5:1 in Spiel zwei! Die Eisbären demütigen Mannheim erneut

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #47:

Playoff-Finale-Stand: 2:0 (7:3/5:1)

Auch Spiel zwei geht an die Eisbären Berlin: Vor den eigenen Fans setzte sich der Titelverteidiger und DEL-Rekordmeister verdient mit 5:1 durch und führt in der Finalserie nun mit 2:0. Die Eisbären überzeugten erneut durch gnadenlose Effektivität vor dem Tor, während Mannheim zum einen an Jonas Stettmer scheiterte, zum anderen mal wieder seine Nerven nicht im Griff hatte. Der PENNY DEL droht erneut eine einseitige Finalserie, weil Mannheim bisher alles andere als ein würdiger Finalgegner ist.

Eisbären-Trainer Serge Aubin vertraute dem selben Team wie in Finalspiel eins, welches Mannheim in eigener Arena gedemütigt hat.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären hatten nach dem Auftaktsieg die große Chance auf den zweiten Sieg in der Finalserie. Aber Mannheim musste eine Reaktion auf das 3:7 in der eigenen Arena zeigen. Damit war auf jeden Fall auch zu rechnen. Aber reichte es, um das Heimrecht wieder in die Kurpfalz zu holen oder fuhren die Berliner den zweiten Sieg ein?

Starke Choreo der Hartmut-Nickel-Kurve vor Spiel zwei der Finalserie. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Adler starteten druckvoll ins Spiel und hatten auch schon bei einem Zwei-auf-eins-Konter eine gute Chance, doch Jonas Stettmer war zur Stelle. Generell fiel auf, dass Mannheim die Scheiben schnell auf das Tor brachte. Aber für den ersten Treffer sorgten die Hausherren durch Manuel Wiederer, der einmal mehr die Effektivität der Berliner unter Beweis stellte – 1:0 (3.). Zudem auch wieder ein Beweis für das Secondary Scoring, wo eben nicht alles nur an Ty Ronning hängt, wie noch im Vorjahr. Das macht die Mannschaft von Trainer Serge Aubin in diesem Jahr so schwer auszurechnen.
Was aber auch auffiel: Die Eisbären liefen in den ersten fünf Minuten zweimal in einen Mannheimer Konter, was dir gegen eine Mannschaft wie Mannheim nicht so oft passieren darf. Zum Glück war Jonas Stettmer beide Male hellwach.
Mannheim war zu Beginn die aktivere Mannschaft, was aber auch Freitag schon der Fall gewesen war. Aber auch da erwiesen sich die Eisbären als die effektivere Mannschaft. Im Laufe des ersten Drittels war es aber ein Duell auf Augenhöhe, in denen beide Teams ihre offensiven Momente hatten.
In der Schlussphase wurde es dann erstmals ruppig, denn Ty Ronning und Kris Bennett tauschten „Nettigkeiten“ aus. Wenn es spielerisch nicht klappt, muss man eben den Top-Scorer der Eisbären versuchen auszuschalten. Auch Dan Renouf versuchte sich einen Partner zum kämpfen zu suchen, weil auch er für nichts anderes im Team von Dallas Eakins zuständig ist. Die Eisbären nahmen die 1:0-Führung anschließend mit in die erste Drittelpause.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine starke Vorstellung im Berliner Tor. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

2:25 Minuten dauerte es im ersten Drittel, ehe die Eisbären trafen. Im zweiten Drittel dauerte es ganze acht Sekunden länger, ehe Liam Kirk seine klasse Einzelleistung mit dem Tor zum 2:0 abschloss (23.).
Mannheim wollte kurz darauf die schnelle Antwort geben und hatte auch zwei Top-Chancen, aber Jonas Stettmer hatte bisher auch im zweiten Duell mit Maximilian Franzreb klar die Nase vorne. Der Straubinger Junge wächst in den Playoffs einmal mehr über sich hinaus.
Aber auch die Eisbären hatten in der Folge beste Chancen, welche sie nicht nutzen konnten. Es entwickelte sich in dieser Phase ein munteres Spiel, in dem es rasant hin und her ging. Zudem wurden die Zweikämpfe auch immer hart umkämpfter.
Mannheim bekam Mitte des zweiten Drittels ein Powerplay, aber auch in diesem gelang ihnen nicht der Anschlusstreffer. Der Berg für die Kurpfälzer wurde also immer steiler, wollte man die Finalserie heute noch ausgleichen. Doch sie hatten das große Problem, dass mit Jonas Stettmer ein Teufelskerl im Berliner Tor stand, der die Adler-Spieler reihenweise zur Verzweiflung brachte.
Währenddessen wuchs auch der Frust bei den Mannheimer Spielern, was in einer Disziplinarstrafe für Nicolas Mattinen mündete, der einfach so lange unsportlich agierte bis es den Hauptschiedsrichtern zu viel wurde. Wundern musste sich darüber keiner, denn das gehört zum Gameplan von Dallas Eakins, der selbst in Mannheim nicht bei allen Fans beliebt ist. Und für diese Spielweise hat er auch das richtige Personal im Kader. Zum Glück behielten die Eisbären ihre Nerven und konzentrierten sich auf das Wesentlich und das war Eishockey. Die 2:0-Führung nahm man mit in die zweite Drittelpause.

Leo Pföderl (vorne) stellte im Schlussdrittel auf 3:0.(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel gab es diesmal kein frühes Eisbären-Tor zu bejubeln. Was angesichts des Spielstandes aber auch nicht schlimm war. Mannheim war gefordert, hier eine Reaktion zu zeigen. Doch bisher war wenig von den Kurpfälzern zu sehen. Was aber auch an einer starken Berliner Defensive lag, die wenig zuließ.
Leo Pföderl sorgte dann aber für die endgültige Entscheidung. In der 47. Spielminute fuhr er rein ins Angriffsdrittel, zog einfach mal ab und überwand Maximilian Franzreb zum dritten Mal an diesem Abend – 3:0.
Die Kurpfälzer hatten zwar nochmal ein Powerplay und somit die Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Aber auch in diesem lief wenig bei Mannheim zusammen. Die Adler wirkten in den bisherigen zwei Spielen nicht finalwürdig – mal vom letzten Drittel in Spiel eins abgesehen. Aber auch das war nur möglich, weil die Eisbären den Fuß vom Gaspedal genommen hatten. Bisher dominierten die Berliner diese Finalserie deutlich, was Leo Pföderl auch nochmal unterstreichen wollte. Sein Hammer schlug hinter Franzreb ein – 4:0 (54.). Nur zehn Sekunden später erhöhte Eric Hördler sogar auf 5:0 (54.).
Die Arena am Ostbahnhof glich inzwischen einem Partyhaus, während es im Gästeblock sehr ruhig wurde. Das einzige Ziel, was die Eisbären nun noch haben konnten, war die Serie, die seit vier Spielen lief. Denn in den letzten vier Finalspielen traf man jeweils sieben Mal, heute waren es auch schon wieder fünf Tore.
Mannheim fiel nur noch durch Provokationen von Dan Renouf und Luke Esposito auf, deren Hauptaufgabe das zu sein scheint. Denn Eishockey spielten beide Spieler hier nicht.
Mannheim durfte in der Schlussphase nochmal Powerplay spielen und Dallas Eakins zog direkt seinen Goalie. Warum auch immer, das wird sein Geheimnis bleiben. Denn das Spiel war längst entschieden. Daran änderte der Ehrentreffer durch Zach Solow auch nichts mehr – 5:1 (58.). Die Eisbären gewinnen damit auch Spiel zwei in beeindruckender Manier und es fehlt aktuell der Glaube daran, dass diese Berliner Mannschaft viermal in den nächsten fünf Spielen gegen diese Mannheimer verlieren soll. Zu eindeutig dominiert die Mannschaft von Trainer Serge Aubin diese Finalserie. Der halbe Weg auf dem Weg zur erneuten Titelverteidigung ist gemacht, der zweite Teil wird aber genauso schwer. Aber die Eisbären haben alles in der eigenen Hand.

7:3-Sieg! Die Eisbären demütigen Mannheim im ersten Finalspiel in eigener Arena

Playoff-Finale-Stand: 0:1 (3:7)

Die Eisbären Berlin setzten direkt im ersten Finalspiel ein dickes Ausrufezeichen und sichern sich damit das Heimrecht. In der SAP-Arena setzten sich die Berliner hochverdient mit 7:3 (3:0,2:0,2:3) bei den Adler Mannheim durch und haben damit direkt einmal ihre Titel-Ambitionen untermauert. Gerade die ersten 40 Minuten waren pure Dominanz und gnadenlose Effektivität. Dagegen hatte die Mannschaft von Dallas Eakins kein Gegenmittel und muss jenes nun bis zu Spiel zwei am Sonntagnachmittag entwickeln, um nicht den nächsten Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft zu erleiden.

Eisbären-Trainer Serge veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel sechs der Halbfinalserie bei den Kölner Haien überhaupt nicht und vertraute somit dem selben Line-up, welches den Finaleinzug perfekt gemacht hatte.

Die Ausgangslage war klar: Es war Spiel eins der Finalserie und beide Teams wollten direkt die erste Duftmarke setzen. Während es für die Eisbären kein Neuland mehr war, absolvierten die Kurpfälzer ihr erstes Endspiel seit 2019. Setzte sich am Ende die Final-Erfahrung der Eisbären durch oder konnte Mannheim sein erstes Heimspiel für sich entscheiden?

Liam Kirk erzielte das erste und das letzte Tor in Mannheim. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war es eine sehr intensive und hart umkämpfte Partie. Was aber auch zu erwarten war, schließlich geht es ab sofort um die deutsche Meisterschaft in der PENNY DEL. Die Adler hatten früh im Spiel das erste Powerplay, machten aber direkt Bekanntschaft mit dem drittbesten Penalty Killing der Playoffs, welches nichts Gefährliches zu ließ.
Special Teams können in dieser Finalserie von enormer Bedeutung sein und sie sollten es auch direkt im ersten Drittel werden. Denn die Eisbären nutzten im Gegensatz zu Mannheim ihr erstes Powerplay. Die Scheibe wurde auf das Tor gebracht, blieb dort hängen und am Ende war es Liam Kirk, welcher zum 1:0 traf (8.).
Die Berliner legten genau den Start hin, den man sich gewünscht hatte. Mannheim war zwar äußerst aktiv in Sachen Torschüsse, doch diese wurden eher aus ungefährlichen Positionen abgegeben und stellten Jonas Stettmer daher auch vor keine großen Probleme.
Diese bekamen aber so langsam aber sicher die Hausherren. Maximilian Franzreb konnte den ersten Schuss nur prallen lassen und Jean-Sébastien Dea staubte erfolgreich ab – 2:0 (11.). Trotz 12:4-Torschüssen nach 14 Minuten stand es hier 0:2, was einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit der Eisbären in den Playoffs unter Beweis stellte.
Und diese agierten im ersten Drittel äußerst effektiv, denn kurz vor der ersten Drittelpause nutzten sie auch noch einen Konter durch Marcel Noebels und Les Lancaster aus. Letzterer netzte erfolgreich ein zum 3:0 (19.). Danach war dieses Auftaktdrittel zu Ende und alle Fans rieben sich verwundert die Augen. Denn man hatte ja mit allem gerechnet, aber definitiv nicht mit so einem ersten Drittel.

Spiele zwischen Mannheim und Berlin sind immer sehr hitzig. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Mitteldrittel war dann pure Dominanz der Eisbären, welche das so einfach aussehen ließen, wie sie Gegner und Puck laufen ließen. Das sah nicht einmal nach großer Anstrengung aus, wie man hier das Spiel dominierte. Von Mannheim kam erschreckend wenig für ein Finalspiel und vor allem für ein Heimspiel. Was die Eisbären aber überhaupt nicht interessierte, da sie sich nur auf sich konzentrierten. Der heute sehr auffällige Dea ließ die Scheibe stark durch zu Freddy Tiffels, welcher Ty Ronning in Szene setzte. Der kleine Wirbelwind erhöhte anschließend auf 4:0 (35.).
Nur 70 Sekunden später legten die Eisbären direkt das fünfte Tor nach. Wieder ließ Franzreb die Scheibe nur prallen, was Markus Vikingstad dankend annahm – 5:0 (36.).
Damit war Finalspiel eins bereits nach 40 Minuten entschieden, denn das die Kurpfälzer hier noch einmal zurück ins Spiel kommen würden, war doch eher unwahrscheinlich.

Im letzten Drittel kamen auch die Adler Mannheim zum Torerfolg und konnten Jonas Stettmer dreimal überwinden. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Dass Mannheim aber noch einmal alles versuchen würde, war jedoch klar. Und so verwunderte das schnelle Anschlusstor nach 42 Minuten auch nicht wirklich. Kris Bennett ließ die eigenen Fans zum ersten Mal in dieser Finalserie jubeln – 5:1.
Kurz darauf kam dann schon eine sehr diskutable Szene im dritten Drittel. Kai Wissmann fuhr einen durchaus harten Check gegen Leo Gawanke und bekam dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe für einen Check gegen die Bande. Puh, auch nach mehrmaligen Anschauen kann ich da keine Spieldauer erkennen. Ja, der Check war hart, aber Gawanke hatte kurz zuvor noch den Puck und somit geht Wissmann erwartungsgemäß in den Zweikampf. Der Mannheimer Verteidiger schien damit jedoch nicht gerechnet zu haben und hatte daher keine Körperspannung, was den Aufprall durchaus spektakulär aussehen ließ. Dafür Wissmann aber zum Duschen zu schicken, ist für mich eine sehr harte Entscheidung.
Zum Glück überstanden die Eisbären die fünfminütige Unterzahl ohne Gegentor, was aber auch an Teufelskerl Jonas Stettmer lag, der einmal mehr ein überragendes Spiel zeigte.
Kurz nach dem die Berliner wieder komplett waren, schlug es aber doch noch hinter Stettmer ein. Alexander Ehl verkürzte auf 2:5 (48.).
Ging hier nun doch noch was für die Hausherren? Die Eisbären ließen es im Schlussdrittel etwas zu ruhig angehen und stellten das Offensivspiel fast komplett ein. Und Dallas Eakins ging früh All-in und zog rund fünf Minuten vor dem Ende des dritten Drittels seinen Goalie, der inzwischen Mattson hieß, vom Eis. 16 Sekunden später fälschte Mitch Reinke einen Schuss von John Gilmour unglücklich ab und schon stand es nur noch 5:3 (56.).
Eakins nahm kurz darauf erneut seinen Goalie vom Eis, weil was einmal klappt, klappt ja auch zweimal. Aber nicht mit Marcel Noebels, der die Scheibe einfach mal blind auf das leere Tor brachte und auf 6:3 stellte (57.). Danach war auch wieder Ruhe im „Ufo“, die Hoffnung war ganz schnell wieder verflogen. Erst recht, als Liam Kirk auch noch den nächsten Empty-Netter nachlegte – 7:3 (58.).
Damit eröffnete der Brite das Spiel und beendete es auch. Und viel wichtiger: Er setzte die Serie der Eisbären fort, die nun im vierten Spiel in Folge sieben Tore in einem Finalspiel erzielt haben. Ein Rekord für die Ewigkeit, den wohl keine Mannschaft mehr knacken wird. Außer vielleicht die Eisbären selbst, denn was die in den Playoffs für gnadenloses Eishockey spielen, ist fast schon beängstigend. Die ersten 40 Minuten waren eine reine Machtdemonstration des Titelverteidigers. Aber ebenso waren die letzten 20 Minuten Warnung genug, dass man gegen Mannheim über 60 Minuten sein Spiel durchziehen muss, egal wie hoch man auch führt. Aber nach diesem Spiel ist bereits klar, dass in auch in dieser Saison der Meistertitel erneut nur über die Eisbären Berlin führt. Damit hätte man im Verlaufe der Hauptrunde auch nicht mit gerechnet.