Ausgerechnet beim Erzrivalen in Mannheim: Eisbären müssen auf Torjäger Leo Pföderl verzichten

Die Eisbären Berlin sind perfekt aus der Länderspielpause gekommen. Zwei Spiele, zwei Siege. Dem 3:2-Sieg an der Küste in Bremerhaven ließen die Jungs von Chefcoach Serge Aubin ein 4:0-Heimsieg gegen Iserlohn folgen. Großen Anteil an den letzten Erfolgen hatte Torjäger Leo Pföderl, der sechsmal in den letzten fünf Spielen traf. Doch ausgerechnet morgen Abend vor dem Duell beim Erzrivalen und Tabellendritten Adler Mannheim (Bully: 19:30 Uhr) müssen die Hauptstädter auf die Dienste der Nummer 93 verzichten. Pföderl fehlt am Wochenende aufgrund einer Oberkörperverletzung. Bitter für die Eisbären und bitter für Pföderl selbst, kam er doch zuletzt endlich richtig in Fahrt.

Doch nun müssen die Eisbären es eben ohne Pföderl probieren, das 1:4 aus dem ersten Duell in Mannheim vergessen zu machen. Beide Mannschaften von damals sind nicht mehr miteinander zu vergleichen. Die Adler waren damals gut in Fahrt, während die Berliner keinen guten Saisonstart hinlegten. Inzwischen sind es aber die Eisbären, die gut in Fahrt sind und die Adler, die eine überraschend schwache Saison spielen – im Vergleich zur letztjährigen. Der 3:0-Sieg gegen Bremerhaven am Sonntag war der erste nach zuvor vier Niederlagen in Folge. In der Tabelle liegen die Kurpfälzer nur noch einen Punkt vor den Fünftplatzierten Eisbären, die zudem noch eine Partie weniger absolviert haben als die Mannschaft von Trainer Pavel Gross. Morgen Abend könnten die Berliner also mit einem Sieg in der SAP-Arena an den Adlern in der Tabelle vorbeiziehen.

Und verstecken müssen sich die Eisbären vor Mannheim keinesfalls, waren doch die letzten Auftritte durchaus überzeugend und sorgten dafür, dass sich die Eisbären im oberen Tabellendrittel und in den direkten Playoff-Rängen festsetzen konnten. Spielerisch haben unsere Jungs definitiv Fortschritte gemacht, aber es gibt nach wie vor kleinere Baustellen. Aber auch noch eine große, das Powerplay nämlich. Da schafft man es nach wie vor noch nicht, so richtig für Gefahr zu sorgen. Wenn gleich es am Sonntag gegen Iserlohn schon etwas besser aussah und man auch ein Tor erzielen konnte, aber da ist noch sehr viel Luft nach oben.

Eisbären-Coach Serge Aubin ist heiß auf das morgige Spiel und sieht es genauso, dass die Eisbären ein komplett anderes Team als beim ersten Duell in Mannheim sind (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 21.11.2019):

Wenn wir aufs Eis gehen, wollen wir drei Punkte, egal, wer der Gegner ist. Wir sind ein komplett anderes Team als beim letzten Spiel dort. Es wird ein enges, ein hartes Spiel, ein Kampf um jeden Zentimeter Eis.

In dieses harte Spiel werden die Berliner mit einer Änderung im Kader gehen. Leo Pföderl fällt wie bereits erwähnt verletzungsbedingt aus, für ihn wurde Sebastian Streu vom Kooperationspartner Lausitzer Füchse zurück in die Hauptstadt beordert und wird morgen Leo Pföderl im Kader ersetzen. Ansonsten fehlen weiterhin Marvin Cüpper, Vincent Hessler, Florian Busch und Sean Backman.

In Mannheim tun sich die Eisbären sehr oft schwer und haben deshalb keine gute Bilanz im Ufo. Daher haben die Eisbären in den letzten fünf Jahren (!) auch nur zweimal nach regulärer Spielzeit in Mannheim gewonnen. An dieser Statistik sollte man unbedingt arbeiten und sie aufbessern. Die Chancen dazu stehen aktuell sehr gut, befinden sich die Adler ja derzeit im Sturzflug und die Eisbären im Aufwind.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Adler Mannheim am 22.11.2019:

Tor:

Sebastian Dahm, Maximilian Franzreb

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer, Constantin Braun

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

Für Weißwasser im Einsatz:

Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Leo Pföderl (Oberkörper), Marvin Cüpper (Sprunggelenk), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch

1:4: Eisbären verteilen Geschenke in Mannheim

Nein, so richtig rund läuft es noch nicht für die Eisbären Berlin in der noch jungen DEL-Saison. Nach der 2:4-Niederlage beim Vizemeister Red Bull München am Sonntagnachmittag verloren die Hauptstädter auch beim amtierenden Deutschen Meister Adler Mannheim. Vor 9.891 Zuschauern setzte es eine 1:4 (0:2,1:2,0:0)-Niederlage in der Mannheimer SAP-Arena. Und dabei erwies man sich als freundlicher Gast, verteilte man doch zahlreiche Geschenke an die heimischen Kurpfälzer und verhalf ihnen somit zum ersten Heimsieg der Saison, während die Eisbären auch das dritte Auswärtsspiel verloren.

Im Kader der Eisbären gab es im Vergleich zum München-Spiel zwei Änderungen. Sebastian Streu rückte für Fabian Dietz in den Kader, während Maximilian Franzreb sein Saisondebüt von Beginn an gab. Franzreb stand diese Saison bereits 20 Minuten in Bremerhaven im Tor, heute also der erste Start-Einsatz für die Nummer 30 der Berliner.

Eisbären-Verteidiger Florian Kettemer hatte vor dem Spiel bei Magenta Sport noch gesagt, worauf es in Mannheim ankommen würde:

Wir wollen die Chancen nutzen und von der Strafbank fernbleiben. Dann können wir hier was reißen. Wir wollen heute Mannheim schlagen und am Sonntag dann Chicago.

Der Start war auch relativ verheißungsvoll, die Eisbären begann sehr aktiv und suchten den Weg in die Offensive. Doch nach fünf Minuten war es schon wieder vorbei mit der Berliner Herrlichkeit. Louis-Marc Aubry kassierte wegen Behinderung die erste Strafzeit der Partie. Ihm folgte Sekunden später James Sheppard (Beinstellen) und als diese Strafzeit angezeigt wurde, nahm Ryan McKiernan gleich auch noch einmal zwei Minuten wegen Hakens, eine vollkommen unnötige Strafzeit. Die Quittung sollte folgen.
Mannheim nun mit der Riesenchance, mit zwei Mann mehr in Führung zu gehen, doch Matthias Plachta und Ben Smith scheiterten zunächst noch. Aber dann eine klasse Kombination der Hausherren, an deren Ende Plachte Smith am langen Pfosten stehen sah, ihn bediente und der Adler-Top-Scorer hatte keine große Mühe, zum 1:0 einzuschießen (9.).
Als die Eisbären gerade wieder vollzählig waren, klingelte es erneut im Berliner Gehäuse von Maximilian Franzreb. Eine Kopie des 1:0. Erneut klasse Pass-Stafette der Kurpfälzer, diesmal war es Mark Katic, der den Pass von selber Position aus wie Plachta auf den langen Pfosten spielte, wo dieses Mal Borna Rendulic lauerte und die Scheibe zum 2:0 im Berliner Tor versenken konnte (10.).
Doch die Hauptstädter gaben eine Antwort auf diesen Doppelschlag der Adler. Jonas Müller mit einem feinen Chip-Pass aus dem eigenen Drittel in den Lauf von Lukas Reichel, welcher vor Dennis Endras cool wie ein abgezockter Profi blieb und zum 2:1 einnetzen konnte (14.). Das erste DEL-Tor des 17-jährigen Youngsters, Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
Fortan beide Teams noch einmal mit Möglichkeiten, aber weitere Tore sollten im Auftaktdrittel keine mehr fallen und so nahm Mannheim eine knappe 2:1-Führung mit in die erste Drittelpause.
Lukas Reichel mit seinem Statement zum ersten DEL-Tor und ersten Drittel bei Magenta Sport:

Es ist ein schönes Gefühl, mehr kann man dazu nicht sagen. Durch die Strafen sind wir schlecht ins Spiel gekommen, aber zum Ende lief es besser.

Das konnte man jedoch nicht von den ersten 58 Sekunden des Mitteldrittels behaupten. Mannheim kam druckvoll aus der Kabine, Matthias Plachta holte zum Schuss aus, ließ sich dabei auch nicht von zwei Eisbären stören und hatte dann auch noch Glück, dass Franzreb der Puck durch die Fanghand rutschte – 1:3 (21.). Ein ganz unglücklicher Abend für Maximilian Franzreb.
Die Gäste von der Spree hatten ihn diesem Drittel große Probleme mit dem Spiel der Adler, die jetzt hier nicht 100 Prozent spielten. Dennoch liefen die Eisbären die meiste Zeit hinterher, waren fast immer der Verlierer in den Zweikämpfen, nach vorne entwickelte man kaum Gefahr und hinten offenbarte man große Stellungsfehler, lud Mannheim so zu Chancen ein. Wenn Berlin mal vor dem Tor auftauchte, dann waren es Leo Pföderl, Marcel Noebels oder Lukas Reichel, die für etwas Aufregung vor dem Adler-Gehäuse sorgten, richtig gefährlich wurde es dabei aber nie.
Zwei Minuten vor der zweiten Pause kam es zur besagten Noebels-Chance, als Sean Backman einen schnellen Angriff fuhr, die Scheibe im Angriffsdrittel zurück legte und Noebels knapp über das Tor von Endras schoss. Direkt im Gegenzug stimmte bei den Eisbären die Zuordnung überhaupt nicht, Mannheim daher mit der 2-auf-1-Chance, Tommi Huhtala mit dem Querpass auf Jan-Mikael Järvinen und der hatte keine große Mühe, die Scheibe im halbleeren Berliner Tor unterzubringen – 1:4 (38.).
Die Mannheimer Führung ging inzwischen auch in der Höhe mehr als in Ordnung, die Adler brauchten nicht ihr bestes Eishockey spielen, um diese Berliner Mannschaft zu schlagen.

Das letzte Drittel bot dann nicht mehr viel Erwähnenswertes. Die Hausherren taten nicht mehr als nötig, schauten sich lieber an, was von den Gästen noch kam. Diese versuchten es zwar, aber ein wirkliches System war nicht zu erkennen. Eine kurze, gute Phase hatten die Berliner aber noch in der 46. Spielminute, als Leo Pföderl zunächst an Dennis Endras scheiterte, André Rankel danach den Pfosten traf und Austin Ortega zweimal aus aussichtsreicher Position scheiterte. Das war es dann aber auch schon an gefährlichen Aktionen von den Eisbären.
Die Partie plätscherte fortan nur so vor sich hin, erst drei Minuten vor dem Ende der Partie wurden die Zuschauer nochmal aus dem Tiefschlaf gerissen, als PC Labrie und Björn Krupp Schläger und Handschuh wegwarfen und sich einen kurzen Fight lieferten. Mehr passierte dann aber nicht mehr und Mannheim brachte das 4:1 über die Runden.

Was auch immer die Eisbären sich für das Duell in Mannheim vorgenommen hatten, es war früh über den Haufen geworfen. Dabei begann man relativ gut in Mannheim, vor allem sehr aktiv und auf Offensive ausgerichtet. Aber dann kassierte man innerhalb kürzester Zeit drei Strafzeiten, mindestens eine davon war unnötig und schon lag man 0:2 hinten. Dann ist es natürlich schwierig, hier noch etwas mitzunehmen. Aber generell offenbarte der Auftritt in der Kurpfalz so einige Probleme im Spiel der Eisbären.
Trainer Serge Aubin lässt ein offensiv ausgerichtetes System spielen, nur heute funktionierte das überhaupt nicht. Die Eisbären versuchten immer wieder den langen Pass von hinten heraus, dieser klappte fast nie und so kam Mannheim immer wieder in Scheibenbesitz. Dann machte man heute zwar schön den Bereich im Slot vor dem Tor zu, vergaß dabei aber die blaue Linie, wo die Mannheimer teilweise ungestört zum Abschluss kamen. Die Disziplin war auch heute wieder ein Problem und sorgte in der Anfangsphase dafür, dass man auf die Verliererstraße geriet. Dann ging man aus den Zweikämpfen fast immer als Verlierer hervor und dann wirkte es heute nicht als Teamspiel sondern man verrannte sich viel mehr in Einzelaktionen. Im Endeffekt lässt sich sagen, man verteilte heute artig Geschenke an die Hausherren, damit diese ihren ersten Heimsieg der Saison bejubeln durften.
Auf das Trainerteam um Serge Aubin wartet noch jede Menge Arbeit, um in der DEL endlich in Fahrt zu kommen. Die nächste Aufgabe wird nicht wirklich viel einfacher, geht es doch am Sonntagabend gegen das NHL-Team der Chicago Blackhawks.

Stürmer Marcel Noebels mit seinem Statement zum Spiel bei Magenta Sport:

Es hat nicht viel gefehlt. Wir sind gut ins Spiel gekommen, spielen dann aber 3-gegen-5, kassieren das 0:1 und dann auch noch das 0:2. Dann ist es natürlich schwierig gegen eine Mannschaft wie die Adler das Spiel zu drehen, vor allem auswärts. Wir haben viele Sachen richtig gemacht, die wir aus der Partie mitnehmen können. Aber über weite Strecken waren wir nicht gut genug.

Erster Einsatz von Beginn an: Maximilian Franzreb hütet das Eisbären-Tor beim DEL-Klassiker in Mannheim

Bereits am Donnerstagabend geht es für die Eisbären Berlin in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) weiter. Vier Tage nach dem schweren Auswärtsspiel beim Vizemeister Red Bull München (2:4) wird es für die Hauptstädter keinesfalls leichter. Denn ab 19:30 Uhr sind die Adler Mannheim, der Deutsche Meister der vergangenen Saison, der Gegner für die Berliner in der SAP-Arena. Eine schwere Aufgabe also für die Mannen von Trainer Serge Aubin.

Was da vielleicht ein bisschen Hoffnung macht? Die Adler sind noch weit weg von ihrer Top-Form aus der vergangenen Saison, haben noch keins ihrer bisherigen zwei Heimspiele gewonnen und gingen vergangenen Freitag mit 2:7 auf eigenem Eis gegen München unter. Allerdings versprühten die Eisbären bisher auch keine Gefahr auf fremden Eis, sind mit null Punkten und 2:9-Toren das schlechteste Auswärtsteam der Liga.

Aber auch wenn es bei beiden Teams zu Saisonbeginn noch nicht wunschgemäß läuft, so nimmt man die Kurpfälzer bei den Eisbären dennoch nicht auf die leichte Schulter. Jonas Müller äußerte sich nach dem heutigen Training zum Chicago-Spiel, dem schwachen Start der Adler und wie man morgen in Mannheim spielen muss, um erfolgreich zu sein:

Wir konzentrieren uns erstmal auf das Mannheim-Spiel. Wir wollen da auf jeden Fall Punkte holen, es ist ein wichtiges Spiel für uns. Es ist egal, wann man gegen Mannheim spielt. Die haben so eine gute Mannschaft, da ist es egal, ob die jetzt mal nicht so einen guten Start hatten, die sind immer gefährlich. Wir müssen auf jeden Fall die Strafzeiten vermeiden und auch mal im Powerplay das Ding reinhauen. Wir müssen die Kleinigkeiten richtig machen.

Man kann den Eisbären ja nicht den Vorwurf machen, dass sie bisher nicht alles geben und bis zum Schluss kämpfen würden. Viel mehr hapert es zur Zeit an Kleinigkeiten. Chancen erspielen sie sich ja zu Haufe, nur lässt die Chancenverwertung zu Wünschen übrig und dass gerade Top-Teams wie München und Mannheim so was ausnutzen, ist hinlänglich bekannt. Dann nimmt man zu viele und vor allem teilweise unnötige Strafen, was gerade deswegen nicht gut ist, weil das Penaltykilling der Berliner alles andere als überzeugend ist. Und drittens, das Powerplay mag zwar sehr gut aussehen und man hat auch gute Chancen, letztlich will der Puck aber einfach nicht über die Linie gehen. Daher liegt Müller richtig, wenn er sagt, „wir müssen die Kleinigkeiten richtig machen„.

Ob es jetzt große Änderungen im Line-up geben wird, konnte Headcoach Serge Aubin nach dem heutigen Training noch nicht genau sagen. Was er aber bereits bekanntgab, war der Fakt, dass morgen Maximilian Franzreb (siehe Foto) seine Chance bekommen wird:

Es ist ein großes Spiel. Es ist eine super Gelegenheit für uns gegen ein Top-Team der Liga, welches aggressiv und physisch sehr stark spielt. Wir müssen unser bestes Eishockey spielen. Wir geben morgen Maximilian Franzreb eine Chance, er hat sehr gut trainiert.

Das heutige Training war geprägt von sehr hohem Tempo und von viel Intensität. Das Trainerteam um Serge Aubin, Craig Streu und Gerry Fleming ließ viele Sachen üben – Passspiel, Abschluss, 2-auf-0-Situationen, Defensiv-Verhalten, Special-Teams. Gerade bei den Special Teams sah man viele verschiedene Formationen heute auf dem Eis. Da probierte Aubin sehr viel, um dort endlich bessere Ergebnisse zu bekommen. Und was auch auffiel: Serge Aubin unterbrach sehr oft die Einheit, um einzelnen Spielern oder kleineren Grüppchen Anweisungen an der Taktiktafel zu geben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Training von Serge Aubin Hand und Fuß hat, die Jungs gut mitziehen und den Anweisungen des Trainerteams aufmerksam lauschen und die geforderten Sachen sehr gut umsetzen. Nun muss das nur noch auf dem Eis im Spielbetrieb klappen, damit man auch Punkte einfahren kann.

Zunächst einmal gilt noch das volle Hauptaugenmerk dem DEL-Klassiker morgen Abend bei den Adler Mannheim, wo beide Mannschaften ihren dritten Saisonsieg einfahren wollen. Und doch schwebt seit einigen Tagen natürlich das große Spiel am Sonntag in den Köpfen der Spieler und Fans herum, wenn man ab 19:30 Uhr (was nicht gleich der Spielbeginn sein wird, da die NHL noch eine ganz lange Prozedur vor dem Spiel hat…) auf das NHL-Team der Chicago Blackhawks treffen wird. Auf dieses Highlight wurde Jonas Müller natürlich auch angesprochen und zudem auch darauf, ob er sich denn noch Hoffnungen auf eine NHL-Karriere macht:

Klar sollte man jetzt nicht so locker an die Sache herangehen, man sollte es auf jeden Fall genießen gegen Chicago und schon sein Bestes geben. Es ist ein anderes Spiel aber man sollte es schon wie jedes andere Spiel auch spielen. Ja klar, wenn es so ist, ist es schön und wenn nicht, dann halt nicht. Aber ich werde jetzt nicht irgendwelche besonderen Sachen probieren, sondern ich werde einfach so spielen wie immer.

0:7 gegen Mannheim: Der absolute Tiefpunkt der Saison ist erreicht – Fans fordern Trainer-Rauswurf

 

Ausgabe #23:

Puh, was soll man dazu noch sagen? Man hat ja damit rechnen können, dass es gegen die Adler Mannheim eine Niederlage setzen würde, aber dass diese gleich so hoch ausfallen würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Doch am Ende verloren die Eisbären Berlin in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof gegen den Spitzenreiter der DEL sage und schreibe mit 0:7 (0:2,0:2,0:3). Es war die fünfte Niederlage in Folge und die siebte aus den letzten acht Spielen. Stefan Ustorf sprach nach dem Spiel beim Fantalk vom absoluten Tiefpunkt, welchen man nun erreicht hat. Und ein Ende dieser Misere ist keinesfalls abzusehen, denn nichts macht derzeit Hoffnung auf Besserung.

Und der Unmut der Fans machte sich vor allem im letzten Drittel deutlich. Schon vor dem Spiel gab es deutliche Pfiffe bei der Vorstellung von Trainer Stéphane Richer, im letzten Drittel wurde lautstark sein Rauswurf gefordert. Zudem können nach Meinung der Fans alle außer Kevin Poulin gehen, wenn gleich ich hier noch einmal explizit darauf hinweisen möchte, dass damit keinesfalls die jungen Spieler der Eisbären gemeint sind, viel mehr geht es um die etatmäßigen Leistungsträger, von denen in dieser Saison kaum etwas zu sehen ist und wo gerade jetzt in der so schwierigen Situation keiner mal das Heft des Handelns in die Hand nimmt und versucht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Viel mehr nimmt man die Ergebnisse regungslos hin. Was uns Fans dann im letzten Drittel auch nicht mehr interessierte, denn die Fankurve drehte sich um und schaute der Darbietung auf dem Eis nicht mehr länger zu, warum auch, die „Mannschaft“ auf dem Eis hatte sich ja bereits längst aufgegeben und sich ihrem Schicksal ergeben. Von Aufbäumen, Kampfgeist, Wille oder ähnlichem war jedenfalls nichts zu spüren. Und nach der Schlusssirene wurde den Spielern auch deutlich gemacht, dass sie sich schnellstmöglich vom Eis machen sollten, denn das Fass ist endgültig übergelaufen und die Eisbären enttäuschten einmal mehr ihre treuen Fans, die irgendwann auch einmal das Recht haben, ihren Unmut lautstark zu äußern. Und dass das nach einem 0:7 gegen den Erzrivalen Mannheim passiert, ist wohl mehr als verständlich.
Klar kannst du immer ein Spiel verlieren, auch gegen Mannheim, wenn denn die Leistung stimmt, aber die Spieler haben sich nach den Gegentoren aufgegeben und ihrem Schicksal ergeben und das ist in dieser Situation nicht akzeptabel. Kevin Poulin und die jungen Burschen konnten einem leid tun, denn die haben sich wenigstens noch den Hintern aufgerissen und alles gegeben, was man von den eigentlichen Leistungsträgern nicht behaupten kann, die verstecken sich weiterhin und hinken ihren eigentlichen Leistungen meilenweit hinterher.

Kommen wir aber mal zum Spiel, in welchem den Eisbären gleich zehn Spieler fehlten. Dadurch kam der erst 17-jährige Nino Kinder zu seinem DEL-Debüt. Auch Cedric Schiemenz stand wieder im Kader der Eisbären. Das Tor hütete erneut Kevin Poulin.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären spielten eigentlich kein schlechtes erstes Drittel, hatten am Ende des Auftaktdrittels mehr Torschüsse zu verbuchen und insgesamt fünf richtig dicke Möglichkeiten gehabt. Doch Maximilian Adam, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Marcel Noebels und Jamie MacQueen scheiterten entweder am starken Adler-Goalie Chet Pickard oder schossen hauchdünn am Mannheimer Tor vorbei. Die Eisbären hatten sich hier definitiv viel vorgenommen und das konnte man über weite Strecken des ersten Drittels auch sehen.
Umso überraschender, dass dann ausgerechnet Mannheim in Führung gehen sollte. Zehn Minuten waren gespielt, als Kevin Poulin den ersten Adler-Schuss noch abwehren konnte, der Puck danach im Gewühl vor dem Eisbären-Tor verschwand, aus welchem letztlich Garrett Festerling als Nutznießer hervor trat und die Scheibe im Berliner Tor versenken konnte – 0:1 (10.). Die Mannheimer Führung aus dem Nichts heraus.
Und wie so oft in letzter Zeit verunsicherte ein Gegentor die Eisbären komplett, die zwar weiterhin nach vorne aktiv waren und besagte Großchancen hatten, sich aber auch sehr unsicher zeigten und zu viele leichte Fehler machten. So konnte Mannheim relativ leicht und locker durch David Wolf auf 2:0 erhöhen (13.).
Das war schon komisch gewesen, die Eisbären machten eigentlich ein gutes Spiel, hatten Chancen, aber Mannheim eiskalt und effektiv vor dem Tor, eben im Stile einer Spitzen-Mannschaft, lagen hier mit 2:0 nach 20 Minuten vorne. Ja, eine Spitzen-Mannschaft waren auch mal die Eisbären, aber das ist gefühlt Ewigkeiten her.

Die Hauptstädter begannen das Mitteldrittel in Überzahl, wobei man dass auf dem Eis nicht wirklich merkte, denn sie konnten für keinerlei Gefahr sorgen. Generell war das ein eher harmloses Eisbären-Drittel, sie kamen nie wirklich ins Spiel, wirkten ideen- und lustlos, spielten nicht unbedingt als Mannschaft zusammen.
Mannheim fand im zweiten Drittel besser zu seinem Spiel und wurde nun deutlich stärker und machte

Foto: eisbaerlin.de/walker

mehr Druck auf das Eisbären-Tor. Und der Druck sollte sich genau zur Hälfte des Spiels auszahlen. Zwei-auf-Eins-Konter der Kurpfälzer, Ben Smith mit dem Querpass auf Luke Adam und der tunnelte Kevin Poulin – 0:3 (30.).
Was die Eisbären auch versuchten, es wirkte irgendwie planlos. Das waren alles nur so halbherzige Aktionen, die Jungs versuchten irgendwie etwas auf die Reihe zu bekommen, die Verunsicherung spielte da sicherlich auch eine Rolle und auch die vielen verletzten Spieler. Aber das darf nicht als Hauptgrund gelten, gerade dann müssen die übrig gebliebenen Leistungsträger sich mehr zeigen, dass Team führen und sie dazu anspornen, zu kämpfen. Aber die einzigen Spieler, die gekämpft haben, waren die Youngsters und Kevin Poulin. Der Rest wirkte einfach nur lust- und ratlos.
Und Mannheim? Da durfte selbst Denis Reul per Rückhand (!) treffen, was eigentlich schon alles über das Spiel aussagt, wenn ein Denis Reul sogar Tore schießen darf – 0:4 (37.).
Kurz darauf war dann übrigens die Partie von Louis-Marc Aubry beendet, der nach einem Stockschlag eine Spieldauer kassierte. Es sollte die letzte Aktion im Mitteldrittel sein, welches beim Stand von 0:4 aus Eisbären-Sicht zu Ende ging.

Das letzte Drittel begannen die Berliner mit zwei Mann weniger auf dem Eis und da sollte es erneut im Berliner Tor klingeln. Zunächst Poulin noch mit einem Big Save gegen Chad Kolarik, doch wenig später war erneut David Wolf der Torschütze, der in Überzahl auf 5:0 erhöhen konnte (42.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel war natürlich längst entschieden, die Stimmung in der Arena dafür umso besser. 41 Minuten lang wurde auf Trommeln, Fahnen, Banner und weitere Dinge verzichtet, um darauf aufmerksam zu machen, wie es in der Arena am Ostbahnhof in Zukunft aussehen könnte, wenn der Fanbogen nicht mehr ist. Umso lauter wurde es die letzten 19 Minuten und dabei war fast allen Fans der Spielstand egal, es wurde gesungen, gehüpft, gefeiert, die ganze Halle hüpfte und hatte Spaß. Wozu sich auch den Wochenendstart von einer Mannschaft, die als solche nicht mehr auftritt, vermiesen lassen. Dann wenigstens Spaß mit Freunden haben und feiern, was das Zeug hält.
Auf dem Eis gab es eh nichts mehr schönes zu bestaunen, viel mehr wurden die Adler-Tore, sechs und sieben lautstark bejubelt und nach dem 0:7 „nur noch drei“ skandiert. Man nahm das alles nur noch mit einer gehörigen Portion Humor, wenn gleich auch viel Wut mit dabei war, gerade als es gegen den Trainer/Sportdirektor Stéphane Richer ging.
Ben Smith (55./PP) und Brendan Mikkelsson (56.) sorgten für den Endstand von 0:7 in der Mercedes-Benz Arena. Das Grauen hatte endlich ein Ende gefunden und wir Fans wurden erlöst, die Spieler bekamen danach die volle Breitseite der Wut zu spüren und wurden förmlich vom Eis gebrüllt. In Berlin stehen harte Zeiten bevor.

Nur wird man jetzt endlich in der Chefetage der Eisbären reagieren? Jetzt, wo laut Stefan Ustorf der absolute Tiefpunkt erreicht ist? Wird man nun einen neuen Trainer präsentieren, evtl. noch einen neuen Spieler verpflichten? Würde ein Trainerwechsel oder ein Transfer überhaupt noch Sinn machen, wenn die „Mannschaft“ als solche längst nicht mehr auftritt und die Lustlosigkeit Spiel für Spiel deutlich heraus hängen lässt? Die einzigen Spieler, die sich gegen Mannheim richtig rein gehangen haben, waren die jungen Burschen und Goalie Kevin Poulin. Nino Kinder hätte beinahe in seinem ersten DEL-Spiel ein Tor erzielt, Maxi Adam verzog im ersten Drittel denkbar knapp. Und Kevin Poulin hielt, was zu halten war, man merkte ihm im Mitteldrittel nach den nächsten beiden Gegentreffern deutlich die Wut über seine Mitspieler an, sein Kopfschütteln in Richtung der Team-Kollegen sagte alles darüber aus, was er derzeit denkt. Es wäre ein Wunder, wenn Kevin Poulin sich das nächste Saison weiterhin an tun würde.
Zumal keiner weiß, ob es den längst überfälligen Umbruch im Eisbären-Team geben wird oder nicht.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und mit Umbruch ist nicht nur das Team auf dem Eis gemeint, auch das Team hinter dem Team sollte schleunigst ausgetauscht werden, denn die Herrschaften in der Führungsetage haben den Verein gegen die Wand gefahren und das über die letzten Jahre hinweg kontinuierlich und nun hat man es geschafft, den Verein an den absoluten Tiefpunkt zu bringen und daran trägt u.a. auch Stéphane Richer eine Hauptschuld mit. Er ist schließlich bestens dafür bekannt, Vereine gegen die Wand zu fahren, ich sage nur Hamburg Freezers. Nur sieht er anscheinend noch keine Schuld bei sich und auf die Frage, ob er denn mit den beiden Posten Trainer und Sportdirektor überfordert wäre, antwortete er bei der Pressekonferenz nach dem Spiel mit Nein. Mehr muss man dazu wohl auch nicht sagen. Er klammert sich immer noch an die positiven Dinge, wenn gleich er zu gab, dass er enttäuscht und sauer war nach dem Spiel, nicht von den jungen sondern von den erfahrenen Spielern, welche die Fehler gemacht haben. Aber er meinte auch, man hoffe nach wie vor auf die Rückkehr der Verletzten. Nur dass es dann auf einmal besser wird und die anderen wieder ihre Eishockey-Qualität wieder finden, glaubt er doch wohl selbst nicht ernsthaft.
Man würde sich wünschen, dass bei den Eisbären nun etwas passiert nach diesem Debakel. Aber wie bereits oben erwähnt, was würde das jetzt noch bringen? Die Saison ist eh im Eimer, wenn es ganz schlimm läuft, müssen wir uns die Pre-Playoffs noch an tun, aber dann ist diese Katastrophen-Saison endlich vorbei und dann MUSS man im Verein auf allen Ebenen aufräumen und ein rund erneuertes Team auf dem Eis und an der Bande und auf der Chefetage zusammenstellen. Denn sonst treibt man den Untergang des Traditionsklubs Eisbären Berlin weiter voran, wenn gleich man laut Stefan Ustorf bereits heute am absoluten Tiefpunkt angekommen ist.
Die einst ruhmreichen Eisbären Berlin, vor denen sich alle in der DEL fürchteten, sind jedenfalls Geschichte. Im Moment freut sich eher jeder Gegner darauf, gegen Berlin spielen zu dürfen. Und der Niedergang tut im Moment nur den Fans weh, aber nicht denjenigen, die das auf dem Eis zu verantworten haben. Da bekommt man eher das Gefühl, als wäre denen alles egal und sie hoffen, es ist bald Urlaub. Den Eindruck vermitteln jedenfalls ganz viele Spieler und das macht den treuen Eisbären-Fan einfach nur traurig.

Spitzenreiter Mannheim kommt: Die Eisbären mit großen Personalsorgen

Zwei Wochen sind vergangen, seitdem die Eisbären ihr letztes Heimspiel in der Mercedes-Benz Arena absolviert haben. Am 04. Januar unterlagen die Hauptstädter den Straubing Tigers mit 0:1 n.P. Es folgten drei Auswärtsspiele in Folge, welche die Berliner allesamt verloren und nun insgesamt bei sechs Niederlagen aus den letzten sieben Spielen stehen, vier davon in Folge. Durch die Krise gerät sogar die bereits sicher geglaubte Pre-Playoff-Qualifikation in Gefahr, denn der Elfte Nürnberg ist bei zwei Spielen weniger nur noch ganze neun Zähler entfernt. Der Vorsprung war mal zweistellig gewesen.

Dass die Talfahrt der Eisbären ausgerechnet morgen Abend ein Ende finden wird, ist mehr als fraglich, fast schon unmöglich. Denn ab 19:30 Uhr sind die Adler Mannheim zu Gast in der Arena am Ostbahnhof. Der Top-Favorit auf den DEL-Titel 2019, der beste Angriff und die beste Abwehr der Liga, seit sechs Spielen ungeschlagen. Wie wollen die Eisbären den Liga-Primus stoppen?

Zumal man neben der sportlichen Krise auch noch große Personalsorgen zu verkraften hat. Denn es drohen gegen die Kurpfälzer gleich neun Ausfälle. Marvin Cüpper, Mark Cundari, Kai Wissmann, Florian Kettemer, Thomas Oppenheimer, André Rankel, Martin Buchwieser, James Sheppard und Mark Olver fehlen Trainer Stéphane Richer nach aktuellem Stand. Die Eisbären werden gegen Mannheim also mit einer Rumpftruppe auflaufen, weshalb wohl keiner damit rechnet, dass ausgerechnet gegen Mannheim die Krise gestoppt wird.

Der Respekt vor dem Team von Trainer Pavel Gross ist jedenfalls groß, die Selbsteinschätzung der eigenen Leistung aber nach wie vor einfach nur schlecht. Stéphane Richer im Vorfeld des Mannheim-Spiels:

Mannheim ist die beste Mannschaft der Liga und fast komplett jetzt. Wir haben in Mannheim für 38 Minuten sehr gut mitgehalten. Morgen müssen wir wieder alles geben, wie in Wolfsburg.

Beim Fazit des letzten Aufeinandertreffen in Mannheim vor einer Woche gehe ich noch mit, aber alles gegeben in Wolfsburg? Ist das Richer sein ernst oder reichen neuerdings rund zehn Minuten aus, um nach dem Spiel zu sagen, wir hätten alles gegeben? Das Spiel in Wolfsburg war keinesfalls gut, da hat man sich vom Tabellenletzten den Schneid abkaufen lassen, die Niedersachsen zeigten den Eisbären deutlich, was Kampfgeist und Wille sind, was Effektivität und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor sind. Alles Sachen, die den Eisbären im Moment fehlen. Nur wenn man sich selbst nach solchen Spielen hinstellt und versucht, alles schön zu reden und nur die positiven Sachen anzusprechen, dann kann man auf Besserung lange warten. Denn wenn man sich mit den zuletzt gezeigten Leistungen zufrieden gibt, sieht man bei den Eisbären wohl keinen allzu großen Handlungsbedarf.

Dabei sollten bei den Verantwortlichen sämtliche Alarmglocken schrillen, ist doch die Pre-Playoff-Qualifikation in großer Gefahr. Der erhoffte positive Effekt mit dem Trainerwechsel von Clément Jodoin zu Stéphane Richer ist jedenfalls ausgeblieben. Fast noch schlimmer, man ist unter dem Sportdirektor sogar noch schlechter geworden. Spätestens jetzt sollte der Sportdirektor Richer handeln, aber darauf werden wir alle wohl noch sehr lange warten müssen. Würde er jetzt handeln und einen neuen Trainer präsentieren, würde er ja Fehler eingestehen und das tut ein Herr Richer nicht, dann bleibt er lieber stur hinter der Bande und fährt die Eisbären endgültig gegen die Wand.

Und die Stimmung in der Fanszene ist angespannt, in Krefeld und Wolfsburg setzte es „Wir wollen die Eisbären sehen„-Gesänge, in Krefeld sogar „Wir haben die Schnauze voll„-Rufe. Zu Hause präsentierte man sich in den letzten Wochen in einer sehr schlechten Verfassung, gewann nur zwei der letzten neun (!) Heimspiele, die Fans sehnen sich endlich mal wieder nach einem Erfolg auf eigenem Eis, besser gesagt nach drei Punkten. Der letzte Dreier gelang am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Bremerhaven. 

Wenn überhaupt ein Fakt Hoffnung morgen Abend macht, dann ist es der Blick in die Statistik. Denn in Berlin haben die Eisbären neun der letzten zehn Duelle für sich entschieden. Angesichts der aktuellen Form beider Mannschaften und der großen Personalprobleme der Eisbären gehe ich jedoch nicht davon aus, dass diese Serie morgen Abend eine Fortsetzung finden wird.

Der voraussichtliche Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Adler Mannheim am 18.01.2019 um 19:30 Uhr):

Tor:

Kevin Poulin, Tobias Ancicka

Abwehr:

Maximilian Adam, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Frank Hördler, Eric Mik

Angriff:

Brendan Ranford, Charlie Jahnke, Vincent Hessler, Jamie MacQueen, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Sean Backman, Daniel Fischbuch, Colin Smith, Marcel Noebels, Cedric Schiemenz

Nicht zur Verfügung: 

Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Mark Olver, Marvin Cüpper, Florian Kettemer, Mark Cundari, André Rankel James Sheppard (alle verletzt), Martin Buchwieser, Constantin Braun (Aufbautraining)

Für das DNL-Team, Weißwasser oder Hamburg im Einsatz:

Maximilian Franzreb, Jake Ustorf, Thomas Reichel, Lukas Reichel, Nino Kinder

Erneut 2:6 auswärts: Die Eisbären halten lange mit Spitzenreiter Mannheim mit, verlieren dann aber durch unnötige Fehler das Spiel

Puh, diese Saison bleibt für Eisbären-Fans einfach sehr zäh, sehr schwere Kost. Am Donnerstagabend verloren die Eisbären Berlin ihr Auswärtsspiel bei Spitzenreiter Adler Mannheim mit 2:6 (1:1,1:3,0:2) und kassierten damit im zweiten Auswärtsspiel in Folge sechs Gegentreffer auf fremden Eis, zudem die dritte Niederlage in Folge. Und zu allem Überfluss verlor man mit James Sheppard auch noch den Top-Scorer, der nach einem unsauberen Check von David Wolf, welcher dafür übrigens keine Spieldauer kassierte, das Spiel vorzeitig beenden musste und dessen Einsatz am Sonntag in Wolfsburg noch fraglich ist.

Was die Personalsituation der Eisbären nicht unbedingt besser macht, fehlten doch bereits in der Kurpfalz Marvin Cüpper, Mark Cundari, Kai Wissmann, Florian Kettemer, Thomas Oppenheimer, Martin Buchwieser und Mark Olver. Daniel Fischbuch saß überzählig auf der Tribüne. Dafür spielte in Mannheim wieder Eric Mik und Cedric Schiemenz gab sein DEL-Debüt. Die Eisbären also mit einer Rasselbande, waren doch auch Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler mit dabei. Und im Tor stand erneut Kevin Poulin.

Nach einem ausgeglichenem Beginn mit Chancen auf beiden Seiten gingen die Eisbären in der siebten Spielminute in Führung. Frank Hördler brachte die Scheibe vor das Mannheimer Tor, André Rankel stoppte den Puck und schoss aus der Drehung auf das Tor, tunnelte dabei Adler-Keeper Dennis Endras und schon stand es 1:0.
Der Rückstand schmeckte den Adlern überhaupt nicht und sie nahmen Fahrt auf, aber die Eisbären versuchten es ihnen so schwer wie möglich zu machen. Und wenn war ja auch Kevin Poulin zur Stelle, aber auch er konnte dem Druck der Mannheimer irgendwann nicht mehr Stand halten. In Überzahl deutete sich der Treffer lange an, eher Mannheim das Powerplay auch nutzen konnte. Den Schuss von Joonas Lehtivuori konnte Poulin noch parieren, gegen den Nachschuss von Matthias Plachte war der Berliner Schlussmann dann aber machtlos – 1:1 (12.).
Fortan hatten beide Teams ihre Chancen, aber es blieb beim 1:1, angesichts der Schussstatistik von 15 zu 5 Schüssen für Mannheim glücklich für die Eisbären, die hier aber keinesfalls schlecht spielten und vor allem bei Fünf-gegen-Fünf auf Augenhöhe agierten.

Was auch immer die Eisbären in der Kabine von Trainer Stéphane Richer gesagt bekamen, sie brauchten anscheinend länger als die 18 Minuten Pause, um das zu verarbeiten, denn nach nur neun Sekunden klingelte es bereits im Berliner Gehäuse. Andrew Desjardins stand am rechten Pfosten völlig frei und netzte mühelos ein – 1:2 (21.).
Aber die Eisbären waren keinesfalls geschockt, kamen nur drei Minuten später zum Ausgleich. James Sheppard kam über links ins Angriffsdrittel, ließ sich von keinem Adler-Spieler aufhalten, zog ab und sorgte für den 2:2-Ausgleich.
Anschließend die Eisbären mit einem guten Überzahlspiel, aber sie konnten ihre Chancen nicht nutzen. Aber auch die Adler hatten vorne ihre Chancen, beide Goalies konnten sich mehrfach auszeichnen. Die Eisbären waren hier auf Augenhöhe und zeigten mal wieder, dass die Mannheimer in dieser Saison zu ihren Lieblingsgegnern zählten, hatte man doch beide bisherigen Duelle für sich entschieden und noch keinen Punkt in dieser Saison gegen die Kurpfälzer abgegeben.
In der 34. Spielminute gab es dann den Bruch im Eisbären-Spiel, welcher nach einem unsauberen Check von David Wolf gegen James Sheppard kam. Sheppard musste das Spiel verletzungsbedingt vorzeitig beenden, Wolf kam mit 2+10-Minuten glimpflich davon.
Aber der Ausfall von Sheppard tat den ohnehin schon arg dezimierten Eisbären richtig weh, nicht nur, weil die Nummer 88 Top-Scorer der Eisbären ist, nein, auch weil er an beiden Toren in Mannheim beteiligt war.
Zwei Minuten vor der zweiten Drittelpause die Eisbären mit einem Wechselfehler, Matthias Plachta tauchte so plötzlich völlig frei vor Poulin auf und ließ diesem keine Chance – 2:3 (38.).
Und es sollte noch schlimmer kommen. Die Eisbären schalteten zu früh ab, Luke Adam kam sieben Sekunden vor der Pause zum Abschluss und Kevin Poulin rutschte die Scheibe irgendwie durch – 2:4 (40.).
Das war so bitter, eigentlich ein gutes Drittel der Eisbären, aber zwei Fehler reichten aus, um wieder in Rückstand zu geraten.

Im Schlussdrittel sorgte Mannheim dann früh für die Entscheidung. Überzahl Mannheim, Luke Adam mit viel zu viel Zeit auf der linken Seite, konnte sich die Ecke genau aussuchen und schoss ein zum 5:2 (44.).
Danach passierte nicht mehr so viel. Mannheim musste verletzungsbedingt den Goalie wechseln, Chet Pickard ersetzte Dennis Endras. Nach vorne ging bei den Eisbären nicht mehr viel, man hatte sich aufgegeben und das zeigte man auf dem Eis auch, die Körpersprache sprach Bände. So spielt keine Mannschaft, die noch an die Wende glaubt. Und Mannheim? Die packten durch Chad Kolarik noch den Sonntagsschuss aus und erhöhten auf 6:2 (57.). Was zugleich der Schlusspunkt war.

Eine Niederlage, die zu erwarten war. Mannheim ist einfach das Maß der Dinge in dieser DEL-Saison. Eine Niederlage, die vermeidbar gewesen wäre? Ja, wenn man die unnötigen Fehler, die Konzentrationsprobleme abstellen würde. Ein Gegentor neun Sekunden nach Wiederbeginn, ein Gegentor sieben Sekunden vor der Pause, ein Gegentor nach einem Wechselfehler. Man macht sich so ein relativ gutes Auswärtsspiel kaputt, man hielt mit Mannheim durchaus mit und das Spiel lange offen, machte sich dann aber alles wieder selbst kaputt.
Eine Steigerung im Vergleich zum Krefeld-Spiel war durchaus zu erkennen, nur steht man am Ende wieder ohne Punkte da und das letzte Drittel war dann auch eher enttäuschend, da man praktisch kampflos aufgegeben hatte. Denn Drei-Tore-Rückstände wurden im Eishockey schon öfter aufgeholt, man hätte es also wenigstens versuchen können, aber dazu fehlte der Mannschaft die Lust und der Glaube.
Vielleicht klappt es ja am Sonntag mal mit drei Punkten in Wolfsburg, welche ja ebenso eine katastrophale Saison erleben. Die letzten drei Punkte holte man übrigens am zweiten Weihnachtsfeiertag durch ein 5:3-Heimsieg gegen Bremerhaven. Es wird mal wieder Zeit, allein der Glaube daran fehlt mir, denn dafür spielen die Eisbären einfach nicht konstant genug, machen immer wieder die selben Fehler, nehmen immer wieder dumme Strafen und vor allem, was für ein System will man eigentlich spielen? Der Trainerwechsel hat jedenfalls genau das Gegenteil erreicht von dem, was man sich erhofft hatte. Man spielt noch schlechter als unter Clément Jodoin. Aber Stéphane Richer wird schon wissen, was er da tut, auch wenn ich das um ehrlich zu sein stark bezweifle, dass er überhaupt weiß, was er da tut.

3:2 in Mannheim: Florian Busch versenkt 18 Sekunden vor dem Ende das Mannheimer Ufo – Kevin Poulin mit einer überragenden Leistung im Tor

Es gibt Spiele und Siege, die bedeuten Spielern und Fans besonders viel. Heute Nachmittag war wieder so ein Spiel. Die Adler Mannheim und die Eisbären Berlin trafen zum ewig jungen DEL-Klassiker aufeinander. 12.678 Zuschauer waren dabei Zeuge eines hochklassigen und spektakulären Eishockeyspiels zwischen zwei absoluten Top-Mannschaften in der Liga. Am Ende entschieden die Eisbären das 129. Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften mit 3:2 (0:1,2:0,1:1) für sich und holten sich in diesem Duell den 64. Sieg und haben nun einen Sieg mehr als die Adler in dieser Statistik aufzuweisen.

Die Eisbären traten mit dem selben Team wie am Freitagabend gegen Köln an. Martin Buchwieser sagte vor dem Duell gegen den Spitzenreiter bei Telekom Sport:

Wir glauben immer an uns. Sonst würden wir ja auch nicht antreten. Wir wissen, dass wir sie schlagen können, aber auch, dass es ein hartes Stück Arbeit wird. 

Beide Mannschaften hatten etwas gut zu machen. Mannheim hatte die letzten beiden Spiele verloren, die Eisbären kassierten am Freitagabend auf eigenem Eis eine 0:4-Klatsche gegen Köln nach einer sehr schwachen und ernüchternden Leistung. Die Partie nahm sofort Fahrt auf, hatte ein hohes Tempo und war hart umkämpft.
Die erste Chance des Spiels hatten die Eisbären. Florian Busch wurde mit einem langen Pass auf die Reise geschickt, die Nummer 26 der Berliner tauchte frei vor Chet Pickard auf, umkurvte den Adler-Goalie, scheiterte aber am Pfosten.
Danach lief die Partie minutenlang ohne Unterbrechung durch, es ging hin und her. Nach acht Minuten kassierten die Gäste die erste Strafe durch James Sheppard, doch die Unterzahl überstanden die Berliner schadlos. Aber dafür klingelte es nach der Unterzahl im EHC-Tor. Brendan Mikkelson kam über links Richtung Tor, zog nach außen und Kevin Poulin rechnete mit dem Schuss. Doch Mikkelson mit dem Bauerntrick, er fuhr rum ums Berliner Tor, Kevin Poulin kam so schnell nicht mehr rüber auf die andere Seite und Mikkelson versenkte die Scheibe im leeren Berliner Tor – 0:1 aus Eisbären-Sicht (10.).
Mannheim wollte direkt nachlegen, Markus Eisenschmid wurde zwei Minuten später im Slot angespielt, stand völlig frei, scheiterte aber an Poulin. Danach ein guter Wechsel der Kurpfälzer, in dem sie zwei, drei gute Chancen hatten, doch Kevin Poulin stemmte sich als einziger Eisbär gegen einen möglichen höheren Rückstand.
Fünf Minuten vor der ersten Drittelpause die zweite Strafe gegen die Berliner, dieses Mal traf es Marcel Noebels. Mannheim in diesem Powerplay mit drei gefährlichen Schüssen auf das Tor, aber auch hier war Poulin mal wieder zur Stelle.
Auch eine Minute vor dem Drittelende war jener Poulin mal wieder der Fels in der Brandung. David Wolf mit einem satten Handgelenkschuss, aber die Fanghand von Kevin Poulin ging blitzschnell hoch und der Puck landete im Fanghandschuss des Berliner Torhüters.
Das erste Drittel beendeten die Eisbären mit einem Powerplay, welches sie mit ins Mitteldrittel nahmen, und mit einem 0:1-Rückstand. Eisbären-Kapitän André Rankel mit seinem Fazit zum ersten Drittel in Mannheim bei Telekom Sport:

Es ist ein extrem schnelles Spiel. Es geht auf und ab. Es macht Spaß, hier zu spielen. Wir spielen weitaus besser und aggressiver als zuletzt. Aber wir müssen die unnötigen Strafen weglassen.

63 Sekunden standen noch auf der Powerplayuhr für die Eisbären zu Beginn des zweiten Drittels. Und sie schlugen mal wieder in Überzahl zu. James Sheppard zog ab, Chet Pickard ließ die Scheibe nach vorne prallen, Sean Backman war zur Stelle und staubte eiskalt ab – 1:1 nach 50 Sekunden im Mitteldrittel.
Es war weiterhin eine sehr intensive Partie, welche hart umkämpft war und ein hohes Tempo hatte. Es ging hin und her.
Mitte des zweiten Drittels Mannheim mit einer Strafe gegen David Wolf und die Eisbären mit zwei guten Chancen in Überzahl. Micki DuPont scheiterte an Chet Pickard. Und Jamie MacQueen probierte es auch, sein Schuss wurde von Thomas Larkin abgefälscht, Pickard konnte ihn irgendwie parieren, der Puck drohte aber hinter dem Adler-Goalie ins Tor zu fliegen. Brendan Mikkelson roch den Braten und schoss die Scheibe aus der Gefahrenzone.
Fünf Minuten vor der zweiten Drittelpause die nächste Strafe gegen die Adler, dieses Mal traf es Phil Hungerecker und in diesem Überzahlspiel hatten beide Mannschaften Chancen. Florian Kettemer scheiterte an Pickard und Brendan Ranford schoss knapp am Tor vorbei. Dann vertändelte Jamie MacQueen im eigenen Drittel leichtfertig die Scheibe, Brent Raedeke kam an selbige und zum Abschluss, aber Kevin Poulin, der im zweiten Drittel nicht mehr so viel zu tun hatte, war zur Stelle.
Zwei Minuten vor dem Ende des Mittelabschnitts Mannheim mit einer dummen Strafe. Frank Hördler mit einem sauberen und fairen Check, doch Markus Eisenschmid sah das anders und setzte zum Revanche-Foul an und kassierte dafür eine Zwei-Minuten-Strafe wegen eines Bandenchecks. Und im darauffolgenden Überzahlspiel trafen die Eisbären gleich zweimal. Beim ersten Mal war es Danny Richmond, doch Colin Smith behinderte Adler-Goalie Chet Pickard entscheidend und so wurde der Treffer nach Ansicht des Videobeweises nicht gegeben. Die Eisbären waren davon aber unbeeindruckt und trafen eben wenige Sekunden später. Micki DuPont und Jamie MacQueen mit einem Doppelpass und MacQueen anschließend mit dem Onetimer von der blauen Linie – 2:1 (39.).
Jamie MacQueen, der somit für den Pausenstand nach 40 Minuten sorgte, sagte zum zweiten Drittel folgendes:

Wir haben dran geglaubt und wollten intensiver spielen. Das haben wir hin bekommen.

Das letzte Drittel begann aus Eisbären-Sicht denkbar schlecht. Mannheim gewann das Bully und Thomas Larkin fuhr vom Mittelkreis aus Richtung Tor von Kevin Poulin, zog ab und nach nur acht Sekunden im Schlussdrittel stand es 2:2 zwischen Mannheim und Berlin.
Mannheim hatte sich hier viel für den Schlussabschnitt vorgenommen und hätte zwei Minuten später bei einem 2-auf-1-Konter beinahe das 3:2 nachgelegt. Luke Adam mit dem Querpass auf Ben Smith, der zögerte mit dem Abschluss, Poulin lag schon am Boden und parierte dennoch Smith seinen Schuss. Wenige Sekunden später Fehler der Eisbären und Garrett Festerlng frei vor Poulin, doch der Berliner Goalie war erneut der Sieger in diesem Duell.
Mannheim musste fortan eine Unterzahl überstehen und tat dies sehr gut, die Adler blockten die Schussversuche der Eisbären sehr stark.
Aber auch die Eisbären wollten hier den Sieg in Mannheim holen. Neun Minuten vor dem Ende Frank Hördler mit einem guten Pass vor das Tor, Jamie MacQueen hielt den Schläger hin, doch der Puck ging knapp am Tor vorbei. Im Gegenzug gewann Mannheim die Scheibe hinter dem Berliner Tor, spielte sie schnell in den Slot, wo Markus Eisenschmid nicht lange fackelte, doch Kevin Poulin entschärfte den Onetimer problemlos.
Das Spiel wurde immer spannender, beide Mannschaften drängten auf den wohlmöglich entscheidenden Führungstreffer. Und dann kassierte Danny Richmond knapp drei Minuten vor dem Ende eine unnötige Strafzeit, Mannheim also kurz vor Schluss mit der großen Chance in Überzahl. Und die Adler machten ordentlich Druck, belagerten das Tor von Kevin Poulin, aber der hatte hier keine Lust, einen weiteren Gegentreffer hinzunehmen und entschärfte alle brenzligen Situationen.
Die Sekunden vergingen und alles sah nach der Verlängerung aus, doch dann hatten die Eisbären noch einen Angriff. Danny Richmond kam auf der linken Seite an die Scheibe, spielte sie rüber zu James Sheppard, der ließ nur kurz abtropfen zu Florian Busch, welcher den Puck mit einem klasse Handgelenkschuss aus dem Slot in den Winkel schoss – 3:2 18 Sekunden vor dem Ende für die Eisbären. Da die Scheibe direkt wieder aus dem Tor sprang, fuhren die beiden Hauptschiedsrichter erneut zum Videobeweis, welcher aber nicht lange dauern sollte, da der Puck klar im Netz war.
Mannheim nahm zwar noch den Goalie raus, aber es half alles nichts mehr. Die Eisbären holten sich hier die drei Punkte und fügten Mannheim nicht nur die dritte Niederlage in Folge zu. Nein, sie beendeten so ganz nebenbei auch die unglaubliche Serie von Mannheims Goalie Chet Pickard, der zuvor alle neun Ligaspiele gewonnen hatte.

Das war ein komplett anderer Auftritt der Eisbären heute Nachmittag. Die Mannschaft zeigte eine klasse Leistung, trat geschlossen als Team auf und jeder kämpfte für jeden. Der unbedingte Wille, hier etwas mitzunehmen, war spätestens ab dem zweiten Drittel zu sehen. Denn im ersten waren die Kurpfälzer doch noch die klar bessere Mannschaft, da hatte man es Kevin Poulin zu verdanken, dass es nur 0:1 stand. Der Goalie hat mal wieder ein überragendes Spiel abgeliefert und überhaupt erst dafür gesorgt, dass man 18 Sekunden vor dem Ende noch den Siegtreffer markieren konnte.
Aber die Eisbären waren ab dem zweiten Drittel auf Augenhöhe mit den Mannheimern, im zweiten Drittel dabei sogar die bessere Mannschaft. Beide Mannschaften boten beste Werbung für den Eishockey-Sport, beide wollten das Spiel gewinnen. Alle kämpften verbissen um jeden Zentimeter Eis, kein Zweikampf wurde verloren gegeben. Kein Vergleich zum Auftritt der Eisbären am Freitag gegen Köln. Heute haben sie Wiedergutmachung betrieben und bewiesen, dass sie es können und gezeigt, was sie drauf haben. Das war ein Sieg dank der unglaublichen Moral und des unbändigen Willens der Eisbären, Mannheim in deren Arena in die Knie zu zwingen. Chapeau dafür!

Adler-Stürmer David Wolf zog nach dem Spiel folgendes Fazit: 

Man muss gegen die Top-5-Mannschaften immer bereit sein, dass waren wir die letzten 20 Sekunden nicht. Klar tut es im ersten Moment weh, aber wir haben trotzdem gut gespielt.

Und Sieg-Torschütze Florian Busch meinte, dass Mannheim eben nicht immer gewinnen kann:

Mannheim gegen Berlin ist immer laufstark und intensiv. Wir haben von vornherein gewusst, dass es auf und ab gehen würde, dass es hitzig werden würde. Mannheim hat eine sehr starke Mannschaft und sie spielen eine absolut überragende Saison. Aber man kann nicht jedes Spiel gewinnen. 

4:1-Heimsieg gegen den Erzrivalen aus Mannheim dank dem Teufelskerl Kevin Poulin

 

Ausgabe #5:

Zweiter Sieg an diesem Wochenende für die Eisbären Berlin. Vor 12.931 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof setzte sich der DEL-Rekordmeister gegen den Erzrivalen Adler Mannheim klar und deutlich mit 4:1 (0:0,2:0,2:1) durch und holte somit fünf von sechs möglichen Punkten an diesem Wochenende. Was auf der einen Seite sicherlich zufriedenstellen ist, aber die Art und Weise, wie die Jungs gespielt haben, bereitet doch einige Kopfschmerzen. Denn auch wenn das 4:1 deutlich klingt, ohne Kevin Poulin hätte man dieses Spiel nie und nimmer gewonnen. Was der Goalie alles gehalten hat, war schon unnormal.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Sicherlich hatten sich die Hausherren für den DEL-Klassiker auch einiges vorgenommen und zeigten es zu mindestens in den ersten zwei Minuten auch. Mannheim nahm nach nur 46 Sekunden die erste Strafzeit des Spiels und die erste Minute des Überzahlspiels sah recht ordentlich aus, die zweite dann schon wieder überhaupt nicht.
Der Mannschaft fehlte es im ersten Drittel an einem Spielsystem, jedenfalls war keins zu erkennen. Viel zu oft fuhren die Eisbären mit der Scheibe über die Mittellinie, spielten das Spielgerät dann tief und fuhren zum Wechsel. Es mangelte an Ideen im Spielaufbau. Zudem leistete man sich nach wie vor viel zu viele individuelle Fehler, man lud Mannheim also zu Chancen ein. Die Kurpfälzer, die hier keinesfalls eine Top Leistung zeigten, hatten zudem auch noch zwei Überzahlspiele und versuchten in diesen natürlich die Führung zu erzielen. Aber entweder wurden sie zu Schüssen von außen gezwungen oder aber Kevin Poulin bewies mehrfach seine Extra-Klasse. So blieb es nach 20 Minuten beim torlosen Unentschieden.

Im zweiten Drittel spürte man die Verunsicherung der Berliner noch mehr. Nach vorne lief wenig

Foto: eisbaerlin.de/walker

zusammen, weiterhin zu viele individuelle Fehler, aus den Zweikämpfen kam man fast immer als Verlierer heraus und mal einen Check zu Ende fahren, nein, das taten die Mannen von Coach Clément Jodoin äußerst selten. Mannheim hatte selten Probleme, vor das Berliner Tor zu kommen. Und Chancen erspielten sich die Mannen von Chefcoach Pavel Gross, aber entweder entnervte Kevin Poulin mit teilweise sensationellen und unglaublichen Paraden die Mannheimer Spieler oder aber die Latte half den Eisbären, so geschehen beim Schuss von Joonas Lehtivuori (26.).
Der Druck der Adler war in der Phase enorm, gut, so enorm nun auch wieder nicht, weil wenn man keine Gegenwehr bekommt, dann braucht man sich auch nicht anstrengen. Es war teilweise erschreckend, wie lustlos die Spieler über das Eis fuhren. Auch auf den Rängen wurde es so langsam aber sicher ungemütlich, Trainer Jodoin nahm daher nach 29 Minuten erst einmal eine Auszeit, aber auch da hatte man das Gefühl, einige Spieler seien abwesend und hörten dem Coach nicht richtig zu. Goalie Kevin Poulin, mit Abstand bester Eisbär an diesem Abend, drehte sich derweil zur Kurve um und forderte sie auf, noch mehr Support zu leisten. Ein klasse Typ, der Kevin Poulin.
Es folgte die 31. Spielminute, jene Minute, die dem Spiel die Wende geben sollte. Die Scheibe war längst weg, doch Brent Raedeke setzte noch zu einem sehr unsauberen Check gegen Daniel Fischbuch an, der sah den Check überhaupt nicht kommen. Raedeke kassierte zu Recht eine Spieldauerdisziplinarstrafe, die Eisbären also mit einer fünfminütigen Überzahl. Und ja, das Powerplay sah sehr viel versprechend aus. Die Eisbären fanden die Formation und suchten die Lücke in der Mannheimer Defensive. Und sie sollten sie tatsächlich finden. Die beiden Verteidiger Danny Richmond und Micki DuPont im Zusammenspiel, Letzterer zog ab, die Scheibe blieb vor dem Tor hängen und James Sheppard war der Nutznießer und versenkte die schwarze Hartgummischeibe im Adler-Tor – 1:0 (34.).
Und die Eisbären sollten sogar noch nachlegen. Wieder Richmond mit dem Pass zu DuPont, der mit dem Onetimer vom linken Bullykreis und dem überraschenden 2:0 (35.).
Die Eisbären lagen nach 40 Minuten mit 2:0 vorne und alle fragten sich, wie das passieren konnte. Mannheim konnte die Verunsicherung der Eisbären nicht ausnutzen, was aber auch am überragenden Kevin Poulin lag, der zwischendurch mit „Poulin, Poulin, Kevin Poulin„-Sprechchören gefeiert wurde.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Gäste aus der Kurpfalz hatten sich für den Schlussabschnitt noch einmal einiges vorgenommen, starteten sehr engagiert und druckvoll, aber nein, sie kamen an Poulin einfach nicht vorbei. So hatte es jedenfalls den Anschein, doch in der 45. Spielminute war auch der neue Goalie beim Schuss von Matthias Plachta machtlos – 2:1. Der hochverdiente Anschlusstreffer für die Mannheimer.
Schockte die Eisbären aber nicht wirklich, James Sheppard schickte Top-Torjäger Jamie MacQueen auf die Reise, der blieb alleine vor Dennis Endras sehr cool und versenkte die Scheibe im Adler-Tor – 3:1 (48.) durch den siebten Saisontreffer der Nummer 17.
53 Sekunden später sorgten die Eisbären für die endgültige Entscheidung. Endras konnte den Schuss von Colin Smith zunächst parieren, gegen den Nachschuss von Brendan Ranford war der deutsche Nationaltorhüter dann aber machtlos – 4:1 (49.).
Danach passierte nicht mehr fiel, die Berliner spielten den Drei-Tore-Vorsprung souverän nach Hause, aber auch nur, weil Mannheim nicht mehr viel probierte. Die Eisbären feierten somit am Ende einen enorm wichtigen Heimsieg gegen den Erzrivalen und fragen sich wohlmöglich jetzt immer noch, wie das eigentlich passieren konnte.

Denn spielerisch bleibt weiterhin viel, viel Luft nach oben. Die ersten 30 Minuten waren erschreckend

Foto: eisbaerlin.de/walker

harm- und ideenlos. Die Verunsicherung war bis unters Hallendach zu spüren, Mannheim konnte diese nur nicht ausnutzen, was eben an diesem Teufelskerl Kevin Poulin im Berliner Tor lag. Was der heute alles gehalten hatte, war fast schon unmenschlich und er bewies einmal mehr, wie wichtig er für die Eisbären im Moment ist. Ohne ihn wären die Eisbären heute wohl unter die Räder gekommen.
Zwar freut man sich jetzt über zwei Siege und fünf Punkte am Wochenende, doch dürfen diese beiden Erfolge nicht über die zu vielen Baustellen im Berliner Team hinweg täuschen. Es fehlt nach wie vor ein Spielsystem, dieses ist nicht zu erkennen. Man leistet sich immer noch zu viele unnötige Scheibenverluste und manch ein Spieler wirkt, als wäre er vom Kopf her nicht ganz bei der Sache. Woran das liegt, darüber mag jeder seine eigene Meinung haben. Fakt ist, es läuft aktuell nicht rund bei den Eisbären, trotz fünf Punkten am Wochenende. Hoffen wir, dass die Spieler das auch wissen und an den Fehlern weiter arbeiten werden.

2:6-Pleite in Mannheim: Die Eisbären erneut mit einer schwachen Leistung, kommen beim Erzrivalen böse unter die Räder

Das war ein Wochenende zum vergessen. Die Eisbären Berlin haben auch das zweite Auswärtsspiel an diesem Wochenende verloren. Vor 12.905 Zuschauern in der SAP-Arena kamen die Berliner bei den Adler Mannheim mit 2:6 (0:1,1:3,1:2) unter die Räder und drohen somit vorerst den Anschluss an das Spitzen-Duo München und Nürnberg zu verlieren. Zugleich war es die vierte Niederlage in den letzten sechs Spielen und die dritte Niederlage im dritten Auswärtsspiel im neuen Jahr. 

Bei den Eisbären gab es zwei Änderungen im Kader im Vergleich zur 0:5-Klatsche in Ingolstadt vom Freitagabend. Mark Olver kehrte zurück ins Line-up, dafür fehlte Jonas Müller, der nach einem harten Check gegen Kael Mouillierat am Freitag für ein Spiel gesperrt wurde. Zudem fehlten nach wie vor Florian Busch und Sven Ziegler. Im Tor begann wieder Petri Vehanen.

Die Adler Mannheim hinken als Tabellenzwölfter den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher, müssen um jeden Punkt im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze verbissen kämpfen. Und dementsprechend engagiert kamen die Kurpfälzer auch aus der Kabine und begannen äußerst druckvoll. Gleich im ersten Wechsel die erste gute Chance für die Hausherren. Aber auch die Eisbären fanden gut hinein und prüften Dennis Endras früh in der Partie.
Keine zwei Minuten waren gespielt, da gab es das erste Powerplay für die Mannheimer. Und in Unterzahl taten sich die Berliner vor allem auswärts zuletzt sehr schwer, kassierten sie doch acht Gegentore in Unterzahl in den letzten sechs Auswärtsspielen. Und die Adler hatten durch Garrett Festerling und David Wolf auch zwei richtig gute Chancen, nutzen konnten sie diese jedoch nicht und somit überstanden die Berliner die Unterzahl schadlos.
Aber insgesamt gesehen waren die Mannheimer das bessere Team, spielten sehr konzentriert und sehr druckvoll, was ihnen in der achten Spielminute zur verdienten Führung verhalf. Andrew Desjardins mit dem Pass an den kurzen Pfosten zu Matthias Plachta, der mit dem Querpass an den langen Pfosten, wo David Wolf lauerte und zum 1:0 aus Mannheimer Sicht einschießen konnte.
Und Mannheim weiter sehr druckvoll, Ryan MacMurchy und Phil Hungerecker mit zwei richtig guten Chancen, Petri Vehanen klärte zweimal in höchster Not.
Dann mal die Eisbären Mitte des ersten Drittels mit einem Powerplay. Aber auch da hatten die Hauptstädter zuletzt (wobei viel mehr die gesamte Saison über) so ihre Probleme, was nur ein Überzahltor aus den letzten sechs Spielen beweist. Zudem war man seit drei Auswärtsspielen in Folge ohne Powerplaytor. Hier hatte man durch Micki DuPont, Constantin Braun und Jamie MacQueen gute Möglichkeiten, ein Tor wollte den Berlinern aber nicht gelingen.
Fortan beide Mannschaften noch einmal mit je einem Powerplay, aber für Gefahr konnten beide nicht sorgen. Die letzte große Chance in den ersten 20 Minuten gehörte dann aber den Eisbären. Sean Backman wurde nach Ablauf der Strafe gegen die Adler im Slot angespielt, scheiterte jedoch mit seinem Schuss an Dennis Endras. So stand es nach 20 Minuten 1:0 für Mannheim.

Das zweite Drittel begann spektakulär und sollte es insgesamt auch werden. 31 Sekunden waren gespielt, da hatte David Wolf per Nachschuss der erste gute Chance, Petri Vehanen aber war zur Stelle. Auf der Gegenseite die Eisbären mit zwei guten Chancen in der 22. Spielminute. Thomas Oppenheimer vor das Tor, wo Jamie MacQueen die Kelle hin hielt, aber an Dennis Endras scheiterte. Dann zog Micki DuPont von der blauen Linie ab, Endras konnte nicht festhalten und James Sheppard scheiterte im Nachschuss am Adler-Goalie.
Dann kassierten die Eisbären eine Strafe und die Adler waren bereits bei angezeigter Strafe brandgefährlich. Ryan MacMurchy mit zwei Riesenchancen bei 6-gegen-5. Und das Powerplay sollte dann auch nur 13 Sekunden dauern. Luke Adam wurde am rechten Bullykreis angespielt und zog ab – 0:2 (24.).
Die Adler waren erneut richtig gut drin im Spiel, machten jede Menge Druck und brachten die Berliner Defensive ein ums andere Mal ins Wanken. Die Eisbären nach wie vor hinten mit zu vielen leichtsinnigen Fehlern, konnten sich kaum befreien.
Dann hatten die Eisbären um die 28. Spielminute mal eine gute Phase und was passierte? Sie fingen sich einen Konter, Marcus Kink mit dem Bauerntrick, die Scheibe lag frei vor dem leeren Tor und Christoph Ullmann drückte die Scheibe über die Linie – 0:3 (29.).
Wenige Augenblicke später Chad Kolarik mit zwei guten Chancen, aber er vergab die große Chance auf die endgültige Entscheidung. Aber selbst das 3:0 sollte doch hier die Vorentscheidung sein oder etwa nicht?
Die Eisbären wachten auf einmal auf, entwickelten jede Menge Druck und brachten viele Scheiben Richtung Adler-Gehäuse. Und dann klingelte es plötzlich im Mannheimer Tor, wobei sich dieser Treffer auch angedeutet hatte. Jamie MacQueen kam über rechts ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe zurück zu Micki DuPont, der zog direkt ab, Endras ließ nur prallen und Mark Olver staubte ab – 1:3 (32.).
Die Eisbären nun mit neuem Selbstvertrauen, machten weiterhin jede Menge Druck und brachten Mannheim arg ins wanken. Die Eisbären waren drauf und dran, den Anschlusstreffer zu erzielen, aber daraus wurde nichts. Denn auf einmal nahm die Härte im Spiel zu, beide Mannschaften mit vielen Nickligkeiten und jeder Menge Raufereien. Die Folge war, dass es kaum noch einen Spielfluss und es zudem sehr viele Strafen auf beiden Seiten gab. David Wolf, dem mal wieder alle Sicherungen durchbrannten, kassierte sogar eine Spieldauer. Nur half diese ganze Chaos auf dem Eis nicht den Eisbären sondern den Adlern.
Bei 4-gegen-4 auf dem Eis hatten die Eisbären Devin Setoguchi vollkommen vor dem Tor aus den Augen verloren, Carlo Colaiacovo merkte das, spielte die Scheibe zu ihm und Setoguchi ließ Vehanen keine Chance – 4:1 (37.).
Die Eisbären anschließend noch mit drei Minuten in Überzahl wegen der Spieldauer gegen Wolf, aber außer eines Lattentreffers von Marcel Noebels 27 Sekunden vor der zweiten Drittelpause kam nicht bei rum.
So lagen die Kurpfälzer nach 40 Minuten deutlich mit 4:1 vorne.

Egal, was sich die Eisbären für das letzte Drittel vorgenommen hatte, es war spätestens nach 16 Sekunden über den Haufen geworfen. Denn Phil Hungerecker spielte die Scheibe von hinter dem Tor vor das Tor, wo Ryan MacMurchy völlig unbedrängt und ungestört zum 5:1 einschießen konnte. Die Zuordnung stimmt erneut nicht in der Berliner Hintermannschaft.
Aber Mannheim hatte nun Lust am Toreschießen gefunden und wollte noch einen nachlegen. Devin Setoguchi kam zu einfach zwischen zwei Berliner Spielern (!) durch, hatte dann noch das Auge für den Mitspieler am langen Pfosten, spielte die Scheibe zu Andrew Desjardins und der netzte zum 6:1 ein und beendete so nach 46 Spielminuten den Arbeitstag von Petri Vehanen. Auch im dritten Auswärtsspiel wurde der Finne im Schlussdrittel gegen Back-up Marvin Cüpper ausgewechselt.
Die Partie war hier natürlich längst entschieden, dementsprechend wenig passierte auch noch auf dem Eis. Die Eisbären hatten neun Minuten vor dem Spielende noch einmal ein Powerplay, aber lassen wir es einfach, darüber braucht man wirklich keine Worte zu verlieren. So erschreckend schwach und harmlos ist das in dieser Saison.
Und trotzdem kamen die Eisbären am Ende noch zu einem weiteren Tor. Nick Petersen zog vom linken Bullykreis aus ansatzlos ab und die Scheibe ging haargenau in den linken Winkel – 6:2 (58.).
Mehr als Ergebniskosmetik war das aber auch nicht mehr. Mannheim setzte sich am Ende hochverdient und auch in dieser Höhe mit 6:2 gegen erneut schwache Eisbären durch.

Reden wir schon von einer Krise? Oder ist es einfach nur ein Formtief, welches die Eisbären derzeit durchleben? Fakt ist, das Wochenende war komplett zum vergessen. Dem 0:5 in Ingolstadt folgte heute ein 2:6 in Mannheim. Und erneut war es eine erschreckend schwache Vorstellung der Eisbären. Eigentlich hatten sie nur die Druckphase nach dem 1:3, wo sie das Spiel beinahe gedreht hätten. Doch die vielen Raufereien anschließend und der kapitale Fehler beim 4:1 der Adler war am Ende wohl der Knackpunkt.
Spielerisch läuft momentan wenig bei den Eisbären zusammen. Man tut sich schwer damit, ein System hinter dem ganzen zu erkennen. Das Ganze sieht sehr planlos aus, was die Eisbären da aktuell spielen. Die Defensive gleicht zur Zeit einem Hühnerhaufen, in dem die Zuordnung und Abstimmung überhaupt nicht mehr stimmt. Und dann unterlaufen den Eisbären nach wie vor zu viele und vor allem zu leichtsinnige Fehler im Spielaufbau. Pässe kommen teilweise nicht mehr an. Und das Powerplay, wie oben bereits angesprochen, verdient gar nicht erst angesprochen zu werden.
Hoffen wir mal, dass es nur ein Formtief ist und ein schlechtes Wochenende der Eisbären Berlin war. Aber trotzdem geben die gezeigten Leistungen in beiden Auswärtsspielen am Wochenende Anlass zur Sorge im Hinblick auf die Playoffs.

Verteidiger Kai Wissmann mit seinem Statement zum Spiel:

Das war nicht genug von uns. So können wir kein Auswärtsspiel in Mannheim gewinnen. Das ganze Wochenende war scheiße. Wir müssen uns auf uns fokussieren, zu unserem Spiel zurückfinden. Der mit dem Puck, hatte ich das Gefühl, war das ärmste Schwein. Die anderen Vier haben ihn angeschaut, was macht er mit dem Puck. Da war keine Unterstützung, keiner hat sich angeboten.

Auftakt in die Auswärtsserie: Eisbären mit erstem von zwei Doppel-Auswärtsspiel-Wochenenden

Bis die Eisbären Berlin wieder auf dem heimischen Eis der Mercedes-Benz Arena antreten dürfen, dauert es noch ganze zwölf Tage. Vorher müssen die Berliner gleich vier Spiele in Folge auswärts antreten. Was aber sicherlich nicht so schlimm ist, sind die Hauptstädter mit zwölf Siegen aus 19 Spielen doch die beste Auswärts-Mannschaft der Liga. Den Auftakt der vier Spiele andauernden Auswärtsserie bildet das kommende Wochenende mit Spielen beim ERC Ingolstadt und den Adler Mannheim. Was sicherlich nicht einfach wird, kämpfen doch beide Mannschaften noch um enorm wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-/Pre-Playoff-Plätze.

Dennoch gehen die Eisbären als Favorit in beide Spiele, steht man doch derzeit auf Platz Drei der Tabelle, während Ingolstadt als Neunter und vor allem Mannheim als Zwölfter den eigenen Erwartungen meilenweit hinterher hinken. Zwar nehmen die Eisbären jeden Gegner in der Liga ernst, verstecken muss man sich aber vor keinem Gegner, wie Stürmer Martin Buchwieser sagt (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 11.01.2018):

Wir müssen in den beiden Auswärtsspielen so auftreten wie in den Spielen zuletzt, mutig
nach vorne, aber gleichzeitig sehr gut in der Defensive, dann brauchen wir uns vor keinem
Gegner verstecken. Mannheim spielt ein körperbetonteres Eishockey, Ingolstadt kommt mehr über die Geschwindigkeit. Beide werden aber, auch aufgrund ihres Saisonverlaufs, sehr schwere Gegner sein.

Die Bilanz der Eisbären in diesem Jahr: Drei Spiele, zwei Siege, 9:5-Tore. Beide Siege gelangen auf eigenem Eis, die Niederlage setzte es beim Gipfeltreffen in München. Überzeugen konnten die Eisbären in diesem Jahr bisher aber eher selten. Wenn sie spielerisch überhaupt gute Ansätze zeigten, dann war es – so blöd es klingt – bei der Niederlage in München. Wo man optisch gesehen die bessere Mannschaft war und auch mehr Torchancen als der Gegner hatte, am Ende aber den Kürzeren zog und aufgrund der Effizienz der Münchner das Spiel verlor.
Gegen Schwenningen musste man sich krampfhaft wach halten, ehe die Eisbären in den letzten fünf Minuten des Mitteldrittels vier der fünf Tore gegen das Überraschungsteam der Liga schossen. Überzeugend war der Auftritt der Eisbären aber nicht.
Ebenso wenig überzeugend war der Auftritt am Sonntag gegen Iserlohn, wo man zwar gute erste 20 Minuten spielte, doch in den restlichen 40 Minuten den Sauerländern mehr und mehr das Spiel überließ und sich am Ende bei Goalie Petri Vehanen bedanken konnte, dass es überhaupt mit dem Sieg etwas wurde.

Ausgerechnet gegen Ende der Hauptrunde wirken die Auftritte der Eisbären nicht mehr so souverän wie noch in den Wochen davor. Aber trotzdem holen sie in den meisten Spielen immer noch wichtige Punkte, die im Kampf um Platz Eins nach der Hauptrunde sehr wichtig sind. Fakt ist aber auch, dass man im Spiel in München gesehen hat, dass den Eisbären noch ein wenig zur absoluten Spitze fehlt. München machte relativ wenig fürs Spiel, traf aber immer im richtigen Moment und das macht eine Spitzen-Mannschaft nun einmal aus. Bis zu den Playoffs liegt also noch jede Menge Arbeit vor den Eisbären und vor allem vor dem Trainerteam um Chefcoach Uwe Krupp und seinem Co-Trainer Clément Jodoin.

Vor dem ersten von zwei Auswärts-Wochenenden in Folge gibt es gute Nachrichten an der Personalfront der Eisbären. Denn Verteidiger Danny Richmond kehrt in den Kader zurück und mit ihm ein äußerst wichtiger Leistungsträger in der Defensive.
Da Stürmer Sven Ziegler aufgrund eines Magen-Darm-Infekts fehlen wird, rückt Verteidiger Constantin Braun in den Angriff auf.
Zudem stehen Florian Busch sowie die Youngster Maximilian Franzreb und Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler nicht zur Verfügung.

Am Freitagabend (Bully: 19:30 Uhr) geht es für die Berliner zum ERC Ingolstadt, der unter dem neuen Coach Doug Shedden zuletzt wieder besser in Form war. In den letzten sieben Spielen gewann der ERCI fünfmal und punktete zudem bei den beiden Niederlagen. Die letzten vier Spiele der Schanzer gingen allesamt über die reguläre Spielzeit hinaus. Dreimal mit dem besseren Ende für Ingolstadt, für die sich morgen Abend ein Kreis schließen wird. Denn die letzten beiden Spiele waren gegen die beiden Top-Teams Nürnberg (1:2 n.V.) und München (5:4 n.V.). Mit den Eisbären trifft Ingolstadt morgen Abend auf das dritte Top-Team der Liga. Gegen das die Panther bisher alle drei Duelle verloren hat. In Berlin mit 1:6 und 1:2 n.V. sowie in der Saturn-Arena mit 2:3, was die vierte Heimniederlage in den letzten fünf Heimspielen gegen Berlin bedeutete.

Am Sonntagnachmittag (Bully: 14:00 Uhr) kommt es in der SAP-Arena zum absoluten DEL-Klassiker zwischen Mannheim und Berlin. Allerdings sind beide Mannschaften in dieser Saison meilenweit voneinander entfernt. Neun Plätze sowie satte 31 Punkte (!) trennen Mannheim und die Eisbären in dieser Saison voneinander. Die Eisbären könnten den Pre-Playoff-Hoffnungen der Kurpfälzer am Sonntag einen erheblichen Dämpfer erteilen. So wie bereits beim ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison in der Kurpfalz, als sich die Eisbären deutlich mit 4:1 durchsetzen konnte. In Berlin ist die Bilanz dagegen ausgeglichen, denn die Eisbären gewannen mit 6:3, Mannheim mit 4:3. 

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt am 12.01.2018 um 19:30 Uhr:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, André Rankel, Thomas Oppenheimer, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Constantin Braun, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Charlie Jahnke, Maximilian Adam (alle Weißwasser), Vincent Hessler (Oberkörper), Sven Ziegler (Magen-Darm-Virus), Florian Busch (Schädelprellung)