WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #50:
Playoff-Finale-Endstand: 1:4 (3:7/1:5/1:5/4:3 n.V./1:4)

Was zum Jahreswechsel und auch zur Olympiapause noch unmöglich schien, ist am Ende doch Wirklichkeit geworden: Die Eisbären Berlin trotzten sämtlichen Verletzungspech und feierten nun doch noch ihre zwölfte deutsche Meisterschaft. Im fünften Finalspiel setzten sich die Hauptstädter mit 4:1 durch und sicherten sich damit zum dritten Mal in Folge die DEL-Meisterschaft. Eine, die das Prädikat Meisterstück erhält. Denn es war, neben 2012, die unerwartete Meisterschaft. Aber einmal mehr zeigte sich, dass die Eisbären eine echte Playoff-Mannschaft sind, gegen die es kaum möglich ist, vier Spiele in einer Serie zu gewinnen. Und gegen Serge Aubin kann man erst recht keine Playoff-Serie gewinnen, denn der Berliner Trainer feierte in seiner 15. Playoff-Serie mit den Eisbären den 15. Seriensieg. Was für unglaubliche Zahlen. Was für ein unglaublicher Trainer. Was für ein unglaubliches Team.
Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel vier am Donnerstagabend nur auf einer Position. Adam Smith und Mitch Reinke tauschten die Verteidigerpärchen. Smith verteidigte an der Seite von Jonas Müller, Reinke an der Seite von Niemeläinen. Alles andere blieb unverändert.
Die Ausgangslage war klar: Mannheim musste gewinnen, um Spiel sechs in der Hauptstadt zu erzwingen, während die Berliner heute den zweiten Matchpuck hatten, um die zwölfte deutsche Meisterschaft perfekt zu machen. Spielten die Kurpfälzer erneut den Party-Crasher oder sorgten die Eisbären für die Demütigung beim Erzrivalen? Denn wer will schon seinen Erzfeind in eigener Arena zusehen, wie er die Meisterschaft feiert.

Erzielte das wichtige 1:0 im ersten Drittel in Mannheim: Ty Ronning (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)
Ekstase in Mannheim, wo die Fans bereits vor dem ersten Bully alle standen. In der Kurpfalz waren die Adler-Fans heiß auf Finalspiel fünf. Und direkt war hier Feuer drin. Liam Kirk hatte die ersten beiden guten Abschlüsse, doch Zach Solow hatte die erste dicke Chance der Partie. Aber Jonas Stettmer blieb cool und fischte die Scheibe locker runter.
Die erwartete Mannheimer Drangphase blieb aus, weil die Eisbären den Spielaufbau der Adler durch ihr aggressives Forechecking früh störten. Dazu waren es die Mannen von Serge Aubin, welche hier dem 1:0 näher waren als die Hausherren. Diese hatten zwar auch ihre Abschlüsse, aber die der Eisbären waren in der ersten Phase des Spiels gefährlicher.
Danach entwickelte sich die erwartet hart umkämpfte Partie zwischen den beiden Erzrivalen. Den Adlern bot sich dann die erste Chance in Powerplay zu spielen, als Les Lancaster auf die Strafbank musste. Die Special Teams können in so einer Finalserie ein entscheidender Faktor sein. Und schon wurde es laut im Ufo, das muss man zugeben. Aber genauso schnell war es auch wieder ruhig, als man das erste Powerplay nicht nutzen konnte und sich beinahe noch den Shorthander gefangen hätte.
Eine Minute vor dem Ende des ersten Drittels wurde es dafür im Gästeblock laut. Freddy Tiffels eroberte ganz stark die Scheibe, brachte sie weiter zu Ty Ronning, welcher das wichtige 1:0 erzielte. Das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt für die Eisbären, denn diese Führung nahm der Titelverteidiger mit in die erste Drittelpause.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine überragende Vorstellung im Eisbären-Tor. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)
Der nächste Nackenschlag folgte unmittelbar nach Wiederbeginn. 77 Sekunden waren gespielt, da landete der Onetimer von Liam Kirk im leeren Adler-Tor – 2:0 (22.).
Mannheim hätte schnell eine Antwort finden können. Zweimal vergaben sie danach eine gute Chance, danach vertändelten sie ein Zwei-auf-null auf klägliche Weise. Die Eisbären waren wieder im Kopf der Kurpfälzer angekommen. Erst recht, als sie auch das nächste Unterzahlspiel ohne Gegentor überstanden.
Mannheim ließ aber nicht locker und hatte in dieser Phase für meinen Geschmack zu viele Spielanteile und Chancen, aber Jonas Stettmer bewarb sich mit Nachdruck für die MVP-Auszeichnung in den diesjährigen Playoffs. Die Eisbären liefen dem Spiel in diesen Momenten so ein wenig hinterher.
Das eine Zwei-Tore-Führung kein beruhigendes Polster ist, hatte man ja erst kürzlich in Spiel vier gesehen, als man am Ende noch eine 3:1-Führung verspielte. Und auch heute häuften sich in dieser Phase die Mannheimer Abschlüsse, doch bisher war kein vorbeikommen an Jonas Stettmer. Der Straubinger Junge wuchs einmal mehr über sich hinaus und wurde prompt von den eigenen Fans gefeiert.
Kurz vor der zweiten Drittelpause ließen die Eisbären dann aber die vermeintliche Vorentscheidung liegen und nahmen somit die 2:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Am Ende jubelten erneut die Eisbären Berlin. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)
Im Schlussdrittel blieb der zu erwartende Ansturm der Hausherren aus, weil die Eisbären das hinten gut verteidigten und selbst nach vorne spielten, um für die endgültige Entscheidung in dieser Finalserie zu sorgen. Man hatte aus der verspielten 3:1-Führung von Spiel vier gelernt.
Ty Ronning versteckte sich in den letzten Spielen zunehmend, heute war der kleine Wirbelwind aber wieder voll da. Es lief der 44. Spielminute, da hämmerte die Nummer neun die Scheibe zum zweiten Mal an diesem Nachmittag ins Tor und schraubte das Ergebnis auf 3:0 hoch.
Mit diesem Treffer hatte man hier den Stecker aus der SAP-Arena gezogen – zumindest bei den meisten Adler-Fans. Im Gästeblock hingegen fingen bereits die Vorbereitungen zur Meisterparty an. Auch bei den Fans hatte man während dieser Seuchen-Saison bei weitem nicht mit dem erneuten Gewinn der Meisterschaft gerechnet. Auch der Schreiberling selbst oder aber wir als Podcast-Team haben niemals damit gerechnet, weil uns schlichtweg die Überzeugung fehlte, wie diese Mannschaft das noch schaffen will. Lange Zeit war es ja auch mehr als fraglich, ob man es überhaupt direkt in die Playoffs schaffen würde oder man nicht doch den ungeliebten Umweg über die Pre-Playoffs hätte gehen müssen. Doch die Eisbären fanden genau zur richtigen Zeit ihre Top-Form und beendeten die Hauptrunde mit starken fünf Siegen in Serie. Damit hatte man ein erstes Zeichen im Vorfeld der Playoffs an die Konkurrenz gesendet. In den Playoffs erwiesen sich die Berliner dann mal wieder als das allseits gefürchtete Playoff-Monster, welches erst Straubing, dann Köln und am Ende schließlich auch noch den Erzrivalen Mannheim aus dem Weg räumte und sich so am Ende die zwölfte Meisterschaft schnappte.
Aber nochmal zurück zum heutigen Spiel, wo Mannheim am Ende nochmal alles versuchte und Dallas Eakins auch seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Doch die Eisbären verteidigten das mit enorm viel Leidenschaft zu Ende und wollten ihrem Meister-Goalie die Krönung des Shutouts im entscheidenden Finalspiel ermöglichen. Er selbst arbeitete auch selbst daran, als er einen Penalty von Luke Esposito hielt. Was hat der Junge für Nerven, unglaublich! Am Ende wurde es ein 4:1-Auswärtssieg (Eric Mik traf ins leere Mannheimer Tor/Marc Michaelis machte in Überzahl den Shutout von Jonas Stettmer kaputt), welcher der Startschuss für eine lange Partynacht werden sollte. Die Eisbären krönten sich auf dem Eis des Erzrivalen Adler Mannheim und holten die dritte Meisterschaft in Folge. Eine bittere Demütigung für die Kurpfälzer, welche aber neidlos anerkennen müssen, dass die Eisbären Berlin ihnen in Sachen DEL-Titeln immer mehr enteilen. Die Adler-Fans zeigten nach der Schlusssirene ihre hässliche Seite, als sie den neuen Deutschen Meister ausbuhten. Anstand wird in der Quadratestadt eben klein geschrieben…






























