6:1! Die Eisbären feiern gegen Krefeld den achten Heimsieg im achten Heimspiel – Marcel Noebels stellt neuen Eisbären-Rekord auf

Ausgabe #6:

Die Heimserie geht weiter: Auch das achte Heimspiel haben die Eisbären Berlin gewonnen. Gegen den Tabellenletzten der Gruppe Nord, Krefeld Pinguine, setzten sich die Hauptstädter mit 6:1 (2:0,1:1,3:0) durch und festigten damit die Tabellenführung. Große Probleme hatten die Eisbären dabei nicht, wenn gleich man im zweiten Drittel zu Beginn eine Drangphase der Pinguine überstehen musste. Danach nahm jedoch alles seinen Lauf, so, wie es vorher vermutet wurde.

Im Line-up der Eisbären gab es zwei Änderungen. Verteidiger Stefan Espeland hatte die Eisbären bekanntlich auf eigenen Wunsch verlassen und schloss sich Red Bull Salzburg an. Und im Sturm kehrte Mark Olver nach überstandener Verletzung zurück in den Berliner Kader. Im Tor stand erneut Mathias Niederberger.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Hinein ins Spiel, in dem Krefeld nach vier Minuten durch Nikita Shatsky die erste Strafzeit des Spiels wegen eines hohen Stocks kassierte. Und dieses Powerplay nutzten die Hausherren zur Führung aus. Matt White hatte abgezogen, Giovanni Fiore fälschte so ab, dass Ex-Eisbären-Goalie Marvin Cüpper nur prallen lassen konnte und „Mister 1:0“ Kris Foucault netzte im vierten Duell gegen die Seidenstädter zum dritten Mal zum 1:0 ein. Die Nummer 98 staubte per Rückhand ab – 1:0 (5.).
Die Eisbären waren offensiv ausgerichtet, überbrückten schnell die neutrale Zone und machten auch das, was sie in den letzten beiden Auswärtsspielen bereits erfolgreich umsetzten. Sie brachten die Scheibe zum Tor, denn das ist ein gutes Mittel im Eishockey, um Erfolg zu haben.
Von Krefeld kam nicht wirklich viel, ein, zwei Mal tauchten sie vor Mathias Niederberger auf, doch so wirklich gefährlich wurde es nicht. Einzig bei einem Tip-in-Versuch von Martin Schymainski wurde es kurz gefährlich, aber er kam nicht richtig an den Puck ran.
Und als der Druck der Eisbären zu groß war und Krefeld sich nur mit einem Icing behelfen konnte, schlugen die Berliner gegen ausgelaugte Pinguine zu. Nach Bullygewinn spielte Marcel Noebels die Scheibe zum völlig freistehenden Jonas Müller, welcher ein paar Schritte fuhr und aus dem hohen Slot per sattem Handgelenkschuss abschloss – 2:0 (13.). Durch die Vorlage steht „Noebi“ nun bei 14 Spielen in Folge mit einem Scorerpunkt. Wahnsinn!
Die Krefelder machten es den Hausherren viel zu leicht, vor das Tor und zu Abschlüssen zu kommen. Nur waren die Eisbären noch nicht so torhungrig vor dem Tor, sonst hätte man diese Einladungen dankend angenommen. Zum Ende hin nochmal ein Powerplay für die Berliner, in denen Lukas Reichel und Marcel Noebels gute Chancen hatten, aber es blieb nach 20 Minuten beim 2:0 für die Berliner.

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Das zweite Drittel begann mit einer frühen Strafe für Marcel Noebels wegen Beinstellens. Und Krefeld war bockstark mit einem Mann mehr. Arthur Tyanulin und Kristofers Bindulis scheiterten an Mathias Niederberger. Tyanulin versuchte dann noch den „Lacrosse-Move“, scheiterte damit aber ebenso, doch Martin Schymainski war für den Abstauber am langen Pfosten da – 2:1 (23.).
Die Pinguine wirkten wie ausgewechselt, die Eisbären dachten sich anscheinend, dass das hier mit angezogener Handbremse schon klappen würde, zu einfach war das Auftaktdrittel. Doch so sollte man nie an ein Spiel herangehen, denn dann geht es schief. Krefeld war präsent, ging meist als Sieger aus den Zweikämpfen hervor und kam zu leicht an den Eisbären vorbei und so zu Chancen.
Zwischendurch tauchten aber auch mal die Eisbären vor Marvin Cüpper auf und da schepperte es in Minute 26 das erste Mal am Pfosten. Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen, Sebastian Streu hielt die Kelle in den Schuss und lenkte den Puck so an den Pfosten.
Direkt im Anschluss musste Rückkehrer Mark Olver wegen Behinderung für zwei Minuten auf die Strafbank und da pennten die Berliner gehörig. Martins Karsums wurde frei gespielt und plötzlich standen zwei Krefelder völlig frei vor dem Berliner Tor. Nur ein Verteidiger stand noch im Weg, Karsums hätte den Pass suchen müssen, probierte es jedoch selbst. So vergab er diese Riesenchance zum Ausgleich.

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Mitte des zweiten Drittels fanden die Eisbären ihre Beine wieder und hielten sich wieder einigermaßen an den Gameplan. Frank Hördler mit einem Sahne-Pass aus dem eigenen Drittel direkt in den Lauf von Marcel Noebels, welcher Cüpper verladen wollte, doch auch er scheiterte am Aluminium.
Als die Eisbären kurz darauf ein weiteres Überzahlspiel hatten, schlug Youngster Lukas Reichel zu. Marcel Noebels spielte ihn am rechten Pfosten an, alle rechneten mit dem Pass, doch „Luki“ war rotzfrech und tunnelte den Ex-Eisbären-Goalie, der da ziemlich verdutzt aus der Wäsche guckte – 3:1 (33.).
Es folgte gleich die nächste Strafzeit gegen die Mannschaft von Neu-Coach Clark Donatelli und auch da hatten die Hausherren Chancen durch Leo Pföderl (2x), Zach Boychuk, Mark Zengerle und Frank Hördler, aber die Scheibe wollte kein viertes Mal ins Krefelder Tor.
Auch in der 40. Spielminute nicht, als es zum dritten Mal im zweiten Drittel am Pfosten schepperte. Parker Tuomie hatte sich klasse durchgetankt, aber auch er traf nur das Aluminium. Dennoch nahmen die Eisbären eine Zwei-Tore-Führung mit in die zweite Drittelpause.

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Für das letzte Drittel hatten sich die Eisbären dann wieder mehr vorgenommen. Sie kamen druckvoll aus der Kabine und wollten gleich nachsetzen. Und ihnen wurde die Chance zum 4:1 auf dem Silbertablett serviert. 1:43 Minuten hatten die Hauptstädter zwei Mann mehr auf dem Eis, doch diese Chance vergaben sie kläglich. Die Formation stand, aber es wurde zu oft der Pass gespielt statt mal zu schießen. Da ließ man die Vorentscheidung liegen. Man hatte zwar Abschlüsse, aber da waren keine hundertprozentigen Chancen dabei.
Aber in der 46. Spielminute klingelte es dann doch im Krefelder Tor. John Ramage mit dem klasse Zuspiel auf links rüber zu Matt White, welche vor das Tor zog und die Scheibe locker und lässig durch die Schoner von Marvin Cüpper schob – 4:1.
Zwei Minuten später hätte Krefeld beinahe wieder einen Fuß in der Tür gehabt, als Lucas Lessio frei vor Niederberger auftauchte. Doch der fuhr die Schoner aus und parierte diese große Chance.
Krefeld hatte in den letzten zehn Minuten noch einmal ein Powerplay, welches aber für keinerlei Gefahr sorgte.
In den Schlussminuten machten die Berliner das Ergebnis dann deutlich. 13 Sekunden dauerte das Powerplay der Eisbären, Marcel Noebels mit dem Zuspiel auf links außen, wo Zach Boychuk keine große Mühe hatte, die Scheibe im Tor zu versenken – 5:1 (58.).
Aber auch das war noch nicht der Schlusspunkt, denn der Kapitän machte das halbe Dutzend voll, er nagelte den Puck 29 Sekunden vor dem Ende unter die Latte – 6:1. Danach war Krefeld erlöst.

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Die Berliner haben die Pflichtspielaufgabe souverän gelöst. Im ersten Drittel hatten die Hausherren das Spiel im Griff, bekamen aber auch Einladungen der Krefelder Defensive verteilt. Im zweiten Drittel nahm man dann die Pinguine auf die leichte Schulter, wohl im Gedanken an das Auftaktdrittel. Da machten die Seidenstädter die ersten Minuten einen richtig guten Eindruck, aber dann nahmen die Eisbären wieder das Kommando in die Hand und erzielten im richtigen Moment das 3:1. Drei Aluminiumtreffer verhinderten letztendlich eine Vorentscheidung im zweiten Drittel. Für die sorgte man dann im Schlussdrittel, als man engagiert raus kam, von Krefeld nicht mehr viel zu ließ und vorne noch dreimal treffen sollte.
Was bleibt sonst noch hängen? Sechs Tore, sechs verschiedene Torschützen aus drei Reihen plus zwei Verteidiger-Tore. Marcel Noebels, der jetzt 14 Spiele in Folge gescort hat, ist seit heute neuer Rekordhalter der Eisbären und löst Steve Walker und Sean Backman ab. Er sammelte genauso wie John Ramage drei Torvorlagen. Und dann drei Powerplaytore, die beweisen, dass das Powerplay der Berliner immer mehr in Fahrt kommt, aber dennoch weiterhin Luft nach oben hat.
Mit dem vierten Sieg in Serie steigt natürlich auch das Selbstvertrauen, aber jetzt muss man diesen Streak Aufrecht erhalten.

Sechster Heimsieg im sechsten Heimspiel! Auch Iserlohn muss die Heimreise ins Sauerland ohne Punkte antreten

Ausgabe #5:

Reisen nach Berlin lohnen sich für Touristen eigentlich. Reisen für Eishockey-Mannschaften aber aktuell nicht. Denn nach Köln, Bremerhaven (je 2x) und Krefeld waren die Iserlohn Roosters die vierte Mannschaft, welche es versuchte, in Berlin zu gewinnen. Aber auch die Sauerländer wurden mit null Punkten nach Hause Richtung Seilersee geschickt. Die Arena am Ostbahnhof bleibt also weiterhin eine uneinnehmbare Festung. Mit 4:2 (1:2,2:0,1:0) setzten sich die Eisbären gegen Iserlohn durch und bauten damit ihre beeindruckende Heimserie aus. Sechs Heimspiele, sechs Heimsiege, 18 Punkte. Wenn man nun auch noch auswärts so eine Serie starten würde, dann könnte es in dieser Saison weit gehen. Aber dafür muss man auch anfangen, endlich über 60 Minuten konstant zu spielen. Denn auch heute waren wieder Phasen dabei, in denen Trainer Serge Aubin nicht zufrieden war. 

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Bei den Eisbären kehrte PC Labrie ins Line-up zurück, zudem gab Neuzugang Zach Boychuk sein Debüt im Eisbären-Trikot. Haakon Hänelt, Nino Kinder und Mark Olver fehlten dafür. Sebastian Streu rückte aufgrund der Personalsorgen in den Kader der Eisbären, vorher war er für Kooperationspartner Lausitzer Füchse aktiv. Daher kam es auch zu Änderungen in den Reihen-Zusammenstellungen. So blieben in der Defensive Jonas Müller und John Ramage sowie in der Offensive die Reihe um Leo Pföderl, Marcel Noebels und Lukas Reichel zusammen, alles andere wurde oder musste umgestellt werden. Im Tor stand heute wieder Mathias Niederberger.

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Hinein ins Spiel, wo der Neuzugang Zach Boychuk nach nicht einmal zwei Minuten seinen ersten Wechsel im Trikot der Eisbären hatte, aber da noch keine Akzente setzen konnte.
Die Anfangsphase war von vielen Zweikämpfen an der Bande geprägt, Torraumszenen gab es nicht zu bestaunen, da tasteten sich die beiden Mannschaften erst einmal noch ab.
Als Jonas Müller und Joe Whitney in der fünften Spielminute aneinander gerieten und für zwei Minuten auf die Strafbank mussten, ging es mit Vier-gegen-Vier auf dem Eis weiter. Und da bekam Leo Pföderl plötzlich im Angriffsdrittel die Scheibe, kurvte vors Tor und zog dann blitzschnell ab – 1:0 (6.).
Die Eisbären danach mit einem guten Forecheck, sie wollten sofort nachlegen und setzten Iserlohn unter Druck. Kris Foucault und Giovanni Fiore hatten gute Chancen, aber Andreas Jenike im Iserlohner Tor hatte etwas gegen ein weiteres Gegentor.
Danach war es das aber mit Eisbären-Offensive. Iserlohn wurde nun immer aktiver und kam immer öfters ins Drittel der Eisbären. Als Ryan Johnston an die Scheibe kam, fuhr er bis zum rechten Bullykreis wurde nicht angegriffen und zog per trockenem Handgelenkschuss ab – 1:1 (9.)
Mitte des ersten Drittels kassierte Jonas Müller die nächste Strafzeit wegen Stockschlags. Allerdings pfiffen die beiden Hautschiedsrichter Gordon Schukies und Bastian Steingross die Strafe relativ spät, weshalb Müller auch verwundert war. Den Sauerländern war es aber egal, die können Powerplay und das zeigten sie auch. Joe Whitney zog rechts stehend von hinter der Torlinie einfach mal vor das Tor, wurde dabei aber auch überhaupt nicht gestört und zog dann blitzschnell ab – 1:2 (11.).
Noch in der selben Minute gewannen die Roosters ein Bully und ein Onetimer durch Casey Bailey von der blauen Linie schlug hinter Mathias Niederberger ein. Doch die Hauptschiedsrichter fuhren zum Videobeweis und gaben den Treffer anschließend wegen einer visuellen Behinderung des Torhüters im Torraum nicht. Glück für die Eisbären, die in dieser Phase des Spiels gar nicht wussten, was hier gerade passierte.

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Die Eisbären hatten dann aber mal Zeit zur Befreiung, als sie ihr erstes Überzahlspiel hatten. Doch dieses war einfach zu statisch, da fehlte die Bewegung, keiner bot sich mal für den Pass an. So sprang lediglich ein Onetimer von Matt White heraus, welcher ins Fangnetz ging. Bezeichnend für das Powerplay.
Wie man ein Powerplay spielt, zeigten anschließend die Gäste vom Seilersee. Diese fanden in die Formation, ließen die Scheibe laufen und kamen zu Chancen durch Robert Raymond, Alexandre Grenier und Brody Sutter. Nur ein Tor gelang den Roosters nicht, aber so spielt man Powerplay.
Erst in den letzten beiden Minuten die Eisbären nochmal mit Chancen durch Frank Hördler, Leo Pföderl und Kai Wissmann Alle vorbereitet von Marcel Noebels. Und 13,4 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels war Zach Boychuk bereits durch, wurde dann aber noch per Stockschlag von Ryan Johnston gestört, weshalb dieser auf die Strafbank musste. Die Eisbären also nochmal mit einem Überzahlspiel für wenige Sekunden, aber man nahm den 1:2-Rückstand mit in die Kabine.

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Und dort muss es mächtig laut geworden sein, denn die Hausherren kam wie ausgewechselt zurück auf das Eis. Zunächst hatten sie ja noch das Powerplay und dort gab es schon zwei gute Möglichkeiten durch Ryan McKiernan und Matt White.
Fortan ging es fast ausnahmslos in eine Richtung und zwar links von uns. Da musste man auf der Pressetribüne schon mal kurz den Kopf nach rechts drehen, wenn eine Unterbrechung war, damit man keinen steifen Hals bekam. Die Eisbären dominierten dieses Mitteldrittel nach Belieben. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf Andreas Jenike zu. In einem Wechsel scheiterten Lukas Reichel an Jenike und Giovanni Fiore und Zach Boychuk am Pfosten.
Die Eisbären traten komplett anders auf, spielten ein aggressives Forechecking, fuhren jeden Check zu Ende. Fragt mal bei Marko Friedrich nach, der gleich zweimal von Ryan McKiernan zusammengefahren wurde. Da musste sich der Iserlohner erstmal kräftig schütteln.
Das Einzige was bisher nicht stimmte, war der Ertrag des Aufwandes, den die Eisbären betrieben. Auch Marcel Noebels hatte eine dicke Chance, aber sein Schuss ging zunächst an Jenikes Schoner und von dort aus an den Pfosten. Doch irgendwann musste der Druck ja belohnt werden. In der 32. Spielminute war es endlich so weit. Mark Zengerle kam über rechts ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe per Rückhand zurück auf Kris Foucault und der zog humorlos ab – 2:2.
Auch danach weiterhin enormer Druck der Eisbären. Sie schossen aus allen Lagen. Sie zauberten sich manchmal sogar vor das Tor. Iserlohn konnte sich kaum noch befreien. Und letztendlich nur mit Fouls helfen. Lukas Reichel wollte Jenike umkurven, dieser stellte ihm die Beine und folglich gab es ein Überzahlspiel für die Eisbären. In diesem fackelten die Berliner nicht lange und nach zwei vergebenen Chancen hämmerte Ryan McKiernan das Spielgerät in die Maschen – 3:2 (34.).
Die Eisbären waren top motiviert, sie hatten das Spiel komplett im Griff, wirkten aber manchmal sogar etwas über motiviert. Deshalb musste PC Labrie nach einem harten Bandencheck auch zu Recht in die Kühlbox. Doch die Eisbären stellten das starke Iserlohner Powerplay kalt und hatten durch Matt White sogar die beste Chance, aber die Nummer 97 verzog knapp.
Nach einer Strafe gegen Marko Friedrich beendeten die Eisbären erneut das Drittel in Überzahl und konnten dieses im letzten fortsetzen. Dann mit einer 3:2-Führung im Rücken.

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Und dort hatten Kris Foucault und Matt White gute Möglichkeiten, aber die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor gehen. Auch nicht zwei Minuten später, als mal wieder die Noebels-Reichel-Pföderl-Reihe auf dem Eis war. Die drei Jungs sorgten immer wieder für Gefahr vor Andreas Jenike, so auch diesmal. Luki mit dem Zuspiel in den Slot auf Leo, aber auch er fand in Jenike seinen Meister.
Iserlohn schwächte sich dann im Schlussdrittel durch Strafen selbst beim Vorhaben, hier noch etwas Zählbares mitzunehmen. Beim ersten Powerplay lief die Scheibe zwar, aber man fand nicht die Lücke zum Abschluss. Beim zweiten Überzahlspiel sah es besser aus und da hatte man auch Chancen. Mark Zengerle kam mit Zug zum Tor, scheiterte aber mit seinem Rückhandschuss an Jenike, für den Nachschuss war leider keiner da. Und mit Ablauf der Strafe kam Leo Pföderl nochmal zum Abschluss, aber ihr ahnt es schon, auch hier war wieder einmal Andreas Jenike der Sieger.
Richtig gefährlich drohte es eigentlich erst vier Minuten vor dem Ende des Spiels zu werden. Frank Hördler kassierte eine Strafzeit und das Iserlohner Powerplay ist gefürchtet, das wissen vor allem die Eisbären ganz gut. Aber nur einmal musste man kurz die Luft anhalten, nämlich als Brody Sutter vor dem Tor den Tip-in versuchte, die Scheibe aber knapp am Tor vorbei ging. Sonst war es ein starkes Penaltykilling der Berliner.
In der 59. Spielminute sorgten die Hauptstädter für die Entscheidung. Parker Tuomie hatte von der blauen Linie abgezogen, Andreas Jenike konnte die Scheibe nur prallen lassen und Mark Zengerle stand genau da, wo ein Stürmer stehen muss – 4:2.
Iserlohn nahm anschließend noch den Goalie vom Eis, doch dieser kehrte wenige Sekunden später nach einer Strafe gegen Iserlohn wieder zurück auf das Eis. Am 4:2 änderte sich bis zur Schlusssirene nichts mehr.

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Zwei Ziele hatten die Eisbären vor dem Spiel: Zum einen den nächsten Heimsieg und zum anderen, endlich über 60 Minuten konstant sein Spiel durchzuziehen. Ziel Eins hat man geschafft, Ziel Zwei leider nicht. Diesmal waren es gut 45 Minuten, in denen man überzeugen konnte. Man fand gut rein ins Spiel und ging auch in Führung, aber danach verlor man mal wieder den Faden und Iserlohn konnte das Spiel mühelos drehen. Und die Roosters hatten Pech, dass das 3:1 nur kurze Zeit nach dem 2:1 aberkannt wurde. Wenn die Sauerländer hier mit zwei Toren vorne gewesen wären, wer weiß, vielleicht wäre das Spiel am Ende anders ausgegangen. Aber so haben sich die Eisbären in der Kabine zusammengesetzt und kamen zu Drittel Zwei wie ausgewechselt zurück auf das Eis. Fortan sah man Kampfgeist, es wurden Checks zu Ende gefahren, man zeigte gute Kombinationen und auch kleine Zaubereien. Und hinten verteidigte man sehr stark, ließ kaum noch etwas zu. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung sicherte man sich so am Ende verdient die nächsten drei Punkte auf heimischen Eis.
Zach Boychuk feierte also gleich im ersten Spiel einen Sieg mit den Eisbären. Er zeigte bereits gute Ansätze und wurde sowohl in Über- als auch Unterzahl eingesetzt und war somit in spielentscheidenden Situationen auf dem Eis. An ihm werden wir noch viel Freude haben. Je mehr die Jungs zusammen trainieren, desto besser werden seine Leistungen auf dem Eis.

2:0 gegen Bremerhaven! Nicht schön gespielt, aber zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht

Ausgabe #4:

Die Eisbären Berlin bleiben auch im fünften Heimspiel der PENNY DEL-Saison 2020/2021 ungeschlagen. Am Donnerstagabend gewannen die Berliner ihr Heimspiel gegen den Tabellenführer der Gruppe Nord, die Fischtown Pinguins Bremerhaven, mit 2:0 (0:0,0:0,2:0) und eroberten nach dem fünften Heimsieg im fünften Heimspiel zugleich die Tabellenführung. Zudem war es der dritte Sieg in Folge, aber danach sah es im Mitteldrittel überhaupt nicht aus. Denn da konnte man sich bei Goalie Mathias Niederberger bedanken, dass man es überhaupt mit einem 0:0 in die Kabine schaffte. Am Ende aber jubelten die Eisbären über drei Punkte und Mathias Niederberger über seinen bereits dritten Shutout der Saison. 

Im Vergleich zum Köln-Spiel gab es keine personellen Veränderungen im Kader der Eisbären. Dafür tauschte Trainer Serge Aubin in den Sturmreihen ein kleines bisschen. So rutschte Giovanni Fiore in die Reihe mit Matt White und Mark Zengerle. Kris Foucault rotierte aus dieser Reihe raus und stürmte dafür heute mit Mark Olver und Parker Tuomie. Im Tor vertraute Aubin wieder auf Stammgoalie Mathias Niederberger.

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Die Eisbären legten offensiv los und hatten in der ersten Minute schon den Drang zum Tor von Ex-Eisbär Tomas Pöpperle entwickelt. Aber sowohl Matt White als auch Ex-Bremerhaven-Stürmer Mark Zengerle verpassten im Slot zwei Zuspiele denkbar knapp. Ryan McKiernan scheiterte wenige Augenblicke später von der blauen Linie an Pöpperle. Man merkte den Eisbären sofort an, dass sie hier das Spiel gewinnen wollten. Bremerhaven war zunächst gar nicht anwesend.
Erstmals in Erscheinung traten die Gäste von Trainer Thomas Popiesch in der fünften Spielminute, als Mitch Wahl und McKiernan mal kurz aneinander gerieten und sich dafür anschließend für zwei Minuten auf der Strafbank abkühlen durften. Bei Vier-gegen-Vier hatte Leo Pföderl mit einem Onetimer die Chance zur Führung, Pöpperle war aber zur Stelle.

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Mitte des ersten Drittels tauchte auf einmal Verteidiger Jonas Müller in der Offensive auf, tankte sich klasse vor das Tor, doch sein Schuss ging knapp am linken Pfosten vorbei.
Danach wurde Bremerhaven immer stärker, das Forechecking wurde aggressiver und die Eisbären wurden stark unter Druck gesetzt. Und in der 14. Spielminute schepperte es am rechten Berliner Torpfosten. Nach einem Fehlpass von John Ramage kam Ziga Jeglic auf der linken Seite an die Scheibe, spielte sie quer rüber auf Mike Moore, doch sein Onetimer ging nur an den Pfosten. Glück für die Eisbären!
Fortan war Bremerhaven hier spielbestimmend, von den Eisbären kam nicht mehr so viel nach vorne. Dafür waren sie nun hinten gefordert und mussten in der Defensive alles geben, um das Tor zu verteidigen. Das gelang und so stand es nach 20 Minuten 0:0 in der Arena am Ostbahnhof.

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Auch ins Mitteldrittel fanden die Hausherren zunächst gut, Mark Zengerle schoss knapp am Tor vorbei. Aber danach das selbe Bild wie im ersten Drittel. Bremerhaven am Drücker, die Gäste von der Küste spielten weiterhin sehr offensiv und setzten die Eisbären immer wieder unter Druck. Die Berliner wussten teilweise gar nicht, wie ihnen geschieht. Sie wirkten überfordert mit dem Spiel der Bremerhavener.
Früh im Mitteldrittel ein Powerplay für die Fischtown Pinguins, sie fanden die Formation und gaben Schüsse ab, aber die Eisbären überstanden die Unterzahl dank Mathias Niederberger schadlos.
Von den Eisbären kam nichts im zweiten Drittel, lediglich Fehlpässe und zudem sah man große Probleme, wenn man sich vom Bremerhavener Dauerdruck befreien wollte. Sie wirkten ratlos und fanden kein Mittel gegen das Forechecking der Gäste.

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In der 28. Spielminute gab Kai Wissmann mal ein Berliner Lebenszeichen ab, als er von der blauen Linie abzog, allerdings harmlos und kein Problem für Tomas Pöpperle. Danach fiel nur noch Jonas Müller durch einen vollkommen übertrieben Check gegen den Kopf- und Nackenbereich auf, welcher ihm zu Recht 2+10-Minuten an Strafe brachte. Und im folgenden Powerplay hatten die Eisbären großes Glück und konnten sich bei Mathias Niederberger bedanken, aber auch für das nicht vorhandene Zielwasser der Mannschaft von Thomas Popiesch. Ziga Jeglic, Jan Urbas, Maxime Fortunus, Ross Mauermann – sie alle hatten in diesem Überzahlspiel die Chance zur Führung.
Es ging danach weiter in eine Richtung. Auf Fehler der Eisbären folgten Chancen für Bremerhaven. Mathias Niederberger war hier der einzige Eisbär mit Normalform. Ohne ihn hätte man längst 0:2, 0:3 hinten gelegen.
In den letzten zwei Minuten nochmal Powerplay für Bremerhaven, in welchem die Eisbären nach einem Fehler von den Gästen mal die dicke Chance hatten. PC Labrie tauchte auf einmal alleine vor Pöpperle auf, doch er vergab diese Riesenchance. So blieb es beim aus Berliner Sicht sehr schmeichelhaften 0:0 nach 40 Minuten. Angesichts von 19:3-Torschüssen für Bremerhaven kann man wohl definitiv von schmeichelhaft sprechen.

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Im letzten Drittel hatten sich die Eisbären wieder mehr vorgenommen und Parker Tuomie hatte die erste Chance, aber sein Schuss ging knapp am Gehäuse vorbei. In der 47. Spielminute klingelte es aber im Bremerhavener Tor. Fehler im Spielaufbau der Gäste, Marcel Noebels schnappte sich die Scheibe an der blauen Linie, zog Richtung Tor, scheiterte aber mit seinem ersten Versuch an Pöpperle. Dem Bremerhavener Goalie rutschte die Scheibe durch, Noebels roch den Braten und setzte erfolgreich nach – 1:0.
Danach wirkten die Eisbären weiterhin sehr engagiert in der Offensive. Bremerhaven konnte nicht ans zweite Drittel anknüpfen, hatte mit dem überraschenden Rückstand erst einmal zu kämpfen. Die Eisbären hingegen wirkten deutlich verbessert im Vergleich zum zweiten Drittel.

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Acht Minuten vor dem Ende bot sich den Hausherren die Chance zur Entscheidung, denn man hatte ein Überzahlspiel. Man fand zwar in die Formation, aber lediglich ein Onetimer von Kris Foucault fand die Lücke, doch Pöpperle war zur Stelle.
In der Schlussphase wurden die Gäste wieder aktiver, aber die Eisbären standen hinten sehr kompakt, ließen wenig zu. Wenn doch etwas durchkam, war Mathias Niederberger zur Stelle.
In den letzten zwei Minuten nahmen die Gäste ihren Goalie Tomas Pöpperle zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und nahmen wenig später auch eine Auszeit. Aber egal, was Bremerhaven versuchte, die Defensive der Hauptstädter ließ nichts mehr zu. Und das verwaiste Tor nutzte Leo Pföderl zur endgültigen Entscheidung – 2:0, 44,8 Sekunden vor dem Ende des Spiels.

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Ein wichtiger Sieg gegen den Tabellenführer der Gruppe Nord, welchen man als Arbeitssieg bezeichnen kann. Man hatte gut angefangen und Chancen gehabt, dann aber den Faden komplett verloren. Bremerhaven wurde minütlich stärker und drängte die Eisbären immer mehr ins eigene Drittel. Mit dem Druck kamen die Berliner nicht klar und so dachte man, es wäre nur eine Frage der Zeit, bis Bremerhaven in Führung gehen würde. Aber dank einem überragenden Mathias Niederberger zwischen den Pfosten rettete man sich in die zweite Drittelpause. In der Pause konnte man sich nochmal sammeln und für das letzte Drittel einstimmen. Am Ende ging es dann nochmal gut und man hat das wichtige 1:0 erzielt.
Aber trotz des Sieges und der drei Punkte weiß man im Lager der Blau-Weiß-Roten, dass so eine Leistung sich nicht wiederholen darf. Nicht ohne Grund sagte Marcel Noebels, dem der Gamewinner gelang, nach dem Spiel, dass zwei Drittel nicht gut spielen normalerweise eine Niederlage in dieser Liga bedeuten. Man habe auch nicht so gespielt, wie man es sich vorgestellt hat. Man war im Lager der Eisbären trotz des Sieges also selbstkritisch. Und das ist auch gut so. Man nimmt das Spiel nicht einfach so hin und sagt sich, man hat doch gewonnen, was will man mehr. Man weiß, dass es nicht das war, was man zeigen wollte und das ist eigentlich neben dem Spielausgang das Positivste an diesem Spiel gegen Bremerhaven.
Die Mannschaft hat immer noch Luft nach oben und hat immer noch teilweise unerklärliche Aussetzer im Spiel. Diese sorgen dann für Chancen des Gegners, welche dieser heute zum Glück nicht ausgenutzt hat. Aber immer geht so etwas nicht gut und daran müssen und werden die Eisbären arbeiten. Dann ist in dieser Corona-Saison einiges möglich. Dafür muss man aber endlich Konstanz in die eigene Leistung bringen und auch mal über einen längeren Zeitraum seine Leistung bringen. Denn es ist kein Geheimnis, dass die Süd-Gruppe stärker eingeschätzt wird als die Nord-Gruppe. Und um am Ende der Saison ein Wörtchen mitzureden im Kampf um den Silberpokal, müssen sich die Hauptstädter strecken. Aber so lange sie sich nach Siegen nicht zufrieden hinstellen und sagen alles ist gut, kann man weiter vom achten Stern träumen.

Vier Scorerpunkte! Youngster Lukas Reichel führt die Eisbären im 50. DEL-Spiel zum 4:2-Heimsieg gegen Köln

Ausgabe #3:

Die Arena am Ostbahnhof bleibt eine uneinnehmbare Festung. Auch das vierte Heimspiel gewannen die Eisbären Berlin, zum zweiten Mal hieß der Gegner dabei Kölner Haie. Dem 5:0 im ersten Aufeinandertreffen folgte heute ein 4:2 (2:2,0:0,2:0)-Sieg. Vor 13 Pressevertretern und vier Fotografen avancierte eine Reihe zum Matchwinner – Leo Pföderl, Lukas Reichel und Marcel Noebels waren an allen vier Toren beteiligt.

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Bei den Eisbären änderte sich im Vergleich zum 5:2-Auswärtssieg bei den Krefeld Pinguinen nur die Position zwischen den Pfosten. Mathias Niederberger kehrte ins Gehäuse zurück, während Youngster Tobias Ancicka wieder als Back-up auf der Bank Platz nahm. Und für einen anderen Youngster war es ein rundes Jubiläum, denn Lukas Reichel bestritt heute sein 50. DEL-Spiel für die Hauptstädter. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, Luki!

 

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Das Spiel begann schnell. Beide Mannschaften suchten sofort den Weg Richtung Tor und gaben die ersten Versuche in Richtung Tor ab. Zunächst setzten sich die Domstädter im Drittel der Berliner fest, danach war es anders herum. Doch so ging es zunächst nicht weiter, denn für eine kurze Zeit verflachte die Partie doch etwas, wirkte zerfahren wegen einiger Unterbrechungen durch Abseits oder Icing.
Der Torreigen ging erst in Minute Sieben los. Marcel Müller wollte die Scheibe von rechts in den Slot bringen, wo er aber nur den Schlittschuh von Eisbär Matt White traf. Von dort aus trudelte die Scheibe zurück an den rechten Pfosten, wo sich Marcel Müller diesmal für den Abschluss entschied – 0:1 (7.).
Danach wirkten die Eisbären zwar bemüht, doch mangelte es an zwingenden Ideen im Offensivspiel. So musste man bis zur zwölften Spielminute warten, ehe den Gastgebern der Ausgleich gelang. Lukas Reichel führte die Scheibe über rechts ins Angriffsdrittel, kam dann aber etwas nach außen ab. Marcel Noebels kam an die Scheibe, spielte sie in den Slot, wo Leo Pföderl lauerte und per Onetimer zum 1:1 traf.
Die Eisbären waren nach dem Ausgleich die aktivere Mannschaft, aber es gelang ihnen nicht, etwas aus der Überlegenheit zu machen. Und so kamen die Haie mal wieder druckvoll vor das Berliner Tor und belohnten sich auch dafür. Freddy Tiffels zog mit der Scheibe vor das Tor und wollte einen großen Bogen um Mathias Niederberger machen. Er zog ab, Niederberger konnte zwar parieren, aber die Scheibe wurde genau vor den Schläger von Marcel Müller geklärt und der Torschütze zur Kölner Führung ließ sich diese Chance nicht nehmen und schoss den Puck ins verwaiste Berliner Tor zur erneuten Gäste-Führung ein – 1:2 (16.).

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Aber die Eisbären fanden auch darauf eine Antwort. Sie kamen druckvoll ins Kölner Drittel, Marcel Noebels brachte die Scheibe Richtung Justin Pogge, welcher per Hechtsprung klären wollte. Allerdings kam die Scheibe direkt auf den Schläger von Leo Pföderl und der kurvte noch ein wenig weiter und suchte nach der perfekten Lücke, welche er schließlich fand – 2:2 (18.).
Zum Schluss mussten die Berliner noch erstmals in Unterzahl ran, nach dem John Ramage in der Kühlbox Platz nahm, aber das Unterzahlspiel überstanden die Eisbären schadlos. Kein Wunder, ist doch das Penaltykilling auf eigenem Eis deutlich besser als auf fremden Eis. So stand es nach 20 unterhaltsamen Minuten 2:2 an der Spree. Kurioses am Rande: Nicht nur die Torschützen waren bei den Toren der beiden Mannschaften identisch, nein, auch die jeweiligen Vorlagengeber: Marcel Noebels und Lukas Reichel bei den Eisbären, Freddy Tiffels und James Sheppard bei Köln.

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Die Eisbären kamen stark ins Mitteldrittel, schnürten nach kurzer Zeit die Kölner im eigenen Drittel ein und hätten sich die Haie eigentlich zu Recht legen können. Aber es reichte nur zu zwei dicken Chancen durch Leo Pföderl, der heute heiß lief. Beim ersten Versuch scheiterte er an Justin Pogge, beim zweiten am Pfosten. Dennoch, bei diesem druckvollen Wechsel hätte ein Tor raus springen müssen.
Kurz darauf die Eisbären mit dem ersten Powerplay der Partie, aber da waren gerade einmal zwei, drei Versuche dabei, jedoch nichts gefährliches für das Kölner Tor.
Als die Gäste wieder komplett waren, hatten die Eisbären in einem Wechsel mehr Chancen als im gesamten Powerplay. Doch die Scheibe wollte einfach nicht an Justin Pogge vorbeigehen. Auch danach die Eisbären weiter präsent, aber zu anfällig im Passspiel und zudem verzettelte man sich zu oft in Einzelaktionen, wollte mit dem Kopf durch die Wand.
Köln kam erst gegen Mitte des zweiten Drittels besser ins Spiel und auch zu Chancen. So scheiterte Freddy Tiffels mit seinem Onetimer aus dem Slot heraus und Goalgetter Jonathan Matsumoto fand einmal in Mathias Niederbrger seinen Meister und einmal schoss er knapp am Tor vorbei.
Die Domstädter waren nun besser drauf und wirkten auch aktiver als die Eisbären. Erst recht, als Jonas Müller für zwei Minuten in die Kühlbox wanderte. Doch James Sheppard vergab zweimal aus dem Slot heraus und Jason Akeson scheiterte ebenfalls mit einem guten Schuss an Mathias Niederberger. Die Eisbären hatten aber in diesem Unterzahlspiel auch einen Zwei-auf-Eins-Konter, den Parker Tuomie jedoch vergab.
So stand es also auch nach 40 Minuten 2:2-Unentschieden in der Arena am Ostbahnhof.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das letzte Drittel begann sehr zerfahren, mit vielen Unterbrechungen, alleine drei Icings durch Köln in den ersten drei Minuten. Erst nach gut fünf, sechs Minuten gab es die ersten Chancen zu sehen. Die Eisbären hatten durch Parker Tuomie und Mark Olver gute Möglichkeiten, im Gegenzug aber auch Köln mit guten Chancen, die Eisbären konnten sich da nur mit einem Icing retten.
Danach kam der zweifache Auftritt von Kris Foucault. Zunächst tankte er sich über die gesamte Eisfläche bis hin vors Tor, dort scheiterte er aber denkbar knapp an Justin Pogge. Zwei Minuten später tankte er sich im Angriffsdrittel klasse durch bis vors Tor, da verzog er dann aber knapp.
Neun Minuten vor dem Ende war Justin Pogge dann aber geschlagen. Lukas Reichel mit dem Querpass von links in den Slot vor das Tor, wo Marcel Noebels zu viel Platz hatte. Sein Onetimer schlug hinter Pogge ein – 3:2 (51.). Der dritte Scorerpunkt von beiden Spielern.
Danach ging es hin und her. Während die Eisbären die Entscheidung suchten, wollte Köln den Ausgleich erzielen. Vier Minuten vor dem Ende bot sich den Berlinern dann in Überzahl auch die Chance zur Entscheidung. Doch lediglich ein Onetimer von Marcel Noebels kam dabei heraus. Justin Pogge bekam gerade so noch die Beine zusammen.
Köln riskierte am Ende alles, nahm den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und zudem 29,7 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Ex-Eisbären-Coach Uwe Krupp wollte seinen Haien also letzte Anweisungen für die Schlussphase geben. Half aber alles nichts, denn Lukas Reichel bekam auf links im eigenen Drittel die Scheibe, fuhr bis zur Mittellinie und schoss die Scheibe dann ins verwaiste Kölner Tor zum 4:2 ein – 19,8 Sekunden vor Ende des Spiels. Lukas Reichel krönte sein Jubiläum also mit einem Vier-Punkte-Spiel. Leo Pföderl gab übrigens zusammen mit Frank Hördler die Vorlage, somit also neben Marcel Noebels auch Leo Pföderl mit einem Drei-Punkte-Spiel.

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Erstmals haben die Eisbären in dieser Saison zwei Siege in Folge gefeiert. Das ist natürlich vor allem der Tatsache geschuldet, dass man beim 5:2 in Krefeld endlich den ersten Auswärtssieg einfahren konnte. An den Sieg konnte man heute anknüpfen, wenn gleich man zunächst ein bisschen brauchte, um ins Spiel hineinzufinden. Aber man hat sich auch nicht vom zweimaligen Rückstand vom Weg abbringen lassen, blieb ruhig und nahm ab dem zweiten Drittel Kurs in Richtung Sieg, welchen man im dritten Drittel sicherstellen konnte.
Der große Trumpf der Eisbären ist wohl die Ausgeglichenheit. Wenn die Top-Reihe um Kris Foucault, Matt White und Mark Zengerle mal nicht wie gewohnt scort, dann springt eben eine andere Reihe in die Bresche. In dem Fall war es heute die deutsche Reihe um die bereits mehrfach genannten Pföderl, Noebels und Reichel. Diese Reihe war an allen vier Toren beteiligt, Lukas Reichel scorte vierfach, seine Nebenleute dreifach. Für Trainer Serge Aubin also eine Luxus-Situation und für die Gegner wird es so immer schwerer, die Eisbären auszurechnen, wenn von allen Reihen Torgefahr ausgeht.
Wichtig war vor allem, dass die Eisbären an den Sieg in Krefeld anknüpfen würden, welchen man natürlich nicht zu hoch bewerten sollte, denn gegen Krefeld gewinnt im Moment jeder. Von daher war der Sieg gegen Köln heute enorm wichtig, um zum einen einen Konkurrenten auf Abstand zu halten und zum anderen, um eine Serie zu starten. Denn das Ziel hat man ja bereits ausgegeben: Man will Platz Eins anvisieren. Aktuell steht man auf Platz Zwei. Am Donnerstag empfängt man Spitzenreiter Bremerhaven. Dann kann die Serie fortgesetzt und Platz Eins erobert werden.

Was für eine Reaktion: Die Eisbären Berlin fegen die Kölner Haie mit 5:0 aus der Arena am Ostbahnhof

Ausgabe #2:

Diese Reaktion kann sich sehen lassen: Die Eisbären Berlin haben die erhoffte Antwort auf das 2:5 in Iserlohn gegeben. Vor 13 Pressevertretern und fünf Fotografen in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof setzten sich die Berliner verdient mit 5:0 (2:0,2:0,1:0) gegen die Kölner Haie durch und übernahmen damit wieder die Tabellenführung der Gruppe Nord. Die Schlüssel zum Sieg waren die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, das starke Penaltykilling und generell die starke mannschaftliche Leistung, mit der man auch das dritte Heimspiel der Saison für sich entschied und zudem zum zweiten Mal in Folge mit 5:0 gewinnt. Die Mercedes-Benz Arena verkommt also immer mehr wieder zur alten Festung. Und nach dem Spiel wäre heute die Arena am kochen gewesen. Denn es gibt Siege, die nimmt man als Fan einfach so mit. Aber dann gibt es auch noch Siege gegen Erzrivalen, wie es Köln nun mal ist. Diese Siege kostet man einfach nur aus. 

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Eisbären-Chefcoach Serge Aubin hatte eine Antwort von seiner Mannschaft nach dem Iserlohn-Spiel gefordert. Und sie kamen dem Auftrag nach. 44 Sekunden waren gespielt, da klingelte es bereits im Tor von Ex-Eisbären-Goalie Justin Pogge. Giovanni Fiore ließ auf der rechten Seite die Scheibe für John Ramage liegen, welcher zum Abschluss kam. Pogge ließ die Scheibe nur prallen, Mark Zengerle fiel sie vor die Kelle und statt zu schießen, passte er sie quer rüber auf Torjäger Matt White, welcher das leere Tor vor sich hatte – 1:0 nach 44 Sekunden.
Die Hausherren zündeten sofort den Turbo, von der ersten Sekunde an, und Lukas Reichel hätte beinahe das 2:0 nachgelegt, scheiterte aber an Pogge. Die Haie dann gleich früh mit dem ersten Powerplay nach einer Strafe gegen Ryan McKiernan. Zweimal wurde es gefährlich vor dem Berliner Tor, aber ansonsten überstanden die Eisbären die erste Unterzahl des Abends schadlos. Das war am Dienstagabend am Seilersee noch anders gewesen.

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In der siebten Spielminute bekam man gleich zweimal innerhalb weniger Sekunden den selben Spielzug zu sehen. Klasse Aufbaupass aus dem eigenen Drittel heraus auf den startenden Stürmer, einmal ging es schief, einmal klingelte es im Kölner Gehäuse. Zunächst schickte Leon Gawanke Lukas Reichel auf die Reise, doch er scheiterte freistehend vor Pogge. Frank Hördler danach mit dem nächsten Sahnepass aus dem eigenen Drittel heraus in den Lauf von Parker Tuomie, welcher cool blieb und zum 2:0 traf.
Doch die Führung gab den Berlinern nicht die nötige Sicherheit. Es häuften sich die Fehler im Spielaufbau und so kam Köln zu Chancen. Zach Sill war frei durch, Mathias Niederberger stand aber im Weg. Danach mussten die Domstädter noch eine Unterzahl überstehen, was ihnen aber nicht schwer fiel, denn sie machten die Räume geschickt zu und ließen den Eisbären kaum eine Chance, in Überzahl etwas gefährliches zu kreieren.
Danach ging es immer wieder hin und her, beide Teams suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor. Dabei wirkten die Haie zielstrebiger und hatten so auch beste Chancen. Doch Köln vergab beste Möglichkeiten. Marcel Müller schoss am halbleeren Tor vorbei, Ex-Eisbär Alexander Oblinger setzte die Scheibe an den Pfosten und Marcel Barinka fand in Mathias Niederberger seinen Meister. Zwar hatten auch die Eisbären noch Chancen, aber Köln hätte sich hier durchaus ein oder sogar zwei Treffer verdient gehabt. Doch die Eisbären lagen nach 20 Minuten mit 2:0 in Front, in einem sehr guten und sehr unterhaltsamen DEL-Spiel.

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Das Mitteldrittel begann für die Gäste aus Köln mit einer guten Chance durch Freddy Tiffels, doch der scheiterte an Niederberger und auch Ryan McKiernan tat ihm nicht den Gefallen, die Scheibe ins Tor zu schieben. McKiernan rutschte zwar Richtung Tor, aber die Scheibe kam nicht durch. Und im Gegenzug die Eisbären eiskalt. Über Mark Olver und Parker Tuomie kam die Scheibe zu Kris Foucault und der zog cool ab und ließ Pogge keine Chance – 3:0 (23.).
Auch im Mitteldrittel boten beide Mannschaften ein sehr spannendes, phasenweise hochklassiges und sehr intensives Spiel. Chancen hatten beide Mannschaften, aber irgendwie hatten die Domstädter vor dem Spiel vergessen, das Zielwasser zu trinken. Denn während ihre Chancen nicht ins Tor gingen, trafen die Eisbären. Nachdem die Eisbären zuvor schon eine Strafe schadlos überstanden hatten, mussten sie kurze Zeit später erneut mit einem Mann weniger ran. Und da stibitzte Giovanni Fiore die Scheibe und machte sich auf den Weg Richtung Justin Pogge. Vor dem Tor stoppte er, drehte sich kurz um und statt selbst abzuschließen legte er die Scheibe gut überlegt ab auf den mitgelaufenen Kapitän Frank Hördler, welcher vor dem Tor eiskalt wie ein abgezockter Torjäger blieb – 4:0 in Unterzahl (31.).
Danach sah man nicht, das Köln sich hier aufgeben würde. Trotz 0:4-Rückstandes spielten die Mannen von Ex-Eisbären-Coach Uwe Krupp weiterhin nach vorne und hatten auch Chancen. Chancen, welche auch die Berliner hatten, aber weitere Treffer sollten in diesem unterhaltsamen Mitteldrittel keine mehr fallen. Mit 4:0 ging es also in die zweite Drittelpause.

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Für das letzte Drittel hatten sich die Haie noch einiges vorgenommen und kamen mit einem neuen Goalie zurück aus der Kabine. Justin Pogge nahm nun auf der Bank Platz, während Hannibal Weitzmann in den letzten 20 Minuten zwischen den Pfosten stand. Aber sein Einstand ins Spiel hätte nicht schlechter verlaufen können. Ganze 49 Sekunden dauerte es, da war auch Weitzmann bezwungen. Wie oft haben wir Fans immer gesungen: „Bully? Tor!, Bully? Tor! Bully, Bully, Bully? Tor! Tor! Tor!“. Daran hat man sich bei den Eisbären heute wohl erinnert. Denn Mark Olver gewann das Bully, die Scheibe kam zu Kris Foucault und der hämmerte die Scheibe per Onetimer ins Kölner Tor – 5:0 (41.).
Die Eisbären kamen wild entschlossen aus der Kabine und setzten Köln in den ersten Minuten stark unter Druck. Giovanni Fiore, der heute sehr auffällig spielte, fing einen Fehlpass der Haie ab und kam zum Abschluss, doch sein Schuss verfehlte das Tor nur denkbar knapp.

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Ansonsten nutzten die Eisbären das Schlussdrittel für eine Trainingseinheit in Sachen Special Teams,  weil man da ja nach dem Iserlohn-Spiel noch Nachholbedarf hatte. Doch man überstand alle drei Unterzahlspiele im letzten Drittel dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung schadlos.
Man verpasste es dafür aber, bei zwei Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis, einen sechsten Treffer nachzulegen. Man ließ die Scheibe zwar gut laufen, aber im Abschluss haperte es dann doch. Ja, man kam zu Chancen, aber diese stellten die Kölner vor keine größeren Probleme und so überstanden die Domstädter die zwei Minuten mit zwei Mann weniger auf dem Eis schadlos. Der doppelten Überzahl ging übrigens ein übler Bandencheck von Pascal Zerressen gegen Lukas Reichel hervor. Zerressen traf Reichel deutlich mit dem Ellenbogen am Kopf, weshalb Reichel auch liegen blieb. Dennoch gab es nur zwei Minuten dafür. Aber ein nachträglichen Verfahren seitens der PENNY DEL dürfte die Kölner nicht verwundern.
Köln versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, um Mathias Niederberger wenigstens den zweiten Shutout zu Hause in Folge kaputt zu machen. Aber die Eisbären unterstützten ihren Goalie wo sie nur konnten und sicherten ihm das Zu-Null-Spiel. Am Ende stand also ein deutlicher 5:0-Heimsieg gegen Köln.

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Mit einer Antwort hatte Trainer Serge Aubin gerechnet. Die Fans mit einer Reaktion. Aber dass die Eisbären auf das 2:5 in Iserlohn so reagieren würden, hatte wohl keiner geglaubt. Mit 5:0 schoss man die Kölner Haie zurück in die Domstadt und zeigte dabei vor allem vor dem Tor mal wieder die Kaltschnäuzigkeit, welche man noch am Seilersee hat vermissen lassen. Dann überstand man sämtliche Unterzahlspiele schadlos. Auch das funktionierte am Dienstagabend überhaupt nicht. Wenn man überhaupt Kritik üben möchte nach diesem Kantersieg, dann wegen der erneut zu vielen Strafen, allen voran durch Ryan McKiernan.
Zwar ließ man auch Chancen von Köln zu, aber am Ende war stets Goalie Mathias Niederberger zur Stelle und als er bereits geschlagen war, half ihm auch noch der Pfosten. An ihm sind die Kölner Spieler reihenweise verzweifelt.
Ansonsten muss man heute auch noch Spieler herauspicken nach dem Spiel. Mark Olver zum Beispiel, dem drei Torvorlagen gelangen. Oder aber Frank Hördler und Parker Tuomie mit je einem Tor und einer Vorlage, wobei Tuomie sein erstes Profi-Tor überhaupt erzielte. Und Giovanni Fiore, welcher heute sein wohl bestes Spiel im Trikot der Eisbären absolvierte. Eine Torvorlage und ein weiteres Tor, welches er mit einleitete. Und das Kuriose daran? Vor dem ersten Bully meinte „Manne“ Hönel von den Eishockey NEWS auf der Pressetribüne zu mir noch, warum spielt nicht Fabian Dietz anstelle von Fiore. Während des Spielverlaufs revidierte „Manne“ relativ schnell seine Meinung. Giovanni Fiore hatte wohl seine Ohren oben bei uns, deswegen hat er heute wohl so stark gespielt.

3:2! Matt White und Kris Foucault führen die Eisbären Berlin zum Auftaktsieg gegen die Fischtwon Pinguins Bremerhaven


Ausgabe #1:

286 lange Tage sind seit dem letzten Eishockeyspiel in der Mercedes-Benz Arena vergangen. Damals wie heute hieß der Gegner Fischtown Pinguins Bremerhaven und genau wie an jenem 08. März 2020 gewannen die Eisbären das Spiel. Am Frauentag mit 4:3, heute mit 3:2. Vor „ausverkauftem“ Haus (16 Pressevertreter und sechs Fotografen, mehr sind in Corona-Zeiten nicht erlaubt) sahen eine sehr spannende und hart umkämpfte Partie, in der noch nicht alles rund lief, aber am Ende die Eisbären als Sieger vom Eis gingen. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin hatte eine Rumpftruppe zur Verfügung, fehlten doch Jonas Müller, Stefan Espeland, Nino Kinder, Thomas Reichel, Sean Backman, Fabian Dietz und Marcel Noebels. Dafür standen die Neuzugänge Mathias Niederberger, Tobias Ancicka Leon Gawanke, Mark Zengerle, Parker Tuomie, Giovanni Fiore, Haakon Hänelt, Matt White und Kris Foucault im Kader.

Blitzstart der Eisbären, aber Bremerhaven schlägt zurück

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Einiges also neu im Berliner Team und dementsprechend engagiert gingen sie von der ersten Sekunde an zu Werke. Die Hausherren kamen wie die Feuerwehr aus der Kabine und hätten bereits nach 22 Sekunden in Führung gehen können. Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen, Fiore fälschte ab und lenkte die Scheibe so an die Latte. Und die erste Minute war noch nicht um. 48 Sekunden waren gespielt, als Maxime Fortunus die erste Strafzeit des Spiels wegen Beinstellens kassierte. Powerplay also für unsere Jungs, ein Sorgenkind im MagentaSport-Cup. So aber nicht heute. Man fand direkt die Formation und nach 121 Sekunden im Spiel fiel das 1:0. Über Ryan McKiernan und Matt White kam die Scheibe an den rechten Bullykreis zu Kris Foucault und der zog direkt ab. Sein Onetimer schlug hinter Bremerhavens neuem Goalie Brandon Maxwell ein – 1:0 (3.). Foucault machte also gleich im ersten Spiel das, wofür man ihn nach Berlin holte.
Bremerhaven hatte anfangs sichtlich Probleme mit dem aggressiven Forecheck der Eisbären und kam erst nach einem Fehler der Berliner zur ersten Chance durch Jan Urbas, der den Abschluss bei einem Zwei-auf-Eins-Konter suchte, doch scheiterte. Aber nun kamen die Gäste von der Küste immer besser ins Spiel und holten sich immer mehr Spielanteile. Das Spiel verlagerte sich nun mehr und mehr ins Berliner Drittel, doch die Defensive stand kompakt und die Kommunikation funktionierte reibungslos.

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Mitte des ersten Drittel kassierten die Eisbären durch Sebastian Streu die erste Strafe wegen Haltens. Die Berliner also erstmals in Unterzahl und in Überzahl zeigte die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch, wie stark sie mit einem Mann mehr ist. Zwei Chancen blieben noch ungenutzt, aber die dritte saß dann. Niklas Andersen mit dem Zuspiel von links vors Tor, wo Carson McMillan per Tip-in zum 1:1 ausgleichen konnte – 1:1 (12.). John Ramage konnte ihn nicht entscheidend am Abschluss hindern.
Der Ausgleich gab Bremerhaven noch mehr Selbstvertrauen und die Gäste hatten das Spiel weiterhin im Griff, hatten auch Chancen, aber Matthias Niederberger ließ keinen weiteren Treffer mehr zu.
Nun wachten die Eisbären wieder auf und befreiten sich von der Umklammerung der Gäste von der Küste. Die Gastgeber tauchten jetzt auch wieder vor Brandon Maxwell auf, doch auch der Bremerhavener Goalie ließ nichts mehr zu. Zum Ende hin überstanden die Hauptstädter noch ein Unterzahlspiel und hatten durch John Ramage sogar eine Unterzahlchance, welche Brandon Maxwell im Nachfassen zu Nichte machte. So ging es leistungsgerecht mit 1:1 in die erste Drittelpause.

Ein Drittel ganz im Zeichen der Special Teams

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zu Beginn des zweiten Drittels ging es zunächst hin und her, Bremerhaven setzte die ersten beiden Schüsse ab, welche aber keine Gefahr für Matthias Niederberger dar stellten. Die Gäste setzten auch auf der Strafbank die ersten Akzente, kassierte Bremerhaven doch gleich zwei Strafen nacheinander. Das erste Powerplay war kaum abgeklungen, da wanderte der nächste Fischtown-Spieler in die Kühlbox. Dabei war das erste Überzahlspiel das gefährlichere der Eisbären. Mark Zengerle scheiterte vor dem Tor an Brandon Maxwell und John Ramage scheiterte gleich mit drei Versuchen. Dagegen war das zweite Powerplay eher unsauber gespielt und so war es Leo Pföderl, welcher erst elf Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Bremerhaven den ersten und einzigen Schuss im zweiten Powerplay des Mitteldrittels absetzen konnte.
Aber auch Bremerhaven kam in den zweiten 20 Minuten zu einem Powerplay und das war richtig gefährlich. Jan Urbas und Carson McMillan mit dicken Möglichkeiten, aber auf der Gegenseite auch Kapitän Frank Hördler, welcher in Unterzahl für die Eisbären eine große Chance hatte. Alle Chancen blieben jedoch ungenutzt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Im Mitteldrittel waren es vor allem die Überzahlspiele, welche für Torgefahr sorgten. So auch beim nächsten Powerplay der Fischtowns, als deren Ex-Kollege Mark Zengerle auf die Strafbank wanderte. Dominik Uher scheiterte von rechts, Ziga Jeglic tankte sich vor das Tor und wollte Matthias Niederberger düpieren, scheiterte aber ebenso wie Maxime Fortunus mit seinem Versuch von der blauen Linie.
Das letzte Powerplay im zweiten Drittel gehörte dann den Hausherren und da klingelte es im Bremerhavener Tor. Eine Kombination der drei Neuzugänge Kris Foucault, Mark Zengerle und Matt White führte zur erneuten Berliner Führung. Mark Zengerle passte die Scheibe von hinter dem Tor hoch an den linken Bullykreis zu Matt White, welcher nicht lange fackelte und den Puck zum 2:1 im rechten Winkel versenkte (38.). Somit nahmen die Berliner eine knappe Führung mit in die Kabine.

Am Ende wurde nochmal gezittert

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das Schlussdrittel begann mit 14 Sekunden Vier gegen Vier, danach hatte die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch noch gut eine Minute einen Mann mehr auf dem Eis, sollte daraus aber nichts machen.
Die erste dicke Chance im letzten Abschnitt hatten die Berliner. Ryan McKiernan mit dem Auge und dem Sahnepass von der blauen Linie vor das Tor, wo Kris Foucault lauerte, aber an Brandon Maxwell scheiterte.
Wenig später kassierte Frank Hördler die nächste Strafe der Partie und die Special Teams, welche heute viel Zeit bekamen, durften wieder ran. Dominik Uher und Miha Verlic hatten Möglichkeiten, konnten aber Matthias Niederberger nicht überwinden. Kaum wieder vollzählig, lief Hördler alleine auf Maxwell zu, aber der Aufschrei der Ticker-Tribüne schien ihn aus dem Tritt gebracht zu haben und ein Bremerhavener Spieler konnte in letzter Sekunde den Schläger dazwischen bekommen und spitzelte ihm die Scheibe von seiner Kelle.
Die Eisbären wollten in den letzten 20 Minuten für die Vorentscheidung sorgen, während Bremerhaven natürlich seine Chance auf den Ausgleich suchte. So entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, aber es waren die Berliner, welche der Vorentscheidung ein Stück näher kamen. Matt White mit dem klasse Zuspiel aus der linken Bandenrundung auf Leo Pföderl, welcher viel Zeit und Platz hatte. Pföderl zog ab und vollendete eiskalt durch die Schoner von Maxwell – 3:1 (52.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären konzentrierten sich nun auf die Defensive, weil ihnen klar war, was in der Schlussphase passieren würde: Bremerhaven rannte noch einmal an, machte noch einmal Druck und hatte drei Minuten vor dem Ende des Spiels auch nochmal eine Überzahlchance. John Ramage leistete sich einen Stockschlag und bekam dafür zwei Minuten von den Hauptschiedsrichtern Marc Iwert und Bastian Steingross. Und Powerplay ist eine Parade-Disziplin der Pinguins. Vladimir Eminger, Ziga Jeglic und zweimal Miha Verlic scheiterten mit besten Chancen. So blieb das Powerplay ungenutzt. Der Druck war aber am Ende so groß, dass Bremerhaven doch noch zuschlagen sollte. Goalie Brandon Maxwell war inzwischen vom Eis, als Niklas Andersen direkt nach einem gewonnenen Bully in der Angriffszone abzog und Matthias Niederberger damit überraschte – 3:2, 33,3 Sekunden vor der Schlusssirene.
Bremerhaven schnupperte nun wieder am Ausgleich und Thomas Popiesch rief seine Jungs 23,2 Sekunden vor dem Ende noch einmal zu sich, um ihnen letzte Anweisungen mit auf den Weg zu geben. Doch die Eisbären verteidigten das sehr leidenschaftlich. Sie warfen sich in die Schüsse und blockten die Versuche der Fischtown-Spieler und brachten so das knappe 3:2 über die Zeit. Somit landen die ersten drei Punkte auf dem Konto der Berliner.

Ein unerwarteter Auftaktsieg

Punkte, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hatte. Zum einen, weil man in der Vorbereitung große Probleme hatte, während Bremerhaven eine der großen Überraschungen im MagentaSport-Cup war. Zum anderen, weil die Berliner mit einer arg dezimierten Truppe antreten mussten. Es sprach also vieles vor dem Spiel für Bremerhaven. Aber die Eisbären kämpften von der ersten Sekunde an leidenschaftlich und als Team, zeigten großen Kampfgeist und unbändigen Willen. Dass sie heute das Eis im ersten Saisonspiel als Sieger verlassen wollten, wurde bereits in der ersten Spielminute deutlich.
Und dann wären da auch noch die drei Neuzugänge, welche erst vor kurzem verpflichtet wurden. Matt White avancierte mit drei Scorerpunkten (ein Tor/zwei Assists) zum Matchwinner, Kris Foucault sammelte zwei Scorerpunkte (1/1) und erzielte das erste Saisontor der Berliner. Und auch der Dritte im Bunde, Giovanni Fiore, wusste zu überzeugen und zeigte, dass er genau wie White und Foucault der Unterschiedspieler sein kann.
Klar, alles funktionierte noch nicht reibungslos, was aber im ersten Saisonspiel völlig normal ist. Aber im Vergleich zum MagentaSport-Cup zeigte sich die Defensive deutlich verbessert, die Mannschaft spielte als solche zusammen und kämpfte als Einheit um den Sieg und die drei Punkte. Und das Sorgenkind Special Teams war am Ende der Schlüssel zum Sieg. Zwei Powerplaytore sicherten am Ende drei enorm wichtige Punkte zu Beginn einer ganz besonderen Saison.

Kuriositäten am Rande des Spiels: 

In dieser Saison ist alles anders als sonst. Es sind keine Zuschauer in den Arenen der Liga, was dazu führt, dass man auf dem Eis die Gespräche der Spieler deutlich verstehen kann, was sicherlich auch mal ganz interessant ist. Angesichts der Corona-Pandemie sind die Spieler angehalten, auf Faustkämpfe zu verzichten. Wer die Handschuhe fallen lässt, darf duschen gehen. Ryan McKiernan wollte sich heute im ersten Drittel Niklas Andersen vorknöpfen, nachdem dieser nach Abpfiff noch zum Schuss ansetzte. Einer der beiden Hauptschiedsrichter brüllte ihm nur ein „No“ zu und man sah, wie schnell McKiernan sein Vorhaben sein ließ. 

Und Stadionsprecher Uwe Schumann muss sich auch noch an die neue Atmosphäre gewöhnen. Da brachte er mal eben die Tore durcheinander und wollte nach dem Treffer zum 2:1 den Eisbären diesen nicht zu gestehen und wollte „Eisbären eins“ sagen. Und nach der ersten Drittelpause wollte er die Fans auf den Gängen und an den Gastronomieeinrichtungen daran erinnern, dass das Spiel in Kürze weitergeht. Im fiel dann aber relativ schnell auf: „Ach ne, die haben ja geschlossen. Liebe Pressevertreter, kommt wieder rein, es geht in Kürze weiter.“ 

Diese Zeiten sind für alle ungewöhnlich, solche Momente bringen einen dann aber zum schmunzeln. Aber dennoch war die Botschaft der Eisbären Berlin während des ersten Saisonspiels deutlich:

Foto: eisbaerlin.de/walker

19.04. – Der Tag an dem die Eisbären zum ersten und fünften Mal deutscher Meister wurden

Heute vor 15 Jahren (19. April 2005) wurde Papst Benedikt XVI. gewählt und wir sprachen damals untereinander schon scherzhaft vom „Papst“ Pagé, sollte das dritte Spiel der Finalserie der Eisbären gegen die Adler Mannheim im Welli durch die Hausherren gewonnen werden.

Am späten Abend und fünf Tore (vier für die Eisbären und eins für Mannheim) später bebte der Wellblechpalast und der Freudentaumel begann:

(gefilmt aus dem F-Block des Wellblechpalastes)

Weitere Impressionen zu dieser Meisterschaft und den folgenden sechs findet Ihr z.B. auf Twitter unter dem offiziellen Hashtag der Eisbären: #meistajahre

Die unvergessene erste Meisterschaft führte dazu, dass wir unseren eisbaerlin.de-FanClub gründeten. Bald starteten wir unseren Blog, in dem unser FanClub-Chef Walker seit mehr als einem Jahrzehnt seine Heimspiel-Berichte als WalkersBärenNews und viele weitere Berichte schreibt.

Danke sehr, Cheffe für alles an dieser Stelle!

Einen Bericht schrieb Walker einen Tag nach dem Gewinn des fünften Meistertitels, welchen die Eisbären am 19.04.2011 in Wolfsburg holten:

5:4 – Constantin Braun schießt die Eisbären zum Titel!

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Dieses Wort war wohl gestern Abend das meist benutzte Wort der Eisbärenfans gewesen. Mit einem 5:4 haben die Berliner im dritten Finalspiel in Wolfsburg ihren fünften Titelgewinn perfekt gemacht. Einen Titel, der, wenn man die ganze Saison betrachtet, eher unerwartet war. Doch am Ende zeigten die Hauptstädter wieder ihre Klasse und sicherten sich doch noch den Pott gegen das beste Vorrundenteam der Saison.

Auch das dritte Finalspiel zwischen diesen beiden Teams war hart umkämpft gewesen. Die Wolfsburger, bei denen Ex-Eisbär Daniar Dshunussow im Tor stand, gaben noch einmal alles für ihren großen Traum. Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch auf hohem Niveau.
John Laliberte brachte Wolfsburg nach neun Minuten mit 1:0 in Führung. Die dritte Wolfsburger Führung im dritten Finalspiel – sie sollte wieder ein schlechtes Omen sein. Denn praktisch im Gegenzug glich Mads Christensen zum 1:1 aus (10.). Doch erneut John Laliberte ließ die Wolfsburger von einem vierten Spiel in Berlin träumen – 2:1 (19.).

Im Mitteldrittel spielten die Eisbären dann ihre Klasse aus und drehten die Partie. Zunächst gelang Tyson Mulock in der 23. Minute der 2:2-Ausgleich. Dann legte Florian Busch in der 32. Minute das 3:2 für Berlin nach. Die Eisbären waren also nur noch 20 Minuten vom fünften DEL-Titel entfernt.

Aber Wolfsburg gab sich auch im Schlussdrittel nicht auf und versuchte weiterhin sein Glück. Norm Milley gelang in der 41. Minute der 3:3-Ausgleich. Zwei Minuten später aber eine entscheidende Szene. Derrick Walser lief in Unterzahl (!) alleine Richtung Dshunussow und vollendete zum 4:3.
Wer nun dachte, es sei die Entscheidung gewesen, der hatte die Rechnung ohne die tapfer kämpfenden Wolfsburger gemacht. Denn diese kamen nur zwei Minuten nach dem erneuten Rückstand schon wieder zurück – Kai Hospelt mit dem 4:4 (45.).
Nun war es ein Spiel auf des Messer´s Schneide. Beide Teams wollten die Entscheidung. Und für diese sorgte in der 57. Minute Verteidiger Constantin „Tine“ Braun, der die Eisbären mit seinem Treffer zum 5:4 zum fünften Titel in den letzten sieben Jahren schoss.

Nach der Schlusssirene gab es kein Halten mehr auf dem Eis und auf den Rängen des gut gefüllten Gästeblocks. Auch in der O2 World beim Public Viewing war nach der Schlusssirene die Hölle los. Gegen 3:00 Uhr kam dann auch die Mannschaft noch in die O2 World, um mit weit mehr als 1000 Eisbärenfans die Deutsche Meisterschaft zu feiern.
Dass der Pokal dabei schon lädiert war, war allen egal. In Wolfsburg mussten die Berliner mal kurz den Pokal wieder befestigen, da dieser auf wackligen Füßen stand. Und im letzten Jahr hatte ich mich noch über Hannover aufgeregt, die mit dem Pokal nicht vorsichtig umgegangen waren und er auch kaputt war. Nun machten es die Eisbären den Scorpions also nach…

Das Original ist hier zu finden: http://eisbaerlin.blogspot.com/2011/04/54-constantin-braun-schiet-die-eisbaren.html

 

5:1 vs. Schwenningen: Tore, Schlägereien, Party-Stimmung und Heimrecht im Viertelfinale gesichert

Ausgabe #29:

Mein erster Gedanke zum Spiel gegen Schwenningen war dieser gewesen: „An einem Dienstag gegen Schwenningen, das kann ja wieder ein typischer, langweiliger Dienstagabend werden„. Und nach dem ersten Drittel sah ich mich auch noch bestätigt. Aber danach bekamen die 9.511 Zuschauer in der kläglich besuchten Mercedes-Benz Arena doch noch einiges zu bieten. Mit 5:1 (1:0,4:0,0:1) fegten die Eisbären Berlin den Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings aus der Arena am Ostbahnhof. Sechs Tore, schöne Schlägereien, 80 Strafminuten, eine für einen Dienstag überragende Partystimmung auf den Rängen gekrönt mit dem endgültigen sichern des Heimrechts im Viertelfinale. So ließ sich dieser Dienstagabend dann doch besser als erwartet aushalten und machte, entgegen aller Vermutungen, sogar schon Lust auf die bevorstehenden Playoffs. Welche die geilste Zeit des Jahres sind.

Bei den Eisbären kehrte Youngster Fabian Dietz zurück ins Line-up. Ansonsten blieb alles beim alten, so auch Justin Pogge im Tor.

Foto: eisbaerlin.de/netti

Die Ausgangslage war klar: Die Hausherren benötigten noch genau einen Punkt für das Heimrecht im Viertelfinale, während es für die Gäste maximal noch darum ging, den letzten Platz zu vermeiden. Das Spiel begann für einen Dienstag recht typisch. Kein schön anzusehendes Spiel, Fehlpässe auf beiden Seiten, aber auch Abschlüsse. Wenn gleich man die hundertprozentigen mit dem Fernglas suchen musste.
Dann aber mal ein Geistesblitz von Marcel Noebels, welcher die Scheibe quer rüber zu Leo Pföderl spielte. Die Nummer 93 nahm das Zuspiel humorlos an und hämmerte das Spielgerät ins Schwenninger Tor – 1:0 (9.).
Danach die Gäste aus dem Schwarzwald mit zwei ansehnlichen Angriffen, doch bei Justin Pogge war Endstation. Mehr interessantes passierte dann aber nicht mehr und wir näherten uns langsamen Schrittes der ersten Drittelpause. Zum Glück wollte man meinen, denn so richtig vom Hocker haute dieses Spiel niemanden in der Arena. Was aber zu erwarten war.

Aber das zweite Drittel entschädigte die Eisbären-Fans dann vollends. Die Hausherren zu Beginn in

Foto: eisbaerlin.de/netti

Überzahl, aus der kurze Zeit später eine doppelte wurde. Aber erst als die Schwäne wieder zu Viert waren, klingelte es erneut im Wild-Wings-Tor. Leo Pföderl hatte abgezogen, der scheidende Schwenninger Schlussmann Dustin Strahlmeier bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle und Austin Ortega stocherte so lange nach, bis der Puck im Tor war – 2:0 (23.).
Es lief immer noch die 23. Spielminute, als die Tor-Musik der Hauptstädter erneut ertönte. Landon Ferraro kam mit viel Tempo ins Angriffsdrittel, suchte sich die Ecke aus, visierte sie an und schloss mustergültig ab – 3:0, nur 45 Sekunden später.
Jetzt hatten die Berliner mal kurz so richtig Lust auf Tore und so legten sie schnell nach. Strahlmeier wollte einen Puck vor seinem Tor klären, was ihm aber nicht gelang. Marcel Noebels war zur Stelle, spielte die Scheibe in den Slot, wo Leo Pföderl der Abnehmer war – 4:0 (25.).
Nun ließen die Gäste die Fäuste sprechen und wir bekamen den ersten Fight zu sehen. Es sollte nicht der Letzte an diesem Abend gewesen sein. Die Eisbären nahmen fortan Tempo aus dem Spiel, aber als sie erneut in Überzahl waren, schlug mal wieder Youngster Lukas Reichel zu. Frank Hördler spielte die Scheibe zu Reichel, welcher mit dem Rücken zum Tor stand. Die Nummer 44 der Eisbären wählte den schwierigen Weg, er zog einfach mit der Rückhand ab und schaute überhaupt nicht, wohin er da zielte. Trotzdem schlug die Scheibe im Schwenninger Tor ein – 5:0 (35.).
Schwenningen antwortete nun immer wieder mit kleineren Nickligkeiten. Allen Fans in der Arena war klar gewesen, dass es heute noch ordentlich scheppern würde auf dem Eis. Doch zunächst einmal durften alle Beteiligten ihre Köpfe abkühlen und in den Kabinen verschwinden.

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Zum Schlussdrittel wechselte Wild-Wings-Coach Niklas Sundblad seinen Goalie. Dustin Strahlmeier nahm auf der Bank Platz, Michael Boehm stand fortan zwischen den Pfosten. Aber im letzten Drittel ging es mal wieder mit einem Fight weiter. Landon Ferraro schnappte sich Youngster Boaz Bassen und zeigte ihm mal, dass er sich besser nicht mit ihm oder irgendeinem anderen Eisbären anlegen sollte. Den Kampf verlor der Schwenninger eindeutig. Bassen hatte sich nämlich kurz zuvor mit John Ramage angelegt, sein Teamkollege Mark Fraser stürmte hinzu, was Ferraro zu viel war und so schnappte er sich Bassen und machte mit ihm kurzen Prozess. Unter tosendem Applaus der Eisbären-Fans, welche ihr Kommen an einem Dienstagabend inzwischen doch nicht bereut hatten.
Eine Minute hielten wir dann mal ohne Schlägerei durch, dann duellierten sich Ryan McKiernan und Ex-Eisbär Alex Weiß, der nach wie vor denkt, er wäre ein großer Fighter. Er hat es aber nach wie vor nicht drauf.
Ja, Eishockey wurde nebenbei auch noch gespielt und beide kamen auch zu Abschlüssen, aber das beherrschende Thema in den letzten 20 Minuten waren nun einmal die Schlägereien, welche sich eben bereits im Drittel zuvor angekündigt hatten. Mark Fraser war der nächste Schwenninger, der negativ auffiel. Er fuhr Youngster Fabian Dietz an der Bande übel zusammen, was ihm den Kontakt mit PC Labrie bescherte. Auf diesen hätte er sicherlich gerne verzichtet, denn dieses Duell verlor er eindeutig. Auch Labrie machte mit seinem Kontrahenten kurzen Prozess.
82 Sekunden fehlten Justin Pogge am Ende übrigens, um einen Shutout zu feiern. In Überzahl überwand Verteidiger Dylan Yeo den Berliner Goalie doch noch und sorgte somit für Schwenninger Ergebniskosmetik und den 5:1-Endstand. Mit diesem Sieg machten die Hausherren das Heimrecht im Viertelfinale endgültig perfekt. Die Fans feierten aber bereits das ganze Spiel über und sorgten für eine überragende Stimmung, was an einem Dienstag nicht normal ist. Vor allem nicht gegen Schwenningen.

Die Eisbären haben die Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten letztendlich souverän gemeistert.

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Nach anfänglichen Problemen fand man im zweiten Drittel besser ins Spiel und sorgte früh im Mitteldrittel für die Entscheidung. Das Powerplay steuerte zwei Treffer zum Sieg herbei, was Trainer Serge Aubin sehr freuen wird. Was ihm aber nicht gefallen haben dürfte, sind die Undiszipliniertheiten in Sachen Strafzeiten, denn da nehmen die Eisbären zuletzt eindeutig zu viele. „Gerade in den Playoffs muss man die Zahl drastisch verringern„, sagte Serge Aubin auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Aber er sagte eben auch, dass man manchmal seinen Mann stehen muss und heute war so ein Spiel. Denn die Schwenninger fingen schon ordentlich an zu provozieren und die Eisbären ließen nach langer Zeit mal wieder mehrfach die Fäuste fliegen und zeigten den Gästen, dass sie sich die Provokationen besser gespart hätten.
Ansonsten sollte man diesen Sieg nicht überbewerten, denn Schwenningen ist nur mit einer Rumpftruppe angetreten und war keinesfalls der Gradmesser für die Playoffs. Dort warten andere Kaliber auf die Eisbären. Aber mit diesen Fans im Rücken und dem Heimrecht im Viertelfinale ist gegen jeden Gegner das Halbfinale drin.

1:2 n.V. gegen Düsseldorf: Eisbären beißen sich an der besten Defensive der Liga die Zähne aus

Ausgabe #28:

Dieses Spiel hat bereits Lust auf die Playoffs gemacht. Da werden wir genau solche hart umkämpften und torarmen Spiele erleben. Und wenn man dort nicht über die gesamte Spielzeit fokussiert und frei von Fehlern ist, wird man den Preis dafür bezahlen. So hat es auch Eisbären-Chefcoach Serge Aubin gestern nach der 1:2-Heimniederlage n.V. gegen die Düsseldorfer EG gesehen. Er war zwar sehr, sehr zufrieden mit dem Einsatz seiner Mannschaft, aber bemängelte eben auch, dass man nicht über die 62 Minuten fokussiert war. Und in der Verlängerung traf man eine falsche Entscheidung, welche letztendlich zur Niederlage führte. Und dazu, dass die Rheinländer den Rückstand auf vier Zähler verkürzen konnten. Dennoch haben die Berliner nach wie vor alles in der eigenen Hand, schließlich steht ja noch das Nachholspiel gegen Schwenningen an. Wenn man dort gewinnt, sollte Platz Vier sicher sein. Aus dem gestrigen Spiel können die Eisbären auf jeden Fall viel lernen, wie es Serge Aubin sagte. Denn es war definitiv ein gutes Spiel der Eisbären, welche im weiteren Spielverlauf aber den Fuß vom Gas nahmen, wie es Aubin analysierte. Und genau das darfst du dir in den Playoffs nicht leisten. Denn dann zahlst du den schmerzhaften Preis dafür.

Die Eisbären vertrauten dem selben Team, welches am Sonntag in Nürnberg verloren hatte. Auch im Tor gab es keine Veränderung, weshalb davon auszugehen ist, dass für Aubin Justin Pogge als Nummer Eins in die Playoffs gehen wird.

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Die Eisbären waren von der ersten Sekunde an hellwach und machten sehr deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten. Sie suchten sofort den Weg in Richtung Matthias Niederberger, der laut Gerüchten zufolge ja in der nächsten Saison wieder das Trikot mit dem Eisbärenkopf drüber ziehen wird, und nahmen ihn unter Beschuss. Aber da bewies er seine Klasse und ließ die Eisbären-Akteure reihenweise verzweifeln. Früh war er aber bereits einmal geschlagen, aber PC Labrie scheiterte mit seinem Kracher am Torgestänge.
Immer wieder kurbelten die Eisbären neue Angriffe an, während man hinten einen relativ ruhigen Abend im ersten Drittel verbrachte, da man sehr kompakt verteidigte und kaum etwas zu ließ. Einzig ein Konter der DEG rutschte mal durch, aber da war Justin Pogge zur Stelle. Die Chance hatte übrigens Charlie Jahnke, der im Rheinland richtig aufblüht und dort gute Leistungen zeigt. Was für ihn der Vorteil ist, erklärte sein aktueller Trainer Harold Kreis nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Er meinte, es sei für Jahnke ein Vorteil gewesen, dass die DEG so viele Verletzte zu beklagen hatte. Dadurch bekam er Eiszeit und konnte sich empfehlen, was bei Clubs mit 13,14,15 Stürmern natürlich schwerer gewesen wäre. In Düsseldorf scheint der Youngster sein Glück gefunden zu haben.
Es folgte das erste Berliner Überzahlspiel und da sah man schon, dass man unter der Woche dran gearbeitet hatte, aber trotzdem konnte man dieses nicht nutzen, obwohl man gute Möglichkeiten hatte.
Die DEG beendete das Auftaktdrittel dann mit einem Mann mehr und kam dadurch auch zu Möglichkeiten, aber am torlosen Ausgang des ersten Drittels sollte sich nichts mehr ändern.

Die Mannen von Chefcoach Harold Kreis hatten auch zu Beginn des zweiten Drittels noch Powerplay

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und sie nahmen den Schwung auch nach Ablauf des Powerplays mit. Sie wirkten deutlich wacher und bestimmten die Anfangsphase des zweiten Drittels. Das Bild glich dem des ersten Drittels, nur dass es dieses Mal die DEG war, die in Richtung des Tores vor der Fankurve Angriffe einleitete. Der Unterschied zum ersten Drittel war aber der, dass die Berliner ebenso Chancen hatten und es so ein Duell auf Augenhöhe war, in dem beide Mannschaften immer wieder Möglichkeiten hatten. Aber dennoch war deutlich anzumerken, dass die DEG es den Eisbären inzwischen schwerer machte, sich beste Chancen herauszuspielen, weil sie ihrem Namen der besten Defensive der Liga alle Ehre machten.
Die Gäste dann mal wieder mit einem Überzahlspiel, aber das Penaltykilling der Eisbären mit guter Arbeit, so überstand man diese Unterzahl schadlos. Auch die Hausherren im Anschluss nochmal mit einem Mann mehr, aber auch die Berliner blieben erfolglos in Überzahl. So warteten 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof also auch nach 40 Minuten noch auf den ersten Treffer der Partie.

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Im letzten Drittel merkte man dann beiden Mannschaften an, dass sie hier nicht den entscheidenden Fehler machen wollten. Denn es war so ein Spiel, wo man davon ausgehen musste, dass ein Tor dieses entscheiden kann. Und dann ging die DEG in Führung. Weil die Eisbären die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel bekamen. Luke Adam behielt sie im Angriffsdrittel, schoss sie aufs Tor, wo Justin Pogge nur prallen lassen konnte. Wer stand goldrichtig zum Nachschuss vor dem Tor? Genau, Charlie Jahnke, er staubte zum 0:1 ab (50.). Solche Geschichten schreibt eben nur der Sport und man stelle sich mal vor, dieser Charlie Jahnke hätte für die drei Punkte der DEG gesorgt.
Dass es nicht dazu kam, lag daran, dass die Eisbären dann doch einmal ihr Powerplay nutzen konnten. Maxim Lapierre zog hinter das Tor, sah im Slot Mark Olver stehen und der ließ Matthias Niederberger keine Chance – 1:1 (55.).
Danach versuchten es beide Teams nochmal, aber beide Goalies ließen keinen Puck mehr durch. So ging es beim Stand von 1:1 in die Verlängerung.

Und in dieser passierte den Eisbären der Fehler, welchen Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auf der

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Pressekonferenz ansprach. Man war für die ersten 40 Sekunden nicht am Puck, konnte das aber gut wegstecken. Dann aber entschieden sich seine Jungs falsch, denn laut Aubin hätten sie sich lieber erst einmal erholen sollen, statt noch einmal anzugreifen. So kam der Angriff, welcher letztendlich das Spiel entschied. Weil die Eisbären die Scheibe hinter dem eigenen Tor nicht festmachen konnten und weil vor dem Tor die Konzentration fehlte und Siegtorschütze Luke Adam gänzlich allein gelassen wurde. Nach dem die DEG den Puck hinter dem Tor verloren, danach aber zurück erkämpft hatte, folgte der Pass in den Slot, wo Adam nicht lange fackelte und die Arena am Ostbahnhof verstummen ließ – 1:2 (62.).

Während sich die DEG über die zwei enorm wichtigen Punkte freute, merkte man den Eisbären die Enttäuschung über die Niederlage an. Denn sie wussten, dass sie dieses Spiel eigentlich hätten gewinnen müssen. Im ersten Drittel dominierte man das Spielgeschehen und brachte die beste Defensive der Liga ein ums andere Mal in Verlegenheit. Aber entweder stand das Aluminium im Weg oder Matthias Niederberger. Ab dem zweiten Drittel verpasste man es, genau so weiter zu spielen. Man ließ Düsseldorf ins Spiel kommen und so wurde es ein offener Schlagabtausch. Das man im Schlussdrittel nach dem Rückstand noch den Weg zum Ausgleich fand, ehrt die Mannschaft wieder und zeugt von der großen Moral im Team. Aber in der Verlängerung entschieden sie sich falsch und wurden dafür bestraft.
Insofern ist dieses Spiel vielleicht genau das richtige Lehrbeispiel, wie man es in den Playoffs nicht machen darf. Da muss man genau so weiterspielen wie im ersten Drittel. Denn wenn man das gemacht hätte, wären die drei Punkte in Berlin geblieben. Aber lieber jetzt eine unnötige Niederlage gegen Düsseldorf als in der vermeintlichen Playoff-Viertelfinalserie…

4:2 gegen Iserlohn: Wenn die Top-Reihe schwächelt, springen eben die anderen Reihen in die Bresche

Ausgabe #27:

Die Ausgeglichenheit der Angriffsreihen der Eisbären Berlin könnte zum größten Trumpf in den Playoffs werden. Waren die Berliner in den letzten Jahren meist abhängig von der einen Top-Reihe, um erfolgreich zu sein, so sind sie in diesem Jahr weitaus schwerer auszurechnen. Denn von allen vier Reihen geht inzwischen Gefahr aus, jede Reihe kann Tore schießen und somit Spiele entscheiden. Und es muss eben nicht immer die Top-Reihe um Marcel Noebels, James Sheppard und Leo Pföderl sein. Diese war laut Trainer Serge Aubin heute nicht so gut, haben die Mannschaft dafür aber über weite Strecken der Saison getragen. Und genau in solchen Momenten braucht man laut Aubin eben die anderen Mannschaftsteile, die dann in die Bresche springen und für den Sieg sorgen. So geschehen am Dienstagabend, als die Hauptstädter die Iserlohn Roosters mit 4:2 (1:1,2:0,1:1) besiegten und damit den vierten Erfolg in Serie feierten. Während die Top-Reihe blass blieb, traf aus allen anderen drei Angriffsreihen je ein Stürmer, Mark Olver dabei als Matchwinner sogar doppelt. So tief besetzt und schwer ausrechenbar waren die Berliner lange nicht mehr, was in Richtung Playoffs viel Hoffnung auf eine sehr lange Saison macht.

EHC-Chefcoach Serge Aubin nahm im Vergleich zum Mannheim-Spiel eine Änderung auf der Torhüterposition vor. Er gönnte Sebastian Dahm den Einsatz gegen seine Ex-Kollegen. Justin Pogge nahm demnach auf der Bank als Back-up Platz.

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Die Eisbären hatten einen guten ersten Wechsel, wie Serge Aubin nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagen sollte, fanden danach aber lange nicht mehr ins Spiel. Iserlohn kam dagegen gut rein ins Spiel und konnte befreit aufspielen, ist die diesjährige Saison für die Sauerländer ja bereits Geschichte. Denn mit den Playoffs hat die Mannschaft von Trainer Jason O’Leary in diesem Jahr nichts zu tun. Und so gingen sie hier in der Hauptstadt früh in Führung. Michael Clarke hatte abgezogen, sein Schuss ging zwar an den Pfosten, rutschte aber von da an Dahms Schoner und von dort aus schließlich ins Tor – 0:1 (6.).
Jener Clarke war es auch, welcher dann die erste Strafzeit der Partie kassierte, aber das Powerplay der Hausherren war keine Erwähnung wert. Aber so langsam fanden die Gastgeber wieder zu ihrem Spiel und hätten Mitte des ersten Drittels beinahe den Ausgleich erzielt. Aber Sebastian Streu scheiterte am Pfosten und Kapitän André Rankel konnte den Nachschuss leider auch nicht versenken.
Aber die Eisbären kamen immer besser rein ins Spiel, hatten das nächste Powerplay, welches etwas besser aussah, aber auch keinen Erfolg brachte. Dieser sollte erst in Minute 15 folgen, als Florian Kettemer von der blauen Linie abgezogen hatte. Mark Olver fälschte den Schuss unhaltbar für IEC-Goalie Andreas Jenike ab und so stand es 1:1 in Berlin.
Anschließend noch einmal ein Powerplay für die Roosters, welches aber ebenso keinen Erfolg einbrachte. So stand es nach 20 Minuten trotz eines leichten Schussübergewichtes für Iserlohn 1:1-Unentschieden.

Die Eisbären fanden dann gut ins Mitteldrittel und prüften Jenike gleich ein paar Mal, aber der stand

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sicher und ließ keine Scheibe durch. Dann zur Abwechslung mal wieder Iserlohn, welche erneut in Überzahl ran durften und durch Mike Halmo die beste Chance hatten, aber er scheiterte an Dahm.
Fortan nahm der Druck der Berliner zu und Mitte des Spiels belohnten sie sich dafür dann auch. Austin Ortega erkämpfte sich hinter dem Tor die Scheibe, brachte sich in Schussposition, zog ab und sorgte für die erstmalige Berliner Führung an diesem Abend – 2:1 (30.).
Iserlohn tat sich in dieser Phase schwer, die Eisbären machten das Spiel und konnten sogar die Führung ausbauen. In Überzahl spielte PC Labrie die Scheibe rüber zu Youngster Lukas Reichel, welcher nicht lange fackelte und eiskalt abschloss – 3:1 (37.). Was zugleich auch der Pausenstand nach 40 Minuten war.

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Die Gäste vom Seilersee fanden gut ins Schlussdrittel und prüften erneut ihren Ex-Kollegen Sebastian Dahm, aber der ließ nichts durch. Die Eisbären kamen auch zu Chancen, aber auch sie fanden keinen Weg vorbei am Iserlohner Schlussmann.
Trotz des Rückstandes gaben die Iserlohner nicht auf, versuchten weiter nach vorne zu spielen, doch da machten die Eisbären geschickt die Wege zu und ließen wenig hochkarätiges zu. Als noch zehn Minuten auf der Uhr waren, bot sich den Eisbären in Überzahl die Chance zur Entscheidung. Doch stattdessen verkürzten die Sauerländer in Unterzahl. Ex-Eisbär Jens Baxmann gewann einen Zweikampf gegen Marcel Noebels, schickte Alexej Dmitriev auf Reisen, welcher eiskalt abzog und zum 3:2 verkürzte (52.).
Iserlohn hatte nun also noch einmal Oberwasser und wollte nun auch den Ausgleich erzielen. Die Sauerländer mussten also hinten aufmachen, was den Eisbären Platz zum kontern gab. Doch diese spielten sie nicht sauber genug zu Ende, dafür hielten sie Iserohn vor dem eigenen Tor relativ gut aus der gefährlichen Zone fern. Die Roosters versuchten am Ende noch einmal alles, Torhüter raus und Auszeit. Doch das nutzten die Berliner durch Mark Olver zur endgültigen Entscheidung. Im Fallen drückte Olver die Scheibe über die Linie und konnte seinen zweiten Treffer an diesem Abend bejubeln – 4:2 (59.). Damit war die Partie entschieden und der vierte Sieg eingefahren.

Ein Sieg, welcher nicht unbedingt schön anzusehen war, aber damit war ja auch zu rechnen. Gegen

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Iserlohn tat man sich in dieser Saison schon häufiger schwer und da war das Spiel keine Ausnahme. Die Roosters machten es den Eisbären nicht leicht, waren zu Beginn die bessere Mannschaft, aber je länger das Spiel dauerte, desto mehr übernahmen die Eisbären das Kommando. Wenn gleich Iserlohn durchaus immer mal wieder vor Sebastian Dahm auftauchte, nur so richtig brenzlig wurde es dann eben nicht oft. Die Eisbären boten nicht ihr bestes Eishockey, die Top-Reihe wurde kalt gestellt, aber trotzdem fand man einen Weg, dieses Spiel zu gewinnen. Weil eben die drei anderen Sturmreihen in die Bresche sprangen und das Spiel zu Gunsten der Eisbären entschieden. Wohl dem, der über solch ausgeglichene Sturmreihen verfügt.