Vier Siege in Folge: Serge Aubin, Kai Wissmann und Eric Hördler erklären den Aufschwung der Eisbären Berlin

Die Eisbären Berlin haben bisher keine leichte Saison erlebt. Viele Verletzungen haben den Verlauf der Hauptrunde geprägt. Morgen endet die Hauptrunde der DEL-Saison 2025/2026 mit dem Heimspiel gegen Red Bull München. Die Berliner gehen dabei als Sechster in das Rennen um das letzte direkte Viertelfinalticket. Zwei Zähler beträgt der Vorsprung auf Konkurrent Bremerhaven, der mit dem sportlichen Absteiger Dresden jedoch die vermeintlich einfachere Aufgabe vor der Brust hat. Doch die Hauptstädter sind rechtzeitig zu den bevorstehenden Playoffs in Form gekommen und haben erstmals seit Mitte Oktober wieder vier Spiele am Stück gewonnen. Doch wie erklärt man sich beim Hauptstadtclub diesen Aufschwung? Trainer Serge Aubin hat die Antwort:

Wir halten das Spiel einfach und nicht zu kompliziert. Wir versuchen nicht zwangsläufig in jedem Shift ein Tor zu erzielen. Wir gehen sehr früh in den Forecheck, was sehr gut funktioniert. Wir nehmen dem Gegner Raum und Zeit weg. Zudem können wir mit vier vollen Reihen spielen.

Auch Kapitän Kai Wissmann betont, dass man zur Zeit viel einfacher spielt als davor:

Wir spielen ein bisschen einfacher durch die neutrale Zone und ein bisschen geradliniger nach vorne. Wir wollen unseren Forecheck nutzen, weil das eigentlich immer unsere Stärke war. Durch unseren harten Forecheck gehen wir dem Gegner immer auf die Nerven. Zudem sind wir eng am Mann und geben ihnen wenig Raum und Zeit. Ich denke, dass wir das seit der Pause sehr gut umsetzen.

Kapitän Kai Wissmann (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Pause ist ein gutes Stichwort. Seitdem haben die Eisbären fünf der sieben Spiele gewonnen und liegen in diesem Zeitraum auf Platz drei. Nur Straubing und München haben eine bessere Punkteausbeute als der Titelverteidiger. Für den Hauptstadtclub kam die Pause zum richtigen Zeitpunkt, wie Trainer Aubin verrät:

Die ganze Saison war von vielen Verletzungen geprägt. Von daher war es gut für die Jungs, mal weg zu kommen und sich nicht um Eishockey kümmern zu müssen. So kam man auf andere Gedanken und konnte auch mal die Stadt verlassen. Das war für alle wie ein Neustart. Wir wissen aber, dass noch viel auf uns wartet und wir noch besser spielen können.

Trainer Serge Aubin (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch der aktuelle Weg scheint der richtige zu sein. Denn der Spaß am Eishockey ist wieder zurück gekommen, wie Stürmer Eric Hördler sagt:

Zuletzt haben wir einfach und hart gespielt. Wir haben gezeigt, dass wir so noch spielen können. Diese Spiele haben wieder Spaß gemacht, weil wir wieder unser Hockey gespielt haben. Genauso müssen wir weiterspielen.

Gerade Hördler Junior und seine Reihe haben einen großen Anteil am Aufschwung. Zusammen mit Manuel Wiederer und Les Lancaster sorgte Eric Hördler zuletzt für Aufsehen auf dem Eis. Die Nummer 77 versucht das zu erklären:

Die Chemie zwischen uns ist sehr gut. Der Les ist ein brutaler Goalscorer geworden. Also ich habe noch nie so einen Verteidiger im Sturm gesehen. Das macht natürlich viel aus, wenn er da einen nach dem anderen einklinkt. Es macht brutal viel Spaß mit denen zusammenzuspielen. Wir spielen sehr einfach, arbeiten hart und daraus resultieren dann gute Ergebnisse.

Stürmer Eric Hördler (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Für Trainer Serge Aubin ergeben sich dadurch natürlich viel mehr Möglichkeiten im Spielverlauf:

Die Drei harmonieren sehr gut und haben eine gute Chemie. Les Lancaster macht einen fantastischen Job. Manuel Wiederer und Eric Hördler verstehen einfach ihre Rolle, die sie in dieser Reihe erfüllen. Eric hat gegen Mannheim einen wichtigen Beitrag zum 1:0 geleistet. Ich habe überhaupt keine Sorge, diese Reihe auf das Eis zu schicken. Das gibt mir mehr Möglichkeiten.

Zudem dürfte auch eine große Rolle spielen, dass das Trainerteam seine vier Reihen gefunden hat. Denn in den letzten Spielen wurde nicht mehr rotiert. Die Mannschaft spielt sich immer mehr in Playoff-Form und dürfte so wieder für jede Mannschaft ein sehr unbequemer Gegner werden. Die Eisbären Berlin sind bereit für das erste Endspiel der Saison gegen München. Mit einem Sieg würde man das direkte Viertelfinalticket buchen.

5:4 in Nürnberg! Die Eisbären gewinnen einen wilden Schlagabtausch und erobern Platz sechs

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #35:

Die Eisbären Berlin haben direkt nachgelegt und den zweiten Auswärtssieg in Serie eingefahren. Nach dem Sieg in Dresden feierten die Berliner heute einen knappen aber verdienten 5:4-Auswärtssieg bei den Nürnberg Ice Tigers. Durch die zeitgleiche Niederlage von Konkurrent Bremerhaven haben die Hauptstädter damit den sechsten Platz erobert, welcher zur direkten Viertelfinal-Qualifikation berechtigen würde.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste vor dem Spiel die nächste Hiobsbotschaft verkraften, denn Verteidiger Korbinian Geibel zog sich eine Schulterverletzung zu und wird diese Saison nicht mehr spielen können. Durch den Ausfall rückte Moritz Kretzschmar an die Seite von Adam Smith. Ansonsten ließ Aubin erstmals seit ewiger Zeit alles unverändert. Was bleibt ihm auch anderes übrig, bei der angespannten Personalsituation.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Die Eisbären wollten im Kampf um Platz sechs nachlegen, während die Franken um wichtige Punkte im Kampf um Platz zehn kämpften. Dementsprechend stand viel auf dem Spiel und zudem ist es ja auch möglich, dass sich beide Mannschaften in den Pre-Playoffs gegenüber stehen.

Sammelte in Nürnberg seinen ersten Scorerpunkt in der PENNY DEL ein: Moritz Kretzschmar (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Vom ersten Bully weg merkte man beiden Mannschaften an, was hier auf dem Spiel stand. Dementsprechend intensiv ging es zur Sache. Die Zweikämpfe waren hart umkämpft, auch nach dem Pfiff ging es immer rund. Beide Teams erspielten sich auch Chancen, konnten diese aber nicht verwerten. Was aber auch im ersten Drittel auffiel, waren die vielen Fehlpässe auf beiden Seiten. Dadurch entstand auch die ein oder andere Chance. Doch das torlose Unentschieden nach 20 Minuten war durchaus gerecht.

Traf in Nürnberg nach langer Zeit mal wieder für die Eisbären: Jean-Sébastien Dea (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel sollten dann aber endlich auch Tore fallen. Marcel Noebels eröffnete den Torreigen, in dem er seinen eigenen Abstauber verwertete – 1:0 (23.).
Doch Nürnbergs Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht raus, die Zuordnung passte nicht so ganz und Evan Barratt glich zum 1:1 aus (25.).
In diesem Tempo ging es weiter und nun waren es wieder die Berliner, die trafen. Jean-Sébastien Dea kam im Slot zum Abschluss und überwand Evan Fitzpatrick – 2:1 (26.). Beim Torjubel war die Erleichterung der Nummer 17 zu sehen. Vielleicht ist ja bei ihm jetzt der Knoten geplatzt.
Die Eisbären waren kurze Zeit später in Überzahl und auch dort konnte man treffen – man glaubt es kaum, aber die Tendenz ist dort durchaus leicht steigend. Yannick Veilleux war am Ende der Torschütze und sorgte für eine vermeintlich beruhigende Zwei-Tore-Führung.
Spoiler: Es sollte nie Ruhe in dieses Spiel kommen, woran die beiden Hauptschiedsrichter nicht ganz unbeteiligt waren. Die Eisbären hatten nämlich fortan drei Unterzahlspiele in Folge und gerade die letzte Strafzeit gegen Markus Niemeläinen war sehr fraglich. Während die Eisbären die ersten beiden Unterzahlspiele stark weg verteidigten und ohne Gegentor blieben, führte genau die Strafzeit gegen den Finnen zum Anschlusstreffer. Und auch der war sehr fraglich, denn Jonas Stettmer wurde da klar behindert. Cole Maier war am Ende der Nutznießer – 2:3 (39.). Danach war dieses wilde Drittel zu Ende.

Erzielte das wichtige vierte Tor für die Eisbären: Eric Hördler (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel bestimmten Nickligkeiten weiterhin das Spiel. Die Hauptschiedsrichter sorgten mit ihren merkwürdigen Pfiffen für einiges Unverständnis bei allen Beteiligten. Sportlich wurde es erst wieder in den letzten zehn Minuten, als die Youngsters in Erscheinung traten. Moritz Kretzschmar auf Eric Hördler und der düpierte Nürnbergs Goalie Fitzpatrick – 4:2 (52.). Der erste DEL-Scorerpunkt für Kretzschmar. Herzlichen Glückwunsch Moritz!
Die Entscheidung war das aber noch lange nicht, denn es stand den 7.672 Fans in der ausverkauften Nürnberger Arena eine wilde Schlussphase bevor. Zunächst spielte Owen Headrick einen Sahnepass auf Julius Karrer, welcher an der blauen Linie lauerte und Jonas Stettmer keine Chance ließ – 3:4 (57.).
Nürnberg hatte nun wieder Hoffnung und deren Trainer Mitch O´Keefe zog seinen Goalie vom Eis. Das nutzte Liam Kirk aber aus und erhöhte auf 5:3 (58.).
Als Nürnberg dann auch noch eine Strafzeit kassierte, dachten alle, dass das Spiel entschieden wäre. Aber Thomas Heigl wollte nicht aufgeben und verkürzte in Unterzahl auf 4:5 (59.).
Die Franken versuchten am Ende nochmal alles und warfen alles rein, am Ende retteten die Berliner aber das knappe 5:4 über die Zeit und sicherten sich drei extrem wichtige Punkte.
Offensiv wirkte es wieder sehr stark, was fünf Tore belegen. Denn diese erzielte man auch schon in Dresden und beim letzten Sieg gegen Iserlohn. Defensiv wackeln die Berliner aber nach wie vor und daran gilt es zu arbeiten, denn die nächsten drei Gegner haben es in sich. Es geht gegen Köln, Mannheim und München. Dort werden solche Fehler eiskalt bestraft. Der Ausfall von Geibel kommt da natürlich zur Unzeit, denn so wird die Personaldecke in der Defensive immer dünner.

5:3-Auswärtssieg in Schwenningen: Ein Abend der Rekorde und Meilensteine

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings mit 5:3 (2:0,2:1,1:2) gewonnen und üben somit weiter Druck auf Bremerhaven auf Platz sechs aus. Offensiv war es ein starkes Spiel der Eisbären, welche aber in den nächsten Spielen dringend von der Strafbank fernbleiben müssen, denn alle Gegentore kassierte man heute in Unterzahl. Von daher ein Auftritt, auf dem man aufbauen kann, aber auch die richtigen Lehren ziehen muss.

Alle hofften auf das lang ersehnte Comeback von Kapitän Kai Wissmann, der von Bundestrainer Harold Kreis für den Olympia-Kader nominiert wurde. Doch Wissmann stand nicht im Line-up von Eisbären-Trainer Serge Aubin. Dafür kehrte Adam Smith in den Kader zurück, während Norwin Panocha und Jake Hildebrand aus dem Kader raus rotierten.
Während in der Defensive Markus Niemeläinen und Mitch Reinke erneut zusammen verteidigten, bekam Jonas Müller Eric Mik an die Seite und Rückkehrer Smith spielte zusammen mit Korbinian Geibel.
In der Offensive blieben die Reihen Kirk-Pföderl-Ronning sowie Noebels-Byron-Tiffels zusammen. Lean Bergmann und Jean-Sébastien Dea stürmten heute zusammen mit Yannick Veilleux. Die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Andreas Eder und Les Lancaster. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei.
Jonas Stettmer stand im Tor, Anton Brandt nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Beide Teams trafen heute zum letzten Mal in der Hauptrunde aufeinander. Die ersten drei Spiele waren sehr eng. Nachdem Schwenningen das erste Spiel in der Hauptstadt gewann (2:1), gewannen die Eisbären die beiden folgenden Spiele. In Schwenningen setzte man sich mit 4:3 n.V. durch, das zweite Duell in der Hauptstadt gewann man mit 2:0.
Die Eisbären benötigten dringend Punkte im Kampf um Platz sechs, während die Wild Wings die Punkte im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze brauchten. Und mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger würden die Gastgeber bis auf sieben Punkte an die Berliner heran rücken.

Traf auch im zehnten Spiel in Folge und stellte somit den Rekord von Steve Walker ein: Liam Kirk (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Anfang in der Helios-Arena war durch viele Unterbrechungen noch recht zerfahren. Den Hausherren gehörte im weiteren Spielverlauf das erste Powerplay, so wirklich gefährlich wurde es aber nicht. Gefährlich wurde es aber, als die Kirk-Reihe auf dem Eis war. Und natürlich wurde der Wechsel mit einem Tor belohnt. Liam Kirk trifft somit auch im zehnten Spiel in Serie – 1:0 (10.). Damit stellte er den Vereinsrekord von Eisbären-Legende und SERC-Trainer Steve Walker ein. Herzlichen Glückwunsch, Liam!
Nur 34 Sekunden später setzte sich Les Lancaster überragend per Spin-o-rama auf der linken Seite durch und spielte die Scheibe in den Slot, wo Korbinian Geibel stand und zum 2:0 traf (10.). Ein Doppelschlag der Eisbären, welcher Schwenningen weh tat.
Die Gastgeber versuchten aber darauf zu reagieren, doch die Defensive der Eisbären machte es ihnen enorm schwer. Als Tylor Spink jedoch die Lücke fand, stand den Wild Wings die Latte im Weg. Wenig später hatte Boasz Bassen die nächste dicke Chance für Schwenningen. Der Anschlusstreffer wäre mittlerweile vollkommen verdient gewesen.
Im zweiten Powerplay hatten die Wild Wings weitere gute Chancen, aber Jonas Stettmer und Adam Smith verwehrten ihnen weiterhin das Erfolgserlebnis. Letzter wischte die Scheibe mit der Hand kurz vor der Torlinie weg.
So führten eiskalte und effektive Eisbären nach den ersten 20 Minuten mit 2:0 bei glücklosen aber starken Wild Wings.

Erzielte in Schwenningen seinen zweiten Saisontreffer: Eric Hördler (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel hatten die Berliner ihr erstes Powerplay und nach feinem Pass von Freddy Tiffels hatte Marcel Noebels die dicke Chance zum 3:0, aber Joacim Eriksson mit einem überragenden Save, der den dritten Gegentreffer gerade noch verhindern konnte. Wenig später war er aber beim Onetimer von Leo Pföderl machtlos – 3:0 (27.). Powerplytor!!!
Die Eisbären liebten heute Doppelschläge, denn auch dem dritten Treffer folgte blitzschnell der vierte. Diesmal ging es sogar drei Sekunden schneller und dauerte nur 31 Sekunden, ehe Eric Hördler auf 4:0 stellte.
Schwenningen blieb auch in der Folge glücklos vor dem Tor. Ein weiteres Powerplay blieb ungenutzt, während die Berliner in diesem beinahe den Shorthander erzielt hätten. Der Pfosten rettete aber für die Hausherren.
Trotz der souveränen 4:0-Führung ließen die Eisbären aber nicht locker und setzten Schwenningen immer wieder im eigenen Drittel fest. Man hatte aus vergangenen Spielen gelernt, als man nach Führungen immer zu passiv wurde und so am Ende noch Punkte verschenkte.
In der Schlussphase war Mirko Höfflin frei durch, doch auch er bekam die Scheibe nicht an Jonas Stettmer vorbei. Während bei den Eisbären vorne nahezu alles klappte, blieben die Wild Wings vorm Berliner Tor glücklos.
Bis 5,7 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels, da gelang Alexander Karachun der Anschlusstreffer in Überzahl zum 4:1. Jonas Stettmer blieb leider hängen und kam nicht mehr rechtzeitig in Position. Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Scorte zum 500. Mal im Trikot der Eisbären Berlin: Marcel Noebels (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Die große Frage war nun natürlich, ob Schwenningen jetzt die Aufholjagd starten würde. Die Antwort gab es nach 49 Sekunden. Markus Niemeläinen mit dem Pass vor das Tor, wo Marcel Noebels sein Arbeitsgerät in den Schuss hielt und auf 5:1 stellte. Der 500. Scorerpunkt für die Nummer 92 im Trikot der Eisbären Berlin. Damit ist er erst der vierte Spieler in der Vereinshistorie, dem dieser Meilenstein gelingt. Die anderen drei Spieler sind Steve Walker, André Rankel und Sven Felski.
Liam Kirk hätte in der Folge beinahe das halbe Dutzend voll gemacht, aber der Brite zielte zu genau und traf nur das Lattenkreuz. Etwas genauer zielten die dann Tim Gettinger, der im Schwenninger Powerplay auf 5:2 verkürzte. Und dieser Treffer war auch verdient angesichts des starken Spiels der Wild Wings (49.).
Was in diesem Spiel überhaupt nicht passte, war die Disziplin im Spiel der Eisbären, denn man nahm deutlich zu viele Strafzeiten. Schwenningen war erneut ein Mann mehr und die beiden Treffer fielen schließlich in Überzahl. Und auch der dritte fiel im Powerplay, Alexander Karachun staubte vor dem Tor ab und sorgte hier wieder für Spannung – 5:3 (52.).
Schwenningen wollte nun natürlich mehr und wurde frenetisch von seinen Fans angefeuert. Die Eisbären mussten sich schleunigst wieder sammeln und konzentrieren. Zudem musste man sein Problem mit der Disziplin in den Griff bekommen.
Etwas mehr als drei Minuten vor dem Ende nahmen die Gastgeber ihre Auszeit und zogen Goalie Joacim Eriksson zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Sozusagen also wieder ein „Powerplay“ für die Wild Wings, wo natürlich Alarmstufe Rot angesagt war. Aber die Eisbären verteidigten dass gut zu Ende und sicherten sich somit den wichtigen Auswärtssieg und die drei Punkte.

3:4 n.P. gegen Köln: Nate Schnarr ärgert die Eisbären Berlin erneut

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #24:

Die Eisbären Berlin bleiben an diesem Wochenende sieglos. Gegen die Kölner Haie verlor man am Ende mit 3:4 n.P. und holte damit an diesem Wochenende nur einen Punkt. Zu wenig, wenn man die Top-5 angreifen will. Dabei wäre auch heute ein Sieg möglich gewesen, aber man vergab im zweiten Drittel ein doppeltes Powerplay, was am Ende zum Knackpunkt werden sollte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte nach langer Verletzungspause wieder auf Verteidiger Korbinian Geibel zurückgreifen. Er rückte an die Seite von Eric Mik. Die anderen beiden Verteidiger-Pärchen blieben unverändert. Norwin Panocha rotierte aus dem Sturm zurück in die Defensive und war siebter Verteidiger.
In der Offensive änderte Aubin die Offensivreihen ein wenig. Freddy Tiffels und Liam Kirk bekamen Blaine Byron als Center in die Reihe. Die Reihe um Leo Pföderl, Markus Vikingstad und Eric Hördler wurde komplett neu zusammengestellt. Manuel Wiederer kehrte in den Sturm zurück und bildete zusammen mit Andreas Eder und Lean Bergmann eine Reihe. Einzig die Reihe um Marcel Noebels, Yannick Veilleux und Jean-Sébastien Dea blieb zusammen. Matej Leden blieb daher kein Platz mehr im Line-up.
Im Tor stand heute Jonas Stettmer, während Jake Hildebrand eine Pause bekam.

Für die Eisbären war es die nächste schwere Aufgabe. Gegen Köln brauchte es einen perfekten Auftritt, wollte man die drei Punkte in Berlin behalten. Und vor allem musste man von der Strafbank fernbleiben, denn was passiert, wenn das nicht der Fall ist, hatte man beim Auswärtsspiel am Donnerstagabend in Ingolstadt gesehen, als man beim 5:8 vier Gegentreffer in Unterzahl kassierte. Gab es am vierten Advent ein versöhnliches Ende für die Eisbären oder beendete man dieses Wochenende mit der zweiten Niederlage?

Pure Erleichterung nach dem Tor zum 2:0 bei Blaine Byron. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Start verlief jedenfalls nach Maß. Keine drei Minuten waren gespielt, da hatte Eric Hördler Janne Juvonen zum ersten Mal an diesem Abend überwunden und damit sein erstes Saisontor erzielt – 1:0. Da hatte sich die Nummer 77 endlich belohnen können, denn Chancen hatte er sich in den 29 Spielen zuvor schon genügend erarbeitet. Glückwunsch, Eric!
Und die Eisbären machten direkt weiter, wollten Wiedergutmachung für die Niederlage in Ingolstadt betreiben. Blaine Byron erhöhte aus der Drehung auf 2:0 (7.).
Doch die Domstädter gaben nur 14 Sekunden später die schnelle Antwort. Eine Ex-Eisbären-Co-Produktion führte zum 2:1. Parker Tuomie traf auf Zuspiel von Dominik Bokk und Louis-Marc Aubry (7.). So ein wenig fühlte man sich direkt an Donnerstagabend erinnert, als die Berliner auch schnell mit 2:0 führten, Ingolstadt aber in weniger als vier Minuten das Spiel drehte und mit 3:2 führte. Aber statt Powerplay Köln hieß es hier nun Powerplay Eisbären, was ja durchaus eine große Baustelle in dieser Saison ist. Das sollte sich auch nicht in dieser Überzahl ändern.
Direkt danach hatte Liam Kirk die dicke Chance zum 3:1, doch er vergab seinen Penalty und scheiterte an Juvonen. Was für ein wilder Beginn in der Hauptstadt.
Danach beruhigte sich das Spiel aber auf beiden Seiten. Die Haie hatten in den letzten zwei Minuten ihr erstes Powerplay und da war nach Donnerstagabend Vorsicht geboten. Doch mehr als eine Chance durch Oliwer Kaski ließen die Eisbären nicht zu und führten somit nach 20 Minuten mit 2:1.

Die Partie zwischen den Eisbären und Köln wurde zunehmend ruppiger. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Mitteldrittel hatten die Domstädter ihr zweites Powerplay. Und auch in diesem wurde es gefährlich, Maximilian Kammerer scheiterte mit seinem Onetimer an Jonas Stettmer. Aber die Berliner überstanden auch die zweite Unterzahl der Partie ohne Gegentor.
Direkt danach hatten die Hausherren ihr zweites Powerplay und in diesem schlugen sie 20 Sekunden vor Ablauf eiskalt zu. Nach einer traumhaften Kombination war es Marcel Noebels, der auf 3:1 erhöhte (27.). Ausgerechnet Noebels, der nach übereinstimmenden Medienberichten bereits einen Vertrag bei den Kölner Haien für die kommende Saison unterschrieben hat.
Es blieb auch fortan eine hart umkämpfte Partie. Die Haie arbeiteten am Ausgleich, fanden aber keinen Weg an Jonas Stettmer vorbei. Gegen Ende wurde das Spiel auch zunehmend nickliger. Das führte zu einer doppelten Überzahl für die Eisbären. Aber dort spielte man es einfach zu ungenau und verpasste mehrfach den richtigen Moment zum Abschluss. So vergab man eine dicke Chance zur möglichen Vorentscheidung.
Die Gäste hatten zum Ende hin ihr viertes Powerplay und somit die Chance auf den Anschlusstreffer, sieben Sekunden vor Ablauf der Strafe gelang ihnen dieser auch. Natürlich traf mit Dominik Bokk erneut ein Ex-Eisbär. Statt mit einer beruhigenden 4:1-Führung ging es mit einer knappen 3:2-Führung in die Kabine.

Erzielte am 30. Spieltag endlich sein erstes Saisontor: Eric Hördler (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Damit war Spannung vorprogrammiert für das drittel Drittel. Die Partie blieb daher weiterhin hart umkämpft. Beide Mannschaften gingen keinem Zweikampf aus dem Weg. Köln machte Druck, traf aber auf eine kompakte Berliner Defensive, die wenig zuließ. Und wenn doch was durch kam, war Jonas Stettmer zur Stelle.
Vorne hatten die Eisbären auch ihre Chancen, die Partie vorzuentscheiden. Aber entweder ging die Scheibe am Tor vorbei oder wurde von Juvonen im Haie-Tor pariert.
Den Domstädtern lief fortan die Zeit davon und eine echte Schlussoffensive wollte nicht so richtig aufkommen. Brauchte es aber auch nicht, denn 5:22 Minuten vor dem Ende schlug ein Schuss von Nate Schnarr im langen Eck ein – 3:3 (55.).
Somit ging der DEL-Klassiker wieder von vorne los. Und Köln witterte hier jetzt die Chance, das Spiel komplett zu drehen und wollte direkt nachlegen. Aber Jonas Stettmer hatte etwas dagegen und hielt den Eisbären das Unentschieden fest.
In der Schlussphase schnupperten aber auch die Berliner nochmal am Siegtreffer, doch Janne Juvonen ließ sich kein viertes Mal überwinden. Somit ging es wie im ersten Aufeinandertreffen in Berlin in die Verlängerung.

Und in dieser bot sich den Eisbären in der Schlussphase die Riesenchance zur Entscheidung, denn man bekam ein Powerplay. Ex-Eisbär Aubry musste in die Kühlbox, Trainer Serge Aubin reagierte sofort und nahm seine Auszeit. Die Eisbären ließen die Scheibe laufen und hatten auch die dicke Chance, aber das Gestänge rettete für die Haie. Jonas Müller hatte abgezogen. Damit ging auch das zweite Duell beim Stand von 3:3 ins Penaltyschießen.

Beim ersten Duell hatten die Haie dank Nate Schnarr das bessere Ende auf ihrer Seite. Heute war es erneut Schnarr, der den Domstädtern den Zusatzpunkt sicherte. Er traf als einziger Schütze am heutigen Abend. Eine Niederlage, die man sich am Ende selbst zuzuschreiben hatte. Denn beim Stand von 3:1 vergab man eine doppelte Überzahl, stattdessen schlugen die Haie einen Moment später zu und verkürzten auf 3:2.

2:3 in Klagenfurt: Sebastian Dahm und Nick Petersen ärgern ihren Ex-Verein


Ein seltenes Gefühl für die Eisbären Berlin: Der deutsche Meister verlor am Samstagabend sein zweites Gruppenspiel in der Champions Hockey League (CHL) in Klagenfurt mit 2:3 (1:0,1:3,0:0). Das Spiel verloren die Eisbären im Mitteldrittel, als sie von ihrem Spiel abkamen und dafür sorgten, dass ihr Trainer mächtig sauer wurde. So bleiben die Berliner bei drei Punkten nach zwei Spielen in der neuen CHL-Saison.

Im Vergleich zum 3:0-Auftaktsieg bei Storhamar änderte Head Coach Serge Aubin sein Team nur auf einer Position. Jake Hildebrand bekam den Start, Jonas Stettmer nahm nach seinem Shutout in Norwegen als Back-up auf der Bank Platz. Alles andere blieb unverändert. Scheinbar hat Aubin sein Wunsch-Line-up gefunden.

Eric Hördler ist weiterhin in blendender Form, traf in Klagenfurt zum 1:0 und damit bereits zum dritten Mal inklusive der Vorbereitung. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Munterer Beginn in Klagenfurt und die Gastgeber hätten in der fünften Spielminute auch in Führung gehen können, aber Jake Hildebrand war mit einem starken Save zur Stelle. Die Partie war erwartungsgemäß sehr intensiv. Klagenfurt kam hoch motiviert aus der Kabine, schließlich hatte man etwas gutzumachen nach der Niederlage gegen Sparta Prag zum Auftakt. So wurde die Berliner Defensive ordentlich beschäftigt, verteidigte aber bis hierhin sehr stark.
Die beste Chance der Eisbären resultierte aus einem sehr starken Forecheck von Markus Vikingstad, der die Scheibe eroberte und Liam Kirk überließ, doch die Nummer 94 schoss knapp am Tor vorbei.
Zum Ende des ersten Drittels kam erstmals das Penalty Killing der Berliner zum Einsatz, welches erneut zu überzeugen wusste.
Eine Minute vor der Pause schlugen die Eisbären dann eiskalt zu. Starker Scheibengewinn von Yannick Veilleux an der Bande Eric Hördler sah die Scheibe, fuhr ihr entgegen und zog eiskalt ab – 1:0 (19.).

Erhielt heute den Vorzug vor Jonas Stettmer und war bei den drei Gegentoren chancenlos: Jake Hildebrand (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel gelang Klagenfurt dann der verdiente Ausgleich durch Ex-Eisbär Nick Petersen, welcher einen Querpass direkt nahm – 1:1 (24.). Gleich nach dem Treffer hatten die Rotjacken ein Powerplay und die große Chance, die Partie komplett zu drehen. Die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation aber zum Glück ohne Gegentor.
Doch dann Blaine Byron mit einem Riesenfehler, der zum 1:2 führte. Er kickte die Scheibe von der Bande in den Lauf von Mathias From und der ließ sich diese Chance nicht entgehen (29.). Die Eisbären fanden bisher nicht rein ins Mitteldrittel, während die Hausherren immer mehr Selbstvertrauen bekamen und die Berliner durch aggressives Forechecking vor erhebliche Probleme stellten.
Im Powerbreak hörte man deutlich, wie sauer Serge Aubin auf seine Mannschaft war und fragte, wo sein Team ist, welches schnell spielt. Und wie antwortet man auf so eine Standpauke vom Coach? Mit einem Powerplaytor durch Leo Pföderl zum 2:2 nach gerade einmal acht Sekunden in Überzahl (33.). Auch danach ein druckvolles Powerplay, doch ein weiterer Treffer sprang in dieser Phase nicht bei raus.
Kurz darauf die Gastgeber in Überzahl und nach einer feinen Kombination mit der erneuten Führung. Luka Gomboc mit dem 2:3 (37.). Plötzlich drückten die Rotjacken wieder und drängten die Eisbären ins eigene Drittel. Die Eisbären überstanden diese Phase und gingen anschließend mit einem 2:3-Rückstand in die Kabine.

War nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Trainer Serge Aubin (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Schlussdrittel begannen die Hauptstädter mit einem Mann mehr, aber Klagenfurt mit einem sehr starken Penalty Killing. Erst zum Ende Liam Kirk mit der dicken Chance, doch er traf nur den Pfosten.
Serge Aubin war weiterhin nicht zufrieden und fand, dass seine Mannschaft zu langsam spielte. Die Bemühung konnte man den Eisbären jedoch nicht absprechen.
Klagenfurt konzentrierte sich derweil auf die eigene Defensive und lauerte auf Konter. Einer wäre beinahe erfolgreich gewesen, aber auch From traf nur den Pfosten.
Den Eisbären fehlten fortan die zwingenden Ideen, um die Defensive der Gastgeber zu überwinden. Trainer Aubin versuchte durch Änderungen in den Reihen von außen einzuwirken. Eine Strafe gegen Yannick Veilleux in der Schlussphase verhinderte dann aber auch die Schlussoffensive der Berliner.
In den letzten zwei Minuten versuchten es die Eisbären ohne Goalie und mit sechs Mann, Liam Kirk hatte auch tatsächlich die dicke Chance zum 3:3, doch Ex-Eisbär Sebastian Dahm lenkte die Scheibe an den Pfosten. Glück für Klagenfurt, denn damit retteten sie das 3:2 über die Zeit. Am Ende wachten die Berliner zu spät auf, während sich die Hausherren den Sieg am Ende auch verdienten. Am kommenden Wochenende geht es dann mit zwei Heimspielen im altehrwürdigen Wellblechpalast weiter.

6:3-Sieg nach 2:3-Rückstand gegen Liberec! Andreas Eder glänzt mit zwei Toren beim Testspielsieg

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes Testspiel gegen Liberec mit 6:3 (1:0,1:2,4:1) gewonnen und dabei vor allem große Moral bewiesen. Elf Minuten vor Ende der Partie lagen die Berliner noch mit 2:3 hinten, drehten jedoch danach so richtig auf und feierten dank zweier Empty-Net-Goals einen deutlichen Sieg.

Die große Frage vor dem ersten Testspiel war natürlich, wie Trainer Serge Aubin auf die Verletzung von Kapitän Kai Wissmann reagieren würde. Die Antwort war Mitch Reinke, der an der Seite von Jonas Müller verteidigte. Die anderen Verteidiger-Pärchen waren Norwin Panocha und Adam Smith sowie Korbinian Geibel und Eric Mik. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei. Neben Wissmann fehlten auch Marco Nowak und Markus Niemeläinen.
In der Offensive durften erstmals seit dem fünften Finalspiel gegen Köln wieder Freddy Tiffels, Leo Pföderl und Ty Ronning als Sturmreihe über das Eis flitzen. Liam Kirk bekam die beiden Neuzugänge Markus Vikingstad und Andreas Eder an die Seite gestellt. Eric Hördler stürmte zusammen mit Blaine Byron und Yannick Veilleux. Die nominell vierte Reihe bildeten heute Maxim Schäfer, Manuel Wiederer und Lean Bergmann. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei. Marcel Noebels stand nicht im Kader.
Und im Tor bekam Jonas Stettmer der Vorzug vor Jake Hildebrand. Aber wie Torwarttrainer Sebastian Elwing während der Sommerpause bereits verlauten ließ, haben die Eisbären in dieser Saison zwei Nummer-1-Goalies.

Erzielte das erste Tor für die Eisbären Berlin in der Saisonvorbereitung 2025/26: Eric Hördler (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Intensiver Beginn von beiden Mannschaften. Liberec kam zunächst besser ins Spiel, die Eisbären kamen aber wenig später auch zu den ersten guten Abschlüssen. Nach einem erfolglosen ersten Powerplay klappte es dann aber bei einem Zwei-auf-eins Konter. Eric Hördler (Foto oben) mit dem ersten Tor in der Vorbereitung – 1:0 (8.).
Fortan war es weiterhin ein sehr munteres Spiel, Liberec wollte die schnelle Antwort geben, biss sich aber die Zähne an Jonas Stettmer aus. Dessen Vorderleute verteidigten aber auch sehr stark und machten die gefährlichen Räume zu. Die Eisbären wirkten im ersten Drittel äußerst konzentriert und perfekt vorbereitet auf Liberec, die bereits deutlich weiter waren in der Vorbereitung als die Berliner. Das half ihnen aber im ersten Drittel noch nicht, auch nicht im Powerplay zum Ende, welches die Hauptstädter ohne Gegentor überstanden und so die 1:0-Führung mit in die Kabine nahmen.

Andreas Eder traf direkt in seinem ersten Spiel zweimal für die Eisbären Berlin. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel bot weiterhin ein hart umkämpftes Spiel. Torchancen gab es in der Anfangsphase jedoch nicht zu sehen. Das sollte sich im zweiten Powerplay der Tschechen ändern, als ihnen der verdiente Ausgleich zum 1:1 gelang (24.).
Liberec blieb auch danach die aktivere Mannschaft, hatte mehr Spielanteile und wollte die Partie komplett drehen. Im dritten Powerplay schnupperten die Tschechen auch an der Führung, aber Jonas Stettmer ließ sich kein zweites Mal überwinden.
Das sollte sich rund vier Minuten vor der zweiten Pause ändern, als Liberec frei zum Abschluss kam und auf 2:1 stellte (36.). Da stimmte die Zuordnung in der Berliner Defensive überhaupt nicht.
Aber die Eisbären hatten direkt eine Antwort parat und glichen durch das Premierentor von Andreas Eder (Foto oben) zum 2:2 aus (37.). Da war sie also wieder, die Berliner Effektivität der vergangenen Meisterjahre, denn viel für die Offensive hatte man im Mitteldrittel nicht getan. Doch am Ende zählt das, was auf der Anzeige steht und da stand es 2:2 nach 40 Minuten.

Blaine Byron erzielte am Ende das Game-Winning-Goal. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Das letzte Drittel blieb weiterhin intensiv. Beide Teams standen hinten sehr kompakt, weshalb Torchancen eher Mangelware waren. So brauchte es ein Powerplay, um wieder ein Tor zu erzielen. Liberec hatte einen Mann mehr auf dem Eis und nagelte die Scheibe in der 49. Spielminute ins Berliner Tor – 2:3.
Aber die Eisbären ließen sich auch davon nicht schocken und glichen durch Mitch Reinke zum 3:3 aus (51.).
In der Schlussphase machten die Hauptstädter enorm viel Druck und wollten das Spiel wieder zurück drehen. Die größte Chance dazu bot sich den Berlinern rund drei Minuten vor dem Ende des dritten Drittels, als man in Powerplay agieren konnte. Und Blaine Byron (Foto oben) stand dort, wo ein Torjäger zu stehen hat und staubte zum 4:3 ab (58.).
Liberec nahm daraufhin den Goalie aus dem Tor, was Andy Eder zum 5:3 und seinem zweiten Treffer an diesem Abend nutzte (58.). Was für ein Einstand unser neuen Nummer 43. Für den Schlusspunkt sorgte am Ende Yannick Veilleux mit dem nächsten Empty-Netter – 6:3 (60.).

Am Ende bewiesen die Eisbären Moral und schlugen jeweils postwendend nach den beiden Rückständen zurück. Man verfiel nach den Gegentoren nie in Hektik, blieb seinem Spiel treu und vertraute auf seine Stärken. Das wird auch Trainer Serge Aubin gesehen haben und die richtigen Schlüsse aus diesem am Ende starken Spiel ziehen.

Schon wieder 7:0! Die Eisbären Berlin demütigen die Kölner Haie ein weiteres Mal

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #56:

Finalspiel 4 (Stand: 1:3)

Die Eisbären Berlin sind nur noch einen Sieg vom erneuten Gewinn der deutschen Meisterschaft entfernt: Am Mittwochabend gewannen die Eisbären auch Spiel vier bei den Kölner Haien mit 7:0 (2:0,2:0,3:0) und sicherten sich damit die Matchpucks. Es fällt schwer, für diese Mannschaft noch irgendwelche Superlative zu finden. Zweimal in der Finalserie in Folge mit 7:0 zu gewinnen ist einfach unbeschreiblich. Ein Klassenunterschied wurde einmal mehr deutlich. Aber auch der Fakt, dass Köln einer Finalserie einfach unwürdig ist. So hart es klingt.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf Stürmer Zach Boychuk zurückgreifen, was zu Änderungen in der Offensive führte. Ty Ronning rückte wieder in die Reihe neben Leo Pföderl und Freddy Tiffels. Yannick Veilleux ging in die Reihe zu Gabriel Fontaine und Liam Kirk. Lean Bergmann, Blaine Byron und Eric Hördler blieben zusammen. Boychuk rückte in die vierte Reihe zu Marcel Noebels und Manuel Wiederer. Matej Leden war als 13. Stürmer im Line-up.
In der Defensive gab es keine Änderungen. Im Tor stand erneut Jake Hildebrand, während Jonas Stettmer als Back-up auf der Bank saß.

Köln war vor dem Spiel gefordert, eine Reaktion auf das Debakel in Spiel drei zu zeigen. Die Eisbären hingegen standen vor der Herausforderung, kühlen Kopf zu bewahren und das 7:0 am Ostermontag richtig einzuordnen. Wem gelang es besser?

Zweiter Final-Shutout in Folge: Jake Hildebrand (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Den Spielbeginn verpasste ein Großteil der Eisbären-Fans aufgrund eines Unfalles auf der Autobahn zwischen einem LKW und einem Bus. Glücklicherweise war kein Fan-Bus darin verwickelt und somit war es auch egal, ob man zu spät kommt oder wie ein anderer Bus erst zum letzten Drittel. Da freut man sich lieber daran, gesund in Köln angekommen zu sein. An dieser Stelle gute Besserung an die Verletzten und eine möglichst schnelle Genesung.
Als wir die Arena betraten lief gerade ein Powerplay für die Eisbären, nachdem Moritz Müller auf die Strafbank geschickt wurde. Doch nutzen konnten die Berliner das Überzahlspiel nicht, weil Köln stark verteidigte.
Es dauerte bis zur zehnten Minute, ehe die Eisbären das Tor-Festival starteten. Liam Kirk ließ Julius Hudacek keine Chance – 1:0 (10.).
Danach eine lustige Szene, denn Back-up Goalie Jonas Stettmer erhielt zwei Minuten wegen Behinderung. Er wollte halt auch am Spiel dran teilhaben, aber die Strafe ging natürlich in Ordnung. Doch die Haie konnten die Chance nicht nutzen und rannten so weiter dem Rückstand hinterher.
Beinahe hätte Ex-Eisbär Parker Tuomie ausgeglichen, doch er scheiterte und im Gegenzug zeigte Berlin, wie eiskalt diese Truppe ist. Lean Bergmann und Blaine Byron setzten Marcel Noebels in Szene und schon stand es 2:0 (16.).
Den Eisbären gelang also genau das, was sie sich vorgenommen hatten. Früh die Arena zum Schweigen zu bringen, denn der Rückstand war natürlich ein ordentlicher Dämpfer für die Haie. Die waren sichtlich bemüht, aber gegen diese Eisbären-Mannschaft musst du dir etwas ganz Besonderes einfallen lassen. So aber stand es nach dem ersten Drittel 2:0 für die Eisbären.

Liam Kirk traf doppelt in Köln. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Berliner ließen aber überhaupt nicht nach und drückten Köln immer wieder ins eigene Drittel. Selbst bei angezeigter Strafzeit wurde Köln festgespielt, die Scheibe lief wie am Schnürchen. Es war einfach herrlich, dieser Mannschaft beim spielen zuzuschauen. Und doch fehlte mir so ein wenig die Gegenwehr von Köln, aber die kam einfach nicht.
Manuel Wieder sorgte in der 27. Spielminute für das 3:0 und raubte wohl auch dem letzten Haie-Fan die Hoffnung auf den Serien-Ausgleich.
Auch fortan hatten die Eisbären weiterhin alles im Griff, spielten ein sensationelles Eishockey und machten deutlich, wer die Nummer eins in der DEL ist. Und zudem zauberte man dann auch noch die Scheiben ins Tor. Eric Hördler mit einer überragenden Vorarbeit für Byron und der netzte zum 4:0 ein (39.). Mehr passierte im Mitteldrittel nicht und auch heute kann man einfach nur ein Wort sagen: Machtdemonstration!

Eric Hördler mit einer überragenden Leistung und einem Tor sowie einem Assist. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Das Schlimme für Köln war, dass das Spiel noch nicht vorbei war. Und die Eisbären hatten richtig Bock heute. In der 42. Spielminute beruhigten sich dann auch die Nerven des Autors, denn endlich hatte Ty Ronning getroffen – 5:0 (42.). Das 27. Spiel in Folge mit mindestens einem Scorerpunkt. Ty, was sollen wir da noch sagen über dich? Wahrscheinlich gibt´s bald den MVP-Preis von der PENNY DEL für die Playoffs und von der Eishockey News bald wieder den Preis für den „Spieler des Monats“. Wer soll diesen unglaublichen Spieler denn stoppen? Ronning hat mehr als eine halbe Hauptrunde jetzt gepunktet. WAHNSINN!!!
Im Gästeblock lief längst die Party, aufs Eis wurde nur selten noch geguckt. Da konnte ja auch nichts mehr anbrennen. Und was machten eigentlich die Haie-Fans, die noch da waren? Denn einige Plätze blieben zum letzten Drittel leer. Man gewinnt und verliert mit seiner Mannschaft zusammen. Auch im Finale. Und man muss halt auch als Köln-Fan anerkennen, dass die Eisbären einfach einer Übermacht sind und Köln hoffnungslos unterlegen ist. Dennoch feierten die noch anwesenden Haie-Fans ihr Team für eine wirklich starke Saison, an deren Ende man mit Bremerhaven und Ingolstadt zwei Favoriten aus den Playoffs geworfen hat. Doch genau diese beiden Serien haben scheinbar zu viel Kraft gekostet, während die Eisbären weniger Spieler absolvieren mussten und zudem Kräfte sparen konnte.
Und die Eisbären kannten keine Gnade mit Köln, Liam Kirk mit dem 6:0 in der 57. Spielminute. 47 Sekunden vor dem Spielende gab es dann auch noch eine Co-Produktion der Youngsters Matej Leden und Eric Hördler, Letzterer sorgte für den 7:0-Endstand in Spiel vier (60.).

Dieses Team ist einfach unglaublich! (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Nun ist es also noch ein Schritt bis zur ersehnten elften Meisterschaft. Aber genau jener letzter Sieg ist immer der schwerste. Das wissen auch die Spieler, dass weiß das Trainerteam um Serge Aubin. Und dennoch fehlt mir der Glaube, dass sich die Eisbären das noch nehmen lassen. Sie haben ihr großes Ziel vor Augen und können dieses am Freitagabend auch noch zuhause vor den eigenen Fans erreichen. Dort, wo man letztmals vor zwölf Jahren eine Meisterschaft feiern konnte. Gegner damals? Die Kölner Haie! Nun kann sich Geschichte also wiederholen.
Und man kann gar nicht genügend Hüte vor dieser Mannschaft ziehen. Wie sie mit dem Schicksalsschlag von Tobi Eder umgegangen sind, verdient den aller größten Respekt. Die Jungs hätten danach in ein Loch fallen können und die Saison abschenken können – keiner hätte es ihnen übel genommen. Weil es am Ende eben nur Sport ist und es viel wichtigere Dinge auf der Welt gibt. Aber man hat aus dem Schicksal neue Kraft und Energie gezogen und will die Saison nun für und mit Tobi Eder zu Ende bringen. Ich bin mir sicher, Tobi sitzt oben auf seiner Wolke und kommt aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Er ist stolz auf seine Mitspieler und freut sich jetzt schon tierisch auf Freitagabend. Doch davor stehen noch 60 Minuten, in denen Köln noch einmal alles versuchen wird. Aber die Mission „Titel mit Tobi“ soll am Freitag zu Ende gebracht werden.

2:0 in Spiel zwei: Die nächste abgezockte Vorstellung der Eisbären – Ty Ronning stellt Uralt-Rekord ein

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #50:

Halbfinalspiel 2 (Stand: 0:2 )

Die Eisbären Berlin haben in der Halbfinalserie nachgelegt. Bei den Adler Mannheim gewann der Titelverteidiger Spiel zwei verdient mit 2:0 (0:0,2:0,0:0) und führt mit dem gleichen Ergebnis nun auch in der Halbfinalserie. Die Eisbären lieferten erneut eine sehr abgezockte und clevere Vorstellung ab. Defensiv verteidigte man mit enorm viel Leidenschaft, hatte aber auch einmal Glück, als Mannheim im Mitteldrittel nur die Latte traf. Vorne machte man im richtigen Moment die Tore. Am Ende spielte man das routiniert zu Ende.

Eisbären-Trainer Serge Aubin vertraute dem gleichen Line-up aus Spiel eins. Somit stand auch heute wieder Jake Hildebrand im Tor, während Linus Vieillard als Back-up auf der Bank Platz nahm. Jonas Stettmer war also erneut nicht fit und stand somit nicht im Kader.

Die Adler mussten heute eine Reaktion auf die Niederlage vom Dienstagabend zeigen. Aber das nicht nur, um die Serie auf 1:1 zu stellen. Nein, viel mehr auch für das Selbstvertrauen, denn vor dem heutigen Spiel hatten die Adler satte neun Spiele in Folge gegen den Erzrivalen verloren. Eine zehnte Niederlage wollte man unbedingt vermeiden. Der Unterstützung ihrer Fans waren sie sich bewusst, aber auch die Eisbären wurden zahlreich und vor allem lautstark unterstützt. Wer hatte heute das bessere Ende auf seiner Seite?

Die Eisbären-Spieler warfen sich gefühlt in jeden Schuss, der auf ihr Tor kam. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Hinein ins Spiel, in dem Mannheim wie erwartete druckvoll los legte und auch früh das erste Powerplay im Spiel hatte. Aber bereits im ersten Unterzahlspiel bekam man einen ersten Eindruck von der Leidenschaft, mit der die Eisbären das hier heute verteidigen würden.
Danach entwickelte sich eine rasante und sehr intensive Partie. Beide Mannschaften fuhren jeden Check zu Ende. Es ging rauf und runter, beide Teams hatten ihre Möglichkeiten, aber sowohl Arno Tiefensee als auch Jake Hildebrand ließen sich im ersten Drittel nicht überwinden. Trotz bester Chancen, aber da standen eben auch zwei überragende Goalies im Tor. So ging es torlos in die erste Drittelpause.

Er punktet und punktet und punktet: Ty Ronning hat den Uralt-Rekord von Peter Draisaitl eingestellt und auch im 21. Spiel in Folge gepunktet. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begann mit einer Choreo des Gästeblocks. Auch diese war wieder überragend – gefühlt war das jetzt fast in jedem Playoff-Spiel eine Choreo – Jungs und Mädels, ihr seid Weltklasse! Im Spiel mussten die Berliner auch im Mitteldrittel früh in Unterzahl ran, aber auch diese Unterzahl überstand man dank einer überragenden Leidenschaft in der Defensive ohne Gegentor.
Knapp vier Minuten waren gespielt, da hatten die Adler-Fans den Torschrei schon auf den Lippen, aber Reichel hatte zu genau gezielt und scheiterte an der Latte. Da hatten die Eisbären Glück, das muss man zugeben. Eine Führung hätte den Kurpfälzern vielleicht sogar mehr Selbstvertrauen gegeben.
Fortan erspielten sich aber die Eisbären richtig gute Chancen, auch Mannheim hatte noch welche, doch am Ende waren es die Eisbären, die den Druck in ein Tor ummünzten. Marcel Noebels auf Zuspiel von Leo Pföderl und Ty Ronning zum 1:0 (31.). Und damit war der Rekord von Peter Draisaitl eingestellt. Die Nummer neun punktete auch im 21. Spiel in Folge und greift am Sonntag nun nach der alleinigen Bestmarke. Glückwunsch Ty, was für eine Rekord-Saison des wieselflinken Stürmers!
Die Eisbären legten anschließend sogar noch nach und das nach einer überragenden Kombination von Manuel Wiederer, Ty Ronning und Eric Hördler. Der Youngster war am Ende der Nutznießer und stellte auf 2:0 (35.).
Die Hausherren waren in der Schlussphase auf der Suche nach einer Antwort. Die Bemühungen waren der Mannschaft von Trainer Dallas Eakins anzusehen, einzig fehlte es am nötigen Mittel, dieses Abwehr-Bollwerk zu knacken. So nahmen die Eisbären eine 2:0-Führung mit in die zweite Drittelpause und stellten die Hausherren vor eine enorm schwere Aufgabe in den letzten 20 Minuten.

Hoch die Hände! Eric Hördler jubelt über seinen Treffer zum 2:0. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Und wenn die Eisbären mit einer Führung ins letzte Drittel gehen, ist das fast die halbe Miete für den erfolgreichen Ausgang des Spiels. Die Adler hatten sich viel vorgenommen für das dritte Drittel, aber sie hatten vergessen, einen Plan zu schmieden, wie man Lücken in der Berliner Defensive aufreißen kann, um dann zum Torerfolg zu kommen. Egal, was Mannheim auch versuchte, die Schüsse wurden überragend geblockt und das gefühlt von jedem Spieler. Egal ob Verteidiger oder Stürmer. Jeder Spieler stellte sich in den Dienst der Mannschaft und unterstützte Goalie Jake Hildebrand.
Was mir persönlich auch noch auffiel und das, obwohl ich heute mal wieder im Gästeblock stand und nicht die optimale Sicht hatte wie sonst, wie viel die Spieler während des Spiels auf dem Eis miteinander kommunizierten. Da wurde genau drauf geachtet, dass die Spieler auf ihren Positionen standen und die Räume zu machten. Hut ab an die Mannschaft aber auch an das Trainerteam um Head Coach Serge Aubin, die ihre Mannschaft erneut perfekt auf dieses Spiel eingestellt haben. Es ist kein Wunder, dass Serge Aubin in der PENNY DEL noch keine einzige Playoff-Serie verloren hat. Die Gegner beißen sich an seinem Team und seiner Spielweise immer wieder die Zähne aus. Mannheim kann in dieser Serie ein Lied von singen.
Mannheim versuchte es am Ende natürlich noch ohne Torhüter, aber auch mit einem Mann mehr fanden die Mannheimer keinen Weg vorbei an Jake Hildebrand. Der Goalie feierte damit seinen ersten Shutout im erst zweiten Playoff-Spiel in dieser Saison. Ein Gegentor in zwei Spielen. Trainer Serge Aubin ist zu beneiden, denn er verfügt über das beste Goalie-Duo in der PENNY DEL. Im Viertelfinale zog Jonas Stettmer den Straubing Tigers den Zahn und derzeit macht Jake Hildebrand selbiges mit den Adler Mannheim.
Am Sonntag geht die Halbfinalserie in der Hauptstadt weiter und dann muss Mannheim bereits Lösungen präsentieren, sonst droht ein schnelles Aus gegen den Erzrivalen. Die Eisbären tun gut daran, an ihrem Gameplan festzuhalten und nur von Spiel zu Spiel zu denken. Damit hatte man bisher Erfolg.

5:4 n.P.! Lean Bergmann schießt die Eisbären Berlin zum Auswärtssieg bei den Adler Mannheim

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #44:

Die Eisbären Berlin haben das letzte Hauptrundenspiel der Saison 2024/2025 gewonnen. Am Ende setzte man sich beim Erzrivalen Adler Mannheim mit 5:4 n.P. (2:1,1:3,1:0/0:0,1:0) durch und holte sich damit genügend Selbstvertrauen für die am nächsten Sonntag beginnende Playoff-Viertelfinalserie. Am Ende war ausgerechnet Lean Bergmann der Matchwinner beim Erzrivalen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf Leo Pföderl zurückgreifen, dafür wurde Yannick Veilleux geschont. So kam es zu drei neuen Offensivreihen, während die Reihe um Freddy Tiffels, Gabriel Fontaine und Ty Ronning unverändert blieb. Pföderl rückte zurück in seine Reihe mit Marcel Noebels und Zach Boychuk. Eric Mik stürmte für Veilleux an der Seite von Liam Kirk und Lean Bergmann und Eric Hördler rotierte in die vierte Reihe neben Maxim Schäfer und Manuel Wiederer.
In der Defensive gab es lediglich im Tor eine Änderung. Jonas Stettmer startete, Linus Vieillard nahm als Back-up auf der Bank Platz. Ein Fingerzeig Richtung Playoffs, dass Jake Hildebrand nicht im Kader stand?

Während es für Mannheim noch um Heimrecht im Viertelfinale gegen München ging, war es für die Eisbären ein Spiel, in dem es zumindest tabellarisch gesehen um nichts ging. Und dennoch stand viel auf dem Spiel, denn Spiele gegen den Erzrivalen willst du immer gewinnen.

(Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären erwischten einen Traumstart und gingen nach nur vier Minuten durch Lean Bergmann in Führung – 1:0. Ausgerechnet Bergmann werden sie in Mannheim gedacht haben. Seit der letztjährigen Viertelfinalserie ist die Berliner Nummer zehn ja das Feindbild der Adler-Fans.
Mannheim wirkte keinesfalls geschockt und spielte munter nach vorne, aber im Abschluss fehlte es am nötigen Glück. Da auch die Eisbären immer wieder Angriffe fuhren, entwickelte sich ein munter Schlagabtausch in einer sehr hart umkämpften Partie.
Während die Hausherren das erste Powerplay noch ungenutzt ließen, klingelte es im zweiten. John Gilmour hatte die Lücke vorbei an Jonas Stettmer gefunden und zum verdienten 1:1 getroffen (15.).
Aber die Eisbären ließen sich davon nicht beeindrucken, hatte eine starke Phase, in der sie enorm viel Druck erzeugten und am Ende durch Eric Hördler die erneute Führung erzielten. Ein Tor des unbedingten Willens und Eric wird dieser Treffer besonders gut getan haben – 2:1 (18.). Mit diesem Spielstand ging es am Ende in die erste Drittelpause. Die Eisbären führten dank ihrer Effizienz in der Kurpfalz.

Jonas Stettmer hütete in Mannheim das Berliner Tor. Wird er das auch in den Playoffs tun? (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Ins Mitteldrittel fanden die Eisbären erneut gut rein und konnten durch Leo Pföderl auf 3:1 stellen (25.). Die Zwei-Tore-Führung für die Hauptstädter und kurz darauf ein Powerplay, aber man schaffte es nicht, auf drei Tore davon zu ziehen.
Danach folgte ein Bruch im Spiel der Eisbären und Mannheim zog das Momentum auf seine Seite. Mitte der Partie war es Kris Bennett, der die Hoffnung zurück in die SAP-Arena brachte – 2:3 (30.).
Nur kurze Zeit später belohnten sich die Mannheimer für ihre starke Leistung mit dem Ausgleich in Überzahl. Kristian Reichel war erfolgreich gewesen und der DEL-Klassiker ging von vorne los – 3:3 (31.).
Während die Eisbären zum Ende hin ein weiteres Powerplay ungenutzt ließen, nutzte Mannheim erneut ein Powerplay. Ausgerechnet Leon Gawanke brachte die Adler erstmals an diesem Abend in Führung – 4:3 (39.).
Die Eisbären hatten irgendwie den Faden verloren, während Mannheimer immer stärker wurde. Die Folge war die verdiente Pausenführung nach 40 Minuten.

Der Moment der Entscheidung: Lean Bergmann verwandelt den entscheidenden Penalty. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim kam wild entschlossen aus der Kabine und hatte direkt zwei dicke Chancen, aber Jonas Stettmer war stark zur Stelle. Danach ging es immer wieder hin und her, Mannheim wollte die Entscheidung erzwingen, scheiterte aber an Jonas Stettmer. Die Eisbären hingegen wollten ausgleichen, fanden aber keine Lücke in der Adler-Defensive.
Die Zeit lief für Mannheim, die Eisbären versuchten nochmal alles – Auszeit, Goalie raus. Und 23 Sekunden vor dem Ende war es Kapitän Kai Wissmann, der das Ufo zum schweigen brachte – 4:4 (60.). Es ging also in die Verlängerung, beide Teams sicherten sich einen Zähler und wollten am letzten Spieltag in der Hauptrunde nochmal den Fans etwas bieten.

Da in der Verlängerung auch keine Entscheidung fiel, sahen wir das letzte Penaltyschießen in dieser Saison. Keine Disziplin, welche die Eisbären wirklich gut beherrschten in dieser Hauptrunde. Aber heute, in Mannheim, da war es mal wieder an der Zeit, ein Penaltyschießen zu gewinnen. Es traf nur ein Spieler und wer konnte es nur sein? Natürlich! Lean Bergmann sorgte für den Auswärtssieg im Ufo und sorgte mal wieder für ein Pfeifkonzert. Am Ende freuten sich die Berliner über den Zusatzpunkt.

Das Spiel dürfte dem Trainerteam nochmal einige Erkenntnisse geliefert haben, woran man in der nächsten Woche vor dem Viertelfinalstart noch arbeiten muss. Die Konsequenz über 60 Minuten fehlt noch, die Defensive wirkte noch zu anfällig. Was aber mal wieder stimmte: Man fand erneut einen Weg, ein Spiel nach Rückstand zu gewinnen. Damit ist die Hauptrunde beendet und ab 16.03. beginnt endlich die geilste Zeit des Jahres. Der Gegner steht noch nicht fest. Straubing, Nürnberg oder Schwenningen werden dann zu Gast sein. Dann beginnt er, der Kampf um den elften Stern.

Eishockey-Fest in Berlin! Die Eisbären Berlin feiern einen 10:2-Kantersieg gegen die Düsseldorfer EG

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #38:

Was für ein Eishockeyabend: Die Eisbären Berlin haben das erste Heimspiel nach der Länderspielpause deutlich und hochverdient mit 10:2 (4:0,4:2,2:0) gegen die Düsseldorfer EG gewonnen. Dabei wurde ein Klassenunterschied deutlich. Man hat gesehen, wer um die deutsche Meisterschaft spielen wird und wer am Ende der Saison um den Klassenerhalt zittern muss. DEL-tauglich war heute jedenfalls nur eine Mannschaft.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up nur minimal. Neuzugang Adam Smith gab sein Debüt und verteidigte an der Seite von Markus Niemeläinen. Eric Mik rückte deshalb an die Seite von Korbinian Geibel, während Olivier Galipeau gar nicht im Kader stand. Ansonsten blieb sowohl in der Defensive als auch in der Offensive alles beim alten. Somit stand auch heute wieder Jonas Stettmer im Tor. Ein Fingerzeig Richtung Playoffs von Aubin?

Es war mal wieder ein Duell zwischen zwei Mannschaften, welche an unterschiedlichen Enden der DEL-Tabelle stehen. Während die Eisbären um die bestmögliche Ausgangsposition für die Playoffs kämpfen, geht es bei Düsseldorf um den Klassenerhalt. Die Rheinländer befinden sich mitten im Abstiegskampf und benötigen daher jeden einzelnen Punkt. Wer hatte heute das bessere Ende auf seiner Seite?

Erneut eröffnete Ty Ronning den Abend mit dem Tor zum 1:0. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

36 Sekunden hatte es gegen Nürnberg gedauert, heute waren es nur 34 Sekunden, ehe die Eisbären in Führung gingen. Und erneut war es Ty Ronning, der für das 1:0 sorgte und „Viva la Vida“ von Coldplay erklingen ließ. Schon wieder ein äußerst emotionaler Moment in Berlin. Tobi sein Lieblingssong erklingt übrigens jetzt immer nach dem ersten Eisbären-Tor – auf Wunsch der Mannschaft. Eine schöne Ehrung für die ehemalige Nummer 22.
Die Berliner dominierten die Anfangsphase gegen den Abstiegskandidaten aus dem Rheinland. Und die Hauptstädter waren auch die Mannschaft, welche zuerst in Überzahl ran durfte. Ex-Eisbär Bennet Roßmy wollte auch mal die andere Seite der Strafbank ausprobieren. Im Powerplay sind die Berliner das zweitbeste Team der Liga und das bewiesen sie auch. Liam Kirk schloss eine Kombination mit dem 2:0 ab (8.). Da hatte der Brite keine größeren Probleme, denn das Tor war halbleer.
Auch Eric Hördler hatte beim 3:0 keine Gegenwehr, denn er durfte alleine auf Henrik Haukeland zufahren und ließ dem DEG-Goalie keine Chance (12.). In der selben Minute legten die Eisbären sogar das 4:0 nach. Freddy Tiffels erhöhte nur 23 Sekunden später und verwandelte die Arena am Ostbahnhof in ein Tollhaus. Und oben im Himmel dürften Hartmut und Tobi strahlende Gesichter haben angesichts der Leistung des DEL-Rekordmeisters.
Hier der klare Rückstand für die DEG nach dem ersten Drittel und aus Bremerhaven gab es die nächste schlechte Nachricht, denn dort führte Iserlohn mit 2:0. Die Roosters sind einer von zwei Kontrahenten im Abstiegskampf. Bis hierhin ein gebrauchter Abend für den Traditionsverein.

Auch Eric Hördler (Mitte) durfte sich heute mal wieder in die Torschützenliste eintragen. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch heute folgten in der 22. Spielminute wieder die „Tobi Eder„-Gesänge. Er wird für immer unvergessen bleiben. Und exakt in die Gesänge hinein schraubten die Eisbären das Ergebnis auf 5:0 hoch. Geht es kitschiger? Nein! Korbinian Geibel hatte auf Zuspiel von Matej Leden und Maxim Schäfer getroffen. Für Leden war es zugleich der erste Scorerpunkt in der DEL. Heute klappte einfach alles.
Und die Eisbären hatten heute auch richtig Lust auf Eishockey und Tore. In der 27. Spielminute staubte Lean Bergmann erfolgreich ab und machte das halbe Dutzend voll – 6:0!
Düsseldorf bewies heute keine DEL-Tauglichkeit und das sollte die Verantwortlichen arg ins Grübeln bringen. Der DEL-Traditionsstandort steht mit so einer Leistung am Abgrund zur DEL2 und das sollte eigentlich jeden Eishockey-Fan traurig stimmen.
Aber die Eisbären kannten keine Gnade mit der DEG und legten das 7:0 nach. Immer wieder versuchten es die Berliner, am Ende war es Marcel Noebels, der Henrik Haukeland zum siebten Mal an diesem Abend überwinden konnte (33.). Düsseldorf mit einem eklatanten Defensivverhalten, Haukeland konnte einem leid tun. Unterstützung seiner Vorderleute suchte er vergebens.
Bei angezeigter Strafzeit durften dann aber auch mal die DEG-Fans im Gästeblock jubeln. Alexander Blank mit dem Anschlusstreffer – 7:1 (35.).
Doch das ließen die Eisbären nicht lange unbeantwortet. Ty Ronning mit dem 8:1 in einem völlig verrückten und einseitigen Spiel (36.). Danach war der Arbeitstag von Henrik Haukeland beendet, Ex-Eisbär Nikita Quapp kam für ihn ins Tor.
In der Schlussphase durfte dann wieder Düsseldorf jubeln, mit Laurin Braun traf ein Ex-Eisbär – 8:2 (38.). Heute durfte wirklich jeder mal ein Tor erzielen. Aber im zweiten Drittel war damit erstmal Feierabend. Die zweite Drittelpause war angesagt, in welche die Berliner mit großem Beifall verabschiedet wurden. Für die DEG gab es immerhin aus Bremerhaven gute Nachrichten, denn da hatten die Pinguins das Spiel inzwischen gedreht und führten mit 3:2.

Heute durfte jeder mal treffen: Marcel Noebels mit dem 7:0! (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von den Rängen hallte es zu Beginn des Schlussdrittels „Nur noch zwei„. Zwei Tore bis zum zweistelligen Ergebnis und angesichts der ersten 40 Minuten durfte man damit auch absolut rechnen. Denn die Eisbären hatten richtig Bock auf Eishockey, während Düsseldorf in alle Einzelteile zerfiel.
Aber das letzte Drittel bot eher wenig Highlights. Das Spiel plätscherte eher so vor sich hin. Bis zur 52. Spielminute, da konnten die Eisbären mal einen Angriff erfolgreich abschließen. Leo Pföderl erhöhte auf 9:2. Die Fans skandierten nun natürlich „Einer geht noch, einer geht noch rein„.
Was in Mannheim nicht klappte, klappte heute. Freddy Tiffels machte es zweistellig – 10:2 (57.). Eine Demontage der DEG und eine Wohltat für die Eisbären-Seele! Und natürlich war dieses Ergebnis auch für Tobi Eder! Der dürfte sich oben zusammen mit Hartmut ein paar Sieger-Bier gegönnt haben. Am Ende blieb es beim 10:2-Kantersieg gegen eine desaströse Düsseldorfer EG.