

Die Eisbären Berlin konnten ihre Niederlagenserie auch am Mittwochabend nicht beenden. Am 7. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verlor der DEL-Rekordmeister mit 1:3 (0:2, 1:0, 0:1) bei der Düsseldorfer EG und kassierte somit die fünfte Niederlage in Folge. Durch die Niederlage beim Tabellenletzten Düsseldorf (!) rutschten die Eisbären auf den vorletzten Platz ab.
In meinem Vorschaubericht auf diese Partie hatte ich noch von der großen Chance für die DEG gesprochen. Die Chance war wohl nie so groß, die Eisbären schlagen zu können. Und die Rheinländer nutzten diese Chance natürlich aus. Sie holten gegen den amtierenden Meister tatsächlich den ersten Saisonsieg. Zwar spielte die DEG kein schön anzusehendes Eishockey, aber selbst das hat gegen die Berliner gereicht, um die drei Punkte im ISS-Dome zu behalten.
Dabei fing für die Mannen von Jeff Tomlinson eigentlich alles so gut an. In den ersten zehn Minuten stimmte die Zuordnung bei den Eisbären, sie zeigten sich in der Offensive immer wieder gefährlich. Von den Hausherren war bis dahin nicht viel zu sehen.
Doch diese zurückhaltende Spielweise gab die DEG so nach und nach auf und kam dadurch besser ins Spiel. Und als die DEG erstmals Druck auf die Eisbären ausübte, war es vorbei mit der Ordnung in der Berliner Spielweise. Es scheint in dieser Saison fast so wie eine Formel zu sein: „Bring die Eisbären unter Druck und du kannst sie besiegen“.
Die DEG nutzte die Unordnung im Berliner Spiel mit einem Doppelschlag aus. In der 18. Spielminute war es Colin Long, der die DEG mit 1:0 in Führung brachte. Jener Long war es dann auch, der eine Minute vor der ersten Drittelpause in Überzahl das 2:0 nachlegte. Bei diesem Spielstand blieb es dann bis zum Ende des ersten Drittels.
Ins zweite Drittel starteten die Hausherren enorm engagiert, sie setzten die Eisbären sofort unter Druck und suchten immer wieder den Abschluss. Drei Minuten waren im Mitteldrittel gespielt, da hatte die DEG ein Überzahlspiel. Doch dieses konnten sie nicht nutzen, kassierten dafür beinahe den Anschlusstreffer. Daniel Weiß marschierte alleine auf Bobby Goepfert im DEG-Tor zu, doch er scheiterte am an diesem Abend überragend haltenden Goepfert.
Die Berliner kamen aber nun besser ins Spiel und so verlagerte sich das Spiel fast nur noch auf die Düsseldorfer Seite. Die Eisbären machten nun ordentlich Druck und folgerichtig gelang ihnen der Anschlustreffer. Barry Tallackson und Darin Olver scheiterten noch an Bobby Goepfert, der Puck kam zu Shawn Lalonde, der den Puck ins Netz hämmerte – 2:1 (25.).
Die Eisbären fortan mit weiteren guten Gelegenheiten, doch immer wieder war bei Goepfert Endstation. Die DEG versuchte es ebenfalls mit Angriffen, doch auch die Gastgeber scheiterten im Abschluss. Die Eisbären hatten in diesem Drittel zwar ein klares Chancenplus (19:10-Schüsse), doch mehr als der Treffer von Lalonde wollte nicht gelingen.
Im Schlussdrittel waren die Hauptstädter längst nicht mehr so druckvoll, wie im Drittel zuvor. Es schien fast so, als ob sie die DEG auf ihre Spielweise runter gezogen hätte. Diese war nicht wirklich schön, aber im Abschluss sehr effektiv. Denn nach fünf Minuten im letzten Drittel sorgte Alexander Preibisch für die Vorentscheidung. Er traf zum 3:1 und schockte damit die Berliner. Diese bemühten sich danach zwar, doch am Ende sollte es zu keinem weiteren Treffer mehr reichen. Die DEG brachte das 3:1 auch dank einer überragenden Form von Goalie Bobby Goepfert über die Zeit und feierte den Sieg nach der Schlusssirene ausgelassen.
Aber was bitte ist mit den Eisbären los? Ja, die Saison ist noch jung und eine Meisterschaft gewinnt man nicht im Oktober. Aber die zuletzt gezeigten Leistungen waren mehr als ernüchternd. Man wollte heute in Düsseldorf beim Tabellenletzten die Niederlagenserie stoppen. Doch das ist misslungen, statt dessen steht man nun mit fünf Niederlagen in Folge da. Wenn man selbst die Düsseldorfer EG nicht schlagen kann, wen dann? Nichts gegen die DEG, aber deren Kader ist noch einmal schlechter als der vom Vorjahr – und mit dem wurde die DEG Letzter.
Man muss jetzt schleunigst versuchen, den Schalter wieder umzulegen. Was schwer genug wird, denn mit jeder weiteren Niederlage sinkt auch das Selbstvertrauen.
Die nächste Chance, die Niederlagenserie zu beenden, gibt es am Freitagabend bei den Schwenninger Wild Wings. Doch diese Aufgabe wird vermutlich noch schwerer als die heute Abend bei der DEG. Denn die Wild Wings haben heute mal so ganz locker Wolfsburg mit 8:1 aus der Helios-Arena geschossen. Die Niedersachsen hatten zuvor noch in jedem Spiel gepunktet. Schwenningen wird sich wohl schon sehr auf die Eisbären freuen. In der jetzigen Form scheint eine weitere Niederlage in Schwenningen vorprogrammiert zu sein.

In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) steht eine „Englische Woche“ bevor. Am Mittwoch steht nämlich bereits der 7. Spieltag auf dem Programm. Dabei versucht Spitzenreiter Nürnberg seine Siegesserie auszubauen. Die Franken sind als einzige Mannschaft noch ungeschlagen in dieser Saison und haben 17 von 18 möglichen Punkten geholt. Morgen geht es gegen Geheimfavorit München (8.), die mit dem bisherigen Saisonstart nicht zufrieden sein können. Die neu formierte Mannschaft von Coach Pierre Pagé muss sich erst noch finden.


Die Thomas Sabo Ice Tigers empfangen die Straubing Tigers (11.). Der Spitzenreiter ist die einzige noch ungeschlagene Mannschaft in dieser DEL-Saison. In der Arena Nürnberger Versicherung gab es für die Niederbayern zuletzt nichts zu holen. Nürnberg gewann nämlich die letzten fünf Heimspiele in Folge. In der letzten Saison endeten die Spiele in Nürnberg mit 3:2 und 4:1.

Die Krefeld Pinguine (3.) treffen auf die Augsburger Panther (10.). Die Seidenstädter kassierten am Freitag die erste Saisonniederlage und wollen nun gegen Augsburg zurück in die Erfolgsspur finden. Gastspiele in Krefeld verliefen für die Panther zuletzt kaum erfolgreich. Seit acht Jahren tut man sich in Krefeld sehr schwer. Die letzten fünf Gastspiele im KönigPalast wurden allesamt verloren. In der letzten Saison gewannen die Pinguine 6:3 und 4:3.
Die Iserlohn Roosters (4.) haben den ERC Ingolstadt (6.) zu Gast. Die Sauerländer können mit ihrem Saisonstart mehr als zufrieden sein. Platz Vier nach fünf Spieltagen kann sich sehen lassen. Von den letzten sechs Heimspielen am Seilersee gewann Iserlohn vier. In der vergangenen Saison endeten die Spiele mit einem 3:2-Sieg für Iserlohn und einem 5:4-Sieg n.V. für Ingolstadt.
Der EHC Red Bull München (7.) hat DEL-Rückkehrer Schwenningen (12.) zu Gast. Geheimfavorit München kann mit dem Saisonstart überhaupt nicht zufrieden sein. Schwenningen hingegen reist mit viel Selbstvertrauen nach München, konnte man doch die letzten beiden Ligaspiele in Düsseldorf und gegen Köln gewinnen. Die beiden Mannschaften treffen erstmals in der DEL aufeinander.
Die letzte Partie des 6. Spieltages findet in der SAP-Arena statt. Der Tabellenvorletzte Mannheim hat den Tabellenachten Hamburg zu Gast. Beide Mannschaften dürften mit ihrem Saisonstart überhaupt nicht zufrieden sein. Mannheim konnte fünf der letzten sechs Heimspiele gegen die Freezers gewinnen. In der letzten Saison setzten sich die Kurpfälzer mit 5:3 und 3:2 gegen die Hanseaten durch.
In der O2 World Hamburg treffen die Hamburg Freezers (9.) auf die Iserlohn Roosters (5.). Die Hanseaten gewannen nur eins der ersten vier Saisonspiele. Die Sauerländer holten zwei Siege aus den ersten vier Saisonspielen. Hamburg feierte drei Heimspielsiege in Folge gegen die Roosters. Die Ergebnisse in der letzten Saison in Hamburg: 5:0 und 6:1 für die Freezers.
Die Überraschungsmannschaft der letzten Jahre gegen den Geheimfavoriten dieser Saison: Am Pulverturm kommt es zum Duell zwischen den Straubing Tigers (11.) und dem EHC Red Bull München (8.). Beide Mannschaften kamen nicht unbedingt so gut in die neue Saison, wobei die Enttäuschung darüber in München größer sein dürfte angesichts der hohen Erwartungen. Straubing feierte in den letzten sechs Heimspielen gegen München vier Siege. Die Ergebisse in der letzten Saison am Pulverturm: 1:0 für Straubing, 5:4 für München.