstreffer nun wieder besser drin im Spiel und hatten auch ihre Chancen. So scheiterte z.B. Nick Petersen nach einer klasse Aktion an Dennis Endras, auch André Rankel vergab eine gute Chance.
Nach einem Fehler in der Defensive hätte man beinahe aber erneut zurück gelegen. Brent Raedeke und Christoph Ullmann konnten den Patzer jedoch nicht ausnutzen.
Auf der einen Seite verpasste Mannheim das 3:2, auf der anderen Seite machten es dagegen die Eisbären. 3-auf-2-Angriff, Jamie MacQueen mit dem Querpass vors Tor, wo ein Mannheimer Spieler zwar die Kelle noch ran bekam, aber Julian Talbot war zur Stelle und netzte ein – 3:2 (51.).
Mannheim rannte fortan nochmal an, wollte das Spiel auf keinen Fall verlieren. Aber selbst beste Chancen konnten sie nicht nutzen. Matthias Plachta scheiterte freistehend vor Petri Vehanen. Brent Raedeke brachte die Scheibe im offenen Tor nicht unter und Dennis Reul scheiterte zwei Minuten vor dem Ende am finnischen Goalie.
63 Sekunden vor dem Ende nahm Mannheim Dennis Endras vom Eis und 39 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Mannheim drückte nun gehörig und die Eisbären mussten richtig hart in der eigenen Defensive arbeiten. Was sie auch taten, aber 3,5 Sekunden vor dem Ende fand Mannheim die Lücke, Matthias Plachta bekam die Scheibe im Slot zugespielt und versenkte sie anschließend zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich (60.). Unfassbar, so kurz vor dem Ende wurde den Eisbären der Sieg noch aus der Hand gerissen. Aber da stimmte die Zuordnung auch nicht wirklich. Es ging also mal wieder in die Verlängerung.

Welche diesmal jedoch nur ganze 20 Sekunden dauern sollte. Und wer sollte diese beenden, wenn nicht Matthias Plachta. Der deutsche Nationalstürmer hatte den Abend der Abende erwischt und versenkte die Scheibe zum vierten Mal im Tor von Petri Vehanen und machte so Mannheims ersten Sieg in dieser Serie perfekt.

Eine enorm bittere Niederlage für die Eisbären, die eigentlich ein so starkes Auswärtsspiel gezeigt haben. Vor allem im ersten und letzten Drittel war man die bessere Mannschaft. Aber man konnte seine vielen Chancen halt nicht nutzen und in Überzahl, was man sehr oft spielen durfte, traf man nur einmal und das bei zwei Mann mehr auf dem Eis. Am Ende haben eben Kleinigkeiten die Partie entschieden. Wenn die Scheibe 3,5 Sekunden vor dem Ende nicht so genau auf den Schläger von Plachte gespielt wird sondern nur einen Tick verspringt, reden wir hier von einem Traumstart. So aber von einem äußerst bitteren Start. Aber noch ist in dieser Serie rein gar nichts verloren. Die Eisbären haben gezeigt, dass sie definitiv auf Augenhöhe mit Mannheim agieren können, die meiste Zeit sogar die bessere Mannschaft waren. Und dennoch ist ein klein wenig Wehmut dabei, denn wer weiß, ob die Eisbären noch einmal so nah an den so dringend benötigten Auswärtssieg heran kommen wie heute Abend.

Playoff-Stand:

Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin 1:0 (4:3 n.V.)

3:2 in der 104. Minute! Jamie MacQueen wird erneut zum Matchwinner gegen Straubing

Der Bann ist gebrochen. Im 13. Auswärtsspiel beendeten die Eisbären Berlin ihre zwölf Spiele andauernde Niederlagenserie auf fremden Eis. Mit 3:2 (1:2,1:0,0:0/0:0,0:0,1:0) nach dritter Verlängerung setzten sich die Berliner bei den Straubing Tigers durch. Damit überstanden die Hauptstädter im vierten Anlauf erstmals die erste Playoff-Runde und treffen im Viertelfinale nun auf den Erzrivalen Adler Mannheim.

Chefcoach Uwe Krupp konnte wieder auf Verteidiger Micki DuPont und Kapitän André Rankel zurückgreifen. Charles Linglet und Kai Wissmann mussten dafür weichen. Und Barry Tallackson blieb erneut nur der Platz auf der Tribüne. Im Tor stand wie Mittwoch Petri Vehanen.

Der erwartete druckvolle Beginn der Hausherren blieb aus, denn die Eisbären hielten mit ihrem Forechecking gut dagegen. Drei Minuten waren gespielt, da kassierten die Eisbären die erste Strafe der Partie. Straubing ließ den Puck gut laufen, aber die Eisbären standen gut und machten die Schusswege gut zu. Bis neun Sekunden vor dem Ablauf der Strafzeit gegen Florian Busch. Sean Sullivan zog auf Höhe des linken Bullykreises ab, der Schuss wurde abgefälscht und schlug hinter Vehanen ein – 1:0 (5.).
Die Berliner wirkten aber keinesfalls geschockt, glichen direkt im Gegenzug aus. 31 Sekunden später hatte Alex Roach an der blauen Linie zu viel Zeit, zog ab und glich so zum 1:1 aus (6.).
Gleich danach hätten die Berliner sogar in Führung gehen können, aber Florian Busch traf nur das Außennetz und Louis-Marc Aubry scheiterte an Matt Climie.
Danach folgte eine sehr zerfahrene Phase mit Strafen auf beiden Seiten. Als die Niederbayern mit 4-gegen-3 auf dem Eis spielen konnten, klingelte es erneut im Berliner Kasten. James Bettauer hatte auf Höhe des linken Bullykreises abgezogen und Scott Timmins fälschte die Scheibe mit seiner Hose ins Tor ab – 2:1 (12.).
In der Folgezeit beide Mannschaften nochmal mit guten Möglichkeiten, aber ohne Glück im Abschluss. So nahmen die Hausherren eine knappe Ein-Tore-Führung mit in die Kabine.

Straubing kam sehr druckvoll und mit viel Zug zum Tor aus der Kabine. Da erspielten sie sich gleich in der ersten Minute des zweiten Drittels gute Chancen. Danach übernahmen jedoch die Gäste aus der Hauptstadt das Kommando. Bruno Gervais zielte knapp am Tor vorbei, Darin Olver spitzelte die Scheibe knapp am halbleeren Tor vorbei und Nick Petersen scheiterte aus dem Slot heraus an Climie. Alles in Minute 23.
Danach Straubing mal wieder mit einem Powerplay, aber das Penaltykilling der Eisbären funktioniere sehr gut. Von der Strafbank aus kommend hatte Constantin Braun direkt nach der überstandenen Unterzahl die Chance zum Ausgleich, Climie parierte den Schuss jedoch.
Als die Berliner dann aber selbst in Überzahl waren, klingelte es im Kasten von Matt Climie. Bruno Gervais hatte von der blauen Linie abgezogen, Climie ließ nur prallen und Spencer Machacek setzte mit der Rückhand nach und tunnelte den Straubinger Goalie – 2:2 (31.).
Nur eine Minute später verpasste Louis-Marc Aubry nur denkbar knapp. Da hätten die Eisbären die Partie schon fast komplett gedreht.
Straubing bekam dann noch einmal die Chance in Überzahl, aber bis auf eine Chance von James Bettauer sprang nicht viel bei heraus, denn die Eisbären standen da sehr gut.
Die letzte Chance hatten dann auch nochmal die Hausherren, Connolly scheiterte jedoch an Vehanen. So blieb es beim 2:2 nach 40 Minuten.

Zu Beginn des letzten Drittel ging es hin und her. Beide waren darauf bedacht, keinen Fehler zu machen, der das Spiel entscheiden würde. Einen solchen Fehler machten dann aber die Tigers und schon lief Berlin einen 3-auf-1-Konter, doch Darin Olver scheiterte an Climie.
Es ging weiter mit Chancen hüben wie drüben. Vehanen mit einem starken Save gegen Sean Sullivan. Vehanen dann erneut stark gegen Scott Timmins. Bei den Eisbären setzte sich Louis-Marc Aubry klasse durch, scheiterte jedoch an Climie.
Vier Minuten vor dem Ende noch einmal ein Powerplay für Straubing. Und da stand wieder Vehanen im Mittelpunkt, der einen wichtigen Save zeigte. Mike Hedden schoss dann am halbleeren Tor vorbei. Das Powerplay der Tigers wurde jedoch frühzeitig beendet, denn auch die Hausherren bekamen eine Strafe. Somit ging es 4-gegen-4 weiter und da hatte Steven Zalewski eine große Chance, doch er scheiterte jedoch an Vehanen.
Und jener Vehanen wurde immer wichtiger für die Eisbären in der Schlussphase. Denn Constantin Braun kassierte 50 Sekunden vor dem Ende eine weitere Strafzeit und der finnische Stammgoalie der Eisbären parierte kurz vor Schluss zweimal überragend gegen Michael Connolly.
Es blieb beim 2:2 und es ging in die Verlängerung.

Dort die Hausherren zunächst noch 70 Sekunden in Überzahl, aber die Eisbären überstanden die Unterzahl schadlos. In der Verlängerung ging es hin und her, beide Mannschaften mit guten Chancen. Jedoch waren es die Eisbären, die in der ersten Verlängerung mit zunehmender Spieldauer deutlich mehr Großchancen hatte. Zweimal Nick Petersen, Daniel Fischbuch und Kyle Wilson – alle scheiterten aber an Matt Climie.
Kurz vor dem Ende der ersten Verlängerung dann noch einmal Straubing mit der Riesenchance. Mike Hedden zog vor das Tor, Vehanen parierte, die Scheibe lag frei und Frank Hördler haute die Scheibe aus der Gefahrenzone und über das Plexiglas. Eigentlich eine Zwei-Minuten-Strafe für den Berliner Verteidiger, die es aber nicht gab. Glück für die Eisbären.
Mehr passierte dann nicht mehr und es ging mit der zweiten Verlängerung weiter.

Und da die Hausherren mit der Riesenchane zur Entscheidung in Überzahl, doch es waren die Eisbären, die in Unterzahl die beste Möglichkeit hatten. Kyle Wilson lief alleine auf Matt Climie zu, scheiterte aber mit der Rückhand am Tigers-Goalie.
Dann Straubing mit der großen Chance, Derek Whitmore aus der Drehung, Petri Vehanen machte jedoch schnell die Schoner zu. Es ging weiter rauf und runter, beide mit Chancen, beide Mannschaften mit bester Werbung für das Eishockey.
Sieben Minuten vor dem Ende der zweiten Verlängerung André Rankel mit der Riesenchance, aber er scheiterte am rechten Pfosten. Drei Minuten vor dem Ende Steven Zalewski mit dem Pass auf Ex-Eisbär René Röthke, der die Schlägerspitze noch dran bekam, aber wieder war die finnische Wand zur Stelle.
Und als Vehanen drei Minuten vor dem Ende der zweiten Verlängerung schon geschlagen war, boxte Bruno Gervais die Scheibe mal eben aus der Gefahrenzone. Wahnsinn. Die letzte Szene in der zweiten Overtime. Es sollte die dritte Verlängerung folgen.

Und da hatte Daniel Fischbuch die große Chance zur Entscheidung, aber er traf nur den Pfosten. Wenig später Kapitän André Rankel mit der nächsten Chance, aber auch er brachte die Scheibe nicht unter. Danach gab es eine Auseinandersetzung vor dem Straubinger Tor, wegen der Matt Climie und Darin Olver je zwei Minuten bekamen. Mit 4-gegen-4 ging es weiter und da folgte der große Auftritt von Jamie MacQueen. Er fuhr ins Drittel hinein, zog zur Mitte und zog ab. Die Scheibe ging rechts an Climie vorbei ins Tor und zur Entscheidung in diesem Spiel und dieser Serie – 3:2 in der 104. Minute.

Wahnsinn, was für ein Eishockeyspiel. Beide Mannschaften lieferten sich einen wahren Schlagabtausch, vor allem in der Verlängerung. Beide Mannschaften hätten den Sieg verdient. Am Ende die Eisbären mit dem glücklicheren Ende auf ihrer Seite. Aber dennoch ein großes Lob an beide Mannschaften für diesen grandiosen Eishockey-Abend. 104 spektakuläre Minuten und zwei Weltklasse-Torhüter mit Matt Climie und Petri Vehanen, die einmal mehr ihre absolute Klasse unter Beweis gestellt haben.

3:1 – Jamie MacQueen entscheidet nervenaufreibendes erstes Spiel gegen Straubing

Ausgabe #25:

Die Eisbären Berlin haben Spiel Eins der ersten Playoff-Runde gegen den Angstgegner Straubing Tigers gewonnen. Vor 9.617 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena setzten sich die Berliner mit 3:1 (1:0,0:1,2:0) gegen die Tigers durch und holten sich damit den so wichtigen ersten Sieg in dieser Serie. Aber diese nervenaufreibende und am Ende dramatische Partie hätte auch ganz anders ausgehen können. Am Ende jedoch die Eisbären mit dem besseren und glücklicheren Ende auf ihrer Seite.

Chefcoach Uwe Krupp musste erneut auf Micki DuPont, André Rankel und Sven Ziegler verzichten, dazu musste Barry Tallackson als überzähliger Importspieler auf die Tribüne. Im Tor stand wie erwartet Petri Vehanen. Für Nick Petersen war diese Partie ein Jubiläum, nämlich sein 200. DEL-Spiel. Herzlichen Glückwunsch an die Nummer Acht der Eisbären.

Riesenubel bei den Eisbären nach dem 1:0. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Bereits im ersten Drittel entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie, beide Mannschaften wollten dieses Spiel hier gewinnen. Das machten sie von Beginn an deutlich. In den ersten zehn Minuten ging es zwar hin und her, doch beide Defensivreihen zwangen die gegnerischen Spieler immer wieder zu Fernschüssen, weshalb es zunächst keine Hochkaräter zu verzeichnen gab.
In der zwölften Minute kassierten die Gäste die erste Strafzeit des Spiel. Und das Powerplay der Eisbären war ja nun nicht gerade gefürchtet in der Hauptrunde. Aber die Berliner nutzten die Überzahl nach nur 13 Sekunden aus. Spencer Machacek scheiterte noch, doch Jamie MacQueen drückte die Scheibe über die Linie – 1:0 (12.).
Danach dann aber die Gäste mit der Chance in Überzahl und das gleich mit zwei Mann mehr für gut eine Minute. Und das Powerplay der Straubinger war gefürchtet in der Vorrunde. Straubing ließ die Scheibe auch gut laufen, aber die Eisbären standen sehr gut in Unterzahl und ließen den Gästen kaum Platz für Schüsse. So überstanden die Eisbären die beiden Strafzeiten schadlos.
Dank der Special Teams führten die Hausherren also mit 1:0 nach 20 Minuten. Vorne das Powerplay genutzt und hinten in Unterzahl hart und erfolgreich gearbeitet. Continue reading

4:1 gegen Iserlohn: Eisbären sichern sich Heimrecht in erster Playoff-Runde

Ausgabe #24:

Das Minimalziel erste Playoff-Runde hatten die Eisbären Berlin bereits am Freitagabend nach dem 5:4-Heimsieg gegen den ERC Ingolstadt erreicht. Heute Nachmittag wurde sich dann auch noch das Heimrecht für die Pre-Playoffs gesichert. Durch das 4:1 (2:1,0:0,2:0) gegen die Iserlohn Roosters beenden die Eisbären die Vorrunde auf Platz Acht und treffen ab Mittwoch auf die Straubing Tigers. Heute mussten unsere Jungs noch einmal hart für das Heimrecht arbeiten, setzten sich aber am Ende verdient durch und gehen so mit zwei Erfolgserlebnissen in die erste Playoff-Runde.

Im Vergleich zur Freitag-Partie gegen Ingolstadt gab es im Kader der Eisbären eine Änderung. Jamie MacQueen kehrte ins Team zurück, Spencer Machacek musste dafür diesmal aussetzen. Im Tor stand Petri Vehanen.

Frank Hördler mit dem Schuss von der blauen Linie. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Partie begann aus Eisbären-Sicht jedoch denkbar schlecht. 39 Sekunden waren gespielt, da stand es schon 0:1 für Iserlohn. Blaine Down setzte sich gegen die Eisbären-Defensive durch und ließ danach auch Petri Vehanen keine Chance.
Auch danach taten sich die Eisbären enorm schwer. Ja, sie rannten zwar an, aber an der gegnerischen blauen Linie wurden sie immer wieder von den aggressiv verteidigenden Iserlohnern erwartet und gestoppt. Die Eisbären hatten mit der aggressiven Defensivarbeit der Sauerländer arge Probleme.
Aus einer sicheren Defensive heraus versuchten die Gäste bei Kontern immer wieder für Gefahr zu sorgen. Das 1:0 spielte der Mannschaft von Coach Jari Pasanen natürlich in die Karten.
Mit zunehmender Spieldauer fanden die Eisbären aber einen Weg vor das Iserlohner Tor und konnten Mitte des ersten Drittels ausgleichen. Daniel Fischbuch brachte die Scheibe auf das Tor und Louis-Marc Aubry sorgte letztendlich für den Ausgleich – 1:1 (10.).
Danach ging es rauf und runter, beide mit guten Offensivaktionen. Aber es waren die Eisbären, die hier nachlegen konnten. Daniel Fischbuch versuchte es erneut, scheiterte aber wieder mal, fuhr um das Tor herum und passte den Puck zu Florian Busch, welcher zum 2:1 einnetzte (14.). Erst der 300. Assist für „Buschi“ beim 1:1, und dann sein 444. Scorerpunkt im 707. Spiel für die Eisbären. Läuft bei Berlins Nummer 26, die sich in den letzten Wochen enorm gesteigert hat.
Diese Führung brachten die Eisbären über die Zeit und lagen somit mit einem Tor nach 20 Minuten vorne. Nach anfänglichen Schwierigkeiten arbeitete man sich ins Spiel und konnte die Partie drehen. Allen voran die Aubry-Fischbuch-Busch-Reihe sorgte immer wieder für Gefahr und war auch an beiden Toren beteiligt. Continue reading

5:4-Krimi gegen Ingolstadt: Marcel Noebels löst für die Eisbären das Ticket für die erste Playoff-Runde

Ausgabe #23:

Eishockey-Herz, was willst du mehr? 13.726 Zuschauer bekamen am Freitagabend in der Mercedes-Benz Arena all das geboten, was diesen Sport so ausmacht und warum wir ihn so lieben. Neun Tore, eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Spannung und Dramatik bis zur Schlusssirene und am Ende der krönende Abschluss mit der Qualifikation der Eisbären Berlin für die erste Playoff-Runde. Mit 5:4 (3:2,0:1,2:1) setzten sich die Berliner am Freitagabend gegen den ERC Ingolstadt durch und sicherten sich somit ihren Platz unter den ersten Zehn der Liga. Am Sonntag ist gegen Iserlohn sogar noch das Heimrecht möglich. Gegen Ingolstadt machte man es am Ende aber noch einmal unnötig spannend, führte man doch bereits mit 3:0 und sah sich schon auf der Siegerstraße. Doch die Jungs mussten noch einmal zittern, mussten kämpfen, mussten alles geben bis zum Schluss und wurden am Ende für ihren Einsatz und ihre Moral belohnt.

Chefcoach Uwe Krupp stand vor dem Spiel gegen Ingolstadt vor einem Luxus-Problem. Er hatte zehn gesunde Importspieler zur Verfügung. Neun dürfen jedoch nur spielen, weshalb Stürmer Jamie MacQueen die Partie nur von der Tribüne aus verfolgen durfte. Zudem fehlten Micki DuPont, André Rankel und Sven Ziegler. Frank Hördler absolvierte sein 700. DEL-Spiel für die Eisbären, herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zu diesem Jubiläum, Nante! Und Petri Vehanen hütete das Bären-Gehäuse.

Powerplay für die Eisbären. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Hinein in eine denkwürdige Partie am 51. Spieltag der Saison 2016/2017. Ingolstadt kassierte nach dreieinhalb Minuten die erste Strafzeit der Partie, die Eisbären also in Überzahl. Die Eisbären zwar bemüht, aber ohne Glück im Abschluss. Kaum wieder komplett, klingelte es im Kasten der Schanzer. Louis-Marc mit dem Querpass auf Bruno Gervais, welcher abzog, aber an Marco Eisenhut scheiterte. Florian Busch stand goldrichtig am kurzen Pfosten und drückte die Scheibe über die Linie – 1:0 (6.).
Danach die Eisbären mit enorm viel Druck auf das Gäste-Tor, aber ohne weiteren Torerfolg. Aber auch die Schanzer suchten fortan immer wieder den Weg in die Offensive. Aber auch deren Abschlüsse fanden nicht den Weg ins Tor.
In der 13. Minute sorgten die Hausherren dann aber mit einem Doppelschlag für eine Beruhigung der Nerven. Jonas Müller schickte Daniel Fischbuch auf die Reise, der entwischte seinem Gegenspieler und behielt frei vor Eisenhut die Nerven und schloss den Angriff eiskalt ab – 2:0 (13.).
Nur 41 Sekunden später gab es den nächsten Grund zum Jubeln. Charles Linglet zog von der blauen Linie einfach mal ab. Marco Eisenhut sah die Scheibe zu spät und hatte so keine Chance, den Einschlag zu verhindern – 3:0 (14.). Diesen Treffer gaben die beiden Hauptschiedsrichter Bauer und Piechaczek jedoch erst nach Ansicht des Videobeweises.
Wow, 3:0 lagen die Eisbären in diesem so wichtigen Spiel hier vorne. Wer hätte das gedacht.
Aber die Schanzer gaben sich nicht auf und kamen fünf Minuten vor der ersten Pause zum Anschlusstreffer. Thomas Greilinger stocherte die Scheibe über die Linie – 3:1 (15.). Drei Eisbären standen zwar im Torraum, aber keine hinderte Greilinger am Abschluss.
Zwei Minuten vor der ersten Drittelpause setzte Brandon Buck erneut Thomas Greilinger in Szene, welche eiskalt abschloss und Petri Vehanen keine Chance ließ – 3:2 (19.).
Dann war dieses furiose erste Drittel aber vorbei und alle Beteiligten konnten erst einmal tief durchatmen. Continue reading