WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #28:

Neues Jahr, alte Gewohnheiten: Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen die Löwen Frankfurt mit 2:3 (1:0,0:2,1:1) verloren und damit die sechste Niederlage in den letzten sieben Spielen kassiert. Dabei enttäuschten die Eisbären einmal mehr auf ganzer Linie. Die pure Verunsicherung ist weiterhin zu spüren. Statt auf Platz sechs zu schauen, sollte man viel lieber nach unten schauen und die Pre-Playoffs sichern.
Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up nur minimal. Jonas Müller und Adam Smith sowie Korbinian Geibel und Eric Mik waren neue Verteidiger-Pärchen. Alles andere blieb unverändert.
Gab es heute eine Reaktion der Eisbären auf zuletzt fünf Niederlagen aus den letzten sechs Spielen? Die Zeit der vielen Worte ist vorbei, es werden nun Taten verlangt, will man wenigstens Platz sechs nach der Hauptrunde erreichen. Und vor allem will man endlich ein Team da unten auf dem Eis sehen, welches zusammen für den Erfolg kämpft. Man hat immer wieder die vielen Fehler im Spiel angesprochen, konnte sie aber bisher nicht abstellen. Startete das neue Jahr mit einem Sieg oder gab es erneut die Story von „und täglich grüßt das Murmeltier“?
Die gewöhnliche Einlaufshow fiel aus, weil die Eisbären den 70. Geburtstag von EHC-Legende Peter-John Lee gebührend feierten. Herzlichen Glückwunsch auch von uns, Pete! Und die Gratulanten auf dem Videowürfel ließen sich auch sehen: u.a. Jens Baxmann, Sven Felski, Campino, die DEL-Geschäftsstelle, Georg Friedrichs von der GASAG, Gerry Fleming und Craig Streu, Stefan Ustorf, Jason Dunham, Duanne Moeser und Larry Mitchell sowie Florian Busch.

Matej Leden brachte die Eisbären früh in Führung. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Keine drei Minuten waren gespielt, da beschenkten auch die Spieler Peter-John Lee mit dem Führungstor. Eric Mik hatte vom rechten Bullykreis abgezogen und Matej Leden entscheidend abgefälscht. Bereits sein zweites Saisontor.
Die Hessen meldeten sich erst nach rund sieben Minuten mit dem ersten gefährlichen Abschluss an. Doch Jake Hildebrand war hellwach und parierte den Schuss. Danach wirkte es für eine kurze Zeit wieder etwas wackelig in der Defensive, Frankfurt konnte das aber nicht nutzen.
Nach dem Powerbreak hatten die Berliner das erste Powerplay der Partie, wirkten in diesem auch sehr bemüht, aber um am Ende erfolgreich zu sein, fehlte noch ein ganzes Stück.
Während man offensiv durchaus bemüht war, für Gefahr zu sorgen, wirkte man in einigen Situation vor dem eigenen Tor wieder anfällig.
Kurz vor Ende des ersten Drittels durften die Frankfurter auch zum ersten Mal in Überzahl ran. Jake Hildebrand wurde auch mehrmals geprüft, hielt die Null aber bis zum Drittelende fest.

War mal wieder die ärmste Sau auf dem Eis: Jake Hildebrand (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Auch zu Beginn des zweiten Drittels wurden die Eisbären mehr im eigenen Drittel beschäftigt, als ihnen lieb war. Daher verwunderte der Ausgleich durch Maksim Matushkin auch nicht (26.). Der Verteidiger (!) hatte aber auch zu viel Platz beim Abschluss. Generell waren da alle Frankfurter frei.
Es sollte aber noch schlimmer kommen. Powerplay für die Hessen und Daniel Pfaffengut sorgte für die erstmalige Frankfurter Führung – 2:1 (28.).
Nun musste eine Reaktion der Eisbären kommen, aber diese kam nicht. Defensiv wirkte man weiterhin verunsichert, die Angriffe nach vorne wirkten ideenlos. Wenn es gefährlich wurde, dann vor dem Tor von Jake Hildebrand, der einem mal wieder nur Leid tun konnte.
Da auf dem Eis wenig Spannendes passierte, habe ich mir mal die Spielerbank der Eisbären angeschaut. Da war kaum eine Reaktion zu erkennen – weder bei den Spielern noch beim Trainerteam. Außer bei einem Icing-Pfiff. Das wirkt alles schon sehr merkwürdig gerade…
Und was kommt von der Hartmut-Nickel-Kurve? Lustige Wechselgesänge mit Frankfurt! Sorry, aber da unten läuft gerade so einiges schief und die Mannschaft könnte vielleicht mal einen Wachmacher von außen gebrauchen. Aber wem eine Fanfreundschaft wichtiger ist als der Erfolg der eigenen Mannschaft… Mit dem 1:2-Rückstand ging es in die zweite Drittelpause.

Liam Kirk traf auch gegen Frankfurt und bleibt die Lebensversicherung der Eisbären. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Auch zu Beginn des Schlussdrittels war keine Besserung in Sicht. Das Bemühen will ich der Mannschaft nicht absprechen, aber es fehlte einfach an allem vor dem Tor. Die Pässe kamen nicht an, der Schuss wurde im falschen Moment gesucht und wenn er doch rechtzeitig kam, war ein Frankfurter Spieler oder Goalie Mirko Pantkowski zur Stelle. Ein Mix aus Pech und Unvermögen.
Was aber gerade zu diesem Zeitpunkt der Saison und bei dem straffen Spielplan vor der Olympiapause große Sorgen bereitet. Und dann noch gegen den Tabellenvorletzten, dem man ansah, dass er hier um die Punkte kämpfte.
Als die Eisbären aber in Überzahl waren, gelang ihnen der Ausgleich. Und es konnte nur Liam Kirk sein, der trifft – 2:2 (48.). Der Brite wird mehr denn je zur Lebensversicherung der Eisbären.
Doch die Freude währte nicht lange, denn die Löwen fuhren den Konter, Matthew Wedman spielte die Scheibe quer rüber auf Jakob Lilja und der brachte die Hessen wieder in Führung – 2:3 (50.).
Nun waren die Hausherren wieder gefordert, wollten sie die Niederlage im ersten Spiel des neuen Jahres noch abwenden. Man lief zwar an, aber man fand einfach kein Mittel gegen die sehr kompakt stehende Abwehr der Frankfurter. Das wirkt aber halt alles sehr einfallslos, was die Jungs da unten auf dem Eis versuchen.
Trainer Serge Aubin versuchte derweil nochmal alles und zog seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Half aber auch alles nichts mehr. Frankfurt brachte das 3:2 über die Zeit und fügte den Eisbären die nächste schmerzvolle Niederlage zu.




































