2:6-Niederlage gegen Augsburg: Katerstimmung nach Bannerzeremonie

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe –  #5:

Das hatten sich die Eisbären Berlin ganz anders vorgestellt: Das erste Heimspiel gegen die Augsburger Panther verlor man sang- und klanglos mit 2:6 (1:1,1:5,0:0) und hinterließ dabei einen mehr als schlechten Eindruck. Ideenlos vor dem gegnerischen Tor und zu viele individuelle Fehler führten zu einem Debakel gegen den Tabellenletzten der vergangenen beiden Jahre.

Erneut nahm Trainer Serge Aubin nur geringfügige Änderungen am Kader vor. Markus Niemeläinen fehlte nach dem Check am Sonntag beim Spiel in Iserlohn. Somit standen nur fünf Verteidiger zur Verfügung. In der Offensive blieben alle vier Reihen zusammen. Und im Tor rückte Jake Hildebrand zurück ins Tor, Linus Vieillard nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Das Jubiläumsbanner wird die gesamte Saison über unter dem Hallendach hängen. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Auf dem Papier eine vermeintlich leichte Aufgabe für den sehr stark gestarteten deutschen Meister. Während die Berliner mit sechs Punkten in die Saison starteten, holten die Panther nur deren zwei. Aber in Augsburg wird es auch noch ein gewisse Zeit benötigen, ehe die Runderneuerung im Kader greift. Wenn die neu formierte Mannschaft dann aber zueinander findet, wird Augsburg um Platz zehn mitspielen wollen.
In ganz andere Regionen wollen die Eisbären, die aktuell schon wieder auf Platz eins in der Tabelle stehen (vor dem 3. Spieltag). Dort will man auch am Ende der Hauptrunde und am Ende der Playoffs stehen.
Mit Augsburg kommt ein Gegner in die Hauptstadt, den man in der Vorsaison in allen vier Duellen geschlagen hatte. Ging diese Serie auch heute Abend weiter?

Meisterbanner Nummer zehn hängt jetzt auch unter dem Hallendach der Uber Arena. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Bevor es aber um die schwarze Hartgummischeibe ging, wurde die zehnte deutsche Meisterschaft noch einmal würdig gefeiert. Und das wurde diesmal in einem besonderen Rahmen vor dem Warm-up gemacht. Zunächst einmal bedankte sich Geschäftsführer Thomas Bothstede noch einmal bei allen Beteiligten, ob Spieler, Trainer, Physios, Sponsoren, Fans usw.
Danach wurde es emotional, denn auf dem Videowürfel liefen nochmal die Highlights aus den Playoffs 2024 und direkt danach wurde das Meisterbanner unter die Hallendecke gezogen. Gänsehaut-Feeling inklusive und das bereits zum zehnten Mal. Wahnsinn, daran war 2005 nach der ersten Meisterschaft nicht dran zu denken, dass wir heute bereits die zehnte Meisterschaft feiern würden.
Und direkt im Anschluss wurde noch ein weiteres Banner unter das Arenadach gezogen. Natürlich war es das 70-Jahre-Banner der Eisbären, denn man feiert ja in dieser Saison bekanntlich den 70. Geburtstag.

Sorgte für den 1:1-Ausgleich im ersten Drittel: Marcel Noebels (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Nach all den Feierlichkeiten wurde es dann aber Zeit für Eishockey und das erste Heimspiel der neuen Saison. Dieses begann aber erst einmal mit einer Abtastphase von beiden Mannschaften.
Als die Eisbären die erste Strafzeit der Partie kassierten, klingelte es im Berliner Tor. Auf Zuspiel von Ex-Eisbär Thomas Schemitsch traf Riley McCourt zum 0:1 (5.).
Die Eisbären waren aber direkt darum bemüht, eine Antwort auf den frühen Rückstand zu finden. Man lief an, fand aber bisweilen kein Mittel gegen die sehr kompakte Defensive der Panther. Nur einmal wurde es gefährlich, als Marcel Noebels Leo Pföderl vor dem Tor in Szene setzte. Dessen Schuss ging aber knapp am Gehäuse vorbei. Es war in dieser Phase ein Spiel auf ein Tor, jedoch ohne nennenswerte Torchancen.
Augsburg spielte der Spielstand natürlich in die Karten, denn die Panther machten vorerst hinten dicht und lauerten auf Konter.
Aber der Druck der Eisbären wurde in der Folge immer größer und man näherte sich dem Ziel auch an. Und in der elften Spielminute war es dann soweit. Zunächst versprang Marcel Noebels die Scheibe, doch die Berliner blieben dran. Leo Pföderl mit dem schnellen Pass vors Tor und Noebels erzielte endlich sein erstes Tor in dieser Saison – 1:1.
Augsburg hätte kurze Zeit später nach einem Turnover der Eisbären beinahe das 2:1 erzielt, aber Jonas Müller ging genau im richtigen Moment runter und machte so den Passweg zu. Starker Block von Müller!
Nach einer kleinen Auseinandersetzung zwischen Yannick Veilleux und Alexander Oblinger hatte der AEV das zweite Powerplay in diesem Drittel und tauchte dadurch auch mal wieder von dem Berliner Tor auf. Diesmal aber ohne Torerfolg.
Augsburg konzentrierte sich in diesem Drittel mittlerweile vorrangig um Zerstören als um Eishockey spielen. Immer wieder teilten die Panther kleinere Checks nach Abpfiff aus. Das Ziel war klar, man wollte die Eisbären so aus dem Tritt bringen aber bisher ließ sich nur Veilleux darauf ein.
Die Berliner zum Ende hin nochmal in Überzahl und mit viel Druck, aber die Scheibe wollte kein zweites Mal über die Torlinie. So stand es nach 20 Minuten 1:1.

Satte fünfmal schlug es hinter Jake Hildebrand im Mitteldrittel ein. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Start ins Mitteldrittel wurde allerdings verschlafen. Und das komplett. Ganze 14 Sekunden dauerte es, da brachte Riley Damiani den AEV erneut in Führung – 1:2 (21.). Aber es kam noch schlimmer. Powerplay für die Eisbären, Konter Augsburg und Alex Oblinger mit dem Shorthander nach nur 59 Sekunden – 1:3. Natürlich mal wieder ein Ex-Eisbär, der gegen die Berliner trifft. Das Powerplay verpuffte übrigens gänzlich ohne Gefahr.
Die Eisbären waren komplett von der Rolle und mussten den Schock vom Doppelschlag erst einmal verdauen. Den Start ins zweite Drittel hatte man sich natürlich komplett anders vorgestellt. Und es wurde noch schlimmer. Es lief die 27. Spielminute und Augsburg stellte auf 4:1. Fehler der Eisbären und Anthony Louis sagte artig Danke.
Augsburg, die letzten beiden Jahre Tabellenletzter der DEL, nutzte gnadenlos jeden Fehler der Eisbären aus. Und davon gab es genügend in diesem Drittel. Die schöne Feierstimmung von vor dem Spiel war inzwischen komplett verpufft.
Gefühlt war es das selbe Bild wie im ersten Drittel. Die Eisbären bemüht, nach vorne etwas zu kreieren. Doch da kam viel zu wenig, man wirkte ideenlos gegen den Abwehrriegel der Panther. Die wurden hervorragend von Trainer Ted Dent eingestellt. Die Panther lauerten nach wie vor auf Fehler der Hausherren und schalteten dann schnell um. Was zu drei Toren führte.
Die Eisbären gaben aber nicht auf und Mitch Reinke arbeite in der 32. Spielminute die Scheibe gefühlt ins Tor. Die Berliner im Angriff, Gewühl vor dem Tor und am Ende war es Reinke, welcher erfolgreich abstauben konnte – 2:4.
Fortan war es weiterhin ein Spiel auf ein Tor, aber die Berliner spielten es nach wie vor zu umständlich im Angriff. Wie einfach es gehen kann, zeigten dagegen heute die Gäste. Schneller Angriff und schönes Kombinationsspiel, am Ende netzte Anrei Hakulinen zum 5:2 ein (38.).
46 Sekunden später erhöhte Jason Bast sogar auf 6:2. Was für ein erschreckendes Drittel der Eisbären, die lange nicht mehr so vorgeführt wurden in einem Drittel in eigener Halle.

Ein gebrauchter Abend für die Eisbären Berlin im ersten Heimspiel der neuen Saison. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Viel Hoffnung auf eine Kehrtwende bestand vor Beginn des letzten Drittels nicht. Eher hoffte man, dass es nicht noch schlimmer werden würde.
Die Eisbären hatten zwar relativ früh nochmal ein Powerplay, aber da offenbarte man nur, wie schlecht das heute war. Auch dort keinerlei Spielwitz und Kreativität. Augsburg brauchte sich nicht mal anzustrengen, um hier die Punkte mitzunehmen. Die servierten ihnen die Eisbären zur Feier des Tages nämlich direkt auf dem Silbertablett. Wirklich viel für die Offensive musste Augsburg auch nicht tun. Es genügte auf Fehler der Eisbären zu warten, um diese dann gnadenlos auszunutzen.
Auch im letzten Drittel übrigens das selbe Bild. Nämlich ein Spiel auf ein Tor und zwar auf das der Augsburger. Aber wenn man so ideenlos wie die Berliner auftritt, dann verwundert einen das Ergebnis überhaupt nicht.
Mit dieser Leistung war zumindest nach den ersten beiden Saisonspielen nicht zu rechnen. Da hatten die Eisbären sofort an die letzte Saison angeknüpft und sich schon wieder Platz eins gekrallt. Heute gab es dafür dann den ersten Dämpfer der neuen Saison. Mal wieder in einem Heimspiel, was ja fast schon Tradition hat. Es waren einfach zu viele individuelle Fehler, welche Augsburg gnadenlos ausgenutzt hat. Immerhin blieb man ohne Gegentor im letzten Drittel, was aber auch nur eine kleine Randnotiz an einem ernüchternden Abend war. Am Ende blieb es beim 2:6 im ersten Heimspiel der neuen Saison.

4:1 am Seilersee: Die Eisbären Berlin mit einem Sechs-Punkte-Wochenende zum Saisonstart!

Traumstart für die Eisbären Berlin in die neue Saison! Bei den Iserlohn Roosters setzte sich der amtierende deutsche Meister am Ende verdient mit 4:1 (1:1,1:0,2:0) durch und machte damit das Sechs-Punkte-Wochenende perfekt. Defensiv ließ man erneut wenig zu und offensiv erwies man sich einmal mehr als eiskalt, was am Ende zu drei Punkten führte. Und doch gibt es nach wie vor noch Luft nach oben im Spiel der Hauptstädter. Aber noch sind wir ja auch erst am Anfang einer langen Saison.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Team nur auf einer Position – das aber aus einem sehr schönen Grund. Denn Jake Hildebrand und seine Frau erwarten die Geburt ihres Babys, weshalb Hildebrand bereits zurück nach Berlin gereist war. Für ihn rückte Jons Stettmer zwischen die Pfosten, Linus Vieillard nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Der Saisonstart war aus Sicht der beiden Vereine unterschiedlich: Während die Berliner deutlich mit 6:2 in Köln gewannen, verloren die Sauerländer nach hartem Kampf mit 5:7 gegen München. Eine weitere Niederlage wollten die Roosters daher heute vermeiden.
In der vorherigen Saison gewannen die Eisbären drei der vier Duelle, davon beide Spiele am Seilersee. Folgte heute ein weiterer Sieg in Iserlohn oder behielten die Roosters die Oberhand?

Da war der Welt für Iserlohn noch in Ordnung. Noel Saffran erzielte das 1:0 für die Gastgeber. (Foto: slapshotbambi/Nadine)

Für Kapitän Kai Wissmann war es eine besondere Partie, denn er absolvierte sein 400. DEL-Spiel. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
Die Gastgeber erwischten genau den Start, den sie sich gewünscht haben. Keine drei Minuten war die Partie alt, da schaltete Iserlohn perfekt um. Lennard Nieleck und Noel Saffran mit dem perfekten Konter und Saffran mit dem frühen 0:1 aus Berliner Sicht. Erleben wir diese Saison eine neue Geschichte? Sonst treffen gerne ehemalige Eisbären-Spieler gegen ihren Ex-Verein, jetzt haben wir an beiden Spieltagen bereits Spieler, die ihr erstes DEL-Tor gegen die Berliner schießen. Reicht dann auch wieder damit, solche Einladungen gibt es nur am Auftakt-Wochenende vom deutschen Meister verteilt!
Die Eisbären zeigten sich davon unbeeindruckt und machten fortan Druck auf das Iserlohner Tor, doch deren Defensive stand bis hierhin sehr kompakt und ließ wenig Gefährliches der Berliner zu.
Es blieb auch in der Folge ein munteres Spiel, in dem die Eisbären Vorteile hatten und folgerichtig in der 14. Spielminute den Ausgleich durch Manuel Wiederer erzielten. Die Nummer 21 hatte da trocken abgezogen und Andreas Jenike im Iserlohner Tor keine Chance gelassen.
Die Hausherren hätten wenig später auf den Ausgleich antworten können, hatte man doch das erste Powerplay des Spiels. Iserlohn schnürte die Eisbären auch fast die gesamten zwei Minuten im eigenen Drittel ein, aber das Penalty Killing der Eisbären mit starker Arbeit in Unterzahl, weshalb es ohne Gegentor überstanden wurde. So blieb es beim 1:1 nach dem ersten Drittel in einer sehr unterhaltsamen Partie.

Musste beim Saisondebüt nur einmal hinter sich greifen: Goalie Jonas Stettmer (Foto: slapshotbambi/Nadine)

Auch das zweite Drittel begann wieder sehr schwungvoll von beiden Teams. Sowohl Iserlohn als auch die Eisbären setzten die ersten Duftmarken in der Offensive. Den Berlinern bot sich dann früh im Mitteldrittel die Chance in Überzahl zu agieren. Am Freitag traf man einmal in Überzahl in Köln und heute nutzte man direkt das erste Powerplay. Liam Kirk mit dem Querpass rüber auf Blaine Byron und der sorgte für die erstmalige Führung der Eisbären an diesem Nachmittag – 2:1 (23.). Auch heute also Neuzugang Kirk wieder mit einem Scorerpunkt, starker Saisonstart von der Nummer 94!
Fortan blieb es eine sehr intensive Partie, in der es hin und her ging. Iserlohn machte sich derweil das Leben selbst unnötig schwer, denn man kassierte die nächste Strafzeit in dieser Partie. Doch diesmal konnten die Berliner das Powerplay nicht nutzen und somit blieb es weiterhin sehr spannend am Seilersee.
In der Folge passierte nicht mehr viel aufregendes. Die Eisbären waren nach wie vor die spielbestimmende Mannschaft, ohne sich dabei jetzt aber eine Vielzahl an Chancen zu erarbeiten. Dafür ließ man aber auch von Iserlohn nichts zu. So blieb es bei der knappen aber absolut verdienten 2:1-Führung für die Hauptstädter nach 40 Minuten.

Viermal zappelte die Scheibe im Iserlohner Tor. (Foto: slapshotbambi/Nadine)

Zu Beginn des Schlussdrittels schnupperten die Gastgeber plötzlich am Ausgleich. Zunächst parierte Jonas Stettmer einen Schuss, kurz darauf schepperte es am Aluminium. Glück für die Eisbären!
Die erwiesen sich wenig später wie am Freitag als eiskalt vor dem Tor. Zwei-auf-eins-Konter der Eisbären über Manuel Wiederer und Freddy Tiffels. Ein Iserlohner Verteidiger machte den Passweg zu, weshalb es Wiederer selbst machte und auf 3:1 stellte (48.). Damit sorgte man erst einmal für Ruhe am Seilersee, denn die Fans waren vor allem nach dem Pfostentreffer nochmal voller Hoffnung, hier etwas Zählbares gegen den Meister aus der Partie mitzunehmen.
Für die endgültige Entscheidung sorgte dann Gabriel Fontaine, welche per Abstauber in Überzahl auf 4:1 stellte (53.). Bereits der dritte Treffer des Neuzugangs im zweiten DEL-Spiel – was für ein Einstand der Nummer 97!
Trotz der deutlichen Führung spielten die Eisbären weiter nach vorne und wollten auch noch das fünfte Tor erzielen. Das blieb ihnen jedoch verwehrt. Somit blieb es beim 4:1-Sieg, der den Eisbären ein Sechs-Punkte-Wochenende beschert.

Die Spieler der Eisbären Berlin hatten am Wochenende jede Menge Grund zum Jubeln. (Foto: slapshotbambi/Nadine)

Und damit haben die Berliner bereits am ersten DEL-Wochenende wieder angedeutet, dass der Meistertitel nur über sie geht. Zwei schwere Auswärtsspiele am Ende souverän gewonnen, dabei zehn Tore erzielt und nur ganze drei Gegentreffer kassiert. Spielerisch war das schon wieder sehr ansehnlich, wenn gleich die Spieler selbst sagen, dass da noch viel Luft nach oben ist. Die Neuzugänge haben ihr Können bereits angedeutet und sorgen damit für ein rundum gelungenes erstes Saison-Wochenende!

6:2 in Köln: Statement-Sieg der Eisbären Berlin zum Saisonstart

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe –  #4:

Die Eisbären Berlin sind furios in die neue DEL-Saison gestartet. Bei den Kölner Haien setzte sich der DEL-Rekordmeister verdient mit 6:2 (1:0,3:1,2:1) durch und feierten damit einen perfekten Saisonstart. Die Berliner erwiesen sich einmal mehr als eiskalt und effektiv vor dem Tor, dazu aber auch als sehr abgezockt in der Spielweise. Köln hat trotz des hohen Ergebnis ein gutes Spiel abgeliefert, konnte seine Chancen aber nicht nutzen.

Eisbären-Coach Serge Aubin hatte das selbe Personal zur Verfügung wie beim letzten Spiel in der CHL gegen Prag. Es kam also keiner der verletzten Spieler zurück, weshalb die Reihenzusammensetzungen auch gleich blieben. Somit stand auch Youngster Maxim Schäfer im Kader und gab neben den weiteren Neuzugängen sein DEL-Debüt. Im Tor stand Jake Hildebrand, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es ist der ewig junge DEL-Klassiker zwischen den Kölner Haien und den Eisbären Berlin. In den letzten Jahren meistens mit dem besseren Ende für die Hauptstädter. Auch in der vergangenen Saison, als man drei der vier Vergleiche mit den Domstädtern für sich entscheiden konnte. Aber wie vor jeder Saison starten die Haie auch in dieser Saison wieder mit sehr hohen Erwartungen in die neue Spielzeit. Dafür wurde der Kader sehr gut verstärkt und mit Kari Jalonen hat ein neuer Head Coach das Sagen hinter der Kölner Bande.

Von Beginn an war es eine sehr elektrisierende Atmosphäre in der Lanxess-Arena. Die Fans waren heiß auf den Saisonstart. Und in Köln sehnt man sich seit über 20 Jahren nach der nächsten Meisterschaft. Druckvoller Start von beiden Mannschaften, welche direkt die neutrale Zone überbrückten und im Angriffsdrittel auch den Abschluss suchten. Beide Teams hatten immer wieder ihre Phasen im gegnerischen Drittel. Auch das aggressive Forechecking von beiden Teams war in der Anfangsphase gut zu sehen.
Hochkarätige Torchancen suchten man zunächst vergebens, weil beide Defensivreihen sehr gut verteidigten. Auch im jeweils ersten Powerplay beider Teams überzeugten eher die Penalty Killing Teams als die Powerplay-Formationen. Trotz allem ein sehr ansehnliches Spiel.
In der 13. Spielminute dann die Führung für den Deutschen Meister. Gabriel Fontaine mit seinem Premierentor, welches er förmlich hinein gearbeitet hatte – 1:0.
Danach die Hausherren bemüht, aber die Eisbären verteidigten weiterhin sehr leidenschaftlich. Nach vorne hatten die Berliner noch ein, zwei gute Chancen, aber es blieb beim 1:0 nach dem ersten Drittel. Auch, weil Justin Schütz die erste hochkarätige Chance liegen ließ kurz vor der ersten Pause. Das hätte der Ausgleich sein müssen, aber Jake Hildebrand hatte etwas dagegen.

Jener Schütz hatte auch früh im zweiten Drittel die nächste dicke Chance. So frei darfst du den Torjäger nicht zum Schuss kommen lassen. Zum Glück für die Eisbären vergab er auch diese Chance.
Weiterhin war es eine sehr muntere und sehr temporeiche Partie, in der es hin und her ging. Die Chancen wurden auch immer zwingender und gefährlicher. Vor allem Köln hatte eine richtig druckvolle Phase, in der die Eisbären große Probleme hatten. Da lag der Ausgleich so ein wenig in der Luft.
Der sollte Mitte der Partie auch fallen, aber es war eine Sequenz, in der zunächst Marcel Noebels einen Alleingang vergab und Köln im Gegenzug einen Konter eiskalt abgeschlossen hatte. Die dritte Chance nutzte Justin Schütz diesmal und glich zum verdienten 1:1 aus (31.).
Köln drückte direkt nach dem Ausgleich weiter aufs Tempo und war in dieser Phase dem Führungstreffer sehr nahe. Die Eisbären suchten in diesem Drittel so ein wenig nach ihrer Form, hatten wenig Offensivaktionen. Eric Hördler hatte dann mal eine gute Chance per Onetimer, traf die Scheibe jedoch nicht richtig.
Kari Jalonen hatte in der Kabine die richtigen Worte gefunden, denn Köln trat hier deutlich anders auf als im ersten Drittel.
Fortan eine doch sehr zerfahrene Partie mit vielen Unterbrechungen. Keine Mannschaft konnte sich wirklich einen Vorteil erarbeiten. Es ging munter hin und her, aber es schlichen sich zunehmend viele Fehler im Spielaufbau ein.
In der Schlussphase drehten dann die Hauptstädter auf und schockten Köln mit zwei schnellen Toren. Zunächst war es Freddy Tiffels, welcher auf 2:1 stellen konnte (36.). Und nur 24 Sekunden später eine klasse Einzelaktion von Eric Hördler, welche er sehr sehenswert zum 3:1 abgeschlossen hatte (37.).
Die Eisbären erwiesen sich also wieder als sehr effektiv und kaltschnäuzig. Köln machte hier eine überragende Partie, einzig die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Aber es zeigte sich bereits in diesem Drittel, dass du deine Chancen gegen die Berliner nutzen musst, wenn du sie schlagen willst. Ein weiteres Beispiel war das Berliner Powerplay kurz vor Ende des Mitteldrittels, als zunächst der Pfosten im Weg stand und Gabriel Fontaine eiskalt abstaubte – 4:1 (39.).
So führten die Gäste aus der Hauptstadt nach 40 Minuten sehr deutlich, was dem Spielverlauf der ersten 15 Minuten im zweiten Drittel aber nicht gerecht wurde. Doch Trainer Serge Aubin stellte ein wenig um und das griff sofort. Nun war Kari Jalonen wieder gefragt, ein Gegenmittel zu finden. 20 Minuten blieben ihm dafür noch.

Früh im letzten Drittel bot sich den Gastgebern die Chance, in Überzahl wieder heranzukommen. Aber das Penalty Killing der Eisbären ließ kaum etwas zu. Ein Tor hätte die Haie nochmal zurück ins Spiel gebracht und die Arena wäre damit natürlich auch wieder da gewesen.
Die Eisbären konzentrierten sich im Schlussdrittel zunächst vorrangig auf die eigene Defensive und lauerten auf Konter, um das Spiel endgültig zu entscheiden. Köln blieb zwar weiterhin bemüht, aber die Eisbären verteidigten das gut weg.
Die Hauptstädter ließen wenig anbrennen im Schlussdrittel, beschäftigten die Haie fortan mehrfach im eigenen Drittel und ließen sie einfach nicht mehr ins Spiel kommen. Das Forechecking der Eisbären stellte Köln vor große Probleme. Und vor allem nahm man damit Zeit von der Uhr.
In den letzten drei Minuten überschlugen sich die Ereignisse nochmal. Zunächst war es Liam Kirk mit seinem Premierentor zum 5:1 (57.), ehe Marco Münzenberger den zweiten Treffer für Köln erzielte (59.). Für den Schlusspunkt sorgte am Ende erneut Liam Kirk, der das halbe Dutzend vollmachte – 6:2 (60.).

Am Ende ein in der Höhe vielleicht etwas zu hoher Sieg, aber spiegelt er doch die Kaltschnäuzigkeit der Eisbären vor dem Tor wider. Das Team harmoniert schon wieder sehr gut zusammen, die Neuzugänge haben sich nahtlos ins Top-Team der Berliner eingefügt. Gabriel Fontaine ragte dabei mit vier Scorerpunkten hervor. Auch die Youngster Eric Hördler und Maxim Schäfer lieferten eine klasse Partie. Es war also ein rundum perfekter Abend in Köln, der auf eine weitere erfolgreiche Berliner Saison hoffen lässt.

Stéphane Richer: „Die Eisbären Berlin haben immer hohe Ziele!“

Heute Nachmittag fand wieder die jährliche Saisoneröffnungspressekonferenz der Eisbären Berlin beim jahrelangen Hauptsponsor GASAG statt. Wir waren vor Ort und fassen für euch noch einmal die wichtigsten Aussagen der PK zusammen, damit ihr bestens vorbereitet in die neue Saison starten könnt.

Zunächst einmal ging es natürlich noch einmal um die letztjährige Meisterschaft der Eisbären Berlin. Am Ende der vergangenen Saison sicherten sie die Berliner ihren bereits zehnten DEL-Titel, was die GASAG als Hauptsponsor natürlich sehr freute. Der Vorstandsvorsitzende der GASAG, Georg Friedrichs, hob aber auch noch zwei andere Erfolge hervor. Zum einen den Vizemeistertitel der DNL-Mannschaft und zum anderen den Halbfinaleinzug der Frauen-Mannschaft:

Wir haben in der letzten Saison nicht nur der Profi-Mannschaft der Eisbären zur Meisterschaft gratuliert, wir hatten auch noch andere Fälle, wo wir gerne gratuliert haben. Die Eisbären Juniors haben eine wahnsinnig erfolgreiche Saison hinter sich gebracht, leider nicht gekrönt mit dem Meistertitel. Aber wir haben einen Vizemeistertitel gesehen in einem ziemlich dramatischen Playoff-Finale. Herzlichen Glückwunsch nochmal dazu an dieser Stelle. Und dann haben wir noch was gesehen, was vielleicht nicht ganz so in den Medien war. Wir haben eine sehr erfolgreiche Saison der Frauen-Mannschaft gesehen, die das Halbfinale erreicht haben. Auch dazu herzlichen Glückwunsch. Hier sehen wir eine wunderbare Entwicklung.

Vorstandsvorsitzender der GASAG AG Georg Friedrichs (Foto von Jan-Philipp Burmann / City Press GmbH)

Auch das soll neben dem großen Erfolg der Profi-Mannschaft nicht untergehen. Beim entscheidenden DNL-Finale war ich selbst persönlich im Welli vor Ort und die Juniors waren verdammt nah dran am großen Wurf. In der neuen Saison werden sie wieder angreifen.
Und das Frauen-Eishockey verfolgt ja unsere Jule ganz besonders und wird das auch in der kommenden Saison wieder für euch tun. Auch die Mädels werden wieder angreifen wollen und haben sich dafür bestmöglich verstärkt. Auf den DFEL-Start blicken wir übrigens noch einmal etwas genauer in unserer nächsten Podcast-Folge Anfang Oktober. Dafür haben wir dann auch einen weiteren Experten am Start.

Aber zurück zur heutigen PK, wo natürlich auch Geschäftsführer Thomas Bothstede anwesend war und seine Vorfreude auf die neue Saison deutlich machte:

Wir freuen uns auf Alles. Wir freuen uns, dass es wieder los geht. Die Sommerpause war sehr kurz, was aber immer ein sehr gutes Zeichen ist. Und wir hoffen, dass die neue Saison ähnlich lange geht wie die letzte. Wir sind unfassbar stolz auf das, was wir in der letzten Saison erreicht haben, aber auch auf das, was im Sommer passiert ist. Wir haben mehr als 6.200 Dauerkarten verkauft, das ist ein neuer Rekord für die Eisbären Berlin. Das zeigt die Unterstützung unserer Fans.

Geschäftsführer Thomas Bothstede (Foto von Jan-Philipp Burmann / City Press GmbH)

6.200 Dauerkarten sind ein absolutes Statement und hat dafür gesorgt, dass die Eisbären erstmals ihren Dauerkartenverkauf stoppen mussten. Eishockey boomt immer mehr und das auch bei uns in Berlin. Genau das hat dieser so geile Sport auch verdient!
Die letzte Saison hat sicherlich auch nochmal neue Fans angezogen, welche nun natürlich darauf hoffen, dass die Hauptstädter erneut eine so erfolgreiche Saison spielen. Das Ziel Meisterschaft hat man in Berlin auf jeden Fall raus gegeben, wie Sportdirektor Stéphane Richer heute sagte:

Die Eisbären Berlin haben immer hohe Ziele! Wir wollen zu den Top-Mannschaften in der DEL gehören. Als dreifacher Meister in den letzten vier Jahren haben wir den Anspruch, um die Meisterschaft mitzuspielen. Aber wir wissen, dass die DEL eine sehr starke Liga ist und das sich viele andere Mannschaften sehr gut verstärkt haben. Wir freuen uns auf unseren Start in Köln. Es ist eine große Herausforderung auswärts in die Saison zu starten. In Köln erwartet uns ein sehr schwerer Gegner, der sich sehr gut verstärkt hat. Die Mannschaft ist aber bereit. Wir hatten eine sehr kurze aber sehr gute Vorbereitung. Dazu haben wir bisher sehr gut in der CHL gespielt.

Sportdirektor Stephane Richer (Foto von Jan-Philipp Burmann / City Press GmbH)

Richer spricht dabei auch die CHL an, welche bisher sehr gut lief für die Eisbären. Kapitän Kai Wissmann wurde daher gefragt, wie er die ersten vier Spiele in der CHL gesehen hat:

Wir können mit den bisherigen Ergebnissen auf jeden Fall zufrieden sein. Das erste Spiel in Schweden war schon nicht schlecht vom Ansatz her, aber da gab es trotzdem noch einiges zu verbessern. Aber gerade am letzten Wochenende gegen die zwei tschechischen Top-Vereine haben wir viel davon umsetzen können und auch verdient fünf Punkte geholt.

Bisher kann man auch als Fan mit den Auftritten der Eisbären zufrieden sein, die sich in jedem Spiel gesteigert haben und bereits jetzt schon in beachtlicher Frühform sind. Und das trotz einiger Personalsorgen, aber dafür hat man eben eine Tiefe im Kader geschaffen, die das jetzt auffängt. Genau diese Tiefe macht Trainer Serge Aubin zuversichtlich, wenn er auf die am Freitag beginnende Saison der Eisbären Berlin blickt:

Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft! Die Tiefe im Kader macht mich sehr zuversichtlich für die bevorstehende Saison. Es ist eine lange Saison, in der viel Arbeit auf uns wartet. Aber natürlich haben wir das Ziel, das letzte Spiel der Saison zu gewinnen.

Trainer Serge Aubin (Foto von Jan-Philipp Burmann / City Press GmbH)

Die neue DEL-Saison beginnt für den zehnfachen DEL-Meister mit einem Auswärtsspiel bei den Kölner Haien, die jede Saison große Erwartungen haben, diese aber seit über 20 Jahren nicht mehr erfüllen konnten. Die Sehnsucht nach der Meisterschaft in der Domstadt ist riesig und dafür hat man eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt, welche der finnische Trainer Kari Jalonen zum Erfolg führen soll. Natürlich wurde heute auch auf den Saisonstart bei den Haien geblickt. Serge Aubin dazu:

Es ist aufregend, die Saison in einer ausverkauften Arena in Köln zu beginnen. Da könnten bei dem ein oder anderen Spieler auf beiden Seiten die Nerven vielleicht eine Rolle spielen. Die Kölner haben eine sehr starke Mannschaft und sich sehr gut im Sommer verstärkt. Wir sind aber selbstbewusst und vertrauen auf unsere eigene Stärke. Wir sind bereit. Die Vorfreude auf die neue Saison ist sehr groß. Die Jungs sind bereit und können es kaum erwarten, loszulegen. Man darf auch nicht vergessen, sie machen alle genau das, was sie lieben. Es macht sehr viel Spaß mit den Jungs.

Auch Kapitän Kai Wissmann erwartet ein sehr schweres Spiel:

Ich erwarte ein enges Spiel. Die Vorfreude ist natürlich riesig. Direkt vor so einer vollen Arena zum Saisonstart zu spielen ist natürlich großartig. Wir hätten natürlich auch gerne vor unseren eigenen Fans gespielt, aber in Köln ist auch nicht so verkehrt. Wir freuen uns jetzt einfach auf das Spiel, auf welches wir uns sehr gut vorbereitet haben. Wir erwarten ein schweres Spiel. Köln wird sehr motiviert sein nach der letzten Saison.

Auf viele neue Gesichter müssen sich die Fans der Eisbären Berlin nicht einstellen. Der Kern der Meister-Mannschaft ist zusammengeblieben und der Kader nur punktuell verstärkt worden. Welche Ziele die Eisbären bei den Transfers der Verteidiger in diesem Sommer verfolgt haben, erklärte Stéphane Richer heute:

Ein Ziel war es, die Mannschaft wieder zu verjüngen. Die Spielertypen mussten auch zu uns passen. Mit Mitch Reinke haben wir einen offensiven Verteidiger, der die Scheibe gut bewegen kann und auch im Powerplay wertvoll ist. Mit Olivier Galipeau haben wir einen soliden Verteidiger, der robust spielen kann und im Penalty Killing wichtig für uns sein kann. Markus Niemeläinen ist ein stabiler Verteidiger, der einen guten ersten Pass hat. Er ist zudem groß und kann gute Checks fahren. Das hat uns vielleicht so ein bisschen gefehlt.

Einer, der sonst in der DNL spielt, jetzt aber das Trainingslager bei den Profis der Eisbären mit absolvierte, ist Maxim Schäfer. Serge Aubin wurde nach seiner Einschätzung über den Youngster gefragt:

Er hat wirklich ein sehr gutes Trainingslager absolviert. Man darf aber nicht vergessen, dass es ein großer Schritt ist von der DNL zu den Profis. Aber er macht bisher keine Anzeichen, dass dieser Schritt zu groß für ihn sein könnte. Er hat einen guten Hockey-IQ und ich bin wirklich froh, ihn in den eigenen Reihen zu haben.

Wie in unserer aktuellen Podcast-Folge angesprochen, gehen wir davon aus, dass Schäfer am Wochenende im DEL-Kader der Eisbären Berlin stehen wird. Die Berliner bestreiten den Saisonstart bekanntlich mit zwei Auswärtsspielen. Dem Auswärtsspiel in Köln am Freitagabend folgt am Sonntagnachmittag das Gastspiel am Seilersee bei den Iserlohn Roosters. Ein guter Start in die neue Saison ist auf jeden Fall wichtig, oder Kai Wissmann?

Ein guter Start ist natürlich immer sehr hilfreich. Trotzdem muss man dazu sagen, dass an den ersten drei, vier Spieltagen weder etwas gewonnen noch verloren wird. Aber wenn man einmal vorne steht, spielt es sich doch etwas leichter als wenn man erst einmal hinterherrennen muss.

Kapitän Kai Wissmann (Foto von Jan-Philipp Burmann / City Press GmbH)

Und damit ist alles gesagt. Das lange Warten auf die DEL-Saison hat ein Ende. Ab Freitag flitzt die schwarze Hartgummischeibe wieder über die Eisflächen in den deutschen Arenen. Wir werden wie gewohnt über die Spiele der Eisbären Berlin berichten. Hier im Blog und im Podcast. Und die ein oder andere Hintergrundgeschichte wird es in der kommenden Saison auch geben. Seid gespannt und nun viel Spaß beim Saisonstart der DEL!

3:0 vs. Sparta Prag! Die Eisbären Berlin sind bereits in beeindruckender Frühform

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe –  #3:

Die Eisbären Berlin sind bestens gerüstet für den DEL-Saisonstart am Freitagabend bei den Kölner Haien (Bully: 19:30 Uhr). Am Sonntagabend gewann man das zweite CHL-Heimspiel an diesem Wochenende gegen das tschechische Top-Team Sparta Prag. Die Mannschaft vom ehemaligen DEL- Coach Pavel Gross verlangte den Eisbären alles ab, aber die Berliner zeigten erneut eine sehr leidenschaftliche Leistung und sicherten sich dadurch am Ende drei enorm wichtige Punkte im Kampf um die KO-Phase im Europapokal.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute auf Neuzugang Markus Niemeläinen zurückgreifen. Der Finne bildete zusammen mit Eric Mik ein Verteidigerpaar in der Berliner Defensive. Alles andere blieb unverändert. Warum sollte der Head Coach auch irgendetwas ändern, hatte man am Freitag doch gegen Pardubice eben mit dieser Aufstellung eine überragende Partie abgeliefert.

Ließ die Spieler von Sparta Prag reihenweise verzweifeln: Goalie Jake Hildebrand (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Genau solch eine Leistung brauchte man auch heute, denn mit Sparta Prag kam eine weitere tschechische Top-Mannschaft in den Welli. Und das machte die Mannschaft von Pavel Gross auch direkt deutlich. Prag kam sehr druckvoll ins Spiel und tauchte immer wieder gefährlich vor dem Berliner Tor auf. Im ersten Powerplay der Partie klirrte es auch erstmals am Gestänge in dieser Partie. Die Tschechen waren die spielbestimmende Mannschaft, welche mit einem aggressiven Forechecking die Eisbären kaum ins Spiel kommen ließ.
Aber die Hausherren fanden dennoch einen Weg ins Spiel und am Ende erwies man sich auch als äußerst effektiv und eiskalt vor dem Tor. Mitch Reinke mit dem Zuspiel auf Freddy Tiffels, welcher die Scheibe vor dem Tor stark behaupten konnte. Über Umwege fand sie den Weg zu Markus Niemeläinen und der krönte sein Debüt im Eisbären-Trikot mal eben mit seinem ersten Tor – 1:0 (7.). Einen besseren Start kann man sich nicht wünschen. Der Finne deute also bereits an, wie wertvoll er für die Berliner sein kann.
Die Eisbären waren direkt nach dem Führungstor in Überzahl, leisteten sich dort aber einen Turnover im Spielaufbau, was Jani Lajunen den Alleingang bescherte, aber er fand in „The Wall“ im Berliner Tor seinen Meister.
Auch in der Folge tauchte Prag immer wieder gefährlich vor Jake Hildebrand auf. Die Eisbären konnten aber hin und wieder für Entlastungsangriffe sorgen. Es war auch heute wieder eine sehr intensive und hart umkämpfte Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Die knappe 1:0-Führung der Eisbären nach 20 Minuten war dennoch sehr glücklich, denn Prag war über weite Strecken die bessere und vor allem gefährlichere Mannschaft.

Tor beim Debüt im Eisbären-Trikot: Verteidiger Markus Niemeläinen (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch das zweite Drittel begann mit Druck und einem Powerplay von Prag, welches die Berliner aber überstanden. Und dann zeigten sie wieder ihre Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Schneller Konter der Eisbären, Liam Kirk scheiterte noch am tschechischen Goalie, aber Blaine Byron versenkte den Abstauber im Tor – 2:0 (22.).
Sparta dürfte am grübeln gewesen sein, wie man hier 0:2 hinten liegen konnte. Man war die spielbestimmende Mannschaft, erspielte sich beste Möglichkeiten, aber die Eisbären zeigten den Tschechen, wie man effektiv Eishockey spielt. Selbst einen 2-auf-1-Konter ließen die Tschechen ungenutzt bzw. fanden ein weiteres Mal in Jake Hildebrand ihren Meister.
Was man in dieser Saison von den Eisbären erwarten kann, zeigten sie bei einem Angriff Mitte des zweiten Drittels. Ein blitzsauber vorgetragener Konter mit One-Touch-Hockey über Mitch Reinke, Leo Pföderl und Zach Boychuk. Das war schon ein überragender Spielzug gewesen, der aber leider nicht von Erfolg gekrönt war.
Die zweiten zehn Minuten des Mitteldrittels gestalteten die Eisbären deutlich ausgeglichener. Es war weiterhin ein hochklassiges CHL-Spiel, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. Weitere Chancen waren vorhanden, aber Tore sollten keine mehr fallen. Die Eisbären lagen also nach 40 Minuten mit 2:0 vorne.

Blaine Byron erzielt das 2:0 für die Eisbären Berlin. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Das letzte Drittel bot zunächst vor allem weiterhin sehr hart umkämpftes Eishockey. Torraumszenen gab es kaum zu sehen, weil es beide Defensivreihen verstanden, defensiv die gefährlichen Räume zuzumachen. Und dennoch war das Spiel weiterhin sehr gut anzuschauen. Spätestens nach diesem Wochenende sollte auch dem letzten Fan klar geworden sein, dass die Champions Hockey League (CHL) ein hochklassiger Wettbewerb ist. Die Zuschauerzahlen ließen es auf jeden Fall vermuten, dass man endlich auch in Berlin den Wettbewerb annimmt. Nach einem ausverkauften „Welli“ am Freitagabend fanden am Sonntagabend immer noch 3.756 Zuschauer den Weg in den altehrwürdigen Wellblechpalast. Was mehr der Uhrzeit am Sonntag geschuldet sein dürfte als dem Wettbewerb.
Im letzten Drittel versuchte Sparta Prag derweil nochmals alles, warf alles nach vorne und wollte hier unbedingt noch etwas Zählbares mit aus der Hauptstadt nehmen. Aber die Eisbären raubten ihnen drei Minuten vor dem Ende des Spiels die letzte Hoffnung. Ein stark vorgetragener Konter über Freddy Tiffels und Gabriel Fontaine sorgte für die endgültige Entscheidung. Eric Hördler hatte Tiffels auf die Reise geschickt, der hatte das Auge für Fontaine und dessen Direktabnahme flog ins tschechische Tor – 3:0 (57.).
Prag versuchte es am Ende in Überzahl zwar nochmal mit sechs Mann, aber auch das blieb ohne Erfolg. Die Eisbären verteidigten das bis zum Ende mit enorm viel Leidenschaft und sicherten sich somit den nächsten Sieg in der CHL.

Die Eisbären sind bereits jetzt in beeindruckender Frühform. Und das, obwohl noch wichtige Leistungsträger fehlen. Die beiden Spiele gegen Pardubice und Prag haben der DEL-Konkurrenz gezeigt, was sie in der Saison erwartet, wenn sie auf den amtierenden deutschen Meister treffen. Die Neuzugänge machen ein ohnehin schon starkes Team noch stärker. Die Mannschaft tritt gefühlt mit noch mehr Leidenschaft als in der vergangenen Saison auf. Die Defensivarbeit an diesem Wochenende war überragend, die Disziplin stimmte und vor dem Tor war die Effektivität wieder ein wichtiger Trumpf. Viele Experten haben im Vorfeld der DEL-Saison gesagt, dass die Meisterschaft nur über die Eisbären Berlin geht. Die Hauptstädter haben an diesem Wochenende den Beweis abgeliefert, dass es genau so ist. Wer Deutscher Meister werden will, muss die Eisbären schlagen. Und das wird nicht einfach. Was freue ich mich auf die neue DEL-Saison!

Noch was in eigener Sache: Die Spiele im Welli war für viele Fans eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Dort, wo man große Siege aber auch bittere Niederlagen erlebt hat. Dort, wo man die erste DEL-Meisterschaft gefeiert hat. Und es war auch eine Rückkehr in das „Wellis“, das Restaurant im hinteren Teil des Stadions. Auch dort gab es die ein oder andere Begegnung mit ehemaligen Spielern. Viele Fans könnten darüber sicherlich Geschichten erzählen. Und dort gibt es auch wie früher ein unglaublich leckeres Catering, was man in der großen Arena vergebens sucht. Solltet ihr also im Oktober beim nächsten CHL-Spiel wieder im Welli sein, dann geht doch auch mal ins „Wellis“ und stattet den Mädels und Jungs einen Besuch ab. Sie haben es sich verdient!

3:2 n.P. gegen Pardubice: Die Eisbären erkämpfen sich mit einer sehr leidenschaftlichen Leistung zwei Punkte gegen das tschechische Top-Team

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe –  #2:

Die Eisbären Berlin haben ein Ausrufezeichen in der Champions Hockey League (CHL) gesetzt. Am Freitagabend bezwang man das tschechische Top-Team Dynamo Pardubice verdient mit 3:2 n. P. (1:1,1:0,0:1/0:0,1:0) und feierte damit den zweiten CHL-Sieg in Serie. 4.227 Zuschauer im ausverkauften Wellblechpalast sahen eine Partie auf sehr hohem europäischen Niveau. So diesem Zeitpunkt der Saison durchaus überraschend. Am Ende hatten die Eisbären das bessere Ende auf ihrer Seite und das, obwohl Serge Aubin einige Personalprobleme zu verkraften hatte.

In der Defensive musste der Head Coach gleich auf drei Spieler verzichten. Marco Nowak, Rio Kaiser und Korbinian Geibel fehlten verletzungsbedingt. Auch in der Offensive stand u.a. Ty Ronning nicht zur Verfügung. So mussten die Berliner heute mit nur fünf Verteidigern auskommen. Jonas Müller und Kai Wissmann sowie Olivier Galipeau und Mitch Reinke bildeten die Verteidigerpaare. Eric Mik war der fünfte Defender im Line-up des Deutschen Meisters.
Auch in der Offensive musste Serge Aubin umstellen. Marcel Noebels, Zach Boychuk und Leo Pföderl blieben als einzige Angriffsreihe zusammen. Liam Kirk und Blaine Byron bekamen statt Ty Ronning heute Lean Bergmann an ihre Seite. Freddy Tiffels stürmte mit Gabriel Fontaine und Eric Hördler zusammen. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Maxim Schäfer, Manuel Wiederer und Yannick Veilleux.
Im Tor stand Jake Hildebrand, Jonas Stettmer saß als Back-up auf der Bank.

Hart umkämpft ging es zur Sache zwischen den Eisbären und Pardubice (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Voraussetzungen waren also nicht die besten für das Duell mit dem CHL-Tabellenführer. Und doch hielt es die Eisbären nicht davon ab, druckvoll ins Spiel zu starten. Von Beginn an spielten die Berliner mit sehr hohem Tempo und sehr hoher Intensität. Man hatte sich sichtbar etwas vorgenommen gegen die Tschechen. Man spielte ein gutes Forechecking und störte Pardubice damit immer wieder. Damit stellte man sie auch vor Probleme, denn damit hatten sie nicht so recht gerechnet. Auch im ersten Powerplay überzeugten die Eisbären mit guten Spielzügen und einem guten Aufbau. Von Erfolg war dieses aber noch nicht gekrönt.
Mit zunehmender Spieldauer kam auch Pardubice besser ins Spiel und es entwickelte sich ein weiterhin sehr rasantes Spiel. Auf Tore mussten die Zuschauer jedoch bis zur zwölften Spielminute warten. Lean Bergmann war es, der den Torreigen eröffnete – 1:0. Die Führung sollte jedoch nur knappe zwei Minuten halten, denn dann glichen die Gäste in Überzahl zum 1:1 aus. Martin Kaut war der Torschütze (14.). Dabei hatten die Eisbären bis dahin ein sehr starkes Penalty Killing gezeigt, aber am Ende war es ein Tor des Willens, denn die Scheibe wurde förmlich herein gearbeitet. Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die erste Drittelpause.

Brachte die Eisbären im Mitteldrittel wieder in Führung: Freddy Tiffels (links) (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch das Mitteldrittel begann mit sehr hoher Intensität. Jeder Zuschauer, der heute den Weg in den altehrwürdigen Wellblechpalast gefunden hatte, hatte sein Kommen nicht bereut. Denn beide Teams boten europäisches Eishockey auf Spitzen-Niveau. Die Eisbären fanden wieder besser rein ins Drittel und erspielten sich leichte Vorteile. Und dennoch war immer wieder Vorsicht geboten, wenn Pardubice im Angriff war. Was aber weiterhin nicht sehr oft der Fall war, denn die Hauptstädter verstanden es, Pardubice so gut wie gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Man hielt sie sehr gut weg vom eigenen Tor und aus den gefährlichen Räumen. Die Tschechen konterten das mit einer teilweise sehr ruppigen Spielweise, auf die sich die Eisbären aber einließen und gut dagegen hielten.
Auch im Mitteldrittel ließen Tore lange auf sich warten und am Ende war es auch nur eins, aber dieses hatte es in sich. Kapitän Kai Wissmann hatte sich klasse durchgetankt und genau im richtigen Zeitpunkt die Scheibe in den Lauf von Freddy Tiffels gespielt, welcher am Ende zum 2:1 einnetzen konnte (34.). Was für eine starke Kombination!
Erst in der Schlussphase konnte Pardubice mal so etwas wie Druck entfachen, aber die Defensive der Eisbären verteidigte das mit enorm viel Leidenschaft weg. Aber nicht nur die Defensive, nein, alle Feldspieler arbeiteten heute enorm hart für den Erfolg. Genau das hatte Trainer Aubin nach Spielende auch nochmal hervorgehoben, als er Verteidiger und Stürmer für ihren Einsatz lobte.

War am Ende mit zwei Toren im Penaltyschießen der Matchwinner: Leo Pföderl (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Genau diesen leidenschaftlichen Einsatz brauchte es auch im Schlussdrittel, denn die Tschechen warfen im letzten Drittel nochmal alles nach vorne. Pardubice dominierte das letzte Drittel, setzte die Eisbären immer wieder unter Druck und drängte auf den Ausgleich. Aber auch hier verteidigten die Eisbären das mit sehr hoher Leidenschaft. Jeder kämpfte für jeden. Genau das will das Trainerteam sehen.
Die Eisbären waren aber nicht nur in die eigene Zone gedrängt, nein, sie hatten auch ihre Chancen. Und die erste schon Sekunden nach Wiederbeginn, als Liam Kirk mit einem Alleingang scheiterte. Wenn der Neuzugang da getroffen hätte, wäre die Partie wohlmöglich früher entschieden gewesen.
So aber mussten die Eisbären weiter zittern, überstanden auch ein sehr starkes Powerplay von Pardubice, mussten dann aber doch 1:37 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den erneuten Ausgleich hinnehmen. Mit sechs Mann auf dem Eis schlug deren Top-Scorer Roman Červenka zu und sicherte Pardubice doch noch einen Punkt und die Verlängerung.

Erleichterung nach Spielende bei den Spielern der Eisbären Berlin. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch diese war hart umkämpft. Beide Teams schenkten sich nichts und gaben alles. Pardubice dominierte die Overtime, aber auch die Eisbären tauchten zweimal gefährlich vor dem tschechischen Tor auf. Trotzdem blieb die Verlängerung torlos und so musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Durchaus keine Parade-Disziplin der Hauptstädter, aber heute klappte es. Und doch bedurfte es satte zwölf Schützen (beide Teams zusammengerechnet), ehe die Entscheidung fiel. Am Ende war es Leo Pföderl, welcher gleich zweimal im Penaltyschießen erfolgreich war. Somit sicherte er den Eisbären den mehr als verdienten Extrapunkt.

Drei Punkte wären aber möglich gewesen und darüber ärgerte man sich auch kurz. Und doch stellte Kapitän Kai Wissmann nach dem Spiel fest, dass man auch mit den zwei Punkten zufrieden sein muss. Denn man hat gegen ein Top-Team ein super Spiel abgeliefert. Und das arg dezimiert. Aber die Eisbären haben mit enorm viel Leidenschaft gespielt und gezeigt, zu was sie zu leisten imstande sind in dieser Saison. Für den Zeitpunkt der Saison war das schon eine erstaunlich starke Leistung auf sehr hohem Niveau. Der Konkurrenz dürfte Angst und Bange sein, dass die Eisbären bereits wieder in guter Frühform sind. Und wie gesagt, dass noch lange nicht in Bestbesetzung.

4:1 in Polen: Die Eisbären schlagen zurück und feiern den ersten CHL-Sieg in dieser Saison

Die Eisbären Berlin haben eine Reaktion auf die Niederlage zum CHL-Auftakt in Växjö gezeigt. Beim polnischen Meister Unia Oswiecim setzte sich der deutsche Meister verdient mit 4:1 (1:1,1:0,2:0) durch und feierte damit den ersten Sieg in dieser CHL-Saison. Was Trainer Serge Aubin besonders freuen dürfte, ist der Fakt, dass drei verschiedene Reihen die Tore erzielten und dazu mit Jonas Müller auch ein Verteidiger traf.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte das selbe Personal zur Verfügung wie im Auftaktspiel bei den Växjö Lakers und nahm nur minimale Veränderungen am Line-up vor. So stand heute Jonas Stettmer anstelle von Jake Hildebrand im Tor. Und in der Offensive tauschten Gabriel Fontaine und Manuel Wiederer die Reihen. Fontaine rückte in die dritte Reihe zwischen Freddy Tiffels und Lean Bergmann. Wiederer war Center der vierten Reihe zwischen Eric Hördler und Yannick Veilleux.

Brachte die Eisbären im ersten Drittel in Führung: Blaine Byron (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären bekamen früh im Spiel die Chance in Überzahl zu agieren. Ganze 25 Sekunden dauerte es nur bis zur ersten Strafe gegen den polnischen Meister. Das Powerplay sah gut aus und man erspielte sich auch gute Chancen, doch von Erfolg gekrönt war dieses wie bereits am Donnerstag in Växjö noch nicht.
Die Berliner waren fortan die spielbestimmende Mannschaft, ohne sich dabei jedoch zwingende Chancen herauszuspielen. Es dauerte bis zu 12. Spielminute, ehe die Eisbären ihre Überlegenheit auch auf die Anzeigetafel brachten. Blaine Byron hatte vom rechten Bullykreis abgezogen und die Scheibe in der langen Ecke versenkt – 1:0 (12.).
Die Eisbären hatten danach weiter alles im Griff, ließen kaum etwas Gefährliches von Oswiecim zu. Die Polen waren zwar auch bemüht und deuteten an, dass sie durchaus schnell umschalten können. Aber die Berliner Defensive stand sehr stabil und machte die gefährlichen Räume zu.
Youngster Rio Kaiser machte in einem Wechsel auf sich aufmerksam, als er es zweimal von der blauen Linie versuchte. Guter Auftritt von der Nummer 17.
Gefahr drohte allerdings in den letzten zwei Minuten, als die Gastgeber das erste Powerplay hatten. Und dort schlugen sie tatsächlich zu, weil man dem Torschützen Hampus Olsson zu viel Platz im Slot ließ – 1:1 (19.). Bitter für die Eisbären, denn das Ergebnis nach dem ersten Drittel spiegelte nicht das Geschehen auf dem Eis wider. Aber die Special Teams sind eben international von enormer Bedeutung. Das spürten die Berliner auch heute wieder.

Sorgte im zweiten Drittel für die erneute Eisbären-Führung: Lean Bergmann (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Drei Minuten waren im zweiten Drittel gespielt, da packten Lean Bergmann und Freddy Tiffels den Doppelpass aus und Bergmann vollendete am Ende wunderschön zum 2:1 (23.). Das war ganz stark von den beiden Stürmern gespielt! Die richtige Antwort der Berliner auf den bitteren Ausgleich kurz vor Ende des ersten Drittels.
Die Eisbären auch danach mit mehr Spielanteilen. Die Hausherren lauerten vermehrt auf Konter, um dann schnell umzuschalten, was ihnen aber nur in den seltensten Fällen gelang. Die Eisbären waren dem 3:1 näher als Oswiecim dem Ausgleich.
Auch in diesem Drittel wieder ein Blick auf die Youngster und gelungene Aktionen. Diesmal war es Eric Hördler, welcher sich Mitte des zweiten Drittels klasse bis zum Tor durchgekämpft hatte und dort auch zum Abschluss kam. Da hatte Hördler Junior seinen Körper richtig stark eingesetzt und sich diese Chance herausgespielt. Da will jemand in dieser Saison den nächsten Schritt machen. Stark, Eric!
Oswiecim hatte im Powerplay seine beste Chance bis hierhin in diesem Drittel. Aber Jonas Stettmer verhinderte mit einem sensationellen Save den erneuten Ausgleich der Polen.
Zum Ende hin hatten auch die Eisbären nochmal ein Powerplay und kamen da zu guten Chancen, aber Linus Lundin ließ keine Scheibe durch. Alleine ihrem Goalie hatten es die Polen zu verdanken, dass man hier noch im Spiel war. Andernfalls müssen die Berliner natürlich im Verlauf der Saison auch an ihrer Effektivität vor dem Tor arbeiten. So stand nach 40 Minuten ein 2:1 für die Hauptstädter.

Zielte im Schlussdrittel ganz genau und traf zum 4:1-Endstand in Polen: Verteidiger Jonas Müller (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im letzten Drittel das gleiche Bild. Die Eisbären die bessere Mannschaft, aber mit fehlendem Glück im Abschluss. So blieb die Partie spannend und Oswiecim lauerte daher natürlich auch auf seine Chance, hier doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Eine ganz unangenehme Situation für die Eisbären, die mit einem dritten Tor für etwas mehr Ruhe hätten sorgen können. So aber musste die Mannschaft von Trainer Serge Aubin weiter um den ersten Sieg in der CHL zittern.
Zumindest bis zur 48. Spielminute, dann fuhren Zach Boychuk und Marcel Noebels den 2-auf-1-Konter und Noebi erhöhte auf 3:1. Stark gespielter Konter, welcher endlich für mehr Ruhe sorgte. Und den Polen auch so ein wenig die Hoffnung auf einen Punkt gegen den deutschen Meister raubte.
In der Folge ließen die Eisbären nicht mehr viel anbrennen. Man machte weiter die gefährlichen Räume zu und ließ kaum etwas zu von Oswiecim. Und vorne sorgte man für die endgültige Entscheidung, Jonas Müller mit dem Hammer rund drei Minuten vor dem Ende – 4:1 (57.).
Die Hausherren hatten zum Ende hin nochmal die dicke Chance mit zwei Mann mehr auf dem Eis, hier doch nochmal zurück ins Spiel zu kommen. Aber die Eisbären ließen nichts mehr zu und brachten das 4:1 souverän über die Zeit. Nächstes Wochenende geht es dann mit zwei Heimspielen im Welli weiter. Kommt alle in die altehrwürdige Halle und unterstützt die Eisbären in diesem Wettbewerb, der euch nebenbei echt schönes Eishockey bietet!

5:0 in Weißwasser! Erfolgreicher Auftakt für die Eisbären – Liam Kirk überzeugt mit vier Scorerpunkten

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe –  #1

Erfolgreicher Auftakt in die Saisonvorbereitung für die Eisbären Berlin. Vor 2.775 Zuschauern in der Eisarena Weißwasser setzte sich der DEL-Rekordmeister deutlich mit 5:0 (1:0,4:0,0:0) gegen den Kooperationspartner Lausitzer Füchse durch und wurde somit seiner Favoritenrolle mehr als gerecht. Die Goalies Jake Hildebrand (40 Minuten) und Linus Vieillard (20 Minuten) feierten jeweils einen Shutout. Liam Kirk überzeugte bei seinem Debüt im Eisbären-Trikot mit zwei Toren und zwei Vorlagen. Auch Blaine Byron (1T/3A) und Ty Ronning (1T/2A) zeigten sich in Scorerlaune.

Bei bestem Eishockeywetter machten sich zwei Busse und viele Einzelfahrer auf den kurzen Weg nach Weißwasser. Dort angekommen machten die Eisbären-Fans das Auswärtsspiel erwartungsgemäß zum Heimspiel. Auch bei den Fans war die Freude nach der langen Sommerpause wieder enorm groß auf Eishockey. Und eins kann man nach dem Spiel gewiss sagen: Keiner hat über den Sommer die Fangesänge vergessen. Und auch der Autor dieses Spielberichtes mischte sich mal wieder unter die Fans und konnte die Eisbären so auch mal wieder supporten.

Erzielte das erste Tor der Eisbären Berlin in der Saisonvorbereitung: 2024/2025: Blaine Byron (Foto: City-Press)

Hinein ins erste Spiel der Saison 2024/2025, welche eine besondere für die Fans und Spieler der Eisbären Berlin wird. Schließlich feiert der Hauptstadtclub in diesem Jahr den 70. Geburtstag. Und dieser wird in dieser Saison noch sehr oft zelebriert.
Dass uns auch dieses Jahr eine Saison mit viel Freude bevorstehen könnte, sah man direkt im ersten Drittel. Die Neuzugänge zeigten sich bereits gut integriert in die Mannschaft, die Abläufe im Spiel sahen schon sehr flüssig aus, wenn gleich noch nicht alles stimmen konnte. Was aber zu dem Zeitpunkt der Vorbereitung niemanden verwundern dürfte. Und doch zeigten die Eisbären im ersten Testspiel schon den ein oder anderen Spielzug, der den Fan mit einem Staunen zurückließ. Man hat heute bereits einen Eindruck davon gewinnen können, was uns in den nächsten Monaten auf dem Eis erwarten wird.
Die Berliner erspielten sich gute Chancen und überzeugten mit viel Tempo im Spiel. Die Verteidiger der Füchse bekamen einiges zu tun und auch Goalie Jonas Stettmer, welcher heute das Tor des Kooperationspartners hütete.
Weißwasser versteckte sich auch nicht, hatte aber bei weitem nicht so viele Offensivaktionen wie die Berliner. Die Eisbären mussten aber dennoch bis zur 16. Spielminute auf den ersten Treffer warten. Marco Nowak und Liam Kirk setzten Blaine Byron in Szene, welcher Stettmer tunnelte und so das erste Tor für die Eisbären Berlin in der Saison-Vorbereitung erzielte – 1:0. Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die erste Drittelpause. Weißwasser hatte aber kurz vor der Sirene nochmal eine gute Chance zum Ausgleich.

Überzeugte beim Debüt im Eisbären-Trikot mit zwei Toren und zwei Vorlagen: Liam Kirk (Foto: City-Press)

Weißwasser hatte sich für das Mitteldrittel viel vorgenommen und war in der Anfangsphase des zweiten Drittels das bessere Team. Bei den Eisbären stimmte in dieser Phase die Zuordnung nicht und so bekamen die Füchse zwei, drei Alleingänge. Doch Jake Hildebrand bewies einmal mehr seine klasse Fähigkeiten zwischen den Pfosten.
Danach setzte sich die Klasse der Eisbären durch, denn die erhöhten auf einmal die Schlagzahl und dominierten fortan das Mitteldrittel nach Belieben. Freddy Tiffels sah Gabriel Fontaine und der netzte zu seinem ersten Tor im Eisbären-Trikot ein – 2:0 (27.).
Mitte der Partie war eine Strafzeit gegen Weißwasser angezeigt, doch die Eisbären zogen bereits bei 6:5 ein starkes Powerplay auf und schnürten die Hausherren ins eigene Drittel ein. Diese konnten sich nicht befreien und mussten das 3:0 durch Ty Ronning hinnehmen. Byron hatte ihn vor dem Tor in Szene gesetzt und Ronning ließ Stettmer keine Chance (30.).
Die Eisbären spielten sich nun richtig warm und fanden ihren Rhythmus. Und nun bekamen die Eisbären-Fans auch einen ersten Geschmack davon, was man von Neuzugang Liam Kirk in dieser Saison erwarten kann. Für mich persönlich der Spieler, auf den man in der neuen Saison ganz besonders achten sollte. Es lief die 34. Spielminute, als Kirk zu einem satten Schuss ausholte und auf 4:0 stellte.
Kirk war es auch, der vier Minuten vor der zweiten Drittelpause auf 5:0 erhöhen konnte. Die Eisbären überzeugten mit schnellem Spiel. Immer wieder wurde der Abschluss gesucht, egal welcher Spieler gerade in Scheibenbesitz war. Das machte schon richtig Laune heute und fünf Tore durften wir ja auch schon bis hierhin bejubeln. Im zweiten Drittel kam dann aber keiner mehr dazu.

Auch Gabriel Fontaine trug sich beim Debüt im Eisbären-Trikot in die Torschützenliste ein. (Foto: City-Press)

Zum Schlussdrittel wechselte Trainer Serge Aubin beinahe schon erwartungsgemäß den Goalie aus. Jake Hildebrand hatte Feierabend und Linus Vieillard kam für ihn ins Berliner Tor. Der junge Goalie konnte im letzten Drittel sein Können andeuten und überstand das Drittel ohne Gegentor.
So ein wenig war der Schwung aber auch raus aus dem Spiel, was angesichts des Spielstandes nicht verwunderte. Die Eisbären probierten noch ein wenig aus und versuchten zwischendurch auch immer mal wieder zu zaubern. Weißwasser kämpfte aufopferungsvoll, aber belohnen konnten sie sich am Ende nicht. Ein Ehrentreffer wäre dabei durchaus verdient gewesen.
Was im letzten Drittel noch zu erwähnen ist: Zum einen der Fakt, dass beide Fanlager den Dynamo-Wechselgesang anstimmten und so für eine stimmungsvolle Kulisse sorgten. Richtig emotional wurde es dann aber noch während des Spiels aber auch nach Spielende, als die Eisbären-Fans für Tobi Eder sangen. Auch an dieser Stelle nochmal die allerbesten Genesungswünsche an unsere Nummer 22!

Am Ende blieb es beim standesgemäßen 5:0 für den DEL-Club beim Kooperationspartner. Die Eisbären hatten mehr Tempo im Spiel, spielten es sehr clever und abgezockt und präsentierten bereits sehr schöne Spielzüge. Man hat heute einen ersten Eindruck von der Spielidee von Serge Aubin erhalten. Die Neuzugänge passen perfekt ins System vom Trainer und haben bereits ihr Können angedeutet. Es war also ein rundum perfekter erster Test für die Eisbären, der Hoffnung für die neue Saison macht.

Die Eisbären Berlin in der Saison 2023/2024: Vom Abstiegskampf zur zehnten deutschen Meisterschaft

Die Saison 2023/2024 ist seit etwas mehr als einer Woche beendet und die Eisbären Berlin haben ihre zehnte deutsche Meisterschaft gefeiert. In der Finalserie setzten sich die Hauptstädter mit 4:1-Siegen gegen das Überraschungsteam der Saison, die Fischtown Pinguins Bremerhaven, durch und bauten somit ihren Vorsprung als DEL-Rekordmeister aus. Wir blicken heute noch einmal zurück auf diese Meistersaison der Eisbären.

Wer hatte vor dieser Saison ernsthaft mit dem Ausgang der Saison 2023/2024 gerechnet? Die Eisbären hatten in der Vorsaison als zweifacher deutscher Meister in Folge erstmals seit 22 Jahren wieder die Playoffs verpasst. Am Ende der Hauptrunde reichte es nur zu Platz elf mit drei Punkten Rückstand auf Platz zehn, den damals die Löwen Frankfurt belegten und somit sich das letzte Ticket für die erste Playoff-Runde sicherten. Lange Zeit steckten die Berliner in der Saison im Abstiegskampf, es drohte der Absturz in die DEL2. Während bei anderen Vereinen in der DEL Panik ausgebrochen wäre und man sich mit sofortiger Wirkung vom Trainerteam getrennt hätte, behielt die Chefetage der Eisbären Berlin absolute Ruhe, analysierte die Situation bereits während der katastrophalen Saison und kam zum Entschluss, dass man mit Trainer Serge Aubin und Co-Trainer Craig Streu weiter arbeiten möchte. Für diese Entscheidung hagelte es seinerseits ordentlich Kritik, doch mit ein wenig Abstand werden auch die Kritiker heute einsehen, dass das genau die richtige Entscheidung von Geschäftsführer Thomas Bothstede und Sportdirektor Stéphane Richer war. Denn Serge Aubin zahlte genau dieses Vertrauen jetzt mit dem Gewinn der zehnten deutschen Meisterschaft zurück.

Enttäuschte Gesichter nach dem Verpassen der Playoffs 2023: (Foto von Marco Leipold/City-Press GmbH)

Die Verantwortlichen des Hauptstadtclubs setzten sich nach dem Verpassen der Playoffs zusammen, analysierten alles ganz genau und sorgten im Sommer für einen radikalen Umbruch im Kader. Satte 15 Spieler mussten die Eisbären damals verlassen. Beide Torhüter (Tobias Ancicka/Juho Markkanen), zwei Verteidiger (darunter auch die Club-Legende Frank Hördler, welchen es nach Selb in die DEL2 zog) und elf Stürmer (u.a. Matt White, Giovanni Fiore, Peter Regin) erhielten keinen neuen Vertrag bei den Eisbären.
Dem gegenüber standen zwölf Neuzugänge vor und zwei Neuzugänge während der Saison 2023/2024. Und im Gegensatz zur Vorsaison, wo fast kein Transfer zum Volltreffer wurde, schlugen nahezu alle Neuzugänge in der abgelaufenen Saison ein. Sportdirektor Stéphane Richer hatte diesmal mehr als nur einmal ein goldenes Händchen und bastelte im vergangenen Sommer ein Team, welches definitiv das Zeug hatte, am Ende die Meisterschaft wieder nach Berlin zu holen.

Das Bild der Saison – Deutscher Meister 2024: Eisbären Berlin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Fangen wir aber an bei der so wichtigen Torhüter-Position, wo sich die Eisbären mit Jonas Stettmer (Ingolstadt) und Jake Hildebrand (Frankfurt) verstärkten. Ich glaube, uns allen liegen noch die kritischen Aussagen einiger Fans im Ohr, die damals die Verpflichtung von Jake Hildebrand kritisierten, dass man mit ihm keine Meisterschaft gewinnen kann. Ich glaube, Jake hat alle Kritiker Lügen gestraft und deutlich bewiesen, dass er zu den absoluten Top-Goalies in der PENNY DEL zählt. In der Hauptrunde überzeugte Hildebrand bereits mit einer Fangquote von 91,72 Prozent und einem Gegentorschnitt von 2,38 pro Spiel sowie drei Shutouts. In den Playoffs steigerte sich Hildebrand nochmal und wuchs förmlich über sich hinaus. In den Playoffs kam er auf eine Fangquote von 93,60 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,91 pro Spiel. In den letzten drei Finalspielen kassierte er nur noch zwei Gegentore und feierte im entscheidenden fünften Spiel sogar einen Shutout. Jake Hildebrand war mit einer der wichtigsten Faktoren, warum die Berliner am Ende die zehnte deutsche Meisterschaft feiern konnten.
Jonas Stettmer kam in der Hauptrunde in 13 Spielen zum Einsatz, wo er stets zu überzeugen wusste. Auch seine Werte nach der Hauptrunde konnten sich mehr als sehen lassen. Eine Fangquote von 91,33 Prozent sowie einen Gegentorschnitt von 2,28 pro Spiel zeigten, dass die Eisbären über ein sehr starkes Torhüter-Duo verfügten. Stettmer feierte zudem auch noch einen Shutout.

Vor der Saison kritisiert, am Ende dann aber der gefeierte Held: Goalie Jake „The Wall“ Hildebrand“: (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

In der Defensive sorgte Richer mit der Rückkehr von Kapitän Kai Wissmann für den Königstransfer vor der Saison. Dazu kamen Ben Finkelstein (Wien), der jedoch während der Saison seine Karriere beenden musste, und Rio Kaiser (Salzburg). Während der Saison stieß dann auch noch Thomas Schemitsch dazu.
Wissmann übernahm sofort wieder Verantwortung in der Berliner Defensive und wurde wieder zu einem unverzichtbaren Leistungsträger. Mit 30 Scorerpunkten (5T/25A) war Wissmann am Ende der Hauptrunde sogar sechstbester Scorer in der internen Scorer-Wertung der Eisbären. Und das in nur 44 Spielen, denn der Verteidiger fehlte zwischenzeitlich verletzt. Wissmann verlieh der in der Vorsaison doch arg anfälligen Berliner Defensive deutlich mehr Stabilität und das machte zugleich auch seine Mitspieler besser. In den Playoffs scorte Wissmann auch nochmal stark und kam am Ende auf zehn Scorerpunkte (2T/8A), was ihm Platz fünf in der internen Scorer-Wertung einbrachte.
Finkelstein kam mit vielen Vorschusslorbeeren in die Hauptstadt, leider musste er aber im Laufe der Hauptrunde seine Karriere vorzeitig beenden. Am Ende standen für ihn 15 Vorlagen zu Buche. Es wäre spannend gewesen, wie sich Finkelstein in Berlin weiter entwickelt hätte.
Rio Kaiser kam insgesamt nur auf drei Spiele in der letzten Saison, was eine Bewertung extrem schwierig macht. Aber seine Zeit wird noch kommen und vielleicht kommt er in der neuen Saison auf mehr DEL-Einsätze.
Kommen wir zu Thomas Schemitsch, welchen die Eisbären kurz vor Ende der Hauptrunde verpflichteten. In fünf Hauptrundenspielen kam er auf starke vier Scorerpunkte (1T/3A). Man merkte ihm seine lange Pause überhaupt nicht an, er fügte sich nahtlos ins Team der Eisbären ein und harmonierte direkt mit seinem alten Kumpel Julian Melchiori, welchem er direkt zu den ersten Saisontoren verhalf. In den Playoffs kamen nochmal vier Assists hinzu. Die Verpflichtung von Schemitsch war zunächst mit einem Risiko versehen, entpuppte sich am Ende aber als Volltreffer. Bleibt zu hoffen, dass wir ihn nächste Saison wieder in Berlin auf dem Eis sehen.

Zwei enorm wichtige Leistungsträger in der Defensive der Eisbären Berlin: Jonas Müller (links) und Kapitän Kai Wissmann (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

In der Offensive gab es den größten Umbruch und dort gelang es Sportdirektor Richer, echte Kracher nach Berlin zu holen. Ty Ronning (Ingolstadt), Rückkehrer Blaine Byron (Oskarshamn), Patrice Cormier (Yekaterinburg), Michael Bartuli (Bad Nauheim), Lean Bergmann (Mannheim), Tobias Eder (Düsseldorf) und Frederik Tiffels (München). Zudem kam Jeadon Descheneau während der Hauptrunde. Gerade die Transfers auf dem deutschen Spielersektor sorgten für Aufsehen bei der Konkurrenz, denn da waren schon einige Top-Spieler dabei.
Ronning machte in der vergangenen Saison in Ingolstadt auf sich aufmerksam und diese Leistung konnte er in Berlin bestätigen. In der Hauptrunde kam der kleine Flitzer nur auf 27 Spiele, sammelte dort aber starke 20 Scorerpunkte (13T/7A). In den Playoffs steigerte sich Ronning nochmal und erzielte acht Tore und bereitete ein weiteres Tor vor. Gerade sein Hattrick im vierten Finalspiel gegen Bremerhaven bleibt in Erinnerung, als er die Schwachstelle von Pinguins-Goalie Kristers Gudlevskis offenbarte. Mit den acht Treffern wurde er zu Berlins Top-Torjäger in den Playoffs.
Byron machte nach einem Jahr Pause direkt da weiter, wo er in Berlin vor einem Jahr aufgehört hatte. Auch er kam verletzungsbedingt nur auf 33 Spiele, in denen er aber auf satte 26 Scorerpunkte (9T/17A) kam. In den Playoffs kamen nochmal elf Scorerpunkte (5T/6A) hinzu, wovon er vier Punkte in Überzahl sammelte.
Auch Cormier wurde zu einem wichtigen Puzzleteil auf dem Weg zur Meisterschaft und entwickelte sich zu seinem Spieler, gegen den man nicht gerne spielte. In 37 Hauptrundenspielen kam er auf 21 Scorerpunkte (12T/9A). Vier seiner zwölf Tore erzielte er dabei in Überzahl. In den Playoffs kam nur noch ein Assist hinzu, aber da war Cormier auch eher als physischer Spieler gefragt, der dem Gegner unter die Haut gehen sollte.
Bartuli war als U23-Spieler eingeplant und kam in 32 Spielen auf eine Torvorlage. Viel Eiszeit bekam er von Trainer Serge Aubin aber nicht.
Lean Bergmann kam verletzungsbedingt in der Hauptrunde nur auf 15 Spiele, in denen er aber bereits andeutete, wie wichtig er für die Mannschaft von Trainer Aubin werden könnte. Drei Tore und drei Assists standen für ihn am Ende der Hauptrunde zu Buche. In den Playoffs kam dann die Serie gegen Mannheim und sein legendärer Torjubel sowie der Fight gegen Leon Gawanke. Spätestens seit dem ist Bergmann ein Publikumsliebling in Berlin. Zwei Tore und zwei Assists steuerte die Nummer zehn in den Playoffs noch hinzu.
Tobi Eder schlug voll ein und erzielte in der Hauptrunde starke 22 Tore und bereitete zudem noch neun weitere Tore vor. Vier Tore erzielte er dabei in Überzahl. Drei Tore und drei Vorlagen folgten noch in den Playoffs. Die erste Saison von Tobi Eder als Eisbär war ein voller Erfolg!
Mit Freddy Tiffels gelang Richer ein weiterer Königstransfer. In 50 Hauptrundenspielen erzielte der deutsche Nationalstürmer zwölf Tore und bereitete 26 (!) Tore vor. Fünf Tore erzielte er dabei in Überzahl. Aber gerade seine Arbeit in Unterzahl zeichnete die Nummer 95 aus, als er die Gegner immer wieder früh im Spielaufbau störte – meistens auch erfolgreich. In den Playoffs sammelte er nochmal starke neun Punkte (2T/7A) und war somit auch ein Garant für die Meisterschaft. Wie eigentlich nahezu alle Spieler im Kader der Eisbären Berlin!
Descheneau kam in der Hauptrunde 17-mal zum Einsatz, erzielte fünf Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor.

Drei Neuzugänge, die direkt eingeschlagen haben: Tobi Eder (links), Blaine Byron (mitte) und Freddy Tiffels (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Natürlich schauen wir auch auf die Spieler, die nach der verkorksten Saison 2022/2023 weiterhin das Trikot der Eisbären trugen. In der Defensive waren das Morgan Ellis, Marco Nowak, Eric Mik, Jonas Müller, Korbinian Geibel und Julian Melchiori. Und da muss man allen voran Eric Mik nennen, der mit sechs Toren in der Hauptrunde der Top-Torjäger unter den Verteidigern wurde. Mik hat den nächsten Schritt gemacht und bewiesen, was für ein starker und vor allem wichtiger Spieler er für die Eisbären ist.
Ellis kam wie Wissmann auf fünf Tore in der Hauptrunde, Müller und Melchiori auf je vier Treffer. Müller stach vor allem mit seinen 20 Torvorlagen in der Hauptrunde hervor, welche ihm Platz sechs in der teaminternen Scorer-Wertung einbrachte. Aber auch Ellis (16A) und Melchiori (13A) scorten in Sachen Assists zweistellig.
Besonders hervorheben möchte ich aber Korbinian Geibel, denn der Youngster hat sich seinen Stammplatz im Profiteam erspielt und das absolut zurecht. Er absolvierte alle 52 Hauptrundenspiele und bereitete vier Tore vor. Geibel hat definitiv eine große Zukunft vor sich und es bleibt zu hoffen, dass er den Eisbären noch viele Jahre erhalten bleibt.
Und dann muss man natürlich auch noch Marco Nowak erwähnen, der keine einfache Saison hatte und meist als überzähliger Spieler auf der Tribüne saß. Und trotzdem hat er sich stets in den Dienst der Mannschaft gestellt und war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Was nicht selbstverständlich in so einer Situation ist, aber einmal mehr beweist, was für ein feiner Mensch Marco Nowak ist.
In den Playoffs trugen sich Müller (3), Wissmann (2) und Melchiori (1) nochmal in die Torschützenliste ein und gerade Müller sein Solo gegen Bremerhaven in Finalspiel zwei bleibt wohl auf ewig in Erinnerung. In Sachen Assists sticht natürlich Kapitän Kai Wissmann hervor, der insgesamt acht Tore vorbereitete. Ebenso erwähnenswert sind die je drei Assists von Marco Nowak (da er nur dreimal zum Einsatz kam) und Korbinian Geibel, der wie bereits erwähnt den nächsten Schritt gemacht hat.
Insgesamt hatten die Eisbären eine deutlich gefährlichere Defensiv-Abteilung als noch in der verkorksten Vorsaison.

Machte in der letzten Saison einen großen Schritt nach vorne: Korbinian Geibel (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Kommen wir aber nun zum Prunkstück der Meistersaison, nämlich der Offensive. Ganze sieben Stürmer blieben noch übrig nach der Saison 2022/2023: Manuel Wiederer, Yannick Veilleux, Eric Hördler, Maximilian Heim, Zach Boychuk, Marcel Noebels und Leo Pföderl.
Noebels lieferte wie eh und je ab und war am Ende der Hauptrunde der Top-Scorer der Eisbären mit 47 Scorerpunkten (13T/34A). Pföderl folgte direkt dahinter mit 45 Scorerpunkten (15T/30A). Boychuk wurde mit 23 Toren zum Top-Torjäger der Berliner, bereitete zudem auch nur 21 Tore vor. Veilleux traf 14-mal und gab 15 Assists, auch Wiederer traf zweistellig und kam auf elf Tore, dazu kommen noch 14 Assists.
Die Youngster Maxi Heim (2T/7A) und Eric Hördler (1T/5A) hatten natürlich auch ihren Anteil. Gerade das erste DEL-Tor von Eric in Wolfsburg bleibt natürlich in positiver Erinnerung.
In den Playoffs muss man natürlich wen zuerst nennen? Genau! Leo Pföderl, den MVP der Playoffs. Der hat alleine im Finale nochmal ordentlich aufgedreht und war am Ende auch der Top-Scorer der Eisbären. Fünf Tore und zehn Assists steuerte die Nummer 93 in den Playoffs nochmal dazu. Diesmal gab es die umgekehrte Reihenfolge, denn diesmal folgte Noebels auf Platz zwei mit vier Toren und zehn Assists. Auch ein Boychuk lieferte mit elf Punkten (3T(8A) wieder enorm stark ab. Auch Manuel Wiederer, der auf drei Tore und drei Assists kam, ist wohl der am meisten unterschätzte Spieler im Kader der Eisbären. Was sicherlich auch daran liegt, dass er häufig in Reihe vier eingesetzt wurde. Aber was er kann, zeigte er, als er in den vorderen Reihen eingesetzt wurde. Ich sage nur Hattrick in München. Und dann muss man natürlich in den Playoffs auch Eric Hördler erwähnen, dem zwei Assists gelangen. Ja, kein berauschender Wert, aber Eric ist eben ein Youngster und bekam nicht so viel Eiszeit, was das dann eben wieder zu etwas ganz Besonderem machte.

Playoff-MVP Leo Pföderl. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Insgesamt muss man sagen, dass der Mix aus jungen und erfahrenen Spielern in diesem Jahr perfekt harmonierte. Die Eisbären hatten die verkorkste Saison 2022/2023 komplett aufgearbeitet und die richtigen Schlüsse gezogen. Waren die Transfers in der Vorsaison fast ausschließlich Fehlgriffe bzw. passten nicht ins Team-Gefüge, so schlugen in dieser Saison alle Neuzugänge ein. Stéphane Richer hat mal wieder bewiesen, dass er ein absoluter Top-Sportdirektor ist. Ja, er hat auch das Team der Vorsaison zusammengestellt und war sich der Schuld auch bewusst. Aber wie man darauf reagiert hat, verdient den aller größten Respekt. Auch der Mut, an Serge Aubin festzuhalten, ist in diesem Geschäft alles andere als üblich. Aber die Eisbären haben sich trotz Kritik dafür entschieden, am Trainer festzuhalten. Und somit kommen wir zum Trainer Serge Aubin.

Der Vater des Erfolges: Sportdirektor Stéphane Richer (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Aubin feierte mit den Eisbären seine dritte Meisterschaft in den vergangenen vier Jahren und hat mit den Berlinern noch keine Playoff-Serie verloren. Auch an ihm nagte die Vorsaison mit dem Verpassen der Playoffs. Aber wie er die neuen Spieler ins Team integrierte und daraus eine Spitzen-Mannschaft formte, verdient ebenso den aller größten Respekt. Man hatte zu Beginn der Saison damit gerechnet, dass es ein etwas holpriger Start werden könnte angesichts des doch großen Umbruchs im Sommer. Doch es kam anders und man startete mit drei Siegen zu Beginn und sieben Siegen aus den ersten zehn Spielen in die neue Spielzeit. Serge Aubin und seine beiden Co-Trainer Craig Streu und André Rankel hatten aus dem vorhandenen Personal schnell eine Spitzen-Mannschaft geformt, welche früh ihre Ansprüche deutlich machte. Vor der Saison war das ausgegebene Saisonziel ein Platz unter den ersten Vier. Relativ schnell wurde aber deutlich, dass diese Mannschaft in der Lage ist, um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen.
Man kassierte nie mehr als drei Niederlagen in Folge. Und diese kassierte man zum einen nach bzw. inklusive dem chaotischen Heimspiel gegen Wolfsburg (6:9), als man danach auch die Heimspiele gegen Düsseldorf (1:4) und Iserlohn (0:3) verlor. Auch zu Beginn des neuen Jahres verlor man nochmals drei Spiele in Serie (2:3 gegen Schwenningen/1:5 in Bremerhaven/2:6 in Straubing). Aber auch davon ließen sich die Berliner nie von ihrem Weg abbringen und gaben stets die Antwort danach auf dem Eis.

Meistercoach Serge Aubin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Auch vom Fehlstart in die Playoffs, als man Spiel eins gegen Mannheim mit 1:7 verlor und in Spiel zwei nach nicht einmal fünf Minuten bereits mit 0:2 hinten lag, ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Eisbären fanden immer eine Antwort, wurden immer wieder perfekt vom Trainerteam auf den jeweiligen Gegner eingestellt. Oder wie es Hannes in unserer Meisterfolge im Podcast sagte, dass die Eisbären es immer schafften, das zu zerstören, was den Gegner so stark und so gefährlich machte. Auch das ist ein Verdienst des Trainerteams.
Nach dem 1:7 gegen Mannheim folgten inklusive dem Halbfinale gegen Straubing sieben Siege in Serie. Erst in Spiel vier setzte es mal wieder eine Niederlage am Pulverturm. Danach sollten die Berliner nur noch das erste Finalspiel in Bremerhaven verlieren, ehe sie bis zum zehnten Meistertitel durch marschierten.
Und Niederlagen im Auftaktspiel einer Playoff-Serie sind für Serge Aubin auch nichts Neues. 2020/2021 in der Corona-Saison, als man nur Best-of-Three spielte, verloren die Berliner stets das erste Spiel. 2021/2022 verlor man das erste Finalspiel gegen München. Und in dieser Saison verlor man das erste Spiel im Viertelfinale gegen Mannheim und das erste Finalspiel in Bremerhaven. Die Eisbären standen also stets mit dem Rücken zur Wand, doch Serge Aubin fand immer einen Weg, die Serie anschließend doch noch zu gewinnen. Inzwischen steht er bei neun gewonnenen Playoff-Serien in Folge.

Hatte auch seinen Anteil am Gewinn der deutschen Meisterschaft: Co-Trainer Craig Streu (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären Berlin haben also die richtigen Schlüsse aus der vergangenen Saison gezogen und entgegen der Gesetze im Sport bewiesen, dass man nicht immer den Trainer austauschen muss, wenn es mal nicht läuft. So ein Seuchenjahr kannst du immer mal wieder haben, das ist im Sport nichts Ungewöhnliches. Wichtig ist nur, wie du darauf reagierst und welche Schlüsse du daraus ziehst. Die Eisbären sind ein Paradebeispiel dafür, dass man nach einer Saison, welche im Fast-Abstieg endete, gestärkt zurückkommen kann. Dass man dann sofort die Meisterschaft wieder gewinnt, macht diese fast schon märchenhafte Geschichte perfekt. Serge Aubin und die Eisbären Berlin, das passt einfach wie die Faust aufs Auge!

Auch er hat einen großen Anteil am Gewinn der deutschen Meisterschaft: Geschäftsführer Thomas Bothstede (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

2:0 in Bremerhaven: Die Eisbären Berlin sind Deutscher Meister 2024!!!

WalkersBarenNews 2023/2024 – #43:

Es ist vollbracht: Die Eisbären Berlin sind am großen Ziel angekommen und sind tatsächlich Deutscher Meister 2024. Mit einem 2:0-Sieg im entscheidenden fünften Finalspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven machten die Berliner die Meisterschaft perfekt und feierten damit in der 30. DEL-Saison ihren zehnten Meistertitel. Wow, was für eine Bilanz des Hauptstadtclubs.

Und sind wir mal ehrlich, vor 19 Jahren hat wohl kein Eisbären-Fan daran gedacht, dass wir 2024 bereits die zehnte Meisterschaft unseres Lieblingsvereins feiern würden. Es war jene Nacht, in der die Eisbären zum ersten Mal die Meisterschaft in der DEL gewannen. Und es war eigentlich auch immer nur das Ziel, einmal diesen verdammten Henkelpott in die Hauptstadt zu holen. Und das hatten wir 2005 geschafft und damit alles erreicht, was wir jemals wollten. Der Rest ist bekannt und wir konnten dieses Gefühl Meister zu werden anschließend noch neun weitere Male ausleben – also jetzt bereits zum zehnten Mal!

Deutscher Meister 2024: Eisbären Berlin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Und noch ein weiteres Mal sind wir ehrlich: Wer hätte nach der letzten Saison damit gerechnet? Letzte Saison kämpften die Eisbären sehr lange gegen den Abstieg und jetzt feiern sie zum zehnten Mal (falls ich es noch nicht erwähnt hatte…) die Deutsche Meisterschaft. Das Vertrauen, welches die Geschäftsführung der Berliner in Trainer Serge Aubin und dessen Trainerteam hatte, wurde somit mit dem größtmöglichen Erfolg belohnt. Es zeigt sich also einmal mehr, dass es nicht immer am Trainer liegt, wenn es nicht läuft. Während andere Vereine immer das Nervenflattern bekommen, wenn sie mal gefühlt einen schlechten Monat haben und alle Verantwortlichen rausschmeißen, bewiesen die Eisbären Geduld. Trotz Kritik von außen, aber nun sollten auch alle Kritiker verstummt sein, denn die Eisbären Berlin sind wieder da, wo sie hingehören. An der Spitze des deutschen Eishockeys!

Jubeltraube Eisbären Berlin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Aber zurück zum Freitag, an dem sich gegen 11 Uhr morgens auch die letzten Busse auf den Weg nach Bremerhaven gemacht haben. Wie immer sind auch wir dabei mit „Ela on Tour“ gefahren und an dieser Stelle muss auch einfach mal ein großes Dankeschön an Ela und ihre fleißigen Helferlein ausgesprochen werden. Was sie da immer wieder auf die Beine stellt – Saison für Saison – verdient den aller größten Respekt und wir werden natürlich auch die nächsten 100 Jahre mit dir fahren. Ela, du bist die Beste!!!

Die Stimmung auf der Fahrt war natürlich sehr ausgelassen, klar, schließlich wussten wir alle was passieren konnte an diesem Abend. Je näher das Ziel und der Spielbeginn kamen, desto nervöser wurden dann doch einige Fans. Angekommen in Bremerhaven ging es rein in den bereits gut gefüllten Gästeblock und dann wurde sich auch schon eingesungen. „Hoch im Norden“ und die Nationalhymne durften natürlich nicht fehlen, ebenso das Fischbrötchen, wenn man schon mal an der Küste ist.

Der Moment der Entscheidung. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Und dann ging das Spiel auch schon los. Und wie es zu erwarten war, kam Bremerhaven sehr druckvoll aus der Kabine. Verständlich, denn die Hausherren mussten dieses Spiel gewinnen, sonst wäre die Saison zu Ende. Aber die Eisbären waren bestens darauf eingestellt, ließen die Pinguins das Spiel machen, standen aber in der Defensive sehr kompakt und ließen so kaum etwas gefährliches zu.
Von Beginn an war das Tempo bereits wieder sehr hoch und die Intensität auch. Beide Mannschaften wussten, was auf dem Spiel stand und so war eine gewissen Grundnervosität auch zu spüren. Da waren dann doch einige unsaubere Abspiele dabei oder ein paar Ausrutscher in der Anfangsphase, was aber auch der Qualität des Eises geschuldet sein konnte.
Die Eisbären fanden, je länger das erste Drittel dauerte, immer besser ins Spiel und so entwickelte sich mal wieder ein munteres Auf und ab mit Chancen auf beiden Seiten. Auf Tore mussten die Zuschauer in der Eisarena Bremerhaven aber nach 20 Minuten noch warten.

Der Jubel nach dem Championship-Winning-Goal durch Leo Pföderl (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im zweiten Drittel erhöhten die Berliner dann sichtlich das Tempo und den Druck. Man hatte hier immer mehr das Gefühl, dass die Eisbären dem Ganzen hier und heute ein Ende setzen wollten. Und so spielten sie auch, aber Bremerhaven verteidigte auch mit enorm viel Leidenschaft. Und Kristers Gudlevskis hielt alles, was auf sein Tor kam.
Bremerhaven hatte insgesamt gesehen weniger vom zweiten Drittel, wenn überhaupt tauchten sie nur in Überzahl im Berliner Drittel auf. Und da kamen sie auch zu Chancen, aber auch Jake Hildebrand ließ einfach keine Scheibe durch.
Dieses Spiel war also schon wieder nichts für schwache Nerven, Nägel kauen war bei den meisten Fans angesagt, denn es war einfach dramatisch spannend. Auch nach 40 Minuten stand auf beiden Seiten die „Null“.

Meistercoach Serge Aubin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Gästeblock sprachen die ersten schon wieder von Verlängerung. Ja, ich gebe es zu, auch ich, der etwa von der achten Verlängerung sprach. War natürlich nicht ernst gemeint.
43:21 Minuten waren gespielt, als der Gästeblock komplett eskalierte. Was war passiert? Eric Mik sah Leo Pföderl, spielte ihn an und er fuhr rein ins Angriffsdrittel. Dort hämmerte Pföderl die Scheibe ins Pinguins-Tor und sorgte für die 1:0-Führung! Die Eisbären waren dem großen Ziel in dieser Minute sehr, sehr nahe.
Aber noch waren ja gut 16 Minuten zu spielen und Bremerhaven gab hier natürlich nicht auf. Das Tempo wurde nochmals erhöht. Bremerhaven wollte hier die schnelle Antwort geben, während die Eisbären auf die Entscheidung drängten. Und elf Minuten vor dem Ende des Spiels war es Manuel Wiederer, welcher auf 2:0 stellte (49.).
Die Eisbären hatten nun eine Hand am begehrten Henkelpott. Aber noch war das Ganze hier nicht zu Ende und wenn es einer Mannschaft zuzutrauen war, hier noch einmal zurückzukommen, dann war es Bremerhaven. Und die Pinguins versuchten nun natürlich alles, drängten nochmal ordentlich. Aber die Eisbären taten das, was sie in den diesjährigen Playoffs immer machten. Sie verteidigten mit allem, was sie zur Verfügung hatten. Sie warfen sich in jeden Schuss und nahmen die Schmerzen bewusst in Kauf. Für das große Ziel kann man das auch mal machen. Und dann war es vorbei, die Schlusssirene ertönte und die Spieler der Eisbären Berlin bildeten eine Jubeltraube vor dem Gästeblock.
Dort brachen auch alle Dämme, die ersten Meister-T-Shirts wurden angezogen und alle Fans lagen sich freudetrunken in den Armen. Männer und Frauen weinten vor Freude. Nicht nur die Spieler, nein auch wir Fans waren am großen Ziel Deutsche Meisterschaft angekommen.

Der Vater des Erfolges: Sportdirektor Stéphane Richer (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Danach ereignete sich in der Eisarena Bremerhaven etwas, was einmal mehr deutlich machte, warum Eishockeyfans die besten Fans der Welt sind. Die Fans der Fischtown Pinguins Bremerhaven feierten ihre Mannschaft für eine grandiose Saison, an deren Ende sie Vizemeister wurden. Und was machten wir Eisbären-Fans? Wir feierten Bremerhaven einfach mit Sprechchören mit. Was für Applaus von den heimischen Fans sorgte. Am Ende sangen ALLE Fans zusammen „Wir sind alle Eishockeyfans„! So etwas würdest du im Fußball niemals erleben, da wollen sie sich selbst nach dem Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft mit den gegnerischen Fans prügeln (Grüße gehen raus nach Leverkusen…). Eishockey ist eben anders und viel familiärer. Das werdet ihr im Fußball nie erleben!!!

Ein Bild für die Ewigkeit: Geschäftsführer Thomas Bothstede mit dem Meisterpokal vor dem Gästeblock (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Nach der Pokalübergabe feierten die Spieler zusammen mit den Fans den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Und besonders laut wurde es, als nach und nach Trainer Serge Aubin, die Co-Trainer Craig Streu und André Rankel sowie Geschäftsführer Thomas Bothstede und Sportdirektor Stéphane Richer mit dem Pokal vor die Kurve kamen. Die Väter des Erfolges und gerade Thomas Bothstede zeigte auf den Pokal und auf uns Fans. Denn der Pokal gehört auch den Fans!

Nach den Feierlichkeiten in Bremerhaven ging es anschließend mit den Bussen wieder zurück in die Hauptstadt, wo natürlich auch noch einmal auf die Meisterschaft angestoßen wurde. Die Eisbären Berlin und deren Fans waren am großen Ziel angekommen: Deutscher Meister 2024! Wir gratulieren an dieser Stelle ganz herzlich zu diesem Erfolg, liebe Eisbären Berlin!!!