Das neue Jahr hat begonnen wie das alte aufgehört hat – mit Niederlagen. Nach zwei knappen Heimsiegen gegen Ingolstadt (3:2) und Straubing (3:2 n.P.) verloren die Berliner einen Tag vor Silvester in Düsseldorf mit 1:2 n.P. Im neuen Jahr hatte man darauf gehofft, endlich eine richtige Siegesserie starten zu können, um doch noch Platz Sechs zu erreichen. Doch daraus sollte nichts werden. In München (3:6) und gegen Schwenningen (3:4 n.P.) wurde verloren, Platz Sechs und die damit verbundene direkte Qualifikation für das Play-Off-Viertelfinale kann man seit gestern wohl endgültig abhaken, bei nun mehr zwölf Punkten Rückstand. Und auch die Pre-Play-Off-Teilnahme ist jetzt nicht mehr sicher. Durch die Niederlage gegen Schwenningen hat man nur noch ganze sechs Punkte Vorprung auf den Elften. Selbst das Heimrecht in den Pre-Play-Offs sollte man bei sieben Punkten nicht mehr ins Auge fassen, viel mehr sollte man sich nach unten orientieren und irgendwie versuchen, Platz Neun oder Zehn zu erreichen. Ansonsten droht das erste Saison-Aus nach der Hauptrunde seit der Saison 2000/2001.
Und die nächsten Aufgaben werden mal so richtig schwer für die Eisbären Berlin. In den nächsten acht Tagen trifft man auf vier Teams aus der Top-6. Den Auftakt macht morgen Abend die Partie bei den Hamburg Freezers (19:30 Uhr). Die Hanseaten sind aktuell Tabellenzweiter, punktgleich mit Tabellenführer Kölner Haie. Der „kleine“ Bruder der Eisbären ist in diesem Jahr deutlich besser als der „große“ Bruder. Jahrelang standen die Freezers im Schatten des Serienmeisters Eisbären Berlin. Doch in diesem Jahr stehen die Vorzeichen ganz anders. Hamburg zählt mittlerweile zu den Titel-Favoriten, während die Eisbären verbissen um die Pre-Play-Off-Teilnahme kämpfen.
Drei Tage später treffen die Hauptstädter in der O2 World auf die Adler Mannheim. Der Erzrivale der Eisbären steht aktuell auf dem sechsten Platz. Am Silvestertag haben die Verantwortlichen der Kurpfälzer Trainer Harold Kreis entlassen und einen Tag später Hans Zach als Nachfolger vorgestellt. In Mannheim will man endlich wieder den Titel gewinnen und man sah mit Kreis als Trainer nicht die Chance, dass dies in naher Zukunft gelingen würde.
Am Sonntag reisen die Eisbären Berlin zum Auswärtsspiel zu den Krefeld Pinguinen (17:45 Uhr/live bei Servus TV). Die Seidenstädter stehen derzeit auf dem fünften Platz. Die Pinguine sind wie bereits im vergangenen Jahr die Überraschungsmannschaft der Saison. Die Krefelder spielen mit einem Mix aus erfahrenen und sehr guten jungen Spielern eine bärenstarke Saison und werden wohl auch in diesem Jahr wieder die Play-Offs erreichen.
Abgeschlossen wird die „Hammer-Woche“ der Eisbären Berlin mit dem Heimspiel am nächsten Dienstag gegen die Grizzly Adams Wolfsburg (14.01.2014/19:30 Uhr). Die Niedersachsen sind aktuell Tabellenvierter. In den letzten Jahren haben sich die Niedersachsen zu einer echten Spitzenmannschaft entwickelt, was auch am Trainer Pavel Gross liegt. Der passt einfach sehr gut zu den Niedersachsen. Auch in diesem Jahr sollte man Wolfsburg nicht aus den Augen lassen. Die Grizzly Adams sind immer für eine Überraschung gut.
Die Eisbären benötigen bis zum Ende der Hauptrunde vor allem eins – Punkte. Um die Pre-Play-Offs zu sichern, müssen in den nächsten Wochen jede Menge Siege her. Man darf sich eigentlich keinen Ausrutscher mehr leisten, denn sonst droht man aus den Pre-Play-Off-Rängen zu fallen. Denn während die Eisbären weiter auf der Formsuche sind und aktuell drei Spiele in Folge verloren haben, wird die Konkurrenz hinter den Berlinern immer stärker und rückt den Eisbären immer näher.
Dass man ausgerechnet in der bevorstehenden Woche der Wahrheit mit Spielen gegen Hamburg, Mannheim, Krefeld und Wolfsburg die so dringend benötigten Punkte einfahren kann, ist eher unwahrscheinlich. Zu stark sind die kommenden Gegner, zu schwach die Eisbären. Unsere Jungs bekommen es in dieser Saison einfach nicht hin, über 60 Minuten hoch konzentriert zu Werke zu gehen, leisten sich immer wieder Fehler im Spielaufbau. Nach Gegentoren lassen sie sich – vor allem in den letzten beiden Spielen – zu oft hängen und schenken die Spiele und damit auch die Punkte leichtfertig her. Angesichts der Leistung in den letzten drei Spielen muss man für die kommende Woche schlimmes befürchten. Denn die kommenden Gegner sind allesamt deutlich stärker einzuschätzen als es Düsseldorf, München und Schwenningen waren.
Zudem entspannt sich auch die Personalsituation der Eisbären Berlin nicht wirklich. Gestern fehlten gleich neun Stammspieler – Rob Zepp, Thomas Supis, Frank Hördler, Jens Baxmann, Constantin Braun, André Rankel, Florian Busch, Julian Talbot und Mads Christensen. Zu mindestens Hördler wird morgen im Kader der Berliner zurück erwartet. Er stand heute bereits wieder beim Training auf dem Eis. Constantin Braun hingegen wird wohl auch morgen Abend in der Hansestadt fehlen. Tomlinson:
Ich befürchte, dass es bei ihm nicht bis zum Spiel reicht.
Und als ob die Personalsituation der Berliner nicht schon schlimm genug wird, droht morgen noch ein weiterer Ausfall. Und der wäre richtig schmerzhaft. Denn ausgerechnet der beste Verteidiger der Eisbären droht morgen auszufallen. Shawn Lalonde hat Schmerzen in der Hüfte. Tomlinson:
Wir hoffen, dass er zunächst einmal wenigstens mitfahren kann. Alles andere entscheiden wir dann vor Ort.
So wird man also auch morgen wieder auf die vielen Youngsters zurück greifen müssen. Und wenn in den letzten beiden Spielen überhaupt etwas Hoffnung gemacht hat, waren es die Auftritte der jungen Spieler, die ihren Fähigkeiten entsprechend echt gut spielten. Klar, auch den jungen Spielern unterliefen Fehler, aber die Youngsters sind noch im Lernprozess und dafür machten sie ihre Sache sehr gut. Tomlinson:
Die Jungs bekommen jetzt richtig viel Eiszeit und können da wichtige Erfahrungen sammeln. Das macht uns stärker, wenn die anderen zurückkommen.
Man kann nur hoffen, dass sich die Eisbären in den nächsten Spielen nicht abschießen lassen. Zu befürchten ist es jedoch. Denn die vielen Spiele innerhalb kurzer Zeit werden die Mannschaft richtig fordern. Und dass man aktuell so viele Ausfälle hat, macht die ganze Sache umso schwerer. Doch die Jungs müssen das Beste daraus machen und sie müssen vor allem eins tun – über die gesamte Spielzeit hoch konzentriert zu Werke gehen. Die nächsten Wochen werden für die Eisbären im Kampf um die Pre-Play-Offs sehr wichtig. Nur wenn man konstant punktet und auch Siege einfährt, kann es mit der Pre-Play-Off-Qualifikation klappen. Wenn man jedoch weiterhin so schwächelt wie bisher, gerät die Pre-Play-Off-Qualifikation arg in Gefahr. Und dann muss man auch wieder über Trainer Jeff Tomlinson sprechen.
Ja, ihn allein trifft die Schuld an dieser schlechten Saison nicht. Daran sind die gesamte Mannschaft, der Trainer und auch Manager Peter John Lee mit seiner Personalpolitik zusammen dran schuld. Doch noch hat man die Chance, die Saison halbwegs zu retten und zumindest die Pre-Play-Offs zu erreichen. Sollte man jedoch weiterhin Niederlagen kassieren, muss auch das Management des DEL-Rekordmeisters wach werden und handeln. Manchmal kann ein neuer Trainer noch einmal für frischen Wind sorgen. Ob allerdings ein neuer Trainer die Mannschaft dazu bewirken kann, endlich wieder ihr bestes Eishockey zu spielen, steht auf einer ganz anderen Karte.

In der Jubiläumssaison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist Halbzeit. 26 Spieltage sind gespielt, was für uns ein Grund ist, mal ein erstes kleines Fazit zu ziehen. Denn zur Halbzeit kann man schon einmal erahnen, wohin es für die jeweiligen Mannschaften gehen wird. Welche Mannschaften haben bisher überzeugt, welche eher enttäuscht? Hier unser Fazit zu den ersten 26 DEL-Spieltagen:
Spitzenreiter nach 26 Spieltagen sind die Kölner Haie. Der Vizemeister hatte vor der Saison angekündigt, diesmal den Titel holen zu wollen. Nach gutem Saisonstart schwächelten die Domstädter zuletzt ordentlich und haben ihren Vorsprung an der Tabellenspitze fast komplett eingebüßt. Nur noch einen Punkt Vorsprung haben die Haie auf Verfolger Hamburg.
Dahinter stehen die Thomas Sabo Ice Tigers auf Platz Drei. Mit den Franken hatte man bereits letztes Jahr da oben gerechnet, doch damals war die Star-Truppe der Ice Tigers noch nicht eingespielt. Nun haben sich die Franken aber eingespielt und sie halten sich nach dem sensationellen Start in die Saison weiterhin in der Spitzengruppe der DEL. Mit Nürnberg muss man diese Saison rechnen.
Auf Platz Vier findet man die Krefeld Pinguine, was wohl die größte Überraschung bisher ist. Die Seidenstädter sorgten bereits in der vergangenen Saison für Furore und scheiterten erst im Halbfinale am späteren Meister Berlin. Viele Experten hielten es nicht für möglich, dass der KEV dieses Kunststück wiederholen könnte. Doch die Krefelder haben alle Kritiker verstummen lassen und knüpften nahtlos an die Leistungen aus der letzten Saison an. Die Pinguine sind mit einem Mix aus erfahrenen und jungen Spielern auf einem sehr guten Weg.
Auch das Team auf Platz Fünf, die Grizzly Adams Wolfsburg, hatte man nun nicht unbedingt auf diesem Platz erwartet. Doch die Niedersachsen spielen in dieser Saison sehr unbekümmert und halten sich stabil in der Spitzengruppe der Liga. Man wollte nicht noch einmal so eine Saison wie letztes Jahr erleben, als man sich mit einem Kraftakt gerade noch so in die Pre-Play-Offs rettete. Die Niedersachsen sind aktuell auf einem guten Weg.
Der einstige DEL-Rekordmeister Adler Mannheim kann noch nicht an die guten alten Zeiten anknüpfen. Die Mannheimer stehen derzeit auf Platz Sechs, welcher gerade noch für die direkte Play-Off-Qualifikation genügen würde. Doch die Kurpfälzer gleichen in dieser Saison einer Wundertüte. Auf der einen Seite fegt man Geheimfavorit München mit 9:0 vom Eis, auf der anderen Seite verliert man gegen Straubing auf eigenem Eis sang- und klanglos mit 0:4. Die Mannheimer suchen noch nach ihrer konstanten Form.
Der ERC Ingolstadt wartet nach wie vor auf den großen Durchbruch in der DEL. Weiter als bis ins Halbfinale haben es die Schanzer bisher noch nie in der Liga geschafft. Jedes Jahr starten die Panther einen neuen Anlauf, doch ob dieser ausgerechnet in diesem Jahr von Erfolg gekrönt sein wird, ist fraglich. Zu stark ist die Konkurrenz und zu schwankend die Leistung des ERCI.
Der EHC Red Bull München galt vor der Saison als der große Geheimfavorit auf die Meisterschaft. Doch diese Erwartungen konnten die Mannen von Coach Pierre Pagé bisher nicht wirklich erfüllen. Platz Acht entspricht nicht den Erwartungen der Verantwortlichen in München. Es scheint fast so, als ob sich die Star-Truppe der Münchner noch nicht so wirklich eingespielt hat. Aber Pagé hatte ja angekündigt, dass das „Projekt München“ Zeit braucht.
Die Straubing Tigers wollten nach den Play-Off-Teilnahmen in den letzten beiden Jahren auch in diesem Jahr wieder die Play-Offs anpeilen. Doch diesem Ziel hinken sie in Niederbayern derzeit deutlich hinterher. So wirklich überzeugend waren die Leistungen der Tigers bisher nicht. Es scheint fast so, als ob den Tigers in diesem Jahr die dritte Play-Off-Qualifikation in Folge nicht gelingen wird. Zu schwach waren die bisherigen Auftritte der Straubinger.
Auch die Iserlohn Roosters hatten vor dem Saisonstart große Erwartungen, doch bisher regiert am Seilersee eher die Enttäuschung. Der bisherige Saisonverlauf der Sauerländer verlief nicht wirklich nach Wunsch. Mit Platz Zwölf kann man nicht zufrieden sein. Ein Grund für den fehlenden sportlichen Erfolg sind sicherlich auch die Unruhen im Team. Trainer Doug Mason wurde entlassen, Star-Goalie Sébastien Caron aus dem Verein geschmissen und Top-Stürmer Mark Bell verließ den Verein Richtung Berlin. Zudem ist das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans in dieser Saison bisher nicht das beste. Mal sehen, wo der Weg der Roosters am Ende hinführen wird.
Tabellenschlusslicht zur Halbzeit ist wie erwartet die Düsseldorfer EG. Es war klar, dass deren Kader nur bei Vollbesetzung konkurrenzfähig wäre. Doch die DEG hatte bisher mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Umso beeindruckender sind jedoch die Auftritte der Rheinländer, denn sie haben bisher in jeder Partie immer bis zum Schluss alles gegeben, stark gekämpft, wurden dafür aber nur selten belohnt. Das Tabellenende werden die Düsseldorfer aber meiner Meinung nach bis zum Saisonende nicht mehr verlassen.




Verfolger Nürnberg trifft im ersten Bayern-Derby des Tages auf den Tabellenachten Augsburg. Die Franken spielen bisher eine starke Saison, während Augsburg sich aktuell im Tabellen-MIttelfeld aufhält. Und ein Sieg der Panther morgen Abend in der Arena Nürnberger Versicherung ist sehr unwahrscheinlich. Denn der AEV gewann nur eins der letzten sechs Gastspiele in Nürnberg. Auch das erste Duell in dieser Saison ging auf eigenem Eis deutlich mit 3:6 verloren. 
Bayern-Derby 1: