3:0 in Bremerhaven: Die Eisbären gewinnen auch beim Angstgegner – Vierter Shutout für Jonas Neffin

Die Eisbären Berlin sind nicht zu stoppen: Bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven setzten sich die Berliner mit 3:0 durch, feierten damit den sechsten Sieg in Serie und bauten zugleich die Tabellenführung aus. Jonas Neffin feierte seinen vierten Shutout im fünften Saisonspiel. Dagegen endeten die Punkte-Streaks von Ty Ronning und Liam Kirk, was man aber angesichts der aktuellen Erfolgsserie verschmerzen kann. Und zugleich ist es auch schön zu sehen, dass die Eisbären Spiele gewinnen können, in denen die beiden Top-Stars nicht punkten.

Eisbären-Trainer Éric Dubois musste heute auf Gabriel Fontaine (leicht angeschlagen), Leo Pföderl (schaut man von Tag zu Tag) und Mitch Reinke (Geburt des Kindes steht kurz bevor) verzichten. Das führte zu Änderungen am Line-up: So verteidigte Korbinian Geibel an der Seite von Eric Mik und ersetzte damit Reinke. In der Offensive rückte Tobias Krestan in die Reihe zu Yannick Veilleux und Markus Vikingstad. Dessen Platz in der nominell vierten Reihe nahm Eric Hördler ein und stürmte zusammen mit Manuel Wiederer und Rihards Griva. Im Tor stand erneut Jonas Neffin.

Für die Eisbären ging es heute zum Angstgegner, hatte man doch die letzten sieben Duelle gegen Bremerhaven verloren. Doch die Vorzeichen sahen heute ganz anders aus, denn die Berliner kamen als Tabellenführer zu den angeschlagenen Pinguins, welche noch nicht so richtig in Form sind und zudem arge Personalprobleme zu beklagen haben. Konnten die Eisbären das nutzen und den Negativlauf gegen Bremerhaven stoppen oder setzte es die achte Niederlage in Serie?

Tobias Krestan hatte im ersten Drittel zwei gute Chancen. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Torlos im ersten Drittel

Es war eine muntere Anfangsphase in Bremerhaven, weil beide Teams offensiv ausgerichtet waren. Bei den Eisbären fiel vor allem Neuzugang Tobias Krestan auf, der Kristers Gudlevskis im Tor der Gastgeber zweimal in der Anfangsphase prüfte. Bremerhaven hatte seine erste Top-Chance nach dem Powerbreak, als Colt Conrad aus dem Slot heraus zum Abschluss kam. Jonas Neffin war aber zur Stelle und hielt sein Tor weiterhin sauber.
Insgesamt gesehen hatten die Hauptstädter hier mehr vom Spiel und waren auch die torgefährlichere Mannschaft, einzig das Tor fehlte dem Tabellenführer hier noch. Aber dennoch musste man hellwach sein, wenn Bremerhaven Angriffe Richtung Berliner Tor fuhr.
In der Schlussphase durften die Pinguins dann erstmals in Überzahl ran. Durchaus eine Spezial-Disziplin der Gastgeber in den letzten Jahren, nur in diesem Jahr klappte das bisher noch nicht so gut. Conrad hätte daran etwas ändern können, fand jedoch erneut seinen Meister in Jonas Neffin. So blieb es beim 0:0 nach den ersten 20 Minuten.

Traf bereits zum zweiten Mal an diesem Wochenende: Andreas Eder (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Innerhalb von 48 Sekunden erzielen die Eisbären zwei Tore

Auch im zweiten Drittel bot sich den Pinguins die Chance, in Überzahl zu agieren. Und für 34 Sekunden hatte man sogar zwei Mann mehr auf dem Eis. Aber die Eisbären verteidigten das sehr gut und überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor.
Kaum wieder komplett, sorgte die Top-Reihe für Gefahr vor Gudlevskis. Ty Ronning scheiterte aber am Bremerhavener Goalie. Wenig später klingelte es aber im Tor der Hausherren. Tiffels behauptete ganz stark die Scheibe, passte sie auf Kapitän Kai Wissmann, welcher abzog. Jonas Müller fuhr in Stürmermanier durch den Slot und fälschte entscheidend ab – 1:0 (31.). Nur 48 Sekunden später erhöhte Andreas Eder auf 2:0. Sein Onetimer schlug im langen Eck ein – 2:0 (32.). Diese Effizienz der Eisbären ist einfach unglaublich. Das hier heute die beste Schusseffizienz auf die schlechteste der Liga traf, hatte sich hiermit mehr als bestätigt.
Drei Minuten vor der zweiten Drittelpause schnupperten die Hausherren am Anschlusstreffer, doch der Pfosten rettete für Neffin und die Eisbären. So nahm der DEL-Rekordmeister eine verdiente 2:0-Führung mit in die Kabine.

Feierte seinen vierten Shutout im fünften Saisonspiel: Jonas Neffin (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Neffin erneut nicht zu bezwingen

Kurz nach Wiederbeginn rettete erneut das Gestänge für den Berliner Goalie. Es war zum Verzweifeln für die Hausherren hier, die so weiter dem 0:2 hinterherlaufen mussten. Dass es kein 0:3 war, hatte man Kristers Gudlevskis zu verdanken, der kurz darauf einen Alleingang von Jean-Luc Foudy parierte. Und direkt danach war es die Latte, welche auf der anderen Seite für Neffin rettete. Was für ein Beginn ins Schlussdrittel in Bremerhaven. Und die Hausherren hatten dann das nächste Powerplay, aber erneut konnten sie dieses nicht nutzen.
Die Mannschaft von Trainer Alexander Sulzer blieb danach weiterhin am Drücker und wollte den Anschlusstreffer erzielen, aber sie fanden einfach keinen Weg vorbei an Jonas Neffin im Berliner Tor. Die Eisbären hingegen lauerten vermehrt nur auf Konter, um das Spiel hier endgültig zu entscheiden. Das tat dann Manuel Wiederer, als Bremerhaven seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers gezogen hatte – 3:0 (58.). Dabei blieb es bis zum Ende. Die Eisbären feierten einen souveränen 3:0-Auswärtssieg in Bremerhaven, holten damit den sechsten Sieg in Serie und beendeten die Niederlagenserie gegen die Pinguins. Damit machten die Berliner das perfekte Wochenende klar: Zwei Spiele, zwei Siege, 8:0-Tore, zwei Shutouts für Jonas Neffin. Was für ein Saisonstart!

5:0-Heimsieg im Spitzenspiel! Der Eisbären-Express überrollt Wolfsburg

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #7:

Der Eisbären-Express rollt weiter durch die PENNY DEL: Im Spitzenspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg feierten die Berliner beim 5:0 den fünften Sieg in Serie. Erneut drückte die Top-Reihe um Liam Kirk, Ty Ronning und Freddy Tiffels dem Spiel den Stempel auf. Im Tor überzeugte einmal mehr Jonas Neffin, der im vierten Spiel bereits seinen dritten Shutout feierte. Wahnsinn!

Im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen Nürnberg musste Eisbären-Trainer Éric Dubois heute auf den angeschlagenen Leo Pföderl verzichten. Dafür kehrte Gabriel Fontaine zurück ins Line-up und stürmte anstelle von Pföderl in der Reihe mit Andreas Eder und Eric Hördler. Alles andere blieb unverändert. Somit stand zum vierten Mal in Folge in der PENNY DEL Jonas Neffin im Tor.

Für die Eisbären stand das nächste Spitzenspiel an. Gegner Wolfsburg startete überraschend stark in die neue Saison und liegt aktuell auf Platz drei. Gerade das ausgeglichene Scoring ist der Trumpf der Mannschaft von Trainer Tyler Haskins. Bei den Eisbären hängt derzeit viel von Ty Ronning und Liam Kirk ab. War das auch heute wieder so oder stoppten die Autostädter die Siegesserie der Eisbären?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen den Eisbären und Wolfsburg. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Keine Tore im ersten Drittel

Es ist Pinktober und beide Mannschaften setzten ein Zeichen im Kampf gegen den Brustkrebs. Berlin in seinen weißen Trikots, Hosen und Stutzen mit pinken Akzenten, Wolfsburg in pinken Trikots und Stutzen. Wie bereits vergangene Woche erwähnt, finde ich es großartig, wie viele Vereine sich inzwischen am Pinktober beteiligen!
Wolfsburg bestätigte hier zu Beginn des Spiels seinen guten Saisonstart und beschäftige Eisbären-Goalie Jonas Neffin schon recht ordentlich. Doch auch der neue Berliner Goalie bestätigte seine bisherige Top-Form im Trikot der Hauptstädter.
Die Eisbären hingegen fanden in der Anfangsphase kein Mittel gegen die sehr kompakte Defensive der Gäste. Die Wolfsburger waren eng dran am Mann und machten die gefährlichen Räume gut zu. Tobias Krestan fand Mitte des ersten Drittels mal die Lücke und hatte eine richtig gute Chance, doch die Scheibe flog knapp am Tor vorbei.
Insgesamt gesehen war es aber das von vornherein erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen dem Tabellenzweiten und dem Tabellendritten. Inzwischen auch ein Duell auf Augenhöhe, in dem es vor allem auf die Geduld beider Mannschaften ankommen wird. Beide warten auf den ersten Fehler des Gegners, um zuzuschlagen. In den ersten 20 Minuten machte den noch kein Team, weshalb es beim Stand von 0:0 in die erste Drittelpause ging. Auch wenn Liam Kirk in der Schlussphase nochmal die gegnerischen Spieler als Slalomstangen benutzte, am Ende aber an Dustin Strahlmeier scheiterte.

Jean-Luc Foudy erhöhte per Penalty auf 2:0. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären stellen per Doppelschlag auf 2:0

Auch zu Beginn des zweiten Drittel das selbe Bild. Beide Teams ließen defensiv weiterhin wenig zu. Danach hatten beide Mannschaften ihr erstes Powerplay – zwar nicht für die vollen zwei Minuten – aber auch da wollte kein Treffer gelingen.
Die Eisbären wurden aber danach stärker und schnupperten am 1:0. Auch im zweiten Powerplay, doch bisher war Dustin Strahlmeier nicht zu überwinden. Jener Goalie, der bisher noch keine so überzeugende Saison gespielt hat. In der 34. Spielminute war es dann aber doch geschehen. Zwei-auf-eins-Konter der Eisbären, Liam Kirk auf Freddy Tiffels und der mit dem 1:0 für die Berliner. Die zu diesem Zeitpunkt mehr als verdiente Führung und mal wieder war es die Top-Reihe, nur dass statt Ty Ronning oder Kirk eben Tiffels zur Abwechslung mal das Tor traf.
Kurz darauf war Jean-Luc Foudy auf und davon, konnte nur unfair gestoppt werden, was zum Penalty führte. Dass der Neuzugang das kann, zeigte er erst vor kurzem in Köln und auch heute verwandelte er seinen Penalty eiskalt – 2:0 (36.).
Innerhalb kürzester Zeit stellten die Eisbären ihre Effizienz unter Beweis und lagen im Spitzenspiel mit zwei Toren vorne. Was zu diesem Zeitpunkt der Saison und unter neuem Trainer schon mehr als beeindruckend ist. Mit der Zwei-Tore-Führung ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Ein gewohntes Bild in den letzten Wochen: Jubelnde Eisbären-Spieler (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Top-Reihe macht es am Ende deutlich

Die Niedersachsen hatten früh im Schlussdrittel ein Powerplay und somit die große Chance auf den Anschlusstreffer. Und Jonas Neffin bekam in Unterzahl auch einiges zu tun, ließ aber weiterhin keine Scheibe durch. Starker Auftritt des Berliner Goalies.
Auf der anderen Seite waren es die Eisbären, welche die Partie frühzeitig entschieden. Mal wieder war es die Top-Reihe, die einen Angriff Richtung Wolfsburger Tor startete. Tiffels sein Schuss wurde geblockt, Liam Kirk schnappte sich die Scheibe und staubte erfolgreich ab – 3:0 (48.).
Die Autostädter hatten danach zwar nochmal ein doppeltes Powerplay, aber auch in diesem konnten sie die Eisbären-Defensive um Goalie Jonas Neffin nicht knacken. Wieder einmal ein starker Auftritt der Eisbären-Verteidigung.
Aber auch die Offensive lieferte heute wieder ab. Powerplay Berlin, die Scheibe lief sauber durch die Reihen und am Ende war es Andreas Eder, der die Scheibe im langen Eck versenkte. Die Vorarbeit kam unter anderem von Foudy, der damit seinen zweiten Scorerpunkt im heutigen Spiel verbuchte.
Im zweiten Spitzenspiel in Serie stellten die Eisbären damit erneut ihre derzeitige Top-Form unter Beweis. Man findet aktuell immer einen Weg, Spiele zu gewinnen, was auch ein Verdienst des neuen Trainerteams um Éric Dubois und Dan Lambert ist, welche bisher einen Top-Job in der Hauptstadt machen. Und kaum habe ich diesen Satz zu Ende geschrieben, klingelte es zum fünften Mal im Tor von Dustin Strahlmeier. Erneut war es Freddy Tiffels, der traf und das Ergebnis auf 5:0 schraubte (58.).
Während die Hauptstädter den fünften Sieg in Serie feierten, feierte Goalie Jonas Neffin im vierten DEL-Spiel für die Eisbären seinen dritten Shutout. Was für ein beeindruckender Saisonstart des DEL-Rekordmeisters!

4:1-Heimsieg gegen Nürnberg: Die Eisbären knacken den Spitzenreiter und feiern den vierten Sieg in Serie

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #6:

Vierter Sieg in Folge: Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen Tabellenführer Nürnberg Ice Tigers mit 4:1 (0:1,2:0,2:0) gewonnen und bleiben den Franken damit dicht auf den Fersen. Erneut war es das „Duo Infernale“, welches maßgeblichen Anteil am Sieg der Berliner hatte. Liam Kirk bereitete drei Treffer vor, während Ronning einen Hattrick erzielte. Dazu kommt Jonas Neffin, der erneut stark hielt und nur einen Gegentreffer zu ließ.

Eisbären-Trainer Éric Dubois nahm keine Veränderungen am Line-up im Vergleich zum 2:0-Auswärtssieg in Frankfurt vor. Warum auch, zeigte seine Mannschaft doch eine sehr starke Leistung in Hessen. Somit stand zum dritten Mal in Folge Jonas Neffin im Tor, der in seinen ersten beiden Einsätzen jeweils einen Shutout feiern konnte. Letztmals gelang das einem Eisbären-Goalie in der Finalserie gegen Köln, als die letzten drei Spiele mit 7:0 gewonnen wurden. Im Tor stand damals Jake Hildebrand.

Es war das erste tabellarische Spitzenspiel für die Eisbären, trafen sie mit Nürnberg doch auf den überraschenden Spitzenreiter der PENNY DEL. Sechs Spiele, fünf Siege, eine Niederlage, nach 60 Minuten ungeschlagen. Mit 24 Toren die beste Offensive, mit zehn Gegentoren die zweitbeste Defensive. Da erwartete die Berlin eine enorm schwere Aufgabe, doch diese hatten sie auch am Freitag in Frankfurt zu bewältigen, was sie mit Bravour und einem 2:0-Sieg auch taten.

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Neffin kassiert erstes Gegentor im Eisbären-Trikot

Das Eröffnungsbully machte Eisbären-Legende Stefan Ustorf (Sportdirektor Nürnberg Ice Tigers) zusammen mit seiner Frau Jodie. Die ehemalige Nummer 14 war damals der Initiator der Pinktober-Kampagne, welche sich seitdem in Berlin und auch an anderen DEL-Standorten etabliert hat. Was von enormer Bedeutung ist im Kampf gegen den Krebs.
Von Beginn an war es die erwartet hart umkämpfte Partie. Beide Teams standen zudem ebenso erwartet defensiv sehr kompakt und ließen kaum Räume. Die erste Top-Chance hatten die Eisbären erst nach rund sechs Minuten, als Yannick Veilleux bei einem Zwei-auf-eins-Konter Jean-Luc Foudy in Szene setzte, der mit dessen Onetimer jedoch an Niklas Treutle scheiterte. Der Nürnberger Goalie mit einem sensationellen Save gegen den Berliner Neuzugang.
Nürnberg hatte die erste Top-Chance kurz vorm ersten Powerbreak, als zunächst Evan Barratt an Jonas Neffin scheiterte und der Nachschuss von Julius Karrer ans Außennetz ging. Wenig später gingen die Franken jedoch in Führung, als gegen die Eisbären eine Strafzeit angezeigt war. Evan Barratt hatte getroffen und damit Neffin das erste Gegentor zugefügt, was jedoch aus meiner Sicht nicht hätte zählen dürfen. Denn bevor der Puck die Linie überquert hat, war ein deutlicher Pfiff bis unter das Arenadach zu hören. Aber die „Unparteiischen“ entschieden sowohl auf dem Eis als auch nach Ansicht des Videobeweises auf „gutes Tor“ – 0:1 (12.). Puh, die PENNY DEL und ihre Schiedsrichter – ein leidiges Thema seit Jahren und man bekommt es einfach nicht in den Griff. Es gibt wohl eine Continuous Play Regel, nachdem das Tor zählt, wenn der Schuss vor dem Pfiff abgegeben wurde. Puh, was für eine schwachsinnige Regel der PENNY DEL. Zumal Nürnberg bereits zum zweiten Mal nach dem Heimspiel gegen Augsburg profitiert hat. Dann brauchen wir auch keine Schiedsrichter mehr, wenn Pfiffe egal sind…
Die Eisbären suchten danach nach der schnellen Antwort, doch fanden bis zum Drittelende keinen Weg an Treutle vorbei. Auch Nürnberg hatte noch gute Angriffe, fand aber ebenso keinen Weg an Neffin vorbei. So stand es nach 20 Minuten 0:1 aus Berliner Sicht.

Er trifft und trifft und trifft: Ty Ronning (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Eder und Ronning drehen das Spiel

Nun waren die Eisbären gefordert, eine Antwort zu geben. Man versuchte auch viel, tat sich aber bis hierhin sehr schwer gegen die kompakt stehende Nürnberger Defensive. Dazu spielte Nürnberg sehr ekliges Eishockey und fuhr den Berliner Spielern damit unter die Haut. Damit kamen sie bis hierhin nicht wirklich zu recht. Hinten musste man zudem auch aufpassen, weil Nürnberg immer wieder kleine Nadelstiche setzte. Jonas Neffin musste viel investieren, um das zweite Gegentor zu verhindern. In dieser Phase waren die Gäste aus Franken dem 2:0 deutlich näher als die Eisbären dem Ausgleich.
Die Eisbären spielten im Mitteldrittel auch viel zu unsauber, die Pässe kamen nicht wie gewohnt an, die Scheibenannahme klappte nicht wirklich so gut.
Aber das alles war für einen Moment vergessen, als Andreas Eder „Viva la vida“ erklingen ließ. Liam Kirk mit dem Zuspiel auf Eder, dessen Onetimer an Treutle vorbei in ins Tor ging – 2:1 (31.). Für Kirk übrigens das 14. Spiel in Folge mit einem Scorerpunkt.
Danach erhöhten die Eisbären mal das Tempo und drängten Nürnberg ins eigene Drittel. Man wollte den Schwung vom Ausgleichstreffer mitnehmen. Die große Chance dazu bot sich in der Schlussphase, als man für 55 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Leo Pföderl hatte das 2:1 auf der Kelle, das Gestänge rettete für Nürnberg. Wenig später legte Kirk rüber zu Ty Ronning und der netzte ein und drehte damit das Spiel – 2:1 (39.). Auch danach fiel Nürnberg wieder durch unsaubere Aktionen auf, was sich das gesamte Spiel schon durchzog. Aber danach war erst einmal Pause und die Gemüter konnten sich etwas beruhigen.

Immer wieder gerieten beide Mannschaften während des Spiels aneinander. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Ronning macht den Deckel drauf

Früh im Schlussdrittel folgte der nächste Aufreger, denn für Julius Karrer war nach einem Kniecheck gegen Manuel Wiederer das Spiel vorzeitig beendet. Es passte zur Spielweise der Nürnberger, dass am Ende auch noch ein Spieler frühzeitig zum duschen geschickt wurde. Die Eisbären fortan für fünf Minuten ein Mann mehr auf dem Eis. Doch Kapital konnte man aus dem Powerplay nicht schlagen, weshalb es hier weiterhin ein Spiel auf des Messers Schneide war. Nur ein Tor lag zwischen beiden Mannschaften. Während die Eisbären auf der Suche nach der Vorentscheidung waren, wollten die Ice Tigers den Ausgleich erzielen.
Die Uhr lief für die Eisbären, denn Nürnberg fand fortan keinen Weg vorbei an Jonas Neffin. Somit lief den Franken die Zeit davon, wollten sie ihre erste Niederlage nach 60 Minuten noch abwenden. Dafür bekam Nürnberg auch noch ein Powerplay in den letzten sieben Minuten, aber das Penalty Killing der Eisbären ließ nichts Gefährliches zu und somit stand es weiterhin 2:1 für die Eisbären.
Bis vier Minuten vor dem Ende. Zunächst scheiterte Leo Pföderl an der Latte, wenige Sekunden später zielte Ronning goldrichtig – 3:1 (56.). Eine erneute traumhafte Kombination der Nummer 94 und Nummer 9. Was wären die Eisbären nur ohne ihrem „Duo Infernale“. Am Ende wurde es ein 4:1-Heimsieg, weil Ronning den Hattrick perfekt machte. Damit sind es die Berliner, welche Nürnberg die erste Niederlage nach regulärer Spielzeit hinzufügten und das Spitzenspiel für sich entschieden.

6:5 n.P. in Köln: Neuzugang Jean-Luc Foudy entscheidet Tor-Festival in der Domstadt

Die Eisbären Berlin haben ihren ersten Auswärtssieg der neuen DEL-Saison gefeiert. Am Ende setzte man sich bei den Kölner Haien in einem verrückten Spiel mit 6:5 nach Penaltyschießen durch. Es war ein wildes Spiel mit wechselnden Führungen, in dem die Eisbären bis zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit eigentlich schon als der sichere Sieger aussahen. Doch am Ende holte man Köln wieder zurück ins Spiel, sicherte sich aber dank Jack LaFontaine und Jean-Luc Foudy den Zusatzpunkt in der Domstadt.

Bei den Eisbären gab Jean-Luc Foudy heute sein DEL-Debüt. Trainer Éric Dubois stellte ihn an die Seite von Yannick Veilleux und Markus Vikingstad. Gabriel Fontaine rückte in die Reihe zu Andreas Eder und Leo Pföderl. Eric Hördler spielte stattdessen in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Tobias Krestan. Rihards Griva stand dafür nicht im Kader. Auch Mitch Reinke fehlte heute im Line-up. Alles andere blieb unverändert. Somit stand auch heute wieder Jack LaFontaine im Tor. Jonas Neffin nahm erneut als Back-up auf der Bank Platz.

Nach dem man in den ersten beiden Saisonspielen bereits auf die Straubing Tigers (Viertelfinalgegner 2026) und die Adler Mannheim (Finalgegner 2026) traf, machten die Eisbären die Serie heute komplett und trafen auf ihren letztjährigen Halbfinalgegner Köln. Die Domstädter hatten natürlich noch jede Menge Wut im Bauch, ließen doch die Hauptstädter die Kölner Meisterträume in den letzten beiden Jahren (Finale 2025/Halbfinale 2026) wie eine Seifenblase platzen. Gelang den Kölnern heute die Revanche in der Hauptrunde oder triumphierten am Ende erneut die Eisbären in der Domstadt?

Für einen Spieler war es ein sehr besonderes Spiel: Marcel Noebels traf nach zwölf Jahren in der Hauptstadt erstmals auf seinen Ex-Verein. Wie torgefährlich die ehemalige Nummer 92 ist, wissen sie in Berlin nur allzu gut. Konnten die Eisbären ihren Ex-Spieler stoppen oder schenkte Noebels seinem Ex-Verein einen Puck ein?

Traf direkt im ersten Duell gegen seinen Ex-Verein: Marcel Noebels (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Ausgerechnet Marcel Noebels trifft zum 1:1 gegen die Eisbären

49 Sekunden war die Partie alt, da tauchte Tim Fleischer alleine vor Jack LaFontaine auf. Aber der Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand und verhinderte somit den Kölner Traumstart.
Den legten dann aber die Eisbären hin. Powerplay für die Berliner und in einer etwas unübersichtlichen Situation lag auf einmal die Scheibe im Tor. Freddy Tiffels chippte die Scheibe vor das Tor, wo Ty Ronning als Letzter am Puck war – 1:0 (4.). Im dritten Spiel das dritte Saisontor vom kleinen Wirbelwind.
Die Antwort der Domstädter ließ aber nicht lange auf sich warten. Und diese Geschichten schreibt nur der Sport: Denn ausgerechnet Marcel Noebels sorgte für den 1:1-Ausgleich. Patrick Russell mit dem Pass auf Noebels, welcher viel zu viel Zeit im Slot hatte und per Onetimer auf 1:1 stellte (8.). Noebels verzichtete aber auf einen überschwänglichen Torjubel.
Die Freude währte jedoch nur 39 Sekunden, denn dann schlugen die Eisbären wieder zurück. Ty Ronning auf Liam Kirk und der britische Nationalstürmer brachte die Eisbären wieder in Führung – 2:1 (9.). Das „Duo Infernale“ schlug also auch in der Domstadt wieder zu.
Kirk hätte im nächsten Powerplay beinahe das 3:1 nachgelegt, doch bei seinem Alleingang traf er nur das Gestänge. Im selben Powerplay fuhren die Domstädter aber auch einen Zwei-auf-eins-Konter, bei dem Ryan MacInnis das 2:2 auf dem Schläger hatte. Freddy Tiffels rettete aber im letzten Moment und klärte kurz vor der Torlinie.
In der Schlussminute gelang den Hausherren bei angezeigter Strafzeit aber dann doch der Ausgleich. Brady Austin packte einen satten Handgelenkschuss aus und stellte 36,5 Sekunden vor dem Ende auf 2:2. So stand es auch nach furiosen 20 Minuten.

Nickligkeiten gehören zum Duell Köln vs. Berlin immer dazu. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln geht erstmals in Führung, aber Berlin dreht das Spiel zurück

Köln begann das Mitteldrittel mit einem Powerplay und wie zu Beginn des Spiels hatte Tim Fleischer die erste dicke Chance. Diesmal nutzte er diese aber aus und brachte die Haie erstmals an diesem Abend in Führung – 3:2 (21.). 46 Sekunden waren da gerade einmal im zweiten Drittel gespielt.
Wie in der Kurpfalz hatte der Titelverteidiger eine Führung verspielt. Aber noch war genügend Zeit, um etwas Zählbares aus Köln mit nach Berlin zu nehmen. Und die Eisbären spielten auch weiterhin nach vorne, fanden aber keinen Weg vorbei an KEC-Goalie Janne Juvonen.
Den fand dann aber Markus Vikingstad, der das nächste Powerplaytor für die Eisbären erzielte. Der Norweger staubte eiskalt vor dem Tor ab und schenkte Juvonen das dritte Tor ein. Somit ging der DEL-Klassiker wieder von vorne los.
Und die Eisbären drehten das Spiel wieder zurück. Andreas Eder mit dem Schuss und dem 4:3. Da sah Janne Juvonen überhaupt nicht gut aus (36.). Kurz darauf die große Chance, erstmals an diesem Abend eine Zwei-Tore-Führung herauszuspielen, als man erneut ein Mann mehr auf dem Eis war. Doch diese Chance konnte man nicht nutzen und nahm somit nur die 4:3-Führung mit in die Kabine.

Jack LaFontaine streckte sich nach jedem Puck. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln rettet sich dank furiosem Schlussspurt in die Verlängerung

Im Schlussdrittel kassierte Juvonen dann direkt das nächste krumme Gegentor. Neuzugang Foudy brachte die Scheibe aufs Tor, von Juvonen prallte sie an Juhani Tyrväinen und von dem aus ins Tor – 5:3 (42.)
Dieser Treffer zog den Haien so ein wenig den Zahn. Denn Köln tat sich in der Folge schwer, gefährliche Chancen zu kreieren. Die Eisbären waren in dieser Phase dem 6:3 näher als Köln dem 4:5.
Erst in der Schlussphase investierten die Domstädter nochmal alles, um hier das Unmögliche noch möglich zu machen. Man setzte die Eisbären stark unter Druck und kam auch zu guten Chancen. Aber Jack LaFontaine wurde zum Endgegner der Kölner und ließ sie reihenweise verzweifeln.
Als Juvonen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers sein Tor verließ, schlugen die Hausherren aber doch noch zu. Und natürlich war es erneut Marcel Noebels, der gegen seinen Ex-Verein traf – 4:5 (58.).
Auf einmal war hier nochmal Spannung in der Lanxess Arena. Und Moritz Müller hatte kurz darauf die dicke Chance zum 5:5-Ausgleich, als er frei vorm Berliner Tor zum Abschluss kam, aber an LaFontaine nicht vorbei kam.
Kapitän Kai Wissmann nahm dann eine sehr ungünstige Strafzeit wegen Spielverzögerung, was Köln ein doppeltes Powerplay ermöglichte. Und das für satte 91 Sekunden. Diese Chance ließ sich Köln natürlich nicht nehmen und glich durch Patrick Russell tatsächlich noch aus – 5:5 (59.).
Dieser Schlussspurt der Haie sorgte für eine Verlängerung, die man bis zur 58. Spielminute nicht mehr für möglich gehalten hatte. Aber die Haie machten enormen Druck, von dem sich die Eisbären nicht mehr befreien konnten. Und da man zuvor die Entscheidung nicht erzwingen konnte, musste man sich vorerst mit einem Punkt begnügen.

In der Overtime bekam man dann aber die Chance zum Sieg auf dem Silbertablett serviert, da man ein Powerplay bekam. Und zweimal hatte man in dieser Partie ja schon mit einem Mann mehr getroffen, weshalb Trainer Éric Dubois die Auszeit nahm und Dan Lambert den Spielern letzte Anweisungen mit auf den Weg gab. Doch diese halfen nicht, denn die Haie überstanden diese Unterzahl ohne Gegentor. Da kein Treffer in den fünf Minuten fiel, kam es zum Penaltyschießen.

Erzielte im ersten DEL-Spiel direkt den Gamewinner im Penaltyschießen: Jean-Luc Foudy (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch in diesem kam es zur Verlängerung. Denn die ersten drei Schützen auf jeder Seite vergaben ihren Penalty jeweils. Erst der sechste Schütze auf Seiten der Eisbären sorgte für die Entscheidung. Und es war am Ende tatsächlich Neuzugang Jean-Luc Foudy, der als einziger Schütze seinen Penalty verwandelte. Somit sicherte er seiner neuen Mannschaft hier den wichtigen Zusatzpunkt.

Entscheidung nach 76:30 Minuten! Markus Vikingstad schießt die Eisbären Berlin ins Playoff-Halbfinale gegen die Kölner Haie

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #42:

Playoff-Viertelfinale – Endstand: 4:2 (1:5/2:1/4:2/2:1/1:2 n.V./6:5 n.V.)

Jaaaaaaa!!!! Die Eisbären Berlin haben Spiel sechs gegen die Straubing Tigers mit 6:5 n.V. gewonnen und damit die Viertelfinalserie mit 4:2-Siegen für sich entschieden. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, welche bis spät in die erste Overtime ging und am Ende durch Markus Vikingstad entschieden wurde. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf den Kapitän Kai Wissmann zurück greifen. Der kehrte zurück ins Line-up und verteidigte an der Seite von Jonas Müller. Eric Mik verteidigte zusammen mit Les Lancaster und Adam Smith mit Markus Niemeläinen. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei.
Auch in der Offensive gab es Umstellungen Ty Ronning rückte in die Reihe zu Leo Pföderl und Freddy Tiffels. Die Reihe von Jean-Sébastien Dea, Andreas Eder und Liam Kirk wurde komplett neu zusammengestellt. Yannick Veilleux und Markus Vikingstad stürmten zusammen mit Lean Bergmann. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Lennard Nieleck, Eric Hördler und Manuel Wiederer. Dafür fehlte heute Marcel Noebels im Line-up.
Im Tor stand erneut Jonas Stettmer, als Back-up war heute aber Jake Hildebrand dabei.

Die Ausgangslage war klar: Den Eisbären fehlte ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale gegen Köln. Straubing brauchte einen Sieg, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Für die Eisbären sprach, dass sie dieses sechste Spiel zuhause und somit die Fans als siebten Mann hinter sich hatten. Zudem der Fakt, dass die ersten beiden Spiele in der Hauptstadt in dieser Serie an Berlin gingen. Straubing kam aber mit dem Rückendwind des Siegtreffers in der Overtime vom Donnerstagabend in dieses Spiel. Wer hatte heute das bessere Ende auf seiner Seite?

Andreas Eder bejubelt das 2:1 im ersten Drittel gegen Straubing in Spiel sechs. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wenige Sekunden nach Beginn des Spiels durften die Gäste direkt in Überzahl ran und hatten somit die große Chance zur frühen Führung in der Hauptstadt. Und direkt wurde es gefährlich vor dem Tor von Jonas Stettmer, aber der Straubinger Junge war von der ersten Sekunde an hellwach und ließ die Tigers früh im Spiel verzweifeln. Die Eisbären überstanden die ersten brenzligen Minuten ohne Gegentor.
Den Niederbayern gehörte hier die Anfangsphase, die Eisbären suchten noch so ein wenig ihre Form und waren noch nicht im Spiel angekommen. Auch die Pässe kamen nicht an. Mit dem aggressiven Forechecking der Tigers hatten die Berliner arge Probleme.
Mitte der Partie bot sich dann den Gastgebern die erste Chance in Überzahl, aber auch in diesem konnte man nicht für Gefahr sorgen. Die Eisbären wirkten, als wären sie noch gar nicht richtig wach und bereit für dieses sechste Viertelfinalspiel. Eigentlich unvorstellbar.
Auch das zweite Powerplay bot keine Verbesserung im Spiel der Eisbären. Alleine der Spielaufbau war ernüchternd. Das waren die Eisbären der ersten 47 Spieltage und nicht die aus den letzten fünf Hauptrundenspielen oder aus Spiel zwei bis vier.
Und so war das 0:1 nur eine Frage der Zeit: Marcel Brandt mit dem Konter, welchen er eiskalt abschloss – 0:1 (17.). Die Verteidigung suchte man dabei vergebens und auch Stettmer war ohne Chance.
Wie fiel die Reaktion der Eisbären darauf aus? Sie schüttelten sich kurz und ließen den gut gefüllten Gästeblock verstummen. Yannick Veilleux tauchte frei vor Henrik Haukeland und blieben ebenso cool wie Brandt und verlud den Straubinger Goalie – 1:1 (18.).
Kurz danach waren die Berliner erneut in Überzahl und hatten die Chance, direkt nachzulegen. Chancen waren auch da, aber Henrik Haukeland ließ keine weitere Scheibe durch. Zumindest nicht im Powerplay, denn 25,2 Sekunden vor der ersten Drittelpause drehte Andreas Eder die Partie komplett – 2:1 (20.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die Kabinen.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine überragende Leistung gegen seine Heimatstadt. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begannen die Eisbären deutlich besser und legten direkt das 3:1 nach. Adam Smith hatte zum Schlagschuss ausgeholt und Henrik Haukeland zum dritten Mal an diesem Nachmittag überwunden. (23.).
Die Eisbären spielten nun wieder ihr aggressives Forechecking und hatten generell zu ihrem Spiel gefunden. Für die Tigers wurde der Weg nun weiter, wollte man nicht bereits heute in die Sommerpause starten.
Ein Powerplaytor brachte die Niederbayern dann aber wieder zurück ins Spiel. Nick Halloran mit dem Onetimer auf Zuspiel von Tyler Madden – 3:2 (28.). Und es sollte noch schlimmer für die Berliner kommen. In der 30. Spielminute flog die nächste Scheibe von oben auf das Berliner Tor und schlug anschließend hinter Stettmer ein. Adrian Klein war der Torschütze gewesen – 3:3 (30.).
Die Eisbären waren in dieser Phase zu passiv, was die Niederbayern sofort ausnutzten. Somit ging dieses sechste Spiel wieder von vorne los und Straubing kam nun mit mächtig Rückendwind nach dem Doppelschlag.
Die Eisbären hingegen suchten nach einer Antwort auf diese beiden Gegentore, welche sie sichtbar geschockt hatten. Aber wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet, waren diese beiden Treffer auch mehr als verdient für die Tigers. Und diese verzweifelten in der Schlussphase mal wieder an Jonas Stettmer, der überragend hielt und die Eisbären vor einem Rückstand bewahrte.
Direkt im Gegenzug fuhr Ty Ronning den Konter, scheiterte aber an Haukeland. Die Scheibe kam aber wieder zu ihm und er suchte die Anspielstation, welche es aber nicht gab. Also zog Ronning direkt ab und düpierte damit den Straubinger Goalie – 4:3 (37.).
Straubing suchte noch im Mitteldrittel nach einer Antwort, aber Jonas Stettmer entwickelte sich immer mehr zum „Straubinger Endgegner“. Was der Junge für eine Playoff-Serie spielt, ist überragend. Und dann versetzte Jonas Müller den Niederbayern den nächsten Nackenschlag, denn acht Sekunden vor der zweiten Drittelpause flog sein Schuss ins Straubinger Tor – 5:3. Danach war dieses spektakuläre Drittel zu Ende.

Es war erneut eine hart umkämpfte Partie zwischen Berlin und Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Schlussdrittel bot sich den Gästen die nächste Chance in Überzahl zu spielen und somit zum Anschlusstreffer zu kommen. Aber die Eisbären verteidigten das mit enorm viel Leidenschaft weg und überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor. Direkt von der Strafbank kommend hatte Jean-Sébastien Dea die Entscheidung auf dem Schläger, doch er traf nur das Gestänge.
So blieben die Niederbayern drin im Spiel und investierten noch einmal alles, um das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Und sie bekamen das nächste Powerplay und diesmal nutzten sie es. Tim Fleischer brachte die Hoffnung für Straubing zurück – 5:4 (49.).
Respekt an die Tigers, welche sich hier nie aufgaben und für ein hochspannendes Playoff-Spiel sorgten, welches nichts für schwache Nerven war.
In Überzahl hätten die Eisbären den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellen können, doch man spielte es einfach zu umständlich. So war weiterhin zittern angesagt in der Arena am Ostbahnhof. Erst recht, als Michael Connolly auf Straubinger Seite völlig frei zum Abschluss kam und nur den Pfosten traf.
In der Schlussphase war es eine hart umkämpfte Partie, weil beide Mannschaften wussten, was hier auf dem Spiel stand. Bei jedem Angriff blieb den Fans kurz die Luft weg. Das ist es, was Playoff-Eishockey ausmacht und beide Mannschaften lieferten sich hier eine sehr geile Viertelfinalserie.
Straubings Trainer Craig Woodcroft ging drei Minuten vor Spielende All-in. Er nahm seine Auszeit und zog zudem seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Spielers vom Eis. Und 1:48 Minuten vor dem Ende gelang den Niederbayern hier tatsächlich der 5:5-Ausgleich. Nick Halloran tauchte auf einmal komplett frei vor Jonas Stettmer auf und überwand diesen Teufelskerl doch noch. Bei den Eisbären stimmte nach dem Wechsel die Zuordnung überhaupt nicht.
Was für ein wildes Spiel und es war noch nicht zu Ende. 73 Sekunden vor dem Ende durften die Eisbären in Überzahl ran und hatten somit die große Chance zur Entscheidung. Chancen waren auch da, aber nun erwies sich Henrik Haukeland als unüberwindbar. Somit ging es hier tatsächlich in die Verlängerung.

Der Garant für den Halbfinaleinzug: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Verlängerung begannen die Eisbären in Überzahl und zwar für ganze 47 Sekunden. Die dicke Chance also zur schnellen Entscheidung, welche sie aber nicht nutzen konnten. Was bei dem bisherigen Powerplay in diesem Spiel auch stark verwundert hätte.
Und so ging diese Nervenschlacht immer weiter. Bei jedem Angriff der Eisbären stand die gesamte Arena, bei den Angriffen der Tigers ging ein Raunen durch die Arena. Große Chancen bekam man in der ersten Verlängerung bis hierhin aber nicht zu sehen. Beide Teams belauerten sich viel mehr und warteten auf den ersten Fehler, um diesen am Ende eiskalt zu bestrafen.
In der Schlussphase der ersten Overtime hatten die Eisbären dann zweimal die Chance zur Entscheidung, kamen aber an Henrik Haukeland nicht vorbei. In dieser Phase erhöhten die Berliner auf jeden Fall nochmal den Druck und wollten das Spiel entscheiden. Und sie taten es in der 77. Spielminute. Die Eisbären spielten Straubing im eigenen Drittel fest und entschieden das Spiel und die Serie am Ende durch Markus Vikingstad – 6:5. Der Rest war Ekstase pur auf Seiten der Eisbären und hängende Gesichter bei den Tigers, welche aber eine sehr starke Serie spielten und ein würdiger Viertelfinalgegner waren. Für die Eisbären heißt es nun Halbfinale gegen die Kölner Haie.

5:1-Heimsieg gegen München: Mit fünf Siegen in Folge sichern sich die Eisbären Berlin das letzte direkte Viertelfinalticket

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #38:

Die Eisbären Berlin haben es am Ende tatsächlich geschafft und sich das letzte direkte Viertelfinalticket gesichert. Dank des fünften Sieges in Serie beendet man die Hauptrunde am Ende als Tabellensechster. Gegen Red Bull München feierte man einen verdienten 5:1-Sieg und trifft im Playoff-Viertelfinale nun auf die Straubing Tigers. Eine Playoff-Serie gegen gute, alte Bekannte also.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up erneut nicht. Warum auch, hatte dieses doch zuletzt mehr als überzeugt und den Grundstein dafür gelegt, dass man mit einem Sieg heute direkt das Ticket für das Viertelfinale buchen konnte.

Für die Eisbären ging es darum, Platz sechs bis zum Ende der Hauptrunde zu verteidigen. Diesen hatte man sich zuletzt dank vier Siegen in Serie erobert und dabei vor allem spielerisch eine deutliche Verbesserung gezeigt. Der Schlüssel zum Erfolg war dabei, dass man das Spiel einfach hielt und hart in den Forecheck ging. Damit nahm man dem jeweiligen Gegner Raum und Zeit und ging ihm richtig auf die Nerven. Mit diesem Gameplan wollte man heute auch München in die Knie zwingen. Doch auch für die Mannschaft vom Oberwiesenfeld ging es um wichtige Punkte im Kampf um Platz zwei.

Es war die erwartet intensive Partie zwischen Berlin und München. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Intensiver Beginn ähnlich wie am Freitagabend gegen Mannheim. Beide Teams spielten offensives Eishockey und hatten in der Anfangsphase ihre Momente in der Angriffszone. Vor allem die Eisbären sorgten zweimal für echte Gefahr vor dem Tor von Antoine Bibeau. Hätte man die Abpraller besser unter Kontrolle bekommen, wäre das frühe 1:0 möglich gewesen.
Die Eisbären waren in der Folge die aktivere Mannschaft, welche die Scheibe immer gut Richtung Tor brachte und dann darauf hofften, dass sie entscheidend vor dem Tor abgefälscht wird. Ein guter Auftritt bis hierhin von den Gastgebern.
Kurz vor dem Powerbreak dann zwei Aufreger: Zunächst trafen die Gäste nur den Pfosten, im Gegenzug sorgte Manuel Wiederer für die verdiente Führung – 1:0 (10.).
Dem Spiel der Eisbären war das neu gewonnene Selbstvertrauen aus den letzten Spielen anzuerkennen. Zudem überzeugte man durch ein sehr geduldiges Aufbauspiel. Auch in den Zweikämpfen wurde wieder hart gearbeitet.
Kurz vor der ersten Drittelpause durften die Hauptstädter erstmals in Überzahl ran, doch München ließ in Unterzahl wenig zu, weshalb es bei der 1:0-Führung nach dem ersten Drittel blieb.

Die Eisbären spielten sich im Mitteldrittel regelrecht in einen Rausch und erzielten drei Tore. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begann aus Eisbären-Sicht denkbar schlecht. Nur 43 Sekunden dauerte es, ehe Chris DeSousa zum 1:1 traf (21.). Und München durfte wenig später auch noch für vier Minuten Überzahl spielen. Ein denkbar schlechter Start ins Mitteldrittel also für die Berliner. Aber das war den Hausherren egal, denn die schnappten sich die Scheibe und fuhren den Zwei-auf-Null-Konter in Unterzahl! Liam Kirk mit dem Querpass auf Freddy Tiffels und der verwandelte die Arena am Ostbahnhof in einen Party-Tempel – 2:1 (25.). Noch lauter wurde es, als die Eisbären die vier Minuten Unterzahl schadlos überstanden. Überragendes Penalty Killing der Hauptstädter!
Nach dem Powerbreak durften dann die Eisbären für 64 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren und hatten somit die dicke Chance auf 3:1 stellen. Man ließ die Scheibe zwar gut laufen, aber der letzte Pass wollte nicht ankommen. Damit vergab man eine große Chance, hier auf zwei Tore davon zu ziehen.
Im nächsten Powerplay klappte es dann aber. Les Lancaster scheiterte noch, aber Andy Eder drückte die Scheibe anschließend über die Linie – 3:1 (37.).
Nun war das Viertelfinale sehr nahe. Und es musste ein Sieg nach 60 Minuten her, da Bremerhaven am Torverhältnis arbeitete. Denn gegen den sportlichen Absteiger Dresden führten die Pinguins nach 40 Minuten mit 5:0.
Aber die Eisbären erledigten ihre Hausaufgaben selbst und erzielten den vierten Treffer an diesem Nachmittag. Die Eisbären fuhren in der Schlussphase den nächsten Zwei-auf-eins-Konter, welchen Ty Ronning eiskalt abschloss – 4:1 (38.). Mit einer souveränen Drei-Tore-Führung ging es dann in die zweite Drittelpause.

Auch Jonas Stettmer kommt immer besser in Form und ist der erhofft sichere Rückhalt im Eisbären-Tor. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel ging es für die Berliner nun darum, den Vorsprung über die Zeit zu bringen und nicht mehr viel zuzulassen. Das klappte beim ersten Münchner Powerplay schon mal sehr gut. Auch das darauffolgende zweite Powerplay verteidigte man mit viel Leidenschaft und dank einem starken Jonas Stettmer weg.
Viele Fans rieben sich die Augen und fragten sich, ob das wirklich die Eisbären da unten auf dem Eis sind? Schließlich war es eine sehr schwere Hauptrunde, in der man lange um die direkte Playoff-Teilnahme bangen musste. Doch dank einer furiosen Siegesserie von fünf Spielen am Stück sicherte man sich doch noch das letzte direkte Viertelfinalticket. Vor allem spielerisch sah man eine komplett andere Mannschaft als in den ersten 47 Spielen. Man spielte endlich wieder Eisbären-Hockey und dominierte damit jeden Gegner. Egal ob Absteiger Dresden oder Hauptrundensieger Köln. Auch Mannheim und München fanden kein Mittel gegen die Eisbären, welche dem Gegner mit ihrem harten Forechecking unter die Haut fahren und wenig Raum und Zeit lassen. So sind die Berliner rechtzeitig zu den Playoffs wieder in Top-Form und dürften für jeden Gegner sehr unbequem zu spielen sein. Denn dass die Mannschaft von Trainer Serge Aubin eine Playoff-Mannschaft ist, weiß jeder. Und wenn diese Mannschaft einmal ins Rollen kommt, wird es sehr schwer, sie viermal in einer Serie zu besiegen. Hinzu kommt, dass die Eisbären noch lange nicht ihr bestes Eishockey spielen, sondern laut Aubin noch besser werden können.
Spielerisch passierte im Schlussdrittel nicht mehr viel. München versuchte es zwar nochmal in Überzahl, aber Jonas Stettmer war stets hellwach und zur Stelle. Somit konnten die Eisbären im letzten Drittel vor allem nochmal ihr Unterzahlspiel üben und überzeugten dabei durchgehend. Die Berliner verteidigten das im letzten Drittel mit großer Leidenschaft und als Team zu Ende. Und sie legten am Ende sogar noch das 5:1 durch Yannick Veilleux nach (58.).
Die letzten fünf Spiele waren ein großer Vorgeschmack auf die Playoffs, welche jetzt endlich beginnen. Und somit lautet ab sofort auch wieder das Motto: „Keine Gnade bis ins Finale!“

1:0-Sieg in Köln! Die Eisbären feiern den dritten Sieg in Folge

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #36:

Die Eisbären Berlin haben erstmals seit Mitte Oktober mal wieder drei Spiele in Folge gewonnen. Beim Hauptrundensieger Kölner Haie setzten sich die Berliner mit 1:0 (1:0,0:0,0:0) durch und verteidigten damit Platz sechs. Die Mannschaft lieferte über die gesamte Spielzeit eine konzentrierte Leistung ab und überzeugte mit enormer Leidenschaft. Rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt scheinen die Berliner in Fahrt zu kommen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zum Auswärtssieg in Nürnberg nicht. Anscheinend hat das Trainerteam endlich die Reihen gefunden, die zusammen harmonieren.

Die Ausgangslage war klar: Für Köln ging es maximal um das Einspielen für die Playoffs. Die Eisbären hingegen benötigen weiterhin Punkte, will man direkt ins Playoff-Viertelfinale einziehen.

Erzielte am Ende den Siegtreffer in Köln: Andreas Eder (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Ganze 27 Sekunden waren gespielt, da musste Markus Vikingstad direkt auf die Strafbank. Die Eisbären mussten also früh in Unterzahl ran, aber man verteidigte das mit viel Leidenschaft und überstand somit die erste brenzlige Situation in diesem Spiel.
Köln kam erwartet druckvoll ins Spiel und setzte die Eisbären früh unter Druck. Die Eisbären brauchten ein wenig, fanden dann aber auch ins Spiel. So entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie auf Augenhöhe.
Fortan durften auch die Eisbären erstmals in Überzahl ran, von Erfolg war dieses aber nicht gekrönt. Dennoch gelang den Hauptstädtern noch im ersten Drittel ein Treffer. Über Yannick Veilleux und Markus Vikingstad kam die Scheibe zu Andreas Eder, welcher Janne Juvonen erstmals an diesem Nachmittag überwinden konnte – 1:0 (19.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die erste Drittelpause.

Feierte in Köln sein erstes Shutout in dieser Saison: Jonas Stettmer(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im zweiten Drittel wollten die Haie den Ausgleich erzielen und erhöhten die Schlagzahl. Für die Eisbären hieß es daher im Mitteldrittel vermehrte Defensivarbeit. Nach vorne ging dafür kaum etwas.
Die Eisbären überzeugten durch eine sehr konzentrierte Spielweise und wirkten auch sehr kontrolliert in ihrem Spiel. Dazu spielte man als Mannschaft und die Spieler unterstützen sich gegenseitig. Dazu war Jonas Stettmer mit starken Saves zur Stelle, wenn er gebraucht wurde.
In der Schlussphase hatten die Domstädter nochmal ein Powerplay und setzten die Eisbären gehörig unter Druck. Aber die Berliner überstanden auch diese Unterzahl ohne Gegentor und führten auch nach 40 Minuten mit 1:0.

Am Ende jubeln die Eisbären über einen Auswärtssieg in Köln. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Somit standen den Eisbären noch 20 schwere Minuten bevor. Während Köln auf den Ausgleich drängte, hatten die Eisbären durchaus die Chance auf 2:0 zu erhöhen.
Den Gastgebern rannte so langsam aber sicher die Zeit davon. Aber Köln gab sich nicht auf und setze die Eisbären in den letzten zehn Minuten gehörig unter Druck. Die Berliner mussten alles geben, um das eigene Tor zu verteidigen. Wenn Köln aber zum Abschluss kam, war auf Jonas Stettmer Verlass.
Köln riskierte am Ende alles – Auszeit und Goalie raus. Der Druck wurde nochmal erhöht, aber die Eisbären verteidigten das stark zu Ende und entführten somit drei extrem wichtige Punkte.

Das Spiel heute war das Sonderzugspiel der Eisbären. Um kurz nach 5 Uhr ging es von Berlin-Lichtenberg aus Richtung Domstadt. Die Zugfahrt verlief ohne größere Vorkommnisse, so dass wir 15 Minuten früher Köln erreichten. Dass es das heutzutage noch gibt, die Deutsche Bahn ist über pünktlich. Wahnsinn!
Angekommen in Köln ging es für über 1.000 Eisbären-Fans per Marsch zur Lanxess-Arena, welchen die Haie-Fans mit großen Augen verfolgten.
Dass über 1.000 Eisbären-Fans heute anreisen würden, hatte sich scheinbar nicht bis nach Köln herum gesprochen, denn es waren sage und schreibe nur zwei Türen geöffnet. Und das geht einfach nicht, da sollte Köln mal dran arbeiten.
Neben dem Sieg der Eisbären auf dem Eis, feierten auch die Fans einen klaren Punktsieg auf den Rängen. Die Stimmung von den Köln-Fans war ehrlich gesagt schlecht. Die Mannschaft spielt die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte und steht als Hauptrundensieger bereits fest. Doch anhand der Stimmung war davon nichts zu sehen. Erst in den letzten beiden Minuten erhob sich das Publikum und feuerte die Haie lautstark an.
Wie großartiger Support geht, haben dagegen die Eisbären gezeigt. Weiter geht’s am nächsten Wochenende mit den letzten beiden Spielen gegen Mannheim und München. Und für uns Fans im Sonderzug geht’s jetzt weiter Richtung Berlin.
Der Autor dieser Zeilen kommt somit mit drei Siegen aus drei Spielen von seiner Auswärtstour zurück. Ob ich jetzt der neue Glücksbringer bin?

Die Eisbären Berlin melden sich mit einem wichtigen 5:2-Sieg in Dresden im Kampf um Platz sechs zurück

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #34:

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes von drei Auswärtsspielen in Folge gewonnen. Beim sportlichen Absteiger Dresdner Eislöwen setzten sich die Berliner verdient mit 5:2 durch und verkürzten dadurch den Rückstand auf Bremerhaven auf einen Punkt. Zwar war es erneut kein fehlerfreier Auftritt der Eisbären, aber zumindest ein konzentrierter über 60 Minuten.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste mit Mitch Reinke und Lean Bergmann auf die nächsten verletzten Spieler verzichten. Dafür rückte Eric Mik an die Seite von Markus Niemeläinen, während Adam Smith zurück in den Kader rotierte und an der Seite von Korbinian Geibel verteidigte.
Auch in der Offensive gab es Reihenumstellungen. Freddy Tiffels, Leo Pföderl und Ty Ronning bildeten die erste Reihe. Marcel Noebels, Rückkehrer Jean-Sébastien Dea und Liam Kirk stürmten in der zweiten Reihe. Yannick Veilleux, Markus Vikingstad und Andreas Eder spielten in der dritten Reihe. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Manuel Wiederer und Les Lancaster. Moritz Kretzschmar war zusätzlich mit im Line-up.
Und im Tor stand natürlich Jonas Stettmer, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Die Ausgangslage war klar: Für Dresden war die Saison sportlich gelaufen, trotzdem wollte man diese anständig zu Ende spielen. Für die Eisbären hingegen ging es noch um Platz sechs und die direkte Playoff-Qualifikation. Dafür braucht es aber Siege und den ersten wollte man in Dresden einfahren.

Les Lancaster tritt immer mehr als Torjäger in Erscheinung. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Hinein ins Spiel und dort machten die Eisbären von Beginn an deutlich, dass sie sich hier heute etwas vorgenommen hatten. Es dauerte keine zwei Minuten, da setzte Leo Pföderl Ty Ronning in Szene und der netzte ein zum 1:0.
Die Berliner wirkten von Beginn an sehr konzentriert und griffig in den Zweikämpfen. Zweikämpfe war auch das Stichwort, denn das Spiel war hart umkämpft. Wenn man bei den Eisbären zuletzt etwas kritisieren konnte, dann war es die Chancenverwertung. Doch im ersten Drittel war diese herausragend. Denn Les Lancaster stellte in der neunten Minute auf 2:0. Nach einem gewonnenen Bully stand er derart frei, dass ihm nichts anderes übrig blieb, als zu treffen. Das ging so schnell, dass wir es im Gästeblock gar nicht mitbekommen haben.
Die Eislöwen gaben aber nicht auf und wurden im Verlaufe des ersten Drittels immer mutiger. Das erste Powerplay der Partie bot die erste Chance zum Anschlusstreffer, doch die Eisbären überstanden die erste Unterzahl schadlos. Jedoch nicht das erste Drittel ohne Gegentor. Die Eisbären waren zu weit aufgerückt und luden Dresden zum Konter ein. Sebastian Gorcik verwertete diesen und sorgte 24 Sekunden vor der ersten Drittelpause für Hoffnung in Elbflorenz – 2:1.

Während Kai Wissmann (links) traf, lieferte sich Korbi Geibel (rechts) eine Schlägerei. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ein bisschen Nostalgie gab es in der Drittelpause, denn „Quaster“ von den Puhdys trat mit „Alt wie ein Baum“ auf. Emotional ging es weiter, denn in der 22. Spielminute wurde Tobi Eder gedacht, der an diesem Tag Geburtstag gehabt hätte. Wir vermissen dich, Tobi!
Sportlich gesehen legten die Hauptstädter nach. Der Kapitän selbst übernahm die Verantwortung und stellte auf 3:1 (26.).
Aber Ruhe kam trotzdem nicht rein, weil sich die Hausherren nicht aufgaben und auch ihre Chancen hatten. So blieb es eine enge Partie. Und diese sollte noch enger werden. Denn die Eislöwen ließen die Scheibe sehr gut laufen und am Ende musste Tomas Andres sie nur noch ins leere Tor schießen – 2:3 (35.).
Ein bisschen aus dem Nichts gab es dann kurz vor der zweiten Drittelpause noch einen Faustkampf zwischen Matthias Pischoff und Korbinian Geibel. Die Nummer 40 ist dafür ja nun weniger bekannt, hielt sich aber tapfer in diesem Fight. Anschließend war Drittelpause und die Eisbären lagen weiterhin mit einem Tor vorne.

Traf am Geburtstag seinen verstorbenen Bruders: Andreas Eder. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Einen klaren Punktsieg hatten derweil die Eisbären-Fans gefeiert, denn diese hatten das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel gemacht. Was aber nichts Neues ist, wenn die Eisbären auswärts von über 500 Fans unterstützt werden.
Im letzten Drittel wollten die Eisbären alle Zweifel am Ausgang dieses Spiels beseitigen und erhöhten dafür nochmal das Tempo. Und dann wurde es erneut emotional. Es lief die 48. Spielminute und Andreas Eder erhöhte am Geburtstag von Tobi Eder auf 4:2. Solche Geschichten schreibt nur der Sport!
Nur 26 Sekunden später sorgte Jonas Müller für die endgültige Entscheidung, als er zum 5:2 traf (49.).
Danach spielten es die Eisbären souverän zu Ende. Dresden versuchte zwar nochmal zum Anschlusstreffer zu kommen, aber letztendlich brannte hier nichts mehr an. Für die Eisbären waren es zum einen extrem wichtige drei Punkte, zum anderen war dieser Sieg aber auch wichtig für das Selbstvertrauen. Nichtsdestotrotz darf man aber nicht den Fehler machen, den Sieg zu hoch zu hängen. Denn es war am Ende „nur“ Dresden, was gar nicht negativ klingen soll. Aber von den verbleibenden vier Hauptrundenspielen treffen die Eisbären noch auf Köln, Mannheim und München. In diesen Spielen muss die Mannschaft von Trainer Serge Aubin ihr bestes Eishockey über 60 Minuten abrufen, die Fehler weiter abstellen und offensiv die Chancen eiskalt verwerten. Denn da warten andere Kaliber auf die Berliner. Bevor es aber gegen die drei genannten Teams geht, folgt am Freitagabend noch das Gastspiel im Frankenland bei den Nürnberg Ice Tigers.

2:3 gegen Straubing: Mit dem ersten Gegentreffer kam die Verunsicherung ins Eisbären-Spiel

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #31:

Die Eisbären Berlin wollten ein erstes Zeichen im Kampf um Platz sechs setzen. Es endete jedoch in einer ernüchternden 2:3-Niederlage gegen die Straubing Tigers. Die Berliner wirkten anfällig in der Defensive, hatten zu viele Fehler in ihrem Spiel und spielten zu selten als Team zusammen. Zudem wirkte die Mannschaft nach dem ersten Gegentreffer komplett verunsichert und fiel in der Phase danach komplett auseinander. Zwar zeigte man anschließend durchaus das Bemühen, etwas drehen zu wollen, verzettelte sich jedoch zu sehr in Einzelaktionen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste am Anfang der Woche den Schock verdauen, dass Goalie Jake Hildebrand auf unbestimmte Zeit ausfällt und nach Patrick Khodorenko und Blaine Byron der nächste Langzeitverletzte beim Hauptstadtclub ist. Auch Jonas Müller fehlte heute gesperrt. Daher sahen die Verteidiger-Pärchen wie folgt aus: Kai Wissmann/Adam Smith, Eric Mik/Korbinian Geibel, Mitch Reinke/Markus Niemeläinen.
In der Offensive kehrten Manuel Wiederer und Markus Vikingstad zurück ins Line-up. Wiederer war Center zwischen Yannick Veilleux und Eric Hördler, Vikingstad zwischen Andreas Eder und Lean Bergmann. Ty Ronning, Liam Kirk und Freddy Tiffels bildeten die erste Reihe. Die zweite Reihe bestand aus Leo Pföderl, Jean-Sébastien Dea und Marcel Noebels.

Das erste von acht Endspielen stand für die Eisbären Berlin an. Während der Berliner jeden Punkt im Kampf um Platz sechs benötigten, kämpften die Niederbayern um wichtige Punkte im Kampf um Heimrecht im Viertelfinale. Für die Berliner ging es vor allem darum, endlich den vielen Worten auch Taten auf dem Eis folgen zu lassen. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf Bremerhaven, drei Punkte beträgt aber auch nur noch der Vorsprung auf den Achten Wolfsburg. Das Szenario Pre-Playoffs schwebt mehr denn je über der Hauptstadt. Und an diese hat man in Berlin nicht die allerbesten Erinnerungen. Konnte man heute ein erstes Ausrufezeichen im Kampf um Platz sechs setzen oder musste man den nächsten Nackenschlag einstecken?

Sorgte für die 1:0-Führung in Überzahl: Ty Ronning (Mitte/Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Beide Teams versuchten von Beginn an offensiv zu spielen, beim Abschluss fehlte es aber noch an der Genauigkeit. Ebenso hatten beide Teams noch viele Ungenauigkeiten in ihrem Spiel, weshalb die Partie auch sehr zerfahren wirkte in der Anfangsphase.
In der sechsten Spielminute führte eine dieser Ungenauigkeiten zur ersten Top-Chance. Straubing vertändelte die Scheibe im eigenen Drittel, Lean Bergmann schnappte sie sich und versuchte Henrik Haukeland auszuspielen. Doch er scheiterte am Straubinger Goalie und ließ das 1:0 liegen.
Lange Zeit passierte nicht viel auf dem Eis. Zwar waren beide Teams weiterhin bemüht, aber eben auch nicht fehlerfrei. Konnte das erste Powerplay der Partie für etwas Positives sorgen? Das schlechteste Powerplay der Liga durfte ran und nach gerade einmal acht Sekunden erzielte Ty Ronning das 1:0 für die Hausherren (14.). Er visierte die lange Ecke an und überwand Henrik Haukeland zum ersten Mal an diesem Abend.
Besonders aufmerksam agierte Lean Bergmann, der im ersten Drittel immer wieder für Torgefahr sorgte. Mit der Berliner Nummer zehn hatten die Niederbayern so ihre Schwierigkeiten. Mit der 1:0-Führung ging es anschließend in die erste Drittelpause.

Gleich dreimal schlug es im Mitteldrittel hinter Jonas Stettmer ein. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im zweiten Drittel hatten beide Teams die Ungenauigkeiten nicht abgestellt und luden damit den Gegner immer wieder zu Chancen ein. Diesmal waren es die Tigers, welche dadurch eine Zwei-auf-Null-Chance hatten, aber darüber zu überrascht und letztendlich zu verspielt vor dem Tor waren. Das hätte das 1:1 sein müssen!
Dieses fiel aber nur eine gute Minute später. Marcel Brandt hatte Jonas Stettmer überwunden und ließ das Spiel wieder von vorne beginnen – 1:1 (25.).
Und es sollte noch schlimmer kommen. Straubing kurz darauf mit dem ersten Powerplay und in diesem drehten die Tigers die Partie komplett. Erneut war es Marcel Brandt, der für die Gäste traf – 1:2 (27.). Das der torgefährlich ist, schien sich nicht bis nach Berlin herum gesprochen zu haben.
Mitten in das „Ost-Berlin“ hinein setzte Ryan Merkley den nächsten Nackenschlag für die Eisbären – 1:3. Die Defensive der Eisbären war überall und nirgendwo, aber nicht da, wo sie zu sein hat. Ein bitteres Mitteldrittel, welches noch lange nicht vorbei war.
Ein Powerplay hätte hier wieder für Spannung sorgen können, aber das man das schlechteste Powerplay der DEL hat, stellte man einmal mehr unter Beweis.
Vier Minuten vor Ende des zweiten Drittels arbeiteten die Berliner die Scheibe aber ins Tor und brachten die Hoffnung zurück in die Arena am Ostbahnhof. Andreas Eder war es am Ende gewesen, der die Scheibe eine klasse Kombination erfolgreich abgeschlossen hatte – 2:3. Genau solche Spielzüge sind es, welche die Eisbären in der Vergangenheit ausgemacht haben, doch diese sieht man in dieser Spielzeit einfach zu selten.
Die Tigers hatten in der Schlussphase in Überzahl nochmal die Chance, den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen, aber Jonas Stettmer verhinderte dieses und so ging es mit dem 2:3-Rückstand in die zweite Drittelpause.

Zwischenzeitlich wurde es auch sehr ruppig zwischen Berlin und Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel musste nun was von den Eisbären kommen, wollten sie dieses Spiel hier nicht verlieren. Man war auch bemüht, nach vorne was zu kreieren, aber es mangelte an der Genauigkeit im Abschluss. Straubing hingegen sorgte bei seinen Kontern immer wieder für Gefahr und schaffte es, die Eisbären im eigenen Drittel zu beschäftigen und so wertvolle Zeit von der Uhr zu nehmen.
Was die Berliner weiterhin nicht abgestellt hatten? Die Ungenauigkeiten in ihrem Spiel, was immer wieder zu Fehlpässen führte. Zudem wirkte es weiterhin so, als wollte man es mit der Brechstange im Alleingang versuchen, statt wie beim 2:3 auf Kombinationsspiel zu setzen. So blieb auch heute der Eindruck hängen, dass den viele Worten im Vorfeld kaum Taten auf dem Eis folgten. Es zieht sich wie ein roter Faden durch diese chaotische Saison.
Mitte des letzten Drittels durften die Berliner nochmal in Überzahl ran und da ließ man kurzzeitig die Scheibe auch gut laufen. Marcel Noebels hatte dann auch das 3:3 auf dem Schläger, sein Onetimer ging jedoch nur an den Pfosten. Doch insgesamt gesehen war es wieder kein gutes Powerplay. Auch das zieht sich durch diese Saison.
Den Eisbären rannten so ein wenig die Zeit davon und von einer Schlussoffensive war wenig zu sehen. Zu selten schaffte man es, sich mal im Angriffsdrittel festzusetzen. Und die Schüsse, welche man auf Henrik Haukeland abgab, stellten den Top-Goalie auch vor keine größeren Probleme.
Am Ende versuchte Trainer Aubin nochmal alles, zog seinen Goalie vom Eis und nahm die Auszeit. Man schmiss auch noch mal alles rein, doch am Ende wollte die Scheibe nicht über die Linie gehen. So blieb man im ersten Spiel nach der Olympiapause ohne Punkte und stellt fest: Es hat sich im Vergleich zu vor der Olympiapause rein gar nichts verändert. Den Worten sind also erneut keine Taten auf dem Eis gefolgt.

4:6-Niederlage in Bremerhaven: Zu viele unnötige Fehler führen am Ende zur Niederlage und den Absturz auf Platz sieben

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #27:

Die Eisbären Berlin haben das so wichtige Auswärtsspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 4:6 (1:2,3:1,0:3) verloren und mussten damit dem heutigen Gegner Platz sechs überlassen. Mal wieder waren die Berliner nicht bereit und haben vor allem ihren Worten vor dem Spiel keine Taten folgen lassen. Zu viele unnötige Fehler und zu komplizierte Angriffe. Was mir nach wie vor auffällt, die Eisbären spielen zu selten als Team und verzetteln sich in Einzelaktionen. Einige Leistungsträger laufen ihrer Normalform hinterher, man hat nach wie vor zu viele Passagiere im Team, wie es Serge Aubin immer beschreibt. Goalie Jake Hildebrand im Tor ist die ärmste Sau und wenn man Liam Kirk nicht hätte, würde es vermutlich noch düsterer aussehen. Da treffen die Aussagen von Serge Aubin und Marcel Noebels von vergangener Woche mehr denn je zu, als beide unabhängig voneinander sagten, dass man nur gemeinsam aus diesem Schlamassel herauskommt und einer alleine nicht reicht.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste im Vorfeld die nächsten Hiobsbotschaften verkraften, gaben die Berliner doch die Ausfälle von den Stürmern Manuel Wiederer und Markus Vikingstad bekannt. Die Seuche zieht sich gefühlt durch die komplette Saison der Eisbären. So kam es natürlich zu Veränderungen im Line-up.
In der Defensive kehrte Jonas Müller nach seiner Sperre zurück und verteidigte an der Seite von Adam Smith. Die anderen beiden Verteidiger-Pärchen blieben unverändert. Norwin Panocha war als siebter Verteidiger dabei.
In der Offensive blieb die Pföderl-Kirk-Tiffels-Reihe zusammen. In der zweiten Reihe bekamen Marcel Noebels und Jean-Sébastien Dea Yannick Veilleux an die Seite gestellt. Die dritte Reihe bildeten Eric Hördler, Blaine Byron und Lean Bergmann. Die vierte Reihe bestand aus Matej Leden, Andreas Eder und Les Lancaster.
Jake Hildebrand hütete das Tor, während Jonas Stettmer erneut nur der Platz als Back-up auf der Bank blieb.

Colt Conrad war einer der auffälligsten Spieler von Bremerhaven. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war beiden Mannschaften anzumerken, was hier auf dem Spiel stand. Dementsprechend hart umkämpft und taktisch geprägt war die Partie. Beide Mannschaften versuchten zunächst einmal defensiv sicher zu stehen und so wenig Fehler wie möglich zu machen. Man fuhr zwar auch Angriffe, die Schüsse stellten beide Goalies aber vor keine großen Probleme.
In solch engen Duellen entscheiden dann meistens die Special Teams und so verwunderte es auch nicht, dass das 1:0 in Überzahl fallen sollte. Lean Bergmann kassierte die erste Strafzeit der Partie, Bremerhaven hatte das erste Powerplay und schlug nach gerade einmal zehn Sekunden zu. Die Pinguins fanden direkt ihre Formation, sahen die Lücken in der Berliner Defensive und Alex Friesen sorgte für das 1:0 (12.).
Nach dem Gegentreffer merkte man den Eisbären wieder die pure Verunsicherung an. Bremerhaven wollte den Schwung des Führungstreffers nutzen und deckte die Abwehrschwächen der Berliner schonungslos auf. Die Eisbären mit zu wenig Bewegung, Bremerhaven überspielte die Abwehr mit einem einfachen Pass und Colt Conrad erhöhte auf 2:0 (16.). Das ging viel zu einfach und es ist auch nicht das erste Mal. Solche zu einfachen Gegentreffer schluckte man zuletzt immer wieder. Man lernt einfach nicht daraus und begeht diese Fehler immer wieder.
Die Berliner gaben aber nur 24 Sekunden später die richtige Antwort. Liam Kirk schloss seinen Angriff blitzsauber ab und brachte die Eisbären zurück ins Spiel – 2:1 (17.).
Dieser Treffer gab den Eisbären nochmal neuen Schwung und man spielte druckvolle letzte Minuten, konnte sich aber nicht mit dem Ausgleich belohnen.

Im Moment die Lebensversicherung der Eisbären Berlin: Liam Kirk (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Dieser gelang den Hauptstädtern dann aber nach nur 37 Sekunden im Mitteldrittel. Und wo würden die Eisbären stehen, wenn sie diesen genialen Briten nicht in ihren Reihen hätten? Liam Kirk glich zum 2:2 aus und ließ die Partie wieder von vorne beginnen (21.).
Aber die Eisbären konnten das Momentum nicht für sich nutzen und kassierten viel zu schnell wieder das 2:3. Miha Verlic ließ die Pinguins wieder jubeln und sorgte für Frust bei den Eisbären-Fans, welche heute übrigens mit vier Bussen und etlichen Selbstfahrern angereist waren und somit für einen überragenden Support gesorgt hatten (24.).
Bremerhaven war in der Folge die gefährlichere Mannschaft und hätte durchaus nachlegen können, ließen ihre Chancen jedoch ungenutzt. Lean Bergmann versuchte seine Mannschaft dann mit einem Faustkampf gegen Justin Büsing wachzurütteln. Was Wirkung zeigte, denn nur 30 Sekunden später gelang den Eisbären der Ausgleich zum 3:3. Und wer konnte nur treffen? Natürlich! Liam Kirk machte seinen Hattrick perfekt (36.)
In der Schlussphase drehten die Eisbären dann etwas überraschend die Partie und gingen erstmals in Führung. Andreas Eder schloss einen Konter eiskalt ab – 4:3 (37.). Damit lagen die Berliner nach 40 Minuten vorne, was aus Sicht von Trainer Aubin unverdient war. Das sagt eigentlich schon alles über das Spiel aus.

Im Moment die ärmste Sau im Team: Goalie Jake Hildebrand (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Diese Führung, mit der man ins Schlussdrittel startete, hätte der Mannschaft doch nun Aufschwung geben müssen und man hätte diesen im letzten Drittel sehen müssen. Aber die Berliner tauchten einfach zu selten vor dem Tor von Leon Hungerecker auf, während Bremerhaven immer mehr den Druck erhöhte. Folgerichtig fiel das 4:4 durch Ziga Jeglic, der das auch überragend gemacht hatte – muss man einfach mal anerkennen (45.).
Die Hausherren erhöhten fortan den Druck und setzten die Berliner mit aggressiven Forechecking immer wieder stark unter Druck. Während Bremerhavens Angriffe gefühlt immer gefährlich waren, verzettelten sich die Eisbären in ihren Angriffen in Einzelaktionen. Zu oft verpasste man den richtigen Zeitpunkt zum Passen oder zum Abschluss, drehte im Angriff wieder ab und fuhr planlos hinter das Tor. Da merkte man deutlich, dass dieser Mannschaft ein Plan fehlt, wie man für Torgefahr sorgen kann. Bremerhaven hatte es ja vorgemacht.
Als sich alle schon auf die Verlängerung eingestellt hatten, schockten die Pinguins die Eisbären. Colt Conrad setzte sich trotz Druck vom Gegner stark durch, legte die Scheibe schlau auf Nicolas Krämmer ab, welcher sie über die Linie stolperte – 4:5 (58.).
Nun waren die Berliner wieder gefordert, zogen ihren Goalie zu Gunsten des sechsten Feldspielers vom Eis, was Bremerhaven jedoch zur Entscheidung ausnutzte. Nino Kinder hatte abgezogen, Lean Bergmann wollte auch mal Torhüter „spielen“ und fälschte die Scheibe entscheidend ab – 4:6 (59.). Geht Bergmann da nicht in den Schuss, geht die Scheibe vermutlich vorbei. Aber das passt eben ins Bild der zu einfachen Fehler im Spiel der Eisbären, womit man immer wieder für Gegentore sorgt. Man weiß um dieses Problem, spricht die Fehler immer wieder an und sagt, dass man daran arbeitet und es dann besser macht. Doch die Mannschaft lässt diesen Worten einfach zu selten Taten auf dem Eis folgen. Und das nervt mich persönlich einfach zu sehr. Heute hatte man die dicke Chance, Bremerhaven vorerst auf Abstand zu halten und leistet sich dann wieder einmal diese unnötigen Fehler.
Ich habe nichts gegen Niederlagen, weil sie zum Sport dazugehören. Aber es kommt immer wieder auf das Wie an und das stört mich einfach. 22 Gegentore in den letzten drei Auswärtsspielen sind einfach zu viel. Man schenkt diese Gegentore immer wieder zu leicht her. Man unterstützt sich einfach zu selten auf dem Eis. Auch die Kommunikation untereinander war schon mal deutlich besser.
Gefühlt hat diese Mannschaft mit nur drei Reihen besser gespielt als jetzt mit vier Reihen. Das Fehlen von Spielern wie Kai Wissmann und Ty Ronning wiegt dann doch zu sehr. Aber man selbst sagt immer wieder, dass man sich darauf nicht ausruhen will und man genügend Spieler im Kader hat, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können. Doch im Moment sind es einfach zu viele Passagiere im Team und ein Liam Kirk alleine kann dich nicht auf Dauer retten.
Nach dem Spiel liest man dann wieder die selben Worte vom Trainer und fühlt sich an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Weil es immer wieder dieselben Floskeln sind, man dann aber nur in einem Spiel eine Verbesserung sieht. Im nächsten Spiel verfällt man wieder in den alten Trott. Ich bin gespannt, wie man auf das heutige Spiel in den beiden Heimspielen am Wochenende reagieren wird. Die Mannschaft muss nun langsam mal Taten folgen lassen, sonst geht der Blick in der Tabelle nur noch nach hinten, aber nicht mehr nach vorne.