4:0-Heimsieg gegen Iserlohn: Liam Kirk und Ty Ronning treffen erneut, Jonas Neffin feiert beim Debüt einen Shutout

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #4:

Viertes Spiel, dritter Sieg: Die Eisbären Berlin haben auch das zweite Spiel an diesem Wochenende gewonnen. Gegen die Iserlohn Roosters setzte man sich am Ende problemlos mit 4:0 (1:0,3:0,0:0) durch. Während die Offensive wieder Tore produzierte, ließ die Defensive hinten nichts anbrennen. Wobei man dazu sagen muss, dass Iserlohn die Berliner Abwehr auch nicht vor die aller größten Probleme stellte.

Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Verteidiger Mitch Reinke zurückgreifen, dafür fehlte Korbinian Geibel in der Defensive. Was jedoch rein dem Zweck der Rotation galt. Reinke nahm dessen Platz an der Seite von Eric Mik ein. Dazu startete heute Jonas Neffin im Tor, während Jack LaFontaine als Back-up auf der Bank Platz nahm. Alles andere blieb unverändert im Line-up.

Die Eisbären trafen heute auf den Tabellenletzten aus dem Sauerland. Gerade gegen die Schlusslichter der PENNY DEL taten sich die Berliner in der Vergangenheit häufig schwer. In der vergangenen Saison konnte man aber beide Heimspiele gegen Iserlohn gewinnen. Setzte sich diese Serie heute fort oder konnten die Roosters in der Hauptstadt den ersten Saisonsieg einfahren?

Torjubel der Eisbären über das 1:0 von markus Vikingstad. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Vikingstad trifft im Powerplay

Von Beginn an war es ein schnelles Spiel, in dem die Zweikämpfe hart umkämpft waren. Beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und zogen dann direkt vor das Tor. Die Eisbären hatten dann auch früh das erste Powerplay, doch das war zu Beginn noch nicht so gefährlich wie am Freitagabend in Köln.
Leo Pföderl hatte Mitte des ersten Drittels das 1:0 auf dem Schläger, aber IEC-Goalie Andreas Jenike rettete in höchster Not und bewahrte seine Mannschaft vor dem Rückstand in der Hauptstadt. Die Berliner dominierten das Spiel gegen den Tabellenletzten aber klar. Hinten ließ man wenig Gefährliches zu, während man vorne am Führungstreffer arbeitete. Diesen erzielte man im zweiten Powerplay der Partie. Die Eisbären zogen ihr Powerplay geduldig auf, Mitch Reinke und Jean-Luc Foudy spielten sich die Scheibe an der blauen Linie zu, Reinke hatte abgezogen und Markus Vikingstad fälschte vor dem Tor entscheidend ab – 1:0. Die hochverdiente Führung, was auch die Schussstatistik aussagte – 11:0 zu Gunsten der Eisbären.
Die Gäste aus dem Sauerland meldeten sich danach zwar auch mal an, aber Jonas Neffin hielt die 1:0-Pausenführung seiner Mannschaft fest.

Symbolbild: Die Eisbären bringen Iserlohn zu Fall. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wiederer trifft erneut in Unterzahl

Früh im Mitteldrittel durften die Gäste aus dem Sauerland erstmals in Überzahl ran und hatten damit die Chance auf den schnellen Ausgleich. Doch daraus wurde nichts, denn es kam der große Auftritt von Manuel Wiederer: Er klaute einem Iserlohner Spieler stark die Scheibe, marschierte alleine auf Jenike zu und ließ den Iserlohner Goalie alt aussehen – 2:0 (22.). Bereits das dritte Saisontor der Nummer 21 – zwei davon erzielte der Stürmer in Unterzahl! Ein überragender Saisonstart von Wiederer.
Auch in der Folge wurde es immer wieder brenzlig vor dem Tor der Roosters. Die Effektivität der Eisbären ließ bis hierhin aber zu Wünschen übrig.
Was fehlte in diesem Spiel noch? Richtig, ein Tor von Liam Kirk oder Ty Ronning. Letzterer bediente Kirk und der britische Nationalstürmer spazierte ungestört durch die Iserlohner Defensive und stellte problemlos auf 3:0 (34.). Iserlohn muss sich die Frage gefallen lassen, wie man einen so torgefährlichen Spieler so schlecht verteidigen kann, wie es die Roosters bei diesem Gegentor gemacht haben. DEL-Niveau hatte das bei weitem nicht. Aber das traf auch insgesamt gesehen auf den Auftritt der Sauerländer zu. Was 18:6-Schüsse zu diesem Zeitpunkt auch statistisch gesehen noch einmal unterstrichen.
35,4 Sekunden vor dem Ende erhöhte die Top-Reihe der Eisbären auf 4:0. Über Liam Kirk und Freddy Tiffels kam die Scheibe zu Ty Ronning, der damit auch im vierten Spiel in Folge traf. Das „Duo Infernale“ liefert und liefert und liefert. Mit diesem souveränen Vorsprung ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Feierte direkt im ersten Spiel für die Eisbären einen Shutout: Goalie Jonas Neffin (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Iserlohn arbeitet am Anschlusstreffer, aber Jonas Neffin feiert am Ende den Shutout

Damit war die Partie im Grunde genommen auch entschieden, denn Iserlohn erweckte in den ersten 40 Minuten nicht den Eindruck, dass sie im Schlussdrittel nun auf einmal vier Tore schießen würden. Dennoch gab sich die Mannschaft von Trainer Stefan Nyman nicht auf und arbeitete am Anschlusstreffer. Doch der ehemalige Iserlohner Goalie Jonas Neffin hatte etwas dagegen. Er hielt weiterhin die Null und wurde dabei auch sehr stark von seinen Vorderleuten unterstützt. Das galt auch für das Iserlohner Powerplay, in dem er keine Scheibe durch ließ.
Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. Die Eisbären mussten nicht mehr tun als nötig war, Iserlohn arbeitete weiter am Anschlusstreffer. Doch es sollte nichts mehr passieren, weshalb die Eisbären das Spiel souverän mit 4:0 gewannen.

6:5 n.P. in Köln: Neuzugang Jean-Luc Foudy entscheidet Tor-Festival in der Domstadt

Die Eisbären Berlin haben ihren ersten Auswärtssieg der neuen DEL-Saison gefeiert. Am Ende setzte man sich bei den Kölner Haien in einem verrückten Spiel mit 6:5 nach Penaltyschießen durch. Es war ein wildes Spiel mit wechselnden Führungen, in dem die Eisbären bis zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit eigentlich schon als der sichere Sieger aussahen. Doch am Ende holte man Köln wieder zurück ins Spiel, sicherte sich aber dank Jack LaFontaine und Jean-Luc Foudy den Zusatzpunkt in der Domstadt.

Bei den Eisbären gab Jean-Luc Foudy heute sein DEL-Debüt. Trainer Éric Dubois stellte ihn an die Seite von Yannick Veilleux und Markus Vikingstad. Gabriel Fontaine rückte in die Reihe zu Andreas Eder und Leo Pföderl. Eric Hördler spielte stattdessen in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Tobias Krestan. Rihards Griva stand dafür nicht im Kader. Auch Mitch Reinke fehlte heute im Line-up. Alles andere blieb unverändert. Somit stand auch heute wieder Jack LaFontaine im Tor. Jonas Neffin nahm erneut als Back-up auf der Bank Platz.

Nach dem man in den ersten beiden Saisonspielen bereits auf die Straubing Tigers (Viertelfinalgegner 2026) und die Adler Mannheim (Finalgegner 2026) traf, machten die Eisbären die Serie heute komplett und trafen auf ihren letztjährigen Halbfinalgegner Köln. Die Domstädter hatten natürlich noch jede Menge Wut im Bauch, ließen doch die Hauptstädter die Kölner Meisterträume in den letzten beiden Jahren (Finale 2025/Halbfinale 2026) wie eine Seifenblase platzen. Gelang den Kölnern heute die Revanche in der Hauptrunde oder triumphierten am Ende erneut die Eisbären in der Domstadt?

Für einen Spieler war es ein sehr besonderes Spiel: Marcel Noebels traf nach zwölf Jahren in der Hauptstadt erstmals auf seinen Ex-Verein. Wie torgefährlich die ehemalige Nummer 92 ist, wissen sie in Berlin nur allzu gut. Konnten die Eisbären ihren Ex-Spieler stoppen oder schenkte Noebels seinem Ex-Verein einen Puck ein?

Traf direkt im ersten Duell gegen seinen Ex-Verein: Marcel Noebels (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Ausgerechnet Marcel Noebels trifft zum 1:1 gegen die Eisbären

49 Sekunden war die Partie alt, da tauchte Tim Fleischer alleine vor Jack LaFontaine auf. Aber der Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand und verhinderte somit den Kölner Traumstart.
Den legten dann aber die Eisbären hin. Powerplay für die Berliner und in einer etwas unübersichtlichen Situation lag auf einmal die Scheibe im Tor. Freddy Tiffels chippte die Scheibe vor das Tor, wo Ty Ronning als Letzter am Puck war – 1:0 (4.). Im dritten Spiel das dritte Saisontor vom kleinen Wirbelwind.
Die Antwort der Domstädter ließ aber nicht lange auf sich warten. Und diese Geschichten schreibt nur der Sport: Denn ausgerechnet Marcel Noebels sorgte für den 1:1-Ausgleich. Patrick Russell mit dem Pass auf Noebels, welcher viel zu viel Zeit im Slot hatte und per Onetimer auf 1:1 stellte (8.). Noebels verzichtete aber auf einen überschwänglichen Torjubel.
Die Freude währte jedoch nur 39 Sekunden, denn dann schlugen die Eisbären wieder zurück. Ty Ronning auf Liam Kirk und der britische Nationalstürmer brachte die Eisbären wieder in Führung – 2:1 (9.). Das „Duo Infernale“ schlug also auch in der Domstadt wieder zu.
Kirk hätte im nächsten Powerplay beinahe das 3:1 nachgelegt, doch bei seinem Alleingang traf er nur das Gestänge. Im selben Powerplay fuhren die Domstädter aber auch einen Zwei-auf-eins-Konter, bei dem Ryan MacInnis das 2:2 auf dem Schläger hatte. Freddy Tiffels rettete aber im letzten Moment und klärte kurz vor der Torlinie.
In der Schlussminute gelang den Hausherren bei angezeigter Strafzeit aber dann doch der Ausgleich. Brady Austin packte einen satten Handgelenkschuss aus und stellte 36,5 Sekunden vor dem Ende auf 2:2. So stand es auch nach furiosen 20 Minuten.

Nickligkeiten gehören zum Duell Köln vs. Berlin immer dazu. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln geht erstmals in Führung, aber Berlin dreht das Spiel zurück

Köln begann das Mitteldrittel mit einem Powerplay und wie zu Beginn des Spiels hatte Tim Fleischer die erste dicke Chance. Diesmal nutzte er diese aber aus und brachte die Haie erstmals an diesem Abend in Führung – 3:2 (21.). 46 Sekunden waren da gerade einmal im zweiten Drittel gespielt.
Wie in der Kurpfalz hatte der Titelverteidiger eine Führung verspielt. Aber noch war genügend Zeit, um etwas Zählbares aus Köln mit nach Berlin zu nehmen. Und die Eisbären spielten auch weiterhin nach vorne, fanden aber keinen Weg vorbei an KEC-Goalie Janne Juvonen.
Den fand dann aber Markus Vikingstad, der das nächste Powerplaytor für die Eisbären erzielte. Der Norweger staubte eiskalt vor dem Tor ab und schenkte Juvonen das dritte Tor ein. Somit ging der DEL-Klassiker wieder von vorne los.
Und die Eisbären drehten das Spiel wieder zurück. Andreas Eder mit dem Schuss und dem 4:3. Da sah Janne Juvonen überhaupt nicht gut aus (36.). Kurz darauf die große Chance, erstmals an diesem Abend eine Zwei-Tore-Führung herauszuspielen, als man erneut ein Mann mehr auf dem Eis war. Doch diese Chance konnte man nicht nutzen und nahm somit nur die 4:3-Führung mit in die Kabine.

Jack LaFontaine streckte sich nach jedem Puck. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln rettet sich dank furiosem Schlussspurt in die Verlängerung

Im Schlussdrittel kassierte Juvonen dann direkt das nächste krumme Gegentor. Neuzugang Foudy brachte die Scheibe aufs Tor, von Juvonen prallte sie an Juhani Tyrväinen und von dem aus ins Tor – 5:3 (42.)
Dieser Treffer zog den Haien so ein wenig den Zahn. Denn Köln tat sich in der Folge schwer, gefährliche Chancen zu kreieren. Die Eisbären waren in dieser Phase dem 6:3 näher als Köln dem 4:5.
Erst in der Schlussphase investierten die Domstädter nochmal alles, um hier das Unmögliche noch möglich zu machen. Man setzte die Eisbären stark unter Druck und kam auch zu guten Chancen. Aber Jack LaFontaine wurde zum Endgegner der Kölner und ließ sie reihenweise verzweifeln.
Als Juvonen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers sein Tor verließ, schlugen die Hausherren aber doch noch zu. Und natürlich war es erneut Marcel Noebels, der gegen seinen Ex-Verein traf – 4:5 (58.).
Auf einmal war hier nochmal Spannung in der Lanxess Arena. Und Moritz Müller hatte kurz darauf die dicke Chance zum 5:5-Ausgleich, als er frei vorm Berliner Tor zum Abschluss kam, aber an LaFontaine nicht vorbei kam.
Kapitän Kai Wissmann nahm dann eine sehr ungünstige Strafzeit wegen Spielverzögerung, was Köln ein doppeltes Powerplay ermöglichte. Und das für satte 91 Sekunden. Diese Chance ließ sich Köln natürlich nicht nehmen und glich durch Patrick Russell tatsächlich noch aus – 5:5 (59.).
Dieser Schlussspurt der Haie sorgte für eine Verlängerung, die man bis zur 58. Spielminute nicht mehr für möglich gehalten hatte. Aber die Haie machten enormen Druck, von dem sich die Eisbären nicht mehr befreien konnten. Und da man zuvor die Entscheidung nicht erzwingen konnte, musste man sich vorerst mit einem Punkt begnügen.

In der Overtime bekam man dann aber die Chance zum Sieg auf dem Silbertablett serviert, da man ein Powerplay bekam. Und zweimal hatte man in dieser Partie ja schon mit einem Mann mehr getroffen, weshalb Trainer Éric Dubois die Auszeit nahm und Dan Lambert den Spielern letzte Anweisungen mit auf den Weg gab. Doch diese halfen nicht, denn die Haie überstanden diese Unterzahl ohne Gegentor. Da kein Treffer in den fünf Minuten fiel, kam es zum Penaltyschießen.

Erzielte im ersten DEL-Spiel direkt den Gamewinner im Penaltyschießen: Jean-Luc Foudy (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch in diesem kam es zur Verlängerung. Denn die ersten drei Schützen auf jeder Seite vergaben ihren Penalty jeweils. Erst der sechste Schütze auf Seiten der Eisbären sorgte für die Entscheidung. Und es war am Ende tatsächlich Neuzugang Jean-Luc Foudy, der als einziger Schütze seinen Penalty verwandelte. Somit sicherte er seiner neuen Mannschaft hier den wichtigen Zusatzpunkt.

4:1-Heimsieg gegen Graz: Der doppelte Leo Pföderl führt die Eisbären zum ersten CHL-Sieg

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #1:

Perfekte Antwort auf das Schweiz-Wochenende: Die Eisbären Berlin sind in der Champions Hockey League (CHL) angekommen und haben ihren ersten Sieg gefeiert. Gegen den österreichischen Meister Graz 99ers feierte man einen souveränen 4:1-Heimsieg und sicherte sich damit die ersten drei Punkte in der CHL. Offensiv wusste man zu brillieren – vor allem Leo Pföderl mit zwei Toren. Defensiv wirkte man deutlich stabiler als noch in den beiden Spiel in Genf und Davos.

Eisbären-Trainer Éric Dubois stellte seine Reihe im Vergleich zum Spiel in Davos um. Kapitän Kai Wissmann bekam Korbinian Geibel an die Seite. Jonas Müller verteidigte dafür zusammen mit Adam Smith. Dessen Verteidigungspartner Mitch Reinke spielte zusammen mit Brandon Davidson. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei.
In der ersten Reihe bekamen Ty Ronning und Gabriel Fontaine Youngster Eric Hördler an die Seite gestellt. Liam Kirk, der in Davos in der Reihe stürmte, fehlte heute im Line-up. Den Platz von Hördler Junior in der Reihe mit Andreas Eder und Leo Pföderl nahm Allrounder Eric Mik ein. Der Rest blieb unverändert.
Im Tor startete Jack LaFontaine, während Jonas Neffin als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Für beide Mannschaften ging es darum, den kompletten Fehlstart in die CHL zu vermeiden. Denn sowohl die Eisbären als auch Graz starteten mit zwei Niederlagen in die neue CHL-Saison. Wem gelang heute der Turnaround und wer musste die dritte Niederlage in Serie einstecken?

Leo Pföderl schnürte gegen Graz den Doppelpack. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Leo Pföderl weiterhin in erstaunlicher Frühform

Vom ersten Bully weg war sie wieder zu spüren, die einmalige Welli-Atmosphäre. Gänsehaut-Feeling im altehrwürdigen Wellblechpalast. Da flog fast das Dach weg, so laut war es hier. Davon beflügelt starteten die Eisbären sehr druckvoll ins Heimspiel und suchten immer wieder direkt den Abschluss. Selbst im ersten Powerplay der Gäste waren die Hausherren gefährlich.
Es dauerte bis zur zehnten Spielminute, ehe Top-Scorer Leo Pföderl den Abend eröffnete – 1:0. Erstaunliche Frühform von der Nummer 93, die dafür bekannt ist, erst mit etwas Anlauf seine Tor-Produktion zu starten. Bereits jetzt stand Pföderl bei drei Toren und einer Vorlage nach noch nicht einmal drei gespielten CHL-Spielen.
Defensiv wirkten die Berliner bis hierhin sehr stabil. Kein vergleich zur löchrigen Abwehr am vergangenen Wochenende in der Schweiz, als es satte 14-mal hinter Jack LaFontaine und Jonas Neffin einschlug. Man arbeitete hart vor dem eigenen Tor und unterstützte sich gegenseitig. Man merkte, dass man unter der Woche vor allem am Defensivverhalten im Training gearbeitet hat.
Vorne sorgte man weiterhin für viel Gefahr und konnte auch erhöhen. Markus Vikingstad mit dem satten Schuss zum 2:0 (19.). Damit noch nicht genug, denn dass das Powerplay derzeit sehr gut läuft, wollte man auch heute beweisen. 39,5 Sekunden vor der ersten Drittelpause legte Leo Pföderl das 3:0 nach (20.).
Neben dieser souveränen und beruhigenden Drei-Tore-Führung nahmen die Eisbären auch noch 58 Sekunden Powerplay mit ins zweite Drittel.

Gabriel Fontaine scheitert in dieser Szene an Graz-Keeper Nicolas Wieser (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ex-Augsburger Chris Collins überwindet Jack LaFontaine

Doch dieses konnte man zu Beginn des Mitteldrittels nicht nutzen. Ebenso wenig konnte Neuzugang Tobias Krestan seinen Alleingang nutzen. Nicolas Wieser im Grazer Tor gewann das Eins-gegen-eins-Duell. Was heute vor allem auffiel, war das starke Penalty Killing, bei dem die Berliner auch immer wieder gefährliche Konter fuhren. Und trotzdem kassierte man einen Gegentreffer in Unterzahl. Der ehemalige Augsburger Stürmer Chris Collins sorgte für den Grazer Anschlusstreffer in Überzahl – 3:1 (28.).
Davon beflügelt drängten die Gäste im Anschluss auf den zweiten Treffer. Die Eisbären wurden nun ordentlich in der eigenen Defensive beschäftigt – mehr als ihnen lieb war. In dieser Phase wurden vermehrt die Zweikämpfe verloren, was Trainer Dubois durchaus geärgert haben dürfte.
Danach war es eine hart umkämpfte Partie, in der es beiden Mannschaften nicht gelang, sich hochkarätige Chancen zu erspielen. Erst in der Schlussphase des zweiten Drittels erhöhten die Eisbären nochmal die Intensität und drängten auf den vierten Treffer. Dieser fiel nicht und somit nahm man eine 3:1-Führung mit in die Kabine.

Der Welli war mit 4.227 Zuschauern gut besucht und ausverkauft. Die Fans sorgten für das einmalige Welli-Feeling. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Eric Mik sorgt früh für die Vorentscheidung

35 Sekunden war das Schlussdrittel alt, da stellte Eric Mik den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Sein Nachschuss schlug im Grazer Tor ein und sorgte für den Traumstart ins letzte Drittel – 4:1 (41.).
Damit war die Partie hier im Endeffekt entschieden und die Luft so ein wenig raus aus dem Spiel. Bei Graz war dann auch Frust zu spüren, als Frank Hora und Eric Hördler in einem Gerangel mal kurz aneinander gerieten. Was den Berlinern ein Powerplay einbrachte, da Hora 2+2-Minuten bekam. Somit konnten die Hauptstädter weiter ihr bisher starkes Powerplay trainieren. Chancen erspielte man sich auch, aber man fand keinen Weg vorbei an Nicolas Wieser.
Defensiv ließ man in den letzten 20 Minuten auch nicht mehr viel anbrennen und rundete damit den Gesamteindruck von diesem Spiel ab. Selbst im letzten Powerplay der Partie von Graz überzeugten die Eisbären mit harter Arbeit aller Spieler inklusive Goalie LaFontaine.
Am Ende feierte man einen nie gefährdeten 4:1-Heimsieg, der Balsam für Eisbären-Seele war und die Hoffnung in der CHL weiter am Leben hält.

3:4 nach Verlängerung: Die Eisbären verspielen eine 3:1-Führung und lassen den ersten Matchpuck ungenutzt

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #49:

Playoff-Finale-Stand: 3:1 (7:3/5:1/5:1/3:4 n.V.)

Ist das bitter! Die Eisbären Berlin verlieren Spiel vier der Finalserie mit 3:4 nach der zweiten Overtime und verpassen damit die erste Chance, die erneute Titelverteidigung perfekt zu machen. Im letzten Drittel lag man bereits mit 3:1 vorne, doch dann drehten die Adler nochmal auf und erkämpften sich die Verlängerung. In dieser waren die Eisbären die dominante Mannschaft, konnten ihre Chancen aber nicht nutzen. Am Ende gelang Mannheim der goldene Treffer, der die Serie zurück nach Mannheim bringt.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf den gesperrten Kapitän Kai Wissmann verzichten. Dessen Platz neben Jonas Müller nahm Mitch Reinke ein. Den Platz von Reinke neben Adam Smith nahm Markus Niemeläinen ein, welcher durch den Ausfall von Wissmann zurück ins Line-up kam. Alles andere blieb unverändert. Warum auch etwas ändern, schließlich hatte dieses Team eine souveräne 3:0-Führung in der Finalserie herausgespielt.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären waren einen Sieg von der zwölften Meisterschaft entfernt. Mannheim musste gewinnen, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Gab es am Ende die große Party in der Hauptstadt oder spielten die Kurpfälzer den Party-Crasher?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

57 Sekunden war das Spiel alt, da hatte Ty Ronning den ersten Alleingang, scheiterte aber an Johan Mattsson, welcher heute für Maxi Franzreb im Tor stand. Aber auch Mannheim hatte direkt die erste gute Chance durch Matthias Plachta, aber auch Jonas Stettmer war von Beginn an hellwach.
Insgesamt war es ein munterer Beginn ins vierte Finalspiel. Kein Abtasten, beide Mannschaften suchten direkt den Weg vor das gegnerische Tor. Was aber auch zu erwarten war, schließlich musste Mannheim heute gewinnen, während die Eisbären den Sack vor den eigenen Fans zu machen wollte.
Die Gäste hatten früh das erste Powerplay im Spiel, doch die Eisbären überstanden dieses ohne größere Probleme. Mannheim blieb aber dran und war zu Beginn die aktivere Mannschaft. Doch die Berliner blieben konzentriert und ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen.
Trotzdem fanden die Hausherren noch nicht zu ihrem gewohnten Offensivspiel aus den ersten drei Spielen. Da half auch das erste Powerplay nicht.
Danach blieb es ein Duell auf Augenhöhe. Beide Teams schenkten sich nichts, die Zweikämpfe waren dementsprechend hart umkämpft. Aber man merkte dem Spiel an, was hier auf dem Spiel stand, weshalb beide Teams noch nicht ins letzte Risiko gingen.
Kurz vor Ende hatten die Berliner durch Marcel Noebels das 1:0 auf dem Schläger, als er frei vor Mattsson zum Abschluss kam, doch die Nummer 92 konnte diese dicke Chance nicht nutzen. So blieb es beim 0:0 nach spannenden 20 Minuten.

Les Lancaster (links) eröffnete Finalspiel vier mit dem 1:0 im zweiten Drittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im zweiten Drittel durften die Eisbären erneut in Überzahl ran und diesmal schlug es im Adler-Tor ein. „Connor McLancaster“ mit dem 1:0 für die Eisbären, welches das Arenadach abheben ließ (23.). Diese Torgefährlichkeit der Verteidiger ist brutal und findet man so in dieser Liga kein zweites Mal.
Nun waren die Gäste gefordert, wollten sie nicht in die vorzeitige Sommerpause gehen. Doch diese rückte immer näher, denn Liam Kirk legte das 2:0 nach (28.). Der Weg für Mannheim wurde also immer weiter, während die Eisbären dem 12. Titelgewinn sehr nahe kamen.
Die Kurpfälzer hatten Mitte des Spiels das nächste Powerplay und damit die große Chance auf den Anschlusstreffer, der das Spiel hier nochmal spannend machen würde. Und dieser fiel auch. Nicolas Mattinen mit dem trockenen Schuss von der blauen Linie zum 2:1 (32.).
Alexander Ehl hätte fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels das Spiel wieder von vorne beginnen lassen können, als er frei zum Abschluss kam. Jonas Stettmer war aber zur Stelle. Auf der Gegenseite hatte Marcel Noebels das halbleere Tor vor Augen, doch auch diese Chance ließ er ungenutzt.
Ebenso ungenutzt ließen die Hauptstädter in Powerplay in der Schlussphase des Mitteldrittels. Auch Andy Eder hatte das 3:1 auf der Kelle, scheiterte aber mit seinem Tip-in-Versuch an Mattsson. So blieb es bei der knappen 2:1-Führung nach 40 Minuten.

Pure Erleichterung nach dem 3:1 durch Markus Vikingstad. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des Schlussdrittels hatten beide Mannschaften je eine Minute lang Powerplay, konnten daraus aber kein Kapital schlagen.
Sieben Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da hob das Dach zum dritten Mal an diesem Abend ab. Markus Vikingstad stellte auf 3:1 und brachte seine Mannschaft noch näher an den DEL-Pokal ran (47.). Nun waren die Adler gefordert, wollten sie die Finalserie nochmal in die Kurpfalz bringen. Doch es fiel schwer daran zu glauben, wenn man alle bisherigen Spiele betrachtet. Doch sie bekamen nochmal die Chance auf dem Silbertablett serviert, denn Markus Niemeläinen musste nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf die Strafbank. Die Eisbären warfen alles rein und verteidigten das enorm leidenschaftlich, trotzdem kassierte man in der 53. Spielminute den 3:2-Anschlusstreffer durch Zach Solow, der erfolgreich abstaubte.
Nun war hier also wieder Spannung drin im vierten Finalspiel und Mannheim hatte weiterhin Powerplay, da das Tor noch innerhalb der ersten Strafzeit fiel. Und Mannheim hatte Blut geleckt und wollte in Überzahl den Ausgleich erzielen, scheiterte aber an Teufelskerl Jonas Stettmer im Berliner Tor. Die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne ein weiteres Gegentor.
Die Partie steuerte immer mehr auf ihren Höhepunkt und die Crunchtime zu. Die Stimmung war überragend und das auf beiden Seiten. Die Spannung war zum Greifen nah und nun begann sie, die Zeit des Fingernägelkauen. Vor allem deswegen, weil Mannheim nochmal die zweite Luft bekam und die Berliner ins eigene Drittel drängte. Hut ab vor der Moral der Mannschaft von Trainer Dallas Eakins, die Spiel vier zur spannendsten der gesamten Finalserie machten. Erst recht, als Alexander Ehl drei Minuten vor dem Ende zum 3:3 traf (57.). Dieser Treffer sorgte für pure Ekstase im Gästeblock, während der Treffer für die Eisbären-Fans ein Stimmungsdämpfer war.
Denn nun begann die Partie wieder von vorne und das Momentum war auf Seiten der Adler. Die Eisbären rannten in dieser Phase dem Spiel nur hinterher und wirkten angeknockt. Und beinahe hätte es den Lucky Punch durch die Adler gegeben, die nach Ablauf der Schlusssirene das vermeintliche 4:3 erzielten. Zum Glück für die Eisbären war die Zeit aber bereits abgelaufen, weshalb Spiel vier in die Verlängerung ging.

Ty Ronning konnte nicht glauben, dass die Eisbären in der ersten Overtime kein Tor erzielt haben trotz klarer Überlegenheit. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Dort entschied ein Tor über Meisterschaft und Sommerpause oder Spiel fünf in Mannheim. Spannender kann ein mögliches entscheidendes Finalspiel nicht sein. Die Eisbären waren zu Beginn die aktivere und gefährlichere Mannschaft und schnupperten mehrmals am Siegtreffer. Trainer Serge Aubin schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Jungs waren nun wieder deutlich besser drin im Spiel. Und die Overtime bestimmte letztendlich nur Berlin, was aber fehlte, war das erlösende Tor. Johan Mattsson ließ einfach keine Scheibe durch. Mannheim tauchte zwar auch ab und zu mal vor Jonas Stettmer auf, doch so gefährlich wie vor dem eigenen Tor wurde es nicht.
Zwei Minuten waren noch auf der Uhr, da hatten alle Eisbären-Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch das Gestänge rettete für Mannheim. Und so endete die erste Overtime torlos und die Nerven wurden hier weiter strapaziert.

Keine zwei Minuten waren in der zweiten Overtime gespielt, da war Jean-Sébastien Dea nah dran am 4:3, doch sein Schuss ging denkbar knapp am Pfosten vorbei. Wer vorne seine Chancen nicht nutzt, kassiert hinten einen. In der 84. Spielminute sorgte Luke Esposito für die Entscheidung und schickte die Serie zurück in die Kurpfalz. Dort haben die Berliner erneut die Chance, die Titelverteidigung perfekt zu machen.

7:3-Sieg! Die Eisbären demütigen Mannheim im ersten Finalspiel in eigener Arena

Playoff-Finale-Stand: 0:1 (3:7)

Die Eisbären Berlin setzten direkt im ersten Finalspiel ein dickes Ausrufezeichen und sichern sich damit das Heimrecht. In der SAP-Arena setzten sich die Berliner hochverdient mit 7:3 (3:0,2:0,2:3) bei den Adler Mannheim durch und haben damit direkt einmal ihre Titel-Ambitionen untermauert. Gerade die ersten 40 Minuten waren pure Dominanz und gnadenlose Effektivität. Dagegen hatte die Mannschaft von Dallas Eakins kein Gegenmittel und muss jenes nun bis zu Spiel zwei am Sonntagnachmittag entwickeln, um nicht den nächsten Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft zu erleiden.

Eisbären-Trainer Serge veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel sechs der Halbfinalserie bei den Kölner Haien überhaupt nicht und vertraute somit dem selben Line-up, welches den Finaleinzug perfekt gemacht hatte.

Die Ausgangslage war klar: Es war Spiel eins der Finalserie und beide Teams wollten direkt die erste Duftmarke setzen. Während es für die Eisbären kein Neuland mehr war, absolvierten die Kurpfälzer ihr erstes Endspiel seit 2019. Setzte sich am Ende die Final-Erfahrung der Eisbären durch oder konnte Mannheim sein erstes Heimspiel für sich entscheiden?

Liam Kirk erzielte das erste und das letzte Tor in Mannheim. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war es eine sehr intensive und hart umkämpfte Partie. Was aber auch zu erwarten war, schließlich geht es ab sofort um die deutsche Meisterschaft in der PENNY DEL. Die Adler hatten früh im Spiel das erste Powerplay, machten aber direkt Bekanntschaft mit dem drittbesten Penalty Killing der Playoffs, welches nichts Gefährliches zu ließ.
Special Teams können in dieser Finalserie von enormer Bedeutung sein und sie sollten es auch direkt im ersten Drittel werden. Denn die Eisbären nutzten im Gegensatz zu Mannheim ihr erstes Powerplay. Die Scheibe wurde auf das Tor gebracht, blieb dort hängen und am Ende war es Liam Kirk, welcher zum 1:0 traf (8.).
Die Berliner legten genau den Start hin, den man sich gewünscht hatte. Mannheim war zwar äußerst aktiv in Sachen Torschüsse, doch diese wurden eher aus ungefährlichen Positionen abgegeben und stellten Jonas Stettmer daher auch vor keine großen Probleme.
Diese bekamen aber so langsam aber sicher die Hausherren. Maximilian Franzreb konnte den ersten Schuss nur prallen lassen und Jean-Sébastien Dea staubte erfolgreich ab – 2:0 (11.). Trotz 12:4-Torschüssen nach 14 Minuten stand es hier 0:2, was einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit der Eisbären in den Playoffs unter Beweis stellte.
Und diese agierten im ersten Drittel äußerst effektiv, denn kurz vor der ersten Drittelpause nutzten sie auch noch einen Konter durch Marcel Noebels und Les Lancaster aus. Letzterer netzte erfolgreich ein zum 3:0 (19.). Danach war dieses Auftaktdrittel zu Ende und alle Fans rieben sich verwundert die Augen. Denn man hatte ja mit allem gerechnet, aber definitiv nicht mit so einem ersten Drittel.

Spiele zwischen Mannheim und Berlin sind immer sehr hitzig. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Mitteldrittel war dann pure Dominanz der Eisbären, welche das so einfach aussehen ließen, wie sie Gegner und Puck laufen ließen. Das sah nicht einmal nach großer Anstrengung aus, wie man hier das Spiel dominierte. Von Mannheim kam erschreckend wenig für ein Finalspiel und vor allem für ein Heimspiel. Was die Eisbären aber überhaupt nicht interessierte, da sie sich nur auf sich konzentrierten. Der heute sehr auffällige Dea ließ die Scheibe stark durch zu Freddy Tiffels, welcher Ty Ronning in Szene setzte. Der kleine Wirbelwind erhöhte anschließend auf 4:0 (35.).
Nur 70 Sekunden später legten die Eisbären direkt das fünfte Tor nach. Wieder ließ Franzreb die Scheibe nur prallen, was Markus Vikingstad dankend annahm – 5:0 (36.).
Damit war Finalspiel eins bereits nach 40 Minuten entschieden, denn das die Kurpfälzer hier noch einmal zurück ins Spiel kommen würden, war doch eher unwahrscheinlich.

Im letzten Drittel kamen auch die Adler Mannheim zum Torerfolg und konnten Jonas Stettmer dreimal überwinden. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Dass Mannheim aber noch einmal alles versuchen würde, war jedoch klar. Und so verwunderte das schnelle Anschlusstor nach 42 Minuten auch nicht wirklich. Kris Bennett ließ die eigenen Fans zum ersten Mal in dieser Finalserie jubeln – 5:1.
Kurz darauf kam dann schon eine sehr diskutable Szene im dritten Drittel. Kai Wissmann fuhr einen durchaus harten Check gegen Leo Gawanke und bekam dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe für einen Check gegen die Bande. Puh, auch nach mehrmaligen Anschauen kann ich da keine Spieldauer erkennen. Ja, der Check war hart, aber Gawanke hatte kurz zuvor noch den Puck und somit geht Wissmann erwartungsgemäß in den Zweikampf. Der Mannheimer Verteidiger schien damit jedoch nicht gerechnet zu haben und hatte daher keine Körperspannung, was den Aufprall durchaus spektakulär aussehen ließ. Dafür Wissmann aber zum Duschen zu schicken, ist für mich eine sehr harte Entscheidung.
Zum Glück überstanden die Eisbären die fünfminütige Unterzahl ohne Gegentor, was aber auch an Teufelskerl Jonas Stettmer lag, der einmal mehr ein überragendes Spiel zeigte.
Kurz nach dem die Berliner wieder komplett waren, schlug es aber doch noch hinter Stettmer ein. Alexander Ehl verkürzte auf 2:5 (48.).
Ging hier nun doch noch was für die Hausherren? Die Eisbären ließen es im Schlussdrittel etwas zu ruhig angehen und stellten das Offensivspiel fast komplett ein. Und Dallas Eakins ging früh All-in und zog rund fünf Minuten vor dem Ende des dritten Drittels seinen Goalie, der inzwischen Mattson hieß, vom Eis. 16 Sekunden später fälschte Mitch Reinke einen Schuss von John Gilmour unglücklich ab und schon stand es nur noch 5:3 (56.).
Eakins nahm kurz darauf erneut seinen Goalie vom Eis, weil was einmal klappt, klappt ja auch zweimal. Aber nicht mit Marcel Noebels, der die Scheibe einfach mal blind auf das leere Tor brachte und auf 6:3 stellte (57.). Danach war auch wieder Ruhe im „Ufo“, die Hoffnung war ganz schnell wieder verflogen. Erst recht, als Liam Kirk auch noch den nächsten Empty-Netter nachlegte – 7:3 (58.).
Damit eröffnete der Brite das Spiel und beendete es auch. Und viel wichtiger: Er setzte die Serie der Eisbären fort, die nun im vierten Spiel in Folge sieben Tore in einem Finalspiel erzielt haben. Ein Rekord für die Ewigkeit, den wohl keine Mannschaft mehr knacken wird. Außer vielleicht die Eisbären selbst, denn was die in den Playoffs für gnadenloses Eishockey spielen, ist fast schon beängstigend. Die ersten 40 Minuten waren eine reine Machtdemonstration des Titelverteidigers. Aber ebenso waren die letzten 20 Minuten Warnung genug, dass man gegen Mannheim über 60 Minuten sein Spiel durchziehen muss, egal wie hoch man auch führt. Aber nach diesem Spiel ist bereits klar, dass in auch in dieser Saison der Meistertitel erneut nur über die Eisbären Berlin führt. Damit hätte man im Verlaufe der Hauptrunde auch nicht mit gerechnet.

FINALE!!! Die Eisbären schalten den Hauptrundensieger aus und erreichen zum dritten Mal in Serie das Finale

Playoff-Halbfinale – Endstand: 2:4 (3:6/5:1/2:4/4:3 n.V./2:5/1:4)

Diese Mannschaft lässt sich durch nichts aufhalten: Weder von Verletzungen noch vom Hauptrundensieger Kölner Haie. Mit 4:1 gewannen die Eisbären Berlin Spiel sechs der Halbfinalserie und entschieden am Ende die Serie mit 4:2-Siegen für sich. Damit stehen die Eisbären tatsächlich im DEL-Finale. Damit war zur Olympiapause nicht wirklich zu rechnen. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte sein Line-up nur minimal. Eric Mik kehrte zurück in die Verteidigung und verteidigte zusammen mit Les Lancaster. Moritz Kretzschmar rückte dafür an die Stelle des siebten Verteidigers, während Lennard Nieleck in die vierte Reihe ging und an der Seite von Eric Hördler und Manuel Wiederer stürmte.

Die Ausgangslage war klar: Köln musste gewinnen, um das vorzeitige Saisonende abzuwenden. Die Eisbären hingegen brauchten nur noch einen Sieg, um den dritten Finaleinzug in Folge perfekt zu machen. Gab es heute Abend die Entscheidung oder sorgten die Domstädter für den ultimativen Showdown am Mittwochabend?

Jonas Müller ist der Top-Torjäger der Eisbären in der Halbfinalserie und erzielte beim 1:0 seinen vierten Treffer gegen Köln. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Ausgeglichener Beginn in dieses möglicherweise entscheidende Spiel. Der erwartete druckvolle Start der Gastgeber kam nicht zu Stande, weil die Eisbären selbst aktiv am Spiel teilnahmen und hinten sehr kompakt standen. Erstmals Gefahr drohte nach rund vier Minuten, als die Haie das erste Powerplay in diesem Spiel hatten. Gregor MacLeod war am dichtesten dran, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite kam aber auch Yannick Veilleux zu einer Chance in Unterzahl. Ohne Gegentor überstanden die Berliner schlussendlich die erste Unterzahl dieses Spiels.
Danach hatten die Eisbären die erste Drangphase, aus der das 1:0 resultierte. Jonas Müller war es am Ende, der die Scheibe über die Linie drückte und bereits zum vierten Mal in dieser Halbfinalserie traf – 1:0 (7.). Das war genau der Start, den sich die Eisbären gewünscht hatten.
Und es sollte noch besser kommen. Freddy Tiffels legte blitzschnell das 2:0 nach. Ty Ronning brachte die Scheibe auf das Tor, Jean-Sébastien Dea konnte Janne Juvonen noch nicht überwinden, aber Tiffels staubte erfolgreich ab – 2:0 (10.). Direkt wurde es ruhiger in der Lanxess Arena und die Eisbären kamen in den Köpfen der Haie-Spieler an.
Köln hätte kurze Zeit später antworten können, doch der Schuss von Veli-Matti Vittasmäki traf nur den Pfosten. Bisher lief es überhaupt nicht für die Domstädter, welcher kein Mittel gegen starke Eisbären fanden.
Bis zur 16. Spielminute, denn da tunnelte Parker Tuomie Jonas Stettmer und verkürzte auf 1:2. Plötzlich war auch die Arena wieder wach und feuerte die Haie an, die kurz darauf das nächste Powerplay hatten. Daraus wurde sogar ein doppeltes Powerplay für satte 36 Sekunden. Schwierige Phase für die Eisbären jetzt, doch sie überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor und nahmen die knappe 2:1-Führung mit in die Kabine.

Es war der erhoffte Playoff-Fight zwischen Köln und Berlin.(Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Mitteldrittel bekamen dann die Eisbären ihr erstes Powerplay und hatten somit die Chance, die alte Zwei-Tore-Führung wieder herzustellen. Vor allem, weil man für 53 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Aber wie Köln konnten auch die Berliner diese große Chance nicht nutzen, obwohl man dicke Chancen hatte. So blieb es hier weiterhin ein Ein-Tor-Spiel und die Spannung war zum Greifen nahe.
Köln nahm viel Selbstvertrauen aus der überstanden Unterzahlsituation mit und hatte danach eine richtig gute Drangphase, in der man die Eisbären im eigenen Drittel fest spielen konnte. Doch Kapital konnten die Gastgeber daraus nicht schlagen.
Auch die Eisbären versteckten sich hier keinesfalls und hatten ihrerseits durch Leo Pföderl, Marcel Noebels und Andreas Eder Riesenchancen, aber Janne Juvonen zeigte einmal mehr, warum er Spieler des Jahres geworden ist. Gleiches galt für Jonas Stettmer, der ebenfalls ein überragendes Spiel ablieferte.
Es war inzwischen der erhoffte Playoff-Fight auf höchstem Niveau, in dem es schnell hin und her ging. Auf beiden Seiten wurde es immer wieder gefährlich, weil beide Teams ihre offensiven Momente hatten. Zudem arbeiteten beide unglaublich hart in den Zweikämpfen, um am Ende den Puck zu erobern. Am Ende blieb es bei der knappen 2:1-Führung für die Eisbären, welche noch 20 Minuten vom Finale entfernt waren.

Jonas Stettmer zeigte eine überragende Leistung im Berliner Tor. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch davor standen noch 20 harte Minuten in der Domstadt. Denn Köln hatte noch 20 Minuten Zeit, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Die Eisbären hingegen waren nur noch ein Drittel vom dritten Finaleinzug in Serie entfernt.
Beide Teams versuchten viel, doch die Defensivreihen ließen wenig Gefährliches zu. Was für die Eisbären nicht unbedingt schlimm war, denn Köln lief die Zeit hier so langsam aber sicher davon. Doch so richtig fiel den Gastgebern nichts ein, um das Berliner Abwehr-Bollwerk um Jonas Stettmer und seinen Vorderleuten mal zu knacken.
Je näher das Ende der regulären Spielzeit rückte, desto mehr hielten alle Fans die Luft an, wenn eine der beiden Mannschaften vor das gegnerische Tor kam. Die Haie-Fans versuchten nochmal ihre Mannschaft nach vorne zu brüllen, damit die Kölner doch noch den Ausgleich erzielen. Aber die Eisbären verteidigten mit enorm großer Leidenschaft und wenn doch ein Schuss durchkam, war Jonas Stettmer zur Stelle.
In der Schlussphase hatte Manuel Wiederer bei einem Drei-auf-eins-Konter die Chance zur Entscheidung, doch er ließ sie liegen. Kurz darauf nahm KEC-Trainer Kari Jalonen seine Auszeit und zog Janne Juvonen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Da waren noch rund drei Minuten zu spielen. Doch das nutzten die Eisbären durch Yannick Veilleux zur Entscheidung und machten damit zum dritten Mal in Folge den Finaleinzug perfekt – 3:1 (59.). Markus Vikingstad erhöhte sogar noch auf 4:1 (60.).
Damit schalteten die Eisbären tatsächlich den Hauptrundensieger und Top-Favoriten aus. Die Domstädter spielten eine überragende Saison, während die Eisbären eine von Verletzungen geplagte Hauptrunde spielten und nur als Sechster die Playoffs erreichten. Mit einer Finalteilnahme hatte im Umfeld der Eisbären niemand gerechnet und von daher ist dieser Erfolg nicht hoch genug anzurechnen. Die Eisbären trotzten dem Verletzungspech in der Hauptrunde und auch jetzt in den Playoffs. Und noch ist diese Reise nicht zu Ende, denn jetzt wartet im DEL-Finale der Erzrivale Adler Mannheim. Jetzt wollen die Eisbären diese Saison auch noch mit dem dritten Meistertitel in Folge krönen.

Entscheidung nach 76:30 Minuten! Markus Vikingstad schießt die Eisbären Berlin ins Playoff-Halbfinale gegen die Kölner Haie

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #42:

Playoff-Viertelfinale – Endstand: 4:2 (1:5/2:1/4:2/2:1/1:2 n.V./6:5 n.V.)

Jaaaaaaa!!!! Die Eisbären Berlin haben Spiel sechs gegen die Straubing Tigers mit 6:5 n.V. gewonnen und damit die Viertelfinalserie mit 4:2-Siegen für sich entschieden. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, welche bis spät in die erste Overtime ging und am Ende durch Markus Vikingstad entschieden wurde. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf den Kapitän Kai Wissmann zurück greifen. Der kehrte zurück ins Line-up und verteidigte an der Seite von Jonas Müller. Eric Mik verteidigte zusammen mit Les Lancaster und Adam Smith mit Markus Niemeläinen. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei.
Auch in der Offensive gab es Umstellungen Ty Ronning rückte in die Reihe zu Leo Pföderl und Freddy Tiffels. Die Reihe von Jean-Sébastien Dea, Andreas Eder und Liam Kirk wurde komplett neu zusammengestellt. Yannick Veilleux und Markus Vikingstad stürmten zusammen mit Lean Bergmann. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Lennard Nieleck, Eric Hördler und Manuel Wiederer. Dafür fehlte heute Marcel Noebels im Line-up.
Im Tor stand erneut Jonas Stettmer, als Back-up war heute aber Jake Hildebrand dabei.

Die Ausgangslage war klar: Den Eisbären fehlte ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale gegen Köln. Straubing brauchte einen Sieg, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Für die Eisbären sprach, dass sie dieses sechste Spiel zuhause und somit die Fans als siebten Mann hinter sich hatten. Zudem der Fakt, dass die ersten beiden Spiele in der Hauptstadt in dieser Serie an Berlin gingen. Straubing kam aber mit dem Rückendwind des Siegtreffers in der Overtime vom Donnerstagabend in dieses Spiel. Wer hatte heute das bessere Ende auf seiner Seite?

Andreas Eder bejubelt das 2:1 im ersten Drittel gegen Straubing in Spiel sechs. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wenige Sekunden nach Beginn des Spiels durften die Gäste direkt in Überzahl ran und hatten somit die große Chance zur frühen Führung in der Hauptstadt. Und direkt wurde es gefährlich vor dem Tor von Jonas Stettmer, aber der Straubinger Junge war von der ersten Sekunde an hellwach und ließ die Tigers früh im Spiel verzweifeln. Die Eisbären überstanden die ersten brenzligen Minuten ohne Gegentor.
Den Niederbayern gehörte hier die Anfangsphase, die Eisbären suchten noch so ein wenig ihre Form und waren noch nicht im Spiel angekommen. Auch die Pässe kamen nicht an. Mit dem aggressiven Forechecking der Tigers hatten die Berliner arge Probleme.
Mitte der Partie bot sich dann den Gastgebern die erste Chance in Überzahl, aber auch in diesem konnte man nicht für Gefahr sorgen. Die Eisbären wirkten, als wären sie noch gar nicht richtig wach und bereit für dieses sechste Viertelfinalspiel. Eigentlich unvorstellbar.
Auch das zweite Powerplay bot keine Verbesserung im Spiel der Eisbären. Alleine der Spielaufbau war ernüchternd. Das waren die Eisbären der ersten 47 Spieltage und nicht die aus den letzten fünf Hauptrundenspielen oder aus Spiel zwei bis vier.
Und so war das 0:1 nur eine Frage der Zeit: Marcel Brandt mit dem Konter, welchen er eiskalt abschloss – 0:1 (17.). Die Verteidigung suchte man dabei vergebens und auch Stettmer war ohne Chance.
Wie fiel die Reaktion der Eisbären darauf aus? Sie schüttelten sich kurz und ließen den gut gefüllten Gästeblock verstummen. Yannick Veilleux tauchte frei vor Henrik Haukeland und blieben ebenso cool wie Brandt und verlud den Straubinger Goalie – 1:1 (18.).
Kurz danach waren die Berliner erneut in Überzahl und hatten die Chance, direkt nachzulegen. Chancen waren auch da, aber Henrik Haukeland ließ keine weitere Scheibe durch. Zumindest nicht im Powerplay, denn 25,2 Sekunden vor der ersten Drittelpause drehte Andreas Eder die Partie komplett – 2:1 (20.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die Kabinen.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine überragende Leistung gegen seine Heimatstadt. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begannen die Eisbären deutlich besser und legten direkt das 3:1 nach. Adam Smith hatte zum Schlagschuss ausgeholt und Henrik Haukeland zum dritten Mal an diesem Nachmittag überwunden. (23.).
Die Eisbären spielten nun wieder ihr aggressives Forechecking und hatten generell zu ihrem Spiel gefunden. Für die Tigers wurde der Weg nun weiter, wollte man nicht bereits heute in die Sommerpause starten.
Ein Powerplaytor brachte die Niederbayern dann aber wieder zurück ins Spiel. Nick Halloran mit dem Onetimer auf Zuspiel von Tyler Madden – 3:2 (28.). Und es sollte noch schlimmer für die Berliner kommen. In der 30. Spielminute flog die nächste Scheibe von oben auf das Berliner Tor und schlug anschließend hinter Stettmer ein. Adrian Klein war der Torschütze gewesen – 3:3 (30.).
Die Eisbären waren in dieser Phase zu passiv, was die Niederbayern sofort ausnutzten. Somit ging dieses sechste Spiel wieder von vorne los und Straubing kam nun mit mächtig Rückendwind nach dem Doppelschlag.
Die Eisbären hingegen suchten nach einer Antwort auf diese beiden Gegentore, welche sie sichtbar geschockt hatten. Aber wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet, waren diese beiden Treffer auch mehr als verdient für die Tigers. Und diese verzweifelten in der Schlussphase mal wieder an Jonas Stettmer, der überragend hielt und die Eisbären vor einem Rückstand bewahrte.
Direkt im Gegenzug fuhr Ty Ronning den Konter, scheiterte aber an Haukeland. Die Scheibe kam aber wieder zu ihm und er suchte die Anspielstation, welche es aber nicht gab. Also zog Ronning direkt ab und düpierte damit den Straubinger Goalie – 4:3 (37.).
Straubing suchte noch im Mitteldrittel nach einer Antwort, aber Jonas Stettmer entwickelte sich immer mehr zum „Straubinger Endgegner“. Was der Junge für eine Playoff-Serie spielt, ist überragend. Und dann versetzte Jonas Müller den Niederbayern den nächsten Nackenschlag, denn acht Sekunden vor der zweiten Drittelpause flog sein Schuss ins Straubinger Tor – 5:3. Danach war dieses spektakuläre Drittel zu Ende.

Es war erneut eine hart umkämpfte Partie zwischen Berlin und Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Schlussdrittel bot sich den Gästen die nächste Chance in Überzahl zu spielen und somit zum Anschlusstreffer zu kommen. Aber die Eisbären verteidigten das mit enorm viel Leidenschaft weg und überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor. Direkt von der Strafbank kommend hatte Jean-Sébastien Dea die Entscheidung auf dem Schläger, doch er traf nur das Gestänge.
So blieben die Niederbayern drin im Spiel und investierten noch einmal alles, um das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Und sie bekamen das nächste Powerplay und diesmal nutzten sie es. Tim Fleischer brachte die Hoffnung für Straubing zurück – 5:4 (49.).
Respekt an die Tigers, welche sich hier nie aufgaben und für ein hochspannendes Playoff-Spiel sorgten, welches nichts für schwache Nerven war.
In Überzahl hätten die Eisbären den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellen können, doch man spielte es einfach zu umständlich. So war weiterhin zittern angesagt in der Arena am Ostbahnhof. Erst recht, als Michael Connolly auf Straubinger Seite völlig frei zum Abschluss kam und nur den Pfosten traf.
In der Schlussphase war es eine hart umkämpfte Partie, weil beide Mannschaften wussten, was hier auf dem Spiel stand. Bei jedem Angriff blieb den Fans kurz die Luft weg. Das ist es, was Playoff-Eishockey ausmacht und beide Mannschaften lieferten sich hier eine sehr geile Viertelfinalserie.
Straubings Trainer Craig Woodcroft ging drei Minuten vor Spielende All-in. Er nahm seine Auszeit und zog zudem seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Spielers vom Eis. Und 1:48 Minuten vor dem Ende gelang den Niederbayern hier tatsächlich der 5:5-Ausgleich. Nick Halloran tauchte auf einmal komplett frei vor Jonas Stettmer auf und überwand diesen Teufelskerl doch noch. Bei den Eisbären stimmte nach dem Wechsel die Zuordnung überhaupt nicht.
Was für ein wildes Spiel und es war noch nicht zu Ende. 73 Sekunden vor dem Ende durften die Eisbären in Überzahl ran und hatten somit die große Chance zur Entscheidung. Chancen waren auch da, aber nun erwies sich Henrik Haukeland als unüberwindbar. Somit ging es hier tatsächlich in die Verlängerung.

Der Garant für den Halbfinaleinzug: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Verlängerung begannen die Eisbären in Überzahl und zwar für ganze 47 Sekunden. Die dicke Chance also zur schnellen Entscheidung, welche sie aber nicht nutzen konnten. Was bei dem bisherigen Powerplay in diesem Spiel auch stark verwundert hätte.
Und so ging diese Nervenschlacht immer weiter. Bei jedem Angriff der Eisbären stand die gesamte Arena, bei den Angriffen der Tigers ging ein Raunen durch die Arena. Große Chancen bekam man in der ersten Verlängerung bis hierhin aber nicht zu sehen. Beide Teams belauerten sich viel mehr und warteten auf den ersten Fehler, um diesen am Ende eiskalt zu bestrafen.
In der Schlussphase der ersten Overtime hatten die Eisbären dann zweimal die Chance zur Entscheidung, kamen aber an Henrik Haukeland nicht vorbei. In dieser Phase erhöhten die Berliner auf jeden Fall nochmal den Druck und wollten das Spiel entscheiden. Und sie taten es in der 77. Spielminute. Die Eisbären spielten Straubing im eigenen Drittel fest und entschieden das Spiel und die Serie am Ende durch Markus Vikingstad – 6:5. Der Rest war Ekstase pur auf Seiten der Eisbären und hängende Gesichter bei den Tigers, welche aber eine sehr starke Serie spielten und ein würdiger Viertelfinalgegner waren. Für die Eisbären heißt es nun Halbfinale gegen die Kölner Haie.

5:2 gegen Iserlohn: Les Lancaster glänzt mit Doppelpack beim Arbeitssieg gegen die Roosters

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #32:

Die Eisbären Berlin haben die erhoffte Reaktion gezeigt und ihr Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters mit 5:2 gewonnen. Komplett fehlerfrei war es zwar immer noch nicht, aber es war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn man hat die Tore zu den richtigen Zeitpunkten erzielt. Allen voran Les Lancaster, der heute seine Torgefahr unter Beweis gestellt hat. An diese Leistung gilt es nun in den nächsten Spielen anzuknüpfen und dabei die Fehler weiter zu minimieren.

Im Vergleich zum letzten Spiel blieben heute Eric Mik und Jean-Sébastien Dea draußen. Dafür kehrten Les Lancaster und Jonas Müller zurück ins Line-up. Trainer Serge Aubin rotierte einmal komplett durch. In der Defensive spielten Kai Wissmann/Jonas Müller, Mitch Reinke/Korbinian Geibel sowie Adam Smith und Markus Niemeläinen zusammen.
In der Offensive bildeten Lean Bergmann, Andreas Eder und Liam Kirk die erste Reihe. Ty Ronning, Leo Pföderl und Marcel Noebels standen in der zweiten Reihe. Die dritte Reihe bestand aus Frederik Tiffels, Markus Vikingstad und Yannick Veilleux. Und in der nominell vierten Reihe stürmten Les Lancaster, Manuel Wiederer und Eric Hördler.
Im Tor stand erneut Jonas Stettmer, während Lennart Neiße wieder als Back-up auf der Bak saß.

Für die Eisbären war es das nächste wichtige Spiel im Kampf um Platz sechs. Nach der enttäuschenden Leistung am Mittwoch gegen Straubing wurde heute eine Reaktion der Mannschaft erwartet. Trainer Serge Aubin hatte gefordert, dass seine Mannschaft über die volle Spielzeit ihre Leistung abrufen muss und nicht nur für ein paar Minuten oder ein Drittel. Gab es die Reaktion gegen Iserlohn oder folgte der nächste ernüchternde Auftritt der Eisbären?

Es war die erwartet hart umkämpfte Partie zwischen den Eisbären und Iserlohn. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären waren von Beginn an bemüht und setzten sich auch immer mal wieder im Angriffsdrittel fest. Dort lief die Scheibe auch durchaus gut, aber im Abschluss mangelte es noch an der Genauigkeit. Doch man wusste die Defensive der Roosters gut zu beschäftigen. Iserlohn sorgte aber bei seinen Vorstößen auch immer mal wieder für Gefahr. Auf die erste Top-Chance der Partie mussten die Fans aber dennoch warten.
Im ersten Powerplay der Partie sorgten die Hausherren für gute Abschlüsse und belohnten sich am Ende mit der Führung. Die Eisbären ließen die Scheibe gut laufen und am Ende hämmerte Marcel Noebels seinen Onetimer ins Iserlohner Tor – 1:0 (17.).

Die Sauerländer hätten unmittelbar nach dem Rückstand antworten können, denn nun waren die Gäste vom Seilersee ein Mann mehr. Aber die Eisbären ließen nichts zu und überstanden die erste Unterzahl schadlos. Doch nur wenige Sekunden später kassierte man doch den Ausgleich. Man hatte Christian Thomas am langen Pfosten vergessen und der sagte artig „Danke“ – 1:1 (20.). Der Nackenschlag zum Drittelende, denn mit dem Unentschieden ging es anschließend in die erste Drittelpause.

Iserlohns Goalie Andreas Jenike bekam einiges zu tun. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begann mit einem schnellen Kontertor von Torjäger Liam Kirk. Der kam mit Speed über links ins Drittel und zog dann trocken ab. Andreas Jenike im Iserlohner Tor konnte der Scheibe nur noch hinterherschauen – 2:1 (22.).
Die Eisbären blieben auch danach am Drücker und wollten direkt das dritte Tor nachlegen. Iserlohns Goalie bekam nun einiges zu tun. Defensiv mussten die Eisbären einmal aufpassen und hatten letztendlich Glück bei einer Iserlohner Chance.
Nach dem Powerbreak durften die Eisbären erneut in Überzahl ran, aber diesmal konnte man es nicht nutzen und diesmal merkte man auch, warum man in dieser Disziplin auf dem letzten Platz ist. Eigentlich unverständlich bei der ganzen Qualität im Kader der Berliner.
Rund sechs Minuten vor dem Ende herrschte wieder mal Chaos vor dem Berliner Tor, in dessen Folge Iserlohn zur XXL-Chance zum Ausgleich kam. Zum Glück ging die Scheibe aber nur an die Latte.
In der Schlussphase durften beide Mannschaften nochmal in Überzahl ran. Die Eisbären ließen die Scheibe sehr gut laufen, verpassten aber immer wieder den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss. Auch Iserlohn ließ die Scheibe gut laufen, fand aber keinen Weg an Jonas Stettmer vorbei. So nahmen die Hausherren eine knappe 2:1-Führung mit in die Kabine.

Les Lancaster, hier im Zweikampf vor dem Tor, traf gegen Iserlohn doppelt.(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im letzten Drittel erwischten die Eisbären den Traumstart. Der stürmende Verteidiger Les Lancaster hämmerte die Scheibe ins Iserlohner Tor und sorgte für eine erleichternde 3:1-Führung (42.).
Beruhigend war sie dennoch nicht, denn Iserlohn verkürzte nur wenige Augenblicke später in Überzahl auf 3:2. Colin Ugbekile war am Ende der Torschütze (44.).
So blieb die Partie spannend und beide Teams investierten nochmal alles. Die Eisbären hätten kurz vor dem Powerbreak für die Vorentscheidung sorgen können, doch den Drei-auf-eins Konter spielte man zu schlampig zu Ende. Der Pass von Noebels auf Ronning war zu ungenau, weshalb die Nummer neun den Schuss nicht im Iserlohner Tor unterbringen konnte.
Aber die Eisbären hatten ja heute Les Lancaster, der erneut den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellte – 4:2 (51.). Ob man sich in München bereits ärgert, ihn nicht lizenziert zu haben?
In der Folge durften beide Mannschaften nochmal ihr Powerplay üben, wo beide Teams zu den schlechtesten der Liga gehören. Auch wenn beiden Mannschaften heute ein Treffer mit einem Mann mehr gelungen ist. Ein zweiter Treffer blieb beiden Teams in den Überzahlspielen zum Ende der Partie verwehrt.
Iserlohn riskierte am Ende nochmal alles – Auszeit und Goalie raus. Doch das nutzten die Hauptstädter zur endgültigen Entscheidung. Mit der Schlusssirene versenkte Markus Vikingstad die Scheibe im verwaisten Iserlohner Tor – 5:2 (60.). Danach war Schluss und die Erleichterung sichtbar zu spüren. Zumal Bremerhaven und Wolfsburg erneut für die Eisbären gespielt haben. Die Eisbären haben aktuell nur noch einen Zähler Rückstand auf den Sechsten Bremerhaven. Und die Pinguins sind am Sonntag der nächste Gegner. 

5:8-Niederlage! Die Eisbären verlieren das Tor-Festival in Ingolstadt

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #23:

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt mit 5:8 (2:3,2:2,1:2) verloren und damit verpasst, den Abstand nach oben zu verkürzen. Trotz der Niederlage war es kein schlechtes Spiel der Berliner, was alleine die fünf Tore beweisen, welche du in Ingolstadt erst einmal schießen musst. Aber letztendlich hatte man das Spiel auf der Strafbank verloren, denn alleine vier Gegentreffer kassierte man mit einem Mann weniger. In den acht Spielen zuvor war man gänzlich ohne Gegentor in Unterzahl geblieben.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stellte sein Line-up minimal um. Während im Tor erneut Jake Hildebrand stand und die Verteidiger-Pärchen unverändert blieben, gab es kleinere Umstellungen in der Offensive. Jean-Sébastien Dea rückte in die Reihe von Marcel Noebels und Yannick Veilleux. Blaine Byron rotierte aus dieser Reihe heraus und stürmte in der vierten Reihe zusammen mit Eric Hördler und Norwin Panocha, der zurück im Line-up war. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei.

Die Eisbären standen vor einer enorm schweren Aufgabe, hatte doch der ERCI seine letzten 13 Heimspiele in Serie gewonnen. Die Berliner hingegen waren weiterhin auf der Suche nach einer konstanten Leistung und dem Start einer Siegesserie. Gelang dies in Ingolstadt oder waren die Schanzer am Ende doch zu stark?

Sammelte vier Scorerpunkte gegen die Eisbären Berlin: Riley Sheen (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Hauptstädter kamen stark aus der Kabine und gingen nach gerade einmal 68 Sekunden mit 1:0 in Führung. Eric Mik hatte abgezogen, Markus Vikingstad stand vor dem Tor und fälschte entscheidend ab (2.).
Und es sollte noch besser kommen. Die Eisbären fingen einen Aufbaupass der Schanzer ab, Liam Kirk mit dem Zuspiel für Freddy Tiffels und der erhöhte mit der zweiten Chance auf 2:0 (4.). Ingolstadt war wohl mit den Gedanken noch beim CHL-Aus in Göteborg unter der Woche.
Doch als die Hausherren das erste Powerplay der Partie hatten, meldeten sie sich auch in diesem Spiel an. Riley Sheen hatte Maß genommen und Jake Hildebrand erstmals an diesem Abend überwunden – 2:1 (7.). Damit war die gegentorlose Serie in Unterzahl nach acht Partien zu Ende. Und Ingolstadt war nun richtig on Fire und durfte nach einem Wechselfehler der Eisbären erneut in Überzahl ran. Und in diesem legten die Schanzer das 2:2 durch Peter Abbandonato nach (9.).
Doch damit noch nicht genug der Aufholjagd. Die Berliner hatten Austen Keating im Slot komplett alleine gelassen, was der dankend annahm und die Panther erstmals in diesem Spiel in Führung brachte – 2:3 (10.).
Was für ein furioser Start in dieses Spiel. Für die Zuschauer sicherlich ein Spektakel, für die Trainer sorgte die Defensive beider Mannschaften aber eher für neue graue Haare. Die zweiten zehn Minuten des Auftaktdrittels waren dann bei weitem nicht mehr so spektakulär, Chancen hatten beide Mannschaften aber dennoch. Weitere Tore sollten jedoch nicht fallen, weshalb die Eisbären mit einem knappen 2:3-Rückstand in die Kabine gingen.

Setzte seinen Scoringstreak auch in Ingolstadt fort: Yannick Veilleux, der zweimal traf (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des Mitteldrittels mussten die Eisbären noch ein Unterzahlspiel überstehen, was ihnen auch gelang. Und dann war es mal wieder Zeit für ein Yannick-Veilleux-Tor, der immer wichtiger für die Berliner wird, was sich auch in seiner Eiszeit widerspiegelt – 3:3 (29.).
Aber die Schanzer konnten relativ schnell darauf antworten, hatten beim erneuten Führungstreffer in Überzahl auch etwas Glück. Eric Hördler bekam die Scheibe ins Gesicht, fuhr direkt vom Eis, was aber dafür sorgte, dass die Eisbären unsortiert waren. Alex Breton war das egal, er hämmerte die Scheibe ins Berliner Tor – 3:4 (30.).
Die Hauptstädter ließen sich aber auch davon nicht aus der Ruhe bringen, spielten weiter nach vorne, scheiterten aber immer wieder an Brett Brochu. Doch als die Eisbären in Überzahl waren, schlug Veilleux zum zweiten Mal zu – 4:4 (35.).
Es war inzwischen ein sehr kurzweiliges Spiel, welches viel Spaß machte – trotz der Gegentore. Aber das Tor-Festival war ja noch lange nicht zu Ende und Alex Breton dachte sich, was Yannick Veilleux kann, kann er auch. In Stürmer-Manier ließ er die Berliner stehen und überwand Jake Hildebrand ebenfalls zum zweiten Mal in diesem Drittel – 4:5 (39.). Damit ging es anschließend auch in die Kabinen.

Sammelte fünf Scorerpunkte gegen die Eisbären Berlin: Alex Breton (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Noch war hier aber nichts verloren, denn die Mannschaft von Trainer Serge Aubin machte ein starkes Auswärtsspiel – mal abgesehen von den zu vielen Strafen. Liam Kirk schnupperte früh am erneuten Ausgleich, das Gestänge hatte aber etwas dagegen. Wenig später war der Goalgetter aber erfolgreich und stellte auf 5:5 (47.).
Dieses Spiel ging also wieder von vorne los. Es war kein Spiel für schwache Nerven und gerade der Autor dieser Zeilen hatte sich für seine Rückkehr in den Fanblock das richtige Spiel ausgesucht. Die Stimme suche ich übrigens auch einen Tag nach dem Spiel immer noch. Nur gut, dass ich am Sonntag wieder artig oben auf der Pressetribüne sitze und die Stimme schonen kann.
Immer, wenn Hoffnung im Eisbären-Block aufkam, zerstörten die Schanzer diese. Auch diesmal hielt der Ausgleich nicht lange, denn Top-Torjäger Riley Barber sammelte den Abstauber ein und traf zum 5:6 (49.).
Ingolstadt zog wenig später aber den Stecker, denn natürlich legten die Hausherren in Überzahl nach. Riley Sheen schloss eine klasse Kombination ab und erzielte das vierte Powerplaytor in dieser Partie – 5:7 (50.). Das starke Powerplay der Panther musste man neidlos anerkennen. Aber so fällt die Analyse des Spiels natürlich auch leicht, denn verloren wurde die Partie am Ende auf der Strafbank.
Die Eisbären waren danach durchaus bemüht, konnten aber keinen richtigen Druck mehr auf das Tor von Brett Brochu entwickeln. Die Schanzer spielten das aber auch souverän zu Ende, hatten sie doch einen neuen Vereinsrekord vor Augen. Ingolstadt feierte nämlich den 14. Heimsieg in Serie – Glückwunsch an dieser Stelle zu diesen Meilenstein! Austen Keating schloss zehn Sekunden vor dem Ende das Tor-Festival ab und traf zum Endstand von 8:5 für die Panther.
Trotz der Niederlage wurden die Eisbären mit viel Applaus verabschiedet, was verständlich war nach einem insgesamt guten Auftritt. Und bei Fünf-gegen-Fünf war man die bessere Mannschaft. Aus dem Spiel wird man die richtigen Lehren ziehen und es in den nächsten beiden Spielen vor Heiligabend gegen Köln und Mannheim besser machen wollen.

3:5 in Straubing: Zehn schwache Minuten im zweiten Drittel sorgen am Ende für die Niederlage am Pulverturm

Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Eisbären Berlin schaffen es weiterhin nicht über 60 Minuten konstant ihre Leistung abzurufen. Auch beim Auswärtsspiel bei den Straubing Tigers war das wieder der Fall und man verlor aufgrund der letzten zehn Minuten im Mitteldrittel das Spiel am Pulverturm mit 3:5 (1:1,1:3,1:1). Im Schlussdrittel stemmte man sich nochmal mit aller Gewalt gegen die drohende Niederlage, am Ende jedoch leider vergebens. So warten die Eisbären weiter auf den Start einer richtigen Siegesserie.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up nur auf zwei Positionen. Im Tor kehrte Jake Hildebrand zurück, weshalb der Straubinger Junge Jonas Stettmer als Back-up auf der Bank Platz nahm. In der Offensive tauschten Liam Kirk und Markus Vikingstad die Reihen. Vikingstad stürmte in der ersten Reihe zwischen Freddy Tiffels und Leo Pföderl, Kirk bildete zusammen mit Andreas Eder und Lean Bergmann die zweite Reihe. Alles andere blieb unverändert.

Der heutige Gegner Straubing stürzte nach einem sehr starken Saisonstart bis auf Platz fünf ab und blieb in drei der letzten vier Spiele ohne eigenes Tor. Zwei dieser drei Spiele fanden übrigens am heimischen Pulverturm statt. Die Eisbären hatten die letzten fünf Auswärtsspiele in Straubing gewonnen. Setzten die Berliner diese Serie auch heute fort?

In dieser Szene erzielte Manuel Wiederer das wichtige 1:1 in Straubing. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Rasanter Beginn in Straubing. Von Abtasten keine Spur, denn beide Teams überbrückten die neutrale Zone relativ schnell und suchten direkt den Weg vor das Tor, wo es auch gleich die ersten gefährlichen Abschlüsse auf beiden Seiten gab.
Die Eisbären hatten in der Folge das erste Powerplay, es waren aber die Tigers, welche zweimal durch Stephan Daschner und Justin Scott frei vor Hildebrand auftauchten. Der Berliner Goalie verhinderte dort bereits den Rückstand. Kaum waren die Tigers aber wieder komplett, beendete Adrian Klein die Torlosserie der Niederbayern – 0:1 (9.). Ein Tor mit Ansage, denn die Eisbären waren in dieser Phase überhaupt nicht bei der Sache und das Gegentor die Folge.
Die Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. Fehler der Hausherren, Zwei-auf-eins-Konter der Eisbären und Manuel Wiederer mit dem 1:1 (12.).
Im weiteren Verlauf des Auftaktdrittels war es eine hart umkämpfte Partie der beiden Tabellennachbarn. Die Tigers hatten in der letzten Minute nochmal ein Powerplay, doch Jake Hildebrand ließ keine weitere Scheibe durch. Somit ging es beim Stand von 1:1 in die erste Drittelpause.

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen Straubing und Berlin. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des zweiten Drittels waren die Niederbayern noch in Überzahl, konnten daraus aber kein Kapital schlagen.
Die Eisbären drehten wenig später dann das Spiel komplett. Leo Pföderl wurde vor dem Tor angespielt, drehte sich kurz und spielte die Scheibe dann hoch zu Markus Vikingstad, welcher zum 2:1 einnetzte (24.). Ganz stark von den Berlinern gespielt.
In der Folge ließen die Hausherren ein weiteres Powerplay ungenutzt, weil das Penalty Killing der Eisbären aber auch rein gar nichts zuließ. Das Unterzahlspiel läuft seit sechs Spielen richtig gut bei den Berlinern.
Nach einem Zuckerpass von Nicolas Beaudin auf Justin Scott war dieser frei durch und nutzte diesmal den Alleingang eiskalt aus und stellte auf 2:2 (30.). Da stimmte die Zuordnung in der Berliner Defensive nicht.
Und es sollte noch schlimmer kommen, denn Straubing drehte das Spiel wieder zurück. Marcel Brandt sein Schuss ging über das Tor, die Scheibe sprang aber wieder zurück. Tyler Madden schaltete am schnellsten und brachte seine Mannschaft wieder in Führung – 2:3 (31.). 1:31 Minuten lag zwischen den beiden Gegentoren.
Auch nach den schnellen beiden Toren hielten die Gastgeber den Druck aufrecht und sorgten immer wieder für brenzlige Situationen vor dem Tor von Jake Hildebrand. Daher war es nur eine Frage der Zeit, ehe Treffer Nummer vier folgen musste. Danjo Leonhardt mit einer überragenden Vorarbeit und dem Pass vor das Tor, wo Skyler McKenzie lauerte und auf 4:2 erhöhte (39.).
Nach der Führung sind die Eisbären von ihrem Spiel abgekommen, während Straubing minütlich mehr Selbstvertrauen aufbaute und so eine Zwei-Tore-Führung mit in die zweite Drittelpause nahm.

Am Ende jubeln die Straubing Tigers über den Heimsieg gegen die Eisbären Berlin. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Schlussdrittel begannen die Berliner mit einem Mann mehr, aber das Powerplay bleibt weiterhin das große Sorgenkind des DEL-Rekordmeisters.
Dafür klappte es bei Fünf-gegen-Fünf. Yannick Veilleux wurde vor dem Tor angespielt, spielte Henrik Haukeland aus und verkürzte auf 4:3 (44.). Die Hoffnung bei den Eisbären war also wieder zurück und noch war genügend Zeit auf der Uhr.
Da Straubing zu viele Spieler auf dem Eis hatte, durften die Hauptstädter weiter an ihrem Powerplay üben. Die Eisbären hatten dicke Chancen. Straubing geriet richtig ins Schwimmen hinten, Henrik Haukeland saß ein ums andere mal auf dem Eis, aber die Berliner schafften es nicht, die Scheibe über die Linie zu drücken.
Die Eisbären blieben weiter druckvoll, schnürten die Niederbayern immer wieder ins eigene Drittel und brachten die Scheiben auf das Tor. Nur war das Scheibenglück nicht auf Seiten der Berliner.
In Überzahl konnten die Hausherren mal für Entlastung sorgen und hatten durchaus die Chance zur Vorentscheidung, aber Jake Hildebrand war zur Stelle.
Wenig später sah der Berliner Goalie aber nicht so gut aus. Adrian Klein hatte abgezogen, Hildebrand konnte die Scheibe nicht festhalten, Josh Melnick brachte sie Richtung Tor, wo Nick Halloran sie nur noch über die Linie schieben musste – 3:5 (56.).
Nun wurde der Weg wieder sehr weit für die Eisbären, wollte man noch etwas Zählbares vom Pulverturm mit nach Hause nehmen. Man versuchte zwar nochmal alles und zog auch Jake Hildebrand vom Eis, doch Straubing ließ sich diese drei Punkte nicht mehr nehmen. Und für die Eisbären bleibt einmal mehr die Erkenntnis, dass es nach wie vor nicht für eine konstante Leistung über 60 Minuten reicht. Das Spiel hat man im Mitteldrittel verloren.