4:5 n.V in Tampere: Eisbären zeigen sich erneut verbessert, aber stehen am Ende nur mit einem Punkt da

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin sieglos in der Champions Hockey League (CHL). Am Freitagabend verlor man auch das dritte Gruppenspiel bei Tappara Tampere mit 4:5 n.V. (0:1,3:2,1:1/0:1) und steht somit nun vor dem Aus in der CHL. Da hilft am Ende auch der erste Punkt relativ wenig. Dabei hätten es durchaus drei Punkte werden können, führte man doch im Mitteldrittel bereits mit 3:1. Aber so gut die Offensive heute auch wahr, die Defensive offenbarte doch einige Lücken, was Tampere letztendlich eiskalt ausnutzte. Somit brachte man sich selbst um den Lohn einer an sich guten Leistung.

Die Eisbären mussten in Finnland auf Morgan Ellis und Yannick Veilleux verzichten. Dafür gab Verteidiger Nicholas B. Jensen sein Debüt im Eisbären-Trikot. Der Däne verteidigte an der Seite von Kai Wissmann. Im Sturm ließ Coach Serge Aubin seine neue Top-Reihe um Matt White, Zach Boychuk und Giovanni Fiore zusammen. Und im Tor stand heute Youngster Tobias Ancicka.

Es war ein hart umkämpfter Beginn in Tampere. Die Hausherren versuchten sich im Angriffsdrittel festzusetzen, doch die Berliner verteidigten vor ihrem Tor konsequent. Die Eisbären hatten dann durch Mark Zengerle auch die erste Chance der Partie, doch die Scheibe ging nicht ins Tor.
Man wollte von der Strafbank fernbleiben, nur kassierte man bereits in der fünften Spielminute die erste Strafzeit der Partie. Jonas Müller musste wegen eines Bandenchecks in die Kühlbox. Und das Powerplay der Finnen war bisher extrem gefährlich, was die Erfolgsquote von 41,7 Prozent auch bewies. Doch die Hauptstädter hatten sich gut darauf eingestellt und ließen nichts gefährliches zu.
Aber Tampere machte nun weiterhin Druck, drängte die Eisbären immer wieder ins eigene Drittel rein. Zwei Chancen ließen sie noch ungenutzt, weil Tobias Ancicka stark hielt, aber kurz darauf klingelte es dann doch im Berliner Tor. Santtu Kinnunen hatte vom rechten Bullykreis abgezogen, die Scheibe schlug im Winkel ein – 0:1 (11.).
Die Eisbären versuchten darauf, eine Antwort zu finden und suchten den Weg in die Offensive, wo sie auch den Abschluss suchten. Aber es brauchte schon ein Powerplay kurz vor der ersten Drittelpause, um gefährliche Chancen zu kreieren. Aber sowohl Giovanni Fiore als auch Matt White und Nicholas B. Jensen fanden keinen Weg vorbei an Goalie Christian Heljanko. So stand es nach 20 Minuten 0:1, aber man nahm noch 1:15 Minuten Überzahl mit ins zweite Drittel.

Und dort schlugen die Berliner direkt nach Wiederbeginn zu. Blaine Byron behauptete die Scheibe hinter dem Tor, spielte die Scheibe hoch zu Leo Pföderl, welcher ein halbleeres Tor vor sich hatte, da Christian Heljanko nicht so schnell rüber kam. Pföderl netzte eiskalt zum 1:1 ein (21.).
Und weiter nur die Eisbären im Vorwärtsgang. Man störte Tampere nun immer wieder früh im Spielaufbau und suchte anschließend selbst den Weg in die Offensive. Und für den starken Beginn ins zweite Drittel belohnte sich die Mannschaft von Serge Aubin auch. Die Berliner erkämpften sich im Angriffsdrittel die Scheibe, Zach Boychuk scheiterte noch mit seinem Schuss an Heljanko, doch Giovanni Fiore setzte mit der Rückhand nach und brachte die Berliner erstmals an diesem Abend in Führung – 2:1 (25.).
Diese wäre aber nur kurze Zeit später beinahe wieder egalisiert worden. Die Eisbären zwar in Überzahl, aber mit dem Fehler im Spielaufbau. Saku Salminen mit der Chance zum Ausgleich in Unterzahl, doch Tobias Ancicka war zur Stelle.
Als beide Mannschaften nur vier Spieler auf dem Eis hatten, klingelte es innerhalb von nur 23 Sekunden zweimal im Tor. Zunächst waren es die Eisbären, welche durch ein Solo von Nicholas B. Jensen schon beinahe das 3:1 erzielt hätten, doch am Ende war es Leo Pföderl, der den Rebound verwertete. Die finnischen Verteidiger waren sich nicht einig und so war Pföderl der Nutznießer in dieser Situation (31.).
Doch die prompte Antwort der Finnen sollte kommen. Kyle Platzer zog mit viel Speed über rechts Richtung Torlinie, zog damit einen Verteidiger auf sich und auch Goalie Ancicka machte eine Seite vom Tor auf. Platzer spielte den Querpass und Jukka Peltola hatte keine große Mühe, die Scheibe im leeren Tor zu versenken – 3:2 (32.).
Nun war Tampere zurück im Spiel und machte wieder ordentlich Druck. Die Eisbären überstanden zwar eine Unterzahl schadlos, doch praktisch mit Ablauf dieser glich Tappara zum 3:3 aus. Tobias Ancicka konnte den Schuss von der blauen Linie noch abwehren, allerdings nach links und da stand Joni Tuuola und der hämmerte den Puck zum Ausgleich ins Berliner Tor – 34 Sekunden vor der zweiten Drittelpause.
Die Eisbären gaben ihre Zwei-Tore-Führung also durch defensive Fehler ab und mussten sich so mit einem Unentschieden nach 40 Minuten begnügen.

Und im Schlussdrittel sollte es noch schlimmer kommen. Mal wieder wurde das Thema Disziplin zum Problem. Als Mark Zengerle und Simon Després auf der Strafbank saßen, schlug Tampere bei doppelter Überzahl zu. 13 Sekunden vor Ablauf der ersten Strafzeit war es Brady Austin, welcher an der blauen Linie an die Scheibe kam, ein paar Schritte nach vorne fuhr, kurz zögerte und dann im entscheidenden Moment abzog – 3:4 (47.).
Die Eisbären mussten nun also wieder einem Rückstand hinterherrennen und suchten den Weg nach vorne. Aber sie mussten auch hinten wieder wachsam sein, denn es folgte die zweite doppelte Unterzahl – diesmal saßen Blaine Byron und Leo Pföderl auf der Strafbank. Doch es ging aber gut und man überstand diese brenzlige Situation schadlos.
Und als Tamperes Goalie Christian Heljanko zwei Minuten wegen Beinstellens kassierte, waren es die Eisbären, welche die numerische Überlegenheit zu nutzen wussten. Leo Pföderl mit dem Pass von links in den Slot vor das Tor, wo Matt White die Scheibe entscheidend abfälschte und zum 4:4 ausglich (55.).
Danach waren die Eisbären sichtlich darum bemüht, dieses Spiel in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. Schließlich wären drei Punkte nach den beiden Niederlagen zum Start Goldwert gewesen, aber man musste sich mit einem Punkt nach 60 Minuten begnügen.

Und bei diesem einen Zähler blieb es auch, denn Tampere beendete das Spiel nach nur 43 Sekunden in der Verlängerung. Bei Drei-gegen-Drei hatte Otto Rauhala zu viel Platz im Berliner Drittel, zog ab und überwand Tobias Ancicka auf der Fanghandseite – 4:5 (61.). Somit bleibt Tampere ungeschlagen, während die Eisbären zwar den ersten Punkt eingefahren haben, aber weiter auf den ersten Sieg in der diesjährigen CHL warten.

Dabei wäre der heute – genau wie schon am Sonntag – definitiv möglich gewesen. Denn man zeigte erneut ein gutes Spiel, hatte vorne seine Chancen eiskalt genutzt und lag bereits mit 3:1 vorne. Aber durch Unachtsamkeiten vor dem eigenen Tor und der mangelnden Disziplin in Sachen Strafzeiten brachte man sich mal wieder um den Lohn der eigentlich guten Leistung. So wird es nun ganz schwer, die Gruppenphase noch zu überstehen. Dafür müssten jetzt schon drei Siege nach regulärer Spielzeit her und selbst dann ist ein Weiterkommen noch nicht sicher.
Leo Pföderl war nach dem Spiel zwar mit der kämpferischen Leistung zufrieden, sah aber auch ein, dass Tampere läuferisch und technisch einfach klar besser war. Er meinte auch, dass man am Sonntag einfach mal probieren sollte, nicht zu viele Strafen zu nehmen.
Die Strafen sah auch Coach Serge Aubin als Grund für die Niederlage an. Denn mit dem Einsatz und dem Powerplay war Aubin zufrieden.

Die Eisbären zu Gast in Tampere und bei Skellefteå: Nicholas B. Jensen feiert sein Debüt – Morgan Ellis und Yannick Veilleux werden geschont

Heute in einer Woche starten die Eisbären Berlin in die neue Saison der PENNY DEL. Dann beginnt die „Mission Titelverteidigung“, welche die Verantwortlichen der Berliner als Saisonziel ausgegeben haben. Doch bevor es in der Liga wieder ernst wird, stehen für die Hauptstädter erst einmal noch die beide Rückspiele in der Champions Hockey League (CHL) an. Morgen Abend treten die Eisbären bei Tappara Tampere an (Bully: 18:00 Uhr), am Sonntag ist man dann in Schweden bei Skellefteå AIK (Bully: 18:05 Uhr) zu Gast. Dann will man endlich die ersten Punkte in der diesjährigen CHL-Saison einfahren.

Dass es nicht einfach wird, wussten die Berliner bereits vor Beginn der CHL-Gruppenphase. Dass es dann auch wie erwartet schwer war, bekam man in den beiden Heimspielen zu spüren, aber hatte da vor allem gegen Skellefteå die große Chance auf den Sieg. Im Vergleich zum Tampere-Spiel hatte man sich da schon deutlich gesteigert. Auf eine erneute Verbesserung hofft derweil Coach Serge Aubin:

Wir hatten bisher eine gute Trainingswoche. Wir bauen auf unserem Spiel am Sonntag auf, dort hat mir unser Einsatz mehr gefallen als am Freitag. Jetzt geht es nach Tampere und Skellefteå. Es wird schwer, aber es ist eine gute Möglichkeit viel härter und besser zu spielen. Wir wurden vom ersten Spiel etwas überrascht, aber jetzt wissen wir, was uns erwartet. Wir werden bereit sein.

Mit 1:6 verloren die Eisbären ihr Heimspiel gegen Tampere, glaubt Jonas Müller deswegen, dass die Finnen die Berliner auf die leichte Schulter nehmen werden oder sorgen die Eisbären für den Überraschungseffekt?

Sie können natürlich so denken, es kann aber auch sein, dass sie denken, jetzt sind sie extra bereit, jetzt kommen sie raus wie die Feuerwehr. Ich glaube, dass es allgemein ein enges Spiel wird. Wenn wir so spielen, wie im ersten Drittel, dann wird es eng. Ich denke auch, dass wir gute Chancen haben, zu gewinnen.

Welche Lehren hat die Mannschaft denn gezogen nach den ersten beiden CHL-Spielen, wo man neben dem 1:6 gegen Tampere ja auch gegen Skellefteå mit 3:5 verlor, dabei aber bereits eine deutliche Leistungssteigerung zeigte, Jonas Müller?

Dass wir uns auf jeden Fall wenig Fehler erlauben dürfen, dass wir konstant das ganze Spiel durchspielen müssen. Gerade aus dem ersten Spiel, ich glaube das erste Drittel war noch ganz gut. Im zweiten Drittel waren wir komplett raus, das dürfen wir uns nicht erlauben. Dann passiert halt wieder so etwas wie beim letzten Spiel. Ich glaube, daraus haben wir gelernt und das wollen wir besser machen.

Welche Gedanken hat Zach Boychuk an die beiden Spielen in Skandinavien?

Die skandinavischen Länder, das sind Pflichtsiege für uns. Wir haben die ersten beiden Spiele verloren. Im ersten Spiel waren wir nicht gut, im zweiten kamen wir zurück und hatten die Chance zu gewinnen. Ich hoffe wir werden weiter mit jedem Spiel besser. 

Die Eisbären werden in dieser Woche auf jeden Fall viel Video geschaut und im Training die Fehler angesprochen haben. Welche Art von Training hat denn das Trainerteam diese Woche mit der Mannschaft gemacht, Serge Aubin?

Wir haben die Woche Powerplay und Unterzahl trainiert. Heute ging es eher ums Verfolgen und dass wir unsere blaue Linie wirklich halten. Wir haben gute Gegner und wenn man denen zu viel Zeit und Raum gibt, lassen sie uns dafür büßen. Wir wollen sichergehen, dass jeder weiß, wo er zu stehen hat und welche Rolle er einnimmt. Dann wird es viel schwerer sein, gegen uns zu spielen.

Man kann im Training sehen, dass der Wille bei den Spielern da ist. Kann man daher davon sprechen, dass sie sich Stück für Stück weiterentwickeln, Zach Boychuk?

Umso mehr wir zusammen spielen, umso besser werden wir als Team. Das Energielevel wurde diese Woche angezogen, wir haben Zweikämpfe trainiert und Powerplay. Wir sollten ein paar gute Dinge dieses Wochenende sehen. 

Nur wie kann man Tampere und Skellefteå schlagen, wie findet man deren Schwachstellen? Zach Boychuk hat eine Antwort dazu:

Man muss schlauer spielen. Gegen deutsche Teams ist eher Dump’n’Chase, eben eher nordamerikanisch. Die Finnen und Schweden versuchen stärker den Puck zu halten, kehren uns den Rücken zu und machen kleine Aktionen auf ihrer Seite. Ich denke das Gleiche könnten wir auch gegen sie machen. Wir können den Puck festhalten und mehr in den Forecheck gehen. Hoffentlich ziehen wir auch ein paar Strafen und können Überzahltore schießen. 

Für die Spiele in Finnland und Schweden können die Eisbären erstmals auf Neuzugang Nicholas B. Jensen zurückgreifen. Der Verteidiger dürfte mit einer großen Portion Selbstvertrauen zurückgekommen sein, schließlich hatte er sich mit der dänischen Nationalmannschaft für Olympia qualifiziert. Gibt es sonst noch Änderungen im Line-up, Serge Aubin?

Nicholas wird spielen, aber Ellis, Veilleux und Tuomie leider nicht, Das sind drei wichtige Jungs, die wir nicht dabei haben können, aber es ist eine Chance für andere Jungs zu zeigen was sie drauf haben.

Oder aber man hat eine Reihe, die zuletzt sehr gut zusammen harmoniert hat. Nämlich Zach Boychuk, Matt White und Giovanni Fiore. Doch woran liegt es, dass sich die drei so gut auf und neben dem Eis verstehen? Zach Boychuk hat die Antwort parat:

Wir sind wirklich gute Freunde privat, was auf dem Eis dann auch hilft. Als wir letztes Jahr zusammengepackt wurden, quasi direkt als ich nach Berlin gekommen bin, haben wir sofort dominiert. Wir haben uns „die beste dritte Reihe der Liga“ genannt. Wir sind alles nordamerikanische Spieler, wir spielen alle einen harten Forecheck und sind Zwei-Wege-Spieler. Hoffentlich bleibt die Chemie zwischen uns bestehen. 

Viele Fans sehen in der CHL weiterhin nur Vorbereitungsspiele, für die Mannschaft jedoch ist es ein Wettbewerb, für den man sich in der vergangenen Saison qualifiziert hat und in dem man weit kommen will. Die Spieler lieben diese internationalen Vergleiche, deswegen werden sie in den noch ausstehenden vier Spielen alles dafür geben, doch noch die Gruppenphase zu überstehen.
Dennoch liegt aber das Augenmerk auch schon auf dem Ligastart, wenn man es mit München zu tun bekommt. Wird man dann weitere Verbesserungen sehen, Jonas Müller?

Auf jeden Fall. Man hat glaube ich schon gesehen, dass es am Sonntag wesentlich besser war als am Freitag, auch konstanter. Auch wenn wir da unsere kleinen Hänger hatten, wo sie dann auch den Ausgleich gemacht haben und auch gewonnen haben. Aber ich glaube, dass Sonntag schon einen Schritt besser war und wir wollen es jetzt am Freitag nochmal ein bisschen besser machen und dann Sonntag auch nochmal. Ich glaube, dann sind wir auch gut bereit für das erste Spiel gegen München zu Hause.

Marcel Noebels: „Ich glaube nicht, dass wir uns verschlechtert haben, aber einfacher wird es auch nicht“

In neun Tagen beginnt die neue Saison in der PENNY DEL. Die Eisbären Berlin eröffnen die neue Spielzeit als Deutscher Meister mit einem Heimspiel gegen Red Bull München. Bis zum ersten Punktspiel absolvieren die Berliner aber noch zwei Spiele in der Champions Hockey League (CHL). Und zwar die Rückspiele bei Tappara Tampere (Freitag/18:00 Uhr) und bei Skellefteå AIK (Sonntag/18:05 Uhr). Dann werden die Eisbären darauf brennen, sich für die beiden Auftaktniederlagen in Berlin zu revanchieren. Gegen Tampere verlor man mit 1:6, gegen Skellefteå mit 3:5. Nimmt man die vier Vorbereitungsspiele mit, stehen die Hauptstädter bei drei Siegen und drei Niederlagen.

Ein guter Zeitpunkt also um mal bei Marcel Noebels nachzufragen, wie denn der Prozess von der letzten Saison zur neuen läuft, wie er die Entwicklung sieht. Dafür stand die Berliner Nummer 92 am Sonntag nach dem Spiel für ein Interview den Medienvertretern zur Verfügung:

Wir haben auf jeden Fall noch viel Arbeit, ganz klar. Wir haben jetzt sicherlich noch nicht die Abstimmung, die wir jetzt vielleicht am Ende der Saison hatten, aber das ist natürlich klar und völlig normal. Es gibt viele neue Jungs, die sich erstmal finden müssen, die sich ihre Rolle in der Mannschaft erarbeiten wollen. Manche sind auf der Suche, wo sie der Trainer einsetzt. Da spielen gerade viele Faktoren eine Rolle, die noch nicht ganz geklärt sind. Aber das ist völlig normal. Ich glaube heute war das sechste Spiel, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Ich glaube nicht, dass wir uns verschlechtert haben, aber einfacher wird es auch nicht.

Marcel Noebels im Interview nach dem Spiel gegen Skellefteå AIK. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Was man in den bisherigen Spielen sehen konnte, die Mannschaft hat sich stets von Spiel zu Spiel gesteigert und die Abläufe zwischen den Spielern liefen immer besser. Natürlich muss man da das Tampere-Spiel ausklammern, aber das wissen die Spieler selbst, dass an diesem Tag nicht viel zusammen lief und wie Kapitän Frank Hördler ja sagte, hatte man im Mitteldrittel ein bisschen den Kopf verloren. Da hatten die Finnen den Eisbären in 6:30 Minuten fünf Tore eingeschenkt. Aber das sind Rückschläge, welche man zu diesem Zeitpunkt der Saison einplant und worauf man anschließend reagieren kann. Das taten die Eisbären bereits zwei Tage später, als man das schwedische Top-Team Skellefteå über 40 Minuten im Griff hatte. Am Ende war es der mangelnden Chancenverwertung geschuldet, dass man auch dieses Spiel verlor. Und doch macht eben genau dieses Spiel Hoffnung auf bessere Ergebnisse am Wochenende beim Roadtrip nach Finnland und Schweden.

Wie sieht denn Marcel Noebels eigentlich das Potential der Neuzugänge?

Ich bin jetzt keiner, der eine Prognose vor dem ersten Spieltag abgibt. Was ich bis jetzt gesehen habe oder miterlebt habe, ist glaube ich, dass wir noch im Lernprozess sind. Wir haben noch viel, viel Arbeit vor uns, das ist ganz klar. Ich meine wir sind jetzt Ende August, da funktioniert vieles noch nicht, bei mir selbst auch nicht. Aber frage mich nochmal im Dezember, vielleicht weiß ich dann eine andere Antwort.

Dann wird „Noebi“ sicher noch einmal angesprochen, aber ich bin mir sicher, dass er dann eine andere, positivere Antwort geben wird. Denn man darf natürlich nicht vergessen, dass am ersten CHL-Wochenende mit Nicholas B. Jensen und Yannick Veilleux noch zwei Leistungsträger im Line-up fehlten. Mit diesen beiden Spielern werden die Eisbären noch tiefer besetzt sein und somit mehr Möglichkeiten besitzen. Mit dieser Truppe ist auch in der neuen Saison zu rechnen. Und wie Sportdirektor Stéphane Richer ja sagte, das Ziel ist die Titelverteidigung…

3:5 gegen Skellefteå: Eisbären zeigen deutliche Leistungssteigerung, verlieren aber am Ende doch unglücklich

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022Ausgabe #2:

Die Eisbären Berlin haben auch das zweite CHL-Spiel der neuen Saison verloren. Zwei Tage nach dem Debakel gegen Tappara Tampere unterlag der Deutsche Meister Skellefteå AIK mit 3:5 (1:0,2:2,0:3), zeigte dabei aber eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Spiel am Freitag. Dass man am Ende aber doch als Verlierer vom Eis gegangen ist, war der mangelnden Chancenverwertung geschuldet. So sah es auch Trainer Serge Aubin, der zudem anmerkte, dass man das Spiel auch wegen individueller Fehler verloren hat. Da sprach er sicher Gegentor Eins und Zwei an. Aber er sah auch, dass seine Mannschaft einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Coach Serge Aubin hatte nach der 1:6-Klatsche gegen Tampere am Freitagabend das selbe Personal zur Verfügung, änderte aber die Reihen komplett. Einzig das Defensiv-Pärchen Morgan Ellis und Jonas Müller blieb zusammen. Ansonsten wurde das Duo Frank Hördler und Kai Wissmann getrennt. Hördler verteidigte an der Seite von Simon Després und Wissmann mit Eric Mik, welcher am Freitag noch im Angriff ausgeholfen hatte. Marcel Noebels und Leo Pföderl spielten gegen Tampere noch mit Zach Boychuk zusammen, heute war es Neuzugang Kevin Clark. Die Reihe Matt White-Blaine Byron-Kevin Clark wurde somit komplett auseinander gerissen, denn White bildete heute eine Formation mit Boychuk und Giovanni Fiore. Und Byron stürmte an der Seite von Mark Zengerle und Manuel Wiederer. Korbinian Geibel war siebter Verteidiger und Sebastian Streu und Bennet Roßmy die Angreifer Nummer Zehn und Elf.

Serge Aubin war mit der Spielweise seiner Mannschaft gegen Tampere zum CHL-Auftakt nicht zufrieden, meinte aber direkt danach, dass seine Mannschaft gut ist, wenn sie das umsetzt, was sie am besten kann. Am Freitag war aber das Problem, dass sich die Eisbären an den Gegner anpassen wollten und somit nicht sie selbst waren. Das sollten die Eisbären heute anders machen, um am Ende erfolgreich zu sein.

Eisbären belohnen sich für starken Beginn mit der frühen Führung

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Flotter Beginn beider Mannschaften, die schnell die neutrale Zone überbrückten und den Weg zum gegnerischen Tor suchten. Doch für den ersten Torjubel sorgten die Berliner in der dritten Spielminute. Auf Höhe der Mittellinie erkämpfte Sebastian Streu die Scheibe an der linken Bande, schaltete den Turbo ein und spielte den Querpass rechts raus, wo Bennet Roßmy die Scheibe stark erarbeitete. Matt White schoss einmal, setzte ein zweites Mal nach, die Spieler beider Mannschaften hatten die Scheibe kurz aus den Augen verloren, da lag sie auch schon im Tor. Von einem schwedischen Spieler prallte der Puck ins Tor – 1:0 (3.).
Kurz darauf das erste Powerplay für Skellefteå nach einer Strafe gegen Simon Després, doch das Penaltykilling der Hausherren überstand die erste Unterzahl der Partie schadlos.
Die Hauptstädter hatten also den gewünschten und erhofften Start, den man zwar auch am Freitag hatte, aber da eben kein Tor erzielte. Heute traf man aber früh im Spiel. Und man blieb am Drücker, spielte ein aggressives Forechecking und hatte weitere gute Möglichkeiten durch Kevin Clark und Giovanni Fiore. Das Spiel der Berliner sah sehr gut aus, hinten verteidigte man die Angriffe der Schweden sauber weg. Man merkte der Mannschaft von Serge Aubin, dass man sich nach der 1:6-Niederlage gegen Tampere definitiv etwas vorgenommen hatte. Und das setzte man bis hierhin sehr gut um und bestimmte das Spiel gegen das schwedische Top-Team von Skellefteå, die ja auch mit einer Niederlage im Gepäck (1:5 in Lugano) nach Berlin reisten. Was die Eisbären-Fans zwischendurch auch mit Applaus honorierten.
In der Folge häuften sich die Chancen für die Eisbären, aber sie konnten diese weiterhin nicht nutzen. Wie aus dem Nichts kam gegen Ende des ersten Drittels dann mal Skellefteå vor das Berliner Tor und traf durch Joakim Lindström nur das Aluminium. Da hatten die Eisbären Glück, wenn gleich der Ausgleich keinesfalls verdient gewesen wäre.
Mehr passierte danach nicht mehr und so nahmen die Eisbären eine verdiente 1:0-Führung mit in die Kabine. In diese wurden die Berliner mit großem Applaus von den Rängen verabschiedet. Diesen hatte sich die Mannschaft auch redlich verdient.

Skellefteå mit dem Doppelschlag, aber die Eisbären schlagen cool zurück

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Zu Beginn des Mitteldrittels waren es erneut die Hauptstädter, welche das erste Tor erzielten. Matt White startete aus dem eigenen Drittel den Konter Richtung Gustaf Lindvall und blieb vor dem schwedischen Goalie eiskalt und erhöhte auf 2:0 (22.).
Doch nur eine knappe Minute später kam Skellefteå zum Anschlusstreffer. Allerdings mit gütiger Einladung der Eisbären, denn die hatten Abstimmungsprobleme durch Korbinian Geibel und Mathias Niederberger, Rickard Hugg sagte „danke“ und traf ins halbleere Berliner Tor – 2:1 (23.).
Und die kuriosen Tore gingen weiter. In der 25. Spielminute kam Stefan Loibl an die Scheibe, wurde im Angriffsdrittel nicht richtig angegriffen und zog per Rückhand ab. Der Puck ging am kurzen Pfosten rein, da sah Mathias Niederberger nicht gut aus – 2:2.
Die Eisbären geschockt? Keinesfalls! Denn die schlugen nur 42 Sekunden später wieder zurück. Zach Boychuk behauptete auf der linken Seite die Scheibe, spielte sie in den Slot, wo Giovanni Fiore nicht lange fackelte und die Berliner erneut in Führung brachte – 3:2 (25.).
Vier Tore in 3:23 Minuten, furioser Beginn ins zweite Drittel. So, wie auch am Freitag gegen Tampere, als die Finnen in 6:30 Minuten fünf Tore erzielten. Heute waren es vier und die auch noch gerecht verteilt.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Hausherren spielten anschließend direkt weiter nach vorne und kreierten Torchancen, nur diese konnte man nicht nutzen. Aber die Reaktion auf die beiden schnelle Gegentore war großartig. Aber auch Skellefteå kam ab und zu mal vor das Berliner Tor, einmal war Albin Sundsvik durch, wurde aber rechtzeig vor dem Abschluss gestört. Doch optisch überlegen waren in diesen Minuten die Eisbären, die das Spiel nach der wilden Anfangsphase wieder gut beruhigt hatten.
Aber die Eisbären mussten dennoch immer hellwach sein, denn Skellefteå ist eine Spitzen-Mannschaft und immer für eine Chance und ein Tor gut. Und erneut war es Sundsvik, welcher diesmal auch zum Abschluss kam, aber Mathias Niederberger fuhr die Schoner aus.
Sieben Minuten vor der zweiten Drittelpause bot sich Skellefteå die Chance zum Ausgleich, als Kai Wissmann die zweite Strafzeit der Berliner in diesem Spiel kassierte und den Schweden somit das zweite Powerplay der Partie ermöglichte. Ein, zwei Chancen hatten die Gäste, aber auch das zweite Unterzahlspiel wurde von den Eisbären schadlos überstanden.
Skellefteå kam nun nochmal stark auf und Rickard Hugg mit dem Onetimer von der blauen Linie, welchen Mathias Niederberger entschärfte, dabei aber seine Maske verlor. Zum Ende des Mitteldrittels mussten die Eisbären ihre Führung also nochmal hartnäckig verteidigen. Doch für Entlastung sorgte die erste Strafzeit gegen Skellefteå vier Minuten vor der zweiten Pause. Oskar Nilsson ermöglichte den Eisbären das erste Powerplay der Partie. Doch dieses war nicht von Erfolg gekrönt, auch wenn Zach Boychuk (2x) und Matt White zu Chancen kamen.
So nahmen die Hausherren eine knappe aber verdiente 3:2-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Im letzten Drittel spielt Skellefteå seine Klasse aus

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Der erste Jubel im letzten Drittel brandete auf, aber der Grund dafür war kein Tor auf dem Eis sondern die Tatsache, dass Eisbären-Verteidiger Nicholas B. Jensen sich mit Dänemark für Olympia qualifiziert hatte. Diese Info sorgte in der Arena am Ostbahnhof für großen Applaus. Herzlichen Glückwunsch auch von uns zur erfolgreichen Olympia-Qualifikation!
Auf dem Eis war es Skellefteå, welches sehr engagiert und druckvoll zurück auf das Eis kam. Verständlich, lagen sie doch mit 2:3 hinten. Aber noch stand das Defensiv-Bollwerk der Eisbären sicher.
Bis zur 46. Spielminute, da spielte Adam Wilsby den Party-Crasher zum 3:3 (46.). Angesichts der Spielanteile im Schlussdrittel verdient.
Doch die Eisbären suchten dann auch mal wieder den Vorwärtsgang und beinahe wären sie erneut in Führung gegangen, doch Morgan Ellis traf nur den linken Pfosten. Fortan die Hausherren wieder drin im Spiel und mit guten Chancen, sie wollten die Führung zurück, doch Gustaf Lindvall stand im Weg.
Ebenso stand Mathias Niederberger mit einem klasse Fanghand-Save Rickard Hugg im Weg und bekam dafür großen Applaus von den Rängen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Doch knapp fünf Minuten vor dem Ende schlug es doch hinter Mathias Niederberger ein. Schneller Konter von Skellefteå und Albin Sundsvik schloss eiskalt ab – 3:4 (56.). Die Schweden hatten in dieser Szene das nötige Quäntchen Glück, was den Eisbären bei manchen Chancen fehlte.
Nun musste also die Schlussoffensive der Eisbären kommen, doch diese wurde etwas schwierig, denn zwei Minuten vor dem Ende kassierten die Hausherren eine Strafzeit und mussten so die letzten beiden Minuten in Unterzahl spielen. Kai Wissmann musste wegen Hakens in die Kühlbox. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, um eine Strafzeit zu kassieren. Die Eisbären versuchten trotzdem alles, nahmen rund 50 Sekunden vor dem Ende Goalie Mathias Niederberger vom Eis, doch das nutzten die Schweden zur Entscheidung. Rickard Hugg machte den Decker auf die Partie – 3:5 (60.).

Eine bittere Niederlage, weil das Spiel eben hätte so oder so ausgehen können. Die Eisbären spielten ein starkes erstes Drittel und führten dort auch verdient. Auch der Beginn des zweiten Drittels lief gut für die Berliner, doch dann brachten zwei individuelle Fehler Skellefteå zurück ins Spiel. Darauf fanden die Eisbären aber noch einmal eine Antwort. Doch im Schlussdrittel, als das Spiel auf des Messer Schneide stand, hatten die Schweden das bessere Ende und das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite und sicherten sich so den ersten Sieg.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Dennoch können die Eisbären viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen, machte man doch einen großen Schritt nach vorne, wie Coach Serge Aubin (siehe Foto links) nach dem Spiel resümierte. Aber er gab eben auch zu, dass die individuellen Fehler das Spiel durchaus entschieden haben.
Auch Giovanni Fiore fand es ein gutes Spiel, welches man zum Großteil auch in der Hand hatte. Aber man befindet sich eben auch in einem Prozess, das passiert nicht alles an einem Abend.
Marcel Noebels fand, dass es eine riesen Steigerung gewesen war, das Spiel dann aber durch Kleinigkeiten verloren wurde. Daraus muss man lernen und auch mal von der Strafbank wegbleiben.
Und Sebastian Streu fand es schade, dass man verloren hat, denn die Fans hätten sich den Sieg für ihre super Stimmung verdient gehabt. Aber das holen sie beim nächsten Mal nach, sagte Sebastian Streu nach dem Spiel im Interview.

Lehrstunde zum CHL-Auftakt: Die Eisbären Berlin gehen gegen Tappara Tampere mit 1:6 unter.

WalkersBärenNews/Saison 2021/2022 – Ausgabe #1:

Nein, so hatten sich die Eisbären Berlin das erste Pflichtspiel der neuen CHL-Saison nicht vorgestellt. Bei der Rückkehr der Fans unterlagen die Berliner vor 2.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena Tappara Tampere deutlich mit 1:6 (0:0,0:5,1:1). Dabei wurden den Hauptstädtern deutlich die Grenzen aufgezeigt. Das Spiel verloren die Eisbären zwischen Minute 24 und 31, als die Finnen den Berlinern satte fünf Tore innerhalb von nur 6:30 Minuten einschenkten, vier davon innerhalb von 3:03 Minuten. Davon erholten sich die Hausherren nicht mehr.

Mathias Niederberger. (Foto:eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Für das erste Pflichtspiel der neuen Saison in der Champions Hockey League hatte Coach Serge Aubin mit ein paar Personalproblemen zu kämpfen. So fehlten u.a. Nichols B. Jensen (Nationalmannschaft), Yannick Veilleux (muskuläre Probleme) und Parker Tuomie (Doping-Sperre). Dafür standen fünf Neuzugänge im Kader für das Auftaktspiel gegen Tampere. Verteidiger Morgan Ellis bildete mit Jonas Müller ein Verteidiger-Gespann. Kevin Clark und Blaine Byron bildeten eine Reihe mit Matt White. Und Manuel Wiederer und Bennet Roßmy waren in der Youngster-Formation mit Sebastian Streu. Die spannendste Frage war natürlich die, wer den Platz von Lukas Reichel (Wechsel nach Chicago) in der Top-Formation mit Marcel Noebels und Leo Pföderl einnahm. Serge Aubin entschied sich wie erwartet für Zach Boychuk als Center zwischen den beiden deutschen Nationalspielern. Und in der dritten Formation sprang mal wieder Eric Mik im Sturm ein und spielte neben Giovanni Fiore und Mark Zengerle. Das Tor hütete Mathias Niederberger.

Doch das sollte es dann auch mit der Statistik gewesen sein, schließlich waren alle Fans in der Arena am Ostbahnhof heiß auf Eishockey. 538 Tage mussten die Eisbären und ihre Fans auf diesen Moment warten. Letztmals am 08. März 2020 absolvierten die Hauptstädter ein Spiel mit Fans. Es war das letzte Hauptrundenspiel der Saison 2019/2020, zwei Tage später wurde die Saison bekanntlich abgebrochen.
Doch auch zum Trübsal blasen waren wir nicht hier, wir wollten endlich wieder den Eishockey-Duft einatmen, die Mannschaft supporten und einfach unserer Leidenschaft nachgehen.

Guter Beginn der Eisbären, doch dann wurde Tampere immer stärker

Leo Pföderl beim Bully. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Hinein in das Spiel, wo in den ersten Minuten vor allem der Kampf das Spiel bestimmte. Beide Mannschaften wirken engagiert und gaben keinen Zweikampf verloren. Die Eisbären gaben durch Jonas Müller den ersten Torschuss der Partie ab. Es dauerte keine vier Minuten, ehe sich die Fans in der Arena am Ostbahnhof erstmals von ihren Sitzen erhoben: „Steht auf, wenn ihr Eisbären seid, hallte es durch die Arena„, ein lange vermisstes Flair, eins, welches Eishockey erst zu dem macht, was es eigentlich ausmacht. Da bekam man schon ein bisschen Gänsehaut auf der Pressetribüne.
Die Eisbären wirkten zu Beginn etwas besser, doch Tampere kam in der Folgezeit immer stärker nach vorne und gab die ersten Schüsse ab, welche Mathias Niederberger aber vor keine größeren Probleme stellten.
Das Spiel bot im ersten Drittel kaum hochkarätige Torchancen, weil beide Defensivreihen es verstanden, die Räume vor dem Tor eng zu machen und so die gefährlichen Schusswege wegnahmen.
Was beiden Team noch so ein wenig fehlte, war mal das schnelle Spiel vor das gegnerische Tor. Die Eisbären fuhren Mitte des ersten Drittels mal einen Zwei-auf-Eins-Konter, doch der Querpass wurde vor dem Tor von den Finnen abgefangen. Da wäre durchaus mehr drin gewesen.
Drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels kassierten die Eisbären die erste Strafzeit der Partie. Blaine Byron musste wegen eines hohen Stocks für zwei Minuten auf die Strafbank. Die erste Minute überstanden die Berliner problemlos, in der zweiten Minute wurde es nur einmal brenzlig, als Kristian Tanus eine gute Chance hatte und dem Klang nach das Aluminium traf.
Tampere bekam aber prompt das zweite Powerplay, denn mit Kevin Clark musste gleich der nächste Neuzugang in die Kühlbox. Er bekam die zwei Minuten wegen Hakens. Da hatten sich die beiden Neuzugänge aber schnell mit der „Eisbären-DNA“ infiziert, die ja bekanntlich gerne viele Strafen nehmen. Definitiv ein Problem, an dem die Eisbären weiter hart arbeiten müssen. Die erste Minute des zweiten Unterzahlspiels überstanden die Hausherren ohne Gegentreffer, nahmen aber noch rund eine Minute mit ins zweite Drittel. Torlos endeten somit also die ersten 20 Minuten in der Hauptstadt.

Die bitteren 6:30 Minuten

Angriff von Tappara Tampere. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Auch die zweite Minute des zweiten Unterzahlspiels überstanden die Eisbären ohne Gegentor und zeigten somit ein starkes Penaltykilling. Kaum komplett hatte Tyler Morley die dicke Chance zur Führung, er fuhr rum um Mathias Niederberger, bekam die Scheibe am Berliner Goalie aber nicht vorbei. Auf jeden Fall kam die Mannschaft von Coach Jussi Tapola hoch motiviert aus der Kabine. Die Finnen drängten in den ersten Minuten des zweiten Drittels gehörig aufs Tempo. Die Eisbären standen ordentlich unter Druck und so war es auch kein Wunder, als in der 24. Spielminute das 0:1 fiel. Torschütze war eben jener Tyler Morley, der kurz zuvor nicht an Mathias Niederberger vorbei kam. Diesmal klappte es für ihn besser.
Offensivaktionen waren von den Eisbären im Mitteldrittel bis dato keine zu sehen, die Berliner taten sich enorm schwer. Erst in der 27. Spielminute feuerte Morgan Ellis mal einen Schuss von der blauen Linie ab, doch dieser ging vorbei.
Eine Minute später schneller Angriff von Tampere, Petteri Puhakka zog von rechts ab, Mathias Niederberger rutschte der Puck irgendwie durch – 0:2 (28.).
Mitte der Partie wurde es etwas ruppiger, Marcel Noebels und Santtu Kinnunen gerieten hinter dem Berliner Tor aneinander und durften sich anschließend für zwei Minuten wegen unnötiger Härte auf der Strafbank abkühlen. 24 Sekunden später stand es bereits 0:3. Schneller Konter von Tampere, Querpass rechts raus auf Jukka Peltola und dessen Onetimer schlug im Berliner Tor ein. Keine Chance für Mathias Niederberger (29.).

Im zweiten Drittel wurde es zunehmend ruppiger. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Kurz darauf wurde es erneut ungemütlich auf dem Eis. Eine Strafe gegen die Eisbären war bereits angezeigt, als wenig später wieder ein paar Nettigkeiten untereinander ausgetauscht wurden und es weitere Strafzeiten gab. Leo Pföderl und Zach Boychuk mussten auf Berliner Seite raus, Mikael Seppälä auf finnischer Seite. Die Konsequenz war ein Vier-gegen-Drei-Powerplay für Tampere, an dessen Ende Tyler Morley per Onetimer auf 0:4 erhöhte (30.).
Nun wurde es bitter, Kai Wissmann ließ sich amateurhaft (sorry) ausspielen, ein weiterer Querpass von Tampere und schon stand es 0:5 (31.). Anton Levtchi netzte ein. Danach war Feierabend für Mathias Niederberger, Tobias Ancicka kam für ihn ins Tor. In 3:03 Minuten stellte Tampere von 1:0 auf 5:0. Das ging in dieser Phase deutlich zu einfach, da haben es die Eisbären Tampere deutlich zu leicht gemacht.
Danach wurde es ruhiger, Tampere musste ja auch nicht viel machen und die Eisbären mussten diesen Viererschlag erstmal verdauen. Doch die nächste Gefahr drohte schon wieder, als Blaine Byron wegen Beinstellens in die Kühlbox musste. In diesem Unterzahlspiel sah man die Verunsicherung der Eisbären deutlich. Die Finnen spielten das keinesfalls druckvoll und doch waren sie nicht vom Puck zu trennen. Weil die Berliner nur halbherzig störten und so nicht in Puckbesitz kommen konnten. Das einzig Positive war gewesen, dass man dieses Unterzahlspiel ohne ein weiteres Gegentor überstand. Aber nicht weil das eigene Penaltykilling so gut war sondern weil Tampere es wohl erst einmal gut sein lassen wollte mit dem Toreschießen. Schließlich hatte es im zweiten Drittel bereits ordentlich im Berliner Tor gescheppert.
In den letzten fünf Minuten plätscherte das Spiel dann nur so vor sich hin, Tampere spielte nach vorne und konnte sich die Scheibe problemlos hin und her spielen. Denn Gegenwehr der Eisbären suchte man vergebens. So darf man sich auf internationalem Niveau, ja eigentlich in keinem Spiel präsentieren. Doch man merkte den Eisbären hier deutlich an, dass die fünf Gegentreffer ihre Spuren hinterlassen hatten. Das Ziel für das letzte Drittel konnte daher eigentlich nur jenes sein, Selbstvertrauen für das zweite schwere Spiel an diesem Wochenende zu tanken. Dann ist Skellefteå zu Gast in Berlin. Und da bedarf es dann einer deutlich besseren Leistung, um in dieser „Todesgruppe“ noch eine Chance zu haben. Aber erst einmal standen heute noch 20 Minuten auf dem Programm und das bei einem Spielstand von 0:5.

Dem schnellen Ehrentreffer folgt nicht mehr viel

Zweikampf an der Bande. (Foto: eisbaerlin.de/netti und jasmin)

Und im letzten Drittel klingelte es nach nur 86 Sekunden im finnischen Tor. Matt White wurde am linken Pfosten angespielt und schob die Scheibe im Fallen über die Linie – 1:5 (42.). Der erste Torjubel in der Arena am Ostbahnhof seit 538 Tagen! Gänsehaut!
Und die Eisbären waren weiter am Drücker, setzten sich im Drittel von Tampere fest und holten damit auch eine Strafe gegen die Finnen raus. Sami Moilanen musste wegen Beinstellens in die Kühlbox und die Eisbären mit dem ersten Powerplay der Partie. Giovanni Fiore tanzte sich dann mal klasse durch und kam auch zum Abschluss, doch die Scheibe ging leider nicht ins Tor. Mehr kam aber bei diesem Überzahlspiel nicht heraus, weil man es auch zu kompliziert spielte.
Anschließend war dann zur Abwechslung mal wieder das Penaltykilling der Eisbären an der Reihe, Bennet Roßmy musste wegen Haltens auf die Strafbank. Und Tampere machte in diesem Powerplay das halbe Dutzend voll, Waltteri Merelä mit dem sechsten Treffer der Finnen an diesem Abend – 1:6 (48.).
Danach passierte nicht mehr viel. Das Spiel lief aus, die Zeit runter, die Partie war längst entschieden. Und so feierten die Fans ihre Rückkehr ins Stadion und sangen bis zum Spielende.

Lehrstunde für die Eisbären

Neuzugang Blaine Byron im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Lehrstunde für die Eisbären Berlin! Nur in der Anfangsphase konnte man das Spiel offen halten und war für eine kurze Phase sogar die bessere Mannschaft. Doch mit zunehmender Spieldauer kam Tampere immer besser ins Spiel und vergab zum Ende des ersten Drittels auch noch zwei Powerplay-Chancen. Zu Beginn des Mitteldrittels kamen die Finnen hoch motiviert aus der Kabine und drängten die Berliner sofort ins eigene Drittel. Der Lohn war das schnelle 1:0. Das sorgte für noch mehr Selbstvertrauen bei Tampere und es folgten verheerende 3:03 Minuten aus Berliner Sicht. In dieser Zeit zog Tampere auf 5:0 davon und spielte mit den Eisbären Katz und Maus. Die Hausherren ergaben sich in dieser Phase ihrem Schicksal, hatten dem temporeichen Spiel der Finnen nichts mehr entgegenzusetzen, waren auch in den Zweikämpfen nicht präsent und verteidigten wie eine Schüler-Mannschaft. Auch Mathias Niederberger ließ sich davon anstecken und erwischte ebenfalls nicht den besten Abend. Nach dem 0:5 räumte er seinen Arbeitsplatz.
Das letzte Drittel war dann immerhin ein kleiner Erfolg für die Eisbären, denn man konnte schnell den Ehrentreffer erzielen, musste aber dann noch das sechste Gegentor hinnehmen.
Den Eisbären fehlte es letztendlich an allem, an Schnelligkeit, an der nötigen Zweikampfhärte, an der nötigen Disziplin. Man bekam von Tampere die Grenzen aufgezeigt.

Coach Serge Aubin im Interview nach dem Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Kapitän Frank Hördler meinte nach dem Spiel im Interview, dass Tampere im zweiten Drittel noch einmal einen Gang zugelegt hatte, es dann etwas ruppiger wurde und man ein bisschen den Kopf verloren hätte. Man hätte da dann cooler sein müssen.
Neuzugang Manuel Wiederer mangelte die fehlende Konstanz über 60 Minuten an. So viele schnelle Gegentore in einem Spiel hat er sicherlich schon mal bekommen, „aber es darf dir eben nicht passieren, weil ein Spiel dann außer Reichweite gerät“, so Wiederer
Coach Serge Aubin sagte nach dem Spiel, dass ihm der Einsatz seiner Mannschaft heute nicht gefallen hat. Er meinte, dass sie manchmal ein paar Wechsel gut hatten, aber dann… Doch Aubin blickte bereits nach vorne und sagte, er weiß wie gut die Mannschaft ist, wenn sie das tut, was sie am besten kann. Ob sie gegen die Schweden also wieder ihr anderes Gesicht zeigen, werden wir morgen sehen. Auf jeden Fall wird die Mannschaft eine Reaktion zeigen.

CHL-Auftakt gegen Tappara Tampere und Skellefteå AIK: Eisbären freuen sich auf die Rückkehr der Fans

Nun wird es ernst für die Eisbären Berlin: Morgen Abend beginnt die Champions Hockey League (CHL) für den DEL-Rekordmeister. Ab 20:15 Uhr treffen die Berliner in der Mercedes-Benz Arena auf das finnische Top-Team von Tappara Tampere. Am Sonntag gastiert dann das schwedische Top-Team Skellefteå AIK (17:05 Uhr) in der Hauptstadt. Nach diesen beiden Duellen wird das Trainerteam um Coach Serge Aubin wissen, wo die Mannschaft derzeit steht. Noch befinden sich die Hauptstädter in der Aufbauphase, dennoch ist man aber bereit für die beiden internationalen Vergleiche, wie Aubin vor den beiden Spielen am Wochenende sagt:

Nun, wenn du die Chance hast, an der Champions Hockey League teilzunehmen, dann hast du natürlich auch ein gutes Team. Dann hast du in der Vergangenheit wohl irgendwas richtig gemacht. Uns stehen sehr talentierte, vielfältige und runde Teams gegenüber. Wir befinden uns noch in unserer Aufbauphase. Nun treffen wir auf ein paar der besten Teams Europas. Die wollen wir jetzt Spiel für Spiel nehmen. Wir haben das Ziel, unsere Gruppenphase erfolgreich zu durchlaufen. Klar ist, dass hier voller Einsatz von Jedem gebraucht wird.

Morgan Ellis fügte hinzu, dass die Jungs angespannt und aufgeregt sind:

Ja, die Jungs sind schon ein bisschen angespannt und aufgeregt. Die Intensität dieser beiden Spiele wird sicher um einiges größer sein als die anderen vorher, das werden schwere Spiele. Wir werden einfach unser Spiel machen, uns um uns kümmern und den Stil spielen, den wir spielen wollen. Dann wird alles gut.

Marcel Noebels meint, dass man bisher das Bestmögliche getan hat, um sich auf diese beiden CHL-Spiele vorzubereiten, man aber weiterhin nur von Spiel zu Spiel denkt:

Ja ich denke, das wir bis jetzt das Bestmögliche gemacht haben um uns vorzubereiten. Es ist immer noch sehr jung in der Saison bzw. ist alles natürlich noch nicht so, wie wir es uns wünschen. Deswegen müssen wir uns auf die Spielweise konzentrieren, die uns der Trainer vorgibt und das Bestmögliche auch versuchen, rauszuholen. Wir müssen erstmal auf uns schauen und Drittel für Drittel das Ganze angehen. Dann haben wir gute Chancen, auch wenn es noch früh ist und wir gegen eine gute Mannschaft spielen, morgen hoffentlich den ersten Sieg einzufahren.

Neben Tampere und Skellefteå treffen die Berliner auch noch auf das Schweizer Team HC Lugano. Diese Gruppe wurde bereits des Öfteren als „Todesgruppe“ bezeichnet. Tampere und Skellefteå qualifizierten sich als Hauptrunden-Vierter für die CHL, Lugano gar als Hauptrunden-Zweiter. Tampere ist 17-facher Finnischer Meister, Skellefteå dreifacher Schwedischer Meister und Lugano siebenfacher Schweizer Meister.
Morgan Ellis über die so genannte „Todesgruppe“:

Ja, diese Teams sind alle die besten in ihrer jeweiligen Liga. Das werden auf keinen Fall leichte Spiele für uns, ganz klar. Aber wie schon gesagt: Wir werden uns auf unser Spiel konzentrieren, unser Ding durchziehen und die Kämpfe in den wichtigen Zonen gewinnen. Das wird der Schlüssel zum Erfolg.

Marcel Noebels wurde gefragt, ob man wegen dieser Gruppen-Konstellation Druck oder eine gewisse Erwartungshaltung verspürt?

Das geht ja allen anderen genauso. Ob wir jetzt darüber nachdenken oder die Mannschaft, gegen die wir morgen spielen. Jeder weiß, dass alle vier Mannschaften, die in der Gruppe sind, weiterkommen können. Das macht es auch besonders, dass Jeder jeden schlagen kann. Es gibt keinen richtigen Favoriten in der Gruppe wo man sagen kann, der marschiert da durch. Sondern alle vier Mannschaften können sich gegenseitig die Punkte wegnehmen, was auch interessant wird. Wir müssen auf uns schauen und uns von Spiel zu Spiel steigern.

Für die Eisbären wird es das erste Pflichtspiel werden nach vier Vorbereitungsspielen. Nach der Auftakt-Niederlage gegen Biel gab es anschließend drei Siege in Serie (Italien, Wolfsburg, Weißwasser). Haben diese vier Spiele bereits einen Vorgeschmack auf den Spielstil der Berliner gegeben, Serge Aubin?

Ja, das denke ich schon. Und wenn ich unser letztes Wochenende mit dem ersten vergleiche, dann sehe ich auf jeden Fall ein Wachstum als Team. Natürlich ist noch lange keiner da, wo wir in der letzten Saison aufgehört haben. Wir haben ein paar Spieler dazu bekommen, die Jungs beginnen, sich mit dem Spielsystem, unserer Identität und dem Spielstil immer wohler zu fühlen. Das kann ich auf den Videos ganz klar sehen. Die Jungs werden das noch ein bisschen mehr verinnerlichen. Ich denke, wir werden ein leidenschaftliches Team sehen. Wir machen uns an die Arbeit.

Aubin muss am Wochenende auf ein paar Spieler verzichten. So weilt u.a. Verteidiger Nicholas B. Jensen bei der dänischen Nationalmannschaft, welche die Olympia-Qualifikation bestreitet. Und Stürmer Yannick Veilleux wird aufgrund muskulärer Probleme vorsichtshalber geschont. Steht Aubin daher vor einer Herausforderung in Sachen Reihen-Zusammenstellung?

Nun, das wird schon ein bisschen herausfordern, uns fehlen ein paar Puzzleteile. Aber wir haben ein paar Jungs hier, die heiß darauf sind, anzutreten, einzuspringen und auch zu zeigen, was sie drauf haben. Wir haben ja letzte Saison gesehen, als wir zum Beispiel Eric Mik recht frühzeitig einsetzen mussten. Wir werden alles tun, was wir können, um zu performen und unsere Fans stolz auf uns zu machen.

Serge Aubin spricht sie an, die Fans. Die Eisbären werden am Wochenende erstmals seit dem 08. März 2020 wieder vor Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof spielen. Freut sich der Coach auf die Rückkehr der eigenen Anhänger?

Oh ja! Das ist aber seit langem sowas von überfällig! Wir haben sie die ganze letzte Saison über so sehr vermisst. Und trotz des tollen Saisonendes für uns war es schon ein wenig traurig. Sie waren immer bei uns, aber sie konnten es nicht persönlich sein. Wir sind alle aufgeregt und freuen uns darauf, sie zu sehen. Wir brauche ihre Energie, ihre Leidenschaft für das Spiel. Es ist fantastisch dass wir sie wieder bei uns haben werden.

Auch Morgan Ellis ist froh, endlich wieder vor Fans spielen zu können:

Ja, auf jeden Fall! So wie die letzte Saison ohne Fans, jeder von uns weiß, wie das war. Und auch wenn es nicht ganz so viele sind: Das wird schön, wenn da Fans an der Seite sind, das wird schön, das wird laut. Und bald haben wir dann hoffentlich ein richtig volles Haus und werden den vollen Support der Fans zu spüren bekommen.

Marcel Noebels blickt schon weiter voraus und hofft, dass die Rückkehr der Fans am Wochenende gut verläuft und man evtl. zum Saisonstart bereits mehr Zuschauer in die Halle lassen kann:

Jeder weiß, was spielen ohne Fans bedeutet bzw. wenn man seine eigenen Fans nicht im Stadion hat. Das ist bei weitem was ganz anders, nicht dasselbe und das schönste, deswegen hoffe ich, dass wir jetzt Schritt für Schritt wieder mehr und mehr Zuschauer ins Stadion kriegen. Morgen und Sonntag ist erst einmal ein Anfang und wir hoffen natürlich, dass alles gut über die Bühne geht, damit wir uns steigern können, auch mehr Zuschauer noch zu bekommen als in den nächsten beiden Spielen. Für uns ist es aber erst einmal schön, überhaupt wieder jemanden in der Halle zu haben und deshalb freuen wir uns auf das Wiedersehen mit den Fans.

Mit Tampere und Skellefteå schauen am Wochenende auf jeden Fall zwei absolute Top-Teams im Eishockey in der Hauptstadt vorbei. Beide Mannschaften werden den Eisbären alles abverlangen und die Berliner müssen ihr bestes Eishockey zeigen, um erfolgreich in die neue CHL-Saison zu starten. Einer, der vor allem den Gegner von Sonntag, Skellefteå AIK, bestens kennt, ist Morgan Ellis, der mal kurz für die Schweden spielte. Ist Skellefteå genauso tief und talentiert besetzt, wie es auf dem Papier den Anschein hat?

Ja, die sind auf jeden Fall ein gutes Team. Die haben den Jagdinstinkt, sind immer heiß auf den Sieg. Ein paar von den Jungs gibt es immer noch aus der Zeit, als ich 2017/2018 einen kurzen Auftritt da hatte. Ja, die sind schon ein gutes Team. Sie spielen hart, sie spielen schnell. Wir müssen uns ganz schön langmachen, um die großen Kämpfe zu gewinnen. Und die werden für das Spiel entscheidend sein. Wenn wir die Kämpfe in den Ecken, vor dem Netz kriegen und den Puck so gut und oft wie möglich in ihre Zone bekommen, dann können wir sie knacken. Ja, das wird ein hartes Spiel, kein leichtes. Aber es wird Spaß machen, gegen sie zu spielen.

Freuen wir uns auf ein Eishockey-Wochenende mit zwei hochklassigen Spielen in der Arena am Ostbahnhof. Im Vordergrund steht dabei natürlich die Rückkehr der Fans in die Arena am Ostbahnhof. Endlich wieder Stimmung, endlich wieder Support, endlich wieder Eishockey mit Fans. 

Morgan Ellis vor den Spielen in Wolfsburg und Weißwasser: „Wenn Berlin vorbeikommt, wollen alle Mannschaften ihr Bestes zeigen“

Die neue Saison der PENNY DEL wirft ihre Schatten voraus. Am 09.09.2021 starten die Eisbären Berlin als Titelverteidiger mit einem Heimspiel gegen Red Bull München in die neue Spielzeit. Bereits am nächsten Wochenende starten die Berliner dagegen schon in die Champions Hockey League (CHL). Um sich auf die Spiele gegen Tampere und Skelleftea bestmöglich vorzubereiten, testen die Hauptstädter an diesem Wochenende noch zweimal. Morgen Nachmittag ist man beim Final-Kontrahenten der letzten Saison, Grizzlys Wolfsburg, zu Gast. Und am Sonntag steigt dann das traditionelle Spiel bei Kooperationspartner Lausitzer Füchse.

Wolfsburg also, jenes Team, gegen welches die Berliner am 07.05.2021 ihre achte Deutsche Meisterschaft gewannen. Mit 2:1 setzten sich die Eisbären damals im alles entscheidenden dritten Finalspiel in der Arena am Ostbahnhof durch. Morgen kommt es also zum ersten Wiedersehen seit dem Gewinn der Meisterschaft. Wird es deshalb ein besonderes Spiel, Coach Serge Aubin?

Es bringt definitiv Erinnerungen zurück. Die Wolfsburger haben ihre Teamkultur etwas geändert, ihre Identität. Es sollte eine gute Herausforderung für uns werden. Sie spielen sehr hart, worauf wir vorbereitet sein müssen. Wir sind noch in dem Prozess als Team zu wachsen. Unser erster Schritt letzte Woche war gut, aber jetzt wollen wir einen Gang hochschalten in Vorbereitung auf die CHL.

Und was sagt Neuzugang Morgan Ellis über dieses Spiel? Der Verteidiger scheiterte ja damals im Halbfinale mit dem ERC Ingolstadt an den Eisbären Berlin:

Auf jeden Fall. Das Berliner Team hat sie letztes Jahr im Finale geschlagen. Es war eine enge Serie, bei der beide Teams hätten gewinnen können, aber die bessere Mannschaft hat es dann gewonnen. Es wird ein gutes Spiel. Natürlich noch Vorbereitung, aber natürlich werden wir trotzdem viel Einsatz zeigen.

Für die Eisbären werden es die Testspiele Nummer Drei und Vier werden, bevor es nächsten Freitag in der CHL Ernst wird. Die ersten beiden Testspiele endeten mit je einem Sieg und einer Niederlage und dem dritten Platz beim Dolomitencup. Wie ist die Laune in der Mannschaft nach diesen und vor den nächsten beiden Spielen, Morgan Ellis?

Bei den ersten Spielen waren wir noch etwas eingerostet, mich inklusive. Die Jungs fühlen sich jetzt wohler miteinander und das Spielsystem nimmt so langsam Züge an. Das zweite Spiel war besser als das erste und so wollen wir von Spiel zu Spiel besser werden. Wolfsburg ist ein gutes Team mit guten Spielern. Es sind noch ein paar Spiele bis zur Saison, aber umso schneller wir ins Schwung kommen, umso besser.

Am Sonntag findet dann der obligatorische Test gegen Weißwasser statt. Ein DEL2-Club. Wird man in diesem Spiel versuchen, die Offensive zu optimieren oder wird man dieses Duell mit dem größtmöglichen Respekt angehen? Ellis äußerte sich dazu wie folgt:

Kein Spiel ist ein Selbstläufer. Wenn Berlin vorbeikommt, wollen alle Mannschaften ihr Bestes geben. Man darf niemanden auf die leichte Schulter nehmen. Aber gleichzeitig wissen wir, was für ein Team wir haben. Wir haben viel offensives Potential, aber es ist immer noch früh. Die Jungs kommen mit jedem Spiel besser in Schwung und es sieht gut aus bisher.

Coach Serge Aubin freut sich immer wieder auf die Duelle mit dem Kooperationspartner Weißwasser:

Zuallererst, es ist immer schön gegen unser Partnerteam zu spielen. Auch ein paar unserer jungen Jungs werden dort gegen uns spielen und wir haben die Chance sie zu sehen. Es ist eine gute Möglichkeit für uns, auf unseren guten Angewohnheiten aufzubauen. In solchen Spielen müssen wir sichergehen, dass wir uns selbst und unserer Identität treu bleiben. Und natürlich gesund bleiben. Aber es sind noch ein paar Spiele und Wiederholungen bevor die Champions League beginnt.

Einer der jungen Spieler ist u.a. Bennet Roßmy, der in der vergangenen Saison noch für Weißwasser spielte und nun seine Chance in Berlin nutzen will. Wie läuft die Vorbereitung bisher für ihn und wie ist es für die jungen Spieler in Weißwasser, wenn man gegen die großen Eisbären spielt:

Für mich ist es sehr gut, dass ich hier in Berlin bin, die Vorbereitung spielen kann. Gutes Training mit den noch größeren Jungs. Für mich ist es ein guter Schritt.
Für die jungen Spieler ist es eine große Chance, sich zu zeigen. Wie sie spielen, wie gut sie sind. Es ist eine Riesenmotivation auch. Sie freuen sich alle darauf, gegen Berlin zu spielen.

Einige Spieler sind in diesem Sommer neu nach Berlin gewechselt, so eben auch u.a. Bennet Roßmy und Morgan Ellis. Wie zufrieden ist denn Coach Serge Aubin mit der bisherigen Integration der neuen Spieler in die Mannschaft?

Absolut. Die neuen Jungs bringen nicht nur Erfahrung, sondern auch neue Fähigkeiten mit. Unsere jungen Neuzugänge, egal ob Geibel oder Roßmy, oder wer auch immer, sind gut, machen Fortschritte, so wie es zu erwarten war. Wir sind glücklich über das, was wir sehen. Man sieht, dass das Team langsam und sicher zusammenwächst. Jedes Spiel, das wir gemeinsam machen können, bringt uns näher einander. Wir werden das Wochenende nutzen, um uns als Team zu verbessern und die Kleinigkeiten richtig zu machen.

Zum Abschluss nochmal zurück zu Morgan Ellis, der ein enorm wichtiger Bestandteil der Defensive der Eisbären werden kann. Er wird dieser noch mehr Tiefe verleihen und soll mit helfen, dass Mathias Niederberger auch in der neuen Saison nicht so viele Gegentore kassiert. Wie gefallen denn Morgan Ellis die ersten Wochen in Berlin, in seiner neuen Heimat?

Großartig, ich habe es bisher sehr genossen. Meine Familie auch. Wir haben eine schöne Wohnung. Die Eisbären sind offensichtlich eine sehr professionelle Organisation. Es gibt nur Gutes zu sagen. Wir haben eine großartige Truppe an Jungs in der Kabine, was schon viel ausmacht. So gewinnt man Meisterschaften.

Yannick Veilleux nach dem 4:1-Sieg gegen Italien: „Die Spiele beim Dolomitencup waren sehr gut für uns. Wir finden als Mannschaft immer besser zusammen“

Photocredit: Max Pattis

Die Eisbären Berlin haben zum Abschluss des Dolomitencups das kleine Finale gewonnen. Gegen die italienische Nationalmannschaft setzte sich die Mannschaft von Chefcoach Serge Aubin mit 4:1 (1:0,1:0,2:1) durch und sicherte sich somit am Ende den dritten Platz beim Dolomitencup.
Neuzugang Yannick Veilleux brachte die Berliner früh auf die Siegerstraße, traf er doch nach gerade einmal zwei Minuten zum 1:0. Zach Boychuk legte gegen Ende des zweiten Drittels das 2:0 nach (38.) und sorgte somit für die Vorentscheidung. Im letzten Drittel machten die Hauptstädter dann schließlich alles klar. Neuzugang Kevin Clark erhöhte nach nur 79 Sekunden im Schlussabschnitt auf 3:0, Mark Zengerle beseitigte dann auch die letzten Zweifel am Eisbären-Sieg mit dem Tor zum 4:0 in der 54. Spielminute. In Unterzahl kassierten die Berliner zwei Minuten vor dem Ende noch das 1:4 durch Marchetti, womit der Shutout für Goalie Tobias Ancicka zunichte gemacht wurde. 

Trainer Serge Aubin war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden, lobte Goalie Tobias Ancicka und gönnte jedem Spieler Eiszeit:

Wir hatten nicht viel Zeit zwischen dem späten Spiel gestern Abend und heute. Ich konnte im ersten Drittel sehen, dass wir quasi noch etwas schüchtern waren, aber im zweiten Drittel haben wir besser gespielt. Wir haben den Puck besser verwaltet und waren selbstbewusster. Tobi hat einen großartigen Job gemacht. Alle vier Reihen haben viel gespielt. Es ist super, dass wir zurück auf der Gewinnerseite sind, aber es gibt noch viele kleine Dinge, die wir korrigieren müssen.

Die Eisbären schließen den Dolomitencup als Dritter ab. Wie fällt das Fazit von Trainer Serge Aubin zu diesem Vorbereitungsturnier aus?

Großartige Erfahrung. Jedes Mal, wenn wir hierher kommen, ist es hervorragend. Die Chance gemeinsam als Team mal wegzukommen, zu spielen und als Gruppe zusammenzuwachsen. Der Gastgeber war großartig und es hat sehr viel Spaß gemacht. 

Einer, der heute sein erstes Tor für die Eisbären geschossen hat, war Yannick Veilleux. Wie hat der neue Stürmer das Spiel gegen Italien gesehen?

Wir sind am Ball geblieben. Wir hatten zu Beginn einige Chancen, die wir nicht nutzen konnten. Wir sind fokussiert geblieben und haben es zu Ende gebracht. 

Für den 28-jährigen Kanadier ist es die erste Station in Europa. Demnach ist es für Veilleux auch eine Umstellung von der kleineren auf die größere Eisfläche. Wie kommt er mit dieser Anpassung derzeit zurecht?

Es ist auf jeden Fall eine Umgewöhnung. In Nordamerika ist es viel aggressiver, viel enger. Auf dem größeren Eis darf man nicht zu aggressiv sein, manchmal muss man sich entscheiden und die smarte Entscheidung treffen. Aber ich gewöhne mich immer besser daran, an die Winkel und solche Sachen. Aber ich bin bisher sehr glücklich damit.

Der neue Berliner Stürmer ist jetzt seit fast zwei Wochen in Berlin und bei seiner neuen Mannschaft. Wie wurde er aufgenommen und wie wohl fühlt sich Yannick Veilleux aktuell bei den Eisbären Berlin?

Es läuft sehr gut in Berlin. Meine Familie genießt die Zeit hier sehr, besonders dort, wo wir wohnen. Morgan Ellis und Nicholas Jensen wohnen direkt neben uns. Ich habe zwei Kinder und sie haben auch zwei Kinder im selben Alter, also ist es perfekt. Das Team behandelt mich super gut und ich kann es nicht erwarten loszulegen. 

Über seine ersten Tage in Europa und auch die Zeit jetzt beim Dolomitencup ist der Kanadier einfach nur begeistert und versucht so viel wie möglich davon aufzusaugen:

Ich bin das erste Mal in meinem Leben in Europa und einfach die Landschaft zu sehen, die Berge, es ist sehr beeindruckend. Ich will so viel wie möglich aufsaugen, wenn ich draußen bin. Und die Partien waren auch gut, um ein Gefühl für das Spiel wiederzubekommen. 

Photocredit: Max Pattis

Für die Eisbären Berlin stehen nun noch zwei weitere Vorbereitungsspiele auf dem Programm, bevor es am 27.08.2021 in der Champions Hockey League (CHL) ernst wird. Dann treffen die Berliner zu Hause auf das finnische Top-Team von Tappara Tampere. Um dort dann bestmöglich eingespielt zu sein, testen die Eisbären am kommenden Wochenende noch in Wolfsburg (21.08./15:00 Uhr) und in Weißwasser (22.08./16:00 Uhr). 

Welchen Fokus legt Trainer Serge Aubin daher in der nun bevorstehenden Trainingswoche im Hinblick auf diese beiden Testspiele?

Wir wollen die guten Sachen aus diesem Wochenende mitnehmen und darauf aufbauen. Wir sehen uns auf jeden Fall Videos an und korrigieren Dinge, die wir nicht gut gemacht haben. Die Jungs lernen noch einiges über sich. Es geht darum, sich vorzubereiten so wie wir es jedes Jahr machen. Wir haben erst zwei Spiele gespielt, es gibt noch viel zu tun. 

Serge Aubin nach dem 0:2 gegen Biel beim Dolomitencup: „Es gibt viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen, aber das wussten wir auch“

Photocredit: Max Pattis

Vier Testspiele absolvieren die Eisbären Berlin im Vorfeld der Champions Hockey League (CHL). Dieses Wochenende macht dabei den Anfang, wo es im Dolomitencup zunächst gegen den Schweizer Club EHC Biel-Bienne im Halbfinale ging. Während Biel bereits ein Vorbereitungsspiel absolviert hatte, war es für den Deutschen Meister das erste Testspiel in der Vorbereitung auf die neue PENNY DEL-Saison. Am Ende stand eine 0:2-Niederlage. Beide Tore fielen im letzten Drittel. Zunächst erzielte Kessler in der 48. Spielminute vor 430 Fans in der Würtharena das 1:0. Als Trainer Serge Aubin Goalie Mathias Niederberger zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, legte Hischier das 2:0 und somit die Entscheidung nach. Trainer Serge Aubin sah einige Dinge, die man noch verbessern muss, aber das war dem Trainerteam bereits vor dem Spiel klar:

Im ersten Drittel konnte man sehen, dass wir bisher nicht gespielt hatten. Wir waren etwas eingerostet und ein bisschen unsicher. Im zweiten Drittel haben wir viel besser gespielt. Wir haben die Geschwindigkeit angezogen und sind zu Tormöglichkeiten gekommen. Zum Start des dritten Drittels konnte der EHC Biel ihre Chance nutzen und mit 1:0 in Führung gehen, aber für das erste Spiel war viel Einsatz vorhanden. Es gibt viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen, aber das wussten wir auch. Jetzt müssen wir uns gut ausruhen und morgen zurück auf die Gewinnerseite kommen.

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Die Hauptstädter waren erst rund eine Woche lang im gemeinsamen Eis-Training, was der Mannschaft im Spiel anzusehen war. Aber Vorbereitungsspiele sind eben auch dafür da, um zu testen und sich auf einander abzustimmen. Wenn wir da an die letztjährige Vorbereitung beim Magenta-Sport-Cup denken, dann weiß man, dass man aus solchen Spielen viel Erfahrung ziehen kann und es dann in der Saison besser machen wird. Wie die letzte Saison ausging, wissen wir alle noch zu gut.
Aber auch gestern fehlte laut Frank Hördler nicht unbedingt viel, um das Spiel zu gewinnen. Chancen waren da, welche man nur leider nicht nutzen konnte. Der Kapitän analysierte das Spiel wie folgt:

Ich denke 60 Minuten gesehen war es ein gutes Spiel. Wir haben nicht so gut angefangen. Wir hatten ein bisschen Zeit gebraucht, bis wir drin waren im Spiel. Also das erste Drittel war nicht ganz so rund, wie wir uns es vorgestellt und auch vorgenommen haben. Ich glaube, das liegt auch daran, dass Biel schon ein Spiel uns voraus hatte. Aber wir sind gut zurückgekommen im zweiten Drittel, haben unseren Stiefel dann runter gespielt und das hat auch gut ausgesehen, wir hatten auch ein paar Chancen. Ich glaube, wäre das ein oder andere da rein gegangen, wäre es vielleicht nochmal ein heißer Kampf geworden. Aber wir haben im dritten Drittel nicht aufgehört zu spielen und zu kämpfen, hatten uns immer wieder Chancen erarbeitet und hatten auch die Chance zu gewinnen. Aber dann das Tor natürlich am Ende ohne Torwart drin war dann der Killer.

Photocredit: Max Pattis

Statt nun heute Abend das Finale gegen den DEL-Konkurrenten Augsburger Panther zu bestreiten, spielen die Berliner am Nachmittag gegen die italienische Nationalmannschaft um Platz Drei. Dort wollen die Eisbären dann natürlich als Sieger vom Eis gehen. Vor allem auch deswegen, weil nicht mehr viel Zeit bleibt bis zum ersten Pflichtspiel am 27.08.2021 in der CHL. Dort treffen die Eisbären dann in Berlin auf Tappara Tampere aus Finnland. Dann wird es ernst für die neue Mannschaft des Deutschen Meisters. Nach dem heutigen Spiel stehen am nächsten Wochenende nur noch zwei Duelle gegen Wolfsburg und Weißwasser an. Was Trainer Serge Aubin vom heutigen Spiel gegen Italien erwartet, sagte er bereits gestern nach dem Spiel gegen Biel:

 

Wir sind im Prozess ein Team aufzubauen und heute haben die Jungs ein bisschen was über einander herausgefunden. Die neuen Jungs haben das Gefühl bekommen, was unsere Mannschaft ausmacht. Und morgen wollen wir besser sein. Besser sein und einige Sachen glattziehen und hoffentlich ein paar Tore schießen.

Kapitän Frank Hördler fügte gestern Abend nur noch hinzu, dass man eigentlich nur so spielen müsse, wie man es gegen Biel ab dem zweiten Drittel getan hatte, dann würde es heute mit einem Sieg zum Abschluss des Dolomitencups klappen:

Ich glaube genauso wie wir im zweiten Drittel rausgekommen sind, da haben wir alle unsere Bahnen eingehalten, haben uns auch gegenseitig vertraut, dass jeder seine Arbeit macht, das hat dann auch jeder gemacht und dann haben wir gesehen, dass wir viel mehr Pucks dem Gegner wegnehmen konnten schon in der gegnerischen Zone. Darauf wird es ankommen, dass wir beim Forecheck da schon gut stehen.

Meisterliche Stimmung im Welli: Eisbären-Fans sorgen für Eishockey-Feeling beim Trainingsauftakt

Darauf musste man sooooo lange warten. Fast eineinhalb Jahre waren die Eisbären Berlin und ihre Fans voneinander „getrennt“. Am Donnerstagabend kamen Beide im altehrwürdigen Wellblechpalast wieder zusammen. Trainer Serge Aubin bat zum ersten gemeinsamen Training der Mannschaft und 750 Fans schauten diesem zu und verwandelten den Wellblechpalast in einen Hexenkessel.

Die Mannschaft bedankt sich für den meisterlichen Empfang bei ihren Fans. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Als die Mannschaft um kurz vor 18 Uhr das heilige Eis des „Wellis“ betrat, dürften so manchem neuen Spieler der Eisbären die Knie geschlottert haben. Denn die Fans begrüßten die Hauptstädter frenetisch und stimmten „Deutscher Meister EHC“ an. Drei Monate nach dem Gewinn der achten deutschen Meisterschaft konnten die Fans ihre Helden also endlich feiern. Und die Spieler genossen das Bad in der Menge sichtlich und bedankten sich auch kurz darauf bei ihren Fans.

Manch einem Spieler dürfte es heute fast wie bei einem Spiel vorgekommen sein, so laut war es im „Welli“. Goalie Mathias Niederberger brachte es nach dem Spiel auf den Punkt:

Die haben so gute Stimmung gemacht, als wäre es fast wie ein Spiel gewesen. Es war wunderbar.

Stürmer Marcel Noebels war ebenso begeistert und geht davon aus, dass jetzt damit auch endlich der Staub von den Rängen ist:

Jeder weiß, wie wichtig die Fans für Berlin sind oder wie sehr wir sie brauchen. An so einem Tag wie heute ist es natürlich was besonderes. So laut war es glaube ich lange nicht mehr im Welli. Jetzt ist der Staub von den Tribünen auch wieder ab. Es kann so weitergehen.

„Noebi“ spricht es an, es war ein Jahr voller Trostlosigkeit. Die Jungs haben in der leeren Halle trainiert,

Szene vom Auftakttraining der Eisbären Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

wo sonst ein paar Fans immer zuschauen. Sie haben vor leeren Rängen in der Arena gespielt. Da, wo normalerweise 14.200 Fans sie lautstark supporten. Der einzige Vorteil, wie die Spieler selbst sagten, man hörte die Anweisungen vom Trainerteam und den Mitspielern deutlich besser.
Heute dürfte es mit der Kommunikation auf dem Eis schon deutlich schwieriger gewesen sein. Denn die Fans machten ordentlich Stimmung. Man merkte auch dem harten Kern an, wie lange sie auf diesen Moment verzichten mussten. Eineinhalb Jahre ohne ihre Eisbären, ohne den großartigen Support, heute konnten sie alles wieder raus lassen. Und so wurden Meister-Gesänge angestimmt, das Ost-Ost-Ost-Berlin, das „UFFTA“, natürlich wurden aber auch die Ligarivalen verhöhnt. Also alles so wie immer. Und es tat gut. Den Fans und den Spielern wie Trainern. Alle haben diesen Abend sichtlich genossen. Mathias Niederberger stand nach dem Training freudestrahlend da und bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Kurze Besprechung von Trainer Serge Aubin mit einigen Spielern. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Aber dennoch stand auch heute harte Arbeit an, eine gute Stunde scheuchte Trainer Serge Aubin das Team zusammen mit Co-Trainer Craig Streu über das Eis. Mit dabei waren natürlich auch die Neuzugänge Morgan Ellis, Nicholas B. Jensen, Kevin Clark, Yannick Veilleux und Manuel Wiederer. Zudem trainierten auch Leon Gawanke und Lukas Reichel mit den Eisbären.
Unter den Augen der Eisbären-Legenden Sven Felski und André Rankel wurde das Passspiel trainiert, Zwei-auf-Eins- und Drei-auf-Zwei-Angriffe, Drei-gegen-Drei. Zudem wurde ein Penaltyschießen ausgetragen.

Heute war es das erste gemeinsame Mannschaftstraining, weshalb Goalie Mathias Niederberger über das Tempo doch etwas verwundert war:

Ich würde sagen, ein sehr positiver Eindruck. Ich finde, wir haben uns noch mal verstärkt, wir haben echt gute Jungs dazu bekommen. Wir hatten schon ein ziemlich gutes Tempo, dafür dass es das erste Mannschaftstraining war.

Auch Trainer Serge Aubin war mit dem ersten Training zufrieden:

Es war ja tatsächlich das erste Mal, dass wirklich das komplette Team auf dem Eis war. Manche Jungs waren mehr auf dem Eis davor, manche weniger. Für den größten Teil haben sie gute Arbeit geleistet. Sie waren aufmerksam und haben das getan, was sie am ersten Tag tun mussten. Offensichtlich werden wir darauf aufbauen.

Serge Aubin wurde am Rande des Auftakttrainings gefragt, ob noch etwas auf dem Transfermarkt passiert. Seine Antwort war vor allem im Hinblick auf die jungen Spieler eine sehr bemerkenswerte:

Wir sind immer auf der Suche, so ist es beim Eishockey. Aber nicht direkt jetzt. Lass uns anfangen und gucken, was wir haben. Die jungen Jungs haben seit letztem Jahr große Schritte gemacht, also wollen wir sie sehen und gucken, wo sie sind. Ich mag mein Team, also machen wir einfach weiter.

Das Team der Eisbären scheint gut besetzt, die Jungs sind alle bereit und zeigen gute Leistungen. Und das war heute erst der Anfang und dennoch sind die Jungs heiß auf die neue Saison. In der gilt es schließlich, den Titel zu verteidigen. Ist das auch das Ziel vom Trainer?

Meine Ziele verändern sich nicht. Für jeden Trainer ist das Ziel, das letzte Spiel der Saison zu gewinnen. Nichtsdestotrotz wird es schwer. Wir wissen, dass jeder gegen uns bereit sein wird, besonders in diesem Jahr. Es liegt an uns so zu spielen, wie wir können und so hart wie möglich zu spielen. Ich mag wo wir sind.

Der obligatorsiche Kreis der Mannschaft nach dem Training. (Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker)

Wenn der Tag heute eins gezeigt hat: Die Mannschaft ist heiß auf die neue Saison und sie ist bereit, den Titel zu verteidigen. Die Neuzugänge werden die Eisbären noch stärker machen. Und wenn in der neuen Saison Zuschauer erlaubt sind, werden die Eisbären vor allem zu Hause noch schwerer zu schlagen sein. Denn wenn der siebte Mann zurück in der Arena am Ostbahnhof ist, wird die Arena wieder einem Hexenkessel gleichen. Und dort dann zu bestehen, wird für jedes Team enorm schwer. Und wenn man erst einmal Deutscher Meister geworden ist, dann will man dieses Gefühl jedes Jahr erneut erleben, nicht wahr Mathias Niederberger?

Das klingt richtig schön, Deutscher Meister EHC! Wer jetzt so eine Meisterschaft gewonnen hat – ich meine Franky der hat schon so einige gewonnen, der weiß genau wie sich das anfühlt – aber das ist schon was besonderes und wir versuchen natürlich alles, dass wir dieses Gefühl wieder erleben können.