Ufo versenkt! Eisbären siegen dank starkem Schlussdrittel mit 4:1 beim Erzrivalen Adler Mannheim

Die Eisbären Berlin sind zurück in der Erfolgsspur. Zwei Tage nach der bitteren Niederlage am Pulverturm bei den Straubing Tigers setzten sich die Hauptstädter beim Erzrivalen Adler Mannheim vor 13.024 Zuschauern verdient mit 4:1 (0:0,1:1,3:0) durch und verteidigten damit die Tabellenführung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Die Eisbären mit einer Änderung im Vergleich zum Straubing-Spiel vom Freitagabend. Petri Vehanen musste aufgrund einer Oberkörper-Verletzung passen. Somit kam Backup Marvin Cüpper zu seinem 10. Einsatz in dieser Saison und Maximilian Franzreb saß erstmals auf der Bank.

Das erste Drittel bot 20 sehr intensive und hart umkämpfte Minuten. Jede Menge Zweikämpfe gab es zu sehen, dafür umso weniger gute Torchancen. Weil beide Mannschaften defensiv sehr gut standen und nur wenig zuließen.
Die erste große Chance der Partie hatten die Eisbären nach drei Minuten, als Sean Backman am langen Pfosten angespielt wurde, dort völlig frei stand, aber an Dennis Endras scheiterte.
Dann sollte es gute zehn Minuten dauern, ehe es die nächste große Chance zu bestaunen gab. Und die hatten dieses Mal die Kurpfälzer. Luke Adam setzte sich klasse gegen Kai Wissmann durch, wollte Marvin Cüpper umkurven und per Rückhand einschießen, aber Cüpper riss die Fanghand hoch und parierte diesen Schuss äußerst stark.
Dann gab es vier Minuten vor der ersten Drittelpause das erste Powerplay der Partie für Mannheim, als Sven Ziegler wegen Hakens für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Und Mannheim setzte sich in der ersten Minute auch sehr gut im Berliner Drittel fest, ließ die Scheibe gut laufen, aber die Eisbären machten die Schuss- und Passwege sehr geschickt zu, somit konnten die Mannheimer die Überzahl nicht nutzen.
Als Berlin wieder komplett war, schlug Denis Reul über die Scheibe, Sven Ziegler, der gerade von der Strafbank gekommen war, marschierte alleine auf Dennis Endras zu, wollte den Nationaltorhüter per Rückhand überwinden, schaffte es aber nicht. Daher stand es also auch nach 20 Minuten 0:0.
Eisbären-Verteidiger Jens Baxmann mit seinem Fazit zum Auftaktdrittel:

Es geht rauf und runter. Beide probieren sich Chancen zu erspielen. Aber beide Mannschaften stehen hinten gut. Wir haben erwartet, dass Mannheim härter forechecken würde als in der Vergangenheit. Und so ist es auch gekommen.

Im Mitteldrittel ging es genau so weiter. Beide Mannschaften standen hinten sehr sicher und ließen daher keinen Platz für gute Torchancen.
27 Minuten waren gespielt, da kassierten die Eisbären durch Micki DuPont die zweite Strafzeit der Partie und das zweite Powerplay konnten die Adler dann nutzen. Mathieu Carle mit dem Querpass auf Ryan MacMurchy, der mit dem Onetimer vom Bullykreis aus. Marvin Cüpper ließ nur prallen und Chad Kolarik stand da, wo ein Torjäger zu stehen hat und staubte eiskalt ab – 1:0 (28.).
Drei Minuten später die erste Strafe gegen Mannheim durch Denis Reul (Halten). Und in diesem Überzahlspiel hatten die Eisbären gleich zu Beginn DIE Riesenchance. Sean Backman erkämpfte neben dem Tor die Scheibe, zog vor das Tor und umkurvte Dennis Endras. Als dieser bereits auf dem Eis lag, zog Backman ab, scheiterte jedoch. Die Scheibe lag dann im Slot frei, wo James Sheppard die Scheibe nicht unter Kontrolle bringen konnte.
Fünf Minuten später gab es die zweite Chance in Überzahl für die Hauptstädter. Und erneut gab es genau eine hochkarätige Torchance. Micki DuPont hatte abgezogen, Dennis Endras saß bereits auf dem Hosenboden, aber parierte den Schuss stark mit seinem Schoner.
Aber gut eine Minute vor der zweiten Drittelpause war dann auch der Mannheimer Goalie geschlagen. Mark Olver mit dem Querpass auf Jamie MacQueen, welcher trocken abzog und die Scheibe schlug unter der Latte ein – 1:1 (39.).
Doch beinahe Mannheim mit der direkten Antwort. Zunächst Mathias Plachta mit dem Bauerntrick, Cüpper war im letzten Moment zur Stelle. Und nur wenige Sekunden später fälschte Cüpper einen Schuss von Christoph Ullmann entscheidend ab, so dass der Puck hauchdünn am rechten Pfosten vorbei ging.
Somit stand es auch nach 40 Minuten Unentschieden in der SAP-Arena. Nicolai Goc mit dem Fazit zum zweiten Drittel:

Es ist ein gutes Spiel von beiden Seiten. Sowohl defensiv als auch offensiv. Es ist ein schnelles Spiel, mit viel Zug zum Tor. Es macht sicherlich Spaß, da zuzuschauen.

Das letzte Drittel begann dann furios. Zunächst Mannheim mit der Chance zur Führung, aber Garrett Festerling scheiterte am kurzen Pfosten an Cüpper. Da waren gerade einmal 20 Sekunden gespielt. 33 Sekunden waren gespielt, da lag die Scheibe im Tor der Adler. Was war passiert? Zwei Mannheimer Spieler rannten sich im eigenen Drittel über den Haufen, Louis-Marc Aubry ging der Scheibe nach, spielte sie von hinter der Torlinie Richtung Tor, wo Garrett Festerling den Puck ins eigene Tor abfälschte – 2:1 für die Eisbären (41.). Unglaublich. Auf der einen Seite scheiterte Festerling an Cüpper, auf der anderen Seite überwand er seinen eigenen Goalie.
Aber Mannheim gab nicht auf, hatte in der 44. Spielminute die nächste Powerplay-Gelegenheit, doch Chad Kolarik scheiterte zweimal mit aussichtsreichen Chancen am überragenden Marvin Cüpper. Der junge Berliner Torhüter wäre ein mehr als würdiger Nachfolger für Petri Vehanen, wenn der seine Karriere beenden sollte.
48 Minuten waren gespielt, da sorgten die Eisbären für die Entscheidung. Fehlpass im Adler-Spielaufbau, Florian Busch mit der klasse Übersicht und dem Querpass auf Martin Buchwieser, welcher die Scheibe nur noch ins leere Tor schießen musste – 3:1 (48.).
Fortan beide Mannschaften noch einmal mit je einem Überzahlspiel, jedoch ohne Erfolg. Drei Minuten vor dem Ende dann noch eine unschöne Szene. Florian Busch knallte nach einem Zweikampf unglücklich mit dem Hinterkopf auf das Eis und musste in die Kabine. Hoffen wir mal, dass Busch nichts schlimmeres passiert ist. Vorsorglich schon einmal gute Besserung an unsere Nummer 26.
Mannheim riskierte dann alles, nahm drei Minuten vor dem Ende den Torhüter vom Eis sowie zwei Minuten vor Schluss noch eine Auszeit. Doch das nutzten die Eisbären zur endgültigen Entscheidung sieben Sekunden vor dem Ende, als Constantin Braun die Scheibe im verwaisten Adler-Gehäuse unterbrachte – 4:1 (60.).
Während im Block der Eisbären natürlich beste Stimmung herrschte, war der Rest des Ufos komplett still und vermutlich auch geschockt. Denn das 1:4 war die zweite Niederlage im zweiten Spiel unter dem neuen Coach Bill Stewart. Die Eisbären hingegen fanden nach der Niederlage vom Freitag in Straubing wieder zurück in die Erfolgsspur.

Und der Sieg war auch absolut verdient. Weil die Eisbären defensiv über weite Strecken sehr gut standen und wenn die Mannheimer dann doch zu Chancen kamen, hinten einen absolut überragenden Marvin Cüpper im Tor stehen hatten. Man verfiel auch nicht in Panik, als man 0:1 hinten lag sondern spielte einfach sein System weiter durch und machte immer im richtigen Moment die Tore. Das 1:1 kurz vor der zweiten Pause, das 2:1 kurz nach Wiederbeginn im letzten Drittel und nach einer vergebenen Mannheimer Chance sowie das 3:1 kurz nach einem vergebenen Mannheimer Powerplay. Die Eisbären entschieden die Partie also im Stile einer Spitzen-Mannschaft verdient für sich. Während Berlin weiterhin an der Spitze der Tabelle thront gehen die Kurpfälzer sehr unruhigen Zeiten entgegen, denn die Playoff-Teilnahme scheint arg gefährdet zu sein.

Geht die Siegesserie weiter? Uwe Krupp erwartet zwei motivierte Gegner am Wochenende

Nach den sehr vielen Spielen in der letzten Zeit konnten die Eisbären Berlin in dieser Woche ein wenig verschnaufen. Doch morgen Abend geht es dann für den DEL-Spitzenreiter wieder weiter im Liga-Alltag. Dann tritt man zunächst beim Tabellenletzten Straubing Tigers (Bully: 19:30 Uhr) an, bevor es am Sonntagnachmittag zum Erzrivalen und aktuellen Tabellensiebten Adler Mannheim (Bully: 14:00 Uhr) weitergeht. In den beiden Spielen wollen die Mannen von Chefcoach Uwe Krupp die zuletzt gestartete Siegesserie von vier Siegen in Folge natürlich gerne ausbauen. Aber einfach wird das nicht werden, was auch der Berliner Coach weiß (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 07.12.2017):

Unser Energielevel sieht gut aus, wir gehen gut vorbereitet in die zwei Auswärtsspiele. Straubing wird hochmotiviert zur Sache gehen, das Mannheimer Team wird auf den neuen Trainer reagieren und Bill (Stewart) weiß, wie er die Jungs motiviert.

Die Hauptstädter werden versuchen, an die zuletzt gezeigten Leistungen anzuknüpfen. Vor allem defensiv, kassierte man doch in den letzten drei Spielen nur ganze zwei Gegentore. Was zeigte, dass die Eisbären nach Spielen, wo sie doch deutlich zu viel Gegentore bekommen hatten, an der Schwachstelle gearbeitet und diese deutlich sichtbar abgestellt hatten. Und so reichten dann eben auch sechs erzielte Tore in den drei Spielen zu satten acht Punkten. Knüpft man an diese Leistungen an, sind am Wochenende die nächsten beiden Siege durchaus möglich.

Aber dennoch sollten die Eisbären vorsichtig sein, vor allem morgen Abend im Eisstadion am Pulverturm, wenn man beim Schlusslicht in Straubing zu Gast ist. Denn die Niederbayern feierten am vergangenen Wochenende ein Sechs-Punkte-Wochenende und holten sich somit neues Selbstvertrauen für die anstehende Partie gegen den DEL-Rekordmeister. In Ingolstadt setzte man sich mit 6:3 durch, ehe man zwei Tage später die Adler Mannheim mit 4:2 besiegen konnte. Die Berliner sollten angesichts der jüngsten Ergebnisse gewarnt sein, wenn gleich die Eisbären aber natürlich als klarer Favorit ins Spiel gehen werden. In der vergangenen Saison reisten die Eisbären dreimal nach Niederbayern. Zweimal verlor man in der Hauptrunde (2:5/3:6), aber das entscheidende Pre-Playoff-Spiel in Straubing gewannen die Eisbären mit 3:2 n.V. In dieser Saison trafen sich beide Mannschaften schon zweimal in der Hauptstadt, zweimal siegten die Eisbären (3:1/2:1). 

Sonntag steht dann wieder einmal der DEL-Klassiker Mannheim vs. Berlin auf dem Programm. Und die Kurpfälzer treten die Partie mit einem neuen Trainer an. Der alte Coach Sean Simpson wurde entlassen, Bill Stewart kehrte an die alte Wirkungsstätte nach Mannheim zurück. Platz Sieben und satte 17 Punkte (!) Rückstand auf Spitzenreiter Berlin waren den Verantwortlichen in Mannheim dann wohl doch ein Dorn im Auge. Zumal Platz Elf auch nur sechs Punkte weg ist und der Erzrivale Schwenningen vor den Adlern in der Tabelle steht. Somit mussten die Mannheimer also reagieren und taten dies auch. Gegen die Eisbären spielte Mannheim zuletzt äußerst gerne, gewann neun der letzten zehn Heimspiele. Aber die einzige Niederlage in diesem Zeitraum war eine enorm bittere für die Adler. Im siebten und alles entscheidenden Playoff-Viertelfinalspiel verloren die Mannheimer in der letzten Saison mit 1:2 n.V. auf eigenem Eis und verpassten somit den Halbfinal-Einzug. Am Sonntag werden die Adler auf eigenem Eis Revanche nehmen wollen. In dieser Saison trafen sich beide Mannschaften bereits zweimal in Berlin. Einmal gewannen die Kurpfälzer (4:3), einmal die Berliner (6:3). 

Frank Hördler, Thomas Oppenheimer und André Rankel fallen weiterhin aus. Zudem stehen auch die Youngster Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler nicht zur Verfügung. 

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Straubing Tigers am 08.12.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Constantin Braun, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb (Weißwasser), Charlie Jahnke, Vincent Hessler, Maximilian Adam (alle U20-WM), Thomas Oppenheimer (Fuß), Frank Hördler, André Rankel (beide Unterkörper)

James Sheppard: „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Siege gegen den Erzrivalen Adler Mannheim sind immer eine wahre Freude für die Fans der Eisbären Berlin und natürliche auch für die Mannschaft selbst. Mit 6:3 haben die Eisbären den DEL-Klassiker für sich entschieden, dementsprechend gut gelaunt waren die Spieler und Verantwortlichen nach dem Spiel. Aber dennoch gab es nicht nur positive Statements zum Spiel. Mit dem Sieg und der Offensiv-Leistung war man natürlich zufrieden, nicht jedoch mit der Defensiv-Leistung.

Marcel Noebels schaute daher auch noch einmal auf die letzten Spiele zurück:

Ich glaube, wir haben in den letzten paar Spielen gewissen Sachen, die wir normalerweise besser machen können, nicht ausgeführt. Wir hatten auch teilweise Glück, dass wir Punkte aus den Spielen mitgenommen haben. Heute war wieder ein Spiel mit einem Tor, ziemlich lange, ich glaube über 40 Minuten. Das hätte sicherlich auch in die andere Richtung gehen können. Wir haben dann aber doch den Schlüssel und den Weg innerhalb der Mannschaft genommen, um defensiv erstmal sicher zu stehen und vorne haben wir dann mit zwei, drei schnellen Toren das Spiel entschieden. 

James Sheppard findet, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg sei, aber man müsse den beiden Torhütern mehr helfen:

Wir sind auf dem richtigen Weg. Es war ein super Spiel. Aber weder Petri Vehanen noch Marvin Cüpper sind Goalies, die dreimal hinter sich greifen müssen. Wir müssen mehr tun, um unseren Torhütern zu helfen. Heute hat die Chemie in unserer Reihe auf jeden Fall gestimmt. Aber nichtsdestotrotz muss man in der Reihe hart arbeiten, um sich diese Chemie zu erarbeiten.

Nick Petersen im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Nick Petersen analysierte die Partie wie folgt:

Der Coach hat ein paar Worte gesagt, um uns aufzuwecken. Wir haben definitiv kein schlechtes Spiel gespielt, aber zu viele Chancen zugelassen. Jeder kam motiviert aus der Kabine und wir haben dann innerhalb der ersten Wechsel zwei Tore geschossen, uns so das Momentum und die Energie geholt. Es macht wirklich Spaß so gut zusammen in einer Reihe zu spielen. Ich denke, wir werden jedes Spiel besser.

Co-Kapitän Florian Busch war nach dem Spiel stolz, aber fand eben auch, dass man zu viele Gegentore kassiert:

Jeder Eisbär ist stolz darauf, wenn wir gegen Mannheim gewinnen. Wir haben definitiv nicht unser bestes Eishockey gespielt. Offensiv waren wir top, aber hinten waren wir wahrscheinlich ein Flop. Drei Gegentore sind definitiv zu viel. Da müssen wir besser werden. 

Uwe Krupp (links) und Sean Simpson (rechts) bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Sieht auch Chefcoach Uwe Krupp so: 

Das Spiel war recht ausgeglichen. Es waren auch ein paar Fehler bei uns dabei, die zu Mannheimer Chancen geführt haben. Wir haben heute unsere Chancen besser genutzt als Mannheim. Wir haben in den entscheidenden Momenten die Tore gemacht. Wir waren heute in der Offensive erfolgreich, aber defensiv haben wir nicht gut gestanden. Das ist auch etwas, woran wir nach wie vor arbeiten müssen. Drei Gegentore sind zu viel. Mit zwei Gegentoren können wir leben. 

Sean Simpson, Trainer der Adler Mannheim, sah die Eisbären als klar bessere Mannschaft und somit als verdienten Sieger:

Ganz einfach, die Eisbären waren die bessere Mannschaft. Wir hatten im zweiten Drittel eine gute Phase gehabt, aber es war sicher nicht gut genug heute. Die Eisbären waren schneller und spritziger als wir und haben verdient gewonnen.

Petersen-Sheppard-Backman: Die Paradereihe führt die Eisbären im Alleingang zum 6:3-Sieg gegen den Erzrivalen Mannheim

Ausgabe #16:

Die Eisbären Berlin haben das Topspiel gegen den Erzrivalen Adler Mannheim mit 6:3 (2:1,0:0,4:2) gewonnen und eroberten damit den zweiten Tabellenplatz. Nur 10.861 Zuschauer wollten den DEL-Klassiker sehen, aber die bekamen einiges für ihr Eintrittsgeld geboten. Aber das ist ja eigentlich immer so, wenn die Hauptstädter auf die Kurpfälzer treffen.

Chefcoach Uwe Krupp mit dem selben Team wie am Freitag gegen Düsseldorf, nur im Tor nahm er eine Veränderung vor, wo Petri Vehanen wieder zwischen die Pfosten zurückkehrte. Der Finne absolvierte heute sein 150. Hauptrundenspiel für die Eisbären. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!

Die Paradereihe bejubelt eins ihrer insgesamt fünf Tore gegen Mannheim. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Hausherren kamen gut rein in die Partie und wollten gleich einmal Druck auf das Mannheimer Tor ausüben, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt war. Auch die Adler hatten hier vor, Offensiv-Eishockey zu spielen und das machten die Kurpfälzer zu Beginn besser. Luke Adam brachte die Scheibe rüber zu Chad Kolarik, welcher über rechts ins Drittel fuhr und zum 0:1 einnetzen konnte (6.).
Nur zehn Sekunden später aber die dicke Chance zum Ausgleich für die Eisbären, als Mark Olver bei einer Chance unfair gestoppt wurde und einen Penalty zugesprochen bekam. Olver lief an, versuchte Dennis Endras im Mannheimer Tor auszuspielen, kam am deutschen Nationaltorhüter auch vorbei, aber der Pfosten half Endras.
Auch fortan die Eisbären sehr offensiv ausgerichtet, aber ohne Erfolg bei ihren Chancen. Mannheim dann mal mit einem Konter, aber auch die Adler konnten ihre Chance nicht nutzen.
In der neunten Spielminute war es dann aber soweit und die Eisbären kamen zum Ausgleich. Sean Backman mit dem Pass von rechts an den langen Pfosten, wo James Sheppard lauerte und zum 1:1 ausgleichen konnte. Backman scorte somit auch im 13. Spiel in Folge und stellte damit den Rekord von Eisbären-Legende Steve Walker ein.
Elf Minuten waren gespielt, da hatten die Eisbären ein Überzahlspiel und sie konnten dieses nutzen. James Sheppard mit dem Pass auf Nick Petersen, der wunderschön mit dem Rückhandpass durch die Beine auf Sean Backman, welcher im Slot stand und eiskalt verwandelte – 2:1 (12.). Der 18. Scorerpunkt während seiner unglaublichen Punkteserie. Wahnsinn, dieser Sean Backman.
In den letzten Minuten dieses Drittel versuchten dann beide Mannschaften noch einmal Druck auszuüben, aber beide konnten keine weiteren Tore erzielen. So lagen die Eisbären nach 20 sehr spannenden und intensiven Minuten mit 2:1 vorne.

Das Mitteldrittel bot weiterhin hart umkämpftes Eishockey mit Chancen hüben wie drüben. Beide

Endstation Petri Vehanen. Im Mitteldrittel stand der Finne immer wieder im Mittelpunkt. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Mannschaften immer wieder mit Phasen, in denen sie viel Druck entfachten und auf das Tor drängten, aber sowohl Petri Vehanen als auch Dennis Endras waren immer zur Stelle. Mannheim hatte in diesem Drittel aber ein Chancenplus und vor allem die dickeren Chancen.
So traf Sinan Akdag zum Beispiel nur den Pfosten (29.). In der 30. Spielminute jubelten die Adler über den vermeintlichen 2:2-Ausgleichstreffer durch Luke Adam, doch das Spiel ging zunächst weiter und die beiden Hauptschiedsrichter gingen erst bei der nächsten Unterbrechung zum Videobeweis. Und der dauerte ewig lange, man munkelte was von zwölf Minuten. Die Hauptschiedsrichter entschieden danach auf „kein Tor“ aber mittlerweile konnte man etliche Bilder sehen, wo deutlich zu sehen war, dass die Scheibe über der Linie war. Großes Glück für die Eisbären, denn das hätte somit ein anderes Spiel werden können. So lagen die Eisbären auch nach 40 Minuten mit 2:1 in Führung, was inzwischen aber etwas schmeichelhaft war, weil Mannheim gerade zum Ende hin noch einmal ordentliche Druck gemacht hatte.

Nick Petersen knackte heute die 200. Scorerpunkte-Marke in der DEL. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Aber die Eisbären sorgten schnell für Beruhigung im Schlussdrittel. Keine zwei Minuten waren gespielt, da hatte die Paradereihe der Eisbären schon wieder zugeschlagen. Nick Petersen mit dem Querpass auf Sean Backman, der suchte sich die Ecke aus und traf in die lange Ecke zum 3:1 (42.). Die Vorlage war Petersens 200. Scorerpunkt in der DEL.
Aber die Adler gaben nicht auf und antworteten nur 58 Sekunden später. Phil Hungerecker überwand Petri Vehanen am kurzen Pfosten und traf somit zum 3:2 (43.). Dieser Treffer wurde nach einem sehr kurzen Videobeweis erst gegeben.
Erneut nur eine Minute später war Nick Petersen auf dem Weg zum Tor, wo er von Thomas Larkin zu Fall gebracht wurde. Penalty für die Eisbären und die Nummer Acht verwandelte eiskalt zum 4:2 und zum 201. Scorerpunkt in der DEL (44.).
Der 202. Scorerpunkt sollte nur fünf Minuten auf sich warten lassen. Nick Petersen setzte sich mit einem klasse Move im Adler-Drittel durch, verlud dann auch noch Dennis Endras und schloss anschließend eiskalt mit der Rückhand ab – 5:2 (49.). Ein Sahne-Tor von Nick Petersen!
Und nun fingen die Berliner an zu zaubern. Per „Tiki-Taka“ erhöhten sie auf 6:2. Mark Olver auf Martin Buchwieser, der legte noch einmal quer rüber zu Jamie MacQueen und der schloss die Traum-Kombination erfolgreich ab (52.).
Die Messe war gelesen, die drei Punkte gehörten den Eisbären aber die Mannheimer wollten für den Schlusspunkt sorgen. Matthias Plachta mit der Drehung vor dem Tor und dem Schuss unter die Latte zum 6:3 (55.).

Diesen Sieg haben die Eisbären vor allem der Paradereihe um Nick Petersen, James Sheppard und Sean Backman zu verdanken, die an fünf der sechs Tore beteiligt waren. Satte elf Scorerpunkte sammelte diese Reihe gegen Mannheim, Sheppard und Petersen jeweils vier und Backman drei. Aber man muss sich auch bei Petri Vehanen bedanken, der gerade im Mitteldrittel einige Male in höchster Not retten musste. So eiskalt man heute in der Offensive war, so anfällig war man in der Defensive. Was auch Trainer Uwe Krupp auf der Pressekonferenz nach dem Spiel feststellte, dass drei Gegentore einfach zu viel sind.
Und dann muss man natürlich auch noch einmal die Szene in der 30. Spielminute erwähnen, als Mannheim der vermeintliche Ausgleichstreffer verwehrt wurde. Es bleibt die Frage, ob die Hauptschiedsrichter beim Videobeweis auch ran zoomen können, denn dann hätten sie es deutlich sehen können, dass die Scheibe drin war. So bleibt für Mannheim ein bitterer Beigeschmack, für die Eisbären war es einfach Glück in dieser Situation. Was aber nicht die Leistung der Paradereihe schmälern soll.

Erneut ein Doppelheimspiel-Wochenende: Eisbären treffen auf formstarke Düsseldorfer und formschwache Mannheimer

In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geht es weiter Schlag auf Schlag. Gestern Abend waren die Eisbären Berlin noch in Bremerhaven im Einsatz und gewannen mit 4:1, morgen Abend geht es in der heimischen Arena am Ostbahnhof bereits weiter. Ab 19:30 Uhr ist dann die Düsseldorfer EG zu Gast. Das zweite Doppelheimspiel-Wochenende in Folge rundet der DEL-Klassiker am Sonntagabend gegen die Adler Mannheim ab, welcher um 17:00 Uhr beginnt. 

Und die Hauptstädter sind aktuell gut in Form, haben die letzten vier Ligaspiele in Folge gewonnen und stehen mit 48 Punkten und nur einem Zähler Rückstand auf Spitzenreiter München auf Platz Zwei der Tabelle. Dabei hat man spielerisch zuletzt nicht immer über die gesamte Spieldauer überzeugen können, was jedoch am Ende zählt, sind die Siege und die damit verbundenen Punkte, die die Mannschaft einfährt. Am Wochenende soll die Siegesserie weiter ausgebaut werden, einfach wird das aber natürlich nicht werden. Gerade gegen den morgigen Gegner Düsseldorf, der zur Zeit gut in Form ist. Chefcoach Uwe Krupp im Vorfeld der Partie gegen die DEG (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 23.11.2017):

Düsseldorf kommt in guter Form und mit dem Rückenwind von 3 Siegen in Folge nach Berlin. Unsere Mannschaft ist gut aus der Deutschlandcup-Pause gekommen und ich erwarte ein intensives und hartumkämpftes Spiel.

In der Tat ist die Mannschaft von Coach Mike Pellegrims derzeit richtig gut drauf, hat alle drei Spiele nach der Länderspielpause gewonnen und sich auf Platz Zehn in der Tabelle verbessert. Was vor allem überrascht, ist die Tor-Bilanz in diesen drei Spielen, denn 12:4-Tore ist richtig stark und sollte den Eisbären Warnung genug sein, dass es keinesfalls einfach werden wird gegen die Rheinländer. Aber gegen Düsseldorf spielen die Berliner eigentlich sehr gerne, gewannen sechs der letzten sieben Heimspiele. Die einzige Niederlage in diesem Zeitraum hatte es allerdings in sich, denn da setzte es eine 2:7-Klatsche. In dieser Saison gewannen die Berliner das erste Duell im ISS-Dome mit 4:2.

Während Düsseldorf zurzeit sehr formstark ist, sind die Adler Mannheim formschwach, verloren die Kurpfälzer doch alle drei Spiele nach der Länderspielpause bei 3:11-Toren. Da merkt man auch schon, woran es derzeit bei den Adler u.a. hapert. Sie sind aktuell nicht torgefährlich, nur drei Tore in drei Spielen sind einer Mannschaft wie Mannheim nicht würdig. Schaut man auf die letzten sechs Spiele zurück, hat Mannheim nie mehr als zwei Tore erzielt und insgesamt nur sieben Tore erzielt. Allerdings reichten vier Tore vor der Pause für drei Siege in drei Spielen, nach der Pause holte man nicht einen Punkt. In Berlin hat Mannheim nur eins der letzten acht Gastspiele gewonnen, dieser Sieg gelang ihnen aber beim ersten Aufeinandertreffen in der Hauptstadt in dieser Saison, als sich die Mannheimer mit 4:3 durch setzten. 

An der Personal-Front gibt es keine Neuigkeiten zu vermelden, heißt also, dass am Wochenende wohl erneut Frank Hördler, Constantin Braun, Thomas Oppenheimer, André Rankel und Louis-Marc-Aubry fehlen werden. Immerhin sind keine neuen verletzten Spieler hinzugekommen. Hoffen wir mal, dass das am Wochenende auch so bleiben wird.

Der Kader der Eisbären Berlin für das Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG am 24.11.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Maximilian Adam, Nick Petersen, Charlie Jahnke, Jamie MacQueen, Florian Busch, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Louis-Marc Aubry (Fingerfraktur), Thomas Oppenheimer (Fuß), Frank Hördler, André Rankel (beide Unterkörper), Vincent Hessler, Constantin Braun

Uwe Krupp: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“

Niederlagen gegen den Erzrivalen sind nie schön, aber trotzdem kann man heute mit der Leistung der Eisbären Berlin gegen die Adler Mannheim sehr zufrieden sein. Denn am Ende war Mannheim halt einfach das effektivere Team und vor dem Tor eiskalt, was auch Thomas Oppenheimer nach der Partie sagte:

Mannheim hat einfach ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Sie haben hinten gut gestanden und die Chancen, die sie hatten, eiskalt ausgenutzt. Aber ich denke trotzdem, dass wir erhobenen Hauptes hier raus gehen können, weil wir ein gutes Spiel gemacht haben.

Natürlich wissen auch die Spieler, dass der Start nicht der beste war, man danach aber sehr gut zurück ins Spiel gefunden hat. Sah Nick Petersen genauso:

Wir haben vieles heute richtig gemacht. Mannheim hat den besseren Start erwischt. Aber wir konnten danach ein Comeback starten. Daraufhin hatten wir unsere Chancen, welche wir aber nicht nutzen konnten. 

(Foto: eisbaerlin.de/walker)

Was in dieser Saison auffällt: Die Eisbären haben bisher drei Spiele in dieser Saison verloren und jedes Mal vier Gegentore kassiert. Folglich daher das Statement von Uwe Krupp nach dem Spiel auf der Pressekonferenz:

Fakt ist, wenn du vier Tore zulässt, ist es schwer, Punkte zu gewinnen. Aber insgesamt gesehen kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben das gemacht, was man gegen Mannheim machen muss. Wir wollten Mannheim unter Druck setzen und viele Scheiben zum Tor bringen. Wir haben gutes Eishockey gespielt. Das Einzige, was nicht geklappt hat, ist das Ergebnis. Vielleicht hätten wir heute einen Punkt verdient gehabt. Beide Mannschaften haben gut gespielt, Mannheim hat gut verteidigt. Und Dennis Endras hat in den entscheidenden Momenten die Saves gemacht, was am Ende der Unterschied war. 

Matthias Plachta sagte nach dem Spiel, was das Ziel der Adler heute war:

Wir haben gegen Köln taktisch undiszipliniert gespielt. Unser Ziel war es daher gerade mit einem Stürmer weniger kompakt zu stehen, wenig zuzulassen und vorne eiskalt zuzuschlagen. Ich denke, das haben wir gut gemacht. 

Mannheims Coach Sean Simpson war natürlich sehr zufrieden mit dem Ausgang des Spiels:

Ich bin natürlich sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir haben eine gute Reaktion auf die Niederlage vom Freitag gezeigt. Wir haben ein sehr gutes Eishockeyspiel von beiden Seiten gesehen. 

 

3:4-Niederlage gegen den Erzrivalen: Starke Eisbären verlieren gegen effektive Adler

Ausgabe #6:

Es gibt Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), da musst du als Trainer überhaupt nichts zu deinen Spielern sagen, denn sie sind auch so schon hoch motiviert. So ein Spiel gegen den Erzrivalen zum Beispiel. Und genau so eins hatten wir heute Nachmittag in der Mercedes-Benz Arena, wo die Eisbären Berlin auf die Adler Mannheim trafen. Aber solche Spiele willst du als Spieler – und als Fan schon mal gar nicht – überhaupt nicht verlieren. Doch genau so eine bittere Niederlage mussten die Hausherren heute einstecken, hieß es doch vor 12.877 Zuschauern am Ende 3:4 (1:2,1:1,1:1). Dabei sahen die Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof eine sehr gute Eishockey-Partie, in der am Ende mit Mannheim die effektivere Mannschaft das Spiel gewann.

Die Eisbären auch heute wieder ohne Frank Hördler und Constantin Braun sowie die Kooperationsspieler, welche für Weißwasser im Einsatz waren. Im Tor kehrte Stammgoalie Petri Vehanen für den DEL-Kracher gegen Mannheim zurück.

Allen war klar gewesen, dass Mannheim auf Wiedergutmachung aus war. Zum einen wegen der 2:6-Klatsche vom Freitag auf eigenem Eis gegen Köln und zum anderen natürlich wegen des bitteren Viertelfinal-Aus in der letzten Saison in der eigenen Arena. Und daher starteten die Gäste aus der Kurpfalz auch äußerst engagiert ins Spiel und trafen gleich mit dem ersten Torschuss. Matthias Plachta kam über rechts ins Angriffsdrittel, passte im richtigen Moment rüber auf Marcel Goc, welcher Vehanen klasse verladen hatte und anschließend zum 0:1 einnetzte. Gespielt waren da ganze 28 Sekunden.
Und der nächste Schock für die Eisbären sollte nach genau vier Minuten folgen. Youngster Phil Hungerecker mit dem ersten Schuss, Vehanen konnte diesen parieren, doch Hungerecker kam erneut an die Scheibe, fuhr hinters Tor und schoss von dort aus Vehanen an den Rücken, wovon der Puck letztendlich über die Linie ging – 0:2 (4.).
Ein bitterer Auftakt für die Eisbären. Und die Hausherren taten sich danach im Spiel nach vorne sehr schwer, rannten zwar an, fanden aber keinen Weg an der kompakten Mannheimer Defensive vorbei.
Erst gegen Mitte des ersten Drittels wurde das Spiel der Eisbären zielstrebiger, da fanden sie dann auch endlich mal einen Weg durch die Defensive und kamen zu guten Abschlüssen. Und fünfeinhalb Minuten vor der ersten Drittelpause belohnten sich die Berliner dann auch für ihren Aufwand mit dem Anschlusstreffer. Schneller Angriff der Eisbären, Louis-Marc Aubry legte die Scheibe rüber zu Daniel Fischbuch, welcher kurz hoch schaute und dann trocken abzog und zum 1:2 traf (15.).
Auch in der Folge die Eisbären das ein oder andere Mal noch mal gefährlich vor Dennis Endras, aber der Adler-Goalie ließ keinen weiteren Gegentreffer zu.
Mannheim lauerte nur noch auf Konter, war damit aber nicht erfolgreich und somit stand es aus Berliner Sicht 1:2 nach 20 Minuten.

Im zweiten Drittel entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Die Eisbären hatten das Spiel nun im Griff und fuhren einen Angriff nach dem anderen. Ganze 68 Sekunden brauchten die Hauptstädter im Mitteldrittel nur, um den verdienten Ausgleich zu erzielen. Sean Backman kam mit viel Tempo über rechts ins Mannheimer Drittel, legte die Scheibe rüber zu Nick Petersen, welcher den Puck jedoch nicht mit dem Schläger sondern mit dem Schlittschuh über die Linie beförderte. Da aber keine Kickbewegung vorlag, war der Treffer regulär und es stand 2:2 (22.).
Danach die Eisbären zweimal mit der Chance, in Überzahl nachzulegen. Und sie spielten auch ein gutes Powerplay, fanden in ihre Formation und kamen zu Chancen. Aber André Rankel und Sean Backman vergaben die besten Möglichkeiten zur erstmaligen Führung an diesem Sonntagnachmittag.
Und was machten eigentlich die Kurpfälzer, die hier so stark ins Spiel gestartet waren? Sie zeigten, wie man effektiv Eishockey spielt. Chad Kolarik zog von der blauen Linie ab, vor dem Tor wurde die Scheibe noch abgefälscht und somit unhaltbar für Petri Vehanen – 2:3 (32.).
Der erneute Rückstand aus dem Nichts. Die Eisbären machten das Spiel und kamen zu Chancen, welche sie jedoch nicht nutzten, während Mannheim mit der gefühlt ersten Chance des zweiten Drittels das dritte Tor der Partie erzielte.
Danach war es aber eine ausgeglichene Partie, in der es nicht mehr so viele Torchancen gab. Aber eine nennenswerte Chance hatten die Adler dann doch noch. Drei Minuten vor der zweiten Pause spielte Devin Setoguchi die Scheibe zu Luke Adam, welcher nur seinen Schläger hin hielt und den Puck somit an den Pfosten lenkte. Glück für die Eisbären. So blieb es beim 2:3 aus Eisbären-Sicht nach 40 Minuten.

Im letzten Drittel merkte man den Gästen dann schon an, dass sie jetzt hinten sicher stehen wollten und nach vorne nur noch auf Konter lauerten. Die Eisbären hingegen waren bemüht, fanden aber zunächst keine Lücke in der Mannheimer Abwehr.
Eine Lücke fanden die Hausherren dann Mitte des letzten Drittels. Micki DuPont hatte abgezogen, doch sein Schuss ging rechts am Tor vorbei. Die Scheibe sprang aber aus Eisbären-Sicht so gut, dass sie links wieder auftauchte und dort lauerte James Sheppard, welcher die Gunst der Stunde nutzte und den Puck ins Tor beförderte – 3:3 (51.).
Der verdiente und längst überfällige Ausgleich für die Eisbären. Nur eine gute Minute später Powerplay für Mannheim und die zeigten dann mal wieder, wie eiskalt sie heute vor dem Tor agierten. Ganze sieben Sekunden dauerte das Überzahlspiel nur, Daniel Sparre mit dem Zuspiel auf David Wolf, welcher abzog. Garrett Festerling stand vor dem Tor der Eisbären und fälschte die schwarze Hartgummischeibe unhaltbar für Vehanen ab – 3:4 (52.).
Die direkte Antwort der Mannheimer auf den Ausgleich der Eisbären nach nur 62 Sekunden. Bitter für die Eisbären, die hier deutlich mehr für das Spiel taten als die Kurpfälzer. Zehn Sekunden nach dem Tor dann ein Powerplay für die Eisbären, aber auch dieses konnten sie nicht nutzen. Louis-Marc Aubry mit der besten Chance, aber er scheiterte am Pfosten.
Die Schlussphase war dann ein einziges Anrennen der Eisbären. Sie machten ordentlich Druck auf das Adler-Tor, Dennis Endras bekam jede Menge zu tun, erwies sich am Ende aber als „Turm in der Schlacht von Berlin“. Denn der deutsche Nationaltorhüter hielt in den letzten Minuten trotz bester Einschussmöglichkeiten für Berlin sein Tor sauber. Auch 43 Sekunden vor dem Ende war er mit der Fanghand zur Stelle, als Danny Richmond Sean Backman frei vor dem Tor sah, dieser aber in Endras seinen Meister fand. Mannheim rettete das 4:3 mit Glück und einem überragenden Dennis Endras über die Zeit.

So bitter kann Eishockey sein. Die Eisbären haben nach dem 0:2-Rückstand das Spiel dominiert, sich jede Menge Chancen erspielt und haben nie aufgegeben, während Mannheim nur selten was nach vorne machte. Aber mit diesen wenigen Angriffen, die Mannheim fuhr, waren sie eben leider erfolgreich. Das macht eine Spitzenmannschaft halt aus. Sie braucht nicht viele Chancen, um ein Tor zu erzielen. Mannheim hat sich vor dem Tor heute als eiskalt und effektiv erwiesen und sich somit die drei Punkte gesichert, welche sie aber in erster Linie Dennis Endras zu verdanken haben, denn der hielt seine Mannschaft am Ende mehrfach im Spiel.
Nur man kann den Eisbären keinen Vorwurf machen – mal abgesehen von dem Start der Partie. Doch danach haben sie sich stark zurück gekämpft und das Spiel klar dominiert. Nur hatte man vor dem Tor heute einfach kein Glück, man konnte bestmögliche Chancen nicht nutzen. Aber der Auftritt der Eisbären war dennoch sehr gut, weil sie nie aufsteckten, sich nicht von den Rückstanden haben aus der Ruhe bringen lassen und nach vorne sehr gutes Eishockey spielten. Am Ende fehlte eben nur die Krönung des Torerfolges und dem damit verbundenen Sieg gegen den Erzrivalen. Aber auch dieses Spiel hat einmal mehr gezeigt, dass diese Mannschaft bis zur letzten Sekunde kämpft und kein Spiel verloren gibt. Am Donnerstag in Ingolstadt hatten die Eisbären das bessere Ende, heute eben Mannheim.

Nach 69:32 Minuten: Charles Linglet schießt die Eisbären ins Playoff-Halbfinale!!!

Der Eishockey-Wahnsinn in der Hauptstadt geht weiter und erlebt mindestens vier neue Kapitel. Die Eisbären Berlin haben erstmals seit über drei Jahren und 15 Niederlagen in Serie bei den Adler Mannheim wieder gewonnen und sind damit ins Playoff-Halbfinale eingezogen, wo man nun ab Freitagabend auf Titelverteidiger Red Bull München trifft. Am Ende setzten sich unsere Jungs mit 2:1 (0:0,0:0,1:1/1:0) nach Verlängerung in der SAP-Arena durch und stürzten die Adler-Fans ins Tal der Tränen und schickten deren Mannschaft in die Sommerpause.

Im Line-up der Eisbären gab es im Vergleich zu Spiel Sechs eine Änderung. Jamie MacQueen wurde nach einem Check gegen Ryan MacMurchy nachträglich gesperrt. Für ihn rückte Barry Tallackson in den Kader, der damit sein erstes Playoff-Spiel absolvierte. Ansonsten blieb alles beim alten, also stand auch Petri Vehanen wieder im Berliner Tor.

Vom ersten Bully an nahm das siebte und entscheidende Playoff-Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften an Fahrt auf. Es ging hin und her, beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone. Die Eisbären kassierten durch Jonas Müller nach drei Minuten die erste Strafzeit der Partie, Mannheim fortan also in Überzahl. Doch das Penaltykilling der Eisbären stand gut, ließ nur drei nicht ganz ungefährliche Schüsse der Adler zu.
In der siebten Minute dann die erste gefährliche Aktion der Berliner. Konter der Eisbären, Querpass vor das Tor, wo Micki DuPont angerauscht kam, aber knapp scheiterte. Direkt im Gegenzug eine klasse Aktion von Luke Adam, der sich vor das Berliner Tor tankte, aber an Petri Vehanen scheiterte.
Fünf Minuten später Mathieu Carle mit einem Schuss von der rechten Seite, Petri Vehanen war jedoch mit einem klasse Stockhand-Save zur Stelle. Eine Minute später versuchte es Andrew Joudrey, Petri Vehanen sicherte die Scheibe im Nachfassen.
Auch drei Minuten vor der ersten Drittelpause noch einmal Chancen auf beiden Seiten. Zunächst probierte es Louis-Marc Aubry am kurzen Pfosten, doch Drew MacIntyre war zur Stelle. Dann zog Garrett Festerling von Rechtsaußen ab, Mirko Höfflin hielt die Kelle rein, doch Petri Vehanen war zur Stelle.
Für die letzte Aktion im ersten Drittel sorgten dann die Eisbären, aber Jonas Müller vergab zwei richtig gute Möglichkeiten. Vier Sekunden vor der ersten Drittelpause kassierte Mannheim die erste Strafe der Partie, die Eisbären also auch zu Beginn des Mitteldrittels in Überzahl.

Aber das Penaltykilling der Kurpfälzer leistete ganz starke Arbeit und so überstanden die Hausherren die Unterzahl schadlos.
In der 24. Spielminute fuhr Daniel Fischbuch alleine auf Drew MacIntyre zu, umkurvte ihn, aber der Adler-Goalie brachte den Eisbären-Stürmer zu Fall. Da hätte man durchaus eine Strafe bzw. einen Penalty geben können. Glück für Mannheim.
Zwei Minuten später Luke Adam mit dem Schuss von Rechtsaußen, Matthias Plachta fälschte die Scheibe vor dem Tor ab und machte den Schuss somit richtig gefährlich, doch die Scheibe ging knapp am Tor vorbei.
Fortan ging es hin und her, beide immer wieder mit Zug zum Tor. Die Intensität nahm mehr und mehr zu. Mitte des Spiels die nächste Strafe gegen die Eisbären, wieder war es Jonas Müller. Und Mannheim mit zwei Riesenchancen in Überzahl. Chad Kolarik kam zu leicht durch die Berliner Defensive, scheiterte aber am starken Petri Vehanen. Wenige Sekunden später Mathieu Carle mit der Chance, wieder war Vehanen zur Stelle und zu guter Letzt rettete Marcel Noebels in höchster Not. Da hatten diesmal die Eisbären großes Glück.
Danach ging es weiter in hohem Tempo hin und her, beide Mannschaften immer wieder mit guten Abschlüssen, aber ohne Torerfolg. Kurz vor der zweiten Drittelpause noch einmal eine Strafe gegen die Eisbären wegen Spielverzögerung durch Constantin Braun. Und Mannheim war durch Christoph Ullmann und Matthias Plachta durchaus gefährlich, aber es blieb beim 0:0 nach 40 Minuten.

Zu Beginn des letzten Drittels noch 22 Sekunden Powerplay für die Mannen von Chefcoach Sean Simpson. Aber das konnten die Kurpfälzer nicht nutzen. Aber wenige Augenblicke später zappelte die Scheibe dann doch im Berliner Tor. Die Mannheimer erkämpften die Scheibe im Mitteldrittel, Ronny Arendt zog ins Angriffsdrittel, spielte den Puck rüber zu Marcus Kink, welcher den Puck per Rückhand ins lange Eck schoss – 1:0 (42.).
Mannheim fortan die aktivere Mannschaft, die hier auf das zweite Tor drängten. Berlin versuchte zwar auch immer wieder nach vorne zu kommen, aber Mannheim stand äußerst kompakt hinten.
47 Minuten waren gespielt, da wurde Jamie Tardif im Slot angespielt und hatte die Riesenchance, doch Bruno Gervais fälschte die Scheibe im entscheidenden Moment ab. Und im Gegenzug sorgten die Eisbären für Schockstarre in der SAP-Arena. Micki DuPont brachte die Scheibe von der rechten Seite vor das Tor, wo ausgerechnet Barry Taalckson in seinem ersten Playoff-Spiel die Scheibe entscheidend abfälschte – 1:1 (48.). Der Treffer wurde aber erst nach Ansicht des Videobeweises gegeben.
Mitte des letzten Drittels kam Garrett Festerling an einen Abpraller im Slot, drehte sich kurz und zog ab, doch Petri Vehanen war zur Stelle. Weitere zwei Minuten später Mannheim mit dem Pass von hinter dem Tor in den Slot, wo Andrew Joudrey lauerte und die Riesenchance zur erneuten Führung hatte, aber erneut war dieser Teufelskerl Petri Vehanen zur Stelle.
Es ging weiter hin und her, mit hohem Tempo und hoher Intensität. Es blieb weiterhin eine hart umkämpfte Partie. Und fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit Mannheim noch einmal mit einem Powerplay, in welchem sie brandgefährlich waren. Danny Richmond mit dem Pass in den Slot, wo Brent Raedeke abzog, aber wieder war Petri Vehanen mit einem Wahnsinns-Save zur Stelle. Dann stürmte plötzlich André Rankel in Unterzahl alleine auf Drew MacIntyre zu, aber auch Mannheims Goalie mit einem Big Save.
Dank der beiden überragenden Torhüter blieb es bis zum Ende der regulären Spielzeit beim 1:1-Unentschieden. Erneut ging es also in die Verlängerung.

Und in dieser waren die Mannheimer zu Beginn die aktivere Mannschaft, sie hatten mehr Zug zum Tor und durch David Wolf (62.) und Luke Adam (66.) auch die ersten echten Chancen. Die Eisbären scheiterten in Person durch Kapitän André Rankel knapp an Drew MacIntyre. Doch wenig später kam der große Auftritt von Charles Linglet, der von Darin Olver auf die Reise geschickt wurde. Er entwischte einem Mannheimer Verteidiger und ließ am Ende auch Mannheims Torhüter keine Chance, als er die Scheibe rechts oben versenkte. Nach 69:32 Minuten war dieser Eishockey-Thriller, diese wahnsinnige Playoff-Serie entschieden. Während sich vor der Eisbären-Spielerbank eine Jubel-Traube bildete, schauten die Mannheimer Spieler und deren Fans geschockt auf die Eisfläche und konnten wahrscheinlich noch gar nicht realisieren, dass ihre Saison gerade vorbei war.

Aber am Ende dieser Viertelfinalserie, welche für uns Eisbären-Fans einen guten Ausgang genommen hat, muss so viel Zeit bleiben, um auch Fairness zu zeigen. Beide Mannschaften lieferten sich eine überragende Viertelfinalserie, beide machten beste Werbung für das deutsche Eishockey. Beide Mannschaften hätten es am Ende verdient gehabt, letztendlich hatten die Berliner das bessere Ende auf ihrer Seite. Hut ab vor den Adler Mannheim und ihrer Leistung im Viertelfinale und auch während der Hauptrunde.

Playoff-Endstand:

Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin 3:4 (4:3 n.V./3:6/3:2/1:6/3:1/3:4 n.V./1:2 n.V.)

 

Marcel Noebels: „Es war ein Marathon“

Marcel Noebels (Stürmer Eisbären Berlin/Doppelpack und Game-Winning-Goal gegen Mannheim):

Es war ein Marathon, definitiv. Langes Spiel, aber wirklich sehr, sehr gut gespielt in der Overtime. Vom Torhüter bis zum letzten Mann haben wir wirklich in der Overtime viel Druck gemacht, sahen viel frischer aus als erwartet. Ich fand auch, dass wir nach dem 3:3 wieder sehr konzentriert gespielt haben. Ich bin einfach nur froh, dass wir jetzt eine neue Chance auf Spiel Sieben und das Weiterkommen haben. Wir haben ein bisschen die Konzentration verloren nach dem 3:0. Es sah schon zu einfach und zu schön aus, wie es gelaufen ist. Da müssen wir nächstes Mal einfach cleverer sein.

Nick Petersen (Stürmer Eisbären Berlin/Doppelpack gegen Mannheim):

Wir sind gut ins Spiel gestartet, haben uns vielleicht dann etwas zurückgelehnt. Aber es hat Spaß gemacht, wir waren alle selbstbewusst und haben ziemlich Druck gemacht. Es war ein guter Sieg.

Frank Hördler (Verteidiger Eisbären Berlin):

Ich glaube, dadurch, dass wir in Straubing schon so lange gespielt haben, hatten wir schon eine gewisse Ruhe drin. Wir haben das sehr gut gespielt. Wir haben zurückhaltend gespielt, wir sind nicht alle nach vorne gerannt, wir hatten Geduld. Die sind zurück gekommen und hatten dann das Momentum auf ihrer Seite. Aber wir sind auch wieder zurück gekommen und haben das Spiel wieder an uns gerissen. Und ein Glück in der Overtime gewonnen.

Matthias Plachta (Stürmer Adler Mannheim/zwei Tore gegen Berlin):

Wir haben ein gutes Comeback bewiesen und am Ende leider ein bisschen unglücklich verloren. Wenn du so lange in der Overtime spielst, kommt es auf Kleinigkeiten an. Die Unterzahl haben wir diesmal nicht überstanden und dann verlierst du halt so ein Spiel.

100:28 Minuten Eishockey-Wahnsinn – Dienstag Showdown in Mannheim

Ausgabe #28:

Dieses Eishockey-Spiel werden die 14.008 Zuschauer, welche heute Nachmittag in der Mercedes-Benz Arena anwesend waren, wohl nicht so schnell vergessen. Was nach zehn Minuten nach einem weiteren souveränen Heimsieg aussah, endete am Ende in einem wahren Eishockey-Krimi, welcher zu Beginn der dritten Overtime nach insgesamt 100:28 Minuten sein Ende fand. Marcel Noebels erzwang mit seinem Treffer in der 101. Minute Spiel Sieben und schickte die Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim somit endgültig in den absoluten Showdown am Dienstagabend in der SAP-Arena (Bully: 20:00 Uhr).

Keine Änderungen im Line-up der Eisbären, Chefcoach Uwe Krupp vertraute also der selben Mannschaft, welche am Freitag Spiel Fünf in Mannheim verloren hatte.

Die Ausgangslage war klar. Berlin musste gewinnen, Mannheim konnte gewinnen, musste es aber nicht zwingend. Und die Partie begann aus Berliner Sicht hervorragend. Nick Petersen fuhr auf das Adler-Tor zu und konnte nur unfair gestoppt werden. Es gab Penalty für die Eisbären, welchen Petersen stark verwandelte. Er lief ganz locker und ruhig an, guckte den Mannheimer Goalie aus und versenkte die Scheibe rechts unten – 1:0 (3.).
Und die Eisbären machten weiterhin Druck und konnten in Überzahl (!) nachlegen. Im Nachsetzen versenkte Marcel Noebels die Scheibe zum 2:0 im Tor von Drew MacIntyre (7.).
Und nun waren die Eisbären richtig im Rausch, bei Mannheim flatterten die Nerven und sie waren zu undiszipliniert. Die Folge war eine doppelte Überzahl für die Eisbären, die sie auch noch ausnutzten. Nick Petersen zog ab und legte sein zweites Tor am heutigen Nachmittag nach – 3:0 (10.). Der Treffer wurde jedoch erst nach Ansicht des Videobeweises gegeben.
Was für ein bärenstarker Auftakt der Eisbären, die Mannheim hier schwindelig spielten. Mannheim war sichtlich frustriert und kassierte weiterhin Strafzeiten. Aber das folgende Powerplay konnten die Bären nicht nutzen, nahmen aber trotzdem eine scheinbar beruhigende 3:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Es war eine hart umkämpfte Partie zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und zu Beginn des zweiten Drittel die Eisbären weiterhin in doppelter Überzahl. Aber diesmal spielten sie es zu kompliziert, passten wieder zu viel und konnten nicht wirklich für Gefahr sorgen. Insgesamt hatte man fast dreieinhalb Minuten zu Beginn des Mitteldrittels Überzahl, erst doppelt, danach einfach. Aber diese Riesenchance zur Vorentscheidung konnte man nicht nutzen.
Dann aber mal die Mannheimer mit zwei Überzahlspielen in Folge. Das erste konnten die Adler nicht nutzen, das zweite dann aber schon. Carlo Colaiacovo zog von der blauen Linie ab und vor dem Tor lauerte Torjäger Chad Kolarik und fälschte die Scheibe unhaltbar für Petri Vehanen ab – 3:1 (29.).
Und dieses Tor gab den Kurpfälzern sichtlich Auftrieb. Mannheim machte hier nun gehörig Druck, setzten die Eisbären immer wieder in deren Drittel fest. Von den Eisbären kam im Mitteldrittel nicht mehr so viel nach vorne. Stattdessen lud man die Gäste mit unnötigen individuellen Fehler zu Chancen ein. Einen davon nutzte sie relativ schnell nach dem Anschlusstreffer zum zweiten Tor aus. Mal wieder war es Alex Roach, der die Scheibe nicht sauber aus dem eigenen Drittel spielen konnte, Matthias Plachta sagte „Danke“ und versenkte die Scheibe im Tor der Eisbären – 3:2 (31.).
Kurz darauf wieder ein Powerplay für die Eisbären, da unterlief ihnen jedoch der nächste haarsträubende Fehlpass und Matthias Plachta mit der großen Chance zum Ausgleich. Aber Petri Vehanen war hoch konzentriert und half seiner Mannschaft im Mitteldrittel mehrfach. Denn der Druck der Mannschaft von Sean Simpson nahm mehr und mehr zu, aber auch immer wieder luden die Eisbären mit unglaublichen Fehlern die Adler zu Chancen ein. Hätte man dahinten nicht den glänzend aufgelegten Petri Vehanen im Tor gehabt, hätte man schon längst nicht mehr geführt. Mit Hängen und Würgen rettete man sich in die zweite Drittelpause.

Im letzten Drittel entwickelte sich zu Beginn eine Partie, die hin und her ging, beide suchten immer wieder den Weg in die Offensive und versuchten sich Chancen zu erspielen. Mitte des letzten Drittels dann die nächste Strafzeit gegen die Eisbären und die folgende Überzahl nutzten die Mannheimer dann zum Ausgleich. Garrett Festerling sah Matthias Plachta im Slot stehen, spielte ihn an und der Torjäger erzielte sein zweites Tor an diesem Nachmittag – 3:3 (51.).
Unglaublich, Mannheim hatte hier tatsächlich ein 0:3 aufgeholt und ausgeglichen. Fortan war es ein Spiel auf des Messers Schneide, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das gegnerische Tor, aber überwinden konnte man die beiden Torhüter in der weiteren regulären Spielzeit nicht mehr und somit hieß es Verlängerung in Spiel Sechs.

Und in der ersten Verlängerung hatten beide Mannschaften immer wieder Phasen, wo sie sich festsetzen konnten und Chancen erspielten. Die Eisbären sogar mit der großen Chance, in Überzahl das Spiel zu entscheiden. Aber man spielte es einfach zu kompliziert, wobei man aber auch sagen muss, dass die Mannheimer Box sehr gut stand und es den Eisbären sehr schwer machte. Aber dennoch hätte man statt der vielen Pässe einfach mal den Abschluss suchen müssen, denn jeder Schuss zum Tor kann für Gefahr sorgen. Auch nach 80 Minuten stand es in der Arena am Ostbahnhof 3:3-Unentschieden.

Der Eis-Krimi ging in die zweite Verlängerung. Und diesmal waren es die Mannheimer, die ein Powerplay zugesprochen bekamen und in diesem für die Entscheidung hätten sorgen können. Aber auch hier gilt, dass die Abwehrarbeit der Eisbären sehr stark war und man somit die Unterzahl schadlos überstand. Fortan waren die Eisbären schon die Mannschaft, die den Sieg mehr wollte und mehr nach vorne investierte, ohne dabei jedoch Glück im Abschluss zu haben. Und hinten musste man trotzdem immer wieder aufpassen, denn ein Fehler hätte hier das Aus in der Serie bedeutet.
80 Sekunden vor dem ende der zweiten Verlängerung erneut eine Strafe gegen Mannheim. Also wieder die große Chance für die Eisbären, das Spiel hier zu entscheiden. Und die Eisbären versuchten auch in diesem Powerplay Druck aufzubauen, aber bis zum Ende der zweiten Verlängerung sollte ihnen nichts Gutes gelingen. Somit ging also auch die zweite Verlängerung torlos zu Ende.

Und wir machten mit der dritten Verlängerung weiter, wo die Eisbären noch 40 Sekunden in Überzahl agieren konnten. Frank Hördler spielte die Scheibe an der blauen Linie rüber zu Charles Linglet auf die rechte Seite, der fuhr ein paar Schritte und zog dann ab. Marcel Noebels fälschte entscheidend ab und sorgte somit nach 100:28 Minuten für die Entscheidung in diesem Eishockey-Krimi. Die Spieler jubelten erleichtert auf dem Eis und auf den Rängen brachen alle Dämme. Die Nerven der Fans waren sichtlich angespannt, am Ende brannte ein Riesen-Jubel über das 4:3 auf. Der Rest war Erleichterung pur und bei manchen Fans flossen sogar Freuden-Tränen. Eishockey-Herz, was willst du mehr. Vor allem, wenn das Spiel am Ende diesen Ausgang nimmt.

So langsam aber sicher haben sich die Nerven der Fans und auch der Spieler sicherlich wieder gelegt. Aber was war das bitte für eine Achterbahnfahrt der Gefühle? Da führst du nach zehn Minuten schon mit 3:0 und hast Mannheim bereits am Abgrund. Dann hast du zu Beginn des Mitteldrittels dreieinhalb Minuten Powerplay (auch doppeltes) und kannst für die Vorentscheidung sorgen. Aber die Jungs konnten das nicht nutzen und so brachte man Mannheim vor allem durch eigene unnötige Fehler wieder zurück in die Partie. Es sei an dieser Stelle nur Alex Roach sein erneuter Fehlpass erwähnt, der mal wieder zu einem Gegentor geführt hat. Korrigiert mich, falls ich falsch liege, aber Roach hat danach wohl die Quittung von Uwe Krupp bekommen. Denn auf dem Eis habe ich die Nummer Vier danach nicht mehr gesehen. Oder vielleicht habe ich ihn auch nur übersehen.
Man verspielte also ein 3:0 auf sehr leichtfertige Art und Weise und machte so einen mehr als angeschlagenen Gegner wieder stark. Aber dennoch war die Moral der Mannschaft nach dem bitteren Ausgleich im Schlussdrittel intakt, die Mannschaft zerbrach an dem Ausgleichstreffer nicht und kämpfte stattdessen mannschaftlich weiter. Am Ende hat man dank der großen Moral und dank des großen Kampfgeistes das Spiel doch noch gewonnen. Ein Spiel, welches man eigentlich schon nach zehn Minuten gewonnen hatte.

Nun kommt es also zum absoluten Showdown am Dienstagabend in Mannheim. Spiel Sieben in der Viertelfinalserie. Wenn man dort so auftritt, wie die ersten zehn Minuten heute, kann man den großen Coup schaffen. Leistet man sich jedoch wieder diese unnötigen Fehler wie heute in Drittel Zwei, wird es sehr schwer mit dem Halbfinal-Einzug. Aber eins werden wir auf jeden Fall sehen. Eine Eisbären-Mannschaft, die bis zum Umfallen kämpfen wird. Diese Viertelfinalserie bekommt das, was sie verdient – Spiel 7!

Playoff-Stand:

Eisbären Berlin vs. Adler Mannheim 3:3 (3:4 n.V./6:3/2:3/6:1/1:3/4:3 n.V.)